Farlutal

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Farlutal orale Suspension
  • Darreichungsform:
  • orale Suspension
  • Zusammensetzung:
  • medroxyprogesteroni acetas 500 mg, saccharum 2.5 g, saccharinum natricum, aromatica, conserv.: E 214, E 216, E 218, excipiens ad suspensionem pro 5 ml.
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • allopathic Droge

Dokumenten

Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Farlutal orale Suspension
    Schweiz
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Synthetika human
  • Therapiebereich:
  • Gestagenbehandlung bei bestimmten Karzinomen; Tumorkachexie

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • Swissmedic - Swiss Agency for Therapeutic Products
  • Zulassungsnummer:
  • 50442
  • Berechtigungsdatum:
  • 19-01-1990
  • Letzte Änderung:
  • 05-02-2018

Packungsbeilage

Patienteninformation

Transferiert von Pfizer AG

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden, und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte

ihnen das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Farlutal®

Was ist Farlutal und wann wird es angewendet?

Farlutal enthält den Wirkstoff Medroxyprogesteronacetat, einen synthetischen Abkömmling des

weiblichen Gelbkörperhormons Progesteron. Farlutal Tabletten und orale Suspension werden zur

Behandlung von hormonabhängigen Tumoren der Brust, der Gebärmutter sowie von Tumoren der

Nieren und der Prostata eingesetzt. Farlutal Tabletten und orale Suspension werden zudem auch

eingesetzt, um der Abmagerung und des Kräfteverlustes bei Tumorkrankheiten entgegenzuwirken.

Farlutal wird auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin verwendet.

Was sollte dazu beachtet werden?

Farlutal, orale Suspension: Dieses Arzneimittel enthält 2.5 g verwertbare Kohlenhydrate pro

Einzeldosis.

Wann darf Farlutal nicht angewendet werden?

Bei Venenentzündung oder anderen Störungen mit Blutgerinnselbildung, nach einem Schlaganfall,

sowie bei Erkrankungen mit einem erhöhten Risiko für solche Störungen (z.B. Arteriosklerose,

Herzklappenerkrankungen, Entzündung der Herzwand, Herzschwäche, Durchblutungsstörungen des

Gehirns), bei längerer Bettlägerigkeit infolge Operation oder Krankheit, bei stark eingeschränkter

Leberfunktion, bei zu hohem Calciumgehalt im Blut, in der Schwangerschaft und Stillzeit, bei

Menstruationsstörungen und Scheidenblutungen unbekannter Ursache und bei Überempfindlichkeit

auf den Wirkstoff oder auf die Hilfsstoffe.

Wann ist bei Einnahme von Farlutal Vorsicht geboten?

Da es unter der Behandlung mit Farlutal zu Blutgerinnselbildung mit entsprechenden

Komplikationen kommen kann, wird Sie der Arzt bzw. die Ärztin vor Behandlungsbeginn bezüglich

Risikofaktoren für solche Ereignisse untersuchen. Wenn bei Ihnen während der Behandlung mit

Farlutal Zeichen einer Blutgerinnselbildung auftreten wie Schmerzen und Spannungsgefühl in den

Waden oder Oberschenkeln, plötzliche Sehstörung, plötzlicher vollständiger oder teilweiser Seh-

oder Hörverlust, plötzliche Sprach- oder Wahrnehmungsstörungen, ungewohnt starke

Kopfschmerzen oder unerwartete Migräneanfälle, plötzliche Atembeschwerden oder plötzliches

Auftreten von Husten unklarer Ursache, plötzlicher starker Schmerz im Brustkorb mit oder ohne

Ausstrahlung in den linken Arm, muss Farlutal sofort abgesetzt werden und der Arzt bzw. die Ärztin

ist sofort darüber zu informieren. Auch vor einer geplanten Operation (ca. 4 Wochen) oder bei

längerer Bettlägerigkeit muss die Behandlung mit Farlutal unterbrochen werden.

Durch die Behandlung mit Farlutal kann es zu einer unregelmässigen Menstruation oder zum

Ausbleiben der Menstruation kommen. Es kann auch der Beginn der Wechseljahre verschleiert

werden.

Da der Wirkstoff von Farlutal auch eine kortisonartige Wirkung hat, wird Sie der Arzt bzw. die

Ärztin diesbezüglich sorgfältig überwachen.

Farlutal kann den Zuckerstoffwechsel beeinflussen. Wenn Sie zuckerkrank sind, wird Sie der Arzt

bzw. die Ärztin deshalb sorgfältig überwachen.

Der Arzt bzw. die Ärztin wird Sie auch speziell kontrollieren, wenn Sie an Bluthochdruck,

Nierenerkrankungen, Herzerkrankungen, Asthma, Fettleibigkeit, Wasseransammlung in den Beinen

und Händen (Ödeme), erhöhten Blutfettwerten, Epilepsie, Migräne oder an einer Depression leiden.

Ausserdem kann die Langzeitanwendung von Farlutal unter gewissen Umständen die Entstehung

einer Osteoporose (Knochenschwund) begünstigen. Achten Sie daher auf eine ausreichende

Versorgung mit Kalzium und Vitamin D. Bei Bedarf wird der Arzt bzw. die Ärztin Kalzium

und/oder Vitamin D Präparate verschreiben.

Überempfindlichkeitsreaktionen auf Inhaltsstoffe:

Farlutal Tabletten enthalten Lactose, Farlutal orale Suspension enthält Saccharose. Falls Sie an einer

Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern leiden, sollten Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin

aufsuchen und ihn/sie darüber informieren, bevor Sie Farlutal Tabletten oder orale Suspension

einnehmen.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln:

Die gleichzeitige Einnahme von gewissen anderen Arzneimitteln kann die Wirksamkeit von Farlutal

beeinträchtigen. Zu diesen Arzneimitteln gehören z.B. gewisse Mittel zur Behandlung von Epilepsie,

Infektionskrankheiten (Antibiotika), Arzneimittel zur Behandlung von HIV-Infektionen, oder

Krebserkrankungen (Aminogluthethimid) sowie Johanniskraut-Präparate. Bei gleichzeitiger

Anwendung von Farlutal mit entzündungshemmenden Arzneimitteln (Antirheumatika) oder mit

gefässerweiternden Arzneimitteln könnte es zu verstärkter Wasseransammlung im Körper kommen.

Teilen Sie deshalb Ihrem Arzt bzw. Ärztin mit, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen:

Da es unter Farlutal zu Schwindel, Verwirrtheit und Konzentrationsschwierigkeiten kommen kann,

ist beim Lenken von Fahrzeugen und Bedienen von Maschinen Vorsicht geboten.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

-an anderen Krankheiten leiden

-Allergien haben oder

-andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte) einnehmen oder äusserlich anwenden!

Darf Farlutal während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Farlutal darf weder während einer Schwangerschaft noch während der Stillzeit eingenommen

werden. Wenden Sie sich umgehend an Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie eine Schwangerschaft

planen oder schwanger sind.

Wie verwenden Sie Farlutal?

Die Dosierung hängt von der Erkrankung ab und beträgt im Allgemeinen zwischen 250 mg und

1500 mg (3 Tabletten oder 3 Trinkampullen mit oraler Suspension) pro Tag. Beim Tumor der

Prostata beträgt die Dosierung 3mal wöchentlich 1500-2000 mg (3-4 Tabletten oder Trinkampullen).

Bitte beachten Sie die Vorschriften des Arztes bzw. der Ärztin genau.

Die Tabletten und die orale Suspension werden nach einer Mahlzeit eingenommen.

Die Tagesdosis kann auf 1-3 Dosen aufgeteilt werden.

Die Tabletten werden unzerkaut mit etwas Flüssigkeit geschluckt und sollten im Sitzen oder Stehen

eingenommen werden.

Die Trinkampullen mit der oralen Suspension sind vor Gebrauch gründlich zu schütteln. Die

Suspension kann einem Getränk, z.B. Fruchtsaft oder Milch, beigemischt werden und soll

anschliessend sofort getrunken werden.

Farlutal ist nicht für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen vorgesehen.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer

Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Farlutal haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Farlutal auftreten:

Häufig: Gewichtsschwankung, Appetitsteigerung, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel,

Zittern, Übelkeit, Verstopfung, Erbrechen, starkes Schwitzen, erektile Dysfunktion,

Flüssigkeitsansammlung (Ödeme), Müdigkeit

Gelegentlich: Angioödem (Schwellung der Haut und Schleimhäute), Zeichen der kortisonartigen

Wirkung („Mondgesicht“, Gewichtszunahme), Verschlimmerung eines Diabetes mellitus,

Depression, Euphorie, Libidoveränderungen, Herzschwäche, Venenentzündung mit Ausbildung

eines Blutgerinnsels (Schmerzen und Spannungsgefühl in den Waden oder Oberschenkeln),

Lungenembolie, Durchfall, Mundtrockenheit, Akne, verstärkte Körperbehaarung,

Muskelverspannungen, Menstruationsstörungen (unregelmässige, verstärkte, abgeschwächte,

schwache Blutung), Brustschmerz

Selten oder sehr selten: Arzneimittelüberempfindlichkeit, Nervosität, Schläfrigkeit, Schlaganfall,

Herzinfarkt, erhöhter Blutdruck, Gefässverschluss (Embolie und Thrombose), Hautausschlag,

Haarausfall, Unwohlsein, Fieber

Häufigkeit nicht bekannt: Allergische Reaktionen (ev. mit Atemnot, Blutdruckabfall), anhaltendes

Ausbleiben des Eisprungs, Verwirrtheit, Konzentrationsverlust, Sehverschlechterung, Linsentrübung

bei Diabetikern, Gefässverschluss im Auge, Herzklopfen, Herzrasen, Magenbeschwerden,

Gelbfärbung der Haut (Gelbsucht), Juckreiz, Nesselsucht, Ausbleiben der Menstruation,

Spannungsgefühl in der Brust, Veränderungen des Scheidenausflusses, Milchausfluss

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Die Tabletten weisen eine Zierrille auf, sie sollten jedoch nicht geteilt werden.

Farlutal Tabletten und orale Suspension bei Raumtemperatur (15-25 °C) und ausserhalb der

Reichweite von Kindern aufbewahren. Die Arzneimittel dürfen nur bis zu dem auf dem Behälter mit

„EXP“ bezeichneten Datum verwendet werden.

Sollten Sie Packungen besitzen, deren Haltbarkeit abgelaufen ist, so bringen Sie diese bitte in die

Apotheke zur Vernichtung zurück.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Farlutal enthalten?

1 Tablette (weiss, oblong, mit Zierrille und Prägung „FCE 500“) enthält als Wirkstoff 500 mg

Medroxyprogesteronacetat sowie die Hilfsstoffe Lactose, Crospovidon, Polyvinylpyrrolidon K25,

Polysorbat 80 (aus gentechnisch verändertem Mais hergestellt), mikrokristalline Cellulose und

Magnesiumstearat.

1 Trinkampulle orale Suspension zu 5 ml enthält als Wirkstoff 500 mg Medroxyprogesteronacetat

sowie die folgenden Hilfsstoffe: Saccharose, Propylenglycol, Polysorbat 21, Methylcellulose,

Milcharoma, Saccharin, tribasisches Natriumcitratdihydrat, Simethicon, Wasser für

Injektionszwecke und die Konservierungsmittel: Methyl-p-hydroxybenzoat (E218), Ethyl-p-

hydroxybenzoat (E214), Propyl-p-hydroxybenzoat (E216).

Zulassungsnummer

44307, 50442 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Farlutal? Welche Packungen sind erhältlich?

Farlutal, Tabletten und orale Suspension erhalten Sie in Apotheken nur gegen ärztliche

Verschreibung. Folgende Packungen sind erhältlich:

Farlutal, Tabletten:

60 Tabletten 500 mg

Farlutal, orale Suspension:

30 Trinkampullen 500 mg/ 5 ml

Zulassungsinhaberin

Pfizer PFE Switzerland GmbH, Zürich.

Diese Packungsbeilage wurde im Juni 2016 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.

PIL V011