Phenpro.-ratiopharm 3 mg Tabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Phenprocoumon
Verfügbar ab:
ratiopharm GmbH
ATC-Code:
B01AA04
INN (Internationale Bezeichnung):
phenprocoumon
Darreichungsform:
Tablette
Zusammensetzung:
Phenprocoumon 3.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
6894724.00.00

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg Tabletten

Wirkstoff: Phenprocoumon

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte

weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden

haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies

gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe

Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

beachten?

Wie ist

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg und wofür wird es angewendet?

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

ist ein Mittel zur Hemmung der Blutgerinnung (Antikoagulans).

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

wird angewendet zur

Behandlung und Vorbeugung der Blutpfropfbildung (Thrombose, Thromboseprophylaxe).

Behandlung und Vorbeugung des Verschlusses von Blutgefäßen durch Blutpfropf (Embolie,

Embolieprophylaxe).

Langzeitbehandlung des Herzinfarktes, wenn ein erhöhtes Risiko für thromboembolische

Komplikationen gegeben ist.

Hinweise:

Bei der Anwendung zur Vorbeugung eines erneuten Herzinfarktes (Reinfarktprophylaxe) nach

Entlassung aus dem Krankenhaus (Posthospitalphase) ist der Nutzen einer Langzeitgerinnungshemmung

(Langzeitantikoagulation) besonders sorgfältig gegen das Blutungsrisiko abzuwägen.

Die gerinnungshemmende Wirkung von

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

setzt mit einer Verzögerung

(Latenz) von ca. 36 bis 72 Stunden ein. Falls eine rasche Gerinnungshemmung (Antikoagulation)

erforderlich ist, muss die Behandlung mit Heparin eingeleitet werden.

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg beachten?

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Phenprocoumon oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen

Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

bei Erkrankungen, bei denen das Blutungsrisiko den möglichen therapeutischen Nutzen überwiegt,

z.B. krankhafter Blutungsneigung (hämorrhagische Diathesen), schwerer Lebererkrankung

(Leberparenchymerkrankungen), stark eingeschränkter Nierenfunktion (manifeste

Niereninsuffizienz), schwerem Mangel an Blutplättchen (Thrombozytopenie)

bei Erkrankungen, bei denen der Verdacht auf eine Schädigung (Läsion) des Gefäßsystems besteht,

z.B.:

bei plötzlich auftretendem Schlaganfall (apoplektischer Insult)

bei akuter Entzündung der Herzinnenhaut (Endocarditis)

bei Entzündung des Herzbeutels (Perikarditis)

bei Ausweitung eines arteriellen Blutgefäßes innerhalb des Gehirns (Hirnarterienaneurysma)

bei einer besonderen Form der Ausweitung der Hauptschlagader (disseziierendes

Aortenaneurysma)

bei Geschwüren (Ulzera) im Magen-Darm-Bereich

bei einer Operation am Auge

bei Netzhauterkrankungen (Retinopathien) mit Blutungsrisiko

bei Verletzungen (Traumen) oder chirurgischen Eingriffen am Zentralnervensystem

bei fortgeschrittener Gefäßverkalkung (Arteriosklerose)

bei fixiertem und nicht auf eine Behandlung ansprechendem (behandlungsrefraktärem)

Bluthochdruck (Hypertonie) mit Werten über 200/105 mmHg.

bei Lungenschwindsucht mit Hohlraumbildung (kavernöser Lungentuberkulose)

nach Operationen am Harntrakt (urologischen Operationen solange Blutungsneigung

[Makrohämaturie] besteht)

bei ausgedehnten offenen Wunden (auch nach chirurgischen Eingriffen)

in der Schwangerschaft (Ausnahme: absolute Indikation zur Gerinnungshemmung

[Antikoagulation] bei lebensbedrohlicher Heparin-Unverträglichkeit).

Während der Behandlung mit Mitteln zur Hemmung der Blutgerinnung sollte keine bildliche Darstellung

der Blutgefäße (Angiographie) und keine anderen diagnostischen oder therapeutischen Maßnahmen mit

einem Risiko für unkontrollierbare Blutungen durchgeführt werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Phenpro.-ratiopharm

3 mg einnehmen,

bei Anfallsleiden (Epilepsie)

bei chronischem Alkoholismus (siehe 2. unter „Einnahme von

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

zusammen mit anderen Arzneimitteln“)

bei Nierensteinkrankheit (Nephrolithiasis)

in der Stillzeit.

Eine besonders sorgfältige Überwachung der Dosierung ist angezeigt bei Anzeichen einer Herzschwäche

(Herzdekompensation), Ablagerungen in den Gefäßwänden (Arteriosklerose) und Bluthochdruck

(Hypertension), leichteren Lebererkrankungen (Hepatopathien), Entzündungen der Gefäßwände

(Vaskulitis) sowie schwerer Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus).

Bei älteren Patienten soll die Behandlung mit

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

besonders engmaschig

überwacht werden (siehe auch Abschnitt 3 "Wie ist

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

einzunehmen?").

Injektionen in den Muskel, Entnahme von Rückenmarksflüssigkeit (Lumbalpunktionen),

rückenmarksnahe örtliche Betäubungen (Regionalanästhesien) sowie bildliche Darstellung der Blutgefäße

(Angiographien) dürfen unter der Behandlung mit

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

aufgrund der Gefahr

massiver Blutungen nicht durchgeführt werden. Bei invasiven diagnostischen Eingriffen ist das Nutzen-

Risiko-Verhältnis zwischen Blutungsrisiko und erneuter Blutpfropfbildung (Rethrombose) abzuwägen.

Eine besonders sorgfältige Überwachung der Dosierung ist angezeigt, wenn

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

nach Operationen angewendet wird, bei denen eine erhöhte Gefahr sowohl von Blutgerinnseln

(Thrombosen) als auch von Blutungen besteht (z.B. Lungenresektionen, Operationen der

Urogenitalorgane, des Magens und der Gallenwege).

Nach Verletzungen (Traumen), wie z.B. infolge eines Unfalls, besteht erhöhte Blutungsgefahr.

Vermeiden Sie daher Tätigkeiten, die leicht zu Unfällen oder Verletzungen führen können.

Menstruationsblutungen stellen dagegen keine Kontraindikation für

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

dar.

Mögliche Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln sind sorgfältig zu beachten (siehe Abschnitt 2

"Einnahme von

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

zusammen mit anderen Arzneimitteln").

Phenylbutazon und hiervon abgeleitete Substanzen (bestimmte Schmerz- und Rheumamittel) sollten bei

einer Behandlung mit

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

nicht angewendet werden.

Bei hohem gewohnheitsmäßigem Alkoholkonsum kann die gerinnungshemmende Wirkung von

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

herabgesetzt sein, doch ist bei Leberschwäche (Leberinsuffizienz) auch eine

Verstärkung der gerinnungshemmenden Wirkung möglich.

Die Bindung von Phenprocoumon (dem Wirkstoff von

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

) an Bluteiweiße kann

bei den unterschiedlichsten Krankheitsbildern verringert sein, so dass die Wirkung des Arzneimittels

verstärkt werden kann. Dies erfordert eine besonders engmaschige Überprüfung des INR (International

Normalized Ratio)-Wertes.

Injektionen in den Muskel sollten während der Behandlung mit Mitteln zur Hemmung der Blutgerinnung

nach Möglichkeit unterbleiben, da hierbei Blutungen bzw. Blutergüsse (Hämatome) auftreten können. Bei

Injektionen unter die Haut und bei Injektionen in die Vene werden diese Komplikationen selten

beobachtet.

Besondere Vorsicht ist geboten, wenn es notwendig ist, die Gerinnungszeit für diagnostische oder

therapeutische Eingriffe zu verkürzen (z.B. Angiographie, Lumbalpunktion, kleinere Operationen,

Zahnextraktionen, usw.).

Bei dem zu Anfang der Behandlung mit Mitteln zur Hemmung der Blutgerinnung außerordentlich selten

beobachteten Absterben von Hautbezirken (Hautnekrosen) ist die Wirkung von

Phenpro.-ratiopharm

®

3

mg

durch die Gabe von Vitamin K

zu unterbrechen und sofort auf Heparin umzustellen. Zusätzlich kann

Prednison verabreicht werden.

Eine regelmäßige Kontrolle der Wirkung von

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

durch Bestimmung der

Thromboplastinzeit ist unerlässlich. Die Gerinnung muss stets vor Behandlungsbeginn und während der

Behandlung kontrolliert werden. In den ersten Behandlungstagen sind engmaschige (alle 1 - 2 Tage)

Kontrollen angezeigt. Bei stabil eingestellten Patienten sind größere Intervalle zwischen den Kontrollen

im Allgemeinen ausreichend (jedoch mindestens regelmäßig alle 3 - 4 Wochen), sofern keine abrupten

Änderungen hinsichtlich Nebenmedikationen, Ernährungsgewohnheiten oder Allgemeinzustand (z.B.

Fieber) vorliegen.

Unter Langzeittherapie mit

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

sollten im Rahmen der ärztlichen Überwachung

regelmäßige Leberfunktionsprüfungen durchgeführt werden, da in seltenen Fällen

Leberparenchymschäden bis hin zu Leberversagen (einschließlich Todesfällen) auftreten können (siehe

Abschnitt 4 „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“). Informieren Sie Ihren Arzt, falls Sie Anzeichen

einer schweren Lebererkrankung wie zum Beispiel Schwäche, verbunden mit Gelbsucht, Dunkelfärbung

des Urins oder eine hepatische Enzephalopathie (Erkrankung des Zentralnervensystems infolge einer

Leberschädigung) bemerken.

Ihr Arzt sollte Ihnen einen Ausweis ausstellen, aus dem die Antikoagulanzienbehandlung ersichtlich ist

und den Sie immer bei sich tragen sollten. Bitte informieren Sie Ihren Arzt bzw. Zahnarzt, dass Sie mit

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

behandelt werden.

Nach Absetzen der Therapie dauert es 7 bis 10 Tage und länger, ehe sich die Gerinnungswerte

normalisiert haben.

Zum verzögerten Wirkungseintritt (Latenz) siehe 1. „Was ist

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

und wofür wird

es angewendet?“

Kinder und Jugendliche

Bei Kindern unter 14 Jahren soll die Behandlung mit

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

besonders engmaschig

überwacht werden (siehe auch Abschnitt 3).

Einnahme von Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden,

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel

einzunehmen/anzuwenden.

Phenprocoumon hat einen engen therapeutischen Bereich und somit ist generell Vorsicht bei jeder

Begleitmedikation geboten. Die individuelle Fachinformation für jede neue Begleitmedikation ist

bezüglich einer möglichen Dosisanpassung oder einer engmaschigeren Überwachung von

Phenprocoumon zu überprüfen. Selbst wenn keine Informationen zu einer Wechselwirkung mit

Phenprocoumon beschrieben sind, sollte die Möglichkeit einer Wechselwirkung beachtet werden. Wenn

Zweifel bezüglich des Ausmaßes einer Wechselwirkung besteht, ist ein intensiveres Monitoring

erforderlich.

Die Wirkungen mancher Arzneimittel können durch gleichzeitige Anwendung anderer Mittel beeinflusst

werden. Fragen Sie daher Ihren Arzt, wenn Sie andere Mittel ständig anwenden, bis vor kurzem

angewendet haben oder gleichzeitig mit dem hier vorliegenden Arzneimittel anwenden wollen. Dies gilt

auch für Arzneimittel, die Ihnen nicht von Ihrem Arzt verschrieben wurden, z.B. frei verkäufliche

Arzneimittel oder pflanzliche Arzneimittel wie Schmerz-, Abführ- oder Stärkungsmittel sowie

Vitaminpräparate. Ihr Arzt kann Ihnen sagen, ob unter diesen Umständen mit Unverträglichkeiten zu

rechnen ist oder ob besondere Maßnahmen, wie z.B. eine neue Dosisfestsetzung, erforderlich sind, wenn

Sie dieses Arzneimittel anwenden.

Welche anderen Mittel beeinflussen die Wirkung von

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

Aufgrund vielfacher Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten dürfen Sie während einer

Behandlung mit

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

weitere Medikamente grundsätzlich nur nach Rücksprache

mit dem behandelnden Arzt einnehmen oder absetzen. Bei Änderungen der zusätzlich zu

Phenpro.-

ratiopharm

®

3 mg

eingenommenen Medikamente (Hinzufügen oder Absetzen) sollten häufigere

Kontrollen der Gerinnungswerte durchgeführt werden.

Eine Wirkungsverstärkung von Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg und erhöhte Blutungsgefahr bestehen bei

gleichzeitiger Anwendung von:

Hemmstoffe der Leberenzyme CYP2C9 oder CYP3A4 oder verdrängende Substrate können die

gerinnungshemmende Wirkung von

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

verstärken.

Beispiele für Substanzen, die die gerinnungshemmende Wirkung verstärken:

andere gerinnungshemmende Mittel (Antikoagulanzien): unfraktioniertes Heparin, niedermolekulare

Heparine oder Heparinoide, Acenocoumarol sowie Thrombozytenaggregationshemmer wie

Clopidogrel können die Wirkung von Phenprocoumon verstärken und zu einem erhöhten

Blutungsrisiko führen. Wenn eine gleichzeitige Anwendung erforderlich ist, wird eine

engmaschigere Überprüfung der Gerinnungsparameter empfohlen, speziell zu Therapiebeginn oder

bei Absetzen von Phenprocoumon.

Allopurinol (Mittel gegen Gicht)

Antiarrhythmika (Mittel gegen Herzrhythmusstörungen): Amiodaron, Chinidin, Propafenon

Methoxsalen (Mittel zur Behandlung von Schuppenflechte und anderen schweren

Hauterkrankungen)

bestimmte Antibiotika: Amoxicillin mit oder ohne Clavulansäure, Aminoglykoside,

Chloramphenicol, Tetracycline, z.B. Doxycyclin, Trimethoprim-Sulfamethoxazol (Cotrimoxazol)

und andere Sulfonamide, Cloxacillin, Makrolide (z.B. Clarithromycin, Erythromycin-

Abkömmlinge), Lincosamide (z.B. Clindamycin), N-Methylthiotetrazol-Cephalosporinen und andere

Cephalosporine (Cefazolin, Cefpodoximproxetil, Cefotaxim, Ceftibuten, Ceftriaxon), einige

Quinolone (z.B. Levofloxacin)

Disulfiram (Alkoholentwöhnungsmittel)

Fibrate (Mittel gegen Fettstoffwechselstörungen)

Imidazolderivate (z.B. Ketoconazol), Triazolderivate (Mittel zur Behandlung von Pilzerkrankungen)

Analgetika und/oder Antirheumatika (Schmerz- und Rheumamittel): Leflunomid, Phenylbutazon und

Analoga, Piroxicam, selektive Coxibe, Acetylsalicylsäure

Tramadol (Schmerzmittel)

Methyltestosteron und andere anabole Steroide (muskelbildende Substanzen)

Schilddrüsenhormone

Zytostatika (Mittel zur Behandlung von Krebserkrankungen): Tamoxifen, Capecitabin

Glucosamin

trizyklische Antidepressiva (Mittel zur Behandlung von Depressionen)

Statine, z.B. Simvastatin (Cholesterinsenker)

selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI, Arzneimittel gegen Depressionen)

Zotepin (Mittel bei seelischen Erkrankungen)

Fibrinolytika (Mittel zur Auflösung von Blutgerinnseln in den Blutgefäßen)

Grapefruit interagiert mit vielen Arzneistoffen einschließlich Phenprocoumon. Es hemmt CYP3A4 und

kann bei gleichzeitiger Einnahme mit

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

zu einem erhöhten Blutungsrisiko

führen.

Vorsicht ist geboten, wenn Patienten, die mit Vitamin K Antagonisten wie Phenprocoumon behandelt

werden, gleichzeitig Goji-Saft oder -Beeren zu sich nehmen.

Eine Veränderung der Gerinnungsparameter und/oder Blutungen sind bei Patienten gemeldet worden, die

Capecitabin (Krebsmittel) zusammen mit Cumarin-Derivaten wie Warfarin oder Phenprocoumon

einnahmen. Diese unerwünschten Wirkungen traten innerhalb mehrerer Tage und bis zu mehreren

Monaten nach Beginn der Behandlung mit Capecitabin auf, in wenigen Fällen auch innerhalb eines

Monats nach Ende der Behandlung mit Capecitabin.

Die gleichzeitige Einnahme von Paracetamol-haltigen Schmerzmitteln in hohen Dosen über einen

längeren Zeitraum sollte vermieden werden, da die Wirkung von

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

verstärkt

werden kann. Bei gelegentlicher Einnahme von 500-1500 mg Paracetamol/Tag wurde bisher keine

Beeinflussung der Wirkung von

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

beobachtet.

Phenytoin (Mittel gegen Krampfanfälle) und verwandte Mittel können zu Beginn der Behandlung

vorübergehend die Wirkung von

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

verstärken. Bei einer Dauerbehandlung be-

schleunigen sie den Abbau von

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

(durch Enzyminduktion) und führen so zu

einer Abschwächung der Wirkung von

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

kann

die Wirkung von Phenytoin verstärken.

Substanzen, die die gerinnungshemmende Wirkung abschwächen können:

Substanzen, die CYP2C19 oder CYP3A4 aktivieren, können die gerinnungshemmende Wirkung von

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

abschwächen.

Beispiele für Substanzen, die die gerinnungshemmende Wirkung von

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

abschwächen, sind:

Azathioprin (Mittel gegen Autoimmunerkrankungen, Transplantatabstoßungen)

Barbiturate (Schlafmittel)

Carbamazepin (Mittel gegen Krämpfe)

Colestyramin (Mittel zur Senkung erhöhter Blutfettwerte)

Digitalis-Herzglykoside

Diuretika (harntreibende Mittel)

Corticosteroide (entzündungshemmende Mittel; Mittel zur Behandlung von Überempfindlichkeits-

reaktionen)

Gluthetimid (Beruhigungsmittel)

Rifampicin (Anti-Tuberkulose-Mittel)

Metformin (Mittel zur Behandlung der Zuckerkrankheit)

Thiouracil, 6-Mercaptopurin (Mittel zur Hemmung der Zellteilung)

Vitamin-K-haltige Präparate

Griseofulvin (Mittel bei Pilzinfektionen)

Johanniskrauthaltige Präparaten (Mittel zur Behandlung von Verstimmungszuständen).

Einnahme von Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

kann mit oder ohne Nahrung eingenommen werden. Allerdings reduziert die

gleichzeitige Aufnahme von Vitamin K-haltigen Nahrungsmitteln die gerinnungshemmende Wirkung

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

. Deshalb sollten Sie bestimmte Nahrungsmittel wie Broccoli,

Grünkohl, Rosenkohl, Spinat, Weizenkeime und manche Zwiebelsorten (z.B. Frühlingszwiebeln) nur in

Maßen zu sich nehmen, da sie viel Vitamin K enthalten. Bitte achten Sie auch bei der Einnahme von

Vitamin-Präparaten darauf, ob und wie viel Vitamin K enthalten ist.

Grapefruit und dessen Saft hemmen das Enzym CYP3A4 und damit den Abbau von

Phenpro.-

ratiopharm

®

3 mg

im Körper, was zu einem erhöhten Blutungsrisiko führen kann. Bei gleichzeitiger

Einnahme von Goji Beeren oder Goji Saft wurde eine Verstärkung der Wirkung von Warfarin (ein

anderes Mittel zur Hemmung der Blutgerinnung) beobachtet. Eine ähnliche Wechselwirkung mit

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

kann nicht ausgeschlossen werden (siehe Abschnitt 2 "Einnahme von

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

zusammen mit anderen Arzneimitteln").

Eine komplexe Wechselwirkung ergibt sich für Alkohol. Akute Aufnahme erhöht die Wirkung oraler

gerinnungshemmender Substanzen (Antikoagulanzien), während chronische Aufnahme diese

abschwächt. Bei chronischer Aufnahme von Alkohol und einer Leberschwäche (Leberinsuffizienz) kann

es jedoch auch zu einer Wirkungsverstärkung kommen.

Vermeiden Sie den Genuss von Alkohol.

Sonstige Wechselwirkungen

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

kann die blutzuckersenkende Wirkung von Sulfonylharnstoffen (Mittel zur

Behandlung der Blutzuckerkrankheit) verstärken (Gefahr eines Blutzuckerabfalls unter Normalwerte).

Beachten Sie bitte, dass diese Angaben auch für vor kurzem angewandte Arzneimittel gelten können.

Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um

Rat.

Schwangerschaft

Sie dürfen

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

nicht einnehmen, wenn Sie schwanger sind, da es von der Mutter

auf das Kind weitergegeben wird. Die Einnahme von

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

während der

Schwangerschaft kann zu Missbildungen und sogar zum Tod Ihres ungeborenen Kindes führen.

Außerdem besteht die Gefahr von Blutungen beim Fötus.

Sie müssen vermeiden, dass Sie schwanger werden, indem Sie während der Therapie mit

Phenpro.-

ratiopharm

®

3 mg

und im Zeitraum von 3 Monaten nach Abschluss der Behandlung mit

Phenpro.-

ratiopharm

®

3 mg

wegen des erhöhten Risikos fetaler Fehlbildungen wirksame Verhütungsmethoden

anwenden.

Wenn Sie schwanger werden möchten oder während der Einnahme dieses Medikaments schwanger

geworden sind, sprechen Sie sofort mit Ihrem Arzt. Sie sollten auf eine sicherere alternative Behandlung

(z. B. Heparin) umgestellt werden, falls Sie eine Schwangerschaft planen oder bei Ihnen gerade eine

Schwangerschaft festgestellt worden ist.

Stillzeit

Wenn Sie stillen, geht

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

in die Muttermilch über, allerdings in so geringen

Mengen, dass bei Ihrem Kind wahrscheinlich keine Nebenwirkungen auftreten. Vorsichtshalber sollte Ihr

Kind, falls Sie es stillen, Vitamin K1 verabreicht bekommen.

Fertilität

Hinsichtlich der Auswirkungen von

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

auf die Fertilität liegen keine Daten vor.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

hat keinen bekannten Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit

zum Bedienen von Maschinen.

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg enthält Lactose.

Bitte nehmen Sie

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen

bekannt ist, dass Sie unter einer Zuckerunverträglichkeit leiden.

3.

Wie ist Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker ein.

Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Die folgenden Angaben gelten, soweit Ihnen Ihr Arzt

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

nicht anders verordnet

hat. Bitte halten Sie sich an die Anwendungsvorschriften, da

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

sonst nicht

richtig wirken kann!

Die Dosierung von Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg ist durch die Bestimmung der Thromboplastinzeit

oder durch einen anderen geeigneten Test (zum Beispiel chromogene Substratmethode) zu

überwachen und individuell anzupassen.

Das Messergebnis dieser Bestimmung wird als INR

(International Normalized Ratio) angegeben.

Die erste Bestimmung sollte stets vor Beginn der Behandlung mit Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

erfolgen.

Das Ansprechen auf die Behandlung ist individuell sehr unterschiedlich; daher ist es unerlässlich, die

Blutgerinnung fortlaufend zu kontrollieren und die Dosierung entsprechend anzupassen. Angestrebt wird

ein wirksamer Bereich, je nach Art der vorliegenden Erkrankung, von 2,0 bis 3,5 INR.

In Abhängigkeit von der Indikation sind folgende INR-Werte anzustreben:

Indikation

INR-Bereich

Vorbeugung tiefer venöser Thrombosen nach einer Operation

2,0 bis 3,0

Längeres Ruhigstellen (Immobilisation) nach Hüftchirurgie und

Operationen von Brüchen des Oberschenkels (Femurfrakturen)

2,0 bis 3,0

Therapie tiefer Venenthrombosen, Lungenembolie und TIA

(Transitorische ischämische Attacke, Durchblutungsstörung des Gehirns)

2,0 bis 3,0

Wiederkehrende tiefe Venenthrombosen, Lungenembolien

2,0 bis 3,0

Herzinfarkt, wenn ein erhöhtes Risiko für thromboembolische Ereignisse

gegeben ist

2,0 bis 3,0

Vorhofflimmern

2,0 bis 3,0

Herzklappenersatz, biologisch

2,0 bis 3,0

Herzklappenersatz, mechanisch

2,0 bis 3,5

Zweiflügelprothesen in Aortenposition

2,0 bis 3,0

Die Therapie wird üblicherweise mit einer höheren Anfangsdosis eingeleitet. Es wird empfohlen, bei

normalen INR-Werten am 1. Behandlungstag 2 bis 3 Tabletten (entsprechend 6 bis 9 mg

Phenprocoumon) und am 2. Behandlungstag 2 Tabletten (entsprechend 6 mg Phenprocoumon) zu

verabreichen.

Ab dem dritten Tag muss regelmäßig die Thromboplastinzeit bestimmt werden, um den Reaktionstyp des

Patienten festzustellen (Hypo-, Normo-, Hyperreaktion). Liegt der INR-Wert niedriger als der

angestrebte therapeutische Bereich (siehe Tabelle oben), werden täglich 1 ½ Tabletten

Phenpro.-

ratiopharm

®

3 mg

(entsprechend 4,5 mg Phenprocoumon) gegeben; liegt der INR-Wert im angestrebten

therapeutischen Bereich, wird täglich 1 Tablette

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

(entsprechend 3 mg

Phenprocoumon) gegeben; liegt der INR-Wert höher als der therapeutische Bereich (INR > 3,5), wird

täglich ½ Tablette

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

(entsprechend 1,5 mg Phenprocoumon) gegeben. Bei

INR-Werten > 4,5 soll keine

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

Gabe erfolgen.

Die Erhaltungsdosis muss dann - ebenso wie die Anfangsdosis - dem ermittelten INR-Wert angepasst

werden. In der Regel genügen niedrige Erhaltungsdosen von ½ bis 1 ½ Tabletten

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

(1,5 bis 4,5 mg Phenprocoumon) pro Tag, abhängig vom individuellen Ansprechen des Patienten,

um den INR-Wert konstant im angestrebten Bereich zu halten.

Die Gerinnung sollte bei stabil eingestellten Patienten in regelmäßigen Zeitabständen, mindestens alle 3

bis 4 Wochen, überprüft werden. Eine häufigere Kontrolle ist notwendig bei Änderungen von

gleichzeitig verabreichten anderen Medikamenten, falls diese zusätzlich gegeben oder abgesetzt werden

(siehe Abschnitt 2 "Einnahme von

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

zusammen mit anderen Arzneimitteln").

Die Behandlung mit

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

kann ohne Ausschleichen beendet werden.

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

Ältere Patienten

Ältere Patienten (besonders über 75 Jahre) benötigen im Allgemeinen eine niedrigere Dosierung als

jüngere Patienten, um denselben INR-Wert zu erreichen. Eine engmaschige Überwachung ist

erforderlich.

Patienten mit Nierenfunktionsstörungen

Nierenfunktionsstörungen haben keinen signifikanten Einfluss auf die Eliminationshalbwertszeit.

Patienten mit Leberfunktionsstörungen

Leberfunktionsstörungen haben keinen signifikanten Einfluss auf den Abbau von Phenprocoumon.

Allerdings ist

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

aufgrund des erhöhten Blutungsrisikos bei schweren Schäden

des Leberparenchyms kontraindiziert (siehe Abschnitt 2 „

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

darf nicht

eingenommen werden“).

Anwendung bei Kindern

Für die Anwendung von oralen Antikoagulanzien einschließlich

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

bei Kindern

unter 14 Jahren liegen nur unzureichende Erfahrungen vor. Vorsicht und eine häufigere Kontrolle der

INR-Werte wird empfohlen

Überbrückung (Bridging)

Vorteile und Risiken einer Überbrückung vor, während und nach einer Operation bei Patienten, die mit

Vitamin K Antagonisten (oralen Antikoagulanzien) behandelt werden, müssen sorgfältig abgewogen

werden. Patienten, die erstmals eine orale Antikoagulationstherapie nach einer Operation erhalten,

müssen besonders sorgfältig überwacht werden hinsichtlich ausreichenden Schutzes vor

Thromboembolien und einem akzeptablen Blutungsrisiko. Üblicherweise wird eine

Überbrückungstherapie mit niedermolekularem Heparin (Dosierung basierend auf dem Risikolevel)

durchgeführt, bis sich der INR im therapeutischen Bereich befindet.

Aufhebung der gerinnungshemmenden Wirkung

Die Art und Weise, wie die gerinnungshemmende Wirkung aufgehoben werden soll, hängt vom INR-

Wert und den klinischen Bedürfnissen ab. Bei stark erhöhten INR-Werten mit oder ohne Blutungen sollte

die Behandlung mit

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

unterbrochen werden. Gegebenenfalls ist eine Kontrolle

des INR-Wertes mithilfe von intravenösen Vitamin K-Gaben notwendig. Nähere Angaben im Abschnitt

2 „Wenn Sie eine größere Menge

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

eingenommen haben, als Sie sollten“.

Kontrolle der Therapie mit

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

Eine Kontrolle der Wirkung von

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

mittels INR/Thromboplastin-

zeitbestimmung (Quick-Wert) oder eines anderen geeigneten Tests (zum Beispiel chromogene

Substratmethode) ist unerlässlich. Die erste Bestimmung erfolgt vor Behandlungsbeginn, die weiteren

Kontrollen finden täglich oder jeden zweiten Tag statt. Bei ausreichender Erfahrung mit der

Erhaltungsdosis kann man sich – dank der konstanten Wirkung des Präparates – auf größere Zeitabstände

(zum Beispiel eine Bestimmung alle vier Wochen) beschränken, sofern der Zustand des Patienten oder

die sonstige Medikation keine abrupte Veränderung erleidet.

Für den therapeutischen Bereich gelten die entsprechenden Angaben der Bestimmungsmethode. Beim

INR-Wert ist dieser Bereich auf Werte zwischen 2,5 und 5,0 bzw. auf die oben angegebenen Werte

begrenzt. Bei einer erhöhten Blutungsneigung sollte der INR-Wert zwischen 1,5 und 2,5 liegen.

Vor und während operativer Eingriffe sollte die Blutgerinnung ausschließlich mit Heparin kontrolliert

werden.

Falls die Blutgerinnung während der Behandlung mit

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

unter den

therapeutischen Minimalwert fällt, wird empfohlen, die Dosierung anzupassen und die

Gerinnungsparameter nach 2 Tagen erneut zu bestimmen.

Art der Anwendung

Die Tabletten unzerkaut einmal täglich mit ausreichend Flüssigkeit (z. B. einem Glas Wasser)

einnehmen. Bei einer Langzeitbehandlung empfiehlt es sich, die Tagesdosis aus praktischen Gründen

abends einzunehmen.

Dauer der Anwendung

Die Dauer der Antikoagulanzienbehandlung sollte nach Möglichkeit schon vor Therapiebeginn festgelegt

werden. Die Indikation zur Antikoagulation ist in regelmäßigen Abständen zu überprüfen.

Bei den meisten

thrombosegefährdeten Patienten

ist eine 3- bis 4-wöchige vorbeugende Behandlung

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

angezeigt; zumindest sollte die Antikoagulation so lange erfolgen, bis

der Patient ausreichend mobil ist. Zu frühes Absetzen vergrößert die Thrombosegefahr. Nach

Operationen und Geburten sollte

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

vom 2. oder 3. Tag an gegeben werden.

Prophylaxe der arteriellen Embolie

Die Behandlung mit

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

richtet sich nach den klinischen Anforderungen und

kann über mehrere Monate oder Jahre fortgeführt werden.

Therapie der Thrombose oder Embolie

akuter Thrombose

oder schon

bestehender Embolie

ist die Einleitung der Antikoagulanzien-

Therapie durch intravenöse Applikation von Heparin unerlässlich. Nach Überwindung der akuten

Krankheitsphase - d.h. frühestens nach 2, in schweren Fällen nach mehreren Tagen - kann die

Behandlung mit

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

weitergeführt werden. Am ersten Übergangstag sollte der

Patient neben der unverminderten Menge von Heparin die volle Initialdosis von

Phenpro.-ratiopharm

®

3

mg

erhalten, denn Heparin hat keine Nachwirkung, während

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

die bereits

erwähnte Verzögerungszeit bis zum Eintritt des gerinnungshemmenden Effektes aufweist. Während

dieser Umstellung ist eine besonders sorgfältige Kontrolle der Gerinnungsverhältnisse notwendig. Die

Dauer der Behandlung mit Heparin hängt von der Zeitspanne bis zum Erreichen des erwünschten Grades

der Antikoagulation ab. Die Behandlung mit

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

richtet sich nach den klinischen

Bedürfnissen; sie kann sich über mehrere Monate, gegebenenfalls Jahre, erstrecken.

Herzinfarkt

werden mit der Langzeitbehandlung (über Monate und Jahre) gute Ergebnisse erzielt.

Die Höhe der Dosierung richtet sich auch hier nach dem Ergebnis der Gerinnungskontrolle (INR-Wert).

Über die Anwendungsdauer entscheidet der behandelnde Arzt. Die Dauer der

Antikoagulanzienbehandlung sollte nach Möglichkeit schon vor Behandlungsbeginn festgelegt werden.

Ihr Arzt sollte regelmäßig prüfen, ob eine weitere Einnahme von

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

nötig ist.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine größere Menge von Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg eingenommen haben, als Sie sollten

Eine Überdosierung führt zu einer zu langen Gerinnungszeit und eventuell zu Blutungen. Falls der INR-

Wert während der Behandlung mit

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

den oberen therapeutischen Grenzwert

übersteigt, werden eine Dosisreduzierung und die erneute Überprüfung der Gerinnungsparameter nach 2

Tagen empfohlen.

Erkennbare Zeichen einer akuten Überdosierung können, abhängig von deren Ausmaß, sein:

Blutbeimengungen im Urin, kleine punktförmige Blutungen an Stellen mechanischer Belastung,

spontane Haut- und Schleimhautblutungen, Blutstuhl, Verwirrtheitszustände bis hin zur

Bewusstlosigkeit.

Verständigen Sie bei dem Verdacht auf eine Überdosierung sofort den behandelnden Arzt. Ihr Arzt wird

sich bei der Behandlung der Überdosierung am Krankheitsbild orientieren.

Bewusstlosigkeit kann ein Anzeichen für eine Gehirnblutung sein. Die sofortige notärztliche Behandlung

ist erforderlich.

In den meisten Fällen können weniger schwere Blutungen durch das Absetzen des Antikoagulanz

kontrolliert werden.

Therapie/Antidote

Spezifischer Antagonist: Vitamin K

. Vitamin K

- (Phytomenadion) ist in der Lage, die

gerinnungshemmende Wirkung von

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

innerhalb von 24 Stunden aufzuheben.

Bei leichteren Blutungen (wie z.B. vorübergehendes Nasenbluten, mikroskopische Hämaturie (Blut im

Urin), isolierte kleine Hämatome (Blutergüsse)) genügt es meist, die Dosis vorübergehend zu verringern.

In diesen Fällen ist es besser, kein Phytomenadion (Vitamin K

) zu verabreichen, da dadurch eine

effektive Blutgerinnungshemmung für mehrere Tage verhindert wird. Bei behandlungsbedürftigen

Blutungen sollten 5 bis 10 mg Vitamin K

oral verabreicht werden. Nur bei lebensbedrohlichen

Blutungen sollten 10 bis 20 mg Vitamin K

langsam i.v. (Vorsicht: anaphylaktoide Reaktion möglich)

gegeben werden. Falls der INR-Wert nicht sinkt, soll die Anwendung nach einigen Stunden wiederholt

werden.

Notfallmaßnahmen:

Wenn in Fällen von sehr starker oder bedrohlicher Blutung (wie z.B. Verdacht auf eine Blutung im

Gehirn, massive Einblutung in den Magen-Darm-Trakt, Notoperationen) der Eintritt der vollen Vitamin-

-Wirkung nicht abgewartet werden kann, ist durch Infusion von virusinaktiviertem

Prothrombinkomplexkonzentrat (PPSB) oder von frisch gefrorenem Plasma die Aufhebung der

Phenprocoumon Wirkung möglich.

Durch orale Verabreichung von Colestyramin (fünfmal 4 g/Tag) kann die Ausscheidung von

Phenprocoumon zusätzlich beschleunigt werden.

Eine engmaschige Überwachung der Gerinnungsparameter sollte gewährleistet sein.

Wenn Sie die Einnahme von Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg vergessen haben

Nehmen Sie zum nächsten Einnahmezeitpunkt nicht die doppelte Menge ein, sondern führen Sie die

Einnahme in der verordneten Menge fort. Informieren Sie Ihren Arzt, damit er entscheiden kann, ob die

Bestimmung des INR-Wertes erforderlich ist.

Wenn Sie die Einnahme von Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg abbrechen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie die Behandlung mit

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

verändern.

Wenn Sie die Behandlung mit

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

unterbrechen oder vorzeitig beenden, besteht

das Risiko eines Gefäßverschlusses durch Blutgerinnsel.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Aufgrund der Eigenschaften von Phenprocoumon sind Blutungen möglich, an denen verschiedene

Organe beteiligt sein können, insbesondere lebensbedrohliche Blutungen im Zentralnervensystem und

dem Magen-Darm-Trakt (siehe Abschnitt 3 "Wie ist

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

einzunehmen?").

Informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt, wenn Sie folgende Nebenwirkung bemerken:

Einen schmerzhaften Hautausschlag. In seltenen Fällen kann

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

schwere

Hauterkrankungen verursachen, einschließlich der sogenannten Kalziphylaxie, die mit einem

schmerzhaften Hautausschlag beginnen und zu schweren Komplikationen führen kann. Diese

Nebenwirkung tritt häufiger bei Patienten mit chronischer Nierenerkrankung auf.

Andere Nebenwirkungen, die während der Anwendung dieses Arzneimittels auftreten können, sind:

Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen)

Nasenbluten (Epistaxis)

Blut im Urin (Hämaturie) einschließlich Mikrohämaturie

Zahnfleischbluten

Blutergüsse (Hämatome) nach Verletzungen

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

Blutungen im Bereich des Herzbeutels

Blutungen im Bereich des Rückenmarks und Gehirns

Netzhautblutungen

Blutungen im Bereich der Pleurahöhle (Brusthöhle)

Einblutung in die Darmwand (Antikoagulanzienabdomen), Blutungen aus dem Magen-Darm-Trakt,

Blutungen im Bereich des rückseitigen Bauchfells (Retroperitoneums)

Nesselsucht (Urtikaria), Hautausschlag (Exantheme), Juckreiz (Pruritus), entzündliche

Hautreaktionen (Dermatitis), vorübergehender Haarausfall (reversible Alopecia diffusa)

Blutungen im Bereich von Gelenken, Muskeln

Blutungen im Bereich der Bauchspeicheldrüse und der Nebenniere

brennende Schmerzen in den Großzehen mit gleichzeitiger Verfärbung der Großzehen (purple

toes)

Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen)

Blutarmut (Anämie), bedingt durch Blutungen

Sehr selten (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen)

Kompressionssyndrom des Oberschenkelnervs (Nervus femoralis) infolge einer hinter dem

Bauchfell liegenden (retroperitonealen) Blutung

Leberentzündungen (Hepatitiden) mit oder ohne Gelbsucht (Ikterus); Schädigungen des

Lebergewebes (Leberparenchymschäden), Leberversagen, in Einzelfällen mit erforderlicher

Lebertransplantation oder mit Todesfolge (siehe Abschnitt 2 „Was sollten Sie vor der Einnahme

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

beachten?“)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Magen-Darm-Störungen wie z.B. Übelkeit, Appetitminderung, Erbrechen, Durchfall (Diarrhoe)

schwere Hautnekrosen (Absterben von Hautbezirken), manchmal mit Todesfolge (Purpura

fulminans) oder der Folge einer dauerhaften Behinderung, allergische Hautreaktionen

nach längerer Anwendung (Monate) kann sich - insbesondere bei dazu disponierten Patienten - ein

Knochenschwund (Osteopenie/Osteoporose) entwickeln

Je nach Ort oder Ausdehnung können auftretende Blutungen im Einzelfall lebensbedrohlich sein oder

Schäden hinterlassen, wie z.B. Lähmungen nach einer Nervenschädigung.

Unter Langzeittherapie mit

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

sollten im Rahmen der ärztlichen Überwachung

regelmäßige Leberfunktionsprüfungen durchgeführt werden, da in seltenen Fällen

Leberparenchymschäden auftreten können.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für

Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch

direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-

Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen

melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur

Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und den Blisterpackungen nach „Verwendbar

bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag

des angegebenen Monats.

Nicht über 30 °C lagern.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg enthält

Der Wirkstoff ist Phenprocoumon.

Jede Tablette enthält 3 mg Phenprocoumon.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Hochdisperses Siliciumdioxid, Povidon K25, Lactose-Monohydrat, Mikrokristalline Cellulose,

Croscarmellose-Natrium, Magnesiumstearat (Ph.Eur.).

Wie Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg aussieht und Inhalt der Packung

Weiße, runde, beidseitig gewölbte Tabletten mit beidseitiger Kreuzbruchkerbe (einseitige Snap-Tab).

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

ist in Packungen mit 20, 50, 98 und 100 Tabletten erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer

ratiopharm GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm

Hersteller

Merckle GmbH

Ludwig-Merckle-Str. 3

89143 Blaubeuren

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Juni 2018.

Versionscode: Z13

FACHINFORMATION

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg Tabletten

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jede Tablette enthält 3 mg Phenprocoumon.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: Jede Tablette enthält 58 mg Lactose-Monohydrat (siehe

Abschnitt 4.4).

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Tablette

Weiße, runde, beidseitig gewölbte Tabletten mit beidseitiger Kreuzbruchkerbe (einseitige Snap-Tab).

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Behandlung und Prophylaxe von Thrombose und Embolie.

Langzeitbehandlung des Herzinfarktes, wenn ein erhöhtes Risiko für thromboembolische Komplikationen

gegeben ist.

Hinweise:

Bei der Reinfarktprophylaxe in der Posthospitalphase ist der Nutzen einer Langzeitantikoagulation

besonders sorgfältig gegen das Blutungsrisiko abzuwägen.

Die gerinnungshemmende Wirkung von Phenprocoumon setzt mit einer Latenz von ca. 36 bis 72 Stunden

ein. Falls eine rasche Antikoagulation erforderlich ist, muss die Therapie mit Heparin eingeleitet werden.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Die Dosierung von Phenprocoumon ist durch die Bestimmung der Thromboplastinzeit oder einen

anderen adäquaten Test (zum Beispiel chromogene Substratmethode) zu überwachen und

individuell anzupassen.

Das Messergebnis dieser Bestimmung wird als INR (International Normalized Ratio) angegeben.

Die erste Bestimmung sollte stets als Gesamtgerinnungsbestimmung vor Beginn der Behandlung

mit Phenprocoumon erfolgen.

Das Ansprechen auf die Behandlung ist individuell sehr unterschiedlich;

daher ist es unerlässlich, die Blutgerinnung fortlaufend zu kontrollieren und die Dosierung entsprechend

anzupassen.

Je nach Art der vorliegenden Erkrankung wird ein wirksamer Bereich von 2,0-3,5 INR angestrebt.

In Abhängigkeit von der Indikation werden folgende INR-Werte empfohlen:

Indikation

INR-Bereich

Postoperative Prophylaxe tiefer venöser Thrombosen

2,0 bis 3,0

Längere Immobilisation nach Hüftchirurgie und Operationen von Femurfrakturen

2,0 bis 3,0

Therapie tiefer Venenthrombosen, Lungenembolie und TIA

2,0 bis 3,0

Rezidivierende tiefe Venenthrombosen, Lungenembolien

2,0 bis 3,0

Myokardinfarkt, wenn ein erhöhtes Risiko für thromboembolische Ereignisse

gegeben ist

2,0 bis 3,0

Vorhofflimmern

2,0 bis 3,0

Herzklappenersatz, biologisch

2,0 bis 3,0

Herzklappenersatz, mechanisch

2,0 bis 3,5

Zweiflügelprothesen in Aortenposition

2,0 bis 3,0

Die Therapie wird üblicherweise mit einer höheren Initialdosis eingeleitet. Es wird empfohlen, bei

normalen INR-Werten am 1. Behandlungstag 2 bis 3 Tabletten (entsprechend 6 bis 9 mg

Phenprocoumon) und am 2. Behandlungstag 2 Tabletten (entsprechend 6 mg Phenprocoumon) zu

verabreichen.

Ab dem dritten Tag muss regelmäßig die Thromboplastinzeit bestimmt werden, um den Reaktionstyp des

Patienten festzustellen (Hypo-, Normo-, Hyperreaktion).

Liegt der INR-Wert niedriger als der angestrebte therapeutische Bereich (siehe Tabelle oben),

werden täglich 1 ½ Tabletten

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg Tabletten

(entsprechend 4,5 mg

Phenprocoumon) gegeben.

Liegt der INR-Wert im angestrebten therapeutischen Bereich, wird täglich 1 Tablette

Phenpro.-

ratiopharm

®

3 mg Tabletten

(entsprechend 3 mg Phenprocoumon) gegeben.

Liegt der INR-Wert höher als der therapeutische Bereich (INR > 3,5), wird täglich ½ Tablette

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg Tabletten

(entsprechend 1,5 mg Phenprocoumon) gegeben. Bei INR-

Werten > 4,5 soll keine

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg Tabletten

Gabe erfolgen.

Die Erhaltungsdosis muss - ebenso wie die Initialdosis - dem ermittelten INR-Wert angepasst werden. In

der Regel genügen niedrige Erhaltungsdosen von ½ bis 1 ½ Tabletten

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg

Tabletten

(1,5 bis 4,5 mg Phenprocoumon) pro Tag abhängig vom individuellen Ansprechen des

Patienten, um den INR-Wert konstant im angestrebten Bereich zu halten.

Die Gerinnung sollte bei stabil eingestellten Patienten in regelmäßigen Zeitabständen, mindestens alle 3

bis 4 Wochen, überprüft werden. Eine häufigere Kontrolle ist notwendig bei Änderungen der

Begleitmedikation (Ansetzen, Dosisänderung, Absetzen) (siehe Abschnitt 4.5).

Die Behandlung mit

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg Tabletten

kann ohne Ausschleichen beendet werden.

Vorgehen bei vergessener Einnahme einer Dosis

Der antikoagulative Effekt von

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg Tabletten

hält mehr als 24 Stunden an. Wenn

der Patient die Einnahme einer Dosis vergisst, soll diese so schnell wie möglich am selben Tag

nachgeholt werden. Eine Einnahme einer doppelten Dosis am folgenden Tag soll nicht erfolgen. Es wird

empfohlen den Arzt zu kontaktieren.

Bridging

Vorteile und Risiken eines perioperativen Bridgings bei Patienten, die mit Vitamin K Antagonisten

(oralen Antikoagulanzien) behandelt werden, müssen sorgfältig abgewogen werden. Patienten, die

erstmals eine orale Antikoagulationstherapie nach einer Operation erhalten, müssen besonders sorgfältig

überwacht werden hinsichtlich ausreichenden Schutzes vor perioperativen Thromboembolien und einem

akzeptablen Blutungsrisiko. Üblicherweise wird eine Bridging Therapie mit niedermolekularem Heparin

(Dosierung basierend auf dem Risikolevel) durchgeführt, bis sich der INR im therapeutischen Bereich

befindet.

Aufhebung der gerinnungshemmenden Wirkung

Die Art und Weise, wie die gerinnungshemmende Wirkung aufgehoben werden soll, ist abhängig vom

INR-Wert und den klinischen Anforderungen. Bei stark erhöhten INR-Werten mit oder ohne Blutungen

soll die Behandlung mit

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg Tabletten

unterbrochen werden. Gegebenenfalls ist

eine Kontrolle des INR-Wertes mithilfe von intravenösen Vitamin K-Gaben notwendig. Nähere Angaben

im Abschnitt 4.9.

Kontrolle der Therapie mit

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg Tabletten

Eine Kontrolle der Wirkung von

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg Tabletten

mittels INR/Thromboplastinzeit-

bestimmung (Quick-Wert) oder eines adäquaten Tests (zum Beispiel chromogene Substratmethode) ist

speziell zu Therapiebeginn unerlässlich. Die erste Bestimmung erfolgt vor Behandlungsbeginn, die

weiteren Kontrollen finden täglich oder jeden zweiten Tag statt. Bei ausreichender Erfahrung mit der

Erhaltungsdosis kann man sich – dank der konstanten Wirkung des Präparates – auf größere Intervalle

(zum Beispiel eine Bestimmung alle vier Wochen) beschränken, sofern der Zustand des Patienten oder

die sonstige Medikation keine abrupte Veränderung erleidet.

Für den therapeutischen Bereich gelten die entsprechenden Angaben der Bestimmungsmethode. Beim

INR-Wert ist dieser Bereich auf die oben angegebenen Werte begrenzt. Bei einer erhöhten

Blutungsneigung sollte der INR-Wert zwischen 1,5 und 2,5 liegen.

Prä- und perioperativ sollte die Blutgerinnung ausschließlich mit Heparin kontrolliert werden.

Falls die Blutgerinnung während der Behandlung mit

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg Tabletten

unter den

therapeutischen Minimalwert fällt, wird empfohlen, die Dosierung anzupassen und die

Gerinnungsparameter nach 2 Tagen erneut zu bestimmen.

Einnahme von Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg Tabletten mit Nahrung und Getränken

Die Absorptionsrate von

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg Tabletten

wie auch die Clearance von freiem

Phenprocoumon ist bei gleichzeitiger Nahrungsaufnahme (z.B. Weizenkleie) leicht reduziert. Die

klinische Relevanz scheint gering zu sein. Allerdings reduziert die gleichzeitige Aufnahme von Vitamin

K-haltigen Nahrungsmitteln die antikoagulative Wirkung von

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg Tabletten

Grapefruit hemmt CYP3A4 und kann zu einem erhöhten Blutungsrisiko führen (siehe Abschnitt 4.5). Bei

gleichzeitiger Anwendung von Goji Beeren oder Goji Saft wurde eine Verstärkung der antikoagulativen

Eigenschaften von Warfarin beobachtet. Der Mechanismus dieser Interaktion ist augenblicklich unklar

und eine ähnliche Interaktion mit Phenprocoumon kann nicht ausgeschlossen werden (siehe Abschnitt

4.5).

Besondere Patientengruppen

Ältere Patienten

Ältere Patienten (besonders über 75 Jahre) benötigen im Allgemeinen eine niedrigere Dosierung als

jüngere Patienten, um denselben INR-Wert zu erreichen. Bei älteren Patienten sollte die antikoagulative

Medikation besonders engmaschig überwacht werden.

Patienten mit Nierenfunktionsstörungen

Nierenfunktionsstörungen haben keinen signifikanten Einfluss auf die Eliminationshalbwertszeit. Jedoch

sind

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg Tabletten

bei Patienten mit manifester Niereninsuffizienz

kontraindiziert.

Patienten mit Leberfunktionsstörungen

Leberfunktionsstörungen haben keinen signifikanten Einfluss auf die Phenprocoumon Clearance.

Allerdings sind

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg Tabletten

aufgrund des erhöhten Blutungsrisikos bei

schweren Schäden des Leberparenchyms kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Kinder und Jugendliche

Für die Anwendung von oralen Antikoagulanzien einschließlich

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg Tabletten

bei Kindern unter 14 Jahren liegen nur unzureichende Erfahrungen vor. Vorsicht und eine häufigere

Kontrolle der INR-Werte wird empfohlen.

Art und Dauer der Anwendung

Die Tabletten unzerkaut einmal täglich mit ausreichend Flüssigkeit (z. B. einem Glas Wasser) einnehmen.

Bei einer Langzeitbehandlung empfiehlt es sich, die Tagesdosis aus praktischen Gründen abends

einzunehmen.

Die Dauer der Antikoagulanzienbehandlung sollte nach Möglichkeit schon vor Therapiebeginn festgelegt

werden. Die Behandlung mit Phenprocoumon richtet sich nach den klinischen Bedürfnissen; sie kann sich

über mehrere Monate, gegebenenfalls Jahre, erstrecken. Die Indikation zur Antikoagulation ist in

regelmäßigen Abständen zu überprüfen.

Postoperative Prophylaxe der tiefen Venenthrombose / verlängerte Immobilisierung nach

Hüftchirurgie und Operation einer Femurfraktur

Bei den meisten

thrombosegefährdeten Patienten

ist eine 3- bis 4-wöchige Prophylaxe mit

Phenprocoumon angezeigt; zumindest sollte die Antikoagulation so lange erfolgen, bis der Kranke

ausreichend mobil ist. Zu frühes Absetzen vergrößert die Thrombosegefahr. Nach Operationen und

Geburten sollte Phenprocoumon vom 2. oder 3. Tag an gegeben werden, wenn kein erhöhtes

Blutungsrisiko besteht.

Prophylaxe der arteriellen Embolie

Die Behandlung mit

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg Tabletten

richtet sich nach den klinischen

Anforderungen und kann über mehrere Monate oder Jahre fortgeführt werden.

Therapie der Thrombose oder Embolie

akuter Thrombose

oder schon

bestehender Embolie

ist die Einleitung der

Antikoagulanzientherapie durch intravenöse Applikation von Heparin unerlässlich. Nach Überwindung

der akuten Krankheitsphase - d.h. frühestens nach 2, in schweren Fällen nach mehreren Tagen - kann die

Behandlung mit Phenprocoumon weitergeführt werden. Am ersten Übergangstag sollte der Patient neben

der unverminderten Menge von Heparin die volle Initialdosis von Phenprocoumon erhalten, denn Heparin

hat keine Nachwirkung, während Phenprocoumon die bereits erwähnte Latenzzeit bis zum Eintritt des

gerinnungshemmenden Effektes aufweist. Während dieser Umstellung ist eine besonders sorgfältige

Kontrolle der Gerinnungsverhältnisse notwendig. Die Dauer der Behandlung mit Heparin hängt von der

Zeitspanne bis zum Erreichen des erwünschten Grades der Antikoagulation ab.

Herzinfarkt

werden mit der Langzeitbehandlung (über Monate und Jahre) gute Ergebnisse erzielt.

Die Höhe der Dosierung richtet sich auch hier nach dem Ergebnis der Gerinnungskontrolle (INR-Wert).

Umstellung von Heparin auf Phenprocoumon

Bei Behandlungsbeginn sollte eine Gesamtgerinnungsbestimmung zum Ausschluss okkulter

Gerinnungsstörungen durchgeführt werden (PTT, Thrombinzeit, Heparin-Toleranztest). Für den

Übergang von Heparin auf Phenprocoumon ergibt sich etwa folgendes Schema:

Erster Tag der Umstellung:

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg Tabletten

: einmal 2 bis 3 Tabletten

Heparin: Dauerinfusion (20 000 bis 30 000 I.E. p.d.) oder alle 8 Stunden 7 500 I.E. s.c.

Zweiter Tag der Umstellung:

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg Tabletten

: einmal 2 Tabletten

Heparin: Dauerinfusion (20 000 bis 30 000 I.E. p.d.) oder alle 8 Stunden

7 500 I.E. s.c.

Dritter Tag der Umstellung und weitere Behandlungszeit:

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg Tabletten

: Erhaltungsdosis von ½ bis 1 ½ Tabletten p.d. je nach INR-

Wert (siehe orale Dosis ab dem 3. Tag)

Heparin: absetzen, wenn Phenprocoumon die volle Wirkung entfaltet.

4.3

Gegenanzeigen

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg Tabletten

darf nicht angewendet werden

bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

bei Erkrankungen, bei denen das Blutungsrisiko den möglichen therapeutischen Benefit überwiegt,

z.B. hämorrhagische Diathesen, schweren Leberparenchymerkrankungen (siehe Abschnitt 4.4 und

4.8), manifeste Niereninsuffizienz, schwere Thrombozytopenie

bei Erkrankungen, bei denen der Verdacht auf eine Läsion des Gefäßsystems besteht, z.B.:

bei frischem apoplektischem Insult

bei Endocarditis

bei Perikarditis

bei Hirnarterienaneurysma

bei disseziierendem Aortenaneurysma

bei Ulzera im Magen-Darm-Trakt

bei einer Operation am Auge

bei Retinopathien mit Blutungsrisiko

bei Traumen oder chirurgischen Eingriffen am Zentralnervensystem

bei fortgeschrittener Arteriosklerose

bei fixierter und behandlungsrefraktärer Hypertonie (> 200/105 mmHg)

bei kavernöser Lungentuberkulose

nach urologischen Operationen solange Blutungsneigung (Makrohämaturie) besteht

bei ausgedehnten offenen Wunden (auch nach chirurgischen Eingriffen)

in der Schwangerschaft (Ausnahme: absolute Indikation zur Antikoagulation bei

lebensbedrohlicher Heparin-Unverträglichkeit)

Während der Behandlung mit Antikoagulanzien sollten keine Angiographie oder andere diagnostische

oder therapeutische Verfahren mit einem Risiko für unkontrollierbare Blutungen durchgeführt werden.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Allgemeine Hinweise

Phenprocoumon sollte nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung angewendet werden

bei Anfallsleiden

bei chronischem Alkoholismus

bei Nephrolithiasis

bei mangelnder Compliance des Patienten

während der Stillzeit

Eine besonders sorgfältige Überwachung der Dosierung ist angezeigt bei Herzdekompensation,

Arteriosklerose und Hypertension, leichteren Hepatopathien, Vaskulitis sowie schwerem Diabetes

mellitus.

Phenprocoumon hat einen engen therapeutischen Bereich. Daher ist bei Wechsel von einem Präparat auf

ein anderes Vorsicht geboten und ein engmaschiges Monitoring des INR-Wertes erforderlich.

Bei älteren Patienten und bei Kindern soll die antikoagulative Medikation besonders engmaschig

überwacht werden (siehe auch Abschnitt 4.2).

Eingriffe und Operationen

Intramuskuläre Injektionen, Lumbalpunktionen, rückenmarksnahe Regionalanästhesien sowie

Angiographien dürfen unter der Behandlung mit Phenprocoumon aufgrund der Gefahr massiver

Blutungen nicht durchgeführt werden. Bei invasiven diagnostischen Eingriffen ist das Nutzen-Risiko-

Verhältnis zwischen Blutungsrisiko und Rethrombose abzuwägen.

Eine besonders sorgfältige Überwachung der Dosierung ist angezeigt, wenn Phenprocoumon nach

Operationen angewendet wird, bei denen eine erhöhte Gefahr sowohl von Thrombosen als auch von

Blutungen besteht (z.B. Lungenresektionen, Operationen der Urogenitalorgane, des Magens und der

Gallenwege).

Traumen

Nach Verletzungen (Traumen), wie z.B. infolge eines Unfalls, besteht erhöhte Blutungsgefahr. Der

Patient sollte auf die erhöhte Blutungsgefahr bei der Einnahme von Phenprocoumon hingewiesen und

aufgefordert werden, Tätigkeiten zu vermeiden, die leicht zu Unfällen oder Verletzungen führen können.

Menstruationsblutungen stellen dagegen keine Kontraindikation für Phenprocoumon dar.

Interaktionen

Mögliche Interaktionen von Phenprocoumon mit anderen Arzneimitteln sind sorgfältig zu beachten (siehe

Abschnitt 4.5). Phenylbutazon und Analoga sollten bei mit Phenprocoumon behandelten Patienten nicht

angewendet werden. Eine komplexe Interaktion ergibt sich bei gleichzeitiger Einnahme mit Alkohol: Bei

hohem gewohnheitsmäßigem Alkoholkonsum kann die gerinnungshemmende Wirkung herabgesetzt sein,

doch ist bei einer beeinträchtigten Leberfunktion auch eine verstärkte Wirkung möglich.

Die Bindung von Phenprocoumon an Serumproteine kann bei den unterschiedlichsten Krankheitsbildern

verringert sein, so dass die Wirkung des Arzneimittels verstärkt werden kann. Dies erfordert eine

besonders engmaschige Überprüfung des INR-Wertes.

Intramuskuläre Injektionen sollten während der Antikoagulanzientherapie nach Möglichkeit unterbleiben,

da hierbei Blutungen bzw. Hämatome auftreten können. Bei subkutanen und intravenösen Injektionen

wird diese Komplikation selten beobachtet.

Besondere Vorsicht ist geboten, wenn es notwendig ist PT/INR für diagnostische oder therapeutische

Eingriffe zu erniedrigen (z.B. Angiographie, Lumbalpunktion, kleineren Operationen, Zahnextraktionen,

usw.).

Hautnekrosen (meist Hautinfarkte) können zu Beginn der antikoagulativen Therapie auftreten. In diesen

Fällen muss die Therapie mit

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg Tabletten

durch Vitamin K

gestoppt werden

und der Patient muss umgehend auf Heparin umgestellt werden. Zusätzlich kann Prednison gegeben

werden.

Kalziphylaxie ist ein seltenes Syndrom der Gefäßverkalkung mit Hautnekrose und verbunden mit einer

hohen Sterblichkeit. Die Erkrankung wird hauptsächlich bei Patienten mit terminaler Nierenerkrankung

beobachtet, die eine Dialyse erhalten, oder bei Patienten mit bekannten Risikofaktoren wie Protein-C-

oder -S-Mangel, Hyperphosphatämie, Hyperkalzämie oder Hypoalbuminämie. Es wurden seltene Fälle

von Kalziphylaxie gemeldet, in denen Patienten Vitamin-K-Antagonisten, einschließlich

Phenpro.-

ratiopharm

®

3 mg Tabletten

, einnahmen, auch wenn sie an keiner Nierenerkrankung litten. Wenn

Kalziphylaxie diagnostiziert wird, sollten eine geeignete Behandlung begonnen und das Absetzen von

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg Tabletten

erwogen werden

Überwachung

Eine regelmäßige Kontrolle der Wirkung von Phenprocoumon durch Bestimmung der Thromboplastinzeit

ist unerlässlich. Die Gerinnung muss stets vor Behandlungsbeginn und während der Behandlung

kontrolliert werden. In den ersten Behandlungstagen sind engmaschige (alle 1 - 2 Tage) Kontrollen

angezeigt. Bei stabil eingestellten Patienten sind größere Intervalle zwischen den Kontrollen im

Allgemeinen ausreichend (jedoch mindestens regelmäßig alle 3 - 4 Wochen), sofern keine abrupten

Änderungen hinsichtlich Nebenmedikationen, Ernährungsgewohnheiten oder Allgemeinzustand (z.B.

Fieber) vorliegen.

Schwere Lebererkrankungen

Unter Langzeittherapie mit Phenprocoumon sollten im Rahmen der ärztlichen Überwachung regelmäßige

Leberfunktionsprüfungen durchgeführt werden, da in seltenen Fällen über Leberparenchymschäden bis

hin zum Leberversagen (einschließlich Todesfälle) im Zusammenhang mit Phenprocoumon berichtet

wurden (siehe Abschnitt 4.8). Die Patienten sind darauf hinzuweisen, sich ärztlichen Rat einzuholen,

bevor sie die Behandlung fortsetzen, wenn sich Anzeichen und Symptome einer fulminanten

Lebererkrankung wie schnell entwickelnde Asthenie begleitet von Ikterus, Dunkelfärbung des Urins,

Blutungsneigung oder hepatische Enzephalopathie entwickeln.

Weitere Hinweise

Patienten, die ambulant mit Phenprocoumon behandelt werden, sollten einen vom Arzt ausgestellten

Ausweis, aus dem die Antikoagulanzienbehandlung ersichtlich ist, bei sich tragen.

Nach Absetzen der Therapie dauert es 7 bis 10 Tage und länger, ehe sich die Gerinnungswerte

normalisiert haben.

Zur Latenz bis zum Wirkungseintritt siehe Hinweis in Abschnitt 4.1.

Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-

Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht einnehmen.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Phenprocoumon hat einen engen therapeutischen Bereich und somit ist generell Vorsicht bei jeder

Begleitmedikation geboten. Die individuelle Fachinformation für jede neue Begleitmedikation ist

bezüglich einer möglichen Dosisanpassung oder einer engmaschigeren Überwachung von

Phenprocoumon zu überprüfen. Selbst wenn keine Informationen zu einer Interaktion mit

Phenprocoumon beschrieben sind, sollte die Möglichkeit einer Interaktion beachtet werden. Wenn

Zweifel bezüglich des Ausmaßes einer Interaktion besteht, ist ein intensiveres Monitoring erforderlich.

Aufgrund vielfacher Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten dürfen Patienten während einer

Therapie mit

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg Tabletten

weitere Medikamente grundsätzlich nur nach

Rücksprache mit dem behandelnden Arzt einnehmen oder absetzen.

Bei gleichzeitiger Behandlung mit anderen Medikamenten oder bei abrupter Umstellung der

Ernährungsgewohnheiten und Einnahme von Vitamin-K-haltigen Präparaten sowie bei interkurrenten

oder gleichzeitig bestehenden Erkrankungen (z.B. Lebererkrankungen, Herzinsuffizienz) kann es zu einer

veränderten Wirksamkeit von Phenprocoumon kommen. In diesen Fällen empfiehlt es sich, häufigere

Gerinnungskontrollen vorzunehmen.

Da Phenprocoumon hauptsächlich durch die Isoenzyme CYP450 2C9 und 3A4 metabolisiert wird, kann

die gleichzeitige Einnahme von Substraten, Aktivatoren oder Inhibitoren der Cytochrome CYP2C9 und

CYP3A4 die Wirkung von Phenprocoumon beeinflussen.

Einfluss anderer Substanzen auf Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg Tabletten

Substanzen, die die Wirkung von oralen Antikoagulanzien verstärken können

Inhibitoren von CYP2C9 und CYP3A4 oder kompetitive Substrate können die antikoagulative Wirkung

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg Tabletten

verstärken.

Beispiele von Substanzen, die die antikoagulative Wirkung verstärken:

andere Antikoagulanzien: unfraktioniertes Heparin, niedermolekulare Heparine oder Heparinoide,

Acenocoumarol sowie Thrombozytenaggregationshemmer wie Clopidogrel können die Wirkung

von Phenprocoumon durch ihre antikoagulativen Eigenschaften verstärken und zu einem erhöhten

Blutungsrisiko führen. Wenn eine gleichzeitige Anwendung erforderlich ist, wird eine

engmaschigere Überprüfung von Prothrombinzeit /INR empfohlen, speziell zu Therapiebeginn

oder bei Absetzen von Phenprocoumon.

Allopurinol

Antiarrhythmika: Amiodaron, Chinidin, Propafenon

Methoxsalen (früher Ammoidin)

bestimmten Antibiotika: Amoxicillin mit oder ohne Clavulansäure, Aminoglykoside,

Chloramphenicol, Tetracycline, z.B. Doxycyclin, Trimethoprim-Sulfamethoxazol (Cotrimoxazol)

und andere Sulfonamide, Cloxacillin, Makrolide (z.B. Clarithromycin, Erythromycin-Derivate),

Lincosamide (z.B. Clindamycin), N-Methylthiotetrazol-Cephalosporinen und andere

Cephalosporine (Cefazolin, Cefpodoximproxetil, Cefotaxim, Ceftibuten, Ceftriaxon), einige

Quinolone (z.B. Levofloxacin)

Disulfiram

Fibrate

Imidazolderivate (z.B. Ketoconazol)

Triazolderivate

Analgetika und/oder Antirheumatika: Leflunomid, Phenylbutazon und Analoga, Piroxicam,

selektive Coxibe, Acetylsalicylsäure

Tramadol

Methyltestosteron und andere anabole Steroide

Thyroxin

Zytostatika: Tamoxifen, Capecitabin

Glucosamin

trizyklischen Antidepressiva

Statine, z.B. Simvastatin

selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI)

Zotepin

Fibrinolytika

Grapefruit interagiert mit vielen Arzneistoffen einschließlich Phenprocoumon. Es hemmt CYP3A4 und

kann zu einem erhöhten Blutungsrisiko führen.

Vorsicht ist geboten, wenn Patienten, die mit Vitamin K Antagonisten wie Phenprocoumon behandelt

werden, gleichzeitig Goji-Saft oder -Beeren zu sich nehmen.

Eine Veränderung der Gerinnungsparameter und/oder Blutungen sind bei Patienten gemeldet worden,

die Capecitabin zusammen mit Cumarin-Derivaten wie Warfarin oder Phenprocoumon einnahmen.

Diese unerwünschten Wirkungen traten innerhalb mehrerer Tage und bis zu mehreren Monaten nach

Beginn der Behandlung mit Capecitabin auf, in wenigen Fällen auch innerhalb eines Monats nach Ende

der Behandlung mit Capecitabin.

Die gleichzeitige Gabe von Paracetamol in hohen Dosen über einen längeren Zeitraum sollte vermieden

werden, da die Wirkung von Phenprocoumon verstärkt werden kann. Bei gelegentlicher Einnahme von

500-1500 mg Paracetamol/Tag wurde bisher keine Beeinflussung der Wirkung von Phenprocoumon

beobachtet.

Phenytoin und verwandte Mittel können zu Beginn der Behandlung vorübergehend die Wirkung von

Phenprocoumon verstärken. Bei einer Dauerbehandlung beschleunigen sie den Abbau von

Phenprocoumon (durch Enzyminduktion) und führen so zu einer Abschwächung der Phenprocoumon-

Wirkung. Phenprocoumon kann die Wirkung von Phenytoin verstärken.

Substanzen, die die antikoagulative Wirkung abschwächen können

Induktoren von CYP2C9 oder CYP3A4 können die antikoagulative Wirkung von

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg Tabletten

abschwächen. Beispiele für Substanzen, die die antikoagulative Wirkung antagonisieren,

sind:

Azathioprin

Barbiturate

Carbamazepin

Colestyramin

Digitalis-Herzglykoside

Diuretika

Corticosteroide

Gluthetimid (Aminogluthetimid)

Griseofulvin

6-Mercaptopurin

Rifampicin

Metformin

Thiouracil

Vitamin-K-haltige Präparate

Bei Barbituraten, Glutethimid, Rifampicin und Carbamazepin beruht die Interaktion auf einer Induktion

mikrosomaler Enzyme, daher ist bei Absetzen der Medikation unter fortlaufender

Antikoagulanzientherapie aufgrund der Überdosierungsgefahr eine engmaschige Kontrolle angezeigt.

Die Wirkung von Phenprocoumon kann durch gleichzeitige Gabe von Johanniskraut-Zubereitungen

abgeschwächt werden. Dies dürfte u.a. durch eine Induktion des Cytochrom-P-450-Enzyms bedingt sein.

Eine engmaschige Kontrolle der Gerinnungsparameter, insbesondere zu Beginn und aufgrund der

Überdosierungsgefahr nach Absetzen der Behandlung mit Johanniskraut, sowie eine entsprechende

Anpassung der Dosis von Phenprocoumon werden empfohlen.

Substanzen mit variablem Einfluss auf

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg Tabletten

Eine komplexe Interaktion ergibt sich für Ethanol. Akute Aufnahme potenziert die Wirkung oraler

Antikoagulanzien, während chronische Aufnahme diese abschwächt. Bei chronischer Aufnahme von

Alkohol und einer Leberinsuffizienz kann es jedoch auch zu einer Wirkungsverstärkung kommen.

Estrogen/Gestagen-Kontrazeptiva können die Clearance von Phenprocoumon erhöhen, ohne den

antikoagulierenden Effekt zu beeinflussen.

Einfluss von Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg Tabletten auf andere Substanzen

Phenprocoumon kann die Wirkung von Sulfonylharnstoffen verstärken (Gefahr von Hypoglykämie).

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Frauen im gebärfähigen Alter/Verhütung

Frauen im gebärfähigen Alter, die

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg Tabletten

einnehmen, müssen während der

Behandlung wirksame Verhütungsmethoden anwenden und sollten dies drei Monate nach Einnahme der

letzten Dosis fortsetzen.

Frauen, die eine Schwangerschaft planen, sollten vor der Schwangerschaft auf eine sicherere Alternative

umgestellt werden.

Schwangerschaft

Beruhend auf bisherigen Erfahrungen am Menschen kann Phenprocoumon bei Verabreichung während

der Schwangerschaft zu Geburtsschäden und zum Tod des Fötus führen. Es liegen epidemiologische

Hinweise vor, dass das Risiko von Geburtsschäden und Fetaltod mit zunehmender Dauer der Exposition

gegenüber Phenprocoumon im ersten Trimenon der Schwangerschaft zunimmt, wobei die Rate von

schweren Geburtsfehlern stark ansteigt, wenn die Behandlung mit Phenprocoumon über die fünfte

Schwangerschaftswoche hinaus fortgesetzt wird.

Bei Exposition gegenüber Phenprocouomon während des zweiten und dritten Trimenons der

Schwangerschaft hat der Fötus ein erhöhtes Risiko für eine intrauterine oder unter der Geburt auftretende

(zerebrale) Blutung aufgrund einer fötalen Gerinnungshemmung.

Beim Menschen passiert Phenprocoumon die Plazentaschranke.

Phenprocoumon darf nicht während der Schwangerschaft angewendet werden (siehe Abschnitt 4.3).

Falls die Patientin während der Einnahme von

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg Tabletten

schwanger wird,

sollte sie sofort auf eine sicherere alternative Behandlung (z. B. Heparin) umgestellt und eine

engmaschige Nachkontrolle inklusive eines Ultraschalls Stufe II empfohlen werden.

Stillzeit

Bei stillenden Müttern gelangt der Wirkstoff in die Muttermilch, allerdings in so geringen Mengen, dass

keine Nebenwirkungen beim Säugling zu erwarten sind. Vorsichtshalber wird jedoch eine Prophylaxe

durch Verabreichung von Vitamin K1 an das Kind empfohlen.

Fertilität

Hinsichtlich der Auswirkungen von

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg Tabletten

auf die Fertilität liegen keine

Daten vor.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Phenprocoumon hat keinen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen.

4.8

Nebenwirkungen

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr häufig

(≥ 1/10)

Häufig

(≥ 1/100 bis < 1/10)

Gelegentlich

(≥ 1/1.000 bis < 1/100)

Selten

(≥ 1/10.000 bis < 1/1.000)

Sehr selten

(< 1/10.000)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils:

Aufgrund der Eigenschaften von Phenprocoumon sind Blutungen möglich, an denen verschiedene

Organe beteiligt sein können, insbesondere lebensbedrohliche Blutungen im Zentralnervensystem und

dem Gastrointestinaltrakt.

Organklasse

Sehr häufig

(≥ 1/10)

Gelegentlich

(≥ 1/1.000,

< 1/100)

Selten

(≥ 1/10.000, <

1/1.000)

Sehr selten

(< 1/10.000)

Nicht bekannt

(Häufigkeit auf

Grundlage der

verfügbaren

Daten nicht

abschätzbar)

Erkrankungen

des Blutes und

des

Lymphsystems

Durch

Blutungen

bedingte

Anämien

Endokrine

Erkrankungen

Blutungen im

Bereich der

Bauchspeichel-

drüse und der

Nebenniere

Stoffwechsel-

und

Ernährungs-

störungen

Kalziphylaxie

Erkrankungen

des

Nervensystems

Blutungen im

Bereich des

Rückenmarks

und Gehirns

Kompressions-

syndrom des

Nervus

femoralis

infolge einer

retroperitone-

alen Blutung

Augen-

erkrankungen

Netzhaut-

blutungen

Herz-

erkrankungen

Blutungen im

Bereich des

Herzbeutels

Gefäß-

erkrankungen

Hämatome

nach

Verletzungen

Brennende

Schmerzen in

den Großzehen

gleichzeitiger

Verfärbung der

Großzehen

(purple toes)

Erkrankungen

der Atemwege,

des

Brustraums

und

Mediastinums

Epistaxis

Blutungen im

Bereich der

Pleurahöhle

Erkrankungen

des Gastro-

intestinal-

trakts

Zahnfleisch-

bluten

Einblutung in

die Darmwand

(Antikoagu-

lanzien-

abdomen),

Blutungen aus

dem Magen-

Darm-Trakt,

Gastrointesti-

nale Störungen

wie z.B.

Übelkeit,

Appetit-

minderung,

Erbrechen,

Diarrhoe

Blutungen im

Bereich des

Retroperitoneu

Leber- und

Gallen-

erkrankungen

Hepatitiden,

Ikterus,

Leberversagen

erforderlicher

Lebertrans-

plantation oder

mit Todesfolge,

Leber-

parenchym-

schäden (siehe

Abschnitt 4.4)

Erkrankungen

der Haut und

des Unterhaut-

zellgewebes

Urtikaria,

Exanthem,

Pruritus,

Dermatitis,

reversible

Alopecia

diffusa

Schwere

Hautnekrosen,

manchmal mit

Todesfolge

(Purpura

fulminans) oder

der Folge einer

dauerhaften

Behinderung,

allergische

Hautreaktion

Skelett-

muskulatur-,

Bindegewebs-

und Knochen-

erkrankungen

Blutungen im

Bereich von

Gelenken

und/oder

Muskeln

Nach längerer

Anwendung

(Monate) kann

sich –

insbesondere

bei dazu

disponierten

Patienten – eine

Osteopenie/

Osteoporose

entwickeln

Erkrankungen

der Nieren

und Harnwege

Hämaturie

einschließlich

Microhämaturie

Hinweise

Bei aufgetretenen Hautnekrosen (meist Hautinfarkte) ist ein Zusammenhang mit vorbestehendem Mangel

an Protein C oder seines Cofaktors Protein S beschrieben worden. Es scheint, dass Nekrosen von lokalen

Thrombosen oder Mikrozirkulation begleitet sind, deren Auftreten sich einige Tage nach Beginn der

Antikoagulanzientherapie zeigt. Es empfiehlt sich, die Wirkung von Phenprocoumon durch Vitamin K

unterbrechen und die Antikoagulanzientherapie möglichst früh auf Heparin umzustellen, um eine

eventuell weitere Thrombosierung zu verhindern. Zusätzlich wird die Verabreichung von Prednison als

therapeutische Maßnahme diskutiert.

Bei auftretender Purpura sollte differenzialdiagnostisch eine Thrombozytopenie oder eine allergisch

bedingte Vasculitis in Erwägung gezogen werden.

Je nach Ort oder Ausdehnung können auftretende Blutungen im Einzelfall lebensbedrohlich sein oder

Schäden hinterlassen, wie z.B. Lähmungen nach einer Nervenschädigung.

Die Antikoagulanzientherapie kann zu einer erhöhten Freisetzung von Material aus atheromatösen

Plaques führen und das Risiko für Komplikationen durch systemische Cholesterol-Mikroembolisation

einschließlich „purple toes syndrome" erhöhen. Die Beendigung der Phenprocoumon-Therapie muss

erwogen werden, wenn solche Phänomene beobachtet werden.

Unter Langzeittherapie mit Phenprocoumon sollten im Rahmen der ärztlichen Überwachung regelmäßige

Leberfunktionsprüfungen durchgeführt werden, da in seltenen Fällen Leberparenchymschäden auftreten

können.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-

Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Eine Überdosierung führt zu einer zu langen Thromboplastinzeit und eventuell zu Blutungen. Falls der

INR-Wert während der Behandlung mit

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg Tabletten

den oberen

therapeutischen Grenzwert übersteigt, werden eine Dosisreduzierung und die erneute Überprüfung der

Gerinnungsparameter nach 2 Tagen empfohlen.

Nach akuter Einnahme großer Dosen steht beim Menschen während der ersten 24 Stunden eine

kapillartoxische Wirkung mit Hirnödem im Vordergrund. Danach kommt es zu Erhöhung des INR-

Wertes und zu Blutungen.

Erkennbare Zeichen einer akuten Überdosierung können, abhängig von deren Ausmaß, sein:

Blutbeimengungen im Urin, petechiale Blutungen an Stellen mechanischer Belastung, spontane Haut- und

Schleimhautblutungen, Blutstuhl, Verwirrtheitszustände bis hin zur Bewusstlosigkeit.

Bewusstlosigkeit kann ein Anzeichen für eine Gehirnblutung sein. Die sofortige notärztliche Behandlung

ist erforderlich.

In den meisten Fällen können weniger schwere Blutungen durch das Absetzen des Antikoagulans

kontrolliert werden.

Therapie/Antidote

Spezifischer Antagonist: Vitamin K

Vitamin K

- (Phytomenadion) ist in der Lage, die antikoagulative Wirkung innerhalb von 24 Stunden

aufzuheben.

Bei leichteren Blutungen (wie z.B. vorübergehendes Nasenbluten, mikroskopische Hämaturie, isolierte

kleine Hämatome) genügt es meist, die Dosis vorübergehend zu verringern. In diesen Fällen ist es besser,

kein Phytomenadion (Vitamin K

) zu verabreichen, da dadurch eine effektive Antikoagulation für

mehrere Tage verhindert wird.

Bei behandlungsbedürftigen Blutungen sollten 5 bis 10 mg Vitamin K

oral verabreicht werden. Nur bei

lebensbedrohlichen Blutungen sollten 10 bis 20 mg Vitamin K

langsam i.v. (cave anaphylaktoide

Reaktion) gegeben werden. Falls der INR-Wert nicht sinkt, soll die Applikation nach einigen Stunden

wiederholt werden.

Unterstützende und Notfallmaßnahmen

Wenn in Fällen von sehr starker oder bedrohlicher Blutung (wie z.B. Verdacht auf intrakraniale Blutung,

massive gastrointestinale Einblutung, Notoperationen) der Eintritt der vollen Vitamin-K

-Wirkung nicht

abgewartet werden kann, ist durch Infusion von virusinaktiviertem Prothrombinkomplexkonzentrat

(PPSB) oder von frisch gefrorenem Plasma die Aufhebung der Phenprocoumon-Wirkung möglich.

Durch orale Verabreichung von Colestyramin (fünfmal 4 g/Tag) kann die Elimination von

Phenprocoumon zusätzlich beschleunigt werden.

Eine engmaschige Überwachung der Gerinnungsparameter sollte gewährleistet sein.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antithrombotische Mittel, Vitamin-K-Antagonisten

ATC-Code: B01AA04

Phenprocoumon ist ein Vitamin-K-Antagonist aus der Gruppe der Cumarine. Phenprocoumon ist ein

Razemat und liegt als Gemisch aus zwei Enantiomeren vor.

Phenprocoumon hemmt in der Leber die Bildung aktiver Gerinnungsfaktoren (II, VII, IX und X), Protein

C und S aus inaktiven „Precursor"-Proteinen. Für diese Aktivierung ist Vitamin K notwendig, welches

hierbei zum inaktiven Vitamin-K-2,3-Epoxid oxidiert und anschließend wieder zum nativen Vitamin K

reduziert wird (Vitamin-K-Epoxid-Zyklus). Phenprocoumon unterbricht diesen Zyklus, indem es die

enzymatische Reduktion des Epoxides zum Vitamin K hemmt. Hieraus resultiert eine verminderte

Regeneration von biologisch wirksamem Vitamin K sowie die Zunahme der inaktiven Vorstufen der

Gerinnungsproteine (protein induced by Vitamin K absence [PIVKA]) in Leber und Plasma. Darüber

hinaus werden weitere Vitamin-K-abhängige Carboxylierungsreaktionen in anderen Organen durch

Phenprocoumon gehemmt (z.B. in Niere, Plazenta, Knochen). Die bereits gebildeten Gerinnungsfaktoren

werden durch Phenprocoumon nicht beeinträchtigt. Aus diesem Grunde erzielt man mit dem Präparat

keine sofortige Gerinnungshemmung wie zum Beispiel mit Heparin;

in vitro

ist Phenprocoumon

unwirksam. Die Wirkung von

Phenpro.-ratiopharm

®

3 mg Tabletten

auf die Gerinnung beginnt nach ein

bis zwei Tagen; die volle Wirksamkeit wird nach vier bis sechs Tagen erreicht.

Eine Erhöhung der Dosis von Phenprocoumon führt nicht zur Verkürzung der Latenzzeit. Der Grad der

Gerinnungshemmung wird mit der INR/Thromboplastinzeitbestimmung oder einer adäquaten

Modifikation dieser Methode überprüft. Gemessene Gerinnungszeiten lassen sich vorzugsweise in INR-

Werte umrechnen.

Phenprocoumon zeichnet sich durch eine gleichmäßige, langanhaltende und nicht abrupt aufhörende

Wirkung aus. Dank seiner spezifischen, nur auf das Vitamin-K-Enzymsystem gerichteten Wirkung

verursacht es keine allgemeine Leberschädigung. Aus diesen Gründen eignet sich Phenprocoumon ganz

besonders für eine Monate oder Jahre dauernde Behandlung (Langzeitantikoagulation).

Die durch Phenprocoumon induzierte Gerinnungsverzögerung wird durch Antagonisten vom Typ

Phytomenadion (Vitamin K1) aufgehoben.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption und Verteilung

Phenprocoumon wird rasch aus dem Magen-Darm-Trakt resorbiert.

Im Plasma wird Phenprocoumon zu etwa 99 % an Plasmaproteine - in erster Linie an Albumin -

gebunden und übt auf diese Weise eine Depotfunktion aus. Wegen der langen Verweildauer von

eiweißgebundenem Phenprocoumon im Plasma stellen sich konstante Konzentrationen

(Fließgleichgewicht) erst mehrere Tage nach Änderung der Erhaltungsdosis ein. Bei Hypoproteinämie

wie z.B. beim nephrotischen Syndrom ist die Wirkung von Phenprocoumon aufgrund erhöhter Clearance

vermindert.

Das Verteilungsvolumen beträgt ca. 100 - 150 ml/kg.

Die Wirkung von Phenprocoumon auf die Gerinnung beginnt erst nach ca. 2 bis 3 Tagen, da die Kinetik

des pharmakologischen Effektes von der Halbwertszeit der Vitamin-K-abhängigen Gerinnungsfaktoren

abhängt.

Aus dem Vergleich von pharmakokinetischen Daten nach oraler und intravenöser Gabe kann geschlossen

werden, dass eine hohe Bioverfügbarkeit vorliegt.

Phenprocoumon passiert die Plazentaschranke und geht in die Muttermilch über.

Biotransformation und Elimination

Phenprocoumon wird hauptsächlich durch die Isoenzyme CYP450 2C9 und 3A4 metabolisiert.

Die Elimination von Phenprocoumon erfolgt zum überwiegenden Anteil durch Metabolismus in der

Leber (Hydroxylierungs- und Konjugationsreaktion), ein Teil der konjugierten Muttersubstanz durchläuft

den enterohepatischen Kreislauf. Die Metaboliten werden im Urin ausgeschieden.

Weniger als 15 % der Arzneimittelmenge wird unverändert im Urin ausgeschieden.

Phenprocoumon besitzt eine niedrige hepatische Extraktionsrate, die hepatische Clearance beträgt

weniger als 1 ml/min.

Die Eliminationshalbwertszeit beträgt ca. 6,5 Tage.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Eine Niereninsuffizienz hat keinen nennenswerten Einfluss auf die Halbwertszeit. Infolge metabolischer

Induktion, zum Beispiel durch Barbiturate, kann die Wirksamkeit von Phenprocoumon abgeschwächt,

infolge Verdrängung aus der Eiweißbindung, zum Beispiel durch entzündungshemmende Arzneimittel,

dagegen verstärkt werden.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Die verfügbaren präklinischen Untersuchungen liefern keine zusätzlichen Ergebnisse im Vergleich zu den

bereits beschriebenen klinischen Informationen.

Mutagenität

Untersuchungen zur Mutagenität von Phenprocoumon liegen nicht vor.

Kanzerogenität

Gezielte Untersuchungen zum tumorigenen Potenzial von Phenprocoumon wurden nicht durchgeführt.

Reproduktionstoxizität

Während Warfarin-Exposition wurden im 1. Trimenon Chondrodysplasien (Conradi-Hünerman-

Syndrom) sowie im 2. und 3. Trimenon Wachstumsstörungen mit Mikroenzephalie und Optikusatrophie

beobachtet. Aufgrund der chemischen Verwandtschaft mit Warfarin muss daher bei Phenprocoumon

sowohl mit teratogenen als auch mit embryotoxischen Effekten gerechnet werden.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Hochdisperses Siliciumdioxid

Povidon K25

Lactose-Monohydrat

Mikrokristalline Cellulose

Croscarmellose-Natrium

Magnesiumstearat (Ph.Eur.)

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

4 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 30 °C lagern.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

PVC/Aluminium Blisterpackung

Packung mit 20 Tabletten

Packung mit 50 Tabletten

Packung mit 98 Tabletten

Packung mit 100 Tabletten

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Keine besonderen Anforderungen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

ratiopharm GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm

8.

ZULASSUNGSNUMMER(N)

6894724.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 6. Dezember 1999

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 6. März 2012

10.

STAND DER INFORMATION

Juni 2018

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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