Arixtra 5.0 mg/0.4 ml Injektionslösung

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

25-10-2018

Fachinformation Fachinformation (SPC)

25-10-2018

Wirkstoff:
fondaparinuxum natricum
Verfügbar ab:
Aspen Pharma Schweiz GmbH
ATC-Code:
B01AX05
INN (Internationale Bezeichnung):
fondaparinuxum natricum
Darreichungsform:
Injektionslösung
Zusammensetzung:
fondaparinuxum natricum 5 mg, natrii chloridum, aqua ad iniectabile q.s. ad solutionem pro 0.4 ml.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Antikoagulans
Zulassungsnummer:
55937
Berechtigungsdatum:
2002-06-25

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

23-10-2018

Fachinformation Fachinformation - Französisch

23-10-2018

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

19-10-2018

Fachinformation Fachinformation - Italienisch

01-11-2013

Patienteninformation

Transferiert von Recordati AG

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel anwenden.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden, und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte

ihnen das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Arixtra®

Was ist Arixtra und wann wird es angewendet?

Arixtra ist ein antithrombotisch wirkendes Arzneimittel («anti» bedeutet «gegen» und

«thrombotisch» bezieht sich auf die «Blutgerinnung»). Ein antithrombotisch wirkendes Arzneimittel

hilft die Bildung von Gerinnseln im Blut zu verhindern und Gerinnsel zu beseitigen, die sich in den

Venen gebildet haben und möglicherweise in die Blutgefässe der Lunge gelangen könnten.

Arixtra enthält Fondaparinux-Natrium, eine synthetisch hergestellte Substanz, welche speziell den

Blutgerinnungsfaktor Xa hemmt. Der Blutgerinnungsfaktor Xa spielt eine bedeutende Rolle in der

Blutgerinnung, und durch seine Hemmung wird die Ausbildung von unerwünschten Blutgerinnseln

(Thrombosen) in den Blutgefässen verhindert.

Arixtra (1,5 mg und 2,5 mg) zur Verhinderung der Bildung von Gerinnseln im Blut:

Arixtra (1,5 mg und 2,5 mg) wird angewendet zur Vorbeugung der Bildung unerwünschter

Blutgerinnsel in den Venen der Beine oder der Lunge nach grösseren orthopädischen Operationen

(Hüft- oder Knieoperationen) oder Bauchoperationen, sowie bei Risikopatienten, welche wegen einer

akuten Erkrankung während mehrerer Tage bettlägerig sind.

Arixtra (5 mg, 7,5 mg und 10 mg) zur Beseitigung von Gerinnseln im Blut:

Arixtra (5 mg, 7,5 mg und 10 mg) wird zur Behandlung von Patienten mit Blutgerinnseln in den

Venen der Beine (tiefe Venenthrombose) und der Lunge (Lungenembolie) angewendet, in

Kombination mit einem oral verabreichten Blutverdünner (Sintrom oder Marcoumar).

Arixtra (2,5 mg) zur Behandlung von Herzproblemen:

Arixtra (2,5 mg) wird zur Behandlung gewisser Formen des Herzinfarkts sowie schwerer Angina

pectoris (Brustschmerz verursacht durch verengte Herzarterien) eingesetzt.

Arixtra ist eine Injektionslösung, die in Fertigspritzen mit einem automatischen Sicherheitssystem

erhältlich ist, welches Nadelstichverletzungen nach dem Gebrauch verhindert.

Arixtra darf nur auf Verschreibung des Arztes bzw. der Ärztin angewendet werden.

Wann darf Arixtra nicht angewendet werden?

Arixtra darf nicht angewendet werden, wenn:

-Sie überempfindlich (allergisch) gegenüber Fondaparinux-Natrium sind;

-Sie an einer Infektion des Herzens (Endokarditis) bakteriellen Ursprungs leiden;

-Sie eine schwere Blutung haben;

-Sie eine schwere Niereninsuffizienz (Beeinträchtigung der Nierenfunktion) haben.

Wann ist bei der Anwendung von Arixtra Vorsicht geboten?

Bei der Anwendung von Arixtra ist Vorsicht geboten, wenn:

-Sie ein erhöhtes Blutungsrisiko haben, wie z.B.:

Magengeschwür,

Störung der Blutgerinnung,

kurz zurückliegende Hirnblutung,

kurz zurückliegende operative Eingriffe am Gehirn, Rückenmark oder Auge;

-Sie eine Leber- oder Nierenerkrankung haben;

-Sie 75 Jahre alt oder älter sind;

-Sie ein Gewicht unter 50 kg aufweisen.

In diesen Fällen informieren Sie bitte Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, bevor Sie Arixtra anwenden.

Arixtra ist bei Kindern und Jugendlichen unter 17 Jahren nicht ausreichend untersucht worden.

Arixtra darf nicht in einen Muskel (intramuskulär) injiziert werden.

Andere Arzneimittel können die Wirkung von Arixtra, bzw. Arixtra kann die Wirkung anderer

Arzneimittel beeinflussen. Dies ist bei Einnahme von Schmerz- oder Entzündungsmitteln besonders

wichtig, da gewisse dieser Arzneimittel die Blutungsneigung erhöhen können.

Falls Sie auf Latex allergisch reagieren, sollten Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder

Apothekerin informieren, bevor Sie mit Arixtra behandelt werden.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen

Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen.

Darf Arixtra während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit angewendet werden?

Falls Sie schwanger sind, dürfen Sie Arixtra nur mit ausdrücklicher Genehmigung Ihres Arztes bzw.

Ihrer Ärztin anwenden. Er oder sie wird entscheiden, ob Sie Arixtra anwenden dürfen.

Es ist nicht bekannt, ob der Wirkstoff von Arixtra in die Muttermilch übergeht. Wenn Sie stillen,

müssen Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin um Rat fragen.

Wie verwenden Sie Arixtra?

Verhinderung der Bildung von Gerinnseln im Blut:

Falls vom Arzt bzw. von der Ärztin nicht anders verordnet, wird die übliche Dosis von 2,5 mg

einmal am Tag subkutan injiziert. Falls Sie an einer Nierenerkrankung leiden, kann Ihnen Ihr Arzt

bzw. Ihre Ärztin auch eine schwächere Dosis von 1,5 mg einmal pro Tag oder alternativ 2,5 mg

jeden zweiten Tag verschreiben.

Behandlung der tiefen Venenthrombose oder Lungenembolie:

Falls vom Arzt bzw. von der Ärztin nicht anders verordnet, wird Arixtra 7,5 mg einmal am Tag

subkutan injiziert. Falls Sie weniger als 50 kg oder mehr als 100 kg wiegen, wird Ihr Arzt bzw. Ihre

Ärztin Ihnen eine andere Dosierung (5 mg bzw. 10 mg) verschreiben. Die Mindestbehandlungsdauer

beträgt 5 Tage, d.h. bis das orale Blutverdünnungsmittel genügend wirksam ist.

Führen Sie die Behandlung mit Arixtra solange durch, wie Ihr behandelnder Arzt bzw. Ihre Ärztin es

Ihnen verordnet hat.

Wenden Sie Arixtra immer genau nach Anweisung des Arztes bzw. der Ärztin an. Bitte fragen Sie

bei Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin oder Apothekerin nach, wenn Sie sich nicht ganz

sicher sind.

Hinweise für die Handhabung:

Die verschiedenen Teile der Arixtra Sicherheitsspritze sind:

1 Nadelschutz

2 Stempel

3 Fingergriff

4 Schutzvorrichtung

1. Waschen Sie Ihre Hände sorgfältig mit Seife und Wasser. Anschliessend Hände abtrocknen.

2. Setzen oder legen Sie sich in eine bequeme Position.

Nehmen Sie eine Hautfalte in der unteren Bauchregion,

jedoch mindestens 5 cm vom Nabel entfernt (Abbildung 1).

Injizieren Sie abwechselnd in die linke und rechte

Bauchregion. Sollte eine Injektion in der Bauchregion nicht

möglich sein, kontaktieren Sie eine Krankenschwester oder

Ihren behandelnden Arzt bzw. Ihre Ärztin für weitere

Instruktionen.

Abbildung 1

3. Die gewählte Einstichstelle wird vorher mit einem Alkoholtupfer desinfiziert.

4. Entfernen Sie den Nadelschutz, indem Sie ihn drehen

(Abbildung 2) und gerade abziehen (Abbildung 3).

Entsorgen Sie den Nadelschutz.

Berühren Sie nicht die Nadel und vermeiden Sie jeglichen

Kontakt der Nadel mit anderen Gegenständen vor der

Injektion.

Die Luftblase in der Spritze ist normal und muss vor der

Injektion nicht entfernt werden.

Abbildung 2

Abbildung 3

5. Nehmen Sie vorsichtig die zuvor desinfizierte Hautfalte.

Halten Sie diese während der ganzen Injektion zwischen

Ihrem Daumen und Zeigefinger (Abbildung 4).

Abbildung 4

6. Fassen Sie die Spritze fest beim Fingergriff und führen

Sie die Nadel in ihrer ganzen Länge senkrecht (in einem

Winkel von 90°) in die Hautfalte ein (Abbildung 5).

Abbildung 5

7. Injizieren Sie den gesamten Inhalt der Fertigspritze,

indem Sie den Stempel vollständig herunterdrücken

(Abbildung 6).

Abbildung 6

8. Lassen Sie den Stempel anschliessend los: Die Nadel

wird automatisch aus der Haut zurückgezogen und dabei

im Sicherheitszylinder dauerhaft geschützt (Abbildung 7).

Abbildung 7

9. Entsorgen Sie die benutzte Sicherheitsspritze nach den bei Ihnen geltenden Vorschriften. Der

Nadelschutz wird nicht wieder auf die Sicherheitsspritze aufgesetzt.

Wenn Sie eine grössere Menge von Arixtra angewendet haben, als Sie sollten:

Benachrichtigen Sie unverzüglich Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, da

im Falle einer Überdosierung ein erhöhtes Blutungsrisiko besteht.

Wenn Sie die Anwendung von Arixtra vergessen haben:

Auf keinen Fall darf eine doppelte Dosis verabreicht werden, wenn Sie die vorherige Anwendung

vergessen haben. Benachrichtigen Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin.

Dauer der Behandlung:

Da Arixtra schwerwiegende Komplikationen verhindert, ist es wichtig, die Behandlung so lange

fortzusetzen, wie es Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin Ihnen verordnet hat. Wenden Sie sich an Ihren

behandelnden Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie Fragen zur Behandlungsdauer haben.

Auswirkungen, wenn die Behandlung mit Arixtra abgebrochen wird:

Wenn die Behandlung vor der von Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin angegebenen Dauer beendet wurde,

besteht das Risiko, dass sich Blutgerinnsel in Ihren Beinvenen oder in der Lunge bilden.

Benachrichtigen Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin

oder Apothekerin.

Behandlung von Herzproblemen:

Im Spital wird Arixtra zur Behandlung eines Herzinfarkts oder einer schweren Angina pectoris

subkutan oder in bestimmten Fällen auch intravenös verabreicht.

Kinder und Jugendliche:

Die Anwendung und Sicherheit von Arixtra bei Kindern und Jugendlichen ist bisher nicht

ausreichend geprüft worden.

Welche Nebenwirkungen kann Arixtra haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Anwendung von Arixtra auftreten:

Immunsystem

Selten: Allergische Reaktionen (einschliesslich Juckreiz, Schwellung, Hautausschlag).

In sehr seltenen Fällen (bei bis zu einem von 10‘000 Patienten unter Arixtra) können schwere

allergische Reaktionen (Anaphylaxie) auftreten. Anzeichen dafür sind:

-Schwellungen, zuweilen von Gesicht oder Mund (Angioödem), die Schluck- oder

Atmungsbeschwerden bewirken können

-Kollaps

Kontaktieren Sie unverzüglich Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, falls diese Symptome bei Ihnen auftreten.

Wenden Sie Arixtra nicht weiter an.

Blut und Gerinnung

Häufig: Verminderte Anzahl an roten Blutkörperchen (Anämie), was sich z.B. durch Müdigkeit oder

Schwäche äussern kann. Blutungen (z.B. an der Operationsstelle, im Magen-Darm-Trakt, Blut im

Urin, in der Lunge, im Auge, Blutergüsse, Gelenkergüsse, Unterhautblutungen, Nasenbluten),

Mangel an Blutplättchen.

Gelegentlich: Zunahme der Blutplättchenzahl.

Selten: Blutungen im Bereich von Gehirn und Bauch.

Stoffwechsel

Häufig: Senkung des Kaliumspiegels.

Selten: Erhöhter Harnsäurespiegel im Blut.

Psychiatrie

Häufig: Schlaflosigkeit.

Selten: Ängstlichkeit, Schläfrigkeit, Verwirrung.

Zentrales und peripheres Nervensystem

Gelegentlich: Schwindel, Benommenheit, Kopfschmerzen.

Selten: Kollaps.

Herz und Kreislauf

Gelegentlich: Zu tiefer Blutdruck.

Magen-Darm-Trakt

Gelegentlich: Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Verdauungsstörungen (Dyspepsie),

Magenschleimhautentzündung, Verstopfung, Durchfall.

Leber und Gallenwege

Häufig: Erhöhte Leberwerte

Atmungsorgane

Gelegentlich: Atembeschwerden.

Selten: Husten.

Haut

Häufig: Hautausschläge (flächig oder lokal begrenzt).

Gelegentlich: Hautausschlag oder Juckreiz, Reaktionen an der Einstichstelle (leichte Reizungen,

Schmerzen, Rötungen oder blaue Flecken).

Selten: Hitzewallungen (Flush).

Muskelskelettsystem

Häufig: Beinschmerzen

Harnwege

Häufig: Harnwegsinfekte.

Allgemein

Gelegentlich: Fieber, Brustschmerzen, Schwellungen (Ödeme), Nässen der Operationswunde.

Selten: Müdigkeit, Infektionen der Operationswunde.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Nicht über 25°C und ausserhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden. Nicht einfrieren.

Sie dürfen Arixtra nicht verwenden, wenn Sie ein Auftreten von Partikeln oder Verfärbungen der

Injektionslösung oder eine Beschädigung der Fertigspritze bemerken. Die Lösungen à 1,5 mg und

2,5 mg Fondaparinux sollten klar und farblos sein. Alle anderen Dosierungen sollten klar und farblos

bis leicht gelblich sein.

Geöffnete und nicht verwendbare Fertigspritzen sind zu entsorgen.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Arixtra enthalten?

Wirkstoff: Fondaparinux-Natrium.

Hilfsstoffe: Natriumchlorid (Kochsalz) und Wasser für Injektionszwecke.

Die 0,3 ml Fertigspritze enthält 1,5 mg Fondaparinux-Natrium in 0,3 ml Lösung.

Die 0,5 ml Fertigspritze enthält 2,5 mg Fondaparinux-Natrium in 0,5 ml Lösung.

Die 0,4 ml Fertigspritze enthält 5 mg Fondaparinux-Natrium in 0,4 ml Lösung.

Die 0,6 ml Fertigspritze enthält 7,5 mg Fondaparinux-Natrium in 0,6 ml Lösung.

Die 0,8 ml Fertigspritze enthält 10 mg Fondaparinux-Natrium in 0,8 ml Lösung.

Zulassungsnummer

55937 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Arixtra? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Arixtra (1,5 mg): Es gibt Packungen zu 10 Fertigspritzen.

Arixtra (2,5 mg): Es gibt Packungen zu 2 und 10 Fertigspritzen.

Arixtra (5 mg, 7,5 mg und 10 mg): Es gibt Packungen zu 2 und 10 Fertigspritzen.

Zulassungsinhaberin

Aspen Pharma Schweiz GmbH, Baar.

Diese Packungsbeilage wurde im November 2013 letztmals durch die Arzneimittelbehörde

(Swissmedic) geprüft.

Fachinformation

Transferiert von Recordati AG

Arixtra®

Zusammensetzung

Wirkstoff: Fondaparinuxum natricum.

Hilfsstoffe: Natrii chloridum, Aqua ad iniectabilia.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Injektionslösung (0,3 ml) zu 1,5 mg Fondaparinuxum natricum.

Injektionslösung (0,5 ml) zu 2,5 mg Fondaparinuxum natricum.

Injektionslösung (0,4 ml) zu 5 mg Fondaparinuxum natricum.

Injektionslösung (0,6 ml) zu 7,5 mg Fondaparinuxum natricum.

Injektionslösung (0,8 ml) zu 10 mg Fondaparinuxum natricum.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

·Prophylaxe venöser thromboembolischer Ereignisse (VTE) bei grösseren orthopädischen Eingriffen.

·Prophylaxe venöser thromboembolischer Ereignisse bei Patienten mit hohem VTE Risiko, welche

wegen einer akuten Erkrankung wie einer Herzinsuffizienz, akuter respiratorischer Insuffizienz oder

einer akuten Infektion oder Entzündung immobilisiert sind.

·Prophylaxe venöser thromboembolischer Ereignisse bei Patienten mit Bauchoperationen, welche ein

hohes Risiko für Thromboembolie-Komplikationen haben.

·Behandlung der tiefen Venenthrombose und Behandlung der akuten Lungenembolie bei Patienten,

bei welchen keine Lysebehandlung oder Embolektomie durchgeführt wird, in Kombination mit der

Antikoagulantientherapie mit einem Coumarinderivat.

·Behandlung des akuten Koronarsyndroms mit instabiler Angina pectoris oder Myokardinfarkt ohne

ST-Hebung (UA/NSTEMI).

·Behandlung des akuten Myokardinfarkts mit ST-Hebung (STEMI) in Kombination mit einer

Lysetherapie oder wenn eine Lysetherapie oder eine primäre perkutane Koronarintervention nicht in

Frage kommt.

Dosierung/Anwendung

Prophylaxe bei grösseren orthopädischen Eingriffen und in der Bauchchirurgie

Einmal täglich 2,5 mg subkutan.

Nach einem Eingriff sollte die Initialdosis frühestens 6 Stunden nach Abschluss des Eingriffs sowie

nach Überprüfung der lokalen Hämostase appliziert werden. Insbesondere bei Patienten mit hohem

Blutungsrisiko ist dieses Vorgehen genau zu beachten.

Die Behandlung sollte solange fortgeführt werden, bis kein Thromboembolierisiko mehr besteht. Im

Allgemeinen erstreckt sich die Behandlung über die gesamte Immobilisierungsphase des Patienten,

mindestens aber 7± 2 Tage nach einem chirurgischen Eingriff. Bei Risikopatienten soll die Arixtra-

Behandlung um 24 Tage verlängert werden.

Prophylaxe bei immobilisierten Patienten mit hohem VTE Risiko

Einmal täglich 2,5 mg subkutan.

In klinischen Studien wurde eine Behandlungsdauer von 6-14 Tagen untersucht.

Behandlung bei tiefen Venenthrombosen und Lungenembolie

Die empfohlene Dosis von Arixtra beträgt 7,5 mg (bei Patienten mit einem Körpergewicht von ≥50

kg und ≤100 kg) einmal täglich als subkutane Injektion. Bei Patienten mit einem Körpergewicht <50

kg beträgt die empfohlene Dosis 5 mg und bei einem Körpergewicht >100 kg beträgt sie 10 mg.

Die Behandlung ist während mindestens 5 Tagen fortzusetzen, bis eine adäquate orale

Antikoagulation erreicht ist (International Normalized Ratio [INR] 2 bis 3). So rasch als möglich,

spätestens 72 Stunden nach der ersten Verabreichung von Arixtra, muss mit der oralen

Antikoagulantientherapie mit einem Vitamin-K Antagonisten (Acenocoumarol, Phenprocoumon)

begonnen werden. Die mittlere Anwendungsdauer von Arixtra in klinischen Studien zur Therapie

betrug 7 Tage. Für eine Behandlung länger als 10 Tage liegen nur begrenzte klinische Erfahrungen

vor.

Behandlung der instabilen Angina pectoris bzw. des Myokardinfarktes ohne ST-Hebung

(UA/NSTEMI)

Die empfohlene Dosis von Arixtra beträgt 2,5 mg s.c. einmal täglich. Die Behandlung sollte so bald

wie möglich nach der Diagnosestellung eingeleitet und nicht länger als 8 Tage durchgeführt werden.

Behandlung des ST-Hebungs-Myokardinfarktes (STEMI)

Die empfohlene Dosis von Arixtra beträgt 2,5 mg einmal täglich. Die erste Dosis von Arixtra wird

als intravenöse Bolusinjektion oder Injektion über 2 Minuten, alle folgenden Dosen subkutan

gegeben. Die Behandlung sollte so bald wie möglich nach der Diagnosestellung eingeleitet und nicht

länger als 8 Tage durchgeführt werden.

Koronare Intervention bei NSTEMI und STEMI

Zur Behandlung durch PCI siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und

«Eigenschaften/Wirkungen».

Der Zeitpunkt der erneuten subkutanen Verabreichung von Arixtra nach dem Entfernen der Schleuse

ist von der klinischen Beurteilung abhängig zu machen.

Arixtra sollte nicht früher als 3 Stunden nach PCI wieder angewendet werden.

Bei Patienten, die sich einer Bypass-Operation unterziehen, soll Arixtra nicht innert 24 Stunden vor

dem Eingriff verabreicht werden. Postoperativ kann Arixtra nach einem Intervall von 48 Stunden

erneut gegeben werden.

Besondere Patientengruppen

Pädiatrie: Die Sicherheit und Wirksamkeit von Arixtra bei pädiatrischen Patienten ist nicht erwiesen

(siehe «Pharmakokinetik»).

Ältere Patienten: Es ist keine Dosisanpassung erforderlich. Bei Patienten im Alter von ³ 75 Jahren,

soll Arixtra mit Vorsicht angewendet werden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»)

und der Zeitpunkt für die erste Injektion nach dem Eingriff muss streng eingehalten werden.

Niereninsuffizienz:

VTE-Prophylaxe: Eine Dosisreduktion ist bei Patienten mit einer Kreatininclearance ≥30 ml/min

nicht notwendig. Bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance zwischen 20 und 30 ml/min, bei denen

der Nutzen einer Thromboseprophylaxe nach Erachten des Arztes gegenüber dem Risiko überwiegt,

wird die 1,5 mg Dosierung einmal täglich oder die 2,5 mg Dosierung jeden 2. Tag (ca. 48 Stunden

zwischen den einzelnen Dosen) empfohlen. Bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance <20 ml/min

darf Arixtra nicht angewendet werden (siehe «Kontraindikationen»). Nach einem Eingriff sollte die

Initialdosis frühestens 6 Stunden nach Abschluss des Eingriffs sowie nach Überprüfung der lokalen

Hämostase appliziert werden. Insbesondere bei Patienten mit hohem Blutungsrisiko ist dieses

Vorgehen genau zu beachten.

VTE-Behandlung: Eine Dosisreduktion ist bei Patienten mit einer Kreatininclearance ≥30 ml/min

nicht notwendig. Arixtra sollte nicht bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance <30 ml/min

angewendet werden, da hier nur begrenzte Erfahrungen vorliegen (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen» und «Pharmakokinetik»).

UA/NSTEMI oder STEMI: Arixtra darf nicht bei einer Kreatinin-Clearance <20 ml/min angewendet

werden (siehe «Kontraindikationen»). Es sind nur beschränkte klinische Daten zum Einsatz von

Fondaparinux 2,5 mg einmal täglich bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance zwischen 20 und

30 ml/min verfügbar. Daher sollte der Arzt abwägen, ob der durch die Behandlung zu erwartende

Nutzen die Risiken übersteigt (siehe «Pharmakokinetik»).

Bei einer Kreatinin-Clearance ≥20 ml/min kann Arixtra ohne Dosisreduktion angewendet werden.

Leberinsuffizienz

Eine Dosisreduktion ist bei Patienten mit leichter bis mässiger Leberinsuffizienz nicht erforderlich.

Bei Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz ist Arixtra mit Vorsicht anzuwenden (siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Patienten mit einem Körpergewicht unter 50 kg: Arixtra muss mit Vorsicht angewendet werden.

Kontraindikationen

Arixtra ist kontraindiziert bei:

·starker Blutung

·bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Fondaparinux oder einem der Hilfsstoffe

·akuter bakterieller Endokarditis

·schwerer Niereninsuffizienz mit Kreatinin-Clearance <20 ml/min.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Arixtra ist nicht für die intramuskuläre Injektion vorgesehen!

PCI und Risiko einer Thrombusbildung im Führungskatheter:

Bei STEMI-Patienten, die einer primären PCI unterzogen werden, wird die Anwendung von Arixtra

vor und während der PCI nicht empfohlen.

Bei UA/NSTEMI- und STEMI-Patienten unter Fondaparinux, die sich einer PCI unterziehen müssen,

sollte während der PCI unfraktioniertes Heparin (UFH) gemäss Standard in der Praxis verabreicht

werden, dies unter Berücksichtigung des potenziellen Blutungsrisikos des Patienten, die Zeit seit der

letzten Dosis von Fondaparinux eingeschlossen. In einer klinischen Studie zum Vergleich von zwei

Dosierungsschemata von UFH während einer nichtprimären PCI wurden UA/NSTEMI-Patienten

unter Fondarinuxtherapie randomisiert, um UFH entweder in «Standarddosierung» (mediane Dosis

von 85 U/kg) oder in «Niedrigdosierung» (mediane Dosis von 50 U/kg) zu erhalten. Die Häufigkeit

von relevanten Blutungen zeitnah zur PCI betrug 1,2% mit UFH in «Standarddosierung» und 1,4%

mit UFH in «Niedrigdosierung» (siehe «Eigenschaften/Wirkungen, Behandlung UA/NSTEMI»).

Arixtra sollte nicht früher als 3 Stunden nach PCI wieder angewendet werden.

Im Rahmen der klinischen Studien fand sich ein zwar geringes aber dennoch erhöhtes Risiko einer

Thrombusbildung im Führungskatheter bei Patienten, die während einer PCI mit Fondaparinux

behandelt wurden. Die Inzidenz unter Fondaparinux im Vergleich zu den Kontrollen war bei

NSTEMI (Studie OASIS-5) 1,0% vs. 0,3% und bei STEMI (Studie OASIS-6) 1,2% vs. 0%. Bei den

UA/NSTEMI-Patienten unter Fondaparinuxtherapie, die randomisiert UFH in «Standarddosierung»

bzw. in «Niedrigdosierung» während einer nichtprimären PCI erhielten, wurden Katheterthromben in

0,1% bzw. 0,5% der Fälle beobachtet (siehe «Eigenschaften/Wirkungen, Behandlung

UA/NSTEMI»).

Hämorrhagien:

Bei Patienten mit erhöhtem Blutungsrisiko, insbesondere erworbenen oder angeborenen

Gerinnungsstörungen, floriden Magen-Darm-Ulzera, wenig zurück liegender intrakranieller Blutung

oder operativen Eingriffen an Gehirn, Rückenmark oder Auge ist Arixtra wie andere

Antithrombotika mit Vorsicht anzuwenden. In diesen Fällen mit erhöhtem Blutungsrisiko ist

unfraktioniertes Heparin anzuwenden, da dieses eine kurze Eliminationshalbwertszeit hat und die

Möglichkeit der raschen Neutralisierung durch Protaminsulfat besteht.

In der Behandlung von UA/NSTEMI und STEMI ist Arixtra bei Patienten, die gleichzeitig mit

anderen, das Blutungsrisiko erhöhenden Substanzen behandelt werden (wie z.B. GPIIb/IIIa-Hemmer

oder Thrombolytika) mit Vorsicht anzuwenden.

Spinale/peridurale Anästhesie:

Bei einer spinalen oder periduralen Anästhesie oder Lumbalpunktion unter Arixtra können

Hämatome im Wirbelkanal oder peridurale Hämatome mit lange bestehender oder bleibender

Lähmung nicht ausgeschlossen werden. Das Risiko dieser seltenen Ereignisse kann durch längere

postoperative Anwendung von Periduralkathetern oder gleichzeitige Gabe anderer Arzneimittel mit

Wirkung auf die Hämostase erhöht werden.

Ältere Patienten:

Ältere Patienten haben ein höheres Blutungsrisiko. Das Alter hat im Allgemeinen eine

Verschlechterung der Nierenfunktion zur Folge, daher kann bei älteren Patienten eine Verminderung

der Elimination und Erhöhung der Plasmakonzentration von Fondaparinux auftreten (siehe

«Pharmakokinetik»). Bei älteren Patienten ist mit Arixtra Vorsicht geboten (siehe

«Dosierung/Anwendung»).

Niedriges Körpergewicht:

Patienten mit einem Gewicht unter 50 kg haben ein erhöhtes Blutungsrisiko. Die Elimination von

Fondaparinux nimmt bei geringem Körpergewicht ab. Bei diesen Patienten ist Arixtra generell mit

Vorsicht anzuwenden (siehe «Dosierung/Anwendung»).

Für die Behandlung der tiefen Venenthrombose von Patienten mit einem Gewicht unter 50 kg ist die

Dosierung von 5 mg empfohlen (siehe «Dosierung/Anwendung»).

Niereninsuffizienz:

Patienten mit Niereninsuffizienz, insbesondere diejenigen mit einer Kreatinin-Clearance von <30

ml/min haben ein erhöhtes Risiko für schwere Blutungen und VTE. Die Plasma-Clearance von

Fondaparinux nimmt mit zunehmendem Schweregrad von Niereninsuffizienz ab und erhöhte

Fondaparinuxspiegel sind mit einem erhöhten Blutungsrisiko assoziiert.

Schwere Leberinsuffizienz:

Die Anwendung von Arixtra soll mit Vorsicht erfolgen, da bei diesen Patienten wegen des Mangels

an Gerinnungsfaktoren das Blutungsrisiko erhöht ist (siehe «Dosierung/Anwendung»).

Heparin-induzierte Thrombozytopenie (HIT):

Es liegen keine klinischen Studien bei Patienten mit Heparin-induzierter Thrombozytopenie vor. In

derartigen Fällen soll Fondaparinux nicht verwendet werden. Selten wurden spontane Fälle von HIT

bei Patienten unter Fondaparinux rapportiert. Bis heute wurde keine kausale Assoziation zwischen

einem Einsatz von Fondaparinux und dem Auftreten von HIT bestätigt.

Latexallergie:

Die Schutzkappe der Fertigspritzen enthält Latexgummi natürlichen Ursprungs, welcher bei

Personen mit Latex-Überempfindlichkeit allergische Reaktionen auslösen könnte.

Interaktionen

Die gleichzeitige Anwendung von oralen Antikoagulantien (Warfarin),

Thrombozytenaggregationshemmern (Acetylsalicylsäure), NSAR (Piroxicam) und Digoxin hatte

keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Arixtra. Im Übrigen beeinflusste Arixtra weder die

Wirkung von Warfarin auf die INR, noch die Blutungszeit unter Acetylsalicylsäure oder Piroxicam,

noch die Pharmakokinetik von Digoxin im Steady State.

Arzneimittel, welche das Blutungsrisiko erhöhen, müssen vor Beginn der Behandlung mit Arixtra

abgesetzt werden. Ist eine Kombination unvermeidbar, so ist eine engmaschige Überwachung

erforderlich.

Es sind in vivo keine durch Hemmung der Cytochrom P450 bedingten Wechselwirkungen von

Fondaparinux mit anderen Arzneimitteln zu erwarten.

Da sich Fondaparinux selektiv an AT III bindet, wird keine Wechselwirkung mit anderen

Arzneimitteln durch Verdrängung aus seiner Proteinbindung erwartet.

Schwangerschaft, Stillzeit

Schwangerschaft:

Tierexperimentelle Untersuchungen ergaben keine Hinweise für direkte oder indirekte schädliche

Wirkungen auf Schwangerschaft, embryonale oder fötale Entwicklung, Geburt oder postpartale

Entwicklung. Es liegen keine Erfahrungen aus klinischen Studien bei Schwangeren vor. Bei der

Anwendung von Arixtra in der Schwangerschaft ist daher Vorsicht geboten, insbesondere

hinsichtlich eventueller Folgen einer Gerinnungshemmung.

Stillzeit:

Es liegen keine Informationen vor, ob Fondaparinux in die Muttermilch übergeht. Arixtra soll daher

stillenden Müttern mit Vorsicht verordnet werden. Eine orale Aufnahme durch den Säugling ist

jedoch unwahrscheinlich.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es liegen keine Studien zur Verkehrstüchtigkeit oder zur Fähigkeit der Bedienung von Maschinen

vor.

Unerwünschte Wirkungen

Die Verträglichkeit von Arixtra 2,5 mg wurde in klinischen Studien bei ca. 5'000 Patienten mit

grösseren orthopädischen Eingriffen an den unteren Extremitäten, abdominalen Eingriffen und bei

medizinischen Patienten mit hohem Thromboserisiko, sowie bei über 20'000 Patienten mit

UA/NSTEMI und über 12'000 Patienten mit STEMI untersucht. Die Behandlung mit Arixtra 7,5 mg

wurde bei ca. 2'500 Patienten mit venöser Thromboembolie untersucht.

Die beobachteten unerwünschten Wirkungen, für welche die Prüfärzte einen möglichen

Kausalzusammenhang mit Arixtra angaben, sowie weitere häufige unerwünschte Wirkungen mit

ungewissem Kausalzusammenhang wurden anhand ihrer Häufigkeiten wie folgt klassifiziert: Sehr

häufig (≥1/10), häufig (≥1/100, <1/10), gelegentlich (≥1/1'000, <1/100), selten (≥1/10’000, <1/1000),

sehr selten (<1/10'000).

Immunsystem

Selten: allergische Reaktionen (einschliesslich sehr seltene Berichte von Angioödemen,

anaphylaktoider/anaphylaktischer Reaktionen).

Blut und Blutgerinnung

Häufig: Anämie, Thrombozytopenie, Purpura, Blutung (an der Operationsstelle, okulär,

gastrointestinal, uterovaginal, pulmonal, Hämaturie, Hämatom), Hämoptyse, Hämarthrose, Epistaxis.

Gelegentlich: Thrombozytose.

Selten: intrakranielle/intrazerebrale oder retroperitoneale Blutungen.

Stoffwechsel

Häufig: Hypokaliämie.

Selten: Hyperurikämie.

Psychiatrie

Häufig: Schlaflosigkeit.

Selten: Ängstlichkeit, Somnolenz, Verwirrung.

Zentrales und peripheres Nervensystem

Gelegentlich: Schwindel, Benommenheit, Kopfschmerzen.

Selten: Synkope.

Herz und Blutkreislauf

Gelegentlich: Hypotonie.

Gastrointestinaltrakt

Gelegentlich: Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerz, Dyspepsie, Obstipation, Gastritis, Diarrhö.

Leber und Gallenwege

Häufig: erhöhte Leberenzyme.

Selten: Bilirubinämie.

Atmungsorgane

Gelegentlich: Dyspnoe.

Selten: Husten.

Haut

Häufig: makulopapuläres Exanthem, bullöse lokalisierte Effloreszenz.

Gelegentlich: Exanthem, Pruritus, Reaktion an der Injektionsstelle.

Selten: Flush.

Muskelskelettsystem

Häufig: Beinschmerzen

Harnwege

Häufig: Harnwegsinfekt.

Allgemein

Gelegentlich: Fieber, peripheres Ödem, Nässen der Operationswunde, Brustschmerzen.

Selten: Müdigkeit, postoperative Wundinfektionen.

Überdosierung

Arixtra in höherer Dosis als empfohlen kann ein erhöhtes Blutungsrisiko bewirken.

Bei Überdosierung mit Blutungskomplikation soll die Behandlung abgebrochen und die

Blutungsquelle gesucht werden.

Die Einleitung einer geeigneten Behandlung ist zu erwägen, z.B. chirurgische Blutstillung,

Transfusion von Vollblut oder frischem Plasma oder Plasmapherese.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: B01AX05

Pharmakodynamik:

Fondaparinux ist ein vollsynthetisches Pentasaccharid aus der Klasse der Glykosaminoglykane. Es

enthält keinerlei Bestandteile tierischer Herkunft. Fondaparinux bindet sich spezifisch an

Antithrombin III und aktiviert es. Im Gegensatz zu Heparin, das ebenfalls über Antithrombin III

wirkt, beruht die antithrombotische Wirkung von Fondaparinux auf der alleinigen selektiven

Hemmung des Faktors Xa. Die physiologische, AT-III-vermittelte Hemmung des Faktors Xa wird

bei Anwesenheit von Fondaparinux katalysiert und um den Faktor 300 beschleunigt, während das

Thrombin (Faktor IIa) nicht gehemmt wird. Fondaparinux hat keine Wirkung auf die Thrombozyten.

Bei der empfohlenen Dosierung wird weder die fibrinolytische Aktivität noch die Blutungszeit

beeinflusst. Bei der in Interaktionsstudien verwendeten Dosis von 10 mg hatte Arixtra keinen

Einfluss auf die antikoagulierende Wirkung von Warfarin.

Im Serum von Patienten, welche eine Heparin-induzierte Thrombopenie aufwiesen, wurde keine

Kreuzreaktion mit Fondaparinux gefunden.

Klinische Wirksamkeit:

Prophylaxe venöser thromboembolischer Ereignisse nach grösseren orthopädisch-chirurgischen

Eingriffen:

Mehr als 8’000 Patienten (Alter 17-101 Jahre, 30-226 kg Körpergewicht) mit einem grösseren

orthopädisch-chirurgischen Eingriff an den unteren Extremitäten sind in kontrollierten klinischen

Studien der Phasen II und III untersucht worden.

Hauptkriterium der Wirksamkeit war bei allen Studien der Anteil Patienten mit einem venösen

thromboembolischen Ereignis (VTE) [phlebographisch bestätigte tiefe Venenthrombose,

symptomatische tiefe Venenthrombose, nicht tödliche und/oder tödliche Lungenembolie].

Zwei Dosis-Wirkungs-Studien mit Fondaparinux (0,75-8 mg 1× tgl.) bei Hüftersatz und grösseren

Operationen am Knie haben einen signifikanten Dosiseffekt bei der Vorbeugung venöser

thromboembolischer Ereignisse gezeigt. Diese Studien ermöglichten es, die tägliche Dosis von

Fondaparinux für das klinische Entwicklungsprogramm der Phase III auf 2,5 mg festzulegen.

Von 7’344 randomisierten Patienten wurden 5’385 ausgewertet. 2’682 von diesen (Population der

primären Wirksamkeitsanalyse) erhielten Arixtra in vier doppelblinden Phase-III-Vergleichsstudien

bei orthopädischen Eingriffen an den unteren Extremitäten: PENTHIFRA (Hüftfraktur, n= 626),

PENTAMAKS (Knieprothese, n= 361), PENTATHLON 2000 (Hüftprothese, n= 787) und

EPHESUS (Hüftprothese, n= 908).

Die Häufigkeit venöser thromboembolischer Ereignisse (VTE) wurde mit Arixtra gegenüber dem

Vergleichsprodukt um insgesamt mehr als 50% gesenkt:

In der Studie PENTHIFRA betrug die VTE-Rate mit Arixtra 8,3% gegenüber 19,1% mit Enoxaparin

(p <0,0001). In der Studie PENTAMAKS war die VTE-Rate mit Arixtra 12,5% gegenüber 27,8%

mit Enoxaparin (p <0,0001). In der Studie PENTATHLON betrug die VTE-Rate mit Arixtra 6,1%

gegenüber 8,3% mit Enoxaparin (p <0,099). In der Studie EPHESUS war die VTE-Rate mit Arixtra

4,1% gegenüber 9,2% mit Enoxaparin (p <0,0001).

In den klinischen Studien entwickelten 4,4% der Patienten Antikörper gegen Fondaparinux (ELISA

positiv). 16,5% von diesen reagierten auf den Serotonin-Freisetzungstest positiv. Es wurde kein

Zusammenhang mit Thrombozytopenie oder Lungenembolie festgestellt.

Prophylaxe venöser thromboembolischer Ereignisse während 24 Tagen nach initialer Prophylaxe

während 1 Woche bei Patienten nach Operation wegen Hüftfraktur:

In einer randomisierten, doppelblinden klinischen Studie (Penthifra plus) wurden 737 Patienten nach

Operation wegen Hüftfraktur mit Arixtra 2,5 mg einmal täglich während 7±1 Tagen behandelt. Am

Ende dieses Behandlungszeitraumes wurden 656 Patienten randomisiert und erhielten für weitere 21

± 2 Tage entweder einmal täglich Arixtra 2,5 mg oder Plazebo.

Die Patienten in der Studie waren zwischen 23 und 96 Jahren alt. Das mittlere Alter betrug 79 Jahre,

wobei 16,5% der behandelten Patienten unter 65 Jahre, 19,5% zwischen 65 und 75 Jahren und 63,8%

≥75 Jahre alt waren.

Mit Fondaparinux konnte die Rate venöser thromboembolischer Ereignisse (VTE) gegenüber

Plazebo hochsignifikant um 96% (95%-CI: 87%-100%) gesenkt werden [3 Patienten (1,4%)

gegenüber 77 Patienten (35%)]. Parallel dazu senkte Fondaparinux die Rate symptomatischer VTE

(tiefe Venenthrombosen, tödliche und nicht tödliche Lungenembolien) gegenüber Plazebo signifikant

um 89% (95%-CI: 68%-100%) [0,3% gegenüber 2,7%].

Grössere Blutungen, alle im Operationsbereich, wurden bei 8 (2,4%) der mit Arixtra 2,5 mg

behandelten Patienten im Vergleich zu 2 (0,6%) unter Plazebo beobachtet (p= 0,063):

·ein vorzeitiger Abbruch der Behandlung erfolgte bei zwei Patienten der Arixtra- und einem

Patienten der Plazebo-Gruppe.

·in beiden Gruppen führten jeweils 2 dieser grösseren Blutungen (0,6%) zu einer chirurgischen

Reintervention.

Fünf Patienten (1,5%) in der Behandlungsgruppe mit Arixtra 2,5 mg starben, im Vergleich zu 7

Patienten (2,1%) der Plazebo-Gruppe. Die beiden zusätzlichen Todesfälle in der Plazebo-Gruppe

waren Folge einer Lungenembolie.

Prophylaxe venöser thromboembolischer Ereignisse (VTEs) bei medizinischen Patienten mit einem

Risiko für Thromboembolie-Komplikationen aufgrund der eingeschränkten Mobilität während einer

akuten Erkrankung:

Im Rahmen einer randomisierten, doppelblinden klinischen Studie wurden 839 Patienten für eine

Dauer zwischen 6 und 14 Tagen mit Arixtra 2,5 mg einmal täglich oder Plazebo behandelt. An dieser

Studie haben Patienten im Alter ab 60 Jahren teilgenommen, die wegen Stauungsinsuffizienz der

NYHA-Klassen III/IV und/oder akuter Atemwegskrankheit und/oder akuten Infektions- oder

entzündlichen Krankheiten immobilisiert waren. Die Behandlung mit Arixtra führte zu einer

signifikanten Verringerung der Gesamtrate der VTEs im Vergleich zu Placebo [18 Patienten (5,6%)

gegenüber 34 Patienten (10,5%)]. Auch die Häufigkeit von PE (Pulmonalembolien) mit tödlichem

Ausgang war durch die Arixtra-Behandlung signifikant verringert [0 Patienten (0,0%) gegenüber 5

Patienten (1,2%)]. Grössere Blutungen waren bei jeweils 1 Patienten (0,2%) der beiden Gruppen zu

beobachten.

Prophylaxe venöser thromboembolischer Ereignisse (VTE) bei Patienten mit Bauchoperationen und

einem hohen Risiko für Thromboembolie-Komplikationen:

Im Rahmen einer Studie erhielten 2’927 Patienten entweder Arixtra 2,5 mg einmal täglich oder

Dalteparin 5000 IE einmal täglich (präoperative Injektion von 2500 IE) für eine Dauer von 7±2

Tagen nach einer Bauchoperation.

Die Häufigkeit von VTE unter Fondaparinux im Vergleich zu Dalteparin betrug 4,6%

(Fondaparinux-Gruppe) vs. 6,1% (Dalteparin-Gruppe), (Reduktion der ODDs-Ratio -25,8% [95%

CI: -49,7%, 9,5%; p= 0,14]). Symptomatische VTEs traten mit einer vergleichbaren Häufigkeit auf:

bei 6 Patienten (0,4%) aus der Fondaparinux-Gruppe gegenüber 5 Patienten (0,3%) aus der

Dalteparin-Gruppe.

Bei Patienten mit einer Krebsoperation, der mit 69% des Gesamtkollektivs grössten Untergruppe

dieser klinischen Studie, lag die VTE-Häufigkeit bei 4,7% bei der Fondaparinux-Gruppe gegenüber

7,7% bei der Dalteparin-Gruppe.

Grössere Blutungen wurden bei 3,4% der Patienten aus der Fondaparinux-Gruppe und bei 2,4% aus

der Dalteparin-Gruppe beobachtet.

Behandlung tiefer Venenthrombosen

In einer randomisierten doppelblinden klinischen Studie erhielten Patienten mit nachgewiesener

akuter symptomatischer tiefer Venenthrombose Arixtra 5 mg (Körpergewicht (KG) < 50 kg), 7,5 mg

(KG ³ 50 kg, £ 100 kg) oder 10 mg (KG > 100 kg) einmal täglich subkutan. Als Vergleich diente

Enoxaparin-Natrium 1 mg/kg subkutan zweimal täglich. Insgesamt wurden 2’192 Patienten

behandelt, und zwar in beiden Gruppen während mindestens 5 Tagen (durchschnittlich 7 Tage).

Beide Gruppen erhielten eine Behandlung mit einem Vitamin-K-Antagonisten, die im Allgemeinen

innerhalb von 72 Stunden nach der ersten Gabe von Arixtra oder Enoxaparin begann und während 90

± 7 Tagen fortgeführt wurde. Die Dosis des Vitamin-K-Antagonisten wurde regelmässig angepasst,

um die INR zwischen 2 und 3 zu halten. Das primäre Wirksamkeitskriterium setzte sich zusammen

aus nachgewiesenen symptomatischen nicht letalen rezidivierenden thromboembolischen Ereignissen

und letalen thromboembolischen Ereignissen, die bis zum Tag 97 mitgeteilt wurden.

Unter der Behandlung mit Arixtra betrug die Inzidenz der venösen Thromboembolie 3,9% gegenüber

4,1% mit Enoxaparin-Natrium.

Grössere Blutungen während der initialen Behandlungsphase beobachtete man bei 1,1% der mit

Fondaparinux und 1,2% der mit Enoxaparin behandelten Patienten.

Behandlung der Lungenembolie

In einer offenen randomisierten klinischen Studie bei Patienten mit nachgewiesener akuter

symptomatischer Lungenembolie verabreichte man Arixtra 5 mg (KG < 50 kg), 7,5 mg (KG ³ 50 kg,

£ 100 kg) oder 10 mg (KG> 100 kg) subkutan einmal täglich im Vergleich zu einem als Bolus

applizierten nicht fraktionierten Heparin (5000 I.E.), gefolgt von einer kontinuierlichen intravenösen

Infusion bis zum Erhalt einer aPTT (aktivierte partielle Thromboplastinzeit) zwischen 1,5 und 2,5.

Insgesamt wurden 2’184 Patienten behandelt und zwar in beiden Gruppen während mindestens 5

Tagen (durchschnittlich 7 Tage). Beide Gruppen erhielten eine Behandlung mit Vitamin-K-

Antagonisten, die im Allgemeinen innerhalb von 72 Stunden nach der ersten Gabe von Arixtra oder

nicht fraktioniertem Heparin begann und während 90 ± 7 Tage weitergeführt wurde, mit

regelmässiger Dosisanpassung, um die INR zwischen 2 und 3 zu halten. Das primäre

Wirksamkeitskriterium setzte sich zusammen aus nachgewiesenen rezidivierenden symptomatischen

nicht letalen thromboembolischen Ereignissen und letalen thromboembolischen Ereignissen, die bis

zum Tag 97 mitgeteilt wurden. Die Inzidenz venöser thromboembolischer Ereignisse betrug mit

Arixtra 3,8% im Vergleich zu 5,0% mit nicht fraktioniertem Heparin.

Während der initialen Behandlungsphase kam es bei 1,3% der mit Fondaparinux und 1,1% der mit

nicht fraktioniertem Heparin behandelten Patienten zu grösseren Blutungen.

Behandlung der instabilen Angina pectoris oder des Myokardinfarktes ohne ST-Hebung

(UA/NSTEMI)

In einer doppelblinden, randomisierten Studie bei 20'000 Patienten mit NSTEMI (OASIS-5) wurde

Fondaparinux 2,5 mg subkutan einmal täglich im Vergleich zu Enoxaparin 1 mg/kg subkutan

zweimal täglich während durchschnittlich 6 Tagen verabreicht.

Im kombinierten Endpunkt Tod, Myokardinfarkt und refraktäre Ischämie innerhalb 9 Tagen war

Fondaparinux therapeutisch äquivalent zu Enoxaparin mit 5,8% vs. 5,7% (Hazard Ratio 1,01; 95%

CI, 0,90, 1,13, p-Wert = 0,003). Gesamtmortalität bei Fondaparinux 2,9%, Enoxaparin, 3,5%, Hazard

Ratio 0,83, 95% CI, 0,71, 0,97, p= 0,02).

Bei Fondaparinux war die Inzidenz von schweren Blutungen statistisch signifikant geringer als bei

Enoxaparin mit 2,1% vs. 4,1% (Hazard Ratio 0,52, 95% CI, 0,44, 0,61, p <0,001).

Bei Patienten, die ein Bypass-Transplantat für die Koronararterien (CABG) erhielten, fiel die

Inzidenz von schweren Blutungen bis Tag 9 unter der Behandlung mit Fondaparinux (9,7%) und

Enoxaparin (9,8%) ähnlich aus.

Behandlung des UA/NSTEMI bei Patienten, die sich einer nachfolgenden PCI mit zusätzlicher UFH-

Gabe unterziehen:

In einer Studie mit 3235 UA/NSTEMI-Hochrisikopatienten, die für eine Angiografie vorgesehen

waren und unverblindet Fondaparinux erhielten (OASIS 8/FUTURA), wurden die 2026 Patienten,

die für eine PCI vorgesehen waren, randomisiert einem von zwei doppelblinden Dosierungsschemata

für die zusätzliche Gabe von UFH zugeordnet. Alle eingeschlossenen Patienten erhielten

Fondaparinux 2,5 mg subkutan 1× täglich während einer Periode von bis zu 8 Tagen oder bis zur

Entlassung aus dem Spital. Die randomisierten Patienten erhielten UFH entweder in

«Niedrigdosierung» (50 U/kg ungeachtet einer vorgesehenen Verwendung von GPIIb/IIIa; nicht

ACT-gesteuert) oder in «Standarddosierung» (keine Verwendung von GPIIb/IIIa: 85 U/kg, ACT-

gesteuert; vorgesehene Verwendung von GPIIb/IIIa: 60 U/kg, ACT-gesteuert) unmittelbar vor dem

Beginn der PCI.

Die Patientenmerkmale und die Dauer der Fondaparinuxtherapie zu Studienbeginn waren bei beiden

UFH-Gruppen vergleichbar.

Der primäre zusammengesetzte Endpunkt bestand aus der Behandlung zugesprochenen grösseren

oder kleineren Blutungen in Zeitnähe zur PCI (definiert als die Zeit ab Randomisierung bis zu 48

Stunden nach dem Eingriff) oder grösseren Komplikationen am Ort des vaskulären Zugangs.

Endpunkte

Häufigkeit

Odds

Ratio1

(95%CI)

p-Wert

Niedrig-

dosierung

N= 1024

Standard-

dosierung

N= 1002

Primär

Grössere oder kleinere Blutungen in Zeitnähe zur PCI

oder grössere Komplikationen am Ort des vaskulären

Zugangs

4,7%

5,8%

0,80 (0,54,

1,19)

0,267

Sekundär

Grössere Blutungen in Zeitnähe zur PCI

1,4%

1,2%

1,14 (0,53,

2,49)

0,734

Kleinere Blutungen in Zeitnähe zur PCI

0,7%

1,7%

0,40 (0,16,

0,97)

0,042

Grössere Komplikationen am Ort des vaskulären

Zugangs

3,2%

4,3%

0,74 (0,47,

1,18)

0,207

Grössere Blutung in Zeitnähe zur PCI, Tod, MI oder

TVR zu Tag 30

5,8%

3,9%

1,51 (1,0,

2,28)

0,051

Tod, MI oder TVR zu Tag 30

4,5%

2,9%

1,58 (0,98, 0,059

2,53)

¹ Odds Ratio: Niedrigdosierung/Standarddosierung

Abkürzungen: MI: Myokardinfarkt, TVR: target vessel revascularization (Revaskularisierung des

Zielgefässes)

Katheterthrombosen während der PCI kamen bei 0,1% (1/1002) bzw. 0,5% (5/1024) der

randomisierten Patienten mit «Standarddosierung» bzw. «Niedrigdosierung» von UFH vor.

Vier (0,3%) nichtrandomisierte Patienten hatten einen Thrombus im Diagnosekatheter während der

koronaren Angiografie. Zwölf (0,37%) eingeschlossene Patienten hatten einen Thrombus in den

Schleusen, wovon 7 unter der Angiografie und 5 während der PCI berichtet wurden.

Behandlung des ST-Hebungs-Myokardinfarktes (STEMI)

In einer Studie bei ca. 12'000 Patienten mit STEMI wurde Fondaparinux 2,5 mg s.c. einmal täglich

im Vergleich zu Plazebo (Stratum 1) oder UFH (Stratum 2) untersucht. Die Behandlung erfolgte

jeweils als Zusatz zur Standardbehandlung. Nahezu alle Patienten erhielten vor und während der

Studie Acetylsalicylsäure und bei der Krankenhausaufnahme GPIIb/IIIa Rezeptorantagonisten zu

15% und Plättchenaggregationshemmer zu 50%. In Stratum 1 erhielten 78% der Patienten vor der

Studientherapie eine nicht fibrinspezifische Lysetherapie mit Streptokinase oder Urokinase und 22%

keine Reperfusionstherapie. Im Stratum 2 erhielten 15% eine fibrinspezifische Lysetherapie

(Alteplase, Reteplase oder Tenekteplase), 3% eine nichtfibrinspezifische Lysetherapie, 59% eine PCI

und 25% keine vorherige Reperfusionstherapie. Die mediane Behandlungsdauer mit Fondaparinux

2,5 mg betrug 8 Tage.

Im kombinierten Endpunkt Tod oder Re-Infarkt innerhalb von 30 Tagen war die Inzidenz der

Ereignisse in der Gesamtpopulation bei Fondaparinux 9,7%, bei der Kontrolle 11,1% HR 0,89 (95%

CI 0,77, 0,96; p= 0,008). Bei Patienten mit vorhergehender Thrombolyse waren die Ereignisse mit

10,9% vs. 13,6% und bei Patienten ohne Reperfusion mit 12,1% vs. 15,0% bei Fondaparinux

signifikant geringer, HR 0,79. Bei Vorbehandlung mit primärer PCI war die Inzidenz der Ereignisse

mit 6,0% vs. 4,8% bei Fondaparinux häufiger, HR 1,26. Die Wirksamkeit von Fondaparinux bei

primärer PCI ist nicht gezeigt (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Insgesamt erlitten 1,1% der mit Fondaparinux behandelten Patienten und 1,4% der Kontrollpatienten

nach den modifizierten TIMI-Kriterien bis Tag 9 eine schwere Blutung.

Pharmakokinetik

Resorption

Fondaparinux wird nach subkutaner Injektion vollständig und rasch resorbiert. Seine absolute

Bioverfügbarkeit beträgt 100% und der maximale Plasmaspiegel wird nach etwa 2 Stunden erreicht.

Die Pharmakokinetik von Fondaparinux ist zwischen 0,75 und 8 mg proportional zur Dosis.

Bei einer Dosis ≥4 mg wird der Steady State mit einem Kumulationsfaktor 1,3 nach 3-4 Tagen

erreicht.

Im Steady State bei Patienten, die eine Dosis von 2,5 mg erhalten, liegt die durchschnittliche

Plasmakonzentration 2 Stunden nach der Injektion zwischen 0,32 und 0,47 mg/l.

Bei den Patienten, die, an ihr Körpergewicht angepasst, Arixtra 5 mg (KG < 50 kg), 7,5 mg (KG ³ 50

kg, £ 100 kg) oder 10 mg (KG > 100 kg) einmal täglich subkutan erhielten, sind die Plasmaspiegel

ähnlich und unabhängig von der Gewichtskategorie. Die Plasmaspiegel von Fondaparinux liegen im

Steady-State zwischen 0,46 mg/l (40%) und 0,62 mg/l (54%) und 1-3 Stunden nach Applikation

zwischen 1,20 mg/l (31%) und 1,26 mg/l (38%).

Distribution

Das Verteilungsvolumen von Fondaparinux entspricht ungefähr dem Blutvolumen (7 bis 11 Liter).

Bei Konzentrationen unter 2 mg/l ist Fondaparinux zu über 97% spezifisch an Antithrombin III

gebunden. Bei höheren Plasmaspiegeln, die bei der therapeutischen Dosis von 2,5 mg nicht erreicht

wurden, zeigt sich eine Sättigung der Bindung an Antithrombin III, mit unspezifischer Bindung an

andere Plasmaproteine (1-Glykoprotein und Albumin). Fondaparinux bindet sich nicht an den

Plättchenfaktor 4.

Metabolismus

Es konnte keine Metabolisierung von Fondaparinux nachgewiesen werden.

Elimination

Die Eliminationshalbwertszeit (t½) beträgt ungefähr 13-21 Stunden. Fondaparinux wird fast

ausschliesslich unverändert über die Nieren ausgeschieden. Bei Patienten mit normaler

Nierenfunktion beträgt die mittlere Plasma-Clearance von Fondaparinux 7,82 ml/min und die

mittlere renale Clearance 5.51 ml/min.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Ältere Patienten: Wegen der veränderten Nierenfunktion im Alter kann die Ausscheidung von

Fondaparinux verringert sein. Bei Patienten über 75 Jahre, bei denen ein grösserer orthopädischer

Eingriff erfolgte, war die geschätzte Plasmaclearance um den Faktor 1,2-1,4 niedriger als bei solchen

unter 65 Jahren.

Niereninsuffizienz: Im Vergleich zu Patienten mit normaler Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance

>80 ml/min) ist die Plasmaclearance bei leichter Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance 50-80

ml/min) 1,2-1,4-mal und bei mässiger Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance 30-50 ml/min)

durchschnittlich 2-mal geringer. Bei hochgradiger Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance <30

ml/min) ist die Plasmaclearance etwa 5-mal geringer als bei normaler Nierenfunktion. Die terminale

Eliminiationshalbwertszeit beträgt bei Patienten mit mässiger bzw. hochgradiger Niereninsuffizienz

29 bzw. 72 Stunden.

In der Populations-Kinetik zeigte sich, dass die zu erwartende Exposition gegenüber Fondaparinux

bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance zwischen 20-30 ml/min, die täglich 1,5 mg einmal

täglich oder 2,5 mg jeden zweiten Tag erhielten, denjenigen von Patienten mit leichter bis mässiger

Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance 30-80 ml/min) und einer Dosierung von 2,5 mg einmal

täglich, ähnlich ist.

Leberinsuffizienz: Bei Patienten mit mässiger Leberinsuffizienz (Child-Pugh Kategorie B) waren

Cmax und AUC im Vergleich zu Personen mit normaler Leberfunktion um 22% resp. 39%

vermindert.

Die Pharmakokinetik von Fondaparinux wurde bei Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz nicht

untersucht.

Körpergewicht: Die Plasmaclearance von Fondaparinux nimmt mit dem Körpergewicht zu (9% je 10

kg KG). Bei den Patienten, die wegen tiefer Venenthrombose oder Lungenembolie mit einer an ihr

Körpergewicht angepassten Dosierung behandelt werden, sind die Plasmaspiegel ähnlich und

unabhängig von der Gewichtskategorie.

Geschlecht: Bei Berücksichtigung des Körpergewichts ergab sich kein Unterschied zwischen Frauen

und Männern.

Kinder und Jugendliche: Anhand beschränkter Daten von Blutproben 24 pädiatrischer Patienten im

Alter von 1 bis 18 Jahren wurden pharmakokinetische Parameter von Fondaparinux in einer

Populationspharmakokinetik-Analyse charakterisiert. Die einmal tägliche Verabreichung von 0.1

mg/kg führte zu einer Fondaparinux-Exposition, die der ähnlich war, die bei Erwachsenen nach Gabe

von Fondaparinux in empfohlener Dosierung zur Behandlung einer tiefen Venenthrombose oder

Lungenembolie beobachtet worden war. (siehe «Klinische Wirksamkeit»).

Präklinische Daten

Die präklinischen Daten aus klassischen Studien zur allgemeinen Pharmakologie, Toxizität nach

wiederholter Gabe und Genotoxizität ergaben kein besonderes Risiko beim Menschen. Da in den

durchgeführten reproduktionstoxikologischen Studien die Muttertiere nicht ausreichend exponiert

wurden, sind die Studienergebnisse nicht aussagekräftig.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Arixtra darf nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden, da keine Kompatibilitätsstudien

vorliegen.

Beeinflussung diagnostischer Methoden

Routinemässige Gerinnungstests wie der Thrombotest nach Owren (aPTT), die partielle

Thromboplastinzeit (PTT), Prothrombinzeit (PT) oder International Normalised Ratio (INR) werden

von Fondaparinux in der Regel bei einer Dosis von 2,5 mg nicht beeinflusst. Es wurden seltene Fälle

einer erhöhten aPTT unter der 2,5 mg Dosierung berichtet. Bei höheren Dosierungen kann es zu

mässigen Änderungen der aPTT (aktivierte partielle Thromboplastinzeit) kommen.

Der Plasmaspiegel von Fondaparinux (in mg) kann nur durch einen anti-Faktor Xa-Test ermittelt

werden, welcher Fondaparinux als Standardreferenz für die Analyse verwendet. Die verschiedenen

internationalen Standards für niedermolekulares Heparin stellen keine geeignete Referenz für die

Analyse dar und ihre in I.E. gemessene anti-Xa-Aktivität ist mit der in mg angegebenen Aktivität

von Fondaparinux nicht vergleichbar.

Haltbarkeit

Nach dem auf dem Behälter mit «EXP» angegebenen Datum darf das Präparat nicht mehr verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

Nicht über 25 °C und ausserhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren. Nicht einfrieren.

Hinweise für die Handhabung

Zur Anwendung der Arixtra-Spritzen muss durch Drehen und Ziehen der starre Nadelschutz von der

Nadel entfernt werden.

Um die vollständige Entnahme des Arzneimittels aus der Fertigspritze zu gewährleisten, soll die

Luftblase in der Spritze vor der Injektion nicht entfernt werden.

Die zum einmaligen Gebrauch bestimmten Arixtra-Fertigspritzen bestehen aus einem Typ I-

Glaskolben (1 ml) mit einer 12,7 mm langen Nadel (Kaliber 27).

Das Sicherheitssystem der Arixtra-Fertigspritzen soll Stichverletzungen nach erfolgter Injektion

beim medizinischen Personal verhindern.

Parenterale Arzneimittel sollten vor der Applikation visuell auf Farbveränderungen und Partikel

geprüft werden.

Das nicht verwendete Produkt und Abfall sind entsprechend den örtlichen Vorschriften zu entsorgen.

Subkutane Anwendung:

Die Injektion erfolgt ins subkutane Fettgewebe des Unterbauchs an verschiedenen Stellen

(abwechselnd an der linken und rechten antero- und posterolateralen Bauchwand).

Die Nadel wird in ihrer ganzen Länge senkrecht in eine zwischen Daumen und Zeigefinger gehaltene

Hautfalte gestochen. Die Hautfalte muss während der ganzen Injektion festgehalten und der

Spritzenstempel vollständig hinuntergedrückt werden.

Nach der Injektion wird der Stempel losgelassen. Er zieht sich automatisch zurück, die Nadel wird

aus der Haut gezogen und verschwindet in der Schutzkappe.

Intravenöse Anwendung (erste Dosis ausschliesslich bei STEMI-Patienten):

Die intravenöse Verabreichung sollte über einen bereits liegenden intravenösen Zugang entweder

direkt oder durch Zusatz zu einem kleinvolumigen (25 oder 50 ml) Minibag mit 0,9%iger

Kochsalzlösung erfolgen. Die Katheter sollten nach der Injektion ausreichend mit physiologischer

Kochsalzlösung gespült werden, um sicherzustellen, dass die gesamte Dosis verabreicht wird.

Falls Fondaparinux-Natrium einem Minibag mit 0,9% Kochsalzlösung zugegeben wird, sollte

anschliessend idealerweise sofort über 1-2 Minuten infundiert werden.

Die chemische und physikalische Stabilität wurde für 24 Stunden bei 15-25 °C gezeigt. Aus

mikrobiologischen Gründen ist die gebrauchsfertige Zubereitung unmittelbar nach Verdünnung zu

verwenden.

Zulassungsnummer

55937 (Swissmedic).

Packungen

Arixtra 2,5 mg/0,5 ml ist in Packungen zu 2 und 10 Fertigspritzen mit automatischem

Sicherheitssystem in blau erhältlich (B).

Arixtra 5 mg/0,4 ml ist in Packungen zu 2 und 10 Fertigspritzen mit automatischem

Sicherheitssystem in orange erhältlich (B).

Arixtra 7,5 mg/0,6 ml ist in Packungen zu 2 und 10 Fertigspritzen mit automatischem

Sicherheitssystem in pink erhältlich (B).

Arixtra 10 mg/0,8 ml ist in Packungen zu 2 und 10 Fertigspritzen mit automatischem

Sicherheitssystem in violett erhältlich (B).

Arixtra 1,5 mg/0,3 ml ist in Packungen zu 10 Fertigspritzen mit automatischem Sicherheitssystem in

gelb erhältlich (B).

Zulassungsinhaberin

Aspen Pharma Schweiz GmbH, Baar.

Stand der Information

November 2013.

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