ZYO-Morphinsulfat 1000 mg / 50 ml Infusionslösung

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Morphinsulfat (Ph.Eur.)
Verfügbar ab:
TEVA GmbH
INN (Internationale Bezeichnung):
Morphine sulphate (Ph.Eur.)
Darreichungsform:
Infusionslösung
Zusammensetzung:
Morphinsulfat (Ph.Eur.) 20.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
48401.01.01

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Version 07/08

Gebrauchsinformation: Information für den Anwender

ZYO-Morphinsulfat 1000 mg / 50 ml Infusionslösung

Wirkstoff: Morphinsulfat (Ph.Eur.)

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der

Anwendung dieses Arzneimittels beginnen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später

nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder

Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es

nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese

dieselben Symptome haben wie Sie.

Wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich

beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser

Gebrauchsinformation angegeben sind, informieren Sie bitte Ihren Arzt oder

Apotheker.

Was ist ZYO-Morphinsulfat 1000 mg / 50 ml Infusionslösung und wofür wird

es angewendet?

Was müssen Sie vor der Anwendung von ZYO-Morphinsulfat 1000 mg / 50 ml

Infusionslösung beachten?

Wie ist ZYO-Morphinsulfat 1000 mg / 50 ml Infusionslösung anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist ZYO-Morphinsulfat 1000 mg / 50 ml Infusionslösung aufzubewahren?

Weitere Informationen

1.

WAS IST ZYO-MORPHINSULFAT 1000 MG / 50 ML INFUSIONSLÖSUNG UND

WOFÜR WIRD ES ANGEWENDET?

ZYO-Morphinsulfat 1000 mg / 50 ml Infusionslösung ist ein stark wirkendes

Schmerzmittel aus der Gruppe der Opiate.

ZYO-Morphinsulfat 1000 mg / 50 ml Infusionslösung wird angewendet bei:

starken und stärksten Schmerzen.

2.

WAS MÜSSEN SIE VOR DER ANWENDUNG VON ZYO-MORPHINSULFAT

1000 MG / 50 ML INFUSIONSLÖSUNG BEACHTEN?

ZYO-Morphinsulfat 1000 mg / 50 ml Infusionslösung darf nicht angewendet

werden,

wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Morphin oder einen der

sonstigen Bestandteile von ZYO-Morphinsulfat 1000 mg / 50 ml Infusionslösung

sind.

bei bestehendem Darmverschluss (Ileus)

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bei Krankheitszuständen, bei denen eine Störung des Atemzentrums und

der Atemfunktion vorliegt (Atemdepression)

bei schweren chronisch obstruktiven Atemwegserkrankungen (z.B.

Asthma)

bei unklaren akuten schmerzhaften Bauchbeschwerden (akutes

Abdomen)

Besondere Vorsicht bei der Anwendung von ZYO-Morphinsulfat 1000 mg / 50

ml Infusionslösung ist in folgenden Fällen erforderlich bei,

Abhängigkeit von Opioiden

Bewusstseinsstörungen

Krankheitszuständen, bei denen eine Störung des Atemzentrums und der

Atemfunktion vermieden werden muss

verändertem Herz (Cor pulmonale) infolge chronischer Überbelastung

des Lungenkreislaufes

Zuständen mit erhöhtem Hirndruck

niedrigem Blutdruck, verbunden mit geringer zirkulierender Blutmenge

(Hypotension bei Hypovolämie)

vergrößerter Vorsteherdrüse (Prostatahypertrophie) mit Restharnbildung

(Gefahr der Blasenruptur (Riss der Harnblase) durch Harnverhalt)

Harnwegsverengungen oder Koliken der Harnwege

Gallenwegserkrankungen

obstruktiven (mit Verengungen einhergehenden) und entzündlichen

Darmerkrankungen

Tumor der Nebenniere (Phäochromozytom)

Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis)

Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)

epileptischem Anfallsleiden oder erhöhter Neigung zu Krampfanfällen

Die Anwendung von Morphin kann zur Entwicklung körperlicher Abhängigkeit führen.

Das Absetzen nach wiederholter Anwendung oder Anwendung eines Gegenmittels

(Opiatantagonist) kann ein typisches Entzugsbild (Entzugssyndrom) auslösen.

Bei chronischen Schmerzpatienten ist das Risiko psychischer Abhängigkeit bei

bestimmungsgemäßer Anwendung deutlich reduziert bzw. differenziert zu bewerten.

ZYO-Morphinsulfat 1000 mg / 50 ml Infusionslösung ist vor, während und nach

Operationen nur mit Vorsicht anzuwenden (erhöhtes Risiko für Darmlähmungen oder

Atemdämpfung).

Sollte bei Ihnen eine Erkrankung der Nebennierenrinde (z.B. Morbus Addison)

bestehen, so wird Ihr Arzt die Konzentration des Nebennierenrindenhormons im Blut

(Plasmakortisolkonzentration) kontrollieren und Ihnen gegebenenfalls entsprechende

Medikamente (Kortikoide) verordnen.

Auswirkungen bei Fehlgebrauch zu Dopingzwecken:

Die Anwendung von ZYO-Morphinsulfat 1000 mg / 50 ml Infusionslösung kann bei

Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen.

Die Anwendung von ZYO-Morphinsulfat 1000 mg / 50 ml Infusionslösung als

Dopingmittel kann zu einer Gefährdung der Gesundheit führen.

Worauf müssen Sie noch achten?

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Verstopfung ist unter einer Morphinbehandlung ein typischer Begleiteffekt. Gerade

wenn Sie vor Beginn der Einnahme schon Probleme mit dem Stuhlgang hatten,

sollten Sie von Anfang an ein Abführmittel nehmen. Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt.

Männer im zeugungsfähigen und Frauen im gebärfähigen Alter:

Wegen der erbgutverändernden Eigenschaften von Morphin sollte dieser Wirkstoff

bei Männern im zeugungsfähigen bzw. Frauen im gebärfähigen Alter nur dann

verabreicht werden, wenn eine wirksame Verhütung sichergestellt ist.

Kinder

Bei Kindern unter 1 Jahr darf ZYO-Morphinsulfat 1000 mg / 50 ml Infusionslösung nur

mit besonderer Vorsicht angewendet werden, da eine erhöhte Empfindlichkeit für die

beeinträchtigende Wirkung auf die Atemfunktion besteht.

Ältere Menschen

Bei älteren Menschen ist ZYO-Morphinsulfat 1000 mg / 50 ml Infusionslösung

besonders vorsichtig zu dosieren (siehe unter Abschnitt 3 „Falls vom Arzt nicht

anders verordnet, ist die übliche Dosis:“).

Bei Anwendung von ZYO-Morphinsulfat 1000 mg / 50 ml Infusionslösung mit

anderen Arzneimitteln

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel

anwenden bzw. vor kurzem angewendet haben, auch wenn es sich um nicht

verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Die gleichzeitige Anwendung von Morphin und anderen zentral d.h. auf die

Gehirnfunktion dämpfend wirkenden Arzneimitteln [wie Arzneimittel gegen

Angststörungen (Tranquilizer), gegen Depressionen (Antidepressiva), gegen

psychische Störungen (Neuroleptika), zur Narkose (Anästhetika), gegen

Schlafstörungen (Hypnotika, Sedativa, Barbiturate), gegen Allergien oder

Reisekrankheit (Antihistaminika/Antiemetika) oder andere stark wirksame

Schmerzmittel (Opioide)] oder Alkohol kann zu einer Verstärkung der

Nebenwirkungen von Morphin, insbesondere Beeinträchtigung der Atemfunktion,

führen.

Arzneimittel mit anticholinerger Wirkung (z.B. Psychopharmaka, Arzneimittel gegen

Allergien, Erbrechen oder Parkinsonsche Krankheit) können anticholinerge

Nebenwirkungen von Opioiden verstärken (z.B. Verstopfung, Mundtrockenheit oder

Störungen beim Wasserlassen).

Durch Cimetidin (Arzneimittel zur Behandlung von Magengeschwüren) und andere

den Leberstoffwechsel belastende Arzneimittel können durch Hemmung des Abbaus

erhöhte Konzentrationen von Morphin im Blut auftreten.

ZYO-Morphinsulfat 1000 mg / 50 ml Infusionslösung sollte nicht gleichzeitig mit MAO-

Hemmern (Arzneimitteln, die gegen Depressionen wirken) verabreicht werden. Bei

Gabe von MAO-Hemmstoffen innerhalb der letzten 14 Tage vor einer Gabe eines

anderen Opioids (Pethidin) sind lebensbedrohende Wechselwirkungen beobachtet

worden, die das Gehirn (Zentralnervensystem) sowie Atmungs- und Kreislauffunktion

betrafen. Dieselben Wechselwirkungen mit MAO-Hemmern sind bei ZYO-

Morphinsulfat 1000 mg / 50 ml Infusionslösung nicht auszuschließen.

Durch Morphin kann die Wirkung von muskelentspannenden Arzneimitteln

(Muskelrelaxantien) verstärkt werden.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Rifampicin (Arzneimittel gegen Tuberkulose) kann

es zu einer Abschwächung der Morphinwirkung kommen.

Bei Anwendung von ZYO-Morphinsulfat 1000 mg / 50 ml Infusionslösung

zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken

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Während der Anwendung von ZYO-Morphinsulfat 1000 mg / 50 ml Infusionslösung

dürfen Sie keinen Alkohol trinken, da Alkohol die dämpfende Wirkung von ZYO-

Morphinsulfat 1000 mg / 50 ml Infusionslösung deutlich verstärken kann.

Schwangerschaft und Stillzeit

Fragen Sie vor der Anwendung von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um

Rat.

Schwangerschaft

Da aus Tierstudien Hinweise auf Schädigungen der Nachkommen morphin-

behandelter Mütter vorliegen, dürfen Sie ZYO-Morphinsulfat 1000 mg / 50 ml

Infusionslösung in der Schwangerschaft nicht anwenden, es sei denn, dass Ihr

behandelnder Arzt dies für zwingend notwendig erachtet und den Nutzen für Sie

deutlich höher einschätzt als das Risiko für das Kind. Wegen der erbgutverändernden

Eigenschaften von Morphin sollte dieser Wirkstoff Männern und Frauen im zeugungs-

und gebärfähigen Alter nur dann verabreicht werden, wenn eine wirksame Verhütung

sichergestellt ist.

Bei Neugeborenen wurden Entzugserscheinungen nach längerer Morphinanwendung

während der Schwangerschaft beschrieben.

Stillzeit:

Morphin wird in die Muttermilch ausgeschieden und kann beim Säugling wirksame

Konzentrationen erreichen. Vom Stillen wird daher abgeraten.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

ZYO-Morphinsulfat 1000 mg / 50 ml Infusionslösung kann die Aufmerksamkeit und

das Reaktionsvermögen beeinträchtigen. Sie können dann auf unerwartete und

plötzliche Ereignisse nicht mehr schnell genug und gezielt reagieren.

Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob und unter welchen Voraussetzungen Sie z.B.

Autofahren (siehe unten) können.

Eine verstärkte Beeinträchtigung ist insbesondere bei Behandlungsbeginn,

Dosiserhöhung und Präparatewechsel sowie im Zusammenwirken mit Alkohol oder

der Einnahme von Beruhigungsmitteln zu erwarten. Fahren Sie dann nicht Auto oder

andere Fahrzeuge! Bedienen Sie dann keine elektrischen Werkzeuge oder

Maschinen! Arbeiten Sie dann nicht ohne sicheren Halt!

Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile von ZYO-

Morphinsulfat 1000 mg / 50 ml Infusionslösung

ZYO-Morphinsulfat 1000 mg / 50 ml Infusionslösung enthält Natrium, aber weniger

als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Tagesdosis, das heißt es ist nahezu „natriumfrei“.

3.

WIE IST ZYO-MORPHINSULFAT 1000 MG / 50 ML INFUSIONSLÖSUNG

ANZUWENDEN?

Wenden Sie ZYO-Morphinsulfat 1000 mg / 50 ml Infusionslösung immer genau nach

der Anweisung des Arztes an. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach,

wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.

Die Dosierung von ZYO-Morphinsulfat 1000 mg / 50 ml Infusionslösung muss

der Stärke der Schmerzen und der individuellen Empfindlichkeit des Patienten

angepasst werden.

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis:

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Der empfohlene Bereich der Einzeldosen für Erwachsene und Kinder ist als Anhalt

für die individuell vorzunehmende Dosierung zu verstehen.

Kontinuierliche intravenöse Infusion

Erwachsene:

Anfangsdosis 1-2 mg Morphinsulfat pro Stunde.

Eine Tagesdosis von 100 mg Morphinsulfat sollte im Allgemeinen nicht überschritten

werden.

Bei schweren chronischen Schmerzen können gelegentlich höhere Erhaltungsdosen

benötigt werden.

Kinder:

Anfangsdosis 0,01-0,03 mg Morphinsulfat/kg Körpergewicht pro Stunde.

Eine Tagesdosis von 0,5-1 mg Morphinsulfat/kg Körpergewicht sollte nicht

überschritten werden.

Bei Neugeborenen sollte generell eine Infusionsrate von 0,015-0,02 mg

Morphinsulfat/kg Körpergewicht pro Stunde nicht überschritten werden, weil die

Eliminierung des Arzneimittels langsamer erfolgen könnte. Außerdem könnten

Neugeborene anfälliger für Wirkungen des Arzneimittels am Zentralnervensystem

sein.

Leber- oder Nierenfunktionsstörungen:

Bei Patienten mit Leber- oder Nierenfunktionsstörungen soll ZYO-Morphinsulfat 1000

mg / 50 ml Infusionslösung besonders vorsichtig dosiert werden.

Ältere Patienten:

Patienten im höheren Lebensalter (im Regelfall ab 75 Jahren) und Patienten mit

schlechtem körperlichem Allgemeinzustand können empfindlicher auf Morphin

reagieren.

Daher ist darauf zu achten, dass die Dosiseinstellung vorsichtiger erfolgt und/oder

längere Dosisintervalle zu wählen sind. Gegebenenfalls ist auf geringere

Wirkstoffstärken auszuweichen.

Besondere Hinweise zur Dosiseinstellung:

Grundsätzlich sollte eine ausreichend hohe Dosis gegeben werden und gleichzeitig

die im Einzelfall kleinste schmerzlindernd wirksame Dosis angestrebt werden.

Sollten Sie sich einer anderen zusätzlichen Schmerzbehandlung unterziehen (z.B.

Operation, Plexusblockade), so wird nach dem Eingriff die Dosis neu einzustellen

sein. Dies wird im gegebenen Fall durch Ihren Arzt geschehen.

Art der Anwendung

Zum langsamen, tropfenweisen Einfließen (infundieren).

ZYO-Morphinsulfat 1000 mg / 50 ml Infusionslösung ist nur zur intravenösen Infusion

bestimmt. Bei Verwendung einer Infusionspumpe kann es unverdünnt verabreicht

werden.

Dauer der Anwendung

Über die Dauer der Behandlung entscheidet Ihr Arzt in Abhängigkeit von den

Schmerzbeschwerden.

ZYO-Morphinsulfat 1000 mg / 50 ml Infusionslösung sollte auf keinen Fall länger als

unbedingt notwendig angewendet werden. Wenn entsprechend Art und Schwere der

Erkrankung eine länger dauernde Schmerzbehandlung mit ZYO-Morphinsulfat 1000

mg / 50 ml Infusionslösung erforderlich erscheint, sollte eine sorgfältige und in kurzen

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Abständen regelmäßige Überprüfung erfolgen (gegebenenfalls durch Einlegen von

Anwendungspausen (siehe unter Abschnitt 3 „Wenn Sie die Anwendung von ZYO-

Morphinsulfat 1000 mg / 50 ml Infusionslösung abbrechen“), ob und inwieweit ein

medizinisches Erfordernis weiter besteht. Gegebenenfalls ist auf geeignetere

Darreichungsformen auszuweichen.

Bei der Behandlung chronischer Schmerzen ist der Dosierung nach einem festen

Zeitplan der Vorzug zu geben.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben,

dass die Wirkung von ZYO-Morphinsulfat 1000 mg / 50 ml Infusionslösung zu stark

oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine größere Menge ZYO-Morphinsulfat 1000 mg / 50 ml

Infusionslösung angewendet haben als Sie sollten

Wenn Sie mehr ZYO-Morphinsulfat 1000 mg / 50 ml Infusionslösung als verordnet

angewendet haben, sollten Sie sofort den nächsten erreichbaren Arzt informieren.

Im Einzelnen können auftreten: enge Pupillen, Beeinträchtigung der Atmung bis zum

Atemstillstand, Bewusstseinsstörungen bis zum Koma, Blutdruckabfall bis hin zum

Schock, Steigerung der Herzfrequenz, Schwindel. Die Überdosierung starker Opioide

kann zu einem tödlichen Ausgang führen.

Keinesfalls dürfen Sie sich in Situationen begeben, die erhöhte Aufmerksamkeit

erfordern, z.B. Autofahren.

Folgende Maßnahmen bei Überdosierung sind bis zum Eintreffen eines Arztes

sinnvoll:

Wachhalten, Atembefehle geben, Atemhilfe.

Wenn Sie die Anwendung von ZYO-Morphinsulfat 1000 mg / 50 ml

Infusionslösung vergessen haben

Wenn Sie eine geringere Dosis als vorgesehen von ZYO-Morphinsulfat 1000 mg / 50

ml Infusionslösung angewendet oder die Anwendung ganz vergessen haben, so führt

dies zu einer mangelhaften bzw. fehlenden Schmerzlinderung. Führen Sie die

Anwendung in der empfohlenen Weise fort. Keinesfalls sollten Sie die doppelte

Einzeldosis anwenden.

Wenn Sie die Anwendung von ZYO-Morphinsulfat 1000 mg / 50 ml

Infusionslösung abbrechen

Wenn Sie die Behandlung unterbrechen oder beenden wollen, sollten Sie auf jeden

Fall mit Ihrem Arzt über die Gründe für die Unterbrechung und die weitere

Behandlungsweise sprechen.

Bei längerer Anwendung von ZYO-Morphinsulfat 1000 mg / 50 ml Infusionslösung

kann sich eine körperliche Abhängigkeit entwickeln. Ein plötzlicher Abbruch der

Behandlung wird deshalb von Entzugserscheinungen begleitet sein. Dies können

Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Angst, Spannungszustände, Unruhe,

Verwirrtheit, Reizbarkeit, wiederkehrende Schlaflosigkeit, Stimmungsschwankungen,

Halluzinationen und Krampfanfälle sein.

Da das Risiko des Auftretens von Entzugserscheinungen bei plötzlichem

Behandlungsabbruch größer ist, sollte die Dosierung beim Absetzen der Behandlung

schrittweise verringert werden.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren

Arzt oder Apotheker.

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4.

WELCHE NEBENWIRKUNGEN SIND MÖGLICH?

Wie alle Arzneimittel kann ZYO-Morphinsulfat 1000 mg / 50 ml Infusionslösung

Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben

zugrunde gelegt:

Sehr häufig:

mehr als 1 von 10 Behandelten

Häufig:

weniger als 1 von 10, aber mehr als 1 von 100 Behandelten

Gelegentlich:

weniger als 1 von 100, aber mehr als 1 von 1000 Behandelten

Selten:

weniger als 1 von 1000, aber mehr als 1 von 10 000 Behandelten

Sehr selten:

weniger als 1 von 10 000 Behandelten, einschließlich Einzelfälle

Nebenwirkungen

Nervensystem

Morphin führt dosisabhängig zu einer Atemdämpfung und Beruhigung in

unterschiedlichem Ausmaß von leichter Müdigkeit bis zur Benommenheit.

Häufig:

Kopfschmerzen, Schwindel.

Sehr selten: Zittern (Tremor), unwillkürliches Muskelzucken, epileptische

Krampfanfälle.

Insbesondere bei hoher Dosierung gesteigerte Schmerzempfindlichkeit, die nicht auf

eine weitere Dosiserhöhung von Morphin anspricht.

Bei rückenmarksnaher Morphingabe (hierfür stehen geeignete Darreichungsformen

zur Verfügung) können auch folgende Nebenwirkungen auftreten:

Gelegentlich: Wiederaufleben einer Herpes-Infektion der Lippen.

Sehr selten: Schwerwiegende neurologische Symptome wie Lähmungen, die z.B. auf

eine Gewebereaktion im Bereich der Katheterspitze zurückgehen

können. Verspätete Atemhemmung (bis zu 24 Stunden).

Psychische Störungen

Morphin zeigt vielfältige psychische Nebenwirkungen, die hinsichtlich Stärke und Art

individuell unterschiedlich (je nach Persönlichkeit und Behandlungsdauer) in

Erscheinung treten.

Sehr häufig: Stimmungsveränderungen, meist gehobene (Euphorie), aber auch

missmutige Verstimmung (Dysphorie).

Häufig:

Veränderungen der Aktiviertheit (meist Dämpfung, aber auch Steigerung

oder Erregungszustände), Schlaflosigkeit und Störungen im Denken und

Fühlen (z.B. Denkstörungen, Wahrnehmungsstörungen/Halluzinationen,

Verwirrtheit).

Sehr selten: Abhängigkeit (siehe auch unter Abschnitt 2 „Besondere Vorsicht bei der

Anwendung von ZYO-Morphinsulfat 1000 mg / 50 ml Infusionslösung ist

folgenden Fällen erforderlich“), Verminderung der Libido oder

Potenzschwäche.

Augen

Sehr selten: Verschwommenes Sehen, Doppeltsehen und Augenzittern.

Pupillenverengung ist ein typischer Begleiteffekt.

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Magen-Darm-Trakt

Dosisabhängig können Übelkeit und Mundtrockenheit auftreten. Bei

Dauerbehandlung ist Verstopfung ein typischer Begleiteffekt.

Häufig:

Erbrechen (besonders zu Beginn der Behandlung), Appetitlosigkeit,

Verdauungsstörungen und Geschmacksveränderungen.

Selten:

Erhöhung der Pankreasenzyme bzw. eine Entzündung der

Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis).

Sehr selten: Darmverschluss, Bauchschmerzen.

Leber- und Gallenerkrankungen

Selten:

Gallenkoliken.

Sehr selten: Erhöhung leberspezifischer Enzyme.

Nieren und Harnwege

Häufig:

Störungen bei der Blasenentleerung.

Selten:

Nierenkoliken.

Bewegungsapparat

Sehr selten: Muskelkrämpfe, Muskelstarre.

Atemwege

Selten:

Krämpfe der Atemwegsmuskulatur (Bronchospasmen).

Sehr selten: Atemnot (Dyspnoe).

Bei intensivmedizinisch behandelten Patienten sind Wasseransammlungen in der

Lunge, die nicht auf einer Störung der Herzfunktion beruhten (nicht-kardiogen

bedingte Lungenödeme), beobachtet worden.

Haut, allergische Reaktionen

Häufig:

Schwitzen, Überempfindlichkeitsreaktionen wie Nesselsucht (Urtikaria),

Juckreiz (Pruritus).

Sehr selten: Andere Hautausschläge (Exantheme) und Wasseransammlung im

Gewebe (periphere Ödeme) - bilden sich nach Absetzen zurück.

Es kann zu akuten allergischen Allgemeinreaktionen mit Blutdruckabfall und/oder

Luftnot (anaphylaktische Reaktionen) kommen.

Herz-Kreislauf-System

Gelegentlich: klinisch bedeutsamer Abfall als auch Anstieg von Blutdruck und

Herzfrequenz.

Es können Gesichtsrötungen, Herzklopfen, allgemeine Schwäche bis hin zum

Ohnmachtsanfall und Herzversagen auftreten.

Allgemeine Erkrankungen

Es kann zu einer Gewöhnung und eventuell zum Nachlassen der Wirksamkeit

(Toleranzentwicklung) kommen.

Selten:

Entzugserscheinungen.

Sehr selten: Schwäche (Asthenie), Unwohlsein, Schüttelfrost. Ausbleiben der

Regelblutung. Zahnveränderungen, wobei jedoch ein ursächlicher

Zusammenhang zur Morphin-Behandlung nicht hergestellt werden kann.

Hormonelle Störungen

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Sehr selten: Es kann ein Syndrom der unangemessenen Freisetzung eines die

Wasserausschwemmung steuernden Hormons ausgelöst werden

(SIADH; Leitsymptom: Natriummangel (Hyponatriämie)).

Gegenmaßnahmen

Sollten Sie Anzeichen einer der oben geschilderten, schwerwiegenden

Nebenwirkungen bei sich beobachten, rufen Sie den nächst erreichbaren Arzt zu

Hilfe. Bei anderen unerwünschten Wirkungen sprechen Sie bitte mit Ihrem

behandelnden Arzt über die weitere Behandlung.

Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn einer der aufgeführten

Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken,

die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.

5.

WIE IST ZYO-MORPHINSULFAT 1000 MG / 50 ML INFUSIONSLÖSUNG

AUFZUBEWAHREN?

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf der Faltschachtel und dem Etikett nach

„Verwendbar bis“ angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden. Das

Verfallsdatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.

Aufbewahrungsbedingungen

Die Flaschen im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Hinweis auf Haltbarkeit nach Anbruch oder Zubereitung

Die chemische und physikalische Stabilität der gebrauchsfertigen Zubereitung

wurde für 14 Tage bei einer Lagerung zwischen +2 °C und +8 °C nachgewiesen.

Aus mikrobiologischer Sicht sollte die gebrauchsfertige Zubereitung sofort verwen-

det werden.

Wenn die gebrauchsfertige Zubereitung nicht sofort verwendet wird, ist der Anwen-

der für die Dauer und die Bedingungen der Aufbewahrung verantwortlich. Sofern die

Herstellung der gebrauchsfertigen Zubereitung nicht unter kontrollierten und vali-

dierten aseptischen Bedingungen erfolgt, ist diese nicht länger als 24 Stunden bei

2°C bis 8°C aufzubewahren.

Nach Anbruch Reste verwerfen.

6.

WEITERE INFORMATIONEN

Was ZYO-Morphinsulfat 1000 mg / 50 ml Infusionslösung enthält

Der Wirkstoff ist: Morphinsulfat (Ph.Eur.)

1 ml Infusionslösung enthält 20 mg Morphinsulfat (Ph.Eur.) entsprechend 15,04 mg

Morphin.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Natriumchlorid, Salzsäure, Wasser für Injektionszwecke, Stickstoff und Argon.

Wie ZYO-Morphinsulfat 1000 mg / 50 ml Infusionslösung aussieht und Inhalt

der Packung

Die Infusionslösung ist: farblos, klar und frei von Schwebeteilchen.

ZYO-Morphinsulfat 1000 mg / 50 ml Infusionslösung ist in Packungen mit 5 Flaschen

zu je 50 ml Infusionslösung (N1) und in Packungen mit 10 Flaschen zu je 50 ml

Infusionslösung (N2) erhältlich.

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Pharmazeutischer Unternehmer

GRY-Pharma GmbH

Kandelstraße 10

D-79199 Kirchzarten

Telefon: 07661 / 98 45 01

Telefax: 07661 / 71 59

Hersteller

hameln pharmaceuticals GmbH

Langes Feld 13

D-31789 Hameln

Telefon: 05151 / 58 10

Telefax: 05151 / 58 12 58

Mitvertrieb

ZYO Pharma Trade GmbH & Co. KG

Brodschrangen 4

D-20457 Hamburg

Telefon: 0 40 / 37 47 85 -0

Telefax: 0 40 / 37 47 85 - 22

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt überarbeitet im 07/2008.

Dieses Arzneimittel ist verschreibungspflichtig entsprechend der Betäubungsmittel-

Verschreibungsverordnung.

Weitere Stärken und Packungsgrößen

ZYO-Morphinsulfat 10 mg / 1 ml Injektionslösung

Packungen mit 5 Ampullen (N1) und 10 Ampullen (N2) zu je 1 ml Injektionslösung

ZYO-Morphinsulfat 20 mg / 1 ml Injektionslösung

Packungen mit 5 Ampullen (N1) und 10 Ampullen (N2) zu je 1 ml Injektionslösung

ZYO-Morphinsulfat 50 mg / 5 ml Injektionslösung

Packungen mit 5 Ampullen (N1) und 10 Ampullen (N2) zu je 5 ml Injektionslösung

ZYO-Morphinsulfat 100 mg / 5 ml Injektionslösung

Packungen mit 5 Ampullen (N1) und 10 Ampullen (N2) zu je 5 ml Injektionslösung

ZYO-Morphinsulfat 200 mg / 10 ml Injektionslösung

Packungen mit 5 Ampullen (N1) und 10 Ampullen (N2) zu je 10 ml Injektionslösung

ZYO-Morphinsulfat 1000 mg / 50 ml Infusionslösung

Packungen mit 5 Flaschen (N1) und 10 Flaschen (N2) zu je 50 ml Infusionslösung

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Fachinformation

1.

Bezeichnung der Arzneimittel

ZYO-Morphinsulfat 10 mg/ 1 ml Injektionslösung

ZYO-Morphinsulfat 20 mg/ 1 ml Injektionslösung

ZYO-Morphinsulfat 50 mg/ 5 ml Injektionslösung

ZYO-Morphinsulfat 100 mg/ 5 ml Injektionslösung

ZYO-Morphinsulfat 200 mg/ 10 ml Injektionslösung

ZYO-Morphinsulfat 500 mg/ 50 ml Infusionslösung

ZYO-Morphinsulfat 1000 mg/ 50 ml Infusionslösung

2.

Qualitative und quantitative Zusammensetzung

Wirkstoff: Morphinsulfat (Ph.Eur.)

ZYO-Morphinsulfat 10 mg/ 1 ml Injektionslösung

1 ml Injektionslösung enthält:

10 mg Morphinsulfat (Ph.Eur.) entsprechend 7,52 mg Morphin

ZYO-Morphinsulfat 20 mg/ 1 ml Injektionslösung

1 ml Injektionslösung enthält:

20 mg Morphinsulfat (Ph.Eur.) entsprechend 15,04 mg Morphin

ZYO-Morphinsulfat 50 mg/ 5 ml Injektionslösung

1 ml Injektionslösung enthält:

10 mg Morphinsulfat (Ph.Eur.) entsprechend 7,52 mg Morphin

ZYO-Morphinsulfat 100 mg/ 5 ml Injektionslösung

1 ml Injektionslösung enthält:

20 mg Morphinsulfat (Ph.Eur.) entsprechend 15,04 mg Morphin

ZYO-Morphinsulfat 200 mg/ 10 ml Injektionslösung

1 ml Injektionslösung enthält:

20 mg Morphinsulfat (Ph.Eur.) entsprechend 15,04 mg Morphin

ZYO-Morphinsulfat 500 mg/ 50 ml Infusionslösung

1 ml Infusionslösung enthält:

10 mg Morphinsulfat (Ph.Eur.) entsprechend 7,52 mg Morphin

ZYO-Morphinsulfat 1000 mg/ 50 ml Infusionslösung

1 ml Infusionslösung enthält:

20 mg Morphinsulfat (Ph.Eur.) entsprechend 15,04 mg Morphin

Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe unter Abschnitt 6.1.

3.

Darreichungsformen

Injektionslösung bzw. Infusionslösung

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4.

Klinische Angaben

4.1

Anwendungsgebiete

Starke und stärkste Schmerzen

4.2 Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

Die Dosierung von ZYO-Morphinsulfat Injektionslösung* bzw. Infusionslösung** muss der Stärke der

Schmerzen und der individuellen Empfindlichkeit des Patienten angepasst werden.

ZYO-Morphinsulfat Injektionslösung*

Der empfohlene Bereich der Einzeldosen für Erwachsene und Kinder ist als Anhalt für die individuell

vorzunehmende Dosierung zu verstehen.

Intramuskulär oder subkutan

Erwachsene:

10 - 30 mg Morphinsulfat.

Kinder:

0,05 - 0,2 mg Morphinsulfat/kg Körpergewicht; die Einzeldosis sollte 15 mg nicht überschreiten.

Intravenös

Nur wenn ein besonders rascher Wirkungseintritt erforderlich ist.

Erwachsene:

5 - 10 mg Morphinsulfat langsam injizieren (10 mg pro Minute, gegebenenfalls Verdünnung mit

isotonischer Natriumchloridlösung).

Kinder:

0,05 - 0,1 mg Morphinsulfat/kg Körpergewicht (eine Verdünnung mit isotonischer Natriumchloridlösung ist

zu empfehlen).

Epidural

Erwachsene:

1 - 4 mg Morphinsulfat (verdünnt mit 10 - 15 ml isotonischer Natriumchloridlösung).

Kinder:

0,05 - 0,1 mg Morphinsulfat/kg Körpergewicht (eine Verdünnung mit isotonischer Natriumchloridlösung ist

zu empfehlen).

Intrathekal

Erwachsene:

0,5 - 1,0 mg Morphinsulfat (verdünnt mit 1 - 4 ml isotonischer Natriumchloridlösung).

Kinder:

0,02 mg Morphinsulfat/kg Körpergewicht (eine Verdünnung mit isotonischer Natriumchloridlösung ist zu

empfehlen).

Die Einzeldosen bei intramuskulärer, subkutaner und intravenöser Anwendung können bei

nachlassender Wirkung, in der Regel alle 4 - 6 Stunden, wiederholt werden.

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Wegen der längeren Wirkdauer bei epiduraler und insbesondere bei intrathekaler Anwendung

entspricht die Tagesdosis bei diesen Applikationsformen häufig den Einzeldosisangaben.

ZYO-Morphinsulfat Infusionslösung**

Kontinuierliche intravenöse Infusion

Erwachsene:

Anfangsdosis 1 - 2 mg Morphinsulfat pro Stunde.

Eine Tagesdosis von 100 mg Morphinsulfat sollte im Allgemeinen nicht überschritten werden.

Bei schweren chronischen Schmerzen können gelegentlich höhere Erhaltungsdosen benötigt werden.

Kinder:

Anfangsdosis 0,01 - 0,03 mg Morphinsulfat/kg Körpergewicht pro Stunde.

Eine Tagesdosis von 0,5 - 1 mg Morphinsulfat/kg Körpergewicht sollte nicht überschritten werden.

Bei Neugeborenen sollte generell eine Infusionsrate von 0,015 - 0,02 mg Morphinsulfat/kg

Körpergewicht pro Stunde nicht überschritten werden, weil die Eliminierung des Arzneimittels

langsamer erfolgen könnte. Außerdem könnten Neugeborene anfälliger für Wirkungen des

Arzneimittels am Zentralnervensystem sein.

Leber- oder Nierenfunktionsstörungen

Bei Patienten mit Leber- oder Nierenfunktionsstörungen soll ZYO-Morphinsulfat Injektionslösung*

bzw. Infusionslösung** besonders vorsichtig dosiert werden.

Ältere Patienten:

Patienten im höheren Lebensalter (im Regelfall ab 75 Jahren) und Patienten mit schlechtem

körperlichem Allgemeinzustand können empfindlicher auf Morphin reagieren. Daher ist darauf zu

achten, dass die Dosiseinstellung vorsichtiger erfolgt und/oder längere Dosisintervalle zu wählen sind.

Gegebenenfalls ist auf geringere Wirkstoffstärken auszuweichen.

Besondere Hinweise zur Dosiseinstellung:

Grundsätzlich sollte eine ausreichend hohe Dosis gegeben werden und gleichzeitig die im Einzelfall

kleinste schmerzlindernd wirksame Dosis angestrebt werden.

Bei der Behandlung chronischer Schmerzen durch intermittierende Injektionen ist der Dosierung nach

einem festen Zeitplan der Vorzug zu geben.

Bei Patienten, die einer anderen zusätzlichen Schmerztherapie (z.B. Operation, Plexusblockade)

unterzogen werden, ist nach dem Eingriff die Dosis neu einzustellen.

Art und Dauer der Anwendung

ZYO-Morphinsulfat Injektionslösung* wird intramuskulär oder subkutan injiziert sowie intravenös, epidural

oder intrathekal injiziert oder infundiert.

ZYO-Morphinsulfat Infusionslösung** ist nur zur intravenösen Infusion bestimmt. Bei Verwendung einer

Infusionspumpe kann es unverdünnt verabreicht werden.

ZYO-Morphinsulfat Injektionslösung* bzw. Infusionslösung** darf nicht länger als unbedingt notwendig ist

angewendet werden. Wenn eine länger dauernde Schmerzbehandlung erforderlich ist, sollte regelmäßig

und in kurzen Abständen überprüft werden (ggf. durch Anwendungspausen), ob und in welcher Dosis

ZYO-Morphinsulfat Injektionslösung* bzw. Infusionslösung** weiter gegeben werden kann.

Gegebenenfalls ist auf geeignetere Darreichungsformen auszuweichen.

Da das Risiko des Auftretens von Entzugserscheinungen bei plötzlichem Behandlungsabbruch größer

ist, sollte die Dosierung nach Absetzen der Behandlung schrittweise verringert werden.

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Gegenanzeigen

ZYO-Morphinsulfat Injektionslösung* bzw. Infusionslösung** darf nicht angewendet werden bei:

Überempfindlichkeit gegen Morphin oder einen der sonstigen von ZYO-Morphinsulfat In-

jektionslösung* bzw. Infusionslösung**

Ileus

Atemdepression

schweren chronisch obstruktiven Atemwegserkrankungen

akutem Abdomen

ZYO-Morphinsulfat Injektionslösung* darf nicht angewendet werden bei:

Gerinnungsstörungen und Infektionen im Injektionsgebiet bei intrathekaler oder epiduraler

Anwendung.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die

Anwendung

Eine besonders sorgfältige Überwachung und ggf. Dosisreduktion ist erforderlich bei:

Abhängigkeit von Opioiden

Bewusstseinsstörungen

Krankheitszustände, bei denen eine Störung des Atemzentrums und der Atemfunktion

vermieden werden muss

Cor pulmonale

Zuständen mit erhöhtem Hirndruck, wenn nicht eine Beatmung durchgeführt wird

Hypotension bei Hypovolämie

Prostatahyperplasie mit Restharnbildung (Gefahr der Blasenruptur durch Harnverhalten)

Harnwegsverengungen oder Koliken der Harnwege

Gallenwegserkrankungen

obstruktiven und entzündlichen Darmerkrankungen

Phäochromozytom

Pankreatitis

Hypothyreose

epileptischen Anfallsleiden oder erhöhter Neigung zu Krampfanfällen

ZYO-Morphinsulfat Injektionslösung*:

intrathekaler und epiduraler Anwendung bei gleichzeitig bestehenden Vorerkrankungen

des Nervensystems und bei gleichzeitiger systemischer Gabe von Glukokortikoiden.

Eine Atemdepression ist die bedeutsamste Gefährdung einer Opioidüberdosierung.

Die Anwendung von Morphin kann zur Entwicklung körperlicher Abhängigkeit führen. Das Absetzen

nach wiederholter Anwendung oder Applikation eines Opiatantagonisten kann ein typisches

Entzugsbild (Entzugssyndrom) auslösen.

Bei bestimmungsgemäßer Anwendung bei chronischen Schmerzpatienten ist das Risiko psychischer

Abhängigkeit deutlich reduziert bzw. differenziert zu bewerten.

Bei Kindern unter 1 Jahr darf ZYO-Morphinsulfat Injektionslösung* bzw. Infusionslösung** nur mit

besonderer Vorsicht angewendet werden, da eine erhöhte Empfindlichkeit für die beeinträchtigende

Wirkung auf die Atemfunktion besteht.

ZYO-Morphinsulfat Injektionslösung* bzw. Infusionslösung** ist prä-, intra- und postoperativ wegen

des gegenüber Nichtoperierten in der postoperativen Phase höheren Risikos eines Ileus oder einer

Atemdepression nur mit Vorsicht anzuwenden.

Aufgrund der analgetischen Wirkung von Morphin können schwerwiegende intraabdominelle

Komplikationen wie z.B. eine Darmperforation maskiert werden.

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Patienten unter intrathekaler oder epiduraler Dauertherapie sollten im Rahmen der Pumpenkontrolle

auf Frühzeichen von Katheterspitzengranulomen kontrolliert werden (z.B. Minderung der

analgetischen Wirkung, unerwartete Schmerzzunahme, neurologische Symptome), um das Risiko

möglicherweise irreversibler neurologischer Komplikationen zu minimieren.

Bei bestehender Nebennierenrindeninsuffizienz (z.B. Morbus Addison) sollte die

Plasmakortisolkonzentration kontrolliert und gegebenenfalls Kortikoide substituiert werden.

Wegen der mutagenen Eigenschaften von Morphin sollte dieser Wirkstoff Männern und Frauen im

zeugungs- bzw. gebärfähigen Alter nur dann verabreicht werden, wenn eine wirksame Verhütung

sichergestellt ist (siehe Abschnitt 4.6).

Die Anwendung von ZYO-Morphinsulfat Injektionslösung* oder Infusionslösung** kann bei

Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen.

Die Anwendung von ZYO-Morphinsulfat Injektionslösung* oder Infusionslösung** als Dopingmittel

kann zu einer Gefährdung der Gesundheit führen.

ZYO-Morphinsulfat Injektionslösung*:

ZYO-Morphinsulfat Injektionslösung* enthält Natrium, aber weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro

Einzeldosis.

ZYO-Morphinsulfat Infusionslösung**:

ZYO-Morphinsulfat Infusionslösung** enthält Natrium, aber weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro

Tagesdosis.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige

Wechselwirkungen

Folgende Wechselwirkung dieses Arzneimittels müssen beachtet werden:

Die gleichzeitige Anwendung von Morphin und anderen zentral dämpfend wirkenden Arzneimitteln wie

Tranquilizer, Anästhetika, Hypnotika und Sedativa, Neuroleptika, Barbiturate, Antidepressiva,

Antihistaminika/Antiemetika und andere Opioide oder Alkohol kann zu einer Verstärkung der

Nebenwirkungen von Morphin bei üblicher Dosierung führen. Dies betrifft insbesondere die

Möglichkeit einer Atemdepression, Sedierung, Hypotonie oder auch eines Komas.

Arzneimittel mit anticholinerger Wirkung (z.B. Psychopharmaka, Antihistaminika, Antiemetika,

Arzneimittel bei Morbus Parkinson) können anticholinerge Nebenwirkungen von Opioiden verstärken

(z.B. Obstipation, Mundtrockenheit oder Störungen beim Wasserlassen).

Durch Cimetidin und andere den Leberstoffwechsel belastende Arzneimittel können durch Hemmung

des Abbaus erhöhte Plasmakonzentrationen von Morphin auftreten.

Durch Morphin kann die Wirkung von Muskelrelaxantien verstärkt werden.

Bei Vorbehandlung von Patienten mit bestimmten Antidepressiva (MAO-Hemmstoffen) innerhalb der

letzten 14 Tage vor der Opioid-Anwendung sind lebensbedrohende Wechselwirkungen auf

Zentralnervensystem, Atmungs- und Kreislauffunktion mit Pethidin beobachtet worden. Dies ist auch

mit Morphin nicht auszuschließen.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Rifampicin kann es zu einer Abschwächung der Morphinwirkung

kommen.

Bei rückenmarksnaher (epiduraler und intrathekaler) Anwendung der ZYO-Morphinsulfat

Injektionslösung* sollte eine gleichzeitige systemische Gabe von anderen Opioiden – soweit es sich

nicht um eine Rescue-Medikation gegen Schmerzspitzen handelt - vermieden werden.

4.6 Schwangerschaft und Stillzeit

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Schwangerschaft

Beim Menschen liegen keine ausreichenden Daten vor, die die Bewertung eines möglichen

teratogenen Risikos erlauben würden. Über einen möglichen Zusammenhang mit einer erhöhten

Häufigkeit von Leistenbrüchen wurde berichtet. Morphin passiert die Plazentaschranke.

Untersuchungen an Tieren zeigten ein Schädigungspotential für die Nachkommen während der

gesamten Dauer der Trächtigkeit (siehe 5.3). Morphin darf daher in der Schwangerschaft nur

angewendet werden, wenn der Nutzen für die Mutter das Risiko für das Kind klar überwiegt. Wegen

der mutagenen Eigenschaften von Morphin sollte es Männern und Frauen im zeugungs- und

gebärfähigen Alter nur dann verabreicht werden, wenn eine wirksame Verhütung sichergestellt ist.

Bei Neugeborenen wurden Entzugserscheinungen nach längerer Morphinanwendung während der

Schwangerschaft beschrieben.

Entbindung

Morphin kann die Dauer der Wehentätigkeit verlängern oder verkürzen. Neugeborene, deren Mütter

während der Entbindung Opioidanalgetika erhalten, sollten auf Anzeichen einer Atemdepression oder

eines Entzugssyndroms überwacht und gegebenenfalls mit einem spezifischen Opioidantagonisten

behandelt werden.

Stillzeit

Morphin wird in die Muttermilch ausgeschieden und erreicht dort höhere Konzentrationen als im

mütterlichen Plasma. Da beim Säugling klinisch relevante Konzentrationen erreicht werden können,

ist vom Stillen abzuraten.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen

Morphin kann Aufmerksamkeit und Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur

aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt oder nicht

mehr gegeben ist.

Dies ist insbesondere bei Behandlungsbeginn, Dosiserhöhung und Präparatewechsel sowie im

Zusammenwirken mit Alkohol oder der Einnahme von Beruhigungsmitteln zu erwarten.

Die Beurteilung der jeweils individuellen Situation ist durch den behandelnden Arzt vorzunehmen. Bei

einer stabilen Therapie ist ein generelles Fahrverbot nicht zwingend erforderlich.

4.8 Nebenwirkungen

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:

Sehr häufig

Häufig

1 - < 10 %

Gelegentlich

0,1 - < 1%

Selten

0,01 - < 0,1%

Sehr selten

< 0,01%, einschließlich Einzelfälle

Nervensystem

Morphin führt dosisabhängig zu einer Atemdämpfung und Sedierung in unterschiedlichem Ausmaß

von leichter Müdigkeit bis zur Benommenheit.

Häufig:

Kopfschmerzen, Schwindel.

Sehr selten:

Tremor, unwillkürliches Muskelzucken, insbesondere bei epiduraler oder

intrathekaler Gabe epileptische Krampfanfälle.

Insbesondere in hoher Dosierung Hyperalgesie oder Allodynie, die nicht auf eine weitere

Dosiserhöhung von Morphin ansprechen (ggf. Dosisreduktion oder Opioidrotation erforderlich!)

Bei der epiduralen und intrathekalen Morphingabe können auch folgende Nebenwirkungen auftreten:

Gelegentlich:

Reaktivierung von Herpes labialis Infektionen.

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Sehr selten:

Schwerwiegende neurologische Symptome wie Paresen, die z.B. auf eine

Granulombildung im Bereich der Katheterspitze zurückgehen können (siehe auch

Abschnitt 4.4).

Eine verspätete Atemhemmung (bis zu 24 Stunden).

Psychische Störungen

Morphin zeigt vielfältige psychische Nebenwirkungen, die hinsichtlich Stärke und Art individuell unter-

schiedlich (je nach Persönlichkeit und Behandlungsdauer) in Erscheinung treten.

Sehr häufig:

Stimmungsveränderungen, meist Euphorie aber auch Dysphorie.

Häufig:

Veränderungen der Aktiviertheit (meist Dämpfung, aber auch Steigerung oder

Erregungszustände), Schlaflosigkeit und Veränderungen der kognitiven und

sensorischen Leistungsfähigkeit (z.B. Denkstörungen, Wahrnehmungsstörungen/

Halluzinationen, Verwirrtheit).

Sehr selten: Abhängigkeit (siehe auch Abschnitt 4.4), Verminderung der Libido oder Potenzschwäche.

Augen

Sehr selten:

Verschwommenes Sehen, Doppeltsehen und Augenzittern.

Pupillenverengung ist ein typischer Begleiteffekt.

Gastrointestinaltrakt

Dosisabhängig können Übelkeit und Mundtrockenheit auftreten.

Bei Dauerbehandlung ist Verstopfung ein typischer Begleiteffekt.

Häufig:

Erbrechen (besonders zu Beginn der Behandlung), Appetitlosigkeit, Dyspepsie und

Geschmacksveränderungen.

Selten:

Erhöhung der Pankreasenzyme bzw. Pankreatitis.

Sehr selten:

Darmverschluss, Bauchschmerzen.

Leber- und Gallenerkrankungen

Selten:

Gallenkoliken.

Sehr selten:

Erhöhung leberspezifischer Enzyme.

Nieren und Harnwege

Häufig:

Störungen bei der Blasenentleerung.

Selten:

Nierenkoliken.

Bewegungsapparat

Sehr selten: Muskelkrämpfe, Muskelstarre.

Atemwege

Selten:

Bronchospasmen.

Sehr selten: Dyspnoe.

Bei intensivmedizinisch behandelten Patienten sind nicht-kardiogen bedingte Lungenödeme beob-

achtet worden.

Haut, allergische Reaktionen

Häufig:

Schwitzen, Überempfindlichkeitsreaktionen wie Urtikaria, Pruritus.

Sehr selten: Andere Hautausschläge wie Exantheme und periphere Ödeme (bilden sich nach

Absetzen

zurück).

Es kann zu anaphylaktischen oder anaphylaktoiden Reaktionen kommen.

Herz-Kreislauf-System

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Gelegentlich: Klinisch bedeutsamer Abfall als auch Anstieg von Blutdruck und Herzfrequenz.

Es können Gesichtsrötungen, Herzklopfen, allgemeine Schwäche bis hin zum Ohnmachtsanfall und

Herzversagen auftreten.

Allgemeine Erkrankungen

Es kann zu einer Toleranzentwicklung kommen.

Selten:

Entzugserscheinungen.

Sehr selten: Asthenie, Unwohlsein, Schüttelfrost, Amenorrhoe. Zahnveränderungen, wobei jedoch ein

ursächlicher Zusammenhang zur Morphin-Therapie nicht hergestellt werden konnte.

Endokrine Störungen

Sehr selten: Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion (SIADH; Leitsymptom: Hyponatriämie).

4.9 Überdosierung

Symptome der Intoxikation

Da die Empfindlichkeit auf Morphin individuell stark schwankt, können Intoxikationserscheinungen

beim Erwachsenen ab Einzeldosen auftreten, die einer subkutanen und intravenösen Gabe von ca.

30 mg entsprechen. Bei Karzinompatienten werden diese Werte oft überschritten, ohne gravierende

Nebenwirkungen hervorzurufen.

Die Opiatvergiftung äußert sich durch die Trias: Miosis, Atemdepression und Koma: Die Pupillen sind

zunächst stecknadelkopfgroß. Bei starker Hypoxie dilatieren sie jedoch. Die Atmung ist stark reduziert

(bis auf 2-4 Atemzüge pro Minute). Der Patient wird zyanotisch.

Überdosierung mit Morphin führt zu Benommenheit und Stupor bis hin zum Koma. Der Blutdruck

bleibt zunächst normal, fällt jedoch bei fortschreitender Intoxikation rapide ab. Anhaltender

Blutdruckabfall kann in einen Schockzustand übergehen. Tachykardie, Bradykardie und

Rhabdomyolyse können auftreten. Die Körpertemperatur fällt ab. Die Skelettmuskulatur wird relaxiert,

gelegentlich können, insbesondere bei Kindern, generalisierte Krämpfe auftreten. Der Tod tritt meist

durch Ateminsuffizienz oder durch Komplikationen wie z.B. pulmonales Ödem ein.

Therapie von Intoxikationen

Bei bewusstlosen Patienten mit Atemstillstand sind Beatmung, Intubation und die intravenöse Gabe

eines Opiatantagonisten (z.B. 0,4 mg Naloxon i.v.) angezeigt. Bei anhaltender Ateminsuffizienz muss

die Einzeldosis 1 - 3 mal in dreiminütigen Abständen wiederholt werden, bis die Atemfrequenz

normalisiert ist und der Patient auf Schmerzreize reagiert.

Strenge Überwachung (mind. 24 Stunden) ist notwendig, da die Wirkung des Opiatantagonisten

kürzer ist als die des Morphins, so dass mit einem erneuten Auftreten der Ateminsuffizienz gerechnet

werden muss.

Die Dosis des Opiatantagonisten beträgt bei Kindern pro Einzeldosis 0,01 mg pro kg Körpergewicht.

Ferner können Maßnahmen zum Schutz vor Wärmeverlusten und zur Volumentherapie erforderlich

sein.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Opioide

ATC-Code: N02AA01

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Morphin ist ein Phenantren-Alkaloid aus Schlafmohn (Papaver somniferum) mit opiatagonistischen

Eigenschaften. Es zeigt eine ausgeprägte Affinität zu -Rezeptoren.

Zentrale Wirkungen

Morphin wirkt analgetisch, antitussiv, sedierend, tranquillisierend, atemdepressiv, miotisch,

antidiuretisch, emetisch und antiemetisch (Späteffekt) und geringgradig Blutdruck und Herzfrequenz

senkend.

Periphere Wirkungen:

Obstipation, Kontraktion der Sphinkteren im Bereich der Gallenwege, Steigerung des Tonus der

Harnblasenmuskulatur und des Blasenschließmuskels, Verzögerung der Magenentleerung durch

Pyloruskonstriktion, Hautrötung, Urtikaria und Juckreiz durch Histaminfreisetzung sowie bei

Asthmatikern Bronchospasmus, Beeinflussung der hypophysär-hypothalamischen Achse und damit

Beeinflussung der Hormonwirkung von Kortikoiden, Sexualhormonen, Prolactin und antidiuretischem

Hormon. Eine Manifestation klinischer Symptome aufgrund dieser Hormonveränderungen kann

möglich sein.

Der Wirkungseintritt nach oraler Applikation erfolgt nach 30 - 90 Minuten. Die Wirkdauer beträgt ca.

4 - 6 Stunden und ist bei retardierter Wirkstofffreisetzung erheblich verlängert.

Der Wirkungseintritt nach intramuskulärer oder subkutaner Applikation erfolgt nach 15 - 30 Minuten,

nach intravenöser Gabe in wenigen Minuten. Die Wirkdauer beträgt unabhängig von diesen

Applikationsarten ca. 4 - 6 Stunden. Nach epiduraler und intrathekaler Gabe sind lokal begrenzte

analgetische Wirkungen bereits nach wenigen Minuten nachweisbar. Die Wirkdauer beträgt bei

epiduraler Anwendung ca. 12 Stunden und geht bei intrathekaler Gabe noch darüber hinaus.

Bei epiduraler oder intrathekaler Applikation wird die analgetische Wirkung bereits bei

Plasmakonzentrationen unter 10 ng/ml erreicht.

In vitro- und Tierstudien zeigen unterschiedliche Effekte natürlicher Opioide, wie Morphin, auf

Komponenten des Immunsystems. Die klinische Bedeutung dieser Befunde ist nicht bekannt.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Morphin wird nach oraler Applikation relativ rasch – vorwiegend aus dem oberen Dünndarm und

geringfügig auch aus dem Magen- resorbiert. Die geringe absolute Bioverfügbarkeit (20% - 40%) ist

auf einen ausgeprägten first-pass-Effekt zurückzuführen.

Morphin wird zu ca. 20 – 35% an Plasmaproteine, bevorzugt an die Albuminfraktion, gebunden.

Das Verteilungsvolumen von Morphin wird mit 1,0 - 4,7 l/kg nach i.v. Einmalgabe von 4 - 10 mg

angegeben. Hohe Gewebekonzentrationen findet man in der Leber, Niere, im Gastrointestinaltrakt

und im Muskel. Morphin überwindet die Blut-Hirnschranke.

Morphin wird vorwiegend in der Leber, aber auch im Darmepithel metabolisiert. Der wesentliche

Schritt ist die Glucuronidierung der phenolischen Hydroxylgruppe mittels der hepatischen UDP-

Glukuronyltransferase und N-Demethylierung.

Hauptmetabolite sind vor allem Morphin-3-glucuronid und in geringerer Menge Morphin-6-glucuronid.

Außerdem entstehen unter anderem Sulfatkonjugate sowie oxidative Stoffwechselprodukte wie

Normorphin, Morphin-N-oxid und ein in 2-Stellung hydroxyliertes Morphin. Die Halbwertszeit der

Glucuronide ist erheblich länger als die des freien Morphins. Das Morphin-6-glucuronid ist biologisch

wirksam. Es ist möglich, dass eine verlängerte Wirkung bei Patienten mit Niereninsuffizienz auf

diesen Metaboliten zurückzuführen ist.

Im Harn werden nach oraler oder parenteraler Applikation ca. 80 % des verabreichten Morphins

wiedergefunden (10 % unverändertes Morphin, 4 % Normorphin und 65 % als Glucuronide, davon

Morphin-3-glucuronid: Morphin-6-glucuronid (10 : 1). Die Eliminationshalbwertszeit von Morphin

unterliegt großen interindividuellen Schwankungen. Sie liegt nach parenteraler Gabe durchschnittlich

zwischen 1,7 und 4,5 Stunden, gelegentlich wurden auch Werte um 9 Stunden gefunden. Etwa 10 %

der Morphin-Glucuronide werden über die Galle mit dem Faeces ausgeschieden.

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5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Bei fortgesetzter Anwendung von Morphin nimmt die Empfindlichkeit des ZNS gegenüber Morphin ab.

Diese Gewöhnung kann so ausgeprägt sein, dass Dosen vertragen werden, die bei erstmaliger

Anwendung infolge Atemdepression toxisch wirken. Aufgrund der euphorisierenden

Wirkungskomponente des Morphins besteht Suchtgefahr (siehe auch Abschnitt 4.4).

Es liegen zur Mutagenität klar positive Befunde vor, die darauf hindeuten, dass Morphin klastogen

wirkt und eine solche Wirkung auch auf Keimzellen ausübt. Daher ist Morphin als mutagen wirksame

Substanz anzusehen; eine derartige Wirkung muss auch im Menschen angenommen werden.

Morphin sollte nur unter sicherem Konzeptionsschutz angewendet werden.

Langzeituntersuchungen am Tier auf ein tumorerzeugendes Potential von Morphin liegen nicht vor.

Untersuchungen an Tieren zeigten ein Schädigungspotential für die Nachkommen während der

gesamten Dauer der Trächtigkeit (ZNS-Missbildungen, Wachstumsretardierung, Testisatrophie,

Veränderungen bei Neurotransmittersystemen und Verhaltensweisen, Abhängigkeit). Daneben hatte

Morphin bei verschiedenen Tierspezies Auswirkungen auf das männliche Sexualverhalten und die

weibliche Fertilität.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

ZYO-Morphinsulfat Injektionslösung*:

Natriumchlorid, Salzsäure, Wasser für Injektionszwecke, Stickstoff.

ZYO-Morphinsulfat Infusionslösung**:

Natriumchlorid, Salzsäure, Wasser für Injektionszwecke, Stickstoff, Argon.

6.2

Inkompatibilitäten

Morphinsulfat ist physikalisch unverträglich mit Aciclovir-Natrium, Aminophyllin, Amobarbital-Natrium,

Cefepim-Hydrochlorid, Chlorothiazid-Natrium, Dolasetronmesilat, Floxacillin-Natrium, Furosemid,

Galliumnitrat, Heparin-Natrium, Meperidin-Hydrochlorid, Meperidin-Natrium, Meticillin-Natrium,

Minocyclin-Hydrochlorid, Pentobarbital-Natrium, Phenobarbital-Natrium, Phenytoin-Natrium,

Sargramostim, Natron, Thiopental-Natrium.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

Die Dauer der Haltbarkeit beträgt 3 Jahre.

ZYO-Morphinsulfat Injektionslösung*

Die chemische und physikalische Stabilität der gebrauchsfertigen Zubereitung wurde für 14 Tage bei

einer Lagerung zwischen +2 °C und +8 °C

nachgewiesen. Aus mikrobiologischer Sicht sollte die

gebrauchsfertige Zubereitung sofort verwendet werden.

Wenn die gebrauchsfertige Zubereitung nicht sofort verwendet wird, ist der Anwender für die Dauer und

die Bedingungen der Aufbewahrung verantwortlich. Sofern die Herstellung der gebrauchsfertigen

Zubereitung nicht unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen erfolgt, ist diese nicht

länger als 24 Stunden bei 2°C bis 8°C aufzubewahren.

ZYO-Morphinsulfat Infusionslösung**

Die chemische und physikalische Stabilität der gebrauchsfertigen Zubereitung wurde für 14 Tage bei

einer Lagerung zwischen +2 °C und +8 °C nachgewiesen. Aus mikrobiologischer Sicht sollte die

gebrauchsfertige Zubereitung sofort verwendet werden.

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Wenn die gebrauchsfertige Zubereitung nicht sofort verwendet wird, ist der Anwender für die Dauer und

die Bedingungen der Aufbewahrung verantwortlich. Sofern die Herstellung der gebrauchsfertigen

Zubereitung nicht unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen erfolgt, ist diese nicht

länger als 24 Stunden bei 2°C bis 8°C aufzubewahren.

Nach Anbruch Reste verwerfen.

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

ZYO-Morphinsulfat Injektionslösung*:

Nicht über 25°C lagern.

Die Ampullen im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

ZYO-Morphinsulfat Infusionslösung**:

Die Flaschen im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

6.5

Art und Inhalt der Behältnisse

ZYO-Morphinsulfat 10 mg/ 1 ml Injektionslösung

Ampulle mit 1 ml Injektionslösung

Packung mit 5 Ampullen zu je 1 ml (N1)

Packung mit 10 Ampullen zu je 1 ml (N2)

ZYO-Morphinsulfat 20 mg/ 1 ml Injektionslösung

Ampulle mit 1 ml Injektionslösung

Packung mit 5 Ampullen zu je 1 ml (N1)

Packung mit 10 Ampullen zu je 1 ml (N2)

ZYO-Morphinsulfat 50 mg/ 5 ml Injektionslösung

Ampulle mit 5 ml Injektionslösung

Packung mit 5 Ampullen zu je 5 ml (N1)

Packung mit 10 Ampullen zu je 5 ml (N2)

ZYO-Morphinsulfat 100 mg/ 5 ml Injektionslösung

Ampulle mit 5 ml Injektionslösung

Packung mit 5 Ampullen zu je 5 ml (N1)

Packung mit 10 Ampullen zu je 5 ml (N2)

ZYO-Morphinsulfat 200 mg/ 10 ml Injektionslösung

Ampulle mit 10 ml Injektionslösung

Packung mit 5 Ampullen zu je 10 ml (N1)

Packung mit 10 Ampullen zu je 10 ml (N2)

ZYO-Morphinsulfat 500 mg/ 50 ml Infusionslösung

Flasche mit 50 ml Infusionslösung

Packung mit 5 Flaschen zu je 50 ml (N1)

Packung mit 10 Flaschen zu je 50 ml (N2)

ZYO-Morphinsulfat 1000 mg/ 50 ml Infusionslösung

Flasche mit 50 ml Infusionslösung

Packung mit 5 Flaschen zu je 50 ml (N1)

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Packung mit 10 Flaschen zu je 50 ml (N2)

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7.

Inhaber der Zulassung

GRY-Pharma GmbH

Kandelstraße 10

D-79199 Kirchzarten

Telefon: 07661 / 984501

Telefax: 07661 / 7159

Mitvertrieb durch:

ZYO Pharma Trade GmbH & Co. KG

Brodschrangen 4

D-20457 Hamburg

Telefon: 0 40 / 37 47 85 -0

Telefax: 0 40 / 37 47 85 - 22

8.

Zulassungsnummern

ZYO-Morphinsulfat Injektionslösung*

48362.00.00

48362.02.00

48370.00.00

48370.01.00

48402.00.00

ZYO-Morphinsulfat Infusionslösung**

48401.00.01

48401.01.01

9.

Datum der Erteilung der Zulassungen / Verlängerung der Zulassungen

ZYO-Morphinsulfat Injektionslösung*

15.02.2002 / 27.05.2008

ZYO-Morphinsulfat Infusionslösung**

19.11.2003 / 15.07.2008

10.

Stand der Information

07/2008

11.

Verkaufsabgrenzung

Verschreibungspflichtig, entsprechend der Betäubungsmittelverschreibungsverordnung

de_48401_01_01_spc.rtf

Seite 13 von 13

Version 07/08

* ZYO-Morphinsulfat Injektionslösung bezieht sich, wenn nichts anderes angegeben, auf die Wirkstärken 10 mg/

1 ml , 20 mg/ 1 ml , 50 mg/ 5 ml, 100 mg/ 5 ml und 200 mg/ 10 ml

** ZYO-Morphinsulfat Infusionslösung bezieht sich, wenn nichts anderes angegeben, auf die Wirkstärken 500

mg/ 50 ml und 1000 mg/ 50 ml

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