Aranesp 500 Mikrogramm Injektionslösung in Fertigspritze

Switzerland - German - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Active ingredient:
darbepoetinum alfa
Available from:
Amgen Switzerland AG
ATC code:
B03XA02
INN (International Name):
darbepoetinum alfa
Pharmaceutical form:
Injektionslösung in Fertigspritze
Composition:
darbepoetinum alfa 500 µg, natrii phosphates oder, natrii chloridum, polysorbatum 80, Wasser iniectabilia q.s. zu einer Lösung anstelle von 1 ml.
Class:
A
Therapeutic group:
Biotechnologika
Therapeutic area:
Stimulierung der Erythropoese
Authorization number:
55725
Authorization date:
2002-09-13

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Patient Information leaflet Patient Information leaflet - French

01-09-2019

Patient Information leaflet Patient Information leaflet - Italian

01-09-2019

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Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel anwenden. Dieses

Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere Personen

weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte ihnen das

Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Aranesp® Fertigspritze

Amgen Switzerland AG

Was ist Aranesp und wann wird es angewendet?

Der Wirkstoff von Aranesp, Darbepoetin alfa, ist ein Hormon, das wie das natürliche, menschliche

Hormon Erythropoetin wirkt. Es wird aus gentechnisch veränderten Säugetierzellen mittels

rekombinanter Techniken hergestellt. Bei gesunden Menschen wird Erythropoetin von der Niere

gebildet. Darbepoetin alfa gelangt über das Blut ins Knochenmark, wo es die Bildung von roten

Blutkörperchen anregt.

Ihr Arzt oder Ihre Ärztin hat Ihnen Aranesp (ein Antianämikum) zur Behandlung Ihrer Anämie

verordnet. Von Anämie spricht man, wenn das Blut nicht genügend rote Blutkörperchen enthält. Die

Symptome einer Anämie können Müdigkeit, Schwäche und Kurzatmigkeit sein.

Wenn Sie eine chronische Niereninsuffizienz haben

Aranesp wird bei Erwachsenen und bei Kindern ab 1 Jahr zur Behandlung der symptomatischen

Anämie eingesetzt, die mit einer chronischen Nierenschädigung (Niereninsuffizienz) verbunden ist.

Bei Niereninsuffizienz produziert die Niere nicht genügend Erythropoetin; dies kann oftmals zu

Anämie führen.

Da Ihr Körper zur Steigerung seiner Produktion von roten Blutkörperchen einige Zeit braucht, wird

es ungefähr vier Wochen dauern, bis Sie eine Wirkung spüren. Ihre normale Dialysebehandlung wird

keinen Einfluss auf die Wirksamkeit von Aranesp bei der Behandlung Ihrer Anämie haben.

Wenn Sie eine Chemotherapie erhalten

Aranesp wird zur Behandlung der symptomatischen Anämie bei erwachsenen Krebspatienten

eingesetzt, die nicht-myeloische maligne Erkrankungen haben (bösartige Erkrankungen, die nicht das

Knochenmark betreffen) und eine Chemotherapie erhalten.

Eine der Hauptnebenwirkungen der Chemotherapie ist, dass sie die Bildung einer ausreichenden Zahl

von Blutzellen im Knochenmark stoppt. Zunächst scheinen nur die weissen Blutkörperchen betroffen

zu sein. Das liegt daran, dass die roten Blutkörperchen im zirkulierenden Blut eine wesentlich

längere Lebensdauer haben. Gegen Ende Ihres Chemotherapiezyklus kann die Zahl Ihrer roten

Blutkörperchen abfallen und Sie blutarm (anämisch) werden lassen, insbesondere dann, wenn Sie

sehr viel Chemotherapie erhalten haben.

Wenn Sie unter myelodysplastischen Syndromen leiden

Aranesp wird zur Behandlung der Anämie bei Patienten mit geringem Transfusionsbedarf bei

myelodysplastischen Syndromen (MDS) der Risikogruppen low- oder intermediate-1 angewendet.

Bei MDS handelt es sich um eine Gruppe von Erkrankungen des Blutes und des Knochenmarks. Sie

führen zur Bildung abnormer Blutzellen, die nicht richtig funktionieren. Die Patienten können

verschiedene Anzeichen und Symptome entwickeln, unter anderem einen Mangel an roten

Blutkörperchen (Anämie).

Aranesp darf nur auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin angewendet werden.

Wann darf Aranesp nicht angewendet werden?

Aranesp darf nicht angewendet werden:

·wenn Sie überempfindlich (allergisch) auf Aranesp (Darbepoetin alfa), andere

Erythropoetinprodukte oder einen der sonstigen Inhaltsstoffe von Aranesp reagieren.

·wenn bei Ihnen ein hoher Blutdruck festgestellt wurde, der nicht mit anderen Arzneimitteln, die

Ihnen Ihr Arzt oder Ihre Ärztin verschrieben hat, eingestellt ist.

Wann ist bei der Anwendung von Aranesp Vorsicht geboten?

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen

Krankheiten leiden oder gelitten haben:

·Bluthochdruck, der mit anderen Arzneimitteln, die Ihnen Ihr Arzt oder Ihre Ärztin verschrieben hat,

eingestellt ist

·Sichelzellenanämie

·Herzerkrankungen (z.B. Angina Pectoris)

·epileptische Anfälle

·Krampfanfälle

·Erkrankungen der Leber

·erhöhtes Risiko zu Thrombosen (Blutgerinnselbildung)

·eindeutiges Nichtansprechen auf Arzneimittel zur Anämietherapie

·Latexallergie (die Nadelkappe der Fertigspritze enthält ein Latexderivat)

Missbräuchliche Anwendung durch Gesunde, z.B. zu Dopingzwecken, kann zu einem übermässigen

Anstieg der Anzahl roter Blutkörperchen (des Hämatokrits) führen. Dies kann lebensbedrohliche

Komplikationen am Herzen oder an Blutgefässen (Blutgerinnsel, Thrombosen) verursachen.

Ihr Arzt oder Ihre Ärztin sollte versuchen, unter Anwendung der niedrigsten möglichen wirksamen

Dosis Ihren Hämoglobinwert zwischen 10 und 12 g/dl aufrechtzuerhalten. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin

wird überwachen, dass Ihr Hämoglobinwert einen bestimmten Wert nicht überschreitet, da eine

Behandlung auf höhere Hämoglobinwerte hin oder eine wiederholte Erhöhung Ihrer Dosis, falls Sie

auf die Behandlung nicht ansprechen, das Risiko des Auftretens von Problemen mit dem Herzen oder

Blutgefässen und von Herzinfarkt, Schlaganfall und Tod erhöhen kann.

Wenn Sie eine chronische Nierenerkrankung haben, besteht ein erhöhtes Risiko für ernsthafte

Probleme mit Ihren Blutgefässen (kardiovaskuläre Ereignisse), wenn Ihr Hämoglobinwert zu hoch

gehalten wurde, u.a. können sich Blutgerinnsel in den Blutgefässen bilden.

Falls Sie Krebspatient sind, sollten Sie beachten, dass Aranesp als Wachstumsfaktor für Blutzellen

wirken und unter Umständen eine negative Auswirkung auf Ihre Krebserkrankung haben kann. Ihr

Arzt oder Ihre Ärztin wird individuell mit Ihnen sprechen und entscheiden, ob Aranesp die richtige

Behandlung für Sie ist. Bitte besprechen Sie dies mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin.

Falls Sie Symptome haben wie eine ungewöhnliche Müdigkeit und Kraftlosigkeit, könnte dies

bedeuten, dass Sie - wie bei Einzelpatienten berichtet - an einer Erythroblastopenie (pure red cell

aplasia, PRCA) leiden. Das Auftreten einer PRCA bedeutet, dass Ihr Körper gegen den Wirkstoff

reagiert, was dessen Effekt entgegenwirkt, so dass weniger oder keine roten Blutkörperchen

produziert werden. Dies führt zu einer schweren Anämie. Bitte kontaktieren Sie sofort Ihren Arzt

bzw. Ihre Ärztin, falls Sie solche Symptome bei sich beobachten. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird

entscheiden, welche die beste Vorgehensweise ist, um Ihre Anämie zu behandeln.

Es wurde über schwere Hautreaktionen, einschliesslich Stevens-Johnson Syndrom (SJS) und

Toxischer Epidermaler Nekrolyse (TEN), im Zusammenhang mit Epoetin-Behandlungen berichtet.

Schwerere Fälle wurden im Zusammenhang mit langwirksamen Epoetinen beobachtet.

SJS/TEN können zu Beginn als rötliche, zielscheibenartige Punkte oder als kreisrunde Flecken, oft

mit in der Mitte gelegenen Blasen auf dem Rumpf, auftreten. Es können auch Geschwüre im Bereich

von Mund, Rachen, Nase, Genitalien und Augen (rote und geschwollene Augen) auftreten. Diesen

schweren Hautreaktionen gehen oftmals Fieber und/oder grippeähnliche Symptome voraus. Die

Hautausschläge können zu einem grossflächigen Ablösen der Haut und lebensbedrohlichen

Komplikationen führen.

Wenn bei Ihnen ein schwerwiegender Hautausschlag oder ein anderes dieser Hautsymptome auftritt,

beenden Sie sofort die Behandlung mit Aranesp und setzen Sie sich unverzüglich mit Ihrem Arzt

oder Ihrer Ärztin in Verbindung oder begeben Sie sich unverzüglich in medizinische Behandlung.

Die Wirkung von Ciclosporin und Tacrolimus (Arzneimittel, die das Immunsystem hemmen und bei

Organtransplantationen angewendet werden) könnte durch die Anzahl der roten Blutkörperchen in

Ihrem Blut beeinträchtigt werden, weil diese Substanzen stark an rote Blutkörperchen binden. Es ist

wichtig, dass Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin informieren, falls Sie eines dieser Arzneimittel

anwenden.

Die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen oder Fahrzeuge zu lenken, wird durch Aranesp nicht

beeinträchtigt. Jedoch sind die Grundkrankheit und die allfälligen unerwünschten Wirkungen der

Behandlung zu berücksichtigen.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbst gekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden

Darf Aranesp während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit angewendet werden?

Das Arzneimittel darf während der Schwangerschaft und Stillzeit nur auf ausdrückliche Verordnung

des Arztes oder der Ärztin und unter spezieller Vorsicht verabreicht werden.

Es ist wichtig, dass Sie Ihren Arzt oder Apotheker, bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren,

wenn Sie:

·schwanger sind oder

·eine Schwangerschaft vermuten oder planen.

Wie verwenden Sie Aranesp?

Aufgrund von Blutuntersuchungen hat Ihr Arzt oder Ihre Ärztin entschieden, dass Sie Aranesp

benötigen.

Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird Ihnen sagen, wie viel und wie oft Sie Aranesp anwenden müssen, um

den Hämoglobinwert zwischen 10 g/dl und 12 g/dl zu halten. Dies kann bei Erwachsenen oder

Kindern variieren.

Wenn Sie sich Aranesp selbst spritzen

Möglicherweise entscheidet Ihr Arzt oder Ihre Ärztin, dass es für Sie am besten ist, wenn Sie selbst

oder die Sie betreuende Person die Injektion von Aranesp vornimmt. Ihr medizinisches Fachpersonal

wird Ihnen zeigen, wie Sie sich selbst mit einer Fertigspritze spritzen müssen. Versuchen Sie es

jedoch nicht selbst, wenn Sie noch nicht entsprechend geschult worden sind.

Spritzen Sie sich niemals Aranesp selbst in eine Vene.

Lesen Sie bitte die Anleitung zur Selbstinjektion von Aranesp am Ende dieser Packungsbeilage

genau durch.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin

oder Apothekerin.

Wenn Sie eine chronische Niereninsuffizienz haben

Erwachsene:

Aranesp wird als Injektion entweder unter die Haut (subkutan) oder in eine Vene (intravenös) - in

diesem Fall immer durch das medizinische Fachpersonal - verabreicht.

Um Ihre Anämie zu korrigieren, beträgt die Anfangsdosis Aranesp pro Kilogramm Körpergewicht

entweder:

·0,75 Mikrogramm Aranesp einmal alle 2 Wochen oder

·0,45 Mikrogramm einmal pro Woche.

Bei nicht dialysepflichtigen Patienten können auch 1,5 Mikrogramm/kg einmal monatlich als

Anfangsdosis verabreicht werden.

Sobald Ihre Anämie korrigiert ist, wird Ihre Aranesp-Behandlung als einzelne Injektion entweder

einmal wöchentlich oder einmal alle zwei Wochen fortgeführt. Bei nicht dialysepflichtigen Patienten

kann auch eine monatliche Dosis von 1,5 Mikrogramm verabreicht werden.

Kinder ≥1 Jahr und Jugendliche:

Aranesp wird als Injektion entweder unter die Haut (subkutan) oder in eine Vene (intravenös) - in

diesem Fall immer durch das medizinische Fachpersonal - verabreicht.

Um Ihre Anämie zu korrigieren, beträgt die Anfangsdosis Aranesp pro Kilogramm Körpergewicht

entweder:

·0,75 Mikrogramm Aranesp einmal alle 2 Wochen oder

·0,45 Mikrogramm einmal pro Woche.

Sobald Ihre Anämie korrigiert ist, wird Ihre Aranesp-Behandlung als einzelne Injektion entweder

einmal wöchentlich oder einmal alle zwei Wochen fortgeführt. Bei Patienten ≥11 Jahre, die nicht

dialysepflichtig sind, kann Aranesp auch einmal monatlich als Injektion verabreicht werden. Die

Anfangsdosis sollte hierbei der doppelten Dosis der zweiwöchentlichen Anwendung entsprechen.

Erwachsene, Kinder ≥1 Jahr und Jugendliche:

Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird regelmässig Blutproben entnehmen, um zu messen, wie Sie auf die

Behandlung Ihrer Anämie ansprechen. Er oder sie wird Ihre Dosis gegebenenfalls alle vier Wochen

anpassen.

Sobald Ihre Anämie korrigiert ist, wird der Arzt oder die Ärztin Ihr Blut weiterhin regelmässig

kontrollieren und gegebenenfalls die Dosis weiter anpassen, um eine Langzeitkontrolle Ihrer Anämie

mit der niedrigsten möglichen wirksamen Dosis beizubehalten. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird Ihnen

mitteilen, wenn sich Ihre Dosis ändert.

Ihr Blutdruck wird ebenfalls regelmässig kontrolliert, speziell zu Beginn der Behandlung.

Gegebenenfalls wird Ihr Arzt oder Ihre Ärztin Ihnen die Einnahme eines Eisenpräparates empfehlen.

Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird möglicherweise entscheiden, ob die Art, wie Ihre Injektion gegeben

wird (entweder unter die Haut oder in eine Vene), zu wechseln ist. Ist dies der Fall, werden Sie die

neue Anwendungsart mit derselben Dosis beginnen, die Sie zuletzt bekommen haben und Ihr Arzt

oder Ihre Ärztin wird Blutproben abnehmen, um sicherzustellen, dass Ihre Anämie auch weiterhin

korrekt behandelt wird.

Wenn Sie eine Chemotherapie erhalten

Aranesp wird als einzelne Injektion entweder einmal pro Woche oder einmal alle 3 Wochen unter die

Haut verabreicht.

Um Ihre Anämie zu korrigieren, wird Ihre Anfangsdosis:

·500 Mikrogramm einmal alle 3 Wochen (6,75 Mikrogramm Aranesp pro Kilogramm Ihres

Körpergewichts) oder

·2,25 Mikrogramm Aranesp pro Kilogramm Ihres Körpergewichts (einmal pro Woche) sein.

Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird regelmässig Blutproben nehmen, um zu messen, wie Ihre Anämie

anspricht und wird gegebenenfalls Ihre Dosis nach Erfordernis anpassen. Ihre Behandlung sollte bis

etwa 4 Wochen nach Beendigung Ihrer Chemotherapie fortgeführt werden. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin

wird Sie genau darüber informieren, wann Sie aufhören sollen, Aranesp anzuwenden.

Gegebenenfalls wird Ihr Arzt oder Ihre Ärztin Ihnen die Einnahme eines Eisenpräparates empfehlen.

Wenn Sie unter myelodysplastischen Syndromen leiden

Aranesp wird als einzelne Injektion einmal alle 3 Wochen unter die Haut verabreicht.

Um Ihre Anämie zu korrigieren, wird Ihre Anfangsdosis:

·500 Mikrogramm einmal alle 3 Wochen (6,75 Mikrogramm Aranesp pro Kilogramm Ihres

Körpergewichts) sein.

Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird regelmässig Blutproben nehmen, um zu messen, wie Ihre Anämie

anspricht und wird gegebenenfalls Ihre Dosis nach Erfordernis anpassen.

Wenn Sie grössere Mengen von Aranesp angewendet haben, als Sie sollten

und Sie sich in irgendeiner Weise unwohl fühlen, sollten Sie sich sofort an Ihren Arzt bzw. Ihre

Ärztin wenden. Eine zu hohe Dosis Aranesp kann in Ihrem Körper die Produktion roter

Blutkörperchen beschleunigen und zu einer erhöhten Anzahl roter Blutkörperchen (und somit zu

einem erhöhten Hämoglobinwert) führen. Diese beschleunigte Produktion sowie die erhöhte Anzahl

roter Blutkörperchen können zu schwerwiegenden Problemen führen.

Wenn Sie vergessen haben, sich Aranesp zu spritzen

Wenn Sie einmal eine Dosis von Aranesp vergessen haben, sollten Sie sich an Ihren Arzt oder Ihre

Ärztin wenden, um zu besprechen, wann Sie die nächste Dosis anwenden sollen.

Welche Nebenwirkungen kann Aranesp haben?

Wie alle Arzneimittel kann Aranesp Nebenwirkungen hervorrufen, die aber nicht bei jedem auftreten

müssen. Die folgenden Nebenwirkungen wurden bei Patienten, die Aranesp angewendet haben,

beobachtet:

Alle Patienten:

Sehr häufig (bei mehr als 10 von 100 Patienten beobachtet):

·Allergische Reaktionen

Häufig (bei mehr als 1 von 100 Patienten beobachtet):

·Schmerzen an der Injektionsstelle

·Ausschlag und/oder Hautrötung

Gelegentlich (bei mehr als 1 von 1000 Patienten beobachtet):

·Krampfanfälle

·Blutergüsse und Blutungen an der Injektionsstelle

Häufigkeit nicht bekannt:

·Schwerwiegende allergische Reaktionen, die Folgendes beinhalten können:

·Plötzliche lebensbedrohliche allergische Reaktionen mit schwerem Blutdruckabfall (Anaphylaxie)

·Anschwellen des Gesichtes, der Lippen, des Mundes, der Zunge oder des Halses, was zu Problemen

beim Schlucken oder Atmen führen kann (Angioödem)

·Schwellungen im Augenbereich

·Atemnot (allergischer Bronchospasmus)

·Erhöhter Puls oder Schweissausbrüche

·Hautrötung

·Nesselsucht (Urtikaria)

Sollte zu irgendeinem Zeitpunkt eine ernsthafte allergische Reaktion auftreten, muss die Anwendung

von Aranesp sofort gestoppt und Ihr Arzt, Ihre Ärztin oder der Notdienst verständigt werden.

·Schwere Hautausschläge, einschliesslich Stevens-Johnson Syndrom und Toxische Epidermale

Nekrolyse, die Folgendes beinhalten können:

·Rötliche, zielscheibenartige Punkte oder kreisrunde Flecken, oft mit in der Mitte gelegenen Blasen

auf dem Rumpf

·Ablösen der Haut

·Geschwüre an Mund, Rachen, Nase, Genitalien und Augen

·Vorangehendes Fieber und grippeähnliche Symptome

Beenden Sie sofort die Behandlung mit Aranesp, wenn bei Ihnen diese Symptome auftreten, und

setzen Sie sich unverzüglich mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin in Verbindung oder begeben Sie sich

unverzüglich in medizinische Behandlung.

Bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz wurden zudem folgende Nebenwirkungen

beobachtet:

Sehr häufig (bei mehr als 10 von 100 Patienten beobachtet):

·Bluthochdruck (Hypertonie). Wenn Sie Kopfschmerzen bekommen, vor allem plötzlich auftretende

stechende, migräneartige Kopfschmerzen oder Sie sich verwirrt fühlen oder Anfälle bekommen,

sollten Sie dies unverzüglich Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin mitteilen. Es kann sich dabei um

Warnsignale eines plötzlichen Blutdruckanstiegs handeln, der möglicherweise dringend behandelt

werden muss.

Häufig (bei mehr als 1 von 100 Patienten beobachtet):

·Schlaganfall

Gelegentlich (bei mehr als 1 von 1000 Patienten beobachtet):

·Blutgerinnselbildung (Thrombose)

·Blutgerinnselbildung in einem Dialysezugang

Häufigkeit nicht bekannt:

·Erythroblastopenie (pure red cell aplasia, PRCA) - (Anämie, ungewöhnliche Müdigkeit,

Kraftlosigkeit). Dies wird durch die Bildung von Antikörpern gegen die Substanz verursacht und

erfordert den Abbruch der Behandlung. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird die notwendigen Abklärungen

vornehmen, wenn das Arzneimittel bei Ihnen seine Wirksamkeit verliert.

Bei Krebspatienten wurden zudem folgende Nebenwirkungen beobachtet:

Häufig (bei mehr als 1 von 100 Patienten beobachtet):

·Bluthochdruck (Hypertonie). Wenn Sie Kopfschmerzen bekommen, vor allem plötzlich auftretende

stechende, migräneartige Kopfschmerzen oder Sie sich verwirrt fühlen oder Anfälle bekommen,

sollten Sie dies unverzüglich Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin mitteilen. Es kann sich dabei um

Warnsignale eines plötzlichen Blutdruckanstiegs handeln, der möglicherweise dringend behandelt

werden muss.

·Blutgerinnselbildung (Thrombose)

·Wasseransammlung (Ödem)

Bei Patienten, die unter myelodysplastischen Syndromen leiden, wurden zudem folgende

Nebenwirkungen beobachtet:

Sehr häufig (bei mehr als 10 von 100 Patienten beobachtet):

·Müdigkeit

Häufig (bei mehr als 1 von 100 Patienten beobachtet):

·Rückenschmerzen

·Fieber (Pyrexie)

·Kopfschmerzen

·Verminderter Appetit

·Muskelschmerzen

·Schmerzen im Brustkorb

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Aranesp ist für Kinder unzugänglich aufzubewahren.

Bewahren Sie die Aranesp-Fertigspritze immer in der Originalverpackung auf, um den Inhalt vor

Licht zu schützen.

Aranesp im Kühlschrank (bei 2 °C bis 8 °C) lagern, jedoch nicht einfrieren. Wenden Sie Aranesp

nicht an, wenn Sie den Eindruck haben, dass es gefroren war.

Sollte eine Fertigspritze vor der Injektion aus dem Kühlschrank genommen worden sein und wurde

sie für ca. 30 Minuten bei Raumtemperatur (nicht über 25 °C) aufbewahrt, muss sie entweder

innerhalb von 7 Tagen angewendet oder verworfen werden.

Aranesp darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Verfalldatum verwendet

werden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker, bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Aranesp enthalten?

Wirkstoff: Darbepoetin alfa 10 Mikrogramm.

Hilfsstoffe: Natriumphosphate, (Natriumdihydrogenphosphat, Dinatriumhydrogenphosphat),

Natriumchlorid, Polysorbat 80 (Polysorbat 80 wird aus gentechnisch verändertem Mais hergestellt)

und Wasser für Injektionszwecke.

Zulassungsnummer

55725 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Aranesp? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken gegen ärztliche Verschreibung, die nur zum einmaligen Bezug berechtigt.

Aranesp 10: Packungen zu 1 und 4 Fertigspritzen.

Die Fertigspritzen werden entweder mit (1er- und 4er-Packung) oder ohne (nur 1er-Packung)

Blisterverpackung angeboten.

Zulassungsinhaberin

Amgen Switzerland AG, Risch;

Domizil: 6343 Rotkreuz.

Herstellerin

Amgen Europe B.V., 4817 ZK Breda, Niederlande.

Amgen Technology (Ireland) Unlimited Company, Co., Dublin, Irland.

Diese Packungsbeilage wurde im September 2019 letztmals durch die Arzneimittelbehörde

(Swissmedic) geprüft.

Version #100419

Anleitung zur Injektion von Aranesp mit der Fertigspritze

Dieser Abschnitt enthält Informationen darüber, wie Sie oder die Person, die Ihnen die Injektion gibt,

die Aranesp Fertigspritze anwenden. Es ist wichtig, dass Sie nicht versuchen, sich selbst zu spritzen,

wenn Sie nicht vorher von Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin oder Ihrem Pflegepersonal entsprechend

geschult worden sind. Wenn Sie sich in Bezug auf die Verabreichung der Injektion nicht sicher sind

oder Fragen haben, bitten Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin oder Ihr Pflegepersonal um Hilfe.

Wie wenden Sie oder die Person, die Sie spritzt, die Aranesp Fertigspritze an?

Ihr Arzt oder Ihre Ärztin hat Ihnen die Injektion mit der Aranesp Fertigspritze in das Gewebe direkt

unter die Haut verschrieben.

Ihr medizinisches Fachpersonal wird Ihnen sagen, wie viel Aranesp Sie benötigen und wie häufig

Aranesp zu verabreichen ist.

Ausstattung

Um sich selbst eine Injektion zu geben, brauchen Sie:

·eine neue Fertigspritze mit Aranesp und

·Alkoholtupfer oder ein anderes Desinfektionsmittel

Was muss ich tun, bevor ich mir selbst eine subkutane Aranesp-Injektion gebe?

1.Nehmen Sie Ihre Aranesp-Fertigspritze aus dem Kühlschrank. Lassen Sie die Fertigspritze ca.

30 Minuten bei Raumtemperatur liegen. Dadurch wird die Injektion angenehmer. Wärmen Sie

Aranesp keinesfalls auf eine andere Weise auf (beispielsweise im Mikrowellengerät oder in heissem

Wasser). Setzen Sie ausserdem die Fertigspitze nicht direktem Sonnenlicht aus.

2.Schütteln Sie die Fertigspritze nicht.

3.Entfernen Sie nicht die Kappe von der Spritze, bevor Sie die Vorbereitungen zu Ihrer

Selbstinjektion getroffen haben.

4.Prüfen Sie, ob die angegebene Stärke mit der Stärke übereinstimmt, die Ihnen Ihr Arzt oder Ihre

Ärztin verschrieben hat.

5.Prüfen Sie das Verfalldatum auf dem Etikett der Fertigspritze (EXP). Verwenden Sie sie nicht,

wenn der letzte Tag des angegebenen Monats bereits abgelaufen ist.

6.Prüfen Sie das Aussehen von Aranesp. Es muss eine klare, farblose oder leicht perlmuttfarbene

Flüssigkeit sein. Wenn die Flüssigkeit trübe ist oder Schwebeteilchen sichtbar sind, dürfen Sie sie

nicht benutzen.

7.Waschen Sie sich die Hände gründlich.

8.Suchen Sie sich eine passende, gut beleuchtete, saubere Fläche und legen Sie dort alle notwendigen

Utensilien, die Sie für die Injektion benötigen, in Reichweite.

Wie bereite ich die Aranesp-Injektion vor?

Bevor Sie sich Aranesp spritzen, müssen Sie Folgendes tun:

1.Um ein Verbiegen der Nadeln zu vermeiden, nehmen Sie

behutsam die Kappe, ohne sie zu drehen, von der

Injektionsnadel ab, wie in Abb. 1 und 2 dargestellt.

2.Berühren Sie nicht die Injektionsnadel und drücken Sie

nicht auf den Kolben der Spritze.

3.Sie werden eventuell eine kleine Luftblase in der

Fertigspritze bemerken. Sie müssen diese nicht vor der

Injektion entfernen. Die Injektion mit der kleinen Luftblase

ist unbedenklich.

4.Nun können Sie die Fertigspritze benutzen.

Wohin soll ich mich spritzen?

Am besten eignen sich:

·der obere Oberschenkelbereich; und

·der Bauch mit Ausnahme der Nabelregion.

Wenn Sie von einer anderen Person gespritzt werden, kann auch

die Armrückseite gewählt werden. Sie sollten die Injektionsstelle

wechseln, wenn Sie feststellen, dass der Injektionsbereich rot oder

wund ist.

Wie spritze ich mich selbst?

1.Desinfizieren Sie die Haut mit einem

Alkoholtupfer und nehmen Sie die Haut fest

zwischen Daumen und Zeigefinger, ohne sie zu

quetschen.

2.Stechen Sie mit der Nadel unter die

Hautoberfläche, wie es Ihnen Ihr Arzt bzw. Ihre

Ärztin oder Ihr medizinisches Fachpersonal

gezeigt hat.

3.Drücken Sie den Kolben langsam mit einem gleichmässigen Druck und halten Sie dabei immer die

Hautpartie fest, bis die Fertigspritze entleert ist.

4.Entfernen Sie die Nadel und lassen Sie die Haut los.

5.Wenn Sie einen Blutfleck an der Injektionsstelle bemerken, können sie diesen behutsam mit einem

Wattebausch oder Papiertaschentuch abtupfen. Reiben Sie die Injektionsstelle nicht. Falls nötig,

können Sie die Injektionsstelle mit einem Pflaster abdecken.

6.Verwenden Sie jede Spritze nur für eine Injektion. Verwenden Sie kein Aranesp, das in der

Fertigspritze zurückgeblieben ist.

Bitte beachten Sie

Sollten Sie Probleme haben, scheuen Sie sich nicht, Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin oder Ihr

medizinisches Fachpersonal um Hilfe und Rat zu bitten.

Entsorgung gebrauchter Spritzen

·Stecken Sie die Kappe nicht wieder auf gebrauchte Nadeln, da Sie sich dabei versehentlich stechen

können.

·Bewahren Sie gebrauchte Spritzen für Kinder unzugänglich auf.

·Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wie das Arzneimittel zu

entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benötigen.

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Fachinformation

Aranesp®

Amgen Switzerland AG

Zusammensetzung

Wirkstoff: Darbepoetin alfa, aus gentechnisch veränderten CHO-Zellen hergestellt (CHO: Chinese

hamster ovary).

Hilfsstoffe: Natriumphosphate (Natriumdihydrogenphosphat, Dinatriumhydrogenphosphat),

Natriumchlorid, Polysorbat 80 (Polysorbat 80 wird aus gentechnisch verändertem Mais hergestellt)

und Wasser für Injektionszwecke.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Injektionslösung (Injektionszubereitung)

Fertigspritzen

Aranesp 10: 1 Fertigspritze (0,4 ml) enthält 10 µg Darbepoetin alfa.

Aranesp 15: 1 Fertigspritze (0,375 ml) enthält 15 µg Darbepoetin alfa.

Aranesp 20: 1 Fertigspritze (0,5 ml) enthält 20 µg Darbepoetin alfa.

Aranesp 30: 1 Fertigspritze (0,3 ml) enthält 30 µg Darbepoetin alfa.

Aranesp 40: 1 Fertigspritze (0,4 ml) enthält 40 µg Darbepoetin alfa.

Aranesp 50: 1 Fertigspritze (0,5 ml) enthält 50 µg Darbepoetin alfa.

Aranesp 60: 1 Fertigspritze (0,3 ml) enthält 60 µg Darbepoetin alfa.

Aranesp 80: 1 Fertigspritze (0,4 ml) enthält 80 µg Darbepoetin alfa.

Aranesp 100: 1 Fertigspritze (0,5 ml) enthält 100 µg Darbepoetin alfa.

Aranesp 150: 1 Fertigspritze (0,3 ml) enthält 150 µg Darbepoetin alfa.

Aranesp 300: 1 Fertigspritze (0,6 ml) enthält 300 µg Darbepoetin alfa.

Aranesp 500: 1 Fertigspritze (1,0 ml) enthält 500 µg Darbepoetin alfa.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Zur Behandlung der symptomatischen Anämie bei chronischer Niereninsuffizienz bei erwachsenen

und pädiatrischen Patienten ab 1 Jahr.

Zur Behandlung der symptomatischen Anämie bei erwachsenen Krebspatienten mit nicht-

myeloischen malignen Erkrankungen und unter einer Chemotherapie.

Zur Behandlung der Anämie bei erwachsenen Patienten mit geringem Transfusionsbedarf bei

myelodysplastischen Syndromen der Risikogruppen low oder intermediate-1 und niedrigen

endogenen Erythropoetin-Spiegeln.

Dosierung/Anwendung

Die Behandlung mit Aranesp sollte von Ärzten eingeleitet werden, die mit den oben genannten

Indikationen Erfahrung haben.

Aranesp Injektionslösung in Fertigspritzen kann entweder subkutan oder intravenös appliziert

werden.

Die subkutane Verabreichung ist bei Patienten, die keine Hämodialyse erhalten, zur Vermeidung der

Punktion peripherer Venen vorzuziehen.

Hinweise für die Handhabung und Entsorgung siehe Kapitel «Sonstige Hinweise».

Behandlung der symptomatischen Anämie bei erwachsenen und pädiatrischen Patienten mit

chronischer Niereninsuffizienz

Die Symptome und Folgeerscheinungen einer Anämie können je nach Alter, Geschlecht und dem

allgemeinen Schweregrad der Krankheit variieren, so dass der klinische Verlauf und die Verfassung

des einzelnen Patienten von einem Arzt zu beurteilen sind.

Patienten sollten engmaschig überwacht werden, um sicherzustellen, dass die niedrigste zugelassene

wirksame Dosis von Aranesp angewandt wird, um die Symptome der Anämie adäquat zu

kontrollieren und dabei einen Hämoglobinwert unter oder gleich 12 g/dl (7,5 mmol/l) einzuhalten.

Aranesp-Dosissteigerungen bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz sollten mit Vorsicht

erfolgen. Bei Patienten mit schlechtem Ansprechen des Hämoglobinwerts auf Aranesp sollten

alternative Ursachen für das schlechte Ansprechen abgeklärt werden (siehe Abschnitt

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Eigenschaften/Wirkungen»).

Aufgrund der intraindividuellen Variabilität können bei einem Patienten gelegentlich einzelne

Hämoglobinwerte über und unter dem gewünschten Hämoglobinspiegel auftreten. Der

Hämoglobinvariabilität ist durch Dosisanpassungen zu begegnen.

Der Hämoglobinzielbereich liegt bei 10 g/dl (6,2 mmol/l) bis 12 g/dl (7,5 mmol/l). Ein

Hämoglobinwert von anhaltend über 12 g/dl (7,5 mmol/l) und ein Anstieg des Hämoglobinwertes um

mehr als 2 g/dl (1,25 mmol/l) innerhalb von vier Wochen ist zu vermeiden.

Wenn ein Anstieg des Hämoglobinwertes auf über 12 g/dl (7,5 mmol/l) beobachtet wird, soll eine

Dosisanpassung erfolgen.

Die Behandlung mit Aranesp besteht aus zwei Phasen, der Korrekturphase und der Erhaltungsphase.

Die Anleitung erfolgt im Folgenden separat für erwachsene und pädiatrische Patienten.

Erwachsene Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz:

Korrekturphase

Die Anfangsdosis liegt bei subkutaner oder intravenöser Anwendung bei 0,45 μg/kg Körpergewicht

als einzelne Injektion einmal pro Woche. Alternativ kann bei nicht-dialysepflichtigen Patienten

Aranesp subkutan auch als eine einzelne Injektion in folgenden Anfangsdosierungen angewendet

werden: 0,75 μg/kg einmal alle zwei Wochen oder 1,5 μg/kg einmal monatlich. Steigt der

Hämoglobinwert daraufhin nur unzureichend an (weniger als 1 g/dl [0,6 mmol/l] innerhalb von vier

Wochen), ist die Dosis um ca. 25% zu erhöhen. Eine Erhöhung der Dosis darf nicht mehr als einmal

in vier Wochen vorgenommen werden.

Steigt der Hämoglobinwert innerhalb von vier Wochen dagegen um mehr als 2,0 g/dl (1,25 mmol/l),

ist die Dosis etwa um 25% zu reduzieren.

Wenn sich der Hämoglobinwert 12 g/dl (7,5 mmol/l) nähert oder überschreitet, ist die Dosis um etwa

25% zu reduzieren. Setzt sich der Anstieg des Hämoglobinwertes trotz einer Dosisreduktion fort, ist

die Therapie solange zu unterbrechen, bis der Hämoglobinwert zu sinken beginnt.

Zu diesem Zeitpunkt sollte die Behandlung mit einer Dosis, die etwa 25% unter der zuvor

verabreichten Dosis liegt, wieder aufgenommen werden.

Der Hämoglobinwert ist in wöchentlichen bzw. zweiwöchentlichen Abständen zu überprüfen, bis er

stabil ist. Danach kann der Hämoglobinwert in längeren Abständen bestimmt werden.

Erhaltungsphase

Bei Dialysepatienten kann Aranesp einmal pro Woche oder einmal alle zwei Wochen angewendet

werden. Dialysepatienten, die von einer wöchentlichen Dosierung auf eine Aranesp-Dosierung alle

zwei Wochen umgestellt werden, sollten zu Beginn eine Dosis erhalten, welche der doppelten Dosis

der bisher angewendeten wöchentlichen Dosis entspricht.

Bei nicht-dialysepflichtigen Patienten kann die Anwendung von Aranesp als einzelne Injektion

einmal wöchentlich, einmal alle zwei Wochen oder einmal monatlich fortgesetzt werden. Bei

Patienten, die einmal alle zwei Wochen mit Aranesp behandelt werden, kann Aranesp – nachdem die

angestrebte Hämoglobinkonzentration erreicht worden ist – subkutan einmal monatlich angewendet

werden. Die Anfangsdosis sollte hierbei der doppelten Dosis der zweiwöchentlichen Anwendung

entsprechen.

Die Dosierung sollte so eingestellt werden, dass der angestrebte Hämoglobinwert aufrechterhalten

wird.

Ist eine Dosisanpassung zur Aufrechterhaltung des gewünschten Hämoglobinwertes erforderlich,

wird eine Anpassung der Aranesp-Dosis um ca. 25% empfohlen.

Steigt der Hämoglobinwert innerhalb von vier Wochen um mehr als 2,0 g/dl (1,25 mmol/l), ist die

Dosis je nach der Rate des Anstiegs um etwa 25% zu reduzieren.

Wenn sich der Hämoglobinwert 12 g/dl (7,5 mmol/l) nähert oder überschreitet ist die Dosis um etwa

25% zu reduzieren.

Setzt sich der Anstieg des Hämoglobinwerts trotz einer Dosisreduktion fort, ist die Therapie solange

zu unterbrechen, bis der Hämoglobinwert zu fallen beginnt. Zu diesem Zeitpunkt sollte die

Behandlung mit einer Dosis, die ca. 25% unter der zuvor verabreichten Dosis liegt, wieder

aufgenommen werden.

Nach jeder Dosis- oder Behandlungsanpassung ist der Hämoglobinwert wöchentlich bzw.

zweiwöchentlich zu bestimmen. Änderungen in der Dosierung sollten in der Erhaltungsphase der

Behandlung nicht öfter als alle zwei Wochen vorgenommen werden.

Bei einer Änderung der Applikationsart muss weiterhin dieselbe Dosis wie bisher verwendet werden

und der Hämoglobinwert wöchentlich bzw. zweiwöchentlich kontrolliert werden, so dass

entsprechende Dosisanpassungen zur Erhaltung des gewünschten Hämoglobinwertes durchgeführt

werden können.

Erhaltungsphase (Umstellung von rHuEPO auf Aranesp)

Die klinische Erfahrung hat gezeigt, dass erwachsene Patienten, die rHuEPO zwei- oder dreimal pro

Woche erhalten, auf eine Aranesp-Verabreichung einmal pro Woche und dass erwachsene Patienten,

die rHuEPO einmal pro Woche erhalten, auf eine zweiwöchentliche Aranesp-Verabreichung

umgestellt werden können. Die Anfangsdosis von Aranesp (µg/Woche) kann bestimmt werden durch

Division der wöchentlichen Gesamtdosis von rHuEPO (IE/Woche) durch 200. Wegen individueller

Schwankungsmöglichkeiten muss die Einstellung der optimalen therapeutischen Dosis bei jedem

Patienten individuell erfolgen. Wird von rHuEPO auf Aranesp umgestellt, muss die gleiche

Applikationsart gewählt werden und der Hämoglobinwert muss wöchentlich oder zweiwöchentlich

kontrolliert werden.

Ausserdem haben klinische Studien gezeigt, dass bei Patienten, die von hohen intravenös

verabreichten Dosen rHuEPO umgestellt wurden, aufgrund der höheren Potenz von Aranesp,

Dosisanpassungen vorgenommen werden mussten, um eine überschiessende Hämatopoese zu

korrigieren.

Kinder und Jugendliche mit chronischer Niereninsuffizienz:

Die Behandlung von pädiatrischen Patienten, die jünger als 1 Jahr sind, wurde nicht in

randomisierten klinischen Studien untersucht (siehe Eigenschaften/Wirkungen).

Korrekturphase:

Bei pädiatrischen Patienten ≥1 Jahr beträgt die Anfangsdosis bei subkutaner oder intravenöser

Anwendung 0,45 μg/kg Körpergewicht als einzelne Injektion einmal pro Woche. Bei nicht-

dialysepflichtigen Patienten kann Aranesp subkutan auch in einer Anfangsdosis von 0,75 μg/kg

Körpergewicht als einzelne Injektion einmal alle zwei Wochen gegeben werden. Steigt der

Hämoglobinwert daraufhin nur unzureichend an (weniger als 1 g/dl [0,6 mmol/l] innerhalb von vier

Wochen), ist die Dosis um ca. 25% zu erhöhen. Eine Erhöhung der Dosis darf nicht mehr als einmal

in vier Wochen vorgenommen werden.

Steigt der Hämoglobinwert innerhalb von vier Wochen um mehr als 2 g/dl (1,25 mmol/l), ist die

Dosis je nach der Höhe des Anstiegs um ca. 25% zu reduzieren. Wenn der Hämoglobinwert sich

12 g/dl (7,5 mmol/l) nähert oder diesen Wert überschreitet, sollte eine Dosisreduktion in Betracht

gezogen werden. Wenn der Hämoglobinwert weiter ansteigt, sollte die Dosis um ca. 25% gesenkt

werden. Wenn nach einer Dosisreduktion der Hämoglobinwert weiter ansteigt, ist die Therapie

solange auszusetzen, bis der Hämoglobinwert zu sinken beginnt. Zu diesem Zeitpunkt sollte die

Behandlung mit einer Dosis, die ca. 25% unter der zuvor angewendeten Dosis liegt, wieder

aufgenommen werden.

Der Hämoglobinwert ist jede Woche oder alle zwei Wochen zu überprüfen, bis er stabil ist. Danach

kann der Hämoglobinwert in grösseren Zeitintervallen bestimmt werden.

Die Korrektur der Anämie bei Kindern und Jugendlichen bei einer Dosierungshäufigkeit von

Aranesp einmal monatlich wurde nicht untersucht.

Erhaltungsphase:

Bei pädiatrischen Patienten ≥1 Jahr sollte Aranesp in der Erhaltungsphase einmal pro Woche oder

einmal alle zwei Wochen angewendet werden. Patienten im Alter von <6 Jahren könnten einen

höheren Dosisbedarf zur Erhaltung des Hämoglobinwerts haben als Patienten, die älter sind.

Dialysepatienten, die von einer wöchentlichen Dosierung auf eine Aranesp-Dosierung alle zwei

Wochen umgestellt werden, sollten zu Beginn eine Dosis erhalten, welche der doppelten Dosis der

bisher angewendeten wöchentlichen Dosis entspricht.

Wenn die angestrebte Hämoglobinkonzentration mit der Anwendung alle zwei Wochen erreicht

worden ist, kann Aranesp bei nicht-dialysepflichtigen Patienten ≥11 Jahre subkutan auch einmal

monatlich angewendet werden. Die Dosis sollte hierbei der doppelten Dosis der zweiwöchentlichen

Anwendung entsprechen.

Erhaltungsphase (Umstellung von rHuEPO auf Aranesp)

Klinische Daten bei pädiatrischen Patienten haben gezeigt, dass Patienten, die r-HuEPO zwei- oder

dreimal pro Woche erhalten, auf eine wöchentliche Aranesp-Anwendung und solche, die r-HuEPO

einmal pro Woche erhalten, auf eine zweiwöchentliche Aranesp-Anwendung umgestellt werden

können. Die wöchentliche Anfangsdosis von Aranesp (μg/Woche) bei pädiatrischen Patienten kann

durch Division der wöchentlichen Gesamtdosis von r-HuEPO (I.E./Woche) durch 240 bestimmt

werden. Die zweiwöchentliche Anfangsdosis von Aranesp (μg/alle zwei Wochen) kann bestimmt

werden, indem die gesamte, über einen Zeitraum von zwei Wochen angewendete, kumulative Dosis

von r-HuEPO durch 240 geteilt wird. Wegen individueller Schwankungsmöglichkeiten muss die

Einstellung der optimalen therapeutischen Dosis bei jedem Patienten individuell erfolgen. Wird von

r-HuEPO auf Aranesp umgestellt, muss die gleiche Applikationsart gewählt werden und der

Hämoglobinwert muss wöchentlich oder zweiwöchentlich kontrolliert werden.

Die Dosierung sollte so eingestellt werden, dass der angestrebte Hämoglobinwert aufrechterhalten

wird.

Ist eine Dosisanpassung zur Aufrechterhaltung des gewünschten Hämoglobinwertes erforderlich,

wird eine Anpassung der Dosis um ca. 25% empfohlen.

Steigt der Hämoglobinwert innerhalb von vier Wochen um mehr als 2 g/dl (1,25 mmol/l), ist die

Dosis je nach der Höhe des Anstiegs um ca. 25% zu reduzieren. Wenn der Hämoglobinwert 12 g/dl

(7,5 mmol/l) überschreitet, sollte eine Dosisreduktion in Betracht gezogen werden. Wenn der

Hämoglobinwert weiter ansteigt, sollte die Dosis um ca. 25% gesenkt werden. Wenn nach einer

Dosisreduktion der Hämoglobinwert weiter ansteigt, ist die Therapie solange auszusetzen, bis der

Hämoglobinwert zu sinken beginnt. Zu diesem Zeitpunkt sollte die Behandlung mit einer Dosis, die

ca. 25% unter der zuvor angewendeten Dosis liegt, wieder aufgenommen werden.

Patienten, die während der Aranesp-Behandlung mit der Dialyse beginnen, sollten hinsichtlich einer

adäquaten Kontrolle ihrer Hämoglobinwerte engmaschig überwacht werden.

Nach jeder Dosis- oder Behandlungsplananpassung ist der Hämoglobinwert wöchentlich bzw. alle

zwei Wochen zu bestimmen. Änderungen der Dosierung sollten in der Erhaltungsphase der

Behandlung nicht öfter als alle zwei Wochen vorgenommen werden.

Bei einer Änderung der Applikationsart muss weiterhin dieselbe Dosis wie bisher verwendet werden

und der Hämoglobinwert wöchentlich bzw. alle zwei Wochen kontrolliert werden, sodass

entsprechende Dosisanpassungen zur Erhaltung des gewünschten Hämoglobinwertes durchgeführt

werden können.

Behandlung der symptomatischen Chemotherapie-induzierten Anämie bei erwachsenen

Krebspatienten

Aranesp sollte bei Patienten mit Anämie (z.B. Hämoglobinkonzentration <10 g/dl [6,2 mmol/l])

subkutan angewendet werden, um den Hämoglobinspiegel auf maximal 12 g/dl (7,5 mmol/l) zu

erhöhen. Die Symptome und Folgeerscheinungen einer Anämie können je nach Alter, Geschlecht

und dem allgemeinen Schweregrad der Krankheit variieren, weshalb der klinische Verlauf und die

Verfassung des einzelnen Patienten von einem Arzt zu beurteilen sind.

Aufgrund der intraindividuellen Variabilität können bei einem Patienten gelegentlich einzelne

Hämoglobinwerte über und unter dem gewünschten Hämoglobinspiegel auftreten. Der

Hämoglobinvariabilität ist durch Dosisanpassungen, unter Berücksichtigung des

Hämoglobinzielbereichs von 10 g/dl (6,2 mmol/l) bis 12 g/dl (7,5 mmol/l), zu begegnen.

Ein Hämoglobinwert von anhaltend über 12 g/dl (7,5 mmol/l) ist zu vermeiden; Empfehlungen für

eine angemessene Dosisanpassung, bei Anstieg des Hämoglobinwertes auf über 12 g/dl (7,5 mmol/l),

sind nachfolgend beschrieben.

Die empfohlene Anfangsdosis beträgt 500 µg (6,75 µg/kg Körpergewicht) als einzelne Injektion

einmal alle 3 Wochen. Alternativ kann eine Dosis von 2,25 µg/kg Körpergewicht einmal pro Woche

verabreicht werden. Falls das klinische Ansprechen des Patienten (Hämoglobinwert) nach 9 Wochen

unzureichend ist, dürfte eine weitere Therapie nicht effektiv sein.

Die Behandlung mit Aranesp sollte ungefähr 4 Wochen nach Beendigung der Chemotherapie

abgebrochen werden.

Wenn das individuelle therapeutische Ziel für den einzelnen Patienten erreicht wurde, muss eine

Dosisreduktion um 25–50% erfolgen, um sicherzustellen, dass die niedrigste zugelassene Aranesp-

Dosis verwendet wird, um den Hämoglobinspiegel auf einem Niveau zu halten, bei dem die

Symptome der Anämie unter Kontrolle sind. Es ist eine entsprechende Dosistitration zwischen

500 µg, 300 µg und 150 µg in Betracht zu ziehen. Es soll die tiefste Aranesp-Dosis gewählt werden,

die notwendig ist, um Erythrozyten-Transfusionen zu vermeiden.

Die Patienten sind engmaschig zu überwachen. Wenn der Hämoglobinwert auf über 12 g/dl

(7,5 mmol/l) steigt, ist die Dosis um etwa 25 bis 50% zu reduzieren. Die Behandlung mit Aranesp ist

vorübergehend zu unterbrechen, wenn der Hämoglobinspiegel 13 g/dl (8,1 mmol/l) übersteigt.

Nachdem der Hämoglobinwert wieder auf 12 g/dl (7,5 mmol/l) oder darunter gefallen ist, sollte die

Behandlung mit einer Dosis, die ca. 25% unter der zuvor verabreichten Dosis liegt, wieder

aufgenommen werden.

Eine Dosisreduktion um 25–50% ist dann erforderlich, falls der Anstieg des Hämoglobinwertes mehr

als 1 g/dl (0,65 mmol/l) innerhalb von zwei Wochen oder 2 g/dl (1,25 mmol/l) innerhalb von vier

Wochen beträgt.

Behandlung der Anämie bei Patienten mit myelodysplastischen Syndromen

Aranesp sollte bei Patienten mit Anämie (z.B. Hämoglobinkonzentration <10 g/dl [6,2 mmol/l]) und

niedrigen endogenen Erythropoetin-Spiegeln <500 mU/ml subkutan angewendet werden, um den

Hämoglobinspiegel auf maximal 12 g/dl (7,5 mmol/l) zu erhöhen. Die Symptome und

Folgeerscheinungen einer Anämie können je nach Alter, Geschlecht und dem allgemeinen

Schweregrad der Krankheit variieren. Deshalb ist es erforderlich, dass der klinische Verlauf und der

Gesundheitszustand des einzelnen Patienten von einem Arzt beurteilt werden.

Aufgrund der intraindividuellen Variabilität können bei einem Patienten gelegentlich einzelne

Hämoglobinwerte über oder unter dem gewünschten Hämoglobinspiegel liegen. Der

Hämoglobinvariabilität ist durch Dosisanpassungen, unter Berücksichtigung des

Hämoglobinzielbereichs von 10 g/dl (6,2 mmol/l) bis 12 g/dl (7,5 mmol/l), entgegenzuwirken. Ein

Hämoglobinwert der dauerhaft über 12 g/dl (7,5 mmol/l) liegt, ist zu vermeiden.

Überschreiten des Hämoglobin-Schwellenwerts:

Wenn der Hämoglobinwert auf >12,0 g/dl angestiegen ist, sollte der Arzt das Arzneimittel

vorübergehend absetzen, und zwar so lange, bis der Hämoglobinwert auf <11,0 g/dl gefallen ist;

dann sollte die Behandlung mit einer gegenüber der früheren Dosis reduzierten Dosis (d.h. von

500 µg auf 300 µg, von 300 µg auf 200 µg, von 200 µg auf 100 µg) wieder aufgenommen und der

vorherige Dosisabstand beibehalten werden.

Die empfohlene Anfangsdosis beträgt 500 µg (6,75 µg/kg) einmal alle drei Wochen.

Bei Patienten, bei denen der Hämoglobinwert nach zwei Gaben der dreiwöchentlichen Dosierung um

<1,5 g/dl angestiegen ist und bei denen in den vorangegangenen 28 Tagen keine

Erythrozytentransfusion erfolgt ist, wird die Dosis von 500 µg alle drei Wochen auf 500 µg alle zwei

Wochen gesteigert. Wenn es auch nach der Dosissteigerung innerhalb von ≤3 Monaten nicht zu

einem Ansprechen des Hämoglobinwerts kommt, sollte Aranesp abgesetzt werden.

Wie nachstehend beschrieben ist eine Dosisreduktion immer dann zulässig, wenn der Schwellenwert

von 12,0 g/dl Hämoglobin überschritten wird oder wenn ein übermässig rascher Hämoglobinanstieg

vermieden werden soll.

Übermässig rascher Anstieg des Hämoglobinwerts:

Falls der Hämoglobinwert innerhalb eines beliebigen 21-Tage-Zeitraums unter der Gabe alle drei

Wochen um >1,5 g/dl oder innerhalb eines beliebigen 14-Tage-Zeitraums unter der Gabe alle zwei

Wochen um >1,0 g/dl ansteigt, ohne dass eine Erythrozytentransfusion erfolgt ist, sollte die Dosis

gegenüber der früheren Dosis reduziert (d.h. von 500 µg auf 300 µg, von 300 µg auf 200 µg, von

200 µg auf 100 µg) und der vorherige Dosisabstand beibehalten werden, um ein Überschreiten des

Hämoglobinschwellenwerts von 12,0 g/dl zu vermeiden.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber Darbepoetin alfa, rHuEPO oder einem der sonstigen Bestandteile.

Schwer kontrollierbarer Bluthochdruck.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Allgemein

Zur Sicherstellung einer effektiven Erythropoese muss bei allen Patienten der Eisenstatus vor und

während der Behandlung bestimmt werden. Eine zusätzliche Eisengabe wird bei allen Patienten

empfohlen, deren Serumferritinwert unter 100 µg/l bzw. deren Transferrinsättigung unter 20% liegt.

Im Zusammenhang mit ESAs, einschliesslich Aranesp, wurde von Erythroblastopenien

(PRCA = Pure Red Cell Aplasia) berichtet, die durch neutralisierende anti-Erythropoetin-Antikörper

ausgelöst werden. Dies wurde überwiegend bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz

berichtet, die subkutan behandelt wurden. Diese Antikörper kreuz-reagieren mit allen ESAs.

Patienten, bei welchen neutralisierende Antikörper gegen Erythropoetin vermutet werden oder

nachgewiesen wurden, sollten nicht auf andere ESA-Präparate umgestellt werden (siehe Abschnitt

«Unerwünschte Wirkungen»).

Bei Nicht-Ansprechen auf die Aranesp-Therapie, sollte unverzüglich nach den ursächlichen Faktoren

gesucht werden. Ein Mangel an Folsäure oder Vitamin B12 schränkt die Wirksamkeit von

Erythropoese-stimulierenden Substanzen ein und muss daher korrigiert werden. Zwischenzeitlich

auftretende Infektionen, entzündliche oder traumatische Episoden, okkulter Blutverlust, Hämolyse,

schwere Aluminiumtoxizität, Eisenmangel, zugrundeliegende hämatologische Erkrankungen oder

eine Knochenmarkfibrose können das Ansprechen der Erythropoese ebenfalls beeinträchtigen. Die

Bestimmung der Retikulozytenzahl sollte in die Evaluierung einbezogen werden. Wenn typische

Ursachen eines Nicht-Ansprechens ausgeschlossen wurden und der Patient eine Retikulozytopenie

aufweist, sollte eine Untersuchung des Knochenmarks in Betracht gezogen werden. Wenn sich in

dieser Untersuchung eine Erythroblastopenie (PRCA) zeigt, soll Aranesp abgesetzt werden und ein

Test auf anti-Erythropoetin Antikörper durchgeführt werden.

Es wurde über schwere arzneimittelinduzierte Hautreaktionen (SCARs; severe cutaneous adverse

reactions) einschliesslich Stevens-Johnson Syndrom (SJS) und Toxischer Epidermaler Nekrolyse

(TEN), die lebensbedrohlich oder tödlich verlaufen können, im Zusammenhang mit Epoetin-

Behandlungen berichtet. Schwerere Fälle wurden im Zusammenhang mit langwirksamen Epoetinen

beobachtet.

Zum Zeitpunkt der Verschreibung sollten Patienten auf die Anzeichen und Symptome hingewiesen

und engmaschig im Hinblick auf Hautreaktionen überwacht werden. Typische Anzeichen sind

Fieber, ein sich ausbreitender schmerzhafter Hautauschlag, dem oft Fieber und grippale Symptome

vorangehen, Blasenbildung sowie Entzündung von Augen und Schleimhäuten. Wenn Anzeichen und

Symptome auftreten, die auf solche Überempfindlichkeitsreaktionen hinweisen, sollte die

Behandlung mit Aranesp unverzüglich beendet werden.

Wenn ein Patient aufgrund der Anwendung von Aranesp eine schwere Hautreaktion wie SJS oder

TEN entwickelt hat, darf bei diesem Patienten die Behandlung mit Aranesp zu keinem Zeitpunkt

erneut begonnen werden.

Ein paradoxes Absinken des Hämoglobinwertes und die Entwicklung einer schweren Anämie

verbunden mit niedrigen Retikulozytenzahlen sollten unverzüglich zu einer Unterbrechung der

Behandlung mit Epoetin und zur Durchführung eines Anti-Erythropoetin-Antikörpertests führen.

Eine aktive Lebererkrankung war ein Ausschlusskriterium in allen Aranesp-Studien, daher sind keine

Daten von Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion verfügbar. Da vermutlich die Leber der

Haupteliminationsweg für Darbepoetin alfa und rHuEPO ist, muss Aranesp bei Patienten mit

Lebererkrankungen mit Vorsicht angewendet werden.

Auch bei Patienten mit Sichelzellanämie muss Aranesp mit Vorsicht angewendet werden.

Die missbräuchliche Anwendung von Aranesp durch gesunde Personen kann zu einem übermässigen

Anstieg des Hämatokrits führen. Dies kann mit lebensbedrohlichen Komplikationen des

kardiovaskulären Systems verbunden sein.

Die Nadelkappen der Fertigspritze enthalten trockenen Naturgummi (ein Latexderivat), der

allergische Reaktionen verursachen kann.

Aranesp sollte bei Patienten mit Epilepsie mit Vorsicht angewendet werden. Bei mit Aranesp

behandelten Patienten wurden Krampfanfälle berichtet.

Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz

Bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz sollte die Hämoglobin-Erhaltungskonzentration den

oberen Grenzwert der Hämoglobinzielkonzentration, wie er im Abschnitt «Dosierung/Anwendung»

empfohlen ist, nicht übersteigen. In klinischen Studien wurden ein erhöhtes Mortalitätsrisiko sowie

ein erhöhtes Risiko für schwer wiegende kardiovaskuläre oder cerebrovaskuläre Ereignisse,

einschliesslich Schlaganfall und Shunt-Thrombosen beobachtet, wenn Erythropoese-stimulierende

Substanzen (ESAs) zur Erreichung eines Hämoglobinzielwerts von über 12 g/dl (7,5 mmol/l)

verabreicht wurden.

Aranesp-Dosissteigerungen bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz sollten mit Vorsicht

erfolgen, da hohe kumulative Epoetin-Dosen mit einem erhöhten Mortalitätsrisiko, schweren

kardiovaskulären und cerebrovaskulären Ereignissen assoziiert sein können. Bei Patienten mit

schlechtem Ansprechen des Hämoglobinwerts auf Epoetine sollten verschiedene Ursachen für das

schlechte Ansprechen abgeklärt werden (siehe Abschnitte «Dosierung/Anwendung» und

«Eigenschaften/Wirkungen»).

Kontrollierte klinische Studien haben keinen signifikanten Nutzen der Verabreichung von Epoetinen

aufgezeigt, wenn die Hämoglobinkonzentration über das zur Kontrolle der Anämiesymptome und

zur Vermeidung einer Bluttransfusion erforderliche Niveau hinaus erhöht wird.

Ein adäquater Eisenstatus soll gewährleistet werden.

Der Blutdruck muss bei allen Patienten kontrolliert werden, und zwar vor allem zu Beginn einer

Aranesp-Therapie. Patienten müssen hinsichtlich der Wichtigkeit der Einhaltung einer

antihypertensiven Arzneimitteltherapie und der Diätvorschriften aufgeklärt werden.

Ist der Blutdruck trotz Einleiten entsprechender Massnahmen schwer kontrollierbar, kann der

Hämoglobinwert möglicherweise durch eine Reduktion oder durch Aussetzen der Aranesp-Dosis

gesenkt werden (siehe Abschnitt «Dosierung/Anwendung»). Fälle von schweren hypertensiven

Krisen, hypertensiver Enzephalopathie und Krämpfen wurden bei Patienten mit chronischer

Niereninsuffizienz beobachtet, die mit Aranesp behandelt wurden.

Bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz und klinisch evidenter ischämischer

Herzerkrankung oder dekompensierter Herzinsuffizienz, muss der Zielhämoglobinwert individuell

bestimmt werden. Ein oberer Grenzwert von 12 g/dl (7,5 mmol/l) sollte bei diesen Patienten

angestrebt werden, es sei denn, schwere Symptome, wie z.B. Angina Pectoris, machen ein anderes

Vorgehen notwendig.

Die Serum-Kaliumspiegel müssen während der Aranesp-Therapie regelmässig kontrolliert werden.

Nach Aranesp-Gabe wurde bei wenigen Patienten eine Kaliumerhöhung berichtet, ein kausaler

Zusammenhang konnte jedoch nicht hergestellt werden. Wenn ein erhöhter oder steigender Kalium-

Spiegel beobachtet wird, muss eine Unterbrechung der Aranesp-Gabe in Betracht gezogen werden,

bis sich der Spiegel normalisiert hat.

Krebspatienten

Auswirkungen auf Tumorwachstum

Epoetine sind Wachstumsfaktoren, die primär die Bildung von Erythrozyten anregen.

Erythropoetinrezeptoren können auf der Oberfläche verschiedener Tumorzellen exprimiert werden.

Wie bei allen Wachstumsfaktoren gibt es Bedenken, dass Epoetine das Wachstum von Tumoren

anregen könnten.

In mehreren kontrollierten Studien zeigten Epoetine keine Verbesserung des Gesamtüberlebens oder

eine Verminderung des Risikos einer Tumorprogression bei Patienten mit tumorassoziierter Anämie.

In kontrollierten klinischen Studien zeigte die Anwendung von Aranesp und anderen Erythropoese

stimulierenden Substanzen (ESAs) folgende Resultate:

·Verkürzte Zeit bis zur Tumorprogression bei Patienten mit fortgeschrittenen Kopf- und Halstumoren

unter Bestrahlungstherapie, wenn ESAs zur Erreichung eines Hämoglobinzielwerts von über 14 g/dl

(8,7 mmol/l) verwendet wurden; ESAs sind für die Anwendung bei dieser Patientenpopulation nicht

indiziert.

·Verkürztes Gesamtüberleben und erhöhte Mortalität aufgrund einer Progression der Krankheit nach

4 Monaten bei Patientinnen mit metastasierendem Brustkrebs unter Chemotherapie, wenn ESAs

verwendet wurden, um einen Hämoglobinzielwert von 12 bis 14 g/dl (7,5-8,7 mmol/l) zu erreichen.

·Anstieg des Sterberisikos bei Patienten mit aktiver maligner Erkrankung, die weder eine

Chemotherapie noch eine Bestrahlungstherapie erhalten, wenn ESAs zur Erreichung eines

Hämoglobinzielwerts von 12 g/dl (7,5 mmol/l) verwendet wurden. ESAs sind für die Anwendung bei

dieser Patientenpopulation nicht indiziert.

·Verkürztes Gesamtüberleben im Rahmen der Langzeit-Nachbeobachtung bei anämischen Patienten

mit malignen Lymphomen, die eine Chemotherapie erhalten.

Vor dem Einsatz von Epoetin-Präparaten bei symptomatisch anämischen Tumor-Patientinnen und

-Patienten unter myelosuppressiver Chemotherapie, sollte eine sorgfältige individuelle Evaluation

des Nutzen/Risiko-Verhältnisses, unter besonderer Berücksichtigung der Prognose in Absprache mit

der Patientin/dem Patienten erfolgen. Bei kurativer Therapie sollen Epoetin-Präparate nicht

eingesetzt werden.

Minimierung des thromboembolischen Risikos

Falls der Hämoglobinwert 12 g/dl (7,5 mmol/l) überschreitet, sollte bei Patienten mit soliden

Tumoren oder lymphoproliferativen malignen Erkrankungen eine Dosisanpassung, wie in Abschnitt

«Dosierung/Anwendung» beschrieben, genau eingehalten werden, um das potentielle Risiko

thromboembolischer Ereignisse zu minimieren. Die Thrombozytenzahl und der Hämoglobinwert

sollten in regelmässigen Abständen bestimmt werden.

Interaktionen

Die bisher vorliegenden klinischen Ergebnisse weisen auf keinerlei Wechselwirkung von

Darbepoetin alfa mit anderen Substanzen hin. Es besteht jedoch potentiell die Möglichkeit einer

Wechselwirkung mit einem Arzneimittel, das stark an rote Blutzellen gebunden wird (z.B.

Ciclosporin, Tacrolimus). Wird Aranesp zusammen mit einem dieser Arzneimittel angewendet,

müssen die Blutspiegel dieser Arzneimittel kontrolliert und deren Dosierung dem steigenden

Hämoglobinwert angepasst werden.

Schwangerschaft/Stillzeit

Es gibt keine angemessen und hinreichend kontrollierten Studien zur Anwendung von Aranesp bei

schwangeren Frauen. Darum soll Aranesp bei Schwangeren nur angewendet werden, wenn dies

eindeutig erforderlich ist.

Es ist nicht bekannt, ob Aranesp in die Muttermilch übergeht. Ein Risiko für den Säugling kann nicht

ausgeschlossen werden. Es muss eine Entscheidung darüber getroffen werden, ob das Stillen zu

unterbrechen ist oder ob auf die Behandlung mit Aranesp verzichtet werden soll/die Behandlung mit

Aranesp zu unterbrechen ist. Dabei ist sowohl der Nutzen des Stillens für das Kind als auch der

Nutzen der Therapie für die Frau zu berücksichtigen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Aranesp hat keinen Einfluss auf die Fahrtüchtigkeit oder die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen.

Jedoch sind die Grundkrankheit und die allfälligen unerwünschten Wirkungen der Behandlung zu

berücksichtigen.

Unerwünschte Wirkungen

Bekannte Nebenwirkungen im Zusammenhang mit Aranesp sind Bluthochdruck, Schlaganfall,

thromboembolische Ereignisse, Krampfanfälle, allergische Reaktionen, Ausschlag/Erytheme,

Erythroblastopenie (pure red cell aplasia (PRCA)) und schwere, arzneimittelinduzierte

Hautreaktionen (SCARs) einschliesslich Stevens-Johnson Syndrom (SJS) und Toxischer

Epidermaler Nekrolyse (TEN); siehe Abschnitt «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen».

Schmerzen an der Einstichstelle, die auf die Behandlung zurückgeführt werden, wurden in Studien

berichtet, in welchen Aranesp als subkutane Injektion angewendet wurde. Die Beschwerden an der

Einstichstelle waren im Allgemeinen leicht und vorübergehend und traten überwiegend nach der

ersten Injektion auf.

Die Inzidenz von Nebenwirkungen wird untenstehend nach Systemorganklasse und Häufigkeit

aufgeführt. Häufigkeiten sind definiert als: Sehr häufig (≥1/10); häufig (≥1/100, <1/10); gelegentlich

(≥1/1'000, <1/100); selten (≥1/10'000, <1/1'000); sehr selten (<1/10'000 einschliesslich isolierte

Berichte).

Häufigkeiten von unerwünschten Wirkungen wurden aufgrund der folgenden klinischen Studien

sowie Erfahrungen aus dem Post-Marketing-Umfeld berechnet:

·Kontrollierte Studien mit insgesamt 1357 Patienten, 766 die Aranesp erhielten, und 591 Patienten,

die rHuEPO erhielten. In der Aranesp-Gruppe erhielten 83% eine Dialyse und 17% erhielten keine

Dialyse. In einer weiteren klinischen Studie (TREAT, siehe Abschnitt «Eigenschaften/Wirkungen»)

wurde Schlaganfall als unerwünschte Wirkung identifiziert.

·Gepoolte Daten von sieben randomisierten, doppelblinden, Placebo-kontrollierten Studien mit

Aranesp, die insgesamt 2112 Patienten (Aranesp 1200, Placebo 912) umfassten. In diese klinischen

Studien wurden Patienten mit soliden Tumoren (z.B. Bronchial-, Mamma-, Kolon-,

Ovarialkarzinome) und lymphoiden malignen Erkrankungen (z. B. Lymphome, Multiple Myelome)

eingeschlossen.

·Gepoolte Daten aus zwei Studien zu Aranesp an Patienten mit myelodysplastischen Syndromen der

Risikogruppen low oder intermediate-1. Dabei handelte es sich um eine einarmige Studie zu Aranesp

an 206 Patienten und um eine doppelblinde, placebo-kontrollierte Studie zu Aranesp, die insgesamt

146 Patienten (Aranesp 98, Placebo 48) umfasste.

Blut und Lymphsystem

Selten: Erythroblastopenie (PRCA)1.

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Sehr häufig: Harnwegsinfekt2 (15%), Nasopharyngitis2 (10%).

Häufig: Zellulitis2, Sinusitis2.

Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen

Häufig: Sturz2, Prellung2.

Erkrankungen des Immunsystems

Gelegentlich: Allergischer Bronchospasmus1.

Selten: Anaphylaktische Reaktion1, Angioödem1.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Sehr häufig: Müdigkeit3 (25%), Ödem4 (12%).

Häufig: Pyrexie3, Thoraxschmerzen3, Schmerzen an der Injektionsstelle4,5.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Sehr häufig: Hypoglykämie2 (14%).

Häufig: Verminderter Appetit3.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Häufig: Rückenschmerzen3, Myalgie3.

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr häufig: Schwindel2 (12%).

Häufig: Kopfschmerzen2,3.

Gelegentlich: Krämpfe/Krampfanfälle1.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Sehr häufig: Chronisches Nierenversagen2 (15%).

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Häufig: Lungenembolie4.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig: Ausschlag/Erytheme2,4,5, Hautgeschwür2.

Gelegentlich: Nesselfieber1, Blasenbildung1.

Selten: Exfoliation der Haut1, Erythema multiforme1, SJS/TEN1.

Gefässerkrankungen

Sehr häufig: Hypertonie5 (29%).

Häufig: Hypertonie2, Hypotonie2, Thromboembolische Ereignisse3,4,5.

1 ADRs identifiziert im Post-Marketing Umfeld. Die Häufigkeit der ADRs aus dem Post-Marketing-

Umfeld wurde auf Basis der gepoolten Daten aus klinischen Studien berechnet. Keine Fälle von

PRCA wurden in klinischen Studien berichtet, deshalb wurde diese Häufigkeit gemäss der „rule of

3“ berechnet.

2 ADR bei erwachsenen nicht-dialysepflichtigen Patienten mit Typ 2 Diabetes

3 ADR bei Patienten mit myelodysplastischen Syndromen der Risikogruppen low oder intermediate-

4 ADR bei Patienten unter Chemotherapie

5 ADR bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz

Kinder und Jugendliche mit chronischer Niereninsuffizienz

In allen pädiatrischen CNI-Studien wurden keine zusätzlichen unerwünschten Reaktionen bei

Kindern und Jugendlichen, im Vergleich zu den zuvor bei erwachsenen Patienten berichteten,

identifiziert (siehe Abschnitt «Eigenschaften/Wirkungen»).

Überdosierung

Die maximale Menge von Aranesp, die als einzelne oder mehrfache Dosis sicher angewendet werden

kann, ist nicht bestimmt worden. Eine Therapie mit Aranesp kann zu einer Polyglobulie führen, falls

das Hämoglobin nicht sorgfältig überwacht und die Dosis angemessen angepasst wird. Fälle von

schwerem Bluthochdruck wurden nach Überdosierung mit Aranesp beobachtet (siehe Abschnitt

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Im Falle einer Polyglobulie sollte Aranesp vorübergehend abgesetzt werden (siehe Abschnitt

«Dosierung/Anwendung»). Falls klinisch indiziert, kann eine Phlebotomie durchgeführt werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: B03XA02

Darbepoetin alfa ist ein gentechnologisch hergestelltes, hochgradig gereinigtes Glykoprotein aus

165 Aminosäuren. Es wird aus Säugetierzellen (CHO, Chinese hamster ovary Zellen) gewonnen, in

welche das Gen für das modifizierte Erythropoetin durch rekombinante Techniken eingefügt wurde.

Darbepoetin alfa unterscheidet sich von rekombinantem humanem Erythropoetin durch den Einbau

zusätzlicher Kohlenhydratreste, die zu einer Vergrösserung des Moleküls von 30'000 auf

37'000 Dalton führen.

Wirkungsmechanismus

Menschliches Erythropoetin ist ein endogenes Glykoproteinhormon, das durch spezifische

Interaktion mit dem Erythropoetinrezeptor auf den erythroiden Vorläuferzellen im Knochenmark der

Hauptregulator der Erythropoese ist. Erythropoetin wird primär von der Niere gebildet und von ihr –

in Abhängigkeit von Veränderungen der Sauerstoffsättigung des Gewebes – reguliert. Die Bildung

von endogenem Erythropoetin ist bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz vermindert. Der

Hauptgrund für die Anämie ist eine Folge des Erythropoetinmangels. Bei Krebspatienten, die eine

Chemotherapie erhalten, ist die Ätiologie der Anämie multifaktoriell. Bei diesen Patienten tragen

sowohl der Mangel an Erythropoetin als auch ein vermindertes Ansprechen der erythroiden

Vorläuferzellen auf endogenes Erythropoetin signifikant zu ihrer Anämie bei. Bei Patienten mit

myelodysplastischen Syndromen tritt die Anämie hauptsächlich als Folge einer mangelhaften

Proliferation und Differenzierung der erythroiden Vorläuferzellen auf, die zu einer ineffektiver

Erythropoese führt.

Pharmakodynamik

Darbepoetin alfa stimuliert die Erythropoese durch denselben Mechanismus wie das endogene

Hormon. Darbepoetin alfa hat fünf stickstoffgebundene Kohlenhydratketten, während das endogene

Hormon und die rekombinanten humanen Erythropoetine (rHuEPO) drei derartige Ketten haben. Die

zusätzlichen Zuckerreste unterscheiden sich molekular nicht von denen des endogenen Hormons.

Aufgrund seines erhöhten Kohlenhydratanteils hat Darbepoetin alfa eine längere terminale

Halbwertszeit als rHuEPO und infolgedessen eine grössere In-vivo-Aktivität. Trotz dieser

Veränderungen am Molekül behält Darbepoetin alfa eine sehr enge Spezifizität für den

Erythropoetinrezeptor bei.

Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz

In einer randomisierten, doppelblinden Korrekturstudie (n = 358) wurde bei nicht dialysepflichtigen

Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz ein 2-wöchentliches mit einem monatlichen

Dosierungsschema verglichen. Darbepoetin alfa war in einer monatlichen Dosierung bei der

Korrektur der Anämie ebenso wirksam wie bei einer Verabreichung alle 2 Wochen. Die mediane

(Q1, Q3) Zeit für eine Korrektur des Hämoglobins (≥10.0 g/dl und ≥1.0 g/dl Erhöhung verglichen

mit dem Ausgangswert) betrug 5 Wochen, sowohl für eine 2-wöchentliche (3, 7 Wochen) als auch

für eine monatliche Verabreichung (3, 9 Wochen).

In einer randomisierten, doppelblinden, placebo-kontrollierten Studie (TREAT) mit 4038 Patienten

mit chronischer Niereninsuffizienz, die keine Dialyse erhielten, mit Diabetes Typ 2 und

Hämoglobinwerten ≤11 g/dl, erhielten die Patienten entweder eine Behandlung mit Darbepoetin alfa

mit einem Ziel-Hämoglobinwert von 13 g/dl oder Placebo (mit einer Darbepoetin alfa-

Notfallbehandlung bei Hämoglobinwerten unter 9 g/dl). Die Studie verfehlte sowohl ihren primären

Endpunkt, den Nachweis einer Reduktion des Risikos der Gesamtmortalität bzw. kardiovaskulären

Morbidität (Darbepoetin alfa gegen Placebo; HR 1,05; 95% VI (0,94; 1,17)) als auch der Reduktion

der Gesamtmortalität bzw. terminalen Niereninsuffizienz (Darbepoetin alfa gegen Placebo; HR 1,06;

95% VI (0,95; 1,19)). Analysen der individuellen Komponenten der zusammengesetzten Endpunkte

zeigten eine statistisch signifikante Erhöhung des Schlaganfallrisikos (HR 1,92 (1,38; 2,68)).

In einer randomisierten prospektiven Studie wurden 1432 anämische Patienten mit chronischer

Niereninsuffizienz ohne Dialyse einer Behandlung mit Epoetin alfa (rHuEPO) zugeteilt, deren Ziel

die Aufrechterhaltung einer Hämoglobinkonzentration von 13,5 g/dl oder 11,3 g/dl war. In der

Gruppe mit der höheren Hämoglobinkonzentration kam es bei 125 der 715 Patienten (18%) zu einem

schwerwiegenden kardiovaskulären Ereignis (Tod, Myokardinfarkt, Schlaganfall oder

Hospitalisierung wegen Herzinsuffizienz), im Vergleich zu 97 von 717 Patienten (14%) in der

Gruppe mit der niedrigeren Hämoglobinkonzentration [Hazard Ratio (HR) 1,3; 95% VI 1,0-1,7 und

p = 0,03].

Ein erhöhtes Risiko für schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse zeigte sich auch in einer

randomisierten prospektiven Studie bei 1265 Hämodialyse-Patienten mit klinisch manifester

Herzerkrankung (ischämische Herzkrankheit oder Herzinsuffizienz). In dieser Studie teilte man die

Patienten einer Behandlung mit Epoetin alfa mit dem Ziel zu, das Hämoglobin auf dem Niveau von

entweder 14 ± 1 g/dl oder 10 ± 1 g/dl zu halten. Die Mortalität war bei den 634 Patienten mit dem

Ziel-Hämoglobinwert 14 g/dl höher (35%) als bei den 631 Patienten mit dem Ziel-Hämoglobin

10 g/dl (29%). Der Grund für die in dieser Studie beobachtete erhöhte Mortalität ist unbekannt, doch

war die Inzidenz der nicht tödlichen Myokardinfarkte, der Thrombosen im Gefässzugang und der

anderen thrombotischen Ereignisse in der Gruppe mit einem Ziel-Hämoglobin von 14 g/dl ebenfalls

höher.

Zusammenfassende Post-hoc-Analysen von klinischen Studien mit Erythropoese-stimulierenden

Wirkstoffen (ESAs) wurden bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz (dialysepflichtigen und

nicht-dialysepflichtigen Patienten, Diabetikern und nicht-Diabetikern) durchgeführt. Mit höheren

kumulativen ESA-Dosen wurde, unabhängig vom Diabetes- oder Dialyse-Status, ein Trend zu

erhöhten Risikoereigniswahrscheinlichkeiten für Gesamtmortalität, kardiovaskuläre und

cerebrovaskuläre Ereignisse beobachtet (siehe Abschnitte «Dosierung/Anwendung» und

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Kinder und Jugendliche

In einer randomisierten klinischen Studie wurde bei 114 pädiatrischen Patienten im Alter von 2 bis

18 Jahren mit chronischer Niereninsuffizienz, die dialyse- oder nicht dialysepflichtig, anämisch

(Hämoglobinwert <10,0 g/dl) und die nicht mit einem ESA behandelt worden waren, Darbepoetin

alfa wöchentlich (n = 58) oder einmal alle zwei Wochen (n = 56) zur Korrektur der Anämie

angewendet. Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war Anteil an Patienten mit einer Hämoglobin-

Korrektur zu ≥10,0 g/dl zu jedem Zeitpunkt nach der ersten Dosis ohne Transfusion von roten

Blutzellen nach Randomisierung und innerhalb von 90 Tagen vor der Hämoglobinmessung.

Hämoglobinwerte von ≥10 g/dl wurden bei >98% (p <0,001) der pädiatrische Patienten erreicht, bei

denen Darbepoetin alfa einmal wöchentlich angewendet wurde, und bei 84% (p = 0,293) bei

Anwendung einmal alle zwei Wochen; der primäre Endpunkt wurde erreicht im Arm mit

wöchentlicher Dosierung und wurde nicht erreicht im Arm mit zweiwöchentlicher Dosierung. Zum

Zeitpunkt des erstmaligen Erreichens von Hämoglobinwerten ≥10,0 mg/dl betrug die mittlere (SD)

Körpergewichts-adjustierte Dosis 0,48 (0,24) µg/kg (Bereich: 0,0 bis 1,7 µg/kg) für die Gruppe mit

der einmal wöchentlichen Dosierung und 0,76 (0,21) µg/kg (Bereich: 0,3 bis 1,5 µg/kg) für die

Gruppe mit der Dosierung einmal alle zwei Wochen.

In einer klinischen Studie wurden 124 pädiatrische Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz, die

dialyse- oder nicht dialysepflichtig, 1 bis 18 Jahre alt und stabil auf Epoetin alfa eingestellt waren,

randomisiert, um entweder Darbepoetin alfa einmal wöchentlich (subkutan oder intravenös) unter

Anwendung eines Dosis-Konversions-Faktors von 238:1 zu erhalten, oder mit der Epoetin alfa-

Therapie mit der bisherigen Dosis, dem bisherigen Dosierungsschema und der bisherigen

Applikationsweise fortzufahren. Der primäre Wirksamkeits-Endpunkt [Änderung des

Hämoglobinwerts zwischen Ausgangswert und Evaluierungs-Zeitraum (Woche 21-28)] war

zwischen beiden Gruppen vergleichbar. Der mittlere Hämoglobinwert für rHuEPO und Darbepoetin

alfa zu Beginn betrug 11,1 (SD 0,7) g/dl bzw. 11,3 (SD 0,6) g/dl. Der mittlere Hämoglobinwert in

Woche 28 betrug 11,1 (SD 1,4) g/dl für rHuEPO bzw. 11,1 (SD 1,1) g/dl für Darbepoetin alfa.

In einem Europäischen Observationsregister, in das 319 pädiatrische Patienten mit chronischer

Niereninsuffizienz (13 (4,1%) Patienten im Alter von <1 Jahr, 83 (26,0%) Patienten im Alter von

1 bis <6 Jahren, 90 (28,2%) Patienten im Alter von 6 bis <12 Jahren und 133 (41,7%) Patienten im

Alter von ≥12 Jahren) eingeschlossen wurden und Darbepoetin alfa erhielten, lagen die mittleren

Hämoglobinwerte zwischen 11,3 und 11,5 g/dl, und die mittleren Körpergewichts-adjustierten

Darbepoetin alfa Dosen (zwischen 2,31 µg/kg im Monat und 2,67 µg/kg im Monat) blieben während

der Studiendauer in der gesamten Studienpopulation relativ konstant.

In diesen Studien wurden keine relevanten Unterschiede zwischen dem Sicherheitsprofil bei Kindern

und Jugendlichen im Vergleich zu dem zuvor bei erwachsenen Patienten berichteten

Sicherheitsprofil, bekannt (siehe Abschnitt «Unerwünschte Wirkungen»).

Krebspatienten, die eine Chemotherapie erhalten

In einer prospektiven, randomisierten doppelblinden, placebo-kontrollierten Studie, welche mit

314 Patienten mit Lungenkrebs, die eine platinhaltige Chemotherapie erhielten, durchgeführt wurde,

zeigte sich bei den Patienten unter Darbepoetin alfa eine signifikante Reduktion der Transfusionsrate

(p <0,001).

Klinische Studien haben gezeigt, dass Darbepoetin alfa eine ähnliche Wirkung hat, wenn es als

Einzeldosis entweder einmal alle 3 Wochen, einmal alle 2 Wochen oder wöchentlich verabreicht

wird, und zwar ohne Anstieg des Bedarfs der Totaldosis.

Die Sicherheit und Wirksamkeit einer Therapie mit Aranesp einmal alle 3 Wochen zur

Verminderung erforderlicher Erythrozyten-Transfusionen bei Patienten mit Chemotherapie wurde in

einer randomisierten doppelblinden multinationalen Studie beurteilt. Die Studie umfasste

705 anämische Patienten mit nicht-myeloischen malignen Erkrankungen unter multizyklischer

Chemotherapie. Die Patienten erhielten randomisiert Aranesp 500 µg einmal alle 3 Wochen oder

2,25 µg/kg einmal pro Woche. In beiden Gruppen reduzierte man die Dosierung gegenüber der

vorhergehenden Dosis um 40% (d.h. eine erste Dosisreduktion auf 300 µg in der Gruppe mit

dreiwöchentlicher Applikation und auf 1,35 µg/kg in derjenigen mit wöchentlicher Applikation),

wenn der Hämoglobinwert innerhalb von 14 Tagen um mehr als 1 g/dl anstieg. In der Gruppe mit

dreiwöchentlicher Applikation benötigten 72% der Patienten Dosisreduktionen und in derjenigen mit

wöchentlicher Applikation benötigten 75% Dosisreduktionen. Gemäss dieser Studie sind 500 µg

einmal alle 3 Wochen mit der Applikation einmal pro Woche vergleichbar in Bezug auf die

Häufigkeit mindestens einer Erythrozyten-Transfusion ab Woche 5 bis zum Ende der

Behandlungsphase.

In einer prospektiven, randomisierten doppelblinden, placebo-kontrollierten Studie, welche mit

344 anämischen Patienten mit lymphoproliferativen malignen Erkrankungen und unter einer

Chemotherapie durchgeführt wurde, zeigten sich eine signifikante Reduktion des

Transfusionsbedarfs und eine Verbesserung des Ansprechens hinsichtlich des Hämoglobinwertes

(p <0,001). Eine Besserung des Erschöpfungszustandes, gemessen anhand des «Functional

Assessment of Cancer Therapy-Fatigue» (FACT-fatigue) Scores, wurde ebenfalls beobachtet.

Erythropoetin ist ein Wachstumsfaktor, der primär die Bildung von Erythrozyten anregt.

Erythropoetinrezeptoren können auf der Oberfläche verschiedener Tumorzellen exprimiert werden.

In 6 kontrollierten Studien mit ESAs bei Krebspatienten sind sicherheitsrelevante Anzeichen für

erhöhte Mortalität oder Tumorprogression beobachtet worden. Zwei dieser Studien schlossen

Patienten mit Brustkrebs (n = 939) oder malignen Lymphomen (n = 344) ein, die mit Chemotherapie

behandelt wurden. Die Hämoglobinzielkonzentration lag in beiden Studien bei ≥13 g/dl. Beide

Studien zeigten ein verringertes Gesamtüberleben bei ESA-Gabe, aber keine Auswirkungen auf die

Tumorprogression. Eine systematische Überprüfung aller vorliegenden kontrollierten Daten bei

Patienten unter Chemotherapie (einschliesslich der beiden oben genannten Studien) ergab ein

Chancenverhältnis (Odds Ratio) für das Gesamtüberleben bei Verwendung von ESA von 0,99 (95%

VI; 0,72, 1,36; 30 Studien und 6282 Patienten).

Die übrigen 4 Studien mit sicherheitsrelevanten Anzeichen wurden in Versuchspopulationen

durchgeführt, für die ESAs nicht zugelassen sind. Zwei der Studien untersuchten Patienten, die

weder eine Chemotherapie noch eine Bestrahlungstherapie erhielten. Eine Studie untersuchte

Patienten mit Nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) (n = 70) und einem Hämoglobinzielwert

von 12 bis 14 g/dl, die andere Studie untersuchte Patienten mit verschiedenen Tumorarten (n = 989)

und einem Hämoglobinzielwert von 12 g/dl. Beide Studien berichteten ein reduziertes

Gesamtüberleben in Verbindung mit der Verabreichung von ESAs, führten aber keine Bestimmung

der Tumorprogression durch. Zwei Studien schlossen Patienten mit Kopf- und Halstumoren (n = 351

und n = 522) ein, die nur eine Bestrahlungstherapie erhielten und für die ein Hämoglobinzielwert von

>14 g/dl angesetzt wurde. Beide Studien zeigten eine reduzierte lokoregionale Tumorkontrolle und

einen Trend in Richtung eines verringerten Gesamtüberlebens bei ESA-behandelten Patienten.

Diese 6 Studien (mit 3215 Patienten) haben bei Patienten mit Anämie, einhergehend mit

verschiedenen, häufig vorkommenden Krebserkrankungen, die rekombinantes humanes

Erythropoetin erhielten, im Vergleich zur Kontrollgruppe eine unerklärte, statistisch signifikant

höhere Mortalität aufgezeigt. Das in diesen Studien festgestellte Gesamtüberleben liess sich durch

Unterschiede in der Inzidenz von Thrombose und verwandten Komplikationen zwischen den ESA-

behandelten Patienten und denen in der Kontrollgruppe nicht zufriedenstellend erklären.

Es wurde eine systematische Überprüfung von 57 klinischen Studien mit 9000 Krebspatienten

durchgeführt, die eine Chemotherapie, eine Bestrahlungstherapie oder gar keine Behandlung

erhielten und mit einem ESA- oder einem Kontrollpräparat behandelt wurden. In dieser Analyse

ergab sich für das Gesamtüberleben ein Odds Ratio von 1,08 zu Gunsten der Kontrollgruppe (95%

VI: 0,99, 1,18; 42 Studien und 8167 Patienten).

Bei den mit ESAs behandelten Patienten wurde ein erhöhtes relatives Risiko für thromboembolische

Ereignisse festgestellt (RR 1,67, 95% VI: 1,35, 2,06; 35 Studien und 6769 Patienten).

In einer Studie, in welcher anämische Tumorpatienten ohne Chemo- und Radiotherapie mit

Darbepoetin alfa behandelt wurden – eine Population, für die Aranesp nicht indiziert ist – ist es zu

einer Erhöhung der Mortalität unter Aranesp im Vergleich zu Placebo gekommen. Der Grund für

diesen Unterschied ist unklar. Ausserdem konnte in dieser Studie keine signifikante Abnahme des

Transfusionsbedarfs unter Aranesp erreicht werden. Aranesp sollte ausschliesslich bei anämischen

Tumorpatienten unter Chemotherapie eingesetzt werden.

Eine Datenanalyse auf Patientenebene wurde bei mehr als 13'900 Tumorpatienten durchgeführt

(Chemo-, Radio-, Chemo-Radio- oder keine Therapie), die an 53 kontrollierten klinischen Studien

mit unterschiedlichen Epoetinen teilnahmen. Die Meta-Analysen deuten übereinstimmend auf eine

signifikante Erhöhung des relativen Risikos für thromboembolische Ereignisse bei Tumorpatienten

hin, die rekombinante humane Erythropoetine erhalten (siehe Abschnitt «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Patienten mit myelodysplastischen Syndromen

Es wurde eine prospektive, randomisierte,doppelblinde, Placebo-kontrollierte Studie der Phase 3 an

146 Patienten mit Anämie mit geringer Transfusionslast (weniger als 4 Erythrozytenkonzentrate

während jedem von 2 aufeinanderfolgenden 8-Wochen-Zeiträumen vor der Randomisierung) und

myelodysplastischen Syndromen der Risikogruppe low oder intermediate-1 durchgeführt. Die

endogenen Erythropoetin-Spiegel waren <500 mU/ml. Wenn der Hb-Wert auf >12,0 g/dl angestiegen

war, wurde Aranesp abgesetzt. Die Transfusionsinzidenz von Woche 5 bis Woche 24 war in der

Aranesp Gruppe (35/97; 36.1%) im Vergleich zur Placebo Gruppe (29/49; 59.2%) signifikant

reduziert (p = 0,008). Der Anteil der Patienten, bei denen ein erythroides Ansprechen mit einem

Anstieg des Hämoglobinwerts von ≥1,5 g/dl gegenüber dem Ausgangswert erreicht wurde und bei

denen der Anstieg um durchschnittlich ≥1,5 g/dl ohne Erythrozytentransfusion über einen Zeitraum

von 56 aufeinanderfolgenden Tagen beibehalten wurde, war in der Aranesp Gruppe (11/75; 14.7%)

im Vergleich zur Placebo Gruppe (0/35; 0%) signifikant erhöht (p = 0,016).

Pharmakokinetik

Aufgrund seines erhöhten Kohlenhydratgehalts bleibt der Spiegel von Darbepoetin alfa im

Blutkreislauf ca. 3-mal länger über der minimalen, die Erythropoese stimulierenden Konzentration

als die äquimolare Dosis von rHuEPO. Daher kann Darbepoetin alfa seltener verabreicht werden, um

das gleiche biologische Ansprechen zu erreichen.

Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz

Zur Pharmakokinetik von Darbepoetin alfa wurden klinische Studien bei Patienten mit chronischer

Niereninsuffizienz nach intravenöser und subkutaner Gabe durchgeführt.

Absorption

Die Bioverfügbarkeit beträgt nach subkutaner Verabreichung 37%.

Bei beiden Applikationsarten wurde in klinischen Studien eine minimale Akkumulation beobachtet.

Distribution

Das Verteilungsvolumen (VSS) entspricht ungefähr dem Plasmavolumen (50 ml/kg).

Elimination

Die terminale Halbwertszeit von Darbepoetin alfa liegt nach intravenöser Gabe bei 21 Stunden

(Standardabweichung [SD] 7,5). Wird Darbepoetin alfa monatlich subkutan in Dosen zwischen 0,6

und 2,1 µg/kg verabreicht, beträgt die terminale Halbwertszeit 73 Stunden (SD 24).

Die Clearance von Darbepoetin alfa beträgt 1,9 ml/Stunde/kg (SD 0,56).

In präklinischen Studien wurde gezeigt, dass die renale Clearance minimal ist (bis zu 2% der

Gesamtclearance) und die Serumhalbwertszeit nicht beeinflusst.

Daten von 809 Patienten, welche Aranesp in europäischen klinischen Studien erhalten haben, wurden

analysiert, um die Dosis, die für die Erhaltung des Hämoglobinwertes notwendig ist, zu bestimmen;

zwischen der intravenösen oder subkutanen Injektionsart wurde kein Unterschied bezüglich der zu

verabreichenden durchschnittlichen wöchentlichen Dosis beobachtet. Ausserdem haben klinische

Studien gezeigt, dass bei Patienten, die von hohen intravenös verabreichten Dosen rHuEPO

umgestellt wurden, aufgrund der höheren Potenz von Aranesp, Dosisanpassungen vorgenommen

werden mussten, um eine überschiessende Hämatopoese zu korrigieren.

Pädiatrie

Die Pharmakokinetik von Darbepoetin alfa war bei pädiatrischen und erwachsenen Patienten mit

chronischer Niereninsuffizienz bei subkutaner und intravenöser Verabreichung vergleichbar.

Krebspatienten, die eine Chemotherapie erhalten

Absorption

Nach subkutaner Applikation von 2,25 µg/kg bei erwachsenen Krebspatienten wurde eine mittlere

maximale Konzentration von 10,6 ng/ml (SD 5,9) Darbepoetin alfa nach einer durchschnittlichen

Zeit von 91 Stunden (SD 19,7) erreicht. Diese Parameter zeigten über einen breiten

Dosierungsbereich (0,5 bis 8 µg/kg wöchentlich und 3 bis 9 µg/kg zweiwöchentlich) eine

dosislineare Pharmakokinetik. Die pharmakokinetischen Parameter veränderten sich bei mehrmaliger

Anwendung über 12 Wochen (Dosierung wöchentlich oder zweiwöchentlich) nicht. Mit Erreichen

des Fliessgleichgewichts kam es zu einem erwarteten mässigen (<2-fachen) Anstieg der

Serumkonzentration. Jedoch gab es keine unerwartete Akkumulation bei wiederholter Anwendung.

Elimination

Zur Bestimmung der terminalen Halbwertszeit wurde eine Pharmakokinetikstudie bei Patienten mit

Chemotherapie-induzierter Anämie durchgeführt. Die Patienten erhielten subkutan 6,75 µg/kg

Darbepoetin alfa alle 3 Wochen in Kombination mit einer Chemotherapie. In dieser Studie betrug die

mittlere (SD) terminale Halbwertszeit 74 (SD 27) Stunden.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Es sind keine Daten über Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion verfügbar.

Patienten mit myelodysplastischen Syndromen

Es liegen keine pharmakokinetischen Daten für Patienten mit myelodysplastischen Syndromen vor.

Präklinische Daten

Bei allen Studien an Ratten und Hunden führte Darbepoetin alfa zu deutlichen Anstiegen des

Hämoglobinwertes, des Hämatokritwertes, der Erythrozytenzahl und der Retikulozyten, welche mit

den erwarteten pharmakologischen Wirkungen korrespondierten. Unerwünschte Ereignisse bei sehr

hohen Dosierungen wurden alle einer verstärkten pharmakologischen Wirkung (herabgesetzte

Gewebsperfusion aufgrund erhöhter Blutviskosität) zugeschrieben. Diese schlossen sowohl

Knochenmarksfibrose und Milzhypertrophie als auch eine Verbreiterung des EKG-QRS-Komplexes

bei Hunden ein, jedoch wurden weder Herzrhythmusstörungen, noch Veränderungen des QT-

Intervalls beobachtet.

Darbepoetin alfa zeigte weder ein genotoxisches Potential, noch hatte es irgendeine Wirkung auf die

Proliferation nicht-hämatologischer Zellen in vitro oder in vivo. In Studien zur chronischen Toxizität

wurden bei keinem Gewebetyp kanzerogene oder unerwartete mitogene Reaktionen beobachtet. Das

kanzerogene Potential von Darbepoetin alfa wurde nicht in Langzeit-Tierstudien untersucht.

Darbepoetin alfa verursachte bei 3-mal wöchentlicher intravenöser Verabreichung von 10 µg/kg in

Ratten und Kaninchen keine Störung der Reproduktionsfähigkeit. Bei einer Höchstdosis von

20 µg/kg, 3-mal wöchentlich an trächtige Tiere verabreicht, wurden weder Embryotoxizität noch

Missbildungen bei den Nachkommen beobachtet. Allerdings wurden in einer weiteren Studie bei

Ratten erhöhte Postimplantationsverluste festgestellt. In einer Studie zur peri- und postnatalen

Entwicklung bei Ratten traten bei 2,5 µg/kg verminderte Körpergewichte, eine leicht erhöhte

Todesrate und eine verzögerte Entwicklung der F1–Generation auf. Die F2–Generation wies keine

Veränderung auf.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Da keine Kompatibilitätsstudien vorliegen, darf Aranesp nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt

werden oder als Infusion zusammen mit anderen Arzneimitteln gegeben werden.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

Bei 2 °C bis 8 °C (im Kühlschrank) lagern.

Nicht einfrieren.

Behältnis in der Verpackung lagern, um es vor Licht zu schützen.

Zur Ermöglichung der ambulanten Anwendung kann Aranesp einmalig über einen Zeitraum von

maximal sieben Tagen bis zu 25 °C gelagert werden. Wenn Aranesp aus dem Kühlschrank

entnommen wurde und Raumtemperatur (bis zu 25 °C) erreicht hat, muss es entweder innerhalb von

7 Tagen angewendet oder verworfen werden.

Hinweise für die Handhabung

Die Packungen enthalten eine Packungsbeilage mit Hinweisen zur Anwendung und Handhabung.

Aranesp ist ein steriles, aber nicht konserviertes Produkt. Es darf nicht mehr als eine Dosis pro

Fertigspritze verabreicht werden. Jegliches in der Fertigspritze verbleibende Arzneimittel muss

verworfen werden.

Vor der Anwendung muss die Aranesp-Lösung auf sichtbare Schwebeteile untersucht werden. Es

dürfen nur farblose, klare oder leicht opaleszente Lösungen injiziert werden. Nicht schütteln.

Fertigspritze sollte vor der Injektion Raumtemperatur erreichen.

Die Einstichstelle sollte gewechselt werden, um Beschwerden an der Injektionsstelle zu vermeiden.

Aranesp Injektionslösung in Fertigspritzen sollte langsam injiziert werden.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Verpackungsmaterial sind gemäss lokaler Anforderungen zu

entsorgen.

Zulassungsnummer

55725 (Swissmedic).

Packungen

Aranesp 10: Fertigspritzen mit Injektionslösung: 1 und 4 (A)

Aranesp 15: Fertigspritzen mit Injektionslösung: 1 und 4 (A)

Aranesp 20: Fertigspritzen mit Injektionslösung: 1 und 4 (A)

Aranesp 30: Fertigspritzen mit Injektionslösung: 1 und 4 (A)

Aranesp 40: Fertigspritzen mit Injektionslösung: 1 und 4 (A)

Aranesp 50: Fertigspritzen mit Injektionslösung: 1 und 4 (A)

Aranesp 60: Fertigspritzen mit Injektionslösung: 1 und 4 (A)

Aranesp 80: Fertigspritzen mit Injektionslösung: 1 und 4 (A)

Aranesp 100: Fertigspritzen mit Injektionslösung: 1 und 4 (A)

Aranesp 150: Fertigspritzen mit Injektionslösung: 1 und 4 (A)

Aranesp 300: Fertigspritzen mit Injektionslösung: 1 und 4 (A)

Aranesp 500: Fertigspritzen mit Injektionslösung: 1 und 4 (A)

Die Fertigspritzen mit oder ohne automatischem Nadelschutz sind in einer Blisterpackung verpackt

(1er und 4er Packung). Die Fertigspritzen ohne Nadelschutz sind auch unverblistert erhältlich (nur

1er Packung). Aranesp 10 ist nur ohne automatischen Nadelschutz verfügbar.

Zulassungsinhaberin

Amgen Switzerland AG, Risch;

Domizil: 6343 Rotkreuz.

Stand der Information

März 2018.

Version #080118

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