Vinorelbin PhaRes 10 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

13-04-2015

Fachinformation Fachinformation (SPC)

13-04-2015

Wirkstoff:
Vinorelbinbis[(R,R)-tartrat]
Verfügbar ab:
Fair-Med Healthcare GmbH (8096063)
INN (Internationale Bezeichnung):
Vinorelbinbis[(R,R)-tartrate]
Darreichungsform:
Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
Zusammensetzung:
Vinorelbinbis[(R,R)-tartrat] (26063) 13,85 Milligramm
Verabreichungsweg:
intravenöse Anwendung
Berechtigungsstatus:
Verkehrsfähigkeit: Nein
Zulassungsnummer:
93067.00.00
Berechtigungsdatum:
2015-04-10

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Seite

Gebrauchsinformation: Information für den Anwender

Vinorelbin PhaRes 10 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Zur Anwendung bei Erwachsenen

Wirkstoff: Vinorelbinbis[(

R,R

)-tartrat]

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung

dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte

weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden

haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht:

Was ist Vinorelbin PhaRes und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von Vinorelbin PhaRes beachten?

Wie ist Vinorelbin PhaRes anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Vinorelbin PhaRes aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Vinorelbin PhaRes und wofür wird es angewendet?

Vinorelbin PhaRes ist ein Mittel gegen Krebs. Es gehört zur Gruppe der so genannten

Vincaalkaloide.

Vinorelbin PhaRes wird bei bestimmten Formen des fortgeschrittenen Lungen- und

Brustkrebses eingesetzt:

Zur Anwendung des fortgeschrittenen nicht kleinzelligen Bronchialkarzinoms

(Stadium III oder IV).

Zur Behandlung bei Patientinnen mit metastasiertem Brustkrebs (Stadium 4), bei

denen eine Behandlung mit einer anthrazyklin- und taxanhaltigen Chemotherapie

versagt hat oder nicht angezeigt ist.

2.

Was müssen sie vor der Anwendung von Vinorelbin PhaRes beachten?

Vinorelbin PhaRes darf nicht angewendet werden,

wenn Sie allergisch gegen Vinorelbin oder andere Vincaalkaloide oder einen der in

Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind;

wenn Sie als Frau im gebärfähigen Alter keine verlässliche Empfängnisverhütung

betreiben;

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wenn Sie ein Kind stillen;

wenn Sie eine schwere Infektion haben oder vor kurzem hatten oder wenn bei Ihnen die

weißen Blutkörperchen stark vermindert sind (Neutropenie);

wenn bei Ihnen die Blutplättchenzahl stark vermindert ist (Thrombozytopenie);

wenn Sie vor kurzem gegen Gelbfieber geimpft wurden oder eine solche Impfung

demnächst durchführen lassen wollen.

Wenn eine der vorstehend genannten Situationen auf Sie zutrifft,

dürfen Sie dieses

Arzneimittel nicht erhalten. Sprechen Sie darüber mit Ihrem Arzt.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Dieses Arzneimittel ist ausschließlich zur intravenösen Anwednung (Verabreichung in eine

Vene) vorgesehen und darf nicht in das Rückenmark injiziert (gespritzt) werden.

Vinorelbin PhaRes

sollte nur unter Aufsicht eines Arztes verwendet werden, der über

Erfahrungen in der Chemotherapie verfügt.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Vinorelbin PhaRes anwenden,

wenn Sie an einer Herzerkrankung infolge einer zu geringen Blutzufuhr zum Herzen

leiden oder gelitten haben (koronare Herzerkrankung, Angina pectoris) oder starke

Schmerzen in der Brust haben;

wenn Sie eine Strahlentherapie erhalten und das Behandlungsfeld die Leber einschließt;

wenn Sie derzeit Anzeichen oder Symptome einer Infektion haben (wie Fieber,

Schüttelfrost, Halsschmerzen). Teilen Sie dieses Ihrem Arzt umgehend mit, so dass er

gegebenenfalls notwendige Untersuchungen veranlassen kann;

wenn Sie eine eingeschränkte Leberfunktion haben;

wenn Sie geimpft werden sollen. Von Lebendimpfstoffen (z. B. Impfstoffe gegen

Masern, Mumps, Röteln, Kinderlähmung (Polio), Windpocken oder Tuberkulose (BCG-

Impfung)) mit Vinorelbin PhaRes

wird abgeraten, da das Risiko einer möglicherweise

tödlich verlaufenden Impfkrankheit besteht;

wenn Sie schwanger sind.

Jeder Kontakt mit den Augen ist unbedingt zu vermeiden, weil dies eine schwere Reizung bis

hin zu Defekten der Augenhornhaut (Hornhautulkus) zur Folge haben kann. Wenn es zu

einem Augenkontakt kommt, müssen Sie das Auge sofort mit 9 mg/ml (0,9%)

Natriumchloridlösung spülen und den Arzt aufsuchen.

Vor jeder Verabreichung von Vinorelbin PhaRes

wird Blut zur Untersuchung bestimmter

Blutwerte abgenommen. Wenn die Ergebnisse dieser Untersuchung nicht befriedigend sind,

kann Ihre weitere Behandlung verschoben werden. Es werden dann weitere Tests

durchgeführt, bis sich diese Werte wieder normalisiert haben.

Bei einer gleichzeitigen Bestrahlung des Beckens, der Wirbelsäule oder der Röhrenknochen

bei Vinorelbin-Gabe ist mit einer erhöhten Schädigung des Knochenmarks (Myelotoxizität)

zu rechnen. Gleiches gilt auch für eine vorhergehende Bestrahlungsbehandlung (<3 Wochen)

der genannten Regionen.

Neurologische Untersuchungen sind bei andauernder Behandlung mit Vinorelbin PhaRes

bzw. wenn bei Ihnen ein erhöhtes Risiko vorliegt, vorzunehmen.

Kinder und Jugendliche

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Eine Anwendung bei Kindern unter 18 Jahren wird nicht empfohlen.

Anwendung von Vinorelbin PhaRes

zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen /

anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen / angewendet haben oder

beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen / anzuwenden. Dies gilt insbesondere für die

folgenden Arzneimittel:

andere Arzneimittel, die das Knochenmark beeinträchtigen können, wie z.B. andere

Krebsmedikamente;

Carbamazepin, Phenytoin und Phenobarbital (Arzneimittel zur Behandlung der Epilepsie);

Antibiotika, beispielsweise Rifampicin, Erythromycin, Clarithromycin, Telithromycin;

Johanniskraut (

Hypericum perforatum

Ketoconazol und Itraconazol (Arzneimittel zur Behandlung von Pilzinfektionen);

Antivirale Arzneimittel gegen AIDS (HIV), beispielsweise Ritonavir (HIV-

Proteasehemmer);

Nefazodon (Arzneimittel zur Behandlung von Depressionen);

Cyclosporin, Tacrolimus (Arzneimittel, die die Aktivität des körpereigenen

Immunsystems herabsetzen);

Verapamil, Chinidin (Arzneimittel zur Behandlung von Herzerkrankungen);

andere Arzneimittel zur Behandlung von Krebs wie Mitomycin C, Cisplatin oder

Lapatinib;

Arzneimittel, die das Blut verdünnen (z.B. Phenprocoumon, Warfarin);

Impfstoffe (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen").

Es gibt Hinweise, dass die durch das Krebsmedikament 5-Fluorouracil ausgelöste

Schleimhautschädigung durch Vinorelbin verstärkt werden kann.

Schwangerschaft, Stillzeit und Zeugungs-/Gebärfähigkeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder

beabsichtigen schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels

Ihren Arzt um Rat.

Vinorelbin, der Wirkstoff von Vinorelbin PhaRes

kann erbgutschädigend wirken und

verursacht im Tierversuch Missbildungen. Sie dürfen Vinorelbin PhaRes

in der

Schwangerschaft nicht erhalten, es sei denn Ihr behandelnder Arzt hält dies für unbedingt

erforderlich. In diesem Falle sollte eine medizinische Beratung über das mit der Behandlung

verbundene Risiko von schädigenden Wirkungen für das Kind erfolgen.

Sie dürfen nicht stillen, wenn Sie Vinorelbin PhaRes

verabreicht bekommen.

Als Frau im gebärfähigen Alter müssen Sie vor Beginn und während der Therapie mit

Vinorelbin PhaRes

und bis zu 3 Monate danach sichere empfängnisverhütende Maßnahmen

treffen. Tritt während der Behandlung dennoch eine Schwangerschaft ein, informieren Sie

bitte sofort Ihren Arzt. Wenn Sie während der Therapie schwanger sind oder schwanger

werden, sollten Sie eine genetische Beratungsstelle aufsuchen. Vinorelbin PhaRes

kann

erbgutschädigend wirken, daher wird auch bei Kinderwunsch nach einer Therapie eine

genetische Beratung empfohlen.

Als Mann sollten Sie während der Behandlung mit Vinorelbin PhaRes

und im Zeitraum von

bis zu 6 Monaten nach Ende dieser Behandlung kein Kind zeugen. Da außerdem das Risiko

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besteht, dass die Behandlung mit Vinorelbin PhaRes

zur Unfruchtbarkeit des Mannes führen

kann, sollten Sie sich vor Behandlungsbeginn bezüglich der Einlagerung Ihres Spermas

beraten lassen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es liegen keine Erfahrungen hinsichtlich der Beeinträchtigung der Verkehrstüchtigkeit und

der Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen vor. Sie sollten jedoch auf keinen Fall fahren,

wenn Sie sich unwohl fühlen oder wenn Ihnen Ihr Arzt geraten hat, nicht zu fahren.

3.

Wie ist Vinorelbin PhaRes

anzuwenden?

Ihr Arzt entscheidet, wieviel Vinorelbin PhaRes

Sie erhalten.

Diese Dosierung richtet sich nach Ihrem allgemeinen gesundheitlichen Zustand sowie nach

der Begleitbehandlung Ihrer Krebserkrankung.

Die empfohlene Dosis beträgt 25 – 30 mg Vinorelbin/m

Körperoberfläche einmal

wöchentlich..

Wenn Sie unter schwerwiegenden Leberproblemen leiden, wird die Dosis verringert.

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion ist eine Dosisanpassung nicht erforderlich.

Die Sicherheit und Wirksamkeit bei Kindern wurde nicht untersucht.

Nach den klinischen Erfahrungen liegen keine Anhaltspunkte für signifikante Unterschiede

bei älteren Patienten im Hinblick auf die Ansprechrate vor; bei manchen dieser Patienten

kann allerdings eine höhere Empfindlichkeit nicht ausgeschlossen werden.

Das Pflegepersonal wird Ihre Körpergröße und Ihr Körpergewicht messen/wiegen und daraus

Ihre Körperoberfläche errechnen. Anhand dieses Wertes bestimmt Ihr Arzt die für Sie richtige

Dosis.

Vor der Verabreichung wird das Arzneimittel mit z.B. 9 mg/ml (0,9%) Natriumchloridlösung

oder 50 mg/ml (5%ig) Glukoselösung verdünnt.

Vinorelbin PhaRes wird immer intravenös (in eine Vene) und nach Verdünnung

verabreicht.

Dies kann durch eine Injektion über einen Zeitraum von 6 bis 10 Minuten nach

Verdünnung in 20 – 50 ml 9 mg/ml (0,9%) Natriumchloridlösung oder 50 mg/ml (5%ig)

Glukoselösung oder durch Infusion über einen Zeitraum von 20 bis 30 Minuten nach

Verdünnung mit 125 ml 9 mg/ml (0,9%) Natriumchloridlösung oder 50 mg/ml (5%ig)

Glukoselösung erfolgen. Es ist sehr wichtig sicherzustellen, dass die Kanüle sorgfältig in der

Vene platziert ist, bevor die Infusion begonnen wird. Gelangt Vinorelbin PhaRes

während der

Infusion in das umgebende Gewebe, kann es zu einer starken Reizung kommen. Nach Ende

der Injektion bzw. Infusion wird die Vene mit mindestens 250 ml 9 mg/ml (0,9%)

Natriumchloridlösung gespült.

Wenn Sie eine größere Menge von Vinorelbin PhaRes

angewendet haben als Sie sollten

Über versehentliche akute Überdosierung beim Menschen wurde berichtet. Es kommt dabei

zu einer verminderten bis fehlenden Bildung der Blutzellen in Verbindung mit Fieber und

Infektionen. Auch ein paralytischer Ileus (Darmverschluss) ist möglich.

Ihr Arzt wird sicherstellen, dass Sie die für Ihre Erkrankung richtige Dosis erhalten. Bitte

fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie Zweifel haben.

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Wenn Sie die Anwendung von Vinorelbin PhaRes abbrechen

Ihr Arzt wird entscheiden, wann Sie die Behandlung beenden sollten. Wenn Sie die

Behandlung jedoch früher unterbrechen wollen, sollten Sie sich mit Ihrem Arzt über andere

Optionen beraten.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an

Ihren Arzt oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht

bei jedem auftreten müssen.

Schwerwiegende Nebenwirkungen - wenn eine der folgenden Nebenwirkungen bei Ihnen

auftritt, berichten Sie bitte sofort Ihrem Arzt davon:

Anzeichen für eine erhebliche Infektion (wie Husten, Fieber, Schüttelfrost,

Halsschmerzen);

schwere Verstopfung, mit Bauchschmerzen aufgrund von mangelnder Darmentleerung

über mehrere Tage;

schwerer Schwindel und Benommenheit beim Aufstehen, es könnten Anzeichen für

starken Blutdruckabfall sein;

Auftreten von ungewöhnlichen, starken Brustschmerzen, Symptome die von Störungen

der Herzfunktion aufgrund von unzureichendem Blutfluss zum Herzen herrühren

(genannt ischämische Herzkrankheit);

Schwierigkeiten beim Atmen, Schwindel, niedriger Blutdruck, den ganzen Körper

betreffenden Ausschlag oder Anschwellen von Augenlidern, Lippen oder des Rachens,

die Anzeichen einer allergischen Reaktionen sein können..

Es handelt sich um schwerwiegende Nebenwirkungen. Es ist möglich, dass Sie dringend

medizinische Hilfe benötigen.

Andere Nebenwirkungen - wenn eine der folgenden Nebenwirkungen bei Ihnen auftritt,

berichten Sie Ihrem Arzt so bald wie möglich darüber:

Sehr häufige Nebenwirkungen

(können bei mehr als 1 Behandelten von 10 auftreten):

Abnahme der Anzahl der weißen Blutkörperchen (Neutropenie), was dazu führen kann,

dass Sie anfälliger für Infektionen werden;

Abnahme der Anzahl der roten Blutkörperchen (Anämie), was dazu führen kann, dass

Ihre Haut blass erscheint und Sie sich müde oder atemlos fühlen;

Neurologische Störungen, einschließlich Verlust der tiefen Sehnenreflexe; Schwäche in

den unteren Gliedmaßen;

Entzündung im Bereich von Mund und Rachen (Stomatitis);

Entzündung im Bereich der Speiseröhre (Ösophagitis);

Übelkeit und Erbrechen; eine Behandlung mit Arzneimitteln gegen Übelkeit und

Erbrechen kann das Auftreten reduzieren;

Verstopfung, die sich selten zu einem Darmverschluss (paralytischer Ileus) entwickeln

kann;

Von der Norm abweichende Ergebnisse bei Untersuchungen der Leberfunktion;

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Haarausfall, zumeist in leichter Ausprägung;

Schmerzen, Rötung, Farbveränderung oder Entzündung von Venen im Bereich der

Einstichstelle.

Häufige Nebenwirkungen

(können bei 1 bis 10 Behandelten von 100 auftreten):

Infektionen durch Bakterien, Pilze oder Viren in unterschiedlichen Bereichen des

Körpers (Atemwege, Harnwege, Magen-Darm-Trakt, etc.);

Abnahme der als Blutplättchen bezeichneten Blutzellen (Thrombozytopenie), was zu

einem erhöhten Risiko für das Auftreten von Blutungen und Blutergüssen führen kann;

Durchfall in gewöhnlich milder bis mäßiger Ausprägung;

Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen, Kieferschmerzen;

Anstieg der Kreatinin-Konzentration (Veränderung der Nierenfunktion);

Ungewöhnliche körperliche Schwäche, Müdigkeit, Fieber, Schmerzen an verschiedenen

Stellen, einschließlich Schmerzen im Brustbereich und Tumorschmerzen.

Gelegentliche Nebenwirkungen

(können bei 1 bis 10 Behandelten von 1.000 auftreten):

Schwere Infektionen, die zum Tod führen können;

Stark veränderte Berührungsempfindungen (Taubheitsgefühl, Prickeln oder Kribbeln),

Erhebliche Probleme mit den Körperbewegungen (erhöhte oder erniedrigte

Muskelspannung);

Hoher oder niedriger Blutdruck, mit Symptomen wie Kopfschmerzen;

Plötzliches Gefühl der Hitze und Hautrötung im Bereich des Kopfes und des Halses;

Kältegefühl an den Händen und Füßen;

Kurzatmigkeit, Krämpfe der Bronchialmuskulatur;

Schwere Durchfälle.

Seltene Nebenwirkungen

(können bei 1 bis 10 Behandelten von 10.000 auftreten):

Allergische Reaktionen bis hin zum Kreislaufversagen;

Gewebeschwellung (Angioödem);

Niedriger Natriumspiegel im Blut (kann möglicherweise Müdigkeit, Verwirrtheit,

Muskelzuckungen und Bewusstlosigkeit verursachen);

Starke Brustschmerzen, Herzinfarkt (Ischämische Herzerkrankung, Angina pectoris,

Myokardinfarkt, manchmal tödlich); reversible Veränderungen im EKG;

Starker Blutdruckabfall und Kollaps;

Entzündung von Lungengewebe, die mit Atemnot und trockenem Husten einhergeht

(interstitielle Lungenerkrankung) und manchmal auch zum Tod führen kann;

Darmverschluss;

Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis), die mit Bauchschmerzen einhergeht;

Hautreaktionen (Ausschlag, Juckreiz, Nesselsucht), die sich auf den Körper ausbreiten);

Absterben von Gewebe im Bereich der Einstichstelle (Nekrose).

Sehr seltene Nebenwirkungen

(können bei weniger als 1 Behandelten von 10.000 auftreten):

Komplizierte Sepsis mit möglicherweise tödlichem Verlauf;

Herzerkrankung (Herzklopfen, beschleunigter Herzschlag, Herzrhythmusstörungen).

Häufigkeit nicht bekannt

(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht

abschätzbar):

Aufgrund der Abnahme der weißen Blutkörperchen verursachte Blutvergiftung;

Abnahme der Anzahl der weißen Blutkörperchen (Neutropenie), welche zu Fieber führt;

Mangel an allen drei an der Blutbildung beteiligten Blutzellen (rote, weiße

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Blutkörperchen und Blutplättchen);

Syndrom der inadäquaten Ausschüttung des antidiuretischen Hormons (SIADH). Dieses

Syndrom kann zum Beispiel mit den folgenden Beschwerden verbunden sein:

Gewichtzunahme, Übelkeit, Muskelkrämpfe, Verwirrtheit, Krämpfe;

Appetitlosigkeit;

Akute Atemstörung (respiratorische Insuffizienz) mit Todesfolge bei vorausgegangener

Bestrahlungstherapie;

Hand-Fuß-Syndrom (schmerzhafte Schwellung und Hautrötungen an Händen und

Füßen);

Nierenversagen.

Veränderungen im Blut können ebenfalls auftreten. Ihr Arzt wird veranlassen, dass bei Ihnen

Bluttests durchgeführt werden, um diese Veränderungen zu beobachten.. Es kann sich dabei

um eine Abnahme der weißen Blutkörperchen, der roten Blutkörperchen (Anämie) und/oder

der Blutplättchen; um Veränderungen der Leber- und Nierenfunktion oder Veränderung der

Konzentrationen bestimmter Salze in Ihrem Körper handeln.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies

gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und

Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn,

Website: http://www.bfarm.de anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie

dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur

Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Vinorelbin PhaRes aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton nach "Verwendbar bis"

angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den

letzten Tag des angegebenen Monats.

Im Kühlschrank lagern (2-8°C). Die Durchstechflasche im Umkarton aufbewahren, um den

Inhalt vor Licht zu schützen.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nicht verwenden, wenn Sie Folgendes bemerken:

Die Lösung ist nicht klar und farblos bis hellgelb und/oder enthält Partikel.

Nach Anbruch ist der Rest des Arzneimittels vom medizinischen Personal zu verwerfen.

Haltbarkeit nach Herstellung der gebrauchsfertigen Zubereitung:

Die chemische und physikalische Stabilität der gebrauchsfertigen Lösung wurde für 24

Stunden bei 25°C nachgewiesen. Aus mikrobiologischer Sicht sollte das gebrauchsfertige

Arzneimittel sofort nach dem Verdünnen verwendet werden. Falls es nicht sofort verwendet

wird, ist der Anwender für die Aufbewahrungsdauer und -bedingungen vor der Verwendung

verantwortlich. Die Aufbewahrungsdauer sollte normalerweise nicht mehr als 24 Stunden bei

2-8°C betragen, es sei denn, die Herstellung der Lösung erfolgte unter kontrollierten und

validierten aseptischen Bedingungen.

Seite

Entsorgen Sie dieses Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren

Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie

tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Vinorelbin PhaRes

enthält

Der Wirkstoff ist Vinorelbinbis[(

R,R

)-tartrat].

Jede 1-ml-Durchstechflasche enthält 13,85 mg Vinorelbinbis[(R,R)-tartrat] entsprechend

10 mg Vinorelbin.

Jede 5-ml-Durchstechflasche enthält 69,25 mg Vinorelbinbis[(R,R)-tartrat] entsprechend

50 mg Vinorelbin.

Der sonstige Bestandteil ist Wasser für Injektionszwecke.

Wie Vinorelbin PhaRes

aussieht und Inhalt der Packung

Vinorelbin PhaRes

ist eine klare, farblose bis hellgelbe Lösung ohne sichtbare Partikel.

Vinorelbin PhaRes

ist abgepackt in Durchstechflaschen aus Klarglas (Typ I) mit grauem

Elastomerstopfen, verschlossen mit blauen Aluminiumkappen.

Packungsgrößen:

Packung mit 1 Durchstechflasche zu 1 ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Packung mit 1 Durchstechflasche zu 5 ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Pharmazeutischer Unternehmer:

Pharma Resources GmbH

HefeHof 26

31785 Hameln

Deutschland

Tel.: 05151 609960

Fax.: 05151 6099630

Hersteller:

Thymoorgan Pharmazie GmbH

Schiffgraben 23

38690 Vienenburg

Deutschland

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im April 2015

Die folgenden Informationen sind für medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur

Handhabung

Die Zubereitung von Injektions- oder Infusionslösungen zytotoxischer Arzneimittel muss

durch speziell ausgebildetes Personal mit Kenntnis der verwendeten Arzneimittel erfolgen,

Seite

unter Bedingungen, die den Schutz der Umgebung und insbesondere den Schutz des damit

befassten Personals gewährleistet. Dies erfordert das Vorhandensein eines für diese Zwecke

vorgesehenen Arbeitsplatzes. Es ist verboten, in diesem Bereich zu rauchen, zu essen oder zu

trinken.

Dem Personal muss geeignetes Arbeitsmaterial zur Verfügung gestellt werden, insbesondere

langärmelige Kittel, Schutzmasken, Kopfbedeckungen, Schutzbrillen, sterile Einmal-

Handschuhe, Schutzabdeckung für den Arbeitsplatz, Behälter und Sammelbehältnisse für

Abfall.

Spritzen und Infusionssets sind vorsichtig aufzubewahren, um ein Auslaufen zu vermeiden.

Verschüttete oder ausgelaufene Flüssigkeit muss aufgewischt werden.

Vorsichtsmaßnahmen müssen ergriffen werden, um eine Exposition des Personals in der

Schwangerschaft zu vermeiden.

Jeglicher Augenkontakt muss streng vermieden werden. Nach Augenkontakt ist sofort eine

gründliche Spülung mit 9 mg/ml (0.9%) Natriumchloridlösung vorzunehmen. Im Falle von

Reizungen sollte ein Augenarzt aufgesucht werden. Im Falle eines Hautkontaktes, ist sofort

sorgfältig mit Wasser zu spülen.

Nach der Fertigstellung muss jede exponierte Stelle gründlich gereinigt sowie Hände und

Gesicht gewaschen werden.

Vinorelbin kann als langsamer Bolus (6 – 10 min) nach Verdünnung in 20 – 50 ml 9 mg/ml

(0.9%) Natriumchloridlösung oder 50 mg/ml (5 %) Glukoselösung oder als Kurzinfusion (20

– 30 min) nach Verdünnung mit 125 ml Natriumchlorid 9 mg/ml (0.9%) Lösung oder 50

mg/ml (5 %) Glukoselösung gegeben werden. Im Anschluss an die Gabe sollte immer eine

Infusion mit mindestens 250 ml Natriumchlorid 9 mg/ml (0.9%) Lösung durchgeführt

werden, um die Vene zu spülen.

Vinorelbin darf nur intravenös angewendet werden. Es ist sehr wichtig sicherzustellen, dass

die Kanüle sorgfältig in der Vene platziert ist, bevor die Infusion begonnen wird. Gelangt

Vinorelbin während der Infusion in das umgebende Gewebe, kann es zu einer starken

Reizung kommen. In diesem Fall ist die Infusion zu unterbrechen, die Vene mit 9 mg/ml

(0.9%) Natriumchloridlösung zu spülen und die verbleibende Dosis über eine andere Vene zu

verabreichen. Im Falle einer Extravasation, können Glucocorticoide intravenös gegeben

werden, um das Risiko einer Phlebitis zu verringern.

Exkremente und Erbrochenes müssen mit Vorsicht behandelt werden.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den lokalen

Anforderungen zu beseitigen.

Inkompatibilität

Vinorelbin PhaRes

darf nicht mit alkalischen Lösungen verdünnt werden (Risiko der

Ausfällung).

Vinorelbin PhaRes

sollte nur mit 9 mg/ml (0,9%) Natriumchloridlösung oder 50 mg/ml (5%)

Glukoselösung gemischt werden.

Überdosierung

Da es kein spezifisches Antidot für eine Überdosierung mit Vinorelbin gibt, sind im Falle

einer Überdosierung symptomatische Maßnahmen notwendig. Zu diesen Maßnahmen zählen:

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Fortlaufende Kontrolle der Vitalzeichen und besonders sorgfältige Überwachung des

Patienten;

Tägliches Blutbild, um die Notwendigkeit von Bluttransfusionen, der Gabe von

Wachstumsfaktoren bzw. eine intensivmedizinischen Versorgung rechtzeitig erkennen

und das Infektionsrisiko einschätzen zu können;

Maßnahmen zur Vorbeugung eines paralytischen Ileus;

Überwachung des Herz-Kreislauf-Systems und der Leberfunktion.

Infektionsbedingte Komplikationen können mit Breitbandantibiotika behandelt werden, ein

paralytischer Ileus durch Dekompression über eine Sonde.

Weitere Informationen zu diesem Arzneimittel finden Sie in der Fachinformation

Seite

FACHINFORMATION

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Vinorelbin PhaRes

10 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Vinorelbin (als Vinorelbinbis[(R,R)-tartrate]).

1 ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung enthält 13,85 mg Vinorelbinbis[(R,R)-

tartrat] entsprechend 10 mg Vinorelbin.

5 ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung enthalten 69,25 mg

Vinorelbinbis[(R,R)-tartrat] entsprechend 50 mg Vinorelbin.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe, Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Klare, farblose bis hellgelbe Lösung

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Behandlung

des nicht kleinzelligen Bronchialkarzinoms (Stadium 3 oder 4).

als Monotherapie bei Patientinnen mit metastasierendem Brustkrebs (Stadium 4), bei

denen eine Behandlung mit einer anthrazyklin- und taxanhaltigen Chemotherapie

versagt hat oder nicht angezeigt ist.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Erwachsene

Bei Monotherapie beträgt die normale Dosis 25-30 mg/m

Körperoberfläche (KOF)

Vinorelbin einmal wöchentlich.

Bei Kombinationen mit anderen Zytostatika kann die übliche Dosis (25-30 mg/m

KOF)

normalerweise beibehalten werden, während die Häufigkeit der Behandlung hingegen

reduziert wird, z.B. Tag 1 und 5 jede dritte Woche oder Tag 1 und 8 jede dritte Woche

entsprechend den Behandlungsprotokollen, die sich in der Therapie der Erkrankung als

wirksam erwiesen haben.

Dosierungsänderungen

Die Behandlung ist unter engmaschiger hämatologischer Kontrolle durchzuführen.

Gegebenenfalls kann eine toxizitätsbedingte Modifizierung der Dosis notwendig sein (siehe

Abschnitt 4.4).

Dauer der Anwendung

Seite

Die Behandlungsdauer wird vom Arzt festgelegt und richtet sich nach dem Zustand des

Patienten und nach dem gewählten Therapieschema.

Anwendung bei älteren Patienten

Nach den klinischen Erfahrungen liegen keine Anhaltspunkte für signifikante Unterschiede

bei älteren Patienten im Hinblick auf die Ansprechrate vor; bei manchen dieser Patienten

kann allerdings eine höhere Empfindlichkeit nicht ausgeschlossen werden. Altersbedingte

Änderungen der Pharmakokinetik von Vinorelbin sind nicht bekannt (siehe Abschnitt 5.2).

Anwendung bei Patienten mit Leberinsuffizienz

Die Pharmakokinetik von Vinorelbin ist bei Patienten mit moderater oder schwerer

Leberinsuffizienz unverändert. Nichtsdestotrotz werden bei Patienten mit schwerer

Leberinsuffizienz eine reduzierte Dosis von 20 mg/m

KOF sowie engmaschige

hämatologische Kontrollen empfohlen (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2).

Anwendung bei Patienten mit Niereninsuffizienz

Aufgrund der lediglich geringfügigen renalen Ausscheidung besteht bei Patienten mit

Niereninsuffizienz keine pharmakokinetisch begründete Notwendigkeit für eine Reduktion

der Vinorelbindosis (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2).

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit bei Kindern ist nicht belegt. Die Anwendung bei Kindern

wird daher nicht empfohlen.

Art der Anwendung

Streng intravenöse (i.v.) Anwendung nach vorheriger Verdünnung.

Eine intrathekale Gabe kann tödlich sein.

Hinweise für die Anwendung und Handhabung: siehe Abschnitt 6.6.

Verdünnungsvorschrift

Vinorelbin PhaRes kann als langsamer Bolus (6-10 Minuten) nach Verdünnung in 20-50 ml

9 mg/ml (0.9%) Natriumchloridlösung oder 50 mg/ml (5 %) Glukoselösung oder als

Kurzinfusion (20 – 30 min) nach Verdünnung mit 125 ml Natriumchlorid 9 mg/ml (0.9%)

Lösung oder Glukose 50 mg/ml (5%) Lösung gegeben werden. Im Anschluss an die Gabe

sollte immer eine Infusion mit mindestens 250 ml Natriumchlorid 9 mg/ml (0.9%) Lösung

durchgeführt werden, um die Vene zu spülen.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen Vinorelbin, andere Vinca-Alkaloide oder einen der in

Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.

Frauen im gebärfähigen Alter, die keine sicheren Verhütungsmaßnahmen verwenden

(siehe Abschnitt 4.4 und 4.6).

Stillen (siehe Abschnitt 4.6).

Schwere Infektionen (akut oder innerhalb der letzten 14 Tage).

Neutropenie (<1500/mm

) oder Thrombozytopenie (<100 000/mm

In Kombination mit Gelbfieberimpfstoffen (siehe Abschnitt 4.5).

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Warnhinweise

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Ausschließlich zur intravenösen Anwendung. Eine intrathekale Gabe kann tödlich sein.

Vinorelbin sollte nur von einem Arzt verordnet werden, der über Erfahrungen in der

Chemotherapie verfügt.

Da die Knochenmarkdepression das mit der Gabe von Vinorelbin verbundene Hauptrisiko ist,

sind bei der Behandlung engmaschige hämatologische Kontrollen notwendig (Bestimmung

des Hämoglobingehaltes sowie der Anzahl von Leukozyten, Neutrophilen und Thrombozyten

vor jeder neuen Verabreichung). Der dosisbegrenzende toxische Effekt ist meistens eine

Neutropenie.

Dieser Effekt ist nicht kumulativ, hat seine stärkste Ausprägung zwischen dem 7. und 14. Tag

nach Anwendung und ist schnell reversibel innerhalb von 5-7 Tagen.

Bei einer Neutropenie (<1500/mm

) und/oder einer Thrombozytopenie (<100.000/mm

) ist

mit der Behandlung bis zur Erholung zu warten (Anzahl der Neutrophilen >1500/mm

der Thrombozyten >100.000/mm

Bei einer gleichzeitigen Radiatio des Beckens, der Wirbelsäule oder der Röhrenknochen bei

Vinorelbin-Gabe ist mit erhöhter Myelotoxizität zu rechnen. Gleiches gilt auch für eine

vorhergehende Bestrahlungsbehandlung (<3 Wochen) der genannten Regionen.

Zeigt der Patient Zeichen einer Infektion, soll eine sofortige Untersuchung erfolgen.

Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Besondere Vorsicht ist geboten bei Patienten mit ischämischen Herzerkrankungen in der

Vorgeschichte (siehe Abschnitt 4.8).

Zur Vermeidung des Risikos von Bronchospasmen und Dyspnoe ist, speziell bei der

Kombinationsbehandlung mit Mitomycin C, eine entsprechende Prophylaxe in Betracht zu

ziehen. Ambulant therapierte Patienten müssen dahingehend unterrichtet werden, bei Atemnot

einen Arzt zu rufen.

Bei Patienten mit einer mittelgradigen bis schweren Leberinsuffizienz ändert sich die

Pharmakokinetik von Vinorelbin nicht. Für Dosisanpassungen bei diesen speziellen

Patientengruppen siehe Abschnitt 4.2.

Eine Änderung der Dosis bei eingeschränkter Nierenfunktion ist aus pharmakokinetischer

Sicht nicht erforderlich, da Vinorelbin nur zu einem geringen Teil über die Nieren

ausgeschieden wird. Siehe Abschnitt 4.2.

Eine Behandlung mit Vinorelbin soll nicht gleichzeitig mit einer Strahlentherapie

durchgeführt werden, wenn die Leber im bestrahlten Feld liegt.

Dieses Präparat ist speziell bei gleichzeitiger Anwendung von Gelbfieber-Impfstoff

kontraindiziert. Die gleichzeitige Anwendung mit anderen attenuierten Lebendimpfstoffen

wird nicht empfohlen.

Vorsicht ist geboten bei der Kombination von Vinorelbin mit starken Hemmstoffen oder

Induktoren von CYP3A4 (siehe Abschnitt 4.5). Von der Kombination mit Phenytoin wird

(wie bei allen Zytostatika) ebenso abgeraten wie von der Kombination mit Itraconazol (wie

bei allen Vinca-Alkaloiden).

Seite

Jeglicher Augenkontakt ist unbedingt zu vermeiden: Wenn das Arzneimittel unter Druck

versprüht wird, besteht die Gefahr schwerer Augenreizungen bis hin zu Hornhautulzerationen.

Bei jeglichem Augenkontakt ist das betroffene Auge unverzüglich mit Natriumchlorid

9 mg/ml (0,9%) Lösung auszuwaschen.

Neurologische Untersuchungen (ggf. auch EMG-Kontrollen) sind bei andauernder

Behandlung mit Vinorelbin bzw. bei Patienten mit erhöhtem Risiko vorzunehmen.

Nach Normalisierung der Darmtätigkeit nach dem Auftreten eines paralytischen Ileus kann

die Behandlung fortgesetzt werden.

Eine antiemetische Therapie wird aufgrund des sehr häufigen Auftretens von Übelkeit und

Erbrechen empfohlen.

Bei japanischen Populationen wurde häufiger von interstitiellen Lungenerkrankungen

berichtet. Diese spezifische Bevölkerung sollte mit besonderer Aufmerksamkeit beobachtet

werden.

Informationen zu Schwangerschaft, Stillzeit und Fertilität siehe Abschnitt 4.6.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Wechselwirkungen, die bei allen zytotoxischen Arzneimitteln auftreten können

Da das Thromboserisiko bei Tumorerkrankungen ansteigt, werden häufig

Blutgerinnungshemmer zur Behandlung eingesetzt. Aufgrund der hohen intraindividuellen

Variabilität der Blutgerinnung während des Krankheitsverlaufs und aufgrund einer möglichen

Wechselwirkung von oralen Blutgerinnungshemmern mit der Chemotherapie muss, im Falle

einer Behandlung des Patienten mit oralen Blutgerinnungshemmern, die Häufigkeit der

Kontrolle des INR-Werts (International Normalized Ratio) erhöht werden.

- Gleichzeitige Anwendung kontraindiziert:

Die gleichzeitige Anwendung von Gelbfieber-Impfstoff ist kontraindiziert, da das Risiko

einer tödlich verlaufenden Impfkrankheit besteht (siehe Abschnitt 4.3).

- Gleichzeitige Anwendung nicht empfohlen:

Attenuierte Lebendimpfstoffe: Nicht empfehlenswert ist die gleichzeitige Anwendung von

attenuierten Lebendimpfstoffen (für Gelbfieber-Impfstoff ist die gleichzeitige Anwendung

kontraindiziert), da das Risiko einer möglicherweise tödlich verlaufenden Impfkrankheit

besteht. Das Risiko ist bei Patienten erhöht, die aufgrund der Grunderkrankung

immungeschwächt sind. Es wird empfohlen in diesem Fall, soweit vorhanden (Poliomyelitis),

einen inaktivierten Impfstoff zu verwenden (siehe auch Abschnitt 4.4).

Phenytoin: Es besteht das Risiko einer erneuten Verschlimmerung der Konvulsionen, da die

Absorption des Phenytoins durch das zytotoxische Arzneimittel vermindert wird. Zudem

besteht das Risiko eines Wirksamkeitsverlustes des zytotoxischen Arzneimittels, da der

hepatische Metabolismus durch Phenytoin gesteigert wird.

- Gleichzeitige Anwendung sorgfältig abwägen:

Die gleichzeitige Verwendung von Ciclosporin sowie Tacrolimus muss sorgfältig abgewogen

werden, da es zu einer exzessiven Immundepression mit dem Risiko einer

Lymphoproliferation kommen kann.

Seite

Wechselwirkungen, die spezifisch bei Vinca-Alkaloiden auftreten können:

- Gleichzeitige Anwendung nicht empfohlen:

Nicht empfehlenswert ist die gleichzeitige Anwendung von Itraconazol, da die Neurotoxizität

der Vinca-Alkaloide aufgrund ihres verlangsamten hepatischen Metabolismus ansteigt.

- Gleichzeitige Anwendung sorgfältig abwägen:

Die gleichzeitige Verwendung von Mitomycin C muss sorgfältig abgewogen werden, da das

Risiko des Auftretens von Dyspnoe und Bronchospasmen steigt. In seltenen Fällen wurde das

Auftreten einer interstitiellen Pneumonie beobachtet.

Vinca-Alkaloide sind Substrate des P-Glycoproteins. Obwohl hierzu keine spezifischen

Studien vorliegen, sollte bei gleichzeitiger Anwendung von Vinorelbin PhaRes und starken

Modulatoren dieses Membrantransporters (z.B. Ritonavir, Clarithromycin, Cyclosporin,

Verapamil, Chinidin, oder die u.a. CYP3A4-Induktoren) Vorsicht geübt werden.

Wechselwirkungen, die spezifisch bei Vinorelbin auftreten können:

Wird Vinorelbin mit anderen Substanzen mit bekannter Knochenmarktoxizität

kombiniert, muss mit einer Verstärkung der myelosuppressiven Wirkung gerechnet

werden.

CYP3A4 ist das wichtigste am Abbau von Vinorelbin beteiligte Enzym und die

Kombination mit einem Wirkstoff, der dieses Iso-Enzym induziert (wie Phenytoin,

Phenobarbital, Rifampicin, Carbamazepin, Hypericum perforatum) oder hemmt (wie

Itraconazol, Ketoconazol, HIV-Protease-Inhibitoren, Erythromycin, Clarithromycin,

Telithromyin, Nefazodon) kann die Konzentration von Vinorelbin im Blut

beeinflussen (siehe Abschnitt 4.4).

Die Kombination von Vinorelbin und Cisplatin über mehrere Behandlungszyklen

zeigt keine pharmakokinetischen Wechselwirkungen. Allerdings ist die Inzidenz einer

Granulozytopenie bei kombinierter Anwendung von Cisplatin und Vinorelbin höher

als bei einer Monotherapie mit Vinorelbin.

In einer klinischen Phase-I-Studie mit intravenösem Vinorelbin in Verbindung mit

Lapatinib zeigte sich eine erhöhte Inzidenz für Grad 3/4 Neutropenie. In dieser Studie

war die empfohlene Dosis der intravenösen Form von Vinorelbin in einem 3-

Wochenplan an Tag 1 und Tag 8 22,5 mg/m

, wenn sie mit täglich 1000 mg Lapatinib

kombiniert wurde. Diese Art der Kombination sollte mit Vorsicht verabreicht werden.

Es gibt Hinweise, dass die 5-Fluorouracil induzierte Mukosatoxizität durch Vinorelbin

verstärkt werden kann; insbesondere, wenn 5-Fluorouracil in hohen Dosen und als

Dauerinfusion in Kombination mit Folinsäure angewendet wird. Die Kombination von

hochdosiertem Vinorelbin mit Mitomycin C scheint in Einzelfällen zu Zeichen einer

erhöhten Lungentoxizität (Bronchospasmen, Dyspnoe) zu führen, wofür eine

allergische Genese diskutiert wird. Da Mitomycin C auch die potentielle

Lungentoxizität anderer Vinca-Alkaloide gelegentlich verstärkt, ist bei gleichzeitiger

Anwendung von Vinorelbin und Mitomycin C bei Patienten mit allergischer

Prädisposition (Asthma bronchiale, bekannte Allergien) eine besondere Vorsicht

geboten.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Seite

Schwangerschaft

Es liegen keine hinreichenden Daten über die Anwendung von Vinorelbin bei Schwangeren

vor. In Reproduktionsstudien an Tieren erwies sich Vinorelbin als embryo- und fetoletal

sowie als teratogen (siehe Abschnitt 5.3). Auf Grundlage der Ergebnisse aus Tierstudien und

der pharmakologischen Wirkung des Arzneimittels besteht das mögliche Risiko von

embryonalen und fetalen Missbildungen.

Vinorelbin sollte daher nicht während der Schwangerschaft angewendet werden, es sei denn,

der individuell erwartete Nutzen überwiegt das mögliche Risiko. Falls eine Schwangerschaft

während der Behandlung auftritt, sollte die Patientin über das Risiko für das ungeborene Kind

aufgeklärt und sorgfältig überwacht werden.

Die Möglichkeit einer genetischen Beratung sollte erwogen werden.

Frauen im gebärfähigen Alter

Frauen im gebärfähigen Alter müssen vor Beginn sowie während der Therapie mit Vinorelbin

und bis 3 Monate danach eine sichere Kontrazeption durchzuführen.

Vinorelbin ist genotoxisch, daher wird auch bei Kinderwunsch nach einer Therapie eine

genetische Beratung empfohlen.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Vinorelbin in die Muttermilch übergeht. In tierexperimentellen

Studien wurde der Übergang von Vinorelbin in die Muttermilch nicht untersucht. Da ein

Risiko für den Säugling nicht ausgeschlossen werden kann, muss vor Beginn der Behandlung

mit Vinorelbin abgestillt werden (siehe Abschnitt 4.3).

Fertilität

Männern, die mit Vinorelbin behandelt werden, wird empfohlen, während der Behandlung

und bis zu 6 Monate danach kein Kind zu zeugen und sich vor Therapiebeginn, wegen einer

möglichen irreversiblen Infertilität durch die Therapie mit Vinorelbin, über die Möglichkeit

einer Spermakonservierung beraten zu lassen.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Es wurden keine Untersuchungen zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die

Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen durchgeführt. In Anbetracht des

Nebenwirkungsprofils von Vinorelbin wird empfohlen, unter der Behandlung mit dieser

Substanz entsprechende Vorsicht im Straßenverkehr und beim Bedienen von Maschinen

walten zu lassen.

4.8

Nebenwirkungen

Die beobachteten Nebenwirkungen sind nachfolgend nach Systemorganklassen und

Häufigkeit gemäß MedDRA-Konvention aufgeführt.

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zu Grunde

gelegt:

Sehr häufig (≥1/10)

Häufig (≥1/100 bis <1/10)

Gelegentlich (≥1/1.000 bis <1/100)

Selten (≥1/10.000 bis <1/1.000)

Sehr selten (<1/10.000)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Seite

Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen sind Knochenmarkdepression mit

Neutropenie, Anämie, neurologische Störungen, gastrointestinale Toxizität mit Übelkeit,

Erbrechen, Stomatitis und Obstipation, vorübergehende Anstiege von Leberwerten, Alopezie

und lokale Phlebitis.

Weitere Nebenwirkungen aus den Postmarketing-Erfahrungen werden nach der MedDRA-

Klassifikation mit der Häufigkeitsangabe „nicht bekannt“ zusätzlich aufgeführt.

Detaillierte Angaben zu den Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen werden nach der WHO-Klassifikation eingestuft (Grad 1=G1; Grad

2=G2; Grad 3=G3; Grad 4=G4; Grad 1-4=G1-4; Grad 1-2=G1-2; Grad 3-4=G3-4).

Infektionen und parasitäre

Erkrankungen

Häufig:

Virale, bakterielle, oder Pilz-Infektionen an unterschiedlichen

Stellen (Respirations-, Harnwegs-, GI Trakt u.a.) in leichter bis

mäßiger Ausprägung und bei entsprechender Behandlung

gewöhnlich reversibel.

Gelegentlich:

Schwere Sepsis mit Organversagen und

Septikämie.

Sehr selten:

Komplizierte Septikämie mit möglicherweise tödlichem

Verlauf.

Nicht bekannt:

Neutropenische Sepsis.

Erkrankungen des Blutes

und des Lymphsystems

Sehr häufig:

Knochenmarkdepression, die hauptsächlich zu einer

Neutropenie (G3: 24,3 % und G4: 27,8 % bei Monotherapie)

führt und welche innerhalb von 5-7 Tagen reversibel und nicht

kumulativ ist.

Anämie (G3-4: 7,4 % bei Monotherapie).

Häufig:

Thrombozytopenie (G3-4: 2,5 %) kann vorkommen, ist aber

selten schwer ausgeprägt.

Nicht bekannt:

Febrile Neutropenie,

Panzytopenie.

Erkrankungen des

Immunsystems

Selten:

Systemische allergische Reaktionen wie anaphylaktischer

Schock, Anaphylaxie, Angioödem oder anaphylaktoide

Reaktionen.

Endokrine Erkrankungen

Nicht bekannt:

Seite

Syndrom der gestörten ADH-Sekretion (SIADH).

Stoffwechsel- und

Ernährungsstörungen

Selten:

Schwere Hyponatriämie.

Nicht bekannt:

Anorexie (G1-2: 14%, G3: 1%).

Erkrankungen des

Nervensystems

Sehr häufig:

Neurologische Störungen (G3-4: 2,7%), einschließlich Verlust

der tiefen Sehnenreflexe.

Schwäche in den unteren Extremitäten wurde nach längerer

Anwendung berichtet.

Gelegentlich:

Schwere Parästhesien mit sensorischen und motorischen

Symptomen, die jedoch meist reversibel sind.

Herzerkrankungen

Selten:

Kardiale Ischämien (Angina pectoris, Myokardinfarkt,

manchmal tödlich). Reversible Veränderungen des

Elektrokardiogramms.

Sehr Selten:

Tachykardie, Palpitation und Herzrhythmusstörungen.

Gefäßerkrankungen

Gelegentlich:

Hypotonie, Hypertonie, Flush und Kälte der Extremitäten.

Selten:

Schwere Hypotonie, Kollaps.

Erkrankungen der

Atemwege, des Brustraums

und Mediastinums

Gelegentlich:

Dyspnoe und Bronchospasmen, können in Verbindung mit der

Vinorelbin Behandlung, wie auch bei einer Therapie mit

anderen Vinca-Alkaloiden auftreten.

Selten:

Interstitielle Lungenerkrankung, laut Berichten manchmal

tödlich.

Nicht bekannt:

Respiratorische Insuffizienz mit Todesfolge bei

vorausgegangener Bestrahlungstherapie.

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig:

Ösophagitis, Stomatitis (G1-4: 15% bei Monotherapie).

Übelkeit und Erbrechen (G1-2: 30,4%, G3-4: 2,2% bei

Monotherapie); eine antiemetische Therapie kann das

Auftreten von Übelkeit und Erbrechen reduzieren.

Obstipation (G3-4: 2,7% bei Monotherapie; G3-4: 4,1% bei

Kombination mit anderen Chemotherapeutika), die sich

Seite

gelegentlich zu einem paralytischen Ileus entwickelt.

Häufig:

Diarrhöe in gewöhnlich milder bis mäßiger Ausprägung.

Gelegentlich:

Schwere Diarrhöe.

Selten:

Paralytischer Ileus; nach Normalisierung der Darmtätigkeit

kann die Behandlung fortgesetzt werden.

Pankreatitis.

Leber- und

Gallenerkrankungen

Sehr häufig:

Vorübergehende Erhöhung der Leberwerte (G1-2) ohne

klinische Symptome (SGOT: 27,6%; SGPT: 29,3%).

Erkankungen der Haut und

des Unterhautzellgewebes

Sehr häufig:

Alopezie, zumeist in leichter Ausprägung (G3-4: 4,1% bei

Monotherapie).

Selten:

Generalisierte Hautreaktionen wie Ausschlag, Pruritus,

Urtikaria..

Nicht bekannt:

Palmoplantares Erythrodysästhesie-Syndrom.

Skelettmuskulatur-,

Bindegewebs- und

Knochenerkrankungen

Häufig:

Myalgien, Arthralgien einschließlich Kieferschmerzen .

Erkrankungen

Nieren

und Harnwege

Häufig:

Anstieg des Kreatinins.

Nicht bekannt:

Nierenversagen.

Allgemeine Erkrankungen

und Beschwerden am

Verabreichungsort

Sehr häufig:

Venenreizung, Reaktionen an der Injektionsstelle wie

Erytheme, brennende Schmerzen, Verfärbung der Vene, lokale

Phlebitis (G3-4: 3,7% unter Monotherapie).

Häufig:

Asthenie, Müdigkeit, Fieber, Schmerzen an verschiedenen

Stellen einschließlich thorakaler und Tumorschmerzen.

Selten:

Lokale Nekrose. Durch exaktes Positionieren der

Injektionsnadel und gute Nachspülung der Vene kann diese

Wirkung begrenzt werden. Gelegentlich kann es erforderlich

sein, einen zentral venösen Zugang zu legen.

Seite

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer

Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-

Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden

Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte,

Abt.: Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3, D-53175 Bonn, Website:

www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Überdosierungen können eine schwere Knochenmarkdepression mit Fieber und Infektionen

hervorrufen; ebenso wurde über paralytischen Ileus berichtet.

Da es kein spezifisches Antidot für eine Überdosierung mit Vinorelbin gibt, sind im Falle

einer Überdosierung symptomatische Maßnahmen notwendig. Zu diesen Maßnahmen zählen:

Fortlaufende Kontrolle der Vitalzeichen und besonders sorgfältige Überwachung des

Patienten;

Tägliches Blutbild, um die Notwendigkeit von Bluttransfusionen, der Gabe von

Wachstumsfaktoren bzw. eine intensivmedizinischen Versorgung rechtzeitig erkennen

und das Infektionsrisiko einschätzen zu können;

Maßnahmen zur Vorbeugung eines paralytischen Ileus;

Überwachung des Kreislaufsystems und der Leberfunktion.

Infektionsbedingte Komplikationen können mit Breitbandantibiotika behandelt werden, ein

paralytischer Ileus durch Dekompression über eine Sonde.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antineoplastische Mittel (Vinka-Alkaloide und Analoga)

ATC-Code: L01CA04

Vinorelbinbis[(R,R)-tartrat] bzw. Vinorelbin ist eine antineoplastische Substanz aus der

Gruppe der Vinca-Alkaloide. Vinorelbin unterscheidet sich von den anderen Vertretern dieser

Substanzgruppe durch einen strukturell veränderten Catharantin-Anteil im Molekül.

Vinorelbin wirkt auf das Tubulin-Mikrotubulussystem der Zelle. Es verhindert die

Polymerisation von Tubulin, wobei es sich vorzugsweise an mitotische Mikrotubuli anlagert.

Axonale Mikrotubuli werden nur bei hohen Wirkstoffkonzentrationen beeinflusst. Der zu

einer Spiralisierung von Tubulin führende Effekt ist bei Vinorelbin geringer ausgeprägt als

bei Vincristin. Vinorelbin führt zu einer Blockierung der Mitose in der G2- und M-Phase,

wobei es in der Interphase oder der darauf folgenden Mitosephase zum Zelltod kommt.

Kinder

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Vinorelbin PhaRes bei pädiatrischen Patienten ist nicht

belegt.

Klinische Daten von zwei einarmigen Phase-II-Studien, in denen Vinorelbin in intravenöser

Form bei 33 und 46 pädiatrischen Patienten mit rezidivierenden soliden Tumoren,

einschließlich Rhabdomyosarkomen, anderen Weichgewebesarkomen, Ewing Sarkomen,

Liposarkomen, Synovialsarkomen, Fibrosarkomen, Tumoren des zentralen Nervensystems,

Osteosarkomen und Neuroblastomen angewendet wurde, zeigten keine relevante klinische

Aktivität. Als i.v. Dosierung wurden 30 bis 33,75 mg/m

KOF, verabreicht entweder an Tag 1

und Tag 8 im 3-wöchentlichen Zyklus oder einmal wöchentlich für 6 Wochen im 8-

Lesen Sie das vollständige Dokument

Öffentlicher Bewertungsbericht

Vinorelbin PhaRes 10 mg/ml

Konzentrat zur Herstellung einer

Infusionslösung

Vinorelbinbis[(R,R)-tartrat]

Anmelder: Pharma Resources GmbH

Bundesinstitut für Arzneimittel

und Medizinprodukte

Das BfArM ist ein Bundesinstitut im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit.

Bei o.g. Arzneimittel des Zulassungsinhabers Pharma Resources GmbH handelt es sich um

eine generische Zulassung mit folgenden Indikationen:

Behandlung

des nicht kleinzelligen Bronchialkarzinoms (Stadium 3 oder 4).

als Monotherapie bei Patientinnen mit metastasierendem Brustkrebs (Stadium 4), bei de-

nen eine Behandlung mit einer anthrazyklin- und taxanhaltigen Chemotherapie versagt

hat oder nicht angezeigt ist.

Das Arzneimittel hat die gleiche qualitative und quantitative Zusammensetzung aus Wirkstof-

fen und die gleiche Darreichungsform wie das Referenzarzneimittel, auf das es Bezug

nimmt.

Qualität:

Eine Beschreibung der Herstellungsmethode wurde vorgelegt. Inprozesskontrollen sind be-

züglich der Produkteigenschaften und der Herstellungsmethode geeignet. Prozessvalidie-

rungsdaten wurden für Pilotchargen vorgelegt und genehmigt.

Freisetzungs- und Haltbarkeitsspezifikationen wurden ebenfalls vorgelegt und akzeptiert;

anhand dieser Daten konnte sichergestellt werden, dass die Qualität und Konsistenz des

Endprodukts nicht zu beanstanden waren. Akzeptanzgrenzen wurden anhand konventionel-

ler pharmazeutischer Anforderungen belegt. Testverfahren wurden beschrieben und validiert.

Chargenanalysen wurden vorgelegt und genehmigt. Die Daten belegen, dass die Chargen

mit den Freigabespezifikationen konform sind. Analysenzertifikate wurden für alle Referenz-

standards vorgelegt.

Der Hersteller von Vinorelbin PhaRes 10 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslö-

sung ist Thymoorgan Pharmazie GmbH.

Das Arzneimittel ist in den folgenden Packungen erhältlich:

OP1ml; Glas-Durchstechflasche; Elastomer-Stopfen

OP5ml; Glas-Durchstechflasche; Elastomer-Stopfen

Spezifikationen und Analysenzertifikate für alle Packmittelkomponenten wurden vorgelegt.

Alle Primärpackmittel entsprechen den Anforderungen der Ph. Eur. und sind daher für die

Arzneimittelverpackung geeignet.

Die Stabilitätsstudien wurden in Übereinstimmung mit den zugrundeliegenden Guidelines

durchgeführt, die Ergebnisse lagen innerhalb der Spezifikationsgrenzen.

Die Haltbarkeit wurde anhand dieser Daten auf 2 Jahre festgelegt.

Präklinik:

Es wurden keine präklinischen Studien mit dem Arzneimittel durchgeführt, da diese bereits

für das Referenzarzneimittel vorlagen. Die pharmakodynamischen, pharmakologischen und

toxikologischen Eigenschaften von Vinorelbinbis[(R,R)-tartrat] sind gut bekannt. Durch die

Bezugnahme auf das Referenzarzneimittel werden Wiederholungen von Studien zum Schutz

von Mensch und Tier vermieden. Das Modul „Non-clinical Overview“ wurde von einem durch

das Curriculum vitae ausgewiesen, qualifizierten Experten erstellt und durch die Behörde

genehmigt.

Weitere Informationen können in Abschnitt 5.3 der Fachinformation nachgelesen werden.

Klinik:

Für generische Zulassungen sind keine eigenen Wirksamkeits- und Sicherheitsstudien erfor-

derlich, da diese bereits für das Referenzarzneimittel geprüft wurden. Wirksamkeit und Si-

cherheit wurden im Modul „Clinical Overview“ diskutiert. Die Wirksamkeit und Sicherheit von

Vinorelbinbis[(R,R)-tartrat] sind aus der klinischen Praxis gut bekannt. Das Modul „Clinical

Overview“ wurde von einem durch das Curriculum vitae ausgewiesen, qualifizierten Experten

erstellt und durch die Behörde genehmigt.

Weitere Information über die klinischen Eigenschaften von Vinorelbin PhaRes 10 mg/ml

Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung können in den Abschnitten 5.1 und 5.2 der

Fachinformation nachgelesen werden.

Pharmakovigilanz:

Die vom Zulassungsinhaber eingereichte Beschreibung des Pharmakovigilanzsystems erfüllt

alle Voraussetzungen und belegt, dass der Zulassungsinhaber eine Qualifizierte Person

(QP) hat, die für die Pharmakovigilanz verantwortlich ist, und die über die notwendigen Maß-

nahmen für die Meldung jeglicher Nebenwirkungen in der europäischen Gemeinschaft oder

einem Drittland verfügt.

Zusammenfassung:

Die wichtigen qualitativen Eigenschaften von Vinorelbin PhaRes 10 mg/ml Konzentrat zur

Herstellung einer Infusionslösung sind hinreichend definiert und ausreichend kontrolliert. Die

Spezifikationen und analytischen Chargenergebnisse weisen konsistente Daten auf. Es sind

keine Qualitätsfragen offen, die einen negativen Einfluss auf das Nutzen-Risiko-Verhältnis

haben könnten.

Es wurden keine weiteren präklinischen Daten für den Antrag benötigt.

Es bestehen keine Bedenken bezüglich der Sicherheit von Vinorelbin PhaRes 10 mg/ml

Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung.

Die Produktinformationstexte sind konform mit denen der Referenzzulassung und wurden

genehmigt. Ein Usertest wurde vorgelegt und als akzeptabel bestätigt.

Die erforderliche pharmazeutische Qualität von Vinorelbin PhaRes 10 mg/ml Konzentrat zur

Herstellung einer Infusionslösung ist belegt und es sind keine präklinischen oder klinischen

Bedenken aufgetreten. Die dokumentierte klinische Erfahrung mit Vinorelbinbis[(R,R)-tartrat]

hat den therapeutischen Wert des Wirkstoffs belegt. Das Nutzen-/Risikoverhältnis wird daher

als positiv angesehen.

Änderungen, die seit Erstellung des öffentlichen Bewertungsberichts vorgenommen wurden,

sind den publizierten und aktualisierten Produktinformationstexten zu entnehmen.

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