Abirateron medac 500 mg Filmtabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

14-07-2021

Fachinformation Fachinformation (SPC)

14-07-2021

Wirkstoff:
Abirateronacetat
Verfügbar ab:
Medac Gesellschaft für klinische Spezialpräparate m.b.H. (3083854)
Darreichungsform:
Filmtablette
Zusammensetzung:
Abirateronacetat (37290) 500 Milligramm
Verabreichungsweg:
zum Einnehmen
Berechtigungsstatus:
Verkehrsfähigkeit: Ja
Zulassungsnummer:
7001338.00.00
Berechtigungsdatum:
2021-06-11

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Gebrauchsinformation: Information für Patienten

Abirateron medac 500 mg Filmtabletten

Abirateronacetat

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es

kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Abirateron medac und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Abirateron medac beachten?

Wie ist Abirateron medac einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Abirateron medac aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Abirateron medac und wofür wird es angewendet?

Abirateron medac enthält den Wirkstoff Abirateronacetat. Es wird zur Behandlung von Prostatakrebs bei

erwachsenen Männern verwendet, der sich bereits auf andere Bereiche des Körpers ausgeweitet hat.

Abirateron medac verhindert, dass Ihr Körper Testosteron produziert. Dies kann das Wachstum von

Prostatakrebs verlangsamen.

Wenn Abirateron medac zu einem frühen Zeitpunkt der Erkrankung verschrieben wird, an dem diese

noch auf eine Hormontherapie anspricht, wird es zusammen mit einer Behandlung eingesetzt, die den

Testosteronspiegel senkt (Androgenentzugstherapie).

Wenn Sie dieses Arzneimittel einnehmen, verschreibt Ihnen Ihr Arzt auch ein anderes Arzneimittel

namens Prednison oder Prednisolon. Dies geschieht, um das Risiko von hohem Blutdruck, einer

übermäßigen Ansammlung von Wasser im Körper (Flüssigkeitsretention) oder von reduzierten Kalium-

Spiegeln im Blut zu vermindern.

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Abirateron medac beachten?

Abirateron medac darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Abirateronacetat oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen

Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

wenn Sie eine Frau sind, insbesondere wenn Sie schwanger sind. Abirateron medac ist

ausschließlich zur Anwendung bei männlichen Patienten bestimmt.

wenn Sie einen schwerwiegenden Leberschaden haben.

in Kombination mit Ra-223 (welches zur Behandlung des Prostatakrebs eingesetzt wird).

Nehmen Sie dieses Arzneimittel nicht ein, falls einer der oben genannten Punkte auf Sie zutrifft. Wenn

Sie sich nicht sicher sind, sprechen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels mit Ihrem Arzt oder

Apotheker.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie dieses Arzneimittel einnehmen,

wenn Sie Leberprobleme haben.

wenn Ihnen mitgeteilt wurde, dass Sie einen hohen Blutdruck, eine Herzschwäche oder einen

niedrigen Blutkaliumspiegel haben (ein niedriger Blutkaliumspiegel kann das Risiko für

Herzrhythmusstörungen erhöhen).

wenn Sie andere Herzprobleme oder Probleme mit Blutgefäßen hatten.

wenn Sie einen unregelmäßigen oder schnellen Herzschlag haben.

wenn Sie kurzatmig sind.

wenn Sie schnell an Gewicht zugenommen haben.

wenn Sie Schwellungen in den Füßen, Knöcheln oder Beinen haben.

wenn Sie in der Vergangenheit ein als Ketoconazol bekanntes Arzneimittel gegen Prostatakrebs

eingenommen haben.

über die Notwendigkeit, dieses Arzneimittel mit Prednison oder Prednisolon einzunehmen.

über mögliche Auswirkungen auf Ihre Knochen.

wenn Sie einen hohen Blutzucker haben.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt, wenn Ihnen mitgeteilt wurde, dass Sie eine Herz- oder

Gefäßerkrankung, einschließlich Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien) haben, oder Sie mit einem

Arzneimittel gegen diese Erkrankungen behandelt werden.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie eine Gelbfärbung der Haut oder Augen, eine Dunkelfärbung

des Harns oder schwere Übelkeit oder Erbrechen haben, da dies Anzeichen oder Symptome von

Leberproblemen sein können. Selten kann ein Versagen der Leberfunktion (ein sogenanntes akutes

Leberversagen) auftreten, welches zum Tode führen kann.

Es können eine Abnahme der roten Blutzellen, eine Verminderung des Geschlechtstriebes (Libido),

Muskelschwäche und/oder Muskelschmerzen auftreten.

Abirateron medac darf nicht in Kombination mit Ra-223 gegeben werden aufgrund einer möglichen

Erhöhung des Risikos für Knochenbrüche und Todesfälle.

Wenn geplant ist, Ra-223 nach einer Behandlung mit Abirateron medac und Prednison/Prednisolon

anzuwenden, müssen Sie 5 Tage warten, bevor die Behandlung mit Ra-223 begonnen werden kann.

Wenn Sie nicht sicher sind, ob einer der oben genannten Punkte auf Sie zutrifft, sprechen Sie vor der

Einnahme dieses Arzneimittels mit Ihrem Arzt oder Apotheker.

Blutkontrolle

Abirateron medac kann Auswirkungen auf Ihre Leber haben, ohne dass Sie irgendwelche Symptome

haben. Wenn Sie dieses Arzneimittel einnehmen, wird Ihr Arzt Ihr Blut regelmäßig zur Überprüfung

möglicher Auswirkungen auf Ihre Leber untersuchen.

Kinder und Jugendliche

Dieses Arzneimittel ist nicht zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen bestimmt. Wenn Abirateron

medac versehentlich von einem Kind oder Jugendlichen eingenommen wurde, suchen Sie unverzüglich

ein Krankenhaus auf und nehmen die Packungsbeilage mit, um diese dem behandelnden Arzt zu zeigen.

Einnahme von Abirateron medac zusammen mit anderen Arzneimitteln

Fragen Sie vor der Einnahme von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, kürzlich andere

Arzneimittel eingenommen haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen. Dies ist wichtig,

da Abirateron medac die Wirkung zahlreicher Arzneimittel, einschließlich Herzmedikamenten,

Beruhigungsmitteln, einiger Arzneimittel bei Diabetes, pflanzlicher Arzneimittel (z. B. Johanniskraut)

und anderer, erhöhen kann. Ihr Arzt wird gegebenenfalls die Dosierung dieser Arzneimittel ändern

wollen. Ebenso können einige Arzneimittel die Wirkung von Abirateron medac steigern oder

abschwächen. Dies kann zu Nebenwirkungen führen oder dazu, dass Abirateron medac nicht so gut wirkt,

wie es sollte.

Eine Androgendeprivationstherapie kann das Risiko für Herzrhythmusstörungen erhöhen. Informieren Sie

Ihren Arzt, wenn Sie Arzneimittel erhalten,

die zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen angewendet werden (z. B. Chinidin, Procainamid,

Amiodaron und Sotalol);

die bekanntermaßen das Risiko für Herzrhythmusstörungen erhöhen [z. B. Methadon (angewendet

zur Schmerzlinderung und als Teil des Entzugs bei Drogenabhängigkeit), Moxifloxacin (ein

Antibiotikum), Antipsychotika (angewendet bei ernsthaften psychischen Erkrankungen)].

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie eines der oben genannten Arzneimittel anwenden.

Einnahme von Abirateron medac zusammen mit Nahrungsmitteln

Dieses Arzneimittel darf nicht zusammen mit Nahrungsmitteln eingenommen werden (siehe Abschnitt 3.

„Einnahme dieses Arzneimittels“).

Die Einnahme von Abirateron medac zusammen mit Nahrungsmitteln kann zu Nebenwirkungen führen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Abirateron medac ist nicht zur Anwendung bei Frauen bestimmt. Dieses Arzneimittel kann das

ungeborene Kind schädigen, wenn es von Frauen, die schwanger sind, eingenommen wird.

Wenn Sie Geschlechtsverkehr mit einer Frau haben, die schwanger werden kann, müssen Sie ein Kondom

und eine weitere wirksame Verhütungsmethode anwenden.

Wenn Sie Geschlechtsverkehr mit einer schwangeren Frau haben, müssen Sie ein Kondom verwenden,

um das ungeborene Kind zu schützen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Auswirkungen dieses Arzneimittels auf Ihre Verkehrstüchtigkeit und Ihre Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen sind nicht zu erwarten.

Abirateron medac enthält Lactose und Natrium

Jede Filmtablette Abirateron medac enthält 232,20 mg Lactose (als Lactose-Monohydrat). Bitte nehmen

Sie dieses Arzneimittel daher erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie

unter einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern leiden.

Dieses Arzneimittel enthält 23 mg Natrium (Hauptbestandteil von Kochsalz/Speisesalz) pro Dosis von

zwei Tabletten zu 500 mg. Dies entspricht 1,2 % der für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen

täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung.

3.

Wie ist Abirateron medac einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei Ihrem

Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Wie viel ist einzunehmen

Die empfohlene Dosis beträgt 1.000 mg (zwei Tabletten) einmal täglich.

Einnahme dieses Arzneimittels

Nehmen Sie dieses Arzneimittel über den Mund ein.

Nehmen Sie Abirateron medac nicht zusammen mit Nahrungsmitteln ein.

Nehmen Sie Abirateron medac mindestens eine Stunde vor oder frühestens zwei Stunden

nach dem Essen ein

(siehe Abschnitt 2, „Einnahme von Abirateron medac zusammen mit

Nahrungsmitteln“).

Schlucken Sie die Tabletten unzerteilt mit Wasser.

Zerbrechen Sie die Tabletten nicht.

Abirateron medac wird zusammen mit einem Arzneimittel namens Prednison oder Prednisolon

eingenommen. Nehmen Sie das Prednison oder Prednisolon genau nach den Anweisungen Ihres

Arztes ein.

Sie müssen während der Einnahme von Abirateron medac jeden Tag Prednison oder Prednisolon

einnehmen.

Die Menge an Prednison oder Prednisolon, die Sie einnehmen, muss gegebenenfalls geändert

werden, wenn Sie einen medizinischen Notfall haben. Ihr Arzt wird Ihnen sagen, ob Sie die Menge

an Prednison oder Prednisolon, die Sie einnehmen, ändern müssen. Beenden Sie die Einnahme von

Prednison oder Prednisolon nicht, es sei denn Ihr Arzt rät Ihnen dazu.

Ihr Arzt kann Ihnen auch andere Arzneimittel verschreiben, während Sie Abirateron medac und

Prednison oder Prednisolon einnehmen.

Wenn Sie eine größere Menge von Abirateron medac eingenommen haben, als Sie sollten

Wenn Sie eine größere Menge eingenommen haben, als Sie sollten, sprechen Sie sofort mit Ihrem Arzt

oder begeben Sie sich umgehend in ein Krankenhaus.

Wenn Sie die Einnahme von Abirateron medac vergessen haben

Wenn Sie die Einnahme von Abirateron medac oder Prednison bzw. Prednisolon vergessen haben,

nehmen Sie am folgenden Tag Ihre übliche Dosis ein.

Wenn Sie die Einnahme von Abirateron medac oder Prednison bzw. Prednisolon an mehr als einem Tag

vergessen haben, sprechen Sie unverzüglich mit Ihrem Arzt.

Wenn Sie die Einnahme von Abirateron medac abbrechen

Setzen Sie die Einnahme von Abirateron medac oder Prednison bzw. Prednisolon nicht ab, es sei denn,

Ihr Arzt rät Ihnen dazu.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder

Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Beenden Sie sofort die Einnahme von Abirateron medac und suchen Sie umgehend einen Arzt auf,

wenn Sie eine der folgenden Nebenwirkungen bemerken:

Muskelschwäche, Muskelzucken oder einen pochenden Herzschlag (Herzrasen). Diese können

Anzeichen dafür sein, dass die Kaliumkonzentration in Ihrem Blut zu niedrig ist.

Weitere Nebenwirkungen sind:

Sehr häufig

(kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen):

Flüssigkeit in den Beinen oder Füßen, niedriger Blutkaliumspiegel, erhöhte Leberwerte, hoher Blutdruck,

Harnwegsinfektion, Diarrhö.

Häufig

(kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):

Hohe Blutfettwerte, Schmerzen in der Brust, unregelmäßiger Herzschlag (Vorhofflimmern),

Herzversagen, beschleunigte Herzfrequenz, Sepsis (eine schwere Infektion), Knochenbrüche,

Verdauungsstörung, Blut im Urin, Hautausschlag.

Gelegentlich

(kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen):

Nebennierenprobleme (einhergehend mit Problemen mit dem Salz- und Wasserhaushalt), abnormaler

Herzrhythmus (Arrhythmie), Muskelschwäche und/oder Muskelschmerzen.

Selten

(kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen):

Lungenreizung (auch allergische Alveolitis genannt), Versagen der Leberfunktion (auch akutes

Leberversagen genannt).

Nicht bekannt

(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar):

Herzinfarkt, Veränderungen im EKG – Elektrokardiogramm (QT-Verlängerung), und schwere allergische

Reaktionen mit Schluck- oder Atemschwierigkeiten, Schwellungen von Gesicht, Lippen, Zunge oder

Hals, oder juckendem Hautausschlag.

Bei Männern, die wegen Prostatakrebs behandelt werden, kann Knochenschwund auftreten. Abirateron

medac zusammen mit Prednison oder Prednisolon kann Knochenschwund verstärken.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für

Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch

direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-

Kiesinger

Allee 3, D

53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Abirateron medac aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses nach dem auf dem Umkarton und dem Blister nach „verw. bis“ angegebenen

Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des

angegebenen Monats.

500 mg Filmtabletten: Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen

erforderlich.

Entsorgen Sie Arzneimittel niemals über das Abwasser (z. B. nicht über die Toilette oder das

Waschbecken). Fragen Sie in Ihrer Apotheke, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es

nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei. Weitere Informationen finden

Sie unter www.bfarm.de/arzneimittelentsorgung.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Abirateron medac enthält

Der Wirkstoff ist Abirateronacetat. Jede Filmtablette enthält 500 mg Abirateronacetat.

Die sonstigen Bestandteile sind: mikrokristalline Cellulose, Croscarmellose-Natrium, Lactose-

Monohydrat, Magnesiumstearat (Ph.Eur.) [pflanzlich], Hypromellose (Typ 2910), hochdisperses

Siliciumdioxid und Natriumdodecylsulfat (siehe Abschnitt 2. „Abirateron medac enthält Lactose

und Natrium“).

Der Filmüberzug enthält Eisen(II,III)-oxid (E172), Eisen(III)-oxid (E172), Macrogol-

Poly(vinylalkohol)-Pfropfcopolymer, Talkum und Titandioxid (E171).

Wie Abirateron medac aussieht und Inhalt der Packung

Abirateron medac Filmtabletten sind violette, ovale, bikonvexe Filmtabletten mit der Prägung

„500“ auf der einen Seite und ohne Prägung auf der anderen Seite.

Die Tabletten sind in Blisterpackungen in Umkartons mit 56 oder 60 Filmtabletten enthalten.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer

medac

Gesellschaft für klinische

Spezialpräparate mbH

Theaterstraße 6

22880 Wedel

Deutschland

Tel.: +49 (0)4103 8006-0

Fax: +49 (0)4103 8006-100

Hersteller

Haupt Pharma Münster GmbH

Schleebrüggenkamp 15

48159 Münster

Deutschland

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) unter

den folgenden Bezeichnungen zugelassen

Dänemark, Tschechien

Abirateron medac

Deutschland

Abirateron medac 500 mg Filmtabletten

Italien, Norwegen

Abiraterone medac

Schweden

Abiraterone medac 500 mg filmdragerad tabletter

Slowakei

Abiraterone medac 500 mg filmom obalené tablety

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Juni 2021

FACHINFORMATION

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Abirateron medac 500 mg Filmtabletten

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jede Filmtablette enthält 500 mg Abirateronacetat.

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung

Jede Filmtablette enthält 232,2 mg Lactose (als Lactose-Monohydrat) und 11,5 mg Natrium.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Filmtablette

Violette, ovale, bikonvexe Filmtabletten (19 mm lang und 11 mm breit), mit der Prägung „500“ auf

einer Seite und ohne Prägung auf der anderen Seite.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Abirateron medac ist indiziert mit Prednison oder Prednisolon:

zur Behandlung des neu diagnostizierten Hochrisiko-metastasierten hormonsensitiven

Prostatakarzinoms (mHSPC) bei erwachsenen Männern in Kombination mit

Androgenentzugstherapie (

androgen deprivation therapy

, ADT) (siehe Abschnitt 5.1).

zur Behandlung des metastasierten kastrationsresistenten Prostatakarzinoms (mCRPC) bei

erwachsenen Männern mit asymptomatischem oder mild symptomatischem Verlauf der

Erkrankung nach Versagen der Androgenentzugstherapie, bei denen eine Chemotherapie noch

nicht klinisch indiziert ist (siehe Abschnitt 5.1).

zur Behandlung des mCRPC bei erwachsenen Männern, deren Erkrankung während oder nach

einer Docetaxel-haltigen Chemotherapie progredient ist.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dieses Arzneimittel sollte von einem Arzt, der Erfahrung mit der Behandlung eines metastasierten

Prostatakarzinoms hat, verschrieben werden.

Dosierung

Die empfohlene Dosis beträgt 1.000 mg als tägliche Einmalgabe, die nicht zusammen mit

Nahrungsmitteln eingenommen werden darf (siehe „Art der Anwendung“ unten). Die Einnahme der

Tabletten zusammen mit Nahrungsmitteln erhöht die systemische Exposition von Abirateron (siehe

Abschnitte 4.5 und 5.2).

Dosierung von Prednison oder Prednisolon

Beim mHSPC wird Abirateron mit 5 mg Prednison oder Prednisolon täglich angewendet. Beim

mCRPC wird Abirateron mit 10 mg Prednison oder Prednisolon täglich angewendet.

Eine medizinische Kastration mit einem luteinisierenden Hormon Releasing Hormon (LHRH)-

Analogon soll während der Behandlung von Patienten, die nicht chirurgisch kastriert sind, fortgeführt

werden.

Empfohlene Kontrollen

Serum-Transaminasen sollen vor Beginn der Behandlung, in den ersten drei Monaten der Behandlung

alle zwei Wochen und anschließend einmal im Monat bestimmt werden. Blutdruck, Serum-Kalium

und Flüssigkeitsretention sollen einmal im Monat kontrolliert werden. Patienten mit einem erheblichen

Risiko für eine kongestive Herzinsuffizienz sollen in den ersten drei Monaten der Behandlung alle

zwei Wochen und anschließend einmal im Monat kontrolliert werden (siehe Abschnitt 4.4).

Bei Patienten mit vorbestehender Hypokaliämie oder bei Patienten, die während der Behandlung mit

Abirateron eine Hypokaliämie entwickeln, ist ein Beibehalten des Kaliumspiegels der Patienten von

≥ 4,0 mmol/l zu berücksichtigen.

Falls Patienten Toxizitäten im Schweregrad ≥ 3, einschließlich Hypertonie, Hypokaliämie, Ödeme und

andere nicht Mineralkortikoid-bedingte Toxizitäten, entwickeln, soll die Behandlung unterbrochen

und eine angemessene medizinische Versorgung eingeleitet werden. Die Behandlung mit Abirateron

soll nicht fortgesetzt werden, bis die Symptome der Toxizität auf Schweregrad 1 oder auf den

Ausgangswert zurückgegangen sind.

Im Falle einer versäumten Tagesdosis von Abirateron, Prednison oder Prednisolon soll die

Behandlung am folgenden Tag mit der üblichen Tagesdosierung fortgeführt werden.

Hepatotoxizität

Falls Patienten während der Behandlung eine Hepatotoxizität entwickeln (Anstieg der Alanin-

Aminotransferase [ALT] oder der Aspartat-Aminotransferase [AST] über das 5-Fache der oberen

Grenze des Normbereichs [

upper limit of normal

, ULN]), soll die Behandlung unverzüglich

unterbrochen werden (siehe Abschnitt 4.4). Nach Rückgang der Leberwerte auf die Ausgangswerte

kann eine erneute Behandlung mit einer reduzierten Dosis von 500 mg einmal täglich erfolgen. Bei

Patienten, die erneut behandelt werden, sollen die Serum-Transaminasen über drei Monate mindestens

alle zwei Wochen und anschließend einmal monatlich überwacht werden. Tritt die Hepatotoxizität

unter reduzierter Dosis von 500 mg täglich erneut auf, muss die Behandlung abgebrochen werden.

Wenn Patienten zu irgendeinem Zeitpunkt während der Behandlung eine schwere Hepatotoxizität

entwickeln (ALT oder AST 20-fach über der ULN), muss die Behandlung abgebrochen werden. Diese

Patienten dürfen nicht erneut behandelt werden.

Leberfunktionsstörung

Bei Patienten mit vorbestehender leichter Leberfunktionsstörung, Child-Pugh-Klasse A, ist keine

Dosisanpassung erforderlich.

Eine mäßige Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klasse B) erhöht die systemische Exposition von

Abirateron nach einer oralen Einmaldosis von 1.000 mg Abirateronacetat um das ungefähr 4-fache

(siehe Abschnitt 5.2). Es liegen keine Daten zur klinischen Sicherheit und Wirksamkeit von multiplen

Abirateronacetat-Dosen bei Patienten mit mäßiger bis schwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-

Klasse B oder C) vor. Es kann keine Empfehlung zur Dosisanpassung gegeben werden. Die

Anwendung von Abirateron soll bei Patienten mit mäßiger Leberfunktionsstörung, bei denen der

Nutzen eindeutig das mögliche Risiko überwiegt, mit Vorsicht bewertet werden (siehe Abschnitte 4.2

und 5.2). Bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung soll Abirateron nicht angewendet werden

(siehe Abschnitte 4.3, 4.4 und 5.2).

Nierenfunktionsstörung

Bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitt 5.2).

Da jedoch bei Patienten mit Prostatakarzinom und schwerer Nierenfunktionsstörung keine klinischen

Erfahrungen vorliegen, ist bei diesen Patienten Vorsicht geboten (siehe Abschnitt 4.4).

Kinder und Jugendliche

Es gibt keinen relevanten Nutzen von Abirateron bei Kindern und Jugendlichen.

Art der Anwendung

Abirateron ist zum Einnehmen.

Die Tabletten sollen mindestens eine Stunde vor oder frühestens 2 Stunden nach dem Essen

eingenommen werden. Die Tabletten sollen unzerteilt mit Wasser geschluckt werden.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

Frauen, die schwanger sind oder schwanger sein könnten (siehe Abschnitt 4.6).

schwere Leberfunktionsstörung [Child-Pugh Klasse C (siehe Abschnitte 4.2, 4.4 und 5.2)].

Abirateron mit Prednison oder Prednisolon ist in der Kombination mit Ra-223 kontraindiziert.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Hypertonie, Hypokaliämie, Flüssigkeitsretention und Herzinsuffizienz infolge eines Mineralkortikoid-

Überschusses

Abirateron kann aufgrund der erhöhten Mineralkortikoid-Spiegel infolge der CYP17-Inhibition (siehe

Abschnitt 5.1) Hypertonie, Hypokaliämie und Flüssigkeitsretention hervorrufen (siehe Abschnitt 4.8).

Die gleichzeitige Gabe eines Kortikosteroids supprimiert die Ausschüttung des adrenokortikotropen

Hormons (ACTH), wodurch die Inzidenz und die Schwere dieser Nebenwirkungen verringert werden.

Vorsicht ist bei der Behandlung von Patienten geboten, deren Grunderkrankungen durch einen

Blutdruckanstieg, Hypokaliämie (z. B. Patienten unter Herzglykosiden) oder Flüssigkeitsretention

(z. B. Patienten mit Herzinsuffizienz, schwerer oder instabiler Angina pectoris, kürzlich aufgetretenem

Myokardinfarkt oder ventrikulärer Arrhythmie, sowie bei Patienten mit schwerer

Nierenfunktionsstörung) beeinträchtigt werden könnten.

Bei Patienten mit einer kardiovaskulären Erkrankung in der Anamnese sollte Abirateron mit Vorsicht

angewendet werden. Patienten mit unkontrollierter Hypertonie, klinisch signifikanter Herzerkrankung

nachgewiesen durch Myokardinfarkt, arterielle thrombotische Ereignisse in den letzten 6 Monaten,

schwere oder instabile Angina, Herzinsuffizienz der New York Heart Association (NYHA)-Klasse III

oder IV (Studie 301) oder Herzinsuffizienz der Klasse II bis IV (Studien 3011 und 302) oder mit einer

kardialen Ejektionsfraktion von < 50 % waren von der Phase-III-Studie mit Abirateron

ausgeschlossen. Patienten mit Vorhofflimmern oder anderen kardialen Arrhythmien, die eine

medizinische Therapie benötigen, waren von den Studien 3011 und 302 ausgeschlossen. Die

Sicherheit bei Patienten mit einer linksventrikulären Ejektionsfraktion (LVEF) von < 50 % oder einer

Herzinsuffizienz der NYHA-Klasse III oder IV (Studie 301) oder einer Herzinsuffizienz der NYHA-

Klasse II bis IV (Studien 3011 und 302) wurde nicht nachgewiesen (siehe Abschnitte 4.8 und 5.1).

Vor Beginn der Behandlung von Patienten mit einem erheblichen Risiko für eine kongestive

Herzinsuffizienz (z. B. Herzinsuffizienz, unkontrollierte Hypertonie oder kardiale Ereignisse wie

ischämische Herzerkrankung in der Anamnese) ist eine Kontrolle der Herzfunktion (z. B.

Echokardiogramm) in Betracht zu ziehen. Vor Beginn der Behandlung mit Abirateron soll eine

Herzinsuffizienz behandelt und die Herzfunktion optimiert werden. Hypertonie, Hypokaliämie, und

Flüssigkeitsretention sollen korrigiert und kontrolliert werden. Während der Behandlung sollen

Blutdruck, Serum-Kalium, Flüssigkeitsretention (Gewichtszunahme, periphere Ödeme) und andere

Anzeichen und Symptome für eine Herzinsuffizienz über drei Monate alle zwei Wochen und

anschließend einmal im Monat kontrolliert und Anomalien korrigiert werden. Eine QT-Verlängerung

wurde bei Patienten beobachtet, die eine Hypokaliämie im Zusammenhang mit einer Abirateron-

Behandlung entwickelten. Die Herzfunktion ist nach klinischer Indikation zu kontrollieren, eine

entsprechende Versorgung ist einzuleiten und ein Abbruch dieser Behandlung ist in Betracht zu

ziehen, wenn eine klinisch signifikante Verminderung der Herzfunktion auftritt (siehe Abschnitt 4.2).

Hepatotoxizität und Leberfunktionsstörung

In kontrollierten klinischen Studien traten deutlich erhöhte Leberwerte auf, die zum Absetzen der

Behandlung oder einer Dosismodifikation führten (siehe Abschnitt 4.8). Serum-Transaminasenspiegel

sollen vor Beginn der Behandlung, in den ersten drei Monaten der Behandlung alle zwei Wochen und

anschließend einmal im Monat bestimmt werden. Wenn klinische Symptome oder Anzeichen

auftreten, die auf eine Hepatotoxizität hindeuten, sollen Serum-Transaminasen umgehend bestimmt

werden. Wenn es zu irgendeinem Zeitpunkt zu einem Anstieg von ALT oder AST über das 5-Fache

der ULN kommt, soll die Behandlung unverzüglich unterbrochen und die Leberfunktion engmaschig

überwacht werden. Eine erneute Behandlung kann erst nach Rückgang der Leberwerte auf die

Ausgangswerte des Patienten und mit einer reduzierten Dosierung durchgeführt werden (siehe

Abschnitt 4.2).

Wenn Patienten zu irgendeinem Zeitpunkt während der Behandlung eine schwere Hepatotoxizität

entwickeln (ALT oder AST 20-fach über der ULN), muss die Behandlung abgebrochen werden. Diese

Patienten dürfen nicht erneut behandelt werden.

Patienten mit einer aktiven oder symptomatischen viralen Hepatitis wurden von klinischen Studien

ausgeschlossen. Daher liegen keine Daten vor, die die Anwendung von Abirateron in dieser

Population stützen.

Es liegen keine Daten zur klinischen Sicherheit und Wirksamkeit von multiplen Abirateronacetat-

Dosen bei Patienten mit mäßiger bis schwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klasse B oder C)

vor. Die Anwendung von Abirateron sollte bei Patienten mit mäßiger Leberfunktionsstörung, bei

denen der Nutzen das mögliche Risiko eindeutig überwiegen sollte, sorgfältig überprüft werden (siehe

Abschnitte 4.2 und 5.2). Abirateron sollte bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung nicht

angewendet werden (siehe Abschnitte 4.2, 4.3 und 5.2).

Nach Markteinführung liegen seltene Berichte über akutes Leberversagen und fulminante Hepatitis

vor, einige mit tödlichem Ausgang (siehe Abschnitt 4.8).

Absetzen von Kortikosteroiden und Absicherung von Stresssituationen

Vorsicht ist geboten und eine Überwachung auf eine Insuffizienz der Nebennierenrinde soll erfolgen,

wenn Patienten die Behandlung mit Prednison oder Prednisolon absetzen. Wenn die Behandlung mit

Abirateron nach Absetzen der Kortikosteroide fortgeführt wird, sollen die Patienten auf Symptome

eines Überschusses an Mineralkortikoiden überwacht werden (siehe Informationen oben).

Bei Patienten unter Prednison oder Prednisolon, die ungewohntem Stress ausgesetzt sind, kann eine

erhöhte Dosis von Kortikosteroiden vor, während und nach der Stresssituation indiziert sein.

Knochendichte

Bei Männern mit metastasiertem fortgeschrittenem Prostatakarzinom kann eine verminderte

Knochendichte auftreten. Die Anwendung von Abirateron zusammen mit einem Glucokortikoid

könnte diesen Effekt verstärken.

Vorangegangene Therapie mit Ketoconazol

Bei Patienten, die zuvor wegen eines Prostatakarzinoms mit Ketoconazol behandelt wurden, könnten

geringere Response-Raten auftreten.

Hyperglykämie

Die Anwendung von Glucokortikoiden kann eine Hyperglykämie verstärken. Daher soll der

Blutzucker-Wert bei Patienten mit Diabetes häufig gemessen werden.

Hypoglykämie

Es wurden Fälle von Hypoglykämie berichtet, wenn Abirateron plus Prednison/Prednisolon von

Patienten angewendet wurde, die bei einem vorbestehenden Diabetes Pioglitazon oder Repaglinid

erhielten (siehe Abschnitt 4.5). Daher soll der Blutzucker-Wert bei Patienten mit Diabetes häufig

kontrolliert werden.

Anwendung zusammen mit Chemotherapie

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Abirateron bei gleichzeitiger Anwendung mit einer zytotoxischen

Chemotherapie ist nicht erwiesen (siehe Abschnitt 5.1).

Potenzielle Risiken

Bei Männern mit metastasiertem Prostatakarzinom, einschließlich derer unter Behandlung mit

Abirateron, können Anämien und sexuelle Funktionsstörungen auftreten.

Einfluss auf die Skelettmuskulatur

Es wurden Fälle von Myopathie und von Rhabdomyolyse bei mit Abirateron behandelten Patienten

berichtet. Die meisten Fälle traten innerhalb der ersten 6 Monate der Behandlung auf und waren nach

Absetzen von Abirateron reversibel. Vorsicht ist geboten bei Patienten, die gleichzeitig mit

Arzneimitteln behandelt werden, von denen bekannt ist, dass sie mit Myopathie/Rhabdomyolyse

assoziiert sind.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Starke CYP3A4-Induktoren sind aufgrund des Risikos einer verringerten Exposition von Abirateron

während der Behandlung zu vermeiden, es sei denn, es gibt keine therapeutische Alternative (siehe

Abschnitt 4.5).

Kombination von Abirateron und Prednison/Prednisolon mit Ra-223

Die Behandlung mit Abirateron und Prednison/Prednisolon in der Kombination mit Ra-223 ist

kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3). Grund hierfür ist ein erhöhtes Frakturrisiko und ein Trend zu

einer erhöhten Mortalität bei Patienten mit asymptomatischem oder mild symptomatischem

Prostatakarzinom, wie in klinischen Studien beobachtet wurde.

Es wird empfohlen, eine nachfolgende Behandlung mit Ra-223 nicht vor Ablauf von 5 Tagen nach

Einnahme der letzten Dosis Abirateron in Kombination mit Prednison/Prednisolon zu beginnen.

Überempfindlichkeit gegen sonstige Bestandteile

Abirateron medac enthält Lactose

Dieses Arzneimittel enthält 232,2 mg Lactose (als Lactose-Monohydrat) pro Filmtablette. Patienten

mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-

Malabsorption sollten Abirateron medac nicht einnehmen.

Abirateron medac enthält Natrium

Abirateron medac enthält 23 mg Natrium pro Dosis von zwei Tabletten, entsprechend 1,2 % der von

der WHO für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der

Nahrung von 2 g.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Einfluss von Nahrungsmitteln auf Abirateronacetat

Die Anwendung zusammen mit Nahrungsmitteln erhöht die Resorption von Abirateronacetat

erheblich. Die Wirksamkeit und Sicherheit bei Gabe zusammen mit Nahrungsmitteln wurde nicht

nachgewiesen. Daher darf dieses Arzneimittel nicht zusammen mit Nahrungsmitteln eingenommen

werden (siehe Abschnitte 4.2 und 5.2).

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Potentieller Einfluss von anderen Arzneimitteln auf die Exposition von Abirateron

In einer klinischen pharmakokinetischen Interaktionsstudie mit gesunden Probanden, die mit einem

starken CYP3A4-Induktor Rifampicin 600 mg täglich über 6 Tage vorbehandelt wurden, gefolgt von

einer Einzeldosis Abirateronacetat 1.000 mg, war die mittlere Plasma AUC

von Abirateron um 55 %

verringert.

Starke CYP3A4-Induktoren (z. B. Phenytoin, Carbamazepin, Rifampicin, Rifabutin, Rifapentin,

Phenobarbital, Johanniskraut [

Hypericum perforatum

]) sind während der Behandlung zu vermeiden,

es sei denn, es gibt keine therapeutische Alternative.

In einer separaten klinischen pharmakokinetischen Interaktionsstudie mit gesunden Probanden hatte

die gleichzeitige Anwendung von Ketokonazol, einem starken CYP3A4-Inhibitor, keinen klinisch

relevanten Einfluss auf die Pharmakokinetik von Abirateron.

Potentieller Einfluss auf die Exposition von anderen Arzneimitteln

Abirateron ist ein Inhibitor der Arzneimittel-metabolisierenden Leberenzyme CYP2D6 und CYP2C8.

In einer Studie, die die Wirkung von Abirateronacetat (plus Prednison) auf eine Einzeldosis des

CYP2D6-Substrats Dextromethorphan untersuchte, war die systemische Exposition mit

Dextromethorphan (AUC) um etwa 2,9-fach erhöht. Die AUC

für Dextrorphan, den aktiven

Metaboliten von Dextromethorphan, stieg um ca. 33 % an.

Vorsicht ist geboten bei Anwendung zusammen mit Arzneimitteln, die durch CYP2D6 aktiviert oder

metabolisiert werden, insbesondere bei Arzneimitteln mit enger therapeutischer Breite. Bei

Arzneimitteln mit enger therapeutischer Breite, die durch CYP2D6 metabolisiert werden, sollte eine

Reduzierung der Dosis in Betracht gezogen werden. Arzneimittel, die durch CYP2D6 metabolisiert

werden, sind beispielsweise Metoprolol, Propranolol, Desipramin, Venlafaxin, Haloperidol,

Risperidon, Propafenon, Flecainid, Codein, Oxycodon und Tramadol (die drei letzten Arzneimittel

benötigen CYP2D6, um ihre aktiven analgetisch wirksamen Metaboliten zu bilden).

In einer CYP2C8-Arzneimittel-Interaktionsstudie mit gesunden Probanden war die AUC von

Pioglitazon bei gleichzeitiger Gabe einer 1.000 mg Einzeldosis Abirateronacetat um 46 % erhöht und

die AUCs von M-III und M-IV, den aktiven Metaboliten von Pioglitazon, jeweils um 10 % verringert.

Patienten sollen auf Anzeichen einer Toxizität in Verbindung mit einem CYP2C8-Substrat mit enger

therapeutischer Breite überwacht werden, wenn dieses gleichzeitig angewendet wird. Beispiele für

Arzneimittel, die über CYP2C8 metabolisiert werden, sind u. a. Pioglitazon und Repaglinid (siehe

Abschnitt 4.4).

In vitro

zeigten die Hauptmetabolite Abirateron-Sulfat und N-Oxid-Abirateron-Sulfat eine Hemmung

des hepatischen Aufnahmetransporters OATP1B1, was infolgedessen zu einem Anstieg der

Konzentrationen von Arzneimitteln führen kann, die durch OATP1B1 eliminiert werden. Es liegen

keine klinischen Daten vor, die eine Transporter-basierte Interaktion bestätigen.

Anwendung mit Arzneimitteln, die bekanntermaßen das QT-Intervall verlängern

Da eine Androgendeprivationstherapie das QT-Intervall verlängern kann, ist bei gleichzeitiger

Anwendung von Abirateron mit Arzneimitteln, die bekanntermaßen das QT-Intervall verlängern, oder

mit Arzneimitteln, die

Torsades de Pointes

induzieren können, wie Antiarrhythmika der Klasse IA

(z. B. Chinidin, Disopyramid) oder der Klasse III (z. B. Amiodaron, Sotalol, Dofetilid, Ibutilid),

Methadon, Moxifloxacin, Antipsychotika etc., Vorsicht geboten.

Anwendung mit Spironolacton

Spironolacton bindet an den Androgenrezeptor und kann den Spiegel des prostataspezifischen

Antigens (PSA) erhöhen. Die gleichzeitige Anwendung mit Abirateron wird nicht empfohlen (siehe

Abschnitt 5.1).

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Frauen im gebärfähigen Alter

Es liegen keine Daten zur Anwendung von Abirateron in der Schwangerschaft beim Menschen vor.

Dieses Arzneimittel ist nicht zur Anwendung bei Frauen im gebärfähigen Alter bestimmt.

Kontrazeption bei Männern und Frauen

Es ist nicht bekannt, ob Abirateron oder seine Metabolite im Sperma vorhanden sind. Ein Kondom ist

erforderlich, wenn der Patient mit einer schwangeren Frau sexuell aktiv ist. Hat der Patient

Geschlechtsverkehr mit einer Frau im gebärfähigen Alter, ist sowohl ein Kondom als auch eine andere

zuverlässige Verhütungsmethode erforderlich. Tierexperimentelle Studien haben eine

Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3).

Schwangerschaft

Abirateron ist nicht zur Anwendung bei Frauen bestimmt und ist kontraindiziert bei Frauen, die

schwanger sind oder sein könnten (siehe Abschnitte 4.3 und 5.3).

Stillzeit

Abirateron ist nicht zur Anwendung bei Frauen bestimmt.

Fertilität

Abirateron beeinträchtigte die Fertilität männlicher und weiblicher Ratten. Diese Effekte waren jedoch

vollständig reversibel (siehe Abschnitt 5.3).

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Abirateron hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die

Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.

4.8

Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Die Analyse der Nebenwirkungen aus kombinierten Phase-III-Studien mit Abirateron zeigte folgende

Nebenwirkungen bei ≥ 10% der Patienten: periphere Ödeme, Hypokaliämie, Hypertonie,

Harnwegsinfektion und Anstieg der Alaninaminotransferase (ALT) und/oder Anstieg der

Aspartataminotransferase (AST).

Sonstige wichtige Nebenwirkungen schließen Herzerkrankungen, Hepatotoxizität, Frakturen und

allergische Alveolitis ein.

Abirateron kann als pharmakodynamische Folge seines Wirkmechanismus zu Hypertonie,

Hypokaliämie und Flüssigkeitsretention führen. In Phase-III-Studien wurden die erwarteten

mineralkortikoiden Nebenwirkungen häufiger bei Patienten beobachtet, die mit Abirateronacetat

behandelt wurden, als bei Patienten der Placebo-Gruppe: Hypokaliämie bei 18 % gegenüber 8 %,

Hypertonie bei 22 % gegenüber 16 % und Flüssigkeitsretention (periphere Ödeme) bei 23 %

gegenüber 17 %. Bei mit Abirateronacetat behandelten Patienten wurden im Vergleich zu Patienten, die

Placebo erhielten, bei 6 % gegenüber 1 % der Patienten Hypokaliämie der CTCAE-Schweregrade 3 und

4 (Version 4.0), bei 7 % gegenüber 5 % der Patienten Hypertonie der CTCAE-Schweregrade 3 und 4

(Version 4.0) sowie bei 1 % gegenüber 1 % der Patienten Flüssigkeitsretention (periphere Ödeme) der

Schweregrade 3 und 4 beobachtet.

Mineralkortikoide Wirkungen konnten im Allgemeinen erfolgreich medizinisch behandelt werden. Die

gleichzeitige Anwendung eines Kortikosteroids verringert die Inzidenz und die Schwere dieser

Nebenwirkungen (siehe Abschnitt 4.4).

Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen

In Studien mit Patienten mit metastasiertem fortgeschrittenem Prostatakarzinom, die mit einem

LHRH-Analogon behandelt wurden oder bei denen vorher eine Orchiektomie durchgeführt worden

war, wurde Abirateron in einer Dosierung von 1.000 mg täglich in Kombination mit niedrig dosiertem

Prednison oder Prednisolon (entweder 5 oder 10 mg täglich, je nach Indikation) gegeben.

Im Folgenden werden die Nebenwirkungen, die in klinischen Studien und nach Markteinführung

beobachtet wurden, nach ihrer Häufigkeit aufgeführt. Bei den Häufigkeitsangaben werden folgende

Kategorien zugrunde gelegt: sehr häufig (≥ 1/10); häufig (≥ 1/100, < 1/10); gelegentlich (≥ 1/1.000,

< 1/100); selten (≥ 1/10.000, < 1/1.000); sehr selten (< 1/10.000) und nicht bekannt (Häufigkeit auf

Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

In jeder Häufigkeitskategorie werden die Nebenwirkungen in abnehmendem Schweregrad dargestellt.

Tabelle 1:

Nebenwirkungen, die in klinischen Studien und nach Markteinführung aufgetreten

sind

Systemorganklasse

Nebenwirkung und Häufigkeit

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Sehr häufig: Harnwegsinfektion

Häufig: Sepsis

Endokrine Erkrankungen

Gelegentlich: Nebenniereninsuffizienz

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Sehr häufig: Hypokaliämie

Häufig: Hypertriglyceridämie

Herzerkrankungen

Häufig: Herzinsuffizienz*, Angina Pectoris,

Vorhofflimmern, Tachykardie

Gelegentlich: andere Arrhythmien

Nicht bekannt: Myokardinfarkt, QT-Verlängerung

(siehe Abschnitte 4.4 und 4.5)

Gefäßerkrankungen

Sehr häufig: Hypertonie

Erkrankungen der Atemwege, des

Brustraums und Mediastinums

Selten: allergische Alveolitis

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig: Diarrhö

Häufig: Dyspepsie

Leber- und Gallenerkrankungen

Sehr häufig: erhöhte Alaninaminotransferase

und/oder erhöhte Aspartataminotransferase

Selten: fulminante Hepatitis, akutes Leberversagen

Erkrankungen der Haut und des

Unterhautzellgewebes

Häufig: Hautausschlag

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und

Knochenerkrankungen

Gelegentlich: Myopathie, Rhabdomyolyse

Erkrankungen der Niere und der

Harnwege

Häufig: Hämaturie

Allgemeine Erkrankungen und

Beschwerden am Verabreichungsort

Sehr häufig: periphere Ödeme

Verletzung, Vergiftung und durch

Eingriffe bedingte Komplikationen

Häufig: Frakturen**

Erkrankungen des Immunsystems

Nicht bekannt: anaphylaktische Reaktionen

Herzinsuffizienz umfasst auch kongestive Herzinsuffizienz, linksventrikuläre Dysfunktion und verminderte

Ejektionsfraktion

Frakturen beinhalten Osteoporose sowie alle Frakturen mit Ausnahme der pathologischen Frakturen

Nebenwirkungsmeldungen nach Markteinführung

Erhöhte Alaninaminotransferase und/oder erhöhte Aspartataminotransferase umfasst erhöhte ALT, erhöhte AST und

abnormale Leberfunktion.

Die folgenden Nebenwirkungen des CTCAE-Schweregrades 3 (Version 4.0) traten bei Patienten, die

mit Abirateronacetat behandelt wurden, auf: Hypokaliämie 5 %, Harnwegsinfektion 2 %, erhöhte

Alaninaminotransferase und/oder erhöhte Aspartataminotransferase 4 %, Hypertonie 6 %, Frakturen

2 %, periphere Ödeme, Herzinsuffizienz 1 % und Vorhofflimmern 1 %. Im CTCAE-Schweregrad 3

(Version 4.0) traten bei < 1 % der Patienten Hypertriglyceridämie und Angina Pectoris auf. Im

CTCAE-Schweregrad 4 (Version 4.0) traten bei < 1 % der Patienten Harnwegsinfektion, erhöhte

Alaninaminotransferase und/oder erhöhte Aspartataminotransferase, Hypokaliämie, Herzinsuffizienz,

Vorhofflimmern und Frakturen auf.

In der hormonsensitiven Population (Studie 3011) wurde eine höhere Inzidenz für Hypertonie und

Hypokaliämie beobachtet. Bei 36,7 % der Patienten der hormonsensitiven Population wurde über

Hypertonie berichtet (Studie 3011) im Vergleich zu 11,8 % bzw. 20,2 % in den Studien 301 und 302.

Hypokaliämie wurde bei 20,4 % der Patienten der hormonsensitiven Population beobachtet

(Studie 3011) im Vergleich zu 19,2 % bzw. 14,9 % in den Studien 301 und 302.

Inzidenz und Schweregrad der Nebenwirkungen waren höher in der Subgruppe der Patienten mit

einem initialen ECOG-Performance-Status Grad 2 sowie auch bei älteren Patienten (≥ 75 Jahre).

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen

Kardiovaskuläre Reaktionen

Patienten mit unkontrollierter Hypertonie, klinisch signifikanter Herzerkrankung im Sinne eines

Myokardinfarktes, eines arteriellen thrombotischen Ereignisses in den letzten 6 Monaten, einer

schweren oder instabilen Angina, einer Herzinsuffizienz der NYHA-Klasse III oder IV (Studie 301)

oder einer Herzinsuffizienz der Klasse II bis IV (Studien 3011 und 302) oder einer kardialen

Ejektionsfraktion von < 50 % waren von den drei Phase-III-Studien ausgeschlossen. Alle

eingeschlossenen Patienten (aktiv behandelte und mit Placebo behandelte Patienten) erhielten eine

begleitende Androgenentzugstherapie, vorwiegend unter Verwendung von LHRH-Analoga, die mit

Diabetes, Myokardinfarkt, zerebrovaskulären Ereignissen und plötzlichem Herztod in Verbindung

gebracht wird. Die Inzidenz für kardiovaskuläre Nebenwirkungen in den Phase-III-Studien bei

Patienten, die Abirateronacetat eingenommen haben, verglichen mit Patienten, die Placebo

eingenommen haben, war wie folgt: Vorhofflimmern 2,6 % vs. 2,0 %, Tachykardie 1,9 % vs. 1,0 %,

Angina Pectoris 1,7 % vs. 0,8 %, Herzinsuffizienz 0,7 % vs. 0,2 % und Arrhythmie 0,7 % vs. 0,5%.

Hepatotoxizität

Bei Patienten, die mit Abirateronacetat behandelt wurden, wurde über Hepatotoxizität mit erhöhten

Werten für ALT, AST und Gesamt-Bilirubin berichtet. In klinischen Phase-III-Studien wurde von

Hepatotoxizität Grad 3 und 4 (bzw. ALT- oder AST-Anstieg von > 5-fach ULN oder Bilirubin-

Anstieg von > 1,5-fach ULN), typischerweise während der ersten 3 Monate nach Behandlungsbeginn,

bei ungefähr 6% der Patienten berichtet, die Abirateronacetat erhielten. In Studie 3011 trat

Hepatotoxizität Grad 3 oder 4 bei 8,4 % der mit Abirateron behandelten Patienten auf. Bei zehn

Patienten, die Abirateron erhielten, kam es wegen Hepatotoxizität zum Behandlungsabbruch; bei zwei

lag eine Hepatotoxizität Grad 2 vor, bei sechs lag eine Hepatotoxizität Grad 3 vor und bei zwei lag

eine Hepatotoxizität Grad 4 vor. Kein Patient verstarb in der Studie 3011 aufgrund von

Hepatotoxizität. In den klinischen Phase-III-Studien traten erhöhte Leberwerte eher bei den Patienten

mit erhöhten ALT- oder AST-Ausgangswerten auf als bei den Patienten mit normalen

Ausgangswerten. Wenn um > 5-fach ULN erhöhte ALT- oder AST-Werte oder um > 3-fach ULN

erhöhte Bilirubinwerte gemessen wurden, wurde die Gabe von Abirateronacetat ausgesetzt oder

abgebrochen. In zwei Fällen kam es zu deutlich erhöhten Leberwerten (siehe Abschnitt 4.4). Diese

zwei Patienten mit einer normalen Baseline-Leberfunktion entwickelten eine Erhöhung der ALT- oder

AST-Werte um 15- bis 40-fach ULN und der Bilirubin-Werte um 2- bis 6-fach ULN. Nach Absetzen

der Behandlung normalisierten sich die Leberwerte bei beiden Patienten und ein Patient wurde erneut

behandelt, ohne dass die erhöhten Werte noch einmal auftraten. In Studie 302 wurden bei 35 (6,5 %)

Patienten, die mit Abirateronacetat behandelt wurden, Erhöhungen der ALT- oder AST-Werte

beobachtet. Erhöhungen der Aminotransferase zeigten sich bei allen bis auf 3 Patienten rückläufig (2

mit neuen multiplen Lebermetastasen und 1 mit Erhöhung des AST-Wertes ungefähr 3 Wochen nach

der letzten Abirateronacetat-Dosis). In klinischen Phase-III-Studien wurde über ein Absetzen der

Behandlung aufgrund von Erhöhungen der ALT- und AST-Werte oder abnormaler Leberfunktion bei

1,1 % der mit Abirateronacetat behandelten Patienten sowie bei 0,6 % der mit Placebo behandelten

Patienten berichtet; es wurde über keine Todesfälle aufgrund hepatotoxischer Ereignisse berichtet.

In klinischen Studien wurde das Risiko für eine Hepatotoxizität durch Ausschluss von Patienten mit

einer Hepatitis oder signifikanten Veränderungen der Leberwerte zu Beginn der Studie verringert. In

der Studie 3011 wurden Patienten mit ALT- und AST-Ausgangswerten von > 2,5-fach ULN,

Bilirubinwerten von > 1,5-fach ULN oder Patienten mit aktiver oder symptomatischer viraler Hepatitis

oder chronischer Lebererkrankung, Aszites oder Blutgerinnungsstörungen infolge einer

Leberfunktionsstörung ausgeschlossen. In der Studie 301 wurden Patienten mit ALT- und AST-

Ausgangswerten von ≥ 2,5-fach ULN ohne Lebermetastasen bzw. > 5-fach ULN bei vorhandenen

Lebermetastasen ausgeschlossen. In der Studie 302 waren Patienten mit Lebermetastasen nicht

eingeschlossen und Patienten mit ALT- und AST-Ausgangswerten ≥ 2,5-fach ULN wurden

ausgeschlossen. Traten bei Patienten während der klinischen Studien abnormale Leberwerte auf,

wurden unverzüglich die nötigen Maßnahmen ergriffen: Ein Abbruch der Behandlung war erforderlich

und eine erneute Behandlung wurde erst wieder aufgenommen, wenn die Leberwerte wieder auf die

Ausgangswerte des Patienten zurückgegangen waren (siehe Abschnitt 4.2). Patienten mit erhöhten

ALT- oder AST-Werten > 20-fach ULN wurden nicht erneut behandelt. Die Sicherheit einer erneuten

Behandlung bei diesen Patienten ist nicht bekannt. Der Mechanismus für eine Hepatotoxizität ist nicht

bekannt.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-

Kiesinger

Allee 3, D

53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Erfahrungen zur Überdosierung von Abirateron beim Menschen sind begrenzt.

Es gibt kein spezifisches Antidot. Im Falle einer Überdosierung soll die Behandlung ausgesetzt und

allgemeine unterstützende Maßnahmen eingeleitet werden, einschließlich der Überwachung von

Arrhythmien, Hypokaliämie und hinsichtlich Anzeichen und Symptomen einer Flüssigkeitsretention.

Auch die Leberfunktion sollte untersucht werden.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Endokrine Therapie, andere Hormonantagonisten und verwandte

Mittel, ATC-Code: L02BX03

Wirkmechanismus

Abirateronacetat wird

in vivo

zu Abirateron, einem Androgen-Biosynthese-Inhibitor, umgewandelt.

Abirateron inhibiert selektiv das Enzym 17α-Hydroxylase/C17,20-lyase (CYP17).

Dieses Enzym wird in Hoden, Nebennieren und Prostata-Tumorgewebe exprimiert und ist für die

Androgen-Biosynthese erforderlich. CYP17 katalysiert die Umwandlung von Pregnenolon bzw.

Progesteron in die Testosteron-Vorstufen DHEA bzw. Androstenedion durch 17α-Hydroxylierung und

Spaltung der C17,20-Bindung. Die CYP17-Inhibition führt außerdem zu einer erhöhten

Mineralkortikoid-Produktion in den Nebennieren (siehe Abschnitt 4.4).

Androgensensitive Prostatakarzinome sprechen auf eine androgenspiegelsenkende Behandlung an.

Androgenentzugstherapien, wie eine Behandlung mit LHRH-Analoga oder eine Orchiektomie, senken

die Androgenproduktion in den Hoden, wirken sich jedoch nicht auf die Androgenproduktion in den

Nebennieren oder im Tumor aus. Eine Behandlung mit Abirateron senkt den Serum-Testosteron-

Spiegel auf nicht nachweisbare Konzentrationen (bei Verwendung handelsüblicher Tests), wenn es

gemeinsam mit LHRH-Analoga gegeben wird (oder eine Orchiektomie vorgenommen wurde).

Pharmakodynamische Wirkungen

Abirateron senkt den Spiegel von Serum-Testosteron und anderen Androgenen auf Konzentrationen,

die geringer sind als die, die durch die alleinige Gabe von LHRH-Analoga oder eine Orchiektomie

erreicht werden. Dies resultiert aus der selektiven Inhibition des für die Androgen-Biosynthese

erforderlichen Enzyms CYP17. PSA dient als Biomarker bei Patienten mit Prostatakarzinom. In einer

klinischen Phase-III-Studie an Patienten, bei denen eine vorherige Chemotherapie mit Taxanen

fehlgeschlagen war, wiesen 38 % der mit Abirateronacetat behandelten Patienten, verglichen mit 10 %

der Patienten unter Placebo einen Rückgang des PSA-Werts um mindestens 50 % gegenüber dem

Ausgangswert auf.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

Die Wirksamkeit wurde in drei randomisierten, Placebo-kontrollierten, multizentrischen, klinischen

Phase-III-Studien an Patienten mit mHSPC (Studien 3011) und mCRPC (Studien 302 und 301)

nachgewiesen. In die Studie 3011 wurden Patienten eingeschlossen, die maximal 3 Monate vor

Randomisierung neu mit mHSPC diagnostiziert wurden und Hochrisiko-Prognosefaktoren aufwiesen.

Hochrisiko-Prognose war definiert als Vorliegen von mindestens 2 der folgenden 3 Risikofaktoren: (1)

Gleason-Score von ≥ 8; (2) Vorliegen von mindestens 3 Läsionen in der Knochenszintigraphie; (3)

Vorliegen von messbaren viszeralen Metastasen (ausgeschlossen Lymphknotenbefall). Im aktiven

Arm wurde Abirateron in einer Dosierung von 1.000 mg täglich in Kombination mit niedrig dosiertem

Prednison 5 mg einmal täglich verabreicht, zusätzlich zur ADT (LHRH-Agonist oder Orchiektomie),

die die Standardbehandlung darstellte. Patienten im Kontroll-Arm erhielten ADT und Placebo für

sowohl Abirateron als auch Prednison. Die in der Studie 302 eingeschlossenen Patienten waren

Docetaxel-naïv; Patienten hingegen, die in der Studie 301 eingeschlossen waren, hatten zuvor

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