Topiramat-glenmark 100 mg Filmtabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Topiramat
Verfügbar ab:
Glenmark Arzneimittel GmbH
ATC-Code:
N03AX11
INN (Internationale Bezeichnung):
Topiramate
Darreichungsform:
Filmtablette
Zusammensetzung:
Topiramat 100.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
68192.00.00

Dokumenten

Packungsbeilage Packungsbeilage - Englisch

GEBRAUCHSINFORMATION: INFORMATION FÜR DEN ANWENDER

Topiramat Glenmark 25 mg Filmtabletten

Topiramat Glenmark 50 mg Filmtabletten

Topiramat Glenmark 100 mg Filmtabletten

Topiramat Glenmark 200 mg Filmtabletten

Topiramat

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen für Sie.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es

kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese dieselben Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies

gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in der Packungsbeilage aufgeführt sind. Siehe Abschnitt

Diese Packungsbeilage beinhaltet

Was ist Topiramat Glenmark und wofür wird es angewendet?

Was müssen Sie vor der Einnahme von Topiramat Glenmark beachten?

Wie ist Topiramat Glenmark einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Topiramat Glenmark aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

WAS IST TOPIRAMAT GLENMARK UND WOFÜR WIRD ES ANGEWENDET?

Topiramat Glenmark gehört zu einer Gruppe von Arzneimitteln, die „Antiepileptika“ genannt werden. Es

wird angewendet:

zur alleinigen Behandlung der Epilepsie bei Erwachsenen und Kindern über 6 Jahren

mit anderen Arzneimitteln zur Behandlung der Epilepsie bei Erwachsenen und Kindern ab 2

Jahren

um Migränekopfschmerzen bei Erwachsenen vorzubeugen

WAS MÜSSEN SIE VOR DER EINNAHME VON TOPIRAMAT GLENMARK

BEACHTEN?

Topiramat Glenmark darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch auf Topiramat oder einen der sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind

(diese werden in Abschnitt 6 aufgeführt).

zur Vorbeugung von Migräne, wenn Sie schwanger sind oder wenn Sie schwanger werden könnten,

aber keine wirksame Verhütungsmethode anwenden (weitere Informationen finden Sie im Abschnitt

"Schwangerschaft und Stillzeit").

Wenn Sie nicht sicher sind, ob einer der oben aufgeführten Zustände auf Sie zutrifft, sprechen Sie mit

Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Topiramat Glenmark einnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Sprechen Sie vor der Einnahme von Topiramat Glenmark mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie

Nierenprobleme, besonders Nierensteine, haben, oder wenn Sie eine Nierendialyse erhalten.

in der Vorgeschichte Blut- oder Körperflüssigkeitsanomalien (metabolische Azidose) haben.

Leberprobleme haben.

unter Augenproblemen, besonders unter einem Glaukom, leiden.

ein Wachstumsproblem haben.

eine fettreiche diätetische Ernährung (ketogene Diät) erhalten.

Wenn Sie nicht sicher sind, ob einer der oben aufgeführten Zustände auf Sie zutrifft, sprechen Sie mit Ihrem

Arzt oder Apotheker, bevor Sie Topiramat Glenmark einnehmen.

Es ist wichtig, dass Sie nicht aufhören Ihre Arzneimittel einzunehmen ohne vorher mit Ihrem Arzt

gesprochen zu haben.

Sprechen Sie auch mit Ihrem Arzt bevor Sie andere Arzneimittel einnehmen, die Topiramat enthalten

und Ihnen als Alternative zu Topiramat Glenmark gegeben wurden.

Sie könnten Gewicht verlieren, wenn Sie Topiramat Glenmark einnehmen, weshalb Ihr Gewicht regelmäßig

kontrolliert werden sollte, wenn Sie dieses Arzneimittel einnehmen. Konsultieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie

zu viel Gewicht verlieren oder ein Kind, das dieses Arzneimittel einnimmt, nicht genug Gewicht zunimmt.

Eine geringe Anzahl von Patienten, die mit Antiepileptika wie Topiramat Glenmark behandelt wurden,

hatten Gedanken, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen. Wenn Sie zu irgendeinem

Zeitpunkt solche Gedanken haben, setzen Sie sich sofort mit Ihrem Arzt in Verbindung.

Kinder

Topiramat kann Schweißbildung verringern, vor allem bei Kindern. Das verursacht einen Anstieg der

Körpertemperatur während körperlicher Aktivität oder in warmer Umgebung. Deshalb ist es wichtig,

während der Behandlung mit Topiramat ausreichend Wasser zu trinken, vor allem bei körperlicher

Aktivität

oder

heißem

Wetter,

Risiko

einer

Hitze-bedingten

Nebenwirkung,

Kopfschmerz oder Übelkeit, zu verringern.

Einnahme von Topiramat Glenmark zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, oder

kürzlich eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen, einzunehmen/anzuwenden, auch wenn es

sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel, Vitamine und pflanzliche Arzneimittel handelt.

Topiramat Glenmark und bestimmte andere Arzneimittel können sich gegenseitig beeinflussen. Manchmal

muss die Dosierung Ihrer anderen Arzneimittel oder die von Topiramat Glenmark angepasst werden.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker vor allem, wenn Sie Folgendes einnehmen:

andere Arzneimittel, die Ihr Denken, Ihre Konzentration oder Ihre Muskelkoordination

beeinträchtigen oder verringern (z. B. Arzneimittel, die eine beruhigende Wirkung auf das

Zentralnervensystem ausüben, wie zum Beispiel zur Muskelentspannung und Beruhigungsmittel).

Antibabypillen. Topiramat Glenmark kann Ihre Antibabypillen weniger wirksam machen.

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn sich Ihre Menstruationsblutung verändert, während Sie Antibabypillen

und Topiramat Glenmark einnehmen.

Führen Sie eine Liste aller Arzneimittel, die Sie einnehmen/anwenden. Zeigen Sie diese Liste Ihrem Arzt

oder Apotheker, bevor Sie ein neues Arzneimittel einnehmen/anwenden.

Andere Arzneimittel, über die Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker sprechen sollten, schließen andere

Antiepileptika, Risperidon, Lithium, Hydrochlorothiazid, Metformin, Pioglitazon, Glibenclamid,

Amitriptylin, Propranolol, Diltiazem, Venlafaxin, Flunarizin, Johanniskraut (

Hypericum perforatum

) (ein

pflanzliches Arzneimittel zur Behandlung von Depression) ein.

Wenn Sie nicht sicher sind, ob einer der oben aufgeführten Zustände auf Sie zutrifft, sprechen Sie mit Ihrem

Arzt oder Apotheker, bevor Sie Topiramat Glenmark einnehmen.

Einnahme von Topiramat Glenmark zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken

Sie können Topiramat Glenmark zu den Mahlzeiten oder unabhängig davon einnehmen. Trinken Sie

reichlich Flüssigkeit über den Tag während Sie Topiramat Glenmark einnehmen, um Nierensteinen

vorzubeugen. Vermeiden Sie das Trinken von Alkohol, wenn Sie Topiramat Glenmark einnehmen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie Topiramat Glenmark einnehmen, wenn Sie schwanger sind,

schwanger werden könnten oder stillen. Ihr Arzt wird entscheiden, ob Sie Topiramat Glenmark einnehmen

können.

Ihr Arzt wird mit Ihnen über die Verwendung von Verhütungsmitteln sprechen und wird mit Ihnen

besprechen, ob Topiramat für Sie geeignet ist.

Wie bei anderen Antiepileptika besteht das Risiko einer Schädigung des ungeborenen Kindes, wenn

Topiramat Glenmark während der Schwangerschaft angewendet wird. Stellen Sie sicher, dass Ihnen die

Risiken und Vorteile einer Anwendung von Topiramat Glenmark zur Behandlung von Epilepsie während

der Schwangerschaft genau klar sind.

Sie dürfen Topiramat Glenmark nicht zur Vorbeugung von Migräne einnehmen, wenn Sie schwanger sind

oder wenn Sie schwanger werden könnten, aber keine wirksame Verhütungsmethode anwenden.

Stillende Mütter müssen bei der Einnahme von Topiramat Glenmark unverzüglich ihren Arzt informieren,

wenn das Baby sich ungewöhnlich verhält.

Fragen Sie vor der Einnahme von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Schwindel, Müdigkeit und Sehbehinderungen können während der Behandlung mit Topiramat Glenmark

auftreten. Sie dürfen sich nicht an das Steuer eines Fahrzeugs setzen und keine Werkzeuge oder Maschinen

bedienen, ohne vorher Ihren Arzt zu fragen.

Topiramat Glenmark enthält Laktose

Wenn Ihnen Ihr Arzt mitgeteilt hat, dass Sie einige Zuckerarten nicht vertragen, suchen Sie Ihren Arzt auf,

bevor Sie dieses Medikament einnehmen.

Topiramat Glenmark 50 mg Filmtabletten enthalten Gelborange-S (E110), was allergische Reaktionen

hervorrufen kann.

3.

WIE IST TOPIRAMAT GLENMARK EINZUNEHMEN?

Nehmen Sie Topiramat Glenmark immer genau nach Anweisung des Arztes ein. Fragen Sie Ihren Arzt

oder Apotheker, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Nehmen Sie Topiramat Glenmark genau so ein, wie es Ihnen verordnet wurde. Ihr Arzt wird

gewöhnlich mit einer geringen Dosis von Topiramat Glenmark beginnen und steigert Ihre Dosis dann

langsam, bis die beste Dosierung für Sie gefunden wurde.

Topiramat Glenmark Tabletten müssen im Ganzen geschluckt werden. Vermeiden Sie es, die

Tabletten zu zerkauen, da sie einen bitteren Geschmack hinterlassen können.

Topiramat Glenmark kann vor, während oder nach einer Mahlzeit eingenommen werden. Trinken Sie

über den Tag verteilt viel Flüssigkeit, um die Bildung von Nierensteinen zu verhindern, während Sie

Topiramat Glenmark einnehmen.

Wenn Sie größere Mengen Topiramat Glenmark eingenommen haben, als Sie sollten

Suchen Sie sofort einen Arzt auf. Nehmen Sie die Arzneimittelpackung mit.

Sie fühlen sich möglicherweise schläfrig, müde oder weniger aufmerksam, haben Koordinations-

oder Konzentrationsschwierigkeiten, Probleme beim Sprechen, sehen doppelt oder verschwommen,

fühlen sich schwindelig aufgrund von zu niedrigem Blutdruck, fühlen sich niedergeschlagen oder

aufgewühlt oder leiden an Bauchschmerzen oder Epilepsieanfällen (Krampfanfällen).

Es kann zu einer Überdosierung kommen, wenn Sie andere Arzneimittel zusammen mit Topiramat

Glenmark anwenden.

Wenn Sie die Einnahme von Topiramat Glenmark vergessen haben

Falls Sie vergessen haben, eine Dosis einzunehmen, nehmen Sie diese ein, sobald Sie dies bemerken.

Wenn jedoch fast die Zeit für Ihre nächste Dosis gekommen ist, überspringen Sie die verpasste Dosis

und fahren Sie wie gewohnt fort. Falls Sie zwei oder mehrere Einnahmen verpassen, sprechen Sie mit

Ihrem Arzt.

Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein (zwei Dosen gleichzeitig), um eine vergessene Dosis

auszugleichen.

Wenn Sie die Einnahme von Topiramat Glenmark abbrechen

Brechen Sie die Einnahme dieses Arzneimittels nicht ab, es sei denn, Ihr Arzt hat Sie dazu

aufgefordert. Ihre Beschwerden könnten zurückkehren. Wenn Ihr Arzt entscheidet, dieses Arzneimittel

abzusetzen, wird Ihre Dosis schrittweise über einige Tage herabgesetzt.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder

Apotheker.

4.

WELCHE NEBENWIRKUNGEN SIND MÖGLICH?

Wie alle Arzneimittel kann Topiramat Glenmark Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten

müssen.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder begeben Sie sich unverzüglich in ärztliche Behandlung, wenn Sie eine der

folgenden Nebenwirkungen bei sich feststellen:

Sehr häufige Nebenwirkungen (kann mehr als 1 von 10 Patienten betreffen)

Depression (Neu-Auftreten oder Verschlimmerung)

Häufige Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 10 Patienten betreffen)

Anfälle (Krampfanfälle)

Angst, Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen, Verwirrtheit, Orientierungslosigkeit

Konzentrationsprobleme, Langsamkeit im Denken, Gedächtnisverlust, Probleme mit dem Gedächtnis

(Neu-Auftreten, plötzliche Veränderungen oder zunehmende Verschlechterung)

Nierensteine, häufiges Wasserlassen oder Schmerzen beim Wasserlassen

Gelegentliche Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 100 Patienten betreffen)

erhöhte Säurewerte im Blut (kann Schwierigkeiten beim Atmen, einschließlich Atemnot,

Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, übermäßige Müdigkeit, schneller oder unregelmäßiger

Herzschlag verursachen)

verringertes oder fehlendes Schwitzen (besonders bei kleinen Kindern, die hohen

Umgebungstemperaturen ausgesetzt sind)

Gedanken an schwere Selbstverletzung, Versuche, sich selbst schweren Schaden zuzufügen

Ausfall eines Teils des Gesichtsfeldes

Seltene Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 1.000 Patienten betreffen)

Glaukom, eine Blockade der Flüssigkeit im Auge, die einen erhöhten Druck im Auge, Schmerzen und

eine verminderte Sehfähigkeit verursacht

Unter anderem können auch die folgenden Nebenwirkungen auftreten; wenden Sie sich an Ihren Arzt oder

Apotheker, wenn diese schwerwiegend werden:

Sehr häufige Nebenwirkungen (kann mehr als 1 von 10 Patienten betreffen)

verstopfte, laufende Nase oder Halsschmerzen

Kribbeln, Schmerzen und/oder Taubheit verschiedener Körperteile

Schläfrigkeit, Müdigkeit

Schwindel

Übelkeit, Durchfall

Gewichtsverlust

Häufige Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 10 Patienten betreffen)

Anämie (geringe Anzahl an Blutzellen)

allergische Reaktionen (wie Hautausschlag, Rötung, Juckreiz, Gesichtsschwellung, Nesselsucht)

Appetitlosigkeit, verminderter Appetit

Aggression, Aufregung, Wut, ungewöhnliches Verhalten

Einschlaf- und Durchschlafschwierigkeiten

Probleme beim Sprechen oder Sprachstörungen, undeutliche Sprache

Ungeschicklichkeit oder fehlende Koordination, Gefühl von Unsicherheit beim Gehen

verminderte Fähigkeit zur Erledigung von Routinearbeiten

Einschränkung, Verlust oder Fehlen des Geschmacksinns

unwillkürliches Zittern oder Schütteln; schnelle, unkontrollierte Augenbewegungen

Visuelle Störungen, wie Doppeltsehen, unscharfes, vermindertes Sehen, Schwierigkeiten beim

Fokussieren

Gefühl des Drehens (Schwindelgefühl), Klingeln in den Ohren, Ohrenschmerzen

Atemnot

Nasenbluten

Fieber, Unwohlsein, Schwäche

Erbrechen, Verstopfung, Bauchschmerzen oder Beschwerden im Bauchbereich, Verdauungsstörungen,

Magen- oder Darminfektion

Trockener Mund

Haarausfall

Juckreiz

Gelenkschmerzen oder -schwellungen, Muskelkrämpfe oder -zuckungen, Muskelschmerz oder -

schwäche, Brustschmerz

Gewichtszunahme

Husten

Gelegentliche Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 100 Patienten betreffen)

Abnahme der Anzahl der Blutplättchen (Blutzellen, die Blutungen zum Stillstand bringen), Abnahme

der Anzahl weißer Blutkörperchen, die Sie gegen Infektionen schützen, Abnahme des Kaliumgehalts im

Blut

Anstieg der Leberenzyme, Anstieg der Eosinophilen (eine Art weißer Blutkörperchen) im Blut

geschwollene Lymphknoten am Hals, in den Achseln oder der Leistengegend

gesteigerter Appetit

gehobene Stimmung

Hören, Sehen oder Fühlen von Dingen, die nicht da sind, schwerwiegende psychische Störungen

(Psychose)

kein Zeigen oder Empfinden von Gefühlen, ungewöhnliches Misstrauen, Panikattacken

Probleme beim Lesen, Sprachstörungen, Probleme mit der Handschrift

Ruhelosigkeit, Hyperaktivität

verlangsamtes Denken, verringerte Wachsamkeit oder Aufmerksamkeit

eingeschränkte oder langsame Körperbewegungen, ungewollte abnormale oder wiederholte

Muskelbewegungen

Ohnmacht

anormaler Tastsinn, gestörter Tastsinn

beeinträchtigter, verfälschter oder fehlender Geruchssinn

ungewöhnliche Gefühle oder Empfindungen, die eine Migräne oder eine bestimmte Art von

Epilepsieanfall ankündigen

trockene Augen, Lichtempfindlichkeit der Augen, Zucken der Augenlider, tränende Augen

Verringerung oder Verlust des Hörens, Hörverlust in einem Ohr

langsamer oder unregelmäßiger Herzschlag, Herzschlag in der Brust spürbar

niedriger Blutdruck, niedriger Blutdruck beim Aufstehen (infolgedessen fühlen sich manche Menschen

durch die Einnahme von Topiramat schwach oder schwindelig und können ohnmächtig werden, wenn

sie plötzlich aufstehen oder sich plötzlich aufrichten)

Gesichtsrötung, Wärmegefühl

Pankreatitis (Entzündung der Bauchspeicheldrüse)

übermäßiges Entweichen von Darmgasen und -winden, Sodbrennen, Völlegefühl oder Blähungen

Zahnfleischbluten, übermäßiger Speichelfluss, Sabbern, Mundgeruch

übermäßige Flüssigkeitsaufnahme, Durst

Verfärbung der Haut

Muskelsteifheit, Schmerzen in der Seite

Blut im Urin, Inkontinenz (mangelnde Kontrolle über den Harnfluss), plötzlicher Harndrang, Nieren-

oder Flankenschmerzen

Erektionsproblem, Probleme, die Erektion aufrecht zu erhalten, sexuelle Dysfunktion

grippeartige Symptome

kalte Finger und Zehen

sich betrunken fühlen

Lernstörungen

Seltene Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 1.000 Patienten betreffen)

anormal gesteigerte Stimmung

Bewusstseinsverlust

Blindheit auf einem Auge, vorübergehende Blindheit, Nachtblindheit

Sehschwäche eines Auges

Schwellungen im und um das Auge

Taubheit, Kribbeln und Veränderung der Farbe (weiß, blau, dann rot) der Finger und Zehen, wenn sie

Kälte ausgesetzt werden

Leberentzündung, Leberversagen

Stevens-Johnson-Syndrom, ein potentiell lebensbedrohlicher Zustand, der mit Geschwüren und Wunden

an verschiedenen Stellen der Schleimhaut auftreten kann (z.B. im Mund, in der Nase und den Augen),

Hautausschlag und Bläschenbildung

anormaler Körpergeruch

Beschwerden in Armen und Beinen

Nierenerkrankungen

Nebenwirkungen, deren Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar ist

Makulopathie ist eine Erkrankung der Makula, dem kleinen Fleck im Auge, auf dem das Sehen am

schärfsten ist. Sie sollten Ihren Arzt benachrichtigen, wenn Sie eine Änderung oder eine

Verminderung Ihrer Sehkraft bemerken.

Anschwellen der Bindehaut im Auge

Toxische epidermale Nekrolyse, eine lebensbedrohliche Erkrankung, die verglichen mit dem Stevens-

Johnson-Syndrom schwerwiegender ist, charakterisiert durch stark ausgedehnte Blasenbildung und

Ablösen der oberen Hautschichten (siehe seltene Nebenwirkungen)

Kinder und Jugendliche

Die bei Kindern auftretenden Nebenwirkungen ähneln gewöhnlich den bei Erwachsenen beobachteten. Dennoch werden

manche Nebenwirkungen häufiger bei Kindern beobachtet und/oder können bei Kindern stärker auftreten als bei

Erwachsenen. Zu diesen stärker auftretenden Nebenwirkungen gehören z.B. verringertes oder ausbleibendes Schwitzen

und erhöhter Säuregehalt im Blut. Die folgenden Nebenwirkungen können bei Kindern jedoch häufiger auftreten als bei

Erwachsenen:

Konzentrationsprobleme

− Stoffwechselbedingte Übersäuerung des Blutes

− Gedanken an schwere Selbstverletzung

− Müdigkeit

− Verminderter oder gesteigerter Appetit

− Aggression, ungewöhnliches Verhalten

− Schwierigkeiten beim Einschlafen oder Durchschlafen

− Gefühl von Unsicherheit beim Gehen

− sich nicht gut fühlen

− Abnahme des Kaliumspiegels im Blut

− keine Emotionen zeigen und/oder fühlen

− tränende Augen

− verlangsamter oder unregelmäßiger Herzschlag

Andere Nebenwirkungen, die bei Kindern auftreten können:

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

− das Gefühl haben, es dreht sich alles (Schwindel)

− Erbrechen

− Fieber

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

− Anstieg der eosinophilen Zellen (bestimmte Art von weißen Blutzellen) im Blut

− Hyperaktivität

− sich warm fühlen

− Lernschwierigkeiten

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für

Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch

direkt anzeigen über das:

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3

D-53175 Bonn

Website: http://www.bfarm.de

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

WIE IST TOPIRAMAT GLENMARK AUFZUBEWAHREN?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen Topiramat Glenmark nach dem auf der Blisterpackung und dem Umkarton angegebenen

Verfalldatum nicht mehr einnehmen. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.

Nicht über 25

C lagern.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das

Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt

bei.

6.

INHALT DER PACKUNG UND WEITERE INFORMATIONEN

Was Topiramat Glenmark enthält

Der Wirkstoff ist Topiramat. Jede Filmtablette enthält 25 mg, 50 mg, 100 mg, 200 mg Topiramat.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Tablettenkern

Laktose-Monohydrat, mikrokristalline Zellulose (E460), Maisquellstärke, Carboxymethylstärke-

Natrium (Typ A), Magnesium-Stearat.

Filmüberzug der Tablette

Für Topiramat Glenmark 25 mg Filmtabletten: Hypromellose, Makrogol 400, Polysorbat 80,

Titandioxid (E171).

Für Topiramat Glenmark 50 mg Filmtabletten: Hypromellose, Makrogol 400, Polysorbat 80,

Gelborange-S (E110) , Titandioxid (E171), gelbes Eisenoxyd (E172).

Für Topiramat Glenmark 100 mg und 200 mg Filmtabletten: Hypromellose, Makrogol 400,

Polysorbat 80, Titandioxide (E171), rotes Eisenoxyd (E172), gelbes Eisenoxyd (E172).

Wie Topiramat Glenmark aussieht und Inhalt der Packung

Filmtablette

Topiramat Glenmark 25 mg Filmtabletten: rund, weiß, Filmtabletten, auf einer Seite ist „G“ und auf der

anderen Seite „25“ eingeprägt.

Topiramat Glenmark 50 mg Filmtabletten: rund, gelb, Filmtabletten, auf einer Seite ist „G“ und auf der

anderen Seite „50“ eingeprägt.

Topiramat Glenmark 100 mg Filmtabletten: rund, gelb, Filmtabletten, auf einer Seite ist „G“ und auf

der anderen Seite „100“ eingeprägt.

Topiramat Glenmark 200 mg Filmtabletten: rund, rosa, Filmtabletten, auf einer Seite ist „G“ und auf

der anderen Seite „200“ eingeprägt.

Topiramat Glenmark 25 mg, 50 mg, 100 mg und 200 mg Filmtabletten sind in Kunststoffflaschen mit

entnahmegesicherten Klapp-Verschlusskappen erhältlich, die 20, 28, 30, 50, 56, 60, 100 und 200*

Tabletten enthalten und zusätzlich einen Trockenbehälter. Das Trockenmittel in diesem

Trockenbehälter darf nicht verschluckt werden.

Topiramat Glenmark 25 mg, 50 mg, 100 mg und 200 mg Filmtabletten sind auch in Aluminium-

Blisterpackungen zu je 4, 7, 10, 14, 20, 28, 30, 50, 56, 60, 84, 90, 100, 120 und 200* Tabletten

erhältlich.

*Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer

Glenmark Arzneimittel GmbH

Industriestr. 31

82194 Gröbenzell

Hersteller:

Glenmark Pharmaceuticals s.r.o.,

Hvězdova 1716/2b, 140 78 Prague 4,

Tschechien

Tillomed Laboratories Ltd.

3 Howard Road, Eaton Socon, St. Neots,

Cambridgeshire, PE19 8ET.

Vereinigtes Königreich

Glenmark Pharmaceuticals Europe Limited,

Building 2, Croxley Green Business Park,

Hatters Lane, Croxley Green

Hertfordshire, WD18 8YA

Vereinigtes Königreich

Glenmark Arzneimittel GmbH

Industriestr. 31

82194 Gröbenzell

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR)

unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Deutschland (DE)

Topiramat Glenmark 25 / 50 / 100 / 200 mg Filmtabletten

Tschechische Republik (CZ)

Topimark 25 / 50 / 100 mg

Niederlande (NL)

Topiramaat Glenmark 25 / 50 / 100 / 200 mg Filmomhulde tabletten

Polen (PL)

Toramat

Slowakei (SK)

Topimark 25 / 50 / 100 mg

Vereinigtes Königreich (UK)

Topiramate 25 / 50 / 100 /200 mg Film-coated tablets

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt überabeitet im: Mai 2019.

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Topiramat Glenmark 25 mg Filmtabletten

Topiramat Glenmark 50 mg Filmtabletten

Topiramat Glenmark 100 mg Filmtabletten

Topiramat Glenmark 200 mg Filmtabletten

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Eine Filmtablette enthält 25 mg, 50 mg, 100 mg, 200 mg Topiramat.

Sonstige Bestandteil(e) mit bekannter Wirkung:

Topiramat Glenmark 25 mg Filmtabletten: Laktose-Monohydrat 28,5 mg/Filmtablette

Topiramat Glenmark 50 mg Filmtabletten: Laktose-Monohydrat 57,0 mg/Filmtablette

und Gelborange-S-Lake 0,05 mg/Filmtablette

Topiramat Glenmark 100 mg Filmtabletten: Laktose-Monohydrat 114,0 mg/ Filmtablette

Topiramat Glenmark 200 mg Filmtabletten: Laktose-Monohydrat 228,0 mg/ Filmtablette

Für die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Filmtablette

Topiramat Glenmark 25 mg sind runde, weiße Filmtabletten, auf einer Seite ist „G“

und auf der anderen Seite „25“ eingeprägt.

Topiramat Glenmark 50 mg sind runde, gelbe Filmtabletten, auf einer Seite ist „G“

und auf der anderen Seite „50“ eingeprägt.

Topiramat Glenmark 100 mg sind runde, gelbe Filmtabletten, auf einer Seite ist „G“

und auf der anderen Seite „100“ eingeprägt.

Topiramat Glenmark 200 mg sind runde, rosafarbene Filmtabletten, auf einer Seite ist

„G“ und auf der anderen Seite „200“ eingeprägt.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Monotherapie bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 6 Jahren mit fokalen

Krampfanfällen mit oder ohne sekundär generalisierten Anfällen und primär

generalisierten tonisch-klonischen Anfällen.

Zusatztherapie bei Kindern ab 2 Jahren, Jugendlichen und Erwachsenen mit fokalen

Anfällen mit oder ohne sekundärer Generalisierung oder primär generalisierten

tonisch-klonischen Anfällen und zur Behandlung von Anfällen, die mit dem Lennox-

Gastaut Syndrom assoziiert sind.

Topiramat ist indiziert bei Erwachsenen zur Prophylaxe von Migräne-Kopfschmerzen

nach sorgfältiger Abwägung möglicher alternativer Behandlungsmethoden.

Topiramat ist nicht vorgesehen für die Akutbehandlung.

4.2

Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

Dosierung

Es wird empfohlen, die Therapie mit einer geringen Dosis zu beginnen gefolgt von

einer Titration bis zur wirksamen Dosis. Dosis und Titrationsgeschwindigkeit sollten

sich nach dem klinischen Ansprechen richten.

Es ist nicht notwendig, die Topiramat-Plasmaspiegel zu überwachen, um die

Therapie mit Topiramat Glenmark zu optimieren. In seltenen Fällen kann die

Ergänzung von Topiramat zu Phenytoin eine Anpassung der Phenytoindosis

erfordern, um ein optimales klinisches Ergebnis zu erzielen. Die Ergänzung oder das

Absetzen von Phenytoin und Carbamazepin als Zusatztherapie mit Topiramat kann

eine Anpassung der Dosis von Topiramat erfordern.

Bei Patienten mit oder ohne Anfälle oder Epilepsie in der Anamnese sollten

antiepileptische Arzneimittel einschließlich Topiramat schrittweise abgesetzt werden,

um das Potential für Krampfanfälle oder einen Anstieg der Anfallsfrequenz zu

minimieren. In klinischen Studien wurden die Tagesdosen bei Erwachsenen mit

Epilepsie in wöchentlichen Intervallen um 50-100 mg reduziert und um 25-50 mg bei

Erwachsenen, die Topiramat in Dosen bis zu 100 mg/Tag zur Migräne-Prophylaxe

erhielten. In klinischen Studien mit Kindern wurde Topiramat schrittweise über eine

Dauer von 2-8 Wochen abgesetzt.

Monotherapie Epilepsie

Allgemein

Wenn begleitende Antiepileptika abgesetzt werden, um eine Monotherapie mit

Topiramat zu erreichen, sind die Auswirkungen, die dies auf die Anfallkontrolle

haben kann, in Erwägung zu ziehen. Sofern nicht Sicherheitsbedenken ein sofortiges

Absetzen des begleitenden Antiepileptikums erfordern, wird ein schrittweises

Ausschleichen in der Höhe von etwa einem Drittel der bislang verabreichten

Antiepileptikadosis alle zwei Wochen empfohlen.

Wenn enzyminduzierende Arzneimittel abgesetzt werden, wird der Topiramat-

Spiegel ansteigen. Wenn klinisch indiziert, kann eine Reduzierung der Topiramat

Dosis erforderlich sein.

Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahre

Die Dosierung und die Titration sollte sich nach dem klinischen Ansprechen richten.

Die Titration sollte mit 25 mg abends über eine Woche beginnen. Die Dosis sollte

dann in 1-oder 2-wöchentlichen Intervallen in Schritten von 25 oder 50 mg/Tag,

verteilt auf zwei Dosen, erhöht werden. Wenn der Patient das Titrationsschema nicht

tolerieren kann, können kleinere Schritte oder längere Intervalle zwischen den

Erhöhungen angewendet werden.

Die empfohlene initiale Zieldosis für die Topiramat-Monotherapie beträgt bei

Erwachsenen 100 mg/Tag bis 200 mg/Tag, verteilt auf zwei Dosen. Die maximale

empfohlene Tagesdosis beträgt 500 mg/Tag, verteilt auf zwei Dosen. Einige

Patienten mit refraktären Formen der Epilepsie haben eine Topiramat-Monotherapie

bei Dosen von 1000 mg/Tag toleriert. Diese Dosisempfehlungen gelten für alle

Erwachsenen einschließlich älterer Patienten bei Nicht-Vorliegen einer

zugrundeliegenden Nierenerkrankung.

Pädiatrische Patienten (Kinder über 6 Jahren)

Die Dosierung und die Titrationsrate sollte sich nach dem klinischen Erfolg richten.

Die Behandlung von Kindern über 6 Jahren sollte in der ersten Woche mit 0.5 bis

1 mg/kg abends beginnen. Die Dosis sollte dann in 1- oder 2-wöchentlichen

Intervallen in Schritten von 0,5 oder 1 mg/kg/Tag, verteilt auf zwei Dosen, erhöht

werden. Wenn das Kind das Titrationsschema nicht tolerieren kann, können kleinere

Schritte oder längere Intervalle zwischen den Erhöhungen angewendet werden.

Abhängig vom klinischen Ansprechen liegt die empfohlene initiale Zieldosis für die

Topiramat-Monotherapie bei Kindern über 6 Jahren im Bereich von 100 mg/Tag

(dies entspricht 2,0 mg/kg/Tag bei 6-16 jährigen Kindern).

Zusatztherapie (fokale epileptische Anfälle mit oder ohne sekundäre

Generalisierung, primär generalisierte tonisch-klonische Anfälle oder epileptische

Anfälle, die mit dem Lennox-Gastaut Syndrom assoziiert sind)

Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahre

Die Therapie sollte mit 25-50 mg abends über eine Woche beginnen. Die

Anwendung geringerer initialer Dosen wurde berichtet, aber nicht systematisch

untersucht. Anschließend sollte die Dosis in ein- oder zweiwöchentlichen Intervallen

um 25-50 mg/Tag, verteilt auf zwei Dosen, gesteigert werden. Einige Patienten

können eine Wirksamkeit bei einmal täglicher Dosierung erreichen.

In klinischen Studien zur Zusatztherapie waren 200 mg die niedrigste wirksame

Dosis. Die übliche Tagesdosis beträgt 200-400 mg verteilt auf zwei Dosen.

Diese Dosisempfehlungen gelten für alle Erwachsenen einschließlich älterer

Patienten bei Nicht-Vorliegen einer zugrundeliegenden Nierenerkrankung (siehe

Abschnitt 4.4).

Pädiatrische Patienten (Kinder ab 2 Jahren)

Die empfohlene Gesamttagesdosis von Topiramat als Zusatztherapie liegt ungefähr

bei 5 bis 9 mg/kg/Tag verteilt auf zwei Dosen. Die Titration sollte in der ersten

Woche mit 25 mg (oder weniger, basierend auf einem Bereich von 1 bis

3 mg/kg/Tag) abends beginnen. Die Dosis sollte dann in 1- oder 2-wöchentlichen

Intervallen in Schritten von 1 bis 3 mg/kg/Tag (verteilt auf zwei Dosen) erhöht

werden, um ein optimales klinisches Ansprechen zu erreichen.

Tagesdosen bis zu 30 mg/kg/Tag wurden untersucht und im Allgemeinen gut

toleriert.

Migräne

Erwachsene und Jugendliche über 16 Jahre

Die empfohlene Gesamttagesdosis von Topiramat zur Prophylaxe von Migräne-

Kopfschmerzen beträgt 100 mg/Tag, verteilt auf zwei Dosen. Die Titration sollte mit

25 mg abends über eine Woche beginnen. Die Dosis sollte in Schritten von

25 mg/Tag, verabreicht in 1-wöchentlichen Intervallen, erhöht werden. Wenn der

Patient das Titrationsschema nicht tolerieren kann, können längere Intervalle

zwischen den Dosisanpassungen angewendet werden. Einige Patienten können von

einer Gesamttagesdosis von 50 mg/Tag profitieren. Patienten haben eine

Gesamttagesdosis bis zu 200 mg/Tag erhalten. Diese Dosis kann für manche

Patienten von Vorteil sein, dennoch wird wegen einer erhöhten Inzidenz an

Nebenwirkungen zur Vorsicht geraten.

Pädiatrische Patienten

Aufgrund unzureichender Daten zur Unbedenklichkeit und Wirksamkeit, wird

Topiramat nicht für die Behandlung oder Prävention von Migräne bei Kindern

empfohlen.

Allgemeine Dosierungsempfehlungen für Topiramat bei speziellen Patientengruppen

Nierenfunktionsstörungen

Bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung (CL

≤ 70 ml/min) sollte Topiramat mit

Vorsicht verabreicht werden, da die Plasmaclearance und die renale Clearance von

Topiramat reduziert sind. Personen mit bekannter Nierenfunktionsstörung können

bei jeder Dosis eine längere Zeit zum Erreichen des Steady State benötigen.

Bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz sollte an Hämodialyse-Tagen eine

Supplementärdosis von Topiramat, die ungefähr der Hälfte der Tagesdosis

entspricht, verabreicht werden, da Topiramat durch Hämodialyse aus dem Plasma

entfernt wird. Die Supplementärdosis sollte in Teildosen zu Beginn und nach

Beendigung der Hämodialyse verabreicht werden. Die Supplementärdosis kann,

basierend auf den Eigenschaften des verwendeten Dialyse-Equipment, variieren.

Leberfunktionsstörung

Bei Patienten mit mäßiger bis schwerer Leberfunktionsstörung sollte Topiramat mit

Vorsicht verabreicht werden, da die Clearance von Topiramat reduziert ist.

Ältere Patienten

Es ist keine Dosisanpassung bei älteren Patienten erforderlich, vorausgesetzt, dass

die Nierenfunktion intakt ist.

Art der Anwendung

Die Tabletten sollen nicht geteilt werden und sollen unzerkaut mit einer

ausreichenden Wassermenge eingenommen werden.

Für Dosierungen, die in dieser Stärke nicht realisierbar/praktikabel sind, sind andere

Stärken des Arzneimittels erhältlich.

Die Tablettenzusammensetzung ist nicht für Kinder geeignet, die weniger als 25

mg/Tag benötigen. Eine passende Formulierung sollte verschrieben werden.

Topiramat kann unabhängig von Mahlzeiten eingenommen werden.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der unter Abschnitt 6.1

aufgelisteten sonstigen Bestandteile.

Prophylaxe von Migräne-Kopfschmerzen in der Schwangerschaft oder bei Frauen im

gebärfähigen Alter, die keine wirksame Verhütungsmethode anwenden.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Allgemein

In Situationen, in denen ein schnelles Absetzen von Topiramat medizinisch

erforderlich ist, wird eine geeignete Überwachung empfohlen (siehe Abschnitt 4.2 für

weitere Einzelheiten).

Wie bei anderen Antiepileptika kann es bei Behandlung mit Topiramat bei manchen

Patienten zu einer erhöhten Anfallshäufigkeit oder Auftreten neuer Arten von

Krampfanfällen kommen. Dieses Phänomen kann die Folge von Überdosierung,

verringerten Plasmakonzentrationen gleichzeitig verabreichter Antiepileptika,

Fortschreiten der Erkrankung oder ein paradoxer Effekt sein.

Eine adäquate Flüssigkeitszufuhr während der Anwendung von Topiramat ist sehr

wichtig. Die Flüssigkeitszufuhr kann das Risiko einer Nephrolithiasis reduzieren

(siehe unten). Eine angemessene Flüssigkeitszufuhr vor und während Aktivitäten,

wie z.B. körperliche Aktivitäten oder Wärmeexposition können das Risiko von

hitzebezogenen Nebenwirkungen reduzieren (siehe Abschnitt 4.8).

Oligohydrosis

Oligohydrosis (verringerte Schweißbildung) wurde in Zusammenhang mit der

Anwendung von Topiramat berichtet. Vermindertes Schwitzen und Hyperthermie

(Anstieg der Körpertemperatur) können insbesondere bei kleinen Kindern auftreten,

die einer hohen Umgebungstemperatur ausgesetzt sind.

Stimmungsschwankungen/Depression

Eine erhöhte Inzidenz von Stimmungsschwankungen und Depression wurde

während der Topiramat-Behandlung beobachtet.

Nephrolithiasis

Einige Patienten, besonders diejenigen mit einer Prädisposition zur Nephrolithiasis,

können ein erhöhtes Risiko für Nierensteine und damit assoziierten Zeichen und

Symptomen, wie z. B. Nierenkolik, Nierenschmerzen oder Flankenschmerzen,

aufweisen.

Risikofaktoren für eine Nephrolithiasis schließen vorherige Nierensteine sowie

Nephrolithiasis und Hyperkalziurie in der Familienanamnese ein. Keiner dieser

Risikofaktoren kann verlässlich Nierensteine während der Topiramat-Behandlung

prognostizieren. Des Weiteren können Patienten, die andere mit Nephrolithiasis

assoziierte Arzneimittel einnehmen, ein erhöhtes Risiko aufweisen.

Eingeschränkte Nierenfunktion

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (CL

≤ 70 ml/min) sollte

Topiramat mit Vorsicht verabreicht werden, da die Plasmaclearance und die renale

Clearance von Topiramat reduziert sind. Für spezifische Dosierungsempfehlungen

für Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion siehe Abschnitt 4.2.

Nierenfunktionsstörungen.

Eingeschränkte Leberfunktion

Bei hepatisch eingeschränkten Patienten, sollte Topiramat mit Vorsicht verabreicht

werden, da die Clearance von Topiramat reduziert sein kann.

Suizid/Suizidgedanken

Über suizidale Gedanken und suizidales Verhalten wurde bei Patienten, die mit

Antiepileptika in verschiedenen Indikationen behandelt wurden, berichtet. Eine

Metaanalyse randomisierter, placebo-kontrollierter Studien mit Antiepileptika zeigte

auch ein leicht erhöhtes Risiko für das Auftreten von Suizidgedanken und suizidalem

Verhalten. Der Mechanismus für die Auslösung dieser Nebenwirkung ist nicht

bekannt und die verfügbaren Daten schließen die Möglichkeit eines erhöhten Risikos

bei der Einnahme von Topiramat nicht aus.

In doppelblinden klinischen Studien traten suizidbezogene Ereignisse

(Suizidgedanken, Suizidversuche und Suizide) bei mit Topiramat behandelten

Patienten mit einer Häufigkeit von 0,5% (46 von 8652 behandelten Patienten) und

einer nahezu 3-mal höheren Inzidenz als bei den mit Placebo behandelten Patienten

(0,2%; 8 von 4045 behandelten Patienten) auf.

Deshalb sollten Patienten hinsichtlich Anzeichen von Suizidgedanken und suizidalen

Verhaltensweisen überwacht und eine geeignete Behandlung in Erwägung gezogen

werden. Patienten (und deren Betreuern) sollte geraten werden, medizinische Hilfe

einzuholen, wenn Anzeichen für Suizidgedanken oder suizidales Verhalten auftreten.

Akute Myopie und sekundäres Winkelblockglaukom

Über ein Syndrom bestehend aus akuter Myopie in Verbindung mit sekundärem

Engwinkelglaukom wurde bei Patienten, die Topiramat erhielten, berichtet. Die

Symptome beinhalten das akute Auftreten einer verminderten Sehschärfe und/oder

Augenschmerzen. Ophthalmologische Befunde können Myopie, eine Einengung der

vorderen Augenkammer, okuläre Hyperämie (Rötung) und einen erhöhten

intraokulären Druck einschließen. Mydriasis kann oder kann nicht vorliegen. Dieses

Syndrom kann mit einem supraziliären Erguss assoziiert sein, der in einer

Vorverlagerung der Linse und der Iris mit einem sekundären Engwinkelglaukom

resultiert. Die Symptome treten üblicherweise im ersten Monat nach Beginn der

Topiramat-Therapie auf. Im Gegensatz zu dem primären Engwinkelglaukom, das

selten in einem Alter unter 40 Jahren auftritt, wurde das sekundäre, mit Topiramat

assoziierte Engwinkelglaukom sowohl bei pädiatrischen Patienten als auch bei

Erwachsenen berichtet. Die Behandlung umfasst das nach Ermessen des

behandelnden Arztes schnellstmögliche Absetzen von Topiramat und geeignete

Maßnahmen, um den intraokulären Druck zu reduzieren. Im Allgemeinen resultieren

diese Maßnahmen in einem Abfall des intraokulären Druckes.

Erhöhter intraokulärer Druck jeglicher Ätiologie kann, falls unbehandelt geblieben, zu

schweren Folgekrankheiten einschließlich einem dauerhaften Sehverlust führen.

Es ist eine Entscheidung zu treffen, ob Patienten mit Augenerkrankungen in der

Anamnese mit Topiramat behandelt werden sollen.

Gesichtsfeld-Ausfälle

Bei Patienten, die Topiramat erhielten, wurde über Gesichtsfeld-Ausfälle berichtet,

die von einem erhöhten intraokulären Druck unabhängig waren. In klinischen

Studien waren die meisten dieser Fälle nach Absetzen von Topiramat reversibel.

Wenn zu irgendeinem Zeitpunkt der Behandlung mit Topiramat Gesichtsfeld-Ausfälle

auftreten, soll in Erwägung gezogen werden, das Arzneimittel abzusetzen.

Metabolische Azidose:

Die hyperchlorämische, metabolische Azidose ohne Anionenlücke (d. h. das

Absinken des Serum-Bicarbonats unter den normalen Referenzbereich in

Abwesenheit einer respiratorischen Alkalose) wird mit einer Topiramat-Behandlung

in Verbindung gebracht.

Dieses Absinken des Serum-Bicarbonats beruht auf der inhibitorischen Wirkung von

Topiramat auf die renale Carboanhydrase. Im Allgemeinen tritt dieser Abfall des

Bicarbonats zu Beginn der Behandlung auf, obwohl er zu jedem Zeitpunkt der

Behandlung auftreten kann. Dieser Abfall ist in der Regel gering bis mäßig

(durchschnittliches Absinken von 4 mmol/l bei Dosen von 100 mg/Tag oder darüber

bei Erwachsenen bzw. von durchschnittlich 6 mg/kg/Tag bei pädiatrischen

Patienten). Selten erlebten Patienten Abfälle auf Werte unter 10 mmol/l. Umstände

oder Therapien, die eine Azidose prädisponieren (wie z. B. Nierenerkrankungen,

schwere respiratorische Erkrankungen, Status epilepticus, Diarrhoe, chirurgische

Eingriffe, ketogene Diät oder bestimmte Arzneimittel) können additiv zu dem

Bicarbonat-senkenden Effekt von Topiramat wirken.

Chronische metabolische Azidose erhöht das Risiko von Nierensteinbildung und

kann möglicherweise zu Osteopenie führen.

Chronische metabolische Azidose bei pädiatrischen Patienten kann die

Wachstumsraten reduzieren. Die Auswirkungen von Topiramat auf

knochenbezogene Folgeerkrankungen wurden nicht systematisch bei pädiatrischen

oder erwachsenen Patienten untersucht.

Abhängig von den zugrundeliegenden Umständen, wird unter der Topiramat-

Behandlung eine geeignete Bewertung einschließlich des Serum-Bicarbonat

Spiegels empfohlen. Wenn sich eine metabolische Azidose entwickelt und

persistiert, sollte in Erwägung gezogen werden, die Dosis zu reduzieren oder

Topiramat abzusetzen (durch schrittweise Dosisreduktion).

Bei Patienten mit Voraussetzungen oder Behandlungen, die ein Risiko für das

Auftreten einer metabolischen Azidose darstellen, sollte Topiramat mit Vorsicht

angewandt werden.

Verminderte kognitive Leistungsfähigkeit

Eine verminderte kognitive Leistungsfähigkeit ist bei Epilepsie multifaktoriell und

kann auf die zugrundeliegende Ätiologie, die Epilepsie oder auf die antiepileptische

Therapie zurückgeführt werden. Es gibt Berichte in der Literatur über eine

verminderte kognitive Leistungsfähigkeit bei Erwachsenen unter Topiramat-

Behandlung, die eine Dosisreduktion oder das Absetzen der Behandlung

erforderten. Jedoch sind die Studien in Hinblick auf die Entwicklung der

Merkfähigkeit bei Kindern, die mit Topiramat behandelt werden, nicht ausreichend

und es ist notwendig seine Wirkung in dieser Hinsicht noch zu untersuchen.

Ernährungsergänzung

Manche Patienten können während der Behandlung mit Topiramat einen

Gewichtsverlust erleiden. Es wird empfohlen, dass Patienten unter der Behandlung

mit Topiramat auf Gewichtsverlust kontrolliert werden sollten. Eine diätetische

Ergänzung oder gesteigerte Nahrungsaufnahme können erwogen werden, wenn der

Patient unter Topiramat Gewicht verliert.

Lactose-Intoleranz

Topiramat Glenmark Filmtabletten enthalten Lactose

Patienten mit der seltenen genetischen Laktoseintoleranz, mit Lapp-Laktasemangel

oder mit Glukose-Galaktose-Malabsorption sollen das Arzneimittel nicht einnehmen.

(Nur für Topiramat Glenmark 50 mg Filmtabletten)

Das Arzneimittel enthält Gelborange-S. Dieser Zusatzstoff kann allergische

Reaktionen hervorrufen.

Die Flaschen enthalten einen Trockensubstanz-Beutel. Dieser darf nicht verschluckt

werden.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Auswirkungen von Topiramat auf andere Antiepileptika

Der Zusatz von Topiramat zu anderen Antiepileptika (Phenytoin, Carbamazepin,

Valproinsäure, Phenobarbital, Primidon) hat keine Auswirkung auf deren Steady-

State-Plasmakonzentrationen, außer bei vereinzelten Patienten, bei denen der

Zusatz von Topiramat zu Phenytoin in einem Anstieg der Plasmakonzentration von

Phenytoin resultieren kann. Dies ist möglicherweise auf die Inhibition eines

spezifischen polymorphen Isoenzyms zurückzuführen (CYP2C19). Als Konsequenz

sollen die Phenytoin-Spiegel bei jedem Patienten unter Phenytoin, der klinische

Zeichen oder Symptome von Toxizität aufweist, überwacht werden.

Eine pharmakokinetische Wechselwirkungsstudie bei Patienten mit Epilepsie deutet

darauf hin, dass die Zugabe von Topiramat zu Lamotrigin bei Topiramat-Dosen von

100-400 mg/Tag keine Auswirkung auf die Steady-State-Plasmakonzentrationen von

Lamotrigin hat. Des Weiteren gab es keine Änderung in der Steady-State-

Plasmakonzentration von Topiramat während oder nach Absetzen der Lamotrigin

Behandlung (mittlere Dosis von 327 mg/Tag).

Topiramat hemmt das Enzym CYP2C19 und kann mit anderen Substanzen

interferieren, die durch dieses Enzym metabolisiert werden (z. B. Diazepam,

Imipramin, Moclobemid, Proguanil, Omeprazol).

Auswirkungen von anderen Antiepileptika auf Topiramat

Phenytoin und Carbamazepin vermindern die Topiramat-Plasmakonzentration.

Durch die zusätzliche Gabe oder das Absetzen von Phenytoin oder Carbamazepin

unter Topiramat-Therapie kann eine Dosisanpassung von Topiramat notwendig

werden. Diese Anpassung sollte per Titration anhand der klinischen Wirkung

erfolgen.

Die zusätzliche Gabe oder das Absetzen von Valproinsäure führt zu keinen klinisch

signifikanten Änderungen der Topiramat-Plasmakonzentration und rechtfertigt somit

keine Dosisanpassung von Topiramat.

Die Interaktionen sind in der folgenden Tabelle zusammengefasst:

Zusätzlich gegebenes Antiepileptikum Konzentration des

Antiepileptikums

Topiramat-

Konzentration

Phenytoin

↔**

Carbamazepin (CBZ)

Valproinsäure

Lamotrigin

Phenobarbital

Primidon

Keine Wirkung auf die

Plasmakonzentration (Änderung

15 %)

Plasmakonzentrationen steigen bei

einigen Patienten an

Plasmakonzentrationen fallen ab

Nicht untersucht

AED =

Antiepileptikum

Andere Arzneimittelwechselwirkungen

Digoxin: In einer Einzeldosisstudie verminderte sich die Fläche des Serum-Digoxins

unter der Plasmakonzentrationskurve um 12 % aufgrund der gleichzeitigen Gabe

von Topiramat. Die klinische Relevanz dieser Beobachtung ist nicht gesichert. Wenn

Topiramat bei Patienten, die Digoxin einnehmen, zusätzlich gegeben oder abgesetzt

wird, muss die routinemäßige Überwachung des Serum-Digoxins äußerst sorgfältig

durchgeführt werden.

ZNS-Sedativa: Die gleichzeitige Verabreichung von Topiramat und Alkohol oder

anderen ZNS dämpfenden Arzneimitteln wurde nicht in klinischen Studien bewertet.

Es wird empfohlen, dass Topiramat nicht gleichzeitig mit Alkohol oder anderen ZNS

dämpfenden Arzneimitteln angewendet wird.

Johanniskraut (Hypericum perforatum): Bei der gleichzeitige Einnahme von

Topiramat und Johanniskraut besteht die Gefahr von reduzierten Plasmaspiegeln

und folglich einer verringerten Wirksamkeit. Diese mögliche Wechselwirkung wurde

bisher in keiner klinischen Studie untersucht.

Orale Kontrazeptiva: Im Rahmen einer Studie über die pharmakokinetische

Interaktion bei gesunden Freiwilligen mit einem gleichzeitig verabreichten oralen

Kontrazeptivum als Kombinationspräparat aus 1 mg Norethindron (NET) und 35 µg

Ethinyl-Estradiol (EE) führte Topiramat in Dosierungen von 50 bis 200 mg/Tag ohne

die Gabe anderer Arzneimittel nicht zu statistisch signifikanten Änderungen der

mittleren Exposition (AUC) gegenüber den Bestandteilen des oralen

Kontrazeptivums.

In einer anderen Studie war die Exposition mit EE bei Dosierungen von 200, 400 und

800 mg/Tag (jeweils 18 %, 21 % und 30 %) statistisch signifikant vermindert, wenn

EE als zusätzliche Therapie bei Epilepsiepatientinnen verabreicht wurde, die

Valproinsäure einnahmen. In beiden Studien hatte Topiramat (50 bis 200 mg/Tag bei

gesunden Freiwilligen und 200 – 800 mg/Tag bei Epilepsie-Patientinnen) keinen

signifikanten Einfluss auf die Exposition mit NET. Bei Dosierungen zwischen 200 bis

800 mg/Tag trat ein dosisabhängiger Abfall während der Exposition mit EE auf; bei

Dosierungen von 50 bis 200 mg/Tag wurden dagegen keine signifikanten

dosisabhängigen Änderungen in der Exposition mit EE festgestellt. Die klinische

Signifikanz der beobachteten Veränderungen ist nicht bekannt.

Bei der gleichzeitigen Einnahme von oralen Kontrazeptiva und Topiramat ist ein

möglicher Rückgang der Wirksamkeit der Kontrazeptiva und das mögliche Auftreten

vermehrter Durchbruchblutungen zu bedenken. Patientinnen, die östrogenhaltige

Kontrazeptiva einnehmen, sind dazu aufzufordern, jegliche Änderung des

Menstruationsrhythmus zu berichten.

Hydrochlorothiazid (HCTZ):

Eine Arzneimittelwechselwirkungsstudie, die bei Probanden durchgeführt wurde,

bewertete die Steady-State-Pharmakokinetik von HCTZ (25 mg alle 24 h) und

Topiramat (96 mg alle 12 h), wenn diese alleine oder gemeinsam verabreicht

wurden. Die Ergebnisse dieser Studie zeigten, dass die Topiramat C

um 27%

anstieg und die AUC um 29% anstieg, wenn HCTZ zu Topiramat gegeben wurde.

Die klinische Bedeutung dieser Änderung ist unbekannt. Die Zugabe von HCTZ zur

Topiramat-Therapie kann eine Anpassung der Topiramat-Dosis erfordern. Die

Pharmakokinetik von HCTZ im Steady State wurde durch die gleichzeitige

Verabreichung von Topiramat nicht signifikant beeinflusst. Klinische Laborergebnisse

zeigen einen Abfall des Serumkaliums nach Topiramat oder HCTZ Verabreichung,

der höher war, wenn HCTZ und Topiramat in Kombination verabreicht wurden.

Lithium: Bei Probanden wurde eine Reduktion der systemischen Lithium-Exposition

(18% der AUC) während der gleichzeitigen Verabreichung von Topiramat

200 mg/Tag beobachtet. Bei Patienten mit bipolaren Störungen wurde die

Pharmakokinetik von Lithium während der Behandlung mit Topiramat bei Dosen von

200 mg/Tag nicht beeinflusst; jedoch wurde ein Anstieg in der systemischen

Exposition (26% der AUC) nach Topiramat Dosen bis zu 600 mg/Tag beobachtet.

Die Lithium-Spiegel sollten bei gleichzeitiger Gabe mit Topiramat überwacht werden.

Glibenclamid: Eine Arzneimittelwechselwirkungsstudie, die bei Patienten mit Typ 2

Diabetes durchgeführt wurde, bewertete die Steady-State-Pharmakokinetik von

Glibenclamid (5 mg/Tag) allein und gemeinsam mit Topiramat (150 mg/Tag). Es

ergab sich eine 25% Reduktion der Glibenclamid AUC

während der Topiramat

Verabreichung. Die systemische Exposition der aktiven Metaboliten, 4-trans-

Hydroxy-Glibenclamid (M1) and 3-cis-Hydroxy-Glibenclamid (M2), wurde um 13%

bzw. 15% reduziert. Die Pharmakokinetik von Topiramat im Steady state wurde bei

gleichzeitiger Verabreichung von Glibenclamid nicht beeinflusst.

Wenn Topiramat

zur Glibenclamid Therapie hinzugegeben oder Glibenclamid zur

Topiramat-Therapie hinzugegeben wird, sollte besonderes Augenmerk auf die

Routineüberwachung von Patienten zur adäquaten Kontrolle ihrer diabetischen

Erkrankung gelegt werden.

Metformin: Eine Arzneimittelwechselwirkungsstudie, die bei Probanden

durchgeführt wurde, bewertete die Steady-State-Pharmakokinetik von Metformin und

Topiramat im Plasma, wenn Metformin allein gegeben wurde und wenn Metformin

und Topiramat gleichzeitig gegeben wurden. Die Ergebnisse dieser Studie zeigten,

dass die mittlere C

und die mittlere AUC

0-12h

von Metformin um 18% bzw. 25%

anstiegen, während die mittlere CL/F um 20% abfiel, wenn Metformin mit Topiramat

verabreicht wurde. Topiramat beeinflusste nicht die t

von Metformin. Die klinische

Bedeutung des Effektes von Topiramat auf die Pharmakokinetik von Metformin ist

unklar. Die orale Plasmaclearance von Topiramat scheint reduziert zu sein, wenn es

mit Metformin verabreicht wird. Das Ausmaß der Änderung der Clearance ist nicht

bekannt. Die klinische Bedeutung des Effektes von Metformin auf die

Pharmakokinetik von Topiramat ist unklar.

Wenn Topiramat bei Patienten unter einer Metformin-Therapie hinzugegeben oder

abgesetzt wird, sollte besonderes Augenmerk auf die Routineüberwachung für eine

adäquate Kontrolle von deren diabetischer Erkrankung gelegt werden.

Pioglitazon: Eine Studie über die medikamentöse Interaktion wurde an gesunden

Freiwilligen durchgeführt, bei der die Steady-State-Pharmakokinetik von Topiramat

und Pioglitazon bei Einzelgabe und gleichzeitiger Verabreichung untersucht wurde.

Für Pioglitazon wurde eine 15%ige Verminderung des AUC

τ ,ss

ohne Veränderung

von C

max,ss

festgestellt. Dieses Resultat war nicht statistisch signifikant. Zusätzlich

wurde eine 13%ige bzw. 16%ige Verminderung von C

max,ss

und AUC

τ ,ss

des aktiven

Hydroxy-Metaboliten beobachtet sowie ein 60%iger Abfall von C

max,ss

und AUC

τ ,ss

des aktiven Keto-Metabolits. Die klinische Signifikanz dieser Befunde ist nicht

bekannt. Wenn Topiramat zusätzlich zu einer Pioglitazon-Therapie oder Pioglitazon

zusätzlich zu einer Topiramat-Therapie verabreicht wird, sollte eine sorgfältige

Überwachung der Patienten durchgeführt werden, um eine ausreichende Kontrolle

des diabetischen Status zu gewährleisten.

Risperidon: Arzneimittelwechselwirkungsstudien, die unter Einzeldosisbedingungen

bei Probanden und unter Mehrfachdosisbedingungen bei Patienten mit bipolaren

Störungen durchgeführt wurden, führten zu ähnlichen Ergebnissen. Bei gleichzeitiger

Verabreichung mit Topiramat bei ansteigenden Dosen von 100, 250 und

400 mg/Tag, ergab sich eine Reduktion der systemischen Exposition (16% und 33%

der Steady-State-AUC bei Dosen von jeweils 250 und 400 mg/Tag) von Risperidon

(verabreicht bei Dosen im Bereich von 1 bis 6 mg/Tag). Die Unterschiede in der AUC

der aktiven Gesamtfraktion zwischen der Behandlung mit Risperidon allein und der

Kombinationsbehandlung mit Topiramat waren jedoch statistisch nicht signifikant.

Minimale Änderungen wurden in der Pharmakokinetik der gesamten aktiven Fraktion

(Risperidon plus 9-Hydroxyrisperidon) und keine Änderungen für 9-

Hydroxyrisperidon beobachtet. Es gab keine signifikanten Änderungen in der

systemischen Exposition der gesamten aktiven Fraktion von Risperidon oder von

Topiramat. Wenn zu einer bestehenden Behandlung mit Risperidon (1-6 mg/Tag)

zusätzlich Topiramat gegeben wurde, wurde häufiger über unerwünschte Ereignisse

berichtet als vor der Topiramat-Einleitung (250-400 mg/Tag) (entsprechend 90% und

54%). Die am häufigsten berichteten unerwünschten Ereignisse nach Topiramat-

Einleitung, wenn es zusätzlich zu einer Risperidon-Behandlung gegeben wurde,

waren: Somnolenz (27% und 12%), Parästhesie (22% und 0%) und Übelkeit (18%

und 9%).

Weitere Arten von Wechselwirkungen

Arzneimittel, die für eine Nephrolithiasis prädisponieren

Topiramat kann das Risiko für eine Nephrolithiasis erhöhen, wenn es begleitend mit

anderen Substanzen angewendet wird, die eine Nephrolithiasis prädisponieren.

Während der Einnahme von Topiramat sollten solche Substanzen vermieden

werden, da sie eine physiologische Umgebung erzeugen können, die das Risiko der

Bildung von Nierensteinen erhöht.

Valproinsäure

Die gleichzeitige Anwendung von Topiramat und Valproinsäure wurde mit einer

Hyperammonämie mit oder ohne Enzephalopathie bei Patienten, die eines der

beiden Arzneimittel alleine toleriert haben, in Verbindung gebracht. In den meisten

Fällen klingen die Symptome und Anzeichen mit dem Absetzen eines der beiden

Arzneimittel ab. Diese Nebenwirkung beruht nicht auf einer pharmakokinetischen

Interaktion. Eine Assoziation der Hyperammonämie mit einer Topiramat-

Monotherapie oder gleichzeitiger Behandlung mit anderen Antiepileptika wurde nicht

ermittelt.

Es wurde Hypothermie, die als ungewollter Abfall der Körperkerntemperatur auf

unter 35 °C definiert wird, bei gleichzeitiger Anwendung von Topiramat und

Valproinsäure (VPA) festgestellt; und zwar sowohl in Verbindung mit als auch unter

Abwesenheit von Hyperammonämie. Diese Nebenwirkung kann bei Patienten, bei

denen gleichzeitig Topiramat und Valproat verabreicht wird, nach Beginn der

Behandlung mit Topiramat oder nach Erhöhung der täglichen Topiramatdosis

auftreten.

Zusätzliche Studien über pharmakokinetische Medikamenteninteraktion:

Es wurden klinische Studien durchgeführt, in denen die mögliche

pharmakokinetische Medikamenteninteraktion von Topiramat und anderen

Wirkstoffen beurteilt werden sollte. Die Änderungen von C

und AUC als Resultat

der Interaktionen sind in der nachstehenden Tabelle zusammengefasst. Die zweite

Spalte (Konzentration des gleichzeitig verabreichten Medikaments) zeigt, welche

Wirkung die zusätzliche Gabe von Topimarat auf die Konzentration des gleichzeitig

gegebenen Medikaments hat. Die dritte Spalte (Topiramat-Konzentration) zeigt, wie

die zusätzliche Gabe des Medikaments in der ersten Spalte die Topiramat-

Konzentration beeinflusst.

Zusammenfassung der Resultate von klinischen Studien über die

pharmakokinetische Interaktion zusätzlicher Medikamente

Gleichzeitig gegebenes

Medikament

Konzentration des

gleichzeitig gegebenen

Medikaments

Topiramat-Konzentration

Amitriptylin

20%iger Anstieg von C

und AUC des Nortriptylin-

Metabolits

Dihydroergotamin (oral und

subkutan)

Haloperidol

31%iger Anstieg von AUC

des reduzierten Metabolits

Propranolol

17%iger Anstieg von C

für 4-OH Propranolol

(TPM 50 mg in 12

Stunden)

9% und 16%iger Anstieg

von C

, 17%iger

Anstieg von AUC (40mg

und 80 mg Propranolol in

12 Stunden)

Sumatriptan (oral und

subkutan)

Pizotifen

Diltiazem

25% Verminderung der

AUC von Diltiazem und

18% Verminderung von

DEA, und ↔ von DEM*

20% Erhöhung der AUC

Venlafaxin

Flunarizin

16% Erhöhung der AUC

(TPM 50 mg alle 12h)

Die Prozentangaben beschreiben die Änderung der mittleren Behandlungs-C

oder AUC im Bezug auf die Monotherapie.

Keine Wirkung auf C

und AUC (Änderung

15 %)

der Haupt-Zusammensetzung

Nicht untersucht

*DEA

Desacetyldiltiazem, DEM = N-Demethyl-Diltiazem

Die Flunarizin AUC stieg um 14% bei Personen, die Flunarizin allein

einnahmen. Die Erhöhung in der Exposition kann einer Akkumulation während des

Erreichen des Steady State zugeschrieben werden.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Allgemeines Risiko im Zusammenhang mit Epilepsie und Antiepileptika

Frauen im gebärfähigen Alter sollen eine fachkundige Beratung erhalten. Sobald

eine Frau eine Schwangerschaft plant, soll die Notwendigkeit einer Behandlung mit

Antiepileptika überprüft werden. Bei Frauen, die wegen einer Epilepsie behandelt

werden, soll ein plötzliches Absetzen der Antiepileptika-Therapie vermieden werden,

da dies zu Durchbruchsanfällen führen und schwerwiegende Folgen für die Mutter

und das ungeborene Kind haben kann. Wann immer es möglich ist, soll eine

Monotherapie bevorzugt werden, da die Therapie mit verschiedenen Antiepileptika

gegenüber einer Monotherapie mit einem höheren Risiko für kongenitale

Fehlbildungen in Zusammenhang gebracht werden kann, abhängig von den

angewendeten Antiepileptika.

Risiko im Zusammenhang mit Topiramat

Topiramat war bei Mäusen, Ratten und Kaninchen teratogen. Bei Ratten passiert

Topiramat die Plazentaschranke.

Klinische Daten aus Schwangerschaftsregistern weisen darauf hin, dass für

Säuglinge, die einer Monotherapie mit Topiramat ausgesetzt waren:

Ein erhöhtes Risiko für kongenitale Fehlbildungen (vor allem für

Lippenspalte/Gaumenspalte, Hypospadien und Anomalien, die verschiedene

Körpersysteme einschließen) in Folge der Exposition während des ersten Trimesters

besteht. Das Nordamerikanische (North American Antiepileptic Drug)

Schwangerschaftsregister zeigte für die Monotherapie mit Topiramat eine ungefähr

3-fach höhere Inzidenz für schwerwiegende kongenitale Fehlbildungen im Vergleich

zu einer Referenzgruppe, die keine Antiepileptika eingenommen hat. Des Weiteren

weisen die Daten aus anderen Studien darauf hin, dass, verglichen mit der

Monotherapie, die Anwendung von Antiepileptika in einer Kombinationstherapie mit

einem erhöhten Risiko für teratogene Effekte verbunden ist.

Eine höhere Prävalenz für ein geringes Geburtsgewicht (< 2500 Gramm) verglichen

mit der Referenzgruppe besteht.

Eine erhöhte Prävalenz für ihr Gestationsalter zu kleine oder zu leichte

Neugeborene (SGA, Small for Gestational Age; definiert als Geburtsgewicht unter

dem 10. Perzentil nach Berichtigung gemäß des Gestationsalters und stratifiziert

nach Geschlecht) besteht. Die Langzeitauswirkungen der SGA-Befunde konnten

nicht bestimmt werden.

Es wird empfohlen, dass Frauen im gebärfähigen Alter eine hochwirksame

Verhütungsmethode anwenden (siehe Abschnitt 4.5) und alternative therapeutische

Optionen in Betracht ziehen.

Indikation Epilepsie

Es wird empfohlen, bei Frauen im gebärfähigen Alter alternative therapeutische

Optionen in Betracht zu ziehen. Wenn Topiramat von Frauen im gebärfähigen Alter

eingenommen wird, wird die Anwendung einer hochwirksamen Verhütungsmethode

(siehe Abschnitt 4.5) und eine vollständige Aufklärung über die bekannten Risiken

einer unbehandelten Epilepsie für die Schwangerschaft und die potentiellen Risiken

des Arzneimittels für den Fötus empfohlen.

Wenn eine Frau eine Schwangerschaft plant, wird vorab eine Untersuchung zur

Neubewertung der Behandlung und zur Berücksichtigung anderer therapeutischer

Optionen empfohlen. Im Falle einer Einnahme während des ersten Trimesters soll

eine sorgfältige pränatale Überwachung erfolgen.

Indikation Migräne Prophylaxe

Topiramat ist während der Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen Alter,

die keine hochwirksame Verhütungsmethode anwenden, kontraindiziert (siehe

Abschnitte 4.3 und 4.5).

Stillzeit

Tierexperimentelle Studien haben eine Exkretion von Topiramat in die Milch gezeigt.

Die Exkretion von Topiramat in die humane Milch wurde in kontrollierten Studien

nicht untersucht. Begrenzte Beobachtungen bei Patientinnen weisen auf eine

erhebliche Exkretion von Topiramat in die Muttermilch hin. Da viele Arzneimittel in

die humane Milch ausgeschieden werden, muss unter Berücksichtigung der

Bedeutung des Arzneimittels für die Mutter eine Entscheidung getroffen werden, ob

das Stillen eingestellt wird oder (auf) die Topiramat-Therapie abgebrochen/verzichtet

wird (siehe Abschnitt 4.4).

Fertilität

Tierexperimentelle Studien zeigten keine Beeinträchtigung der Fertilität durch

Topiramat (siehe Abschnitt 5.3). Ein Einfluss von Topiramat auf die humane Fertilität

wurde nicht nachgewiesen.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Topiramat wirkt auf das zentrale Nervensystem und kann zu Benommenheit,

Schwindel und anderen verwandten Symptomen führen. Es kann auch

Sehstörungen und/oder Verschwommensehen verursachen. Diese Nebenwirkungen

können bei Patienten, die ein Fahrzeug führen oder Maschinen bedienen, potentiell

gefährlich sein, besonders bis zu dem Zeitpunkt, an dem der einzelne Patient

Erfahrung mit dem Arzneimittel gesammelt hat.

4.8

Nebenwirkungen

Die Sicherheit von Topiramat wurde aus einer Datenbank mit klinischen Studien

evaluiert, die sich aus 4111 Patienten (3182 unter Topiramat und 929 unter

Placebo), die an 20 doppelblinden Studien bzw. 2847 Patienten, die an 34 offenen

Studien teilgenommen haben, zusammensetzt, für Topiramat als Zusatztherapie bei

primär generalisierten tonisch-klonischen Anfällen, bei fokalen, epileptischen

Anfällen, bei epileptischen Anfällen beim Lennox-Gastaut Syndrom, bei der

Monotherapie der neu oder vor kurzem diagnostizierten Epilepsie oder bei der

Migräne-Prophylaxe. Die Mehrheit der unerwünschten Arzneimittelwirkungen

(UAWs) waren in der Schwere leicht bis mäßig. UAWs, die in klinischen Studien und

während der Erfahrung nach Markteinführung (gekennzeichnet durch “*”) identifiziert

wurden, sind nach ihrer Inzidenz in den klinischen Studien in Tabelle 1 aufgelistet.

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien

zugrunde gelegt:

Sehr häufig ≥ 1/10

Häufig ≥ 1/100 bis < 1/10

Gelegentlich ≥ 1/1000 bis < 1/100

Selten ≥ 1/10.000 bis < 1/1000

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Die häufigsten UAWs (jene mit einer Inzidenz von > 5% und höher, als die unter

Placebo beobachteten, bei mindestens 1 Indikation in kontrollierten doppelblinden

Studien mit Topiramat) umfassen: Anorexie, verminderter Appetit, Bradyphrenie,

Depression, Beeinträchtigung des sprachlichen Ausdrucksvermögens, Insomnie,

anomale Koordination, Aufmerksamkeitsstörung, Schwindel, Dysarthrie, Dysgeusie,

Hypästhesie, Lethargie, Gedächtnisstörung, Nystagmus, Parästhesie, Somnolenz,

Tremor, Diplopie, Verschwommensehen, Diarrhoe, Übelkeit, Fatigue, Reizbarkeit

und Gewichtsabnahme.

Pädiatrische Patienten

UAWs, die häufiger (

2-fach) bei Kindern als bei Erwachsenen in kontrollierten

doppelblinden Studien berichtet wurden, umfassen:

Verminderten Appetit

Erhöhten Appetit

Hyperchlorämische Azidose

Hypokaliämie

Anomales Verhalten

Aggression

Apathie

Einschlafstörung

Suizidgedanken

Aufmerksamkeitsstörung

Lethargie

Störung des zirkadianen Schlafrhythmus

Schlechte Schlafqualität

Erhöhter Tränenfluss

Sinusbradykardie

Anomales Gefühl

Gangstörung

UAWs, die bei Kindern aber nicht bei Erwachsenen in kontrollierten doppelblinden

Studien berichtet wurden, umfassen:

Eosinophilie

Psychomotorische Hyperaktivität

Vertigo

Erbrechen

Hyperthermie

Pyrexie

Lernschwierigkeiten

Tabelle 1: Unerwünschte Arzneimittelwirkungen von Topiramat

Systemorgan-

klasse

Sehr häufig

Häufig

Gelegentlich

Selten

Nicht

bekannt

Infektionen und

parasitäre

Erkrankungen

Nasopharyngiti

Erkrankungen

des Blutes und

des

Lymphsystems

Anämie

Leukopenie,

Thrombozyto-

penie,

Lymphadeno-

pathie,

Eosinophiliie

Neutro-

penie*

Erkrankungen

des

Immunsystems

Hypersensi-

tivität

Allergisches

Ödem*,

Stoffwechsel-

und Ernährungs-

störungen

Anorexie,

verminderter

Appetit

Metabolische

Azidose,

Hypokaliämie,

erhöhter Appetit

Polydipsie

Hyperchlo-

rämische

Azidose

Psychiatrische

Erkrankungen

Depression

Bradyphrenie,

Insomnie,

Beeinträchtig

ung des

sprachlichen

Ausdrucks-

vermögens,

Angst,

Verwirrtheit,

Desorientie-

rung,

Aggression,

veränderte

Stimmung,

Agitiertheit,

Stimmungs-

schwan-

kungen,

depressive

Stimmung,

Wut,

anomales

Verhalten

Suizidgedanken,

Suizidversuch,

Halluzination,

psychotische

Störung, akus-

tische

Halluzination,

visuelle

Halluzination,

Apathie, Verlust

der Spontan-

sprache,

Schlafstörung,

Affektlabilität,

verminderte

Libido,

Ruhelosigkeit,

Weinen,

Dysphemie,

euphorische

Stimmung,

Paranoia,

Perseveration,

Panikattacken,

Traurigkeit,

Leseschwäche,

Einschlaf-

störung,

Affektver-

flachung,

anomales

Denken, Verlust

der Libido,

Teilnahms-

losigkeit, Durch-

schlafstörung,

Ablenkbarkeit,

frühes

morgendliches

Erwachen,

Panikreaktion,

gehobene

Stimmung

Manie,

Panik-

störung,

Gefühl von

Hoffnungs-

losigkeit*,

Hypomani

Erkrankungen

des

Nervensystems

Parästhesie,

Somnolenz,

Schwindel

Aufmerksam-

keitsstörung,

Gedächtnis-

störung,

Amnesie,

kognitive Stö-

rung,

Beeinträchti-

gung der

geistigen

Leistungs-

fähigkeit,

eingeschränk

te psycho-

motorische

Fähigkeiten,

Konvulsion,

anomale

Koordination,

Tremor,

Lethargie,

Hypästhesie,

Nystagmus,

Dysgeusie,

Gleichge-

wichts-

störung,

Dysarthrie,

Intentionstre-

mor,

Sedierung

Bewusstseinsein

schränkung,

Grand mal

Anfall,

Gesichtsfeld-

ausfall, komplex

fokale Anfälle,

Sprachstörung,

psychomotor-

ische

Hyperaktivität,

Synkope,

sensorische

Störung,

Sabbern,

Hypersomnie,

Aphasie,

repetitive

Sprache,

Hypokinesie,

Dyskinesie,

Haltungsschwin-

del, schlechte

Schlafqualität,

brennendes

Gefühl, Verlust

Empfindungsver

mögens,

verändertes

Geruchsempfin-

den,

zerebellares

Syndrom,

Dysästhesie,

Hypogeusie,

Stupor, Unge-

schicklichkeit,

Aura, Ageusie,

Schreibstörung,

Dysphasie,

periphere

Neuropathie,

Präsynkope,

Dystonie,

Formicatio

Apraxie,

Störung

des zirka-

dianen

Schlaf-

rhythmus,

Hyper-

ästhesie,

verminder-

Geruchs-

sinn,

Verlust

Geruchs-

sinns,

essentiel-

ler Tremor,

Akinesie,

Nichtan-

sprechen

auf Reize

Augenerkran-

kungen

Verschwom-

mensehen,

Diplopie,

Sehstörung

verminderte

Sehschärfe,

Skotom,

Myopie*,

Fremdkör-

pergefühl im

Auge*,

trockenes Auge,

Photophobie,

Blepharospas-

mus,

erhöhter

Tränenfluss,

Photopsie,

Mydriasis,

Presbyopie

unilaterale

Blindheit,

transiente

Blindheit,

Glaukom,

Akkommo-

dations-

störung,

veränderte

visuelle

Tiefen-

wahrneh-

mung,

Flimmer-

skotom,

Augenlid-

ödem*,

Nacht-

blindheit,

Amblyopie

Engwinkel-

glaukom*,

Makulo-

pathie*,

Störung der

Augenbe-

wegung**,

konjunktival

es Ödem*

Erkrankungen

des Ohrs und

des Labyrinths

Vertigo,

Tinnitus,

Ohren-

schmerzen

Taubheit,

unilaterale

Taubheit, neuro-

sensorische

Taubheit,

Ohrenbeschwer-

den,

eingeschränktes

Hören

Herz-

erkrankungen

Bradykardie,

Sinusbrady-

kardiee,

Palpitationen

Gefäßerkrank-

ungen

Hypotension,

orthostatische

Hypotension,

Flush,

Hitzewallungen

Raynaud-

Phänomen

Erkrankungen

der Atemwege,

des Brustraums

und

Mediastinums

Dyspnoe,

Epistaxis,

verstopfte

Nase,

Rhinorrhoe,

Husten*

Belastungs-

dyspnoe,

paranasale

Sinus-

hypersekretion,

Dysphonie

Erkrankungen

des

Gastrointestinal-

trakts

Nausea,

Diarrhoe,

Erbrechen,

Obstipation,

Oberbauch-

schmerz,

Dyspepsie,

abdominaler

Schmerz,

Mund-

trockenheit,

Magenbe-

schwerden,

orale

Parästhesie,

Gastritis,

abdominale

Beschwer-

Pankreatitis,

Flatulenz,

gastroösopha-

geale

Refluxkrankheit,

Unterbauch-

schmerz, orale

Hypästhesie,

Zahnfleisch-

bluten,

geblähter

Bauch,

epigastrische

Beschwerden,

schmerzhafte

Bauchspannung,

vermehrter Spei-

chelfluss, oraler

Schmerz,

Mundgeruch,

Glossodynie

Leber- und

Gallenerkran-

kungen

Hepatitis,

Leberver-

sagen

Erkrankungen

der Haut und

des

Unterhautzell-

gewebes

Alopezie,

Hautaus-

schlag,

Pruritus

Anhidrose,

faziale

Hypästhesie,

Urtikaria,

Erythem,

generalisierter

Pruritus,

makulärer

Hautausschlag,

Hautverfärbung,

allergische

Dermatitis,

Gesichts-

schwellung

Stevens-

Johnson-

Syndrom*,

Erythema

mul-

tiforme*,

anomaler

Hautge-

ruch,

periorbi-

tales

Ödem*,

lokalisierte

Urtikaria

toxische

epidermale

Nekrolyse*

Skelett-

muskulatur-,

Bindegewebs-

und

Knochenerkran-

kungen

Arthralgie,

Muskelspas-

men, Myalgie,

Muskel-

zittern,

Muskel-

schwäche,

uskuloske-

lettaler Brust-

schmerz

Gelenkschwel-

lung*,

muskuloskelet-

tale Steifheit,

Flankenschmerz

, Muskel-

schwäche

Beschwer-

den in den

Extremi-

täten

Erkrankungen

der Nieren und

Harnwege

Nephro-

lithiasis,

Pollakisurie,

Dysurie

Harnstein,

Harninkontinenz,

Hämaturie,

Inkontinenz,

Harndrang,

Nierenkolik,

Nierenschmerz

Harnleiter-

stein,

renale

tubuläre

Azidose*

Erkrankungen

der Geschlechts-

organe und der

Brustdrüse

erektile

Dysfunktion,

sexuelle

Dysfunktion

Allgemeine

Erkrankungen

und Beschwer-

den am Verab-

reichungsort

Fatigue

Pyrexie,

Asthenie,

Gereiztheit,

Gang-

störung,

anomales

Gefühl,

Malaise

Hyperthermie,

Durst,

Influenza-

ähnliche

Krankheit*,

Trägheit,

periphere Kälte,

Gefühl der

Trunkenheit,

nervöses Gefühl

Gesichts-

ödem,

Kalzinose

Untersuchungen

Gewichtsab-

nahme

Gewichtszu-

nahme*

Kristalle im Urin

präsent,

anomaler

Zehen-Fersen-

Gehtest,

verminderte Zahl

weißer Blutzel-

vermindert

Bicarbonat

werte im

Serum

Soziale

Umstände

Lernschwäche

* identifiziert als eine UAW aus Spontanberichten nach Markteinführung. Deren Häufigkeit

wurde basierend auf den klinischen Studiendaten kalkuliert.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer

Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-

Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert,

jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung zu melden über:

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3

D-53175 Bonn

Website: http://www.bfarm.de

4.9

Überdosierung

Zeichen und Symptome

Es wurde von Überdosierung von Topimarat berichtet. Zu den Symptomen gehören

Anfälle, Schläfrigkeit, Sprachstörungen, getrübtes Sehen, Diplopie,

Konzentrationsstörungen, Lethargie, abnormale Koordination, Stupor, Hypotonie,

Bauchschmerzen, Agitation, Schwindel, Kopfschmerz und Depression. In den

meisten Fällen waren die klinischen Konsequenzen nicht schwerwiegend, es wurde

jedoch von Todesfällen nach multipler Medikamentenüberdosierung berichtet, die

auch die Verabreichung von Topiramat beinhaltet.

Eine Topiramat-Überdosierung kann zu schwerer metabolischer Azidose führen

(siehe Abschnitt 4.4).

Behandlung

Bei einer akuten Topiramat-Überdosierung sollte bei kürzlich zurückliegender

Einnahme unverzüglich eine Magenentleerung durch Magenspülung oder Induktion

von Erbrechen herbeigeführt werden. In vitro erwies sich Aktivkohle als Adsorbens

von Topiramat. Es sollte eine adäquate supportive Behandlung erfolgen und der

Patient sollte gut hydratisiert werden. Hämodialyse stellt ein effektives Mittel dar, um

Topiramat aus dem Körper zu entfernen.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere Antiepileptika, Migränemittel

ATC-Code: N03AX11/ N02CX12

Topiramat ist als sulfamat-substitutiertes Monosaccharid klassifiziert. Der genaue

Mechanismus, durch den Topiramat seine antiepileptischen und Migräne

prophylaktischen Eigenschaften ausübt, ist unbekannt. Elektrophysiologische und

biochemische Studien an kultivierten Neuronen haben drei Eigenschaften

identifiziert, die möglicherweise zur antiepileptischen Wirksamkeit von Topiramat

beitragen.

Aktionspotentiale, die durch anhaltende Depolarisation der Neuronen ausgelöst

wurden, wurden durch Topiramat in einer zeitabhängigen Art geblockt, was auf eine

zustandsabhängige Blockade des Natriumkanals hinweist. Topiramat erhöhte die

Häufigkeit, mit der γ-Aminobutyrat (GABA) GABA

-Rezeptoren aktivierte, und

erhöhte die Fähigkeit von GABA, den Fluss von Chloridionen in die Neuronen zu

induzieren, was darauf hinweist, dass Topiramat die Aktivität dieses inhibitorischen

Neurotransmitters erhöht.

Dieser Effekt wurde nicht durch Flumazenil, einem Benzodiazepin-Antagonisten,

blockiert, noch erhöhte Topiramat die Dauer der Kanal-Öffnungszeit, was Topiramat

von Barbituraten, die ebenfalls GABA

-Rezeptoren modulieren, differenziert.

Da sich das antiepileptische Profil von Topiramat deutlich von dem der

Benzodiazepine unterscheidet, kann es einen für Benzodiazepine nicht sensitiven

Subtyp des GABA

-Rezeptors modulieren. Topiramat antagonisierte die Fähigkeit

von Kainat, den Kainat/AMPA (α -Amino-3-Hydroxy-5-Methylisoxazol-4-

Propionsäure) Subtyp des exzitatorischen Aminosäure-(Glutamat)-Rezeptors zu

aktivieren, aber hatte keinen ersichtlichen Effekt auf die Aktivität des N-Methyl-D-

Aspartats (NMDA) am NMDA Rezeptor Subtyp. Diese Effekte von Topiramat waren

konzentrationsabhängig über einen Bereich von 1 μM bis 200 μM, mit einer

minimalen beobachteten Aktivität bei 1 μM bis 10 μM.

Des Weiteren inhibiert Topiramat einige Isoenzyme der Carboanhydrase. Dieser

pharmakologische Effekt ist deutlich schwächer als der von Acetazolamid, einem

bekannten Carboanhydrase-Inhibitor und wird nicht als Hauptkomponente der

antiepileptischen Aktivität von Topiramat angesehen.

Topiramat zeigt in tierexperimentellen Studien eine antikonvulsive Aktivität an Ratten

und Mäusen im Test mit maximalem Elektroschock (MES) und ist effektiv im

Epilepsie-Model bei Nagern, das tonische und Absencen-ähnliche Anfälle in der

spontan epileptischen Ratte (SER) umfasst sowie tonische und klonische Anfälle, die

bei Ratten durch Erregung der Amygdala oder durch globale Ischämie induziert

werden. Topiramat ist nur schwach effektiv in der Blockade klonischer Anfälle,

induziert durch den GABA

-Rezeptorantagonisten Pentylentetrazol.

Studien an Mäusen, die gleichzeitig Topiramat und Carbamazepin oder

Phenobarbital erhielten, zeigten eine synergistische antikonvulsive Aktivität, während

die Kombination mit Phenytoin eine additive antikonvulsive Aktivität zeigte. In gut

kontrollierten Add-on Studien, wurde keine Korrelation zwischen

Talplasmakonzentrationen von Topiramat und dessen klinischer Wirksamkeit

nachgewiesen. Kein Beleg für Toleranzentwicklung bei Menschen wurde dargestellt.

Absence-Anfälle

Zwei kleine einarmige Studien (CAPSS-326 und TOPAMAT-ABS-001) wurden bei

Kindern zwischen 4 und 11 Jahren durchgeführt. Eine Studie schloss 5 Kinder, die

andere schloss 12 Kinder ein, bevor sie aufgrund des fehlenden therapeutischen

Ansprechens vorzeitig geschlossen wurden. Die Dosierungen in diesen Studien

betrugen bis zu annähernd 12 mg/kg in Studie TOPAMAT-ABS-001 und maximal 9

mg/kg/Tag oder 400 mg/Tag in Studie CAPSS-326. Diese Studien lieferten keine

ausreichende Evidenz für eine Schlussfolgerung hinsichtlich Wirksamkeit und

Sicherheit bei pädiatrischen Patienten.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Das pharmakokinetische Profil von Topiramat zeigt, verglichen mit anderen

Antiepileptika, eine lange Plasmahalbwertzeit, eine lineare Pharmakokinetik, eine

prädominante renale Clearance, das Fehlen einer signifikanten Proteinbindung und

das Fehlen von klinisch relevanten aktiven Metaboliten.

Topiramat ist kein potenter Induktor arzneimittelmetabolisierender Enzyme und kann

unabhängig von den Mahlzeiten verabreicht werden; eine Routineüberwachung der

Topiramat-Plasmakonzentrationen ist nicht notwendig. In klinischen Studien gab es

keine konsistente Beziehung zwischen den Plasmakonzentrationen und der

Wirksamkeit oder unerwünschten Ereignissen.

Resorption

Topiramat wird schnell und gut resorbiert. Nach der Einnahme von 100 mg

Topiramat an Probanden wurde eine mittlere Peakplasmakonzentration (C

) von

1,5 μg/ml innerhalb von 2 bis 3 Stunden (T

) erreicht.

Auf Basis des Radioaktivitätsnachweises im Urin war das mittlere Ausmaß der

Resorption einer oralen 100 mg Dosis von

C-Topiramat mindestens 81%. Es gab

keine klinisch signifikante Auswirkung von Nahrung auf die Bioverfügbarkeit von

Topiramat.

Verteilung

Im Allgemeinen sind 13 bis 17% des Topiramats an Plasmaproteine gebunden. In/an

Erythrozyten wurde eine Bindungsstelle mit niedriger Kapazität für Topiramat

beobachtet, die bei Plasmakonzentrationen über 4 μg/ml sättigbar ist. Das

Verteilungsvolumen verändert sich umgekehrt mit der Dosierung. Das mittlere

scheinbare Verteilungsvolumen betrug 0,80 bis 0,55 l/kg für eine Einzeldosis im

Bereich von 100 bis 1200 mg. Ein Effekt des Geschlechts auf das

Verteilungsvolumen wurde mit Werten für Frauen von ca 50% von denjenigen für

Männer ermittelt. Dies wurde dem prozentual höheren Körperfett bei weiblichen

Patienten zugeschrieben und ist ohne klinische Konsequenz.

Biotransformation

Topiramat wird bei Probanden nicht extensiv metabolisiert (~20%). Es wird bis zu

50% bei Patienten metabolisiert, die gleichzeitig eine antiepileptische Therapie mit

bekannten Induktoren Wirkstoff-metabolisierender Enzyme erhalten. Sechs

Metabolite, die durch Hydroxylierung, Hydrolyse und Glucuronidierung gebildet

werden, wurden vom Plasma, Urin und Fäzes des Menschen isoliert, charakterisiert

und identifiziert. Jeder Metabolit repräsentiert weniger als 3% der gesamten

Radioaktivität, die nach Verabreichung von

C-Topiramat ausgeschieden wurde.

Zwei Metaboliten, die am meisten von der Struktur von Topiramat beibehalten

hatten, wurden untersucht und zeigten wenig oder keine antikonvulsive Aktivität.

Elimination

Bei Menschen ist der Hauptweg der Elimination von unverändertem Topiramat und

seinen Metaboliten die Niere (mindestens 81% der Dosis). Ungefähr 66% einer

Dosis von

C-Topiramat wurden innerhalb von 4 Tagen unverändert im Urin

ausgeschieden. Nach zweimal täglicher Dosierung von 50 mg und 100 mg

Topiramat betrug die mittlere renale Clearance ungefähr 18 ml/min und 17 ml/min.

Es gibt Hinweise für eine renale tubuläre Reabsorption von Topiramat. Dies wird

durch Studien an Ratten unterstützt, in denen Topiramat mit Probenecid verabreicht

wurde und ein signifikanter Anstieg der renalen Clearance von Topiramat beobachtet

wurde. Insgesamt beträgt die Plasmaclearance nach Einnahme beim Menschen

ungefähr 20 bis 30 ml/min.

Linearität/ Nicht-Linearität

Topiramat besitzt eine geringe interindividuelle Variabilität der Plasmakonzentration

und daher eine vorhersagbare Pharmakokinetik. Die Pharmakokinetik von Topiramat

ist linear mit einer konstant bleibenden Plasmaclearance und einer Fläche unter der

Plasmakonzentrationskurve, die nach oraler Einmaldosis bei Probanden sich dosis-

proportional verhaltend über einen Bereich 100 bis 400 mg ansteigt. Bei Patienten

mit normaler Nierenfunktion kann es 4 bis 8 Tage dauern bis Steady-State-

Plasmakonzentrationen erreicht sind. Die mittlere C

nach multiplen, zweimal

täglichen oralen Dosen von 100 mg betrug bei gesunden Personen 6,76 μg/ml. Nach

Verabreichung von multiplen Dosen von 50 mg und 100 mg Topiramat zweimal

täglich, betrug die mittlere Eliminationshalbwertzeit im Plasma ungefähr 21 Stunden.

Anwendung zusammen mit anderen Antieplileptika

Die gleichzeitige Verabreichung multipler Dosen von Topiramat, 100 bis 400 mg

zweimal täglich, mit Phenytoin oder Carbamazepin zeigt dosis-proportionale

Anstiege in der Plasmakonzentration von Topiramat.

Nierenfunktionsstörung

Die Plasma- und die renale Clearance von Topiramat sind bei Patienten mit mäßig

und schwer eingeschränkter Nierenfunktion (CLCR ≤ 70 ml/min) vermindert. Als ein

Ergebnis werden höhere Topiramat-Steady-state-Plasmakonzentrationen für eine

gegebene Dosis bei renal eingeschränkten 20

Patienten erwartet verglichen mit denen mit normaler Nierenfunktion. Darüber hinaus

brauchen Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion in jeder Dosierung einen

längeren Zeitraum zum Erreichen des Steady-state. Bei Patienten mit mäßig oder

schwer eingeschränkter Nierenfunktion wird eine Halbierung der üblichen Anfangs-

und Erhaltungsdosis empfohlen.

Topiramat wird effektiv durch Hämodialyse aus dem Plasma entfernt. Hämodialyse

über einen verlängerten Zeitraum kann das Absinken der Topiramatkonzentration

unter die zur Erhaltung des antikonvulsiven Effektes erforderlichen Spiegel

verursachen. Um einen rapiden Abfall der Topiramat- Plasmakonzentration während

der Hämodialyse zu vermeiden, kann eine zusätzliche Dosis Topiramat erforderlich

sein. Bei der jeweiligen Dosisanpassung soll 1) die Dauer der Dialysebehandlung, 2)

die Clearance-Rate des verwendeten Dialysesystems und 3) die tatsächliche renale

Clearance von Topiramat beim Patienten, der dialysiert wird, berücksichtigt werden.

Leberfunktionsstörung

Die Plasmaclearance von Topiramat ist bei Patienten mit mäßiger bis schwerer

Leberfunktionsstörung erniedrigt.

Ältere Patienten

Die Plasmaclearance von Topiramat ist bei älteren Personen bei Abwesenheit

zugrundeliegender Nierenerkrankungen unverändert.

Pädiatrische Population (Pharmakokinetik, bis zu einem Alter von 12 Jahren)

Die Pharmakokinetik von Topiramat bei Kindern ist wie bei Erwachsenen, die eine

Add-on Therapie erhalten, linear mit einer von der Dosis unabhängigen Clearance

und Steady-State- Plasmakonzentrationen, die proportional zur Dosis ansteigen.

Kinder haben jedoch eine höhere Clearance und eine kürzere

Eliminationshalbwertzeit. Als Konsequenz können die Plasmakonzentrationen von

Topiramat bei der selben mg/kg Dosis bei Kindern niedriger sein verglichen mit

Erwachsenen. Wie bei Erwachsenen vermindern leberenzyminduzierende

antiepileptische Arzneimittel die Steady-State-Plasmakonzentrationen.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Trotz maternaler und paternaler Toxizität bereits ab 8 mg/kg/Tag wurden in nicht-

klinischen Studien zur Fertilität bei männlichen und weiblichen Ratten bei Dosen bis

zu 100 mg/kg/Tag keine Auswirkungen auf die Fertilität beobachtet.

In präklinischen Studien wurde gezeigt, dass Topiramat teratogene Effekte in den

untersuchten Spezies (Mäuse, Ratten und Kaninchen) hat. Bei Mäusen waren die

fetalen Gewichte und die skeletale Ossifikation in Verbindung mit der maternalen

Toxizität bei 500 mg/kg/Tag reduziert. Die Gesamtzahl der fetalen Fehlbildungen bei

Mäusen war bei allen arzneimittelbehandelten Gruppen (20, 100 und

500 mg/kg/Tag) erhöht.

Bei Ratten wurden dosisabhängig maternale und embryonale/fetale Toxizität

(reduzierte fetale Gewichte und/oder skeletale Ossifikation) bis herunter auf

20 mg/kg/Tag beobachtet, verbunden mit teratogenen Effekten (Defekte an

Extremitäten und Zehen) bei 400 mg/kg/Tag und darüber. Bei Kaninchen wurde eine

dosisabhängige maternale Toxizität bis herab auf 10 mg/kg/Tag beobachtet, mit

embryonaler/fetaler Toxizität (gesteigerte Letalität) bis herunter auf 35 mg/kg/Tag

und teratogenen Effekten (Fehlbildungen der Rippen und vertebrale Fehlbildungen)

bei 120 mg/kg/Tag.

Die beobachteten teratogenen Effekte bei Ratten und Kaninchen waren ähnlich zu

den Effekten, die mit Carboanhydrase-Inhibitoren beobachtet wurden, die nicht mit

Fehlbildungen beim Menschen assoziiert waren. Auswirkungen auf das Wachstum

zeigten sich ebenso durch geringere Gewichte bei der Geburt und während der

Laktation bei Jungtieren von weiblichen Ratten, die während der Gestation und

Laktation mit 20 oder 100 mg/kg/Tag behandelt wurden. Bei Ratten passiert

Topiramat die Plazenta-Schranke.

Bei juvenilen Ratten führte die tägliche orale Gabe von Topiramat in Dosen bis zu

300 mg/kg/Tag während der Entwicklungsphase entsprechend dem Säuglingsalter,

der Kindheit und dem Jugendalter zu Toxizitäten ähnlich zu denen bei erwachsenen

Tieren (verminderte Futteraufnahme mit verminderter Zunahme des

Körpergewichtes, zentrolobuläre hepatozelluläre Hypertrophie). Es gab keine

relevanten Effekte auf das Wachstum der Röhrenknochen (Tibia) oder die

Knochenmineral-Dichte (Femur), auf die Phase vor der Entwöhnung und die

Reproduktionsentwicklung, auf die neurologische Entwicklung (einschließlich

Beurteilung des Gedächtnisses und des Lernvermögens), auf Paarung und Fertilität

oder Hysterotomie-Parameter.

In einer Serie von in vitro und in vivo Mutagenitätsuntersuchungen zeigte Topiramat

kein genotoxisches Potential.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Tablettenkern:

Laktose-Monohydrat

Mikrokristalline Zellulose

Maisquellstärke

Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A)

Magnesium-Stearat

Tablettenhülle:

Hypromellose

Macrogol 400

Polysorbat 80

Titan dioxid (E171)

Gelborange-S-Lake (E110) (nur für 50 mg)

Gelbes Eisenoxid (E172) (nur für 50 mg, 100 mg, 200 mg)

Rotes Eisenoxid (E172) (nur für 100 mg, 200 mg)

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend

6.3

Dauer der Haltbarkeit

30 Monate

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Plastikflaschen

Nicht über 25

C lagern.

Das Behältnis fest verschlossen halten, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu

schützen.

Blisterpackungen

Nicht über 25

C lagern.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit

zu schützen.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Das Arzneimittel ist in HDPE-Kunststoffflaschen mit entnahmegesicherten LDPE

Klapp-Verschlusskappen erhältlich, die 20, 28, 30, 50, 56, 60, 100 und 200

Filmtabletten enthalten, und zusätzlich einen Trockenbeutel mit Trockenmittel.

Das Arzneimittel ist auch in Aluminium-Blisterpackungen zu 4, 7, 10, 14, 20, 28,

30, 50, 56, 60, 84, 90, 100, 120 und 200 Filmtabletten erhältlich.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

Glenmark Arzneimittel GmbH

Industriestr. 31

82194 Gröbenzell

8.

ZULASSUNGSNUMMER(N)

Topiramat Glenmark 25 mg Filmtabletten:

Zul.-Nr. 68190.00.00

Topiramat Glenmark 50 mg Filmtabletten:

Zul.-Nr. 68191.00.00

Topiramat Glenmark 100 mg Filmtabletten:

Zul.-Nr. 68192.00.00

Topiramat Glenmark 200 mg Filmtabletten:

Zul.-Nr. 68193.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/DATUM DER VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 31. Juli 2008

Datum der Verlängerung der Zulassung: 20. November 2013

10.

STAND DER INFORMATION

Dezember 2018

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