Alfentanil-hameln 0,5 mg/ml Injektionslösung

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Alfentanilhydrochlorid
Verfügbar ab:
hameln pharma plus gmbh
ATC-Code:
N01AH02
INN (Internationale Bezeichnung):
Alfentanil hydrochloride
Darreichungsform:
Injektionslösung
Zusammensetzung:
Alfentanilhydrochlorid 0.5438mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
56390.00.00

GEBRAUCHSINFORMATION: INFORMATION FÜR ANWENDER

Alfentanil-hameln 0,5 mg/ml Injektionslösung

Alfentanil

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der

Anwendung dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder das medizinische

Fachpersonal.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder das

medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

1. Was ist Alfentanil-hameln und wofür wird es angewendet?

2. Was sollten Sie vor der Anwendung von Alfentanil-hameln beachten?

3. Wie ist Alfentanil-hameln anzuwenden?

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

5. Wie ist Alfentanil-hameln aufzubewahren?

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Alfentanil-hameln und wofür wird es angewendet?

Alfentanil-hameln ist ein Anästhetikum aus der Gruppe der Opioide. Es wird bei

Erwachsenen für medizinische Eingriffe unter Vollnarkose zur Schmerzstillung eingesetzt.

Alfentanil-hameln wird bei Neugeborenen, Kleinkindern und Kindern angewendet

als Schmerzmittel (Opioid) in Verbindung mit einem Schlafmittel (Hypnotikum) zur

Einleitung einer Narkose

als Schmerzmittel (Analgetikum) in Verbindung mit einer Narkose sowohl für kurze als auch

langdauernde Eingriffe.

2. Was sollten Sie vor der Anwendung von Alfentanil-hameln beachten?

Alfentanil-hameln darf nicht angewendet werden,

wenn Sie allergisch (überempfindlich) gegen Alfentanil, andere opioidhaltige

Arzneimittel oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses

Arzneimittels sind. Eine allergische Reaktion kann sich durch Reaktionen wie Rötung

der Haut, Hautausschlag, Juckreiz, Probleme mit der Atmung, Schwellungen im

Gesicht, Mund oder Rachen äußern.

wenn die Funktion Ihrer Lunge oder der Atmung stark eingeschränkt ist, auch

aufgrund von Erkrankungen, die die Muskelaktivität negativ beeinflussen. Der Arzt

kann Ihnen jedoch Alfentanil-hameln verabreichen, wenn die Atmung durch ein

Beatmungsgerät gewährleistet ist.

wenn Sie an einer akuten Stoffwechselerkrankung der Leber (Porphyrie) leiden.

bei Krankheitszuständen, bei denen eine Dämpfung des Atemzentrums vermieden

werden muss.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder dem medizinischen Fachpersonal bevor Sie

Alfentanil-hameln anwenden.

Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Alfentanil-hameln ist erforderlich:

wegen der dosisabhängigen Atemdepression. Diese kann durch spezifische

Opioidantagonisten aufgehoben werden. Wegen der kurzen Wirkdauer der

Antagonisten kann die Atemdepression jedoch erneut auftreten, so dass eine

wiederholte Gabe des Antagonisten erforderlich werden kann. Tiefe Anästhesie geht

mit einer ausgeprägten Atemdepression und Bewusstlosigkeit einher, die auch noch

bis in die postoperative Phase anhalten bzw. in dieser Phase erneut auftreten kann.

Daher ist es unabdingbar, die Patienten in der postoperativen Phase adäquat zu

überwachen. Es ist sicherzustellen, dass die apparative und medikamentöse

Standardausrüstung zur Wiederbelebung (einschließlich Opioidantagonisten) sofort

verfügbar ist.

bei Hyperventilation des Patienten während der Anästhesie. Es kann die

Ansprechbarkeit seines

Atemzentrums auf CO

vermindert und auf diese Weise die

postoperative Atmung

beeinträchtigt sein.

bei Muskelrigidität (Rigor) mit möglicher Beteiligung der Thoraxmuskulatur. Dies

kann in der Regel durch folgende Maßnahmen vermieden werden: langsame i.v.

Injektion (gewöhnlich ausreichend bei niedrigen Alfentanil-Dosen), Prämedikation

mit Benzodiazepinen, Verabreichung von Muskelrelaxanzien.

da nicht-epileptische (myo)klonische Bewegungen auftreten können.

da es bei Verabreichung von Alfentanil zu Bradykardie bis hin zum Herzstillstand

kommen kann, wenn das vorher gegebenenfalls verabreichte Anticholinergikum

unterdosiert oder Alfentanil mit einem nicht-vagolytisch wirkenden Relaxans

kombiniert wurde. Eine Bradykardie kann mit Atropin behandelt werden.

da Opioide, einschließlich Alfentanil, insbesondere bei hypovolämischen Patienten,

eine Hypotonie auslösen können. Daher sollten angemessene Maßnahmen zur

Aufrechterhaltung eines stabilen Blutdrucks zur Anwendung kommen.

bei Patienten mit eingeschränkter intrazerebraler Compliance (erhöhtem Hirndruck).

Hier sollten schnelle Bolusinjektionen vermieden werden, da der vorübergehende

Abfall des mittleren arteriellen Blutdrucks bei diesen Patienten gelegentlich mit einer

kurzdauernden Verminderung des zerebralen Perfusionsdrucks einhergeht.

bei Patienten unter Dauertherapie mit Opioiden oder solchen mit bekanntem

Opioidmissbrauch.

Bei diesen kann von einem erhöhten Dosisbedarf ausgegangen

werden.

bei älteren Patienten und Patienten mit reduziertem Allgemeinzustand. Bei diesen

sollte die Alfentanil-Dosis reduziert werden.

bei Vorliegen folgender Erkrankungen sollten Opioide, einschließlich Alfentanil, mit

Vorsicht titriert werden: nicht kompensierte Hypothyreose; pulmonale Erkrankungen

mit verminderter pulmonaler Vitalkapazität; Alkoholkrankheit, eingeschränkte Leber-

oder Nierenfunktion. Bei diesen Patienten ist eine verlängerte postoperative

Überwachung erforderlich.

Kinder und Jugendliche:

Im Vergleich zu älteren Kindern und Erwachsenen, kann bei Verabreichung von

Alfentanil an Neugeborene oder sehr junge Kinder ein erhöhtes Risiko für

Atemkomplikationen bestehen. Daher sollten junge pädiatrische Patienten sofort

nach dem Beginn der Alfentanilverabreichung überwacht werden. Selbst für kurze

Eingriffe bei spontan atmenden Kindern sollten Geräte für eine Unterstützung der

Atmung zur Anwendung in allen Altersklassen verfügbar sein.

Wegen des Risikos der Muskelrigidität, sollte bei Verabreichung von Alfentanil an

Neugeborene oder sehr junge Kinder, die gleichzeitige Anwendung eines

Muskelrelaxans in Betracht gezogen werden. Alle Kinder sollten nach Beendigung

der Anwendung von Alfentanil eine angemessene Zeit überwacht werden, um

sicherzustellen, dass die Rückkehr zur Spontanatmung erreicht wurde.

Wegen der variablen Pharmakokinetik bei Neugeborenen, kann eine niedrigere Dosis

Alfentanil notwendig sein. Neugeborene sollten eng überwacht und die

Alfentanildosis nach dem Ansprechen titriert werden.

Anwendung von Alfentanil-hameln zusammen mit anderen Arzneimitteln:

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen bzw. kürzlich andere

Arzneimittel eingenommen haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen.

Arzneimittel, die die Wirkung von Alfentanil verändern

Sedativa wie Benzodiazepine oder verwandte Arzneimittel

Die gleichzeitige Anwendung von Alfentanil und Beruhigungsmitteln wie Benzodiazepine

oder

verwandte

Arzneimittel

erhöht

Risiko

für

Schläfrigkeit,

Atembeschwerden

(Atemdepression), Koma und kann lebensbedrohlich sein. Aus diesem Grund sollte die

gleichzeitige

Anwendung

Betracht

gezogen

werden,

wenn

keine

anderen

Behandlungsmöglichkeiten gibt.

Wenn Ihr Arzt jedoch Alfentanil zusammen mit sedierenden Arzneimitteln verschreibt, sollten

die Dosis und die Dauer der begleitenden Behandlung von Ihrem Arzt begrenzt werden.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt über alle sedierenden Arzneimittel, die Sie einnehmen, und

halten Sie sich genau an die Dosierungsempfehlung Ihres Arztes. Es könnte hilfreich sein,

Freunde

oder

Verwandte

darüber

informieren,

Ihnen

oben

genannten

Anzeichen und Symptome zu achten. Kontaktieren Sie Ihren Arzt, wenn solche Symptome

bei Ihnen auftreten.

Andere zentral dämpfende Arzneimittel

Durch

Barbiturate,

Neuroleptika,

Allgemeinanästhetika

andere

nicht

selektive

Substanzen mit zentral dämpfender Wirkung (wie Alkohol) kann die Atemdepression von

Opioiden verstärkt werden. Sollten Patienten diese zentral dämpfenden Substanzen

erhalten

haben,

eine

niedrigere

Dosis

Alfentanil

üblich

erforderlich.

gleichzeitige Anwendung mit Alfentanil bei spontan atmenden Patienten kann das Risiko

für Atemdepression, tiefe Sedierung, Koma und Tod erhöhen.

Wirkung von Alfentanil auf andere Arzneimittel

Nach der Gabe von Alfentanil soll die Dosis anderer zentral dämpfender Substanzen

verringert werden. Dies ist insbesondere nach einer Operation von Bedeutung, da

eine tiefe Analgesie von einer merklichen Atemdepression begleitet wird, die

während der postoperativen Periode anhalten oder wieder auftreten kann. Die

Anwendung eines zentral dämpfenden Arzneimittels wie eines Benzodiazepins,

während dieser Periode kann das Risiko einer Atemdepression überproportional

erhöhen (siehe oben).

Alfentanil wird hauptsächlich über das humane Enzym Cytochrom-P450-3A4

metabolisiert. In- vitro-Daten lassen vermuten, dass potente Cytochrom-P450-3A4-

Enzym-Inhibitoren (z. B. Ketoconazol, Itraconazol und Ritonavir) möglicherweise den

Abbau von Alfentanil hemmen. Nach den verfügbaren pharmakokinetischen Daten

am Menschen wird der Abbau von Alfentanil durch Fluconazol, Voriconazol,

Erythromycin, Diltiazem und Cimetidin (bekannte Inhibitoren von Cytochrom-P450-

3A4) inhibiert. Dies könnte das Risiko einer verlängerten oder verzögert

einsetzenden Atemdepression erhöhen. Die gleichzeitige Anwendung solcher

Arzneimittel erfordert besondere Sorgfalt und Beobachtung des Pa

tienten;

insbesondere kann eine Dosisreduktion von Alfentanil erforderlich sein.

Es wird in der Regel empfohlen, Monoaminooxidase-Hemmer (MAO-Hemmer) 2

Wochen vor chirurgischen oder anästhesiologischen Maßnahmen abzusetzen.

Das Risiko für die Entstehung eines potentiell lebensbedrohlichen Serotonin-

Syndroms kann mit der gleichzeitigen Anwendung von serotonergen Arzneimitteln,

wie selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRIs), Serotonin-

Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmern (SNRIs) oder Monoaminooxidase-

Hemmern (MAO-Hemmer) erhöht sein.

Wirkung von Alfentanil auf den Metabolismus anderer Arzneimittel

In Kombination mit Alfentanil sind die Blutkonzentrationen von Propofol 17% höher,

als in Abwesenheit von Alfentanil. Bei gleichzeitiger Anwendung von Alfentanil und

Propofol kann eine niedrigere Dosis von Alfentanil benötigt werden.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels

Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Alfentanil darf in der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn der therapeutische

Nutzen das potentielle Risiko für das ungeborene Kind überwiegt.

Alfentanil sollte nicht während der Geburt (einschließlich Kaiserschnitt) verabreicht werden,

da Alfentanil in die Plazenta übergeht und das fetale Atemzentrum besonders empfindlich

gegenüber Opioiden ist. Falls Alfentanil trotzdem eingesetzt wird, müssen unmittelbar Geräte

zur Unterstützung der Atmung verfügbar sein. Ein Opioidantagonist für das Kind muss immer

verfügbar sein. Die Halbwertszeit des Opioidantagonisten kann kürzer sein als die

Halbwertszeit von Alfentanil, daher können zusätzliche Dosen des Antagonisten erforderlich

werden.

Alfentanil kann in die Muttermilch übergehen. Deshalb sollte bis 28 Stunden nach der

Anwendung von Alfentanil nicht gestillt werden.

Fragen Sie vor der Einnahme von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Nach einer Allgemeinanästhesie mit diesem Arzneimittel dürfen Sie für mindestens 24

Stunden nicht aktiv am Straßenverkehr teilnehmen oder eine Maschine bedienen. Sie

sollten sich nur in Begleitung nach Hause begeben und keinen Alkohol zu sich nehmen.

Alfentanil-hameln enthält Natrium (Hauptbestandteil von Kochsalz/Speisesalz)

Dieses Arzneimittel enthält:

7,1 mg Natrium pro 2 ml Ampulle/Durchstechflasche, d.h. diese ist nahezu

“natriumfrei”.

35,4 mg Natrium pro 10 ml Ampulle/Durchstechflasche. Dies entspricht 2% der für

einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der

Nahrung.

177 mg Natrium pro 50 ml Durchstechflasche. Dies entspricht 9% der für einen

Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung.

Auswirkungen bei Fehlgebrauch zu Dopingzwecken

Die Anwendung von Alfentanil-hameln kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen

führen. Die Anwendung von Alfentanil-hameln als Dopingmittel kann zu einer Gefährdung

der Gesundheit führen.

3. Wie ist Alfentanil-hameln anzuwenden?

Dosierung

Der Arzt wird entscheiden, wie viel Alfentanil-hameln Sie benötigen, da die Menge von der

Art des Eingriffs sowie Ihrem Alter, Gesundheitszustand und Körpergewicht abhängt. Bitte

fragen Sie Ihren Arzt, wenn Sie sich über die Anwendung informieren möchten.

Die Dosierung sollte individuell erfolgen unter Berücksichtigung von Alter, Körpergewicht,

Allgemeinzustand, bestehenden Begleiterkrankungen und Medikation, einschließlich Art des

Anästhesie- und Operationsverfahrens.

Erwachsene

Einmalige Bolusinjektion zur Einleitung einer Allgemeinanästhesie

Dauer des Eingriffs

Alfentanil i.v. Bolus-Dosis

Mikrogramm/kg Körpergewicht

ml / 70 kg Körpergewicht

Kurzeingriffe

(bis 10 Minuten)

15 – 20

2 – 3

mittlere Eingriffe

(

10 – 30 Minuten)

20 – 40

3 – 6

längere Eingriffe

(30 – 60 Minuten)

40 – 80

6 – 12

Bei Langzeiteingriffen (> 60 Minuten) ist nach einer angemessenen Bolusinjektion eine

Infusion zur Aufrechterhaltung vorzuziehen.

Fraktionierte Bolusinjektionen bei Aufrechterhaltung einer Allgemeinanästhesie

Bei wiederholter Anwendung werden fraktionierte Bolusinjektionen in einem Dosisbereich

von 5-15 Mikrogramm Alfentanil/kg Körpergewicht / 15 min gegeben.

Infusion bei Aufrechterhaltung einer Allgemeinanästhesie

Zur Aufrechterhaltung der Analgesie kann Alfentanil auch in einer Infusion verabreicht

werden. Hier empfiehlt sich eine Infusionsgeschwindigkeit von 0,5-3,0 Mikrogramm

Alfentanil/kg Körpergewicht /min. Die Verabreichung erfolgt am besten im Perfusor.

Hinweise:

Die Atemdepression nach Alfentanil kann - vor allem nach Infusionsanwendung oder

hohen Dosen - bis in die frühe postoperative Phase hineinreichen oder bei nachlassender

Vigilanz wieder auftreten. Daher sind die Patienten adäquat zu überwachen. Die

apparative und medikamentöse Standardausrüstung zur Wiederbelebung (inkl.

Opioidantagonisten) muss sofort verfügbar sein.

Besondere Patientengruppen

Bei älteren Patienten (> 65 Jahre) und Patienten mit reduziertem Allgemeinzustand sollte

die Alfentanil-Dosis reduziert werden. Die Wirkung der initialen Dosis sollte bei der

Bemessung weiterer Dosen in Betracht gezogen werden.

Eine bestehende Nieren- und/oder insbesondere eine Leberinsuffizienz kann eine veränderte

Pharmakokinetik bewirken und damit eine Dosisreduktion erforderlich machen.

Bei Patienten unter chronischer Therapie mit Opioiden oder solchen mit anamnestisch

bekanntem Opioidabusus kann von einem erhöhten Dosisbedarf ausgegangen werden.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Selbst für kurze Eingriffe sollten Geräte für eine Unterstützung der Atmung zur Anwendung

auch bei spontan atmenden Kindern für alle Altersklassen verfügbar sein.

Es liegen nur begrenzt Daten zu Kindern, insbesondere bei jenen zwischen 1 Monat und 1

Jahr, vor. Neugeborene (0 bis 27 Tage): Die Pharmakokinetik ist bei Neugeborenen,

insbesondere Frühgeborenen, sehr variabel. Die Plasmaclearance und Proteinbindung sind

geringer, so dass eventuell eine niedrigere Dosis Alfentanil benötigt wird. Neugeborene

sollten eng überwacht und die Alfentanildosis nach dem Ansprechen titriert werden.

Säuglinge und Kleinkinder (28 Tage bis 23 Monate): Die Plasmaclearance kann bei

Säuglingen und Kleinkindern im Vergleich zu Erwachsenen erhöht sein. Zur

Aufrechterhaltung der Analgesie muss die Infusionsrate eventuell erhöht werden.

Kinder (2 bis 11 Jahre): Die Plasmaclearance kann bei Kindern leicht erhöht sein, so dass

die Infusionsrate eventuell erhöht werden muss.

Jugendliche: Bei Jugendlichen entspricht die Pharmakokinetik von Alfentanil der bei

Erwachsenen, somit sind keine spezifischen Dosierungsempfehlungen notwendig.

Durch die große Variabilität des Ansprechens auf Alfentanil ist es schwierig, für jüngere

Kinder Dosierungsempfehlungen zu geben. Für ältere Kinder wird ein Bolus von 10 bis 20

Mikrogramm/kg Körpergewicht Alfentanil zur Einleitung der Anästhesie (d. h. zur Ergänzung

von Propofol oder einer Inhalationsnarkose) oder als Analgetikum als angemessen erachtet.

In angemessenen Abständen können zusätzliche Injektionen von 5 bis 10 Mikrogramm/kg

Körpergewicht Alfentanil verabreicht werden. Zur Aufrechterhaltung der Analgesie bei

Kindern während einer Operation kann eine Alfentanil-Infusion mit einer Rate von 0,5-2

Mikrogramm/ kg Körpergewicht /min verabreicht werden. Die Dosis muss nach den

Bedürf

nissen jedes individuellen Patienten auf- oder abtitriert werden. Wenn Alfentanil mit

einem intravenösen Anästhetikum kombiniert wird, beträgt die empfohlene Dosis ungefähr 1

Mikrogramm/kg Körpergewicht /min.

Wenn Alfentanil Neugeborenen oder sehr jungen Kindern verabreicht wird, kann ein

erhöhtes Risiko für respiratorische Komplikationen und Muskelrigidität bestehen.

Notwendige Vorsichtsmaßnahmen sind in Abschnitt 2 beschrieben.

Art der Anwendung

Alfentanil soll als Bolus (kurze Eingriffe), fraktionierte Bolusinjektionen oder Infusion

(lange, schmerzhafte Operationen) gegeben werden.

Alfentanil ist für Kurz- und Langzeitnarkosen geeignet. Im Allgemeinen wird die letzte

Alfentanil- Gabe 15 Minuten vor dem zu erwartenden Operationsende gegeben. Es kann

einmalig und wiederholt angewendet werden. Bei Infusionsanwendung sollte die Infusion

ca. 20-30 Minuten vor Operationsende beendet werden.

Hinweise zur Verdünnung des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe Abschnitt 5.

Geeignete Maßnahmen zur Aufhebung der Atemdepression:

Die Atemdepression ist dosisabhängig und durch spezifische Opioidantagonisten reversibel

(Dosierung und Anwendung nach Herstellerangaben).

Es ist darauf zu achten, dass die Wirksamkeit von Alfentanil länger sein kann als die des

Antagonisten, so dass ein Wiederauftreten der Atemdepression möglich ist. Daher können

zusätzliche Dosen des Antagonisten erforderlich werden. Eine sorgfältige Überwachung des

Patienten ist unerlässlich.

Wenn eine größere Menge von Alfentanil-hameln angewendet wurde, als vorgesehen

war

Informationen für den behandelnden Arzt im Falle einer Überdosierung:

Eine Überdosierung kann sich in der Verstärkung der erwünschten und unerwünschten

pharmakologischen Wirkungen äußern. Es kann eine Atemdepression auftreten, deren

Schweregrad von Bradypnoe bis Apnoe reichen kann.

Bei Auftreten einer Hypoventilation oder Apnoe sollte Sauerstoff gegeben werden, und eine

assistierte/kontrollierte Beatmung kann erforderlich sein. Ein Opioidantagonist kann

bestimmungsgemäß zur Therapie der Atemdepression eingesetzt werden, stellt jedoch

keinen Ersatz für andere symptomatische Sofortmaßnahmen dar. Die Wirksamkeit von

Alfentanil kann länger anhalten als die des Antagonisten, so dass ein Wiederauftreten der

Atemdepression möglich ist. Daher können zusätzliche Dosen des Antagonisten erforderlich

werden.

Sofern die Atemdepression mit einer Muskelrigidität einhergeht, kann ein Muskelrelaxans zur

Erleichterung der Beatmung erforderlich sein.

Der Patient sollte im Verlauf unter intensiver Beobachtung bleiben.

Eine evtl. hämodynamische Instabilität erfordert symptomatische Maßnahmen (z. B.

Volumengabe, Steigerung der Herzfrequenz).

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt

oder Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht

bei jedem auftreten müssen.

Die Nebenwirkungen bei Patienten, die Alfentanil-hameln erhalten, sind in der Regel von

mäßiger Ausprägung und von vorübergehender Natur.

Folgende Nebenwirkungen wurden beobachtet:

Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen)

Übelkeit, Erbrechen

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

Hochstimmung

Bewegungsstörung, Schwindel, Müdigkeit (Sedierung), motorische Fehlfunktion

(Dyskinesie)

Sehstörungen

verlangsamter Herzschlag (Bradykardie), schneller Herzschlag (Tachykardie)

dauerhaft erniedrigter Blutdruck (Hypotonie), dauerhaft erhöhter Blutdruck

(Hypertonie), erniedrigter Blutdruck, erhöhter Blutdruck

Atemstillstand (Apnoe)

Muskelrigidität (Skelettmuskelverspannung)

Schüttelfrost, Schmerzen an der Injektionsstelle, Erschöpfung (Fatigue)

verfahrensbedingte Schmerzen

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

Kopfschmerz, Benommenheit (Somnolenz), Nichtansprechen auf äußere Reize

Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien), verminderte Herzfrequenz

Schluckauf, Erhöhung des arteriellen CO

-Partialdrucks (Hyperkapnie),

Stimmritzenkrampf,

Abflachung der Atmung (einschließlich Fällen mit letalem

Ausgang)

allergische Dermatitis, Steigerung der Schweißabsonderung

Harnverhalt

Schmerzen

körperliche Unruhe nach der Operation, Atemwegskomplikationen der Anästhesie,

Verwirrtheit nach der Operation

Selten (kann bis zu 1 von 1000 Behandelten betreffen)

körperliche Unruhe (Agitation), Weinen

Venenschmerzen

Krampf der Bronchialmuskeln, Nasenbluten

Juckreiz

neurologische anästhesiologische Komplikationen, verfahrensbedingte

Komplikationen, Komplikationen der endotrachealen Intubation

Nicht bekannt:

Überempfindlichkeitsreaktionen (einschließlich anaphylaktische Reaktionen,

anaphylaktoide Reaktionen und Nesselsucht)

Desorientierung

Bewusstlosigkeit nach der Operation, Krämpfe, Muskelzuckungen (Myoklonus)

Verengung der Pupillen

Herzstillstand

Atemstillstand, Husten

Hautrötung (Erythem), Hautausschlag

Fieber

Wie unter anderen Opioiden auch, kann bei Patienten die Alfentanil-hameln erhalten, eine

Hemmung der gastrointestinalen Motilität auftreten, die zu Verstopfung führt. Weiterhin

können Abhängigkeit und Entzugserscheinungen auftreten.

Zusätzliche Nebenwirkungen bei Kindern und Jugendlichen

Es wird erwartet, dass die Häufigkeit, Art und Schwere von Nebenwirkungen bei Kindern die

gleichen sind wie bei Erwachsenen, mit folgender Ausnahme:

Bei Neugeborenen wurde häufig eine leichte bis mäßige Muskelrigidität

(Skelettmuskelverspannung) beobachtet, wobei die klinischen Studien klein waren. Schwere

Rigidität und Zuckungen treten weniger häufig auf und können, besonders bei hohen Dosen

von Alfentanil oder einer schnellen Rate intravenöser Injektionen, vorübergehend von

beeinträchtigter Atmung begleitet werden.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder das medizinische

Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt über das Bundesinstitut für Arzneimittel und

Medizinprodukte; Abt. Pharmakovigilanz; Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3; D-53175 Bonn

Website: http://www.bfarm.de anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie

dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur

Verfügung gestellt werden.

5. Wie ist Alfentanil-hameln aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Etikett und dem Umkarton angegebenen

Verfalldatum nicht mehr anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des

Monats.

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Angebrochene Behältnisse sind nach der Benutzung zu verwerfen.

Sie dürfen Alfentanil-hameln nur verwenden, wenn die Injektionslösung klar, farblos und frei

von sichtbaren Partikeln ist.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren

Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie

tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Alfentanil-hameln enthält

Der Wirkstoff ist Alfentanil.

1 ml dieses Arzneimittels enthält 0,5 mg Alfentanil (entsprechend 0,5438 mg

Alfentanilhydrochlorid).

Die sonstigen Bestandteile sind Natriumchlorid, Salzsäure und Wasser für Injektionszwecke.

Wie Alfentanil-hameln aussieht und Inhalt der Packung

Alfentanil-hameln ist eine klare, farblose Injektionslösung, die frei von sichtbaren Partikeln

ist.

Packungsgrößen:

Packungen mit 5 oder 10 Ampullen mit je 2 ml oder 10 ml Injektionslösung.

Packungen mit 5 oder 10 Durchstechflaschen mit je 2 ml oder 10 ml Injektionslösung.

Packungen mit 1, 5 oder 10 Durchstechflasche(n) mit je 50 ml Injektionslösung.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer

hameln pharma plus gmbh

Langes Feld 13

31789 Hameln

Deutschland

Hersteller

Siegfried Hameln GmbH

Langes Feld 13

31789 Hameln

Deutschland

oder

HBM Pharma s.r.o.

Sklabinská 30

03680 Martin

Slowakei

oder

hameln rds a.s.

Horná 36

900 01 Modra

Slowakei

Verkaufsabgrenzung

Verschreibungspflichtig/Betäubungsmittel

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet 05/2018.

__________________________________________________________________________

Die folgenden Informationen sind nur für Ärzte bzw. medizinisches Fachpersonal

bestimmt:

ANWENDUNGSHINWEISE:

Alfentanil-hameln 0,5 mg/ml Injektionslösung

Bitte lesen Sie die Fachinformation für die vollständige Information.

Dosierung und Art der Anwendung

Alfentanil-hameln kann mit 0,9%iger Natriumchloridlösung, 5%iger Glucoselösung +

0,9%iger Natriumchloridlösung, 5%iger Glucoselösung oder Ringer-Lactat-Lösung bis zu

einer Konzentration von 25-80 µg/ml verdünnt werden. Solche Lösungen sind mit

Behältnissen und Infusionssystemen aus Plastik kompatibel.

Die chemische und physikalische Stabilität dieser Verdünnungen wurde für 48 Stunden

nachgewiesen.

Unter mikrobiologischen Gesichtspunkten sollten die Verdünnungen sofort verbraucht

werden. Geschieht dies nicht, trägt der Benutzer die Verantwortung für die Lagerzeiten und

Lagerbedingungen in Gebrauch befindlicher Lösungen. Normalerweise sollten 24 Stunden

bei 2-8°C nicht überschritten werden, außer wenn die Verdünnung unter kontrollierten und

validierten aseptischen Bedingungen erfolgt ist.

Dieses Arzneimittel darf nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.

FACHINFORMATION

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Alfentanil-hameln 0,5 mg/ml Injektionslösung

2.

QUALITATIVE AND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Wirkstoff: Alfentanil

1 ml enthält 0,5438 mg Alfentanilhydrochlorid entsprechend 0,5 mg Alfentanil-Base.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: 3,5 mg Natrium pro 1 ml Injektionslösung

Dieses Arzneimittel enthält:

7,1 mg (0,31 mmol) Natrium pro 2 ml Ampulle/Durchstechflasche, d.h. diese ist

nahezu “natriumfrei”.

35,4 mg (1,54 mmol) Natrium pro 10 ml Ampulle/Durchstechflasche, entsprechend

2% der von der WHO für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen

Natriumaufnahme mit der Nahrung von 2 g.

177 mg (7,70 mmol) Natrium pro 50 ml Durchstechflasche, entsprechend 9% der von

der WHO für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen

Natriumaufnahme mit der Nahrung von 2 g.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Injektionslösung

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Alfentanil ist bei Erwachsenen indiziert als:

Analgetikum bei Einleitung einer Allgemeinanästhesie

Analgetikum bei Aufrechterhaltung einer Allgemeinanästhesie

Alfentanil ist bei Neugeborenen, Kleinkindern und Kindern indiziert als:

ein Opioid in Verbindung mit einem Hypnotikum zur Einleitung einer Anästhesie

ein narkotisches Analgetikum in Verbindung mit einer Allgemeinanästhesie sowohl für

kurze als auch langdauernde Eingriffe

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Die Dosierung sollte individuell erfolgen unter Berücksichtigung von Alter, Körpergewicht,

Allgemeinzustand, bestehender Begleiterkrankungen und Medikation, einschließlich Art des

Anästhesie- und Operationsverfahrens.

Erwachsene

Einmalige Bolusinjektion zur Einleitung einer Allgemeinanästhesie

Dauer des Eingriffs

Alfentanil i.v. Bolus-Dosis

Mikrogramm/kg Körpergewicht

ml / 70 kg Körpergewicht

Kurzeingriffe

(bis 10 Minuten)

15 – 20

2 – 3

mittlere Eingriffe

(

10 – 30 Minuten)

20 – 40

3 – 6

längere Eingriffe

(30 – 60 Minuten)

40 – 80

6 – 12

Bei Langzeiteingriffen (> 60 Minuten) ist nach einer angemessenen Bolusinjektion eine

Infusion zur Aufrechterhaltung vorzuziehen (siehe Abschnitt 5.1).

Fraktionierte Bolusinjektionen bei Aufrechterhaltung einer Allgemeinanästhesie

Bei wiederholter Anwendung werden fraktionierte Bolusinjektionen in einem Dosisbereich

von 5-15 Mikrogramm Alfentanil/kg Körpergewicht / 15 min gegeben.

Infusion bei Aufrechterhaltung einer Allgemeinanästhesie

Zur Aufrechterhaltung der Analgesie kann Alfentanil auch in einer Infusion verabreicht

werden.

Hier

empfiehlt

sich

eine

Infusionsgeschwindigkeit

0,5-3,0

Mikrogramm

Alfentanil/kg Körpergewicht /min. Die Verabreichung erfolgt am besten im Perfusor.

Hinweise:

Die Atemdepression nach Alfentanil kann - vor allem nach Infusionsanwendung oder

hohen Dosen - bis in die frühe postoperative Phase hineinreichen oder bei nachlassender

Vigilanz

wieder

auftreten.

Daher

sind

Patienten

adäquat

überwachen.

apparative

medikamentöse

Standardausrüstung

Wiederbelebung

(inkl.

Opioidantagonisten) muss sofort verfügbar sein.

Besondere Patientengruppen

Bei älteren Patienten (> 65 Jahre) und Patienten mit reduziertem Allgemeinzustand sollte

Alfentanil-Dosis

reduziert

werden.

Wirkung

initialen

Dosis

sollte

Bemessung weiterer Dosen in Betracht gezogen werden.

Eine bestehende Nieren- und/oder insbesondere eine Leberinsuffizienz kann eine veränderte

Pharmakokinetik bewirken und damit eine Dosisreduktion erforderlich machen.

Bei Patienten unter chronischer Therapie mit Opioiden oder solchen mit anamnestisch

bekanntem Opioidabusus kann von einem erhöhten Dosisbedarf ausgegangen werden.

Kinder und Jugendliche

Selbst für kurze Eingriffe sollten Geräte für eine Unterstützung der Atmung zur Anwendung

auch bei spontan atmenden Kindern für alle Altersklassen verfügbar sein.

Es liegen nur begrenzt Daten zu Kindern, insbesondere bei jenen zwischen 1 Monat und 1

Jahr, vor (siehe Abschnitt 5.2).

Neugeborene (0-27 Tage):

Die Pharmakokinetik ist bei Neugeborenen, insbesondere Frühgeborenen, sehr variabel. Die

Plasmaclearance und Proteinbindung sind geringer, so dass eventuell eine niedrigere Dosis

Alfentanil benötigt wird. Neugeborene sollten eng überwacht und die Alfentanildosis nach

dem Ansprechen titriert werden.

Säuglinge und Kleinkinder (28 Tage bis 23 Monate):

Die Plasmaclearance kann bei Säuglingen und Kleinkindern im Vergleich zu Erwachsenen

erhöht sein. Zur Aufrechterhaltung der Analgesie muss die Infusionsrate eventuell erhöht

werden.

Kinder (2 bis 11 Jahre):

Die Plasmaclearance kann bei Kindern leicht erhöht sein, so dass die Infusionsrate eventuell

erhöht werden muss.

Jugendliche:

Bei Jugendlichen entspricht die Pharmakokinetik von Alfentanil der bei Erwachsenen, somit

sind keine spezifischen Dosierungsempfehlungen notwendig.

Dosierungsempfehlungen für Kinder und Jugendliche

Durch die große Variabilität des Ansprechens auf Alfentanil ist es schwierig, für jüngere

Kinder Dosierungsempfehlungen zu geben. Für ältere Kinder wird ein Bolus von 10 bis 20

Mikrogramm /kg Körpergewicht Alfentanil zur Einleitung der Anästhesie (d. h. zur Ergänzung

von Propofol oder einer Inhalationsnarkose) oder als Analgetikum als angemessen erachtet.

In angemessenen Abständen können zusätzliche Injektionen von 5 bis 10 Mikrogramm /kg

Körpergewicht Alfentanil verabreicht werden.

Aufrechterhaltung

Analgesie

Kindern

während

einer

Operation

kann

eine

Alfentanil-Infusion mit einer Rate von 0,5-2 Mikrogramm /kg Körpergewicht /min verabreicht

werden. Die Dosis muss nach den Bedürfnissen jedes individuellen Patienten auf- oder

abtitriert werden. Wenn Alfentanil mit einem intravenösen Anästhetikum kombiniert wird,

beträgt die empfohlene Dosis ungefähr 1 Mikrogramm /kg Körpergewicht /min.

Wenn

Alfentanil

Neugeborenen

oder

sehr

jungen

Kindern

verabreicht

wird,

kann

erhöhtes Risiko für respiratorische Komplikationen und Muskelrigidität bestehen. Notwendige

Vorsichtsmaßnahmen sind in Abschnitt 4.4 beschrieben.

Art der Anwendung

Alfentanil soll als Bolus (kurze Eingriffe), fraktionierte Bolusinjektionen oder Infusion (lange,

schmerzhafte Operationen) gegeben werden.

Alfentanil ist für Kurz- und Langzeitnarkosen geeignet. Im Allgemeinen wird die letzte

Alfentanil-Gabe 15 Minuten vor dem zu erwartenden Operationsende gegeben. Es kann

einmalig und wiederholt angewendet werden. Bei Infusionsanwendung sollte die Infusion

ca. 20-30 Minuten vor Operationsende beendet werden.

Hinweise zur Verdünnung des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe Abschnitt 6.2.

4.3

Gegenanzeigen

Alfentanil ist bei Patienten mit Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, einen der in

Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile oder ein anderes opioidhaltiges Arzneimittel

kontraindiziert.

Alfentanil ist bei chronisch obstruktiver Lungenerkrankung und Atemdepression ohne

gleichzeitige Beatmung kontraindiziert.

Alfentanil darf nicht bei Krankheitszuständen, bei denen eine Dämpfung des Atemzentrums

vermieden werden muss, sowie bei akuten hepatischen Porphyrien eingesetzt werden.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Die folgenden Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen entsprechen denjenigen aller stark

wirkenden Opioide:

Atemdepression

Alfentanil kann eine dosisabhängige Atemdepression hervorrufen, die durch spezifische

Opioidantagonisten aufgehoben werden kann. Wegen der kurzen Wirkdauer der

Antagonisten kann die Atemdepression jedoch erneut auftreten, so dass eine wiederholte

Gabe des Antagonisten erforderlich werden kann. Tiefe Anästhesie geht mit einer

ausgeprägten Atemdepression und Bewusstlosigkeit einher, die auch noch bis in die

postoperative Phase anhalten bzw. in dieser Phase erneut auftreten kann. Daher ist es

unabdingbar, die Patienten in der postoperativen Phase adäquat zu überwachen.

Es ist sicherzustellen, dass die apparative und medikamentöse Standardausrüstung zur

Wiederbelebung (einschließlich Opioidantagonisten) sofort verfügbar ist.

Hyperventilation des Patienten während der Anästhesie kann die Ansprechbarkeit seines

Atemzentrums auf CO

vermindern und auf diese Weise die postoperative Atmung

beeinträchtigen.

Muskelrigidität

Eine Muskelrigidität (Rigor) mit möglicher Beteiligung der Thoraxmuskulatur kann auftreten.

Dies kann in der Regel durch folgende Maßnahmen vermieden werden:

langsame i.v. Injektion (gewöhnlich ausreichend bei niedrigen Alfentanil-Dosen)

Prämedikation mit Benzodiazepinen

Verabreichung von Muskelrelaxanzien

Nicht-epileptische (myo)klonische Bewegungen können auftreten.

Herz-Kreislauf-System

Es kann zu Bradykardie bis hin zum Herzstillstand kommen, wenn das vorher gegebenenfalls

verabreichte Anticholinergikum unterdosiert oder Alfentanil mit einem nicht-vagolytisch

wirkenden Relaxans kombiniert wurde. Eine Bradykardie kann mit Atropin behandelt werden.

Wie auch andere Opioide kann Alfentanil, insbesondere bei hypovolämischen Patienten,

eine Hypotonie auslösen. Daher sollten angemessene Maßnahmen zur Aufrechterhaltung

eines stabilen Blutdrucks zur Anwendung kommen.

Erhöhter intrakranialer Druck

Bei Patienten mit eingeschränkter intrazerebraler Compliance (erhöhtem Hirndruck) sollten

schnelle Bolusinjektionen vermieden werden, da der vorübergehende Abfall des mittleren

arteriellen Blutdrucks bei diesen Patienten gelegentlich mit einer kurzdauernden Reduktion

des zerebralen Perfusionsdrucks einhergeht.

Risiken einer gleichzeitigen Anwendung von sedierenden Arzneimitteln wie Benzodiazepine

oder verwandte Arzneimittel

Die gleichzeitige Anwendung von Alfentanil und sedierenden Arzneimitteln wie

Benzodiazepine oder verwandte Arzneimittel kann zu Sedierung, Atemdepression, Koma

und Tod führen. Aufgrund dieser Risiken ist die gleichzeitige Verschreibung mit diesen

sedierenden Arzneimitteln nur bei den Patienten angebracht, für die es keine alternativen

Behandlungsmöglichkeiten gibt. Wenn dennoch eine gleichzeitige Verschreibung von

Alfentanil zusammen mit Sedativa für notwendig erachtet wird, sollte die niedrigste wirksame

Dosis verwendet werden und die Behandlungsdauer sollte so kurz wie möglich sein.

Die Patienten sollten engmaschig auf Anzeichen und Symptome von Atemdepression und

Sedierung überwacht werden. In diesem Zusammenhang wird dringend empfohlen,

Patienten und ihre Bezugspersonen über diese Symptome zu informieren (siehe Abschnitt

4.5).

Sonstige Patientengruppen

Bei Patienten unter chronischer Therapie mit Opioiden oder solchen mit anamnestisch

bekanntem Opioidabusus kann von einem erhöhten Dosisbedarf ausgegangen werden.

Bei älteren Patienten und Patienten mit reduziertem Allgemeinzustand sollte die Alfentanil-

Dosis reduziert werden. Bei Vorliegen folgender Erkrankungen sollten Opioide, inklusive

Alfentanil, mit Vorsicht titriert werden: nicht kompensierte Hypothyreose, pulmonale

Erkrankungen mit verminderter pulmonaler Vitalkapazität, Alkoholkrankheit, eingeschränkte

Leber- oder Nierenfunktion. Bei diesen Patienten ist eine verlängerte postoperative

Überwachung erforderlich.

Kinder und Jugendliche:

Im Vergleich zu älteren Kindern und Erwachsenen, kann bei Verabreichung von Alfentanil an

Neugeborene oder sehr junge Kinder ein erhöhtes Risiko für respiratorische Komplikationen

bestehen. Daher sollten junge pädiatrische Patienten sofort nach dem Beginn der

Alfentanilverabreichung überwacht werden. Selbst für kurze Eingriffe bei spontan atmenden

Kindern sollten Geräte für eine Unterstützung der Atmung zur Anwendung in allen

Altersklassen verfügbar sein.

Wegen des Risikos der Muskelrigidität sollte bei Verabreichung von Alfentanil an

Neugeborene oder sehr junge Kinder die gleichzeitige Anwendung eines Muskelrelaxans in

Betracht gezogen werden. Alle Kinder sollten nach Beendigung der Anwendung von

Alfentanil eine angemessene Zeit überwacht werden, um sicherzustellen, dass eine

ausreichende Spontanatmung erreicht wurde.

Wegen der variablen Pharmakokinetik bei Neugeborenen kann eine niedrigere Alfentanil-

Dosis notwendig sein. Neugeborene sollten eng überwacht und die Alfentanil-Dosis nach

dem Ansprechen titriert werden (siehe Abschnitt 4.2).

Doping

Die Anwendung von Alfentanil-hameln 0,5 mg/ml kann bei Dopingkontrollen zu positiven

Ergebnissen führen. Die Anwendung von Alfentanil-hameln 0,5 mg/ml als Dopingmittel kann

zu einer Gefährdung der Gesundheit führen.

Alfentanil-hameln enthält Natrium

Dies ist zu berücksichtigen bei Personen unter Natrium kontrollierter Diät.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Arzneimittel, die die Wirkung von Alfentanil verändern

Sedativa wie Benzodiazepine oder verwandte Arzneimittel

Die gleichzeitige Anwendung von Opioiden zusammen mit sedierenden Arzneimitteln wie

Benzodiazepine oder verwandte Arzneimittel erhöht das Risiko von Sedierung,

Atemdepression, Koma und Tod aufgrund einer additiven ZNS-dämpfenden Wirkung. Die

Dosis und Dauer der gleichzeitigen Anwendung sollten begrenzt werden (siehe Abschnitt

4.4).

Andere zentral dämpfende Arzneimittel

Durch Barbiturate, Neuroleptika, Allgemeinanästhetika und andere nicht selektive

Substanzen mit zentral dämpfender Wirkung (wie Alkohol) kann die Atemdepression von

Opioiden verstärkt werden.

Sollten Patienten diese zentral dämpfenden Substanzen erhalten haben, ist eine niedrigere

Dosis Alfentanil als üblich erforderlich. Die gleichzeitige Anwendung mit Alfentanil bei

spontan atmenden Patienten kann das Risiko für Atemdepression, tiefe Sedierung, Koma

und Tod erhöhen.

Wirkung von Alfentanil auf andere Arzneimittel

Nach der Gabe von Alfentanil soll die Dosis anderer zentral dämpfender Substanzen

verringert werden. Dies ist insbesondere nach einer Operation von Bedeutung, da eine

tiefe Analgesie von einer merklichen Atemdepression begleitet wird, die während der

postoperativen Periode anhalten oder wieder auftreten kann. Die Anwendung eines zentral

dämpfenden Arzneimittels, wie eines Benzodiazepins, während dieser Periode kann das

Risiko einer Atemdepression überproportional erhöhen (siehe oben).

Cytochrom-P450-3A4 (CYP3A4)-Inhibitoren

Alfentanil wird hauptsächlich über das humane Enzym CYP3A4 metabolisiert. In-vitro-

Daten lassen vermuten, dass potente CYP3A4-Enzym-Inhibitoren (z. B. Ketoconazol,

Itraconazol und Ritonavir) möglicherweise den Abbau von Alfentanil hemmen. Nach den

verfügbaren pharmakokinetischen Daten aus dem Humanbereich wird der Abbau von

Alfentanil durch Fluconazol, Voriconazol, Erythromycin, Diltiazem und Cimetidin (bekannte

Inhibitoren von CYP3A4) inhibiert. Dies könnte das Risiko einer verlängerten oder

verzögert einsetzenden Atemdepression erhöhen. Die gleichzeitige Anwendung solcher

Arzneimittel erfordert besondere Sorgfalt und Beobachtung des Patienten; insbesondere

kann e

ine Dosisreduktion von Alfentanil erforderlich sein.

Monoaminooxidase-Hemmer (MAO-Hemmer)

Es wird in der Regel empfohlen, MAO-Hemmer 2 Wochen vor chirurgischen oder

anästhesiologischen Maßnahmen abzusetzen.

Serotonerge Arzneimittel

Das Risiko für die Entstehung eines potentiell lebensbedrohlichen Serotonin-Syndroms

kann mit der gleichzeitigen Anwendung von serotonergen Arzneimitteln, wie selektiven

Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRIs), Serotonin-Noradrenalin-

Wiederaufnahmehemmern (SNRIs) oder Monoaminooxidase-Hemmern (MAO-Hemmer)

erhöht sein.

Wirkung von Alfentanil auf den Metabolismus anderer Arzneimittel

In Kombination mit Alfentanil sind die Blutkonzentrationen von Propofol 17% höher als in

Abwesenheit von Alfentanil. Bei gleichzeitiger Anwendung von Alfentanil und Propofol

kann eine niedrigere Dosis von Alfentanil benötigt werden.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Bei fehlenden Hinweisen auf teratogene oder akute embryotoxische Effekte in

tierexperimentellen Studien liegen unzureichende Daten vor, um eventuelle Auswirkungen

auf den Menschen evaluieren zu können (siehe Abschnitt 5.3). Somit ist eine sorgfältige

Nutzen-Risiko-Abwägung erforderlich, bevor Alfentanil Schwangeren verabreicht wird.

Geburtsverlauf

Alfentanil sollte nicht während der Geburt (einschließlich Kaiserschnitt) verabreicht werden,

da Alfentanil in die Plazenta übergeht und das fetale Atemzentrum besonders empfindlich

gegenüber

Opioiden

ist.

Falls

Alfentanil

trotzdem

eingesetzt

wird,

müssen

Geräte

Unterstützung der Atmung unmittelbar verfügbar sein. Ein Opioidantagonist für das Kind

muss immer verfügbar sein. Die Halbwertszeit des Opioidantagonisten kann kürzer sein als

Halbwertszeit

Alfentanil,

daher

können

zusätzliche

Dosen

Antagonisten

erforderlich werden.

Stillzeit

Alfentanil kann in die Muttermilch übergehen. Deshalb sollte bis 24 Stunden nach der

Anwendung von Alfentanil nicht gestillt bzw. in dieser Zeit abgepumpte Milch nicht verwendet

werden

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Alfentanil hat einen großen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen. Patienten dürfen nach der Anwendung von Alfentanil für

mindestens 24 Stunden nicht aktiv am Straßenverkehr teilnehmen oder eine Maschine

bedienen. Der Patient sollte sich nur in Begleitung nach Hause begeben und keinen Alkohol

zu sich nehmen.

4.8

Nebenwirkungen

Die Sicherheit von Alfentanil wurde in 18 klinischen Studien mit 1.157 Patienten

ausgewertet. Alfentanil wurde als Mittel zur Einleitung einer Anästhesie oder als

analgetisches/anästhetisches Adjuvans zur Lokalanästhesie und Allgemeinanästhesie bei

kurzen, mittel- und langdauernden operativen Eingriffen angewendet. Den Patienten wurde

mindestens eine Dosis Alfentanil verabreicht und diese lieferten Sicherheitsdaten.

Basierend auf den gepoolten Sicherheitsdaten dieser klinischen Studien waren die am

häufigsten (≥ 5% Inzidenz) beobachteten Nebenwirkungen (mit einer Häufigkeit in %):

Übelkeit (17,0), Erbrechen (14,0), Apnoe (8,6), Bewegungsstörung (7,9) und Bradykardie

(5,4).

Einschließlich der oben aufgeführten Nebenwirkungen zeigt die folgende Tabelle

Nebenwirkungen, die unter der Anwendung von Alfentanil entweder in klinischen

Studien oder nach Markteinführung berichtet wurden.

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde

gelegt:

Sehr häufig

≥ 1/10

Häufig

≥ 1/100, < 1/10

Gelegentlich

≥ 1/1000, < 1/100

Selten

≥ 1/10000,

<

1/1000

Sehr selten

<1/10000

Nicht bekannt

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht

abschätzbar

Systemorganklasse

Nebenwirkungen

Häufigkeit

Sehr

häufig

Häufig

Gelegentlich

Selten

Nicht bekannt

Erkrankungen des

Immunsystems

Überempfind-

lichkeit

(einschließlich

anaphylakti-

sche Reaktion,

anaphylaktoide

Reaktion und

Urtikaria)

Psychiatrische

Erkrankungen

Euphorie

Agitation,

Weinen

Desorientie-

rung

Erkrankungen des

Nervensystems

Bewegungs-

störung,

Schwindel,

Sedierung,

Dyskinesie

Kopfschmerz,

Somnolenz,

Nichtanspre-

chen auf

Stimuli

Bewusstlosig-

keit

(postoperative

Periode),

Konvulsion,

Myoklonus

Augenerkrankungen

Sehstörungen

Miosis

Herzerkrankungen

Bradykardie,

Tachykardie

Arrhythmie,

verminderte

Herzfrequenz

Herzstillstand

Gefäßerkrankungen

Hypertonie,

Hypotonie,

erniedrigter

Blutdruck,

erhöhter

Blutdruck

Venenschmer-

Erkrankungen der

Atemwege, des

Brustraums und

Mediastinums

Apnoe

Schluckauf,

Hyperkapnie,

Laryngospas-

mus,

Atemdepres-

sion

(einschließlich

Fällen mit

letalem

Ausgang)

Bronchospas-

mus, Epistaxis

Atemstillstand,

Husten

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts

Übelkeit,

Erbrechen

Erkrankungen der

Haut und des

Unterhautzell-

gewebes

allergische

Dermatitis,

Hyperhidrose

Pruritus

Erythem,

Hautausschlag

Skelettmuskulatur-,

Bindegewebs- und

Knochenerkrankun-

Muskelrigidität

Systemorganklasse

Nebenwirkungen

Häufigkeit

Sehr

häufig

Häufig

Gelegentlich

Selten

Nicht bekannt

Erkrankungen der

Nieren und

Harnwege

Harnverhalt

Allgemeine

Erkrankungen und

Beschwerden am

Verabreichungsort

Schüttelfrost,

Schmerzen an

Injektionsstelle,

Fatigue

Schmerzen

Pyrexie

Verletzung,

Vergiftung und durch

Eingriffe bedingte

Komplikationen

verfahrensbe-

dingte

Schmerzen

postoperative

Agitation,

Atemwegs-

komplikatio-

nen der

Anästhesie,

postoperative

Verwirrtheit

neurologische,

anästhesiologi-

sche

Komplikationen,

verfahrens-

bedingte

Komplikationen,

Komplikationen

endotrachealen

Intubation

Wie unter anderen Opioiden auch, kann bei Patienten die Alfentanil erhalten, eine Hemmung

der gastrointestinalen Motilität auftreten, die zu Obstipation führt. Weiterhin können

Abhängigkeit und Entzugserscheinungen auftreten.

Kinder und Jugendliche

Es wird davon ausgegangen, dass die Häufigkeit, Art und Schwere von Nebenwirkungen bei

Kindern die gleichen sind wie bei Erwachsenen, mit folgender Ausnahme:

Bei Neugeborenen wurde häufig eine leichte bis mäßige Muskelrigidität beobachtet, wobei

die Anzahl der Neugeborenen in den klinischen Studien klein war.

Schwere Rigidität und Zuckungen treten weniger häufig auf und können, besonders bei

hohen Dosen von Alfentanil oder einer schnellen Rate intravenöser Injektionen,

vorübergehend von beeinträchtigter Atmung begleitet werden.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer

Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-

Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert,

jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das Bundesinstitut für Arzneimittel und

Medizinprodukte; Abt. Pharmakovigilanz; Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3; D-53175 Bonn

Website: http://www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Anzeichen und Symptome

Eine Überdosierung kann sich in der Verstärkung der erwünschten und unerwünschten

pharmakologischen Wirkungen äußern. Es kann eine Atemdepression auftreten, deren

Schweregrad von Bradypnoe bis Apnoe reichen kann.

Behandlung

Bei Auftreten einer Hypoventilation oder Apnoe sollte Sauerstoff gegeben werden, und eine

assistierte/kontrollierte Beatmung kann erforderlich sein. Ein Opioidantagonist kann

bestimmungsgemäß zur Therapie der Atemdepression eingesetzt werden, stellt jedoch

keinen Ersatz für andere symptomatische Sofortmaßnahmen dar. Die Wirksamkeit von

Alfentanil kann länger anhalten als die des Antagonisten, so dass ein Wiederauftreten der

Atemdepression möglich ist. Daher können zusätzliche Dosen des Antagonisten erforderlich

werden.

Sofern die Atemdepression mit einer Muskelrigidität einhergeht, kann ein Muskelrelaxans zur

Erleichterung der Beatmung erforderlich sein.

Der Patient sollte im Verlauf unter intensiver Beobachtung bleiben.

Eine evtl. hämodynamische Instabilität erfordert symptomatische Maßnahmen (z. B.

Volumengabe, Steigerung der Herzfrequenz).

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Anästhetikum (Opioidanalgetikum),

ATC-Code: N01AH02 (Alfentanil)

Wirkmechanismus

Alfentanil ist ein potentes, schnell wirkendes Opioidanalgetikum, chemisch verwandt mit

Fentanyl, mit einem sehr schnellen Wirkungseintritt und einer kürzeren Wirkungsdauer.

Pharmakodynamische Wirkungen

Die Wirkung tritt mit Alfentanil viermal schneller als mit einer äquianalgetischen Dosis von

Fentanyl ein. Der maximale analgetische und atemdepressive Effekt tritt innerhalb von 1-2

Minuten ein (innerhalb von 30 Minuten nach Morphin).

Die Wirkungsdauer von Alfentanil ist dreimal kürzer als bei einer äquianalgetischen Dosis

von Fentanyl und dosisabhängig. Für eine Analgesiedauer von mehr als 60 Minuten ist eine

Infusion vorzuziehen. Der Effekt von Alfentanil auf die Atemfrequenz und Ventilation ist

kürzer als bei Fentanyl und in den meisten Fällen dauert die Analgesie länger an als die

Atemdepression. Dauer und Ausmaß der Atemdepression und des erhöhten

Atemwiderstandes nehmen mit steigender Dosis zu. Abhängig von der Dosis und

Geschwindigkeit der Verabreichung kann Alfentanil Muskelrigidität, insbesondere des

Thorax, und andere typische Symptome eines Opioidanalgetikums wie Euphorie, Miosis

und Bradykardie verursachen.

Bei Dosen bis zu 200 Mikrogramm/kg Körpergewicht wurden kein signifikantes Ansteigen

von Histamin-Plasmaspiegeln oder klinische Zeichen einer Histaminfreisetzung beobachtet.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Alfentanil ist ein nur intravenös angewendetes synthetisches Opioid mit µ-agonistischen

pharmakologischen Effekten.

Verteilung

Die sequentiellen Distributionshalbwertzeiten von Alfentanil betragen 0,4-2,2 Minuten und 8-

32 Minuten. Der niedrige Ionisationsgrad (11% bei pH 7,4) trägt zu einer schnellen, aber

limitierten Gewebeverteilung bei. Die berichteten Distributionsvolumina betragen 1,27-4,81 l

(Verteilungsvolumen des zentralen Kompartimentes) und 12,1-98,2 l (Verteilungsvolumen im

Steady state). Die Plasmaproteinbindung von Alfentanil beträgt ungefähr 92%.

Biotransformation

Alfentanil wird vorwiegend in der Leber metabolisiert. Nur 1% von unverändertem

Alfentanil wird im Urin wiedergefunden. Die Metaboliten sind inaktiv und 70-80% von

ihnen werden über den Urin ausgeschieden.

Elimination

Alfentanil wird nach intravenöser Verabreichung schnell eliminiert. Terminale

Eliminationshalbwertszeiten von 83-223 Minuten wurden berichtet. Die Plasmaclearance

beträgt beiMenschen unter 40 Jahren ungefähr 356 ml/min. und nimmt bei Menschen über

40 Jahren um ca. 8% pro Jahrzehnt ab. Nur 1% von unverändertem Alfentanil wird im Urin

wiedergefunden. Wenn bei Infusionsanwendung der Steady state erreicht ist, bleibt die

Eliminationshalbwertzeit unverändert.

Besondere Patientengruppen

Kinder und Jugendliche:

Es liegen nur begrenzt Daten zu Kindern vor. Die Werte der pharmakokinetischen Parameter

werden in folgender Tabelle wiedergegeben:

Pharmakokinetische Parameter von Alfentanil bei Kindern und Jugendlichen

t

1/2β

(h)

CL

(ml/kg/min

Vd

ss

(l/kg)

Frühgeborene (0-27 Tage)

Gestationsalter 25-40 Wochen; n=68

0,7-8,8

0,9-8,4

0,3-1,2

Neugeborene (0-27 Tage)

Gestationsalter 35-41 Wochen; n=18

4,1-5,5

1,7-3,2

0,5-0,8

Säuglinge/Kleinkinder

28 Tage – 23 Monate; n= 34

0,9-1,2

7,7-13,1

0,4-1,1

Kinder

2-11 Jahre; n= 32

0,7-1,3

4,7-10,2

0,2-1,0

Jugendliche

12-14 Jahre; n= 3

1,1-1,9

5,5-7,4

0,3-0,6

Hinweis: Daten für Neugeborene, Säuglinge und Kinder sind als Mittelwerte angegeben.

CL = Plasmaclearance, Vd

= Verteilungsvolumen im Steady State, t

1/2β

= Halbwertszeit in der

Eliminationsphase.

Die Plasmaproteinbindung beträgt bei Neugeborenen 75% und erhöht sich bei Kindern auf

85%.

Die pharmokokinetischen Informationen zur Anwendung von Alfentanil bei Kindern ist

begrenzt. Alfentanil wird durch CYP3A4 metabolisiert. Die CYP3A4-Aktivität bei

Neugeborenen ist niedrig und erhöht sich nach der Geburt auf 30 bis 40% des

Erwachsenenniveaus nach 1 Monat. Die CYP3A4-Aktivität steigt weiter und erreicht nach 6

Monaten 45%, nach 12 Monaten 80% und nach 6 Jahren Erwachsenenniveau.

Lebererkrankungen

Nach Verabreichung einer intravenösen Einzeldosis von 50 Mikrogramm/kg, ist die

terminale Halbwertszeit bei Patienten mit Leberzirrhose signifikant länger als bei

Kontrollpersonen. Das Verteilungsvolumen bleibt unverändert. Bei Patienten mit

Leberzirrhose erhöht sich der Anteil an freiem Alfentanil auf 18,5% im Vergleich zu 11,5%

bei den Kontrollpersonen. Die Erhöhung der freien Fraktion zusammen mit der Reduktion

der Clearance von 3,06 ml/min/kg bei Kontrollpersonen auf 1,60 ml/min/kg bei Patienten

mit Leberzirrhose, wird in einer verlängerten und ausgeprägten Wirkung resultieren (siehe

Abschnitt 4.4).

Nierenerkrankungen

Das Verteilungsvolumen und die Clearance der freien Fraktion sind bei Patienten mit

Nierenversagen und gesunden Kontrollpersonen ähnlich. Die freie Fraktion von Alfentanil

ist bei Patienten mit Nierenversagen von 12,4 bis 19% erhöht im Vergleich zu 10,3 bis 11%

bei den Kontrollpersonen. Dies kann in einer Zunahme der klinischen Wirkung des

Alfentanils resultieren (siehe Abschnitt 4.4).

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Akute Toxizität

Mittlere LD

-Werte nach einmaliger i.v. Gabe von Alfentanil bei Mäusen, Ratten,

Meerschweinchen

und Hunden lagen oberhalb 40 mg/kg.

Subchronische und chronische Toxizität

Ratten und Hunde erhielten Alfentanil i.v. einen Monat lang in täglichen Dosen von 0,08, 0,31

und 1,25 mg/kg Körpergewicht.

Bei den Tieren wurden dosisabhängig die für Morphinomimetika typischen

Toxizitätszeichen, wie z. B. Verlust des Stellreflexes, Muskelrigidität, Apnoe, Krämpfe,

beobachtet. Bei Ratten war die Sterblichkeit in den Dosierungsgruppen 0,31 und 1,25

mg/kg als Folge einer Erstickung erhöht; die Hunde überlebten alle.

Reproduktionstoxizität

Die Reproduktionstoxizität wurde an Ratten und Kaninchen bis zu einer Dosis von 1,25

mg/kg Körpergewicht durchgeführt. In den höheren Dosierungsgruppen erhöhte sich die

Mortalität bei den Nachkommen; teratogene Effekte zeigten sich nicht.

Muttermilchgängigkeit

Bei 9 untersuchten Patientinnen wurden 4 Stunden nach Gabe von 60 Mikrogramm/kg

Alfentanil signifikante Spiegel der Substanz in der Muttermilch gefunden. Nach 28 Stunden

waren die Spiegel unter die Nachweisgrenze abgesunken.

Mutagenität

Aus den vorliegenden Mutagenitätsstudien ergaben sich keinerlei Hinweise auf mutagene

Eigenschaften von Alfentanil.

Kanzerogenität

Zur Frage eines möglichen kanzerogenen Potentials liegen keine tierexperimentellen

Langzeituntersuchungen vor.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Natriumchlorid, Salzsäure, Wasser für Injektionszwecke

6.2

Inkompatibilitäten

Dieses Arzneimittel darf, außer mit den unter 6.6 aufgeführten, nicht mit anderen

Arzneimitteln gemischt werden.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

Haltbarkeit vor dem ersten Öffnen

3 Jahre

Haltbarkeit nach Verdünnung

Die chemische und physikalische Stabilität in Gebrauch befindlicher Verdünnungen (siehe

Abschnitt 6.6) wurde für 48 Stunden nachgewiesen.

Unter

mikrobiologischen

Gesichtspunkten

sollten

Verdünnungen

sofort

verbraucht

werden. Geschieht dies nicht, trägt der Benutzer die Verantwortung für die Lagerzeiten und

Lagerbedingungen in Gebrauch befindlicher Lösungen. Normalerweise sollten 24 Stunden

bei 2-8°C nicht überschritten werden, außer wenn die Verdünnung unter kontrollierten und

validierten aseptischen Bedingungen erfolgt ist.

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Lagerungsbedingungen des verdünnten Arzneimittels siehe Abschnitt 6.3.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Farblose Ampullen oder Durchstechflaschen aus Glas (Typ I) mit 2 ml, 10 ml oder 50 ml

Lösung.

Packungsgrößen:

Packungen mit 5/10 Ampullen mit je 2 ml

Packungen mit 5/10 Durchstechflaschen mit je 2 ml

Packungen mit 5/10 Ampullen mit je 10 ml

Packungen mit 5/10 Durchstechflaschen mit je 10 ml

Packungen mit 1/5/10 Durchstechflasche(n) mit je 50 ml

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur

Handhabung

Angebrochene Behältnisse sind nach der Benutzung zu verwerfen.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen

Anforderungen zu entsorgen.

Alfentanil-hameln 0,5 mg/ml Injektionslösung kann mit 0,9%-iger Natriumchloridlösung, 5%-

iger Glucoselösung + 0,9%-iger Natriumchloridlösung, 5%-iger Glucoselösung oder Ringer-

Lactat-Lösung bis zu einer Konzentration von 25-80 Mikrogramm/ml verdünnt werden.

Solche Lösungen sind mit Behältnissen und Infusionssystemen aus Plastik kompatibel.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

hameln pharma plus gmbh

Langes Feld 13

31789 Hameln

8.

ZULASSUNGSNUMMER

56390.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG / VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 29/06/2006

Datum der Verlängerung der Zulassung: 29/06/2011

10.

STAND DER INFORMATION

May 2018

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig/Betäubungsmittel

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