Terbinafin-Mepha 125 Tabletten

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

25-10-2018

Fachinformation Fachinformation (SPC)

25-10-2018

Wirkstoff:
terbinafinum
Verfügbar ab:
Mepha Pharma AG
ATC-Code:
D01BA02
INN (Internationale Bezeichnung):
terbinafinum
Darreichungsform:
Tabletten
Zusammensetzung:
terbinafinum 125 mg bis terbinafini hydrochloridum, cellulosum microcristallinum, hypromellosum, carboxymethylamylum natricum Ein Endwerte. Natrium 0.94 mg, silica colloidalis anhydrica, magnesium stearas, pro compresso.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Antimykotikum
Zulassungsnummer:
57174
Berechtigungsdatum:
2005-02-15

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

23-10-2018

Fachinformation Fachinformation - Französisch

23-10-2018

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

19-10-2018

Patienteninformation

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen bzw. anwenden.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden, und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte

ihnen das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Terbinafin-Mepha® 125/250 Tabletten

Was ist Terbinafin-Mepha und wann wird es angewendet?

Terbinafin-Mepha Tabletten enthalten den Wirkstoff Terbinafin, der zur Gruppe der Pilzmittel

(Antimykotika) gehört. Terbinafin-Mepha Tabletten werden zur Behandlung von Pilzinfektionen der

Haut, Haare und Nägel auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin eingenommen.

Was sollte dazu beachtet werden?

Für eine erfolgreiche Behandlung der Pilzinfektionen sollten Sie einige Regeln beachten:

·An Kleidungsstücken, die mit der erkrankten Haut in Kontakt kommen, können die Erreger der

Pilzerkrankungen haften bleiben. Deshalb sollten Sie diese Kleidungsstücke täglich wechseln.

·Eine normale und vor allem trockene Haut ist der beste Schutz vor Pilzinfektionen. Es ist deshalb an

den erkrankten Hautstellen eng anliegende und wenig luftdurchlässige Kleidung zu vermeiden. Auch

sollten Sie die erkrankten Hautstellen nach dem Waschen sorgfältig trocknen. Waschlappen und

Handtuch sind täglich zu wechseln.

·Wenn Sie an einer Fusspilzinfektion leiden, sollten Sie nicht barfuss herumlaufen. So vermeiden Sie

eine Weiterverbreitung der Pilze.

Wann darf Terbinafin-Mepha nicht angewendet werden?

Terbinafin-Mepha darf nicht angewendet werden, wenn Sie chronische oder akute Leberprobleme

haben oder hatten. Terbinafin-Mepha darf nicht angewendet werden, wenn bei früheren

Behandlungen mit Terbinafin-Mepha oder verwandten Präparaten Überempfindlichkeitsreaktionen

aufgetreten sind.

Da bisher wenige Erfahrungen mit Terbinafin-Mepha bei der Behandlung von Pilzinfektionen bei

Kindern unter 5 Jahren (Körpergewicht unter 20 kg) vorliegen, sollten diese Terbinafin-Mepha nicht

einnehmen.

Terbinafin-Mepha soll nicht angewendet werden, wenn Sie Nierenprobleme haben.

Wann ist bei der Einnahme von Terbinafin-Mepha Vorsicht geboten?

Bitte teilen Sie Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin unverzüglich mit,

·wenn Sie Symptome wie andauernde Übelkeit, Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Erbrechen, Schmerzen

im oberen rechten Bauchraum, Gelbsucht, Dunkelverfärbung des Urins oder heller Stuhl haben oder

bei sich feststellen, da dies Anzeichen für eine schwere Leberstörung sein können. Ihr Arzt bzw. Ihre

Ärztin wird vielleicht vor und regelmässig während der Behandlung mit Terbinafin-Mepha

Blutproben nehmen um Ihre Leberfunktion zu überwachen. Im Falle nicht normaler Testergebnisse

kann er bzw. sie Sie auffordern Terbinafin-Mepha nicht mehr einzunehmen. Ebenfalls ist eine

Information des Arztes bzw. der Ärztin wichtig, wenn Sie zusätzlich Arzneimittel zur Behandlung

von Magenerkrankungen oder Infektionskrankheiten einnehmen müssen. Terbinafin-Mepha darf bei

Patientinnen oder Patienten mit chronischer oder akuter Leberkrankheit nicht angewendet werden.

·wenn Sie Hautprobleme haben wie einen Ausschlag, eine rote Haut, Bläschenbildung auf den

Lippen, Augen oder dem Mund, abblätternde Haut, Fieber (mögliche Anzeichen von

schwerwiegenden Hautreaktionen), Ausschlag auf Grund erhöhter Zahl einer bestimmten Art weisser

Blutkörperchen (Eosinophilie).

·wenn Sie verdickte rote/silberfarbene Hautstellen (mögliche Anzeichen von Schuppenflechte) oder

Gesichtsausschlag, Gelenkschmerz, Muskelkrankheit, Fieber (mögliche Anzeichen von kutanem und

systemischem Lupus erythematosus) haben.

·wenn Sie sich schwach fühlen, ungewöhnliche Blutungen, Blutergüsse oder häufige Infektionen

haben (Anzeichen von Blutkrankheiten).

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (einschliesslich pflanzliche Arzneimittel, Antibabypille (orale Kontrazeptiva)

und nicht verschreibungspflichtige, selbstgekaufte Medikamente) einnehmen oder äusserlich

anwenden, insbesondere:

ogewisse Arzneimittel gegen Magengeschwüre (z.B. Cimetidin)

ogewisse Arzneimittel gegen Pilzinfektionen (z.B. Fluconazol, und weitere mit ‚azol‘ im

Wirkstoffnamen),

ogewisse Arzneimittel gegen Infektionskrankheiten, die die Antibiotika Rifampicin oder

Azithromycin, Clarithromycin, Erythromycin enthalten

ogewisse Arzneimittel gegen Depressionen (trizyklische Antidepressiva (z.B. Desipramin), selektive

Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer oder MAO-Hemmer,

ogewisse Arzneimittel gegen Bluthochdruck (so genannte Betablocker),

ogewisse Arzneimittel gegen Herzrythmusstörungen (z.B. Amiodaron),

oArzneimittel gegen Husten (z.B. Dextromethorphan),

oKoffein,

oCiclosporine (Arzneimittel welche das Immunsystem kontrollieren, z.B. um eine Abstossung

transplantierter Organe zu vermeiden).

Wenn Sie sich schwindlig fühlen während der Behandlung mit Terbinafin-Mepha Tabletten, sollten

Sie nicht Auto fahren oder Werkzeuge oder Maschinen bedienen.

Darf Terbinafin-Mepha während der Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihrer Ärztin wenn Sie schwanger sind oder denken, dass Sie

schwanger sein könnten. Während der Schwangerschaft ist Terbinafin-Mepha nur auf ausdrückliche

Verordnung des Arztes bzw. der Ärztin einzunehmen.

Terbinafin-Mepha wird in die Muttermilch ausgeschieden. Mütter, die Terbinafin-Mepha einnehmen,

sollten daher nicht stillen.

Wie verwenden Sie Terbinafin-Mepha?

Wenn vom Arzt bzw. von der Ärztin nicht anders verordnet, beträgt die übliche Dosierung für

Erwachsene eine Tablette zu 250 mg pro Tag.

Dosierung für Kinder ab 2 Jahren gemäss Anordnung des Arztes oder der Ärztin. Die Anwendung

bei Kindern unter 2 Jahren wird nicht empfohlen, da keine Erfahrungen mit dieser Altersgruppe

vorliegen.

Die Tabletten sind unzerkaut mit Flüssigkeit einzunehmen. Die Wirksamkeit von Terbinafin-Mepha

wird durch die gleichzeitige Einnahme von Nahrung nicht beeinträchtigt, es kann somit auf leeren

Magen oder nach einer Mahlzeit eingenommen werden. Der Arzt bzw. die Ärztin wird über die

Dauer der Therapie entscheiden. Die regelmässige Einnahme von Terbinafin-Mepha ist

ausschlaggebend für den Erfolg der Behandlung. Es wird empfohlen, Terbinafin-Mepha jeden Tag

zur selben Zeit einzunehmen.

Falls Sie aus Versehen zu viele Tabletten eingenommen haben, fragen Sie sofort einen Arzt oder ein

Krankenhaus um Rat. Es kann sein, dass sie medizinische Betreuung brauchen. Dasselbe trifft zu,

wenn jemand aus Versehen ihre Medizin eingenommen hat. Symptome einer Überdosis von

Terbinafin-Mepha Tabletten beinhalten Kopfschmerzen, Übelkeit, Magenschmerzen und Schwindel.

Wenn Sie vergessen haben, Terbinafin-Mepha einzunehmen, nehmen Sie Ihre Tablette(n) sobald Sie

sich daran erinnern, ausser Ihre nächste Dosis ist in weniger als 4 Stunden fällig. Warten Sie in

diesem Fall und nehmen Sie die nächste Dosis zur gewohnten Zeit. Nehmen sie keine doppelte Dosis

um die vergessene Dosis auszugleichen.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer

Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Terbinafin-Mepha haben?

Bei manchen Patienten können bei der Einnahme von Terbinafin-Mepha gewisse Nebenwirkungen

auftreten.

Einige Nebenwirkungen könnten schwerwiegend sein:

Es ist in seltenen Fällen möglich, dass eine Behandlung mit Terbinafin-Mepha zu Leberstörungen

führt, in sehr seltenen Fällen können die Leberstörungen schwerwiegend sein. Schwerwiegende

Nebenwirkungen beinhalten auch die Abnahme einer bestimmten Art weisser Blutkörperchen, Lupus

(eine Autoimmunkrankheit), schwere Hautreaktionen, schwere allergische Reaktionen, Entzündung

der Blutgefässe, Entzündung der Bauchspeicheldrüse oder Muskelschwund (Rhabdomyolyse).

Teilen Sie Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin umgehend mit,

·Wenn Sie Symptome wie unerklärliche anhaltende Übelkeit, Magenbeschwerden, Appetitverlust,

ungewöhnliche Müdigkeit, Gelbverfärbung von Augen oder Haut, Dunkelverfärbung des Urins oder

heller Stuhl feststellen (mögliche Anzeichen von Leberproblemen).

·Wenn Sie Fieber/Schüttelfrost, Halsschmerzen oder Aphthen auf Grund von Infektionen und

Schwachheit haben oder wenn Sie häufiger Infektionen bekommen oder ungewöhnliche Blutungen

oder Blutergüsse feststellen (mögliche Anzeichen von Krankheiten, die die Anzahl von bestimmten

Typen von Blutzellen beeinträchtigen).

·Wenn Sie Atembeschwerden, Schwindel, Schwellungen hauptsächlich im Gesicht und im Rachen,

Hitzegefühl, krampfartige Bauchschmerzen und Bewusstseinsverlust bekommen oder wenn Sie

Symptome haben wie Gelenkschmerzen, Steifheit, Ausschlag, Fieber oder geschwollene/vergrösserte

Lymphknoten (mögliche Anzeichen einer schweren allergischen Reaktion).

·Wenn Sie Symptome wie Ausschlag, Fieber, Juckreiz, Müdigkeit haben oder wenn Sie violett-rote

Punkte unter der Hautoberfläche feststellen (mögliche Anzeichen einer Entzündung ihrer

Blutgefässe).

·Wenn Sie irgendwelche Hautprobleme bekommen wie Ausschlag, gerötete Haut, Bläschenbildung

auf den Lippen, Augen oder dem Mund, abblätternde Haut, Fieber.

·Wenn Sie starke Schmerzen im oberen Bauchraum spüren mit Ausstrahlung in den Rücken

(mögliche Anzeichen einer Entzündung Ihrer Bauchspeicheldrüse).

·Wenn Sie unerklärliche Muskelschwäche und Schmerzen oder dunklen (rot-braunen) Urin haben

(mögliche Anzeichen von Muskelschwund).

Über folgende Nebenwirkungen wurde bei Einnahme von Terbinafin berichtet:

Sehr häufig: Kopfschmerzen, Übelkeit, leichte Bauchschmerzen, Magenbrennen, Durchfall,

Völlegefühl, Appetitverlust, Hautausschläge, Muskel- und Gelenkschmerzen.

Häufig: affektive Störung (Depression), Störungen des Geschmackssinnes (bis zum Verlust der

Geschmacksempfindung), Schwindel, Sehstörung und Müdigkeit.

Gelegentlich: ungewöhnlich bleiche Haut, Schleimhäute oder Nagelbetten von Fingern oder Zehen,

ungewöhnliche Erschöpfung oder Schwäche oder Atemnot nach Anstrengung (mögliche Anzeichen

einer Krankheit, die die Anzahl roter Blutkörperchen beeinträchtigt), Angst, Kribbeln oder

Taubheitsgefühl und verringerte Sensitivität der Haut, Lichtüberempfindlichkeit der Haut,

Wahrnehmung von Geräuschen in der Abwesenheit von Klang (z.B. Rauschen, Klingeln) in den

Ohren, Fieber und Gewichtsverlust.

Selten: gelbe Augen oder Haut (Leberprobleme) und nicht normale Ergebnisse von

Leberfunktionstests.

Sehr selten: Abnahme bestimmter Arten von Blutzellen, Lupus (eine Autoimmunkrankheit), schwere

Hautreaktionen, allergische Reaktionen, Psoriasis-artiger Hautausschlag (Ausschlag mit

silberfarbenem Aussehen), Verschlechterung einer Psoriasis, Hautausschlag mit Schuppung oder

Abblättern und Haarausfall.

Folgende Nebenwirkungen wurden ebenfalls gemeldet:

Schwere allergische Reaktionen oder Infektionen, Entzündung der Blutgefässe, Geruchsstörungen

einschliesslich Verlust des Geruchssinns, reduziertes Riechvermögen, verschwommenes Sehen,

reduzierte Sehschärfe, Entzündung der Bauchspeicheldrüse, Hautausschlag auf Grund hoher Zahl

einer bestimmten Art weisser Blutkörperchen, Muskelschwund, Grippe-ähnliche Symptome (z.B.

Müdigkeit, Halsschmerzen, Muskel- oder Gelenkschmerzen) und Zunahme eines Muskelenzyms im

Blut (Creatinphosphokinase).

Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn eine der genannten Nebenwirkungen Sie stark

beeinträchtigt.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Trocken, vor Licht geschützt, in der Originalverpackung und nicht über 30°C lagern. Für Kinder

unerreichbar aufbewahren.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Terbinafin-Mepha enthalten?

Die (teilbaren) Tabletten Terbinafin-Mepha 125 bzw. 250 enthalten 125 mg bzw. 250 mg Terbinafin

als Wirkstoff und Hilfsstoffe.

Zulassungsnummer

57'174 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Terbinafin-Mepha? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Terbinafin-Mepha 125: Packungen zu 14 Tabletten (zur Anwendung bei Kindern).

Terbinafin-Mepha 250: Packungen zu 14 und 28 Tabletten.

Zulassungsinhaberin

Mepha Pharma AG, Basel.

Diese Packungsbeilage wurde im August 2016 letztmals durch die Arzneimittelbehörde

(Swissmedic) geprüft.

Interne Versionsnummer: V7.1

Fachinformation

Terbinafin-Mepha® 125/250 Tabletten

Mepha Pharma AG

Zusammensetzung

Wirkstoff: Terbinafinum ut Terbinafini hydrochloridum.

Hilfsstoffe: Excip. pro compr.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Tabletten zu 125 mg (teilbar, zur Anwendung bei Kindern) und zu 250 mg (teilbar).

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

·Onychomykosis (Nagelmykose), verursacht durch Dermatophyten (Fadenpilze).

·Pilzinfektionen der Haut und der Haare, verursacht durch Dermatophyten wie Trichophyton spp.

(z.B. T. rubrum, T. mentagrophytes, T. verrucosum, T. tonsurans, T. violaceum), Microsporum canis

und Epidermophyton floccosum.

·Terbinafin-Mepha p.o. ist zur Behandlung von ausgedehnten, schweren Fadenpilzerkrankungen

(Tinea corporis, Tinea cruris, Tinea pedis und Tinea capitis) und Hefepilzinfektionen der Haut,

verursacht durch die Gattung Candida (z.B. Candida albicans) nur indiziert, wenn eine orale

Therapie infolge Lokalisation, Schwere und Ausmass des Infektes als notwendig erachtet wird.

Terbinafin-Mepha p.o. ist nicht wirksam bei vaginaler Candidiasis und Pityriasis versicolor.

Dosierung/Anwendung

Die Behandlungsdauer variiert entsprechend der Indikation und der Schwere des Infektes.

Es ist darauf zu achten, dass die Therapie ausreichend lange durchgeführt wird. Eine zu kurze

Behandlungsdauer und/oder eine unregelmässige Medikamenteneinnahme bergen die Gefahr eines

Rezidivs in sich.

Die Tabletten werden, vorzugsweise jeden Tag zur gleichen Zeit, oral mit Wasser eingenommen. Die

Einnahme kann unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen.

Übliche Dosierung

Erwachsene: 250 mg 1×/d.

Behandlungsdauer

Tinea corporis, T. cruris: 2-4 Wochen.

Tinea capitis: 4 Wochen.

Tinea pedis (interdigital, plantar/Mokassin-Typ): 2–6 Wochen.

Candidose der Haut: 2–4 Wochen.

Onychomykose durch Dermatophyten: 6-12 Wochen.

Patienten mit verlangsamtem Nagelwachstum können eine längere Behandlungsdauer benötigen.

Befall der Fingernägel: Eine Behandlungsdauer von 6 Wochen ist in den meisten Fällen ausreichend.

Befall der Zehennägel: Eine Behandlungsdauer von 12 Wochen ist in den meisten Fällen

ausreichend.

Bei Pilzinfektionen der Nägel ist die klinische Heilung oft erst einige Monate nach dem negativen

mykologischen Befund zu beobachten. Dies hängt damit zusammen, dass das Nachwachsen des

gesunden Nagels einige Zeit erfordert.

Vorgehen bei vergessener Tabletteneinnahme

Wird die Einnahme der Tablette(n) vergessen, so sollte sie nachgeholt werden, sobald das

Versäumnis bemerkt wird. Aufgrund der pharmakokinetischen Eigenschaften von Terbinafin sollte

die Einnahme jedoch nicht nachgeholt werden, falls die nächste Dosis bereits in weniger als 4

Stunden fällig ist.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Pädiatrie

Jugendliche >40 kg (im Allgemeinen >12 Jahre): 250 mg 1×/d.

Kinder 20 – 40 kg (5–12 Jahre): 125 mg 1×/d.

Kinder <20 kg (im Allgemeinen <5 Jahre): Da kontrollierte Erfahrungen in dieser Gruppe noch

spärlich sind, sollte eine Anwendung nur bei fehlender therapeutischer Alternative erfolgen, wenn

der Nutzen die mutmasslichen Risiken übersteigt.

Erfahrungen mit peroral verabreichtem Terbinafin-Mepha bei Kindern unter 2 Jahren fehlen, so dass

seine Anwendung nicht empfohlen werden kann.

Ältere Patienten

Es gibt keine Hinweise dafür, dass bei älteren Patienten eine andere Dosierung erforderlich ist als bei

jüngeren Patienten. Die Möglichkeit einer vorbestehenden eingeschränkten Leber- oder

Nierenfunktion ist bei dieser Altersgruppe zu berücksichtigen (s. «Eingeschränkte Nierenfunktion»).

Eingeschränkte Nierenfunktion

Terbinafin Tabletten wurden bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung nicht angemessen untersucht

und werden deshalb für diese Patienten nicht empfohlen (s. «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen» und «Pharmakokinetik»).

Eingeschränkte Leberfunktion

Terbinafin-Mepha Tabletten sind bei Patienten mit akuten oder chronischen Lebererkrankungen

kontraindiziert (s. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Pharmakokinetik»).

Allgemeine Anwendungshinweise

Um eine Reinfektion durch Wäsche, Socken, Schuhe usw. zu vermeiden, ist die Behandlung mit

allgemeinen hygienischen Massnahmen zu verbinden.

Kontraindikationen

·Akute oder chronische Lebererkrankungen

·Bekannte Überempfindlichkeit auf Terbinafin oder einen Hilfsstoff von Terbinafin-Mepha

Tabletten.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Terbinafin-Mepha p.o. soll nur bei Mykosen verwendet werden, die lokal nicht behandelbar sind.

Anwendung bei Kindern <20 kg nicht empfohlen: s. «Dosierung/Anwendung».

Leberfunktion

Die Anwendung von Terbinafin-Mepha Tabletten ist bei akuten und chronischen Lebererkrankungen

kontraindiziert.

Bei Patienten mit vorbestehenden Lebererkrankungen kann die Clearance von Terbinafin um etwa

50% reduziert sein (siehe «Pharmakokinetik»).

Vor Behandlungsbeginn mit Terbinafin-Mepha Tabletten muss der Patient auf vorbestehende

Lebererkrankungen untersucht werden. Als Minimum sollten dazu AST und ALT bestimmt werden,

auch um Ausgangswerte für während der Therapie erfolgende Kontrollen zu erhalten.

Hepatotoxizität kann bei Patienten mit oder ohne vorbestehende Lebererkrankung auftreten. Daher

werden regelmässige Kontrollen (alle 4-6 Wochen) der Leberfunktionswerte empfohlen. Falls die

Leberwerte ansteigen, muss Terbinafin-Mepha umgehend abgesetzt werden.

Sehr seltene Fälle von schwerem Leberversagen (einzelne davon mit letalem Ausgang oder

Notwendigkeit in einer Lebertransplantation) wurden bei Patienten unter Terbinafin Tabletten

gemeldet, wobei die Mehrzahl dieser Patienten schwerwiegende vorbestehende systemische

Erkrankungen aufwies (s. «Kontraindikationen» und «Unerwünschte Wirkungen»).

Patienten, denen Terbinafin-Mepha Tabletten verschrieben werden, sollten darauf hingewiesen

werden, Symptome wie andauernde Übelkeit, Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Erbrechen, rechtsseitige

Oberbauchschmerzen, Gelbsucht, Dunkelverfärbung des Urins oder heller Stuhl, unverzüglich dem

Arzt zu melden. Patienten mit solchen Symptomen sollten orales Terbinafin nicht mehr einnehmen,

und ihre Leberfunktion sollte sofort überprüft werden.

Nierenfunktion

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (Creatinin-Clearance <50 ml/min oder Serum-

Creatinin >300 µmol/l) wurden Terbinafin Tabletten nicht angemessen untersucht. Terbinafin-Mepha

wird deshalb für diese Patienten nicht empfohlen (s. «Pharmakokinetik»).

Überempfindlichkeitsreaktionen/schwere Hautreaktionen

Schwere Hautreaktionen (z.B. Stevens-Johnson Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse

Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen [DRESS-Syndrom]) wurden

sehr selten bei Patienten unter Terbinafin Tabletten gemeldet. Ein DRESS-Syndrom kann neben

Hautreaktionen und Eosinophilie mit einer oder mehrerer der folgenden Organmanifestationen

einhergehen: Hepatitis, interstitielle Nephritis, interstitielle Pneumonitis, Myokarditis, Perikarditis.

Wenn ein progressiver Hautausschlag oder andere Symptome einer möglichen Hypersensitivität

auftreten, sollte die Behandlung mit Terbinafin-Mepha Tabletten abgebrochen werden.

Lupus erythematodes/Psoriasis

Bei Patienten mit präexistenter Psoriasis oder (kutanem oder systemischem) Lupus erythematodes

sollte Terbinafin nur mit Vorsicht angewendet werden, da während der Marktüberwachung über

Exazerbationen bzw. erstmaligem Auftreten dieser Erkrankungen berichtet wurde.

Hämatologische Effekte

Sehr seltene Fälle von Blutbildveränderungen (Neutropenie, Agranulozytose, Thrombozytopenie,

Panzytopenie) wurden bei Patienten unter Terbinafin Tabletten berichtet. Die Ätiologie dieser

Veränderungen soll evaluiert und eine eventuelle Anpassung der Terbinafin-Dosis in Betracht

gezogen werden, einschliesslich einer Unterbrechung der Behandlung mit Terbinafin-Mepha

Tabletten.

Interaktionen

In vitro- und in vivo-Studien haben gezeigt, dass Terbinafin das hepatische Enzym CYP2D6 hemmt.

Patienten, welche Arzneimittel erhalten, die v. a. über CYP2D6 metabolisiert werden, wie

trizyklische Antidepressiva, Betablocker, selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer,

Antiarrhythmika der Klasse 1A, 1B, und 1C oder MAO-Hemmer vom Typ B, sollten entsprechend

überwacht werden, insbesondere dann, wenn es sich um Substanzen mit engem therapeutischem

Fenster handelt (s. «Interaktionen»).

Interaktionen

Einfluss anderer Arzneimittel auf die Pharmakokinetik von Terbinafin

Terbinafin wird unter Beteiligung von Cytochrom P450-Isoenzymen (CYP450) metabolisiert (siehe

«Pharmakokinetik»). Die Plasma-Clearance von Terbinafin kann daher durch Arzneimittel, welche

diese Enzyme induzieren, gesteigert und durch solche, die CYP P450 hemmen, reduziert werden.

Wenn eine gleichzeitige Verabreichung dieser Mittel erforderlich ist, muss die Dosierung von

Terbinafin-Mepha Tabletten entsprechend angepasst werden.

Enzyminhibitoren: In Kombination mit Cimetidin wurden eine Reduktion der Terbinafin-Clearance

um 30% und eine Steigerung der AUC um 34% beobachtet.

Die Kombination mit Fluconazol (einem CYP3A4- und CYP2C9-Inhibitor) erhöhte Cmax und AUC

um 52% bzw. 69%. Ähnliche Effekte können durch die Kombination mit anderen Wirkstoffen

auftreten, die CYP2C9 und/oder CYP3A4 inhibieren, wie z.B. Azol-Antimykotika, Makrolid-

Antibiotika oder Amiodaron.

Enzyminduktoren: Die Kombination mit Rifampicin, einem CYP3A4-Induktor, erhöhte die

Terbinafin-Clearance um 100%. AUC und Cmax waren um 50% bzw. 45% erniedrigt.

Einfluss von Terbinafin auf die Pharmakokinetik anderer Arzneimittel

CYP2D6-Substrate: In vitro- und in vivo-Studien haben gezeigt, dass Terbinafin CYP2D6 hemmt.

Diese Befunde könnten für Substanzen relevant sein, die v. a. über diesen Weg abgebaut werden, vor

allem wenn diese eine enge therapeutische Breite haben (s. «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»). Dies gilt z.B. für einige Vertreter folgender Arzneimittelklassen:

trizyklische Antidepressiva, Betablocker, selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer,

Antiarrhythmika der Klasse 1A, 1B und 1C oder MAO-Hemmer vom Typ B.

Die Clearance von Desipramin nahm bei gleichzeitiger Gabe von Terbinafin um 82% ab, die AUC

war 5-fach erhöht.

Bei schnellen CYP2D6-Metabolisierern erhöhte Terbinafin das metabolische Verhältnis von

Dextromethorphan/Dextrorphan im Urin im Durchschnitt um das 16- bis 97-Fache. Dies deutet

darauf hin, dass Terbinafin bei schnellen CYP2D6-Metabolisierern (sogenannte extensive

metaboliser) zu einer Verlangsamung des Metabolismus von CYP2D6-Substraten führt, sodass der

Metabolismus bei diesen Patienten eher jenem von Langsam-Metabolisierern (d.h. sogenannten poor

metabolisern) entspricht.

Substrate anderer CYP450-Enzyme: Entsprechend den Ergebnissen von in vitro-Studien und

Untersuchungen an gesunden Probanden zeigt Terbinafin eine vernachlässigbare Inhibition oder

Induktion der Clearance der meisten Arzneimittel, die über andere Isoformen des Cytochrom P450-

System metabolisiert werden (z.B. Terfenadin, Triazolam oder orale Kontrazeptiva).

Andere Metabolisierungswege

Terbinafin steigerte die Clearance von Ciclosporin um 15% (Reduktion der AUC um 13%).

Mögliche Interaktionen zwischen Terbinafin und den in der Schweiz üblichen Antikoagulantien

wurde nicht untersucht. In einer Studie mit Warfarin wurde keine Interaktion gefunden.

Terbinafin liess die Clearance von i.v. verabreichtem Koffein um 21% abfallen.

In klinischen Studien fand sich kein relevanter Einfluss auf die Pharmakokinetik von Cotrimoxazol

(Trimethoprim und Sulfamethoxazol), Digoxin, Fluconazol, Phenazon, Theophyllin oder Zidovudin.

Schwangerschaft/Stillzeit

Reproduktionsstudien bei Tieren haben keine Risiken für die Föten gezeigt; aber man verfügt über

keine kontrollierten Studien bei schwangeren Frauen. Klinische Erfahrungen mit Terbinafin

Tabletten bei Schwangeren sind sehr beschränkt.

Terbinafin-Mepha Tabletten sollen während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei

denn, dies ist eindeutig notwendig.

Terbinafin tritt, wenn auch nur in geringen Mengen, in die Muttermilch über (siehe

«Pharmakokinetik»). Patientinnen, die Terbinafin-Mepha Tabletten erhalten, sollten daher nicht

stillen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Entsprechende Studien wurden nicht durchgeführt. Unter Behandlung mit Terbinafin-Mepha

Tabletten kann es jedoch zu unerwünschten Wirkungen wie Schwindel und Sehstörungen kommen

(siehe «Unerwünschte Wirkungen»), welche die Fähigkeit zum Führen von Fahrzeugen und zum

Bedienen von Maschinen herabsetzen können.

Unerwünschte Wirkungen

Die folgenden unerwünschten Wirkungen traten in klinischen Studien und/oder während der

Marktüberwachung auf.

Häufigkeiten

«Sehr häufig» (≥1/10), «häufig» (≥1/100, <1/10), «gelegentlich» (≥1/1ʼ000, <1/100), «selten»

(≥1/10'000, <1/1ʼ000), «sehr selten» (<1/10'000), «unbekannt» (basierend überwiegend auf

Spontanmeldungen aus der Marktüberwachung, genaue Häufigkeit kann nicht abgeschätzt werden).

Blut- und Lymphsystem

Gelegentlich: Anämie.

Sehr selten: Neutropenie, Agranulozytose, Thrombozytopenie, Panzytopenie.

Immunsystem

Sehr selten: Anaphylaktoide Reaktionen (einschliesslich Angioödem), Beschleunigung des

Auftretens und Exazerbation von systemischem oder kutanem Lupus erythematodes.

Unbekannt: Anaphylaktische Reaktion, Reaktionen ähnlich der Serumkrankheit (inklusive

Hautausschlag, Pruritus, Urtikaria, Ödemen, Arthralgie, Fieber und Lymphknotenschwellung).

Stoffwechsel- und Ernährung

Sehr häufig: Appetitverlust.

Gelegentlich: Gewichtsabnahme (nach Dysgeusie).

Einige schwere Einzelfälle einer verminderten Nahrungsaufnahme, welche zu einem signifikanten

Gewichtsverlust führten, wurden verzeichnet.

Psychiatrische Störungen

Häufig: Depression.

Gelegentlich: Angst.

Nervensystem

Sehr häufig: Kopfschmerzen.

Häufig: Schwindel, Dysgeusie bis hin zum Verlust der Geschmacksempfindung, welche sich

gewöhnlich nach Absetzen der Behandlung wieder zurückbilden.

Gelegentlich: Parästhesien, Hypoästhesien.

Sehr selten: Persistierende Dysgeusie.

Unbekannt: Hyposmie, Anosmie (einschliesslich permanenter Anosmie).

Auge

Häufig: Sehstörung.

Unbekannt: Verschwommensehen, reduzierte Sehschärfe.

Ohr und Labyrinth

Gelegentlich: Tinnitus.

Unbekannt: Hypakusis.

Gefässe

Unbekannt: Vaskulitis.

Gastrointestinaltrakt

Sehr häufig: Völlegefühl, Dyspepsie, Übelkeit, leichte Bauchschmerzen, Diarrhö.

Unbekannt: Pankreatitis.

Leber und Galle

Selten: erhöhte Leberenzyme, Ikterus, Cholestase, Hepatitis, Leberversagen (einschliesslich letaler

Fälle bzw. solcher, welche eine Lebertransplantation erforderlich machten; s. «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Haut

Sehr häufig: Hautausschlag, Urtikaria.

Gelegentlich: Photosensibilisierung.

Sehr selten: Alopezie, Psoriasis-artiges Exanthem oder Verschlechterung einer Psoriasis, toxische

Hauteruption, exfoliative Dermatitis, bullöse Dermatitis, Erythema multiforme, Stevens-Johnson

Syndrom, Lyell-Syndrom (Toxische Epidermale Nekrolyse), akute generalisierte exanthematöse

Pustulosis.

Unbekannt: Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen.

Muskelskelettsystem

Sehr häufig: Arthralgie, Myalgie.

Unbekannt: CK-Erhöhung, Rhabdomyolyse.

Allgemeine Störungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Häufig: Erschöpfung.

Gelegentlich: Fieber.

Unbekannt: Grippe-ähnliche Erkrankung.

Überdosierung

Es wurde über einige Fälle von Überdosierungen bis zu 5 g berichtet. Nach der Einnahme klagten die

Patienten über Kopfschmerzen, Übelkeit, Oberbauchschmerzen und Schwindel.

Die empfohlene Behandlung einer Überdosierung besteht in der Elimination der Substanz durch

Verabreichung von Aktivkohle und, falls notwendig, symptomatischer, supportiver Therapie.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: D01BA02

Wirkungsmechanismus

Terbinafin ist ein Allylamin mit antimykotischem Wirkungsspektrum bei Pilzinfektionen von Haut,

Haaren und Nägeln verursacht durch Dermatophyten wie Trichophyton (z.B. T. rubrum, T.

mentagrophytes, T. verrucosum, T. tonsurans, T. violaceum), Microsporum canis und

Epidermophyton floccosum, sowie bei Hefepilzinfektionen der Haut, verursacht durch die Gattung

Candida (z.B. Candida albicans). Terbinafin wirkt fungizid gegen Dermatophyten, Schimmelpilze

und gewisse dimorphe Pilze. Die Wirkung gegen Hefepilze ist je nach Species fungizid oder

fungistatisch.

Terbinafin greift in einer frühen Stufe in die Ergosterol-Biosynthese der Pilze ein. Es wirkt durch

Hemmung der Squalenepoxidase in der Zellmembran des Pilzes. Dies führt zu einem

Ergosterolmangel und zu einer intrazellulären Akkumulation von Squalen, was den Tod der

Pilzzellen zur Folge hat. Das Enzym Squalenepoxidase ist nicht abhängig vom Cytochrom P450-

System.

Mikrobiologie

Minimale Hemmkonzentration in vitro

Pilzgattung

µg/ml

Empfindliche

Trichophyton rubrum

0,003–0,006

T. mentagrophytes

0,003–0,01

T. tonsurans

0,003

T. verrucosum

0,003

T. schönleinii

0,006

Microsporum canis

0,006–0,01

M. persicolor

0,003

M. gypseum

0,006

Epidermophyton floccosum 0,003–0,006

Mässig empfindliche

Aspergillus fumigatus

0,1–1,56

Sporothrix schenckii

0,1–0,4

Candida albicans:

Hefe-Form

25–100

Myzel-Form

0,23–0,7

C. parapsilosis

0,8–3,1

Pityrosporum ovale

0,2–0,8

P. orbiculare

Bei oraler Gabe von Terbinafin wurden im Tierexperiment in der Haut, den Haaren und Nägeln

fungizide Konzentrationen erreicht.

Pharmakokinetik

Absorption

Nach oraler Verabreichung wird Terbinafin gut absorbiert (>70%). Die absolute Bioverfügbarkeit

von Terbinafin aus Terbinafin-Mepha Tabletten liegt in Folge des First-pass-Metabolismus bei ca.

50%. 250 mg als orale Einzeldosis ergaben eine maximale Plasmakonzentration von 1,3 µg/ml, die

innerhalb von 1,5 h erreicht wurde. Die gleichzeitige Einnahme fettreicher Nahrung führt zu einer

Verzögerung der Absorption sowie zu einer Zunahme der Bioverfügbarkeit um ca. 20%.

Steady State

Bei täglicher Applikation von Terbinafin werden nach 28 Tagen ca. 70% des Steady State erreicht.

Die Spitzenkonzentration im Steady-State lag im Mittel um 25%, die Plasma-AUC um den Faktor

2.3 höher als nach einmaliger Verabreichung.

Distribution

Terbinafin ist zu 99% plasmaproteingebunden. Das Verteilungsvolumen ist >2ʼ000 l. Terbinafin

reichert sich im lipophilen Stratum corneum der Haut an. Es wird auch in das Sebum sezerniert.

Hohe Konzentrationen werden auch in Haaren, Haarfollikeln und talgreichen Hautpartien erreicht. Es

gibt Hinweise, dass sich Terbinafin bereits in den ersten Wochen einer Therapie auch in die

Nagelplatte verteilt.

Zu einer möglichen Placentagängigkeit von Terbinafin liegen keine ausreichenden Daten vor.

Weniger als 0,2% der eingenommenen Dosis gelangen in die Muttermilch.

Metabolismus

Terbinafin wird in der Leber rasch und umfassend durch mindestens sieben CYP-Isoenzyme unter

hauptsächlicher Beteiligung von CYP2C9, CYP1A2, CYP3A4, CYP2C8 und CYP2C19 zu inaktiven

Metaboliten metabolisiert.

Elimination

Die Metaboliten, von Terbinafin werden zu 71% über den Urin und zu 22% über die Faeces

ausgeschieden.

Im Steady State wurde eine Eliminationshalbwertszeit von ca. 30 Stunden bestimmt. In der Literatur

wird jedoch eine triphasische Elimination beschrieben mit Eliminationshalbwertszeiten bei

Langzeittherapie von bis zu 16.5 Tagen.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Es wurden keine klinisch relevanten altersbedingten Veränderungen der Plasmakonzentration von

Terbinafin im Steady-State beobachtet.

In Einzeldosis-Studien kam es bei Patienten mit Beeinträchtigung der Nierenfunktion (Creatinin-

Clearance <50 ml/min) oder vorbestehender Lebererkrankung zu einer Reduktion der Clearance von

Terbinafin um etwa 50%.

Präklinische Daten

In einer oralen Kanzerogenitätsstudie über 2 Jahre an Mäusen wurden bei der Behandlung mit

Dosierungen bis zu 130 mg/kg (männliche Tiere) und 156 mg/kg (weibliche Tiere) pro Tag keine

neoplastischen oder anderen abnormen Befunde beobachtet. In einer oralen Kanzerogenitätsstudie

über 2 Jahre an Ratten mit der höchsten Dosierung von 69 mg/kg/d wurde eine gesteigerte Inzidenz

von Lebertumoren bei männlichen Tieren beobachtet. Diese Veränderungen, die mit der Proliferation

der Peroxisomen assoziiert sein können, sind als speziesspezifisch anzusehen, da sie weder in der

Kanzerogenitätsstudie an Mäusen noch in anderen Studien an Mäusen, Hunden und Affen beobachtet

wurden.

Während der Studien an Affen, denen hohe orale Terbinafindosen verabreicht wurden, konnten

refraktile Irregularitäten in der Retina beobachtet werden (no-observed-effect-level bei 50 mg/kg).

Diese Irregularitäten standen im Zusammenhang mit dem Auftreten von Terbinafin-Metaboliten im

okularen Gewebe und verschwanden wieder mit dem Absetzen des Wirkstoffes. Sie waren nicht

assoziiert mit histologischen Veränderungen.

Aus der durchgeführten Standardbatterie von in vitro und in vivo Genotoxizitätsprüfungen ergaben

sich keine Hinweise auf ein mutagenes oder klastogenes Potential des Arzneimittels.

Es wurden keine unerwünschten Effekte bezüglich der Fertilität oder anderer

Reproduktionsparameter in Studien an Ratten oder Kaninchen beobachtet.

Eine 8-wöchige Studie bei jungen Ratten zeigte bei einer Höchstdosis von 100 mg/kg in den

Weibchen leicht erhöhte Lebergewichte, während in heranwachsenden Hunden bei ≥100 mg/kg/d

(AUC-Werte etwa 13× (männlich) und 6× (weiblich) höher als jene bei Kindern) bei einzelnen

Tieren Anzeichen von Störungen im Zentralnervensystem (ZNS), einschliesslich einzelner Episoden

von Konvulsionen beobachtet wurden. Ähnliche Befunde wurden bei hoher systemischer Exposition

nach i.v. Terbinafin-Verabreichung in erwachsenen Ratten oder Affen gesehen.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Terbinafin-Mepha darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

Trocken, vor Licht geschützt, in der Originalverpackung und nicht über 30 °C lagern. Für Kinder

unerreichbar aufbewahren.

Zulassungsnummer

57174 (Swissmedic).

Packungen

Terbinafin-Mepha 125, Tabletten: 14 [B].

Terbinafin-Mepha 250, Tabletten: 14, 28 [B].

Zulassungsinhaberin

Mepha Pharma AG, Basel.

Stand der Information

August 2016.

Interne Versionsnummer: V6.2

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