Pravastatin AL 40 mg Filmtabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Pravastatin-Natrium
Verfügbar ab:
ALIUD PHARMA GmbH
ATC-Code:
C10AA03
INN (Internationale Bezeichnung):
Pravastatin sodium
Darreichungsform:
Filmtablette
Zusammensetzung:
Pravastatin-Natrium 40.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
60709.02.00

Dokumenten

Packungsbeilage Packungsbeilage - Englisch

GEBRAUCHSINFORMATION: Information für Anwender

Pravastatin AL 40 mg Filmtabletten

Pravastatin-Natrium 40 mg pro Filmtablette

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der

Einnahme dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige

Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals

lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an

Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen

Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder

Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind.

Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

1. Was ist Pravastatin AL und wofür wird es angewendet?

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Pravastatin AL beachten?

3. Wie ist Pravastatin AL einzunehmen?

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

5. Wie ist Pravastatin AL aufzubewahren?

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Pravastatin AL und wofür wird es angewendet?

Pravastatin-Natrium, der Wirkstoff von Pravastatin AL, gehört zu einer Gruppe

von Arzneimitteln, die als Statine (oder HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren)

bekannt sind. Es verhindert die Produktion von Cholesterin durch die Leber und

verringert somit die Höhe des Cholesterinspiegels und anderer Blutfette

(Triglyzeride) in Ihrem Körper. Wenn zu viel Cholesterin in Ihrem Blut

vorhanden ist, lagert sich das Cholesterin an den Wänden der Blutgefäße ab

und verstopft diese.

Dieser Zustand wird Arterienverkalkung oder Atherosklerose genannt und kann

zu folgenden Symptomen führen:

Brustschmerzen (Angina pectoris), wenn ein Blutgefäß im Herz teilweise

verstopft ist,

Herzinfarkt (Myokardinfarkt), wenn ein Blutgefäß im Herz komplett verstopft

ist,

Schlaganfall (zerebrovaskulärer Insult), wenn ein Blutgefäß im Gehirn

komplett verstopft ist.

Dieses Arzneimittel wird angewendet:

Zur Behandlung hoher Cholesterinwerte und anderer Blutfettwerte

Pravastatin AL wird angewendet zur Senkung hoher Werte des "schlechten"

Cholesterins und zur Steigerung des "guten" Cholesterins im Blut, wenn

Veränderungen in der Diät und körperliche Betätigung nicht ausreichend sind.

Zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Wenn Sie einen erhöhten Cholesterinspiegel im Blut haben und bei Ihnen

Risikofaktoren zutreffen, die Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen

(wenn Sie rauchen, übergewichtig sind, hohe Blutzuckerwerte oder hohen

Blutdruck haben oder wenn Sie sich wenig körperlich betätigen), wird

Pravastatin AL angewendet zur Verringerung Ihres Risikos, Herz-Kreislauf-

Erkrankungen zu bekommen und zur Verringerung Ihres Risikos, an diesen

Krankheiten zu sterben.

Wenn Sie bereits einen Herzinfarkt hatten oder wenn Sie Schmerzen in der

Brust (instabile Angina) haben, wird Pravastatin AL auch bei normalen

Cholesterinwerten angewendet, um das Risiko zu verringern, dass Sie einen

weiteren Herzinfarkt oder einen Schlaganfall in der Zukunft haben, und um

Ihr Risiko zu verringern, an diesen Krankheiten zu sterben.

Nach Organtransplantationen

Wenn Sie eine Organtransplantation hatten und Arzneimittel zur Verhinderung

einer Transplantatabstoßung erhalten, wird wird Pravastatin AL zur Senkung

erhöhter Blutfettwerte angewendet.

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Pravastatin AL beachten?

Pravastatin AL darf NICHT eingenommen werden

wenn Sie allergisch gegen Pravastatin-Natrium oder einen der in Abschnitt

6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind,

wenn Sie schwanger sind, eine Schwangerschaft planen oder wenn Sie

stillen (siehe "Schwangerschaft" und "Stillzeit");

wenn Sie an einer Lebererkrankung (akute Lebererkrankung) leiden;

wenn mehrere Blutuntersuchungen eine abnormale Leberfunktion

zeigen (erhöhte Leberenzymwerte im Blut).

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bevor Sie dieses Arzneimittel einnehmen, sollten Sie Ihren Arzt informieren,

wenn Sie eines der folgenden medizinischen Probleme haben oder hatten:

Nierenerkrankung,

Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose),

Lebererkrankung oder Alkoholprobleme (wenn Sie regelmäßig größere

Mengen Alkohol trinken),

Muskelerkrankungen, die durch eine Erbkrankheit verursacht werden,

Muskelprobleme, die durch ein anderes Arzneimittel aus Gruppe der Statine

(HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren) oder aus der Gruppe der Fibrate

ausgelöst wurde (siehe "Einnahme von Pravastatin AL zusammen mit

anderen Arzneimitteln").

Falls Sie Leberprobleme haben, wird Ihr Arzt vor der Behandlung mit

Pravastatin AL eine Blutuntersuchung veranlassen, die zur Funktionsprüfung

Ihrer Leber dient. Auch während der Behandlung mit Pravastatin AL kann es Ihr

Arzt für notwendig halten, einen Bluttest zur Leberfunktionsprüfung durchführen

zu lassen.

Das Risiko eines Muskelabbaus ist bei bestimmten Patienten erhöht. Bitte

informieren Sie Ihren Arzt, wenn das Folgende auf Sie zutrifft:

Wenn Sie Fusidinsäure (Arzneimittel zur Behandlung von bakteriellen

Infektionen) oral einnehmen bzw. per Injektion verabreicht bekommen oder

innerhalb der letzten 7 Tage Fusidinsäure eingenommen bzw. per Injektion

bekommen haben, kann die Kombination von Fusidinsäure und Pravastatin AL

zu schwerwiegenden Muskelproblemen (Rhabdomyolyse) führen.

Wenn Sie an einer dieser Erkrankungen gelitten haben, oder wenn Sie älter als

70 Jahre sind, wird Ihr Arzt vor und möglicherweise während der Behandlung

eine Blutuntersuchung durchführen. Mit Hilfe dieser Blutuntersuchungen wird

Ihr Arzt Ihr Risiko für die Muskulatur betreffende Nebenwirkungen bewerten.

Wenn Sie während der Behandlung ungeklärte Muskelkrämpfe oder

Muskelschmerzen haben, informieren Sie sofort Ihren Arzt.

Während der Behandlung mit Pravastatin AL wird Ihr Arzt Sie engmaschig

überwachen, wenn Sie eine Blutzuckererkrankung (Diabetes) haben oder das

Risiko besteht, dass Sie eine Blutzuckererkrankung entwickeln. Das Risiko,

eine Blutzuckererkrankung zu entwickeln besteht, wenn Sie erhöhte Blutzucker-

und Blutfettwerte haben, übergewichtig sind und einen hohen Blutdruck haben.

Informieren Sie ebenfalls Ihren Arzt oder Apotheker, wenn bei Ihnen anhaltende

Muskelschwäche auftritt. Zur Diagnose und Behandlung dieses Zustands sind

möglicherweise weitere Untersuchungen und Arzneimittel notwendig.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Pravastatin AL

einnehmen.

Sprechen Sie vor der Behandlung mit Pravastatin AL mit Ihrem Arzt oder

Apotheker:

wenn Sie an schwerwiegenden Atemproblemen leiden.

Einnahme von Pravastatin AL zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie derzeit oder vor kurzem andere

Arzneimittel einnehmen bzw. eingenommen haben.

Die gleichzeitige Einnahme von Pravastatin AL kann zu einem erhöhten Risiko

von Muskelproblemen führen:

einem Arzneimittel, das den Cholesterinspiegel im Blut senkt (Fibrate, z.B.:

Gemfibrozil, Fenofibrat),

einem Arzneimittel zur Unterdrückung der körpereigenen Abwehr

(Ciclosporin),

einem Arzneimittel zur Behandlung von Infektionen, die durch Bakterien

verursacht werden (ein Antibiotikum wie Erythromycin oder Clarithromycin),

Wenn Sie Fusidinsäure oral zur Behandlung einer bakteriellen Infektion

einnehmen müssen, müssen Sie dieses Arzneimittel vorübergehend

absetzen. Ihr Arzt wird Ihnen mitteilen, ab wann Pravastatin AL wieder

unbedenklich eingenommen werden kann. Die Einnahme von Pravastatin

AL zusammen mit Fusidinsäure kann in seltenen Fällen zu

Muskelschwäche, -empfindlichkeit oder -schmerzen (Rhabdomyolyse)

führen. Siehe Abschnitt 4. für weitere Informationen über Rhabdomyolyse.

Colchicin (zur Behandlung der Gicht),

Nikotinsäure (zur Behandlung erhöhter Cholesterinspiegel in Ihrem Blut),

Rifampicin (zur Behandlung der Tuberkulose, einer Infektion),

Lenalidomide (zur Behandlung einer speziellen Blutkrebsart, dem Multiplen

Myelom).

Wenn Sie auch Ionenaustauscherharze wie Colestyramin oder Colestipol

einnehmen, um Ihren Blutfettspiegel zu senken, sollte dieses Arzneimittel

mindestens eine Stunde vor oder vier Stunden nach Einnahme des Harzes

eingenommen werden. Der Grund dafür ist, dass das Harz die Aufnahme von

Pravastatin AL beeinträchtigen kann, wenn die zwei Arzneimittel in einem zu

kurzen zeitlichen Abstand eingenommen werden.

Einnahme von Pravastatin AL zusammen mit Alkohol

Sie sollten Ihren Alkoholkonsum auf ein Minimum beschränken. Wenn Sie

unsicher darüber sind, wie viel Alkohol Sie während der Behandlung mit diesem

Arzneimittel trinken können, sollten Sie dies mit Ihrem Arzt besprechen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu

sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung

dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Schwangerschaft

Nehmen Sie Pravastatin AL nicht während der Schwangerschaft ein. Wenn Sie

feststellen, dass Sie schwanger sind, sollten Sie sofort Ihren Arzt informieren.

Stillzeit

Nehmen Sie Pravastatin AL nicht ein, wenn Sie beabsichtigen zu stillen, da

dieses Arzneimittel in die Muttermilch übergeht.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Pravastatin AL beeinträchtigt gewöhnlich nicht Ihre Verkehrstüchtigkeit und die

Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Wenn Sie jedoch Schwindel oder

Sehstörungen wie Verschwommen- oder Doppeltsehen während der

Behandlung bemerken, sollten Sie zuvor sicherstellen, dass Sie fahrtauglich

sind und Maschinen bedienen können.

Pravastatin AL enthält Lactose und Natrium

Lactose: Bitte nehmen Sie Pravastatin AL daher erst nach Rücksprache mit

Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit

gegenüber bestimmten Zuckern leiden.

Natrium: Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro

Filmtablette, d.h. es ist nahezu „natriumfrei“.

3. Wie ist Pravastatin AL einzunehmen?

Ihr Arzt wird Sie hinsichtlich einer fettreduzierten Diät beraten, die Sie während

des gesamten Behandlungszeitraums einhalten sollten.

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt

oder Apotheker ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie

sich nicht sicher sind.

Dosierung

Erwachsene

zur Behandlung hoher Cholesterinwerte und anderer Blutfettwerte: die

übliche Dosis ist 10-40 mg einmal täglich, vorzugsweise abends.

zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen: die übliche Dosis beträgt

40 mg einmal täglich, vorzugsweise abends.

Die tägliche Höchstdosis vom 40 mg Pravastatin sollte nicht überschritten

werden. Ihr Arzt wird Ihnen mitteilen, welche Dosis für Sie angemessen ist.

Kinder (8-13 Jahre) und Jugendliche (14-18 Jahre) mit einer bestimmten

Erbkrankheit, die erhöhte Cholesterinwerte verursacht

Die übliche Dosis ist 10-20 mg einmal täglich für 8 - 13-Jährige und 10-40mg

einmal täglich für 14 - 18-Jährige.

Nach einer Organtransplantation

Ihr Arzt kann Ihnen eine Anfangsdosis von 20 mg einmal täglich verschreiben.

Die Dosis kann durch Ihren Arzt bis auf 40 mg angepasst werden.

Wenn Sie zudem ein Arzneimittel einnehmen, das die körpereigene

Immunabwehr unterdrückt (Ciclosporin), kann Ihr Arzt Ihnen eine Anfangsdosis

von 20 mg einmal täglich verschreiben. Die Dosis kann durch Ihren Arzt bis auf

40 mg angepasst werden.

Wenn Sie an einer Nierenerkrankung oder schweren Lebererkrankung leiden,

kann Ihr Arzt Ihnen eine niedrigere Dosis von Pravastatin AL verschreiben.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck

haben, dass die Wirkung dieses Arzneimittels zu stark oder zu schwach ist.

Art der Anwendung

Dieses Arzneimittel kann zusammen mit oder ohne eine Mahlzeit mit einem

halben Glas Wasser eingenommen werden.

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

Dauer der Anwendung

Ihr Arzt wird die Dauer der Behandlung mit Pravastatin AL bestimmen. Dieses

Arzneimittel muss sehr regelmäßig eingenommen werden und solange wie Ihr

Arzt es für erforderlich hält, auch wenn es für eine sehr lange Zeit ist. Beenden

Sie Ihre Behandlung nicht selbst.

Wenn Sie eine größere Menge von Pravastatin AL eingenommen

haben, als Sie sollten

Wenn Sie zu viele Tabletten eingenommen haben oder jemand die Tabletten

versehentlich geschluckt hat, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder das nächste

Krankenhaus.

Wenn Sie die Einnahme von Pravastatin AL vergessen haben

Wenn Sie eine Dosis verpasst haben, nehmen Sie einfach die nächste Dosis

wie verordnet ein. Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, um die vergessene

Einnahme der Tablette nachzuholen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden

Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die

aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Beenden Sie die Einnahme von Pravastatin AL und informieren Sie sofort Ihren

Arzt, wenn Sie ungeklärte oder dauerhafte Muskelschmerzen, Empfindlichkeit,

Schwäche oder Krämpfe entwickeln, insbesondere, wenn Sie sich gleichzeitig

unwohl fühlen oder eine erhöhte Temperatur haben.

In sehr seltenen Fällen können die Muskelprobleme ernst sein

(Rhabdomyolyse) und zu einer ernsten lebensbedrohlichen Nierenerkrankung

führen.

Plötzliche schwerwiegende allergische Reaktionen einschließlich Schwellung

des Gesichts, der Lippen, der Zunge oder der Luftröhre, was große

Schwierigkeiten beim Atmen verursachen kann. Dies ist eine sehr seltene

Reaktion, die ernst sein kann, wenn sie auftritt. Informieren Sie sofort Ihren

Arzt, wenn diese auftritt.

Die folgenden Nebenwirkungen treten gelegentlich auf und können bis zu 1 von

100 Behandelten betreffen:

Störungen des Nervensystems: Schwindel, Müdigkeit, Kopfschmerzen

oder Schlafstörungen einschließlich Schlaflosigkeit,

Sehstörungen: Verschwommen- oder Doppeltsehen,

Störungen des Magen-Darm-Trakts: Verdauungsstörungen, Übelkeit,

Erbrechen, Magenschmerzen oder Magenbeschwerden, Durchfall oder

Verstopfung und Blähungen,

Störungen der Haut und der Haare: Juckreiz, Pickel, Nesselsucht,

Ausschlag, Kopfhaut- und Haarprobleme (einschließlich Haarausfall),

Störungen der Harnwege und Geschlechtsorgane: Blasenprobleme

(schmerzhaftes oder häufigeres Wasserlassen, nächtliches Wasserlassen)

und sexuelle Schwierigkeiten,

Störungen der Muskeln und Gelenke: Muskel- und Gelenkschmerzen.

Die folgenden Nebenwirkungen treten selten auf und können bis zu 1 von 1.000

Behandelten betreffen:

Empfindlichkeit der Haut gegenüber Sonnenlicht.

Die folgenden Nebenwirkungen treten sehr selten auf und können bis zu 1 von

10.000 Behandelten betreffen:

Störungen des Nervensystems: Empfindungsstörungen einschließlich

eines brennenden oder prickelnden Gefühls oder Taubheit, was auf eine

Schädigung der Nerven hindeutet,

Störungen der Haut: eine schwerwiegende Hauterkrankung (Lupus

erythematodes-ähnliches Syndrom),

Störungen der Leber: Entzündung der Leber oder Bauchspeicheldrüse,

Gelbsucht (erkennbar an der Gelbfärbung der Haut und der Augen; sehr

schnelles Absterben von Leberzellen (fulminante Lebernekrose),

Störungen der Muskeln und Knochen: Entzündung eines oder mehrerer

Muskeln, die zu Muskelschmerzen oder -schwäche (Myositis, Polymyositis

oder Dermatomyositis) führt; Schmerzen oder Schwäche der Muskeln,

Entzündung der Sehnen, die durch Sehnenriss erschwert werden kann.

Abnormale Untersuchungswerte: Erhöhung der Transaminasen (eine

Gruppe von Enzymen, die normal im Blut vorhanden sind), was ein

Anzeichen für eine Lebererkrankung sein kann. Ihr Arzt führt vielleicht

regelmäßig Untersuchungen durch, um diese zu überprüfen.

Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten

Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen

bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.

Mögliche Nebenwirkungen, die bei einigen Statinen (Arzneimittel des

gleichen Typs) berichtet wurden:

Alpträume,

Gedächtnisverlust,

Depression,

Atemprobleme einschließlich anhaltendem Husten und/oder Kurzatmigkeit

oder Fieber,

Blutzuckererkrankung (Diabetes): Das Risiko für die Entwicklung einer

Blutzuckererkrankung wird größer, wenn Sie erhöhte Blutzucker- und

Blutfettwerte haben, übergewichtig sind und einen hohen Blutdruck haben.

Ihr Arzt wird Sie während der Behandlung mit Pravastatin AL überwachen.

Nebenwirkungen mit unbekannter Häufigkeit (Häufigkeit auf Grundlage der

verfügbaren Daten nicht abschätzbar):

Anhaltende Muskelschwäche, Leberinsuffizienz.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder

Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Packungsbeilage angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr

Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt

werden.

5. Wie ist Pravastatin AL aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und der

Blisterpackung nach „verwendbar bis“ angegebenen Verfallsdatum nicht mehr

verwenden. Das Verfallsdatum bezieht sich auf den letzten Tag des

angegebenen Monats.

Nicht über 25 °C lagern.

In der Originalverpackung aufbewahren.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie

das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie

tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Pravastatin AL 40 mg Filmtabletten enthält

Der Wirkstoff ist: Pravastatin-Natrium.

Jede Filmtablette enthält 40 mg Pravastatin-Natrium.

Die sonstigen Bestandteile sind

Tablettenkern: Schweres, basisches Magnesiumcarbonat, Mikrokristalline

Cellulose, Copovidon, Croscarmellose-Natrium, Lactose-Monohydrat, Macrogol

8000, Magnesiumstearat (Ph. Eur.) [pflanzlich], Hochdisperses Siliciumdioxid,

Eisen(III)-hydroxid-oxid x H

O (E172).

Filmüberzug: Hyprolose, Hypromellose, Macrogol 400, Macrogol 3350.

Wie Pravastatin AL 40 mg Filmtabletten aussieht und Inhalt der

Packung

Gelbe, kapselförmige Filmtablette mit Einkerbung und der Markierung „40“ auf

einer Seite.

Pravastatin AL 40 mg Filmtabletten ist in Packungen mit 20, 50, 100 und 120

Filmtabletten erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer

ALIUD PHARMA

GmbH

Gottlieb-Daimler-Straße 19

D-89150 Laichingen

info@aliud.de

Hersteller

Dragenopharm Apotheker Püschl GmbH

Göllstrasse 1

84529 Tittmoning

Germany

Swiss Caps GmbH

Grassingerstraße 9

83043 Bad Eibling

Germany

STADA Arzneimittel AG

Stadastraße 2-18

D-61118 Bad Vilbel

STADA Arzneimittel GmbH

Muthgasse 36/2

1190 Wien

Austria

Sanico N.V.

Industriezone IV, Veedijk 59

2300 Turnhout

Belgien

Centrafarm Services B.V.

Nieuwe Donk 9

4879 AC Etten-Leur

Niederlande

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes

(EWR) unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Belgien

Pravastatine EG 40 mg filmomhulde tabletten

Dänemark

Pravastatin Stada

Deutschland

Pravastatin AL 40 mg Filmtabletten

Frankreich

Pravastatine EG 40 mg, comprimé pelliculé

Irland

Pravamel 40 mg film-coated tablets

Luxemburg

Pravastatine EG 40 mg comprimés pelliculés

Niederlande

Pravastatine Na CF 40 mg, filmomhulde tabletten

Österreich

Pravastatin Stada 40 mg – Filmtabletten

Portugal

Pravastatina Ciclum

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Januar 2019.

Fachinformation (Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels/SPC)

1. Bezeichnung des Arzneimittels

Pravastatin AL 20 mg Filmtabletten

Pravastatin-Natrium 20 mg pro Filmtablette

Pravastatin AL 40 mg Filmtabletten

Pravastatin-Natrium 40 mg pro Filmtablette

2. Qualitative und quantitative Zusammensetzung

Pravastatin AL 20 mg Filmtabletten

Jede Filmtablette enthält 20 mg Pravastatin-Natrium.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: Jede Filmtablette enthält 104,60

mg Lactose-Monohydrat und 1,06 mg Natrium.

Pravastatin AL 40 mg Filmtabletten

Jede Filmtablette enthält 40 mg Pravastatin-Natrium.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: Jede Filmtablette enthält 207,36

mg Lactose-Monohydrat und 2,12 mg Natrium.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3. Darreichungsform

Filmtablette

Pravastatin AL 20 mg Filmtabletten

Gelbe, kapselförmige Filmtablette mit Einkerbung und der Markierung „20“ auf

einer Seite.

Pravastatin AL 40 mg Filmtabletten

Gelbe, kapselförmige Filmtablette mit Einkerbung und der Markierung „40“ auf

einer Seite.

Die Tabletten können in gleiche Dosen geteilt werden.

4. Klinische Angaben

4.1 Anwendungsgebiete

Hypercholesterinämie

Behandlung von primärer Hypercholesterinämie oder gemischter Dyslipidämie,

zusätzlich zu einer Diät, wenn das Ansprechen auf eine Diät und andere nicht-

pharmakologische Maßnahmen (z.B. körperliche Betätigung,

Gewichtsabnahme) nicht ausreichend ist.

Primäre Prävention

Verringerung der kardiovaskulären Mortalität und Morbidität zusätzlich zu einer

Diät bei Patienten mit mittlerer oder schwerer Hypercholesterinämie und einem

hohen Risiko für ein erstes kardiovaskuläres Ereignis (siehe Abschnitt 5.1).

Sekundäre Prävention

Verringerung der kardiovaskulären Mortalität und Morbidität bei Patienten mit

einem Myokardinfarkt (MI) oder instabiler Angina pectoris in der Anamnese und

entweder normalen oder erhöhten Cholesterinwerten zusätzlich zur Korrektur

anderer Risikofaktoren (siehe Abschnitt 5.1).

Post-Transplantation

Verringerung einer Post-Transplantations-Hyperlipidämie bei Patienten, die

nach Organtransplantation eine immunsuppressive Therapie erhalten (siehe

Abschnitte 4.2, 4.5 und 5.1).

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Vor der erstmaligen Gabe von Pravastatin müssen sekundäre Ursachen für

eine Hypercholesterinämie ausgeschlossen werden und die Patienten auf eine

lipidsenkende Standard-Diät gesetzt werden, die während des gesamten

Behandlungszeitraumes fortgesetzt werden sollte.

Dosierung

Hypercholesterinämie

Die empfohlene Dosis beträgt 1-mal täglich 10-40 mg. Ein therapeutischer

Effekt zeigt sich innerhalb 1 Woche und die volle Wirkung entfaltet sich

innerhalb von 4 Wochen. Deshalb sollten die Lipidwerte periodisch bestimmt

und die Dosierung entsprechend angepasst werden. Die Tageshöchstdosis

beträgt 40 mg.

Kardiovaskuläre Prävention

In allen präventiven Morbiditäts- und Mortalitätsstudien betrug die einzige

untersuchte Anfangs- und Erhaltungsdosis 40 mg täglich.

Dosierung nach einer Transplantation

Nach einer Organtransplantation wird für Patienten, die eine immunsuppressive

Therapie erhalten, eine Anfangsdosis von 20 mg täglich empfohlen (siehe

Abschnitt 4.5). In Abhängigkeit von den Lipidwerten kann die Dosierung unter

engmaschiger medizinischer Kontrolle bis auf 40 mg erhöht werden (siehe

Abschnitt 4.5).

Kinder und Jugendliche (8-18 Jahre) mit heterozygoter familiärer

Hypercholesterinämie

Für Kinder (8-13 Jahre) werden 1-mal täglich 10-20 mg empfohlen, da höhere

Dosierungen als 20 mg bei dieser Patientengruppe nicht untersucht wurden.

Für Jugendliche (14-18 Jahre) beträgt die empfohlene Dosierung 10-40 mg pro

Tag (zur Anwendung bei Mädchen im gebärfähigen Alter siehe Abschnitt 4.6,

Ergebnisse der Studie siehe Abschnitt 5.1). Es gibt keine klinischen Daten für

Kinder unter 8 Jahren.

Ältere Patienten

Bei dieser Patientengruppe ist keine Dosisanpassung notwendig, es sei denn,

es liegen prädisponierende Risikofaktoren vor (siehe Abschnitt 4.4).

Störungen der Nieren- oder Leberfunktion

Eine Anfangsdosis von 10 mg pro Tag wird für Patienten mit einer mäßigen

oder schweren Einschränkung der Nierenfunktion oder einer signifikanten

Einschränkung der Leberfunktion empfohlen. Die Dosierung sollte

entsprechend dem Ansprechen der Lipidparameter und unter medizinischer

Kontrolle angepasst werden.

Begleitmedikation

Die lipidsenkende Wirkung von Pravastatin auf das Gesamtcholesterin und

LDL-Cholesterin (LDL-C) wird verstärkt durch Kombination mit Gallensäure-

bindenden Anionenaustauscherharzen (z.B. Colestyramin, Colestipol).

Pravastatin AL Filmtabletten sollten entweder 1 Stunde vor oder mindestens 4

Stunden nach dem Anionenaustauscherharz gegeben werden (siehe Abschnitt

4.5).

Patienten, die Ciclosporin allein oder in Kombination mit weiteren

immunsuppressiven Arzneimitteln einnehmen, sollten die Behandlung mit 20

mg Pravastatin-Natrium beginnen und eine Dosissteigerung bis auf 40 mg sollte

unter Vorsicht erfolgen (siehe Abschnitt 4.5).

Art der Anwendung

Pravastatin AL Filmtabletten werden 1-mal täglich, vorzugsweise abends, mit

oder ohne Essen eingenommen.

4.3 Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1

genannten sonstigen Bestandteile,

akute Lebererkrankung einschließlich nicht abgeklärter, persistierender

Erhöhungen der Transaminasespiegel über das 3-Fache des oberen

Normwertes (siehe Abschnitt 4.4),

Schwangerschaft und Stillzeit (siehe Abschnitt 4.6).

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die

Anwendung

Pravastatin wurde bei Patienten mit homozygoter familiärer

Hypercholesterinämie nicht untersucht. Eine Therapie ist nicht indiziert, wenn

die Hypercholesterinämie aufgrund erhöhter HDL-Cholesterinwerte besteht.

Die Kombination von Pravastatin mit Fibraten wird, wie auch bei anderen HMG-

CoA-Reduktase-Inhibitoren, nicht empfohlen.

Bei Kindern vor Beginn der Pubertät sollten Nutzen und Risiko der Behandlung

sorgfältig durch einen Arzt vor Aufnahme der Behandlung abgewogen werden.

Leberfunktionsstörungen

Wie auch bei anderen lipidsenkenden Stoffen wurde ein moderater Anstieg der

Transaminasespiegel beobachtet. In den meisten Fällen gingen die

Transaminasewerte wieder auf ihren Ausgangswert zurück, ohne dass die

Behandlung unterbrochen werden musste.

Patienten, die erhöhte Transaminasespiegel entwickeln, müssen besonders

überwacht werden. Die Therapie muss unterbrochen werden, wenn die

Alaninaminotransferase (ALT)- und Aspartataminotransferase (AST)-Werte

dauerhaft das 3-Fache des oberen Normwertes übersteigen.

Bei der Anwendung von Statinen, darunter Pravastatin, seit Markteinführung

wurde über seltene Fälle von Leberversagen mit tödlichem oder nicht-tödlichem

Ausgang berichtet. Beim Auftreten klinischer Symptome von

Leberschädigungen und/oder Hyperbiliurinämie oder Ikterus während der

Therapie mit Pravastatin ist diese daher sofort zu unterbrechen. Falls keine

alternative Ätiologie bestätigt werden kann, sollte die Therapie mit Pravastatin

nicht fortgesetzt werden.

Pravastatin sollte bei Patienten mit anamnestisch bekannter Lebererkrankung

oder hohem Alkoholkonsum nur mit Vorsicht angewendet werden.

Störungen der Muskulatur

Wie bei anderen HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren (Statine) wurde die

Anwendung von Pravastatin mit dem Auftreten von Myalgie, Myopathie und

sehr selten Rhabdomyolyse in Verbindung gebracht. Eine Myopathie muss bei

jedem mit Statinen behandelten Patienten mit ungeklärten muskulären

Symptomen wie Schmerzen oder Verspannungen, Muskelschwäche oder

Muskelkrämpfen in Erwägung gezogen werden. In diesen Fällen sollten die

Creatinkinasespiegel (CK) gemessen werden (siehe unten).

Die Statin-Therapie sollte zeitweilig unterbrochen werden, wenn die CK-Spiegel

>das 5-Fache des oberen Normwertes überschreiten oder wenn ernste

klinische Symptome auftreten. Sehr selten (in etwa einem Fall pro 100.000

Patientenjahren) tritt eine Rhabdomyolyse, mit oder ohne sekundäre

Niereninsuffizienz, auf. Rhabdomyolyse ist eine akute, potenziell tödliche

Skelettmuskelschädigung, die zu jeder Zeit während der Behandlung auftreten

kann, durch massive Muskelzerstörung in Verbindung mit einem deutlichen

Anstieg des CK-Spiegels (meist >das 30- oder 40-Fache des oberen

Normwertes) charakterisiert ist und zu einer Myoglobinurie führt.

Das Risiko für das Auftreten einer Myopathie unter Statinen scheint von der

Exposition abhängig zu sein und kann daher zwischen den verschiedenen

Wirkstoffen (aufgrund von Unterschieden in Lipophilie und den

pharmakokinetischen Eigenschaften) variieren, einschließlich ihrer Dosierung

und ihres Potenzials für Arzneimittelwechselwirkungen. Obwohl es für die

Verschreibung eines Statins keine muskuläre Kontraindikation gibt, können

bestimmte prädisponierende Faktoren, einschließlich fortgeschrittenes Alter

(>65), unkontrollierte Hypothyreose und Niereninsuffizienz, das Risiko

muskulärer Toxizität erhöhen und erfordern deshalb eine sorgfältige Nutzen-

Risiko-Bewertung und besondere klinische Überwachung. Bei diesen Patienten

ist die Messung der CK-Werte vor dem Therapiebeginn mit Statinen angezeigt

(siehe unten).

In sehr seltenen Fällen wurde während oder nach der Behandlung mit einigen

Statinen über eine immunvermittelte nekrotisierende Myopathie (immune-

mediated necrotizing myopathy; IMNM) berichtet. Die klinischen Charakteristika

einer IMNM sind persistierende proximale Muskelschwäche und erhöhte

Serum-Kreatinkinase-Werte, die trotz Absetzen der Behandlung mit Statinen

fortbestehen.

Das Risiko und der Schweregrad muskulärer Störungen unter Statin-Therapie

steigen bei gemeinsamer Gabe mit wechselwirkenden Arzneimitteln wie

Ciclosporin, Clarithromycin und anderen Makroliden oder Niacin. Die

Anwendung von Fibraten allein ist gelegentlich mit dem Auftreten einer

Myopathie verbunden. Die gleichzeitige Anwendung eines Statins mit Fibraten

sollte im Allgemeinen vermieden werden. Verstärktes Auftreten von Myopathien

wurde auch bei Patienten beschrieben, die andere Statine in Kombination mit

Inhibitoren des Cytochrom P450-Stoffwechsels einnahmen. Dies kann aus

pharmakokinetischen Wechselwirkungen resultieren, die für Pravastatin nicht

dokumentiert sind (siehe Abschnitt 4.5). Muskuläre Symptome im

Zusammenhang mit einer Statin-Therapie gehen normalerweise zurück, wenn

die Statin-Therapie unterbrochen wird.

Statine, einschließlich Pravastatin, dürfen nicht gleichzeitig mit einer

systemischen Anwendung von Fusidinsäure oder innerhalb von 7 Tagen nach

Beendigung einer Fusidinsäure-Behandlung angewandt werden. Bei Patienten,

bei denen systemische Anwendung von Fusidinsäure als notwendig erachtet

wird, sollte die Statin-Therapie während der Dauer der Fusidinsäure-

Behandlung unterbrochen werden. Es gibt Berichte über Rhabdomyolysen

(einschließlich einiger Todesfälle) bei Patienten, die Fusidinsäure und Statine

gleichzeitig erhalten haben (siehe Abschnitt 4.5). Patienten sollten angewiesen

werden, bei jeglichen Anzeichen von Muskelschwäche, -schmerzen oder -

empfindlichkeit sofort ärztlichen Rat einzuholen.

Die Statin-Therapie kann 7 Tage nach Gabe der letzten Dosis Fusidinsäure

wieder begonnen werden.

In Ausnahmefällen, wenn eine länger dauernde systemische Behandlung mit

Fusidinsäure erforderlich ist, z.B. für die Behandlung von schweren Infektionen,

sollte die Notwendigkeit für eine gleichzeitige Gabe von Pravastatin und

Fusidinsäure nur nach Einzelfallabwägung und unter strenger, medizinischer

Überwachung in Betracht gezogen werden.

Bei gleichzeitiger Gabe von Pravastatin und Colchicin wurde über Fälle von

Myopathie, darunter Rhabdomyolyse, berichtet. Die gemeinsame

Verschreibung von Pravastatin und Colchicin sollte daher mit der gebotenen

Vorsicht erfolgen (siehe Abschnitt 4.5).

Messung und Interpretation der CK-Werte

Eine routinemäßige Überwachung der Creatinkinase (CK) oder anderer

Muskelenzymspiegel wird bei asymptomatischen Patienten unter Statin-

Therapie nicht empfohlen. Die Messung des CK-Spiegels wird jedoch bei

Patienten mit besonderen prädisponierenden Faktoren vor Beginn einer Statin-

Therapie und bei Patienten, die muskuläre Symptome unter Statin-Therapie

entwickeln, wie unten beschrieben, empfohlen. Wenn die CK-Ausgangswerte

signifikant erhöht sind (>das 5-Fache des oberen Normwertes), sollten die CK-

Werte ungefähr 5-7 Tage später noch einmal gemessen werden, um die

Ergebnisse zu bestätigen. Die Interpretation der gemessenen CK-Spiegel sollte

im Kontext anderer potenzieller Faktoren, die vorübergehende

Muskelschädigungen verursachen können, wie anstrengende körperliche

Betätigung oder Muskeltrauma, erfolgen.

Vor Behandlungsbeginn

Bei Patienten mit prädisponierenden Faktoren wie Niereninsuffizienz,

Schilddrüsenunterfunktion, anamnestisch bekannter muskulärer Toxizität nach

Anwendung eines Statins oder Fibrats, hereditärer Muskelerkrankung beim

Patienten oder in der Familienanamnese oder Alkoholmissbrauch sollte man

Vorsicht walten lassen. In diesen Fällen sollten die CK-Spiegel vor

Therapiebeginn gemessen werden. Eine Messung der CK-Spiegel vor

Therapiebeginn sollte auch bei Personen über 70 Jahren, besonders in

Gegenwart anderer prädisponierender Faktoren in dieser Patientengruppe, in

Betracht gezogen werden. Wenn die CK-Spiegel signifikant erhöht sind (> das

5-Fache des oberen Normwertes), sollte die Behandlung nicht begonnen

werden, und die Ergebnisse sollten nach 5-7 Tagen überprüft werden. Die

Ausgangswerte der CK-Spiegel können auch im Falle eines späteren Anstiegs

während der Statin-Therapie als Referenzwerte nützlich sein.

Während der Behandlung

Die Patienten sollten angewiesen werden, umgehend alle Muskelschmerzen, -

spannungen, -schwächen oder -krämpfe unbekannter Ursache zu berichten. In

diesen Fällen sollten die CK-Spiegel gemessen werden. Wenn ein signifikant

erhöhter (>das 5-Fache des oberen Normwertes) CK-Spiegel festgestellt wird,

muss die Statin-Therapie unterbrochen werden. Eine Therapieunterbrechung

sollte auch in Betracht gezogen werden, wenn die muskulären Symptome

schwerwiegend sind und tägliches Unbehagen verursachen, selbst wenn der

Anstieg des CK-Wertes ≤dem 5-Fachen des oberen Normwertes bleibt. Wenn

die Symptome nachlassen und die CK-Spiegel zum Normalwert zurückkehren,

kann die Wiederaufnahme der Statin-Therapie mit der niedrigsten Dosierung

und unter engmaschiger Überwachung in Betracht gezogen werden. Wenn bei

einem solchen Patienten eine hereditäre Muskelkrankheit vermutet wird, wird

die Wiederaufnahme der Statin-Therapie nicht empfohlen.

Interstitielle Lungenkrankheit

Bei einigen Statinen wurde, besonders bei Langzeittherapie, in Ausnahmefällen

eine interstitielle Lungenkrankheit berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Die

auftretenden Beschwerden können dabei Dyspnoe, unproduktiven Husten und

allgemeine Gesundheitsstörungen (Erschöpfung, Gewichtsverlust und Fieber)

einschließen. Wenn vermutet wird, dass ein Patient eine interstitielle

Lungenkrankheit entwickelt hat, sollte die Statintherapie abgebrochen werden.

Diabetes mellitus

Es gibt Hinweise darauf, dass Statine als Substanzklasse den

Blutzuckerspiegel erhöhen und bei manchen Patienten, die ein hohes Risiko für

die Entwicklung eines zukünftigen Diabetes mellitus haben, eine Hyperglykämie

hervorrufen können, die eine adäquate Diabetesbehandlung erfordert. Dieses

Risiko wird jedoch von der Reduktion des vaskulären Risikos durch Statine

aufgewogen und sollte daher nicht zu einem Abbruch der Statinbehandlung

führen. In Übereinstimmung mit nationalen Richtlinien sollten Risikopatienten

(Nüchternblutzucker von 5,6 bis 6,9 mmol/L, BMI >30kg/m

, erhöhte

Triglyzeridwerte, Hypertonie) sowohl klinisch als auch in Bezug auf die

relevanten Laborwerte überwacht werden.

Pravastatin AL enthält Lactose und Natrium

Lactose: Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, Lactase-

Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Pravastatin AL nicht

einnehmen.

Natrium: Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro

Filmtablette, d.h. es ist nahezu „natriumfrei“.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige

Wechselwirkungen

Fibrate

Die Anwendung von Fibraten allein ist gelegentlich mit dem Auftreten einer

Myopathie verbunden. Ein erhöhtes Risiko für Muskel-bezogene unerwünschte

Ereignisse, einschließlich einer Rhabdomyolyse wurde berichtet, wenn Fibrate

zusammen mit anderen Statinen angewendet wurden. Da solche

unerwünschten Ereignisse mit Pravastatin nicht ausgeschlossen werden

können, sollte die kombinierte Anwendung von Pravastatin und Fibraten (z.B.

Gemfibrozil, Fenofibrat) im Allgemeinen vermieden werden (siehe Abschnitt

4.4). Wenn diese Kombination als notwendig erachtet wird, muss bei diesen

Patienten eine sorgfältige klinische Überwachung und Kontrolle der CK-Spiegel

erfolgen.

Colestyramin/Colestipol

Bei gleichzeitiger Anwendung war die Bioverfügbarkeit von Pravastatin um

ungefähr 40-50% verringert. Es gab keine klinisch signifikante Verringerung der

Bioverfügbarkeit oder der therapeutischen Wirksamkeit, wenn Pravastatin 1

Stunde vor oder 4 Stunden nach Colestyramin oder 1 Stunde vor Colestipol

gegeben wurde (siehe Abschnitt 4.2).

Ciclosporin

Die gleichzeitige Anwendung von Pravastatin und Ciclosporin führt zu einem

ungefähr 4-fachen Anstieg der systemischen Verfügbarkeit von Pravastatin. Bei

einigen Patienten kann der Anstieg der Verfügbarkeit jedoch höher sein. Die

klinische und biochemische Überwachung von Patienten, die diese Kombination

erhalten, wird daher empfohlen (siehe Abschnitt 4.2).

Vitamin-K-Antagonisten

Wie bei anderen HMG-CoA Reduktase-Inhibitoren auch, kann die

Therapieeinleitung bzw. Dosissteigerung von Pravastatin bei Patienten, die

gleichzeitig Vitamin-K-Antagonisten erhalten (z.B. Warfarin oder andere

Coumarin-haltige Antikoagulanzien), zu einem Anstieg der International

Normalised Ratio (INR) führen. Ein Absenken der INR ist durch Abbruch der

Pravastatin-Therapie oder Dosisverringerung möglich. In derartigen Situationen

ist die sachgerechte Beobachtung der INR erforderlich.

Makrolide

Bei gleichzeitiger Anwendung von Makroliden und Statinen haben Makrolide

das Potential, die Statin-Exposition zu erhöhen. Pravastatin sollte mit

Makrolidantibiotika (z.B. Erythromycin, Clarithromycin, Roxithromycin) vorsichtig

angewendet werden aufgrund eines potentiell erhöhten Risikos für Myopathien.

In einer von zwei Interaktionsstudien mit Pravastatin und Erythromycin wurde

ein statistisch signifikanter Anstieg der AUC (70%) und C

(121%) von

Pravastatin beobachtet. In einer ähnlichen Studie mit Clarithromycin wurde ein

statistisch signifikanter Anstieg der AUC (110%) und der C

(127%)

beobachtet. Obwohl diese Veränderungen geringfügig waren, sollte Pravastatin

zusammen mit Erythromycin oder Clarithromycin mit Vorsicht gegeben werden.

Warfarin und andere orale Antikoagulantien

Die Parameter für die Bioverfügbarkeit von Pravastatin im Steady-State waren

nach der gemeinsamen Anwendung mit Warfarin nicht verändert. Die

Langzeitanwendung beider Arzneimittel zeigte keine Veränderung in der

antikoagulierenden Wirkung von Warfarin.

Fusidinsäure

Das Risiko einer Myopathie einschließlich Rhabdomyolyse kann bei

gleichzeitiger systemischer Gabe von Fusidinsäure und Statinen erhöht sein.

Der dieser Wechselwirkung zugrundeliegende Mechanismus (ob

pharmakodynamisch oder pharmakokinetisch oder beiderseits begründet) ist

derzeit noch nicht geklärt. Es gibt Berichte über Rhabdomyolysen

(einschließlich einiger Todesfälle) bei Patienten, welche diese Kombination

erhielten. Sofern die Behandlung mit systemisch verabreichter Fusidinsäure

notwendig ist, sollte die Pravastatin-Behandlung während der Dauer der

Fusidinsäure-Behandlung unterbrochen werden (Siehe auch Abschnitt 4.4).

Colchicin

Vorsicht bei der Anwendung: Infolge des erhöhten Risikos des Auftretens von

Myopathien/Rhabdomyolyse wird eine klinische und biologische Überwachung,

insbesondere bei der Einleitung einer gleichzeiten Therapie von Pravastatin und

Colchicin, empfohlen.

Nicotinsäure

Bei gleichzeitiger Anwendung von Statinen mit Nikotinsäure ist das Risiko des

Auftretens von Muskeltoxizitäten erhöht. In einer klinischen Studie zeigten

chinesische Patienten nach gleichzeitiger Einnahme von Nikotinsäure und

Laropiprant mit Simvastatin im Vergleich zu Kaukasiern eine höhere Inzidenz

an Myopathie und Rhabdomyolyse.

Rifampicin

Bei einer Interaktionsstudie von Pravastatin mit Rifampicin wurde eine fast

dreifache Zunahme der Pravastatin-AUC und der –c

beobachtet. Daher

sollte die gleichzeitige Verabreichung von Pravastatin und Rifampicin mit der

gebotenen Vorsicht erfolgen. Eine Interaktion ist nicht zu erwarten, wenn die

Einzelverabreichungen beider Arzneimittel um mindestens zwei Stunden

zeitversetzt erfolgen.

Lenalidomid

Bei einer Kombination von Statinen mit Lenalidomid besteht ein erhöhtes

Rhabdomyolose-Risiko. Eine verstärkte klinische und biologische Überwachung

ist daher geboten, insbesondere in den ersten Behandlungswochen.

Durch Cytochrom P450 verstoffwechselte Produkte

Pravastatin wird nicht in klinisch relevantem Ausmaß durch das Cytochrom

P450-System verstoffwechselt. Daher können Stoffe, die durch das Cytochrom

P450-System verstoffwechselt werden oder die Inhibitoren von Cytochrom

P450 sind, zusätzlich zu einer stabil eingestellten Pravastatin-Therapie

verabreicht werden, ohne dass die Pravastatin-Plasmaspiegel signifikant

beeinflusst werden, wie dies bei anderen Statinen der Fall ist. Das Fehlen einer

signifikanten pharmakokinetischen Wechselwirkung mit Pravastatin wurde

speziell für einige Produkte nachgewiesen, besonders für Substrate/ Hemmer

von CYP3A4, z.B. Diltiazem, Verapamil, Itraconazol, Ketoconazol,

Proteaseinhibitoren, Grapefruitsaft und CYP2C9-Inhibitoren (z.B. Fluconazol).

Andere Arzneimittel

In Interaktionsstudien wurden keine statistisch signifikanten Unterschiede in der

Bioverfügbarkeit beobachtet, wenn Pravastatin zusammen mit

Acetylsalicylsäure, Antazida (wenn die Gabe 1 Stunde vor Pravastatin erfolgte),

Nikotinsäure oder Probucol gegeben wurde.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Pravastatin ist während der Schwangerschaft kontraindiziert und sollte Frauen

im gebärfähigen Alter nur gegeben werden, wenn der Eintritt einer

Schwangerschaft sehr unwahrscheinlich ist und wenn die Frauen über die

möglichen Risiken einer Schwangerschaft informiert wurden.

Besondere Vorsicht ist bei heranwachsenden Frauen im gebärfähigen Alter

erforderlich, damit sichergestellt wird, dass sie die potenziellen Gefahren

verstehen, die mit einer Pravastatin-Therapie während einer Schwangerschaft

verbunden sind.

Wenn eine Patientin plant schwanger zu werden oder schwanger ist, muss der

Arzt unverzüglich informiert werden und Pravastatin muss wegen des

potenziellen Risikos für den Fötus abgesetzt werden (siehe Abschnitt 4.3).

Stillzeit

Pravastatin wird in geringer Konzentration in die Muttermilch ausgeschieden,

deshalb ist Pravastatin während der Stillzeit kontraindiziert (siehe Abschnitt

4.3).

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen

Pravastatin hat keinen oder einen vernachlässigbaren Einfluss auf die

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen. Beim Führen eines

Fahrzeuges oder Bedienen von Maschinen sollte jedoch berücksichtigt werden,

dass während der Behandlung Schwindel und Sehstörungen auftreten können.

4.8 Nebenwirkungen

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten

zugrunde gelegt: sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100, <1/10), gelegentlich

(≥1/1.000, <1/100), selten (≥1/10.000, <1/1.000), sehr selten (<1/10.000), nicht

bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach

abnehmendem Schweregrad angegeben.

Klinische Studien

Pravastatin-Tabletten wurden in einer Dosierung von 40 mg in 7

randomisierten, doppelblinden, Placebo-kontrollierten Studien mit über 21.000

Patienten untersucht, die mit Pravastatin (N=10.764) oder Placebo (N=10.719)

behandelt wurden. Dies entspricht über 47.000 Patientenjahre Exposition

gegenüber Pravastatin. Über 19.000 Patienten wurden im Mittel 4,8 - 5,9 Jahre

untersucht.

Die folgenden unerwünschten Reaktionen wurden berichtet; keine davon trat in

der Pravastatin-Gruppe um mehr als 0,3% häufiger auf als in der Placebo-

Gruppe.

Erkrankungen des Nervensystems

Gelegentlich: Schwindel, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, wie Schlaflosigkeit

und Albträume.

Augenerkrankungen

Gelegentlich: Sehstörungen (einschließlich verschwommenes Sehen und

Doppeltsehen).

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Gelegentlich: Dyspepsie/Sodbrennen, abdominale Schmerzen,

Übelkeit/Erbrechen, Verstopfung, Durchfall, Flatulenz.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Gelegentlich: Juckreiz, Ausschlag, Urtikaria, Abnormitäten der Kopfhaut/der

Haare (einschließlich Alopezie).

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Gelegentlich: Miktionsstörungen (einschließlich Dysurie, Pollakisurie, Nykturie).

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Gelegentlich: Störung der Sexualfunktion.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Gelegentlich: Müdigkeit (Fatigue).

Ereignisse von besonderem klinischen Interesse

Skelettmuskulatur

In klinischen Studien wurden Auswirkungen auf die Skelettmuskulatur berichtet,

wie z.B. Schmerzen in der Skelettmuskulatur einschließlich Gelenkschmerzen,

Muskelkrämpfe, Myalgie, Muskelschwäche und erhöhte CK-Spiegel. Die

Häufigkeit von Myalgie (1,4% Pravastatin vs. 1,4% Placebo) und

Muskelschwäche (0,1% Pravastatin vs. <0,1% Placebo) und die Inzidenz von

CK-Spiegeln >3 × ULN bzw. >10 × ULN in der CARE-Studie (Cholesterol And

Recurrent Events), WOSCOPS-Studie (West Of Scotland Coronary Prevention

Study) und in der LIPID-Studie (Long-term Intervention with pravastatin in

Ischemic Disease) waren vergleichbar zu Placebo (1,6% Pravastatin vs. 1,6%

Placebo bzw. 1,0% Pravastatin vs. 1,0% Placebo) (siehe Abschnitt 4.4).

Auswirkungen auf die Leber

Erhöhungen der Transaminasespiegel wurden berichtet. In den 3 Placebo-

kontrollierten klinischen Langzeit-Studien CARE, WOSCOPS und LIPID traten

deutliche Abweichungen von den Normalwerten der ALT und AST (> das 3-

Fache des oberen Normwertes) in einer ähnlichen Häufigkeit (≤1,2%) in beiden

Behandlungsarmen auf.

Unerwünschte Ereignisse seit Markteinführung

Zusätzlich zu den oben genannten Nebenwirkungen wurden folgende

unerwünschte Ereignisse seit der Markteinführung von Pravastatin berichtet:

Erkrankungen des Immunsystems

Sehr selten: Überempfindlichkeitsreaktionen: Anaphylaxie, Angioödem, Lupus

erythematodes-ähnliches Syndrom.

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr selten: Periphere Polyneuropathie, insbesondere bei Einnahme über einen

langen Zeitraum, Parästhesie.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr selten: Pankreatitis.

Leber- und Gallenerkrankungen

Sehr selten: Gelbsucht, Hepatitis, fulminante Lebernekrose.

Nicht bekannt: Leberversagen mit tödlichem und nicht-tödlichem Ausgang.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Selten: Lichtempfindlichkeitsreaktion.

Sehr selten: Dermatomyositis.

Nicht bekannt: Ausschlag, einschließlich eines lichenoiden Hautausschlags.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Sehr selten: Rhabdomyolyse, die mit akutem Nierenversagen infolge von

Myoglobinurie assoziiert sein kann, Myopathie (siehe Abschnitt 4.4), Myositis,

Polymyositis.

Gelegentlich: Sehnenstörungen, besonders Sehnenentzündung, manchmal

durch Ruptur kompliziert.

Nicht bekannt: Immunvermittelte nekrotisierende Myopathie (siehe Abschnitt

4.4).

Klasseneffekte:

Alpträume,

Gedächtnisverlust,

Depression,

Einzelfälle einer interstitiellen Lungenerkrankung, insbesondere bei

Langzeittherapie (siehe Abschnitt 4.4),

Diabetes mellitus: Die Häufigkeit ist abhängig von dem Vorhandensein oder

dem Fehlen von Risikofaktoren (Nüchternblutzucker ≥5,6 mmol/L, BMI >30

kg/m

, erhöhte Triglyzeridwerte, bestehende Hypertonie).

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von

großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des

Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von

Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Bislang sind die Erfahrungen mit einer Überdosierung von Pravastatin begrenzt.

Es gibt keine spezifische Behandlung im Falle einer Überdosierung. Im Falle

einer Überdosierung sollten die Patienten symptomatisch behandelt werden

und unterstützende Maßnahmen nach Bedarf eingeleitet werden.

5. Pharmakologische Eigenschaften

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: HMG-CoA-Reduktasehemmer

ATC-Code: C10AA03

Wirkungsmechanismus

Pravastatin ist ein kompetitiver Inhibitor der 3-Hydroxy-3-methylglutaryl-

Coenzym A-(HMG-CoA)-Reduktase, des Enzyms, das den frühen,

geschwindigkeitsbestimmenden Schritt in der Cholesterinbiosynthese

katalysiert und seine lipidsenkende Wirkung in 2-facher Hinsicht entfaltet.

Erstens bewirkt es aufgrund der reversiblen und spezifischen kompetitiven

Hemmung der HMG-CoA-Reduktase eine mäßige Verringerung der Synthese

intrazellulären Cholesterins. Daraus resultiert ein Anstieg der Zahl der LDL-

Rezeptoren auf der Zelloberfläche und ein verstärkter Abbau von LDL-C bzw.

eine erhöhte LDL-Clearance aus dem Blut. Zweitens hemmt Pravastatin die

LDL-Bildung, indem es die Synthese von VLDL-Cholesterin, der Vorstufe des

LDL-C, in der Leber hemmt.

Sowohl bei Gesunden als auch bei Patienten mit Hypercholesterinämie

verringert Pravastatin-Natrium folgende Lipidwerte: Gesamtcholesterin, LDL-C,

Apolipoprotein B, VLDL-Cholesterin und Triglyceride, während HDL-Cholesterin

und Apolipoprotein A erhöht werden.

Klinische Wirksamkeit

Primäre Prävention

WOSCOPS war eine randomisierte, doppelblinde, Placebo-kontrollierte Studie

mit 6595 männlichen Patienten im Alter von 45-64 Jahren mit mäßiger bis

schwerer Hypercholesterinämie (LDL-C: 155-232 mg/dl [4,0-6,0 mmol/l]) und

ohne anamnestisch bekanntem MI. Diese wurden über eine durchschnittliche

Behandlungsdauer von 4,8 Jahren mit entweder 40 mg Pravastatin täglich oder

Placebo zusätzlich zu einer Diät behandelt. Bei den mit Pravastatin

behandelten Patienten zeigten die Ergebnisse folgendes:

Eine Verringerung des Risikos der koronaren Mortalität und des nicht-

tödlichen MI (die Relative Risiko Reduktion [RRR] betrug 31%; p = 0,0001,

das absolute Risiko betrug 7,9% in der Placebo-Gruppe und 5,5% bei den

mit Pravastatin behandelten Patienten); der Einfluss auf diese kumulativen

kardiovaskulären Ereignisraten war bereits nach 6-monatiger Behandlung

offensichtlich.

Eine Verringerung der Gesamtanzahl der Todesfälle durch kardiovaskuläre

Ereignisse (RRR 32%; p = 0,03).

Wenn Risikofaktoren mit einbezogen wurden, wurde auch eine 24%-ige

RRR der Gesamtsterblichkeit (p = 0,039) unter den mit Pravastatin

behandelten Patienten beobachtet.

Eine Verringerung des relativen Risikos der Notwendigkeit kardialer

Revaskularisierungsmaßnahmen (koronarer Bypass oder koronare

Angioplastie) um 37% (p = 0,009) und des Risikos der Notwendigkeit von

koronaren Angiographien um 31% (p = 0,007).

Der Nutzen der Behandlung bezüglich der oben aufgeführten Parameter ist bei

Patienten über 65 Jahren nicht bekannt, da diese nicht in die Studie

eingeschlossen werden konnten.

Mangels Daten für Patienten mit Hypercholesterinämie und einem

Triglyceridspiegel von mehr als 6 mmol/l (5,3 g/l) nach einer 8-wöchigen Diät in

dieser Studie, ist der Nutzen einer Behandlung mit Pravastatin in dieser

Patientengruppe nicht nachgewiesen.

Sekundäre Prävention

In der LIPID-Studie, einer multizentrischen, randomisierten, doppelblinden,

Placebo-kontrollierten Studie, wurde die Wirkung von Pravastatin (40 mg 1-mal

täglich) im Vergleich zu Placebo bei 9014 Patienten im Alter von 31-75 Jahren

über eine durchschnittliche Behandlungszeit von 5,6 Jahren untersucht. Die

Patienten hatten normale bis erhöhte Serum-Cholesterin-Werte (Ausgangs-

Gesamtcholesterin=155-271 mg/dl [4,0-7,0 mmol/l], mittleres

Gesamtcholesterin=219 mg/dl [5,66 mmol/l]) und variable Triglyceridwerte (bis

zu 443 mg/dl [5,0 mmol/l]) und hatten innerhalb der vorausgegangenen 3-36

Monate einen MI oder instabile Angina pectoris. Die Behandlung mit Pravastatin

verringerte signifikant das relative Risiko für Tod durch koronare Herzkrankheit

(KHK) um 24% (p = 0,0004; das absolute Risiko betrug 6,4% in der Placebo-

Gruppe und 5,3% bei mit Pravastatin behandelten Patienten), das relative

Risiko für koronare Ereignisse (Tod durch KHK oder nicht tödlichen MI) um 24%

(p <0,0001) und das relative Risiko für tödlichen oder nicht tödlichen MI um

29% (p <0,0001). Bei den mit Pravastatin behandelten Patienten zeigten die

Ergebnisse folgendes:

Verringerung des relativen Risikos der Gesamtmortalität um 23% (p

<0,0001) und der kardiovaskulären Mortalität um 25% (p <0,0001).

Verringerung des relativen Risikos der Notwendigkeit von kardialen

Revaskularisierungsmaßnahmen (koronarer Bypass oder perkutane

transluminale koronare Angioplastie) um 20% (p <0,0001).

Verringerung des relativen Risikos für Schlaganfall um 19% (p=0,048).

Die CARE-Studie war eine randomisierte, doppel-blinde, Placebo-kontrollierte

Studie, die den Einfluss von Pravastatin (1-mal täglich 40 mg) auf Tod durch

KHK und nicht-tödlichen MI untersuchte, in einem durchschnittlichen Zeitraum

von 4,9 Jahren bei 4159 Patienten im Alter von 21-75 Jahren mit normalen

Gesamtcholesterinspiegeln (mittlerer Gesamtcholesterinausgangswert <240

mg/dl), bei denen in den vorausgegangenen 3-20 Monaten ein MI aufgetreten

war. Die Behandlung mit Pravastatin verringerte signifikant:

die Inzidenz eines erneuten koronaren Ereignisses (Tod durch koronare

Herzkrankheit oder nicht-tödlicher MI) um 24% (p = 0,003; Placebo 13,3%,

Pravastatin 10,4%).

das relative Risiko der Notwendigkeit von Revaskularisierungsmaßnahmen

(koronarer Bypass oder perkutane transluminale koronare Angioplastie) um

27% (p < 0,001).

Das relative Risiko von Schlaganfällen war um 32% (p = 0,032) und das relative

Risiko von Schlaganfällen oder transitorischen ischämischen Attacken (TIA) war

um 27% verringert (p = 0,02).

Der Nutzen der Behandlung bezüglich der oben genannten Parameter ist bei

Patienten über 75 Jahren nicht bekannt, da diese nicht in die CARE und LIPID

Studien eingeschlossen werden konnten.

Mangels Daten für Patienten mit Hypercholesterinämie und einem

Triglyceridspiegel von mehr als 4 mmol/l (3,5 g/l) bzw. mehr als 5 mmol/l (4,45

g/l) nach einer Diät über 4 oder 8 Wochen in der CARE bzw. der LIPID-Studie,

ist der Nutzen einer Behandlung mit Pravastatin in dieser Patientengruppe nicht

nachgewiesen.

In den beiden Studien CARE und LIPID erhielten ungefähr 80% der Patienten

Acetylsalicylsäure als Teil ihres Behandlungsschemas.

Herz- und Nierentransplantation

Die Wirksamkeit von Pravastatin bei Patienten, die eine immunsuppressive

Behandlung

nach einer Herztransplantation erhielten, wurde in einer prospektiven,

randomisierten, kontrollierten Studie (n=97) untersucht. Die Patienten

wurden entweder mit Pravastatin (20-40 mg) oder ohne Pravastatin neben

einer immunsuppressiven Standardkombination aus Ciclosporin, Prednison

und Azathioprin behandelt.

Die Behandlung mit Pravastatin verringerte signifikant die Häufigkeit einer

Herzabstoßung mit hämodynamischer Einschränkung innerhalb eines

Jahres, verbesserte die Überlebensrate nach einem Jahr (p = 0,025) und

senkte das Risiko koronarer Vaskulopathie im verpflanzten Organ, was

durch Angiographie und Autopsie nachgewiesen wurde (p = 0,049).

nach einer Nierentransplantation erhielten, wurde in einer prospektiven,

nicht-kontrollierten, nicht-randomisierten Studie (n = 48) von 4 Monaten

Dauer untersucht. Die Patienten wurden entweder mit Pravastatin (20 mg)

oder ohne Pravastatin neben einer immunsuppressiven

Standardkombination aus Ciclosporin und Prednison behandelt.

Bei Patienten nach einer Nierentransplantation verringerte Pravastatin

signifikant sowohl das Auftreten multipler Abstoßungsreaktionen als auch

das Auftreten von durch Biopsie bestätigten akuten Abstoßungsreaktionen,

und die Verwendung von Bolusinjektionen mit Prednisolon und Muromonab-

CD3.

Kinder und Jugendliche (8-18 Jahre)

Eine doppelblinde, Placebo-kontrollierte Studie mit 214 Kindern und

Jugendlichen mit heterozygoter familiärer Hypercholesterinämie wurde über 2

Jahre durchgeführt. Die Kinder (8-13 Jahre) erhielten randomisiert entweder

Placebo (n=63) oder 20 mg Pravastatin täglich (n=65), die Jugendlichen (14-18

Jahre) erhielten randomisiert entweder Placebo (n=45) oder 40 mg Pravastatin

täglich (n=41).

Einschlusskriterium für die Studie war, dass bei einem Elternteil klinisch oder

molekular-biologisch eine familiäre Hypercholesterinämie diagnostiziert wurde.

Die mittleren LDL-C-Spiegel zu Beginn der Studie betrugen 239 mg/dl [(6,2

mmol/l); 151-405 mg/dl (3,9-10,5 mmol/l)] in der Pravastatin-Gruppe und 237

mg/dl [(6,1 mmol/l); 154-375 mg/dl (4,0-9,7 mmol/l)] in der Placebo-Gruppe.

Gepoolte Daten für Kinder und Jugendliche zeigten eine signifikante Senkung

von LDL-C um 22,9% und von Gesamtcholesterin um 17,2%. Dies entspricht

der nachgewiesenen Wirksamkeit von 20 mg Pravastatin bei Erwachsenen.

Die Wirksamkeit der Pravastatin-Therapie war in den beiden Altersgruppen

vergleichbar. Die mittleren LDL-C-Spiegel am Ende der Studie waren 186 mg/dl

[(4,8 mmol/l); 67-363 mg/dl (1,7-9,4 mmol/l)] in der Pravastatin-Gruppe und 236

mg/dl [(6,1 mmol/l); 105-438 mg/dl (2,7-11,3 mmol/l)] in der Placebo-Gruppe.

Es waren keine Unterschiede zwischen der Pravastatin-Gruppe und der

Placebo-Gruppe bei den untersuchten endokrinen Parametern [ACTH, Cortisol,

DHEAS, FSH, LH, TSH, Estradiol (Mädchen) oder Testosteron (Jungen)]

feststellbar. Im Vergleich zu Placebo wurden keine Unterschiede in der

Entwicklung, keine Änderungen im Hodenvolumen und keine Unterschiede in

den Tanner Stadien beobachtet. Die Power der Studie, Unterschiede zwischen

den Behandlungsgruppen festzustellen, war gering.

Die Langzeit-Wirksamkeit der Pravastatin-Therapie in der Kindheit auf die

Morbidität und Mortalität im Erwachsenenalter wurde nicht nachgewiesen.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Pravastatin wird in der aktiven Form oral angewendet. Es wird rasch resorbiert;

maximale Blutspiegel werden zwischen 1 und 1,5 Stunden nach Einnahme

erreicht. Nach oraler Gabe werden durchschnittlich 34% resorbiert, die absolute

Bioverfügbarkeit beträgt 17%.

Das Vorhandensein von Nahrung im Gastrointestinaltrakt führt zu einer

Verringerung der Bioverfügbarkeit, jedoch die cholesterinsenkende Wirkung von

Pravastatin ist unabhängig davon, ob es mit oder ohne Nahrung eingenommen

wird.

Nach der Resorption werden 66% des Pravastatins bei der ersten Passage von

der Leber extrahiert, dem primären Wirkort von Pravastatin und der primären

Lokalisation der Cholesterinsynthese und LDL-C-Clearance. In vitro- Studien

belegten, dass Pravastatin in Hepatozyten aufgenommen wird und in

wesentlich geringerem Ausmaß in andere Zellen.

Angesichts dieses erheblichen First-pass-Effektes in der Leber sind die

Plasmaspiegel von Pravastatin nur von untergeordneter Bedeutung für die

Prognose der lipidsenkenden Wirkung.

Die Plasmakonzentrationen sind proportional zu der eingenommenen Dosis.

Verteilung

Ungefähr 50% des im Kreislauf befindlichen Pravastatins ist an Plasmaproteine

gebunden.

Das Verteilungsvolumen beträgt ungefähr 0,5 l/kg.

Geringe Mengen von Pravastatin wurden in der Muttermilch nachgewiesen.

Biotransformation und Elimination

Pravastatin wird weder signifikant über Cytochrom P450 verstoffwechselt noch

scheint es ein Substrat oder ein Inhibitor des P-Glycoproteins zu sein, sondern

eher ein Substrat anderer Transportproteine.

Nach oraler Anwendung werden 20% der Anfangsdosis über den Urin und 70%

über die Faeces ausgeschieden. Die Plasma-Eliminationshalbwertszeit von oral

verabreichtem Pravastatin beträgt 1,5 bis 2 Stunden.

Nach intravenöser Gabe werden 47% der Dosis über die Nieren und 53% über

die Galle metabolisiert ausgeschieden. Der Hauptmetabolit von Pravastatin ist

das 3-Alpha-Hydroxy-Isomer. Dieser Metabolit hat 1/10 bis 1/40 der HMG-

Coenzym A-Reduktase Hemmwirkung des Pravastatins.

Die systemische Clearance von Pravastatin beträgt 0,81 l/h/kg und die renale

Clearance 0,38 l/h/kg, was auf eine tubuläre Sekretion hindeutet.

Risikogruppen:

Kinder und Jugendliche

Die mittleren C

- und AUC-Werte von Pravastatin bei Kindern und

Jugendlichen (gemittelt über Alter und Geschlecht) waren den Werten bei

Erwachsenen nach der Einnahme von 20 mg Pravastatin vergleichbar.

Leberinsuffizienz

Die systemische Exposition gegenüber Pravastatin und seinen Metaboliten ist

bei Patienten mit Alkoholzirrhose um ungefähr 50% im Vergleich zu Patienten

mit normaler Leberfunktion erhöht.

Niereninsuffizienz

Bei Patienten mit milder Niereninsuffizienz wurden keine signifikanten

Veränderungen beobachtet. Schwere und mäßige Niereninsuffizienz kann

jedoch zu einem 2-fachen Anstieg der systemischen Exposition von Pravastatin

sowie seiner Metaboliten führen.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität nach wiederholter Gabe und

Reproduktionstoxizität zeigten keine anderen Risiken für die Patienten, als jene

die auf den pharmakologischen Wirkprinzipien beruhen.

Studien nach wiederholter Gabe zeigten, dass Pravastatin Lebertoxizität und

Muskelerkrankungen unterschiedlicher Schweregrade hervorrufen kann.

Schwerwiegende Effekte zeigten sich im Allgemeinen erst bei Dosierungen, die

beim 50-Fachen der maximalen therapeutischen Dosierung (bezogen auf

mg/kg) oder höher lagen.

In Studien zur genetischen Toxikologie in vitro und in vivo ergaben sich keine

Hinweise auf ein mutagenes Potenzial.

Bei Mäusen, denen in einer 2-jährigen Studie zur Karzinogenität Pravastatin in

Dosen von 250 und 500 mg/kg/Tag (bezogen auf das Körpergewicht entspricht

dies mindestens dem 310-Fachen der beim Menschen angewendeten

Maximaldosis) gegeben wurde, wurden statistisch signifikante Anstiege der

Inzidenzen von Leberzell-Karzinomen bei männlichen und bei weiblichen Tieren

beobachtet. Bei diesen Dosierungen traten bei weiblichen Tieren auch

signifikant vermehrt Lungenadenome auf. Bei Ratten zeigte eine 2-jährige

Studie zur Karzinogenität bei einer Dosierung von 100 mg/kg/Tag (die 125-

fache maximale therapeutische Dosierung bezogen auf mg/kg) einen statistisch

signifikanten Anstieg der Inzidenz von Leberzell-Karzinomen ausschließlich bei

männlichen Tieren.

Bei der Behandlung von jugendlichen Ratten (4 bis 80 Tage nach der Geburt)

mit 5 bis 45 mg/kg/Tag wurde eine Verdünnung des Corpus callosum

beobachtet bei Serum-Pravastatin-Spiegeln, welche ungefähr der ≥1-fachen

(AUC) maximalen pädiatrischen und erwachsenen Dosis von 40 mg

entsprachen. Bei Pravastatin-Spiegeln von ungefähr der ≥2-fachen (AUC) 40

mg Humandosis, wurden neurologisch bedingte Verhaltensänderungen

beobachtet (erhöhte Schreckreaktion und vermehrte Fehler im Lernverhalten im

Wasserlabyrinth). Keine Verdünnung des Corpus callosum wurde bei Ratten

nach Verabreichung von ≥250 mg/kg/Tag Pravastatin beobachtet, bei welchen

die Behandlung mit Tag 35 nach der Geburt begann und über 3 Monate ging,

was eine höhere Empfindlichkeit in jüngeren Ratten andeutet. Die Ursache und

die Signifikanz der Verdünnung des Corpus callosum und der neurologisch

bedingten Verhaltensänderungen in jugendlichen Ratten sind unbekannt.

Veränderte Spermieneigenschaften und verminderte Fruchtbarkeit wurden in

männlichen Tieren bei der 335-fachen Humandosis (AUC) beobachtet. Die

Serum-Spiegel bei denen keine Effekte auf die Fortpflanzung beobachtet

wurden, lagen beim 1-fachen (Männchen) bzw. 2-fachen (Weibchen) Wert der

40 mg Humandosis.

6. Pharmazeutische Angaben

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Tablettenkern:

Schweres, basisches Magnesiumcarbonat, Mikrokristalline Cellulose,

Copovidon, Croscarmellose-Natrium, Lactose-Monohydrat, Macrogol 8000,

Magnesiumstearat (Ph. Eur.) [pflanzlich], Hochdisperses Siliciumdioxid,

Eisen(III)-hydroxid-oxid x H

O (E172).

Filmüberzug:

Hyprolose, Hypromellose, Macrogol 400, Macrogol 3350.

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

2 Jahre.

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 25 °C lagern.

In der Originalverpackung aufbewahren.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

PVC/Aclar/Aluminium- oder PVC/PVDC

-Aluminium-Blisterpackungen.

Originalpackung mit 20, 50, 100 und 120 Filmtabletten.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7. Inhaber der Zulassung

ALIUD PHARMA

GmbH

Gottlieb-Daimler-Straße 19

D-89150 Laichingen

Telefon: 07333/9651-0

Telefax: 07333/9651-6004

info@aliud.de

8. Zulassungsnummern

Pravastatin AL 20 mg Filmtabletten

60709.01.00

Pravastatin AL 40 mg Filmtabletten

60709.02.00

9. Datum der Erteilung der Zulassung/Verlängerung der Zulassung

Datum der Erteilung der Zulassung 11. Oktober 2004

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung 19. Januar 2009

10. Stand der Information

Januar 2019

11. Verkaufsabgrenzung

Verschreibungspflichtig

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