MYCOSYST 50 mg Hartkapseln

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Fluconazol
Verfügbar ab:
Gedeon Richter Plc.
ATC-Code:
J02AC01
INN (Internationale Bezeichnung):
Fluconazole
Darreichungsform:
Hartkapsel
Zusammensetzung:
Fluconazol 50.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
54727.00.00

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

MYCOSYST

®

50 mg Hartkapseln

Fluconazol

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese dieselben Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe

Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist MYCOSYST 50 mg und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von MYCOSYST 50 mg beachten?

Wie ist MYCOSYST 50 mg einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist MYCOSYST 50 mg aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist MYCOSYST 50 mg und wofür wird es angewendet?

MYCOSYST 50 mg gehört zur Arzneimittelklasse der so genannten „Antimykotika“. Der Wirkstoff in

MYCOSYST 50 mg ist Fluconazol.

MYCOSYST 50 mg wird angewendet zur Behandlung von Infektionen, die durch Pilze verursacht

sind. Es kann darüber hinaus auch zur Vorbeugung von Candida-Infektionen angewendet werden.

Candida ist ein Hefepilz und der häufigste Erreger von Pilzinfektionen.

Erwachsene

Ihr Arzt

kann Ihnen dieses Arzneimittel zur Behandlung der folgenden Arten von Infektionen

verordnen:

Kryptokokkenmeningitis – eine Pilzinfektion des Gehirns

Kokzidioidomykose – eine Erkrankung der Bronchien und Atemwege

Infektionen mit Candida, die im Blut, in Körperorganen (z. B. Herz, Lunge) oder im Harntrakt

nachweisbar sind

Schleimhautsoor – Infektionen der Mund- und Rachenschleimhaut und Zahnfleischentzündung

Genitalsoor – Infektionen der Scheide oder des Penis

Hautinfektionen – z. B. Fußpilz, Ringelflechte, Pilzinfektionen im Leistenbereich, Nagelpilz

Darüber hinaus können Sie MYCOSYST 50 mg aus den folgenden Gründen erhalten:

zur Vorbeugung von Rückfällen einer Kryptokokkenmeningitis

zur Vorbeugung von Rückfällen eines Schleimhautsoors

zur Verminderung von Rückfällen bei Scheidensoor

zur Vorbeugung von Infektionen durch Candida (wenn Ihr Immunsystem geschwächt ist und

nicht richtig arbeitet)

Kinder und Jugendliche (im Alter von 0 bis 17 Jahren)

Bei Kindern kann dieses Arzneimittel zur Behandlung der folgenden Arten von Pilzinfektionen

verordnet werden:

Schleimhautsoor – Infektion der Mund- und Rachenschleimhaut

Infektionen mit Candida, die im Blut, in Körperorganen (z. B. Herz, Lunge) oder im Harntrakt

nachweisbar sind

Kryptokokkenmeningitis – eine Pilzinfektion des Gehirns

Darüber hinaus kann MYCOSYST 50 mg

zur Vorbeugung von Infektionen durch Candida (wenn das Immunsystem geschwächt ist und

nicht richtig arbeitet),

zur Vorbeugung von Rückfällen einer Kryptokokkenmeningitis verordnet werden.

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von MYCOSYST 50 mg beachten?

MYCOSYST 50 mg darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Fluconazol, andere Arzneimittel, die Sie gegen eine Pilzinfektion

eingenommen haben, oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses

Arzneimittels sind. Mögliche Beschwerden sind Juckreiz, Hautrötung und Atemprobleme.

wenn Sie Astemizol oder Terfenadin einnehmen (Arzneimittel aus der Gruppe der

Antihistaminika, die bei Allergien eingesetzt werden).

wenn Sie Cisaprid einnehmen (Arzneimittel gegen Magenbeschwerden).

wenn Sie Pimozid einnehmen (Arzneimittel zur Behandlung psychischer Erkrankungen).

wenn Sie Chinidin einnehmen (Arzneimittel zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen).

wenn Sie Erythromycin einnehmen (Antibiotikum zur Behandlung von Infektionen).

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie MYCOSYST 50 mg einnehmen,

wenn Sie Leber- oder Nierenprobleme haben,

wenn Sie eine Herzerkrankung haben, wie zum Beispiel Herzrhythmusstörungen,

wenn Sie einen zu hohen oder zu niedrigen Gehalt an Kalium, Kalzium oder Magnesium im

Blut haben,

wenn Sie schwere Hautreaktionen entwickeln (wie Juckreiz, Hautrötung oder Atemprobleme),

wenn Sie Anzeichen einer „Nebenniereninsuffizienz“ zeigen, bei der die Nebennieren keine

ausreichenden Mengen bestimmter Steroidhormone, wie beispielsweise Cortisol, bilden

(chronische oder lang anhaltende Müdigkeit, Muskelschwäche, Appetitlosigkeit,

Gewichtsverlust, Abdominalschmerz).

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit in der Indikation Behandlung von Genital-Candidosen bei Kindern ist

nicht erwiesen. Die Dosis zur Behandlung anderer Infektionen wird von Ihrem Arzt festgelegt.

Einnahme von MYCOSYST 50 mg zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, kürzlich andere

Arzneimittel eingenommen haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen.

Informieren Sie sofort Ihren Arzt, wenn Sie Astemizol, Terfenadin (ein Antihistaminikum zur

Behandlung von Allergien), Cisaprid (wird bei Magenverstimmungen eingenommen), Pimozid (wird

zur Behandlung von psychischen Erkrankungen eingenommen), Chinidin (wird zur Behandlung von

Herzrhythmusstörungen eingenommen) oder Erythromycin (ein Antibiotikum zur Behandlung von

Infektionen) anwenden, da diese nicht zusammen mit MYCOSYST 50 mg eingenommen werden

dürfen (siehe Abschnitt „MYCOSYST 50 mg darf nicht eingenommen werden“).

Bei einigen Arzneimitteln sind Wechselwirkungen mit MYCOSYST 50 mg möglich. Informieren Sie

unbedingt Ihren Arzt, wenn Sie eines der folgenden Arzneimittel einnehmen:

Rifampicin oder Rifabutin (Antibiotika gegen Infektionen)

Alfentanil, Fentanyl (Narkosemittel)

Amitriptylin, Nortriptylin (Arzneimittel gegen Depressionen)

Amphotericin B, Voriconazol (Arzneimittel gegen Pilzinfektionen)

Blutverdünnende Arzneimittel, die Blutgerinnsel verhindern (Warfarin oder ähnliche

Arzneimittel)

Benzodiazepine (Midazolam, Triazolam oder ähnliche Arzneimittel), die als Schlafmittel oder

gegen Angst eingesetzt werden

Carbamazepin, Phenytoin (Arzneimittel gegen Krampfanfälle [„Epilepsie“])

Nifedipin, Isradipin, Amlodipin, Verapamil, Felodipin und Losartan (gegen Hypertonie

[Bluthochdruck])

Olaparib (Arzneimittel zur Behandlung von Eierstockkrebs)

Ciclosporin, Everolimus, Sirolimus oder Tacrolimus (zur Vorbeugung einer

Transplantatabstoßung)

Cyclophosphamid, Vincaalkaloide (Vincristin, Vinblastin oder ähnliche Arzneimittel) zur

Behandlung von Krebserkrankungen

Halofantrin (Arzneimittel gegen Malaria)

Statine (Atorvastatin, Simvastatin und Fluvastatin oder ähnliche Arzneimittel) zur Senkung

eines hohen Cholesterinspiegels

Methadon (gegen Schmerzen)

Celecoxib, Flurbiprofen, Naproxen, Ibuprofen, Lornoxicam, Meloxicam, Diclofenac

(Nichtsteroidale Antirheumatika [NSAR])

Orale Kontrazeptiva („Pille“ zur Verhütung)

Prednison (ein Steroid)

Zidovudin, auch unter der Abkürzung AZT bekannt; Saquinavir (eingesetzt bei Patienten mit

HIV-Infektion)

Arzneimittel gegen Diabetes mellitus wie Chlorpropamid, Glibenclamid, Glipizid oder

Tolbutamid

Theophyllin (eingesetzt bei Asthma)

Tofacitinib (eingesetzt bei rheumatoider Arthritis)

Vitamin A (Nahrungsergänzungsmittel)

Ivacaftor (eingesetzt bei zystischer Fibrose)

Amiodaron (Arzneimittel gegen unregelmäßigen Herzschlag, „Arrhythmien“)

Hydrochlorothiazid (ein harntreibendes Mittel)

Einnahme von MYCOSYST 50 mg zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken

Sie können MYCOSYST 50 mg unabhängig von den Mahlzeiten einnehmen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker

um Rat.

Sie sollten MYCOSYST 50 mg in der Schwangerschaft nur dann einnehmen, wenn Ihr Arzt es Ihnen

ausdrücklich gesagt hat.

Nach einer einmaligen Einnahme von 150 mg Fluconazol können Sie weiter stillen. Wenn Sie

wiederholt MYCOSYST 50 mg einnehmen, sollten Sie nicht weiter stillen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Beim Führen eines Fahrzeugs oder Bedienen von Maschinen ist zu berücksichtigen, dass es

gelegentlich zu Schwindelgefühl oder („epileptischen“) Krampfanfällen kommen kann.

MYCOSYST 50 mg enthält Lactose (Milchzucker)

Dieses Arzneimittel enthält Lactose.

Bitte nehmen Sie MYCOSYST 50 mg daher erst nach

Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit

gegenüber bestimmten Zuckern leiden.

3.

Wie ist MYCOSYST 50 mg einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei

Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Nehmen Sie die Kapseln ungeöffnet und unzerkaut mit einem Glas Wasser ein. Sie sollten die Kapseln

möglichst jeden Tag um die gleiche Uhrzeit einnehmen.

Die folgende Tabelle gibt die empfohlenen Dosen des Arzneimittels bei den verschiedenen Arten von

Infektionen an:

Erwachsene

Erkrankung

Dosis

Behandlung von Kryptokokkenmeningitis

Am 1. Tag 400 mg und dann 1-mal täglich

200 mg bis 400 mg über 6 bis 8 Wochen oder

falls erforderlich länger. Manchmal wird die

Dosis auf bis zu 800 mg erhöht.

Vorbeugung von Rückfällen von

Kryptokokkenmeningitis

1-mal täglich 200 mg bis Ihr Arzt die Behandlung

beendet

Behandlung von Kokzidioidomykose

1-mal täglich 200 mg bis 400 mg über 11 bis 24

Monate oder auch länger, falls nötig. Manchmal

wird die Dosis auf bis zu 800 mg erhöht.

Zur Behandlung innerer Pilzinfektionen, die

durch Candida verursacht sind

Am 1. Tag 800 mg und dann 1-mal täglich

400 mg bis Ihr Arzt die Behandlung beendet

Behandlung von Infektionen der Mund- und

Rachenschleimhaut und Zahnfleischentzündung

Am 1. Tag 200 mg bis 400 mg und dann 1-mal

täglich 100 mg bis 200 mg, bis Ihr Arzt die

Behandlung beendet

Behandlung von Schleimhautsoor – die Dosis ist

vom infizierten Körperbereich abhängig

1-mal täglich 50 mg bis 400 mg über 7 bis 30

Tage bis Ihr Arzt die Behandlung beendet

Vorbeugung von Rückfällen von Infektionen der

Mund- und Rachenschleimhaut

1-mal täglich 100 mg bis 200 mg oder 3-mal pro

Woche 200 mg, solange das Infektionsrisiko

besteht

Behandlung von Genitalsoor

Einmalig 150 mg

Verminderung von Rückfällen bei Scheidensoor

150 mg jeden 3. Tag über insgesamt 3 Dosen (an

Tag 1, 4 und 7) und anschließend 1-mal

wöchentlich für 6 Monate, solange das

Infektionsrisiko besteht

Behandlung von Pilzinfektionen der Haut und

Nägel

Abhängig vom infizierten Körperbereich 1-mal

täglich 50 mg, 1-mal wöchentlich 150 mg,

300 mg bis 400 mg 1-mal wöchentlich über 1 bis

4 Wochen (bei Fußpilz kann die

Behandlungsdauer bis zu 6 Wochen betragen, bei

Nagelinfektionen so lange behandeln, bis der

infizierte Nagel ersetzt ist)

Vorbeugung von Infektionen durch Candida

(wenn das Immunsystem geschwächt ist und nicht

richtig arbeitet)

1-mal täglich 200 mg bis 400 mg, solange das

Infektionsrisiko besteht

Ältere Patienten

Sofern Sie keine Nierenprobleme haben, sollten Sie die übliche Erwachsenen-Dosis erhalten.

Eingeschränkte Nierenfunktion

Ihr Arzt kann Ihre Dosis abhängig von der Funktionsfähigkeit Ihrer Nieren ändern.

Eingeschränkte Leberfunktion

Fluconazol sollte bei eingeschränkter Leberfunktion mit Vorsicht verabreicht werden, daher wird Ihr

Arzt entscheiden, ob Sie MYCOSYST 50 mg einnehmen können.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren

Wenden Sie die von Ihrem Arzt verordnete Dosis an (dies kann entweder die Dosis für Erwachsene

oder die Dosis für Kinder sein).

Kinder im Alter bis zu 11 Jahren

Bei Kindern beträgt die Höchstdosis 400 mg pro Tag.

Die Dosis wird auf der Grundlage des Körpergewichts des Kindes (in Kilogramm) berechnet.

Erkrankung

Tagesdosis

Schleimhautsoor und Racheninfektionen mit

Candida – Dosis und Behandlungsdauer sind vom

Schweregrad und vom genauen Ort der Infektion

abhängig

1-mal täglich 3 mg je kg Körpergewicht (Am 1.

Tag können 6 mg je kg Körpergewicht verabreicht

werden.)

Kryptokokkenmeningitis oder innere

Pilzinfektionen durch Candida

1-mal täglich 6 mg bis 12 mg je kg Körpergewicht

Vorbeugung von Rückfällen von

Kryptokokkenmeningitis

1-mal täglich 6 mg je kg Körpergewicht

Vorbeugung von Infektionen durch Candida bei

Kindern (wenn das Immunsystem nicht richtig

arbeitet)

1-mal täglich 3 mg bis 12 mg je kg Körpergewicht

Anwendung bei Neugeborenen im Alter von 0 bis 4 Wochen

Anwendung bei Neugeborenen im Alter von 3 bis 4 Wochen

Es wird die gleiche Dosis wie oben angegeben verabreicht, aber nur alle 2 Tage. Die Höchstdosis

beträgt 12 mg je kg Körpergewicht alle 48 Stunden.

Anwendung bei Neugeborenen im Alter von unter 2 Wochen

Es wird die gleiche Dosis wie oben angegeben verabreicht, aber nur alle 3 Tage. Die Höchstdosis

beträgt 12 mg je kg Körpergewicht alle 72 Stunden.

Wenn Sie eine größere Menge MYCOSYST 50 mg eingenommen haben, als Sie sollten

Wenn Sie zu viele Kapseln auf einmal einnehmen, kann dies zu Unwohlsein führen. Setzen Sie sich

unverzüglich mit Ihrem Arzt oder der Notaufnahme des nächstgelegenen Krankenhauses in

Verbindung. Eine Überdosierung kann zum Beispiel dazu führen, dass Sie Dinge hören, sehen, fühlen

oder denken, die nicht real sind (Halluzinationen, Verfolgungswahn). Möglicherweise ist eine auf die

Beschwerden gerichtete Behandlung erforderlich (falls erforderlich mit die Körperfunktionen

unterstützenden Maßnahmen und einer Magenspülung).

Wenn Sie die Einnahme von MYCOSYST 50 mg vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben. Wenn

Sie eine Dosis vergessen haben, sollten Sie diese einnehmen, sobald Sie daran denken. Lassen Sie die

vergessene Dosis jedoch aus, wenn es fast Zeit für die nächste Dosis ist.

Wenn Sie die Einnahme von MYCOSYST 50 mg abbrechen

Sie sollten die Behandlung über den Zeitraum durchführen, den Ihr Arzt Ihnen genannt hat. Ist die

Behandlungsdauer zu kurz, kann dies zum Wiederauftreten der aktiven Infektion führen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Bei einigen Menschen kommt es zu allergischen Reaktionen, allerdings sind schwerwiegende

allergische Reaktionen selten. Informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt, wenn bei Ihnen eine oder

mehrere der folgenden Beschwerden auftreten:

Plötzliches pfeifendes Atemgeräusch, Atemprobleme oder Engegefühl im Brustkorb

Anschwellen von Augenlidern, Gesicht oder Lippen

Juckreiz am gesamten Körper, Hautrötung oder juckende rote Flecken auf der Haut

Hautausschlag

Schwere Hautreaktionen wie ein blasenbildender Hautausschlag (der auch den Mund und die

Zunge betreffen kann)

MYCOSYST 50 mg kann Ihre Leberfunktion beeinträchtigen. Folgende Symptome einer

Leberfunktionsstörung können auftreten:

Müdigkeit

Appetitlosigkeit

Erbrechen

Gelbfärbung der Haut oder des Weißen Ihrer Augen (Gelbsucht)

Wenn eines dieser Symptome bei Ihnen auftritt, beenden Sie sofort die Einnahme von MYCOSYST

50 mg und informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt.

Andere Nebenwirkungen

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bitte außerdem, wenn eine der aufgeführten

Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser

Packungsbeilage angegeben sind.

Häufig: kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Kopfschmerzen

Magenbeschwerden, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen

Anstieg von Blut- oder Leberwerten

Hautausschlag

Gelegentlich: kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Verringerung der Anzahl der roten Blutkörperchen, die zu Hautblässe und Schwäche oder

Atemnot führen kann

Appetitminderung

Unfähigkeit zu schlafen, Schläfrigkeit

Epileptische“ Krampfanfälle, Schwindelgefühl, Drehschwindel, Kribbeln, Stechen oder

Taubheitsgefühl, Veränderung des Geschmacksempfindens

Verstopfung, Verdauungsprobleme, Blähungen, Mundtrockenheit

Muskelschmerzen

Leberschädigung und Gelbfärbung der Haut und Augen (Gelbsucht)

Quaddeln, Blasenbildung (Nesselsucht), Juckreiz, vermehrtes Schwitzen

Müdigkeit, allgemeines Unwohlsein, Fieber

Selten: kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

Zu niedrige Anzahl von weißen Blutkörperchen, die an der Infektionsabwehr beteiligt sind,

sowie von Blutzellen, die bei der Blutgerinnung eine Rolle spielen

Rote oder violette Hautverfärbung, die durch eine niedrige Zahl an Blutplättchen verursacht sein

kann, andere Änderungen bei den Blutzellen

Veränderung der Blutchemie (hoher Cholesterinspiegel, Fettgehalt)

Niedriger Kaliumgehalt im Blut

Zittern

Veränderungen im Elektrokardiogramm (EKG), Veränderungen der Herzfrequenz oder des

Herzrhythmus

Leberversagen

Allergische Reaktionen (manchmal schwer ausgeprägt), wie ein ausgedehnter blasenbildender

Hautausschlag und Abschälen der Haut, schwere Hautreaktionen, Anschwellen der Lippen oder

des Gesichts

Haarausfall

Häufigkeit nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar):

Überempfindlichkeitsreaktion mit Hautausschlag, Fieber, geschwollenen Drüsen, erhöhter

Konzentration einer Art von weißen Blutkörperchen (Eosinophilie) und Entzündung innerer

Organe (Leber, Lunge, Herz, Nieren und Dickdarm) (Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie

und systemischen Symptomen [DRESS])

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte,

Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de

anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen

über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist MYCOSYST 50 mg aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf der Faltschachtel nach „Verwendbar bis“ angegebenen

Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des

angegebenen Monats.

Nicht über 30 °C lagern.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie

das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der

Umwelt bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was MYCOSYST 50 mg enthält

Der Wirkstoff ist 50 mg Fluconazol.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Kapselinhalt: Hochdisperses Siliciumdioxid, Magnesiumstearat (Ph.Eur.), Talkum, Maisstärke,

Povidon K 30, wasserfreie Lactose;

Kapselhülle: Gelatine, Titandioxid (E171), Indigocarmin (E132).

Wie MYCOSYST 50 mg aussieht und Inhalt der Packung

Kapseloberteil: hellblau; Kapselunterteil: weiß.

MYCOSYST 50 mg ist in Packungen mit 7, 14, 28, 50, und 100 Hartkapseln erhältlich.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Gedeon Richter Plc.

Gyömrői út 19-21.

1103 Budapest

Ungarn

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR)

unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Dänemark

Fluconazol Gedeon Richter

Deutschland

MYCOSYST 50 mg Hartkapseln

Portugal

Fluconazol Gedeon Richter

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im April 2019

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FACHINFORMATION

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

MYCOSYST 50 mg Hartkapseln

MYCOSYST 150 mg Hartkapseln

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

MYCOSYST 50 mg:

Jede Hartkapsel enthält 50 mg Fluconazol.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: Jede Hartkapsel enthält 49,5 mg Lactose.

MYCOSYST 150 mg:

Jede Hartkapsel enthält 150 mg Fluconazol.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: Jede Hartkapsel enthält 148,5 mg Lactose.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Hartkapsel

MYCOSYST 50 mg:

Kapseloberteil: hellblau; Kapselunterteil: weiß.

MYCOSYST 150 mg:

Kapseloberteil: mittelblau; Kapselunterteil: weiß.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Fluconazol wird bei den folgenden Pilzinfektionen angewendet (siehe Abschnitt 5.1).

Anwendung von Fluconazol bei Erwachsenen zur Behandlung von:

Kryptokokkenmeningitis (siehe Abschnitt 4.4)

Kokzidioidomykose (siehe Abschnitt 4.4)

invasiven Candidosen

Schleimhaut-Candidosen, einschließlich oropharyngeale und ösophageale Candidosen, Candidurien

und chronisch-mukokutane Candidosen

chronisch-atrophischen oralen Candidosen (Mundhöhlenerkrankungen bei Zahnprothesenträgern),

wenn zahnhygienische oder lokale Maßnahmen nicht ausreichen

akuten oder rezidivierenden Vaginal-Candidosen, wenn eine lokale Therapie nicht geeignet ist

Candida-Balanitis, wenn eine lokale Therapie nicht geeignet ist

Dermatomykosen, einschließlich Tinea pedis, Tinea corporis, Tinea cruris, Tinea versicolor und

Candida-Infektionen der Haut, bei denen eine systemische Behandlung angezeigt ist

Tinea unguium (Onychomykose), wenn andere Wirkstoffe nicht geeignet erscheinen

Anwendung von Fluconazol bei Erwachsenen zur Prophylaxe von:

rezidivierender Kryptokokkenmeningitis, bei Patienten mit hohem Rezidivpotenzial

2/21

rezidivierenden oropharyngealen und ösophagealen Candidosen bei AIDS-Patienten mit hohem

Rückfallrisiko

Verringerung der Inzidenz rezidivierender Vaginal-Candidosen (4 oder mehr Episoden pro Jahr)

Candida-Infektionen bei Patienten mit anhaltender Neutropenie (wie z. B. Patienten unter

Chemotherapie bei bösartigen Bluterkrankungen oder Patienten mit hämatopoetischer

Stammzelltransplantation [siehe Abschnitt 5.1])

Anwendung von Fluconazol bei termingerechten Neugeborenen, Säuglingen, Kleinkindern, Kindern und

Jugendlichen im Alter von 0 bis 17 Jahren:

Fluconazol wird zur Behandlung von Schleimhaut-Candidosen (oropharyngeal und ösophageal), invasiven

Candidosen, Kryptokokkenmeningitis sowie zur Prophylaxe von Candida-Infektionen bei

abwehrgeschwächten Patienten angewendet. Zur Prävention rezidivierender Kryptokokkenmeningitis kann

Fluconazol als Erhaltungstherapie bei Kindern mit hohem Rückfallrisiko (siehe Abschnitt 4.4) eingesetzt

werden. Die Therapie kann begonnen werden, bevor Ergebnisse von Kulturen und andere Laborwerte

vorliegen. Sobald diese Ergebnisse verfügbar sind, sollte die antiinfektive Therapie entsprechend angepasst

werden.

Die offiziellen Leitlinien zum angemessenen Gebrauch von Antimykotika sind zu berücksichtigen.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Die Dosierung sollte sich an Art und Schweregrad der Pilzinfektion orientieren.

Bei Infektionen, bei denen wiederholte Gaben notwendig sind, sollte die Behandlung so lange fortgesetzt

werden, bis die klinischen Parameter oder Laborwerte bestätigen, dass die aktive Pilzinfektion abgeklungen

ist. Eine unzureichende Behandlungsdauer kann ein Wiederauftreten der aktiven Pilzinfektion zur Folge

haben.

Erwachsene

Indikationen

Dosierung

Behandlungsdauer

Kryptokokkosen

Behandlung von

Kryptokokkenmening

itis.

Anfangsdosis:

400 mg an Tag 1

Nachfolgende

Dosis: 200 mg bis

400 mg 1-mal

täglich

Üblicherweise mindestens 6 bis 8

Wochen.

Bei lebensbedrohlichen

Infektionen kann die Tagesdosis

auf 800 mg erhöht werden.

Erhaltungstherapie

Rezidivprophylaxe

Kryptokokkenmening

itis bei Patienten mit

hohem Rückfallrisiko.

200 mg 1-mal

täglich

Unbegrenzt bei einer Tagesdosis

von 200 mg

Kokzidioidomykose

200 mg bis 400 mg

1-mal täglich

Abhängig vom Patienten 11 bis

24 Monate oder länger. Bei

einigen Infektionen und speziell

bei Meningen-Infektionen kann

die Gabe von 800 mg pro Tag

erwogen werden.

Invasive Candidosen

Anfangsdosis:

800 mg an Tag 1

Nachfolgende

Dosis: 400 mg 1-

Im Allgemeinen wird empfohlen,

die Behandlung bei Candidämien

nach der ersten negativen

Blutkultur und nach dem

3/21

mal täglich

Abklingen der Candidämie-

Symptome noch 2 Wochen

fortzusetzen.

Behandlung von

Schleimhaut-Candidosen

Oropharyngeale

Candidose

Anfangsdosis:

200 mg bis 400 mg

an Tag 1

Nachfolgende

Dosis: 100 mg bis

200 mg 1-mal

täglich

7 bis 21 Tage (bis zur Remission

der oropharyngealen Candidose)

Bei Patienten mit stark

geschwächter Immunabwehr kann

die Behandlungsdauer verlängert

werden.

Ösophageale

Candidose

Anfangsdosis:

200 mg bis 400 mg

an Tag 1

Nachfolgende

Dosis: 100 mg bis

200 mg 1-mal

täglich

14 bis 30 Tage (bis zur Remission

der ösophagealen Candidose)

Bei Patienten mit stark

geschwächter Immunabwehr kann

die Behandlungsdauer verlängert

werden.

Candidurie

200 mg bis 400 mg

1-mal täglich

7 bis 21 Tage. Bei Patienten mit

stark geschwächter Immunabwehr

kann die Behandlungsdauer

verlängert werden.

Chronisch-

atrophische

Candidose

50 mg 1-mal

täglich

14 Tage

Chronisch-

mukokutane

Candidose

50 mg bis 100 mg

1-mal täglich

Bis zu 28 Tagen, abhängig vom

Schweregrad der Infektion und

des zugrundeliegenden

Immundefekts sowie der

Infektion.

Rezidivprophylaxe von

Schleimhaut-Candidosen

bei HIV-Patienten mit

hohem Rezidivrisiko

Oropharyngeale

Candidose

100 mg bis 200 mg

1-mal täglich oder

200 mg 3-mal

wöchentlich

Bei Patienten mit chronischer

Immunsuppression auf

unbestimmte Zeit

Ösophageale

Candidose

100 mg bis 200 mg

1-mal täglich oder

200 mg 3-mal

wöchentlich

Bei Patienten mit chronischer

Immunsuppression auf

unbestimmte Zeit

Genital-Candidosen

akute Vaginal-

Candidose

Candida-Balanitis

150 mg

Einzeldosis

Behandlung und

Prophylaxe von

rezidivierenden

Vaginal-Candidosen

(4 oder mehr

Episoden pro Jahr)

150 mg jeden 3.

Tag über insgesamt

3 Dosen (Tag 1, 4

und 7),

anschließend

Erhaltungsdosis mit

150 mg 1-mal

wöchentlich

Erhaltungsdosis: 6 Monate

Dermatomykosen

Tinea pedis,

Tinea corporis,

Tinea cruris,

Candida-Infektionen

150 mg 1-mal

wöchentlich oder

50 mg 1-mal

täglich

2 bis 4 Wochen. Bei Tinea pedis

kann eine Behandlung über bis zu

6 Wochen notwendig sein.

- Tinea versicolor

300 mg bis 400 mg

1-mal wöchentlich

1 bis 3 Wochen

4/21

50 mg 1-mal

täglich

2 bis 4 Wochen

Tinea unguium

(Onychomykose)

150 mg 1-mal

wöchentlich

Die Behandlung sollte fortgesetzt

werden, bis der infizierte Nagel

erneuert wurde (der gesunde

Nagel nachwächst). Das

Nachwachsen von Fingernägeln

bzw. Zehennägeln dauert

üblicherweise 3 bis 6 bzw. 6 bis

12 Monate. Die

Wachstumsgeschwindigkeit kann

jedoch individuell und

altersabhängig stark variieren.

Nach erfolgreicher Behandlung

von langfristigen chronischen

Infektionen kann gelegentlich

eine Deformierung des Nagels

fortbestehen.

Prophylaxe von Candida-

Infektionen bei Patienten

mit anhaltender

Neutropenie

200 mg bis 400 mg

1-mal täglich

Die Behandlung sollte mehrere

Tage vor dem erwarteten Beginn

der Neutropenie begonnen und

nach Abklingen der Neutropenie

(wenn die Neutrophilenzahl

wieder auf > 1.000 Zellen/mm³

angestiegen ist) noch über weitere

7 Tage fortgesetzt werden.

Besondere Patientengruppen

Ältere Patienten

Die Dosierung ist in Abhängigkeit der Nierenfunktion anzupassen (siehe „Eingeschränkte Nierenfunktion“).

Eingeschränkte Nierenfunktion

Mycosyst wird überwiegend über den Urin als unveränderter Wirkstoff ausgeschieden. Bei einmaliger

Verabreichung ist keine Dosisanpassung notwendig. Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

(einschließlich von Kindern und Jugendlichen), die mehrere Dosen Fluconazol erhalten sollen, sollte

abhängig von der für die jeweilige Indikation empfohlenen Tagesdosis eine Anfangsdosis von 50 mg bis

400 mg verabreicht werden. Im Anschluss an diese initiale Aufsättigungsdosis sollte sich die Tagesdosis

(entsprechend der Indikation) an der folgenden Tabelle orientieren:

Kreatinin-Clearance (ml/min)

Prozent der empfohlenen Dosis

> 50

100 %

≤ 50 (keine Hämodialyse)

50 %

Hämodialyse

100 % nach jeder Hämodialysesitzung

Patienten mit Hämodialysebehandlung sollten nach der Hämodialyse 100 % der empfohlenen Dosis erhalten.

An dialysefreien Tagen sollten die Patienten eine entsprechend Ihrer Kreatinin-Clearance verringerte Dosis

erhalten.

Eingeschränkte Leberfunktion

Da nur begrenzte Daten zu Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion vorliegen, muss Fluconazol bei

Patienten mit Leberfunktionsstörungen mit Vorsicht angewendet werden (siehe Abschnitte 4.4 und 4.8).

Kinder und Jugendliche

Bei Kindern und Jugendlichen sollte eine Höchstdosis von 400 mg pro Tag nicht überschritten werden.

5/21

Wie auch bei den entsprechenden Infektionen bei Erwachsenen, orientiert sich die Behandlungsdauer am

klinischen und mykologischen Ansprechen. Fluconazol wird als tägliche Einmalgabe verabreicht.

Zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen mit eingeschränkter Nierenfunktion siehe Dosierung unter

Eingeschränkte Nierenfunktion”. Bei Kindern und Jugendlichen mit eingeschränkter Nierenfunktion wurde

die Pharmakokinetik von Fluconazol nicht untersucht (zu termingerechten Neugeborenen, die häufig eine

primäre renale Unreife aufweisen, siehe den nachfolgenden Abschnitt).

Säuglinge, Kleinkinder und Kinder (im Alter von 28 Tagen bis 11 Jahren)

Indikation

Dosierung

Empfehlungen

Schleimhaut-Candidosen

Anfangsdosis: 6 mg/kg

Nachfolgende Dosis: 3 mg/kg

1-mal täglich

Die Anfangsdosis kann am 1.

Tag verabreicht werden, um

schneller Steady-State-

Konzentrationen zu erreichen

Invasive Candidosen

Kryptokokkenmeningitis

Dosis: 6 bis 12 mg/kg 1-mal

täglich

Abhängig vom Schweregrad

der Erkrankung

Erhaltungstherapie zur Prävention

rezidivierender

Kryptokokkenmeningitis bei Kindern

mit hohem Rezidivrisiko

Dosis: 6 mg/kg 1-mal täglich

Abhängig vom Schweregrad

der Erkrankung

Prophylaxe von Candida-Infektionen

bei abwehrgeschwächten Patienten

Dosis: 3 bis 12 mg/kg 1-mal

täglich

Abhängig von Schweregrad

und Dauer der vorliegenden

Neutropenie (siehe Dosierung

bei Erwachsenen)

Jugendliche (im Alter von 12 bis 17 Jahren)

Der verordnende Arzt muss abhängig vom Körpergewicht und der pubertären Entwicklung beurteilen,

welche Dosierung (die Dosierung für Erwachsene oder die Dosierung für Kinder) geeignet ist. Die klinischen

Daten zeigen, dass Kinder eine höhere Fluconazol-Clearance aufweisen als Erwachsene. Eine Dosis von 100,

200 und 400 mg bei Erwachsenen entspricht bei Kindern einer Dosis von 3, 6 und 12 mg/kg, um eine

vergleichbare systemische Exposition zu erreichen.

Die Sicherheit und Wirksamkeit bei Genital-Candidosen bei Kindern und Jugendlichen ist nicht erwiesen.

Die derzeit vorliegenden Daten zu anderen Indikationen bei Kindern und Jugendlichen werden in Abschnitt

4.8 beschrieben. Wenn bei Jugendlichen (12 bis 17 Jahre) die Behandlung einer Genital-Candidose

unbedingt notwendig ist, sollte die Dosierung wie bei Erwachsenen erfolgen.

Termingerechte Neugeborene (0 bis 27 Tage)

Neugeborene scheiden Fluconazol langsam aus.

Es liegen nur wenige pharmakokinetische Daten vor, die diese Dosierungen bei Neugeborenen unterstützen

(siehe Abschnitt 5.2).

Altersgruppe

Dosierung

Empfehlungen

Neugeborene (0 bis 14 Tage)

Verabreichung der mg/kg-Dosis

für Säuglinge, Kleinkinder und

Kinder alle 72 Stunden

Eine Höchstdosis von 12 mg/kg

alle 72 Stunden sollte nicht

überschritten werden

Neugeborene (15 bis 27 Tage)

Verabreichung der mg/kg-Dosis

für Säuglinge, Kleinkinder und

Kinder alle 48 Stunden

Eine Höchstdosis von 12 mg/kg

alle 48 Stunden sollte nicht

überschritten werden

Art der Anwendung

6/21

Abhängig vom klinischen Zustand des Patienten kann Fluconazol entweder oral oder als intravenöse Infusion

verabreicht werden. Bei einem Wechsel von der intravenösen zur oralen Verabreichung und umgekehrt ist

keine Änderung der Tagesdosis erforderlich.

Der Arzt sollte die gemäß Alter, Gewicht und Dosis am besten geeignete Darreichungsform und Stärke

verordnen. Kapseln als Darreichungsform eignen sich nicht für die Anwendung bei Säuglingen und

Kleinkindern. Für diese Patientengruppe stehen flüssige Fluconazol Darreichungsformen zur Verfügung, die

sich besser für die Einnahme eignen.

Die Kapseln sollen ungeöffnet und unzerkaut unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, verwandte Azolderivate oder einen der in Abschnitt 6.1

genannten sonstigen Bestandteile.

Auf Grundlage der Ergebnisse einer Wechselwirkungsstudie mit Mehrfachgabe ist die gleichzeitige

Verabreichung mit Terfenadin kontraindiziert, wenn der Patient wiederholte Fluconazol-Dosen in Höhe von

400 mg oder mehr pro Tag erhält.

Ebenso ist bei mit Fluconazol behandelten Patienten die gleichzeitige Verabreichung anderer Arzneimittel

kontraindiziert, die bekanntermaßen das QT-Intervall verlängern und über das Cytochrom P450 (CYP) 3A4

metabolisiert werden, wie z. B. Cisaprid, Astemizol, Pimozid, Chinidin und Erythromycin (siehe Abschnitte

4.4 und 4.5).

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Tinea capitis

Fluconazol wurde zur Behandlung einer Tinea capitis bei Kindern untersucht. Es zeigte sich keine

Überlegenheit gegenüber Griseofulvin und die Gesamterfolgsrate lag unter 20 %. Daher sollte Fluconazol

nicht bei Tinea capitis angewendet werden.

Kryptokokkose

Die Nachweise zur Wirksamkeit von Fluconazol bei der Behandlung von Kryptokokkosen an anderen

Lokalitäten (z. B. pulmonale oder kutane Kryptokokkosen) sind begrenzt, so dass keine Dosierungsangaben

gemacht werden können.

Tiefe endemische Mykosen

Die Nachweise zur Wirksamkeit von Fluconazol bei der Behandlung von anderen endemischen Mykosen,

wie z. B. Parakokzidioidomykose, lymphokutane Sporotrichose und Histoplasmose sind begrenzt, so dass

keine Dosierungsangaben gemacht werden können.

Nieren

Fluconazol muss bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung mit Vorsicht angewendet werden (siehe Abschnitt

4.2).

Nebenniereninsuffizienz

Ketoconazol kann bekanntermaßen eine Nebenniereninsuffizienz auslösen und dies könnte, obwohl selten

beobachtet, auch für Fluconazol gelten.

Nebenniereninsuffizienz in Zusammenhang mit einer gleichzeitigen Behandlung mit Prednison wird in

Abschnitt 4.5 „Einfluss von Fluconazol auf andere Arzneimittel“ beschrieben.

Leber und Gallenwege

Fluconazol muss bei Patienten mit Leberfunktionsstörung mit Vorsicht angewendet werden.

7/21

In seltenen Fällen war die Anwendung von Fluconazol mit einer schwerwiegenden Hepatotoxizität

verbunden, die in einigen Fällen zum Tod führte. Hiervon waren insbesondere Patienten mit schweren

Grunderkrankungen betroffen. In den Fällen einer durch Fluconazol ausgelösten Hepatotoxizität ließ sich

kein Zusammenhang mit der Tagesdosis, der Behandlungsdauer sowie Alter und Geschlecht des Patienten

herstellen. Die Hepatotoxizität war in der Regel nach Absetzen von Fluconazol reversibel.

Patienten, bei denen während der Behandlung mit Fluconazol eine Abweichung der Leberwerte auftritt,

müssen engmaschig auf das Auftreten einer schwereren Leberschädigung überwacht werden. Die Patienten

sollten auf mögliche Symptome einer schwerwiegenden Leberschädigung hingewiesen werden (ausgeprägte

Asthenie, Anorexie, anhaltende Übelkeit, Erbrechen und Ikterus). Die Behandlung mit Fluconazol sollte

sofort abgebrochen werden und der Patient sollte einen Arzt aufsuchen.

Herz-Kreislauf-System

Einige Azole einschließlich Fluconazol gingen mit einer Verlängerung des QT-Intervalls im EKG einher.

Die QT-Verlängerung durch Fluconazol erfolgt über die Hemmung des gleichrichtenden Kaliumkanals (I

Die QT-Verlängerung durch andere Arzneimittel (z. B. Amiodaron) kann durch die Hemmung von

Cytochrome P450 (CYP) 3A4 verstärkt werden. Im Rahmen der Post-Marketing-Überwachung wurde in

sehr seltenen Fällen bei mit Fluconazol behandelten Patienten über eine Verlängerung des QT-Intervalls und

Torsade de pointes berichtet. Diese Berichte betrafen unter anderem schwer kranke Patienten mit vielfältigen

verzerrenden Risikofaktoren wie strukturellen Herzerkrankungen, Elektrolytanomalien und

Begleitmedikationen, die ebenfalls ursächlich gewesen sein könnten. Bei Patienten mit Hypokaliämie und

Herzinsuffizienz im fortgeschrittenen Stadium besteht ein erhöhtes Risiko für lebensbedrohliche ventrikuläre

Arrhythmien und Torsade-de-pointes-Tachykardie.

Fluconazol muss bei Patienten mit potenziell proarrhythmischen Störungen mit Vorsicht angewendet

werden. Die gleichzeitige Anwendung von anderen Arzneimitteln, die bekanntermaßen das QT-Intervall

verlängern und über das Cytochrom P450 (CYP) 3A4 metabolisiert werden, ist kontraindiziert (siehe

Abschnitte 4.3 und 4.5).

Halofantrin

Es wurde gezeigt, dass Halofantrin in der empfohlenen therapeutischen Dosis das QT

-Intervall verlängert

und ein CYP3A4-Substrat ist. Die gleichzeitige Anwendung von Fluconazol und Halofantrin wird daher

nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.5).

Dermatologische Reaktionen

In seltenen Fällen entwickelten Patienten unter einer Fluconazol-Behandlung exfoliative Hautreaktionen wie

das Stevens-Johnson-Syndrom und die toxische epidermale Nekrolyse. AIDS-Patienten neigen bei vielen

Arzneimitteln eher zur Ausbildung schwerer Hautreaktionen. Wenn sich bei einem Patienten, der wegen

einer oberflächlichen Pilzinfektion behandelt wird, ein auf Fluconazol zurückgeführter Hautausschlag

entwickelt, sollte die Behandlung mit diesem Arzneimittel abgebrochen werden. Patienten mit

invasiven/systemischen Pilzinfektionen, bei denen es zu einem Hautausschlag kommt, müssen sorgfältig

beobachtet werden und Fluconazol sollte abgesetzt werden, sobald Blasen auftreten oder sich ein Erythema

multiforme entwickelt.

Überempfindlichkeit

In seltenen Fällen wurde eine Anaphylaxie beschrieben (siehe Abschnitt 4.3).

Cytochrom P450

Fluconazol ist ein mäßiger CYP2C9- und CYP3A4-Inhibitor. Darüber hinaus ist Fluconazol ein starker

Inhibitor von CYP2C19. Mit Fluconazol behandelte Patienten, die gleichzeitig Arzneimittel erhalten, die

eine enge therapeutische Breite aufweisen und über CYP2C9, CYP2C19 oder CYP3A4 metabolisiert

werden, müssen überwacht werden (siehe Abschnitt 4.5).

Terfenadin

8/21

Patienten, die gleichzeitig Fluconazol in Dosen von weniger als 400 mg/Tag und Terfenadin erhalten,

müssen engmaschig überwacht werden (siehe Abschnitte 4.3 und 4.5).

Sonstige Bestandteile

Die Hartkapseln enthalten Lactose. Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, völligem

Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Mycosyst nicht einnehmen.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Die gleichzeitige Anwendung der folgenden Arzneimittel ist kontraindiziert:

Cisaprid: Bei Patienten, die gleichzeitig Fluconazol und Cisaprid erhielten, wurden kardiale

Nebenwirkungen einschließlich Torsades de pointes berichtet. Eine klinische Studie ergab, dass eine

gleichzeitige Anwendung von 200 mg Fluconazol einmal täglich mit 20 mg Cisaprid viermal täglich zu

einem signifikanten Anstieg der Cisaprid-Plasmaspiegel und einem verlängerten QT-Intervall führte. Die

gleichzeitige Anwendung von Fluconazol und Cisaprid ist kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Terfenadin: Da bei Patienten, die gleichzeitig Azol-Antimykotika und Terfenadin erhielten, nach

Verlängerung des QTc-Intervalls schwere Herzrhythmusstörungen auftraten, wurden Interaktionsstudien

durchgeführt. Eine Studie mit einer Tagesdosis von 200 mg Fluconazol zeigte keine Verlängerung des QTc-

Intervalls. Eine andere Studie mit Tagesdosen von 400 mg und 800 mg Fluconazol zeigte, dass 400 mg

Fluconazol oder mehr am Tag bei gleichzeitiger Einnahme signifikant den Plasmaspiegel von Terfenadin

erhöhten. Die gleichzeitige Gabe von Fluconazol in Dosen ≥ 400 mg und Terfenadin ist kontraindiziert

(siehe Abschnitt 4.3). Die gleichzeitige Gabe von Fluconazol in Dosen unter 400 mg und Terfenadin ist

sorgfältig zu überwachen.

Astemizol: Eine gleichzeitige Anwendung von Fluconazol und Astemizol kann die Clearance von Astemizol

herabsetzen. Die daraus resultierenden erhöhten Plasmaspiegel von Astemizol können zu verlängertem QT-

Intervall und in seltenen Fällen zu Torsades de pointes führen. Die gleichzeitige Anwendung von Astemizol

und Fluconazol ist kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Pimozid: Obwohl hierzu weder in vitro- noch in vivo-Studien vorliegen, kann eine gleichzeitige Anwendung

von Fluconazol und Pimozid zu einer Hemmung des Pimozidmetabolismus führen. Erhöhte Pimozid-

Plasmaspiegel können zu verlängertem QT-Intervall und in seltenen Fällen zu Torsades de pointes führen.

Die gleichzeitige Anwendung von Fluconazol und Pimozid ist kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Chinidin: Auch wenn dies weder in vitro noch in vivo untersucht wurde, könnte die gleichzeitige Gabe von

Fluconazol mit Chinidin zu einer Hemmung des Chinidin-Metabolismus führen. Die Anwendung von

Chinidin war mit einer Verlängerung des QT-Intervalls und in seltenen Fällen mit Torsade de pointes

verbunden. Die gleichzeitige Anwendung von Fluconazol und Chinidin ist kontraindiziert (siehe Abschnitt

4.3).

Erythromycin: Bei gleichzeitiger Anwendung von Fluconazol und Erythromycin besteht das mögliche Risiko

einer Kardiotoxizität (verlängertes QT-Intervall, Torsades de pointes) und einem dadurch verursachten

plötzlichen Herztod. Die gleichzeitige Gabe von Fluconazol und Erythromycin ist kontraindiziert (siehe

Abschnitt 4.3).

Die gleichzeitige Anwendung der folgenden Arzneimittel wird nicht empfohlen:

Halofantrin: Fluconazol kann über eine hemmende Wirkung auf CYP3A4 die Plasmakonzentration von

Halofantrin erhöhen. Die gleichzeitige Gabe von Fluconazol und Halofantrin kann das Risiko einer

Kardiotoxizität (verlängertes QT-Intervall, Torsade de pointes) und damit eines plötzlichen Herztods

erhöhen. Diese Kombination sollte vermieden werden (siehe Abschnitt 4.4).

Bei gleichzeitiger Anwendung ist Vorsicht geboten:

9/21

Amiodaron: Die gleichzeitige Gabe von Fluconazol und Amiodaron könnte zu einer vermehrten QT-

Verlängerung führen. Wenn eine gleichzeitige Anwendung von Fluconazol und Amiodaron erforderlich ist,

ist Vorsicht geboten, insbesondere bei Fluconazol in hoher Dosierung (800 mg).

Bei gleichzeitiger Anwendung der folgenden anderen Arzneimittel ist Vorsicht geboten und eine

Dosisanpassung erforderlich:

Einfluss anderer Arzneimittel auf Fluconazol

Rifampicin: Die gleichzeitige Einnahme von Fluconazol und Rifampicin führte zu einer 25%igen Abnahme

der AUC und einer um 20 % verkürzten Halbwertszeit von Fluconazol. Bei gleichzeitig mit Rifampicin

behandelten Patienten sollte eine Erhöhung der Fluconazoldosis in Betracht gezogen werden.

Wechselwirkungsstudien haben gezeigt, dass die gleichzeitige Verabreichung von oralem Fluconazol mit

Nahrung, Cimetidin, Antazida oder nach Ganzkörperbestrahlung im Rahmen einer

Knochenmarktransplantation die Resorption von Fluconazol nicht in klinisch relevanter Weise

beeinträchtigt.

Hydrochlorothiazid: In einer pharmakokinetischen Wechselwirkungsstudie an gesunden Probanden, die

Fluconazol erhielten, erhöhte die gleichzeitige Mehrfachgabe von Hydrochlorothiazid die

Plasmakonzentration von Fluconazol um 40 %. Ein Effekt dieser Größenordnung sollte keine Änderung des

Fluconazol-Dosierungsschemas bei Patienten, die gleichzeitig Diuretika erhalten, erforderlich machen.

Einfluss von Fluconazol auf andere Arzneimittel

Fluconazol ist ein mäßiger Inhibitor der Cytochrom P450 (CYP) Isoenzyme 2C9 und 3A4. Darüber hinaus

ist Fluconazol ein starker Inhibitor des Isoenzyms CYP2C19. Neben den im Folgenden genannten

Wechselwirkungen besteht das Risiko erhöhter Plasmaspiegel anderer Arzneimittel, die von CYP2C9,

CYP2C19 und CYP3A4 metabolisiert werden, wenn diese gleichzeitig mit Fluconazol angewendet werden.

Bei Anwendung dieser Kombinationen sollte daher Vorsicht geübt werden und die Patienten müssen

sorgfältig überwacht werden. Die Wirkung kann infolge der langen Halbwertszeit von Fluconazol 4 - 5 Tage

nach Ende der Fluconazoltherapie anhalten (siehe Abschnitt 4.3).

Alfentanil: Bei gesunden Probanden erhöhte sich bei gleichzeitiger Gabe von 400 mg Fluconazol und

20 μg/kg intravenösem Alfentanil die AUC

von Alfentanil, vermutlich durch eine CYP3A4-Hemmung, um

das 2-Fache. Gegebenenfalls ist eine Dosisanpassung von Alfentanil erforderlich.

Amitriptylin, Nortriptylin: Fluconazol verstärkt die Wirkung von Amitriptylin und Nortriptylin.

5-Nortriptylin und/oder S-Amitriptylin können zu Beginn der Kombinationsbehandlung und nach einer

Woche gemessen werden. Falls nötig, muss die Dosis von Amitriptylin/Nortriptylin angepasst werden.

Amphothericin B: Die gleichzeitige Anwendung von Fluconazol und Amphothericin B zeigte bei infizierten

normalen und bei immunsupprimierten Mäusen folgende Ergebnisse: Ein geringer additiver fungizider

Effekt bei systemischer Infektion mit C. albicans, keine Wechselwirkung bei intracranieller Infektion mit

Cryptococcus neoformans und einen Antagonismus der beiden Wirkstoffe bei systemischer Infektion mit

Aspergillus fumigatus. Die klinische Bedeutung der in diesen Studien beobachteten Ergebnisse ist

unbekannt.

Antikoagulanzien: Nach Markteinführung wurden wie bei anderen Azol-Derivaten Blutungen (Blutergüsse,

Nasenbluten, gastrointestinale Blutungen, Blut in Urin und Faeces) in Verbindung mit einer Verlängerung

der Prothrombinzeit berichtet.

Unter der gleichzeitigen Behandlung mit Fluconazol und Warfarin war die Prothrombinzeit, vermutlich über

eine Hemmung des Warfarin-Metabolismus durch CYP2C9, bis zum 2-Fachen verlängert. Bei Patienten, die

Antikoagulantien vom Cumarin- oder Indandion-Typ zusammen mit Fluconazol erhalten, muss die

10/21

Prothrombinzeit sorgfältig überwacht werden. Gegebenenfalls ist eine Dosisanpassung des Antikoagulans

notwendig.

Benzodiazepine (kurzwirksam), z. B. Midazolam, Triazolam: Nach oraler Anwendung von Midazolam

führte Fluconazol zu einem deutlichen Anstieg der Serumkonzentration und psychomotorischen Wirkung

von Midazolam. Die gleichzeitige orale Einnahme von 200 mg Fluconazol und 7,5 mg Midazolam erhöhte

die AUC und die Halbwertszeit von Midazolam um das 3,7- bzw. 2,2-Fache. Die gleichzeitige tägliche Gabe

von 200 mg Fluconazol und 0,25 mg Triazolam oral erhöhte die AUC und die Halbwertszeit von Triazolam

um das 4,4- bzw. 2,3-Fache. Unter gleichzeitiger Behandlung mit Fluconazol wurde eine Potenzierung und

Verlängerung der Wirkung von Triazolam beobachtet. Wenn bei einem mit Fluconazol behandelten

Patienten die gleichzeitige Anwendung von Benzodiazepinen erforderlich ist, ist eine Verringerung der

Benzodiazepin-Dosis in Betracht zu ziehen und der Patient entsprechend zu überwachen.

Carbamazepin: Fluconazol hemmt den Carbamazepinmetabolismus und es wird ein Anstieg des

Serumcarbamazepins um 30 % beobachtet. Dadurch besteht das Risiko, dass sich eine Carbamazepintoxizität

entwickelt. In Abhängigkeit von den gemessenen Konzentrationen/Wirkungen kann eine Dosisanpassung des

Carbamazepins notwendig werden.

Calciumkanalblocker: Bestimmte Calciumkanalantagonisten (Nifedipin, Isradipin, Amlodipin, Verapamil

und Felodipin) werden von CYP3A4 metabolisiert. Fluconazol hat das Potenzial, die systemische

Verfügbarkeit des Calcium-Antagonisten zu erhöhen. Eine engmaschige Überwachung auf Nebenwirkungen

wird empfohlen.

Celecoxib: Bei gleichzeitiger Behandlung von Fluconazol (200 mg täglich) mit Celecoxib (200 mg) erhöhten

sich C

und AUC von Celecoxib um 68 % bzw. 134 %. Bei kombinierter Anwendung mit Fluconazol kann

eine Halbierung der Celecoxibdosis notwendig sein.

Cyclophosphamid: Eine Kombinationsbehandlung von Cyclophosphamid und Fluconazol führt zu einem

Anstieg von Bilirubin und Serumkreatinin. Die Kombination kann angewendet werden, wenn besonderes

Augenmerk auf die Risiken der Bilirubin- und Serumkreatininerhöhung gerichtet wird.

Fentanyl: Es wurde ein Fall einer Fentanyl-Intoxikation aufgrund einer möglichen Fentanyl-Fluconazol-

Wechselwirkung mit tödlichem Ausgang beschrieben. Darüber hinaus wurde bei gesunden Probanden

gezeigt, dass Fluconazol die Elimination von Fentanyl signifikant verzögerte. Erhöhte Fentanyl-

Konzentrationen können zu einer Atemdepression führen. Die Patienten sollten im Hinblick auf eine

Atemdepression engmaschig überwacht werden. Eine Dosisanpassung des Fentanyl kann notwendig werden.

HMG-CoA-Reduktase-Hemmer: Das Risiko einer Myopathie oder Rhabdomyolyse ist erhöht, wenn

Fluconazol gleichzeitig mit HMG-CoA-Reduktase-Hemmern angewendet wird, die durch CYP3A4

(Atorvastatin oder Simvastatin) oder durch CYP2C9 (Fluvastatin) metabolisiert werden. Ist eine

gleichzeitige Behandlung notwendig, müssen die Patienten auf Anzeichen einer Myopathie oder

Rhabdomyolyse sowie die Kreatin-Kinase (CK)-Spiegel überwacht werden. Die HMG-CoA-Therapie muss

abgebrochen werden, wenn die CK-Spiegel eine deutliche Erhöhung aufweisen oder wenn eine

Myopathie/Rhabdomyolyse festgestellt oder vermutet wird.

Olaparib: Mäßige Inhibitoren von CYP3A4, wie z. B. Fluconazol, erhöhen die Olaparib-

Plasmakonzentrationen; die gleichzeitige Anwendung wird nicht empfohlen. Wenn die Kombination

unvermeidbar ist, ist die Olaparib-Dosis auf 200 mg 2-mal täglich zu begrenzen.

Immunsuppressoren (z. B. Ciclosporin, Everolimus, Sirolimus und Tacrolimus)

Ciclosporin: Fluconazol bewirkt einen signifikanten Anstieg der Konzentration und AUC von Ciclosporin.

Bei gleichzeitiger Behandlung mit täglich 200 mg Fluconazol und 2,7 mg/kg Ciclosporin zeigte sich eine

Erhöhung der AUC von Ciclosporin um das 1,8-Fache. Diese Kombination kann angewendet werden, wenn

die Ciclosporin-Dosis abhängig von der Ciclosporin-Konzentration reduziert wird.

11/21

Everolimus: Obwohl dies weder in vivo noch in vitro untersucht wurde, könnte Fluconazol die

Serumkonzentration von Everolimus durch eine CYP3A4-Hemmung erhöhen.

Sirolimus: Fluconazol erhöht wahrscheinlich durch eine Hemmung des Metabolismus von Sirolimus über

CYP3A4 und P-Glykoprotein die Plasmakonzentration von Sirolimus. Diese Kombination kann angewendet

werden, wenn die Dosis von Sirolimus entsprechend der Wirkung/gemessenen Konzentration angepasst

wird.

Tacrolimus: Fluconazol kann durch Hemmung des intestinalen Tacrolimus-Metabolismus über CYP3A4 die

Serumkonzentration von oral verabreichtem Tacrolimus bis zu 5-fach erhöhen. Bei intravenöser Gabe von

Tacrolimus wurden keine signifikanten pharmakokinetischen Änderungen beobachtet. Erhöhte Tacrolimus-

Serumspiegel waren mit einer Nephrotoxizität verbunden. Die Dosierung von oral verabreichtem Tacrolimus

sollte abhängig von der Tacrolimus-Konzentration reduziert werden.

Losartan: Fluconazol hemmt die Umwandlung von Losartan in seinen aktiven Metaboliten (E-3174), der für

den Hauptteil des bei der Losartan-Therapie auftretenden Angiotensin II-Rezeptor-Antagonismus

verantwortlich ist. Die Patienten müssen bezüglich einer dauerhaften Kontrolle ihres Bluthochdrucks

überwacht werden.

Methadon: Fluconazol kann die Serumkonzentration von Methadon erhöhen. Eine Anpassung der

Methadondosis kann notwendig sein.

Nicht-steroidale Entzündungshemmer: C

und AUC von Flurbiprofen waren um 23% bzw. 81% erhöht,

wenn dieses gleichzeitig mit Fluconazol angewendet wird, verglichen mit einer Flurbiprofenmonotherapie.

Ähnlich waren C

und AUC des pharmakologisch aktiven Isomers [S-(+)-Ibuprofen] um 15% bzw. 82%

erhöht, wenn Fluconazol zusammen mit razemischem Ibuprofen (400 mg) angewendet wird, verglichen mit

der alleinigen Anwendung des razemischen Ibuprofens.

Obwohl dies nicht gesondert untersucht wurde, hat Fluconazol das Potenzial, die systemische Verfügbarkeit

anderer NSAIDs, die über CYP2C9 metabolisiert werden (z. B. Naproxen, Lornoxicam, Meloxicam,

Diclofenac) zu verstärken. Eine engmaschige Beobachtung auf Nebenwirkungen und Toxizität in

Verbindung mit NSAIDs wird empfohlen. Eine Dosisanpassung der NSAIDs kann notwendig sein.

Phenytoin: Fluconazol hemmt den hepatischen Metabolismus von Phenytoin. Die gleichzeitige, wiederholte

i.v.-Gabe von 200 mg Fluconazol und 250 mg Phenytoin führte zu einer Erhöhung der AUC

und C

Phenytoin um 75 % bzw. 128 %. Bei gemeinsamer Verabreichung sollten die Phenytoin-

Serumkonzentrationen überwacht werden, um eine Phenytoin-Toxizität zu vermeiden.

Prednison: Es gibt einen Fallbericht von einem Patienten mit Lebertransplantat, der mit Prednison behandelt

wurde und nach Absetzen einer 3-monatigen Fluconazol-Therapie eine akute Nebennierenrindeninsuffizienz

entwickelte. Das Absetzen von Fluconazol hatte wahrscheinlich eine verstärkte Aktivität von CYP3A4 zur

Folge, die den Prednison-Metabolismus verstärkte. Patienten, die eine Langzeitbehandlung mit Fluconazol

und Prednison erhalten, müssen nach Absetzen von Fluconazol sorgfältig auf eine Nebenniereninsuffizienz

überwacht werden.

Rifabutin: Fluconazol erhöht die Serumkonzentration von Rifabutin, wodurch die AUC von Rifabutin um bis

zu 80 % erhöht wird. Es gab Berichte über Fälle von Uveitis bei Patienten, die gleichzeitig Fluconazol und

Rifabutin erhielten. Bei einer Kombinationstherapie müssen Symptome einer Rifabutin-Toxizität in Betracht

gezogen werden.

Saquinavir: Durch eine Hemmung des hepatischen Metabolismus von Saquinavir über CYP3A4 und eine

Hemmung von P-Glykoprotein erhöht Fluconazol die AUC und C

von Saquinavir um etwa 50 % bzw.

55 %. Interaktionen mit Saquinavir/Ritonavir wurden nicht untersucht und können eventuell ausgeprägter

ausfallen. Gegebenenfalls ist eine Dosisanpassung von Saquinavir erforderlich.

12/21

Sulfonylharnstoffe: Es konnte gezeigt werden, dass Fluconazol bei gesunden Probanden die

Serumhalbwertszeit gleichzeitig angewendeter Sulfonylharnstoffe (z. B. Chlorpropamid, Glibenclamid,

Glipizid, Tolbutamid) verlängert. Bei gleichzeitiger Anwendung wird eine engmaschige Überwachung des

Blutzuckerspiegels und eine entsprechende Verringerung der Dosis des Sulfonylharnstoffs empfohlen.

Theophyllin: In einer placebokontrollierten Interaktionsstudie führte die Einnahme von 200 mg Fluconazol

über 14 Tage zu einer 18%igen Abnahme der mittleren Plasma-Clearance des Theophyllins. Patienten, die

mit hohen Dosen von Theophyllin behandelt werden oder die aus anderen Gründen ein erhöhtes Risiko für

eine Theophyllin-Toxizität aufweisen, sollten während der gleichzeitigen Behandlung mit Fluconazol

sorgfältig auf Anzeichen einer Theophyllintoxizität hin beobachtet werden. Bei Anzeichen einer

Theophyllintoxizität muss die Behandlung geändert werden.

Tofacitinib: Die Tofacitinib-Exposition erhöht sich bei gleichzeitiger Anwendung von Tofacitinib mit

Arzneimitteln, die sowohl zu einer moderaten Hemmung von CYP3A4 als auch zu einer starken Hemmung

von CYP2C19 führen (z. B. Fluconazol). Daher ist bei einer gleichzeitigen Anwendung dieser Arzneimittel

eine Dosisreduktion für Tofacitinib auf einmal täglich 5 mg empfohlen.

Vincaalkaloide: Obwohl hierzu keine Studien vorliegen, kann Fluconazol die Plasmaspiegel von

Vincaalkaloiden (z. B. Vincristin und Vinblastin) erhöhen und zu Neurotoxizität führen; dies ist

wahrscheinlich eine Folge der hemmenden Wirkung auf CYP3A4.

Vitamin A: Basierend auf einer Nebenwirkungsmeldung eines Patienten unter Kombinationsbehandlung mit

all-trans-Retinsäure (eine Vitamin-A-Säure) und Fluconazol, entwickelte sich eine ZNS-assoziierten

Nebenwirkung in Form eines Pseudotumor cerebri, die sich jedoch nach Abbruch der Fluconazol-

Behandlung zurückbildete. Die Kombination ist möglich, jedoch sollte das Auftreten von ZNS-assoziierten

Nebenwirkungen in Betracht gezogen werden.

Voriconazol (CYP2C9-, CYP2C19- und CYP3A4-Hemmer): Die gleichzeitige orale Gabe von Voriconazol

(400 mg alle 12 Stunden am 1. Tag gefolgt von 200 mg alle 12 Stunden über 2,5 Tage) und Fluconazol

(400 mg am 1. Tag gefolgt von 200 mg alle 24 Stunden über 4 Tage) an 8 gesunde, männliche Probanden

führte zu einer durchschnittlichen Erhöhung von C

und AUC

um 57 % (90-%-KI: 20 %, 107 %) und 79 %

(90-%-KI: 40 %, 128 %). Die Reduktion der Dosis und/oder der Applikationsfrequenz, die zu einer

Vermeidung dieses Effekts führen würde, wurde nicht bestimmt. Wenn Voriconazol im Anschluss an

Fluconazol angewendet wird, wird eine Überwachung wegen möglicher Nebenwirkung von Voriconazol

empfohlen.

Zidovudin: Fluconazol erhöht C

und AUC von Zidovudin um 84% bzw. 74% durch eine etwa 45%ige

Abnahme der Clearance oralen Zidovudins. Die Halbwertszeit von Zidovudin war nach

Kombinationsbehandlung mit Fluconazol ebenfalls um etwa 128 % verlängert. Patienten, die diese

Kombination anwenden, müssen auf Zidovudin-assoziierte Nebenwirkungen hin überwacht werden. Eine

Verringerung der Zidovudindosis kann erforderlich sein.

Azithromycin: Eine offene, randomisierte, dreiarmige Cross-over-Studie an 18 gesunden Probanden

untersuchte den Einfluss einer oralen Einzeldosis von 1.200 mg Azithromycin auf die Pharmakokinetik einer

oralen Einzeldosis von 800 mg Fluconazol sowie den Einfluss von Fluconazol auf die Pharmakokinetik von

Azithromycin. Es wurden keine signifikanten pharmakokinetischen Wechselwirkungen zwischen Fluconazol

und Azithromycin beobachtet.

Orale Kontrazeptiva: Es wurden zwei Pharmakokinetikstudien zu einem kombinierten oralen

Kontrazeptivum und wiederholter Verabreichung von Fluconazol durchgeführt. In der Studie mit 50 mg

Fluconazol ergaben sich keine relevanten Auswirkungen auf die Hormonspiegel, während 200 mg pro Tag

die AUC von Ethinylestradiol und Levonorgestrel um 40 % bzw. 24 % erhöhten. Die wiederholte Gabe von

Fluconazol in diesen Dosierungen hat demnach wahrscheinlich keinen nachteiligen Einfluss auf die

Wirksamkeit des kombinierten oralen Kontrazeptivums.

13/21

Ivacaftor: Die gleichzeitige Gabe von Ivacaftor, einem CFTR (cystic fibrosis transmembrane conductance

regulator)-Wirkungsverstärker, erhöht die Ivacaftorexposition 3-fach und Hydroxymethyl-Ivacaftor(M1)-

Exposition 1,9-fach. Eine Verringerung der Ivacaftor-Dosis auf 150 mg täglich wird bei Patienten

empfohlen, die schwache CYP3A4 Hemmer wie Fluconazol und Erythromycin begleitend einnehmen.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Eine Beobachtungsstudie weist auf ein erhöhtes Risiko für Spontanaborte bei Frauen hin, die während des

ersten Schwangerschaftstrimesters mit Fluconazol behandelt werden.

Es gab Meldungen über mehrere angeborene Anomalien (einschließlich Brachycephalie,

Ohrmuscheldysplasie, vergrößerter vorderer Fontanelle, gebogenen Femurs und radiohumeraler Synostose)

bei Säuglingen, deren Mütter mindestens drei Monate lang hohe Dosen (täglich 400-800 mg) von Fluconazol

zur Behandlung von Kokzidioidomykose erhalten hatten. Der Zusammenhang zwischen der Anwendung von

Fluconazol und diesen Ereignissen ist unklar.

Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3).

Fluconazol in Standarddosen und kurzzeitige Behandlungen sollten nicht während der Schwangerschaft

angewendet werden, sofern es nicht eindeutig erforderlich ist.

Fluconazol in hohen Dosen und/oder eine verlängerte Behandlung sollten nicht während der

Schwangerschaft angewendet werden, sofern es sich nicht um potenziell lebensbedrohliche Infektionen

handelt.

Stillzeit

Fluconazol geht in die Muttermilch über und erreicht dort ähnliche Konzentrationen wie im Plasma (siehe

Abschnitt 5.2). Nach einmaliger Anwendung einer Dosis von 150 mg Fluconazol kann das Stillen fortgesetzt

werden. Nach wiederholter Anwendung oder hohen Fluconazol-Dosen wird vom Stillen abgeraten. Der

Nutzen des Stillens für die Entwicklung und die Gesundheit sollte ebenso berücksichtigt werden wie der

klinische Bedarf der Mutter, Mycosyst zu erhalten, sowie die möglichen Nebenwirkungen für das gestillte

Kind durch Mycosyst oder durch die Grunderkrankung der Mutter.

Fertilität

Fluconazol hatte keinen Einfluss auf die Fertilität von männlichen und weiblichen Ratten (siehe

Abschnitt 5.3).

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen von Fluconazol auf die Verkehrstüchtigkeit und die

Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen durchgeführt.

Die Patienten sind darauf hinzuweisen, dass es unter Fluconazol mitunter zu Schwindelgefühl und

Krampfanfällen (siehe Abschnitt 4.8) kommen kann und dass sie sich beim Auftreten derartiger

Beschwerden nicht an das Steuer eines Fahrzeugs setzen und keine Maschinen bedienen dürfen.

4.8

Nebenwirkungen

Die häufigsten Nebenwirkungen (>1/10) sind Kopfschmerzen, abdominelle Schmerzen, Diarrhö, Übelkeit,

Erbrechen, ein Anstieg von Alaninaminotransferasen (ALT bzw. ALAT), Aspartataminotransferasen (AST

bzw. ASAT) oder alkalischer Phosphatase und Hautausschlag.

Die folgenden Nebenwirkungen wurden unter einer Behandlung mit Fluconazol in den folgenden

Häufigkeiten beobachtet und beschrieben: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10); gelegentlich

14/21

(≥ 1/1.000, < 1/100), selten (≥ 1/10.000, < 1/1.000), sehr selten (< 1/10.000), nicht bekannt (Häufigkeit auf

Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Systemorgan-

klasse

Häufig

Gelegentlich

Selten

Nicht bekannt

Erkrankungen des

Blutes und des

Lymphsystems

Anämie

Agranulozytose,

Leukopenie,

Thrombopenie,

Neutropenie

Erkrankungen des

Immunsystems

Anaphylaxie

Stoffwechsel- und

Ernährungsstörun-

Appetitminderung

Hypercholesterin-

ämie,

Hypertriglyzeri-

dämie,

Hypokaliämie

Psychiatrische

Erkrankungen

Somnolenz,

Insomnie

Erkrankungen des

Nervensystems

Kopfschmerzen

Krampfanfälle,

Parästhesie,

Schwindelgefühl,

Änderung des

Geschmacks-

empfindens

Tremor

Erkrankungen des

Ohrs und des

Labyrinths

Vertigo

Herzerkrankungen

Torsade de pointes

(siehe Abschnitt

4.4), QT-

Verlängerung

(siehe Abschnitt

4.4)

Erkrankungen des

Gastrointestinal-

trakts

Abdominelle

Schmerzen,

Erbrechen, Diarrhö,

Übelkeit

Obstipation,

Dyspepsie,

Blähungen,

Mundtrockenheit

Leber- und

Gallenerkrankun-

Anstieg der

Alaninaminotrans-

ferase (siehe

Abschnitt 4.4),

Anstieg der

Aspartataminotrans

ferase (siehe

Abschnitt 4.4),

Anstieg der

alkalischen

Phosphatase im

Blut (siehe

Abschnitt 4.4)

Cholestase (siehe

Abschnitt 4.4),

Ikterus (siehe

Abschnitt 4.4),

Bilirubin-Anstieg

(siehe Abschnitt

4.4)

Leberversagen

(siehe Abschnitt

4.4),

hepatozelluläre

Nekrose (siehe

Abschnitt 4.4),

Hepatitis (siehe

Abschnitt 4.4),

Leberzellschädi-

gung (siehe

Abschnitt 4.4)

Erkrankungen der

Haut und des

Unterhautzell-

gewebes

Hautausschlag

(siehe Abschnitt

4.4)

Arzneimittelaus-

schlag* (siehe

Abschnitt 4.4)

Urtikaria (siehe

Toxische

epidermale

Nekrolyse, (siehe

Abschnitt 4.4),

Arzneimittelexan-

them mit

Eosinophilie und

systemischen

15/21

Abschnitt 4.4),

Pruritus,

vermehrtes

Schwitzen

Stevens-Johnson-

Syndrom (siehe

Abschnitt 4.4),

akute generalisierte

exanthematöse

Pustulose (siehe

Abschnitt 4.4),

exfoliative

Dermatitis,

Angioödem,

Gesichtsödem,

Alopezie

Symptomen

(DRESS)

Skelettmuskulatur-,

Bindegewebs- und

Knochenerkrankun

Myalgie

Allgemeine

Erkrankungen und

Beschwerden am

Verabreichungsort

Abgeschlagenheit,

Unwohlsein,

Asthenie, Fieber

* einschließlich fixes Arzneimittelexanthem

Kinder und Jugendliche

Art und Häufigkeit der außer bei der Indikation Genital-Candidose in klinischen Studien an Kindern und

Jugendlichen beobachteten Nebenwirkungen und Laborwertänderungen waren mit den bei Erwachsenen

beschriebenen vergleichbar.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-

Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Es gab Fälle von Fluconazol-Überdosierungen. Gleichzeitig wurde über Halluzinationen und paranoides

Verhalten berichtet.

Im Falle einer Überdosierung ist eine den Symptomen entsprechende Behandlung (mit unterstützenden

Maßnahmen und, falls nötig, Magenentleerung) erforderlich.

Fluconazol wird zum großen Teil mit dem Urin ausgeschieden; eine forcierte Diurese wird wahrscheinlich

die Eliminationsrate erhöhen. Eine dreistündige Hämodialyse reduziert die Plasmaspiegel um ungefähr 50 %.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antimykotika zur systemischen Anwendung, Triazol-Derivate, ATC-Code:

J02AC01

Wirkmechanismus

16/21

Fluconazol ist ein antimykotisches Triazol-Derivat. Sein primärer Wirkmechanismus besteht in der

Hemmung der Cytochrom-P450-vermittelten 14-alpha-Lanosterol-Demethylierung bei Pilzen, die ein

essenzieller Schritt der Ergosterol-Biosynthese von Pilzen ist. Die Akkumulation von 14-alpha-Methyl-

Sterolen korreliert mit dem nachfolgenden Ergosterol-Verlust in der Zellmembran der Pilze und könnte für

die antimykotische Wirkung von Fluconazol verantwortlich sein. Es hat sich gezeigt, dass Fluconazol eine

höhere Selektivität für Cytochrom-P450-Enzyme von Pilzen als für verschiedene Cytochrom-P450-

Enzymsysteme bei Säugetieren hat.

Die Gabe von 50 mg Fluconazol pro Tag über einen Zeitraum von bis zu 28 Tagen hatte keinen Einfluss auf

die Testosteron-Plasmakonzentrationen bei Männern oder die Steroidkonzentrationen bei Frauen im

gebärfähigen Alter. 200 mg bis 400 mg Fluconazol pro Tag haben bei gesunden männlichen Probanden

keinen klinisch relevanten Einfluss auf die endogenen Steroidspiegel oder eine ACTH-stimulierte Reaktion.

Wechselwirkungsstudien mit Phenazon zeigen, dass die einmalige oder wiederholte Verabreichung von

50 mg Fluconazol dessen Metabolismus nicht beeinflusst.

In-vitro-Wirkspektrum

Fluconazol weist in vitro eine antimykotische Wirksamkeit gegen die meisten klinisch geläufigen Candida-

Spezies auf (einschließlich C. albicans, C. parapsilosis und C. tropicalis). C. glabrata zeigt ein breites

Empfindlichkeitsspektrum, während C. krusei gegen Fluconazol resistent ist.

Darüber hinaus ist Fluconazol in vitro wirksam gegen Cryptococcus neoformans und Cryptococcus gattii

sowie gegen die endemischen Schimmelpilze Blastomyces dermatiditis, Coccidioides immitis, Histoplasma

capsulatum und Paracoccidioides brasiliensis.

Pharmakokinetische/ pharmakodynamische Zusammenhänge

In tierexperimentellen Untersuchungen zeigte sich bei experimentellen Mykosen durch Candida-Spezies

eine Korrelation zwischen den MHK-Werten und der Wirksamkeit. In klinischen Studien wurde ein nahezu

linearer Zusammenhang im Verhältnis 1:1 zwischen der AUC und der Fluconazol-Dosis beobachtet. Darüber

hinaus besteht ein direkter, wenn auch unvollständiger Zusammenhang zwischen der AUC oder Dosis und

einem erfolgreichen klinischen Ansprechen auf die Behandlung bei oralen Candidosen und in geringeren

Maß auch bei Candidämien. Ebenso ist eine Heilungschance bei Infektionen, die durch Stämme mit einer

höheren MHK für Fluconazol ausgelöst wurden, weniger wahrscheinlich.

Resistenzmechanismen

Candida-Spezies haben eine Reihe von Resistenzmechanismen gegen Azol-Antimykotika entwickelt.

Pilzstämme, die einen oder mehrere dieser Resistenzmechanismen ausgebildet haben, weisen

bekanntermaßen eine hohe minimale Hemmkonzentration (MHK) für Fluconazol auf, was negative

Auswirkungen auf die in-vivo-Wirksamkeit und die klinische Wirksamkeit hat.

Es gibt Berichte über Superinfektionen mit anderen Candida-Spezies als C. albicans, die oft von Natur aus

nicht für Fluconazol empfindlich sind (z. B. Candida krusei). In diesen Fällen kann eine alternative

antimykotische Therapie notwendig sein.

„Breakpoints“ (gemäß EUCAST)

Ausgehend von einer Analyse der pharmakokinetischen/pharmakodynamischen (PK/PD) Daten sowie der

Daten zur In-vitro-Empfindlichkeit und zum klinischen Ansprechen hat die EUCAST-AFST (European

Committee on Antimicrobial Susceptibility Testing – Subcommittee on Antifungal Susceptibility Testing)

Fluconazol-Breakpoints für Candida-Spezies festgelegt (EUCAST Fluconazole rational document (2007) -

version 2). Diese wurden unterteilt in speziesunabhängige Breakpoints, die überwiegend auf der Basis von

PK/PD-Daten bestimmt wurden und unabhängig von der MHK-Verteilung bei bestimmten Spezies sind, und

speziesabhängige Breakpoints für diejenigen Erreger, die am häufigsten für Infektionen beim Menschen

verantwortlich sind. Diese Breakpoints sind in der folgenden Tabelle aufgeführt:

Antimykotikum

Speziesabhängige Breakpoints (S≤R>)

Spezies-

unabhängige

17/21

Breakpoints

A

S≤/R>

Candida

albicans

Candida

glabrata

Candida

krusei

Candida

parapsilosis

Candida

tropicalis

Fluconazol

S = sensibel, R = resistent

A = Speziesunabhängige Breakpoints wurden überwiegend auf der Basis von PK/PD-Daten bestimmt und

sind unabhängig von der MHK-Verteilung bei bestimmten Spezies. Sie gelten nur für Erreger ohne

spezifische Breakpoints.

-- = Empfindlichkeitstestung nicht empfohlen, da das betreffende Antimykotikum für diese Spezies nur

wenig geeignet ist.

uE = Es gibt unzureichende Evidenz dafür, dass die betreffende Spezies ein gutes Ziel für eine Therapie mit

diesem Antimykotikum darstellt.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Die pharmakokinetischen Eigenschaften von Fluconazol nach intravenöser und oraler Verabreichung sind

ähnlich.

Resorption

Fluconazol wird nach oraler Verabreichung gut resorbiert und die Plasmaspiegel (und die systemische

Bioverfügbarkeit) betragen mehr als 90 % der Konzentrationen nach intravenöser Gabe. Bei oraler Einnahme

wird die Resorption durch eine gleichzeitige Nahrungsaufnahme nicht beeinflusst. Die maximalen

Plasmakonzentrationen werden bei nüchternen Patienten zwischen 0,5 und 1,5 Stunden nach der Einnahme

erreicht. Die Plasmakonzentrationen verhalten sich dosisproportional. Nach mehrfacher

1-mal täglicher Gabe von Fluconazol werden nach 4 bis 5 Tagen Plasmaspiegel in Höhe von 90 % des

Steady State erreicht. Bei Gabe einer Aufsättigungsdosis (an Tag 1) in Höhe des Doppelten der üblichen

Tagesdosis können an Tag 2 Plasmaspiegel in der Größenordnung von ca. 90 % des Steady States erreicht

werden.

Verteilung

Das scheinbare Verteilungsvolumen entspricht im Wesentlichen dem Gesamtkörperwasser. Die

Plasmaproteinbindung ist niedrig (11 - 12 %).

Fluconazol erzielt eine gute Penetration in alle untersuchten Körperflüssigkeiten. Die Fluconazol-

Konzentrationen in Speichel und Sputum sind mit den Plasmakonzentrationen vergleichbar. Bei Patienten

mit einer durch eine Pilzinfektion hervorgerufenen Meningitis beträgt der Fluconazol-Spiegel im Liquor

ungefähr 80 % der entsprechenden Werte im Plasma.

Fluconazol erreicht im Stratum corneum, in der Epidermis/Dermis und im Schweiß hohe Konzentrationen,

die über der Serumkonzentration liegen. Es akkumuliert im Stratum corneum. Unter einer Dosis von einmal

täglich 50 mg betrug die Fluconazol-Konzentration nach 12 Tagen 73 μg/g und 7 Tage nach

Behandlungsende immer noch 5,8 μg/g. Unter einer Dosis von 1-mal wöchentlich 150 mg betrug die

Fluconazol-Konzentration im Stratum corneum am 7. Tag 23,4 μg/g und 7 Tage nach der zweiten Dosis

immer noch 7,1 μg/g.

Unter einer Dosis von 1-mal wöchentlich 150 mg betrug die Fluconazol-Konzentration nach 4 Monaten in

gesunden Nägeln 4,05 μg/g und in erkrankten Nägeln 1,8 μg/g. Selbst 6 Monate nach Therapieende war

Fluconazol noch in Nagelproben nachweisbar.

Biotransformation

Fluconazol wird nur zu einem geringen Teil metabolisiert. Von einer radioaktiv markierten Dosis werden nur

11 % in veränderter Form im Urin ausgeschieden. Fluconazol ist ein mäßiger Inhibitor der Isoenzyme

18/21

CYP2C9 und CYP3A4 (siehe Abschnitt 4.5). Fluconazol ist darüber hinaus ein starker Inhibitor des

Isoenzyms CYP2C19.

Elimination

Die Plasmaeliminationshalbwertszeit von Fluconazol beträgt etwa 30 Stunden. Die Substanz wird

vorwiegend renal ausgeschieden, wobei etwa 80 % der verabreichten Dosis im Urin als unveränderter

Arzneistoff auftreten. Die Fluconazol-Clearance ist proportional zur Kreatinin-Clearance. Es gibt keine

Hinweise auf zirkulierende Metaboliten.

Die lange Plasmaeliminationshalbwertszeit ist die Grundlage für die Einzeldosis-Therapie bei Vaginal-

Candidosen und die 1-mal tägliche bzw. 1-mal wöchentliche Dosierung bei den anderen Indikationen.

Pharmakokinetik bei eingeschränkter Nierenfunktion

Bei Patienten mit stark eingeschränkter Nierenfunktion (GFR < 20 ml/min) erhöht sich die Halbwertszeit

von 30 auf 98 Stunden. Dementsprechend muss die Dosis reduziert werden. Fluconazol wird durch eine

Hämodialyse und in geringerem Maße durch eine Peritonealdialyse eliminiert. Im Rahmen einer 3-stündigen

Hämodialyse wurden etwa 50 % des Fluconazols aus dem Blut entfernt.

Pharmakokinetik während der Laktation

Im Rahmen einer Pharmakokinetik-Studie an zehn laktierenden Frauen, die vorübergehend oder dauerhaft

aufgehört hatten, ihre Kinder zu stillen, wurden die Fluconazol-Konzentrationen im Plasma und in der

Muttermilch über 48 Stunden nach Gabe einer Einzeldosis von 150 mg Fluconazol untersucht. In der

Muttermilch wurde eine durchschnittliche Fluconazol-Konzentration nachgewiesen, die ca. 98 % der

Konzentration im Plasma der Mutter entsprach. Die mittlere Höchstkonzentration in der Muttermilch betrug

5,2 Stunden nach der Dosisgabe 2,61 mg/l. Die geschätzte tägliche Fluconazol-Dosis, die das Kind über die

Muttermilch aufnimmt (eine mittlere Milchaufnahme von 150 ml/kg/Tag vorausgesetzt), beträgt auf

Grundlage der mittleren Höchstkonzentration in der Milch 0,39 mg/kg/Tag; dies entspricht ca. 40 % der

empfohlenen Dosis für Neugeborene (Alter < 2 Wochen) bzw. 13 % der empfohlenen Dosis für Kleinkinder

bei Schleimhaut-Candidose.

Pharmakokinetik bei Kindern

In 5 Studien wurden bei 113 pädiatrischen Patienten Pharmakokinetikdaten erhoben (2 Studien mit

Einmalgabe, 2 Studien mit Mehrfachgabe und 1 Studie mit Frühgeborenen). Wegen einer Änderung bei der

Formulierung im Studienverlauf lassen sich die Ergebnisse einer Studie nicht interpretieren. Weitere Daten

liegen aus einer Compassionate-Use-Studie vor.

Nach Verabreichung von 2 - 8 mg/kg/Tag Fluconazol an Kinder im Alter zwischen 9 Monaten und 15 Jahren

wurde eine AUC von ca. 38 μg x h/ml je 1-mg/kg-Dosiseinheit beobachtet. Die durchschnittliche

Plasmaeliminationshalbwertszeit von Fluconazol bewegte sich zwischen 15 und 18 Stunden und das

Verteilungsvolumen betrug nach Mehrfachgabe ca. 880 ml/kg. Nach Einmalgabe wurde eine höhere

Fluconazol-Plasmaeliminationshalbwertszeit von etwa 24 Stunden beobachtet. Diese ist vergleichbar mit der

Plasmaeliminationshalbwertszeit von Fluconazol nach einmaliger i.v.-Gabe von 3 mg/kg an Kinder im Alter

von 11 Tagen bis 11 Monaten. Das Verteilungsvolumen betrug in dieser Altersgruppe ca. 950 ml/kg.

Die Erfahrungen mit Fluconazol bei Neugeborenen beschränken sich auf Pharmakokinetikstudien bei

Frühgeborenen. Bei 12 Frühgeborenen, die im Durchschnitt um die 28. Schwangerschaftswoche geboren

wurden, betrug das Durchschnittsalter bei der ersten Dosis 24 Stunden (Spanne 9 - 36 Stunden) und das

mittlere Geburtsgewicht 0,9 kg (Spanne 0,75 bis 1,1 kg). 7 Patienten beendeten die Studie, in der maximal

fünf intravenöse Infusionen von 6 mg/kg Fluconazol im Abstand von 72 Stunden verabreicht wurden. Die

durchschnittliche Halbwertszeit (Stunden) betrug 74 (Spanne 44 bis 185) an Tag 1 und verringerte sich im

Laufe der Zeit auf durchschnittlich 53 (Spanne 30 bis 131) an Tag 7 und 47 (Spanne 27 bis 68) an Tag 13.

Die Fläche unter der Kurve (µg x h/ml) betrug 271 (Spanne 173 bis 385) an Tag 1 und erhöhte sich auf

durchschnittlich 490 (Spanne 292 bis 734) an Tag 7 mit anschließender Verringerung auf durchschnittlich

360 (Spanne 167 bis 566) an Tag 13. Das Verteilungsvolumen (ml/kg) betrug 1.183 (Spanne 1.070 bis

19/21

1.470) an Tag 1 und erhöhte sich im Laufe der Zeit auf durchschnittlich 1.184 (Spanne 510 bis 2.130) an Tag

7 und 1.328 (Spanne 1.040 bis 1.680) an Tag 13.

Pharmakokinetik bei älteren Patienten

Es wurde eine Pharmakokinetikstudie mit 22 Personen im Alter von 65 Jahren und älter durchgeführt, die

orale Einzeldosen von 50 mg Fluconazol erhielten. 10 der Patienten erhielten begleitend Diuretika. Die C

betrug 1,54 μg/ml und wurde 1,3 Stunden nach Einnahme erreicht. Die durchschnittliche AUC lag bei

76,4 ± 20,3 μg x h/ml und die mittlere terminale Halbwertszeit bei 46,2 Stunden. Diese pharmakokinetischen

Werte liegen über den analogen Parametern, die bei jungen männlichen Probanden gefunden wurden. Die

Begleitmedikation mit Diuretika hatte keine signifikante Änderung von AUC oder C

zur Folge. Darüber

hinaus waren die Kreatinin-Clearance (74 ml/min), der prozentuale Wirkstoffanteil, der unverändert im Urin

wiedergefunden wurde (0 - 24 h: 22 %), und die geschätzte renale Clearance von Fluconazol

(0,124 ml/min/kg) bei älteren Menschen generell niedriger als bei jüngeren Probanden. Daher scheint die

veränderte Disposition von Fluconazol bei älteren Menschen mit der häufig eingeschränkten Nierenfunktion

in dieser Gruppe zusammenzuhängen.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

In präklinischen Studien wurden nur unter Expositionen Auswirkungen beobachtet, die als ausreichend über

der Exposition beim Menschen liegend bewertet werden. Diese Tatsache weist auf eine geringe Bedeutung

für den klinischen Alltag hin.

Kanzerogenes Potenzial

Bei Mäusen und Ratten, die über 24 Monate mit oralen Dosen von 2,5 mg/kg/Tag, 5 mg/kg/Tag oder

10 mg/kg/Tag (etwa dem 2- bis 7-Fachen der empfohlenen Dosis beim Menschen) behandelt wurden,

ergaben sich keine Hinweise auf ein kanzerogenes Potenzial von Fluconazol. Bei männlichen Ratten kam es

unter einer Behandlung mit 5 und 10 mg/kg/Tag zu einem vermehrten Auftreten von hepatozellulären

Adenomen.

Mutagenes Potenzial

Fluconazol war mit oder ohne metabolische Aktivierung in Mutagenitätstests an 4 Stämmen von Salmonella

typhimurium (Ames) und im Maus-Lymphom-Test (Zelllinie L5178Y) negativ. Zytogenetische Studien in

vivo (murine Knochenmarkzellen nach oraler Verabreichung von Fluconazol) und in vitro

(Humanlymphozyten bei einer Fluconazol-Exposition von 1.000 μg/ml) zeigten keinen Hinweis auf

Chromosomenmutationen.

Reproduktionstoxizität

Fluconazol hatte bei männlichen und weiblichen Ratten, die mit oralen Tagesdosen von 5, 10 oder 20 mg/kg

oder mit parenteralen Dosen von 5, 25 oder 75 mg/kg behandelt wurden, keinen Einfluss auf die Fertilität.

Unter 5 oder 10 mg/kg zeigten sich keine Auswirkungen auf die Feten; unter 25 und 50 mg/kg und höheren

Dosen wurde bei den Feten eine Zunahme anatomischer Varianten (überzählige Rippen, Erweiterung des

Nierenbeckens) und eine verzögerte Ossifikation beobachtet. Unter Dosen im Bereich von 80 bis 320 mg/kg

war die embryonale Sterblichkeit bei den Ratten erhöht und unter den fetalen Missbildungen wurden

verkrümmte („wellenförmige“) Rippen, Gaumenspalten und eine gestörte kraniofaziale Ossifikation

beobachtet.

Unter 20 mg/kg per os war das Einsetzen des Geburtsvorgangs leicht verzögert und bei 20 mg/kg und

40 mg/kg intravenös wurden bei einigen Muttertieren eine Dystokie und ein verlängerter Geburtsvorgang

beobachtet. Die Störungen des Geburtsvorgangs unter diesen Dosierungen spiegelten sich in einer leicht

erhöhten Zahl an Totgeburten und einer verminderten neonatalen Überlebensrate wider. Derartige

Auswirkungen auf den Geburtsvorgang lassen sich durch die für diese Spezies spezifischen

östrogensenkenden Eigenschaften hoher Fluconazol-Dosen erklären. Bei mit Fluconazol behandelten Frauen

wurden keine derartigen hormonellen Veränderungen beobachtet (siehe Abschnitt 5.1)

20/21

6

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Kapselinhalt:

Hochdisperses Siliciumdioxid

Magnesiumstearat (Ph.Eur.)

Talkum

Maisstärke

Povidon K 30

Wasserfreie Lactose

Kapselhülle:

Gelatine

Titandioxid (E171)

Indigocarmin (E132)

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

5 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 30 °C lagern.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Blisterpackung (PVC/Al).

Packungsgrößen:

MYCOSYST 50 mg:

7 Hartkapseln

14 Hartkapseln

28 Hartkapseln

50 Hartkapseln

100 Hartkapseln

MYCOSYST 150 mg:

1 Hartkapsel

4 Hartkapseln

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu

beseitigen.

21/21

7.

INHABER DER ZULASSUNG

Gedeon Richter Plc.

Gyömrői út 19 – 21.

1103 Budapest

Ungarn

8.

ZULASSUNGSNUMMERN

MYCOSYST 50 mg:

54727.00.00

MYCOSYST 150 mg:

54727.02.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG / VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 24. Januar 2003

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 26. Februar 2007

10.

STAND DER INFORMATION

April 2019

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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