Tyrosur Wundheilgel

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Tyrothricin
Verfügbar ab:
Engelhard Arzneimittel GmbH & CoKG
ATC-Code:
D06AX08
INN (Internationale Bezeichnung):
tyrothricin
Darreichungsform:
Gel
Zusammensetzung:
Tyrothricin 0.1g
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
6527902.00.00

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Gebrauchsinformation: Information für den Anwender

Tyrosur® Wundheilgel

Wirkstoff: Tyrothricin 1 mg / g

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, denn sie enthält wichtige Informationen

für Sie.

Dieses Arzneimittel ist ohne Verschreibung erhältlich. Um einen bestmöglichen Behandlungser-

folg zu erzielen, muss Tyrosur® Wundheilgel jedoch vorschriftsmäßig angewendet werden.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Fragen Sie Ihren Apotheker, wenn Sie weitere Informationen oder einen Rat benötigen.

Wenn sich Ihre Beschwerden verschlimmern oder nach 7 Tagen keine Besserung eintritt, müs-

sen Sie auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen.

Wenn

eine

aufgeführten

Nebenwirkungen

erheblich

beeinträchtigt

oder

Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind, infor-

mieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.

Die Packungsbeilage beinhaltet:

1. Was ist Tyrosur® Wundheilgel und wofür wird es angewendet?

2. Was müssen Sie vor der Anwendung von Tyrosur® Wundheilgel beachten?

3. Wie ist Tyrosur® Wundheilgel anzuwenden?

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

5. Wie ist Tyrosur® Wundheilgel aufzubewahren?

6. Weitere Informationen

1.

WAS

IST

TYROSUR®

WUNDHEILGEL

UND

WOFÜR

WIRD

ES

ANGEWENDET?

Tyrosur® Wundheilgel ist ein Wundbehandlungsmittel.

Tyrosur® Wundheilgel wird angewendet

zur lindernden Behandlung von kleinflächigen, oberflächlichen, wenig nässenden Wunden mit

bakterieller Superinfektion mit Tyrothricin-empfindlichen Erregern wie z.B. Riss-, Kratz-,

Schürfwunden.

2.

WAS

MÜSSEN

SIE

VOR

DER

ANWENDUNG

VON

TYROSUR®

WUNDHEILGEL BEACHTEN?

Tyrosur® Wundheilgel darf nicht angewendet werden:

wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegenüber dem wirksamen Bestandteil oder einem

der sonstigen Bestandteile von Tyrosur® Wundheilgel sind.

auf der Nasenschleimhaut.

Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Tyrosur® Wundheilgel ist erforderlich

Bei Anwendung in Augennähe: Das Gel darf nicht in die Augen gelangen, da dies zu

Brennen führen kann.

Seite 2 von 4

Bei Anwendung von Tyrosur® Wundheilgel mit anderen Arzneimitteln:

sind

keine

Arzneimittel

bekannt,

welche

Wirkung

Tyrosur®

Wundheilgel

beeinflussen oder durch Tyrosur® Wundheilgel beeinflusst werden.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen /

anwenden bzw. vor Kurzem eingenommen / angewendet haben, auch wenn es sich um nicht

verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Schwangerschaft:

Es liegen keine Daten zur Sicherheit einer Anwendung von Tyrosur® Wundheilgel bei

Schwangeren

vor.

potentielle

Risiko

für

Menschen

Grund

fehlender

Tierstudien nicht bekannt. Daher sollen Sie Tyrosur® Wundheilgel in der Schwangerschaft

nicht anwenden.

Stillzeit:

Da nicht bekannt ist, ob Tyrothricin oder Cetylpyridiniumchlorid in die Muttermilch übergeht,

sollen Sie Tyrosur® Wundheilgel in der Stillzeit nicht anwenden.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen:

Es sind keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen erforderlich.

Wichtige

Informationen

über

bestimmte

sonstige

Bestandteile

von

Tyrosur®

Wundheilgel:

Tyrosur® Wundheilgel enthält Propylenglycol und kann daher Hautreizungen hervorrufen.

3.

WIE IST TYROSUR® WUNDHEILGEL ANZUWENDEN?

Wenden

Tyrosur®

Wundheilgel

immer

genau

nach

Anweisung

dieser

Packungsbeilage an. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht

ganz sicher sind.

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis:

Das Gel wird 2- bis 3-mal täglich in ausreichender Menge aufgetragen.

Art der Anwendung:

Zum Auftragen auf die Haut.

Tragen Sie das Gel morgens, (mittags) und abends auf, sodass die betroffenen Hautpartien mit

Gel bedeckt sind. Ein Verband ist bei leichteren Verletzungen oder Hautentzündungen an

unbedeckten Körperstellen in der Regel nicht erforderlich. Bei nässenden Wunden empfiehlt

sich das Anlegen eines Schutzverbandes, der jeweils nach 1-2 Tagen oder gemäß ärztlicher

Anweisung erneuert werden sollte.

Dauer der Anwendung:

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem klinischen Bild.

Wenn

sich

Beschwerden

verschlechtern

oder

wenn

innerhalb

einer

Woche

keine

Verbesserung eintritt, sollten Sie unbedingt Ihren Arzt um Rat fragen.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die

Wirkung von Tyrosur® Wundheilgel zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine größere Menge von Tyrosur® Wundheilgel angewendet haben, als Sie

sollten:

Es sind keine Folgen zu erwarten. Führen Sie die Behandlung wie in der Dosierungsanleitung

angegeben fort.

Seite 3 von 4

Sollten Sie jedoch ungewöhnliche Symptome feststellen, setzen Sie sich bitte mit Ihrem Arzt

in Verbindung.

Wenn Sie die Anwendung von Tyrosur® Wundheilgel vergessen haben:

Setzen Sie die Behandlung, wie in der Dosierungsanleitung angegeben, fort.

Auswirkungen, wenn die Behandlung mit Tyrosur® Wundheilgel abgebrochen wird:

Wenn

Behandlung

Tyrosur®

Wundheilgel

vorzeitig

abbrechen,

kann

gewünschte Wirkung nicht eintreten.

4.

WELCHE NEBENWIRKUNGEN SIND MÖGLICH?

Wie alle Arzneimittel kann Tyrosur® Wundheilgel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei

jedem auftreten müssen.

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten zugrundegelegt:

Sehr häufig

mehr als 1 Behandelter von 10

Häufig

1 bis 10 Behandelte von 100

Gelegentlich:

1 bis 10 Behandelte von 1.000

Selten

1 bis 10 Behandelte von 10.000

Sehr selten

weniger als 1 Behandelter von 10.000

Nicht bekannt:

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Mögliche Nebenwirkungen

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Sehr selten kann es zu Überempfindlichkeitserscheinungen, wie z.B. Brennen auf der Haut,

kommen.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies

gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie

können Nebenwirkungen auch direkt dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3

D-53175 Bonn

Website:

www.bfarm.de

anzeigen.

Seite 4 von 4

5.

WIE IST TYROSUR® WUNDHEILGEL AUFZUBEWAHREN?

(Abb. Schlüssel) Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren!

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf der Tube und Faltschachtel angegebenen Verfall-

datum nicht mehr verwenden! Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.

Nicht über 25°C lagern.

Nach Anbruch 3 Monate haltbar.

6.

WEITERE INFORMATIONEN

Was enthält Tyrosur® Wundheilgel?

Der Wirkstoff ist Tyrothricin.

100 g Gel enthalten 0,1 g Tyrothricin.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Cetylpyridiniumchlorid 1 H

O, Propylenglycol, Ethanol 96 %, Carbomer (40.000–60.000

s), Trometamol, gereinigtes Wasser.

Wie sieht Tyrosur® Wundheilgel aus und der Inhalt der Packung:

Tyrosur® Wundheilgel ist in Packungen mit 5 g (N 1), 15 g und 25 g (N 3) Gel erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Engelhard Arzneimittel GmbH & Co.KG

Herzbergstr.3

61138 Niederdorfelden

Tel.:

06101 / 539 – 300

Fax:

06101 / 539 – 315

Internet:

www.engelhard-am.de

e-mail:

info@engelhard-am.de

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt überarbeitet im Oktober 2016.

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Fachinformation

(Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels / SPC)

1.

BEZEICHNUNG DER ARZNEIMITTEL

Tyrosur® Wundheilgel

Tyrosur® Wundheilpuder

Wirkstoff: Tyrothricin 1 mg / g

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

100 g Gel enthalten 0,1 g Tyrothricin.

100 g Pulver zur Anwendung auf der Haut enthalten 0,1 g Tyrothricin.

Sonstige Bestandteile siehe unter Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Tyrosur® Wundheilgel:

Tyrosur® Wundheilpuder:

Pulver zur Anwendung auf der Haut

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Tyrosur® Wundheilgel:

Zur lindernden Behandlung von kleinflächigen, oberflächlichen, wenig nässenden Wunden mit

bakterieller Superinfektion mit Tyrothricin-empfindlichen Erregern wie z.B. Riss-, Kratz-,

Schürfwunden.

Tyrosur® Wundheilpuder:

Zur Behandlung von kleinflächigen, oberflächlichen, wenig nässenden Wunden mit bakterieller

Superinfektion mit Tyrothricin-empfindlichen Erregern wie z.B. Riss-, Kratz-, Schürfwunden.

4.2

Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

Tyrosur® Wundheilgel:

Das Gel wird 2- bis 3-mal täglich in ausreichender Menge aufgetragen, so dass die zu

behandelnden Hautpartien mit Gel bedeckt sind. Ein Verband ist bei leichteren Verletzungen

oder Hautentzündungen an unbedeckten Körperstellen in der Regel nicht erforderlich. Bei

nässenden Wunden empfiehlt sich das Anlegen eines Schutzverbandes, der jeweils nach 1-2

Tagen oder gemäß ärztlicher Anweisung erneuert werden sollte.

Tyrosur® Wundheilpuder:

Tyrosur® Wundheilpuder wird 1- bis 2- mal täglich (morgens und (abends)) dünn auf die zu

behandelnden Hautpartien aufgestreut und gegebenenfalls mit Verbandstoff abgedeckt.

Dauer der Anwendung:

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem klinischen Bild.

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Sollte nach einer Woche noch keine Besserung eingetreten sein, sollte die Therapie überdacht

werden. Ggf. kann ein Erregernachweis angebracht sein.

4.3

Gegenanzeigen

Tyrosur® Wundheilgel und –Tyrosur® Wundheilpuder dürfen nicht angewandt werden

bei Überempfindlichkeit gegenüber dem wirksamen Bestandteil oder einem der sonstigen

Bestandteile.

Tyrosur® Wundheilgel:

Nicht

Anwendung

Nasenschleimhaut;

gibt

Berichte,

dass

dies

Beeinträchtigung des Geruchsempfindens führen kann.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Tyrosur® Wundheilgel:

Vorsicht bei der Anwendung in Augennähe: Tyrosur® darf nicht in die Augen

gelangen, da dies zu Brennen führen kann.

Das Gel enthält Propylenglycol und kann daher Hautreizungen hervorrufen.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Es sind keine Arzneimittel bekannt, welche die Wirkung von Tyrosur® Wundheilgel oder

Puder beeinflussen oder durch die Produkte beeinflusst werden.

4.6

Schwangerschaft und Stillzeit

Tyrosur® Wundheilgel:

Schwangerschaft

Es liegen keine Daten für die Verwendung von Tyrosur® bei Schwangeren vor. Es sind keine

hinreichenden tierexperimentellen Studien zur Reproduktionstoxizität von Tyrothricin und

Cetylpyridiniumchlorid durchgeführt worden (s. 5.3). Das potentielle Risiko für den Menschen

nicht

bekannt.

Daher

soll

Anwendung

Tyrosur®

Schwangerschaft

unterbleiben.

Stillzeit:

Es ist nicht bekannt, ob Tyrothricin oder Cetylpyridiniumchlorid in die Muttermilch übergehen.

Daher soll die Anwendung von Tyrothricin in der Stillzeit unterbleiben.

Tyrosur® Wundheilpuder:

Schwangerschaft

Es liegen keine Daten für die Verwendung von Tyrosur® Wundheilpuder bei Schwangeren vor.

sind

keine

hinreichenden

tierexperimentellen

Studien

Reproduktionstoxizität

Tyrothricin durchgeführt worden (siehe 5.3). Da nicht bekannt ist, wie hoch die systemische

Verfügbarkeit

Tyrothricin

nach

dermaler

Anwendung

ist,

Gebrauch

Schwangerschaft

Vorsicht

geboten.

Tyrothricin

sollte

Schwangerschaft

nach

entsprechender

Nutzen/Risiko-Abwägung

angewendet

werden.

Prinzipiell

sollte

Tyrosur®

Wundheilpuder in der Schwangerschaft nur kurzfristig und kleinflächig angewendet werden.

Stillzeit

Bei der Anwendung in der Stillzeit ist Vorsicht geboten, da nicht bekannt ist, ob Tyrothricin

nach

dermaler

Anwendung

Muttermilch

gelangt.

Stillzeit

darf

Tyrosur®

Wundheilpuder nur kleinflächig und kurzfristig angewendet werden. Im Bereich der Brust

sollte Tyrosur® Wundheilpuder nicht angewendet werden. Ein Kontakt des Säuglings mit den

behandelten Hautstellen ist zu vermeiden.

4.7

Auswirkungen

auf

die

Verkehrstüchtigkeit

und

die

Fähigkeit

zum

Bedienen

von

Maschinen

Es sind keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen erforderlich.

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4.8

Nebenwirkungen

Häufigkeitsangaben:

Sehr häufig:

≥ 1/10

Häufig:

≥ 1/100 bis < 1/10

Gelegentlich:

≥ 1/1.000 bis < 1/100

Selten:

≥ 1/10.000 bis < 1/1.000

Sehr selten:

< 1/10.000

Nicht bekannt:

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes:

Tyrosur® Wundheilgel:

Sehr selten kann es zu Überempfindlichkeitserscheinungen, wie z.B. Brennen auf der

Haut, kommen.

Tyrosur® Wundheilpuder:

Sehr selten kann es zu Überempfindlichkeitserscheinungen kommen.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Meldung

Verdachts

Nebenwirkungen

nach

Zulassung

großer

Wichtigkeit.

ermöglicht

eine

kontinuierliche

Überwachung

Nutzen-Risiko-

Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden

Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3

D-53175 Bonn

http://www.bfarm.de

anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Es wurden bisher keine Fälle von Überdosierung berichtet.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Lokalantibiotikum / Antimikrobielles Peptid (AMP)

ATC-Code: D06AX08

Tyrothricin ist ein Gemisch verschiedener zyklischer und linearer, antibakteriell wirksamer

Polypeptide, die durch den anaeroben sporenbildenden Bacillus brevis endotoxinartig gebildet

werden. Das Gemisch enthält zu 70 - 80 % Tyrocidine - basische zyklische Dekapeptide - und

zu 20 - 30 % Gramicidine - neutrale lineare Pentadekapeptide.

Wirkungsbereich

umfasst

vorwiegend

grampositive

Bakterien,

aber

auch

einige

gramnegative Bakterien und verschiedene Pilzarten, wie u.a. Candida albicans.

Tyrothricin wirkt dosisabhängig bakteriostatisch oder bakterizid auf folgende Keime:

Hemmwerte in µg/ml

Staph. aureus MSSA

Staph. aureus MRSA

Staph. haemolyticus

Strept. pyogenes

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Strept. viridans

1 - 5

Enterococcus faecalis

Diploc. pneumoniae

Corynebakt. spp.

Clostridia

0,1 - 10

Candida albicans

Candida parapsilosis

Hemmwerte ≥ 50 µg/ml:

Neisseria meningitidis, z.T. Neisseria gonorrhoeae, einige Pilze, Trichomonaden.

Tyrocidin bewirkt eine Freisetzung von stickstoff- und phosphathaltigen Substanzen aus den

Bakterienzellen, welche analog den kationischen Detergentien die osmotische Barriere der

bakteriellen Zellmembran zerstören. Durch den direkten Angriff an der bakteriellen Zellwand

ist die Wirkung nicht auf wachsende oder sich teilende Bakterien beschränkt, woraus sich der

bakterizide Effekt des Tyrocidin-Anteils erklärt.

Gramicidine hingegen bilden kationenleitende Kanäle in die bakterielle Zellmembran, was

insbesondere

infolge

Kaliumverlusts

Veränderungen

intrazellulären

Katio-

nenkonzentration und schließlich zur Zytolyse führt. Die Gramicidin-Komponente führt ferner

zu einer Entkoppelung der Atmungskettenphosphorylierung.

Aufgrund

besonderen

Wirkungsmechanismus

Tyrothricins,

systemisch

verwendeten Antibiotika nicht bekannt ist, wurden Kreuzresistenzen bisher nicht beobachtet.

Wundbehandlung

zeichnet

sich

Tyrosur®

nicht

durch

eine

ausgeprägte

timikrobielle

Wirkung,

sondern

auch

durch

weitere,

Heilungsprozess

begünstigende

Eigenschaften aus.

konnte

klinischen

Untersuchungen

nachgewiesen

werden,

dass

Tyrosur®

durch

Reinigung des Wundgrundes wie auch durch die Anregung der Gewebsgranulation und der

Epithelisation die Wundheilung beschleunigt.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

nicht

bekannt,

welchem

Ausmaß

Tyrothricin

systemisch

resorbiert

wird.

Hohe

Konzentrationen wurden im Stratum Corneum (nach Auftragen auf intakte Haut) bzw. direkt in

der Wunde gefunden.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Bei Versuchen an Mäusen und Ratten mit Tyrothricin konnten keine toxischen Wirkungen nach

s.c.- oder oraler Gabe festgestellt werden. Allerdings zeigt Tyrothricin in vitro und bei Hunden

in vivo nach i.v. Gabe hämolytisches Potential.

Untersuchungen auf ein genotoxisches Potential, Langzeituntersuchungen am Tier auf ein

tumorerzeugendes Potential von Tyrothricin und Studien zur Reproduktionstoxizität wurden

nicht durchgeführt.

Tyrosur® Wundheilgel zusätzlich:

Bei Untersuchungen zur akuten Toxizität rief Cetylpyridiniumchlorid Krämpfe, Atemlähmung

und eine Paralyse der willkürlichen Muskulatur hervor. Aus den vorliegenden In-vitro- und In-

vivo-Untersuchungen mit Cetylpyridiniumchlorid lassen sich keine relevanten Hinweise auf ein

genotoxisches Potential ableiten.

Cetylpyridiniumchlorid

wurden

keine

Langzeituntersuchungen

Ermittlung

kanzerogenen Wirkungen durchgeführt.

Das reproduktionstoxikologische Potential von Cetylpyridiniumchlorid ist nur unzureichend

untersucht.

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6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Sonstige Bestandteile

Tyrosur® Wundheilgel:

Cetylpyridiniumchlorid 1 H

O, Propylenglycol, Ethanol 96 %, Carbomer (40 000 - 60 000

mPa·s), Trometamol, gereinigtes Wasser.

Tyrosur® Wundheilpuder:

Lactose-Monohydrat, Macrogol 6000, hochdisperses Siliciumdioxid.

6.2

Inkompatibilitäten

Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, sollten diese Arzneimittel nicht mit

anderen Arzneimitteln gemischt werden.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

Tyrosur® Wundheilgel:

3 Jahre.

Nach Öffnung 3 Monate.

Tyrosur® Wundheilpuder:

3 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Tyrosur® Wundheilpuder:

Nicht über 25°C lagern.

Streudose nach Gebrauch sorgfältig verschließen.

Tyrosur® Wundheilgel:

Nicht über 25°C lagern.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Tyrosur® Wundheilgel:

Aluminiumtube

Originalpackungen mit 5 g (N 1) Gel.

Originalpackungen mit 15 g Gel.

Originalpackungen mit 25 g (N 3) Gel.

Tyrosur® Wundheilpuder:

Streudose aus Kunstststoff

Originalpackungen mit 5 g (N 1) Puder.

Originalpackungen mit 20 g (N 2) Puder.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handha-

bung

Keine speziellen Hinweise.

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7.

INHABER DER ZULASSUNG

Engelhard Arzneimittel GmbH & Co. KG

Herzbergstr. 3

61138 Niederdorfelden

Telefon:

06101 / 539 - 300

Telefax:

06101 / 539 - 315

Internet:

http://www.engelhard-am.de

E-Mail:

info@engelhard-am.de

8.

ZULASSUNGSNUMMER

Tyrosur® Wundheilgel: 6527902.00.00

Tyrosur® Wundheilpuder: 6527902.00.01

9.

DATUM DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Tyrosur® Wundheilgel: 27.04.2005

Tyrosur® Wundheilpuder: 25.08.2005

10.

STAND DER INFORMATION

Oktober 2016

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Apothekenpflichtig

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