Nebivolol Sandoz 5 mg Tabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Nebivololhydrochlorid
Verfügbar ab:
Hexal Aktiengesellschaft
INN (Internationale Bezeichnung):
nebivolol hydrochloride
Darreichungsform:
Tablette
Zusammensetzung:
Nebivololhydrochlorid 5.45mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
67194.00.00

Wortlaut der für die Packungsbeilage vorgesehenen Angaben

Gebrauchsinformation: Information für den Anwender

Nebivolol Sandoz

®

5 mg

Tabletten

Wirkstoff:

Nebivolol

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der

Einnahme dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige

Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später

nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an

Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die

gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder

Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Nebivolol Sandoz 5 mg und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Nebivolol Sandoz 5 mg

beachten?

Wie ist Nebivolol Sandoz 5 mg einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Nebivolol Sandoz 5 mg aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Nebivolol Sandoz 5 mg und wofür wird es angewendet?

Nebivolol Sandoz 5 mg enthält Nebivolol, ein auf das Herz/Kreislauf-System

wirkendes Arzneimittel aus der Gruppe der selektiven Betablocker (d.h. mit

selektiver Wirkung auf das Herz/Kreislauf-System). Es beugt einer erhöhten

Pulsfrequenz vor und kontrolliert die Pumpkraft des Herzens. Darüber hinaus

bewirkt es eine Weitung der Blutgefäße, was ebenfalls zur Blutdrucksenkung

beiträgt.

Das Arzneimittel wird zur Behandlung von Bluthochdruck (Hypertonie)

angewendet.

Nebivolol Sandoz 5 mg wird außerdem in Kombination mit anderen Arzneimitteln

zur Behandlung von leichter bis mittelschwerer chronischer Herzinsuffizienz bei

Patienten ab 70 Jahren angewendet.

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Nebivolol Sandoz 5 mg beachten?

Nebivolol Sandoz 5 mg darf nicht eingenommen werden

wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Nebivolol oder einen der in

Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind

wenn Sie an mindestens einer der folgenden Erkrankungen leiden:

niedriger Blutdruck

gravierende Durchblutungsstörungen in den Armen oder Beinen

sehr langsamer Herzschlag (weniger als 60 Schläge pro Minute)

bestimmte andere ernsthafte Herzrhythmusstörungen (zum Beispiel

atrioventrikulärer Block zweiten und dritten Grades,

Reizleitungsstörungen)

Herzinsuffizienz, die sich vor Kurzem entwickelt oder verschlechtert

hat, bzw. wenn Sie nach einem durch akutes Herzversagen bedingten

Kreislaufschock eine intravenöse Tropfinfusion zur Unterstützung Ihres

Herzens erhalten

Asthma oder pfeifendes Atemgeräusch (gegenwärtig oder in der

Vergangenheit)

unbehandeltes Phäochromozytom, ein oberhalb der Nieren (in den

Nebennieren) lokalisierter Tumor

Leberfunktionsstörung

eine Stoffwechselerkrankung (metabolische Azidose), zum Beispiel

diabetische Ketoazidose.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Nebivolol Sandoz

5 mg einnehmen, wenn einer der folgenden Zustände bei Ihnen vorliegt bzw.

eintritt:

abnorm langsamer Herzschlag

eine charakteristische Art von Brustschmerzen durch plötzlich auftretende

Herzkrämpfe, d.h. eine sogenannte Prinzmetal-Angina

unbehandelte chronische Herzinsuffizienz

Herzblock ersten Grades (eine leichte Reizleitungsstörung im Herzen mit

Auswirkungen auf den Herzrhythmus)

Durchblutungsstörungen in den Armen oder Beinen, zum Beispiel Raynaud-

Syndrom, krampfartige Schmerzen beim Gehen

anhaltende Probleme mit der Atmung

Diabetes: Dieses Arzneimittel beeinflusst den Blutzuckerspiegel nicht, könnte

aber die Warnzeichen eines niedrigen Blutzuckerspiegels maskieren (zum

Beispiel Herzklopfen, beschleunigter Herzschlag).

Schilddrüsenüberfunktion: Dieses Arzneimittel könnte die Zeichen eines durch

diese Erkrankung verursachten abnorm beschleunigten Herzschlags

maskieren.

Allergie: Dieses Arzneimittel könnte die Reaktion auf Pollen oder andere

Stoffe, gegen die eine Allergie besteht, verstärken.

Psoriasis (eine mit schuppenden rosafarbenen Flecken einhergehende

Hauterkrankung) bzw. wenn Sie in der Vergangenheit eine Psoriasis hatten.

eine bevorstehende Operation: Teilen Sie dem Narkosearzt grundsätzlich mit,

dass Sie Nebivolol Sandoz 5 mg einnehmen, bevor Sie eine Anästhesie

erhalten.

Wenn Sie gravierende Nierenprobleme haben, nehmen Sie Nebivolol Sandoz 5

mg nicht zur Behandlung von Herzinsuffizienz ein und informieren Sie Ihren Arzt.

Zu Beginn Ihrer Behandlung wegen chronischer Herzinsuffizienz werden Sie re-

gelmäßig von einem erfahrenen Arzt beobachtet (siehe Abschnitt 3).

Diese Behandlung sollte nicht abrupt beendet werden, es sei denn, der behan-

delnde Arzt hält eine sofortige Beendigung nach einer sorgfältigen Beurteilung für

dringend geboten (siehe Abschnitt 3).

Kinder und Jugendliche

Aufgrund fehlender Daten zur Anwendung des Arzneimittels bei Kindern und

Jugendlichen wird die Anwendung von Nebivolol Sandoz 5 mg in dieser

Patientengruppe nicht empfohlen.

Die Anwendung von Nebivolol Sandoz 5 mg als Dopingmittel kann bei

Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen.

Eine missbräuchliche Anwendung von Nebivolol Sandoz 5 mg kann die

Gesundheit gefährden.

Einnahme von Nebivolol Sandoz 5 mg zusammen mit anderen Arzneimitteln

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel

einnehmen/anwenden bzw. vor Kurzem eingenommen/angewendet haben, auch

wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt. Einige

Arzneimittel dürfen nicht gleichzeitig angewendet werden, während bei anderen

Arzneimitteln bestimmte Veränderungen (zum Beispiel der Dosis) erforderlich

sind.

Informieren Sie grundsätzlich Ihren Arzt, wenn Sie zusätzlich zu Nebivolol Sandoz

5 mg eines der folgenden Arzneimittel anwenden bzw. einnehmen:

Arzneimittel zur Blutdruckkontrolle oder Behandlung von Herzproblemen (zum

Beispiel Amiodaron, Amlodipin, Cibenzolin, Clonidin, Digoxin, Diltiazem,

Disopyramid, Felodipin, Flecainid, Guanfacin, Hydrochinidin, Lacidipin,

Lidocain, Methyldopa, Mexiletin, Moxonidin, Nicardipin, Nifedipin, Nimodipin,

Nitrendipin, Propafenon, Chinidin, Rilmenidin, Verapamil)

sympathikusstimulierende Mittel (Arzneimittel, die die Wirkungen der

sympathomimetischen Aktivierung von Herz und Kreislauf nachahmen)

Sedativa und Mittel zur Behandlung von Psychosen (psychischen

Erkrankungen), zum Beispiel Barbiturate (auch zur Behandlung von

Epilepsie), Phenothiazin (auch zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen)

sowie Thioridazin

Antidepressiva, zum Beispiel Amitriptylin, Paroxetin, Fluoxetin

Arzneimittel, die zur Narkose während einer Operation verwendet werden

Arzneimittel zur Behandlung von Asthma, Nasenverstopfung oder bestimmten

Augenerkrankungen wie zum Beispiel Glaukom (erhöhter Augeninnendruck)

oder zur Dilatation (Weitung) der Pupillen.

Baclofen (ein Arzneimittel zur Behandlung einer erhöhten Muskelspannung);

Amifostin (ein Arzneimittel mit Schutzfunktionen, das während einer

Krebsbehandlung angewendet wird).

Alle diese Arzneimittel sowie Nebivolol Sandoz 5 mg können den Blutdruck

und/oder die Herzfunktion beeinflussen.

Arzneimittel zur Behandlung einer Magensäureüberproduktion oder von

Magengeschwüren (Antazida), zum Beispiel Cimetidin: Nehmen Sie Nebivolol

Sandoz 5 mg zusammen mit einer Mahlzeit und das Antazidum zwischen den

Mahlzeiten ein.

Einnahme von Nebivolol Sandoz 5 mg zusammen mit Nahrungsmitteln und

Getränken

Nebivolol Sandoz 5 mg kann zu einer Mahlzeit oder auf leeren Magen, sollte aber

mit etwas Wasser eingenommen werden.

Schwangerschaft und Stillzeit

Nebivolol Sandoz 5 mg darf während der Schwangerschaft nur eingenommen

werden, wenn dies eindeutig erforderlich ist.

Eine Einnahme während der Stillzeit wird nicht empfohlen.

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten schwanger zu

sein oder beabsichtigen schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme

dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Dieses Arzneimittel kann Schwindel oder Müdigkeit verursachen. Ist dies bei Ihnen

der Fall, verzichten Sie auf das Steuern eines Fahrzeugs und Bedienen von

Maschinen.

Nebivolol Sandoz 5 mg enthält Lactose

Dieses Arzneimittel enthält Lactose. Bitte nehmen Sie Nebivolol Sandoz 5 mg

erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie un-

ter einer Zuckerunverträglichkeit leiden.

3.

Wie ist Nebivolol Sandoz 5 mg einzunehmen?

Nehmen Sie Nebivolol Sandoz 5 mg immer genau nach der Anweisung des Arztes

ein. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz

sicher sind.

Die Einnahme von Nebivolol Sandoz 5 mg kann vor, während oder nach einer

Mahlzeit, aber auch unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen. Die Tablette sollte

vorzugsweise mit etwas Wasser geschluckt werden.

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis:

Behandlung von Bluthochdruck (Hypertonie)

Die übliche Dosis beträgt 1 Tablette täglich. Die Dosis sollte möglichst immer

zur gleichen Tageszeit eingenommen werden.

Ältere Patienten sowie Patienten mit Nierenerkrankungen beginnen

üblicherweise mit einer halben (½) Tablette pro Tag.

Die therapeutische Wirkung auf den Blutdruck tritt nach 1-2

Behandlungswochen in Erscheinung. Gelegentlich wird die optimale Wirkung

erst nach 4 Wochen erreicht.

Behandlung von chronischer Herzinsuffizienz

Ihre Behandlung wird von einem erfahrenen Arzt eingeleitet und sorgfältig

überwacht.

Der Arzt wird die Behandlung mit einer viertel (¼) Tablette pro Tag beginnen.

Nach 1-2 Wochen kann die Dosis auf eine halbe (½) Tablette täglich, später auf

1 und dann auf 2 Tabletten pro Tag erhöht werden, bis die optimale Dosis für

Sie erreicht wurde. Der Arzt verordnet Ihnen bei jedem Aufdosierungsschritt die

für Sie geeignete Dosis. Halten Sie sich genau an die ärztlichen Anweisungen.

Die empfohlene Höchstdosis liegt bei 2 Tabletten (10 mg) täglich.

Zu Beginn der Behandlung sowie bei jedem Aufdosierungsschritt müssen Sie

von einem erfahrenen Arzt über einen Zeitraum von 2 Stunden sorgfältig

beobachtet werden.

Falls erforderlich, kann der Arzt Ihre Dosis vermindern.

Sie dürfen die Behandlung nicht abrupt beenden, da sich Ihre

Herzinsuffizienz ansonsten verschlechtern könnte.

Patienten mit schwerwiegenden Nierenproblemen sollten dieses Arzneimittel

nicht einnehmen.

Nehmen Sie Ihr Arzneimittel einmal täglich vorzugsweise etwa zur gleichen

Tageszeit ein.

Hinweise zum Teilen der Tabletten

Falls Ihr Arzt Ihnen verordnet hat, ¼ oder ½ Tablette (zwei Viertel) einzunehmen,

legen Sie die Tablette mit der Bruchkerbe nach oben auf eine ebene, harte

Fläche, zum Beispiel einen Tisch.

Drücken Sie gleichmäßig auf die gesamte Tablette, bis Sie hören, dass die

Tablette zerbrochen ist.

Die Tablette ist nun in vier Teile geteilt, die vorsichtig getrennt werden können.

Ihr Arzt kann beschließen, Nebivolol Sandoz 5 mg Tabletten mit anderen

Arzneimitteln zur Behandlung Ihrer Erkrankung zu kombinieren.

Nicht bei Kindern und Jugendlichen anwenden.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben,

dass die Wirkung von Nebivolol Sandoz 5 mg zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine größere Menge Nebivolol Sandoz 5 mg eingenommen haben, als

Sie sollten

Wenn Sie versehentlich eine größere Menge eingenommen haben, als Sie sollten,

setzen Sie sich unverzüglich mit Ihrem Arzt oder Apotheker in Verbindung. Die

häufigsten Zeichen und Symptome einer Überdosis Nebivolol bestehen in sehr

langsamem Herzschlag (Bradykardie), niedrigem Blutdruck mit möglicher

Ohnmacht (Hypotonie), Atemnot wie bei Asthma (Bronchospasmus) und akutem

Herzversagen.

Während Sie auf Ihren Arzt warten, können Sie Aktivkohle (erhältlich in der

Apotheke) einnehmen.

Wenn Sie die Einnahme von Nebivolol Sandoz 5 mg vergessen haben

Wenn Sie die Einnahme von Nebivolol Sandoz 5 mg vergessen haben und das

Versäumnis kurz nach dem vorgesehenen Einnahmezeitpunkt bemerken, nehmen

Sie die Tagesdosis wie gewohnt ein. Wenn seit dem vorgesehenen

Einnahmezeitpunkt bereits längere Zeit vergangen ist (zum Beispiel mehrere

Stunden) und der nächste Einnahmezeitpunkt bevorsteht, lassen Sie die

vergessene Dosis aus und nehmen Sie die nächste geplante normale Dosis zum

gewohnten Zeitpunkt ein.

Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis. Ein wiederholtes Auslassen der Einnahme ist

jedoch zu vermeiden.

Wenn Sie die Einnahme von Nebivolol Sandoz 5 mg abbrechen

Unabhängig davon, ob Sie Nebivolol Sandoz 5 mg zur Behandlung von

Bluthochdruck oder chronischer Herzinsuffizienz erhalten, sollten Sie die Behandlung

nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt beenden.

Die Behandlung mit Nebivolol Sandoz 5 mg sollte nicht abrupt beendet werden, da es

zu einer vorübergehenden Verschlechterung Ihrer Herzinsuffizienz kommen könnte.

Falls Nebivolol Sandoz 5 mg zur Behandlung einer chronischen Herzinsuffizienz

eingenommen wird und die Behandlung beendet werden muss, sollte die tägliche

Dosis schrittweise durch Halbierung in wöchentlichen Abständen vermindert werden.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie

Ihren Arzt oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann Nebivolol Sandoz 5 mg Nebenwirkungen haben, die aber

nicht bei jedem auftreten müssen.

Mögliche Nebenwirkungen von Nebivolol Sandoz 5 mg bei Einnahme zur Blut-

hochdruckbehandlung:

Häufige Nebenwirkungen (kann bis zu 1 Behandelten von 10 betreffen):

Kopfschmerzen

Schwindel

Müdigkeit

Ungewöhnliches Gefühl des Juckens oder Kribbelns

Durchfall

Verstopfung

Übelkeit

Kurzatmigkeit

Schwellung von Händen oder Füßen.

Gelegentliche Nebenwirkungen (kann bis zu 1 Behandelten von 100 betreffen):

Langsamer Herzschlag oder andere Herzbeschwerden

Niedriger Blutdruck

Krampfartige Beinschmerzen beim Gehen

Sehstörung

Impotenz

Depression

Verdauungsstörungen (Dyspepsie), Blähungen, Erbrechen

Hautausschlag, Hautjucken

Atemnot wie bei Asthma als Folge einer plötzlichen Verkrampfung der

Atemmuskulatur (Bronchospasmus)

Albträume.

Sehr seltene Nebenwirkungen (kann bis zu 1 Behandelten von 10.000

betreffen):

Ohnmacht

Verschlimmerung einer Psoriasis (eine mit schuppenden rosafarbenen Flecken

einhergehende Hauterkrankung).

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht

abschätzbar)

Überempfindlichkeit

Angioneurotisches Ödem (Schwellung von Gesicht, Lippen, Mund, Zunge oder

Rachen)

Nesselsucht (juckender Hautausschlag)

Die folgenden Nebenwirkungen wurden auch von ähnlichen Arzneimitteln

berichtet:

Halluzinationen

Psychosen

Verwirrung

kalte Extremitäten, zyanotische Extremitäten (Blau- oder Lilafärbung der Haut)

Raynaud-Phänomen (Verfärbung der Finger, Zehen und gelegentlich anderer

Bereiche)

trockene Augen

Bildung von neuem Bindegewebe in den Augen und dem Zwerchfell (Practolol-

Typ oculo-mukokutane Toxizität)

In einer klinischen Studie zur chronischen Herzinsuffizienz wurden folgende

Nebenwirkungen beobachtet:

Sehr häufige Nebenwirkungen (kann mehr als 1 Behandelten von 10 betreffen):

langsamer Herzschlag

Schwindel.

Häufige Nebenwirkungen (kann bis zu 1 Behandelten von 10 betreffen):

Verschlechterung der Herzinsuffizienz

niedriger Blutdruck (zum Beispiel Ohnmachtsgefühl beim schnellen Aufstehen)

Arzneimittelunverträglichkeit

eine leichte Reizleitungsstörung im Herzen mit Auswirkungen auf den

Herzrhythmus (AV-Block ersten Grades)

Schwellung der unteren Extremitäten (zum Beispiel Knöchelschwellung).

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder

Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass

mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt

werden.

5.

Wie ist Nebivolol Sandoz 5 mg aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf der Blisterpackung und dem

Umkarton nach „verwendbar bis“ angegebenen Verfallsdatum nicht mehr

verwenden. Das Verfallsdatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen

Monats.

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen

erforderlich.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie

Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr

verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6.

Weitere Informationen

Was Nebivolol Sandoz 5 mg enthält

Der Wirkstoff ist Nebivolol.

Eine Tablette enthält 5 mg Nebivolol entsprechend 5,45 mg Nebivololhydrochlorid.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Croscarmellose-Natrium, Lactose-Monohydrat, Maisstärke, Mikrokristalline

Cellulose, Hypromellose 5 cps, hochdisperses Siliciumdioxid, Magnesiumstearat

(Ph. Eur.).

Wie Nebivolol Sandoz 5 mg aussieht und Inhalt der Packung

Nebivolol Sandoz 5 mg Tabletten sind weiße bzw. annähernd weiße, runde,

abgeschrägte Tabletten mit zwei Bruchkerben auf einer Seite. Sie stehen in

PVC/Aluminium-Blisterpackung mit 30 (N1), 50 (N2) und 100 (N3)Tabletten zur

Verfügung.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer

Sandoz Pharmaceuticals GmbH

Raiffeisenstraße11 25

83607 Holzkirchen

Hersteller

Salutas Pharma GmbH

Otto-von-Guericke-Allee 1

39179 Barleben

oder

LEK S.A.

Ul. Podlipie 16 C

95010 Strykow

Polen

oder

LEK Pharmaceuticals d.d

Verovskova 57

1526 Ljubljana

Slovenien

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedstaaten des Europäischen

Wirtschaftsraumes (EWR) unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Österreich

Nebivolol Sandoz 5 mg – Tabletten

Belgien:

Nebivolol Sandoz 5 mg tabletten

Bulgarien

Nebivolol Sandoz 5 mg tablets

Tschechische Republik:

Nebivolol Sandoz 5 mg

Spanien:

Nebivolol Sandoz 5 mg comprimidos EFG

Frankreich:

NEBIVOLOL Sandoz 5 mg, comprimé quadrisécable

Deutschland:

Nebivolol Sandoz 5 mg Tabletten

Italien:

NEBIVOLOLO SANDOZ

Niederlande:

Nebivolol Sandoz 5 mg, tabletten

Polen:

NebivoLEK

Portugal:

Nebivolol Sandoz

Rumänien

NEBIVOLOL SANDOZ 5 mg comprimate

Vereinigtes Königreich:

Nebivolol 5 mg Tablets

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im August 2014.

Fachinformation

1.

Bezeichnung des Arzneimittels

Nebivolol Sandoz

5 mg Tabletten

2.

Qualitative und quantitative Zusammensetzung

Wirkstoff: Nebivolol

Eine Tablette enthält 5,45 mg Nebivololhydrochlorid, entsprechend 5 mg

Nebivolol.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: 142,5 mg Lactose-Monohydrat pro

Tablette.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

Darreichungsform

Tablette

Weiße oder nahezu weiße, runde Tabletten mit abgeschrägten Kanten und

Kreuzbruchkerbe auf der einen Seite.

Die Tabletten können in gleiche Dosen geteilt werden.

4.

Klinische Angaben

4.1

Anwendungsgebiete

Hypertonie

Behandlung der essentiellen Hypertonie.

Chronische Herzinsuffizienz

Behandlung der stabilen leichten und mittelschweren chronischen

Herzinsuffizienz zusätzlich zur Standardtherapie bei älteren Patienten ≥ 70

Jahren.

4.2

Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

Dosierung

a) Hypertonie

Erwachsene:

Die Dosis beträgt 1 Tablette (5 mg) täglich; sie sollte vorzugsweise immer zur

selben Tageszeit eingenommen werden.

Der blutdrucksenkende Effekt wird nach 1 - 2 Wochen Behandlung deutlich.

Gelegentlich wird die optimale Wirkung erst nach 4 Wochen erreicht.

Kombination mit anderen Antihypertensiva:

Beta-Rezeptorenblocker können allein oder in Kombination mit anderen

Antihypertensiva eingesetzt werden. Bisher wurde ein zusätzlicher

antihypertensiver Effekt nur bei Kombination von Nebivolol Sandoz 5 mg mit 12,5

- 25 mg Hydrochlorothiazid beobachtet.

Patienten mit Niereninsuffizienz:

Bei Patienten mit Niereninsuffizienz beträgt die empfohlene Anfangsdosis 2,5 mg

täglich. Falls erforderlichen kann die tägliche Dosis auf 5 mg gesteigert werden.

Patienten mit Leberinsuffizienz:

Zu Patienten mit Leberinsuffizienz oder Leberfunktionsstörung liegen nur

eingeschränkt Daten vor. Daher ist die Anwendung von Nebivolol bei diesen

Patienten kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Ältere Menschen:

Bei Patienten über 65 Jahre beträgt die empfohlene Anfangsdosis 2,5 mg täglich.

Falls erforderlich kann die tägliche Dosis auf 5 mg erhöht werden. In jedem Fall

ist im Hinblick auf die noch eingeschränkten Erfahrungen bei Patienten über 75

Jahre Vorsicht geboten und eine engmaschige Überwachung dieser Patienten

angezeigt.

b) Chronische Herzinsuffizienz

Die Behandlung der stabilen chronischen Herzinsuffizienz muss mit einer

langsamen Dosistitration eingeleitet werden, bis die optimale individuelle

Erhaltungsdosis erreicht ist.

Die Patienten sollten eine stabile chronische Herzinsuffizienz aufweisen, ohne

akute Dekompensation der Herzinsuffizienz während der letzten 6 Wochen.

Der behandelnde Arzt sollte über Erfahrungen in der Therapie der chronischen

Herzinsuffizienz verfügen.

Bei Patienten, die eine kardiovaskuläre Arzneimitteltherapie, einschließlich Diuretika

und/oder Digoxin und/oder ACE-Hemmer und/oder Angiotensin-II-Antagonisten,

erhalten, muss die Dosierung dieser Arzneimittel während der letzten 2 Wochen

stabil eingestellt sein, bevor die Behandlung mit Nebivolol begonnen wird.

Die initiale Dosistitration sollte nach folgendem Schema in ein- bis zweiwöchigen

Abständen durchgeführt werden und sich danach richten, wie die Dosis vom

Patienten vertragen wird:

1,25 mg Nebivolol, zu erhöhen auf 2,5 mg Nebivolol einmal täglich, dann auf 5

mg einmal täglich und dann auf 10 mg einmal täglich.

Die empfohlene Maximaldosis beträgt 10 mg Nebivolol einmal täglich.

Der Behandlungsbeginn und jede Dosiserhöhung sollte unter Überwachung

eines erfahrenen Arztes für mindestens 2 Stunden erfolgen, um sicherzustellen,

dass der klinische Zustand stabil bleibt (insbesondere hinsichtlich Blutdruck,

Herzfrequenz, Erregungsleitungsstörungen sowie Anzeichen einer

Verschlechterung der Herzinsuffizienz).

Das Auftreten von Nebenwirkungen kann dazu führen, dass nicht alle Patienten

mit der höchsten empfohlenen Dosierung behandelt werden können. Falls

erforderlich, kann eine bereits erreichte Dosis auch schrittweise wieder reduziert

oder auch entsprechend wieder aufgenommen werden.

Bei einer Verschlechterung der Herzinsuffizienz oder Unverträglichkeit während

der Titrationsphase wird empfohlen, zunächst die Dosis von Nebivolol zu

reduzieren oder es gegebenenfalls sofort abzusetzen (bei schwerer Hypotonie,

Verschlechterung der Herzinsuffizienz mit akutem Lungenödem, kardiogenem

Schock, symptomatischer Bradykardie oder AV-Block).

Die Behandlung einer stabilen chronischen Herzinsuffizienz mit Nebivolol ist in

der Regel eine Langzeittherapie.

Die Behandlung mit Nebivolol sollte nicht abrupt beendet werden, da dies zu

einer vorübergehenden Verschlechterung der Herzinsuffizienz führen kann.

Wenn ein Absetzen notwendig ist, sollte die Dosis durch eine wöchentliche

Halbierung der Dosis schrittweise reduziert werden.

Patienten mit Niereninsuffizienz:

Da die Titration bis zur maximal tolerierten Dosis individuell vorgenommen wird,

ist bei leichter bis mittelschwerer Niereninsuffizienz keine Dosisanpassung

notwendig. Es liegen keine Erfahrungen bei Patienten mit schwerer

Niereninsuffizienz vor (Serumkreatinin ≥ 250 µmol/l). Daher wird die Anwendung

von Nebivolol bei diesen Patienten nicht empfohlen.

Patienten mit Leberinsuffizienz:

Zu Patienten mit Leberinsuffizienz liegen nur eingeschränkt Daten vor. Daher ist

die Anwendung von Nebivolol bei diesen Patienten kontraindiziert.

Ältere Menschen:

Da die Titration bis zur maximal tolerierten Dosis individuell vorgenommen wird,

ist keine Dosisanpassung notwendig.

Art der Anwendung

Die Tablette sollte mit ausreichender Flüssigkeit (z. B. ein Glas Wasser) mit oder

ohne eine Mahlzeit eingenommen werden.

4.3

Gegenanzeigen

Nebivolol Sandoz 5 mg darf nicht eingenommen werden bei:

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1

genannten sonstigen Bestandteile

Leberinsuffizienz oder Einschränkung der Leberfunktion

Akute Herzinsuffizienz, kardiogener Schock oder Episoden einer

Dekompensation der Herzinsuffizienz, die eine i.v.-Therapie mit inotropen

Wirkstoffen erfordern

Zusätzlich ist Nebivolol Sandoz, wie andere Beta-Rezeptoren-Blocker,

kontraindiziert bei;

Sick-Sinus-Syndrom, einschließlich sinoatrialer Block

Herz-Block 2. und 3. Grades (ohne Herzschrittmacher)

Bronchospasmen und Asthma bronchiale in der Anamnese

unbehandeltem Phäochromozytom

metabolischer Acidose

Bradykardie (Herzfrequenz < 60 Schlägen pro Minute vor Therapiebeginn)

Hypotonie (systolischer Blutdruck < 90 mmHg)

schweren peripheren Durchblutungsstörungen

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Siehe auch Abschnitt 4.8.

Die folgenden Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen gelten allgemein für

Beta-Rezeptoren-Blocker:

Anästhesie:

Die Aufrechterhaltung der Beta-Blockade verringert das Risiko für

Herzrhythmusstörungen während der Einleitung und der Intubation.

Wenn die Beta-Blockade bei Vorbereitung auf eine chirurgische Maßnahme

unterbrochen wird, sollte der Beta-Rezeptorenblocker wenigstens 24 Stunden

vorher abgesetzt werden. Vorsicht ist geboten bei bestimmten Anästhetika, die

eine myokardiale Dämpfung verursachen. Der Patient kann vor vagalen

Reaktionen durch intravenöse Gabe von Atropin geschützt werden.

Herz und Gefäße:

Im Allgemeinen sollen Beta-Rezeptorenblocker bei Patienten mit unbehandelter

Herzinsuffizienz solange nicht eingesetzt werden, bis deren Zustand stabilisiert

ist.

Bei Patienten mit ischämischer Herzkrankheit sollte die Beendigung der Therapie

mit einem Beta-Rezeptorenblocker schrittweise erfolgen, d. h. im Verlauf von 1 -

2 Wochen. Bei Bedarf sollte gleichzeitig eine Ersatztherapie eingeleitet werden,

um so eine Verschlechterung der Angina pectoris zu verhindern.

Beta-Rezeptorenblocker können eine Bradykardie auslösen. Falls der Ruhepuls

unter 50 - 55 Schläge pro Minute sinkt und/oder der Patient Symptome

entwickelt, die auf eine Bradykardie hindeuten, sollte die Dosis reduziert werden.

Beta-Rezeptorenblocker sollten mit Vorsicht angewendet werden bei:

Patienten mit peripheren Durchblutungsstörungen (Morbus Raynaud oder

Raynaud-Syndrom, Claudicatio intermittens), da Verschlechterungen dieser

Erkrankungen eintreten können

Patienten mit einem Herz-Block 1. Grades wegen der negativen Wirkung der

Beta-Rezeptorenblocker auf die Überleitungszeit

Patienten mit Prinzmetal-Angina, aufgrund ungehinderter Alpha-Rezeptor-

vermittelter Vasokonstriktion der Koronararterien: Beta-Rezeptorenblocker

können die Häufigkeit und Dauer von Angina-pectoris-Attacken erhöhen.

Die Kombination von Nebivolol mit Calciumantagonisten vom Verapamil- und

Diltiazem-Typ, mit Klasse-I-Antiarrhythmika sowie zentral wirkenden

Antihypertensiva wird grundsätzlich nicht empfohlen; zu weiteren Informationen

siehe Abschnitt 4.5.

Stoffwechsel- und endokrines System:

Nebivolol beeinflusst nicht den Glucosespiegel von Diabetikern. Trotzdem ist bei

Diabetikern Vorsicht geboten, da Nebivolol bestimmte Zeichen einer

Hypoglykämie (Tachykardie, Palpitation) maskieren kann.

Beta-Rezeptorenblocker können bei Schilddrüsenüberfunktion Tachykardie-

Symptome maskieren. Eine abrupte Beendigung der Therapie kann diese

Symptome verstärken.

Atemwege:

Bei Patienten mit chronisch obstruktiven Atemwegserkrankungen sollten Beta-

Rezeptorenblocker mit Vorsicht angewendet werden, da die

Atemwegskonstriktion verstärkt werden kann.

Andere:

Patienten mit einer Psoriasis in der Anamnese sollten Beta-Rezeptorenblocker

nur nach sorgfältiger Abwägung einnehmen.

Beta-Rezeptorenblocker können die Empfindlichkeit gegenüber Allergenen und

die Schwere von anaphylaktischen Reaktionen erhöhen.

Zu Beginn der Behandlung der chronischen Herzinsuffizienz mit Nebivolol ist eine

regelmäßige Überwachung der Patienten erforderlich. Zu Dosierung sowie Art

und Dauer der Anwendung siehe Abschnitt 4.2. Die Therapie sollte ohne

zwingende Indikation nicht abrupt beendet werden (siehe auch Abschnitt 4.2).

Dieses Arzneimittel enthält Lactose. Patienten mit der seltenen hereditären

Galactose-Intoleranz, Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption

sollten dieses Arzneimittel nicht einnehmen.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige

Wechselwirkungen

Pharmakodynamische Wechselwirkungen

Die folgenden Wechselwirkungen gelten allgemein für Beta-Rezeptoren-Blocker:

Die gemeinsame Anwendung wird nicht empfohlen:

Klasse-I-Antiarrhythmika (Chinidin, Hydrochinidin, Cibenzolin, Flecainid,

Disopyramid, Lidocain, Mexiletin, Propafenon):

Die Wirkung auf die atrioventrikuläre Überleitungszeit kann potenziert werden,

und die negativ inotrope Wirkung kann verstärkt werden (siehe Abschnitt 4.4).

Calciumantagonisten vom Verapamil/Diltiazem-Typ:

Negative Wirkung auf die Kontraktilität und die atrioventrikuläre Erregungsleitung.

Die intravenöse Gabe von Verapamil bei Patienten, die mit Beta-

Rezeptorenblockern behandelt werden, kann zu starker Hypotonie und AV-Block

führen (siehe Abschnitt 4.4).

Zentral wirkende Antihypertensiva (Clonidin, Guanfacin, Moxonidin, Methyldopa,

Rilmenidin):

Die gemeinsame Gabe mit zentral wirkenden Antihypertensiva kann zu einer

Verschlechterung der Herzinsuffizienz durch eine Herabsetzung des zentralen

Sympathikotonus (Verminderung der Herzfrequenz und der Auswurfleistung,

Vasodilatation) führen (siehe Abschnitt 4.4). Ein abruptes Absetzen,

insbesondere vor Beendigung einer Beta-Rezeptorenblocker-Therapie, kann die

Wahrscheinlichkeit für das Auftreten eines ,,Rebound-Hochdrucks‘‘ erhöhen.

Eine gemeinsame Anwendung erfordert besondere Vorsicht:

Klasse-III-Antiarrhythmika (Amiodaron):

Die Wirkung auf die atrioventrikuläre Überleitungszeit kann potenziert werden.

Halogenierte flüchtige Anästhetika:

Die gleichzeitige Anwendung von Beta-Rezeptorenblockern und Anästhetika

kann Reflextachykardien unterdrücken und das Risiko einer Hypotonie erhöhen

(siehe Abschnitt 4.4). Das abrupte Absetzen einer Beta-Rezeptorenblocker-

Therapie sollte grundsätzlich vermieden werden. Der Anästhesist sollte informiert

werden, wenn der Patient Nebivolol erhält.

Insulin und orale Antidiabetika:

Obwohl Nebivolol nicht den Glucosespiegel beeinflusst, können bei gemeinsamer

Gabe bestimmte Symptome einer Hypoglykämie (Palpitationen, Tachykardie)

maskiert werden.

Baclofen (Muskelrelaxans), Amifostin (Adjuvanz in der Chemotherapie:

Die gleichzeitige Anwendung mit Antihypertensiva kann zu einer stärkeren

Blutdrucksenkung führen. Deshalb sollte die Dosis der antihypertensiven

Medikation entsprechend angepasst werden.

Bei gemeinsamer Anwendung ist zu berücksichtigen:

Digitalisglykoside:

Durch die gemeinsame Gabe kann die atrioventrikuläre Überleitungszeit

verlängert werden. Klinische Studien mit Nebivolol zeigten jedoch keine Hinweise

auf diese Wechselwirkung. Nebivolol beeinflusst nicht die Kinetik von Digoxin.

Calciumantagonisten vom Dihydropyridin-Typ (wie Amlodipin, Felodipin,

Lacidipin, Nifedipin, Nicardipin, Nimodipin, Nitrendipin):

Die gemeinsame Gabe kann das Risiko einer Hypotonie erhöhen. Eine Erhöhung

des Risikos für eine weitere Verschlechterung der ventrikulären Pumpleistung bei

Patienten mit Herzinsuffizienz kann nicht ausgeschlossen werden.

Antipsychotika, Antidepressiva (trizyklische Antidepressiva, Barbiturate und

Phenothiazine):

Die gemeinsame Anwendung kann die blutdrucksenkende Wirkung des Beta-

Rezeptorenblockers additiv verstärken.

Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR):

Haben keinen Einfluss auf die blutdrucksenkende Wirkung von Nebivolol.

Sympathomimetika:

Die gemeinsame Gabe kann die Wirkung von Beta-Rezeptorenblockern

kompensieren. Beta-adrenerge Wirkstoffe können zu einer ungehinderten alpha-

adrenergen Wirkung von Sympathomimetika führen, die sowohl alpha- als auch

beta-adrenerg wirken (Risiko von Bluthochdruck, schwerer Bradykardie und

Herzblock).

Pharmakokinetische Wechselwirkungen

Da das CYP2D6-Isoenzym am Metabolismus von Nebivolol beteiligt ist, kann die

gemeinsame Gabe von Stoffen, die dieses Enzym hemmen, insbesondere

Paroxetin, Fluoxetin, Thioridazin und Chinidin, zu erhöhten Plasmaspiegeln von

Nebivolol und damit zu einem erhöhten Risiko von übermäßiger Bradykardie und

anderen Nebenwirkungen führen.

Die gleichzeitige Gabe von Cimetidin erhöhte die Nebivolol-Plasmaspiegel, ohne

jedoch die klinische Wirkung zu verändern. Die gleichzeitige Gabe von Ranitidin

war ohne Einfluss auf die Pharmakokinetik von Nebivolol.

Nebivolol und ein Antazidum können gemeinsam gegeben werden, wenn

Nebivolol zu den Mahlzeiten und das Antazidum zwischen den Mahlzeiten

eingenommen wird.

Die Kombination von Nebivolol mit Nicardipin erhöhte leicht die Plasmaspiegel

beider Substanzen, ohne die klinische Wirkung zu verändern. Die gleichzeitige

Gabe von Alkohol, Furosemid oder Hydrochlorothiazid beeinflusste die

Pharmakokinetik von Nebivolol nicht. Nebivolol beeinflusst nicht die

Pharmakokinetik und Pharmakodynamik von Warfarin.

4.6

Schwangerschaft und Stillzeit

Anwendung während der Schwangerschaft

Nebivolol hat pharmakologische Wirkungen, die sich schädlich auf eine

Schwangerschaft und/oder den Föten/das Neugeborene auswirken können. Im

Allgemeinen vermindern Betablocker die Durchblutung der Plazenta, was mit

Wachstumsretardierung, intrauterinem Tod, Abort oder vorzeitigen Wehen in

Zusammenhang gebracht wurde. Beim Föten und Neugeborenen können

unerwünschte Wirkungen auftreten (zum Beispiel Hypoglykämie und

Bradykardie). Wenn eine Therapie mit Beta-Adrenorezeptorblockern erforderlich

ist, sind beta1-selektive Adrenorezeptorblocker vorzuziehen.

Nebivolol sollte nicht während der Schwangerschaft angewendet werden, sofern

dies nicht eindeutig erforderlich ist. Wird eine Behandlung mit Nebivolol als

notwendig erachtet, sollten der uteroplazentare Blutfluss sowie das Wachstum

des Föten überwacht werden. Bei schädlichen Auswirkungen auf die

Schwangerschaft oder den Föten ist eine andere Behandlung in Erwägung zu

ziehen. Das Neugeborene muss engmaschig überwacht werden. Symptome

einer Hypoglykämie oder Bradykardie sind generell innerhalb der ersten 3 Tage

zu erwarten.

Anwendung während der Stillzeit

Tierversuche haben gezeigt, dass Nebivolol in die Muttermilch ausgeschieden

wird. Es ist nicht bekannt, ob das Arzneimittel auch beim Menschen in die

Muttermilch ausgeschieden wird. Die meisten Betablocker, insbesondere

lipophile Verbindungen wie Nebivolol und seine aktiven Metaboliten, treten in die

Muttermilch über, wenngleich in unterschiedlichem Maß. Daher wird das Stillen

während einer Anwendung von Nebivolol nicht empfohlen.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen

von Maschinen

Es wurden keine Untersuchungen zu Wirkungen von Nebivolol auf die

Fahrtauglichkeit und das Bedienen von Maschinen durchgeführt.

Pharmakodynamische Studien haben gezeigt, dass Nebivolol die

psychomotorische Funktion nicht beeinflusst. Wenn Fahrzeuge geführt oder

Maschinen bedient werden, sollte beachtet werden, dass es hin und wieder zu

Schwindel und Müdigkeit kommen kann.

4.8

Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen bei Hypertonie und chronischer Herzinsuffizienz sind -

wegen Unterschieden bei den zugrunde liegenden Erkrankungen - separat

aufgeführt.

Hypertonie

Die beobachteten Nebenwirkungen sind nachfolgend, geordnet nach

Organsystemklassen und Häufigkeit, aufgelistet:

ORGANSYSTEM-KLAS

Häufig

(ÿ 1/100 bis < 1/10)

Gelegentlich

(ÿ 1/1.000 bis < 1/100)

Sehr selten

(ÿ 1/10.000)

Häufigkeit

unbekannt

Erkrankungen des

Immunsystems

Angioödem,

Überempfind-lic

hkeit

Psychiatrische

Erkrankungen

Alpträume, Depression

Erkrankungen des

Nervensystems

Kopfschmerz,

Schwindelgefühl,

Parästhesie

Synkope

Augenerkrankungen

Sehstörung

Herzerkrankungen

Bradykardie,

Herzin-suffizienz,

verlängerte

AV-Überleitungszeit/

AV-Block

Gefäßerkrankungen

Hypotonie,

(Verstär-kung einer)

Claudi-catio intermittens

Erkrankungen der

Atemwege, des

Brustraums und

Mediastinums

Dyspnoe

Bronchospasmus

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts

Obstipation,

Übel-keit, Diarrhoe

Dyspepsie, Flatulenz,

Erbrechen

Erkrankungen der Haut

und des

Unter-hautzellgewebes

Pruritus, erythematö-ser

Hautausschlag

Verschlechte-r

ung einer

Psoriasis

Urtikaria

Erkrankungen der

Geschlechtsorgane und

der Brustdrüse

Impotenz

Allgemeine

Erkrankungen und

Beschwerden am

Verabreichungsort

Müdigkeit, Ödem

Außerdem sind folgende Nebenwirkungen bei einigen Beta-Rezeptorenblockern

berichtet worden: Halluzinationen, Psychosen, Verwirrung, kalte/zyanotische

Extremitäten, Raynaud-Syndrom, trockene Augen und oculomucocutane

Toxizität vom Practolol-Typ.

Chronische Herzinsuffizienz

Zu Nebenwirkungen bei chronischer Herzinsuffizienz liegen Daten aus einer

placebokontrollierten klinischen Studie vor, in der 1067 Patienten Nebivolol und

1061 Patienten Placebo erhielten. In dieser Studie haben insgesamt 449

Nebivolol-Patienten (42,1 %) und 334 Placebo-Patienten (31,5 %) über

Nebenwirkungen mit einem zumindest möglichen Kausalzusammenhang

berichtet. Die am häufigsten von Nebivolol-Patienten berichteten

Nebenwirkungen waren Bradykardie und Schwindel, die beide bei ungefähr 11 %

der Patienten auftraten. Die entsprechenden Häufigkeiten bei den Placebo-

Patienten betrugen ungefähr 2 % bzw. 7 %.

Die folgenden Häufigkeiten wurden berichtet für zumindestens potentiell

arzneimittelbedingte Nebenwirkungen, die als spezifisch relevant für die

Behandlung der chronischen Herzinsuffizienz angesehen werden:

Eine Verschlechterung der Herzinsuffizienz trat bei 5,8 % der Nebivolol-

Patienten und bei 5,2 % der Placebo-Patienten auf.

Eine orthostatische Hypotonie trat bei 2,1 % der Nebivolol-Patienten und bei

1,0 % der Placebo-Patienten auf.

Eine Arzneimittelunverträglichkeit trat bei 1,6 % der Nebivolol-Patienten und

bei 0,8 % der Placebo-Patienten auf.

Ein AV-Block 1. Grades trat bei 1,4 % der Nebivolol-Patienten und bei 0,9 %

der Placebo-Patienten auf.

Ödeme in den Beinen traten bei 1,0 % der Nebivolol-Patienten und bei 0,2 %

der Placebo-Patienten auf.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von

großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-

Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind

aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Es liegen keine Daten zur Überdosierung mit Nebivolol vor.

Symptome der Intoxikation:

Symptome einer Überdosierung mit Beta-Rezeptorenblockern sind: Bradykardie,

Hypotonie, Bronchospasmen und akute Herzinsuffizienz.

Therapie von Intoxikationen:

Im Fall einer Überdosierung oder einer Überempfindlichkeitsreaktion sollte der

Patient ständig beobachtet und intensivmedizinisch behandelt werden. Die

Blutglucose-Werte sollten kontrolliert werden. Die Resorption von noch im

Gastrointestinaltrakt befindlichem Wirkstoff kann durch Magenspülung und durch

Gabe von Aktivkohle und Laxanzien verhindert werden. Künstliche Beatmung

kann erforderlich werden. Bradykardie oder ein erhöhter Vagotonus sollten durch

Gabe von Atropin oder Methylatropin behandelt werden. Hypotonie und Schock

sollten mit Plasma/Plasmaersatzmitteln und, falls erforderlich, mit

Katecholaminen behandelt werden. Der beta-blockierenden Wirkung kann durch

langsame intravenöse Gabe von Isoprenalinhydrochlorid entgegengewirkt

werden, beginnend mit einer Dosis von etwa 5 µg/min, oder Dobutamin,

beginnend mit einer Dosis von 2,5 µg/min, bis sich die erwartete Wirkung

eingestellt hat. In refraktären Fällen kann Isoprenalin mit Dopamin kombiniert

werden. Falls dieses Vorgehen nicht die erwünschte Wirkung herbeiführt, kann

die i.v. Gabe von 50 - 100 µg Glukagon/kg erwogen werden. Falls notwendig,

sollte die Injektion innerhalb von einer Stunde wiederholt und anschließend -

wenn notwendig - eine i.v. Infusion von 70 µg Glukagon/kg/h gegeben werden. In

extremen Fällen einer therapieresistenten Bradykardie könnte ein Schrittmacher

eingesetzt werden.

5.

Pharmakologische Eigenschaften

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Beta-Adrenorezeptor- Antagonisten, selektive

ATC-Code: C07AB12

Nebivolol ist ein Gemisch aus zwei Enantiomeren, SRRR-Nebivolol (oder

D-Nebivolol) und RSSS-Nebivolol (oder L-Nebivolol). Es vereint zwei

pharmakologische Wirkungen:

Es ist ein kompetitiver und selektiver Beta1-Rezeptorenblocker: Dieser Effekt

wird dem SRRR-Enantiomer (D-Enantiomer) zugeschrieben.

Es hat sanfte vasodilatierende Eigenschaften durch eine Wechselwirkung mit

dem L-Arginin/Stickoxid-Stoffwechselweg.

Die einmalige und wiederholte Gabe von Nebivolol reduziert Herzfrequenz und

Blutdruck in Ruhe und bei Belastung sowohl bei normotensiven als auch bei

hypertonen Patienten. Die antihypertensive Wirkung bleibt bei

Langzeitbehandlung erhalten.

In therapeutischen Dosen tritt kein alpha-adrenerger Antagonismus auf.

Während der akuten und chronischen Behandlung von Hypertonikern mit

Nebivolol wird der systemische Gefäßwiderstand vermindert. Trotz einer

Senkung der Herzfrequenz bleibt der Abfall der Herzleistung in Ruhe und bei

Belastung begrenzt, da das Schlagvolumen ansteigt. Die klinische Relevanz

dieser hämodynamischen Unterschiede im Vergleich zu anderen Beta-

Rezeptorenblockern ist noch nicht vollständig geklärt.

Bei hypertensiven Patienten erhöht Nebivolol das stickstoffmonoxid-vermittelte

vaskuläre Ansprechen auf Acetylcholin, das bei Patienten mit endothelialer

Dysfunktion vermindert ist.

In einer placebokontrollierten Mortalitäts-Morbiditäts-Studie, durchgeführt an

2128 Patienten ≥70 Jahren (mittleres Alter: 75,2 Jahre) mit stabiler chronischer

Herzinsuffizienz, mit oder ohne verminderte linksventrikuläre Ejektionsfraktion

(mittlere LVEF 36±12,3 %, mit der folgenden Verteilung: LVEF weniger als 35 %

bei 56 % der Patienten, LVEF zwischen 35 % und 45 % bei 25 % der Patienten,

LVEF mehr als 45 % bei 19 % der Patienten), über durchschnittlich 20 Monate,

verlängerte Nebivolol, zusätzlich zu einer Standardtherapie gegeben, die Zeit bis

zum Auftreten von Todesfällen oder Krankenhauseinweisungen aufgrund von

kardiovaskulären Ereignissen (primärer Wirksamkeits-Endpunkt) signifikant: Die

Senkung des relativen Risikos betrug 14 % (absolute Senkung: 4,2 %). Diese

Risikosenkung zeigte sich nach 6 Monaten Behandlung und blieb über die

gesamte Behandlungsdauer erhalten (mittlere Dauer: 18 Monate). Die Wirkung

von Nebivolol war unabhängig von Alter, Geschlecht oder der linksventrikulären

Ejektionsfraktion der Studienteilnehmer. Der Nutzen bezüglich des Auftretens

von Todesfällen jeglicher Ursache im Vergleich zu Placebo war statistisch nicht

signifikant (absolute Senkung: 2,3 %).

Bei den mit Nebivolol behandelten Patienten wurde eine Verringerung des

Auftretens von plötzlichen Todesfällen gefunden (4,1 % vs. 6,6 %, relative

Senkung um 38 %).

In-vitro- und In-vivo- Untersuchungen an Tieren haben gezeigt, dass Nebivolol

keine intrinsische sympathikomimetische Aktivität aufweist.

In-vitro- und In-vivo- Experimente an Tieren haben gezeigt, dass Nebivolol in

pharmakologischen Dosen keine membranstabilisierende Wirkung hat.

Bei gesunden Probanden hat Nebivolol keine signifikante Wirkung auf die

maximale Belastungsfähigkeit oder die Ausdauer.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Nach oraler Anwendung werden beide Nebivolol-Enantiomere rasch resorbiert.

Die Resorption von Nebivolol wird durch Nahrung nicht beeinflusst; Nebivolol

kann unabhängig von oder zu den Mahlzeiten eingenommen werden.

Nebivolol wird umfassend, zum Teil zu aktiven Hydroxymetaboliten,

metabolisiert. Nebivolol wird über alizyklische und aromatische Hydroxylierung,

N-Dealkylierung und Glukuronidierung metabolisiert, zusätzlich werden

Glukuronide der Hydroxymetaboliten gebildet. Die Metabolisierung von Nebivolol

durch aromatische Hydroxylierung unterliegt dem CYP2D6-abhängigen

genetischen oxidativen Polymorphismus. Die orale Bioverfügbarkeit von

Nebivolol beträgt im Durchschnitt 12 % bei schnellen Metabolisierern und

ist nahezu vollständig bei langsamen Metabolisierern. Im Steady State und bei

gleicher Dosierung ist die maximale Plasmakonzentration von unverändertem

Nebivolol bei langsamen Metabolisierern etwa 23mal höher als bei schnellen

Metabolisierern. Bei Betrachtung der Summe aus unveränderter Substanz und

aktiven Metaboliten beträgt die Differenz der maximalen Plasmakonzentrationen

das 1,3- bis 1,4fache. Aufgrund der Unterschiede bei den Metabolisierungsraten

sollte die Dosierung von Nebivolol immer auf die individuellen Erfordernisse des

Patienten eingestellt werden: langsame Metabolisierer können somit geringere

Dosen benötigen.

Bei den schnellen Metabolisierern betragen die Eliminationshalbwertszeiten der

Nebivolol-Enantiomere im Mittel 10 Stunden. Bei den langsamen Metabolisierern

sind diese 3- bis 5mal länger. Bei den schnellen Metabolisierern sind die

Plasmaspiegel des RSSS-Enantiomers leicht höher als die des SRRR-

Enantiomers. Bei den langsamen Metabolisierern ist dieser Unterschied größer.

Bei den schnellen Metabolisierern betragen die Eliminationshalbwertszeiten der

Hydroxymetaboliten beider Enantiomere im Mittel 24 Stunden und sind bei den

langsamen Metabolisierern ungefähr zweimal so lang.

Steady-State-Plasmaspiegel für Nebivolol werden bei den meisten Patienten

(schnelle Metabolisierer) innerhalb von 24 Stunden, für die Hydroxymetaboliten

nach mehreren Tagen, erreicht.

Die Plasmakonzentrationen sind zwischen 1 und 30 mg Nebivolol

dosisproportional. Die Pharmakokinetik von Nebivolol wird nicht durch das Alter

beeinflusst.

Beide Enantiomere sind im Plasma überwiegend an Albumin gebunden. Die

Plasmaeiweiß-Bindung beträgt für SRRR-Nebivolol 98,1 % und für RSSS-

Nebivolol 97,9 %.

Eine Woche nach der Anwendung sind 38 % der Dosis renal und 48 % über die

Faeces ausgeschieden. Die renale Ausscheidung von unverändertem Nebivolol

beträgt weniger als 0,5 % der Dosis.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Basierend auf den konventionellen Studien zur Genotoxizität und zum

kanzerogenen Potential lassen die präklinischen Daten keine besonderen

Gefahren für den Menschen erkennen.

6.

Pharmazeutische Angaben

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Croscarmellose-Natrium

Lactose-Monohydrat

Maisstärke

Mikrokristalline Cellulose

Hypromellose 5 cps

Hochdisperses Siliciumdioxid

Magnesiumstearat (Ph.Eur.)

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

2 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen

erforderlich

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

PVC/Aluminium-Blisterpackung mit 30, 50 und 100 Tabletten

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7.

Inhaber der Zulassung

Sandoz Pharmaceuticals GmbH

Raiffeisenstraße 11

83607 Holzkirchen

8.

Zulassungsnummer

67194.00.00

9.

Datum der Erteilung der Zulassung/Datum der Erteilung der

Verlängerung

12.12.200/31.08.2011

10.

Stand der Information

Oktober 2014

11.

Verkaufsabgrenzung

Verschreibungspflichtig

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