Venlafaxin-ratiopharm 37,5 mg Hartkapseln,retadiert

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

01-10-2021

Fachinformation Fachinformation (SPC)

01-10-2021

Wirkstoff:
Venlafaxinhydrochlorid
Verfügbar ab:
AbZ-Pharma GmbH - Geschäftsanschrift - (4238075)
Darreichungsform:
Hartkapsel, retardiert
Zusammensetzung:
Venlafaxinhydrochlorid (24422) 42,625 Milligramm
Verabreichungsweg:
zum Einnehmen
Berechtigungsstatus:
Verkehrsfähigkeit: Ja
Zulassungsnummer:
2204461.00.00
Berechtigungsdatum:
2021-07-17

Dokumente in anderen Sprachen

MMR MMR - Englisch

13-08-2021

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Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Venlafaxin-ratiopharm 37,5 mg Hartkapseln, retardiert

Venlafaxin-ratiopharm 75 mg Hartkapseln, retardiert

Venlafaxin-ratiopharm 150 mg Hartkapseln, retardiert

Venlafaxin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Venlafaxin-ratiopharm und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Venlafaxin-ratiopharm beachten?

Wie ist Venlafaxin-ratiopharm einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Venlafaxin-ratiopharm aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Venlafaxin-ratiopharm und wofür wird es angewendet?

Venlafaxin-ratiopharm

enthält den Wirkstoff Venlafaxin.

Venlafaxin-ratiopharm ist ein Antidepressivum, das zu einer Gruppe von Arzneimitteln gehört, die als

Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer (SNRI) bezeichnet werden. Diese

Arzneimittelgruppe wird zur Behandlung von Depressionen und anderen Erkrankungen wie

Angsterkrankungen angewendet. Man geht davon aus, dass Menschen, die an Depression und/oder

Angsterkrankungen leiden, niedrigere Serotonin- und Noradrenalinspiegel im Gehirn aufweisen. Es ist

nicht vollständig geklärt, auf welche Weise Antidepressiva wirken, aber sie können helfen, indem sie

die Serotonin- und Noradrenalinspiegel im Gehirn erhöhen.

Venlafaxin-ratiopharm ist ein Arzneimittel für Erwachsene, die an Depressionen leiden. Es ist auch

ein Arzneimittel für Erwachsene, die an den folgenden Angsterkrankungen leiden: generalisierte

Angststörung, soziale Angststörung (Furcht vor oder Vermeiden von sozialen Situationen) und

Panikstörung (Panikattacken). Eine angemessene Behandlung der Depression oder Angsterkrankung

ist wichtig, um Ihnen dabei zu helfen, sich davon zu erholen. Wenn sie nicht behandelt wird, kann Ihre

Erkrankung anhalten, sie kann ernster werden und schwieriger zu behandeln sein.

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Venlafaxin-ratiopharm beachten?

Venlafaxin-ratiopharm darf NICHT eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Venlafaxin oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen

Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

wenn Sie außerdem Arzneimittel einnehmen oder innerhalb der letzten 14 Tage eingenommen

haben, die als irreversible Monoaminoxidase-Hemmer (MAOI) bekannt sind und zur

Behandlung einer Depression oder der Parkinsonschen Erkrankung angewendet werden. Die

gleichzeitige Einnahme eines irreversiblen MAOI zusammen mit Venlafaxin-ratiopharm kann

schwere oder sogar lebensbedrohliche Nebenwirkungen hervorrufen. Außerdem müssen Sie

nach Beendigung der Einnahme von Venlafaxin-ratiopharm mindestens 7 Tage warten, bevor

Sie einen MAOI einnehmen (siehe auch Abschnitt „Einnahme von Venlafaxin-ratiopharm

zusammen mit anderen Arzneimitteln“ und die Information in diesem Abschnitt über das

„Serotonin-Syndrom“).

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie Venlafaxin-ratiopharm

einnehmen:

wenn Sie andere Arzneimittel anwenden, die bei gleichzeitiger Einnahme mit Venlafaxin-

ratiopharm das Risiko erhöhen könnten, ein Serotonin-Syndrom zu entwickeln (siehe

Abschnitt „Einnahme von Venlafaxin-ratiopharm zusammen mit anderen Arzneimitteln“).

wenn Sie Augenerkrankungen wie bestimmte Arten eines Glaukoms (erhöhter

Augeninnendruck) haben.

wenn Ihre Vorgeschichte Bluthochdruck aufweist.

wenn Ihre Vorgeschichte Herzbeschwerden aufweist.

wenn Ihnen mitgeteilt wurde, dass Sie Herzrhythmusstörungen haben.

wenn Ihre Vorgeschichte Anfälle (Krampfanfälle) aufweist.

wenn Ihre Vorgeschichte niedrige Natrium-Blutwerte (Hyponatriämie) aufweist.

wenn bei Ihnen die Neigung besteht, blaue Flecken zu entwickeln oder leicht zu bluten

(Blutgerinnungsstörungen in der Vorgeschichte), wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen,

die das Blutungsrisiko erhöhen können, z. B. Arzneimittel mit dem Wirkstoff Warfarin (zur

Verhinderung von Blutgerinnseln) oder wenn Sie schwanger sind.

wenn Ihre Vorgeschichte Manie oder eine bipolare Störung (Gefühl, übererregt oder

euphorisch zu sein) aufweist oder jemand in Ihrer Familie daran gelitten hat.

wenn Ihre Vorgeschichte aggressives Verhalten aufweist.

Venlafaxin-ratiopharm kann in den ersten Wochen der Behandlung das Gefühl der Ruhelosigkeit oder

einer Unfähigkeit stillzusitzen oder stillzustehen hervorrufen. Sie sollten es Ihrem Arzt mitteilen,

wenn dies bei Ihnen auftritt.

Suizidgedanken und Verschlechterung Ihrer Depression oder Angststörung

Wenn Sie depressiv sind und/oder an Angststörungen leiden, können Sie manchmal Gedanken daran

haben, sich selbst zu verletzen oder Suizid zu begehen. Solche Gedanken können bei der erstmaligen

Anwendung von Antidepressiva verstärkt sein, denn alle diese Arzneimittel brauchen einige Zeit bis

sie wirken, gewöhnlich etwa 2 Wochen, manchmal auch länger.

Diese Gedanken können auch

auftreten, wenn die Dosis verringert oder die Behandlung mit Venlafaxin-ratiopharm beendet wird.

Das Auftreten derartiger Gedanken ist wahrscheinlicher,

wenn Sie bereits früher einmal Gedanken daran hatten, sich das Leben zu nehmen oder daran

gedacht haben, sich selbst zu verletzen

wenn Sie ein junger Erwachsener sind. Ergebnisse aus klinischen Studien haben ein erhöhtes

Risiko für das Auftreten von Suizidverhalten bei jungen Erwachsenen im Alter bis 25 Jahre

gezeigt, die an einer psychiatrischen Erkrankung litten und mit einem Antidepressivum

behandelt wurden.

Gehen Sie zu Ihrem Arzt oder suchen Sie unverzüglich ein Krankenhaus auf, wenn Sie zu

irgendeinem Zeitpunkt Gedanken daran entwickeln, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu

nehmen.

Es kann hilfreich sein, wenn Sie einem Freund oder Verwandten erzählen, dass Sie depressiv sind oder

an einer Angststörung leiden. Bitten Sie diese Personen, diese Packungsbeilage zu lesen. Fordern Sie

sie auf Ihnen mitzuteilen, wenn sie den Eindruck haben, dass sich Ihre Depression oder Angstzustände

verschlimmern oder wenn sie sich Sorgen über Verhaltensänderungen bei Ihnen machen.

Mundtrockenheit

Über Mundtrockenheit wird bei 10 % der mit Venlafaxin behandelten Patienten berichtet. Dies kann

das Risiko für Zahnfäule (Karies) erhöhen. Daher sollten Sie besonders auf Ihre Zahnhygiene achten.

Diabetes

Ihr Blutzuckerspiegel kann durch Venlafaxin-ratiopharm verändert sein. Daher müssen die

Dosierungen Ihrer Diabetes-Arzneimittel möglicherweise angepasst werden.

Sexuelle Probleme

Arzneimittel wie Venlafaxin-ratiopharm (SSRI/SNRI) können Symptome einer sexuellen

Funktionsstörung verursachen (siehe Abschnitt 4). In bestimmten Fällen blieben diese Symptome nach

Beendigung der Behandlung bestehen.

Sphäroide im Stuhl

Seien Sie unbesorgt, falls Sie nach Einnahme von Venlafaxin-ratiopharm kleine weiße Körnchen oder

Kügelchen in Ihrem Stuhl bemerken. In den Venlafaxin-ratiopharm Kapseln befinden sich Sphäroide

bzw. kleine weiße Kügelchen, die den Wirkstoff Venlafaxin enthalten. Diese Sphäroide werden von

der Kapsel in Ihren Magen-Darm-Trakt abgegeben. Während die Sphäroide Ihren Magen-Darm-Trakt

passieren, wird langsam Venlafaxin abgegeben. Das Sphäroid-„Gerippe“ bleibt ungelöst zurück und

wird mit Ihrem Stuhl ausgeschieden. Deshalb wurde, auch wenn Sie eventuell Sphäroide in Ihrem

Stuhl bemerken, Ihre Venlafaxin-Dosis aufgenommen.

Kinder und Jugendliche

Venlafaxin-ratiopharm sollte normalerweise nicht bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren

angewendet werden. Zudem sollten Sie wissen, dass Patienten unter 18 Jahren bei Einnahme dieser

Klasse von Arzneimitteln ein erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen wie Suizidversuch, suizidale

Gedanken und Feindseligkeit (vorwiegend Aggressivität, oppositionelles Verhalten und Wut)

aufweisen. Dennoch kann Ihr Arzt einem Patienten unter 18 Jahren dieses Arzneimittel verordnen,

wenn er entscheidet, dass dies im bestmöglichen Interesse des Patienten ist. Wenn Ihr Arzt einem

Patienten unter 18 Jahren dieses Arzneimittel verordnet hat und Sie darüber sprechen möchten,

wenden Sie sich bitte erneut an Ihren Arzt. Sie sollten Ihren Arzt benachrichtigen, wenn bei einem

Patienten unter 18 Jahren, der Venlafaxin-ratiopharm einnimmt, eines der oben aufgeführten

Symptome auftritt oder sich verschlimmert. Darüber hinaus sind die langfristigen

sicherheitsrelevanten Auswirkungen dieses Arzneimittels in Bezug auf Wachstum, Reifung und

kognitive Entwicklung sowie Verhaltensentwicklung in dieser Altersgruppe noch nicht bekannt.

Einnahme von Venlafaxin-ratiopharm zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, kürzlich andere

Arzneimittel eingenommen haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen.

Ihr Arzt sollte entscheiden, ob Sie Venlafaxin-ratiopharm zusammen mit anderen Arzneimitteln

einnehmen können.

Beginnen oder beenden Sie die Einnahme von Arzneimitteln, einschließlich nicht

verschreibungspflichtiger Arzneimittel, Naturheilmittel oder pflanzlicher Heilmittel nicht, bevor Sie

dies mit Ihrem Arzt oder Apotheker besprochen haben.

Monoaminoxidase-Hemmer, die zur Behandlung von Depressionen oder der Parkinson-

Krankheit angewendet werden,

dürfen nicht zusammen mit Venlafaxin-ratiopharm

eingenommen werden

. Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie diese Arzneimittel innerhalb der

letzten 14 Tage eingenommen haben. (MAOI: siehe Abschnitt „Venlafaxin-ratiopharm darf

nicht eingenommen werden“)

Serotonin-Syndrom: Ein potentiell lebensbedrohlicher Zustand oder Reaktionen ähnlich einem

malignen neuroleptischen Syndrom (MNS) (siehe Abschnitt „Welche Nebenwirkungen sind

möglich?“) können unter Behandlung mit Venlafaxin auftreten, insbesondere, wenn es

zusammen mit anderen Arzneimitteln eingenommen wird.

Beispiele für solche Arzneimittel sind:

Triptane (werden bei Migräne angewendet)

andere Arzneimittel zur Behandlung von Depressionen, z. B. SNRI, SSRI, trizyklische

Antidepressiva oder Arzneimittel, die Lithium enthalten

Arzneimittel, die Amphetamine enthalten (werden zur Behandlung von

Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung [ADHS], Schlafkrankheit (Narkolepsie)

und Fettleibigkeit angewendet)

Arzneimittel, die Linezolid, ein Antibiotikum, enthalten (werden zur Behandlung von

Infektionen angewendet)

Arzneimittel, die Moclobemid, einen MAOI, enthalten (werden zur Behandlung einer

Depression angewendet)

Arzneimittel, die Sibutramin enthalten (wird bei Gewichtsreduktion angewendet)

Arzneimittel, die Tramadol, Fentanyl, Tapentadol, Pethidin oder Pentazocin enthalten

(werden zur Behandlung von starken Schmerzen angewendet)

Arzneimittel, die Dextromethorphan enthalten (werden zur Behandlung von Husten

angewendet)

Arzneimittel, die Methadon enthalten (werden zur Behandlung einer Opioid-

Abhängigkeit oder von starken Schmerzen angewendet) und Buprenorphin

Arzneimittel, die Methylenblau enthalten (angewendet zur Behandlung hoher Werte von

Methämoglobin)

Arzneimittel, die Johanniskraut enthalten (auch Hypericum perforatum genanntes

Naturheilmittel/pflanzliches Heilmittel zur Behandlung einer leichten Depression)

Arzneimittel, die Tryptophan enthalten (angewendet z. B. bei Schlafstörungen und

Depressionen)

Antipsychotika (zur Behandlung einer Erkrankung mit Symptomen wie Hören, Sehen

oder Fühlen von Dingen, die nicht da sind, falschen Vorstellungen, ungewöhnlichem

Misstrauen, beeinträchtigter Urteilskraft und Sich-Zurückziehen)

Die Anzeichen und Symptome für ein Serotonin-Syndrom können eine Kombination aus dem

Folgenden beinhalten:

Ruhelosigkeit, Sinnestäuschungen, Koordinationsverlust, beschleunigter Herzschlag, erhöhte

Körpertemperatur, rasche Blutdruckänderungen, überaktive Reflexe, Durchfall, Koma,

Übelkeit, Erbrechen.

In seiner schwersten Form kann ein Serotonin-Syndrom einem malignen neuroleptischen

Syndrom (MNS) ähneln. Anzeichen und Symptome des MNS können eine Kombination aus

Fieber, beschleunigtem Herzschlag, Schwitzen, schwerer Muskelsteifheit, Verwirrtheit und

erhöhten Muskelenzymen (nachgewiesen durch eine Blutuntersuchung) sein.

Informieren Sie Ihren Arzt unverzüglich oder begeben Sie sich in die Notaufnahme des

nächstgelegenen Krankenhauses, wenn Sie meinen, dass bei Ihnen ein Serotonin-

Syndrom aufgetreten ist.

Informieren Sie Ihren Arzt unbedingt, wenn Sie Arzneimittel einnehmen, die Ihren Herzrhythmus

beeinflussen.

Solche Arzneimittel sind z. B.:

Antiarrhythmika wie Chinidin, Amiodaron, Sotalol oder Dofetilid (zur Behandlung von

Herzrhythmusstörungen)

Antipsychotika wie Thioridazin (siehe auch Serotonin-Syndrom oben)

Antibiotika wie Erythromycin oder Moxifloxacin (zur Behandlung von bakteriellen

Infektionen)

Antihistaminika (zur Behandlung von Allergien)

Die folgenden Arzneimittel können ebenfalls mit Venlafaxin-ratiopharm wechselwirken und sollten

mit Vorsicht angewendet werden. Insbesondere ist es wichtig, Ihrem Arzt oder Apotheker mitzuteilen,

wenn Sie Arzneimittel einnehmen, die die folgenden Wirkstoffe enthalten:

Ketoconazol (Arzneimittel gegen Pilzinfektionen)

Haloperidol oder Risperidon (zur Behandlung psychiatrischer Erkrankungen)

Metoprolol (ein Betablocker zur Behandlung von Bluthochdruck und Herzbeschwerden)

Einnahme von Venlafaxin-ratiopharm zusammen mit Alkohol

Sie sollten Alkohol meiden, während Sie Venlafaxin-ratiopharm einnehmen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker

um Rat.

Sie sollten Venlafaxin-ratiopharm nur einnehmen, nachdem Sie den möglichen Nutzen und die

möglichen Risiken für Ihr ungeborenes Kind mit Ihrem Arzt besprochen haben.

Vergewissern Sie sich, dass Ihre Hebamme und/oder Ihr Arzt wissen, dass Sie Venlafaxin-ratiopharm

einnehmen.

Ähnliche Arzneimittel wie dieses (so genannte SSRI) können, wenn sie während der Schwangerschaft

(insbesondere im letzten Drittel) eingenommen werden, zu einer primären oder persistierenden

pulmonalen Hypertonie des Neugeborenen (PPHN) führen, einer ernsthaften

Gesundheitsbeeinträchtigung des Neugeborenen, die sich darin zeigt, dass das Neugeborene schneller

atmet und eine Blaufärbung der Haut aufweist. Diese Symptome beginnen normalerweise während der

ersten 24 Stunden nach der Geburt. Bitte nehmen Sie in einem solchen Fall sofort mit Ihrer Hebamme

und/oder Ihrem Arzt Kontakt auf.

Wenn Sie Venlafaxin-ratiopharm gegen Ende Ihrer Schwangerschaft einnehmen, kann das Risiko für

schwere vaginale Blutungen kurz nach der Geburt erhöht sein, insbesondere wenn Sie in der

Vorgeschichte Blutungsstörungen aufweisen. Ihr Arzt oder Ihre Hebamme sollte darüber informiert

werden, dass Sie Venlafaxin-ratiopharm einnehmen, damit sie Sie entsprechend beraten können.

Wenn Sie dieses Arzneimittel während der Schwangerschaft einnehmen, können bei Ihrem Kind nach

der Geburt neben Schwierigkeiten bei der Atmung auch Schwierigkeiten bei der Nahrungsaufnahme

auftreten. Wenn Sie diese Beschwerden bei Ihrem Kind nach der Geburt feststellen und Sie darüber

besorgt sind, wenden Sie sich an Ihren Arzt und/oder Ihre Hebamme, der/die Ihnen Rat geben kann.

Venlafaxin geht in die Muttermilch über. Es besteht das Risiko einer Wirkung auf das Kind. Sie

sollten daher diese Angelegenheit mit Ihrem Arzt besprechen, der dann darüber entscheiden wird, ob

Sie das Stillen beenden oder die Behandlung mit diesem Arzneimittel beenden sollten.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Führen Sie kein Fahrzeug und bedienen Sie keine Werkzeuge oder Maschinen, bevor Sie nicht wissen,

wie dieses Arzneimittel Sie beeinflusst.

Venlafaxin-ratiopharm enthält Saccharose

Bitte nehmen Sie dieses Arzneimittel erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt

ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern leiden.

3. Wie ist Venlafaxin-ratiopharm einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei

Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Die übliche empfohlene Anfangsdosis zur Behandlung der Depression, der generalisierten

Angststörung und der sozialen Angststörung beträgt 75 mg täglich. Die Dosis kann von Ihrem Arzt

allmählich erhöht werden bei Depression, falls erforderlich, bis auf eine maximale Dosis von 375 mg

täglich. Wenn Sie wegen einer Panikstörung behandelt werden, wird Ihr Arzt mit einer niedrigeren

Dosis (37,5 mg) beginnen und danach die Dosis schrittweise erhöhen. Die maximale Dosis beträgt bei

generalisierter Angststörung, sozialer Angststörung und Panikstörung 225 mg täglich.

Venlafaxin-ratiopharm ist zum Einnehmen

Nehmen Sie Venlafaxin-ratiopharm jeden Tag etwa zur gleichen Zeit ein, entweder morgens oder

abends. Um sicherzustellen das die Kügelchen (Sphäroide in den Kapseln) vollständig geschluckt

werden, müssen die Kapseln im Ganzen mit Flüssigkeit geschluckt werden und dürfen nicht geöffnet,

zerdrückt, zerkaut oder aufgelöst werden.

Venlafaxin-ratiopharm sollte mit den Mahlzeiten eingenommen werden. Aus Sicherheitsgründen, ist

es wichtig Venlafaxin-ratiopharm innerhalb einer halben Stunde nach dem Essen einzunehmen.

Wenn bei Ihnen Leber- oder Nierenprobleme bestehen, teilen Sie dies Ihrem Arzt mit, weil eine

andere Dosierung von diesem Arzneimittel erforderlich sein kann.

Wenn Sie eine größere Menge von Venlafaxin-ratiopharm eingenommen haben als Sie sollten

Wenden Sie sich umgehend an Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie mehr von diesem Arzneimittel

eingenommen haben als von Ihrem Arzt verordnet.

Die Symptome einer möglichen Überdosierung können einen raschen Herzschlag, Änderungen des

Wachheitsgrades (von Schläfrigkeit bis Koma reichend), verschwommenes Sehen, Krämpfe oder

Anfälle und Erbrechen einschließen.

Wenn Sie die Einnahme von Venlafaxin-ratiopharm vergessen haben

Wenn Sie eine Dosis versäumt haben, nehmen Sie diese ein, sobald Ihnen dies auffällt. Wenn es aber

Zeit ist, Ihre nächste Dosis einzunehmen, überspringen Sie die versäumte Dosis und nehmen nur eine

einzelne Dosis wie üblich ein. Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige

Einnahme vergessen haben. Nehmen Sie nicht mehr als die Ihnen verordnete Tagesdosis von

Venlafaxin-ratiopharm ein.

Wenn Sie die Einnahme von Venlafaxin-ratiopharm abbrechen

Brechen Sie Ihre Behandlung nicht ab oder reduzieren Sie nicht die Dosis, ohne Rücksprache mit

Ihrem Arzt gehalten zu haben, selbst wenn Sie sich besser fühlen. Wenn Ihr Arzt der Ansicht ist, dass

Sie Venlafaxin-ratiopharm nicht mehr benötigen, wird er/sie Sie möglicherweise anweisen, die Dosis

langsam zu reduzieren, bevor die Behandlung ganz beendet wird.

Es ist bekannt, dass Nebenwirkungen auftreten, wenn Patienten die Einnahme dieses Arzneimittels

beenden, vor allem, wenn es plötzlich abgesetzt oder die Dosis zu schnell reduziert wird. Bei einigen

Patienten kann es zu Beschwerden wie Suizidgedanken, Aggressivität, Müdigkeit, Schwindelgefühl,

Benommenheit, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Albträumen, Mundtrockenheit, vermindertem

Appetit, Übelkeit, Durchfall, Nervosität, Unruhe, Verwirrtheit, Ohrgeräuschen, Kribbeln oder selten

auch zu stromschlagähnlichen Empfindungen, Schwächegefühl, Schwitzen, Krampfanfällen oder

grippeähnlichen Symptomen, Problemen mit dem Sehvermögen und erhöhtem Blutdruck (kann unter

anderem Kopfschmerzen, Schwindel, Ohrgeräusche, Schwitzen hervorrufen) kommen.

Ihr Arzt wird Sie anweisen, wie Sie die Behandlung mit Venlafaxin-ratiopharm schrittweise beenden

sollen. Dies kann einen Zeitraum von mehreren Wochen oder Monaten benötigen. Bei manchen

Patienten muss das Absetzen möglicherweise sehr langsam über Monate oder länger erfolgen. Wenn

Sie eine der aufgeführten oder andere Nebenwirkungen bei sich bemerken, die Sie belasten, fragen Sie

Ihren Arzt um weiteren Rat.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Nehmen Sie Venlafaxin-ratiopharm nicht mehr ein, wenn eine der folgenden Nebenwirkungen bei

Ihnen auftritt.

Sprechen Sie unverzüglich mit Ihrem Arzt oder suchen Sie die Notfallambulanz

des nächstgelegenen Krankenhauses auf:

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

Anschwellen des Gesichts, des Mundes, der Zunge, des Rachens, der Hände oder Füße und/

oder gesteigerter juckender Hautausschlag (Nesselsucht), Schwierigkeiten beim Schlucken

oder Atmen.

Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen)

Engegefühl in der Brust, pfeifendes Atmen, Schwierigkeiten beim Schlucken oder Atmen

starker Hautausschlag, Jucken oder Nesselsucht (erhabene rote oder blasse Hautflecken, die

oft jucken)

Zeichen und Symptome eines Serotonin-Syndroms, die Unruhe, Halluzinationen, Verlust der

Koordination, schnellen Herzschlag, erhöhte Körpertemperatur, schnelle Veränderungen des

Blutdrucks, überaktive Reflexe, Durchfall, Koma, Übelkeit und Erbrechen umfassen können.

In seiner schwersten Form, kann ein Serotonin-Syndrom einem malignen neuroleptischen

Syndrom (MNS) ähneln. Anzeichen und Symptome des MNS können eine Kombination sein

aus Fieber, beschleunigtem Herzschlag, Schwitzen, schwerer Muskelsteifheit, Verwirrtheit

und erhöhten Muskelenzymen (nachgewiesen durch eine Blutuntersuchung).

Anzeichen einer Infektion wie erhöhte Temperatur, Schüttelfrost, Zittern, Kopfschmerzen,

Schwitzen, grippeähnliche Beschwerden. Dies kann durch eine Erkrankung des Blutes, die das

Risiko einer Infektion erhöht, verursacht werden.

starker Ausschlag, der in starke Blasenbildung und Hautabschälung übergehen kann.

unerklärliche Muskelschmerzen, -empfindlichkeit oder -schwäche. Dies können Anzeichen für

Rhabdomyolyse sein.

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Anzeichen und Symptome einer Stress-Kardiomyopathie, die Brustschmerzen, Kurzatmigkeit,

Schwindelgefühl, Ohnmachtsanfälle und unregelmäßigen Herzschlag umfassen können.

Andere Nebenwirkungen, die Sie

Ihrem Arzt mitteilen sollten

umfassen (die Häufigkeit dieser

Nebenwirkungen ist in der Liste „Andere Nebenwirkungen, die auftreten können“, angegeben):

Husten, Keuchen, Kurzatmigkeit, was auch durch eine hohe Temperatur begleitet sein kann

schwarzer Stuhl (Teerstuhl) oder Blut im Stuhl

gelbe Haut oder Augen oder dunkler Urin, die Symptome einer Entzündung der Leber

(Hepatitis) sein können

Beschwerden des Herzens, wie beschleunigte oder unregelmäßige Herzfrequenz, erhöhter

Blutdruck

Beschwerden der Augen, wie verschwommenes Sehen, geweitete Pupillen

Beschwerden des Nervensystems, wie Schwindelgefühl, Kribbeln (Ameisenlaufen),

Bewegungsstörungen (Muskelkrämpfe oder Steifheit), Krämpfe oder Anfälle

psychiatrische Beschwerden, wie Hyperaktivität und das Gefühl, ungewöhnlich übererregt zu

sein

Absetzerscheinungen (siehe Abschnitt „Wie ist Venlafaxin-ratiopharm einzunehmen?, Wenn

Sie die Einnahme von Venlafaxin-ratiopharm abbrechen“)

verlängerte Blutungsdauer – wenn Sie sich schneiden oder verletzen, kann es etwas länger als

normal dauern, bis die Blutung gestillt ist

Andere Nebenwirkungen, die auftreten können

Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen)

Schwindelgefühl; Kopfschmerz; Schläfrigkeit

Schlaflosigkeit

Übelkeit; Mundtrockenheit; Verstopfung

Schwitzen (einschließlich Nachtschweiß)

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

verminderter Appetit

Verwirrtheit; Gefühl, von sich selbst abgetrennt (oder abgehoben) zu sein; ausbleibender

Orgasmus; verminderter Geschlechtstrieb; Erregtheit; Nervosität; ungewöhnliche Träume

Zittern; Gefühl der Ruhelosigkeit oder Unfähigkeit, stillzusitzen oder stillzustehen; Kribbeln

(Ameisenlaufen); Geschmacksveränderungen; erhöhte Muskelspannung

Sehstörungen einschließlich verschwommenem Sehen, erweiterten Pupillen, Unfähigkeit des

Auges automatisch zwischen Objekten in der Ferne und der Nähe scharfzustellen

Ohrgeräusche (Tinnitus)

Herzrasen; Herzklopfen

Blutdruckanstieg; Hitzewallung

Atemnot; Gähnen

Erbrechen; Durchfall

milder Hautausschlag; Juckreiz

erhöhte Häufigkeit des Wasserlassens;

Harnverhalt

; Schwierigkeiten beim Wasserlassen

Unregelmäßigkeiten bei der Menstruation, z. B. verstärkte Blutung oder verstärkt

unregelmäßige Blutung; Ejakulations- und Orgasmusstörungen (beim Mann); erektile

Dysfunktion (Impotenz)

Erschöpfung (Asthenie); Abgeschlagenheit; Schüttelfrost

Gewichtszunahme; Gewichtsabnahme

erhöhter Cholesterinspiegel

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

Überaktivität; Gedankenrasen und herabgesetztes Schlafbedürfnis (Manie)

Trugwahrnehmungen; Gefühl, von der Wirklichkeit abgetrennt (oder abgehoben) zu sein;

Orgasmusstörungen; Verringerung von Gefühlen/Emotionen; Gefühl, übererregt oder

euphorisch zu sein; Zähneknirschen

Ohnmachtsanfälle; unwillkürliche Bewegungen der Muskeln; Einschränkung der

Koordination und des Gleichgewichts

Schwindelgefühl (vor allem beim zu schnellen Aufstehen)

; niedriger Blutdruck

Erbrechen von Blut; schwarzer, teerartiger Stuhl (Fäzes) oder Blut im Stuhl, was ein

Anzeichen einer inneren Blutung sein kann

Überempfindlichkeit gegenüber Sonnenlicht; Hautblutungen (blaue Flecken); ungewöhnlicher

Haarausfall

Unfähigkeit, die Harnentleerung zu kontrollieren (Harninkontinenz)

Steifigkeit; Verkrampfungen und unwillkürliche Bewegungen der Muskeln

leichte Veränderungen der Leberenzymwerte im Blut

Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen)

Krampfanfälle

Husten, Keuchen, Kurzatmigkeit, was auch durch eine hohe Temperatur begleitet sein kann

übermäßige Wassereinlagerung (bekannt als SIADH)

Verringerung der Natriumkonzentration im Blut

starke Augenschmerzen und verschlechtertes oder verschwommenes Sehen

starke Bauch- oder Rückenschmerzen (was auf ernste Darm-, Leber- oder

Bauchspeicheldrüsenbeschwerden hinweisen könnte)

Juckreiz, Gelbfärbung der Haut oder der Augen, dunkel gefärbter Urin oder grippeähnliche

Symptome, die Symptome einer Entzündung der Leber (Hepatitis) sind

Sehr selten (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen)

verlängerte Blutungszeit, was ein Anzeichen für eine verringerte Anzahl der Plättchen in

Ihrem Blut sein kann, was zu einem erhöhten Risiko führt, blaue Flecken zu entwickeln oder

zu bluten

abnorme Milchbildung

unerklärliche Blutungen, z. B. Zahnfleischbluten, Blut im Urin oder in Erbrochenem oder das Auftreten

unerklärlicher blauer Flecken oder verletzter Blutgefäße (geplatzte Äderchen)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

suizidale Gedanken und suizidales Verhalten; es wurden Fälle berichtet, bei denen es während

der Therapie mit Venlafaxin oder direkt nach Behandlungsende zu suizidalen Gedanken und

suizidalem Verhalten gekommen ist (siehe Abschnitt 2 „Was sollten Sie vor der Einnahme

von Venlafaxin-ratiopharm beachten?“)

Aggression

Schwindel

Schwere vaginale Blutungen kurz nach der Geburt (postpartale Hämorrhagie), siehe weitere

Informationen unter „Schwangerschaft“ in Abschnitt 2

Venlafaxin-ratiopharm verursacht manchmal Nebenwirkungen, die Sie möglicherweise nicht

erkennen, wie z. B. ein Blutdruckanstieg oder Störungen der Herzfrequenz, leichte Veränderungen der

Werte der Leberenzyme, des Natrium- oder Cholesterinspiegels im Blut. Seltener kann Venlafaxin-

ratiopharm die Funktion Ihrer Blutplättchen verringern und zu einem erhöhten Risiko für

Hautblutungen (blaue Flecken) und Blutungen führen. Daher möchte Ihr Arzt bei Ihnen eventuell

gelegentlich Blutuntersuchungen durchführen, vor allem, wenn Sie Venlafaxin-ratiopharm eine

längere Zeit einnehmen.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können

Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt.

Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5. Wie ist Venlafaxin-ratiopharm aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und der Blisterpackung nach

„Verwendbar bis“ bzw. “Verw. bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das

Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Nicht über 30 °C lagern.

Entsorgen Sie Arzneimittel niemals über das Abwasser (z. B. nicht über die Toilette oder das

Waschbecken). Fragen Sie in Ihrer Apotheke, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht

mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei. Weitere Informationen finden Sie

unter www.bfarm.de/arzneimittelentsorgung.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Venlafaxin-ratiopharm enthält

Der Wirkstoff ist Venlafaxin.

Venlafaxin-ratiopharm 37,5 mg Hartkapseln, retardiert

Jede Hartkapsel, retardiert enthält Venlafaxinhydrochlorid entsprechend 37,5 mg Venlafaxin.

Venlafaxin-ratiopharm 75 mg Hartkapseln, retardiert

Jede Hartkapsel, retardiert enthält Venlafaxinhydrochlorid entsprechend 75 mg Venlafaxin.

Venlafaxin-ratiopharm 150 mg Hartkapseln, retardiert

Jede Hartkapsel, retardiert enthält Venlafaxinhydrochlorid entsprechend 150 mg Venlafaxin.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Kapselinhalt:

Zucker-Stärke-Pellets (enthält Saccharose und Maisstärke), Hypromellose,

Ethylcellulose, Talkum

Kapselhülle:

Titandioxid (E171), Gelatine, Eisen(Ⅲ)-oxid (E172), Eisen(Ⅱ,Ⅲ)-oxid (E172)

Venlafaxin-ratiopharm 37,5 mg Hartkapseln, retardiert

), Eisen(Ⅲ)-hydroxid-oxid x H

Venlafaxin-ratiopharm 150 mg Hartkapseln, retardiert

Drucktinte:

Schellack, Propylenglycol (E1520), Ammoniak-Lösung, Eisen(Ⅱ,Ⅲ)-oxid (E172),

Kaliumhydroxid

Wie Venlafaxin-ratiopharm aussieht und Inhalt der Packung

Hartkapsel, retardiert

Venlafaxin-ratiopharm 37,5 mg Hartkapseln, retardiert

Gelatine-Hartkapseln, mit undurchsichtig-grauem Oberteil und undurchsichtig-rosa-farbenem

Unterteil, gefüllt mit weißem bis beige-farbenem Mikrogranulat. Die Kapseln sind mit schwarzer

Tinte mit "VNL" auf dem Oberteil und der Zahl "37.5" auf dem Unterteil gekennzeichnet.

Die Größe beträgt ca. 24 mm x 8 mm.

Venlafaxin-ratiopharm 75 mg Hartkapseln, retardiert

Gelatine-Hartkapseln, mit undurchsichtig-rosa-farbenem Ober- und Unterteil, gefüllt mit weißem bis

beige-farbenem Mikrogranulat. Die Kapseln sind mit schwarzer Tinte mit "VNL" auf dem Oberteil

und der Zahl "75" auf dem Unterteil gekennzeichnet.

Die Größe beträgt ca. 20 mm x 7 mm.

Venlafaxin-ratiopharm 150 mg Hartkapseln, retardiert

Gelatine-Hartkapseln, mit undurchsichtig-braunem Ober- und Unterteil, gefüllt mit weißem bis beige-

farbenem Mikrogranulat. Die Kapseln sind mit schwarzer Tinte mit "VNL" auf dem Oberteil und der

Zahl "150 auf dem Unterteil gekennzeichnet.

Die Größe beträgt ca. 16 mm x 6 mm.

Blisterpackungen mit 10, 14, 20, 28, 30, 50, 98 und 100 Hartkapseln, retardiert oder perforierte

Einzeldosis-Blisterpackungen mit 100 x 1 Hartkapsel, retardiert.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer

A

Z

-Pharma GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm

Deutschland

Mitvertrieb

ratiopharm GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm

Hersteller

TEVA PHARMA S.L.U.

C/ Anabel Segura 11,Edificio Albatros B,1a planta

28108 ALCOBENDAS, MADRID

Spanien

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR)

unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Belgien:

Venlafaxine Teva 37.5 / 75 / 150 mg capsules met verlengde afgifte, hard -

gélules à libération prolongée - Hartkapseln, retardiert

Deutschland:

Venlafaxin-ratiopharm 37,5 / 75 / 150 mg Hartkapseln, retardiert

Luxemburg:

Venlafaxin-ratiopharm 37,5 / 75 / 150 mg Hartkapseln, retardiert

Portugal:

Venlafaxina Refta

Schweden:

Venlafaxin Teva

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im August 2021.

Versionscode: Z02

FACHINFORMATION

1.

BEZEICHNUNG DER ARZNEIMITTEL

Venlafaxin-ratiopharm 37,5 mg Hartkapseln, retardiert

Venlafaxin-ratiopharm 75 mg Hartkapseln, retardiert

Venlafaxin-ratiopharm 150 mg Hartkapseln, retardiert

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Venlafaxin-ratiopharm 37,5 mg Hartkapseln, retardiert

Jede Hartkapsel, retardiert enthält Venlafaxinhydrochlorid entsprechend 37,5 mg Venlafaxin.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung:

Jede Hartkapsel, retardiert enthält 34,9 mg Saccharose.

Venlafaxin-ratiopharm 75 mg Hartkapseln, retardiert

Jede Hartkapsel, retardiert enthält Venlafaxinhydrochlorid entsprechend 75 mg Venlafaxin.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung:

Jede Hartkapsel, retardiert enthält 68,9 mg Saccharose.

Venlafaxin-ratiopharm 150 mg Hartkapseln, retardiert

Jede Hartkapsel, retardiert enthält Venlafaxinhydrochlorid entsprechend 150 mg Venlafaxin.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung:

Jede Hartkapsel, retardiert enthält 139,7 mg Saccharose.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Hartkapsel, retardiert

Venlafaxin-ratiopharm 37,5 mg Hartkapseln, retardiert

Gelatine-Hartkapseln, mit undurchsichtig-grauem Oberteil und undurchsichtig-rosa-farbenem

Unterteil, gefüllt mit weißem bis beige-farbenem Mikrogranulat. Die Kapseln sind mit schwarzer

Tinte mit "VNL" auf dem Oberteil und der Zahl "37.5" auf dem Unterteil gekennzeichnet.

Die Größe beträgt ca. 24 mm x 8 mm.

Venlafaxin-ratiopharm 75 mg Hartkapseln, retardiert

Gelatine-Hartkapseln, mit undurchsichtig-rosa-farbenem Ober- und Unterteil, gefüllt mit weißem bis

beige-farbenem Mikrogranulat. Die Kapseln sind mit schwarzer Tinte mit "VNL" auf dem Oberteil

und der Zahl "75" auf dem Unterteil gekennzeichnet.

Die Größe beträgt ca. 20 mm x 7 mm.

Venlafaxin-ratiopharm 150 mg Hartkapseln, retardiert

Gelatine-Hartkapseln, mit undurchsichtig-braunem Ober- und Unterteil, gefüllt mit weißem bis beige-

farbenem Mikrogranulat. Die Kapseln sind mit schwarzer Tinte mit "VNL" auf dem Oberteil und der

Zahl "150 auf dem Unterteil gekennzeichnet.

Die Größe beträgt ca. 16 mm x 6 mm.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Behandlung von Episoden einer Major Depression.

Rezidivprophylaxe von Episoden einer Major Depression.

Behandlung der generalisierten Angststörung.

Behandlung der sozialen Angststörung.

Behandlung der Panikstörung, mit oder ohne Agoraphobie.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Episoden einer Major Depression

Die empfohlene Anfangsdosis beträgt für retardiertes Venlafaxin 75 mg einmal täglich. Patienten, die

nicht auf die Initialdosis von 75 mg/Tag ansprechen, können aus Dosiserhöhungen bis zu einer

maximalen Dosis von 375 mg/Tag Nutzen ziehen. Dosiserhöhungen können in Abständen von 2

Wochen oder länger erfolgen. Falls aufgrund der Symptomschwere klinisch angezeigt, können

Dosiserhöhungen in häufigeren, aber nicht geringeren Abständen als 4 Tagen erfolgen.

Aufgrund des Risikos für dosisabhängige Nebenwirkungen sollten Dosiserhöhungen nur nach einer

klinischen Beurteilung erfolgen (siehe Abschnitt 4.4). Die niedrigste wirksame Dosis sollte

beibehalten werden.

Die Patienten sollten über einen ausreichend langen Zeitraum, gewöhnlich über mehrere Monate oder

länger, behandelt werden. Die Behandlung sollte in regelmäßigen Zeitabständen fallweise neu

überprüft werden. Eine Langzeitbehandlung kann auch bei der Rezidivprophylaxe von Episoden einer

Major Depression (MDE) angebracht sein. In den meisten Fällen ist die empfohlene Dosis zur

Rezidivprophylaxe der MDE die gleiche wie die, die während der aktuellen Episode angewendet

wurde.

Nach der Remission sollte die antidepressive medikamentöse Behandlung über mindestens sechs

Monate fortgesetzt werden.

Generalisierte Angststörung

Die empfohlene Anfangsdosis beträgt für retardiertes Venlafaxin 75 mg einmal täglich. Patienten, die

nicht auf die Initialdosis von 75 mg/Tag ansprechen, können aus Dosiserhöhungen bis zu einer

maximalen Dosis von 225 mg/Tag Nutzen ziehen. Dosiserhöhungen können in Abständen von 2

Wochen oder länger erfolgen.

Aufgrund des Risikos für dosisabhängige Nebenwirkungen sollten Dosiserhöhungen nur nach einer

klinischen Beurteilung erfolgen (siehe Abschnitt 4.4). Die niedrigste wirksame Dosis sollte

beibehalten werden.

Die Patienten sollten über einen ausreichend langen Zeitraum, gewöhnlich über mehrere Monate oder

länger, behandelt werden. Die Behandlung sollte in regelmäßigen Zeitabständen fallweise neu

überprüft werden.

Soziale Angststörung

Die empfohlene Anfangsdosis beträgt für retardiertes Venlafaxin 75 mg einmal täglich. Es gibt keine

Belege dafür, dass höhere Dosen von zusätzlichem Nutzen sind.

Jedoch können bei Patienten, die nicht auf die Initialdosis von 75 mg/Tag ansprechen,

Dosiserhöhungen bis zu einer maximalen Dosis von 225 mg/Tag erwogen werden. Dosiserhöhungen

können in Abständen von 2 Wochen oder länger erfolgen.

Aufgrund des Risikos für dosisabhängige Nebenwirkungen sollten Dosiserhöhungen nur nach einer

klinischen Beurteilung erfolgen (siehe Abschnitt 4.4). Die niedrigste wirksame Dosis sollte

beibehalten werden.

Die Patienten sollten über einen ausreichend langen Zeitraum, gewöhnlich über mehrere Monate oder

länger, behandelt werden. Die Behandlung sollte in regelmäßigen Zeitabständen fallweise neu

überprüft werden.

Panikstörung

Es wird empfohlen, eine Dosis von täglich 37,5 mg retardiertem Venlafaxin für 7 Tage anzuwenden.

Danach sollte die Dosis auf täglich 75 mg erhöht werden. Patienten, die nicht auf die Dosis von 75

mg/Tag ansprechen, können aus Dosiserhöhungen bis zu einer maximalen Dosis von 225 mg/Tag

Nutzen ziehen. Dosiserhöhungen können in Abständen von 2 Wochen oder länger erfolgen.

Aufgrund des Risikos für dosisabhängige Nebenwirkungen sollten Dosiserhöhungen nur nach einer

klinischen Beurteilung erfolgen (siehe Abschnitt 4.4). Die niedrigste wirksame Dosis sollte

beibehalten werden.

Die Patienten sollten über einen ausreichend langen Zeitraum, gewöhnlich über mehrere Monate oder

länger, behandelt werden. Die Behandlung sollte in regelmäßigen Zeitabständen fallweise neu

überprüft werden.

Die retardierten Venlafaxin-Kapseln sollten mit einer Mahlzeit täglich etwa zur gleichen Zeit

eingenommen werden. Aus Sicherheitsgründen ist es wichtig Venlafaxin-ratiopharm innerhalb einer

halben Stunde nach dem Essen einzunehmen.

Patienten, die mit schnellfreisetzenden Venlafaxin-Tabletten behandelt werden, können auf retardierte

Venlafaxin-Kapseln mit der am besten entsprechenden Tagesdosis umgestellt werden. Beispielsweise

können schnellfreisetzende Venlafaxin-Tabletten 37,5 mg zweimal täglich auf retardierte Venlafaxin-

Kapseln 75 mg einmal täglich umgestellt werden. Individuelle Dosisanpassungen können erforderlich

sein.

Absetzsymptome bei Beendigung einer Behandlung mit Venlafaxin

Ein plötzliches Absetzen sollte vermieden werden. Bei Beendigung einer Behandlung mit Venlafaxin

sollte die Dosis über einen Zeitraum von mindestens ein bis zwei Wochen schrittweise reduziert

werden, um das Risiko von Absetzerscheinungen zu verringern (siehe Abschnitte 4.4 und 4.8). Der

notwendige Zeitraum für eine Dosisreduktion und die zu reduzierende Menge können jedoch von der

Dosis, der Therapiedauer und dem individuellen Patienten abhängen. Bei einigen Patienten muss das

Absetzen möglicherweise sehr allmählich über einen Zeitraum von Monaten oder länger erfolgen.

Wenn nach Dosisverringerung oder Absetzen des Arzneimittels stark beeinträchtigende

Absetzerscheinungen auftreten, sollte erwogen werden, die zuletzt eingenommene Dosis erneut

einzunehmen, um diese dann nach Anweisung des Arztes in nunmehr kleineren Schritten zu

reduzieren.

Besondere Patientengruppen

Ältere Patienten

Allein aufgrund des Alters wird keine spezifische Dosisanpassung von Venlafaxin für erforderlich

gehalten. Jedoch sollte die Behandlung älterer Personen mit Vorsicht erfolgen (z. B. wegen einer

beeinträchtigten Nierenfunktion, der Möglichkeit von Änderungen der Neurotransmitter-Sensitivität

oder -Affinität, welche während des Alterns auftreten). Es sollte stets die niedrigste wirksame Dosis

angewendet und die Patienten sorgfältig beobachtet werden, wenn eine Dosiserhöhung erforderlich ist.

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Bei Patienten mit leichter oder mäßiger Leberfunktionseinschränkung sollte im Allgemeinen eine

Dosisreduktion um 50 % in Betracht gezogen werden. Jedoch kann aufgrund der interindividuellen

Variabilität der Clearance eine individuelle Dosisanpassung erwünscht sein.

Es liegen begrenzte Daten für Patienten mit schwerer Leberfunktionseinschränkung vor. Vorsicht ist

ratsam und eine Dosisreduktion um mehr als 50 % sollte in Betracht gezogen werden. Bei der

Therapie von Patienten mit schwerer Leberfunktionseinschränkung sollte der mögliche Nutzen gegen

das Risiko abgewogen werden.

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Obwohl keine Änderung der Dosis bei Patienten mit einer glomerulären Filtrationsrate (GFR)

zwischen 30-70 ml/min erforderlich ist, wird zur Vorsicht geraten. Bei hämodialysepflichtigen

Patienten sowie Patienten mit schwerer Beeinträchtigung der Nierenfunktion (GFR < 30 ml/min) sollte

die Dosis um 50 % reduziert werden. Aufgrund der interindividuellen Variabilität der Clearance dieser

Patienten kann eine individuelle Dosisanpassung erwünscht sein.

Kinder und Jugendliche

Venlafaxin wird nicht zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen empfohlen.

Kontrollierte klinische Studien an Kindern und Jugendlichen mit Episoden einer Major Depression

konnten eine Wirksamkeit nicht belegen und stützen die Anwendung von Venlafaxin bei diesen

Patienten nicht (siehe Abschnitte 4.4 und 4.8).

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Venlafaxin für andere Indikationen bei Kindern und

Jugendlichen unter 18 Jahren sind nicht erwiesen.

Art der Anwendung

Zum Einnehmen.

Um sicherzustellen das die Pellets (Sphäroide in den Kapseln) vollständig geschluckt werden, müssen

die Kapseln im Ganzen mit Flüssigkeit geschluckt werden und dürfen nicht geöffnet, zerdrückt,

zerkaut oder aufgelöst werden.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

Eine gleichzeitige Behandlung mit irreversiblen Monoaminoxidase-Inhibitoren (MAOI) ist aufgrund

des Risikos eines Serotonin-Syndroms mit Symptomen wie Agitiertheit, Tremor und Hyperthermie

kontraindiziert.

Die Behandlung mit Venlafaxin darf nicht vor Ablauf von mindestens 14 Tagen nach Beendigung der

Behandlung mit einem irreversiblen MAOI eingeleitet werden.

Die Anwendung von Venlafaxin muss mindestens 7 Tage vor Beginn einer Therapie mit einem

irreversiblen MAOI beendet werden (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5).

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Suizid/Suizidgedanken oder klinische Verschlechterung

Depressive Erkrankungen sind mit einem erhöhten Risiko für die Auslösung von Suizidgedanken,

selbstschädigendem Verhalten und Suizid (Suizid-bezogene Ereignisse) verbunden. Dieses erhöhte

Risiko besteht, bis es zu einer signifikanten Linderung der Symptome kommt. Da diese nicht

unbedingt schon während der ersten Behandlungswochen auftritt, sollten die Patienten daher bis zum

Eintritt einer Besserung engmaschig überwacht werden. Die bisherige klinische Erfahrung zeigt, dass

das Suizidrisiko zu Beginn einer Behandlung ansteigen kann.

Andere psychiatrische Erkrankungen, für die Venlafaxin verordnet wird, können ebenso mit einem

erhöhten Risiko für Suizid-bezogene Ereignisse einhergehen. Außerdem können diese Erkrankungen

zusammen mit einer depressiven Erkrankung (Episoden einer Major Depression) auftreten. Daher

sollten bei Behandlung anderer psychiatrischer Erkrankungen die gleichen Vorsichtsmaßnahmen

eingehalten werden wie bei der Behandlung von depressiven Erkrankungen.

Bei Patienten mit suizidalem Verhalten in der Anamnese oder solchen, die vor der Therapie

ausgeprägte Suizidabsichten hatten, ist das Risiko für die Auslösung von Suizidgedanken oder -

versuchen erhöht. Sie sollten daher während der Behandlung besonders sorgfältig überwacht werden.

Eine Meta-Analyse von Placebo-kontrollierten klinischen Studien zur Anwendung von Antidepressiva

bei Erwachsenen mit psychiatrischen Störungen zeigte für Patienten unter 25 Jahren, die

Antidepressiva einnahmen, ein erhöhtes Risiko für suizidales Verhalten im Vergleich zu Placebo.

Die Arzneimitteltherapie sollte mit einer engmaschigen Überwachung der Patienten, vor allem der

Patienten mit hohem Suizidrisiko, insbesondere zu Beginn der Behandlung und nach

Dosisanpassungen einhergehen. Patienten (und deren Betreuer) sind auf die Notwendigkeit einer

Überwachung hinsichtlich jeder klinischen Verschlechterung, des Auftretens von suizidalem

Verhalten oder Suizidgedanken und ungewöhnlicher Verhaltensänderungen hinzuweisen. Sie sollten

unverzüglich medizinischen Rat einholen, wenn derartige Symptome auftreten.

Serotonin-Syndrom

Ein Serotonin-Syndrom, ein potentiell lebensbedrohlicher Zustand, kann unter Behandlung mit

Venlafaxin auftreten, insbesondere bei gleichzeitiger Anwendung von anderen Substanzen, die das

serotonerge Neurotransmittersystem beeinflussen können (SSRI, SNRI, Buprenorphin, Triptane,

Lithium, Sibutramin, Johanniskraut [

Hypericum perforatum

] und Tramadol), von Wirkstoffen, die den

Stoffwechsel von Serotonin beeinträchtigen wie MAOIs (z. B. Methylenblau),von Antipsychotika

oder anderen Dopaminantagonisten (siehe Abschnitte 4.3 und 4.5).

Die Symptome eines Serotonin-Syndroms können Änderungen des mentalen Status (z. B. Agitiertheit,

Halluzination, Koma), autonome Instabilität (z. B. Tachykardie, labiler Blutdruck, Hyperthermie),

neuromuskuläre Abweichungen (z. B. Hyperreflexie, Inkoordination) und/oder gastrointestinale

Symptome (z. B. Übelkeit, Erbrechen, Durchfall) einschließen. Das Serotonin-Syndrom in seiner

schwersten Form kann dem malignen neuroleptischen Syndrom (MNS) ähneln, das Hyperthermie,

Muskelsteife, autonome Instabilität mit möglicherweise raschen Schwankungen von Vitalzeichen und

Änderungen des seelischen Zustands umfasst.

Falls die gleichzeitige Behandlung mit Venlafaxin und anderen Wirkstoffen, die das serotonerge

und/oder dopaminerge Neurotransmittersystem beeinflussen können, klinisch gerechtfertigt ist, ist eine

sorgfältige Überwachung des Patienten angeraten, insbesondere bei Behandlungsbeginn und

Dosiserhöhungen.

Die gleichzeitige Anwendung von Venlafaxin mit Serotonin-Präkursoren (wie z. B. Tryptophan-

Nahrungsergänzungsmitteln) wird nicht empfohlen.

Engwinkelglaukom

Unter Venlafaxin kann eine Mydriasis auftreten. Es wird empfohlen, Patienten mit erhöhtem

Augeninnendruck oder Patienten mit einem Risiko für ein akutes Engwinkelglaukom

(Winkelblockglaukom) sorgfältig zu überwachen.

Blutdruck

Über einen dosisabhängigen Blutdruckanstieg bei Anwendung von Venlafaxin wurde häufig berichtet.

Es wurde nach Markteinführung über einige Fälle von stark erhöhtem Blutdruck berichtet, der eine

sofortige Behandlung erforderte. Alle Patienten sollten sorgfältig auf Bluthochdruck überprüft und ein

schon bestehender Bluthochdruck sollte vor Behandlungsbeginn eingestellt werden. Der Blutdruck

sollte nach Behandlungsbeginn und nach Dosiserhöhungen regelmäßig kontrolliert werden. Vorsicht

ist geboten bei Patienten, deren Gesundheitszustand durch eine Erhöhung des Blutdrucks

beeinträchtigt werden könnte, z.B. bei solchen mit beeinträchtigter kardialer Funktion.

Herzfrequenz

Erhöhungen der Herzfrequenz können insbesondere bei höherer Dosierung auftreten. Vorsicht ist

geboten bei Patienten, deren Gesundheitszustand durch eine Erhöhung der Herzfrequenz beeinträchtigt

werden könnte.

Herzerkrankung und Risiko einer Arrhythmie

Venlafaxin wurde nicht bei Patienten mit kürzlich zurückliegendem Myokardinfarkt oder nicht

stabilisierter Herzerkrankung evaluiert. Daher sollte es bei diesen Patienten mit Vorsicht angewendet

werden.

Seit Markteinführung wurde bei Anwendung von Venlafaxin über Fälle von QTc-Verlängerung,

Torsade de Pointes (TdP), ventrikuläre Tachykardie und tödlich verlaufende Herzrhythmusstörungen

berichtet – insbesondere bei Überdosierung oder bei Patienten mit erhöhtem Risiko für QTc-

Verlängerung/ TdP. Das Risiko-Nutzen-Verhältnis sollte abgewogen werden, bevor Venlafaxin

Patienten mit einem hohen Risiko für schwere Herzrhythmusstörungen oder QTc-Verlängerung

verordnet wird (siehe Abschnitt 5.1).

Krampfanfälle

Unter der Behandlung mit Venlafaxin können Krampfanfälle auftreten. Die Behandlung mit

Venlafaxin sollte bei Patienten mit Krampfanfällen in der Vorgeschichte mit Vorsicht begonnen und

die betroffenen Patienten sorgfältig überwacht werden. Die Behandlung sollte bei jedem Patienten

beendet werden, bei dem sich Krampfanfälle entwickeln.

Hyponatriämie

Es können Fälle von Hyponatriämie und/oder das Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion (SIADH)

unter Behandlung mit Venlafaxin auftreten. Dies wurde meist bei Patienten mit Volumenmangel oder

dehydrierten Patienten berichtet. Bei älteren Patienten, bei Diuretika einnehmenden Patienten sowie

Patienten mit anderweitigem Volumenmangel kann das Risiko hierfür erhöht sein.

Abnorme Blutungen

Arzneimittel, die die Serotoninaufnahme inhibieren, können zu einer reduzierten Plättchenfunktion

führen. Blutungen, die mit der SSRI und SNRI Anwendung assoziiert sind reichten von Ekchymosen,

Hämatomen, Epistaxis und Petechien bis hin zu gastrointestinalen und lebensbedrohlichen Blutungen.

Das Risiko von Blutungen kann bei Patienten, die Venlafaxin einnehmen, erhöht sein. Venlafaxin

sollte bei Patienten mit einer Prädisposition für Blutungen, einschließlich auf Antikoagulanzien und

Thrombozytenaggregationshemmer eingestellte Patienten, vorsichtig angewendet werden.

SSRI/SRNI können das Risiko einer postpartalen Hämorrhagie erhöhen (siehe Abschnitte 4.6 und

4.8).

Serum-Cholesterin

Klinisch relevante Cholesterinspiegelerhöhungen wurden bei 5,3 % der mit Venlafaxin behandelten

Patienten und 0,0 % der mit Placebo behandelten Patienten beobachtet, die mindestens 3 Monate lang

in placebokontrollierten Studien behandelt wurden. Eine Bestimmung des Cholesterinspiegels sollte

bei einer Langzeitbehandlung erwogen werden.

Gleichzeitige Anwendung von Arzneimitteln zur Gewichtsreduktion

Die Sicherheit und Wirksamkeit einer Behandlung mit Venlafaxin in Kombination mit Arzneimitteln

zur Gewichtsreduktion, einschließlich Phentermin, sind nicht erwiesen. Eine Kombination von

Venlafaxin mit Arzneimitteln zur Gewichtsabnahme wird nicht empfohlen. Venlafaxin ist weder als

Mono- noch als Kombinationstherapie für die Gewichtsreduktion zugelassen.

Manie/Hypomanie

Eine Manie/Hypomanie kann bei einem kleinen Teil der Patienten mit einer affektiven Störung

auftreten, die Antidepressiva einschließlich Venlafaxin erhalten haben. Venlafaxin sollte bei Patienten

mit bipolarer affektiver Störung in ihrer oder der familiären Vorgeschichte mit Vorsicht angewendet

werden.

Aggression

Aggression kann bei einer geringen Anzahl von Patienten auftreten, die Antidepressiva einschließlich

Venlafaxin erhalten haben. Hierüber wurde zu Behandlungsbeginn, bei Änderungen der Dosis und bei

Beendigung der Behandlung berichtet.

Bei Patienten mit Aggression in der Vorgeschichte sollte Venlafaxin mit Vorsicht angewendet werden.

Absetzreaktionen bei Beendigung der Behandlung

Das Auftreten von Absetzreaktionen ist bei Antidepressiva bekannt und die Auswirkungen können

langwierig und schwerwiegend sein. Suizid/ suizidale Gedanken und Aggressionen wurden bei

Patienten während Änderungen des Venlafaxin-Dosierungsschemas, einschließlich während des

Absetzens, beobachtet. Daher sollten Patienten bei einer Dosisreduktion oder während des Absetzens

engmaschig überwacht werden (siehe oben Abschnitt 4.4 „Suizid/ Suizidgedanken oder klinische

Verschlechterung“ und „Aggression“). Absetzreaktionen treten bei einer Beendigung der Behandlung

häufig auf, insbesondere wenn die Behandlung plötzlich abgebrochen wird (siehe Abschnitt 4.8). In

klinischen Studien traten Nebenwirkungen bei Beendigung der Behandlung (während und nach der

Dosisreduktion) bei etwa 31 % der Patienten auf, die mit Venlafaxin behandelt wurden und bei 17 %

der Patienten, die Placebo einnahmen.

Das Risiko von Absetzreaktionen kann von mehreren Faktoren abhängen, einschließlich Dauer der

Behandlung, Dosis und Geschwindigkeit der Dosisreduktion. Schwindelgefühl,

Empfindungsstörungen (einschließlich Parästhesien), Schlafstörungen (einschließlich Schlaflosigkeit

und intensiver Träume), Agitiertheit oder Angst, Übelkeit und/oder Erbrechen, Zittern,

Kopfschmerzen, Sehbeeinträchtigung und Blutdruckanstieg sind die am häufigsten berichteten

Reaktionen. Im Allgemeinen sind diese Symptome leicht bis mäßig schwer, bei einigen Patienten

können sie jedoch schwerwiegend sein.

Sie treten normalerweise innerhalb der ersten Tage nach Absetzen der Behandlung auf, aber in sehr

seltenen Fällen wurde von solchen Symptomen bei Patienten nach unbeabsichtigtem Auslassen einer

Dosis berichtet. Im Allgemeinen bilden sich diese Symptome von selbst zurück und klingen innerhalb

von 2 Wochen ab. Bei einigen Personen können sie länger anhalten (2-3 Monate oder länger). Es wird

daher empfohlen bei einer Beendigung der Behandlung mit Venlafaxin die Dosis über einen Zeitraum

von mehreren Wochen oder Monaten schrittweise zu reduzieren, entsprechend den Bedürfnissen des

Patienten (siehe Abschnitt 4.2). Bei einigen Patienten kann das Absetzen über Monate oder länger

erforderlich sein.

Akathisie/psychomotorische Unruhe

Die Anwendung von Venlafaxin wurde mit der Entwicklung von Akathisien in Verbindung gebracht,

die charakterisiert sind durch eine subjektiv unangenehme oder als quälend erlebte Ruhelosigkeit und

Notwendigkeit sich zu bewegen, oft zusammen mit einer Unfähigkeit still zu sitzen oder still zu

stehen. Dies tritt am ehesten während der ersten Behandlungswochen auf. Für Patienten, bei denen

solche Symptome auftreten, kann eine Dosiserhöhung schädlich sein.

Mundtrockenheit

Über Mundtrockenheit wird bei 10 % der mit Venlafaxin behandelten Patienten berichtet. Dies kann

das Risiko für Karies erhöhen und die Patienten sollten auf die Wichtigkeit einer Dentalhygiene

hingewiesen werden.

Diabetes

Bei Patienten mit Diabetes kann durch die Behandlung mit SSRI oder Venlafaxin die

Blutzuckereinstellung beeinflusst sein. Die Dosierung von Insulin und/oder oralen Antidiabetika muss

möglicherweise angepasst werden.

Sexuelle Funktionsstörung

Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer (SNRIs) können Symptome einer sexuellen

Funktionsstörung verursachen (siehe Abschnitt 4.8). Es wurden lang anhaltende sexuelle

Funktionsstörungen berichtet, bei denen die Symptome trotz der Absetzung von SNRIs bestehen

blieben.

Beeinträchtigung von Urintests

Bei Patienten, die Venlafaxin eingenommen haben, wurden bei Urin-Immuntests falsch-positive

Testergebnisse auf Phencyclidin (PCP) und Amphetamine berichtet. Grund dafür ist die fehlende

Spezifität der Immuntests. Solche falsch-positiven Testergebnisse können über mehrere Tage nach

Absetzen der Venlafaxin-Therapie erwartet werden. Bestätigende Untersuchungen wie z. B.

Gaschromatographie/Massenspektrometrie differenzieren Venlafaxin gegenüber PCP und

Amphetaminen.

Venlafaxin-ratiopharm Hartkapseln, retardiert enthalten Sphäroide, die den Wirkstoff langsam in den

Verdauungstrakt abgeben. Der unlösliche Anteil dieser Sphäroide wird ausgeschieden und kann in den

Fäzes sichtbar sein.

Warnhinweis zu einem sonstigen Bestandteil

Saccharose

Patienten mit der seltenen hereditären Fructose-Intoleranz, Glucose-Galactose-Malabsorption oder

Sucrase-Isomaltase-Mangel sollten dieses Arzneimittel nicht einnehmen.

Kinder und Jugendliche

Venlafaxin-ratiopharm sollte nicht zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren

angewendet werden. Suizidale Verhaltensweisen (Suizidversuch und Suizidgedanken) sowie

Feindseligkeit (vorwiegend Aggressivität, oppositionelles Verhalten und Wut) wurden in klinischen

Studien häufiger bei mit Antidepressiva behandelten Kindern und Jugendlichen beobachtet als bei

Kindern und Jugendlichen, die mit Placebo behandelt wurden. Sollte aufgrund klinischer

Notwendigkeit dennoch die Entscheidung für eine Behandlung getroffen werden, ist der Patient im

Hinblick auf das Auftreten suizidaler Symptome sorgfältig zu überwachen. Darüber hinaus fehlen

Langzeitdaten zur Sicherheit bei Kindern und Jugendlichen in Bezug auf Wachstum, Reifung sowie

kognitive Entwicklung und Verhaltensentwicklung.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Monoaminoxidase-Hemmer (MAOI)

Irreversible nicht-selektive MAOI

Venlafaxin darf nicht in Kombination mit irreversiblen nicht-selektiven MAOI angewendet werden.

Eine Behandlung mit Venlafaxin darf erst frühestens 14 Tage nach Beendigung einer Behandlung mit

einem irreversiblen nicht-selektiven MAOI eingeleitet werden. Die Anwendung von Venlafaxin muss

mindestens 7 Tage vor Beginn einer Therapie mit einem irreversiblen nicht-selektiven MAOI beendet

sein (siehe Abschnitte 4.3 und 4.4).

Reversible selektive MAO-A-Inhibitor (Moclobemid)

Aufgrund des Risikos eines Serotonin-Syndroms wird die Kombination von Venlafaxin mit einem

reversiblen und selektiven MAOI, z.B. Moclobemid, nicht empfohlen. Nach einer Behandlung mit

einem reversiblen MAO-Inhibitor kann vor Beginn einer Behandlung mit Venlafaxin eine

Absetzperiode gewählt werden, die kürzer als 14 Tage ist. Es wird empfohlen, Venlafaxin mindestens

7 Tage vor Beginn einer Behandlung mit einem reversiblen MAOI abzusetzen (siehe Abschnitt 4.4).

Reversible nicht-selektive MAOI (Linezolid)

Das Antibiotikum Linezolid ist ein schwacher reversibler und nicht-selektiver MAOI und sollte nicht

bei Patienten angewendet werden, die mit Venlafaxin behandelt werden (siehe Abschnitt 4.4).

Schwere Nebenwirkungen wurden bei Patienten berichtet, bei denen ein MAOI kurz vor Beginn der

Behandlung mit Venlafaxin oder Venlafaxin kurz vor Beginn der Behandlung mit einem MAOI

abgesetzt wurde. Diese Nebenwirkungen umfassten Tremor, Myoklonus, Schwitzen, Übelkeit,

Erbrechen, Hitzewallungen, Schwindelgefühl und Fieber mit Merkmalen, die dem malignen

neuroleptischen Syndrom ähnelten, Krampfanfälle sowie Todesfälle.

Serotonin-Syndrom

Wie bei anderen serotonergen Wirkstoffen kann unter Behandlung mit Venlafaxin ein Serotonin-

Syndrom, ein potentiell lebensbedrohlicher Zustand, auftreten; insbesondere bei gleichzeitiger

Einnahme anderer Substanzen, die das serotonerge Neurotransmittersystem beeinflussen können

(einschließlich Triptane, SSRI, SNRI, Lithium, Sibutramin, Opioide (z. B. Buprenorphin, Tramadol),

Johanniskraut [

Hypericum perforatum

], von Arzneimitteln, die den Serotonin-Stoffwechsel

beeinträchtigen (z. B. MAOI wie Methylenblau) oder von Serotonin-Präkursoren (z. B. als

Tryptophan-Nahrungsergänzungsmittel) oder von Antipsychotika oder anderen Dopaminantagonisten

(siehe Abschnitte 4.3 und 4.4).

Wenn aus klinischen Gründen eine gleichzeitige Behandlung mit Venlafaxin und einem SSRI, einem

SNRI oder einem Serotoninrezeptor-Agonisten (Triptan) nötig ist, wird zu einer sorgfältigen

Beobachtung des Patienten besonders zu Beginn der Behandlung und bei Dosiserhöhungen geraten.

Die gleichzeitige Anwendung von Venlafaxin und Serotonin-Präkursoren (z. B. Tryptophan-

Ergänzungsmittel) wird nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.4).

ZNS-aktive Substanzen

Das Risiko der Anwendung von Venlafaxin in Kombination mit anderen ZNS-aktiven Substanzen

wurde nicht systematisch evaluiert. Daher ist Vorsicht ratsam, wenn Venlafaxin in Kombination mit

anderen ZNS-aktiven Substanzen eingenommen wird.

Ethanol

Es wurde gezeigt, dass Venlafaxin die durch Ethanol verursachte Beeinträchtigung geistiger und

motorischer Fähigkeiten nicht verstärkt. Jedoch sollten die Patienten darauf hingewiesen werden, den

Alkoholkonsum zu vermeiden.

Arzneimittel, die das QT-Intervall verlängern

Das Risiko einer QTc-Verlängerung und/ oder ventrikulären Arrhythmie (z. B. TdP) ist bei der

gleichzeitigen Anwendung mit anderen Substanzen, die das QTc-Intervall verlängern, erhöht. Die

gleichzeitige Einnahme mit solchen Substanzen, sollte daher vermieden werden (siehe Abschnitt 4.4).

Dies beinhaltet folgende Arzneimittelklassen:

Klasse-Ia- und -III-Antiarrhythmika (z. B. Chinidin, Amiodaron, Sotalol, Dofetilid)

einige Antipsychotika (z. B. Thioridazin)

einige Makrolide (z. B. Erythromycin)

einige Antihistaminika

einige Chinolon-Antibiotika (z. B. Moxifloxacin)

Diese Auflistung ist nicht vollständig. Auch die gleichzeitige Anwendung von einzelnen anderen

Substanzen, die das QT-Intervall signifikant erhöhen, sollte vermieden werden.

Wirkung anderer Arzneimittel auf Venlafaxin

Ketoconazol (CYP3A4-Inhibitor)

In einer pharmakokinetischen Studie führte die Gabe von Ketoconazol bei CYP2D6-extensiven

Metabolisierern (EM) bzw. schwachen Metabolisierern (poor metabolizer = PM) zu einer erhöhten

AUC von Venlafaxin (70 % bzw. 21 % bei Probanden mit CYP2D6 EM bzw. PM) und von O-

Desmethylvenlafaxin (33 % bzw. 23 % bei Probanden mit CYP2D6 EM bzw. PM). Die gleichzeitige

Anwendung von CYP3A4-Inhibitoren (z.B. Atazanavir, Clarithromycin, Indinavir, Itraconazol,

Voriconazol, Posaconazol, Ketoconazol, Nelfinavir, Ritonavir, Saquinavir, Telithromycin) und

Venlafaxin kann die Spiegel von Venlafaxin und O-Desmethylvenlafaxin erhöhen. Daher ist Vorsicht

ratsam, wenn die Therapie eines Patienten gleichzeitig Venlafaxin und einen CYP3A4-Inhibitor

umfasst.

Wirkung von Venlafaxin auf andere Arzneimittel

Lithium

Ein Serotonin-Syndrom kann bei gleichzeitiger Anwendung von Venlafaxin und Lithium auftreten

(siehe

Serotonin-Syndrom

Diazepam

Venlafaxin hat keine Auswirkungen auf die Pharmakokinetik und Pharmakodynamik von Diazepam

und seinem aktiven Metaboliten Desmethyldiazepam. Diazepam scheint die pharmakokinetischen

Parameter von Venlafaxin oder O-Desmethylvenlafaxin nicht zu beeinflussen. Es ist nicht bekannt, ob

eine pharmakokinetische und/oder pharmakodynamische Wechselwirkung mit anderen

Benzodiazepinen besteht.

Imipramin

Venlafaxin beeinflusste die Pharmakokinetik von Imipramin und 2-Hydroxyimipramin nicht. Die

AUC von 2-Hydroxydesipramin war dosisabhängig um das 2,5- bis 4,5fache erhöht, wenn 75 mg bis

150 mg Venlafaxin täglich gegeben wurden. Imipramin beeinflusste die Pharmakokinetik von

Venlafaxin und O-Desmethylvenlafaxin nicht. Die klinische Bedeutung dieser Wechselwirkung ist

nicht bekannt. Bei gleichzeitiger Anwendung von Venlafaxin und Imipramin ist Vorsicht geboten.

Haloperidol

Eine pharmakokinetische Studie mit Haloperidol zeigte eine Abnahme der oralen Gesamt-Clearance

um 42 %, eine Zunahme der AUC um 70 %, einen Anstieg von C

um 88 %, jedoch keine Änderung

der Halbwertszeit für Haloperidol. Dies sollte bei gleichzeitig mit Haloperidol und Venlafaxin

behandelten Patienten beachtet werden. Die klinische Bedeutung dieser Wechselwirkung ist nicht

bekannt.

Risperidon

Venlafaxin erhöhte die AUC von Risperidon um 50 %, veränderte jedoch das pharmakokinetische

Gesamtprofil des gesamten aktiven Anteils (Risperidon und 9-Hydroxyrisperidon) nicht signifikant.

Die klinische Bedeutung dieser Wechselwirkung ist nicht bekannt.

Metoprolol

Die gleichzeitige Anwendung von Venlafaxin und Metoprolol bei gesunden Probanden in einer

pharmakokinetischen Wechselwirkungsstudie mit beiden Arzneimitteln führte zu einer Erhöhung der

Metoprolol-Plasmakonzentration um ca. 30-40 % bei unveränderter Plasmakonzentration des aktiven

Metaboliten α-Hydroxy-Metoprolol. Die klinische Relevanz dieser Ergebnisse für Patienten mit

Bluthochdruck ist nicht bekannt. Metoprolol veränderte das pharmakokinetische Profil von Venlafaxin

und seinem aktiven Metaboliten O-Desmethylvenlafaxin nicht. Bei gleichzeitiger Anwendung von

Venlafaxin und Metoprolol ist Vorsicht geboten.

Indinavir

Eine pharmakokinetische Studie mit Indinavir zeigte eine Abnahme der AUC um 28 % und eine

Abnahme von C

um 36 % für Indinavir. Indinavir beeinflusste die Pharmakokinetik von Venlafaxin

und O-Desmethylvenlafaxin nicht. Die klinische Bedeutung dieser Wechselwirkung ist nicht bekannt.

Arzneimittel, die durch Cytochrom-P450-Isoenzyme metabolisiert werden.

In-vivo-Studien zeigen, dass Venlafaxin ein relativ schwacher CYP2D6 Inhibitor ist. CYP3A4

(Alprazolam und Carbamazepin), CYP1A2 (Koffein) und CYP2C9 (Tolbutamid) oder CYP2C19

(Diazepam) wurden in-vivo nicht durch Venlafaxin inhibiert.

Orale Kontrazeptiva

Nach Markteinführung wurde über ungewollte Schwangerschaften berichtet bei Personen die orale

Kontrazeptiva einnahmen während sie mit Venlafaxin behandelt wurden. Es gibt keine eindeutigen

Beweise dafür, dass es zu diesen Schwangerschaften aufgrund von Wechselwirkungen mit Venlafaxin

gekommen ist. Wechselwirkungsstudien mit hormonellen Kontrazeptiva wurden nicht durchgeführt.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Es liegen keine hinreichenden Daten zur Anwendung von Venlafaxin bei schwangeren Frauen vor.

Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3). Das

potentielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt. Venlafaxin darf bei schwangeren Frauen nur

angewendet werden, wenn der zu erwartende Nutzen die möglichen Risiken überwiegt.

Bei Neugeborenen können Absetzerscheinungen auftreten, wenn Venlafaxin bis zur oder kurz vor der

Geburt angewendet wird. Manche Neugeborene, die Venlafaxin spät im dritten Trimenon exponiert

waren, entwickelten Komplikationen, die eine Sondenernährung, eine Unterstützung der Atmung oder

einen verlängerten Klinikaufenthalt erforderten. Solche Komplikationen können unmittelbar nach der

Geburt auftreten.

Daten aus epidemiologischen Studien deuten darauf hin, dass die Anwendung von SSRI in der

Schwangerschaft, insbesondere im späten Stadium einer Schwangerschaft, das Risiko für das

Auftreten einer primären pulmonalen Hypertonie bei Neugeborenen (PPHN, auch persistierende

pulmonale Hypertonie genannt) erhöhen kann. Obwohl es keine Studien gibt, die einen

Zusammenhang zwischen der Behandlung mit SNRI und dem Auftreten von PPHN untersucht haben,

kann dieses potentielle Risiko für Venlafaxin nicht ausgeschlossen werden, wenn man den

zugehörigen Wirkmechanismus (Inhibition der Wiederaufnahme von Serotonin) berücksichtigt.

Folgende Symptome können bei Neugeborenen beobachtet werden, falls die Mutter SSRI/SNRI in der

späten Schwangerschaft angewendet hat: Irritabilität, Zittern, Muskelhypotonie, anhaltendes Schreien,

Schwierigkeiten bei der Nahrungsaufnahme oder beim Schlafen. Diese Symptome können entweder

auf serotonerge Wirkungen oder auf Expositions-Symptome zurückzuführen sein. In der Mehrzahl der

Fälle werden diese Komplikationen unmittelbar oder innerhalb von 24 Stunden nach der Geburt

beobachtet.

Beobachtungsdaten weisen auf ein erhöhtes Risiko (weniger als das 2-fache) für eine postpartale

Hämorrhagie infolge einer Exposition gegenüber SSRI/SNRI innerhalb des Monats vor der Geburt hin

(siehe Abschnitte 4.4 und 4.8).

Stillzeit

Venlafaxin und sein aktiver Metabolit O-Desmethylvenlafaxin gehen in die Muttermilch über. Es

liegen Post-Marketing-Berichte vor von gestillten Kindern, die Schreien, Unruhe und unnormales

Schlafverhalten zeigten. Symptome, wie sie beim Absetzen von Venlafaxin auftreten, wurden

ebenfalls nach Abstillen berichtet. Ein Risiko für das gestillte Kind kann nicht ausgeschlossen werden.

Es muss eine Entscheidung darüber getroffen werden, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder ob auf

die Behandlung mit Venlafaxin-ratiopharm verzichtet werden soll/die Behandlung mit Venlafaxin-

ratiopharm zu unterbrechen ist. Dabei soll sowohl der Nutzen des Stillens für das Kind als auch der

Nutzen der Therapie für die Frau berücksichtigt werden.

Fertilität

Eine reduzierte Fertilität wurde in einer Studie beobachtet, in der männlichen und weiblichen Ratten

O-Desmethyl-Venlafaxin verabreicht wurde. Die Bedeutung dieses Ergebnisses für den Menschen ist

nicht bekannt (siehe Abschnitt 5.3).

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Venlafaxin-ratiopharm kann das Urteilsvermögen, das Denkvermögen und die motorischen

Fähigkeiten beeinträchtigen. Daher sollte ein Patient, der Venlafaxin erhält, vor einer Einschränkung

seiner Fähigkeit, ein Fahrzeug zu führen oder gefährliche Maschinen zu bedienen, gewarnt werden.

4.8

Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Die als sehr häufig (> 1/10) in klinischen Studien berichteten Nebenwirkungen waren Übelkeit,

Mundtrockenheit, Kopfschmerzen und Schwitzen (einschließlich Nachtschweiß).

Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen

Im Folgenden sind die Nebenwirkungen, geordnet nach Organklassen und der Häufigkeit ihres

Auftretens mit abnehmendem medizinischem Schweregrad innerhalb der jeweiligen

Häufigkeitsgruppe, aufgeführt.

Die Häufigkeit ihres Auftretens ist definiert als: sehr häufig (

1/10), häufig (

1/100, < 1/10),

gelegentlich (

1/1.000, < 1/100), selten (

1/10.000, < 1/1.000), nicht bekannt (Häufigkeit auf

Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Organsystem

Sehr häufig

Häufig

Gelegentlich

Selten

Sehr selten

Nicht bekannt

Erkrankungen

des Blutes und

des

Lymphsystem

s

Agranulozyto

se*,

aplastische

Anämie*,

Panzytopenie

Neutropenie*

Thrombozyto

penie*

Erkrankungen

des

Immunsystem

s

anaphylaktisc

Reaktionen*

Endokrine

Erkrankungen

Syndrom der

inadäquaten

ADH-

Sekretion

(SIADH)*

Prolactinspie

gel erhöht*

Organsystem

Sehr häufig

Häufig

Gelegentlich

Selten

Sehr selten

Nicht bekannt

Stoffwechsel-

und

Ernährungsst

örungen

verminderter

Appetit

Hyponatriämi

Psychiatrische

Erkrankungen

Schlaflosigke

Verwirrtheit*

Depersonalis

ation*,

ungewöhnlic

Trauminhalte

, Nervosität,

Libidoabnah

Agitiertheit*,

Anorgasmie

Manie,

Hypomanie,

Halluzination

Derealisation,

Orgasmusstör

ungen,

Bruxismus*,

Apathie

Delirium

suizidale

Gedanken

suizidales

Verhalten

Aggression

Erkrankungen

des

Nervensystem

s

Kopfschmerz

Schwindelgef

ühl,

Sedierung

Akathisie*,

Zittern,

Parästhesien,

Dysgeusie

Synkope,

Myoklonus,

beeinträchtigt

e Balance*,

beeinträchtigt

Koordination

Dyskinesien*

malignes

neuroleptisch

es Syndrom

(MNS)*,

Serotonin-

Syndrom*,

Krampfanfäll

Dystonien*

tardive

Dyskinesie*

Augenerkrank

ungen

Sehstörungen

Akkommodat

ionsstörungen

einschließlich

verschwomm

enem Sehen,

Mydriasis

Engwinkelgla

ukom*

Erkrankungen

des Ohrs und

des

Labyrinths

Tinnitus*

Schwindel

Herzerkranku

ngen

Tachykardie,

Palpitationen

Torsade de

pointes*,

ventrikuläre

Tachykardie*

Kammerflim

mern, QT

Verlängerung

en im EKG*

Stress-

Kardiomyo

pathie

(Takotsubo-

Kardiomyo

pathie)*

Gefäßerkrank

ungen

Blutdruckanst

ieg,

Hitzewallung

orthostatische

Hypotonie,

Hypotonie*

Erkrankungen

Dyspnoe*,

Interstitielle

Organsystem

Sehr häufig

Häufig

Gelegentlich

Selten

Sehr selten

Nicht bekannt

der

Atemwege, des

Brustraums

und

Mediastinums

Gähnen

Pneumonie*,

pulmonale

Eosinophilie*

Erkrankungen

des

Gastrointestin

altrakts

Übelkeit,

Mundtrocken

heit,

Verstopfung

Diarrhoe*,

Erbrechen

gastrointestin

ale Blutung*

Pankreatitis*

Leber- und

Gallenerkrank

ungen

Leberwertver

änderungen*

Hepatitis*

Erkrankungen

der Haut und

des

Unterhautzell

gewebes

Hyperhidrose

(einschließlic

Nachtschwei

ß)*

Ausschlag,

Juckreiz*

Urtikaria*,

Alopezie*,

kleinflächige

Hautblutung

(Ekchymose),

Angioödem*,

Lichtüberemp

findlichkeitsr

eaktion

Stevens-

Johnson-

Syndrom*,

toxische

epidermale

Nekrolyse*,

Erythema

multiforme*

Skelettmuskul

atur,

Bindegewebs-

und

Knochenerkra

nkungen

Muskelhypert

onie

Rhabdomyol

yse*

Erkrankungen

der Nieren

und Harnwege

verzögertes

Wasserlassen

, Harnverhalt,

Pollakisurie*

Harninkontin

enz*

Erkrankungen

der

Geschlechtsor

gane und der

Brustdrüse

Menorrhagie

Metrorrhagie

*, erektile

Dysfunktion

Ejakulationss

törungen

postpartale

Hämorrhagie

Allgemeine

Erkrankungen

und

Beschwerden

am

Verabreichun

gsort

Fatigue,

Asthenie,

Schüttelfrost*

Schleimhautb

lutungen*

Untersuchung

en

Gewichtsabn

ahme,

Gewichtszun

ahme,

erhöhte

verlängerte

Blutungsdaue

Verlängerung

en im EKG,

Prolactinspie

gel erhöht

Organsystem

Sehr häufig

Häufig

Gelegentlich

Selten

Sehr selten

Nicht bekannt

Cholesterinw

erte

Nebenwirkungen, die nach der Markteinführung auftraten

Fälle von suizidalen Gedanken oder suizidalem Verhalten während der Therapie mit Venlafaxin

oder kurze Zeit nach Beendigung der Behandlung sind berichtet worden (siehe Abschnitt 4.4).

Siehe Abschnitt 4.4.

In gepoolten klinischen Studien war die Häufigkeit von Kopfschmerz unter Venlafaxin und

unter Placebo ähnlich.

Dieses Ereignis wurde für die therapeutische Klasse der SSRI/SNRI berichtet (siehe Abschnitte 4.4 und

4.6).

Absetzen der Behandlung

Das Absetzen von Venlafaxin führt (insbesondere wenn es abrupt geschieht) häufig zu

Absetzreaktionen. Schwindelgefühl, Empfindungsstörungen (einschließlich Parästhesien),

Schlafstörungen (einschließlich Schlaflosigkeit und intensiver Träume), Agitiertheit oder Angst,

Übelkeit und/oder Erbrechen, Zittern, Schwindel, Kopfschmerzen, Grippe-Syndrom,

Sehbeeinträchtigung und Blutdruckanstieg sind die am häufigsten berichteten Reaktionen. Im

Allgemeinen sind diese Symptome leicht bis mäßig schwer und gehen von selbst zurück, bei einigen

Patienten können sie jedoch schwerwiegend sein und/oder länger andauern. Es wird daher geraten,

wenn eine Behandlung mit Venlafaxin nicht mehr erforderlich ist, die Dosis schrittweise zu reduzieren

(siehe Abschnitte 4.2 und 4.4). Bei einigen Patienten traten jedoch schwere Aggression und

Suizidgedanken auf, während die Dosis reduziert wurde oder während des Absetzens (siehe

Abschnitte 4.2 und 4.4).

Kinder und Jugendliche

Insgesamt ähnelte das Nebenwirkungsprofil von Venlafaxin (in placebokontrollierten klinischen

Studien) bei Kindern und Jugendlichen (im Alter von 6 bis 17 Jahren) dem bei Erwachsenen. Wie bei

Erwachsenen wurden verminderter Appetit, Gewichtsabnahme, Blutdruckanstieg und erhöhte

Cholesterinwerte beobachtet (siehe Abschnitt 4.4).

In pädiatrischen klinischen Studien wurde die Nebenwirkung Suizidgedanken beobachtet. Es wurde

vermehrt über Feindseligkeit und, speziell bei Major Depression, über Selbstverletzung berichtet.

Insbesondere wurden die folgenden Nebenwirkungen bei pädiatrischen Patienten beobachtet:

Bauchschmerzen, Agitiertheit, Dyspepsie, kleinflächige Hautblutungen, Nasenbluten und Myalgie.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-

Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Symptome

Nach Markteinführung wurde über Überdosierung von Venlafaxin vor allem in Verbindung mit

Alkohol und/oder anderen Arzneimitteln berichtet. Die am häufigsten bei Überdosierung berichteten

Ereignisse umfassen Tachykardie, Änderungen des Bewusstseinsgrades (von Schläfrigkeit bis Koma),

Mydriasis, Krampfanfälle und Erbrechen. Weitere berichtete Ereignisse schließen

elektrokardiographische Veränderungen (z.B. Verlängerung der QT- und QRS-Strecke [siehe

Abschnitt 5.1], Schenkelblock), Kammertachykardie, Bradykardie, Blutdruckabfall, Schwindel und

Todesfälle ein.

In publizierten retrospektiven Studien wird berichtet, dass eine Überdosierung von Venlafaxin mit

einem im Vergleich zu SSRI höheren und im Vergleich zu trizyklischen Antidepressiva niedrigeren

Risiko für einen tödlichen Ausgang assoziiert sein kann. Epidemiologische Studien zeigten, dass mit

Venlafaxin behandelte Patienten eine höhere Belastung mit Suizid-Risikofaktoren aufwiesen als mit

SSRI behandelte Patienten. Inwieweit der Befund des erhöhten Risikos für einen tödlichen Ausgang

der Toxizität von Venlafaxin bei Überdosierung bzw. irgendeinem Merkmal der mit Venlafaxin

behandelten Patienten beigemessen werden kann, ist unklar. Verordnungen von Venlafaxin sollten in

der kleinsten, mit einer guten Patientenführung zu vereinbarenden Packungsgröße des Arzneimittels

erfolgen, um das Risiko einer Überdosierung zu reduzieren.

Empfohlene Therapie

Empfohlen werden die allgemein üblichen unterstützenden und symptomatischen Maßnahmen;

Herzrhythmus und Vitalparameter sind zu überwachen. Wenn die Gefahr einer Aspiration besteht,

wird das Herbeiführen von Erbrechen nicht empfohlen. Eine Magenspülung kann angezeigt sein, wenn

sie frühzeitig erfolgt, oder bei Patienten mit Intoxikationserscheinungen. Auch durch Gabe von

Aktivkohle kann die Resorption des Wirkstoffs begrenzt werden. Forcierte Diurese, Dialyse,

Hämoperfusion und Blutaustauschtransfusion sind wahrscheinlich ohne Nutzen. Spezifische

Gegenmittel für Venlafaxin sind nicht bekannt.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Nervensystem, Psychoanaleptika, Andere Antidepressiva

ATC-Code: N06AX16

Wirkmechanismus

Für den antidepressiven Wirkmechanismus von Venlafaxin beim Menschen wird angenommen, dass

er mit einer Erhöhung der Neurotransmitteraktivität im Zentralnervensystem assoziiert ist.

Präklinische Studien zeigten, dass Venlafaxin und sein aktiver Metabolit O-Desmethylvenlafaxin

(ODV) Inhibitoren der neuronalen Serotonin- und Noradrenalin-Wiederaufnahme sind. Venlafaxin

inhibiert außerdem die Dopamin-Wiederaufnahme schwach. Venlafaxin und sein aktiver Metabolit

reduzieren die ß-adrenerge Ansprechbarkeit bei Einzelgabe (Einzeldosis) und bei chronischer Gabe.

Venlafaxin und ODV sind sich in Bezug auf ihre Gesamtwirkung auf die Neurotransmitter-

Wiederaufnahme und die Rezeptorbindung sehr ähnlich.

Venlafaxin zeigt im Nagerhirn praktisch keine Affinität zu muskarinischen, cholinergen, H

histaminergen oder α

-adrenergen Rezeptoren

in vitro

. Eine pharmakologische Aktivität an diesen

Rezeptoren kann mit verschiedenen mit anderen Antidepressiva beobachteten Nebenwirkungen, z. B.

anticholinergen, sedierenden und kardiovaskulären Nebenwirkungen, in Verbindung gebracht werden.

Venlafaxin weist keine inhibitorische Aktivität für Monoaminoxidase (MAOI) auf.

In-vitro

-Studien zeigten, dass Venlafaxin praktisch keine Affinität zu Opiat- oder Benzodiazepin-

sensitiven Rezeptoren aufweist.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

Episoden einer Major Depression

Die Wirksamkeit von schnell freisetzendem Venlafaxin zur Behandlung von Episoden einer Major

Depression wurde in fünf randomisierten, doppelblinden placebokontrollierten Kurzzeitstudien von

vier bis sechs Wochen Dauer mit Dosen bis zu 375 mg/Tag nachgewiesen. Die Wirksamkeit von

retardiertem Venlafaxin zur Behandlung von Episoden einer Major Depression wurde in zwei

placebokontrollierten, Kurzzeitstudien von acht bzw. zwölf Wochen Dauer und einem Dosisbereich

von 75 bis 225 mg/Tag nachgewiesen.

In einer Langzeitstudie erhielten erwachsene ambulante Patienten, die in einer achtwöchigen offenen

Studie auf retardiertes Venlafaxin (75, 150 oder 225 mg) angesprochen hatten, randomisiert die

gleiche Dosis an retardiertem Venlafaxin oder Placebo und wurden über bis zu 26 Wochen hinweg auf

ein Rezidiv beobachtet.

In einer zweiten Langzeitstudie wurde die Wirksamkeit von Venlafaxin zur Prävention rezidivierender

depressiver Episoden über einen Zeitraum von 12 Monaten in einer placebokontrollierten

doppelblinden klinischen Studie mit erwachsenen ambulanten Patienten mit rezidivierenden Episoden

einer Major Depression, die in der vorigen depressiven Episode auf eine Behandlung mit Venlafaxin

(100 bis 200 mg/Tag, in zwei Teildosen am Tag) angesprochen hatten, nachgewiesen.

Generalisierte Angststörung

Die Wirksamkeit von retardiertem Venlafaxin zur Behandlung der generalisierten Angststörung wurde

in zwei achtwöchigen placebokontrollierten Studien mit fixer Dosierung (75 bis 225 mg/Tag), einer

sechsmonatigen placebokontrollierten Studie mit fixer Dosierung (75 bis 225 mg/Tag) und einer

sechsmonatigen placebokontrollierten Studie mit flexibler Dosierung (37,5, 75 und 150 mg/Tag) an

erwachsenen ambulanten Patienten nachgewiesen.

Während Belege für eine Überlegenheit gegenüber Placebo auch für die Dosis von 37,5 mg/Tag

vorlagen, war diese Dosis nicht so konsistent wirksam wie die höheren Dosierungen.

Soziale Angststörung

Die Wirksamkeit von retardiertem Venlafaxin zur Behandlung der Sozialen Angststörung wurde in

vier doppelblinden, zwölfwöchigen, multizentrischen, placebokontrollierten Studien im

Parallelgruppen-Vergleich mit flexibler Dosierung und einer doppelblinden, sechsmonatigen,

placebokontrollierten Studie im Parallelgruppen-Vergleich mit fixer/flexibler Dosierung mit

erwachsenen ambulanten Patienten nachgewiesen. Die Patienten erhielten Dosen im Bereich von 75

bis 225 mg/Tag. Es gab keine Belege für eine höhere Wirksamkeit in der Gruppe mit 150 bis 225

mg/Tag, verglichen mit der Gruppe mit 75 mg/Tag in der sechsmonatigen Studie.

Panikstörung

Die Wirksamkeit von retardiertem Venlafaxin zur Behandlung der Panikstörung wurde in zwei

doppelblinden, zwölfwöchigen, multizentrischen, placebokontrollierten Studien mit erwachsenen

ambulanten Patienten mit Panikstörung mit oder ohne Agoraphobie nachgewiesen. Die Initialdosis in

Studien bei Panikstörung betrug 37,5 mg/Tag über 7 Tage. Die Patienten erhielten dann fixe

Dosierungen von 75 oder 150 mg/Tag in der einen Studie und 75 oder 225 mg/Tag in der anderen

Studie.

Außerdem wurde die Wirksamkeit nachgewiesen in einer doppelblinden, placebokontrollierten

Langzeitstudie im Parallelgruppenvergleich zur Langzeitsicherheit, Wirksamkeit und

Rezidivprophylaxe mit erwachsenen ambulanten Patienten, welche auf eine offene Behandlung

angesprochen hatten. Die Patienten erhielten weiterhin die gleiche Dosis retardierten Venlafaxins, die

sie am Ende der offenen Phase eingenommen hatten (75, 150 oder 225 mg).

Kardiale Elektrophysiologie

In einer umfangreichen QTc-Studie an gesunden Probanden mit einer supratherapeutischen Dosis von

450 mg/Tag (gegeben als zweimal 225 mg pro Tag) verlängerte Venlafaxin das QT- Intervall nicht in

klinisch relevantem Ausmaß. Postmarketing-Fälle von QTc-Verlängerung/TdP und ventrikulären

Arrhythmien wurden jedoch berichtet, insbesondere bei Überdosierung oder bei Patienten mit anderen

Risikofaktoren für eine QTc-Verlängerung/TdP (siehe Abschnitte 4.4, 4.8 und 4.9).

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Venlafaxin unterliegt einer erheblichen Metabolisierung, primär zum aktiven Metaboliten O-

Desmethylvenlafaxin (ODV). Die durchschnittlichen Plasmahalbwertszeiten mit Standardabweichung

betragen 5 ± 2 Stunden bei Venlafaxin bzw. 11 ± 2 Stunden bei ODV. Die Steady-State-

Konzentrationen von Venlafaxin und ODV werden innerhalb von 3 Tagen nach oraler Mehrfachgabe

erreicht. Venlafaxin und ODV zeigen eine lineare Kinetik im Dosisbereich von 75 mg und 450

mg/Tag.

Resorption

Mindestens 92 % des Venlafaxins wird nach oralen Einzeldosen von schnell freisetzendem Venlafaxin

resorbiert. Die absolute Bioverfügbarkeit liegt aufgrund des präsystemischen Metabolismus bei 40 %

bis 45 %. Nach Gabe von schnell freisetzendem Venlafaxin treten die Plasmaspitzenkonzentrationen

von Venlafaxin und ODV innerhalb von 2 bzw. 3 Stunden auf. Nach Gabe von Venlafaxin-

Retardkapseln werden die Plasmaspitzenkonzentrationen von Venlafaxin und ODV innerhalb von 5,5

bzw. 9 Stunden erreicht. Werden gleiche Venlafaxin-Dosen entweder als schnell freisetzende Tablette

oder als Retardkapsel angewendet, zeigt retardiertes Venlafaxin eine geringere Geschwindigkeit, aber

das gleiche Ausmaß der Resorption wie die schnell freisetzende Tablette. Nahrung beeinflusst die

Bioverfügbarkeit von Venlafaxin oder ODV nicht.

Verteilung

Venlafaxin und ODV werden in therapeutischen Konzentrationen minimal an menschliche

Plasmaproteine gebunden (zu 27 % bzw. 30 %). Das Verteilungsvolumen von Venlafaxin beträgt im

Steady State 4,4 ± 1,6 l/kg nach intravenöser Gabe.

Biotransformation

Venlafaxin wird in der Leber extensiv metabolisiert.

In-vitro-

in-vivo-

Studien deuten darauf hin,

dass Venlafaxin zu seinem aktiven Hauptmetaboliten ODV durch CYP2D6 verstoffwechselt wird.

In-

vitro-

in-vivo-

Studien deuten darauf hin, dass Venlafaxin durch CYP3A4 zu einem weniger

aktiven Nebenmetaboliten, N-Desmethylvenlafaxin, verstoffwechselt wird.

In-vitro

- und

in-vivo

Studien zeigen, dass Venlafaxin selbst ein schwacher Inhibitor des CYP2D6 ist. Venlafaxin inhibierte

CYP1A2, CYP2C9 und CYP3A4 nicht.

Elimination

Venlafaxin und seine Metaboliten werden hauptsächlich über die Nieren ausgeschieden. Etwa 87 %

einer Venlafaxindosis werden innerhalb von 48 Stunden im Urin entweder als unverändertes

Venlafaxin (5 %), als unkonjugiertes ODV (29 %), als konjugiertes ODV (26 %) oder als weitere

inaktive Nebenmetaboliten (27 %) ausgeschieden. Die durchschnittliche Plasma-Clearance (+-

Standardabweichung) von Venlafaxin bzw. ODV im Steady-State ist 1,3 ± 0,6 l/h/kg bzw. 0,4 ± 0,2

l/h/kg.

Besondere Patientengruppen

Alter und Geschlecht

Alter und Geschlecht haben keine signifikanten Auswirkungen auf die pharmakokinetischen

Eigenschaften von Venlafaxin und ODV.

Extensive/Schwache CYP2D6-Metabolisierer

Die Venlafaxin-Plasmakonzentrationen sind bei schwachen CYP2D6-Metabolisierern höher als bei

extensiven Metabolisierern. Da die Gesamtexposition (AUC) von Venlafaxin und ODV bei schwachen

und extensiven Metabolisierern ähnlich ist, besteht keine Notwendigkeit für unterschiedliche

Venlafaxin-Dosierungsschemata bei diesen beiden Gruppen.

Eingeschränkte Leberfunktion

Bei Probanden mit Child-Pugh A (leichte Leberfunktionsstörung) und Child-Pugh B (mäßige

Leberfunktionsstörung) waren die Halbwertszeiten von Venlafaxin und ODV im Vergleich zu

normalen Patienten verlängert. Die orale Clearance sowohl von Venlafaxin als auch von ODV war

vermindert. Es wurde eine große interindividuelle Variabilität beobachtet. Es liegen begrenzte Daten

für Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung vor (siehe Abschnitt 4.2).

Eingeschränkte Nierenfunktion

Bei Dialyse-Patienten war die Eliminationshalbwertszeit von Venlafaxin im Vergleich zu normalen

Probanden um etwa 180 % verlängert und die Clearance um etwa 57 % vermindert, während die

ODV-Eliminationshalbwertszeit um etwa 142 % verlängert und die Clearance um etwa 56 %

vermindert war. Eine Dosisanpassung ist erforderlich bei Patienten mit schwerer Beeinträchtigung der

Nierenfunktion und bei dialysepflichtigen Patienten (siehe Abschnitt 4.2).

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

In Studien mit Venlafaxin an Ratten und Mäusen wurden keine kanzerogenen Wirkungen beobachtet.

Venlafaxin erwies sich in verschiedenen

in-vitro-

in-vivo

-Tests als nicht mutagen.

Tierexperimentelle Studien zur Reproduktionstoxizität zeigten bei Ratten ein vermindertes

Körpergewicht der Jungtiere, einen Anstieg der Fehlgeburten und einen Anstieg der Todesfälle bei

Jungtieren während der ersten 5 Tage des Säugens. Die Ursache für diese Todesfälle ist nicht bekannt.

Diese Effekte traten bei 30 mg/kg/Tag auf, dem 4fachen einer täglichen Venlafaxin-Dosis von 375 mg

beim Menschen (auf Basis mg/kg). Die

no-effect

-Dosis für diese Ergebnisse betrug das 1,3fache der

menschlichen Dosis. Das potentielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt.

Eine reduzierte Fertilität wurde in einer Studie beobachtet, in der männliche und weibliche Ratten

ODV exponiert wurden. Diese Exposition entsprach etwa dem Ein- bis Zweifachen einer

Venlafaxindosis von 375 mg/Tag beim Menschen. Die Bedeutung dieses Ergebnisses für den

Menschen ist nicht bekannt.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Kapselinhalt

Zucker-Stärke-Pellets (enthält Saccharose und Maisstärke)

Hypromellose

Ethylcellulose

Talkum

Kapselhülle

Titandioxid (E171)

Gelatine

Eisen(Ⅲ)-oxid (E172)

Eisen(Ⅱ,Ⅲ)-oxid (E172)

(Venlafaxin-ratiopharm 37,5 mg Hartkapseln, retardiert)

Eisen(Ⅲ)-hydroxid-oxid x H

(Venlafaxin-ratiopharm 150 mg Hartkapseln, retardiert)

Drucktinte

Schellack

Propylenglycol (E1520)

Ammoniak-Lösung

Eisen(Ⅱ,Ⅲ)-oxid (E172)

Kaliumhydroxid

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend

6.3

Dauer der Haltbarkeit

2 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 30 °C lagern.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Al//PVC/PVDC Blisterpackungen

Packungen mit 10, 14, 20, 28, 30, 50, 98 und 100 Hartkapseln, retardiert.

Al//PVC/PVDC perforierte Einzeldosis-Blisterpackungen

Packungen mit 100 x 1 Hartkapsel, retardiert.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

A

Z

-Pharma GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm

Mitvertrieb

ratiopharm GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm

8.

ZULASSUNGSNUMMER(N)

Venlafaxin-ratiopharm 37,5 mg: 2204461.00.00

Venlafaxin-ratiopharm 75 mg:

2204462.00.00

Venlafaxin-ratiopharm 150 mg: 2204463.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 13. Juli 2021

10.

STAND DER INFORMATION

August 2021

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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