Valpro TAD 300mg magensaftresistente Filmtablette

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Natriumvalproat
Verfügbar ab:
TAD Pharma GmbH
INN (Internationale Bezeichnung):
sodium valproate
Darreichungsform:
magensaftresistente Filmtablette
Zusammensetzung:
Natriumvalproat 300.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
48775.01.00

GEBRAUCHSINFORMATION: INFORMATION F

ÜR DEN ANWENDER

Valpro TAD

®

300 mg,

magensaftresistente Tabletten

Wirkstoff: Natriumvalproat

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses Arzneimittels

beginnen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann

anderen Menschen schaden, auch wenn diese dieselben Beschwerden haben wie Sie.

Wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen

bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind, informieren Sie bitte Ihren Arzt oder

Apotheker.

Diese Packungsbeilage beinhaltet:

Was ist Valpro TAD 300 mg und wofür wird es angewendet?

Was müssen Sie vor der Einnahme von Valpro TAD 300 mg beachten?

Wie ist Valpro TAD 300 mg einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Valpro TAD 300 mg aufzubewahren?

Weitere Informationen

1.

WAS IST VALPRO TAD 300 MG UND WOFÜR WIRD ES ANGEWENDET?

Valpro TAD 300 mg ist ein Mittel zur Behandlung von Anfallsleiden (Antiepileptikum)

Valpro TAD 300 mg wird angewendet zur Behandlung von

Anfällen, die von beiden Gehirnhälften ausgehen (generalisierte Anfälle, z.B. Absencen, myoklonische und

tonisch-klonische Anfälle)

Anfällen, die von einem umschriebenen Gebiet des Gehirns ausgehen (fokale Anfälle) und sich unter

Umständen auf beide Hirnhälften ausbreiten (sekundär generalisierte Anfälle)

Hinweis:

Valpro TAD 300 mg kann bei anderen Anfallsformen, z.B. Anfällen mit gemischter (komplexer) Symptomatik sowie

bei Anfällen, die sich von einem umschriebenen Hirngebiet auf beide Hirnhälften ausbreiten (sekundär generalisierte

Anfälle) zusammen mit anderen Arzneimitteln gegen Anfallsleiden verabreicht werden, wenn diese Anfallsformen auf

die übliche antiepileptische Behandlung nicht ansprechen.

Bei Kleinkindern bis einschließlich 3 Jahren sollte Valpro TAD 300 mg nur unter besonderer Vorsicht nach strenger

Nutzen-Risiko-Abwägung und möglichst als Monotherapie angewendet werden.

2.

WAS MÜSSEN SIE VOR DER EINNAHME VON VALPRO TAD 300 MG BEACHTEN?

Valpro TAD 300 mg darf nicht eingenommen werden

wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegenüber Valproinsäure oder einem der sonstigen Bestandteile sind

bei früheren oder bestehenden Lebererkrankungen in der eigenen oder familiären Vorgeschichte sowie

bestehenden schwerwiegenden Funktionsstörungen von Leber oder Bauchspeicheldrüse

bei Funktionsstörungen der Leber mit tödlichem Ausgang während einer Valproinsäure-Behandlung bei

Geschwistern

bei angeborenen oder erworbenen Störungen im Stoffwechsel des Blutfarbstoffes (Porphyrie)

bei Blutgerinnungsstörungen.

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Valpro TAD 300 mg ist erforderlich

bei einer früheren Schädigung des Knochenmarks; in diesem Fall ist eine strenge ärztliche Überwachung

erforderlich (Blutbildkontrollen).

bei systemischem Lupus erythematodes (eine Reaktion der körpereigenen Abwehr gegen eigenes

Bindegewebe),

Stoffwechselerkrankungen,

insbesondere

angeborenen

Enzymmangelkrankheiten.

Unter

Behandlung mit valproinsäurehaltigen Arzneimitteln kann es zu einem Anstieg des Ammoniakserumspiegels

(Hyperammonämie) kommen.

Suchen Sie deshalb bitte beim Auftreten folgender Symptome wie Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Erbrechen,

erniedrigter Blutdruck oder bei Zunahme der Anfälle Ihren Arzt auf. Dieser sollte dann die Serumspiegel von

Ammoniak und Valproinsäure bestimmen; ggf. ist die Dosis von Valpro TAD 300 mg zu verringern.

Verdacht

auf eine bereits

bestehende enzymatische Störung

Harnstoffzyklus

sollte der

Ammoniakserumspiegel bereits vor Beginn der Valproinsäuretherapie bestimmt werden.

Bei eingeschränkter Nierenfunktion und/oder Eiweißmangel im Blut muss der Anstieg an freier

Valproinsäure im Blut in Betracht gezogen werden und die Dosis entsprechend verringert werden.

vor einem chirurgischen oder zahnärztlichen Eingriff (z.B. dem Ziehen eines Zahns). Da bei Einnahme von

Valpro TAD 300 mg eine erhöhte Blutungsneigung bestehen kann, muss der behandelnde Arzt darüber

informiert werden, dass Sie Valpro TAD 300 mg einnehmen, damit die Blutgerinnung überprüft wird.

gleichzeitiger Einnahme von Arzneimitteln, die die Blutgerinnung hemmen (z.B. Vitamin-K-

Antagonisten) kann es zu einer erhöhten Blutungsneigung kommen. Die Blutgerinnung (Quick-Wert) muss

deshalb regelmäßig überprüft werden.

Ebenso kann bei gleichzeitiger Einnahme von Acetylsalicylsäure, z.B. ASS, Aspirin die Blutungsneigung

verstärkt sein, so dass regelmäßige Kontrollen der Blutgerinnung erforderlich sind (Bestimmung der

Blutungszeit und/oder Blutplättchenzahl; siehe auch Abschnitte "Bei Einnahme von Valpro TAD 300 mg mit

anderen Arzneimitteln" und 4. "Welche Nebenwirkungen sind möglich?").

Fragen Sie in diesen Fällen vor Behandlungsbeginn den Arzt. Dies gilt auch, wenn diese Angaben bei Ihnen früher

einmal zutrafen.

Warnhinweis:

Eine geringe Anzahl von Patienten, die mit Antiepileptika wie Valpro TAD 300 mg behandelt wurden, hatten

Gedanken daran, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen. Wenn Sie zu irgendeinem Zeitpunkt

solche Gedanken haben, setzen Sie sich sofort mit Ihrem Arzt in Verbindung.

Gelegentlich treten schwerwiegende (bis tödlich verlaufende) Schädigungen von Leber und Bauchspeicheldrüse auf.

Diese Schädigungen treten unabhängig von der Valpro TAD 300 mg-Dosis und fast ausschließlich in den ersten 6

Behandlungsmonaten auf. Betroffen sind vorwiegend Kinder unter 15 Jahren, besonders mehrfach behinderte

Kinder bis einschließlich 3 Jahren, die zusätzlich andere Arzneimittel gegen Anfälle einnehmen.

Bei einer Leberschädigung zeigen sich meistens bereits vor einer Veränderung von Laborwerten klinische

Auffälligkeiten wie Appetitverlust, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Abneigung gegen gewohnte Speisen,

Abneigung

gegen

Valproinsäure,

Müdigkeit,

Schlappheit,

Bewusstseinsstörungen

Verwirrtheit,

Teilnahmslosigkeit,

Unruhe

Bewegungsstörungen,

körperliches

Schwächegefühl,

Zunahme

Häufigkeit/Schwere der Anfälle, auffällig häufig blaue Flecken/Nasenbluten, Wassereinlagerungen in den

Augenlidern

oder

Beinen

Gelbsucht.

sehr

seltenen

Fällen

wurden

auch

Schädigungen

Bauchspeicheldrüse mit ähnlichen Beschwerden beobachtet.

Der klinischen Überwachung der Patienten kommt deshalb größere Bedeutung zu als den Laborbefunden.

Maßnahmen zur Früherkennung einer Leberschädigung:

Vor Behandlungsbeginn ausführliche klinische Untersuchung (insbesondere hinsichtlich Stoffwechselstörungen,

Erkrankung der Leber oder Bauchspeicheldrüse und Gerinnungsstörungen) und laborchemische Bestimmung von

Blutbild mit Thrombozyten, Bilirubin, Leberenzyme, Lipase, alpha-Amylase im Blut, Blutzucker, Gesamteiweiß,

Gerinnungsparameter. Die Patienten sind engmaschig zu überwachen (besonders bei Fieber). Die Eltern/

Bezugspersonen sind auf mögliche Zeichen einer Leberschädigung (s.o.) hinzuweisen und in die Überwachung mit

einzubeziehen.

Eltern und behandelnder Arzt sollten in den ersten 6 Behandlungsmonaten engen direkten oder telefonischen

Kontakt halten.

Eltern sollten bei klinischen Auffälligkeiten und unabhängig von diesem Zeitplan sofort den behandelnden Arzt

informieren.

Laborkontrollen bei den Arztbesuchen:

Bei unauffälligem Kind: Blutbild mit Thrombozyten, SGOT und SGPT, bei jeder zweiten ärztlichen Untersuchung,

außerdem Gerinnungsparameter. Nach 12monatiger Therapie ohne Auffälligkeiten sind nur noch 2-3 ärztliche

Kontrollen pro Jahr erforderlich.

Ein sofortiger Therapieabbruch ist zu erwägen bei:

nicht

erklärbarer

Störung

Allgemeinbefindens,

klinischen

Zeichen

einer

Leber-

oder

Bauchspeicheldrüsenschädigung oder Blutungsneigung, mehr als 2 -3facher Erhöhung der Lebertransaminasen

auch ohne klinische Zeichen (Enzyminduktion durch evtl. Begleitmedikation bedenken), leichte (eineinhalb- bis

zweifache) Erhöhung der Lebertransaminasen bei gleichzeitigem, akut fieberhaften Infekt, ausgeprägter Störung des

Gerinnungsstatus.

Bei Jugendlichen (etwa ab dem 15. Lebensjahr) und Erwachsenen sind im 1. Halbjahr monatliche Kontrollen des

klinischen Befundes und der Laborwerte sowie in jedem Fall vor Therapiebeginn zu empfehlen.

Kinder

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Valpro TAD 300 mg ist erforderlich bei

Kleinkindern bis zu einem Alter von einschließlich 3 Jahren, die gleichzeitig andere Arzneimittel gegen

Anfallsleiden einnehmen,

mehrfach behinderten Kindern und Jugendlichen mit schweren Anfallsformen.

Bei Kindern und Jugendlichen sind, besonders bei gleichzeitiger Einnahme von anderen Antiepileptika, gelegentlich

dosisunabhängig schwerwiegende, in einzelnen Fällen tödlich verlaufende Schädigungen der Leber beobachtet

worden. Die beobachteten Leberfunktionsstörungen traten vor allem innerhalb der ersten 6 Behandlungsmonate,

insbesondere zwischen der 2. und 12. Behandlungswoche auf und wurden am häufigsten bei Säuglingen und

Kleinkindern beobachtet, die an schweren epileptischen Anfällen litten, besonders wenn zusätzlich eine

Hirnschädigung, geistige Behinderung und/oder eine angeborene Stoffwechselerkrankung vorlag. Bei dieser

Patientengruppe sollte die Anwendung von Valpro TAD 300 mg nur mit besonderer Vorsicht und ohne gleichzeitige

Behandlung mit anderen Arzneimitteln gegen Anfälle erfolgen.

Deshalb sind Kinder und Jugendliche besonders in den ersten sechs Monaten ärztlich engmaschig zu überwachen.

Die gleichzeitige Einnahme von Valpro TAD 300 mg und Acetylsalicylsäure (z.B. ASS, Aspirin) sollte besonders bei

Säuglingen und Kleinkindern bei

der Behandlung von Fieber oder Schmerzen unterbleiben, weil

Blutungsneigung erhöht sein kann (siehe auch Abschnitte "Bei Einnahme von Valpro TAD 300 mg mit anderen

Arzneimitteln" und 4. "Welche Nebenwirkungen sind möglich?").

Bei Einnahme von Valpro TAD 300 mg mit anderen Arzneimitteln

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw. vor kurzem

eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie eines der folgenden Arzneimittel einnehmen:

- Carbapeneme (Antibiotika zur Behandlung von bakteriellen Infektionen).

Die gleichzeitige Anwendung von Valproinsäure und Carbapenemen sollte vermieden werden, weil dadurch die

Wirksamkeit von Valproinsäure vermindert werden kann.

Die Wirkung und teilweise die Nebenwirkungen von Valpro TAD 300 mg werden verstärkt durch:

Felbamat (Mittel

gegen Anfallsleiden), das dosisabhängig die Serumkonzentrationen von freier

Valproinsäure erhöht.

Cimetidin (Mittel gegen Magengeschwüre)

Erythromycin (Mittel gegen bakterielle Infektionen)

Acetylsalicylsäure (z.B. Aspirin, ASS: Mittel gegen Fieber und Schmerzen). Die Acetylsalicylsäure

vermindert die Bindung der Valproinsäure an das Bluteiweiß. Eine gleichzeitige Gabe von Valpro TAD 300 mg

und Acetylsalicylsäure sollte deshalb besonders bei Säuglingen und Kindern unterbleiben, weil die

Blutungsneigung erhöht sein kann (siehe auch den Abschnitt "Kinder" unter 2. "Besondere Vorsicht bei der

Einnahme von Valpro TAD 300 mg ist erforderlich").

Die Wirkung von Valpro TAD 300 mg wird abgeschwächt durch

andere Arzneimittel gegen Anfälle wie Phenobarbital, Phenytoin und Carbamazepin, durch beschleunigte

Valproinsäure-Ausscheidung

Primidon (Arzneimittel gegen Anfallsleiden)

Mefloquin (Mittel gegen Malaria) und Carbapeneme, z.B. Meropenem, Panipenem und Imipenem (Mittel

gegen bakterielle Infektionen), die Valproinsäure verstärkt abbauen und darüber hinaus eine mögliche

krampfauslösende Wirkung haben, was zu epileptischen Anfällen führen kann

Die Wirkung von Valpro TAD 300 mg kann verstärkt oder abgeschwächt werden durch

Fluoxetin (Mittel gegen Depressionen) durch Erhöhung der Valproinsäurekonzentration im Serum. Es sind

jedoch auch Fälle beschrieben, in denen die Valproinsäurekonzentration im Serum erniedrigt wurde.

Valpro TAD 300 mg verstärkt die Wirkung und teilweise die Nebenwirkungen von

Arzneimittel gegen Anfälle wie

Phenobarbital (durch Erhöhung der Serumkonzentrationen von Phenobarbital), was sich insbesondere bei

Kindern in verstärkter Müdigkeit äußern kann,

Phenytoin (durch Verminderung der Bindung des Phenobarbitals an Plasmaeiweiß); hierdurch kann das

Risiko

für

das Auftreten

Nebenwirkungen,

insbesondere

einer

Hirnschädigung,

erhöht

sein

("Nebenwirkungen" beachten),

Primidon,

Carbamazepin,

Felbamat; der Serumspiegel von Felbamat kann durch gleichzeitige Einnahme von Valproinsäure um 50 %

erhöht werden.

Lamotrigin (durch Hemmung des Abbaus von Lamotrigin). Es besteht der Verdacht, dass bei einer

Kombination von Lamotrigin mit Valpro TAD 300 mg das Risiko von Hautreaktionen erhöht ist.

Neuroleptika (Mittel gegen seelische Erkrankungen),

Benzodiazepine (angst- und spannungslösende Arzneimittel) wie Diazepam (durch Erhöhung des freien

Diazepams, verminderten Abbau und verminderte Ausscheidung) und Lorazepam (insbesondere durch

verminderte Ausscheidung),

Barbiturate (Beruhigungsmittel),

MAO-Hemmer (Arzneimittel gegen Depressionen) und andere Arzneimittel gegen Depressionen,

Codein (u.a. in Hustenmitteln enthalten),

Zidovudin (Mittel zur Behandlung von HIV-Infektionen),

Gerinnungshemmern (z.B. Vitamin-K-Antagonisten), so dass die Blutungsneigung erhöht sein kann.

Bei Kindern kann der Serumspiegel von Phenytoin (anderes Arzneimittel gegen Anfälle) bei gleichzeitiger

Verabreichung von Clonazepam (Benzodiazepin; angst- und spannungslösendes Arzneimittel sowie Arzneimittel

gegen Anfälle) und Valproinsäure erhöht werden.

Insbesondere bei der Kombination von Valpro TAD 300 mg mit anderen Arzneimitteln gegen Krampfanfälle,

Depressionen und seelische Erkrankungen können schwerwiegende Nebenwirkungen auftreten. Daher dürfen diese

Arzneimittel nicht ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt mit Valpro TAD 300 mg kombiniert werden.

Bei gleichzeitiger Behandlung von valproinsäurehaltigen Arzneimitteln und Clonazepam (Arzneimittel gegen Anfälle)

trat bei Patienten mit Anfällen vom Absence-Typ (spezielle, von beiden Gehirnhälften ausgehende Anfallsform) in der

Vorgeschichte ein Absence-Status (längerdauernder Dämmerzustand) auf.

Bei einer Patientin mit schizoaffektiver Störung (seelische Störung) trat bei gleichzeitiger Behandlung mit

Valproinsäure, Sertralin (Antidepressivum) und Risperidon (Neuroleptikum) eine Katatonie (Zustand starren

Verharrens, der durch Außenreize nicht zu beenden ist) auf.

Sonstige

Acetylsalicylsäure, z.B. ASS, Aspirin, (schmerz- und fiebersenkendes Arzneimittel) kann bei gleichzeitiger

Einnahme mit Valpro TAD 300 mg zu einer erhöhten Blutungsneigung führen (siehe auch den Abschnitt "Kinder"

unter 2. "Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Valpro TAD 300 mg ist erforderlich" und 4. "Welche

Nebenwirkungen sind möglich?").

Bei Diabetikern kann eine Untersuchung auf Keton-Körper im Urin falsch ausfallen, da Valproinsäure selbst

teilweise zu Keton-Körpern verstoffwechselt wird.

Andere Arzneimittel, die den Leberstoffwechsel belasten, können das Risiko der Entstehung von

Leberschäden erhöhen.

Die Wirkung von empfängnisverhütenden Hormonpräparaten ("Pille") wird durch Valpro TAD 300 mg nicht

vermindert.

Beachten Sie bitte, dass diese Angaben auch für vor kurzem angewandte Arzneimittel gelten können.

Bei Einnahme von Valpro TAD 300 mg zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken

Alkoholkonsum kann die Wirkung von Valpro TAD 300 mg beeinflussen und die Nebenwirkungen verstärken. Meiden

Sie deshalb den Genuss von Alkohol während der Behandlung.

Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft und Frauen im gebärfähigen Alter:

Sie sollten dieses Arzneimittel nicht einnehmen, wenn Sie schwanger oder im gebärfähigen Alter sind, es sei denn, Ihr

Arzt empfiehlt es Ihnen ausdrücklich. Wenn Sie eine Frau im gebärfähigen Alter sind, müssen Sie während der

Behandlung eine wirksame Verhütungsmethode anwenden.

Mit der Epilepsie und Antiepileptika verbundene Risiken im Allgemeinen:

Das Fehlbildungsrisiko ist bei den Nachkommen von Müttern, die mit Antiepileptika behandelt wurden, um den Faktor

2-3 erhöht. Am häufigsten wird über Lippenspalte, Herz- und Gefäße betreffende Missbildungen und

Neuralrohrdefekte berichtet. Die Behandlung mit mehreren Antiepileptika kann mit einem höheren Risiko für

angeborene Missbildungen assoziiert sein als die Monotherapie, weshalb es wichtig ist, die Monotherapie wann

immer möglich zu praktizieren. Gewöhnlich reduziert die Kombination einer Monotherapie mit der niedrigst möglichen

Dosis und einer Folsäuresubstitution das Fehlbildungsrisiko. Die Notwendigkeit einer Behandlung mit Antiepileptika

sollte überdacht werden, wenn eine Frau beabsichtigt, schwanger zu werden. Ein plötzlicher Therapieabbruch sollte

nicht vorgenommen werden, da dieser zu epileptischen Anfällen mit schwerwiegenden Folgen für Mutter und Kind

haben kann.

Mit Valproat verbundenes Risiko:

Über ein vermehrtes Auftreten von angeborenen Missbildungen einschließlich Neurahlrohrdefekte (Spina bifida,

Meningomyelozele) und anderen Missbildungen sowie Herzmissbildungen wurde bei Nachkommen von Müttern

berichtet, die an Epilepsie leiden und mit Valproat behandelt wurden, im Vergleich zur Behandlung mit anderen

Antiepileptika. Über eine anhaltende geistige Reifungsverzögerung im Vergleich zum jeweiligen Lebensalter und/oder

verzögerte geistige und motorische Entwicklung wurde berichtet.

Eine Folsäuresubstitution, 5 mg/Tag, vor der Schwangerschaft kann die Häufigkeit für bestimmte Defekte

(Neuralrohrdefekte) bei Kindern von Müttern senken, die hierfür ein erhöhtes Risiko aufweisen.

Valpro TAD passiert die Placenta und erreicht im fetalen Plasma höhere Konzentrationen als im maternalen. Falls

Valpro TAD unverzichtbar ist, sollte in der Schwangerschaft, besonders im ersten Trimenon, Valpro TAD in der

niedrigsten anfallskontrollierenden Dosis angewendet werden. Da Fehlbildungen mit großer Wahrscheinlichkeit durch

Spitzenkonzentrationen im Plasma ausgelöst werden, sollte bei Kinderwunsch, auf jeden Fall jedoch zwischen dem

20. und 40. Schwangerschaftstag, die Tagesdosis in mehreren kleinen Dosen über den Tag verteilt eingenommen

werden. Zusätzlich sollte eine regelmäßige Kontrolle der Plasmakonzentration vorgenommen werden, da offenbar bei

gleichbleibender Dosierung die Plasmakonzentrationen im Verlauf der Schwangerschaft erheblichen Veränderungen

unterliegen können. Maßnahmen zur Früherkennung von Schädigungen vor der Geburt (Ultraschall und alpha-

Fetoproteinbestimmung) werden empfohlen. Über Entzugserscheinungen (Reizbarkeit und Krämpfe können bis zu

12-24 Stunden nach der Geburt auftreten) und schwaches Säugen bei Neugeborenen, deren Mütter in der

Spätschwangerschaft mit Valproat behandelt wurden, wurde berichtet.

Es liegen Fallberichte über eine Störung der Blutgerinnung (hämorrhagisches Syndrom) bei Neugeborenen vor,

deren Mütter während der Schwangerschaft mit Valproat behandelt worden waren. Auch von Todesfällen durch

völliges Fehlen von Fibrin ist berichtet worden. Blutplättchen, Fibrinogenspiegel und Gerinnungsfaktoren sollten bei

Neugeborenen untersucht und Gerinnungstests durchgeführt werden.

Valpro TAD sollte nur wenn unbedingt erforderlich und nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Bewertung in der

Schwangerschaft angewendet werden.

Informationen für Frauen, die Valproinsäure zur Behandlung einer anderen Erkrankung als einer Epilepsie einnehmen

Wenn Sie schwanger sind, muss eine sorgfältige Risiko-Nutzen-Analyse vor einer Fortsetzung der Anwendung von

Valproinsäure erfolgen. Zur Migräneprophylaxe darf Valproinsäure in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden.

Stillzeit

Valpro TAD tritt in die Muttermilch über. Die Mengen sind jedoch gering und bedeuten im Allgemeinen kein Risiko für

das Kind. Die Monotherapie mit Valproinsäure wird gewöhnlich als kompatibel mit dem Stillen angesehen.

Fragen Sie vor der Einnahme/Anwendung von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Sie dürfen sich nicht ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt an das Steuer eines Fahrzeugs setzen oder Maschinen

bedienen.

Zu Beginn einer Behandlung mit Valpro TAD 300 mg und bei höherer Dosierung oder gleichzeitiger Einnahme

anderer, ebenfalls am Zentralnervensystem angreifenden Arzneimitteln, können zentralnervöse Wirkungen wie z.B.

Schläfrigkeit oder Verwirrtheit, das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass - unabhängig von der Auswirkung

des zu behandelnden Grundleidens - die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen

von elektrischen Werkzeugen und Maschinen vermindert wird. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirken

mit Alkohol.

3.

WIE IST VALPRO TAD 300 MG EINZUNEHMEN?

Nehmen Sie Valpro TAD 300 mg immer genau nach der Anweisung des Arztes ein. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt

oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis:

Die Dosierung ist individuell vom (Fach)Arzt zu bestimmen und zu kontrollieren, wobei Anfallsfreiheit bei möglichst

niedriger Dosierung, besonders auch in der Schwangerschaft, angestrebt werden sollte.

Ohne vorherige Rücksprache mit Ihrem Arzt dürfen Sie keine Behandlungs- oder Dosisänderungen vornehmen, um

den Behandlungserfolg nicht zu gefährden.

Es empfiehlt sich ein stufenweiser (einschleichender) Aufbau der Dosierung bis zur optimal wirksamen Dosis.

Bei alleiniger Gabe (Monotherapie) beträgt die Anfangsdosis

in der Regel 5 – 10 mg Natriumvalproat/kg

Körpergewicht, die alle 4 - 7 Tage um etwa 5 mg Natriumvalproat/kg Körpergewicht erhöht werden sollte.

Die volle Wirkung ist in einigen Fällen erst nach 4 - 6 Wochen zu beobachten. Die Tagesdosen sollten deshalb nicht

zu früh über mittlere Werte hinaus gesteigert werden.

Die mittlere Tagesdosis beträgt während der Langzeitbehandlung im Allgemeinen:

23,1 mg Natriumvalproat/kg Körpergewicht/Tag für Erwachsene und ältere Patienten.

28,8 mg Natriumvalproat/kg Körpergewicht/Tag für Jugendliche

34,6 mg Natriumvalproat/kg Körpergewicht/Tag für Kinder

Empfehlungen zur sicheren Anwendung von Valproat bei Dosen über 60 mg/kg/Tag können nicht gegeben werden.

Entsprechend werden folgende orientierende Tagesdosen empfohlen: s. Dosierungstabelle

Dosierungstabelle

Lebensalter

Körpergewicht (in kg)

durchschnittl.

Anzahl

Dosis in mg/Tag

Erwachsene

ab ca. 60

1200 – 2100

4-7 Filmtabletten 300 mg

Jugendliche ab 14 Jahre

ca. 40 - 60

600 – 1500

2-5 Filmtabletten 300 mg

Kinder:

3 - 6 Jahre

ca. 15 - 25

300 - 600

1-2 Filmtabletten 300 mg

7 - 14 Jahre

ca. 25 - 40

600 - 1200

2-4 Filmtabletten 300 mg

Angaben bezogen auf mg Natriumvalproat

2 Hinweise:

Für Kinder bis zu 6 Jahren eignen sich besonders die zur Verfügung stehenden Darreichungsformen mit niedrigerem

Wirkstoffgehalt (z.B. Lösung bzw. "Sirup" oder Tabletten zu 100 mg).

Folgende Tagesdosen werden empfohlen: siehe Dosierungstabelle oben

Die Tagesdosis kann auf 2 - 4 Einzelgaben verteilt werden.

Wird Valpro TAD 300 mg zusammen mit anderen Arzneimitteln gegen Anfallsleiden eingenommen oder soll es eine

frühere Medikation ersetzen, sollte in Erwägung gezogen werden, deren Dosis oder die des zuvor eingenommenen

Arzneimittels gegen Anfallsleiden (besonders des Phenobarbitals) zu vermindern. Falls die vorausgegangene

Medikation abgesetzt wird, hat dies ausschleichend zu erfolgen.

Andere Arzneimittel gegen Anfallsleiden wie Phenobarbital, Phenytoin, Primidon und Carbamazepin beschleunigen

den Abbau von Valproinsäure. Werden diese Medikamente abgesetzt, steigt die Valproinsäure-Konzentration im Blut

langsam an, so dass die Valproinsäure-Konzentration über einen Zeitraum von 4-6 Wochen kontrolliert werden

muss. Die Tagesdosis von Valpro TAD 300 mg ist gegebenenfalls zu vermindern.

Die Konzentration von Valproinsäure im Blutserum (bestimmt vor der ersten Tagesdosis) sollte 100 µg/ml nicht

überschreiten.

Besondere Patientengruppen

Bei Patienten mit verminderter Nierenfunktion oder Eiweißmangel im Blut sollte für eine Dosisanpassung das

klinische Bild entscheidend sein, da eine Bestimmung der Valproinsäurekonzentration im Serum zu falschen

Schlussfolgerungen führen kann. Entscheidend für eine Dosisanpassung sollte jedoch das klinische Bild und nicht

der Valproinsäurespiegel im Serum sein.

Art der Anwendung

Die magensaftresistenten Filmtabletten sollten möglichst 1 Stunde vor den Mahlzeiten (nüchtern) unzerkaut mit

reichlich Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) eingenommen werden.

Dauer der Anwendung

Die Behandlung von Anfallsleiden ist grundsätzlich eine Langzeitbehandlung.

Über die Einstellung, Behandlungsdauer, Dosierung und das Absetzen von Valpro TAD 300 mg sollte im Einzelfall in

Absprache mit dem Patienten ein Facharzt (Neurologe, Neuropädiater) in Abhängigkeit vom individuellen

Krankheitsverlauf entscheiden.

Im Allgemeinen ist eine Dosisverringerung und ein Absetzen des Arzneimittels frühestens nach zwei- bis dreijähriger

Anfallsfreiheit zu erwägen.

Das Absetzen sollte in schrittweiser Dosisverringerung über mindestens 6 Monate erfolgen, Kinder können der Dosis

pro kg Körpergewicht entwachsen. Bei einer Änderung der Dosis pro Kilogramm Körpergewicht hin zur empfohlenen

Dosis für die Altersgruppe sollte sich der EEG-Befund nicht verschlechtern.

Unter der Behandlung mit Natriumvalproat sollten die Serumkonzentrationen regelmäßig bestimmt werden.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von Valpro TAD 300 mg zu stark

oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine größere Menge Valpro TAD 300 mg eingenommen haben, als Sie sollten

Die unter den "Nebenwirkungen" genannten unerwünschten Erscheinungen können bei einer Überdosierung im

verstärkten Maße auftreten, z.B. erhöhte Anfallsneigung und Verhaltensstörungen bei Erwachsenen wie bei Kindern.

Bei jedem Anwendungsfehler ist sofort ein Arzt zu informieren. Wurden hohe Dosen eingenommen, sind

Notfallmaßnahmen einzuleiten (Einlieferung in ein Krankenhaus).

Ein spezifisches Gegenmittel ist nicht bekannt. Die Behandlung muss sich deshalb auf allgemeine Maßnahmen zur

Entfernung des Wirkstoffes aus dem Organismus und Stützung der lebenswichtigen Funktionen beschränken.

Wenn möglich, sollte frühzeitig (innerhalb von 30 Minuten nach der Einnahme) Erbrechen ausgelöst bzw.

Magenspülung und die Gabe von Aktivkohle vorgenommen werden. Eine intensive medizinische Überwachung kann

im Einzelfall erforderlich sein.

Wenn Sie die Einnahme von Valpro TAD 300 mg vergessen haben

Keinesfalls dürfen Sie die vergessene Dosis durch die Einnahme der doppelten Menge ausgleichen. Bitte nehmen

Sie dann Ihr Arzneimittel weiter so ein, wie es in seiner Anwendung vorgeschrieben ist.

Wenn Sie die Einnahme von Valpro TAD 300 mg abbrechen

Sie dürfen auf keinen Fall die Behandlung mit Valpro TAD 300 mg eigenmächtig unterbrechen oder vorzeitig

beenden. Bitte sprechen Sie vorher mit Ihrem Arzt, wenn Unverträglichkeiten oder eine Änderung in Ihrem

Krankheitsbild eintreten. Sie können damit den Behandlungserfolg gefährden und erneut epileptische Anfälle

auslösen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

4.

WELCHE NEBENWIRKUNGEN SIND MÖGLICH?

Wie alle Arzneimittel kann Valpro TAD 300 mg Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem Behandelten

auftreten müssen.

Bei der Bewertung der Häufigkeiten werden folgende Häufigkeitsangaben zu Grunde gelegt:

Sehr häufig:

mehr als 1 von 10 Behandelten

Häufig: weniger als 1 von 10, aber mehr als 1 von

100 Behandelten

Gelegentlich: weniger als 1 von 100, aber mehr als

1 von 1000 Behandelten

Selten: weniger als 1 von 1000, aber mehr als 1 von

10.000 Behandelten

Sehr selten:

weniger als 1 Fall von 10.000 Behandelten oder unbekannt

Mögliche Nebenwirkungen

Sehr häufig

Häufig

Gelegentlich

Selten

Sehr selten

Erkrankungen des

Blut- und

Lymphsystems

Verringerung der

Blutplättchen

(Thrombozytopenie),

Verringerung der

weißen Blutzellen

(Leukopenie) –

diese verschwinden

häufig vollständig,

wenn die

Behandlung

fortgeführt wird

Blutungen –

besonders zu

Behandlungsbeginn

Verringerung der

Zahl bestimmter

weißer Blutzellen

(Lymphopenie,

Neutropenie),

Verminderung aller

Blutzellen

(Panzytopenie),

Blutarmut (Anämie),

erniedrigte

Konzentration von

bestimmten

Blutgerinnungsfakto

ren (Fibrinogen oder

Faktor VIII) oder

verlängerte

Blutungszeit

Erkrankungen des

Immunsystems

Blutgefäßentzündung,

Lupus erythematodes

Endokrine

Erkrankungen

Ausbleiben der

monatlichen

Regelblutung

(Amenorrhö), erhöhte

Testosteronspiegel,

veränderte Eierstöcke

(polyzystische

Ovarien)

Stoffwechsel- und

Ernährungsstörungen

Vereinzelt und

mäßig ausgeprägte

Stoffwechselstörung

(Hyperammonämie)

ohne Veränderung

der Leberfunktions-

parameter – ein

Therapieabbruch ist

nicht erforderlich

Vorübergehende

Stoffwechselstörung

(Fanconi-Syndrom)

mit Ansäuerung des

Blutes (metabolische

Azidose) mit

Ausscheidung von

Phosphat

(Phosphaturie),

Aminosäuren

(Aminoacidurie) und

Zucker (Glukosurie)

im Harn nach

Absetzen von

Valproinsäure

Psychiatrische

Erkrankungen

Halluzinationen

Erkrankungen des

Dosisabhängig

Schädigung des

In Fällen mit höherer

Extrapyramidale

Nervensystems

Schläfrigkeit,

Benommenheit,

Zittern der Hände

(Tremor) oder

Missempfindung an

der Haut

(Parästhesie)

Gehirns

(Enzephalopathie),

in einigen Fällen

mit erhöhten

Ammoniakspiegeln,

die sich nach

Therapieabbruch

zurückbildet,

ein Anstieg des

Phenobarbital-

spiegels in der

Kombinations-

therapie,

Benommenheit,

zeitweise mit einer

erhöhten

Anfallshäufigkeit

assoziiert, deren

Symptome bei

Dosiserniedrigung

zurückgehen. Die

Mehrzahl dieser

Fälle traten unter

Kombinations-

therapie (besonders

mit Phenobarbital)

oder nach einem

schnellen

Dosisanstieg auf.

Besonders zu

Behandlungsbeginn

- Speichelfluss

(Hypersalivation),

Kopfschmerzen,

erhöhte

Eigenspannung der

Muskulatur

(Spastik),

Koordinations-

störung von

Bewegungsabläufen

(Ataxie),

Reizbarkeit,

Hyperaktivität und

Verwirrtheit

Dosierung oder bei

Kombinationstherapie

mit anderen

Antiepileptika:

chronische Schädigung

des Gehirns

(Enzephalopathie) mit

entsprechender

Symptomatik.

Störungen

(Bewegungsstörunge

n, die die Steuerung

der Muskeltätigkeit

durch das Gehirn

betreffen).

Vorübergehende

Demenz, assoziiert

mit vorübergehender

Verkleinerung des

Gehirns (zerebrale

Atrophie). Unter

Langzeitbehandlung

zusammen mit

anderen

Antiepileptika -

insbesondere mit

Phenytoin: Zeichen

einer

Hirnschädigung

(Enzephalopathie):

vermehrte

Krampfanfälle,

Antriebslosigkeit,

Reglosigkeit

(Stupor), Muskel-

schwäche

(muskuläre

Hypotonie),

Bewegungsstörungen

(Choreatiforme

Dyskinesien) und

schwere Allgemein-

veränderungen in

den Hirnströmen

(EEG). Einnässen

(Enuresis) bei

Kindern.

Erkrankungen des

Ohrs und des

Labyrinths

Vorübergehender

oder unumkehrbarer

Hörverlust,

Ohrgeräusche

(Tinnitus).

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts

Gewichtszunahme

oder –abnahme,

erhöhter Appetit

oder

Appetitlosigkeit

Insbesondere zu

Behandlungsbeginn

über einige Tage –

Durchfall (Diarrhö),

Störungen im

Magen-Darm-Trakt

(Übelkeit,

Bauchschmerzen)

Leber- und

Gallenerkrankungen*

Dosisabhängig

schwere (bis

lebensbedrohliche)

Störungen der

Leberfunktion

Schädigung der

Bauchspeicheldrüse

(Pankreas), manchmal

mit tödlichem

Ausgang

(erhöhtes Risiko für

Kinder

insbesondere zu

Behandlungsbeginn

unter

Kombinations-

therapie mit anderen

Antiepileptika

(siehe „Besondere

Vorsicht bei der

Einnahme von

Valpro TAD 300 mg

ist erforderlich“)

Erkrankungen der

Haut und des

Unterhautzellgewebes

Dosisabhängig

zeitweise

Haarausfall

Hautreaktionen

(Erythema multiforme)

Schwere

Hautreaktionen

(Steven-Johnson

Syndrom und

toxische epidermale

Nekrolyse, ebenso

wie Lyell Syndrom)

Allgemeine

Erkrankungen und

Beschwerden am

Verabreichungsort

Insbesondere zu

Behandlungsbeginn

– Einlagerung von

Wasser im Gewebe

(periphere Ödeme)

Leber- und Gallenerkrankungen*

Besondere Aufmerksamkeit muss im Laufe der Behandlung auf folgende Anzeichen einer Leberschädigung

gerichtet werden:

Verringerung antiepileptischer Wirkung, die durch erneutes Auftreten oder Zunahme epileptischer Anfälle

gekennzeichnet

ist;

länger andauernde Symptome wie körperliches Schwächegefühl,

Teilnahmslosigkeit,

Appetitlosigkeit,

Übelkeit

wiederholtes

Erbrechen

oder

unklare

Oberbauchbeschwerden,

vermehrte

Gewebewassereinlagerungen im ganzen Körper oder in Teile davon, Bewusstseinsstörungen mit Verwirrtheit, Unruhe

oder Bewegungsstörungen.

Hinsichtlich dieser Anzeichen sollten Säuglinge und Kleinkinder (1-3 Jahre) ärztlich engmaschig überwacht werden.

Sind die oben erwähnten Beschwerden anhaltend oder schwerwiegend, so sind neben einer gründlichen

Untersuchung auch entsprechende Laboruntersuchungen vorzunehmen.

Es wurden Fälle von Verringerungen der Knochendichte (Osteoporose bis hin zu Knochenbrüchen) berichtet. Bitte

beraten Sie sich mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie Antiepileptika über eine lange Zeit anwenden, wenn bei

Ihnen eine Osteoporose festgestellt wurde oder wenn Sie gleichzeitig Kortison oder andere Steroidhormone

einnehmen.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt

oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.

5.

WIE IST VALPRO TAD 300 MG AUFZUBEWAHREN?

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf der Faltschachtel und dem Etikett der Glasflasche nach „verwendbar bis:“

angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.

Die magensaftresistenten Filmtabletten dürfen erst unmittelbar vor Einnahme aus der Glasflasche entnommen

werden.

Vor Feuchtigkeit schützen und nicht über +25°C aufbewahren.

6. WEITERE INFORMATIONEN

Was Valpro TAD 300 mg enthält:

- Der Wirkstoff ist: Natriumvalproat.

1 magensaftresistente Filmtablette enthält 300 mg Natriumvalproat, entsprechend 260,4 mg Valproinsäure.

- Die sonstigen Bestandteile sind:

Mikrokristalline Cellulose, Gelatine, Calciumtrimetasilikat 5 H

O, Magnesiumstearat (Ph. Eur.), Methacrylsäure-

Ethylacrylat-Copolymer (1:1) (Ph. Eur.), Triethylcitrat, Titandioxid (E171), Glycerolmonostearat.

Wie Valpro TAD 300 mg aussieht und Inhalt der Packung

Valpro TAD 300 mg ist eine weiße, runde, bikonvexe Filmtablette.

Valpro TAD 300 mg ist in Packungen mit 50, 100 oder 200 magensaftresistenten Filmtabletten erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

TAD Pharma GmbH

Heinz-Lohmann-Straße 5

D-27472 Cuxhaven

Telefon: (0 47 21) 6 06-0

Telefax: (0 47 21) 6 06-333

E-Mail: info@tad.de

Internet: www.tad.de

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) unter den

folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Deutschland

Valpro TAD 300 mg

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt überarbeitet im Januar 2013.

__________________Fachinformation

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (SPC)

_____________Valpro TAD

®

150 mg/- 300 mg/- 600 mg

1.

Bezeichnung

des Arzneimittels

Valpro TAD

150 mg, magensaftresistente

Tabletten

Valpro TAD

300 mg, magensaftresistente

Tabletten

Valpro TAD

600 mg, magensaftresistente

Tabletten

2. Qualitative und quantitative Zusam-

mensetzung

(Arzneilich wirksame Bestandteile nach Art

und Menge)

Valpro TAD 150 mg:

1 magensaftresistente Filmtablette enthält

Natriumvalproat

(entsprechend

130,2 mg Valproinsäure).

Valpro TAD 300 mg

1 magensaftresistente Filmtablette enthält

Natriumvalproat

(entsprechend

260,4 mg Valproinsäure).

Valpro TAD 600 mg:

1 magensaftresistente Filmtablette enthält

Natriumvalproat

(entsprechend

520,6 mg Valproinsäure).

Sonstige Bestandteile siehe Abschnitt 6.1

3. Darreichungsform

Valpro TAD 150 mg/- 300 mg/- 600 mg:

magensaftresistente Tabletten mit folgendem

Aussehen:

weiße,

runde,

bikonvexe

Filmtablette

weiße,

runde,

bikonvexe

Filmtablette

600 mg: weiße, oblongförmige, bikonvexe

Filmtablette

4. Klinische Angaben

4.1 Anwendungsgebiete

Zur Behandlung von:

Generalisierten Anfällen in Form

von Absencen, myoklonischen Anfällen

und tonisch-klonischen Anfällen

fokalen

sekundär-

generalisierten Anfällen

Hinweis

Kombinationsbehandlung

anderen

Anfallsformen, z.B. fokalen Anfällen mit

einfacher und komplexer Symptomatologie

sowie fokalen Anfällen mit sekundärer

Generalisation, wenn diese Anfallsformen

auf die übliche antiepileptische Behandlung

nicht ansprechen.

Bei Kleinkindern bis einschließlich 3 Jahren

sollte Valpro TAD 150 mg/- 300 mg/- 600

mg nur unter besonderer Vorsicht nach

strenger

Nutzen-Risiko-Abwägung

möglichst als Monotherapie angewendet

werden.

4.2. Dosierung, Art und Dauer der An-

wendung

Dosierung

individuell

(Fach)arzt zu bestimmen und zu kontrol-

lieren, wobei Anfallsfreiheit bei minimaler

Dosierung, besonders auch in der Schwan-

gerschaft, angestrebt werden sollte.

Es empfiehlt sich ein stufenweiser (ein-

schleichender) Aufbau der Dosierung bis zur

optimal wirksamen Dosis.

In der Monotherapie beträgt die Initialdosis

in der Regel 5 – 10 mg Natriumvalproat/kg

Körpergewicht, die alle 4-7 Tage um etwa 5

Natriumvalproat/kg

Körpergewicht

erhöht werden sollte.

Die volle Wirkung ist in einigen Fällen erst

nach 4-6 Wochen zu beobachten. Die Tages-

dosen sollen deshalb nicht zu früh über

mittlere Werte hinaus gesteigert werden.

Die mittlere Tagesdosis beträgt während

der Langzeitbehandlung im Allgemeinen

für:

Erwachsene und ältere Patienten

23,1

Natriumvalproat/kg

Körpergewicht

Jugendliche

28,8

Natriumvalproat/kg Körpergewicht

Kinder

34,6

Natriumvalproat/kg Körpergewicht.

Empfehlungen zur sicheren Anwendung von

Valproat bei Dosen über 60 mg/kg/Tag

können nicht gegeben werden.

Entsprechend werden folgende orientierende

Tagesdosen empfohlen:

Dosierungstabelle

Valpro TAD 150 mg:

Lebens-

alter

Körperge-

wicht (in kg)

durchschnittl. Anzahl

Dosis in mg/

Erwach-

sene

ab ca. 60

1200-2100

8-14 Film-

tabletten

150 mg

Jugend-

liche ab 14

Jahre

ca. 40-60

600–1500

4-10 Film-

tabletten

150 mg

Kinder:

6-12

Monate

ca. 7,5-10

150-300

Film-

tabletten

150 mg

1-3 Jahre

ca. 10-15

300-450

Film-

tabletten

150 mg

3-6 Jahre

ca. 15-25

300-600

Film-

tabletten

150 mg

7-14 Jahre

ca. 25-40

600-1200

Film-

tabletten

150 mg

Angaben bezogen auf mg Natriumvalproat

Hinweise:

Für Kinder bis zu 3 Jahren sollten vorzugs-

weise die zur Verfügung stehenden Dar-

reichungsformen mit niedrigerem Wirk-

stoffgehalt (z.B. Lösung bzw. "Sirup") ver-

wendet werden.

Valpro TAD 300 mg:

Lebensalter

Körperge-

wicht

durchschnittl. Anzahl

Dosis in mg/

Erwachsene

ab ca. 60

1200–2100

4-7 Film-

tabletten

300 mg

Jugendliche

ab 14 Jahre

ca. 40-60

600–1500

2-5 Film-

tabletten

300 mg

Kinder:

3-6 Jahre

ca. 15-25

300-600

1-2 Film-

tabletten

300 mg

7-14 Jahre

ca. 25-40

600-1200

2-4 Film-

tabletten

300 mg

Angaben bezogen auf mg Natriumvalproat

Hinweise:

Für Kinder bis zu 6 Jahren eignen sich be-

sonders die zur Verfügung stehenden Dar-

reichungsformen mit niedrigerem Wirk-

stoffgehalt (z.B. Lösung bzw. "Sirup" oder

Tabletten zu 100 mg)

Valpro TAD 600 mg:

Lebensalter

Körperge--

wicht

durchschnittl.

Anzahl

Dosis in mg/

Erwachsene

ab ca. 60

1200–2100

2-4 Film-

tabletten

600 mg

__________________Fachinformation

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (SPC)

_____________Valpro TAD

®

150 mg/- 300 mg/- 600 mg

Jugendliche

ab 14 Jahre

ca. 40-60

600–1500

1-3 Film-

tabletten

600 mg

Kinder:

7-14 Jahre

ca. 25-40

600-1200

1-2 Film-

tabletten

600 mg

Angaben bezogen auf mg Natriumvalproat

Wird Valpro TAD 150 mg/- 300 mg/- 600

Kombination

oder

Sub-

stitutionstherapie zu einer früheren Medi-

kation gegeben, sollte in Erwägung gezogen

werden, deren Dosis oder die des zuvor

eingenommenen Arzneimittels (besonders

des Phenobarbitals) zu vermindern (siehe

Abschnitt 4.5). Falls die vorausgegangene

Medikation abgesetzt wird, hat dies aus-

schleichend zu erfolgen.

Da die enzyminduzierende Wirkung anderer

Antiepileptika

Phenobarbital,

Phenytoin,

Primidon

Carbamazepin

reversibel ist, ist etwa 4-6 Wochen nach der

letzten

Einnahme

eines

solchen

Antiepileptikums

Serumspiegel

Valproinsäure

kontrollieren

Tagesdosis gegebenenfalls zu reduzieren.

Die Serumkonzentration (bestimmt vor der

ersten Tagesdosis) sollte 100 µg Valproin-

säure/ml nicht überschreiten.

Bei Patienten mit Niereninsuffizienz oder

Hypoproteinämie

sollte

für

eine

Dosisanpassung

klinische

Bild

entscheidend sein, da eine Bestimmung der

Valproinsäuregesamtkonzentration

Serum

falschen

Schlussfolgerungen

führen

kann

auch

Abschnitt

„Pharmakokinetische Eigenschaften“).

Die Tagesdosis kann auf 2-4 Einzelgaben

verteilt werden.

Art und Dauer der Anwendung

Valpro TAD 150 mg/- 300 mg/- 600 mg:

Die magensaftresistenten Filmtabletten soll-

ten möglichst 1 Stunde vor den Mahlzeiten

(nüchtern)

unzerkaut

reichlich

Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) eingenom-

men werden.

Die Dauer der Anwendung ist individuell

verschieden und wird in Absprache mit

behandelnden Arzt festgelegt.

Die antiepileptische Therapie ist grundsätz-

lich eine Langzeittherapie.

Über die Einstellung, Behandlungsdauer und

das Absetzen von Valpro TAD 150 mg/- 300

mg/-

sollte

Einzelfall

Absprache mit dem Patienten ein Facharzt

(Neurologe, Neuropädiater) entscheiden. Im

Allgemeinen ist eine Dosisreduktion und ein

Absetzen der Medikation frühestens nach

zwei- bis dreijähriger Anfallsfreiheit zu

erwägen.

Absetzen

muss

schrittweiser

Dosisreduktion

über

mindestens

Monate

erfolgen.

Kinder

können

Dosis

Kilogramm

Körpergewicht

entwachsen.

einer

Änderung

Dosis

Kilogramm

Körpergewicht hin zur empfohlenen Dosis

für die Altersgruppe sollte sich der EEG-

Befund nicht verschlechtern.

Unter der Behandlung mit Natriumvalproat

sollten

Serumkonzentrationen

regelmäßig bestimmt werden.

4.3 Gegenanzeigen

Valpro TAD 150 mg/- 300 mg/- 600 mg darf

nicht angewendet werden bei:

Überempfindlichkeit

gegen

Valproinsäureeinen

sonstigen

Bestandteile

Früheren

oder

jetzigen

Lebererkrankungen in der eigenen oder

Familienanamnese

sowie

manifesten

schwerwiegenden

Leber-

Pan-

kreasfunktionsstörungen

Leberfunktionsstörungen

tödlichem

Ausgang

während

einer

Valproinsäure-Therapie

schwistern

Porphyrie

Blutgerinnungsstörungen.

4.4 Warnhinweise und Vorsichtsmaßnah-

men für die Anwendung

Valpro TAD 150 mg/- 300 mg/- 600 mg darf

nur unter besonderer Vorsicht angewendet

werden (relative Gegenanzeige) bei:

Kleinkindern bis zu einem Alter

von einschließlich 3 Jahren, bei denen

gleichzeitige

Behandlung

mehreren Antiepileptika

erforderlich

ist,

mehrfach

behinderten

Kindern

Jugendlichen

schweren

Anfallsformen.

Besondere Vorsicht ist auch geboten bei

Patienten mit:

Knochenmarkschädigungen,

metabolischen

Erkrankungen,

insbesondere

angeborenen

Enzymopathien,

Niereninsuffizienz

Hypoproteinämie,

systemischem

Lupus

erythematodes.

Risikogruppen:

Siehe

„Warnhinweise“

„Sonstige

Hinweise“

Warnhinweise

gleichzeitige

Anwendung

Valproinsäure/Valproaten

Carbapenemen wird nicht empfohlen (siehe

Abschnitt 4.5).

Über suizidale Gedanken und suizidales

Verhalten wurde bei Patienten, die mit

Antiepileptika

verschiedenen

Indikationen behandelt wurden, berichtet.

Eine Metaanalyse randomisierter, plazebo-

kontrollierter

Studien mit Antiepileptika

zeigte auch ein leicht erhöhtes Risiko für das

Auftreten

Suizidgedanken

suizidalem Verhalten. Der Mechanismus für

die Auslösung dieser Nebenwirkung ist nicht

bekannt

verfügbaren

Daten

schließen die Möglichkeit eines erhöhten

Risikos

Einnahme

Natriumvalproat nicht aus.

Deshalb

sollten

Patienten

hinsichtlich

Anzeichen

Suizidgedanken

suizidalen Verhaltensweisen überwacht und

eine geeignete Behandlung in Erwägung

gezogen

werden.

Patienten

(und

deren

Betreuern)

sollte

geraten

werden

medizinische

Hilfe

einzuholen,

wenn

Anzeichen

für

Suizidgedanken

oder

suizidales Verhalten auftreten.

Gelegentlich sind schwere Schädigungen der

Leber mit tödlichem Ausgang beobachtet

worden.

Am häufigsten betroffen sind Säuglinge und

Kleinkinder unter 3 Jahren, die an schweren

epileptischen Anfällen leiden, besonders

wenn zusätzlich eine Hirnschädigung, men-

tale Retardierung oder eine angeborene

Stoffwechselerkrankung vorliegen. Bei die-

ser Patientengruppe sollte die Valproinsäure-

Anwendung mit besonderer Vorsicht und als

Monotherapie erfolgen. Die Erfahrung hat

gezeigt, dass oberhalb dieser Altersgruppe

(vor allem jenseits des 10. Lebensjahres) die

Häufigkeit

Lebererkrankungen

beträchtlich abnimmt.

In der Mehrzahl der Fälle wurden Leber-

schäden innerhalb der ersten 6 Monate der

Therapie beobachtet, insbesondere zwischen

der 2. und 12. Woche, und zumeist bei der

gleichzeitigen Anwendung anderer Anti-

epileptika.

Sonstige Hinweise

Bei Patienten mit Niereninsuffizienz und

Hypoproteinämie sollte das klinische Bild

entscheidender

Faktor

für

eine

Dosisanpasssung

dienen,

Bestimmung

Gesamtvalproinsäure-

konzentration

Serum

falschen

Schlussfolgerungen führen kann.

__________________Fachinformation

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (SPC)

_____________Valpro TAD

®

150 mg/- 300 mg/- 600 mg

Die Anwendung von valproinsäurehaltigen

Arzneimitteln führt nur selten zu Reaktionen

des Immunsystems. Trotzdem sollte bei

Patienten, die Anzeichen eines Lupus ery-

thematodes zeigen, der Einsatz nur unter

sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung erfol-

gen.

Besondere Vorsichtshinweise für den Ge

-

brauch und Kontrollmaßnahmen

Schwere, lebensbedrohende Schädigungen

von Leber oder Pankreas treten gelegentlich

auf und kommen fast ausschließlich in den

ersten 6 Behandlungsmonaten vor.

Betroffen sind vorwiegend Kinder unter 15

Jahren,

besonders

mehrfachbehinderte

Kleinkinder bis einschließlich 3 Jahren und

Kombinationstherapie.

Meistens zeigen sich klinische Auffällig-

keiten (Appetitverlust, Übelkeit, Erbrechen,

Bauchschmerzen,

Abneigung

gegen

wohnte Speisen, Abneigung gegen Val-

proinsäure, Müdigkeit, Schlappheit, Zunah-

me von Frequenz/Schwere der Anfälle,

Hämatome/Epistaxis, Ödeme der Augenli-

der/unteren Extremitäten, Ikterus) schon vor

der Veränderung von Laborwerten. Der kli-

nischen Überwachung der Patienten kommt

deshalb größere Bedeutung zu als den La-

borbefunden.

Maßnahmen zur Früherkennung einer Le

berschädigung:

Vor Behandlungsbeginn ausführliche klini-

sche Untersuchungen (insbesondere hin-

sichtlich Stoffwechselstörungen, Hepatopa-

thie, Pankreasaffektionen und Gerinnungs-

störungen) und laborchemische Bestimmung

von Blutbild mit Thrombozyten, Bilirubin,

Leberenzyme, Lipase, alpha-Amylase im

Blut,

Blutzucker,

Gesamteiweiß,

Gerinnungsparameter. Die Patienten sind

engmaschig zu überwachen (besonders bei

Fieber), die Eltern/Bezugspersonen sind auf

mögliche Zeichen einer Leberschädigung

(s.o.) hinzuweisen und in die Überwachung

mit einzubeziehen.

Eltern und behandelnder Arzt sollten in den

ersten 6 Behandlungsmonaten engen direk-

ten oder telefonischen Kontakt halten.

Eltern sind anzuweisen, bei klinischen Auf-

fälligkeiten und unabhängig von diesem

Zeitplan sofort den behandelnden Arzt zu

informieren. Laborkontrollen bei den Arzt-

besuchen:

unauffälligem

Kind:

Blutbild

Thrombozyten, SGOT und SGPT, bei jeder

zweiten ärztlichen Untersuchung, außerdem

Gerinnungsparameter.

Nach

12monatiger

Therapie ohne Auffälligkeiten sind nur noch

2-3 ärztliche Kontrollen pro Jahr erfor-

derlich.

sofortiger

Therapieabbruch

folgenden Fällen zu erwä

gen bei:

nicht erklärbarer Störung des Allgemeinbe-

findens, klinischen Zeichen einer Leber-

oder Pankreasaffektion oder Blutungsnei-

gung, mehr als 2-3facher Erhöhung der

Lebertransaminasen auch ohne klinische

Zeichen (Enzyminduktion durch evtl. Be-

gleitmedikation bedenken), leichte (einein-

halb- bis zweifache Erhöhung) der Leber-

transaminasen bei gleichzeitigem, akut fie-

berhaften Infekt, ausgeprägter Störung des

Gerinnungsstatus.

Bei Jugendlichen (etwa ab dem 15. Lebens-

jahr) und Erwachsenen sind im ersten Halb-

jahr monatliche Kontrollen des klinischen

Befundes und der Laborparameter sowie in

jedem Fall vor Therapiebeginn anzuraten.

Weitere Vorsichtshinweise:

Unter der Behandlung mit valproinsäurehal-

tigen Präparaten kann es zu einem Anstieg

Ammoniakserumspiegels

(Hyperam-

monämie) kommen. Deshalb ist beim Auf-

treten von Symptomen wie Apathie, Somno-

lenz, Erbrechen, Hypotension sowie bei der

Zunahme der Anfallsfrequenz der Serum-

spiegel von Ammoniak und Valproinsäure zu

bestimmen; ggf. ist die Dosis des Präparates

zu reduzieren. Bei Verdacht auf eine bereits

bestehende

enzymatische

Störung

Harnstoffzyklus

sollte

Ammoniak-

serumspiegel bereits vor Beginn der The-

rapie mit valproinsäurehaltigen Arzneimit-

teln bestimmt werden.

Zu beachten ist, dass zu Beginn einer Val-

proinsäure-Behandlung

selten

auch

eine

harmlose, meist vorübergehende Übelkeit,

manchmal auch mit Erbrechen und Appetit-

losigkeit, auftreten kann, die sich von selbst

oder bei Dosisverringerung wieder zurück-

bildet.

Es sollte darauf geachtet werden, dass die

Patienten möglichst nicht gleichzeitig saure

Getränke oder eisgekühlte Speisen mit Val-

pro TAD 150 mg/- 300 mg/- 600 mg zu sich

nehmen.

Vor einem operativen Eingriff ist der Ge-

rinnungsstatus zu überprüfen. Bei gleich-

zeitiger Einnahme von Vitamin-K-Antago-

nisten wird eine engmaschige Kontrolle des

Quick-Wertes empfohlen.

Patienten mit vorausgegangener Knochen-

markschädigung müssen streng überwacht

werden.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arz-

neimitteln und sonstige Wechselwirkun-

gen

Bei der Kombination von Valpro TAD 150

mg/- 300 mg/- 600 mg mit anderen Anti-

konvulsiva ist zu beachten, dass wech-

selseitige Beeinflussungen der Wirkstoff-

konzentrationen im Serum möglich sind.

a) Valproinsäure wird beeinflusst von:

Enzyminduzierende Antiepileptika wie Phe-

nobarbital, Phenytoin, Primidon und Car-

bamazepin erhöhen die Valproinsäure-Aus-

scheidung und vermindern dadurch die Wir-

kung.

Felbamat erhöht dosisabhängig die Serum-

konzentrationen von freier Valproinsäure

linear um 18 %.

Mefloquin

verstärkt

den Abbau

Valproinsäure

besitzt

außerdem

potentiell

krampfauslösende

Wirkungen,

was zu epileptischen Anfällen führen kann.

Ein Absinken der Serumkonzentrationen von

Valproinsäure

wurde

beschrieben,

wenn

gleichzeitig

Carbapeneme

angewendet

wurden, was zu einer 60-100%igen Senkung

der Valproinsäurespiegel in etwa 2 Tagen

führte. Aufgrund des raschen Eintritts und

des Ausmaßes des Absinkens werden die

Folgen

einer

Wechselwirkung

zwischen

Valproinsäure

Carbapenemen

Patienten,

stabil

Valproinsäure

eingestellt sind, als nicht kontrollierbar

angesehen

eine

gleichzeitige

Anwendung sollte daher vermieden werden

(siehe Abschnitt 4.4).

Die Valproinsäurekonzentration im Serum

kann durch gleichzeitige Gabe von Cime-

tidin, Erythromycin und Fluoxetin erhöht

werden.

einigen

Fällen

wurde

Valproinsäurekonzentration im Serum durch

gleichzeitige Fluoxetineinnahme erniedrigt.

Bei gleichzeitiger Einnahme von valproin-

säurehaltigen Arzneimitteln

und Antikoa-

gulantien oder Acetylsalicylsäure kann es zu

erhöhter

Blutungsneigung

kommen.

Acetylsalicylsäure vermindert die Bindung

der Valproinsäure an Plasmaproteine.

Deshalb wird in Fällen mit gleichzeitiger

Einnahme eine regelmäßige Überwachung

der Blutgerinnungswerte /Thromboplastin,

Fibrinogen, Faktor VII) (siehe Abschnitt 4.4

„Warnhinweise

und Vorsichtsmaßnahmen

für die Anwendung“) empfohlen.

Eine gleichzeitige Gabe von valproinsäure-

haltigen Arzneimitteln und Acetylsalicyl-

säure sollte bei Fieber und Schmerzen, be-

__________________Fachinformation

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (SPC)

_____________Valpro TAD

®

150 mg/- 300 mg/- 600 mg

sonders bei Säuglingen und Kleinkindern,

unterbleiben.

b) Valproinsäure beeinflusst:

Von besonderer klinischer Bedeutung ist die

Erhöhung der Phenobarbital-Konzentration

durch Valproinsäure, was sich in einer

starken Sedierung (besonders bei Kindern)

äußern kann. Falls diese auftritt, muss die

Phenobarbital-

bzw.

Primidondosis

niedrigt werden und insbesondere innerhalb

ersten

Tage

einer

Kombinationstherapie ist eine sorgfältige

Überwachung empfehlenswert.

Bei bestehender Therapie mit Phenytoin

kann durch die zusätzliche Gabe oder einer

Dosiserhöhung von Valproat die Menge des

freien Phenytoin ansteigen, ohne dass der

Serumspiegel des Gesamtphenytoins erhöht

ist. Dadurch kann das Risiko für das Auf-

treten von Nebenwirkungen, insbesondere

einer Hirnschädigung /Enzephalopathie, die

Pathogenese ist nicht aufgeklärt), erhöht

werden

(siehe

auch

4.8.

„Nebenwirkungen“).

In der Kombinationstherapie von Valproin-

säure mit Carbamazepin wurden Symptome

beschrieben, die möglicherweise auf die

Potenzierung des toxischen Effektes von

Carbamazepin durch Valproinsäure zurück-

zuführen sind. Klinisches Monitoring ist

insbesondere zu Beginn der Kombinations-

therapie angezeigt; die Dosis sollte bei Be-

darf angepasst werden.

Valproat verdrängte bei gesunden Probanden

Diazepam aus der Plasmaalbuminbindung

hemmte

seinen

Metabolismus.

Kombinationsbehandlung kann die Kon-

zentration von ungebundenen Diazepam er-

höht sowie die Plasmaclearance und das

Verteilungsvolumen der freien Diazepam-

Fraktion (um 25 %; 20 %) reduziert werden.

Die Halbwertszeit bleibt jedoch unverändert.

Die gleichzeitige Behandlung von Valproat

und Lorazepam hatte bei Gesunden eine

Erniedrigung der Plasmaclearance von Lora-

zepam um bis 40 % zur Folge.

Der Serumspiegel von Phenytoin bei Kin-

dern kann nach gleichzeitiger Verabreichung

von Clonazepam und Valproinsäure erhöht

werden.

Valproinsäure hemmt den Metabolismus von

Lamotrigin, die Lamotrigindosis sollte daher

ggf.

angepasst

werden.

gibt

Ver-

dachtsmomente, dass bei einer Kombination

von Lamotrigin und Valproinsäure-haltigen

Arzneimitteln das Risiko von Hautreak-

tionen erhöht ist.

Valproinsäure kann den Serumspiegel von

Felbamat um ca. 50 % erhöhen.

Auch der Metabolismus und die Protein-

bindung von anderen Wirkstoffen wie Co-

dein werden beeinflusst.

In Kombination mit Barbituraten sowie

Neuroleptika und Antidepressiva kann Val-

proinsäure die zentraldämpfende Wirkung

dieser Arzneimittel verstärken. Bei entspre-

chenden Kombinationen sollten die Patien-

ten sorgfältig beobachtet und die Dosierun-

gen ggf. angepasst werden.

Da Valproinsäure teilweise zu Ketonkörpern

metabolisiert wird, sollte bei Diabetikern mit

Verdacht auf Ketoazidose eine mögliche

falsch-positive Reaktion eines Tests auf

Ketonkörper-Ausscheidung

berücksichtigt

werden.

Valproinsäure erhöht möglicherweise die

Serumkonzentration von Zidovudin, was zu

verstärkter Toxizität des Zidovudins führen

kann.

c) Sonstige:

Die Wirkung von empfängnisverhütenden

Hormonpräparaten ("Pille") wird durch Val-

proinsäure nicht vermindert, da Valproin-

säure keine enzyminduzierende Wirkung

besitzt.

Es wird darauf hingewiesen, dass potentiell

hepatotoxische Arzneimittel, wie auch Al-

kohol, die Lebertoxizität von Valproinsäure

verstärken können.

Bei gleichzeitiger Behandlung von valproin-

säurehaltigen Arzneimitteln und Clonaze-

pam trat bei Patienten mit Anfällen vom

Absence-Typ in der Vorgeschichte ein Ab-

sence-Status auf.

Bei einer Patientin mit schizoaffektiver Stö-

rung trat bei gleichzeitiger Behandlung von

Valproinsäure, Sertralin (Antidepressivum)

und Risperidon (Neuroleptikum) eine Kata-

tonie auf.

4.6 Schwangerschaft und Stillzeit

Dieses Arzneimittel sollte nicht während der

Schwangerschaft

Frauen

gebärfähigen Alter verwendet werden, es sei

denn, dies ist eindeutig erforderlich (z.B. in

Situationen, in denen andere Behandlungen

unwirksam oder nicht vertragen werden).

Frauen

gebärfähigen

Alter

müssen

während der Behandlung eine wirksame

Verhütungsmethode anwenden.

Schwangerschaft

Epilepsie

Antiepileptika

verbundene Risiken im Allgemeinen:

Fehlbildungsrisiko

Nachkommen

Müttern,

Antiepileptika behandelt wurden, um den

Faktor 2-3 erhöht. Am häufigsten wird über

Lippenspalte,

kardiovaskuläre

Missbildungen

Neuralrohrdefekte

berichtet. Die Behandlung mit mehreren

Antiepileptika kann mit einem höheren

Risiko

für

kongenitale

Missbildungen

assoziiert

sein

Monotherapie,

weshalb es wichtig ist, die Monotherapie

wann

immer

möglich

praktizieren.

Gewöhnlich reduziert die Kombination einer

Monotherapie mit der niedrigst möglichen

Dosis und einer Folsäuresubstitution das

Fehlbildungsrisiko. Die Notwendigkeit einer

Behandlung

Antiepileptika

sollte

überdacht

werden,

wenn

eine

Frau

beabsichtigt, schwanger zu werden. Ein

plötzlicher

Therapieabbruch

sollte

nicht

vorgenommen

werden,

dieser

epileptischen Anfällen mit schwerwiegenden

Folgen für Mutter und Kind haben kann.

Mit Valproat verbundenes Risiko:

Über eine höhere Inzidenz für kongenitale

Missbildungen

einschließlich

Neurahlrohrdefekte

(Spina

bifida,

Meningomyelozele) und anderen „midline“-

Defekten wie Hypospadie bei männlichen

Kindern, skelettalen Missbildungen (faciale

Dysmorphie – auch in Verbindung mit

mentaler

Retardierung,

Gliedmaßenanomalien)

Herzmissbildungen wurde bei Nachkommen

von Müttern berichtet, die an Epilepsie

leiden und mit Valproat behandelt wurden,

im Vergleich zur Behandlung mit anderen

Antiepileptika.

Über

eine

anhaltende

mentale Retardierung und/oder verzögerte

mentale und motorische Entwicklung wurde

berichtet. Bilaterale Radiusaplasie scheint

eine seltene aber spezifische Wirkung von

Valproat zu sein.

Eine Folsäuresubstitution, 5 mg/Tag, vor der

Schwangerschaft kann die Inzidenz für

Neuralrohrdefekte bei Kindern von Müttern

senken, die hierfür ein erhöhtes Risiko

aufweisen.

Valpro TAD passiert die Placenta und

erreicht

fetalen

Plasma

höhere

Konzentrationen als im maternalen. Falls

Valpro TAD unverzichtbar ist, sollte in der

Schwangerschaft,

besonders

ersten

Trimenon, Valpro TAD in der niedrigsten

anfallskontrollierenden Dosis angewendet

werden.

Fehlbildungen

großer

Wahrscheinlichkeit

durch

Spitzen-

konzentrationen im Plasma ausgelöst wer-

den, sollte bei Kinderwunsch, auf jeden Fall

jedoch zwischen dem 20. und 40. Schwan-

__________________Fachinformation

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (SPC)

_____________Valpro TAD

®

150 mg/- 300 mg/- 600 mg

gerschaftstag, die Tagesdosis in mehreren

kleinen Dosen über den Tag verteilt einge-

nommen werden. Zusätzlich sollte eine

regelmäßige Kontrolle der Plasmakonzen-

tration vorgenommen werden, da offenbar

bei gleichbleibender Dosierung die Plasma-

konzentrationen im Verlauf der Schwanger-

schaft erheblichen Veränderungen unterlie-

können.

Pränataldiagnostische

Maßnahmen

Früherkennung

Schädigungen

(Ultraschall

alpha-

Fetoproteinbestimmung) werden empfohlen.

Über

Entzugserscheinungen

(Reizbarkeit

und Krämpfe können bis zu 12-24 Stunden

nach der Geburt auftreten) und schwaches

Säugen bei Neugeborenen, deren Mütter in

Spätschwangerschaft

Valproat

behandelt wurden, wurde berichtet.

Es liegen Fallberichte über eine Störung der

Blutgerinnung (hämorrhagisches Syndrom)

bei Neugeborenen vor, deren Mütter wäh-

rend der Schwangerschaft mit Valproat be-

handelt worden waren. Dieses Syndrom ist

auf eine Hypofibrinogenämie zurückzufüh-

ren. Auch von Todesfällen durch völliges

Fehlen von Fibrin ist berichtet worden. Die

Hypofibrinogenämie

tritt

möglicherweise

gemeinsam mit einem Abfall von Gerin-

nungsfaktoren auf. Dennoch muss dieses

Syndrom von einem Abfall Vitamin-K-ab-

hängiger Gerinnungsfaktoren, der durch En-

zyminduktoren wie Phenobarbital verursacht

wird, unterschieden werden. Daher sollten

Blutplättchen,

Fibrinogenspiegel

Gerinnungsfaktoren

Neugeborenen

untersucht und Gerinnungstests durchge-

führt werden.

Valpro TAD sollte nur wenn unbedingt

erforderlich und nach sorgfältiger Nutzen-

Risiko-Bewertung in der Schwangerschaft

angewendet werden.

In der Schwangerschaft ist der Einsatz von

Valproinsäure in anderen Indikationen als

zugelassenen

Indikationen

kontraindiziert

(wie

z.B.

Migräneprophylaxe).

Stillzeit

Valpro TAD tritt in die Muttermilch über.

Mengen

sind

jedoch

gering

bedeuten im Allgemeinen kein Risiko für

Kind.

Monotherapie

Valproinsäure

wird

gewöhnlich

kompatibel mit dem Stillen angesehen.

4.7 Auswirkungen

auf

die Verkehrs-

tüchtigkeit und das Bedienen von Ma-

schinen

Zu Beginn einer Therapie mit Valpro TAD

150 mg/- 300 mg/- 600 mg, bei höherer

Dosierung oder in Kombination mit am

Zentralnervensystem

wirkenden

Arz-

neimitteln können zentralnervöse Wirkungen

wie z.B. Schläfrigkeit, Verwirrtheit das

Reaktionsvermögen so weit verändern, dass

- unabhängig von der Auswirkung des be-

handelten Grundleidens - die Fähigkeit zur

aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder

zum Bedienen von Maschinen oder zur

Durchführung von Tätigkeiten, die mit Ab-

sturz oder Unfallgefahr einhergehen, beein

trächtigt wird. Dies gilt in verstärktem Maße

bei gleichzeitigem Alkoholgenuss.

4.8 Nebenwirkungen

Klassifizierung:

Sehr häufig:

(>1/10)

häufig:

(>1/100;<1/10)

gelegentlich:

(>1/1000;<1/100)

selten:

(>1/10000;<1/1000)

sehr selten:

(<1/10000)

einschließlich

Einzelfälle

Sehr häufig

Häufig

Gelegentlich

Selten

Sehr selten

Erkrankungen des

Blut- und

Lymphsystems (008)

Thrombozytope

nie, Leukopenie

– diese

verschwinden

häufig

vollständig,

wenn die

Behandlung

fortgeführt wird

Blutungen – besonders

zu Behandlungsbeginn

Lymphopenie,

Neutropenie,

Panzytopenie,

Anämie, erniedrigte

Konzentration von

Fibrinogen oder

Faktor VIII oder

verlängerte

Blutungszeit

Erkrankungen des

Immunsystems (009)

Blutgefäßentzündung,

Lupus erythematodes

Endokrine

Erkrankungen (010)

Amenorrhö, erhöhte

Testosteronspiegel,

polyzystische Ovarien

Stoffwechsel- und

Ernährungsstörungen

(011)

Vereinzelt und

mäßig ausgeprägte

Hyperammonämie

ohne Veränderung

Leberfunktionspara

meter – ein

Therapieabbruch ist

nicht erforderlich

Reversibles Fanconi-

Syndrom

(metabolische

Azidose, Phosphaturie,

Aminoacidurie,

Glukosurie) nach

Absetzen von

Valproinsäure

Psychiatrische

Erkrankungen (012)

Halluzinationen

Erkrankungen des

Nervensystems (013)

Dosisabhängig

Schläfrigkeit,

Sedierung,

Tremor oder

Parästhesie

Enzephalopathie (re-

versibel nach Abbruch),

in einigen Fällen mit

erhöhten

Ammoniakspiegeln, ein

Anstieg des

In Fällen mit höherer

Dosierung oder bei

Kombinationstherapie

mit anderen

Antiepileptika:

chronische

Extrapyramidale

Störungen.

Reversible Demenz,

assoziiert mit

reversibler zerebraler

Atrophie. Unter

__________________Fachinformation

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (SPC)

_____________Valpro TAD

®

150 mg/- 300 mg/- 600 mg

Phenobarbitalspiegels in

Kombinationstherapie,

Benommenheit,

zeitweise mit einer

erhöhten

Anfallsfrequenz

assoziiert, deren

Symptome bei

Dosiserniedrigung

zurückgehen. Die

Mehrzahl dieser Fälle

traten unter

Kombinationstherapie

(besonders mit

Phenobarbital) oder

nach einem schnellen

Dosisanstieg auf.

Besonders zu

Behandlungsbeginn -

Hypersalivation,

Kopfschmerzen, Spastik,

Ataxie, Reizbarkeit,

Hyperaktivität und

Verwirrtheit

Enzephalopathie mit

neurologischer

Symptomatik und

Störungen hoher

kortikaler Funktionen,

deren Pathogenese

bisher unzulänglich

aufgeklärt ist.

Langzeitbehandlung

zusammen mit

anderen

Antiepileptika -

insbesondere mit

Phenytoin: Zeichen

einer

Hirnschädigung

(Enzephalopathie):

vermehrte

Krampfanfälle,

Antriebslosigkeit,

Stupor,

Muskelschwäche

(muskuläre

Hypotonie),

Bewegungsstörunge

n (Choreatiforme

Dyskinesien) und

schwere

Allgemeinveränderu

ngen im EEG.

Enuresis bei

Kindern.

Erkrankungen des

Ohrs und des

Labyrinths (015)

Reversibler oder

irreversibler

Hörverlust, Tinnitus.

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts)

(019)

Gewichtszunah

me oder –

abnahme,

erhöhter Appetit

oder

Appetitlosigkeit

Insbesondere zu

Behandlungsbeginn über

einige Tage – Diarrhö,

gastrointestinale

Störungen (Übelkeit,

Bauchschmerzen)

Leber- und

Gallenerkrankungen

(020)*

Dosisabhängig schwere

(bis lebensbedrohliche)

Störungen der

Leberfunktion (erhöhtes

Risiko für Kinder

insbesondere zu

Behandlungsbeginn

unter

Kombinationstherapie

mit anderen

Antiepileptika (siehe

„4.4 Warnhinweise und

Vorsichtsmaßnahmen für

die Anwendung“)

Schädigung des

Pankreas, manchmal

mit tödlichem

Ausgang

Erkrankungen der

Haut und des

Unterhautzellgewebes

(021)

Dosisabhängig

zeitweise

Haarausfall

Hautreaktionen

(Erythema multiforme)

Schwere

Hautreaktionen

(Steven-Johnson

Syndrom und

toxische epidermale

Nekrolyse, ebenso

wie Lyell Syndrom)

Allgemeine

Erkrankungen und

Beschwerden am

Verab-reichungsort

(027)

Insbesondere zu

Behandlungsbeginn –

periphere Ödeme

Leber- und Gallenerkrankungen (020)*

Besondere

Aufmerksamkeit

muss

im

Laufe der Behandlung auf folgende An-

zeichen einer Leberschädigung gerichtet

werden:

__________________Fachinformation

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (SPC)

_____________Valpro TAD

®

150 mg/- 300 mg/- 600 mg

Verringerung antiepileptischer Wirkung, die

durch erneutes Auftreten oder Zunahme

epileptischer Anfälle

gekennzeichnet

ist;

länger

andauernde

Symptome

körperliches

Schwächegefühl,

Teilnahmslosigkeit,

Appetitlosigkeit, Übelkeit und wiederholtes

Erbrechen

oder

unklare

Oberbauchbe-

schwerden,

vermehrte

Gewebewasserein-

lagerungen im ganzen Körper oder in Teile

davon,

Bewusstseinsstörungen

Ver-

wirrtheit, Unruhe oder Bewegungsstörungen.

Hinsichtlich dieser Anzeichen sollten Säug-

linge und Kleinkinder (1-3 Jahre) ärztlich

engmaschig überwacht werden.

Sind die oben erwähnten Beschwerden an-

haltend oder schwerwiegend, so sind neben

einer gründlichen Untersuchung auch ent-

sprechende Laboruntersuchungen vorzuneh-

men (s. Sonstige Hinweise 4.4).

Es gibt Fallberichte über die Abnahme der

Knochendichte

unter

Bild

Osteoporose

pathologischen

Frakturen bei Patienten, die Valpro TAD über

eine lange Zeit angewendet haben. Der

Mechanismus, über den Valpro TAD den

Knochen-Metabolismus beeinflusst, ist nicht

bekannt.

4.9 Überdosierung

Valproinsäure besitzt bei therapeutischen

Serumspiegeln (Bereich 50 - 100 µg/ml) eine

relativ geringe Toxizität. Sehr selten sind

akute Intoxikationen mit Valproinsäure bei

Serumspiegeln

über

100 µg/ml

Erwachsenen als auch bei Kindern vorge-

kommen.

Einzelfälle akuter und chronischer Über-

dosierungen mit tödlichem Ausgang sind aus

der Literatur bekannt.

Symptome einer Überdosierung

:

Das Vergiftungsbild ist gekennzeichnet durch

Verwirrtheitszustände, Sedation bis hin zum

Koma, Muskelschwäche und Hypo- bzw.

Areflexie.

In Einzelfällen wurden Hypotension, Miosis,

kardiovaskuläre

respiratorische

Stö-

rungen, zerebrales Ödem, metabolische Azi-

dose, Hypernatriämie beobachtet.

Hohe Serumspiegel riefen bei Erwachsenen

wie bei Kindern abnorme neurologische

Störungen wie z.B. erhöhte Anfallsneigung

und Verhaltensänderungen hervor.

Maßnahmen bei Überdosierung:

Ein spezifisches Antidot ist nicht bekannt.

Die Therapie muss sich deshalb auf allge-

meine

Maßnahmen

Entfernung

Wirkstoffes aus dem Organismus und Stüt-

zung der Vitalfunktionen beschränken.

Wenn möglich ist initial, innerhalb von 30

Minuten

nach

Einnahme,

Erbrechen

auszulö-

sen bzw. Magenspülung und die Gabe von

Aktivkohle vorzunehmen. Hierbei ist inten-

sivmedizinische Überwachung erforderlich.

Hämodialyse und forcierte Diurese können

wirksam sein. Die Peritonealdialyse ist we-

nig wirksam.

Über die Wirksamkeit der hämatogenen

Kohleperfusion

sowie

kompletten

Plasmasubstitution und -transfusion liegen

keine

ausreichenden Erfahrungen vor. Aus diesem

Grund wird eine intensive internistische

Therapie

ohne

spezielle

Detoxikations-

verfahren,

besonders bei Kindern, aber mit Kontrolle

der Serumkonzentration empfohlen.

Die intravenöse Gabe von Naloxon zur Auf-

hellung der Bewusstseinstrübung ist in einem

Fall als wirksam beschrieben worden.

5. Pharmakologische Eigenschaften

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische

Gruppe:

Fettsäurenderivate

ATC-Code: N03AG01

Valproinsäure ist ein Antiepileptikum, das

keine strukturelle Ähnlichkeit mit anderen

antikonvulsiven

Wirkstoffen

zeigt.

Wirkmechanismen von Valproinsäure wird

eine Erhöhung der GABA-mediierten Inhi-

bition durch einen präsynaptischen Effekt auf

GABA-Metabolismus

und/oder

eine

direkte postsynaptische Wirkung auf die

Ionenkanälchen oder neuronalen Membran

angenommen.

Valproinsäure ist in Wasser sehr schwer

löslich (1:800), das Natriumsalz ist in Wasser

sehr leicht löslich (1:0,4).

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

- Resorption

Nach oraler Gabe werden die Valproinsäure

und ihr Natriumsalz im Gastrointestinaltrakt

schnell und nahezu vollständig resorbiert.

-

Serumspiegel,

Plasmaproteinbindung,

Verteilung

Der Zeitpunkt der maximalen

Serumkon-

zentration hängt von der galenischen Darrei-

chungsform ab:

bei Lösungen (Valpro TAD Lösung) wird

sie innerhalb von 0,5 - 2 Stunden erreicht,

magensaftresistenten

Zubereitungen

(Valpro TAD 150 mg/- 300 mg/- 600 mg)

ergeben sich maximale Serumkonzentratio-

nen nach 2 - 8 Stunden.

Es besteht keine lineare Beziehung zwischen

Dosis und Serumkonzentration. Während

Dosierungsänderungen normalerweise

proportionalen

Änderungen

Plasma-

Wirkstoffspiegel

einhergehen,

kann

Linearität

Pharmakokinetik

Valproinsäure gestört werden, wenn die

Plasmaproteinbindung

Wirkstoffs

gesättigt ist (bei höheren Dosierungen), was

zu einer erhöhten Valproinsäure-Clearance

führt (Davis R, Peters DH, McTavish D.

Drugs 47: 332-372, 1994).

Der mittlere therapeutische Bereich der Se-

rumkonzentration wird mit 50 - 100 µg/ml

angegeben. Oberhalb von 100 µg/ml ist ver-

mehrt mit Nebenwirkungen bis hin zur In-

toxikation

rechnen.

Steady-State-Se-

rumspiegel werden in den meisten Fällen

innerhalb von 3-5 Tagen erreicht.

In der

Zerebrospinalflüssigkeit

liegen die

Valproinsäure-Konzentrationen bei 10 % der

jeweiligen Serumkonzentration.

Das Verteilungsvolumen

ist altersabhängig

und beträgt in der Regel 0,13 - 0,23 l/kg, bei

Jüngeren 0,13 - 0,19 l/kg.

Valproinsäure wird zu 90 - 95 % an Plasma-

proteine gebunden, vornehmlich an Albumin.

höherer

Dosierung

nimmt

Eiweißbindung ab. Die Plasmaprotein

dung

ist bei älteren Patienten sowie bei

Patienten mit Nieren- oder Leberfunktions

störungen niedriger. In einer Studie wurden

erhöhte Werte freien Wirkstoffes (8,5 bis

über 20 %) bei Patienten mit signifikant ver-

minderter Nierenfunktion beobachtet.

In Patienten mit Niereninsufffizienz und

Hypoproteinämie

sollte

klinische

Krankheitsbild der entscheidende Faktor für

eine

Dosisanpassung

sein,

Bestimmung

Valproinsäuregesamtkonzentration aus dem

Serum

falschen

Schlussfolgerungen

führen kann.

- Metabolismus, Ausscheidung

Die Biotransformation

erfolgt über Glu-

kuronidierung sowie b-, w-(Omega) und w-

1(Omega-1)-Oxidation. Etwa 20 % der appli-

zierten Dosis treten nach renaler Exkretion

Ester-Glukuronid

Harn

auf.

existieren mehr als 20 Metabolite, wobei die

Omega-Oxidation

hepatotoxisch

angesehen werden. Weniger als 5 % der

__________________Fachinformation

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (SPC)

_____________Valpro TAD

®

150 mg/- 300 mg/- 600 mg

applizierten Dosis Valproinsäure erscheinen

unverändert im Urin.

Hauptmetabolit ist die 3-Keto-Valproinsäure,

die zu 3 -60 % im Harn auftritt. Dieser

Metabolit ist bei der Maus antikonvulsiv

wirksam, beim Menschen ist die Wirkung

noch nicht geklärt.

- Plasmaclearance, Plasmahalbwertszeit

Die Plasmaclearance betrug in einer Studie

12,7 ml/min bei Patienten mit Epilepsie, bei

Gesunden liegt sie bei 5 - 10 ml/min, bei

Einnahme

enzyminduzierender

Antiepi-

leptika erhöht sie sich.

Die Plasmahalbwertszeit liegt bei Monothe-

rapie durchschnittlich bei 12 - 16 Stunden

und bleibt auch bei Langzeittherapie kon-

stant.

Bei Kombination mit anderen Arzneimitteln

(z.B. Primidon, Phenytoin, Phenobarbital

und Carbamazepin) sinkt die Halbwertszeit

auf Werte zwischen 4 und 9 Stunden, in

Abhängigkeit

Enzyminduktion.

Neugeborene und Kinder bis zu 18 Monaten

zeigen Plasmahalbwertszeiten zwischen 10

Stunden.

längsten

Halbwertszeiten wurden unmittelbar nach

der Geburt beobachtet, oberhalb von 2 Mo-

naten nähern sich die Werte denen von

Erwachsenen.

Bei Leberkranken ist die Halbwertszeit ver-

längert. Im Falle von Überdosierung wurden

Halbwertszeiten bis zu 30 Stunden beob-

achtet.

In der Schwangerschaft nimmt bei Zunahme

des Verteilungsvolumens im dritten Tri-

menon die hepatische und renale Clearance

zu, mit einem möglichen Abfall der Serum-

konzentration bei gleich hoher Dosierung.

Ferner ist zu beachten, dass im Verlauf der

Schwangerschaft sich die Plasmaproteinbin-

dung verändern und der freie (therapeutisch

wirkende) Anteil der Valproinsäure zuneh-

men kann.

- Übergang in die Muttermilch

Valproinsäure ist plazentagängig und geht in

die Muttermilch über. Im steady-state beträgt

die Konzentration in der Muttermilch bis ca.

10 % der Serumkonzentration.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

In Untersuchungen zur chronischen Toxizität

wurden nach hohen Dosen (250 mg/kg bei

Ratten; 90 mg/kg bei Hunden) Atrophie der

Hoden, Degeneration des Ductus deferens

und eine insuffiziente Spermatogenese sowie

Lungen-

Prostataveränderungen

festgestellt.

Mutagenitätstest an Bakterien sowie an Rat-

ten und Mäusen verliefen negativ.

Langzeituntersuchungen wurden an Ratten

und Mäusen durchgeführt. Bei sehr hohen

Dosierungen wurden vermehrt subcutane

Fibrosarkome bei männlichen Ratten beob-

achtet. Valproinsäure erwies sich in Tier-

studien als teratogen.

6. Pharmazeutische Angaben

6.1 Sonstige Bestandteile

Valpro TAD 150 mg/- 300 mg/- 600 mg:

Mikrokristalline Cellulose, Gelatine, Cal-

ciumtrimetasilikat 5 H

O, Magnesiumstearat

(Ph.

Eur.),

Methacrylsäure-Ethylacrylat-

Copolymer (1:1) (Ph. Eur.), Triethylcitrat,

Titandioxid (E171), Glycerolmonostearat

6.2 Inkompatibilitäten

Bisher nicht bekannt.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4 Besondere Lagerungshinweise

Valpro TAD 150 mg/ 300 mg/- 600 mg:

Nicht über +25°C lagern! Das Behältnis fest

verschlossen halten, um den Inhalt vor

Feuchtigkeit zu schützen.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Valpro TAD 150 mg/- 300 mg/- 600 mg:

Braune Glasflasche (Glastyp III, weißer

Verschluss) mit 50, 100 oder 200 magen-

saftresistenten Filmtabletten.

6.6 Hinweise zur Handhabung

Keine besonderen Anforderungen

7. Pharmazeutischer Unternehmer

TAD Pharma GmbH

Heinz-Lohmann-Strasse 5

27472 Cuxhaven

Telefon: (04721)606-0

Telefax: (04721)606-333

E-Mail: info@tad.de

8. Zulassungsnummer

150 mg: 48775.00.00

300 mg: 48775.01.00

600 mg: 48775.02.00

9. Datum der Zulassung/Verlängerung der

Zulassung

16.11.2000

10. Stand der Information

Januar 2013

11.

Verschreibungsstatus

/ Apotheken-

pflicht

Verschreibungspflichtig

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