MONTELUKAST MSD 5 mg Kautabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Montelukast-Natrium
Verfügbar ab:
MSD Sharp & Dohme Gesellschaft mit beschränkter Haftung
INN (Internationale Bezeichnung):
Montelukast sodium
Darreichungsform:
Kautablette
Zusammensetzung:
Montelukast-Natrium 5.2mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
42013.00.00

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

MONTELUKAST MSD 5 mg Kautabletten

Wirkstoff: Montelukast

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie bzw. Ihr Kind mit der

Einnahme dieses Arzneimittels beginnen, denn es enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen bzw. Ihrem Kind persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht

an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen

Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe

Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht:

Was ist MONTELUKAST MSD und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von MONTELUKAST MSD beachten?

Wie ist MONTELUKAST MSD einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist MONTELUKAST MSD aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist MONTELUKAST MSD und wofür wird es angewendet?

MONTELUKAST MSD

ist ein Leukotrien-Rezeptorantagonist, der Stoffe hemmt, die als

Leukotriene bezeichnet werden. Leukotriene verursachen Verengungen und Schwellungen der

Atemwege der Lungen. Indem MONTELUKAST MSD die Leukotriene hemmt, lindert es

Beschwerden bei Asthma und trägt zur Asthmakontrolle bei.

Ihr Arzt hat MONTELUKAST MSD zur Behandlung von Asthma verordnet, wobei

Asthmasymptomen am Tag und in der Nacht vorgebeugt wird.

MONTELUKAST MSD wird bei Patienten angewendet, deren Asthma mit der bisherigen

Behandlung nicht ausreichend unter Kontrolle gebracht werden kann und die eine

Zusatzbehandlung benötigen.

MONTELUKAST MSD wird auch anstelle von inhalativen Kortikoiden bei Patienten von 6 bis

14 Jahren angewendet, die in letzter Zeit keine Kortisonpräparate in Tablettenform gegen

Asthma eingenommen hatten und zeigten, dass sie nicht imstande sind, inhalative

Kortikosteroide anzuwenden.

MONTELUKAST MSD trägt auch zur Vorbeugung der Verengung der Atemwege bei, die

durch körperliche Belastung ausgelöst wird.

Ihr Arzt wird die Anwendung von MONTELUKAST MSD nach den Asthmasymptomen und dem

Schweregrad des Asthmas bei Ihnen oder Ihrem Kind bestimmen.

Was ist Asthma?

Asthma ist eine dauerhafte (

chronische

) Erkrankung.

Asthma äußert sich insbesondere durch folgende Merkmale:

Atembeschwerden durch verengte Atemwege. Diese Verengung wird als Reaktion auf

verschiedene Bedingungen schlechter oder besser.

Empfindliche Atemwege, die auf vieles reagieren, z. B. auf Zigarettenrauch, Pollen, kalte Luft

oder körperliche Betätigung.

Bei Nennung von MONTELUKAST MSD sind im Allgemeinen MONTELUKAST MSD 5 mg

Kautabletten gemeint, sofern nichts anderes aus dem Text hervorgeht.

Entzündungen und Schwellungen der Schleimhäute der Atemwege.

Asthmabeschwerden können u.a. umfassen:

Husten, Giemen, Engegefühl im Brustkorb.

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von MONTELUKAST MSD beachten?

Informieren Sie Ihren Arzt über alle Erkrankungen sowie über alle Allergien, die Sie oder Ihr Kind

momentan haben oder schon einmal hatten.

MONTELUKAST MSD darf nicht eingenommen werden, wenn Sie oder Ihr Kind

allergisch gegen Montelukast oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile

dieses Arzneimittels sind.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie MONTELUKAST MSD anwenden.

Wenn sich bei Ihnen bzw. bei Ihrem Kind die Asthmasymptome oder die Atmung

verschlechtern, wenden Sie sich bitte sofort an Ihren Arzt.

MONTELUKAST MSD zum Einnehmen ist nicht zur Behandlung akuter Asthmaanfälle

vorgesehen. Bei einem Asthmaanfall befolgen Sie bitte die Anweisungen Ihres Arztes für solche

Situationen. Führen Sie immer die Notfallmedikation zur Inhalation für Asthmaanfälle mit sich.

Es ist wichtig, dass Sie bzw. Ihr Kind alle Asthmamedikamente einnehmen, die der Arzt

verordnet hat. MONTELUKAST MSD sollte nicht als Ersatz für andere Asthmamedikamente

eingenommen werden, die der Arzt Ihnen bzw. Ihrem Kind verordnet hat.

Allen Patienten, die mit Asthmamedikamenten behandelt werden, sollte bekannt sein, dass bei

Auftreten einer Kombination verschiedener Symptome wie grippeartiger Erkrankung, Kribbeln

oder taubem Gefühl in Armen oder Beinen, Verschlimmerung von Symptomen an der Lunge

und/oder Ausschlag ein Arzt aufgesucht werden muss.

Sie bzw. Ihr Kind dürfen Acetylsalicylsäure (z. B. Aspirin) oder andere entzündungshemmende

Arzneimittel (sog. nicht steroidale Antirheumatika oder NSAR) nicht einnehmen, wenn bekannt

ist, dass sich das Asthma dadurch verschlechtert.

Kinder und Jugendliche

Für Kinder unter 6 Jahren sind MONTELUKAST MSD 5 mg Kautabletten nicht geeignet.

MONTELUKAST MSD 5 mg Kautabletten sind vorgesehen zur Anwendung bei Kindern im Alter

zwischen 6 und 14 Jahren.

Einnahme von MONTELUKAST MSD zusammen mit anderen Arzneimitteln

Einige Arzneimittel können die Wirkungsweise von MONTELUKAST MSD beeinflussen oder

MONTELUKAST MSD kann die Wirkungsweise anderer Arzneimittel beeinflussen.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie bzw. Ihr Kind andere Arzneimittel

einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben, oder

beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Teilen Sie Ihrem Arzt vor Beginn der Behandlung mit MONTELUKAST MSD mit, wenn Sie bzw. Ihr

Kind eines der folgenden Arzneimittel einnehmen/anwenden:

Phenobarbital (Arzneimittel zur Behandlung von Epilepsie)

Phenytoin (Arzneimittel zur Behandlung von Epilepsie)

Rifampicin (Arzneimittel zur Behandlung von Tuberkulose und anderen Infektionen)

Einnahme von MONTELUKAST MSD zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken

MONTELUKAST MSD 5 mg Kautabletten sollten nicht unmittelbar mit Nahrung eingenommen

werden. Die Kautabletten sollten entweder mindestens 1 Stunde vor dem Essen oder mindestens 2

Stunden nach dem Essen eingenommen werden.

Schwangerschaft, Stillzeit und Zeugungs-/Gebärfähigkeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker

um Rat.

Einnahme während der Schwangerschaft

Frauen, die schwanger sind oder eine Schwangerschaft planen, sollten ihren Arzt um Rat fragen, bevor

sie MONTELUKAST MSD einnehmen. Ihr Arzt wird nach sorgfältiger Abwägung die Entscheidung

treffen, ob eine Einnahme von MONTELUKAST MSD in der Schwangerschaft möglich ist.

Einnahme während der Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob MONTELUKAST MSD in die Muttermilch übertritt. Wenn Sie stillen oder

stillen möchten, sollten Sie Ihren Arzt um Rat fragen, bevor Sie MONTELUKAST MSD einnehmen.

Verkehrstüchtigkeit und

Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen

Es ist nicht zu erwarten, dass MONTELUKAST MSD Ihre Verkehrstüchtigkeit oder Ihre Fähigkeit

zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt. Jedoch sind individuell verschiedene Reaktionen auf

Arzneimittel möglich. Einige sehr selten unter MONTELUKAST MSD berichtete Nebenwirkungen

(wie Schwindel und Benommenheit) können bei manchen Patienten die Verkehrstüchtigkeit und die

Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigen.

MONTELUKAST MSD enthält Aspartam

MONTELUKAST MSD Kautabletten enthalten Aspartam, aus welchem im Körper Phenylalanin

freigesetzt wird. Wenn eine Phenylketonurie (eine seltene erbliche Stoffwechselkrankheit) vorliegt,

sollten Sie beachten, dass die 5-mg-Kautabletten eine bestimmte Menge Phenylalanin enthalten (eine

0,842 mg entsprechende Menge Phenylalanin pro 5-mg-Kautablette).

3.

Wie ist MONTELUKAST MSD einzunehmen?

Wenden Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker an.

Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Die empfohlene Dosis beträgt:

Nehmen Sie bzw. Ihr Kind nur eine Kautablette MONTELUKAST MSD einmal täglich ein, wie

vom Arzt verordnet.

Das Arzneimittel sollte auch eingenommen werden, wenn Sie oder Ihr Kind keine Beschwerden

mehr haben.

Unterbrechen Sie die Behandlung nicht, wenn ein akuter Asthmaanfall auftritt.

Nehmen Sie bzw. Ihr Kind MONTELUKAST MSD immer genau nach der Anweisung des

Arztes ein. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher

sind.

Zum Einnehmen.

Dosierung für Kinder von 6 bis 14 Jahren:

Eine 5-mg-Kautablette einmal täglich am Abend.

MONTELUKAST MSD 5 mg Kautabletten sollten nicht unmittelbar mit Nahrung eingenommen

werden. Die Kautabletten sollten entweder 1 Stunde vor dem Essen oder mindestens 2 Stunden nach

dem Essen eingenommen werden. Die Tabletten sind vor dem Schlucken zu kauen.

Wenn Sie oder Ihr Kind MONTELUKAST MSD einnehmen, sollten keine anderen Arzneimittel mit

demselben Wirkstoff (Montelukast) eingenommen werden.

Wenn Sie bzw. Ihr Kind eine größere Menge von MONTELUKAST MSD eingenommen haben,

als Sie sollten

Wenden Sie sich unverzüglich an Ihren Arzt und fragen Sie ihn um Rat.

In den meisten Berichten zu Überdosierungen wurden keine Nebenwirkungen beobachtet. Die am

häufigsten bei Überdosierungen bei Erwachsenen sowie Kindern und Jugendlichen aufgetretenen

Symptome waren Bauchschmerzen, Schläfrigkeit, Durst, Kopfschmerzen, Erbrechen und übermäßige

körperliche Aktivität.

Wenn Sie die Einnahme von MONTELUKAST MSD vergessen haben bzw. vergessen haben,

Ihrem Kind MONTELUKAST MSD zu geben

Nehmen Sie oder Ihr Kind nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie oder Ihr Kind die vorherige

Einnahme vergessen haben.

Sie sollten versuchen, MONTELUKAST MSD wie verordnet anzuwenden. Haben Sie einmal Ihre

Dosis oder die Dosis Ihres Kindes vergessen, setzen Sie bitte die Behandlung wie gewohnt mit einer

Tablette einmal täglich fort.

Wenn Sie bzw. Ihr Kind die Einnahme von MONTELUKAST MSD abbrechen

MONTELUKAST MSD kann Ihr Asthma bzw. das Asthma Ihres Kindes nur dann wirksam lindern,

wenn es fortlaufend angewendet wird. Daher sollte MONTELUKAST MSD unbedingt so lange

eingenommen werden, wie es Ihnen bzw. Ihrem Kind vom Arzt zur Asthmakontrolle verordnet wurde.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

In klinischen Studien mit Montelukast-5 mg-Kautabletten wurden folgende Nebenwirkungen, die auf

die Behandlung mit Montelukast zurückgeführt wurden, häufig (bei mehr als 1 von 100 Behandelten

und bei weniger als 1 von 10 Behandelten) berichtet:

Kopfschmerzen

Zusätzlich wurde folgende Nebenwirkung in klinischen Studien mit Montelukast-10-mg-Filmtabletten

berichtet:

Bauchschmerzen

Diese Nebenwirkungen waren gewöhnlich nicht stark ausgeprägt und traten häufiger bei den Patienten

auf, die Montelukast erhielten, als bei den Patienten, die Plazebo (Scheinmedikament) erhielten.

Den Häufigkeiten zu den unten aufgeführten Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde

gelegt:

Sehr häufig (betrifft mehr als 1 Behandelten von 10)

Häufig (betrifft 1 bis 10 Behandelte von 100)

Gelegentlich (betrifft 1 bis 10 Behandelte von 1.000)

Selten (betrifft 1 bis 10 Behandelte von 10.000)

Sehr selten (betrifft weniger als 1 Behandelten von 10.000)

Zusätzlich wurde Folgendes nach Markteinführung berichtet:

Infektion der oberen Atemwege (sehr häufig)

erhöhte Blutungsneigung (selten)

allergische Reaktionen mit Schwellungen im Bereich des Gesichtes, der Lippen, der Zunge

und/oder des Rachens, wodurch Atemnot oder Schluckbeschwerden entstehen können

(gelegentlich)

Verhaltensänderungen und Stimmungsschwankungen wie verändertes Träumen einschließlich

Alpträume, Schlaflosigkeit, Schlafwandeln, Reizbarkeit, Angstgefühle, Ruhelosigkeit,

Erregbarkeit einschließlich aggressiven oder feindseligen Verhaltens, Depression (gelegentlich),

Zittern, Aufmerksamkeitsstörung, eingeschränktes Erinnerungsvermögen (selten),

Halluzinationen, Desorientierung, Lebensmüdigkeit und entsprechendes Verhalten (sehr selten)

Schwindel, Benommenheit, Kribbeln und Taubheitsgefühl, Krampfanfälle (gelegentlich)

Herzklopfen (selten)

Nasenbluten (gelegentlich), Schwellung (Entzündung) der Lunge (sehr selten)

Durchfall, Übelkeit, Erbrechen (häufig), trockener Mund, Verdauungsstörungen (gelegentlich)

erhöhte Leberwerte/Leberentzündung

(Hepatitis)

(sehr selten)

Ausschlag (häufig); Bluterguss, Juckreiz, Nesselausschlag (gelegentlich); empfindliche rote

Knoten unter der Haut – meist an den Schienbeinen

(Erythema nodosum)

; schwere

Hautreaktionen (

Erythema multiforme)

, die ohne Vorwarnung auftreten können (sehr selten)

Gelenk- oder Muskelschmerz, Muskelkrämpfe (gelegentlich)

Fieber (häufig), Schwäche/Müdigkeit, Unwohlsein, Schwellungen (gelegentlich)

In sehr seltenen Fällen kann es bei Patienten mit Asthma während der Behandlung mit dem Wirkstoff

Montelukast zu einer Kombination von Beschwerden wie grippeartiges Befinden, Kribbeln oder

Taubheitsgefühl in den Armen und Beinen, Verschlechterung der Beschwerden an der Lunge und/oder

Ausschlag

(Churg-Strauss-Syndrom)

kommen. Sie müssen sich umgehend an Ihren Arzt wenden,

wenn bei Ihnen eine oder mehrere dieser Beschwerden auftreten.

Wenden Sie sich an einen Arzt oder Apotheker, wenn Sie mehr Informationen zu Nebenwirkungen

benötigen. Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie bzw. Ihr Kind ungewöhnliche

Symptome entwickeln, eine der aufgeführten Nebenwirkungen andauert oder sich verschlechtert oder

Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker oder das medi-

zinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage ange-

geben sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem „Bundesinstitut für Arzneimittel und Medi-

zinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3, D-53175 Bonn, Website:

www.bfarm.de“ anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr

Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist MONTELUKAST MSD aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.Sie dürfen dieses Arzneimittel

nicht mehr nach dem auf dem Blister aufgedruckten Verfalldatum [Verwendbar bis ...], das aus

6 Ziffern besteht, verwenden. Dabei geben die beiden ersten Ziffern den Monat und die letzten

vier Ziffern das Jahr an. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht und Feuchtigkeit zu schützen.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser. Fragen Sie Ihren Apotheker oder Ihren örtlichen

Entsorgungsbetrieb, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benötigen.

Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was MONTELUKAST MSD enthält

Der Wirkstoff ist: Montelukast.

Jede 5-mg-Kautablette enthält Montelukast-Natrium, entsprechend 5 mg Montelukast.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Mannitol, Mikrokristalline Cellulose, Hyprolose (E 463), Eisen(III)-oxid rot (E 172),

Croscarmellose-Natrium, Kirsch-Aroma, Aspartam (E 951) und Magnesiumstearat.

Wie MONTELUKAST MSD aussieht und Inhalt der Packung

Rosa, runde, bikonvexe Kautabletten, auf der einen Seite glatt, auf der anderen Seite mit der Prägung

275.

In Packungen zu:

20 Kautabletten

50 Kautabletten

100 Kautabletten

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Pharmazeutischer Unternehmer

MSD SHARP&DOHME GMBH

Lindenplatz 1, 85540 Haar

Postanschrift:

Postfach 1202, 85530 Haar

Tel.: 0800/673 673 673

Fax: 0800/673 673 329

E-Mail: e-mail@msd.de

Hersteller

Merck Sharp & Dohme B.V.

Waarderweg 39, Postbox 581

2031 BN Haarlem

Niederlande

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Juli 2015.

SGA-MONTELUKAST MSD- 5mg-2015-07- nat. ÄA-MAH change

Alle unter MONTELUKAST MSD gemachten Angaben gelten – soweit nichts anderes aus dem Zusammenhang ersichtlich

- für MONTELUKAST MSD 5 mg Kautabletten.

- 1 -

FACHINFORMATION

(ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS)

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

MONTELUKAST MSD 5 mg Kautabletten

Wirkstoff: Montelukast

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jede Kautablette enthält Montelukast-Natrium, entsprechend 5 mg Montelukast.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: Aspartam (E 951) 1,5 mg pro Kautablette.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Kautablette

Rosa, rund bikonvex, Durchmesser 9,5 mm, auf der einen Seite glatt, auf der anderen

mit der Einprägung 275.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

MONTELUKAST MSD

ist indiziert als Zusatzbehandlung bei Patienten ab 6 Jahren,

die unter einem leichten bis mittelgradigen persistierenden Asthma leiden, das mit ei-

nem inhalativen Kortikoid nicht ausreichend behandelt und das durch die bedarfsweise

Anwendung von kurz wirksamen ß-Sympathomimetika nicht ausreichend unter Kontrol-

le gebracht werden kann.

MONTELUKAST MSD kann auch eine Behandlungsalternative zu niedrig dosierten

inhalativen Kortikosteroiden bei Patienten zwischen 6 und 14 Jahren mit leichtem per-

sistierenden Asthma sein, die in letzter Zeit keine schwerwiegenden, mit oralen Korti-

kosteroiden zu behandelnden Asthmaanfälle hatten und zeigten, dass sie nicht imstande

sind, inhalative Kortikosteroide anzuwenden (siehe Abschnitt 4.2).

Außerdem kann MONTELUKAST MSD zur Vorbeugung von Belastungsasthma einge-

setzt werden, dessen überwiegende Komponente die durch körperliche Belastung ausge-

löste Bronchokonstriktion darstellt.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Die Dosierung für Kinder zwischen 6 und 14 Jahren beträgt eine 5-mg-Kautablette täg-

lich am Abend.

Die Tabletten sind vor dem Schlucken zu kauen.

Bei Einnahme in Verbin-

dung mit Nahrung sollten MONTELUKAST MSD 5 mg Kautabletten

entweder mindes-

tens

1 Stunde vor oder

mindestens

2 Stunden nach der Nahrungsaufnahme eingenommen

werden. Innerhalb dieser Altersgruppe ist keine Dosisanpassung erforderlich.

Die Dosierung 5-mg-Kautablette ist für Kinder unter 6 Jahren nicht geeignet.

Die 5-mg-Kautabletten sind für Kinder im Alter von 6–14 Jahren vorgesehen.

Allgemeine Hinweise

Die Wirkung von MONTELUKAST MSD auf die Asthmasymptomatik setzt bereits

nach einem Tag ein. Die Patienten sind anzuweisen, die Therapie mit MONTELUKAST

MSD sowohl bei Beschwerdefreiheit als auch während einer Verschlechterung der

Asthmasymptomatik fortzusetzen. MONTELUKAST MSD sollte nicht zusammen mit

anderen Arzneimitteln mit demselben Wirkstoff (Montelukast) angewendet werden.

Bei älteren Patienten sind Dosisanpassungen nicht erforderlich. Auch bei Niereninsuffi-

zienz oder leichter bis mäßiggradiger Leberinsuffizienz müssen keine Dosisanpassungen

vorgenommen werden. Für Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz liegen keine Erfah-

rungen vor. Die Dosierung ist für männliche und weibliche Patienten gleich.

MONTELUKAST MSD als Behandlungsalternative zu niedrig dosierten inhalativen

Kortikoiden bei leichtem persistierenden Asthma:

Montelukast wird nicht als Monotherapie bei Patienten mit mittelgradigem persistieren-

den Asthma empfohlen. Die Anwendung von Montelukast als Behandlungsalternative

zu niedrig dosierten inhalativen Kortikosteroiden bei Kindern zwischen 6 und 14 Jahren

mit leichtem persistierenden Asthma sollte nur für Patienten in Betracht gezogen wer-

den, die in letzter Zeit keine schwerwiegenden, mit oralen Kortikosteroiden zu behan-

delnden Asthmaanfälle hatten und zeigten, dass sie nicht imstande sind, inhalative Kor-

tikosteroide anzuwenden (siehe Abschnitt 4.1). Bei leichtem persistierenden Asthma tre-

ten Asthmasymptome öfter als einmal pro Woche, aber weniger als einmal pro Tag auf.

Mehr als zweimal pro Monat, aber weniger als einmal pro Woche kommt es zu Be-

schwerden in der Nacht, wobei die Lungenfunktion zwischen den Episoden normal ist.

Lassen sich die Asthmabeschwerden bis zur nächsten Kontrolluntersuchung (normaler-

weise innerhalb eines Monats) nicht zufriedenstellend beherrschen, sollte die Notwen-

digkeit einer zusätzlichen oder anderen entzündungshemmenden Therapie auf Basis des

für die Asthmatherapie empfohlenen Stufenschemas geprüft werden. Die Wirksamkeit

der Asthmabehandlung sollte in regelmäßigen Abständen überprüft werden.

MONTELUKAST MSD und andere Behandlungsformen bei Asthma

Wenn MONTELUKAST MSD als Zusatzbehandlung zu inhalativen Kortikosteroiden

angewendet wird, soll von einem inhalativen Kortikosteroid nicht abrupt ersatzweise auf

MONTELUKAST MSD umgestellt werden (siehe Abschnitt 4.4).

Für Kinder unter 6 Jahren stehen folgende Stärken bzw. Darreichungsformen zur Ver-

fügung:

4-mg-Granulat ist für Kinder im Alter von 6 Monaten bis zu 5 Jahren vorgesehen

4-mg-Kautabletten sind für Kinder im Alter von 2–5 Jahren vorgesehen.

10 mg Tabletten sind für Erwachsene und Jugendliche ab 15 Jahren vorgesehen.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten

sonstigen Bestandteile.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Die Patienten sind anzuweisen, orales Montelukast niemals zur Behandlung eines

akuten Asthmaanfalls einzusetzen. Die Patienten sollten eine geeignete Notfallme-

dikation stets mit sich führen. Bei Auftreten eines Asthmaanfalls sollte ein kurz wirk-

samer inhalativer ß-Agonist angewendet werden. Falls der Patient diesen häufiger als

üblich anwenden muss, sollte er so bald wie möglich einen Arzt aufsuchen.

Von einem inhalativen oder oralen Kortikoid soll nicht abrupt ersatzweise auf Montelu-

kast umgestellt werden.

Es liegen keine Daten vor, die belegen, dass unter der zusätzlichen Therapie mit Mon-

telukast orale Kortikosteroide reduziert werden können.

In seltenen Fällen kann bei Patienten unter der Therapie mit Antiasthmatika, einschließ-

lich Montelukast, eine systemische Eosinophilie, manchmal mit klinischen Zeichen ei-

ner Vaskulitis wie bei Churg-Strauss-Syndrom auftreten, ein Krankheitsbild, das häufig

mit systemischen Steroiden behandelt wird. Diese Fälle waren gelegentlich mit der Re-

duktion oder dem Absetzen einer oralen Kortikoidtherapie assoziiert. Obwohl kein kau-

saler Zusammenhang mit Leukotrien-Rezeptor-Antagonisten hergestellt werden konnte,

sollten Ärzte bei ihren Patienten sorgfältig auf das Auftreten einer Eosinophilie, eines

vaskulären Exanthems, Verschlechterung der pulmonalen Symptomatik, kardialer Kom-

plikationen und/oder Neuropathien achten.

Patienten, die diese Symptome entwickeln, sollten erneut untersucht und deren Therapie

überprüft werden.

Patienten

ASS-Intoleranz-Syndrom

müssen

auch

unter

Behandlung

MONTELUKAST MSD die Einnahme von ASS und anderen nichtsteroidalen An-

tiphlogistika vermeiden.

Die 5-mg-Kautabletten enthalten Aspartam, aus welchem im Körper Phenylalanin frei-

gesetzt wird. Patienten mit Phenylketonurie sollten berücksichtigen, dass eine 5-mg-

Kautablette eine 0,842 mg entsprechende Menge Phenylalanin pro Dosis enthält.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkun-

gen

Montelukast kann zusammen mit routinemäßig zur Prophylaxe und Dauerbehandlung

von Asthma eingesetzten Therapien angewandt werden. In Arzneimittel-Interaktions-

studien hatte die empfohlene therapeutische Dosis von Montelukast keinen klinisch re-

levanten Einfluss auf die Pharmakokinetik folgender Substanzen: Theophyllin, Predni-

son, Prednisolon, orale Kontrazeptiva (Ethinylestradiol/Norethindron 35/1), Terfenadin,

Digoxin und Warfarin.

Die für Montelukast errechnete Fläche unterhalb der Plasmakonzentrations-Zeit-Kurve

(AUC) war bei gleichzeitiger Verabreichung von Phenobarbital um ca. 40 % vermin-

dert. Da Montelukast durch Cytochrom P450 (CYP3A4, 2C8 und 2C9) metabolisiert

wird, ist - besonders bei Kindern - Vorsicht angebracht, wenn Montelukast gleichzeitig

mit Arzneimitteln verabreicht wird, welche die Aktivität von CYP3A4, 2C8 und 2C9

induzieren. Dazu gehören Substanzen wie Phenytoin, Phenobarbital und Rifampicin.

In-vitro

-Studien haben gezeigt, dass Montelukast ein potenter CYP2C8-Inhibitor ist.

Daten einer klinischen Interaktionsstudie mit Montelukast und Rosiglitazon (ein reprä-

sentatives Testsubstrat für vorwiegend über CYP2C8 metabolisierte Arzneimittel) zeig-

ten, dass Montelukast CYP2C8

in vivo

nicht hemmt. Daher wird nicht erwartet, dass

Montelukast deutlich den Metabolismus von Arzneimitteln hemmt, die über dieses En-

zym metabolisiert werden (z. B. Paclitaxel, Rosiglitazon und Repaglinid).

In-vitro

-Studien haben gezeigt, dass Montelukast ein Substrat von CYP 2C8 und in ge-

ringerem Ausmaß von 2C9 und 3A4 ist. In einer klinischen Wechselwirkungsstudie mit

Montelukast und Gemfibrozil (ein Inhibitor sowohl von CYP 2C8 als auch von 2C9) er-

höhte Gemfibrozil die systemische Exposition von Montelukast um das 4,4-Fache. Es

ist keine routinemäßige Dosisanpassung von Montelukast bei gleichzeitiger Gabe von

Gemfibrozil oder anderen potenten Inhibitoren von CYP 2C8 erforderlich, aber der Arzt

sollte sich über die Möglichkeit vermehrten Auftretens von Nebenwirkungen. bewusst

sein.

Basierend auf

in-vitro-

Daten werden keine klinisch bedeutsamen Wechselwirkungen

mit weniger potenten Inhibitoren von CYP 2C8 (z. B. Trimethoprim) erwartet. Die

gleichzeitige Gabe von Montelukast mit Itraconazol, einem potenten Inhibitor von CYP

3A4, führte zu keinem signifikanten Anstieg in der systemischen Exposition von Mon-

telukast.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Tierstudien zeigten im Hinblick auf die Schwangerschaft oder die embryonale/fötale

Entwicklung keine schädlichen Wirkungen.

Begrenzte Daten aus den verfügbaren Datenbanken über Schwangerschaften legen kei-

nen kausalen Zusammenhang nahe zwischen der Einnahme von MONTELUKAST

MSD und Missbildungen (z. B. Gliedmaßendefekte), die im Rahmen der weltweiten Er-

fahrungen nach Markteinführung selten berichtet wurden.

MONTELUKAST MSD darf während der Schwangerschaft nur eingenommen werden,

wenn es als eindeutig erforderlich erachtet wird.

Stillzeit

Studien an Ratten zeigten, dass Montelukast in die Milch abgegeben wird (siehe Ab-

schnitt 5.3). Es ist nicht bekannt, ob Montelukast in die menschliche Muttermilch abge-

geben wird.

MONTELUKAST MSD darf während der Stillzeit nur eingenommen werden, wenn es

als eindeutig erforderlich erachtet wird.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen

von Maschinen

Es ist nicht zu erwarten, dass Montelukast die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen eines Patienten beeinträchtigt. Allerdings wurde sehr selten

von einzelnen Patienten über Benommenheit oder Schwindel berichtet.

4.8

Nebenwirkungen

Montelukast wurde in klinischen Studien bei Patienten mit persistierendem Asthma wie

folgt untersucht:

10-mg-Filmtabletten bei ca. 4.000 Erwachsenen und Jugendlichen ab 15 Jahren mit

Asthma

10-mg-Filmtabletten bei ca. 400 Erwachsenen und Jugendlichen ab 15 Jahren mit

saisonaler allergischer Rhinitis und Asthma

5-mg-Kautabletten bei ca. 1.750 pädiatrischen Asthmapatienten zwischen 6 und

14 Jahren

4-mg-Kautabletten bei 851 pädiatrischen Asthmapatienten zwischen 2 und 5 Jahren

4-mg-Granulat bei 175 pädiatrischen Asthmapatienten zwischen 6 Monaten und 2

Jahren

Montelukast wurde in einer klinischen Studie bei 1.038 Patienten mit intermittierendem

Asthma wie folgt untersucht:

4-mg-Granulat und 4-mg-Kautabletten bei 1.038 pädiatrischen Patienten zwischen 6

Monaten und 5 Jahren

Folgende arzneimittelbedingte Nebenwirkungen wurden im Rahmen klinischer Studien

von Asthmapatienten unter Montelukast häufig (≥ 1/100, < 1/10) und häufiger als unter

Plazebo berichtet.

Organsystem

Erwachsene

und

jugendli-

che

Patienten

ab 15 Jahren

(zwei

wöchige

Stu-

dien, n = 795)

Pädiatrische

Patienten

6

14

Jahre

(eine

wöchige

Stu-

die, n = 201)

(zwei

wöchige

Stu-

dien, n = 615)

Pädiatrische

Patienten

2

5

Jahre

(eine

wöchige

Stu-

die, n = 461)

(eine

wöchige

Stu-

die, n = 278)

Pädiatrische

Patienten

6

Monate bis 2

Jahre

(eine

wöchige Stu-

die, n = 175)

Erkrankungen des

Nervensystems

Kopfschmerzen

Kopfschmerzen

Hyperaktivität

Erkrankungen der

Atemwege, des

Brustraums und Me-

Asthma

diastinums

Erkrankungen des

Gastrointestinal-

trakts

Bauchschmer-

Bauchschmer-

Diarrhö

Erkrankungen

der

Haut und des Unter-

hautzellgewebes

Ekzematöse

Dermatitis,

Ausschlag

Allgemeine

Erkran-

kungen

und

Be-

schwerden am

Verabreichungsort

Durst

In den Verlängerungsphasen klinischer Prüfungen mit einer reduzierten Patientenzahl (Dauer

bis zu 2 Jahren für Erwachsene und bis zu 12 Monaten für pädiatrische Patienten zwischen 6

und 14 Jahren) kam es zu keiner Änderung des Sicherheitsprofils.

Insgesamt wurden 502 Kinder zwischen 2 und 5 Jahren mit Montelukast mindestens 3 Monate

lang, 338 Kinder mindestens 6 Monate und 534 Kinder mindestens 12 Monate behandelt. Das

Sicherheitsprofil änderte sich auch in dieser Altersgruppe nicht mit der längeren Dauer der Be-

handlung.

Das Sicherheitsprofil für pädiatrische Patienten zwischen 6 Monaten und 2 Jahren änderte sich

während der bis zu 3 Monate dauernden Behandlung ebenfalls nicht.

Erfahrungen nach Markteinführung:

Nebenwirkungen, über die nach Markteinführung berichtet wurde, sind in der folgenden Tabel-

le nach Systemorganklasse und nach spezifischer Bezeichnung der Nebenwirkung geordnet.

Die Häufigkeitsangaben wurden basierend auf relevanten klinischen Studien bewertet.

Systemorganklasse

Bezeichnung

der

Nebenwir-

kung

Häufigkeitsangabe*

Infektionen und parasitäre Er-

krankungen

Infektion der oberen Atemwege

Sehr häufig

Erkrankungen des Blutes und

des Lymphsystems

erhöhte Blutungsneigung

Selten

Erkrankungen des

Immunsystems

Überempfindlichkeitsreaktionen

einschließlich Anaphylaxie

Gelegentlich

eosinophile Leberinfiltrate

Sehr selten

Psychiatrische Erkrankungen

verändertes Träumen ein-

schließlich Alpträume, Schlaf-

losigkeit, Schlafwandeln,

Angstgefühle, Agitiertheit ein-

schließlich aggressiven oder

feindseligen Verhaltens, De-

pression, psychomotorische

Hyperaktivität (einschließlich

Reizbarkeit, Ruhelosigkeit,

Tremor

Gelegentlich

Aufmerksamkeitsstörung, ein-

geschränktes Erinnerungsver-

mögen

Selten

Halluzinationen, Desorientie-

rung, suizidales Denken und

Verhalten (Suizidalität)

Sehr selten

Erkrankungen des Nervensys-

tems

Schwindel, Benommenheit,

Parästhesie/Hypästhesie,

Krampfanfälle

Gelegentlich

Herzerkrankungen

Palpitationen

Selten

Erkrankungen der Atemwege,

des Brustraums und Mediasti-

nums

Epistaxis

Gelegentlich

Churg-Strauss-Syndroms (CSS)

(siehe Abschnitt 4.4), pulmona-

le Eosinophilie

Sehr selten

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts

Diarrhö

, Übelkeit

, Erbrechen

Häufig

Mundtrockenheit, Dyspepsie

Gelegentlich

Leber- und Gallenerkrankungen

Erhöhung der Serum-

Transaminasen (ALT [GPT]

und AST [GOT])

Häufig

Hepatitis (einschließlich cho-

lestatischer, hepatozellulärer

und gemischter Leberschäden)

Sehr selten

Erkrankungen der Haut und des

Unterhautzellgewebes

Ausschlag

Häufig

Bluterguss, Urtikaria, Pruritus

Gelegentlich

Angioödem

Selten

Erythema nodosum, Erythema

multiforme

Sehr selten

Skelettmuskulatur-,

Bindegewebs- und

Knochenerkrankungen

Arthralgie, Myalgie einschließ-

lich Muskelkrämpfe

Gelegentlich

Allgemeine Erkrankungen und

Beschwerden am

Verabreichungsort

Pyrexie

Häufig

Schwäche/Müdigkeit, Unwohl-

sein, Ödeme

Gelegentlich

*Häufigkeitsangabe: Für jede Nebenwirkung definiert durch die in Datenbanken zu klinischen Studien berichtete Häufigkeit:

Sehr häufig (≥ 1/10), Häufig (≥ 1/100 bis <1/10), Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis <1/100), Selten (≥ 1/10.000 bis <1/1.000), Sehr

selten (<1/10.000).

† Diese Nebenwirkung wurde sehr häufig bei Patienten berichtet, die Montelukast erhielten, und auch sehr häufig bei Patien-

ten, die Plazebo in klinischen Studien erhielten.

‡ Diese Nebenwirkung wurde häufig bei Patienten berichtet, die Montelukast erhielten, und auch häufig bei Patienten, die

Plazebo in klinischen Studien erhielten.

Häufigkeitsangabe: Selten

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtig-

keit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des

Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer

Nebenwirkung dem „Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovi-

gilanz Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3, D-53175 Bonn, Website: http://www.bfarm.de

“ anzuzei-

gen.

4.9

Überdosierung

Spezifische Angaben zur Behandlung einer Überdosierung mit Montelukast liegen nicht

vor. Im Rahmen klinischer Prüfungen bei persistierendem Asthma wurde Montelukast

erwachsenen Patienten in Dosierungen von bis zu 200 mg/Tag über 22 Wochen bzw. in

Kurzzeitstudien Patienten in Dosierungen von bis zu 900 mg/Tag ca. eine Woche lang

verabreicht. Klinisch relevante Nebenwirkungen waren dabei nicht zu verzeichnen.

Nach Markteinführung und im Rahmen klinischer Studien wurden akute Überdosierun-

gen mit Montelukast berichtet. Darunter sind Berichte über Erwachsene und Kinder mit

einer Dosis bis zu einer Höhe von 1.000 mg (ca. 61 mg/kg für ein Kind von 42 Mona-

ten). Die dabei beobachteten klinischen und Labor-Parameter entsprachen dem Neben-

wirkungsprofil bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern. In den meisten Berichten

zu Überdosierungen wurden keine Nebenwirkungen beobachtet. Die am häufigsten auf-

getretenen Nebenwirkungen entsprachen dem Sicherheitsprofil von Montelukast und

umfassten

Bauchschmerzen,

Schläfrigkeit,

Durst,

Kopfschmerzen,

Erbrechen

psychomotorische Hyperaktivität.

Es ist nicht bekannt, ob Montelukast peritoneal- oder hämodialysierbar ist.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Leukotrien-Rezeptorantagonist

ATC-Code: R03D C03

Wirkmechanismus

Asthma

Bei Cysteinyl-Leukotrienen (LTC

, LTD

, LTE

) handelt es sich um wirksame, u. a.

von Mastzellen und eosinophilen Granulozyten freigesetzte, entzündungsfördernde Ei-

kosanoide. Diese wichtigen asthmabegünstigenden Mediatoren binden an die in den

Atemwegen des Menschen vorhandenen Cysteinyl-Leukotrien-Rezeptoren (CysLT) und

bewirken dort u. a. Verengung der Bronchien, Schleimsekretion, Gefäßpermeabilität

und Anreicherung von eosinophilen Granulozyten.

Bei Montelukast handelt es sich um eine oral wirksame Substanz, die mit hoher Affini-

tät und Selektivität an CysLT

-Rezeptoren bindet.

Klinische Studien

Asthma

In klinischen Studien bewirkte bereits eine Dosis von 5 mg Montelukast eine Hemmung

der durch LTD

hervorgerufenen Bronchokonstriktion. Nach oraler Gabe war eine

Bronchodilatation innerhalb von 2 Stunden nachweisbar. Hierbei handelt es sich um ei-

nen zur bronchospasmolytischen Wirkung von ß-Agonisten additiven Effekt. Unter der

Therapie mit Montelukast konnte eine Hemmung sowohl der Früh- als auch Spätreakti-

on nach Allergenprovokation erzielt werden. Sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kin-

dern bewirkte Montelukast im Vergleich zu Plazebo eine Senkung der eosinophilen

Granulozyten im peripheren Blut. In einer weiteren Studie war unter der Behandlung mit

Montelukast eine signifikante Reduktion der eosinophilen Granulozyten in den Atem-

wegen (gemessen im Sputum) nachzuweisen. Bei erwachsenen Patienten und bei pädia-

trischen Patienten zwischen 2 und 14 Jahren war bei gleichzeitiger Verbesserung der

Asthmasymptomatik unter der Behandlung mit Montelukast im Vergleich zu Plazebo

eine signifikante Reduktion der eosinophilen Granulozyten im peripheren Blut nachzu-

weisen.

In klinischen Prüfungen an Erwachsenen konnte unter der einmal täglichen Gabe von 10

mg Montelukast im Vergleich zu Plazebo eine signifikante Verbesserung folgender Pa-

rameter erzielt werden: forciertes exspiratorisches Volumen (FEV

) am Morgen (10,4 %

vs. 2,7 % Veränderung zum Ausgangswert), morgendlicher Peak-Flow-Wert (PEF)

(24,5 l/min vs. 3,3 l/min Veränderung zum Ausgangswert) sowie eine signifikante Sen-

kung des Bedarfs an ß-Agonisten (-26,1 % vs. -4,6 % Veränderung zum Ausgangswert).

Ferner beurteilten die Patienten die Verbesserung der Asthmasymptomatik tagsüber und

während der Nacht unter Montelukast signifikant günstiger als unter Plazebo.

In Studien an Erwachsenen konnte gezeigt werden, dass unter Montelukast die klinische

Wirkung von inhalativen Kortikoiden verstärkt werden kann (% Veränderung zum Aus-

gangswert für inhalatives Beclometason in Kombination mit Montelukast vs. Beclome-

tason für FEV

: 5,43 % vs. 1,04 % bzw. Bedarf an ß-Agonisten: -8,70 % vs. +2,64 %).

Verglichen mit inhalativem Beclometason (200 µg zweimal täglich mittels Inhalations-

hilfe) konnte für Montelukast zwar ein initial rascheres Ansprechen auf die Therapie

nachgewiesen werden, jedoch war der Therapieeffekt unter Beclometason über die ge-

samte zwölfwöchige Studiendauer im Durchschnitt größer (% Veränderung zum Aus-

gangswert für Montelukast vs. Beclometason für FEV

: 7,49 % vs. 13,3 % bzw. Bedarf

an ß-Agonisten: -28,28 % vs. –43,89 %). Allerdings erreichte ein hoher Prozentsatz der

mit Montelukast behandelten Patienten ähnliche klinische Resultate wie die mit Beclo-

metason behandelten Patienten. So erzielten 50 % der mit Beclometason und ca. 42 %

der mit Montelukast behandelten Patienten im Vergleich zum Ausgangswert eine Ver-

besserung des FEV

von ca. 11 % und mehr.

Im Rahmen einer achtwöchigen klinischen Studie an Kindern zwischen 6 und 14 Jahren

konnte unter der einmal täglichen Gabe von 5 mg Montelukast im Vergleich zu Plazebo

eine signifikante Verbesserung der Lungenfunktion (FEV

: 8,71 % vs. 4,16 % Verände-

rung zum Ausgangswert, des morgendlichen PEF: 27,9 l/min vs. 17,8 l/min Verände-

rung zum Ausgangswert) und eine Senkung des Bedarfs an ß-Agonisten (-11,7 % vs.

+8,2 % Veränderung zum Ausgangswert) erzielt werden.

In einer zwölfmonatigen Studie bei pädiatrischen Patienten zwischen 6 und 14 Jahren

mit leichtem persistierenden Asthma wurde die Wirksamkeit von Montelukast mit inha-

lativem Fluticason zur Asthmakontrolle verglichen. Hinsichtlich der Steigerung des

Prozentsatzes der Tage ohne Bedarf an Notfallmedikation, des primären Endpunkts, war

Montelukast dem Fluticason nicht unterlegen. Im Durchschnitt wurde der Prozentsatz

der Tage ohne Bedarf an Notfallmedikation über die 12-monatige Behandlungsdauer in

der Montelukast-Gruppe von 61,6 % auf 84,0 % und in der Fluticason-Gruppe von 60,9

% auf 86,7 % gesteigert. Der Unterschied zwischen den Gruppen war in Bezug auf die

adjustierten Mittelwerte (LS [Least Square] means) des Prozentsatzes der Tage ohne

Bedarf an Notfallmedikation statistisch signifikant (-2,8 %; 95 % KI:-4,7;-0,9), jedoch

innerhalb der vordefinierten Grenze für eine klinische Nicht-Unterlegenheit.

Sowohl Montelukast als auch Fluticason verbesserten über die 12-monatige Behandlung

asthmaspezifische sekundäre Endpunkte:

wurde unter Montelukast von 1,83 l auf 2,09 l und unter Fluticason von 1,85 l auf

2,14 l erhöht. Der Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen in Bezug auf die ad-

justierten Mittelwerte der FEV

-Erhöhung betrug -0,02 l (95 % KI: -0,06; 0,02). Der

mittlere Anstieg vom Ausgangswert in % des FEV

–Sollwertes betrug 0,6 % unter Mon-

telukast und 2,7 % unter Fluticason. Der Unterschied zwischen den Behandlungsgrup-

pen in Bezug auf die adjustierten Mittelwerte der Veränderung vom Ausgangswert in %

des FEV

–Sollwertes war signifikant: -2,2 % (95 % KI: -3,6; -0,7).

Der Prozentsatz der Tage mit Anwendung von ß-Agonisten sank von 38,0 % auf 15,4 %

unter Montelukast und von 38,5 % auf 12,8 % unter Fluticason. Der Unterschied zwi-

schen den Behandlungsgruppen in Bezug auf die adjustierten Mittelwerte des Prozent-

satzes der Tage mit Bedarf an ß-Agonisten war signifikant: 2,7 % (95 % KI: 0,9; 4,5).

Der prozentuale Anteil der Patienten mit Asthmaanfällen (Asthmaanfall definiert als ei-

ne Phase sich verschlechternden Asthmas, die zu der Notwendigkeit einer oralen Stero-

idtherapie, einer ungeplanten Arztkonsultation, der Inanspruchnahme eines Notdienstes

oder einer Krankenhauseinweisung führt) betrug 32,2 % in der Montelukast-Gruppe und

25,6 % in der Fluticason-Gruppe; die Odds Ratio von 1,38 (95 % KI: 1,04; 1,84) war

signifikant.

Der Anteil der Patienten mit systemischer (vorwiegend oraler) Anwendung von Korti-

kosteroiden während der Studiendauer betrug 17,8 % in der Montelukast-Gruppe und

10,5 % in der Fluticason-Gruppe. Der Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen

in Bezug auf die adjustierten Mittelwerte war signifikant: 7,3 % (95 % KI: 2,9; 11,7).

In einer zwölfwöchigen, plazebokontrollierten Studie an Kindern von 2-5 Jahren konnte

unter der einmal täglichen Gabe von 4 mg Montelukast eine Verbesserung der asthma-

spezifischen Zielparameter im Vergleich zu Plazebo, unabhängig von einer Begleitthe-

rapie mit anderen Arzneimitteln (Controller) zur Dauertherapie (Kortikosteroide oder

Cromoglicinsäure inhalativ/mittels Inhalationsgerät), erreicht werden. 60 % der Patien-

ten erhielten keinen Controller. Montelukast verbesserte im Vergleich zu Plazebo so-

wohl die Asthmasymptomatik tagsüber (mit Husten, giemenden Atemgeräuschen, er-

schwerter Atmung und Einschränkung der Aktivität) als auch während der Nacht. Eben-

so reduzierte Montelukast im Vergleich zu Plazebo den Verbrauch an ß-Agonisten bei

Bedarf und von notfallmäßig verabreichten Kortikosteroiden bei einer Asthmaver-

schlechterung. Bei Patienten, die mit Montelukast behandelt wurden, wurden mehr Tage

ohne Asthmabeschwerden verzeichnet als bei Patienten, die Plazebo erhielten. Ein Be-

handlungseffekt wurde bereits nach Einnahme der ersten Dosis erzielt.

In einer zwölfmonatigen, plazebokontrollierten Studie mit pädiatrischen Patienten im

Alter von 2 bis 5 Jahren mit leichtem Asthma und episodischen Exazerbationen senkte

die einmal tägliche Gabe von 4 mg Montelukast im Vergleich zu Plazebo signifikant

(p ≤ 0,001) die jährliche Anzahl der asthmatischen Exazerbationsepisoden (EE) (1,60

EE vs. 2,34 EE) (EE definiert als ≥ 3 aufeinander folgende Tage mit Symptomen am

Tag, die eine Anwendung von ß-Agonisten oder von Kortikosteroiden [oral oder inhala-

tiv] oder eine Krankenhauseinweisung aufgrund von Asthma erforderten). Die prozen-

tuale Senkung der jährlichen Anzahl von EE betrug 31,9 % (95 % KI: 16,9; 44,1).

In einer plazebokontrollierten Studie mit pädiatrischen Patienten im Alter von 6 Monaten bis 5

Jahren mit intermittierendem, aber nicht persistierendem Asthma wurde eine Behandlung mit

Montelukast über einen Zeitraum von 12 Monaten durchgeführt. Dabei wurde Montelukast

entweder als einmal tägliche 4-mg-Gabe oder als eine Reihe 12-tägiger Behandlungszyklen an-

gewendet, die jeweils zu Anfang einer Episode mit intermittierenden Symptomen begonnen

wurden. Es wurden keine signifikanten Unterschiede zwischen den Patienten unter Montelukast

4 mg und denen unter Plazebo in der Anzahl der zu einem Asthmaanfall führenden Asthmaepi-

soden festgestellt, wobei definiert war, dass der Einsatz medizinischer Ressourcen, wie unge-

plantes Aufsuchen einer Arztpraxis, einer Notambulanz oder eines Krankenhauses bzw. eine

Behandlung mit oralen, intravenösen oder intramuskulären Kortikosteroiden, erforderlich wur-

Die Wirksamkeit von Montelukast bei Kindern zwischen 6 Monaten und 2 Jahren wird

durch Extrapolation der Wirksamkeitsdaten von Asthmapatienten ab 2 Jahren gestützt

und beruht auf ähnlichen pharmakokinetischen Daten. Man geht dabei davon aus, dass

Krankheitsverlauf, Pathophysiologie und die Wirkung des Arzneimittels bei diesen Po-

pulationen ähnlich sind.

In einer zwölfwöchigen Studie an Erwachsenen war eine signifikante Reduktion der be-

lastungsinduzierten Bronchokonstriktion (exercise induced bronchoconstriction, EIB)

nachweisbar (maximaler Abfall des FEV

: 22,33 % unter Montelukast vs. 32,40 % unter

Plazebo; Erholungszeit bis zum Erreichen von mindestens 95 % des FEV

vor Belas-

tung: 44,22 min vs. 60,64 min). Dieser Effekt blieb über die gesamte zwölfwöchige

Studiendauer unverändert bestehen. Eine Reduktion der EIB konnte ebenso in einer

Kurzzeitstudie an Kindern zwischen 6 und 14 Jahren nachgewiesen werden (maximaler

Abfall des FEV

: 18,27 % vs. 26,11 %; Erholungszeit bis zum Erreichen von mindes-

tens 95 % des FEV

vor Belastung: 17,76 min vs. 27,98 min). Die Messung erfolgte in

beiden Studien jeweils zum Ende des einmal täglichen Dosierungsintervalls.

Acetylsalicylsäure-sensitiven

Asthmapatienten,

zusätzlich

inhalativen

und/oder oralen Kortikoiden behandelt wurden, konnte unter der Therapie mit Montelu-

kast eine signifikante Verbesserung asthmaspezifischer Zielkriterien im Vergleich zu

Plazebo erreicht werden (FEV

: 8,55 % vs. – 1,74 % Veränderung zum Ausgangswert

und Senkung des Bedarfs an ß-Agonisten: -27,78 % vs. 2,09 % Veränderung zum Aus-

gangswert).

Saisonale allergische Rhinitis (klinische Studien mit 10-mg-Filmtabletten)

In einer klinischen Studie bewirkten 10-mg-Montelukast-Tabletten einmal täglich bei erwach-

senen und jugendlichen Asthmapatienten ab 15 Jahren mit saisonaler allergischer Rhinitis im

Vergleich zu Plazebo eine statistisch signifikante Verbesserung des täglichen Symptomen-

scores von Rhinitisbeschwerden. Der tägliche Symptomenscore von Rhinitisbeschwerden ist

der Durchschnitt des Symptomenscores von Nasenbeschwerden am Tag (Mittelwert aus Nasen-

obstruktion, Rhinorrhö, Niesen und Nasenjucken) und des Symptomenscores in der Nacht (Mit-

telwert aus Nasenobstruktion beim Aufwachen, Einschlafschwierigkeiten und mehrmaligem

Aufwachen in der Nacht). Die allgemeine Beurteilung der allergischen Rhinitis durch die Pati-

enten und Ärzte wurde im Vergleich zu Plazebo signifikant verbessert. Die Beurteilung der

Wirksamkeit bei Asthma war kein Primärziel dieser Studie.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Nach oraler Verabreichung wird Montelukast rasch resorbiert. Für die 10-mg-Film-

tablette wird der mittlere Plasmaspitzenspiegel (C

) bei nüchternen Erwachsenen 3

Stunden (T

) nach der Einnahme erreicht. Die bei durchschnittlich 64 % liegende ora-

le Bioverfügbarkeit und C

bleiben von einer Standardmahlzeit unbeeinflusst. In kli-

nischen Prüfungen, die dem Nachweis der Wirksamkeit und der Unbedenklichkeit bzw.

Verträglichkeit dienten, wurde die 10-mg-Filmtablette unabhängig von den Mahlzeiten

eingenommen.

Für die 5-mg-Kautablette wird C

bei nüchternen Erwachsenen innerhalb von 2

Stunden nach der Einnahme erreicht. Die orale Bioverfügbarkeit liegt im Mittel bei

73 % und sinkt durch eine Standardmahlzeit auf 63 %.

Verteilung

Montelukast liegt zu mehr als 99 % an Plasmaeiweiß gebunden vor. Das Verteilungs-

volumen von Montelukast beträgt im Steady State durchschnittlich 8–11 l. Untersu-

chungen an Ratten mit radioaktiv markiertem Montelukast wiesen auf einen minimalen

Durchtritt durch die Blut-Hirn-Schranke hin. Darüber hinaus waren die Konzentrationen

an radioaktiv markiertem Material 24 Stunden nach der Gabe in allen anderen Geweben

minimal.

Metabolismus

Montelukast wird in großem Umfang verstoffwechselt. In Studien mit therapeutischen

Dosen liegen im Steady State die Plasmakonzentrationen der Metaboliten von Montelu-

kast unterhalb der Nachweisgrenze. Dies trifft sowohl für Erwachsene als auch für Kin-

der zu.

Cytochrom P450 2C8 ist das vorrangige Enzym bei der Metabolisierung von Montelu-

kast. Außerdem können CYP 3A4 und 2C9 einen geringfügigen Beitrag zur Metaboli-

sierung leisten, obwohl gezeigt wurde, dass Intraconazol, ein Inhibitor von CYP 3A4,

bei gesunden Testpersonen, die 10 mg Montelukast täglich erhielten keine pharmakoki-

netischen Variablen von Montelukast, veränderte. Nach Befunden, die an Mikrosomen

der menschlichen Leber

in-vitro

erhoben wurden, werden Cytochrom P450 3A4, 2C9,

1A2, 2A6, 2C19 und 2D6 bei therapeutischen Montelukast-Plasmakonzentrationen

nicht gehemmt. Der Anteil der Metaboliten an der therapeutischen Wirkung von Mon-

telukast ist vernachlässigbar.

Elimination

Die Plasma-Clearance von Montelukast beträgt bei gesunden Erwachsenen im Mittel

45 ml/min. Nach einer oral verabreichten Dosis von radioaktiv markiertem Montelukast

wurden 86 % der Radioaktivität in den fünf Tage lang gesammelten Fäzes und

<

0,2 %

im Urin wiedergefunden. Diese Ergebnisse und die Abschätzung der oralen Bioverfüg-

barkeit von Montelukast sprechen dafür, dass Montelukast und seine Metaboliten nahe-

zu ausschließlich biliär ausgeschieden werden.

Spezielle Charakteristika bei Patienten

Bei älteren Patienten sowie bei Patienten mit leichter bis mäßiggradiger Leberinsuffizi-

enz sind Dosisanpassungen nicht erforderlich. Erfahrungen bei Patienten mit Nierenin-

suffizienz liegen nicht vor. Da Montelukast und seine Metaboliten biliär ausgeschieden

werden, ist nicht zu erwarten, dass eine Dosisanpassung notwendig ist. Für Patienten

mit schwerer Leberinsuffizienz (Child-Pugh-Score

>

9) liegen noch keine pharmakoki-

netischen Daten von Montelukast vor.

Unter hohen Dosierungen von Montelukast (20- und 60-fach über der für Erwachsene

empfohlenen Dosis) war eine Senkung der Theophyllin-Plasmakonzentration zu beob-

achten. Dieser Effekt war nicht unter der empfohlenen Dosis von 10 mg feststellbar.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

In tierexperimentellen Toxizitätsstudien wurden geringfügige Laborwertveränderungen

von ALT (GPT), Glucose, Phosphat und Triglyzeriden im Serum beobachtet. Diese wa-

ren ausnahmslos reversibel. Bei Tieren traten als Nebenwirkungen vermehrter Speichel-

fluss, gastrointestinale Symptome, weiche Stühle und Störungen des Ionengleichge-

wichts auf. Dies wurde bei Dosierungen, die über dem 17-Fachen der systemischen Ex-

position der klinischen Dosis lagen, beobachtet. Bei Affen traten diese Nebenwirkungen

bei einer Dosierung von 150 mg/kg/Tag (entsprechend dem > 232-Fachen der systemi-

schen Exposition der therapeutischen Dosis) auf.

Montelukast beeinträchtigte in tierexperimentellen Studien weder die Fruchtbarkeit

noch die Fortpflanzungsleistung bei einer systemischen Exposition, die diejenige einer

therapeutischen Dosis um mehr als das 24-Fache übertraf. Bei den Jungtieren wurde in

der Studie zum Einfluss auf die Fruchtbarkeit von weiblichen Ratten eine leichte Ge-

wichtsabnahme festgestellt. Dabei betrug die Dosis 200 mg/kg/Tag (> 69-Fache der sys-

temischen Exposition einer therapeutischen Dosis). In Studien an Kaninchen wurde häu-

figer eine unvollständige Verknöcherung beobachtet als bei den unbehandelten Kon-

trolltieren. Die systemische Exposition lag dabei über dem 24-Fachen der einer thera-

peutischen Dosis. Bei Ratten wurden keine Abnormalitäten beobachtet. Es wurde ge-

zeigt, dass Montelukast die Plazentaschranke passiert und in die Muttermilch bei Tieren

übergeht.

Bei Mäusen und Ratten wurden nach oraler Einmalgabe von Montelukast-Natrium in

einer Dosierung von bis zu 5.000 mg/kg KG (15.000 mg/m

KOF bei Mäusen bzw.

30.000 mg/m

KOF bei Ratten) auch bei der höchsten geprüften Dosis keine letalen

Ausgänge beobachtet. Diese Dosis entsprach dem 25.000-Fachen der empfohlenen hu-

mantherapeutischen Tagesdosis für Erwachsene (bei einem Körpergewicht von 50 kg).

Montelukast erwies sich bei Mäusen als nicht phototoxisch für UVA, UVB oder sicht-

bare Lichtspektren in Dosierungen bis zu 500 mg/kg/Tag (ca. > 200-fach basierend auf

der systemischen Exposition).

Montelukast wirkte weder in

In-vitro-

In–vivo

-Tests mutagen noch induzierte es bei

Nagetieren Tumoren.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Mannitol, Mikrokristalline Cellulose, Hyprolose (E 463), Eisen(III)-oxid rot (E 172),

Croscarmellose-Natrium, Kirsch-Aroma, Aspartam (E 951) und Magnesiumstearat.

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

2 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht und Feuchtigkeit zu

schützen.

6.5

Art und Inhalt der Behältnisse

Verpackt in Polyamid/PVC/Aluminium-Blistern.

Packungen zu:

Blister mit 20, 50, 100 Kautabletten.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine speziellen Hinweise.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen

Anforderungen zu beseitigen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

MSD SHARP&DOHME GMBH

Lindenplatz 1

85540 Haar

Postanschrift:

Postfach 1202

85530 Haar

Tel.: 0800/673 673 673

Fax: 0800/673 673 329

E-Mail: e-mail@msd.de

8.

ZULASSUNGSNUMMER

42013.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung:

06.04.1998

Datum der Verlängerung der Zulassung: 12.06.2003

10.

STAND DER INFORMATION

Juli 2015

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

SGA-MONTELUKAST MSD 5 mg-2015-07 nat. ÄA-MAH change

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