Zonisamid-ratiopharm 50 mg Hartkapseln

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

22-02-2019

Fachinformation Fachinformation (SPC)

22-02-2019

Wirkstoff:
Zonisamid
Verfügbar ab:
ratiopharm GmbH (3087881)
ATC-Code:
N03AX15
INN (Internationale Bezeichnung):
Zonisamide
Darreichungsform:
Hartkapsel
Zusammensetzung:
Zonisamid (23052) 50 Milligramm
Verabreichungsweg:
zum Einnehmen
Berechtigungsstatus:
Verkehrsfähigkeit: Nein
Zulassungsnummer:
94278.00.00
Berechtigungsdatum:
2015-08-06

Dokumente in anderen Sprachen

Öffentlichen Beurteilungsberichts Öffentlichen Beurteilungsberichts - Englisch

23-06-2017

MMR MMR - Englisch

17-12-2015

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Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Zonisamid-ratiopharm

®

25 mg Hartkapseln

Zonisamid-ratiopharm

®

50 mg Hartkapseln

Zonisamid-ratiopharm

®

100 mg Hartkapseln

Wirkstoff: Zonisamid

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist

Zonisamid-ratiopharm

®

und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von

Zonisamid-ratiopharm

®

beachten?

Wie ist

Zonisamid-ratiopharm

®

einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist

Zonisamid-ratiopharm

®

aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Zonisamid-ratiopharm

®

und wofür wird es angewendet?

Zonisamid-ratiopharm

®

enthält den Wirkstoff Zonisamid und wird als Antiepileptikum eingesetzt.

Zonisamid-ratiopharm

®

wird zur Behandlung von epileptischen Anfällen angewendet, die einen Teil

des Gehirns betreffen (fokale Anfälle) und denen unter Umständen auch noch ein Anfall folgt, der das

gesamte Gehirn betrifft (sekundäre Generalisierung).

Zonisamid-ratiopharm

®

kann angewendet werden:

als alleinige Therapie zur Behandlung von epileptischen Anfällen bei Erwachsenen,

in Kombination mit anderen Antiepileptika zur Behandlung von epileptischen Anfällen bei

Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 6 Jahren.

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Zonisamid-ratiopharm

®

beachten?

Zonisamid-ratiopharm

®

darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Zonisamid oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen

Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

wenn Sie allergisch gegen andere Arzneimittel aus der Gruppe der Sulfonamide sind. Beispiele:

Sulfonamid-Antibiotika, Thiazid-Diuretika und zur Behandlung der Zuckerkrankheit (Diabetes)

eingesetzte Sulfonylharnstoffe.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Zonisamid-ratiopharm

®

gehört zu einer Gruppe von Arzneimitteln (Sulfonamide), die zu

schwerwiegenden allergischen Reaktionen, schwerwiegenden Hautausschlägen und Erkrankungen des

Blutes führen können, die in sehr seltenen Fällen tödlich sein können (siehe Abschnitt 4. „Welche

Nebenwirkungen sind möglich?“).

In Verbindung mit der Zonisamid-ratiopharm

®

-Behandlung sind schwere Hautausschläge und

auch Fälle von

Stevens-Johnson-Syndrom aufgetreten.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie

Zonisamid-ratiopharm

®

anwenden, wenn

Sie:

Zonisamid-ratiopharm

®

einem Kind geben, das jünger als 12 Jahre ist, da für Ihr Kind ein

erhöhtes Risiko für

verminderte Schweißbildung, Hitzschlag, Lungenentzündung und

Leberprobleme

bestehen kann. Wenn Ihr Kind jünger als 6 Jahre ist, wird eine Behandlung mit

Zonisamid-ratiopharm

®

nicht empfohlen.

ein älterer Patient sind, da Ihre

Zonisamid-ratiopharm

®

-Dosis möglicherweise angepasst werden

muss und Sie möglicherweise eher eine allergische Reaktion, einen schwerwiegenden

Hautausschlag, ein Anschwellen der Füße und Beine sowie Juckreiz entwickeln, wenn Sie

Zonisamid-ratiopharm

®

einnehmen (siehe Abschnitt 4. „Welche Nebenwirkungen sind

möglich?“).

unter Leberproblemen leiden, da Ihre

Zonisamid-ratiopharm

®

-Dosis möglicherweise angepasst

werden muss.

Augenprobleme wie ein Glaukom haben.

unter Nierenproblemen leiden, da Ihre

Zonisamid-ratiopharm

®

-Dosis möglicherweise angepasst

werden muss.

früher unter Nierensteinen gelitten haben, da Ihr Risiko, weitere Nierensteine zu entwickeln,

erhöht sein kann.

Verringern Sie das Risiko von Nierensteinen, indem Sie ausreichende

Mengen an Wasser trinken

in einer warmen Gegend leben oder Urlaub machen.

Zonisamid-ratiopharm

®

kann dazu führen,

dass Sie weniger schwitzen und sich so Ihre Körpertemperatur erhöht.

Verringern Sie das

Risiko einer

Überwärmung, indem Sie ausreichende Mengen an Wasser trinken und dafür

sorgen, dass

Ihnen nicht zu warm wird.

untergewichtig sind oder viel abgenommen haben, da

Zonisamid-ratiopharm

®

dazu führen

kann, dass Sie noch mehr an Gewicht verlieren. Informieren Sie Ihren Arzt, da dies

möglicherweise überwacht werden muss.

schwanger sind oder werden könnten (weitere Informationen siehe Abschnitt „Schwangerschaft,

Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit“).

Wenden Sie sich an Ihren Arzt, bevor Sie

Zonisamid-ratiopharm

®

einnehmen, wenn einer dieser

Warnhinweise auf Sie zutrifft.

Kinder und Jugendliche

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über folgende Risiken:

Vorbeugung vor Überhitzung und Austrocknung bei Kindern

Zonisamid-ratiopharm

®

kann bei Ihrem Kind zu verminderter Schweißbildung und damit zur

Überhitzung des Körpers führen. Wird Ihr Kind nicht behandelt, kann es zu

Hirnschäden mit

tödlichem Verlauf

kommen. Die größte Gefahr für Kinder besteht bei heißem Wetter.

Beachten Sie während der Behandlung des Kindes mit

Zonisamid-ratiopharm

®

bitte folgende

Vorsichtsmaßnahmen:

Ihrem Kind darf es nicht zu warm werden, vor allem wenn es heiß ist.

Ihr Kind soll körperliche Anstrengung meiden, vor allem wenn es heiß ist.

Geben Sie Ihrem Kind viel kaltes Wasser zum Trinken.

Ihr Kind darf keines dieser Medikamente einnehmen:

Carboanhydrasehemmer (wie Topiramat und Acetazolamid) und anticholinerge Arzneimittel

(wie Clomipramin, Hydroxyzin, Diphenhydramin, Haloperidol, Imipramin, Oxybutynin).

Wenn sich die Haut Ihres Kindes sehr heiß anfühlt und nur eine geringe oder gar keine

Schweißabsonderung auftritt oder wenn das Kind Verwirrtheitszustände zeigt, Muskelkrämpfe

oder einen beschleunigten Puls oder eine beschleunigte Atmung hat:

Bringen Sie Ihr Kind an einen kühlen, schattigen Platz.

Befeuchten Sie die Haut des Kindes mit kühlem (nicht kaltem) Wasser.

Geben Sie Ihrem Kind kaltes Wasser zum Trinken.

Suchen Sie dringend einen Arzt auf.

Körpergewicht:

Sie sollten das Gewicht Ihres Kindes jeden Monat kontrollieren und sobald

wie möglich Ihren Arzt aufsuchen, wenn Ihr Kind nicht genügend an Gewicht zunimmt.

Die Anwendung von

Zonisamid-ratiopharm

®

bei Kindern mit Untergewicht oder geringem

Appetit wird nicht empfohlen und

Zonisamid-ratiopharm

®

muss bei Kindern mit einem

Körpergewicht unter 20 kg mit Vorsicht angewendet werden.

Übersäuerung des Blutes und Nierensteine: Zur Senkung dieser Risiken sollten Sie dafür

sorgen, dass Ihr Kind ausreichend Wasser trinkt und keine anderen Medikamente einnimmt, die

zur Nierensteinbildung führen könnten (siehe Abschnitt „Einnahme von

Zonisamid-ratiopharm

®

zusammen mit anderen Arzneimitteln“). Ihr Arzt wird den Bicarbonat-Blutspiegel Ihres Kindes

und seine Nieren regelmäßig kontrollieren (siehe auch Abschnitt 4).

Dieses Arzneimittel darf Kindern unter 6 Jahren nicht gegeben werden, da bei Patienten dieser

Altersgruppe nicht bekannt ist, ob der potenzielle Nutzen der Behandlung die Risiken übersteigt.

Einnahme von Zonisamid-ratiopharm

®

zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden,

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel

einzunehmen/anzuwenden, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Zonisamid-ratiopharm

®

darf bei Erwachsenen bei gleichzeitiger Behandlung mit Arzneimitteln,

die Nierensteine verursachen können, wie zum Beispiel Topiramat oder Acetazolamid, nur mit

Vorsicht angewendet werden. Die Anwendung dieser Arzneimittelkombination bei Kindern

wird nicht empfohlen.

Zonisamid-ratiopharm

®

könnte möglicherweise die Blutspiegel von Arzneimitteln wie Digoxin

und Chinidin erhöhen, so dass deren Dosis unter Umständen reduziert werden muss.

Andere Arzneimittel wie Phenytoin, Carbamazepin, Phenobarbital und Rifampicin können die

Blutspiegel von

Zonisamid-ratiopharm

®

vermindern. Dies kann eine Anpassung Ihrer

Zonisamid-ratiopharm

®

-Dosis erforderlich machen.

Einnahme von Zonisamid-ratiopharm

®

zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken

Zonisamid-ratiopharm

®

kann mit oder ohne Nahrungsmittel eingenommen werden.

Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit

Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der

Zonisamid-ratiopharm

®

-Behandlung und bis zu

einen Monat nach der Behandlung eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden.

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt um Rat. Sie

sollten Ihre Behandlung nicht ohne Absprache mit Ihrem Arzt beenden.

Sie dürfen

Zonisamid-ratiopharm

®

während der Schwangerschaft nur einnehmen, wenn Ihr Arzt Sie

dazu anweist. Untersuchungen haben gezeigt, dass bei Kindern von Frauen mit Antiepileptika-

Behandlung ein erhöhtes Risiko für angeborene Fehlbildungen besteht. Eine Studie zeigte, dass

Säuglinge von Müttern, die während der Schwangerschaft

Zonisamid-ratiopharm

®

angewendet hatten,

kleiner waren, als für ihr Alter zur Geburt zu erwarten war, verglichen mit Säuglingen von Müttern,

die mit Lamotrigin behandelt worden waren. Stellen Sie sicher, dass Sie ausführlich über die Risiken

und den Nutzen der Anwendung von

Zonisamid-ratiopharm

®

zur Behandlung von Epilepsie während

der Schwangerschaft informiert sind.

Stillen Sie nicht, wenn Sie

Zonisamid-ratiopharm

®

einnehmen und bis einen Monat nach dem

Absetzen von

Zonisamid-ratiopharm

®

Über die Wirkungen von Zonisamid auf die menschliche Fortpflanzungsfähigkeit liegen bisher keine

klinischen Daten vor. Tierexperimentelle Untersuchungen haben Veränderungen der

Fertilitätsparameter gezeigt.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Zonisamid-ratiopharm

®

kann Ihr Konzentrationsvermögen und Ihr Reaktionsvermögen beeinflussen

und dazu führen, dass Sie sich schläfrig fühlen. Dies gilt insbesondere zu Beginn Ihrer Behandlung

oder nach einer Dosiserhöhung. Seien Sie beim Führen eines Fahrzeugs oder beim Bedienen von

Maschinen besonders vorsichtig, wenn

Zonisamid-ratiopharm

®

Sie in dieser Form beeinträchtigt.

Natrium

Dieses Arzneimittel enthält Natrium, aber weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Hartkapsel, d.h.,

es ist nahezu „natriumfrei“.

3.

Wie ist Zonisamid-ratiopharm

®

einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei

Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Empfohlene Dosis für Erwachsene

Bei Einnahme von Zonisamid-ratiopharm

®

allein (Monotherapie):

Die anfängliche Dosis beträgt 100 mg einmal täglich.

Diese Dosis kann in zweiwöchentlichen Abständen um bis zu 100 mg erhöht werden.

Die empfohlene Dosis beträgt 300 mg einmal täglich.

Bei Einnahme von Zonisamid-ratiopharm

®

in Kombination mit anderen Antiepileptika:

Die anfängliche Dosis beträgt 50 mg täglich, aufgeteilt in zwei gleiche Einzeldosen von je 25

Diese Dosis kann in ein- bis zweiwöchentlichen Abständen um bis zu 100 mg erhöht werden.

Die empfohlene tägliche Gesamtdosis liegt zwischen 300 mg und 500 mg.

Manche Menschen sprechen möglicherweise bereits auf geringere Dosierungen an. Die Dosis

kann langsamer erhöht werden, wenn Sie unter Nebenwirkungen leiden, älter sind oder wenn

Sie an Nieren- oder Leberproblemen leiden.

Anwendung bei Kindern (6 bis 11 Jahre) und Jugendlichen (12 bis 17 Jahre) mit einem

Körpergewicht von mindestens 20 kg:

Die Anfangsdosis beträgt 1 mg pro kg Körpergewicht einmal täglich.

Diese Dosis kann in Abständen von einer bis zwei Wochen um 1 mg pro kg Körpergewicht

erhöht werden.

Die empfohlene Tagesdosis beträgt 6 bis 8 mg pro kg Körpergewicht bei einem Kind mit einem

Körpergewicht von bis zu 55 kg oder 300 bis 500 mg bei einem Kind mit einem Körpergewicht

über 55 kg (je nachdem, welche Dosis niedriger ist) und wird einmal täglich eingenommen.

Beispiel: Ein Kind mit einem Körpergewicht von 25 kg sollte in der ersten Woche eine Dosis von

25 mg einmal täglich einnehmen und anschließend die Tagesdosis zu Beginn jeder Woche um 25 mg

erhöhen, bis eine Tagesdosis zwischen 150 und 200 mg erreicht ist.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung

Zonisamid-ratiopharm

®

zu stark oder zu schwach ist.

Zonisamid-ratiopharm

®

-Hartkapseln müssen als Ganzes mit Wasser hinuntergeschluckt werden.

Kauen Sie die Kapseln nicht.

Zonisamid-ratiopharm

®

kann ein- oder zweimal täglich nach Anweisung des Arztes

eingenommen werden.

Wenn Sie

Zonisamid-ratiopharm

®

zweimal täglich einnehmen, nehmen Sie die eine Hälfte der

Tagesdosis morgens und die andere Hälfte abends.

Wenn Sie eine größere Menge von Zonisamid-ratiopharm

®

eingenommen haben, als Sie sollten

Wenn Sie mehr

Zonisamid-ratiopharm

®

eingenommen haben, als Sie sollten, teilen Sie es sofort einer

Betreuungsperson (Verwandter oder Freund), Ihrem Arzt oder Ihrem Apotheker mit oder wenden Sie

sich an die nächste Notaufnahme eines Krankenhauses. Nehmen Sie dabei Ihr Arzneimittel mit. Sie

könnten möglicherweise schläfrig werden oder das Bewusstsein verlieren. Bei Ihnen kann es

außerdem zu Übelkeit, Magenschmerzen, Muskelzuckungen, unfreiwilligen Augenbewegungen,

einem Schwächeanfall, verlangsamter Herzschlagfolge, verminderter Atmung und eingeschränkter

Nierenfunktion kommen. Versuchen Sie nicht, ein Fahrzeug zu führen.

Wenn Sie die Einnahme von Zonisamid-ratiopharm

®

vergessen haben

Wenn Sie die Einnahme einer Dosis vergessen haben, machen Sie sich keine Sorgen: nehmen

Sie die nächste Dosis zum gewohnten Zeitpunkt ein.

Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.

Wenn Sie die Einnahme von Zonisamid-ratiopharm

®

abbrechen

Zonisamid-ratiopharm

®

ist als langfristig einzunehmendes Arzneimittel gedacht. Verringern Sie

die Dosis nicht und setzen Sie Ihre Arzneimittel nicht ab, es sei denn, der Arzt hat Sie dazu

angewiesen.

Wenn Ihr Arzt Ihnen rät,

Zonisamid-ratiopharm

®

abzusetzen, wird Ihre Dosis schrittweise

reduziert, um das Risiko vermehrter Anfälle zu senken.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Zonisamid-ratiopharm

®

gehört zu einer Gruppe von Arzneimitteln (Sulfonamide), die zu

schwerwiegenden allergischen Reaktionen, schwerwiegenden Hautausschlägen und Erkrankungen des

Blutes führen können, die in äußerst seltenen Fällen tödlich sein können.

Wenden Sie sich umgehend an Ihren Arzt, wenn Sie:

Schwierigkeiten beim Atmen, ein geschwollenes Gesicht, Lippen oder Zunge oder einen

schwerwiegenden Hautausschlag bekommen, da diese Beschwerden darauf hinweisen können,

dass Sie eine schwerwiegende allergische Reaktion erleiden.

Anzeichen für eine Überwärmung des Körpers zeigen – d. h. eine hohe Körpertemperatur bei

geringer oder fehlender Schweißabsonderung, beschleunigten Herzschlag und Atmung,

Muskelkrämpfe und Verwirrtheit.

Gedanken daran haben, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen.

Eine geringe Anzahl von Patienten, die mit Antiepileptika wie

Zonisamid-ratiopharm

®

behandelt wurden, hatten Gedanken daran, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu

nehmen.

an Schmerzen in der Muskulatur oder an Schwächegefühl leiden, da dies ein Anzeichen für

einen abnormen Muskelabbau sein kann, der zu Nierenproblemen führen kann.

plötzlich Rücken- oder Magenschmerzen bekommen, Schmerzen beim Urinieren (Wasserlassen)

haben oder Blut in Ihrem Urin bemerken, da dies ein Anzeichen für Nierensteine sein kann.

während der Einnahme von

Zonisamid-ratiopharm

®

Sehstörungen entwickeln und

Augenschmerzen bekommen oder verschwommen sehen.

Wenden Sie sich baldmöglichst an Ihren Arzt, wenn Sie:

einen unerklärlichen Hautausschlag aufweisen, da sich dieser zu einem schwerwiegenderen

Hautausschlag oder einem Abschälen der Haut entwickeln könnte.

sich ungewöhnlich müde oder fiebrig fühlen, Halsschmerzen oder geschwollene Drüsen haben

oder bemerken, dass Sie schneller blaue Flecken bekommen, da dies ein Anzeichen für eine

Erkrankung des Bluts sein könnte.

Anzeichen für eine Übersäuerung des Blutes feststellen, wie Kopfschmerzen, Schwindel,

Kurzatmigkeit und Appetitlosigkeit. Ihr Arzt muss Ihren Zustand dann gegebenenfalls

kontrollieren oder behandeln.

Ihr Arzt kann entscheiden, dass Sie

Zonisamid-ratiopharm

®

absetzen müssen.

Die am häufigsten auftretenden Nebenwirkungen von

Zonisamid-ratiopharm

®

sind geringfügiger

Natur. Sie treten in den ersten Behandlungsmonaten auf und gehen meist bei fortlaufender Behandlung

zurück. Bei Kindern im Alter von 6 - 17 Jahren traten ähnliche Nebenwirkungen wie die unten

beschriebenen auf, mit folgenden Ausnahmen: Lungenentzündung, Austrocknung (Dehydratation),

vermindertes Schwitzen (häufig) und abnormale Leberenzymwerte (gelegentlich).

Sehr häufige Nebenwirkungen (können mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen)

Körperliche Unruhe, Reizbarkeit, Verwirrtheit, Depression

Schlechte Muskelkoordination, Benommenheit, schlechtes Gedächtnis, Schläfrigkeit, Sehen von

Doppelbildern

Appetitverlust, verringerte Bikarbonatspiegel im Blut (Bikarbonat ist eine Substanz, die

verhindert, dass Ihr Blut zu sauer wird)

Häufige Nebenwirkungen (können bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

Schlaflosigkeit, merkwürdige oder ungewöhnliche Gedanken, ein Gefühl der Ängstlichkeit oder

Emotionalität.

Verlangsamter Gedankengang, Konzentrationsverlust, Sprachstörungen, abnorme

Empfindungen auf der Haut (Ameisenlaufen), Zittern, unfreiwillige Augenbewegungen

Nierensteine

Hautausschläge, Juckreiz, allergische Reaktionen, Fieber, Müdigkeit, grippeähnliche Symptome,

Haarausfall

Ekchymose (kleiner blauer Fleck, der dadurch hervorgerufen wird, dass Blut aus beschädigten

Blutgefäßen in der Haut austritt).

Gewichtsverlust, Übelkeit, Verdauungsstörungen, Magenschmerzen, Durchfall (weicher

Stuhlgang), Verstopfung.

Anschwellen der Füße und Beine.

Gelegentliche Nebenwirkungen (können bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

Wut, Aggression, Selbsttötungsgedanken, Selbsttötungsversuch

Erbrechen

Gallenblasenentzündung, Gallensteine

Harnsteine

Lungeninfektion / -entzündung, Harnwegsinfektionen

niedrige Kaliumspiegel im Blut, Anfälle.

Sehr seltene Nebenwirkungen (können bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen)

Halluzinationen, Gedächtnisverlust, Koma, malignes neuroleptisches Syndrom

(Bewegungsunfähigkeit, Schwitzen, Fieber, Inkontinenz), Status epilepticus (längere oder

wiederholte Krampfanfälle)

Atemstörungen, Kurzatmigkeit, Lungenentzündung

Bauchspeicheldrüsenentzündung (starke Schmerzen in Magen oder Rücken)

Leberprobleme, Störungen der Nierenfunktion, erhöhter Kreatininspiegel im Blut (Kreatinin ist

ein Abfallprodukt, das Ihre Nieren normalerweise ausscheiden sollten).

schwerwiegende Ausschläge oder ein Abschälen der Haut (dabei können Sie auch an

Unwohlsein leiden oder Fieber bekommen)

abnormer Muskelabbau (dabei leiden Sie möglicherweise unter Muskelschmerzen oder -

schwäche), der zu Nierenproblemen führen kann

geschwollene Drüsen, Erkrankungen des Blutes (Verringerung der Anzahl der Blutzellen, was

dazu führen kann, dass Infektionen häufiger auftreten und dass Sie blass aussehen, sich müde

und fiebrig fühlen und leichter blaue Flecken bekommen)

verringertes Schwitzen, Überwärmung

Glaukom, ein Flüssigkeitsstau im Auge, der zu einem Druckanstieg innerhalb des Auges führt.

Anzeichen eines Glaukoms können Augenschmerzen, verschwommenes Sehen oder eine

Abnahme der Sehschärfe auftreten.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können

Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt.

Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Zonisamid-ratiopharm

®

aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf der Blisterpackung und dem Umkarton nach

„Verwendbar bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich

auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nicht verwenden, wenn Sie bemerken, dass die Kapseln,

Blisterpackungen oder der Umkarton beschädigt sind oder das Arzneimittel sich sichtbar verändert

hat. Geben Sie die Packung Ihrem Apotheker zurück.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu

entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Zonisamid-ratiopharm

®

enthält

Der Wirkstoff ist Zonisamid.

Zonisamid-ratiopharm

®

25 mg Hartkapseln:

Jede Hartkapsel enthält 25 mg Zonisamid.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Kapselinhalt:

Mikrokristalline Cellulose, Natriumdodecylsulfat, Siliciumdioxid-Hydrat, Hydriertes

Pflanzenöl (Typ 1).

Kapselhülle:

Titandioxid (E171), Gelatine.

Drucktinte:

Schellack, Propylenglycol, konzentrierte Ammoniak-Lösung, Eisen(II,III)-oxid (E172),

Kaliumhydroxid.

Zonisamid-ratiopharm

®

50 mg Hartkapseln:

Jede Hartkapsel enthält 50 mg Zonisamid.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Kapselinhalt:

Mikrokristalline Cellulose, Natriumdodecylsulfat, Siliciumdioxid-Hydrat, Hydriertes

Pflanzenöl (Typ 1).

Kapselhülle:

Titandioxid (E171), Gelatine, Eisen(II,III)-oxid (E 172).

Drucktinte:

Schellack, Propylenglycol, konzentrierte Ammoniak-Lösung, Eisen(II,III)-oxid (E172),

Kaliumhydroxid.

Zonisamid-ratiopharm

®

100 mg Hartkapseln:

Jede Hartkapsel enthält 100 mg Zonisamid.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Kapselinhalt:

Mikrokristalline Cellulose, Natriumdodecylsulfat, Siliciumdioxid-Hydrat, Hydriertes

Pflanzenöl (Typ 1).

Kapselhülle:

Titandioxid (E171), Gelatine, Eisen(III)-oxid (E172).

Drucktinte:

Schellack, Propylenglycol, konzentrierte Ammoniak-Lösung, Eisen(II,III)-oxid (E172),

Kaliumhydroxid.

Wie Zonisamid-ratiopharm

®

aussieht und Inhalt der Packung

Zonisamid-ratiopharm

®

25 mg Hartkapseln

Hartkapsel aus Gelatine mit der Größe 4, ungefähr 14 mm x 5 mm, mit weißem Kapseloberteil und

weißem Kapselunterteil, gefüllt mit weißem bis gebrochen-weißem Granulat, mit dem Aufdruck „25“ auf

dem Kapselunterteil.

Zonisamid-ratiopharm

®

25 mg Hartkapseln sind in Blisterpackungen mit 28 Hartkapseln erhältlich.

Zonisamid-ratiopharm

®

50 mg Hartkapseln

Hartkapsel aus Gelatine mit der Größe 3, ungefähr 16 mm x 6 mm, mit grauem Kapseloberteil und

weißem Kapselunterteil, gefüllt mit weißem bis gebrochen-weißem Granulat, mit dem Aufdruck „50“ auf

dem Kapselunterteil.

Zonisamid-ratiopharm

®

50 mg Hartkapseln sind in Blisterpackungen mit 28 Hartkapseln erhältlich.

Zonisamid-ratiopharm

®

100 mg Hartkapseln

Hartkapsel aus Gelatine mit der Größe 1, ungefähr 19 mm x 7 mm, mit orangefarbenem Kapseloberteil

und weißem Kapselunterteil, gefüllt mit weißem bis gebrochen-weißem Granulat, mit dem Aufdruck

„100“ auf dem Kapselunterteil.

Zonisamid-ratiopharm

®

100 mg Hartkapseln sind in Blisterpackungen mit 28, 98, 196 (2 x 98 -

Bündelpackung) Hartkapseln erhältlich.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer

ratiopharm GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm

Deutschland

Hersteller

TEVA Pharmaceutical Works Private Limited Company

Teva Gyógyszergyár Zrt.

Pallagi út 13

4042 Debrecen

Ungarn

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Dezember 2018.

Versionscode: Z05

FACHINFORMATION

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Zonisamid-ratiopharm

®

25 mg Hartkapseln

Zonisamid-ratiopharm

®

50 mg Hartkapseln

Zonisamid-ratiopharm

®

100 mg Hartkapseln

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Zonisamid-ratiopharm

®

25 mg Hartkapseln

Jede Hartkapsel enthält 25 mg Zonisamid.

Zonisamid-ratiopharm

®

50 mg Hartkapseln

Jede Hartkapsel enthält 50 mg Zonisamid.

Zonisamid-ratiopharm

®

100 mg Hartkapseln

Jede Hartkapsel enthält 100 mg Zonisamid.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Hartkapsel

Zonisamid-ratiopharm

®

25 mg Hartkapseln

Hartkapsel aus Gelatine mit der Größe 4, ungefähr 14 mm x 5 mm, mit weißem Kapseloberteil und

weißem Kapselunterteil, gefüllt mit weißem bis gebrochen-weißem Granulat, mit dem Aufdruck „25“

auf dem Kapselunterteil.

Zonisamid-ratiopharm

®

50 mg Hartkapseln

Hartkapsel aus Gelatine mit der Größe 3, ungefähr 16 mm x 6 mm, mit grauem Kapseloberteil und

weißem Kapselunterteil, gefüllt mit weißem bis gebrochen-weißem Granulat, mit dem Aufdruck „50“

auf dem Kapselunterteil.

Zonisamid-ratiopharm

®

100 mg Hartkapseln

Hartkapsel aus Gelatine mit der Größe 1, ungefähr 19 mm x 7 mm, mit orangefarbenem

Kapseloberteil und weißem Kapselunterteil, gefüllt mit weißem bis gebrochen-weißem Granulat, mit

dem Aufdruck „100“ auf dem Kapselunterteil.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Zonisamid-ratiopharm

®

wird angewendet als:

Monotherapie für die Behandlung von fokalen Anfällen mit oder ohne sekundäre

Generalisierung bei Erwachsenen mit neu diagnostizierter Epilepsie (siehe Abschnitt 5.1);

Zusatztherapie für die Behandlung von fokalen Anfällen mit oder ohne sekundäre

Generalisierung bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 6 Jahren.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung - Erwachsene

Dosissteigerung und Erhaltungsdosis

Bei Erwachsenen kann

Zonisamid-ratiopharm

®

als Monotherapie eingesetzt oder zu einer bestehenden

Therapie hinzugefügt werden. Die Dosis sollte auf der Basis der klinischen Wirkung auftitriert

werden. Die empfohlenen Dosissteigerungen und Erhaltungsdosen sind in Tabelle 1 aufgelistet. Einige

Patienten, insbesondere diejenigen, die keine CYP3A4-Induktoren einnehmen, können bereits auf

geringere Dosierungen ansprechen.

Absetzen von Zonisamid-ratiopharm

®

Muss die Behandlung mit

Zonisamid-ratiopharm

®

beendet werden, sollte dies schrittweise geschehen

(siehe Abschnitt 4.4). In klinischen Studien an erwachsenen Patienten wurden Dosisreduktionen von

100 mg in wöchentlichen Abständen bei gleichzeitiger Anpassung der Dosierungen anderer

Antiepileptika vorgenommen (sofern dies erforderlich war).

Tabelle 1.

Erwachsene – empfohlenes Dosissteigerungs- und Erhaltungsregime

Behandlungsregime

Titrationsphase

Übliche

Erhaltungsdosis

Monotherapie

Neu diagnostizierte

erwachsene

Patienten

Woche 1 + 2

Woche 3 + 4

Woche 5 + 6

300 mg pro Tag

(einmal täglich)

Wenn eine höhere Dosis

erforderlich ist: in

zweiwöchigen

Abständen mit

Dosissteigerungs

-schritten von

100 mg auf bis

zu maximal 500

100 mg/Tag

(einmal

täglich)

200 mg/Tag

(einmal täglich)

300 mg/Tag

(einmal täglich)

Zusatztherapie

- mit CYP3A4-

Induktoren

(siehe Abschnitt 4.5)

Woche 1

Woche 2

Woche 3 bis 5

300 bis 500 mg pro Tag

(einmal täglich oder

aufgeteilt auf zwei

Dosen).

50 mg/Tag

(aufgeteilt auf

zwei Dosen)

100 mg/Tag

(aufgeteilt auf

zwei Dosen)

Steigerung in

wöchentlichen

Abständen in

Schritten von 100

- ohne CYP3A4-

Induktoren; oder mit

eingeschränkter

Nieren- oder

Leberfunktion

Woche 1 + 2

Woche 3 + 4

Woche 5 bis 10

300 bis 500 mg pro Tag

(einmal täglich oder

aufgeteilt auf zwei

Dosen).

Einige Patienten

sprechen eventuell auf

niedrigere Dosen an.

50 mg/Tag

(aufgeteilt auf

zwei Dosen)

100 mg/Tag

(aufgeteilt auf

zwei Dosen)

Steigerung in

zweiwöchigen

Abständen in

Schritten bis zu

Allgemeine Dosierungsempfehlungen für

Zonisamid-ratiopharm

®

bei speziellen Patientengruppen

Jugendliche und Kinder (ab 6 Jahren)

Dosissteigerung und Erhaltungsdosis

Zonisamid-ratiopharm

®

muss zu einer bestehenden Therapie für Kinder ab 6 Jahren hinzugefügt

werden. Die Dosis sollte auf der Basis der klinischen Wirkung auftitriert werden. Die empfohlenen

Dosissteigerungen und Erhaltungsdosen sind in Tabelle 2 aufgelistet. Einige Patienten, insbesondere

diejenigen, die keine CYP3A4-Induktoren einnehmen, können bereits auf geringere Dosierungen

ansprechen.

Behandelnde Ärzte sollen Kinder und deren Eltern / Betreuer auf die in einem Kasten speziell

hervorgehobenen Hinweise für Patienten zur Hitzschlagvermeidung in der Gebrauchsinformation

aufmerksam machen (siehe Abschnitt 4.4, Kinder und Jugendliche).

Tabelle 2. Jugendliche und Kinder (ab 6 Jahren) – empfohlenes Dosissteigerungs- und

Erhaltungsregime

Behandlungsregime

Titrationsphase

Übliche

Erhaltungsdosis

Zusatztherapie

- mit CYP3A4-

Induktoren

(siehe Abschnitt 4.5)

Woche 1

Woche 2- 8

Patienten mit

einem

Körpergewicht

von 20 bis 55 kg

a

Patienten mit einem

Körpergewicht

> 55 kg

1 mg/kg/Tag

(einmal täglich)

Steigerung in

wöchentlichen

Abständen

Schritten von

1 mg/kg

6 bis 8 mg/kg/Tag

(einmal täglich)

300 – 500 mg/Tag

(einmal täglich)

- ohne CYP3A4-

Induktoren

Woche 1 + 2

Woche ≥ 3

6 bis 8 mg/kg/Tag

(einmal täglich)

300 – 500 mg/Tag

(einmal täglich)

1 mg/kg/Tag

(einmal täglich)

Steigerung in

zweiwöchigen

Abständen

Schritten von

1 mg/kg

Hinweis:

Damit eine Aufrechterhaltung der therapeutischen Dosis gewährleistet ist, sollte das Gewicht des

Kindes regelmäßig kontrolliert und die Dosis an etwaige Gewichtsveränderungen bis zu einem

Körpergewicht von 55 kg angepasst werden. Das Dosisschema beträgt 6 – 8 mg/kg/Tag bis zu

einer Höchstdosis von 500 mg/Tag.

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Zonisamid bei Kindern unter 6 Jahren oder einem Körpergewicht

unter 20 kg ist bisher noch nicht erwiesen.

Für Patienten mit einem Körpergewicht unter 20 kg liegen nur eingeschränkte Daten aus klinischen

Studien vor. Daher ist bei der Behandlung von Kindern ab 6 Jahren mit einem Körpergewicht unter 20

kg Vorsicht geboten.

Mit den handelsüblichen Dosisstärken von

Zonisamid-ratiopharm

®

ist es nicht immer möglich,

die genaue berechnete Dosis zu erzielen. In diesen Fällen wird deshalb empfohlen, die

Gesamtdosis Zonisamid auf die nächste höhere oder niedrigere verfügbare Dosis, die mit den

handelsüblichen Dosisstärken von

Zonisamid-ratiopharm

®

(25 mg, 50 mg und 100 mg) erzielt

werden kann, auf- oder abzurunden.

Absetzen

Muss die Behandlung mit

Zonisamid-ratiopharm

®

beendet werden, sollte dies schrittweise geschehen

(siehe Abschnitt 4.4). In klinischen Studien an Kindern und Jugendlichen wurden Dosisreduktionen in

Schritten von ca. 2 mg/kg (in Übereinstimmung mit dem in Tabelle 3 angegebenen Behandlungsplan)

in wöchentlichen Abständen vorgenommen.

Tabelle 3. Jugendliche und Kinder (ab 6 Jahren) – empfohlenes Dosisreduktionsschema

Körpergewicht

Dosisreduktion in wöchentlichen Abständen in Schritten von:

20 – 28 kg

25 bis 50 mg / Tag*

29 – 41 kg

50 bis 75 mg / Tag*

42 – 55 kg

100 mg / Tag*

> 55 kg

100 mg / Tag*

Hinweis:

Alle Dosen sind einmal täglich einzunehmen.

Ältere Patienten

Vorsicht ist geboten bei Therapieeinleitung bei älteren Patienten, da zur Anwendung von Zonisamid

bei diesen Patienten nur begrenzte Informationen verfügbar sind. Verordnende Ärzte sollten auch das

Sicherheitsprofil von Zonisamid bedenken (siehe Abschnitt 4.8).

Eingeschränkte Nierenfunktion

Die Behandlung von Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion sollte mit Vorsicht erfolgen, da zur

Anwendung bei diesen Patienten nur eingeschränkte Informationen verfügbar sind und eine

langsamere Auftitrierung von

Zonisamid-ratiopharm

®

erforderlich sein kann. Da Zonisamid und seine

Metaboliten über die Nieren ausgeschieden werden, muss das Arzneimittel bei Patienten abgesetzt

werden, die ein akutes Nierenversagen entwickeln oder bei denen eine klinisch signifikante,

anhaltende Erhöhung des Serumkreatinins beobachtet wird.

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion korrelierte die renale Clearance nach einer

Einzeldosis von Zonisamid positiv mit der Kreatinin-Clearance. Die Plasma-AUC von Zonisamid war

bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance von < 20 ml/min um 35 % erhöht.

Eingeschränkte Leberfunktion

Die Anwendung bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion wurde nicht untersucht. Daher wird

eine Anwendung bei Patienten mit schwerwiegender Leberfunktionsstörung nicht empfohlen. Vorsicht

ist geboten bei der Therapie von Patienten mit geringfügiger bis mäßiger Leberfunktionsstörung. Eine

langsamere Auftitrierung von

Zonisamid-ratiopharm

®

kann erforderlich sein.

Art der Anwendung

Zonisamid-ratiopharm

®

-Hartkapseln sind zum Einnehmen bestimmt.

Auswirkung von Nahrungsmitteln

Zonisamid-ratiopharm

®

kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden (siehe Abschnitt

5.2).

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile oder gegen Sulfonamide.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Hautausschläge unbekannter Ursache

Im Zusammenhang mit einer Zonisamid-Therapie treten schwerwiegende Hautausschläge

auf, einschließlich Fälle von Stevens-Johnson-Syndrom.

Bei Patienten, die einen anderweitig nicht erklärbaren Hautausschlag entwickeln, muss das Absetzen

Zonisamid-ratiopharm

®

erwogen werden. Alle Patienten, die unter Einnahme von

Zonisamid-

ratiopharm

®

einen Hautausschlag entwickeln, müssen engmaschig überwacht werden. Zusätzliche

Vorsicht ist bei Patienten geboten, die gleichzeitig andere Antiepileptika erhalten, die unabhängig

davon Hautausschläge verursachen können.

Anfallsaktivität bei Absetzen von

Zonisamid-ratiopharm

®

In Übereinstimmung mit der gegenwärtigen klinischen Praxis muss ein Absetzen von

Zonisamid-

ratiopharm

®

bei Patienten mit Epilepsie mit einer schrittweisen Reduktion der Dosis erfolgen, um die

Wahrscheinlichkeit vermehrter Anfallsaktivität zu verringern. Es existieren nur unzureichende Daten

zum Absetzen gleichzeitig verabreichter Antiepileptika mit dem Ziel einer Monotherapie mit

Zonisamid-ratiopharm

®

, sobald mit

Zonisamid-ratiopharm

®

in der Zusatztherapie eine

Anfallskontrolle erreicht wurde. Daher muss ein Absetzen gleichzeitig verabreichter Antiepileptika

mit Vorsicht erfolgen.

Sulfonamid-Reaktionen

Zonisamid ist ein Benzisoxazol-Derivat, das eine Sulfonamidgruppe enthält. Schwerwiegende über

das Immunsystem vermittelte Nebenwirkungen, die mit Arzneimitteln, welche eine Sulfonamidgruppe

enthalten, im Zusammenhang stehen, umfassen: Hautausschlag, allergische Reaktion und

schwerwiegende hämatologische Störungen einschließlich aplastischer Anämie, die in äußerst seltenen

Fällen tödlich sein kann.

Über Fälle von Agranulozytose, Thrombozytopenie, Leukopenie, aplastischer Anämie, Panzytopenie

und Leukozytose wurde berichtet. Die verfügbaren Informationen reichen nicht aus, um einen

etwaigen Zusammenhang zwischen Dosis und Therapiedauer und diesen Ereignissen herzustellen.

Akute Myopie und sekundäres Engwinkelglaukom

Unter der Behandlung mit Zonisamid wurde über das Auftreten eines aus akuter Myopie und

sekundärem Engwinkelglaukom bestehenden Syndroms bei erwachsenen und pädiatrischen Patienten

berichtet. Die Symptome sind eine plötzlich einsetzende Abnahme der Sehschärfe und/oder

Augenschmerzen. Als ophthalmologische Befunde können Myopie, eine Abflachung der vorderen

Augenkammer und okuläre Hyperämie (Rötung) sowie angestiegener intraokulärer Druck festgestellt

werden. Dieses Syndrom kann mit einem supraziliären Ödem und Vorverlagerung von Linse und Iris

einhergehen und zu einem sekundären Engwinkelglaukom führen. Die Symptome können innerhalb

von wenigen Stunden bis einigen Wochen nach Einleitung der Therapie auftreten. Die Behandlung

besteht im schnellstmöglichen Absetzen von Zonisamid entsprechend dem Urteil des behandelnden

Arztes und geeigneten Maßnahmen zur Senkung des Augeninnendrucks. Ein erhöhter

Augeninnendruck jeder Ätiologie kann, wenn er unbehandelt bleibt, schwerwiegende Folgen,

einschließlich des endgültigen Verlusts des Sehvermögens haben. Bei der Anwendung von

Zonisamid bei Patienten mit anamnestisch bekannten Augenerkrankungen ist daher Vorsicht

geboten.

Suizidale Gedanken und suizidales Verhalten

Über suizidale Gedanken und suizidales Verhalten wurde bei Patienten, die mit Antiepileptika in

verschiedenen Indikationen behandelt wurden, berichtet. Eine Metaanalyse randomisierter, placebo-

kontrollierter Studien mit Antiepileptika zeigte auch ein leicht erhöhtes Risiko für das Auftreten von

Suizidgedanken und suizidalem Verhalten. Der Mechanismus für die Auslösung dieser

Nebenwirkungen ist nicht bekannt und die verfügbaren Daten schließen die Möglichkeit eines

erhöhten Risikos bei der Einnahme von Zonisamid nicht aus.

Deshalb sollten Patienten hinsichtlich Anzeichen von Suizidgedanken und suizidalen

Verhaltensweisen überwacht und eine geeignete Behandlung in Erwägung gezogen werden. Patienten

(und deren Betreuern) sollte geraten werden, medizinische Hilfe einzuholen, wenn Anzeichen für

Suizidgedanken oder suizidales Verhalten auftreten.

Nierensteine

Bei manchen Patienten, insbesondere denjenigen mit einer Prädisposition für Nephrolithiasis, kann ein

erhöhtes Risiko für Nierensteinbildung und begleitende Anzeichen und Symptome wie Nierenkolik,

Nierenschmerzen oder Flankenschmerzen bestehen. Nephrolithiasis kann zu einem chronischen

Nierenschaden führen. Risikofaktoren für Nephrolithiasis sind eine vorausgegangene

Nierensteinbildung, eine Familienanamnese mit Nephrolithiasis und Hyperkalziurie. Keiner dieser

Risikofaktoren erlaubt eine zuverlässige Vorhersage einer Nierensteinbildung während der

Zonisamid-

ratiopharm

®

-Therapie. Außerdem können Patienten, die andere potenziell eine Nephrolithiasis

begünstigende Arzneimittel einnehmen, ein erhöhtes Risiko aufweisen. Eine vermehrte

Flüssigkeitsaufnahme und Urinausscheidung können insbesondere bei Patienten mit

prädisponierenden Risikofaktoren dazu beitragen, das Risiko einer Steinbildung zu mindern.

Metabolische Azidose

Metabolische Azidose mit Hyperchloridämie und non-Anionenlücke (verringerter Serum-

Bicarbonatspiegel unterhalb des Referenzbereiches ohne gleichzeitige chronisch respiratorische

Alkalose) können im Zusammenhang mit einer Zonisamid Behandlung auftreten. Metabolische

Azidose kann durch vermehrte Ausscheidung von Bicarbonat-Ionen über die Niere infolge der

Hemmung der Carboanhydrase durch Zonisamid verursacht werden. Ein solches Ungleichgewicht im

Elektrolythaushalt wurde in Placebo-kontrollierten klinischen Studien mit Zonisamid

sowie nach der

Markteinführung beobachtet. In der Regel tritt eine durch Zonisamid induzierte metabolische Azidose

frühzeitig während der Zonisamid

Behandlung auf, wenngleich auch ein späteres Auftreten nicht

ausgeschlossen ist. Der Umfang der Absenkung des Bicarbonatspiegels ist zumeist leicht bis moderat

(durchschnittlich ~3,5 mEq/l bei einer Dosierung von 300 mg täglich für Erwachsene); seltener treten

stärkere Absenkungen auf. Begleiterkrankungen oder Behandlungen, die das Auftreten einer Azidose

begünstigen (Nierenerkrankungen, schwerwiegende respiratorische Erkrankungen, Status epilepticus,

Diarrhoe, Operationen, ketogene Diät oder Medikamente) können die durch Zonisamid

hervorgerufene Absenkung des Bicarbonatspiegels noch weiter verstärken.

Das Risiko für das Auftreten einer durch Zonisamid induzierten metabolischen Azidose scheint bei

jüngeren Patienten höher und ihr Verlauf kann schwerer sein. Eine angemessene Untersuchung und

Überwachung des Serum-Bicarbonatspiegels sollte in Erwägung gezogen werden, wenn neben der

Therapie mit

Zonisamid-ratiopharm

®

das Azidoserisiko durch Begleiterkrankungen erhöht ist, bei

Patienten mit einem gesteigerten Risiko für das Auftreten von nachteiligen Folgen einer metabolischen

Azidose sowie bei Patienten mit Symptomen, die auf eine Azidose hindeuten. Beim Auftreten und

Fortbestehen einer metabolischen Azidose ist eine Dosisreduktion oder ein Absetzen von

Zonisamid-

ratiopharm

®

(durch Ausschleichen oder Reduktion einer therapeutischen Dosis)

zu erwägen, da sich

eine Osteopenie entwickeln kann.

Insofern die Behandlung mit

Zonisamid-ratiopharm

®

trotz bestehender Azidose fortgesetzt werden

soll, sollte eine alkalisierende Behandlung in Betracht gezogen werden.

Zonisamid-ratiopharm

®

ist bei erwachsenen Patienten, die gleichzeitig Carboanhydraseinhibitoren wie

Topiramat oder Acetazolamid erhalten, mit Vorsicht anzuwenden, da die verfügbaren Daten nicht

ausreichen, um eine pharmakodynamische Wechselwirkung auszuschließen (siehe auch Abschnitt 4.4,

Kinder und Jugendliche, und Abschnitt 4.5).

Hitzschlag

Fälle verminderten Schwitzens und einer erhöhten Körpertemperatur wurden hauptsächlich bei

Kindern und Jugendlichen gemeldet (ausführliche Warnhinweise siehe Abschnitt 4.4, Kinder und

Jugendliche). Vorsicht ist bei Erwachsenen geboten, wenn

Zonisamid-ratiopharm

®

in Kombination

mit anderen Arzneimitteln verordnet wird, die die Patienten für hitzebedingte Erkrankungen

prädisponieren; hierunter fallen Carboanhydraseinhibitoren und Arzneimittel mit anticholinerger

Wirkung (siehe auch Abschnitt 4.4, Kinder und Jugendliche).

Pankreatitis

Es wird empfohlen, bei Patienten, die

Zonisamid-ratiopharm

®

einnehmen und die klinischen

Anzeichen und Symptome einer Pankreatitis entwickeln, die Spiegel von Pankreaslipase und –amylase

zu überwachen. Liegt eine Pankreatitis vor, für die keine anderen Ursachen erkennbar sind, wird

empfohlen, ein Absetzen von

Zonisamid-ratiopharm

®

zu erwägen und eine geeignete Therapie

einzuleiten.

Rhabdomyolyse

Für Patienten, die

Zonisamid-ratiopharm

®

einnehmen und bei denen sich starke Muskelschmerzen

und/oder eine Muskelschwäche entweder mit oder ohne Fieber entwickeln, wird empfohlen, die

Marker für eine Muskelschädigung wie Kreatinphosphokinase und Aldolase im Serum zu untersuchen.

Sind diese erhöht und gibt es hierfür keine anderen ersichtlichen Ursachen wie Trauma oder Grand-

mal-Anfall, wird empfohlen, ein Absetzen von

Zonisamid-ratiopharm

®

zu erwägen und eine geeignete

Therapie einzuleiten.

Frauen im gebärfähigen Alter

Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der

Zonisamid-ratiopharm

®

-Behandlung und bis zu

einen Monat nach der Behandlung eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden (siehe Abschnitt

4.6).

Zonisamid-ratiopharm

®

darf bei Frauen im gebärfähigen Alter, die keine wirksame

Verhütungsmethode anwenden nicht angewendet werden, es sei denn, es ist eindeutig erforderlich,

und nur dann, wenn davon ausgegangen wird, dass der potenzielle Nutzen das Risiko für den Fötus

rechtfertigt.

Vor Beginn der Behandlung sollten Frauen im gebärfähigen Alter hinsichtlich der möglichen

Auswirkungen von

Zonisamid-ratiopharm

®

auf den Fötus fachärztlich beraten werden, und die Risiken

sollten im Gespräch mit der Patientin gegen den Nutzen abgewogen werden. Frauen, die eine

Schwangerschaft planen, sollten Ihren Facharzt aufsuchen, um die Behandlung mit

Zonisamid-

ratiopharm

®

erneut beurteilen zu lassen und andere therapeutische Optionen in Erwägung zu ziehen.

Ärzte, die Patientinnen mit

Zonisamid-ratiopharm

®

behandeln, sollten sicherstellen, dass die

Patientinnen ausführlich über die Notwendigkeit der Anwendung geeigneter wirksamer kontrazeptiver

Maßnahmen informiert sind, und sollten auf der Basis der individuellen klinischen Situation der

Patientin beurteilen, ob orale Kontrazeptiva beziehungsweise die Dosierung der Bestandteile oraler

Kontrazeptiva geeignet sind.

Körpergewicht

Zonisamid-ratiopharm

®

kann zu Gewichtsverlust führen. Eine Nahrungsergänzung oder eine

vermehrte Nahrungsaufnahme können erwogen werden, wenn der Patient unter der Therapie an

Gewicht verliert oder untergewichtig ist. Tritt ein erheblicher unerwünschter Gewichtsverlust auf,

sollte ein Absetzen von

Zonisamid-ratiopharm

®

erwogen werden. Ein Gewichtsverlust ist bei Kindern

potenziell schwerwiegender (siehe Abschnitt 4.4, Kinder und Jugendliche).

Kinder und Jugendliche

Die oben genannten Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen gelten auch für Jugendliche und Kinder.

Die nachfolgend genannten Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen treffen speziell auf Kinder und

Jugendliche zu.

Hitzschlag und Dehydratation

Vorbeugung vor Überhitzung und Austrocknung bei Kindern

Zonisamid-ratiopharm

®

kann bei Kindern zu verminderter Schweißbildung und damit zur Überhitzung

des Körpers führen. Wird das Kind nicht behandelt, kann es zu Hirnschäden mit tödlichem Verlauf

kommen. Die größte Gefahr für Kinder besteht bei heißem Wetter.

Während der Behandlung des Kindes mit

Zonisamid-ratiopharm

®

sind folgende Vorsichtsmaßnahmen

zu beachten:

Dem Kind darf es nicht zu warm werden, vor allem wenn es heiß ist.

Das Kind soll körperliche Anstrengung meiden, vor allem wenn es heiß ist.

Das Kind soll viel kaltes Wasser trinken.

Das Kind darf keines dieser Medikamente einnehmen: Carboanhydrasehemmer (wie

Topiramat und Acetazolamid) und anticholinerge Arzneimittel (wie Clomipramin,

Hydroxyzin, Diphenhydramin, Haloperidol, Imipramin, Oxybutynin).

WENN EINER DER NACHFOLGEND GENANNTEN ZUSTÄNDE AUFTRITT, MUSS SICH

DAS KIND DRINGEND IN ÄRZTLICHE BEHANDLUNG BEGEBEN:

Wenn sich die Haut sehr heiß anfühlt und nur eine geringe oder gar keine Schweißabsonderung auftritt

oder wenn das Kind Verwirrtheitszustände zeigt, Muskelkrämpfe oder einen beschleunigten Puls oder

eine beschleunigte Atmung hat.

Bringen Sie das Kind an einen kühlen, schattigen Platz.

Kühlen Sie die Haut des Kindes mit Wasser.

Geben Sie dem Kind kaltes Wasser zum Trinken.

Überwiegend bei Kindern und Jugendlichen wurde über Fälle von vermindertem Schwitzen und

erhöhter Körpertemperatur berichtet. Es wurden einige Fälle von Hitzschlag mit Bedarf für eine

stationäre Behandlung diagnostiziert. Es liegen Berichte über Fälle von Hitzschlag vor, die eine

stationäre Behandlung erforderten und tödlich verliefen. Die meisten Meldungen erfolgten in Phasen

warmen Wetters. Die Ärzte sollten mit den Patienten und deren Betreuern über die möglichen

schwerwiegenden Folgen eines Hitzschlags, über die Situationen, in denen ein Hitzschlag auftreten

kann und über die zu ergreifenden Maßnahmen im Fall von Anzeichen und Symptomen eines

Hitzschlags sprechen. Die Patienten und deren Betreuer müssen gewarnt werden, damit sie auf eine

ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten und die Exposition gegenüber extremen Temperaturen sowie

anstrengende körperliche Aktivitäten je nach Zustand des Patienten vermeiden. Behandelnde Ärzte

sollen Kinder, Jugendliche und deren Eltern / Betreuer auf die Hinweise zur Vorbeugung vor

Hitzschlag und Überwärmung bei Kindern in der Gebrauchsinformation aufmerksam machen. Bei

Anzeichen oder Symptomen von Dehydratation, Oligohydrose oder erhöhter Körpertemperatur sollte

ein Absetzen von

Zonisamid-ratiopharm

®

in Erwägung gezogen werden.

Zonisamid-ratiopharm

®

sollte bei Kindern und Jugendlichen nicht als Begleitmedikation zu anderen

Arzneimitteln angewendet werden, die zu einer Anfälligkeit für hitzebedingte Erkrankungen führen

können. Dazu gehören Carboanhydrasehemmer und Arzneimittel mit anticholinerger Wirkung.

Körpergewicht

Eine Gewichtsabnahme mit daraus resultierender Verschlechterung des Allgemeinzustandes und die

versäumte Einnahme der Antiepileptika-Medikation waren mit einem tödlichen Verlauf assoziiert

(siehe Abschnitt 4.8).

Zonisamid-ratiopharm

®

wird bei Kindern und Jugendlichen mit Untergewicht

(gemäß den altersangepassten BMI-Kategorien der WHO) oder Appetitlosigkeit nicht empfohlen.

Die Inzidenz von zu niedrigem Körpergewicht ist quer durch alle Altersgruppen einheitlich (siehe

Abschnitt 4.8). Angesichts der potenziell schwerwiegenden Auswirkungen eines Gewichtsverlusts bei

Kindern sollte das Körpergewicht bei dieser Patientengruppe regelmäßig kontrolliert werden. Bei

Patienten, deren Gewichtszunahme nicht der in Wachstumstabellen angegebenen entspricht, sollte eine

Nahrungsergänzung oder eine Steigerung der Nahrungsaufnahme in Erwägung gezogen werden,

andernfalls sollte

Zonisamid-ratiopharm

®

abgesetzt werden.

Für Patienten mit einem Körpergewicht unter 20 kg liegen nur eingeschränkte Daten aus klinischen

Studien vor. Daher ist bei der Behandlung von Kindern ab 6 Jahren mit einem Körpergewicht unter 20

kg Vorsicht geboten. Die Langzeitauswirkungen eines Gewichtsverlusts auf das Wachstum und die

Entwicklung von Kindern und Jugendlichen sind nicht bekannt.

Metabolische Azidose

Das Risiko für das Auftreten einer Zonisamid-induzierten metabolischen Azidose scheint bei Kindern

und Jugendlichen höher und ihr Verlauf kann schwerer sein. Bei dieser Patientengruppe sollte daher

eine angemessene Untersuchung und Überwachung des Serum-Bicarbonatspiegels erfolgen

(vollständige Warnhinweise siehe Abschnitt 4.4 – Metabolische Azidose; zur Inzidenz von

erniedrigten Bicarbonatspiegeln siehe Abschnitt 4.8). Die Langzeitfolgen von erniedrigten

Bicarbonatspiegeln auf Wachstum und Entwicklung sind nicht bekannt.

Zonisamid-ratiopharm

®

sollte bei Kindern und Jugendlichen nicht als Begleitmedikation zu anderen

Carboanhydrase-Hemmern wie Topiramat und Acetazolamid angewendet werden (siehe Abschnitt

4.5).

Nierensteine

Bei Kindern und Jugendlichen sind Nierensteine aufgetreten (vollständige Warnhinweise siehe

Abschnitt 4.4, Nierensteine).

Bei manchen Patienten, insbesondere denjenigen mit einer Prädisposition für Nephrolithiasis, kann ein

erhöhtes Risiko für Nierensteinbildung und begleitende Anzeichen und Symptome wie Nierenkolik,

Nierenschmerzen oder Flankenschmerzen bestehen. Nephrolithiasis kann zu einem chronischen

Nierenschaden führen. Risikofaktoren für Nephrolithiasis sind eine vorausgegangene

Nierensteinbildung, eine Familienanamnese mit Nephrolithiasis und Hyperkalziurie. Keiner dieser

Risikofaktoren erlaubt eine zuverlässige Vorhersage einer Nierensteinbildung während der

Zonisamid-

ratiopharm

®

-Therapie.

Eine vermehrte Flüssigkeitsaufnahme und Urinausscheidung können insbesondere bei Patienten mit

prädisponierenden Risikofaktoren dazu beitragen, das Risiko einer Steinbildung zu mindern. Wenn der

Arzt es befürwortet, sollten Nierenkontrollen mittels Ultraschall durchgeführt werden. Falls

Nierensteine entdeckt werden, sollte

Zonisamid-ratiopharm

®

abgesetzt werden.

Leberfunktionsstörungen

Bei Kindern und Jugendlichen wurden erhöhte Werte bei hepatobiliären Parametern wie

Alaninaminotransferase (ALT), Aspartataminotransferase (AST), Gamma-Glutamyltransferase (GGT)

und Bilirubin festgestellt, wobei für die über dem oberen Normalwert liegenden Werte kein

einheitliches Muster beobachtet werden konnte. Besteht allerdings Verdacht auf ein Lebereignis, sollte

die Leberfunktion untersucht und das Absetzen von

Zonisamid-ratiopharm

®

in Erwägung gezogen

werden.

Kognition

Eine bei Epileptikern aufgetretene Beeinträchtigung der Kognition war mit der Grunderkrankung

und/oder der Gabe von Antiepileptika assoziiert. In einer an Kindern und Jugendlichen durchgeführten

placebokontrollierten Studie mit Zonisamid war der Anteil von Patienten mit beeinträchtigter

Kognition in der Zonisamid-Gruppe zahlenmäßig höher als in der Placebo-Gruppe.

Sonstige Bestandteile

Natrium

Dieses Arzneimittel enthält Natrium, aber weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Hartkapsel, d.h.,

es ist nahezu „natriumfrei“.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Auswirkungen von

Zonisamid-ratiopharm

®

auf Cytochrom-P450-Enzyme

In-vitro

-Studien mit humanen Lebermikrosomen zeigen keine oder nur eine geringfügige (< 25 %)

Inhibition der Cytochrom-P450-Isoenzyme 1A2, 2A6, 2B6, 2C8, 2C9, 2C19, 2D6, 2E1 oder 3A4 bei

Zonisamid-Spiegeln, die die klinisch relevanten Konzentrationen ungebundenen Zonisamids im Serum

etwa um das Doppelte oder mehr übersteigen. Daher ist nicht zu erwarten, dass

Zonisamid-

ratiopharm

®

die Pharmakokinetik anderer Arzneimittel über Mechanismen beeinflusst, die über

Cytochrom P450 vermittelt werden.

In vivo

wurde dies für Carbamazepin, Phenytoin, Ethinylestradiol

und Desipramin gezeigt.

Potenzielle Beeinflussung anderer Arzneimittel durch

Zonisamid-ratiopharm

®

Antiepileptika

Bei Patienten mit Epilepsie führte eine Steady-state-Dosierung von Zonisamid zu keinen klinisch

relevanten pharmakokinetischen Auswirkungen auf Carbamazepin, Lamotrigin, Phenytoin oder

Natriumvalproat.

Orale Kontrazeptiva

In klinischen Studien mit gesunden Probandinnen beeinflusste eine Steady-state-Dosierung von

Zonisamid Serumkonzentrationen von Ethinylestradiol oder Norethisteron in einem

Kombinationspräparat nicht.

Carboanhydraseinhibitoren

Zonisamid-ratiopharm

®

darf bei erwachsenen Patienten, die gleichzeitig mit

Carboanhydraseinhibitoren wie Topiramat und Acetazolamid behandelt werden, nur mit Vorsicht

angewendet werden, da die verfügbaren Daten nicht ausreichen, um eine mögliche

pharmakodynamische Wechselwirkung auszuschließen (siehe Abschnitt 4.4).

Zonisamid-ratiopharm

®

darf nicht als Begleitmedikation bei Kindern und Jugendlichen angewendet

werden, die andere Carboanhydrasehemmer wie Topiramat und Acetazolamid erhalten (siehe

Abschnitt 4.4, Kinder und Jugendliche).

P-gp-Substrat

In einer

In-vitro

-Studie zeigt sich, dass Zonisamid ein schwacher Inhibitor von P-gp (MDR1) mit einer

IC50 von 267 µmol/l ist und dass Zonisamid theoretisch die Pharmakokinetik von Substanzen, die P-

gp-Substrate sind, beeinflussen könnte. Bei Beginn oder Absetzen einer Zonisamid-Therapie oder

einer Änderung der Zonisamid-Dosis ist bei Patienten Vorsicht geboten, die auch Arzneimittel

erhalten, die P-gp-Substrate sind (z.B. Digoxin, Chinidin).

Potenzielle Beeinflussung von

Zonisamid-ratiopharm

®

durch andere Arzneimittel

In klinischen Studien hatte eine gleichzeitige Anwendung von Lamotrigin keine offensichtlichen

Auswirkungen auf die Pharmakokinetik von Zonisamid. Eine Kombination von

Zonisamid-

ratiopharm

®

mit anderen Arzneimitteln, die eine Urolithiasis verursachen können, kann das Risiko der

Entwicklung von Nierensteinen erhöhen. Daher sollte die gleichzeitige Gabe derartiger Arzneimittel

vermieden werden.

Zonisamid wird teilweise über CYP3A4 (reduktive Spaltung) sowie über N-Acetyl-Transferasen und

Konjugation mit Glukuronsäure metabolisiert. Daher können Substanzen, die diese Enzyme induzieren

oder inhibieren können, die Pharmakokinetik von Zonisamid beeinflussen:

Enzyminduktion: Bei Patienten mit Epilepsie, die CYP3A4-Induktoren wie Phenytoin,

Carbamazepin und Phenobarbital erhalten, ist die Exposition mit Zonisamid geringer. Diese

Effekte sind aller Wahrscheinlichkeit nach nicht von klinischer Bedeutung, wenn

Zonisamid-

ratiopharm

®

zu einer vorbestehenden Therapie hinzugefügt wird. Veränderungen der

Zonisamid-Konzentration können jedoch auftreten, wenn gleichzeitig CYP3A4-induzierende

Antiepileptika oder andere Arzneimittel abgesetzt, neu eingesetzt oder in ihrer Dosierung

verändert werden. In derartigen Fällen kann eine Anpassung der

Zonisamid-ratiopharm

®

Dosis erforderlich sein. Rifampicin ist ein potenter CYP3A4-Induktor. Ist eine gleichzeitige

Anwendung erforderlich, sind die Patienten engmaschig zu überwachen und die Dosierungen

Zonisamid-ratiopharm

®

und anderen CYP3A4- Substraten sind nach Bedarf anzupassen.

CYP3A4-Inhibition: Auf der Basis klinischer Daten scheinen bekannte spezifische und

unspezifische CYP3A4-Inhibitoren keine klinisch relevante Auswirkung auf die

pharmakokinetischen Expositionsparameter von Zonisamid auszuüben. Steady-state-

Dosierungen von Ketoconazol (400 mg/Tag) oder von Cimetidin (1200 mg/Tag) hatten keine

klinisch relevanten Auswirkungen auf die Pharmakokinetik von Zonisamid nach Gabe einer

Einzeldosis an gesunde Probanden. Daher sollte eine Veränderung der

Zonisamid-

ratiopharm

®

-Dosis nicht erforderlich sein, wenn gleichzeitig bekannte CYP3A4-Inhibitoren

angewendet werden.

Kinder und Jugendliche

Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen wurden nur bei Erwachsenen durchgeführt.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Frauen im gebärfähigen Alter

Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Zonisamid

-

Behandlung und bis zu einen Monat

nach der Behandlung eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden.

Zonisamid-ratiopharm

®

darf

bei Frauen im gebärfähigen Alter, die keine wirksame Verhütungsmethode anwenden nicht

angewendet werden, es sei denn, es ist eindeutig erforderlich, und nur dann, wenn davon ausgegangen

wird, dass der potenzielle Nutzen das Risiko für den Fötus rechtfertigt. Frauen im gebärfähigen Alter,

die mit

Zonisamid-ratiopharm

®

behandelt werden, sollten fachärztlich beraten werden. Frauen, die

eine Schwangerschaft planen, sollten Ihren Facharzt aufsuchen, um die Behandlung mit

Zonisamid-

ratiopharm

®

erneut beurteilen zu lassen und andere therapeutische Optionen in Erwägung zu ziehen.

Wie bei allen Antiepileptika sollte ein plötzliches Absetzen von

Zonisamid-ratiopharm

®

vermieden

werden, da dies zu Durchbruchanfällen führen kann, die ernsthafte Folgen für die Frau und das

ungeborene Kind haben können.

Das Risiko für angeborene Fehlbildungen ist bei Kindern von Müttern, die mit Antiepileptika

behandelt wurden, um den Faktor 2 bis 3 erhöht. Die am häufigsten gemeldeten Fehlbildungen sind

Lippenspalte, kardiovaskuläre Fehlbildungen und Neuralrohrdefekte. Eine Kombinationsbehandlung

mit mehreren Antiepileptika kann mit einem höheren Risiko für angeborene Fehlbildungen verbunden

sein als eine Monotherapie.

Schwangerschaft

Bisher liegen nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Zonisamid bei Schwangeren

vor. Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3). Das

potenzielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt. Daten aus einer Register-Studie weisen auf

einen Anstieg des Anteils an Säuglingen hin, die mit niedrigem Geburtsgewicht (engl.

low birth

weight

; kurz LBW), zu früh oder zu klein für das Gestationsalter (engl. s

mall for gestational age

; kurz

SGA) geboren wurden. Diese Anstiege liegen zwischen ca. 5 % und 8 % für LBW, zwischen ca. 8 %

und 10 % für Frühgeborene und zwischen ca. 7 % und 12 % für SGA, jeweils verglichen mit Müttern,

die mit einer Lamotrigin-Monotherapie behandelt wurden.

Zonisamid-ratiopharm

®

darf nicht während der Schwangerschaft verwendet werden, es sei denn, dies

ist eindeutig erforderlich, und nur dann, wenn davon ausgegangen wird, dass der potenzielle Nutzen

das Risiko für den Fötus rechtfertigt. Wird

Zonisamid-ratiopharm

®

während der Schwangerschaft

verordnet, sollten die Patientinnen ausführlich über den potenziellen Schaden für den Fötus informiert

werden, und es wird die Anwendung der minimalen wirksamen Dosis zusammen mit einer

sorgfältigen Überwachung empfohlen.

Stillzeit

Zonisamid wird in die Muttermilch ausgeschieden; die Konzentration in der Muttermilch ist mit der

im mütterlichen Plasma vergleichbar. Es muss eine Entscheidung darüber getroffen werden, ob das

Stillen zu unterbrechen ist oder ob auf die Behandlung mit

Zonisamid-ratiopharm

®

verzichtet

werden

soll / die Behandlung mit

Zonisamid-ratiopharm

®

zu unterbrechen ist. Aufgrund der langen

Retentionszeit von Zonisamid im Körper darf das Stillen erst einen Monat nach Beendigung der

Therapie mit

Zonisamid-ratiopharm

®

wieder aufgenommen werden.

Fertilität

Über die Wirkungen von Zonisamid auf die menschliche Fertilität liegen keine klinischen Daten vor.

Studien an Tieren haben Veränderungen der Fertilitätsparameter gezeigt (siehe Abschnitt 5.3).

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen durchgeführt. Da es aber bei einigen Patienten insbesondere zu

Therapiebeginn oder nach einer Dosissteigerung zu Benommenheit oder Konzentrationsstörungen

kommen kann, muss den Patienten geraten werden, bei Tätigkeiten, die ein hohes Maß an

Aufmerksamkeit erfordern, wie beim Fahren und Bedienen von Maschinen, vorsichtig zu sein.

4.8

Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Zonisamid wurde in klinischen Studien bei über 1200 Patienten angewendet, über 400 dieser Patienten

erhielten Zonisamid mindestens ein Jahr lang. Außerdem liegen in Japan seit 1989 und in den USA

seit dem Jahr 2000 weit reichende Post-Marketing-Erfahrungen mit Zonisamid vor.

Es sollte bedacht werden, dass Zonisamid ein Benzisoxazol-Derivat ist, das eine Sulfonamidgruppe

enthält. Schwerwiegende über das Immunsystem vermittelte Nebenwirkungen, die mit Arzneimitteln,

welche eine Sulfonamidgruppe enthalten, im Zusammenhang stehen, umfassen: Hautausschlag,

allergische Reaktion und schwerwiegende hämatologische Störungen einschließlich aplastischer

Anämie, die in äußerst seltenen Fällen tödlich sein kann (siehe Abschnitt 4.4).

Die häufigsten Nebenwirkungen in kontrollierten Studien mit Zonisamid als Zusatztherapie waren

Schläfrigkeit, Schwindelgefühl und Anorexie. In einer randomisierten, kontrollierten Studie zur

Monotherapie, in der Zonisamid mit einer Carbamazepin retard-Formulierung verglichen wurde,

waren die häufigsten Nebenwirkungen Absinken der Bicarbonatserumspiegel, Appetitverlust und

Gewichtsabnahme. Die Inzidenz von stark erniedrigten Bicarbonatspiegeln im Serum (mit Abnahmen

auf unter 17 mEq/l und um mehr als 5 mEq/l) lag bei 3,8 %. Die Inzidenz von deutlichen

Gewichtsabnahmen von 20 % oder mehr lag bei 0,7 %.

Tabellarische Zusammenstellung der Nebenwirkungen

Mit Zonisamid im Zusammenhang stehende Nebenwirkungen, die in klinischen Studien und in der

Post-Marketing-Überwachung aufgetreten sind, sind nachfolgend tabellarisch aufgeführt. Die

Häufigkeiten sind gemäß folgendem Schema angegeben:

sehr häufig

≥ 1/10

häufig

≥ 1/100 bis < 1/10

gelegentlich

≥ 1/1.000 bis < 1/100

selten

≥ 1/10.000 bis < 1/1.000

sehr selten

< 1/10.000

nicht bekannt

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Tabelle 4. Nebenwirkungen im Zusammenhang mit Zonisamid aus klinischen Studien als

Zusatztherapie und aus der Post-Marketing-Überwachung

Systemorganklasse

(MedDRA-

Terminologie)

Sehr häufig

Häufig

Gelegentlich

Sehr selten

Infektionen und

parasitäre

Erkrankungen

Pneumonie,

Harnwegs-

infektion

Erkrankungen des

Blutes und des

Lymphsystems

kleinflächige

Hautblutungen

Agranulozytose,

Aplastische Anämie,

Leukozytose,

Leukopenie,

Lymphadenopathie,

Panzytopenie,

Thrombozytopenie

Erkrankungen des

Immunsystems

Überempfind-

lichkeit

Arzneimittel-induziertes

Überempfindlichkeits-

syndrom, Arzneimittel-

exanthem mit

Eosinophilie und

systemischen

Symptomen

Stoffwechsel- und

Ernährungs-

störungen

Anorexie

Hypokaliämie

Metabolische Azidose,

Renaltubuläre Azidose

Psychiatrische

Erkrankungen

Agitiertheit,

Reizbarkeit,

Verwirrungs-

zustand,

Depression

Affektlabilität,

Angst,

Schlaflosigkeit,

Psychotische

Störung

Wut,

Aggression,

Suizidgedanken,

Suizidversuch

Halluzination

Erkrankungen des

Nervensystems

Ataxie,

Schwindel,

Gedächtnis-

beein-

trächtigung,

Schläfrigkeit

Bradyphrenie,

Aufmerksam-

keitsstörung,

Nystagmus,

Parästhesie,

Sprachstörung,

Tremor

Anfälle

Amnesie,

Koma,

Grand-mal-Anfall,

Myasthenisches

Syndrom,

Malignes

neuroleptisches

Syndrom,

Status epilepticus

Augen-

erkrankungen

Diplopie

Engwinkelglaukom,

Augenschmerzen,

Myopie,

Verschwommenes

Sehen,

Verminderte Sehschärfe

Erkrankungen der

Atemwege, des

Brustraums und

Mediastinums

Dyspnoe,

Aspirationspneumonie,

Respirationsstörungen,

allergische

Pneumonitis

Erkrankungen des

Gastrointesti-

naltrakts

Bauchschmerzen,

Obstipation,

Diarrhoe,

Dyspepsie,

Übelkeit

Erbrechen

Pankreatitis

Leber- und

Gallenerkrank-

ungen

Cholezystitis,

Cholelithiasis

Leberzellschädigung

Erkrankungen der

Haut und des

Unterhautzell-

gewebes

Hautausschlag,

Pruritus

Alopezie

Anhidrose,

Erythema multiforme

Stevens-Johnson

Syndrom,

Toxische epidermale

Nekrolyse

Skelettmuskulatur-,

Bindegewebs- und

Knochen-

erkrankungen

Rhabdomyolyse

Erkrankungen der

Nieren und

Harnwege

Nephrolithiasis

Harnsteine

Hydronephrose,

Nierenversagen,

Abnormer Urin

Allgemeine

Erkrankungen und

Beschwerden am

Verabreichungsort

Müdigkeit,

Grippeähnliche

Erkrankung,

Fieber,

Peripheres Ödem

Untersuchungen

Erniedrigte

Bikarbonat-

spiegel

Gewichtsabnahme

Erhöhung der Kreatin-

phosphokinase im

Blut,

Erhöhte

Kreatininspiegel im

Blut, Erhöhung

Blutharnstoffs,

Leberfunktionstest

abnorm

Verletzung,

Vergiftung und

durch Eingriffe

bedingte

Komplikationen

Hitzschlag

Außerdem gab es Einzelfälle eines plötzlichen unerwarteten Todes bei Patienten mit Epilepsie

(Sudden Unexplained Death in Epilepsy Patients [SUDEP]), die Zonisamid erhielten.

Tabelle 5 Nebenwirkungen aus einer randomisierten kontrollierten Studie zur Monotherapie, in

der Zonisamid mit einer Carbamazepin retard-Formulierung verglichen wurde

Systemorganklasse

(MedDRA-

Terminologie†)

Sehr häufig

Häufig

Gelegentlich

Infektionen und

parasitäre

Erkrankungen

Harnwegsinfektion

Pneumonie

Erkrankungen des

Blutes und des

Lymphsystems

Leukopenie

Thrombozytopenie

Stoffwechsel- und

Ernährungsstörungen

Appetitverlust

Hypokaliämie

Psychiatrische

Erkrankungen

Agitiertheit

Depression

Schlaflosigkeit

Stimmungsschwankungen

Angst

Verwirrungszustand

Akute Psychose

Aggression

Suizidgedanken

Halluzination

Erkrankungen des

Nervensystems

Ataxie

Schwindel

Gedächtnisbeeinträchtigung

Schläfrigkeit

Bradyphrenie

Aufmerksamkeitsstörungen

Parästhesie

Nystagmus

Sprachstörung

Tremor

Krampfanfall

Augenerkrankungen

Diplopie

Erkrankungen der

Atemwege, des

Brustraums und

Mediastinums

Respirationsstörungen

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts

Verstopfung

Diarrhoe

Dyspepsie

Übelkeit

Erbrechen

Bauchschmerzen

Leber- und

Gallenerkrankungen

Akute Cholezystitis

Erkrankungen der

Haut und des

Unterhautzellgewebes

Hautausschlag

Juckreiz

Ekchymose

Allgemeine

Erkrankungen und

Beschwerden am

Verabreichungsort

Müdigkeit

Fieber

Reizbarkeit

Untersuchungen

Erniedrigte

Bicarbonat-

spiegel

Gewichtsabnahme

Erhöhung der

Kreatinphosphokinase im

Blut

Erhöhung der

Alaninaminotransferase

Erhöhung der Aspartat-

aminotransferase

Abnormale Urinwerte

† MedDRA Version 13.1

Zusätzliche Informationen zu speziellen Patientengruppen:

Ältere Patienten

Eine gepoolte Auswertung von Sicherheitsdaten bei 95 älteren Patienten hat eine im Vergleich zur

Erwachsenenpopulation relativ höhere Meldehäufigkeit von peripheren Ödemen und Pruritus ergeben.

Eine Überprüfung der Post-Marketing-Daten lässt vermuten, dass Patienten ab 65 Jahren häufiger als

die Allgemeinbevölkerung folgende Ereignisse melden: Stevens-Johnson-Syndrom (SJS) und

arzneimittelinduziertes Überempfindlichkeitssyndrom (drug induced hypersensitivity syndrome,

DIHS).

Kinder und Jugendliche

In placebo-kontrollierten klinischen Studien entsprach das Nebenwirkungsprofil von Zonisamid bei

Kindern und Jugendlichen von 6 bis 17 Jahren dem von Erwachsenen. Unter den 465 Patienten in der

pädiatrischen Sicherheitsdatenbank (einschließlich weiterer 67 Patienten aus der Verlängerungsphase

der kontrollierten klinischen Studie) waren 7 Todesfälle (1,5 %; 14,6/1.000 Patientenjahre); 2 Fälle

von Status epilepticus, von denen einer mit einem schweren Gewichtsverlust (10 % innerhalb von 3

Monaten) bei einem untergewichtigen Patienten verbunden war, der die Medikation danach nicht mehr

einnahm; 1 Fall mit Kopfverletzung/Hämatom und 4 Todesfälle bei Patienten mit vorbestehenden

funktionellen neurologischen Defiziten unterschiedlicher Ursache (2 Fälle von Pneunomie-induzierter

Sepsis / Organversagen, 1 plötzlicher unerwarteter Todesfall bei einem Epilepsie-Patienten und 1

Kopfverletzung). Bei insgesamt 70,4 % der Kinder und Jugendlichen, die ZNS in der kontrollierten

Studie oder in der offenen Verlängerungsphase dieser Studie erhielten, wurde während der

Behandlung mindestens ein Bicarbonatwert unter 22 mmol/l gemessen. Die erniedrigten

Bicarbonatwerte waren über einen langen Zeitraum messbar (Median 188 Tage).

Eine gepoolte Analyse der Sicherheitsdaten von 420 pädiatrischen Patienten (183 Patienten im Alter

von 6 bis 11 Jahren und 237 Patienten im Alter von 12 bis 16 Jahren mit einer mittleren

Expositionsdauer von ungefähr 12 Monaten) zeigten eine relativ höhere Meldehäufigkeit von

Pneumonie, Dehydratation, reduziertem Schwitzen, abnormalen Leberfunktionswerten, Otitis media,

Pharyngitis, Sinusitis und Infektionen der oberen Atemwege, Husten, Epistaxis und Rhinitis,

Bauchschmerzen, Erbrechen, Hautausschlag und Ekzem sowie Fieber als die Erwachsenenpopulation

(dies gilt insbesondere für Patienten unter 12 Jahren) sowie eine niedrige Inzidenz von Amnesie,

Kreatininanstiegen, Lymphadenopathie und Thrombozytopenie. Die Inzidenz einer

Körpergewichtsabnahme von 10 % oder mehr lag bei 10,7 % (siehe Abschnitt 4.4). In manchen Fällen

von Gewichtsabnahme kam es zu einer Verzögerung beim Übergang in das nächste Tanner-Stadium

und bei der Knochenreife.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-

Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Es gab Fälle von versehentlicher und absichtlicher Überdosierung bei Erwachsenen, Kindern und

Jugendlichen. In einigen Fällen blieb die Überdosierung asymptomatisch, insbesondere, wenn sofort

ein Erbrechen induziert oder eine Lavage vorgenommen wurde. In anderen Fällen ging die

Überdosierung mit Symptomen wie Schläfrigkeit, Übelkeit, Gastritis, Nystagmus, Myoklonien, Koma,

Bradykardien, reduzierter Nierenfunktion, Hypotonie und Atemdepression einher. Eine sehr hohe

Plasmakonzentration von Zonisamid von 100,1 μg/ml wurde etwa 31 Std. nach Einnahme einer

Überdosis von Zonisamid und Clonazepam bei einem Patienten festgestellt. Der Patient wurde

komatös und hatte eine Atemdepression, kam jedoch fünf Tage später wieder zu Bewusstsein und

hatte keine Folgeerscheinungen.

Therapie

Es stehen keine spezifischen Antidote für eine Überdosierung mit

Zonisamid-ratiopharm

®

Verfügung. Bei Verdacht auf eine kürzliche Überdosierung können eine Magenspülung oder die

Induktion von Erbrechen indiziert sein, die üblichen Vorsichtsmaßnahmen zur Sicherung der

Atemwege müssen hierbei vorgenommen werden. Allgemeine unterstützende Maßnahmen sowie

häufige Kontrolle der Vitalzeichen und engmaschige Überwachung sind indiziert. Zonisamid hat eine

lange Eliminations- Halbwertszeit, daher können seine Wirkungen anhalten. Durch Hämodialyse

wurde, obgleich dies nicht formell zur Therapie einer Überdosierung untersucht wurde, die

Plasmakonzentration von Zonisamid bei einem Patienten mit verminderter Nierenfunktion verringert,

sie kann daher bei klinischer Indikation als Therapie einer Überdosierung erwogen werden.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antiepileptika, andere Antiepileptika, ATC-Code: N03AX15

Zonisamid ist ein Benzisoxazol-Derivat. Es ist ein Antiepileptikum mit schwacher

Carboanhydraseaktivität

in vitro

. Es ist chemisch nicht mit anderen Antiepileptika verwandt.

Wirkmechanismus

Der Wirkungsmechanismus von Zonisamid ist nicht vollständig geklärt. Es scheint jedoch auf

spannungsabhängige Natrium- und Kalziumkanäle zu wirken und unterbricht so die synchronisierte

neuronale Entladung, wodurch die Ausbreitung von epileptiformen Entladungen reduziert und eine

daraus folgende epileptische Aktivität unterbunden wird. Zonisamid übt zusätzlich eine

modulatorische Wirkung auf die GABA-vermittelte neuronale Inhibition aus.

Pharmakodynamische Wirkungen

Die antikonvulsive Wirkung von Zonisamid wurde in mehreren Modellen bei verschiedenen Spezies

mit induzierten oder spontanen Anfällen untersucht. Zonisamid scheint in diesen Modellen als

Breitspektrum-Antiepileptikum wirksam zu sein. Zonisamid verhindert Anfälle nach maximalem

Elektroschock und hemmt die Anfallsausbreitung, einschließlich der Verbreitung von Anfällen vom

Kortex auf subkortikale Strukturen, und unterdrückt die Aktivität eines epileptischen Fokus. Im

Gegensatz zu Phenytoin und Carbamazepin ist Zonisamid jedoch vorwiegend bei Anfällen wirksam,

die ihren Ursprung im Kortex haben.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

Monotherapie bei fokalen Anfällen mit oder ohne sekundäre Generalisierung

Die Wirksamkeit von Zonisamid als Monotherapie wurde in einem doppelblinden Parallelgruppen-

Vergleich zur Nichtunterlegenheit mit einer Carbamazepin retard-Formulierung an 583 erwachsenen

Patienten mit neu diagnostizierten fokalen Anfällen mit oder ohne sekundäre generalisierte tonisch-

klonische Anfälle nachgewiesen. Die Patienten wurden auf eine Behandlung mit Carbamazepin und

Zonisamid randomisiert und erhielten je nach Ansprechen die Behandlung für eine Dauer von bis zu

24 Monaten. Die Patienten wurden auf eine anfängliche Zieldosis von 600 mg Carbamazepin oder 300

mg Zonisamid titriert. Patienten, bei denen ein epileptischer Anfall auftrat, wurden auf die nächste

Zieldosis, d. h. 800 mg Carbamazepin oder 400 mg Zonisamid, titriert. Patienten, die einen weiteren

epileptischen Anfall erlitten, wurden auf die maximale Zieldosis von 1200 mg Carbamazepin oder 500

mg Zonisamid titriert. Patienten, die unter der Behandlung mit einer Zieldosis 26 Wochen lang keinen

epileptischen Anfall erlitten, wurden weitere 26 Wochen lang mit dieser Dosis weiterbehandelt. Die

Hauptergebnisse in dieser Studie sind in der nachfolgenden Tabelle zusammengefasst:

Tabelle 6. Wirksamkeitsendpunkte für Monotherapie-Studie 310

Zonisamid

Carbamazepin

n (ITT-Population)

Anfallsfreiheit für sechs

Monate

Unterschied

PP-Population*

79,4 %

83,7 %

-4,5 %

-12,2 % ; 3,1 %

ITT-Population

69,4 %

74,7 %

-6,1 %

-13,6 % ; 1,4 %

< 4 Anfälle während der

3-monatigen Baseline-

Phase

71,7 %

75,7 %

-4,0 %

-11,7 % ; 3,7 %

> 4 Anfälle während der

3-monatigen Baseline-

Phase

52,9 %

68,9 %

-15,9 %

-37,5 % ; 5,6 %

Anfallsfreiheit für zwölf

Monate

PP-Population

67,6 %

74,7 %

-7,9 %

- 17,2 % ; 1,5 %

ITT-Population

55,9 %

62,3 %

-7,7 %

- 16,1 % ; 0,7 %

< 4 Anfälle während der

3-monatigen Baseline-

Phase

57,4 %

64,7 %

-7,2 %

-15,7 % ; 1,3 %

> 4 Anfälle während der

3-monatigen Baseline-

Phase

44,1 %

48,9 %

-4,8 %

-26,9 % ;

17,4 %

Anfalls-Subtyp (6 Monate

Anfallsfreiheit – PP-

Population)

Alle fokalen Anfälle

76,4 %

86,0 %

-9,6 %

-19,2 % ; 0,0 %

Einfache fokale Anfälle

72,3 %

75,0 %

-2,7 %

-20,0 % ;14,7 %

Komplexe fokale Anfälle

76,9 %

93,0 %

-16,1 %

-26,3 % ; -5,9 %

Alle generalisierten tonisch-

klonischen Anfälle

78,9 %

81,6 %

-2,8 %

-11,5 % ; 6,0 %

Sekundäre tonisch-klonische

Anfälle

77,4 %

80,0 %

-2,6 %

-12,4 % ; 7,1 %

Generalisierte tonisch-klonische

Anfälle

85,7 %

92,0 %

-6,3 %

-23,1 % ;

10,5 %

PP = Per-Protocol-Population; ITT = Intent-To-Treat-Population

*Primärer Endpunkt

Zusatztherapie zur Behandlung von fokalen Anfällen mit oder ohne sekundäre Generalisierung bei

Erwachsenen

Bei Erwachsenen wurde die Wirksamkeit von Zonisamid in 4 Placebo-kontrollierten, doppelblinden

Studien von bis zu 24 Wochen Dauer mit ein- oder zweimal täglicher Gabe belegt. Diese Studien

zeigen, dass die mediane Reduktion der Häufigkeit fokaler Anfälle mit der Dosierung von Zonisamid

im Zusammenhang steht, mit einer anhaltenden Wirksamkeit bei Dosierungen von 300 bis 500

mg/Tag.

Kinder und Jugendliche

Zusatztherapie zur Behandlung von fokalen Anfällen mit oder ohne sekundäre Generalisierung bei

Jugendlichen und Kindern (ab 6 Jahren)

Bei Jugendlichen und Kindern (ab 6 Jahren) wurde die Wirksamkeit von Zonisamid in einer placebo-

kontrollierten Doppelblindstudie an 207 Patienten bei einer Behandlungsdauer von bis zu 24 Wochen

nachgewiesen. Bei 50 % der mit Zonisamid behandelten Patienten und 31 % der Patienten unter

Placebo wurde eine Reduktion der Anfallshäufigkeit gegenüber der Ausgangssituation von mindestens

50 % während der 12-wöchigen stabilen Dosisphase beobachtet.

Spezielle Sicherheitsprobleme, die in den Studien an Kindern und Jugendlichen angetroffen wurden,

waren: Appetitverlust und Gewichtsverlust, erniedrigte Bicarbonatspiegel, erhöhtes Risiko für

Nierensteinbildung und Dehydratation. Alle diese Wirkungen und speziell der Gewichtsverlust können

nachteilige Auswirkungen auf Wachstum und Entwicklung haben und zu einer allgemeinen

Verschlechterung des Gesundheitszustandes führen. Die Daten über die langfristigen Auswirkungen

auf Wachstum und Entwicklung sind insgesamt begrenzt.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Zonisamid wird nach Einnahme nahezu vollständig resorbiert. Maximale Konzentrationen in Plasma

oder Serum werden im Allgemeinen innerhalb von 2 bis 5 Stunden nach der Einnahme erreicht. Der

First-pass-Metabolismus ist vermutlich vernachlässigbar. Die absolute Bioverfügbarkeit wird auf etwa

100 % geschätzt. Die orale Bioverfügbarkeit wird durch Nahrung nicht beeinflusst, maximale

Konzentrationen in Plasma oder Serum können jedoch verzögert eintreten.

AUC- und Cmax–Werte von Zonisamid erhöhten sich nach einmaliger Anwendung im Dosisbereich

von 100 - 800 mg und nach mehreren Anwendungen im Dosisbereich von einmal täglich 100 - 400 mg

nahezu linear. Der Anstieg im Steady-state war geringfügig höher als auf der Basis der Dosis zu

erwarten, möglicherweise aufgrund der sättigbaren Bindung von Zonisamid an Erythrozyten. Der

Steady-state wurde innerhalb von 13 Tagen erreicht. Die Akkumulation erscheint leicht höher als

Einzeldosierungen erwarten ließen.

Verteilung

Zonisamid wird zu 40 - 50 % an humane Plasmaproteine gebunden.

In-vitro

-Studien zeigen, dass dies

durch die Anwesenheit verschiedener Antiepileptika nicht beeinflusst wird (z.B. Phenytoin,

Phenobarbital, Carbamazepin und Natriumvalproat). Das scheinbare Verteilungsvolumen beträgt bei

Erwachsenen etwa 1,1 – 1,7 l/kg, was darauf hinweist, dass Zonisamid ausgiebig in die Gewebe

verteilt wird. Das Verhältnis von Erythrozyten zu Plasma beträgt bei geringen Konzentrationen etwa

15, bei höheren Konzentrationen etwa 3.

Biotransformation

Zonisamid wird primär durch reduktive Spaltung des Benzisoxazolrings der Muttersubstanz durch

CYP3A4 zu 2-Sulfamoylacetylphenol (SMAP), aber auch über N-Acetylierung abgebaut. Die

Muttersubstanz und SMAP können zusätzlich glukuronidiert werden. Die Metaboliten, die im Plasma

nicht nachgewiesen werden konnten, haben keine antikonvulsive Aktivität. Es gibt keinen Hinweis

darauf, dass Zonisamid seinen eigenen Metabolismus induziert.

Elimination

Die ersichtliche Clearance von Zonisamid im Steady-state nach oraler Gabe beträgt etwa 0,70 l/Std.,

die terminale Eliminationshalbwertszeit beträgt bei Abwesenheit von CYP3A4-Induktoren etwa 60

Stunden. Die Eliminationshalbwertszeit war unabhängig von der Dosierung und wurde durch

wiederholte Gabe nicht beeinflusst. Die Fluktuation der Konzentrationen in Plasma oder Serum über

ein Dosierungsintervall ist gering (< 30 %). Der Hauptausscheidungsweg von Zonisamid-Metaboliten

und unveränderter Substanz läuft über den Urin. Die renale Clearance unveränderten Zonisamids ist

relativ gering (etwa 3,5 ml/min); etwa 15 - 30 % der Dosis werden unverändert ausgeschieden.

Linearität/Nicht-Linearität

Die Zonisamid-Exposition steigt mit der Zeit an, bis nach etwa 8 Wochen ein Steady-state erreicht ist.

Bei einem Vergleich gleicher Dosisbereiche scheinen Patienten mit einem höheren

Körpergesamtgewicht geringere Serumkonzentrationen im Steady-state zu haben. Dieser Effekt

scheint jedoch relativ moderat zu sein. Nach Korrektur hinsichtlich der Einflussgröße Körpergewicht

haben Alter (

12 Jahre) und Geschlecht keinen erkennbaren Effekt auf die Zonisamid-Exposition bei

Patienten mit Epilepsie bei Steady-state-Dosierung. Es ist keine Dosisanpassung bei Antiepileptika,

einschließlich CYP3A4-Induktoren, erforderlich.

Pharmakokinetische/pharmakodynamische Zusammenhänge

Zonisamid senkt die durchschnittliche Anfallshäufigkeit im Zeitraum von 28 Tagen und die Abnahme

ist proportional (log-linear) zur Durchschnittskonzentration von Zonisamid.

Spezielle Patientengruppen

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

korrelierte die renale Clearance von Zonisamid-

Einzeldosen positiv mit der Kreatinin-Clearance. Die Plasma-AUC von Zonisamid war bei Patienten

mit einer Kreatinin-Clearance < 20 ml/min um 35 % erhöht (siehe auch Abschnitt 4.2).

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion:

Die Pharmakokinetik von Zonisamid bei Patienten mit

gestörter Leberfunktion wurde nicht hinreichend untersucht.

Ältere Patienten:

Zwischen jungen (21-40 Jahre) und älteren Patienten (65-75 Jahre) wurden keine

klinisch signifikanten Abweichungen der Pharmakokinetik beobachtet.

Kinder und Jugendliche (5-18 Jahre):

Limitierte Daten geben Hinweise darauf, dass die

Pharmakokinetik bei Kindern und Jugendlichen, die mit 1, 7 oder 12 mg/kg täglich in mehreren Gaben

bis zum Steady-state aufdosiert wurden, nach Angleichung bezüglich des Körpergewichts gleich der

bei Erwachsenen ist.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Befunde, die nicht in klinischen Studien beobachtet wurden, jedoch beim Hund unter ähnlichen

Expositionsspiegeln wie in der klinischen Anwendung festgestellt wurden, waren:

Leberveränderungen (Vergrößerung, dunkelbraune Verfärbung, leichte Vergrößerung der Hepatozyten

mit konzentrischen lamellären Körpern im Zytoplasma und zytoplasmatischer Vakuolisierung). Diese

standen im Zusammenhang mit einem erhöhten Metabolismus.

Zonisamid war nicht gentoxisch und hat kein kanzerogenes Potenzial.

Zonisamid verursachte Entwicklungsanomalien bei Mäusen, Ratten und Hunden und war für

Affenembryos tödlich, wenn es während der Organogenese in Dosierungen verabreicht wurde, die zu

mütterlichen Plasmaspiegeln führten, welche vergleichbar oder niedriger als humantherapeutische

Spiegel waren.

In einer Studie zur oralen Toxizität nach wiederholter Gabe bei juvenilen Ratten mit ähnlichen

Expositionsniveaus wie sie bei pädiatrischen Patienten unter der empfohlenen Höchstdosis beobachtet

wurden, waren eine Gewichtsabnahme, histopathologische Veränderungen der Nieren sowie

Veränderungen der klinisch-pathologischen Parameter und Verhaltensveränderungen festzustellen.

Die histopathologischen Nierenveränderungen und die Veränderungen der klinisch-pathologischen

Parameter wurden auf die Carboanhydrase-Hemmung durch Zonisamid zurückgeführt. Die Wirkungen

auf dieser Dosisebene waren während des Erholungszeitraums reversibel. Auf einer höheren

Dosisebene (der 2- bis 3-fachen systemischen Exposition im Vergleich zur therapeutischen

Exposition) waren die histopathologischen Wirkungen in der Niere stärker ausgeprägt und nur

teilweise reversibel. Die meisten bei juvenilen Ratten beobachteten unerwünschten Wirkungen waren

mit denen vergleichbar, die in Studien zur Toxizität nach wiederholter Gabe von Zonisamid bei

erwachsenen Ratten festgestellt wurden, doch Hyalintropfen in den Nierentubuli und eine

transitorische Hyperplasie wurden nur in der Studie an juvenilen Ratten beobachtet. Auf dieser

höheren Dosisebene zeigten die juvenilen Ratten eine Abnahme des Wachstums, der Lernfähigkeit

und der Entwicklungsparameter. Es wurde als wahrscheinlich betrachtet, dass diese Wirkungen mit

der Körpergewichtsabnahme und den übersteigerten pharmakologischen Wirkungen von Zonisamid in

der verträglichen Höchstdosis zusammenhingen.

Bei Ratten wurden nach Expositionsniveaus, die der höchsten therapeutischen Dosis beim Menschen

entsprechen, eine geringere Zahl von Corpora lutea und Implantationsstellen beobachtet. Bei

Expositionsniveaus, die um das Dreifache höher waren, wurden unregelmäßige Östruszyklen und eine

Abnahme der Zahl von lebenden Feten festgestellt.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Kapselinhalt

Mikrokristalline Cellulose

Natriumdodecylsulfat

Siliciumdioxid-Hydrat

Hydriertes Pflanzenöl (Typ 1)

Kapselhülle

Zonisamid-ratiopharm

®

25 mg Hartkapseln:

Titandioxid (E171)

Gelatine

Zonisamid-ratiopharm

®

50 mg Hartkapseln:

Titandioxid (E171)

Gelatine

Eisen(II,III)-oxid (E172)

Zonisamid-ratiopharm

®

100 mg Hartkapseln:

Titandioxid (E171)

Gelatine

Eisen(III)-oxid (E172)

Drucktinte

Schellack

Propylenglycol

Konzentrierte Ammoniak-Lösung

Eisen(II,III)-oxid (E172)

Kaliumhydroxid.

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

2 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Zonisamid-ratiopharm

®

25 mg Hartkapseln:

PVC/ACLAR/PVC-Aluminium-Blisterpackungen mit 28 Hartkapseln

oder

PVC/PE/PVdC-Aluminium-Blisterpackungen mit 28 Hartkapseln.

Zonisamid-ratiopharm

®

50 mg Hartkapseln:

PVC/ACLAR/PVC-Aluminium-Blisterpackungen mit 28 Hartkapseln

oder

PVC/PE/PVdC-Aluminium-Blisterpackungen mit 28 Hartkapseln.

Zonisamid-ratiopharm

®

100 mg Hartkapseln:

PVC/ACLAR/PVC-Aluminium-Blisterpackungen mit 28, 98, 196 (2 x 98 - Bündelpackung)

Hartkapseln

oder

PVC/PE/PVdC-Aluminium-Blisterpackungen mit 28, 98, 196 (2 x 98 - Bündelpackung) Hartkapseln.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen

zu beseitigen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

ratiopharm GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm

8.

ZULASSUNGSNUMMER(N)

Zonisamid-ratiopharm

®

25 mg Hartkapseln:

94277.00.00

Zonisamid-ratiopharm

®

50 mg Hartkapseln:

94278.00.00

Zonisamid-ratiopharm

®

100 mg Hartkapseln:

94279.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 31. Juli 2015

10.

STAND DER INFORMATION

Dezember 2018

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

Lesen Sie das vollständige Dokument

Zusammenfassung des öffentlichen

Bewertungsberichts

Zonisamid-ratiopharm 50 mg Hartkapseln

Zonisamid

Zulassungsinhaber: ratiopharm GmbH

HAUSANSCHRIFT

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

53175 Bonn

+49 (0)228 99 307-0

+49 (0)228 99 307-5207

E-MAIL

poststelle@bfarm.de

INTERNET

www.bfarm.de

Seite 2 von 3

Dieses Dokument enthält die Zusammenfassung des öffentlichen Bewertungsberichtes. Sie

erklärt, wie das BfArM den zugrundeliegenden Zulassungsantrag bewertet hat und zu seiner

Empfehlung für die Anwendung des Arzneimittels gekommen ist.

Für praktische Hinweise zur Anwendung des Arzneimittels lesen Sie bitte die Packungsbeilage

oder fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Was ist Zonisamid-ratiopharm 50 mg Hartkapseln und wofür wird es eingesetzt?

Die Wirkstoffzusammensetzung von Zonisamid-ratiopharm 50 mg Hartkapseln ist:

Zonisamid

Bei Zonisamid-ratiopharm 50 mg Hartkapseln handelt es sich um ein so genanntes Generikum.

Zonisamid-ratiopharm 50 mg Hartkapseln ist gleichwertig mit einem Arzneimittel, das in der

Europäischen Union (EU) bereits seit mindestens 10 Jahren zugelassen ist und dadurch als

Bezugs- oder Referenzarzneimittel dienen kann.

Das Arzneimittel ist in folgenden Anwendungsgebieten zugelassen:

Dieses Arzneimittel ist indiziert als:

- Monotherapie für die Behandlung von fokalen Anfällen mit oder ohne sekundäre

Generalisierung bei Erwachsenen und neu diagnostizierter Epilepsie (siehe Abschnitt 5.1);

- Zusatztherapie für die Behandlung von fokalen Anfällen mit oder ohne sekundäre

Generalisierung bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 6 Jahren.

(Stand: 31.07.2015)

Wie ist das Arzneimittel anzuwenden?

Bitte lesen Sie Abschnitt 3 der Packungsbeilage „Wie ist Zonisamid-ratiopharm 50 mg

Hartkapseln einzunehmen/anzuwenden?“

Was sind die Nutzen und Risiken von Zonisamid-ratiopharm 50 mg Hartkapseln?

Das Arzneimittel ist therapeutisch gleichwertig zum Referenzarzneimittel. Nutzen und Risiken

entsprechen daher denen des Referenzarzneimittels.

Der pharmazeutische Unternehmer hat zudem einen Risikomanagementplan entwickelt, um

sicherzustellen, dass das Arzneimittel so sicher wie möglich angewendet wird. Im

Risikomanagementplan sind bekannte sowie zum Zeitpunkt der Zulassung des Arzneimittels

vermutete potenzielle Risikoaspekte beschrieben und Strategien festgelegt, wie diesen

risikomindernd begegnet werden kann. Dabei handelt es sich z.B. um Informationen, die bereits

in der Packungsbeilage und in der Fachinformation aufgeführt sind, auf die jedoch im

Seite 3 von 3

Risikomanagementplan noch einmal gesondert und vertieft eingegangen wird. Der

Risikomanagementplan wird regelmäßig entsprechend dem neuesten Erkenntnisstand der

Wissenschaft aktualisiert.

Für weitere Informationen lesen Sie bitte auch Abschnitt 2 der Packungsbeilage „Was müssen Sie

vor der Anwendung von Zonisamid-ratiopharm 50 mg Hartkapseln beachten?“ in Verbindung

mit Abschnitt 4 der Packungsbeilage „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“

Warum wurde das Arzneimittel zugelassen?

Das BfArM ist bei der Bewertung dieses Arzneimittels zu dem Schluss gekommen, dass der

Nutzen mögliche Anwendungsrisiken, z.B. das Auftreten von Nebenwirkungen, übersteigt.

Der öffentliche Bewertungsbericht kann auf der folgenden Internet-Seite abgerufen werden:

http://mri.medagencies.org/Human/ bzw. http://www.dimdi.de/static/de/db/dbinfo/aj29.htm.

Änderungen, die seit Erstellung des öffentlichen Bewertungsberichts vorgenommen wurden,

sind den publizierten und aktualisierten Produktinformationstexten zu entnehmen.

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