Pyrantel-Paste

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Pyrantelembonat
Verfügbar ab:
WdT - Wirtschaftsgenossenschaft Deutscher Tierärzte eG
ATC-Code:
QP52AF02
INN (Internationale Bezeichnung):
pyrantel
Dosierung:
60.mg
Darreichungsform:
Paste
Zusammensetzung:
Pyrantelembonat 60.mg
Verschreibungstyp:
Verschreibungspflichtig
Therapiegruppe:
Hunde, Katzen
Anwendungsgebiete:
Hund Infektionen mit adulten Stadien von Hakenwürmern: Ancylostoma spp. (A. caninum, A. braziliense), Uncinaria stenocephala Spulwürmern:Toxocara canis und Toxascaris leonina Insbesondere gegen Ancylostoma spp. und Toxocara canis ist die Wirkung variabel. Katze Infektionen mit adulten Stadien von Hakenwürmern: Ancylostoma spp. (A. tubaeforme, A. braziliense) Spulwürmern: Toxocara mystax
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
6326233.00.00

Pyrantel

Pyrantel 60 mg/g Paste zum Eingeben

Pyrantelembonat

Index

1. BEZEICHNUNG DES TIERARZNEIMITTELS

Pyrantel-Paste, 60 mg/g Paste zum Eingeben
Für Tiere: Hunde und Katzen
Pyrantelembonat

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Wirkstoff(e): 1 g Paste enthält:
Pyrantelembonat     60,0 mg

Sonstige Bestandteile:
Eine vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile finden Sie unter Abschnitt 6.1

3. DARREICHUNGSFORM

Paste zum Eingeben

4. KLINISCHE ANGABEN

Hund, Katze

Hund
Infektionen mit adulten Stadien von Hakenwürmern: Ancylostoma spp. (A. caninum, A. braziliense), Uncinaria stenocephala

Spulwürmern:Toxocara canis und Toxascaris leonina Insbesondere gegen Ancylostoma spp. und Toxocara canis ist die Wirkung variabel.

Katze
Infektionen mit adulten Stadien von Hakenwürmern: Ancylostoma spp. (A. tubaeforme, A. braziliense)

Spulwürmern: Toxocara mystax

Nicht bei Tieren anwenden, die der Gewinnung von Lebensmitteln dienen.

Entfällt.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung am Tier:
Um Unterdosierungen zu vermeiden, ist das Körpergewicht möglichst genau zu ermitteln.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für den Anwender:
Keine bekannt.

Keine bekannt.

Das Auftreten von Nebenwirkungen nach Anwendung von Pyrantel-Paste sollte dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, Mauerstr. 39-42, 10117 Berlin oder dem pharmazeutischen Unternehmer mitgeteilt werden.
Meldebögen können kostenlose unter der o.g. Adresse oder per EMail(uaw@bvl.bund.de) angefordert werden.

Pyrantel-Paste kann an Zuchttiere und an Hündinnen während der Trächtigkeit und Laktation verabreicht werden.

Nicht gleichzeitig mit anderen Parasympathomimetika (z.B. Levamisol) oder Cholinesterasehemmer (z.B. Organophosphatverbindungen) anwenden. Die spezifischen Aktivitäten von Piperazin (neuromuskuläre Paralyse der Parasiten) können die Wirksamkeit von Pyrantel (spastische Paralyse der Parasiten) hemmen.

Zum Eingeben.

Hund
14,4 mg Pyrantelembonat/kg Körpergewicht (KGW) einmalig, entsprechend ca. 1 g Pyrantel-Paste pro 4 kg KGW

Bei Askaridenbefall kann insbesondere bei Welpen nicht mit einer vollständigen Wurmfreiheit gerechnet werden, so dass ein Infektionsrisiko für Personen, die mit Welpen in Kontakt kommen, weiter bestehen kann. Eine Wiederholungsbehandlung soll deshalb in vorgeschriebenem Abstand durchgeführt werden.

Katze
Befall mit Spulwürmern (Toxocara mystax):
57,65 mg Pyrantelembonat/kg KGW einmalig, entsprechend ca. 1 g Pyrantel-Paste pro 1 kg KGW.

Befall mit Hakenwürmern (Ancylostoma spp.):
14,4 mg Pyrantelembonat/kg KGW einmalig, entsprechend ca. 1 g Pyrantel-Paste pro 4 kg KGW.

Es ist darauf zu achten, dass die vorgesehene Dosis jeweils restlos aufgenommen wird.

Bei Anwendung der Tube:
Der Inhalt einer Tube reicht für die Entwurmung von Hunden bis zu einem Körpergewicht von 60 kg und Katzen bis zu einem Körpergewicht von insgesamt 15 kg bzw. insgesamt 60 kg, wenn ausschließlich ein Befall mit Hakenwürmern (Ancylostoma spp.) vorliegt.
Zur Dosierung kann die Paste problemlos mit Hilfe der auf der Packungsbeilage aufgedruckten Zentimeterskala oder dem beigefügten Applikator abgemessen werden.

1. Dosierung durch Zentimeter (cm) Pastenstrang
1 g Pyrantel-Paste (ca. 60 mg Pyrantelembonat) entspricht etwa 4 cm Pastenstrang.
Ein 4 cm langer Pastenstrang reicht für 4 kg Körpergewicht Hund oder 1 kg Körpergewicht Katze. Liegt bei der Katze ausschließlich ein Befall mit Hakenwürmern vor, reichen 4 cm Pastenstrang für 4 kg Körpergewicht.

Beispiel:
Ein Hund mit 12 kg Körpergewicht erhält 12 cm Pastenstrang, eine Katze mit 4 kg Körpergewicht erhält 16 cm Pastenstrang bzw. 4 cm Pastenstrang bei ausschließlichem Befall mit Hakenwürmern.

2. Dosierung mit dem Applikator
Wenn Sie den Applikator verwenden, müssen Sie bei der Behandlung von Katzen unterschiedliche Dosierungen berücksichtigen: Ist die Katze ausschließlich gegen Hakenwürmer zu entwurmen, erhält sie 1 g Pyrantel-Paste pro 4 kg Körpergewicht.
Wird die Katze gegen Spul- und Hakenwürmer behandelt, erhält sie 4 g Pyrantel-Paste pro 4 kg Körpergewicht. Füllen Sie den Applikator entsprechend der erforderlichen Anwendung unter Beachtung der Gramm-Angaben auf dem Applikator.

Bei Anwendung der Applikationsspritze:
Der Inhalt der Applikationsspritze reicht für die Entwurmung von Hunden bis zu einem Körpergewicht von 24 kg und Katzen bis zu einem Körpergewicht von 6 kg bzw. 24 kg Körpergewicht, wenn ausschließlich ein Befall mit Hakenwürmern vorliegt.

1. Skala
Hund oder Katze auswählen. Sollte bei der Katze ausschließlich ein Befall mit Hakenwürmern vorliegen, muss die Skala „KGW Hund/KGW Katze (Hakenwürmer)“ für die Anwendung zugrundegelegt werden.

2. Dosierung
Die Dosierschraube auf das entsprechende Körpergewicht einstellen. Dabei die Dosierschraube so weit drehen, dass der Pfeil unterhalb der Kilogramm-Zahl vollständig zu erkennen ist.

3. Verabreichung
Verschlusskappe entfernen, Kopf des Tieres fixieren, Spitze der Applikationsspritze in die Maulhöhle (seitliche Backentasche) einführen. Dann den Kolben der Applikationsspritze langsam bis zum Anschlag niederdrücken.

Bei einer Wiederholungsbehandlung oder der Behandlung eines weiteren Tieres (z.B. Welpen) muss das Körpergewicht zu der vorher eingestellten Kilogramm-Zahl hinzugerechnet und die Dosierschraube neu eingestellt werden.

Beispiel:
Bei einem 8 kg schweren Hund wird die Dosierschraube auf 8 kg Körpergewicht eingestellt. Bei einem weiteren 8 kg schweren Hund oder einer nachfolgenden Behandlung desselben Hundes wird die Dosierschraube auf 16 kg Körpergewicht eingestellt.

Behandlungsdauer:
Einmalige Anwendung.

Pyrantel-Paste ist bei einer Dosierung bis zum Fünffachen der therapeutischen Dosis gut verträglich. Im Fall einer Überdosierung kann Atropin als Antidot eingesetzt werden.

Entfällt.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

ATCvetCode:QP52AF02 Pyrantel

Pyrantel ist ein Anthelminthikum aus der Gruppe der Tetrahydropyrimidine. Pyrantel hat sich nach oraler Anwendung als gut wirksam ( > 90 %) gegen adulte Stadien verschiedender Magen-Darm-Nematoden von Hund und Katze erwiesen. Beim Hund ist die Wirksamkeit gegen Ancylostoma spp. und Toxocara canis variabel. Es gibt Hinweise, dass die Wirksamkeit durch eine erhöhte Darmperistaltik negativ beeinflusst wird.
Pyrantel wirkt nikotinartig als cholinerger Agonist und führt durch eine depolarisierende neuromuskuläre Blockade zur spastischen Paralyse der Nematoden.
Das kaum wasserlösliche Pyrantelembonat erreicht nach einer einmaligen oralen Gabe von 8,7 bis 10 mg Pyrantelbase/ kg KGW beim Hund maximale Blutspiegel von 0,6 μg Pyrantel/ ml etwa 4 bis 6 Stunden nach der Applikation. Nach 24 Stunden sind Blutspiegel von 0,2 μg Pyrantel/ml messbar.

Resorbiertes Pyrantel wird schnell und umfassend metabolisiert. Als Hauptmetaboliten werden Thiophen-Akrylsäure, Thiophen-Karbonsäure, Lävulinsäure und N-Methyl-1,3,Propan-Diamin angesehen. Pyrantel und seine Metaboliten verteilen sich im Gesamtorganismus, wobei die höchsten Konzentrationen (fast ausschließlich Metaboliten) in Leber und Niere und nur Spuren in Muskulatur und Fett gefunden werden. Pyrantelembonat wird beim Hund zu >80% mit dem Kot ausgeschieden. Über die Niere wird Pyrantelembonat beim Hund zu etwa 90-95% als Stoffwechselprodukte ausgeschieden.

Toxikologische Eigenschaften
Bei Hund und Katze liegen die akut toxischen Dosen von Pyrantelembonat um ein Mehrfaches höher als die therapeutischen.
Der Wert für die orale LD 50 liegt bei Mäusen, Ratten und Hunden bei über 2000 mg Pyrantelembonat/kg KGW.Bei jungen Hunden (Greyhounds) ist nach oraler Verabreichung von Pyrantelembonat (5 mg Pyrantel/kg Körpergewicht) im Serum eine reversible Verminderung der alkalischen Phosphatase beobachtet worden.
Untersuchungen an Ratten ergaben keine Hinweise auf maternale Toxizität, Teratogenität und Fetotoxizität von Pyrantelembonat.
Da Morantel die gleichen pharmakodynamischen Eigenschaften wie Pyrantel besitzt, können die Daten zur Mutagenität von Morantel auf Pyrantel über tragen werden.
Danach wird Pyrantel als nicht mutagen angesehen. Untersuchungen zur Kanzerogenität der Pyrantelsalze liegen nicht vor.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

Weißer Ton 30 mg
Polyethylen-Dickflüssiges Paraffin (5:95) 910,0 mg

Keine bekannt.

Im unversehrten Behältnis: 36 Monate (Tuben und Applikationsspritzen) Haltbarkeit nach Anbruch: 6 Monate (Tuben und Applikationsspritzen) Im Behältnis verbleibende Reste sind nach Ablauf des Haltbarkeitsdatums nach Anbruch zu verwerfen.

Das Arzneimittel nach Ablauf des auf Behältnis und äußerer Umhüllung angegebenen Verfalldatums nicht mehr anwenden.

Tuben (15 g, 5 x 15g, 12 x 15 g; Aluminium)
Applikationsspritzen (6 g, 50 x 6 g; Polyethylen)

Nicht aufgebrauchte Tierarzneimittel sind vorzugsweise bei Schadstoffsammelstellen abzugeben. Bei gemeinsamer Entsorgung mit dem Hausmüll ist sicherzustellen, dass kein missbräuchlicher Zugriff auf diese Abfälle erfolgen kann. Tierarzneimittel dürfen nicht mit dem Abwasser bzw. über die Kanalisation entsorgt werden.

7. ZULASSUNGSINHABER

Wirtschaftsgenossenschaft deutscher Tierärzte eG
Siemensstr. 14
30827 Garbsen

8. ZULASSUNGSNUMMER

6326233.00.00

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ERSTZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

27.05.2004

10. STAND DER INFORMATION

August 2007

11. VERBOT DES VERKAUFS, DER ABGABE UND/ODER DER ANWENDUNG

Nicht zutreffend.

12. VERSCHREIBUNGSSTATUS / APOTHEKENPFLICHT

Verschreibungspflichtig

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