Topiramat acis 200 mg Filmtabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Topiramat
Verfügbar ab:
acis Arzneimittel GmbH
INN (Internationale Bezeichnung):
Topiramate
Darreichungsform:
Filmtablette
Zusammensetzung:
Topiramat 200.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
68689.00.00

WortlautderfürdiePackungsbeilagevorgesehenenAngaben

GEBRAUCHSINFORMATION:INFORMATIONFÜRDENANWENDER

Topiramatacis®200mgFilmtabletten

Wirkstoff:Topiramat

LesenSiediegesamtePackungsbeilagesorgfältigdurch,bevorSiemitderEinnahmedieses

Arzneimittelsbeginnen.

HebenSiediePackungsbeilageauf.VielleichtmöchtenSiediesespäternochmalslesen.

WennSieweitereFragenhaben,wendenSiesichanIhrenArztoderApotheker.

DiesesArzneimittelwurdeIhnenpersönlichverschrieben.GebenSieesnichtanDritteweiter.Es

kannanderenMenschenschaden,auchwenndiesedieselbenBeschwerdenhabenwieSie.

WenneinederaufgeführtenNebenwirkungenSieerheblichbeeinträchtigtoderSie

Nebenwirkungenbemerken,dienichtindieserGebrauchsinformationangegebensind,informieren

SiebitteIhrenArztoderApotheker.

DiesePackungsbeilagebeinhaltet:

1.WasistTopiramatacis200mgundwofürwirdesangewendet?

2.WasmüssenSievorderEinnahmevonTopiramatacis200mgbeachten?

3.WieistTopiramatacis200mgeinzunehmen?

4.WelcheNebenwirkungensindmöglich?

5.WieistTopiramatacis200mgaufzubewahren?

6.WeitereInformationen

1.WASISTTOPIRAMATACIS200MGUNDWOFÜRWIRDESANGEWENDET?

Topiramatacis200mggehörtzueinerGruppevonArzneimitteln,die„Antiepileptika“genanntwerden.Es

wirdangewendet:

-zuralleinigenBehandlungderEpilepsiebeiErwachsenenundKindernüber6Jahren

-mitanderenArzneimittelnzurBehandlungderEpilepsiebeiErwachsenenundKindernüber2Jahren

-umMigränekopfschmerzenbeiErwachsenenvorzubeugen

2.WASMÜSSENSIEVORDEREINNAHMEVONTOPIRAMATACIS200MGBEACHTEN?

Topiramatacis200mgdarfnichteingenommenwerden

wennSieüberempfindlich(allergisch)gegenTopiramatodereinendersonstigenBestandteilevon

Topiramatacis200mgsind.

zurVorbeugungvonMigräne,wennSieschwangersindoderwennSieschwangerwerdenkönnten,

aberkeinewirksameVerhütungsmethodeanwenden(weitereInformationenfindenSieimAbschnitt

"SchwangerschaftundStillzeit").

WennSienichtsichersind,obeinerderobenaufgeführtenZuständeaufSiezutrifft,sprechenSiemit

IhremArztoderApotheker,bevorSieTopiramatacis200mgeinnehmen.

BesondereVorsichtbeiderEinnahmevonTopiramatacis200mgisterforderlich

SprechenSievorderEinnahmevonTopiramatacis200mgmitIhremArztoderApotheker,wennSie

-Nierenprobleme,besondersNierensteine,haben,oderwennSieeineNierendialyseerhalten

-inderVorgeschichteBlut-oderKörperflüssigkeitsanomalien(metabolischeAzidose)haben

-Leberproblemehaben

-unterAugenproblemen,besondersuntereinemGlaukom,leiden

-einWachstumsproblemhaben

-einefettreichediätetischeErnährung(ketogeneDiät)erhalten

WennSienichtsichersind,obeinerderobenaufgeführtenZuständeaufSiezutrifft,sprechenSiemit

IhremArztoderApotheker,bevorSieTopiramatacis200mgeinnehmen.

Esistwichtig,dassSienichtaufhörenIhreArzneimitteleinzunehmenohnevorhermitIhremArzt

gesprochenzuhaben.

SprechenSieauchmitIhremArztbevorSieandereArzneimitteleinnehmen,dieTopiramatenthaltenund

IhnenalsAlternativezuTopiramatacis200mggegebenwurden.

SiekönntenGewichtverlieren,wennsieTopiramatacis200mgeinnehmen,weshalbIhrGewicht

regelmäßigkontrolliertwerdensollte,wennSiediesesArzneimitteleinnehmen.KonsultierenSieIhrenArzt,

wennSiezuvielGewichtverlierenodereinKind,dasdiesesArzneimitteleinnimmt,nichtgenugGewicht

zunimmt.

EinegeringeAnzahlvonPatienten,diemitAntiepileptikawieTopiramatacis200mgbehandeltwurden,

hattenGedanken,sichselbstzuverletzenodersichdasLebenzunehmen.WennSiezuirgendeinem

ZeitpunktsolcheGedankenhaben,setzenSiesichsofortmitIhremArztinVerbindung.

BeiEinnahmevonTopiramatacis200mgmitanderenArzneimitteln

BitteinformierenSieIhrenArztoderApotheker,wennSieandereArzneimitteleinnehmen/anwendenbzw.

vorkurzemeingenommen/angewendethaben,auchwennessichumnichtverschreibungspflichtige

Arzneimittelhandelt.Topiramatacis200mgundbestimmteandereArzneimittelkönnensichgegenseitig

beeinflussen.ManchmalmussdieDosierungIhreranderenArzneimitteloderdievonTopiramatacis200

mgangepasstwerden.

InformierenSieIhrenArztoderApothekervorallem,wennSieFolgendeseinnehmen:

-andereArzneimittel,dieIhrDenken,IhreKonzentrationoderIhreMuskelkoordinationbeeinträchtigen

oderverringern(z.B.Arzneimittel,dieeineberuhigendeWirkungaufdasZentralnervensystemausüben,

wiezumBeispielzurMuskelentspannungundBeruhigungsmittel).

-Antibabypillen.Topiramatacis200mgkannIhreAntibabypillenwenigerwirksammachen.

InformierenSieIhrenArzt,wennsichIhreMenstruationsblutungverändert,währendSieAntibabypillenund

Topiramatacis200mgeinnehmen.

FührenSieeineListeallerArzneimittel,dieSieeinnehmen/anwenden.ZeigenSiedieseListeIhremArzt

oderApotheker,bevorSieeinneuesArzneimitteleinnehmen/anwenden.

AndereArzneimittel,überdieSiemitIhremArztoderApothekersprechensollten,schließenandere

Antiepileptika,Risperidon,Lithium,Hydrochlorothiazid,Metformin,Pioglitazon,Glibenclamid,Amitriptylin,

Propranolol,Diltiazem,Venlafaxin,Flunarizinein.

WennSienichtsichersind,obeinerderobenaufgeführtenZuständeaufSiezutrifft,sprechenSiemit

IhremArztoderApotheker,bevorSieTopiramatacis200mgeinnehmen.

BeiEinnahmevonTopiramatacis200mgzusammenmitNahrungsmittelnundGetränken

SiekönnenTopiramatacis200mgzudenMahlzeitenoderunabhängigdavoneinnehmen.TrinkenSie

reichlichFlüssigkeitüberdenTagwährendSieTopiramatacis200mgeinnehmen,umNierensteinen

vorzubeugen.VermeidenSiedasTrinkenvonAlkohol,wennSieTopiramatacis200mgeinnehmen.

SchwangerschaftundStillzeit

SprechenSiemitIhremArzt,bevorSieTopiramatacis200mgeinnehmen,wennSieschwangersind,

versuchen,schwangerzuwerdenoderstillen.IhrArztwirdentscheiden,obSieTopiramatacis200mg

einnehmenkönnen.WiebeianderenAntiepileptikabestehtdasRisikoeinerSchädigungdesungeborenen

Kindes,wennTopiramatacis200mgwährendderSchwangerschaftangewendetwird.StellenSiesicher,

dassIhnendieRisikenundVorteileeinerAnwendungvonTopiramatacis200mgzurBehandlungvon

EpilepsiewährendderSchwangerschaftgenauklarsind.

SiedürfenTopiramatacis200mgnichtzurVorbeugungvonMigräneeinnehmen,wennSieschwangersind

oderwennSieschwangerwerdenkönnten,aberkeinewirksameVerhütungsmethodeanwenden.

StillendeMüttermüssenbeiderEinnahmevonTopiramatacis200mgunverzüglichIhrenArztinformieren,

wenndasBabysichungewöhnlichverhält.

FragenSievorderEinnahmevonallenArzneimittelnIhrenArztoderApothekerumRat.

VerkehrstüchtigkeitunddasBedienenvonMaschinen

Schwindel,MüdigkeitundSehbehinderungenkönnenwährendderBehandlungmitTopiramatacis200mg

auftreten.SiedürfensichnichtandasSteuereinesFahrzeugssetzenundkeineWerkzeugeoder

MaschinenbedienenohnevorherIhrenArztzufragen..

WichtigeInformationenüberbestimmtesonstigeBestandteilevonTopiramatacis200mg

DiesesArzneimittelenthältLactose.WennSievonIhremArztdarüberinformiertwurden,dassbeiIhnen

eineUnverträglichkeitgegenüberbestimmtenZuckernvorliegt,setzenSiesichbittevorderEinnahme

diesesArzneimittelsmitihminVerbindung.

3.WIEISTTOPIRAMATACIS200MGEINZUNEHMEN?

NehmenSieTopiramatacis200mgimmergenaunachAnweisungdesArztesein.BittefragenSiebei

IhremArztoderApothekernach,wennSiesichnichtganzsichersind.

-NehmenSieTopiramatacis200mggenausoein,wieesIhnenverordnetwurde.IhrArztwird

gewöhnlichmiteinergeringenDosisvonTopiramatacis200mgbeginnenundsteigertIhreDosisdann

langsam,bisdiebesteDosierungfürSiegefundenwurde.

-Topiramatacis200mgFilmtablettenmüssenimGanzengeschlucktwerden.VermeidenSiees,die

Tablettenzuzerkauen,dasieeinenbitterenGeschmackhinterlassenkönnen.

-Topiramatacis200mgkannvor,währendodernacheinerMahlzeiteingenommenwerden.TrinkenSie

überdenTagverteiltvielFlüssigkeit,umdieBildungvonNierensteinenzuverhindernwährendSie

Topiramatacis200mgeinnehmen.

WennSieeinegrößereMengeTopiramatacis200mgeingenommenhaben,alsSiesollten

-SuchenSiesoforteinenArztauf.NehmenSiedieArzneimittelpackungmit.

-SiefühlensichmöglicherweiseschläfrigodermüdeoderhabenanomaleKörperbewegungen,Probleme

beimStehenoderGehen,fühlensichschwindeligaufgrundvonzuniedrigemBlutdruckoderhaben

anomaleHerzschlägeoderKrampfanfälle.

EskannzueinerÜberdosierungkommen,wennSieandereArzneimittelzusammenmitTopiramatacis200

mganwenden.

WennSiedieEinnahmevonTopiramatacis200mgvergessenhaben

-FallsSievergessenhaben,eineDosiseinzunehmen,nehmenSiedieseein,sobaldSiediesbemerken.

WennjedochfastdieZeitfürIhrenächsteDosisgekommenist,überspringenSiedieverpassteDosis

undfahrenSiewiegewohntfort.FallsSiezweiodermehrereEinnahmenverpassen,sprechenSiemit

IhremArzt.

-NehmenSienichtdiedoppelteDosisein(zweiDosengleichzeitig),umeinevergesseneDosis

auszugleichen.

WennSiedieEinnahmevonTopiramatacis200mgabbrechen

BrechenSiedieEinnahmediesesArzneimittelsnichtab,esseidenn,IhrArzthatSiedazuaufgefordert.

IhreBeschwerdenkönnenzurückkehren.WennIhrArztentscheidet,diesesArzneimittelabzusetzen,wird

IhreDosisschrittweiseübereinigeTageherabgesetzt.

WennSieweitereFragenzurAnwendungdiesesArzneimittelshaben,fragenSieIhrenArztoderApotheker.

4.WELCHENEBENWIRKUNGENSINDMÖGLICH?

WiealleArzneimittelkannTopiramatacis200mgNebenwirkungenhaben,dieabernichtbeijedem

auftretenmüssen.

BeidenHäufigkeitsangabenzuNebenwirkungenwerdenfolgendeKategorienzugrundegelegt:

Sehrhäufig: mehrals1Behandeltervon10

Häufig: 1bis10Behandeltevon100

Gelegentlich: 1bis10Behandeltevon1.000

Selten: 1bis10Behandeltevon10.000

Sehrselten: wenigerals1Behandeltervon10.000

Nichtbekannt: HäufigkeitaufGrundlagederverfügbarenDatennichtabschätzbar

SehrhäufigeNebenwirkungenumfassen:

-Gewichtsverlust

-KribbelnindenArmenundBeinen

-BenommenheitoderSchläfrigkeit

-Schwindel

-Durchfall

-Übelkeit

-verstopfte,laufendeNaseundHalsschmerzen

-Müdigkeit

-Depression

HäufigeNebenwirkungenumfassen:

-VeränderungeninderStimmungoderdemVerhalten,einschließlichWut,Nervosität,Traurigkeit

-Gewichtszunahme

-VerminderungoderVerlustdesAppetits

-verringerteAnzahlanrotenBlutkörperchen

-VeränderungenimDenkenundinderAufmerksamkeit,einschließlichVerwirrtheit,Problemenmitder

Konzentration/GedächtnisoderLangsamkeitimDenken

-undeutlicheSprache

-UngeschicklichkeitoderProblemebeimGehen

-unwillkürlicheZuckungenindenArmen,HändenoderBeinen

-reduzierteSensibilitätvonBerührungenoderEmpfindungen

-unwillkürlicheBewegungderAugen

-verzerrtesGeschmacksempfinden

-Sehstörung,Verschwommensehen,doppeltSehen

-klingelndesGeräuschindenOhren

-Ohrenschmerz

-Kurzatmigkeit

-Nasenbluten

-Erbrechen

-Verstopfung

-Magenschmerzen

-Verdauungsstörung

-Mundtrockenheit

-KribbelnoderTaubheitimMund

-Nierensteine

-häufigesWasserlassen

-schmerzvollesWasserlassen

-Haarausfall

-Hautausschlagund/oderHautjucken

-Gelenkschmerz

-Muskelkrampf,MuskelzitternoderMuskelschwäche

-Brustschmerz

-Fieber

-Kraftverlust

-generellesGefühldesUnwohlseins

-allergischeReaktion

GelegentlicheNebenwirkungenumfassen:

-KristalleimUrin

-anomaleAnzahlanBlutzellen,einschließlichverringerteAnzahlanweißenBlutkörperchenoder

Blutplättchen,odererhöhteAnzahlanEosinophilen

-unregelmäßigerHerzschlagoderVerlangsamungdesHerzschlages

-geschwolleneDrüsenimNacken,AchselnoderLeistengegend

-ZunahmederKrampfanfälle

-ProblememitderverbalenKommunikation

-Sabbern

-UnruheodererhöhtegeistigeundkörperlicheAktivität

-Bewusstseinsverlust

-Ohnmacht

-langsameoderverringerteBewegungen

-beeinträchtigteoderschlechteSchlafqualität

-beeinträchtigteroderverzerrterGeruchssinn

-ProblememitderHandschrift

-GefühlvonBewegungunterderHaut

-Augenprobleme,einschließlichtrockeneAugen,Lichtempfindlichkeit,unwillkürlicheBewegungen,

TränenundverminderterSehkraft

-VerringerungoderVerlustdesHörens

-HeiserkeitderStimme

-EntzündungderPankreas

-Blähungen

-Sodbrennen

-VerlustdesGefühlempfindenimMund

-Zahnfleischbluten

-VöllegefühloderBildungvonGasansammlungen

-schmerzhaftesoderbrennendesGefühlimMund

-Mundgeruch

-Urin-und/oderStuhlverlust

-dringendesBedürfniszuurinieren

-SchmerzinderNierengegendund/oderderHarnblaseverursachtdurchNierensteine

-verringertesodergarkeinSchwitzen

-Hautverfärbung

-lokalesAnschwellenderHaut

-AnschwellendesGesichts

-AnschwellenderGelenke

-MuskuloskeletaleSteifheit

-erhöhteSäurewerteimBlut

-geringeKaliumspiegelimBlut

-erhöhterAppetit

-erhöhterDurstoderdasTrinkenvonanomalgroßenMengenanFlüssigkeit

-niedrigerBlutdruckoderAbfalldesBlutdruckes,derauftrittwennSieaufstehen

-Hitzewallungen

-grippeähnlichesGefühl

-kalteExtremitäten(z.B.HändeundFüße)

-Lernprobleme

-StörungendersexuellenFunktion(erektileDysfunktion,Libidoverlust)

-Halluzinationen

-verminderteverbaleKommunikation

SelteneNebenwirkungenumfassen:

-extremerhöhteEmpfindlichkeitderHaut

-beeinträchtigterGeruchssinn

-Glaukom,diesisteineBlockadederFlüssigkeitimAuge,dieeinenerhöhtenDruckimAuge,Schmerzen

undeineverminderteSehfähigkeitverursacht

-renal-tubuläreAzidose

-schwereHautreaktionen,einschließlichdesStevens-Johnson-Syndroms,einerlebensbedrohenden

Hauterkrankung,beidersichdieobereSchichtderHautvonderunterenlöst,unddemErythema

multiforme,einerErkrankungbeiderroteFleckenauftreten,dieBläschenbildenkönnen

-Körpergeruch

-AnschwellendesGewebesumdasAuge

-Raynaud-Syndrom,eineErkrankung,diedieBlutgefässeindenFingern,ZehenundOhrenbetrifftund

SchmerzenundKältegefühlverursacht

-KalkablagerungimGewebe.

NebenwirkungenderenHäufigkeitunbekanntist

-MakulopathieisteineErkrankungderMakula,demkleinenFleckenimAuge,aufdemdasSehenam

schärfstenist.SiesollenIhrenArztbenachrichtigen,wennSieeineÄnderungodereineVerminderung

IhrerSehkraftbemerken.

-AnschwellenderBindehautimAuge.

-toxischeepidermaleNekrolyse,einevielschwerereFormdesStevens-Johnson-Syndroms(siehe

selteneNebenwirkungen).

InformierenSiebitteIhrenArztoderApotheker,wenneinederaufgeführtenNebenwirkungenSieerheblich

beeinträchtigtoderSieNebenwirkungenbemerken,dienichtindieserGebrauchsinformationangegeben

sind.

5.WIEISTTOPIRAMATACIS200MGAUFZUBEWAHREN?

ArzneimittelfürKinderunzugänglichaufbewahren.

SiedürfenTopiramatacis200mgnachdemaufdemUmkartonundderBlisterpackungnach„Verwendbar

bis“angegebenenVerfalldatumnichtmehranwenden.DasVerfalldatumbeziehtsichaufdenletztenTag

desMonats.

Nichtüber30°Clagern.

DasArzneimitteldarfnichtimAbwasseroderHaushaltsabfallentsorgtwerden.FragenSieIhrenApotheker

wiedasArzneimittelzuentsorgenist,wennSieesnichtmehrbenötigen.DieseMaßnahmehilftdieUmwelt

zuschützen.

6.WEITEREINFORMATIONEN

WasTopiramatacis200mgenthält

DerWirkstoffistTopiramat.

EineFilmtabletteenthält200mgTopiramat.

DiesonstigenBestandteilesind:

Tablettenkern:

Lactose-Monohydrat,MikrokristallineCellulose,Maisstärke,Crospovidon,HochdispersesSiliciumdioxid,

Magnesiumstearat.

Filmüberzug:

BasischesButylmethacrylat-Copolymer,Titandioxid(E171),Magnesiumstearat,Talkum,Stearinsäure,

Natriumdodecylsulfat,Eisen(III)-oxid(E172).

WieTopiramatacis200mgaussiehtundInhaltderPackung

Topiramatacis200mgFilmtablettenwerdendargereichtinFormeinesTablettenkernsmitFilmüberzug.

Topiramatacis200mgFilmtablettensindrundundrot.

Topiramatacis200mgFilmtablettensindinPackungsgrößenmit28,50,100und200Filmtabletten

erhältlich.EswerdenmöglicherweisenichtallePackungsgrößenindenVerkehrgebracht.

PharmazeutischerUnternehmer

acisArzneimittelGmbH

Lil-Dagover-Ring7

82031Grünwald

Telefon:089/44232460

Telefax:089/442324666

e-mail: info@acis.de

Hersteller

mibeGmbHArzneimittel

MünchenerStr.15

06796Brehna

DieseGebrauchsinformationwurdezuletztüberarbeitetimDezember2009.

WortlautderfürdieFachinformationvorgesehenenAngaben

FACHINFORMATION

1.BEZEICHNUNGDERARZNEIMITTEL

Topiramatacis ® 25mgFilmtabletten

Topiramatacis ® 50mgFilmtabletten

Topiramatacis ® 100mgFilmtabletten

Topiramatacis ® 200mgFilmtabletten

Wirkstoff:Topiramat

2.QUALITATIVEUNDQUANTITATIVEZUSAMMENSETZUNG

Topiramatacis25mgFilmtabletten

EineFilmtabletteenthält25mgTopiramat.

SonstigerBestandteil:

Lactose-Monohydrat.EineFilmtabletteenthält17,04mgLactosealsLactose-Monohydrat.

Topiramatacis50mgFilmtabletten

EineFilmtabletteenthält50mgTopiramat.

SonstigerBestandteil:

Lactose-Monohydrat.EineFilmtabletteenthält34,09mgLactosealsLactose-Monohydrat.

Topiramatacis100mgFilmtabletten

EineFilmtabletteenthält100mgTopiramat.

SonstigerBestandteil:

Lactose-Monohydrat.EineFilmtabletteenthält68,17mgLactosealsLactose-Monohydrat.

Topiramatacis200mgFilmtabletten

EineFilmtabletteenthält200mgTopiramat.

SonstigerBestandteil:

Lactose-Monohydrat.EineFilmtabletteenthält136,35mgLactosealsLactose-Monohydrat.

DievollständigeAuflistungdersonstigenBestandteilesieheAbschnitt6.1.

3.DARREICHUNGSFORM

Filmtablette

Topiramatacis25mgFilmtablettensindrundundweiß.

Topiramatacis50mgFilmtablettensindrundundhellgelb.

Topiramatacis100mgFilmtablettensindrundundgelb.

Topiramatacis200mgFilmtablettensindrundundrot.

4.KLINISCHEANGABEN

4.1.Anwendungsgebiete

MonotherapiebeiErwachsenen,JugendlichenundKindernab6JahrenmitfokalenKrampfanfällenmitoder

ohnesekundärgeneralisiertenAnfällenundprimärgeneralisiertentonisch-klonischenAnfällen.

ZusatztherapiebeiKindernab2Jahren,JugendlichenundErwachsenenmitfokalenAnfällenmitoderohne

sekundärerGeneralisierungoderprimärgeneralisiertentonisch-klonischenAnfällenundzurBehandlungvon

Anfällen,diemitdemLennox-GastautSyndromassoziiertsind.

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TopiramatistindiziertbeiErwachsenenzurProphylaxevonMigräne-Kopfschmerzennachsorgfältiger

AbwägungmöglicheralternativerBehandlungsmethoden.Topiramatistnichtvorgesehenfürdie

Akutbehandlung.

4.2.Dosierung,ArtundDauerderAnwendung

Allgemein

EswirdempfohlendieTherapiemiteinergeringenDosiszubeginnengefolgtvoneinerTitrationbiszur

wirksamenDosis.DosisundTitrationsgeschwindigkeitsolltensichnachdemklinischenAnsprechenrichten.

TopiramatacisistinFormvonFilmtablettenverfügbar.Eswirdempfohlen,dassdieFilmtablettennichtgeteilt

werden.

EsistnichtnotwendigdieTopiramat-Plasmakonzentrationenzuüberwachen,umdieTherapiemitTopiramat

aciszuoptimieren.InseltenenFällenkanndieErgänzungvonTopiramatzuPhenytoineineAnpassungder

Phenytoindosiserfordern,umeinoptimalesklinischesErgebniszuerzielen.DieErgänzungoderdas

AbsetzenvonPhenytoinundCarbamazepinalsZusatztherapiemitTopiramataciskanneineAnpassungder

DosisvonTopiramataciserfordern

TopiramataciskannunabhängigvondenMahlzeiteneingenommenwerden.

BeiPatientenmitoderohneAnfälleoderEpilepsieinderAnamnesesolltenantiepileptischeArzneimittel

einschließlichTopiramatschrittweiseabgesetztwerden,umdasPotentialfürKrampfanfälleodereinen

AnstiegderAnfallsfrequenzzuminimieren.InklinischenStudienwurdendieTagesdosenbeiErwachsenen

mitEpilepsieinwöchentlichenIntervallenum50-100mgreduziertundum25-50mgbeiErwachsenen,die

TopiramatinDosenbiszu100mg/TagzurMigräne-Prophylaxeerhielten.InklinischenStudienmitKindern

wurdeTopiramatschrittweiseübereineDauervon2-8Wochenabgesetzt

MonotherapieEpilepsie

Allgemein

WennbegleitendeAntiepileptikaabgesetztwerden,umeineMonotherapiemitTopiramatzuerreichen,sind

dieAuswirkungen,diediesaufdieAnfallkontrollehabenkann,inErwägungzuziehen.Sofernnicht

SicherheitsbedenkeneinsofortigesAbsetzendesbegleitendenAntiepileptikumserfordern,wirdein

schrittweisesAusschleicheninderHöhevonetwaeinemDrittelderbislangverabreichtenAntiepileptikadosis

allezweiWochenempfohlen.

WennenzyminduzierendeArzneimittelabgesetztwerden,wirdderTopiramat-Spiegelansteigen.Wenn

klinischindiziert,kanneineReduzierungderTopiramat-Dosiserforderlichsein.

Erwachsene

DieDosierungunddieTitrationsolltesichnachdemklinischenAnsprechenrichten.DieTitrationsolltemit25

mgabendsübereineWochebeginnen.DieDosissolltedannin1-oder2-wöchentlichenIntervallenin

Schrittenvon25oder50mg/Tag,verteiltaufzweiDosen,erhöhtwerden.WennderPatientdas

Titrationsschemanichttolerierenkann,könnenkleinereSchritteoderlängereIntervallezwischenden

Erhöhungenangewendetwerden.

DieempfohleneinitialeZieldosisfürdieTopiramat-MonotherapiebeträgtbeiErwachsenen100mg/Tagbis

200mg/Tag,verteiltaufzweiDosen.DiemaximaleempfohleneTagesdosisbeträgt500mg/Tagverteiltauf

zweiDosen.EinigePatientenmitrefraktärenFormenderEpilepsiehabeneineTopiramat-Monotherapiebei

Dosenvon1000mg/Tagtoleriert.DieseDosisempfehlungengeltenfüralleErwachseneneinschließlich

ältererPatientenbeiNicht-VorliegeneinerzugrundeliegendenNierenerkrankung.

PädiatrischePatienten(Kinderüber6Jahren)

DieDosierungunddieTitrationsratesolltesichnachdemklinischenErfolgrichten.DieBehandlungvon

Kindernüber6JahrensollteindererstenWochemit0.5bis1mg/kgabendsbeginnen.DieDosissollte

dannin1-oder2-wöchentlichenIntervalleninSchrittenvon0,5oder1mg/kg/Tag,verteiltaufzweiDosen,

erhöhtwerden.WenndasKinddasTitrationsschemanichttolerierenkann,könnenkleinereSchritteoder

längereIntervallezwischendenErhöhungenangewendetwerden.

AbhängigvomklinischenAnsprechenliegtdieempfohleneinitialeZieldosisfürdieTopiramat-Monotherapie

beiKindernüber6JahrenimBereichvon100mg/Tag(diesentspricht2,0mg/kg/Tagbei6-16jährigen

Kindern).

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Zusatztherapie(fokaleepileptischeAnfällemitoderohnesekundäreGeneralisierung,primärgeneralisierte

tonisch-klonischeAnfälleoderepileptischeAnfälle,diemitdemLennox-GastautSyndromassoziiertsind)

Erwachsene

DieTherapiesolltemit25-50mgabendsübereineWochebeginnen.DieAnwendunggeringererinitialer

Dosenwurdeberichtet,abernichtsystematischuntersucht.AnschließendsolltedieDosisinein-oder

zweiwöchentlichenIntervallenum25-50mg/Tag,verteiltaufzweiDosen,gesteigertwerden.Einige

PatientenkönneneineWirksamkeitbeieinmaltäglicherDosierungerreichen.

InklinischenStudienzurZusatztherapiewaren200mgdieniedrigstewirksameDosis.Dieübliche

Tagesdosisbeträgt200-400mgverteiltaufzweiDosen.

DieseDosisempfehlungengeltenfüralleErwachseneneinschließlichältererPatientenbeiNicht-Vorliegen

einerzugrundeliegendenNierenerkrankung(sieheAbschnitt4.4).

PädiatrischePatienten(Kinderab2Jahren)

DieempfohleneGesamttagesdosisvonTopiramatalsZusatztherapieliegtungefährbei5bis9mg/kg/Tag

verteiltaufzweiDosen.DieTitrationsollteindererstenWochemit25mg(oderweniger,basierendauf

einemBereichvon1bis3mg/kg/Tag)abendsbeginnen.DieDosissolltedannin1-oder2-wöchentlichen

IntervalleninSchrittenvon1bis3mg/kg/Tag(verteiltaufzweiDosen)erhöhtwerden,umeinoptimales

klinischesAnsprechenzuerreichen.

Tagesdosenbiszu30mg/kg/TagwurdenuntersuchtundimAllgemeinenguttoleriert.

Migräne

Erwachsene

DieempfohleneGesamttagesdosisvonTopiramatzurProphylaxevonMigräne-Kopfschmerzenbeträgt100

mg/Tag,verteiltaufzweiDosen.DieTitrationsolltemit25mgabendsübereineWochebeginnen.DieDosis

sollteinSchrittenvon25mg/Tag,verabreichtin1-wöchentlichenIntervallen,erhöhtwerden.Wennder

PatientdasTitrationsschemanichttolerierenkann,könnenlängereIntervallezwischenden

Dosisanpassungenangewendetwerden.EinigePatientenkönnenvoneinerGesamttagesdosisvon50

mg/Tagprofitieren.PatientenhabeneineGesamttagesdosisbiszu200mg/Tagerhalten.DieseDosiskann

fürmanchePatientenvonVorteilsein,dennochwirdwegeneinererhöhtenInzidenzanNebenwirkungenzur

Vorsichtgeraten.

PädiatrischePatienten

AufgrundunzureichenderDatenzurUnbedenklichkeitundWirksamkeit,wirdTopiramatnichtfürdie

BehandlungoderPräventionvonMigränebeiKindernempfohlen.

AllgemeineDosierungsempfehlungenfürTopiramatacisbeispeziellenPatientengruppen

Nierenfunktionsstörungen

BeiPatientenmitNierenfunktionsstörung(CL

60ml/min)sollteTopiramatmitVorsichtverabreichtwerden,

dadiePlasmaclearanceunddierenaleClearancevonTopiramatreduziertsind.Personenmitbekannter

NierenfunktionsstörungkönnenbeijederDosiseinelängereZeitzumErreichendesSteadyStatebenötigen.

BeiPatientenmitterminalerNiereninsuffizienzsollteanHämodialyse-TageneineSupplementärdosisvon

Topiramatacis,dieungefährderHälftederTagesdosisentspricht,verabreichtwerden,daTopiramatdurch

HämodialyseausdemPlasmaentferntwird.DieSupplementärdosissollteinTeildosenzuBeginnundnach

BeendigungderHämodialyseverabreichtwerden.DieSupplementärdosiskann,basierendaufden

EigenschaftendesverwendetenDialyse-Equipment,variieren.

Leberfunktionsstörung

BeiPatientenmitmäßigerbisschwererLeberfunktionsstörungsollteTopiramatmitVorsichtverabreicht

werden,dadieClearancevonTopiramatreduziertist.

ÄlterePatienten

EsistkeineDosisanpassungbeiälterenPatientenerforderlich,vorausgesetzt,dassdieNierenfunktionintakt

ist.

4.3.Gegenanzeigen

ÜberempfindlichkeitgegendenWirkstoffodereinendersonstigenBestandteile.

ProphylaxevonMigräne-KopfschmerzeninderSchwangerschaftoderbeiFrauenimgebärfähigenAlter,die

keinewirksameVerhütungsmethodeanwenden.

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4.4.BesondereWarnhinweiseundVorsichtsmaßnahmenfürdieAnwendung

InSituationen,indeneneinschnellesAbsetzenvonTopiramatmedizinischerforderlichist,wirdeine

geeigneteÜberwachungempfohlen(sieheAbschnitt4.2fürweitereEinzelheiten).

WiebeianderenAntiepileptikakannesbeiBehandlungmitTopiramatbeimanchenPatientenzueiner

erhöhtenAnfallshäufigkeitoderAuftretenneuerArtenvonKrampfanfällenkommen.DiesesPhänomenkann

dieFolgevonÜberdosierung,verringertenPlasmakonzentrationengleichzeitigverabreichterAntiepileptika,

FortschreitenderErkrankungodereinparadoxerEffektsein

EineadäquateFlüssigkeitszufuhrwährendderAnwendungvonTopiramatistsehrwichtig.Die

FlüssigkeitszufuhrkanndasRisikoeinerNephrolithiasisreduzieren(sieheunten).Eineangemessene

FlüssigkeitszufuhrvorundwährendAktivitätenwiez.B.körperlichenAktivitätenoderWärmeexpositionkann

dasRisikovonhitzebezogenenNebenwirkungenreduzieren(sieheAbschnitt4.8).

Stimmungsschwankungen/Depression

EineerhöhteInzidenzvonStimmungsschwankungenundDepressionwurdewährendderTopiramat-

Behandlungbeobachtet.

Suizid/Suizidgedanken

ÜbersuizidaleGedankenundsuizidalesVerhaltenwurdebeiPatienten,diemitAntiepileptikain

verschiedenenIndikationenbehandeltwurden,berichtet.EineMetaanalyserandomisierter,plazebo-

kontrollierterStudienmitAntiepileptikazeigteaucheinleichterhöhtesRisikofürdasAuftretenvon

SuizidgedankenundsuizidalemVerhalten.DerMechanismusfürdieAuslösungdieserNebenwirkungist

nichtbekanntunddieverfügbarenDatenschließendieMöglichkeiteineserhöhtenRisikosbeiderEinnahme

vonTopiramatnichtaus.

IndoppelblindenklinischenStudientratensuizidbezogeneEreignisse(Suizidgedanken,Suizidversucheund

Suizide)beimitTopiramatbehandeltenPatientenmiteinerHäufigkeitvon0,5%(46von8652behandelten

Patienten)undeinernahezu3-malhöherenInzidenzalsbeidenmitPlacebobehandeltenPatienten(0,2%;

8von4045behandeltenPatienten)auf.

DeshalbsolltenPatientenhinsichtlichAnzeichenvonSuizidgedankenundsuizidalenVerhaltensweisen

überwachtundeinegeeigneteBehandlunginErwägunggezogenwerden.Patienten(undderenBetreuern)

solltegeratenwerdenmedizinischeHilfeeinzuholen,wennAnzeichenfürSuizidgedankenodersuizidales

Verhaltenauftreten.

Nephrolithiasis

EinigePatienten,besondersdiejenigenmiteinerPrädispositionzurNephrolithiasis,könneneinerhöhtes

RisikofürNierensteineunddamitassoziiertenZeichenundSymptomen,wiez.B.Nierenkolik,

NierenschmerzenoderFlankenschmerzen,aufweisen.

RisikofaktorenfüreineNephrolithiasisschließenvorherigeNierensteinesowieNephrolithiasisund

HyperkalziurieinderFamilienanamneseein.KeinerdieserRisikofaktorenkannverlässlichNierensteine

währendderTopiramat-Behandlungprognostizieren.DesWeiterenkönnenPatienten,dieanderemit

NephrolithiasisassoziierteArzneimitteleinnehmen,einerhöhtesRisikoaufweisen.

EingeschränkteLeberfunktion

BeihepatischeingeschränktenPatienten,sollteTopiramatmitVorsichtverabreichtwerden,dadieClearance

vonTopiramatreduziertseinkann.

AkuteMyopieundsekundäresEngwinkelglaukom

ÜbereinSyndrombestehendausakuterMyopieassoziiertmitsekundäremEngwinkelglaukomwurdebei

Patienten,dieTopiramaterhielten,berichtet.DieSymptomebeinhaltendasakuteAuftreteneiner

vermindertenSehschärfeund/oderAugenschmerzen.OphthalmologischeBefundekönnenMyopie,eine

EinengungdervorderenAugenkammer,okuläreHyperämie(Rötung)undeinenerhöhtenintraokulären

Druckeinschließen.Mydriasiskannoderkannnichtvorliegen.DiesesSyndromkannmiteinemsupraziliären

Ergussassoziiertsein,derineinerVorverlagerungderLinseundderIrismiteinemsekundären

Engwinkelglaukomresultiert.DieSymptometretenüblicherweiseimerstenMonatnachBeginnder

Topiramat-Therapieauf.ImGegensatzzudemprimärenEngwinkelglaukom,dasseltenineinemAlterunter

40Jahrenauftritt,wurdedassekundäre,mitTopiramatassoziierteEngwinkelglaukomsowohlbei

pädiatrischenPatientenalsauchbeiErwachsenenberichtet.DieBehandlungumfasstdasnachErmessen

desbehandelndenArztesschnellstmöglicheAbsetzenvonTopiramatundgeeigneteMaßnahmen,umden

intraokulärenDruckzureduzieren.ImAllgemeinenresultierendieseMaßnahmenineinemAbfalldes

intraokulärenDruckes.

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ErhöhterintraokulärerDruckjeglicherÄtiologiekann,fallsunbehandeltgeblieben,zuschweren

FolgekrankheiteneinschließlicheinemdauerhaftenSehverlustführen.

EsisteineEntscheidungzutreffen,obPatientenmitAugenerkrankungeninderAnamnesemitTopiramat

behandeltwerdensollen.

MetabolischeAzidose

Diehyperchlorämische,metabolischeAzidoseohneAnionenlücke(d.h.dasAbsinkendesSerum-

BicarbonatsunterdennormalenReferenzbereichinAbwesenheiteinerrespiratorischenAlkalose)wirdmit

einerTopiramat-BehandlunginVerbindunggebracht.DiesesAbsinkendesSerum-Bicarbonatsberuhtauf

derinhibitorischenWirkungvonTopiramataufdierenaleCarboanhydrase.ImAllgemeinentrittdieserAbfall

desBicarbonatszuBeginnderBehandlungauf,obwohlerzujedemZeitpunktderBehandlungauftreten

kann.DieserAbfallistinderRegelgeringbismäßig(durchschnittlichesAbsinkenvon4mmol/lbeiDosen

von100mg/TagoderdarüberbeiErwachsenenbzw.vondurchschnittlich6mg/kg/Tagbeipädiatrischen

Patienten).SeltenerlebtenPatientenAbfälleaufWerteunter10mmol/l.UmständeoderTherapien,dieeine

Azidoseprädisponieren(wiez.B.Nierenerkrankungen,schwererespiratorischeErkrankungen,Status

epilepticus,Diarrhoe,chirurgischeEingriffe,ketogeneDiätoderbestimmteArzneimittel)könnenadditivzu

demBicarbonat-senkendenEffektvonTopiramatwirken.

ChronischemetabolischeAzidoseerhöhtdasRisikovonNierensteinbildungundkannmöglicherweisezu

Osteopenieführen.

ChronischemetabolischeAzidosebeipädiatrischenPatientenkanndieWachstumsratenreduzieren.Die

AuswirkungenvonTopiramataufknochenbezogeneFolgeerkrankungenwurdennichtsystematischbei

pädiatrischenodererwachsenenPatientenuntersucht.

AbhängigvondenzugrundeliegendenUmständen,wirdunterderTopiramat-Behandlungeinegeeignete

BewertungeinschließlichdesSerum-BicarbonatSpiegelsempfohlen.WennsicheinemetabolischeAzidose

entwickeltundpersistiert,sollteinErwägunggezogenwerden,dieDosiszureduzierenoderTopiramat

abzusetzen(durchschrittweiseDosisreduktion).

BeiPatientenmitVoraussetzungenoderBehandlungen,dieeinRisikofürdasAuftreteneinermetabolischen

Azidosedarstellen,sollteTopiramatmitVorsichtangewandtwerden.

Ernährungsergänzung

ManchePatientenkönnenwährendderBehandlungmitTopiramateinenGewichtsverlusterleiden.Eswird

empfohlen,dassPatientenunterderBehandlungmitTopiramataufGewichtsverlustkontrolliertwerden

sollten.EinediätetischeErgänzungodergesteigerteNahrungsaufnahmekönnenerwogenwerden,wennder

PatientunterTopiramatGewichtverliert.

Lactose-Intoleranz

TopiramatacisenthältLactose.PatientenmitderseltenenhereditärenGalactose-Intoleranz,Lactase-Mangel

oderGlucose-Galactose-MalabsorptionsolltenTopiramatacisnichteinnehmen.

4.5.WechselwirkungenmitanderenArzneimittelnundsonstigeWechselwirkungen

AuswirkungenvonTopiramataufandereAntiepileptika

DerZusatzvonTopiramataciszuanderenAntiepileptika(Phenytoin,Carbamazepin,Valproinsäure,

Phenobarbital,Primidon)hatkeineAuswirkungaufderenSteady-State-Plasmakonzentrationen,außerbei

vereinzeltenPatienten,beidenenderZusatzvonTopiramataciszuPhenytoinineinemAnstiegder

PlasmakonzentrationvonPhenytoinresultierenkann.DiesistmöglicherweiseaufdieInhibitioneines

spezifischenpolymorphenIsoenzymszurückzuführen(CYP2C19).AlsKonsequenzsollendiePhenytoin-

SpiegelbeijedemPatientenunterPhenytoin,derklinischeZeichenoderSymptomevonToxizitätaufweist,

überwachtwerden.

EinepharmakokinetischeWechselwirkungsstudiebeiPatientenmitEpilepsiedeutetdaraufhin,dassdie

ZugabevonTopiramatzuLamotriginbeiTopiramat-Dosenvon100-400mg/TagkeineAuswirkungaufdie

Steady-State-PlasmakonzentrationenvonLamotriginhat.DesWeiterengabeskeineÄnderunginder

Steady-State-PlasmakonzentrationvonTopiramatwährendodernachAbsetzenderLamotriginBehandlung

(mittlereDosisvon327mg/Tag).

TopiramathemmtdasEnzymCYP2C19undkannmitanderenSubstanzeninterferieren,diedurchdieses

Enzymmetabolisiertwerden(z.B.Diazepam,Imipramin,Moclobemid,Proguanil,Omeprazol).

AuswirkungenandererAntiepileptikaaufTopiramat

PhenytoinundCarbamazepinreduzierendiePlasmakonzentrationvonTopiramat.DieZugabeoderdas

AbsetzenvonPhenytoinoderCarbamazepinzurTopiramatTherapiekanneineAnpassungderDosierung

de_7971 Seite5von16

derLetzterenerfordern.DiessolltedurchTitrationbiszurklinischenWirksamkeiterfolgen.DieZugabeoder

dasAbsetzenvonValproinsäurebewirktkeinesignifikantenklinischenÄnderungeninden

PlasmakonzentrationenvonTopiramatundrechtfertigtdaherkeineAnpassungderDosierungvonTopiramat.

DieErgebnissedieserWechselwirkungensindnachfolgendzusammengefasst:

begleitendverabreichtesAED AEDKonzentration TopiramatKonzentration

Phenytoin **

Carbamazepin(CBZ)

Valproinsäure

Lamotrigin

Phenobarbital NS

Primidon NS

=KeineAuswirkungaufdiePlasmakonzentration(15%Änderung)

=PlasmakonzentrationenerhöhtbeieinzelnenPatienten

=AbnahmederPlasmakonzentrationen

=nichtuntersucht

AED=Antiepileptikum

AndereArzneimittelwechselwirkungen

Digoxin

IneinerEinzeldosisstudiesankdieFlächeunterderPlasmakonzentrationskurve(AUC)desSerumdigoxin

um12%aufgrundderbegleitendenVerabreichungvonTopiramat.DieklinischeRelevanzdieser

Beobachtungkonntenichtfestgestelltwerden.WennTopiramatbeiPatientenuntereinerDigoxin-Therapie

hinzugegebenoderabgesetztwird,solltedieroutinemäßigeÜberwachungdesSerum-Digoxinssorgfältig

durchgeführtwerden.

ZNSSedativa

DiegleichzeitigeVerabreichungvonTopiramatundAlkoholoderanderenZNSdämpfendenArzneimitteln

wurdenichtinklinischenStudienbewertet.Eswirdempfohlen,dassTopiramatnichtgleichzeitigmitAlkohol

oderanderenZNSdämpfendenArzneimittelnangewendetwird.

Johanniskraut(Hypericumperforatum)

BeidergleichzeitigeEinnahmevonTopiramatundJohanniskrautbestehtdieGefahrvonreduzierten

PlasmaspiegelnundfolglicheinerverringertenWirksamkeit.DiesemöglicheWechselwirkungwurdebisher

inkeinerklinischenStudieuntersucht.

OraleKontrazeptiva

IneinerpharmakokinetischenWechselwirkungsstudieanProbandenbeigleichzeitigerGabeeinesoralen

kontrazeptivenKombinationspräparates,das1mgNorethisteron(NET)und35µgEthinylestradiol(EE)

enthielt,wurdeTopiramat,ineinerDosierungvon50bis200mg/Tag,undkeinerVerabreichunganderer

Arzneimittel,nichtinZusammenhangmiteinerstatistischsignifikantenÄnderungdermittlerenExposition

(AUC)fürbeideInhaltsstoffedesoralenKontrazeptivumsgebracht.IneineranderenStudie,wardie

ExpositionvonEEbeiDosenvon200,400,und800mg/Tagstatistischsignifikantvermindert(18%,21%

bzw.30%,),wennTopiramatalsZusatztherapiebeiPatienten,dieValproinsäureeinnehmen,gegeben

wurde.InbeidenStudienbeeinflussteTopiramat(50-200mg/TagbeiProbandenund200-800mg/Tagbei

Epilepsiepatienten)dieExpositionvonNETnichtsignifikant.ObwohleinedosisabhängigeVerminderungder

EEExpositionbeiDosenzwischen200-800mg/Tag(beiEpilepsiepatienten)auftrat,gabeskeine

dosisabhängigesignifikanteÄnderunginderEEExpositionbeiDosenvon50-200mg/Tag.Dieklinische

SignifikanzdieserbeobachtetenÄnderungenistnichtbekannt.DieMöglichkeiteinerverminderten

kontrazeptivenWirksamkeitundvermehrterDurchbruchblutungensolltebeiPatienten,dieorale

kontrazeptiveKombinationsproduktemitTopiramateinnehmen,berücksichtigtwerden.Patienten,die

estrogenhaltigeKontrazeptivaeinnehmen,solltenaufgefordertwerden,jedeÄnderungihrer

Mentruationsblutungzuberichten.DiekontrazeptiveWirksamkeitkannauchbeiAbwesenheitvon

Durchbruchblutungenvermindertsein.

Lithium

BeiProbandenwurdeeineReduktiondersystemischenLithium-Exposition(18%derAUC)währendder

gleichzeitigenVerabreichungvonTopiramat200mg/Tagbeobachtet.BeiPatientenmitbipolarenStörungen,

wurdediePharmakokinetikvonLithiumwährendderBehandlungmitTopiramatbeiDosenvon200mg/Tag

nichtbeeinflusst;jedochwurdeeinAnstiegindersystemischenExposition(26%derAUC)nachTopiramat

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Dosenbiszu600mg/Tagbeobachtet.DieLithiumSpiegelsolltenbeigleichzeitigerGabemitTopiramat

überwachtwerden.

Risperidon

Arzneimittelwechselwirkungsstudien,dieunterEinzeldosisbedingungenbeiProbandenundunter

MehrfachdosisbedingungenbeiPatientenmitbipolarenStörungendurchgeführtwurden,führtenzu

ähnlichenErgebnissen.BeigleichzeitigerVerabreichungmitTopiramatbeiansteigendenDosenvon100,

250und400mg/Tag,ergabsicheineReduktiondersystemischenExposition(16%und33%derSteady-

State-AUCbeiDosenvonjeweils250und400mg/Tag)vonRisperidon(verabreichtbeiDosenimBereich

von1bis6mg/Tag).DieUnterschiedeinderAUCderaktivenGesamtfraktionzwischenderBehandlungmit

RisperidonalleinundderKombinationsbehandlungmitTopiramatwarenjedochstatistischnichtsignifikant.

MinimaleÄnderungenwurdeninderPharmakokinetikdergesamtenaktivenFraktion(Risperidonplus9-

Hydroxyrisperidon)undkeineÄnderungenfür9-Hydroxyrisperidonbeobachtet.Esgabkeinesignifikanten

ÄnderungenindersystemischenExpositiondergesamtenaktivenFraktionvonRisperidonodervon

Topiramat.WennzueinerbestehendenBehandlungmitRisperidon(1-6mg/Tag)zusätzlichTopiramat

gegebenwurde,wurdehäufigerüberunerwünschteEreignisseberichtetalsvorderTopiramat-Einleitung

(250-400mg/Tag)(entsprechend90%und54%).DieamhäufigstenberichtetenunerwünschtenEreignisse

nachTopiramat-Einleitung,wenneszusätzlichzueinerRisperidon-Behandlunggegebenwurde,waren:

Somnolenz(27%und12%),Parästhesie(22%und0%)undÜbelkeit(18%und9%).

Hydrochlorothiazid(HCTZ)

EineArzneimittelwechselwirkungsstudie,diebeiProbandendurchgeführtwurde,bewertetedieSteady-State-

PharmakokinetikvonHCTZ(25mgalle24h)undTopiramat(96mgalle12h),wenndiesealleineoder

gemeinsamverabreichtwurden.DieErgebnissedieserStudiezeigten,dassdieTopiramatC

um27%

anstiegunddieAUCum29%anstieg,wennHCTZzuTopiramatgegebenwurde.DieklinischeBedeutung

dieserÄnderungistunbekannt.DieZugabevonHCTZzurTopiramat-TherapiekanneineAnpassungder

Topiramat-Dosiserfordern.DiePharmakokinetikvonHCTZimSteadyStatewurdedurchdiegleichzeitige

VerabreichungvonTopiramatnichtsignifikantbeeinflusst.KlinischeLaborergebnissezeigeneinenAbfalldes

SerumkaliumsnachTopiramatoderHCTZVerabreichung,derhöherwar,wennHCTZundTopiramatin

Kombinationverabreichtwurden.

Metformin

EineArzneimittelwechselwirkungsstudie,diebeiProbandendurchgeführtwurde,bewertetedieSteady-State-

PharmakokinetikvonMetforminundTopiramatimPlasma,wennMetforminalleingegebenwurdeundwenn

MetforminundTopiramatgleichzeitiggegebenwurden.DieErgebnissedieserStudiezeigten,dassdie

mittlereC

unddiemittlereAUC0-12hvonMetforminum18%bzw.25%anstiegen,währenddiemittlere

CL/Fum20%abfiel,wennMetforminmitTopiramatverabreichtwurde.Topiramatbeeinflusstenichtdiet

max

vonMetformin.DieklinischeBedeutungdesEffektesvonTopiramataufdiePharmakokinetikvonMetformin

istunklar.DieoralePlasmaclearancevonTopiramatscheintreduziertzusein,wennesmitMetformin

verabreichtwird.DasAusmaßderÄnderungderClearanceistnichtbekannt.DieklinischeBedeutungdes

EffektesvonMetforminaufdiePharmakokinetikvonTopiramatistunklar.

WennTopiramatbeiPatientenuntereinerMetformin-Therapiehinzugegebenoderabgesetztwird,sollte

besonderesAugenmerkaufdieRoutineüberwachungfüreineadäquateKontrollevonderendiabetischer

Erkrankunggelegtwerden.

Pioglitazon

EineArzneimittelwechselwirkungsstudie,diebeiProbandendurchgeführtwurde,bewertetedieSteady-State-

PharmakokinetikvonTopiramatundPioglitazon,wenndiesealleineodergemeinsamverabreichtwurden.

Eine15%VerminderungderAUC

т,ss vonPioglitazonmitkeinerÄnderungderC

max,ss wurdebeobachtet.

DiesesErgebniswarstatistischnichtsignifikant.DesWeiterenwurdeeine13%und16%Verminderungder

max,ss bzw.derAUC

т,ss sowohldesaktivenHydroxy-Metabolitenalsaucheine60%VerminderungderC

max,ss

undderAUC

т,ss desaktivenKeto-Metabolitenbeobachtet.DieklinischeBedeutungdieserErgebnisseist

nichtbekannt.WennTopiramatzurPioglitazon-TherapiehinzugegebenoderPioglitazonzurTopiramat-

Therapiehinzugegebenwird,solltebesonderesAugenmerkaufdieRoutineüberwachungvonPatientenzur

adäquatenKontrolleihrerdiabetischenErkrankunggelegtwerden.

Glibenclamid

EineArzneimittelwechselwirkungsstudie,diebeiPatientenmitTyp2Diabetesdurchgeführtwurde,bewertete

dieSteady-State-PharmakokinetikvonGlibenclamid(5mg/Tag)alleinundgemeinsammitTopiramat(150

mg/Tag).Esergabsicheine25%ReduktionderGlibenclamidAUC

währendderTopiramatVerabreichung.

DiesystemischeExpositionderaktivenMetaboliten,4-trans-Hydroxy-Glibenclamid(M1)and3-cis-Hydroxy-

Glibenclamid(M2),wurdeum13%bzw.15%reduziert.DiePharmakokinetikvonTopiramatimSteadystate

wurdebeigleichzeitigerVerabreichungvonGlibenclamidnichtbeeinflusst.

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WennTopiramatzurGlibenclamidTherapiehinzugegebenoderGlibenclamidzurTopiramat-Therapie

hinzugegebenwird,solltebesonderesAugenmerkaufdieRoutineüberwachungvonPatientenzuradäquaten

KontrolleihrerdiabetischenErkrankunggelegtwerden.

WeitereArtenvonWechselwirkungen

Arzneimittel,diefüreineNephrolithiasisprädisponieren

TopiramatkanndasRisikofüreineNephrolithiasiserhöhen,wennesbegleitendmitanderenSubstanzen

angewendetwird,dieeineNephrolithiasisprädisponieren.WährendderEinnahmevonTopiramatacis

solltensolcheSubstanzenvermiedenwerden,dasieeinephysiologischeUmgebungerzeugenkönnen,die

dasRisikoderBildungvonNierensteinenerhöht.

Valproinsäure

DiegleichzeitigeAnwendungvonTopiramatundValproinsäurewurdemiteinerHyperammonämiemitoder

ohneEnzephalopathiebeiPatienten,dieeinesderbeidenArzneimittelalleinetolerierthaben,inVerbindung

gebracht.IndenmeistenFällenklingendieSymptomeundAnzeichenmitdemAbsetzeneinesderbeiden

Arzneimittelab.DieseNebenwirkungberuhtnichtaufeinerpharmakokinetischenInteraktion.Eine

AssoziationderHyperammonämiemiteinerTopiramat-MonotherapieodergleichzeitigerBehandlungmit

anderenAntiepileptikawurdenichtermittelt.

WeiterepharmakokinetischeArzneimittelwechselwirkungsstudien

EswurdenklinischeStudiendurchgeführt,umdasPotentialpharmakokinetischerWechselwirkungen

zwischenTopiramatundanderenSubstanzenabzuschätzen.DieÄnderungenderC

oderAUCsindalsein

ErgebnisdieserWechselwirkungennachfolgendzusammengefasst.DiezweiteSpalte(Konzentrationder

Begleitmedikation)beschreibt,wasmitderKonzentrationderBegleitmedikation,dieindererstenSpalte

aufgelistetist,passiert,wennTopiramathinzugegebenwird.DiedritteSpalte(Topiramat-Konzentration)

beschreibt,wiediegleichzeitigeVerabreichungdesWirkstoffes,derindererstenSpalteaufgelistetist,die

KonzentrationvonTopiramatverändert.

ZusammenfassungderErgebnissezusätzlicherklinischerpharmakokinetischerWechselwirkungsstudien

Begleitmedikation Konzentrationder

Begleitmedikation Topiramat-Konzentration a

Amitriptylin 20%ErhöhungderC

undder

AUCdesNortriptylinMetaboliten NS

Dihydroergotamin(Oralund

subkutan)

Haloperidol 31%ErhöhungderAUCdes

reduziertenMetaboliten NS

Propranolol 17%ErhöhungderC

von4-

OHPropranolol(TPM50mgalle

12h) 9%und16%ErhöhungderC

,

9%und17%ErhöhungderAUC

(40und80mgPropranolol

entsprechendalle12h)

Sumatriptan(Oralundsubkutan) NS

Pizotifen

Diltiazem 25%VerminderungderAUCvon

Diltiazemund18%Verminderung

vonDEA,undvonDEM* 20%ErhöhungderAUC

Venlafaxin

Flunarizin 16%ErhöhungderAUC(TPM

50mgalle12h) b

% DieWertesinddieÄnderungenindermittlerenC

oderAUCunterderBehandlunginBezugauf

Monotherapie

=KeinEffektaufdieC

undAUC(15%Änderung)derVorgängersubstanz

=Nichtuntersucht

*DEA=Desacetyldiltiazem,DEM=N-Demethyl-Diltiazem

DieFlunarizinAUCstiegum14%beiPersonen,dieFlunarizinalleineinnahmen.DieErhöhungin

derExpositionkanneinerAkkumulationwährenddesErreichendesSteadyStatezugeschrieben

werden.

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4.6.SchwangerschaftundStillzeit

TopiramatwarbeiMäusen,RattenundKaninchenteratogen.BeiRattenpassiertTopiramatdie

Plazentaschranke.

EsliegenkeineadäquatenundgutkontrolliertenStudienmitTopiramatbeiSchwangerenvor.Datenaus

Schwangerschaftsregisterndeutendaraufhin,dasseseinenZusammenhangzwischenderEinnahmevon

TopiramatwährendderSchwangerschaftundFällenkongenitalerFehlbildungen(z.B.kraniofazialeDefekte,

wiez.B.Lippenspalte/Gaumenspalte,HypospadienundAnomalien,dieverschiedeneKörpersysteme

einschließen)gebenkann.DieswurdeunterderTopiramat-MonotherapieundunterTopiramatalsTeileines

Polytherapie-Regimesberichtet.DieseDatensolltenmitVorsichtinterpretiertwerden,daweitereDatenzur

IdentifizierungeineserhöhtenRisikosfürFehlbildungenerforderlichsind.

DesWeiterenweisendieDatenausdenRegisternundandereStudiendaraufhin,dass,verglichenmitder

Monotherapie,dieAnwendungvonAntiepileptikaineinerKombinationstherapiemiteinemerhöhtenRisiko

fürteratogeneEffekteverbundenseinkann.

Eswirdempfohlen,dassFrauenimgebärfähigenAltereineadäquateVerhütungsmethodeanwenden.

TierexperimentelleStudienhabeneineExkretionvonTopiramatindieMilchgezeigt.DieExkretionvon

TopiramatindiehumaneMilchwurdeinkontrolliertenStudiennichtuntersucht.BegrenzteBeobachtungen

beiPatientinnenweisenaufeineerheblicheExkretionvonTopiramatindieMuttermilchhin.Daviele

ArzneimittelindiehumaneMilchausgeschiedenwerden,mussunterBerücksichtigungderBedeutungdes

ArzneimittelsfürdieMuttereineEntscheidunggetroffenwerden,obdasStilleneingestelltwirdoder(auf)die

Topiramat-Therapieabgebrochen/verzichtetwird(sieheAbschnitt4.4).

IndikationEpilepsie

WährendderSchwangerschaftsollteTopiramatnachvollständigerAufklärungderFrauüberdiebekannten

RisikenunbehandelterEpilepsiefürdieSchwangerschaftunddaspotentielleRisikodesArzneimittelsfürden

Foetusverschriebenwerden.

IndikationMigräneProphylaxe

TopiramatistwährendderSchwangerschaftundbeiFrauenimgebärfähigenAlter,diekeinewirksame

Verhütungsmethodeanwenden,kontraindiziert(sieheAbschnitte4.3und4.5Wechselwirkungenmitoralen

Kontrazeptiva).

4.7.AuswirkungenaufdieVerkehrstüchtigkeitunddieFähigkeitzumBedienenvonMaschinen

TopiramatwirktaufdaszentraleNervensystemundkannzuBenommenheit,Schwindelundanderen

verwandtenSymptomenführen.EskannauchSehstörungenund/oderVerschwommensehenverursachen.

DieseNebenwirkungenkönnenbeiPatienten,dieeinFahrzeugführenoderMaschinenbedienen,potentiell

gefährlichsein,besondersbiszudemZeitpunkt,andemdereinzelnePatientErfahrungmitdemArzneimittel

gesammelthat.

EswurdenkeineStudienüberAuswirkungenaufdieVerkehrstüchtigkeitunddieFähigkeitzumBedienen

vonMaschinendurchgeführt.

4.8.Nebenwirkungen

DieSicherheitvonTopiramatwurdeauseinerDatenbankmitklinischenStudienevaluiert,diesichaus4111

Patienten(3182unterTopiramatund929unterPlacebo),diean20doppelblindenStudienbzw.2847

Patienten,diean34offenenStudienteilgenommenhaben,zusammensetzt,fürTopiramatalsZusatztherapie

beiprimärgeneralisiertentonisch-klonischenAnfällen,beifokalen,epileptischenAnfällen,beiepileptischen

AnfällenbeimLennox-GastautSyndrom,beiderMonotherapiederneuodervorkurzemdiagnostizierten

EpilepsieoderbeiderMigräne-Prophylaxe.DieMehrheitderunerwünschtenArzneimittelwirkungen(UAWs)

wareninderSchwereleichtbismäßig.UAWs,dieinklinischenStudienundwährendderErfahrungnach

Markteinführung(gekennzeichnetdurch“*”)identifiziertwurden,sindnachihrerInzidenzindenklinischen

StudieninTabelle1aufgelistet.DiefestgesetztenHäufigkeitensindwiefolgt:

Sehrhäufig ≥1/10

Häufig ≥1/100bis<1/10

Gelegentlich ≥1/1.000bis<1/100

Selten ≥1/10.000bis<1/1000

nichtbekannt (HäufigkeitaufGrundlagederverfügbarenDatennichtabschätzbar)

DiehäufigstenUAWs(jenemiteinerInzidenzvon>5%undhöher,alsdieunterPlacebobeobachteten,bei

mindestens1IndikationinkontrolliertendoppelblindenStudienmitTopiramat)umfassen:Anorexie,

verminderterAppetit,Bradyphrenie,Depression,BeeinträchtigungdessprachlichenAusdrucksvermögens,

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Insomnie,anomaleKoordination,Aufmerksamkeitsstörung,Schwindel,Dysarthrie,Dysgeusie,Hypästhesie,

Lethargie,Gedächtnisstörung,Nystagmus,Parästhesie,Somnolenz,Tremor,Diplopie,

Verschwommensehen,Diarrhoe,Übelkeit,Fatigue,ReizbarkeitundGewichtsabnahme.

PädiatrischePatienten

UAWs,diehäufiger(≥2-fach)beiKindernalsbeiErwachseneninkontrolliertendoppelblindenStudien

berichtetwurden,umfassen:vermindertenAppetit,erhöhtenAppetit,hyperchlorämischeAzidose,

Hypokaliämie,anomalesVerhalten,Aggression,Apathie,Einschlafstörung,Suizidgedanken,

Aufmerksamkeitsstörung,Lethargie,StörungdeszirkadianenSchlafrhythmus,schlechteSchlafqualität,

erhöhterTränenfluss,Sinusbradykardie,anomalesGefühlundGangstörung.

UAWs,diebeiKindernabernichtbeiErwachseneninkontrolliertendoppelblindenStudienberichtetwurden,

umfassen:Eosinophilie,psychomotorischeHyperaktivität,Vertigo,Erbrechen,Hyperthermie,Pyrexieund

Lernschwierigkeiten.

Untersuchungen:

Sehrhäufig Gewichtsabnahme

Häufig Gewichtszunahme*

Gelegentlich KristalleimUrinpräsent,anomalerZehen-Fersen-Gehtest,verminderteZahlweißer

Blutzellen

Selten verminderteBicarbonatwerteimSerum

Herzerkrankungen

Gelegentlich Bradykardie,SinusbradykardiePalpitationen

ErkrankungendesBlutesunddesLymphsystems:

Häufig Anämie

Gelegentlich:Leukopenie,Thrombozytopenie,Lymphadenopathie,Eosinophilie

Selten Neutropenie*

ErkrankungendesNervensystems:

Sehrhäufig Parästhesie,Somnolenz,Schwindel

Häufig Aufmerksamkeitsstörung,Gedächtnisstörung,Amnesie, kognitiveStörung,

BeeinträchtigungdergeistigenLeistungsfähigkeit,eingeschränktepsychomotorische

Fähigkeiten,Konvulsion,anomaleKoordination,Tremor,Lethargie,Hypästhesie,

Nystagmus,Dysgeusie,Gleichgewichtsstörung,Dysarthrie,Intentionstremor,Sedierung

Gelegentlich Bewusstseinseinschränkung,GrandmalAnfall,Gesichtsfeldausfall,komplexfokaleAnfälle,

Sprachstörung,psychomotorischeHyperaktivität,Synkope,sensorischeStörung,Sabbern,

Hypersomnie,Aphasie,repetitiveSprache,Hypokinesie,Dyskinesie,Haltungsschwindel,

schlechteSchlafqualität,brennendesGefühl,VerlustdesEmpfindungsvermögens,

verändertesGeruchsempfinden,zerebellaresSyndrom,Dysästhesie,Hypogeusie,Stupor,

Ungeschicklichkeit,Aura,Ageusie,Schreibstörung,Dysphasie,periphereNeuropathie,

Präsynkope,Dystonie,Formicatio

Selten Apraxie,StörungdeszirkadianenSchlafrhythmus,Hyperästhesie,verminderter

Geruchssinn,VerlustdesGeruchssinns,essentiellerTremor,Akinesie,Nichtansprechen

aufReize

Augenerkrankungen:

Häufig Verschwommensehen,Diplopie,Sehstörung

Gelegentlich verminderteSehschärfe,Skotom,Myopie*,FremdkörpergefühlimAuge*,trockenesAuge,

Photophobie,Blepharospasmus,erhöhterTränenfluss,Photopsie,Mydriasis,Presbyopie

Selten unilateraleBlindheit,transienteBlindheit,Glaukom,Akkommodationsstörung,veränderte

visuelleTiefenwahrnehmung,Flimmerskotom,Augenlidödem*,Nachtblindheit,Amblyopie,

NichtbekanntEngwinkelglaukom*,Makulopathie*StörungderAugenbewegung*

ErkrankungendesOhrsunddesLabyrinths

Häufig Vertigo,Tinnitus,Ohrenschmerzen

Gelegentlich Taubheit,unilateraleTaubheit,neurosensorischeTaubheit,Ohrenbeschwerden,

eingeschränktesHören

ErkrankungenderAtemwege,desBrustraumsundMediastinums:

Häufig Dyspnoe,Epistaxis,verstopfteNase,Rhinorrhoe

Gelegentlich Belastungsdyspnoe,paranasaleSinushypersekretion,Dysphonie

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ErkrankungendesGastrointestinaltrakts:

Sehrhäufig Nausea,Diarrhoe

Häufig Erbrechen,Obstipation,Oberbauchschmerz,Dyspepsie,abdominalerSchmerz,

Mundtrockenheit,Magenbeschwerden,oraleParästhesie,Gastritis,abdominale

Beschwerden

Gelegentlich Pankreatitis,Flatulenz,gastroösophagealeRefluxkrankheit,Unterbauchschmerz,orale

Hypästhesie,Zahnfleischbluten,geblähterBauch,epigastrischeBeschwerden,

schmerzhafteBauchspannung,vermehrterSpeichelfluss,oralerSchmerz,Mundgeruch,

Glossodynie

ErkrankungenderNierenundHarnwege:

Häufig Nephrolithiasis,Pollakisurie,Dysurie

Gelegentlich Harnstein,Harninkontinenz,Hämaturie,Inkontinenz,Harndrang,Nierenkolik,Nierenschmerz

Selten Harnleiterstein,renaletubuläreAzidose*

ErkrankungenderHautunddesUnterhautzellgewebes:

Häufig Alopezie,Hautausschlag,Pruritus

Gelegentlich Anhidrose,fazialeHypästhesie,Urtikaria,Erythem,generalisierterPruritus,makulärer

Hautausschlag,Hautverfärbung,allergischeDermatitis,Gesichtsschwellung

Selten Stevens-Johnson-Syndrom*,Erythemamultiforme*,anomalerHautgeruch,periorbitales

Ödem*,lokalisierteUrtikaria

NichtbekannttoxischeepidermaleNekrolyse*

Skelettmuskulatur-,Bindegewebs-undKnochenerkrankungen

Häufig Arthralgie,Muskelspasmen,Myalgie,Muskelzittern,Muskelschwäche,muskuloskelettaler

Brustschmerz

Gelegentlich Gelenkschwellung*,muskuloskelettaleSteifheit,Flankenschmerz,Muskelschwäche

Selten BeschwerdenindenExtremitäten

Stoffwechsel-undErnährungsstörungen:

Häufig Anorexie,verminderterAppetit

Gelegentlich metabolischeAzidose,Hypokaliämie,erhöhterAppetit,Polydipsie

Selten hyperchlorämischeAzidose

InfektionenundparasitäreErkrankungen

Sehrhäufig Nasopharyngitis*

Gefäßerkrankungen

Gelegentlich Hypotension,orthostatischeHypotension,Flush,Hitzewallungen

Selten Raynaud-Phänomen

AllgemeineErkrankungenundBeschwerdenamVerabreichungsort:

Sehrhäufig Fatigue

Häufig Pyrexie,Asthenie,Gereiztheit,Gangstörung,anomalesGefühl,Malaise

Gelegentlich Hyperthermie,DurstInfluenza-ähnlicheKrankheit*,Trägheit,periphereKälte,Gefühlder

Trunkenheit,nervösesGefühl

Selten Gesichtsödem,Kalzinose

SozialeUmstände

Gelegentlich Lernschwäche

ErkrankungendesImmunsystems

Häufig Hypersensitivität

NichtbekanntallergischesÖdem*,konjunktivalesÖdem*

ErkrankungenderGeschlechtsorganeundderBrustdrüse:

Gelegentlich erektileDysfunktion,sexuelleDysfunktion

PsychiatrischeErkrankungen:

Sehrhäufig Depression

Häufig Bradyphrenie,Insomnie,BeeinträchtigungdessprachlichenAusdrucksvermögens,Angst,

Verwirrtheit,Desorientierung,Aggression,veränderteStimmung,Agitiertheit,

Stimmungsschwankungen,depressiveStimmung,Wut,anomalesVerhalten

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Gelegentlich Suizidgedanken,Suizidversuch,Halluzination,psychotischeStörung,akustische

Halluzination,visuelleHalluzination,Apathie,VerlustderSpontansprache,Schlafstörung,

Affektlabilität,verminderteLibido,Ruhelosigkeit,Weinen,Dysphemie,euphorische

Stimmung,Paranoia,Perseveration,Panikattacken,Traurigkeit,Leseschwäche,

Einschlafstörung,Affektverflachung,anomalesDenken,VerlustderLibido

Teilnahmslosigkeit,,Durchschlafstörung,Ablenkbarkeit,frühesmorgendlichesErwachen,

Panikreaktion,gehobeneStimmung

Selten Manie,Anorgasmie,Panikstörung,BeeinträchtigungdessexuellenEmpfindens,Gefühlvon

Hoffnungslosigkeit*,anomalerOrgasmus,Hypomanie,vermindertesOrgasmusempfinden

*identifiziertalseineUAWausSpontanberichtennachMarkteinführung.DerenHäufigkeitwurdebasierend

aufdenklinischenStudiendatenkalkuliert.

4.9.Überdosierung

AnzeichenundSymptome:

ÜberdosierungenvonTopiramatwurdenberichtet.AnzeichenundSymptomeumfassenKrämpfe,

Benommenheit,Sprachstörungen,Verschwommensehen,Diplopie,StörungdergeistigenAktivität,

Lethargie,anomaleKoordination,Stupor,Hypotension,abdominalerSchmerz,Agitiertheit,Schwindelund

Depression.DieklinischenKonsequenzenwarenindenmeistenFällennichtschwerwiegend,allerdings

wurdenTodesfällenachÜberdosierungmitmehrerenArzneimitteln,einschließlichTopiramatberichtet.

EineTopiramat-ÜberdosierungkannineinerschwerenmetabolischenAzidoseresultieren(sieheAbschnitt

4.4).

Therapie:

BeieinerakutenTopiramat-ÜberdosierungsolltebeikürzlichzurückliegenderEinnahmeunverzüglicheine

MagenentleerungdurchMagenspülungoderInduktionvonErbrechenherbeigeführtwerden.Invitroerwies

sichAktivkohlealsAdsorbensvonTopiramat.EssollteeineadäquatesupportiveBehandlungerfolgenund

derPatientsollteguthydratisiertwerden.HämodialysestellteineffektivesMitteldar,umTopiramatausdem

Körperzuentfernen.

5.PHARMAKOLOGISCHEEIGENSCHAFTEN

5.1.PharmakodynamischeEigenschaften

PharmakotherapeutischeGruppe:AndereAntiepileptika,Migränemittel

ATC-Code:N03AX11

Topiramatistalssulfamat-substitutiertesMonosaccharidklassifiziert.DergenaueMechanismus,durchden

TopiramatseineantiepileptischenundMigräneprophylaktischenEigenschaftenausübt,istunbekannt.

ElektrophysiologischeundbiochemischeStudienankultiviertenNeuronenhabendreiEigenschaften

identifiziert,diemöglicherweisezurantiepileptischenWirksamkeitvonTopiramatbeitragen.

Aktionspotentiale,diedurchanhaltendeDepolarisationderNeuronenausgelöstwurden,wurdendurch

TopiramatineinerzeitabhängigenArtgeblockt,wasaufeinezustandsabhängigeBlockadedes

Natriumkanalshinweist.TopiramaterhöhtedieHäufigkeit,mitderγ-Aminobutyrat(GABA)GABA

Rezeptorenaktivierte,underhöhtedieFähigkeitvonGABA,denFlussvonChloridionenindieNeuronenzu

induzieren,wasdaraufhinweist,dassTopiramatdieAktivitätdiesesinhibitorischenNeurotransmitterserhöht.

DieserEffektwurdenichtdurchFlumazenil,einemBenzodiazepin-Antagonisten,blockiert,nocherhöhte

TopiramatdieDauerderKanal-Öffnungszeit,wasTopiramatvonBarbituraten,dieebenfallsGABA

Rezeptorenmodulieren,differenziert.

DasichdasantiepileptischeProfilvonTopiramatdeutlichvondemderBenzodiazepineunterscheidet,kann

eseinenfürBenzodiazepinenichtsensitivenSubtypdesGABA

-Rezeptorsmodulieren.Topiramat

antagonisiertedieFähigkeitvonKainat,denKainat/AMPA(α-Amino-3-Hydroxy-5-Methylisoxazol-4-

Propionsäure)SubtypdesexzitatorischenAminosäure-(Glutamat)-Rezeptorszuaktivieren,aberhattekeinen

ersichtlichenEffektaufdieAktivitätdesN-Methyl-D-Aspartats(NMDA)amNMDARezeptorSubtyp.Diese

EffektevonTopiramatwarenkonzentrationsabhängigübereinenBereichvon1μMbis200μM,miteiner

minimalenbeobachtetenAktivitätbei1μMbis10μM.

DesWeitereninhibiertTopiramateinigeIsoenzymederCarboanhydrase.DieserpharmakologischeEffektist

deutlichschwächeralsdervonAcetazolamid,einembekanntenCarboanhydrase-Inhibitorundwirdnichtals

HauptkomponentederantiepileptischenAktivitätvonTopiramatangesehen.

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TopiramatzeigtintierexperimentellenStudieneineantikonvulsiveAktivitätanRattenundMäusenimTestmit

maximalemElektroschock(MES)undisteffektivimEpilepsie-ModelbeiNagern,dastonischeund

Absencen-ähnlicheAnfälleinderspontanepileptischenRatte(SER)umfasstsowietonischeundklonische

Anfälle,diebeiRattendurchErregungderAmygdalaoderdurchglobaleIschämieinduziertwerden.

TopiramatistnurschwacheffektivinderBlockadeklonischerAnfälle,induziertdurchdenGABA

RezeptorantagonistenPentylentetrazol.

StudienanMäusen,diegleichzeitigTopiramatundCarbamazepinoderPhenobarbitalerhielten,zeigteneine

synergistischeantikonvulsiveAktivität,währenddieKombinationmitPhenytoineineadditiveantikonvulsive

Aktivitätzeigte.IngutkontrolliertenAdd-onStudien,wurdekeineKorrelationzwischen

TalplasmakonzentrationenvonTopiramatunddessenklinischerWirksamkeitnachgewiesen.KeinBelegfür

ToleranzentwicklungbeiMenschenwurdedargestellt.

5.2.PharmakokinetischeEigenschaften

DieFormulierungenFilmtablettenundHartkapselnsindbioäquivalent.

DaspharmakokinetischeProfilvonTopiramatzeigt,verglichenmitanderenAntiepileptika,einelange

Plasmahalbwertzeit,einelinearePharmakokinetik,eineprädominanterenaleClearance,dasFehleneiner

signifikantenProteinbindungunddasFehlenvonklinischrelevantenaktivenMetaboliten.

TopiramatistkeinpotenterInduktorarzneimittelmetabolisierenderEnzymeundkannunabhängigvonden

Mahlzeitenverabreichtwerden;eineRoutineüberwachungderTopiramat-Plasmakonzentrationenistnicht

notwendig.InklinischenStudiengabeskeinekonsistenteBeziehungzwischendenPlasmakonzentrationen

undderWirksamkeitoderunerwünschtenEreignissen.

Resorption

Topiramatwirdschnellundgutresorbiert.NachderEinnahmevon100mgTopiramatanProbandenwurde

einemittlerePeakplasmakonzentration(C

)von1,5μg/mlinnerhalbvon2bis3Stunden(T

)erreicht.

AufBasisdesRadioaktivitätsnachweisesimUrinwardasmittlereAusmaßderResorptioneineroralen100

mgDosisvon 14 C-Topiramatmindestens81%.EsgabkeineklinischsignifikanteAuswirkungvonNahrung

aufdieBioverfügbarkeitvonTopiramat.

Verteilung

ImAllgemeinensind13bis17%desTopiramatsanPlasmaproteinegebunden.In/anErythrozytenwurde

eineBindungsstellemitniedrigerKapazitätfürTopiramatbeobachtet,diebeiPlasmakonzentrationenüber4

μg/mlsättigbarist.DasVerteilungsvolumenverändertsichumgekehrtmitderDosierung.Dasmittlere

scheinbareVerteilungsvolumenbetrug0,80bis0,55l/kgfüreineEinzeldosisimBereichvon100bis1200

mg.EinEffektdesGeschlechtsaufdasVerteilungsvolumenwurdemitWertenfürFrauenvonca50%von

denjenigenfürMännerermittelt.DieswurdedemprozentualhöherenKörperfettbeiweiblichenPatienten

zugeschriebenundistohneklinischeKonsequenz.

Metabolisierung

TopiramatwirdbeiProbandennichtextensivmetabolisiert(~20%).Eswirdbiszu50%beiPatienten

metabolisiert,diegleichzeitigeineantiepileptischeTherapiemitbekanntenInduktorenWirkstoff-

metabolisierenderEnzymeerhalten.SechsMetabolite,diedurchHydroxylierung,Hydrolyseund

Glucuronidierunggebildetwerden,wurdenvomPlasma,UrinundFäzesdesMenschenisoliert,

charakterisiertundidentifiziert.JederMetabolitrepräsentiertwenigerals3%dergesamtenRadioaktivität,

dienachVerabreichungvon 14 C-Topiramatausgeschiedenwurde.ZweiMetaboliten,dieammeistenvonder

StrukturvonTopiramatbeibehaltenhatten,wurdenuntersuchtundzeigtenwenigoderkeineantikonvulsive

Aktivität.

Elimination

BeiMenschenistderHauptwegderEliminationvonunverändertemTopiramatundseinenMetabolitendie

Niere(mindestens81%derDosis).Ungefähr66%einerDosisvon 14 C-Topiramatwurdeninnerhalbvon4

TagenunverändertimUrinausgeschieden.NachzweimaltäglicherDosierungvon50mgund100mg

TopiramatbetrugdiemittlererenaleClearanceungefähr18ml/minund17ml/min.EsgibtHinweisefüreine

renaletubuläreReabsorptionvonTopiramat.DieswirddurchStudienanRattenunterstützt,indenen

TopiramatmitProbenecidverabreichtwurdeundeinsignifikanterAnstiegderrenalenClearancevon

Topiramatbeobachtetwurde.InsgesamtbeträgtdiePlasmaclearancenachEinnahmebeimMenschen

ungefähr20bis30ml/min.

TopiramatbesitzteinegeringeinterindividuelleVariabilitätderPlasmakonzentrationunddahereine

vorhersagbarePharmakokinetik.DiePharmakokinetikvonTopiramatistlinearmiteinerkonstantbleibenden

PlasmaclearanceundeinerFlächeunterderPlasmakonzentrationskurve,dienachoralerEinmaldosisbei

Probandensichdosis-proportionalverhaltendübereinenBereich100bis400mgansteigt.BeiPatientenmit

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normalerNierenfunktionkannes4bis8TagedauernbisSteady-State-Plasmakonzentrationenerreichtsind.

DiemittlereC

nachmultiplen,zweimaltäglichenoralenDosenvon100mgbetrugbeigesundenPersonen

6,76μg/ml.NachVerabreichungvonmultiplenDosenvon50mgund100mgTopiramatzweimaltäglich,

betrugdiemittlereEliminationshalbwertzeitimPlasmaungefähr21Stunden.

DiegleichzeitigeVerabreichungmultiplerDosenvonTopiramat,100bis400mgzweimaltäglich,mit

PhenytoinoderCarbamazepinzeigtdosis-proportionaleAnstiegeinderPlasmakonzentrationvonTopiramat.

DiePlasma-unddierenaleClearancevonTopiramatsindbeiPatientenmiteingeschränkterNierenfunktion

≤60ml/min)vermindertunddiePlasmaclearanceistbeiPatientenmiteinerNierenerkrankungim

Endstadiumvermindert.AlseinErgebniswerdenhöhereTopiramat-Steady-State-Plasmakonzentrationenfür

einegegebeneDosisbeirenaleingeschränktenPatientenerwartetverglichenmitdenenmitnormaler

Nierenfunktion.TopiramatwirdeffektivdurchHämodialyseausdemPlasmaentfernt.

DiePlasmaclearancevonTopiramatistbeiPatientenmitmäßigerbisschwererLeberfunktionsstörung

erniedrigt.

DiePlasmaclearancevonTopiramatistbeiälterenPersonenbeiAbwesenheitzugrundeliegender

Nierenerkrankungenunverändert.

PädiatrischePopulation(Pharmakokinetik,biszueinemAltervon12Jahren)

DiePharmakokinetikvonTopiramatbeiKindernistwiebeiErwachsenen,dieeineAdd-onTherapieerhalten,

linearmiteinervonderDosisunabhängigenClearanceundSteady-State-Plasmakonzentrationen,die

proportionalzurDosisansteigen.KinderhabenjedocheinehöhereClearanceundeinekürzere

Eliminationshalbwertzeit.AlsKonsequenzkönnendiePlasmakonzentrationenvonTopiramatbeiderselben

mg/kgDosisbeiKindernniedrigerseinverglichenmitErwachsenen.WiebeiErwachsenenvermindern

leberenzyminduzierendeantiepileptischeArzneimitteldieSteady-State-Plasmakonzentrationen.

5.3.PräklinischeDatenzurSicherheit

TrotzmaternalerundpaternalerToxizitätbereitsab8mg/kg/Tagwurdeninnicht-klinischenStudienzur

FertilitätbeimännlichenundweiblichenRattenbeiDosenbiszu100mg/kg/TagkeineAuswirkungenaufdie

Fertilitätbeobachtet.

InpräklinischenStudienwurdegezeigt,dassTopiramatteratogeneEffekteindenuntersuchtenSpezies

(Mäuse,RattenundKaninchen)hat.BeiMäusenwarendiefetalenGewichteunddieskeletaleOssifikation

inVerbindungmitdermaternalenToxizitätbei500mg/kg/Tagreduziert.DieGesamtzahlderfetalen

FehlbildungenbeiMäusenwarbeiallenarzneimittelbehandeltenGruppen(20,100und500mg/kg/Tag)

erhöht.

BeiRattenwurdendosisabhängigmaternaleundembryonale/fetaleToxizität(reduziertefetaleGewichte

und/oderskeletaleOssifikation)bisherunterauf20mg/kg/Tagbeobachtet,verbundenmitteratogenen

Effekten(DefekteanExtremitätenundZehen)bei400mg/kg/Tagunddarüber.BeiKaninchenwurdeeine

dosisabhängigematernaleToxizitätbisherabauf10mg/kg/Tagbeobachtet,mitembryonaler/fetalerToxizität

(gesteigerteLetalität)bisherunterauf35mg/kg/TagundteratogenenEffekten(FehlbildungenderRippen

undvertebraleFehlbildungen)bei120mg/kg/Tag.

DiebeobachtetenteratogenenEffektebeiRattenundKaninchenwarenähnlichzudenEffekten,diemit

Carboanhydrase-Inhibitorenbeobachtetwurden,dienichtmitFehlbildungenbeimMenschenassoziiert

waren.AuswirkungenaufdasWachstumzeigtensichebensodurchgeringereGewichtebeiderGeburtund

währendderLaktationbeiJungtierenvonweiblichenRatten,diewährendderGestationundLaktationmit20

oder100mg/kg/Tagbehandeltwurden.BeiRattenpassiertTopiramatdiePlazenta-Schranke.

BeijuvenilenRattenführtedietäglicheoraleGabevonTopiramatinDosenbiszu300mg/kg/Tagwährend

derEntwicklungsphaseentsprechenddemSäuglingsalter,derKindheitunddemJugendalterzuToxizitäten

ähnlichzudenenbeierwachsenenTieren(verminderteFutteraufnahmemitverminderterZunahmedes

Körpergewichtes,zentrolobulärehepatozelluläreHypertrophie).EsgabkeinerelevantenEffekteaufdas

WachstumderRöhrenknochen(Tibia)oderdieKnochenmineral-Dichte(Femur),aufdiePhasevorder

EntwöhnungunddieReproduktionsentwicklung,aufdieneurologischeEntwicklung(einschließlich

BeurteilungdesGedächtnissesunddesLernvermögens),aufPaarungundFertilitätoderHysterotomie-

Parameter.

IneinerSerievoninvitroundinvivoMutagenitätsuntersuchungenzeigteTopiramatkeingenotoxisches

Potential.

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6.PHARMAZEUTISCHEANGABEN

6.1.ListedersonstigenBestandteile

Lactose-Monohydrat,MikrokristallineCellulose,Maisstärke,Crospovidon,HochdispersesSiliciumdioxid,

Magnesiumstearat

Filmüberzug:

BasischesButylmethacrylat-Copolymer,Titandioxid(E171),Magnesiumstearat,Talkum,Stearinsäure,

Natriumdodecylsulfat

BeiTopiramatacis50mgFilmtablettenundTopiramatacis100mgFilmtablettenzusätzlich:

Eisen(III)-hydroxid-oxidxH

O(E172).

BeiTopiramatacis200mgFilmtablettenzusätzlich:

Eisen(III)-oxid(E172).

6.2.Inkompatibilitäten

Nichtzutreffend.

6.3.DauerderHaltbarkeit

3Jahre

6.4.BesondereVorsichtsmaßnahmenfürdieAufbewahrung

Nichtüber30°Clagern.

6.5.ArtundInhaltdesBehältnisses

Blisterpackungen:

PVC/PE/PVDC/Aluminium-BlisterpackungenoderAluminium/Aluminium-Blisterpackungen

Packungsgrößen:28,50,100oder200Filmtabletten.

6.6.BesondereVorsichtsmaßnahmenfürdieBeseitigung

KeinebesonderenAnforderungen.

7.INHABERDERZULASSUNG

acisArzneimittelGmbH

Lil-Dagover-Ring7

82031Grünwald

Telefon:089/44232460

Telefax:089/442324666

e-mail: info@acis.de

8.ZULASSUNGSNUMMERN

Topiramatacis25mgFilmtabletten: 68686.00.00

Topiramatacis50mgFilmtabletten: 68687.00.00

Topiramatacis100mgFilmtabletten: 68688.00.00

Topiramatacis200mgFilmtabletten: 68689.00.00

9.DATUMDERERTEILUNGDERZULASSUNG

26.08.2009

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10.STANDDERINFORMATION

Dezember2009

11.VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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