Molsidomin-Actavis 8 mg Retardtabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Molsidomin
Verfügbar ab:
PUREN Pharma GmbH & Co. KG
INN (Internationale Bezeichnung):
Molsidomine
Darreichungsform:
Retardtablette
Zusammensetzung:
Molsidomin 8.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
38388.00.00

Dokumenten

Packungsbeilage Packungsbeilage - Englisch

GI-176-11/11

Gebrauchsinformation: Information für den Anwender

Molsidomin-Actavis 8 mg Retardtabletten

Wirkstoff: Molsidomin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen.

– Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

– Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

– Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte

weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese dieselben Beschwerden haben

wie Sie.

– Wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie

Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind,

informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.

Diese Packungsbeilage beinhaltet

1. Was ist Molsidomin-Actavis 8 mg und wofür wird es angewendet?

2. Was müssen Sie vor der Einnahme von Molsidomin-Actavis 8 mg beachten?

3. Wie ist Molsidomin-Actavis 8 mg einzunehmen?

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

5. Wie ist Molsidomin-Actavis 8 mg aufzubewahren?

6. Weitere Informationen

1.

WAS IST MOLSIDOMIN-ACTAVIS 8 MG UND WOFÜR WIRD ES ANGEWENDET?

Molsidomin-Actavis 8 mg ist ein Arzneimittel zur Behandlung von Durchblutungsstörungen der

Herzkranzgefäße.

Molsidomin-Actavis 8 mg wird angewendet zur Vorbeugung und Langzeitbehandlung der Angina

pectoris (Herzschmerzen aufgrund von Durchblutungsstörungen in den Herzkranzgefäßen), wenn

andere Arzneimittel nicht angezeigt sind, nicht vertragen wurden oder nicht ausreichend wirksam

waren sowie bei Patienten in höherem Lebensalter.

Hinweis:

Molsidomin-Actavis 8 mg ist wegen des verzögerten Wirkungseintritts nicht zur Durchbrechung eines

akuten Angina-pectoris-Anfalls geeignet.

2.

WAS MÜSSEN SIE VOR DER EINNAHME VON MOLSIDOMIN-ACTAVIS 8 MG

BEACHTEN?

Molsidomin-Actavis 8 mg darf nicht eingenommen werden,

– wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegenüber dem Wirkstoff Molsidomin oder einen der

sonstigen Bestandteile von Molsidomin-Actavis 8 mg sind,

– bei akutem Kreislaufversagen (Schock, Kreislaufkollaps),

– bei sehr niedrigem systolischen Blutdruck (schwerer Hypotonie, weniger als 100 mmHg),

– Molsidomin-Actavis 8 mg und Arzneimittel zur Behandlung von Erektionsstörungen, die als

arzneilich wirksamen Bestandteil Phosphadiesterase-5-Hemmer enthalten, wie z. B. Sildenafil,

Vardenafil oder Tadalafil , dürfen nicht gleichzeitig angewendet werden, da die Gefahr eines

starken Blutdruckabfalls besteht, der schwerwiegende Folgen haben kann (z. B. Synkope,

Myokardinfarkt).

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Molsidomin-Actavis 8 mg ist erforderlich,

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– wenn Sie an einer Herzmuskelerkrankung mit Verengung des Herzinnenraumes (hypertropher

obstruktiver Kardiomyopathie), einengende Herzbeutelentzündung (konstriktiver Perikarditis) oder

Herzbeuteltamponade (Perikardtamponade) leiden,

– wenn bei Ihnen niedrige Füllungsdrücke, z. B. bei einem akuten Herzinfarkt, eingeschränkter

Funktion der linken Herzkammer (Linksherzinsuffizienz) vorliegen,

– wenn bei Ihnen eine Verengung der Herzklappen der linken Herzkammer (Aorten- und/oder

Mitralstenose) vorliegt.

Falls Sie unter niedrigem Blutdruck leiden, muss Ihr Arzt Sie sorgfältig überwachen und die Dosis

muss ggf. angepasst werden.

Beim frischen Herzinfarkt darf Molsidomin-Actavis 8 mg nur nach Kreislaufstabilisierung, unter

strengster ärztlicher Überwachung und kontinuierlicher Kontrolle der Kreislaufverhältnisse angewandt

werden.

Bei Einnahme von Molsidomin-Actavis 8 mg mit anderen Arzneimitteln

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden

bzw. vor Kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht

verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Molsidomin-Actavis 8 mg und anderen blutdrucksenkenden

(Antihypertensiva) oder gefäßerweiternden (Vasodilatatoren) Arzneimitteln, Nitraten, Beta-

Rezeptorenblockern, Calciumantagonisten oder Alkohol kann deren blutdrucksenkende Wirkung

verstärkt werden.

Bei gleichzeitiger Gabe von Stickstoffmonooxid-Donatoren, wie z. B. der Wirkstoff in Molsidomin-

Actavis 8 mg, und Arzneimittel zur Behandlung von Erektionsstörungen, die als arzneilich wirksamen

Bestandteil Phosphadiesterase-5-Hemmer enthalten, wie z. B. Sildenafil, Vardenafil oder Tadalafil

kann es zu einer erheblichen Verstärkung des blutdrucksenkenden Effektes kommen (siehe Abschnitt

„Molsidomin-Actavis 8 mg darf nicht eingenommen werden“).

Schwangerschaft und Stillzeit

In der Schwangerschaft und Stillzeit sollte Molsidomin-Actavis 8 mg nicht eingenommen werden, da

über die Sicherheit einer Anwendung beim Menschen keine Erfahrungen vorliegen.

Fragen Sie vor der Einnahme/Anwendung von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Dieses Arzneimittel kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit

verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von

Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem Maße bei

Behandlungsbeginn, Dosiserhöhung und Präparatewechsel sowie im Zusammenwirken mit Alkohol.

Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile von Molsidomin-Actavis 8 mg

Dieses Arzneimittel enthält Lactose. Bitte nehmen Sie Molsidomin-Actavis 8 mg daher erst nach

Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit

gegenüber bestimmten Zuckern leiden.

3.

WIE IST MOLSIDOMIN-ACTAVIS 8 MG EINZUNEHMEN?

Nehmen Sie Molsidomin-Actavis 8 mg immer genau nach der Anweisung des Arztes ein. Bitte fragen

Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.

Die Dosierung richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung und danach, wie der Patient auf die

Behandlung anspricht.

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis

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In der Regel beträgt die Tagesdosis 1- bis 2-mal 1 Retardtablette (entsprechend 8 – 16 mg

Molsidomin/Tag).

Bei unzureichender Wirksamkeit kann die Dosis auf 3-mal täglich 1 Retardtablette (entsprechend

24 mg Molsidomin/Tag) erhöht werden.

Bei bestimmten Patienten, z. B. Leber- und Nierenkranken oder Patienten mit dekompensierter

Herzinsuffizienz oder bei einer Begleitbehandlung mit anderen vasoaktiven Arzneimitteln, kann die

Verabreichung einer niedrigeren Initialdosis empfehlenswert sein.

Art der Anwendung

Die Retardtabletten sind in regelmäßigen Abständen unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit (z. B.

1 Glas Wasser) einzunehmen. Molsidomin-Actavis 8 mg kann unabhängig von den Mahlzeiten

eingenommen werden.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung

von Molsidomin-Actavis 8 mg zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine größere Menge Molsidomin-Actavis 8 mg eingenommen haben, als Sie sollten

Wenn Sie eine größere Menge Molsidomin-Actavis 8 mg eingenommen haben, als Sie sollten,

verständigen Sie sofort einen Arzt, damit dieser über den Schweregrad und ggf. erforderliche

Maßnahmen entscheiden kann.

Anzeichen einer Überdosierung können sein:

Blutdruckabfall, langsamer Herzschlag, Schwächegefühl, Schwindel, Benommenheit, Kollapszustände

und Schock.

Ärztliche Maßnahmen bei Überdosierung:

Neben allgemeinen Maßnahmen wie Magenspülung und Rückenlage des Patienten mit Hochlagern

der Beine müssen unter intensivmedizinischen Bedingungen Pulsschlag und Blutdruck überwacht und

ggf. korrigiert werden. Bei ausgeprägt niedrigem Blutdruck und/oder Schock sollte eine

Volumensubstitution erfolgen; zusätzlich kann zur Kreislauftherapie Norepinephrin, Dobutamin bzw.

Dopamin infundiert werden.

Die Gabe von Epinephrin und Substanzen mit vergleichbarer Wirkung ist kontraindiziert.

Wenn Sie die Einnahme von Molsidomin-Actavis 8 mg vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben, sondern

setzen Sie die Behandlung mit der verordneten Dosis fort.

Wenn Sie die Einnahme von Molsidomin-Actavis 8 mg abbrechen

Da die Behandlung mit Molsidomin-Actavis 8 mg im Allgemeinen eine Dauerbehandlung ist, sollten

Sie auf jeden Fall mit Ihrem Arzt sprechen, bevor Sie, z. B. wegen auftretender Nebenwirkungen oder

weil Sie sich besser fühlen, eigenmächtig die Behandlung unterbrechen oder vorzeitig beenden

wollen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder

Apotheker.

4.

WELCHE NEBENWIRKUNGEN SIND MÖGLICH?

Wie alle Arzneimittel kann Molsidomin-Actavis 8 mg Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zu Grunde gelegt:

Sehr häufig:

mehr als 1 Behandelter von 10

Häufig:

1 bis 10 Behandelte von 100

Gelegentlich:

1 bis 10 Behandelte von 1.000

Selten:

1 bis 10 Behandelte von 10.000

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Sehr selten:

weniger als 1 Behandelter von 10.000

Nicht bekannt:

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Mögliche Nebenwirkungen

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig können zu Beginn der Behandlung mit Molsidomin-Actavis 8 mg Kopfschmerzen auftreten, die

im weiteren Verlauf der Therapie meist abklingen.

Selten wurde über Schwindel berichtet.

Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts

Selten wurde über Übelkeit berichtet.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Selten wurde über allergische Reaktionen der Haut berichtet.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Der Ruheblutdruck wird unter Molsidomin-Actavis 8 mg bei normalen Ausgangswerten kaum und bei

erhöhten mäßig gesenkt. Unter der Behandlung mit Molsidomin-Actavis 8 mg kann es zu

Blutdruckabfall, selten bis hin zu Kollaps und Schock kommen. Dann kann eine Dosisreduktion oder

das Absetzen des Arzneimittels erforderlich werden. Weiterhin kann es gelegentlich zu einer

reflektorisch beschleunigten Herzschlagfolge sowie orthostatischer Dysregulation kommen.

Erkrankungen des Immunsystems

Selten wurde über Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B. allergische Reaktionen der Haut,

Bronchospasmus, Asthma) berichtet.

Sehr selten kann ein anaphylaktischer Schock auftreten

Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn einer der aufgeführten Nebenwirkungen Sie

erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation

angegeben sind.

5.

WIE IST MOLSIDOMIN-ACTAVIS 8 MG AUFZUBEWAHREN?

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Blister und auf dem Umkarton nach „Verwendbar bis“

angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag

des Monats.

Bewahren Sie die Tabletten grundsätzlich lichtgeschützt innerhalb des Umkartons auf. Die Einwirkung

von direktem Sonnenlicht sollte vermieden werden.

Tablettenblister und aus dem Blister entnommene Tabletten bitte vor Licht schützen.

Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall entsorgt werden. Fragen Sie Ihren

Apotheker wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benötigen. Diese Maßnahme

hilft die Umwelt zu schützen.

6.

WEITERE INFORMATIONEN

Was Molsidomin-Actavis 8 mg enthält

Der Wirkstoff ist Molsidomin. 1 Retardtablette enthält: 8 mg Molsidomin.

Die sonstigen Bestandteile sind: Hypromellose, Lactose-Monohydrat, Cellulosepulver,

Magnesiumstearat (Ph.Eur.), hochdisperses Siliciumdioxid.

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Wie Molsidomin-Actavis 8 mg aussieht und Inhalt der Packung

Weiße, runde, bikonvexe Tabletten (Durchmesser 8 mm) mit der Prägung „m“ auf einer Seite.

Molsidomin-Actavis 8 mg ist in Packungen mit 30 (N1), 60 (N2) und 100 (N3) Retardtabletten

erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer

Actavis Deutschland GmbH & Co. KG

Willy-Brandt-Allee 2

81829 München

Telefon: 089/558909 – 0

Telefax: 089/558909 – 240

Hersteller

Aesica Pharmaceuticals GmbH

Alfred-Nobel-Str. 10

40789 Monheim

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt überarbeitet im November 2011.

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Fachinformation

Molsidomin-Actavis 8 mg Retardtabletten

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Molsidomin-Actavis 8 mg Retardtabletten

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 Retardtablette enthält 8 mg Molsidomin.

Sonstiger Bestandteil: 1 Retardtablette enthält 60,0 mg Lactose-Monohydrat.

Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Retardtablette

Weiße, runde, bikonvexe Tabletten (Durchmesser 8 mm) mit der Prägung „m“ auf einer Seite.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Prophylaxe und Langzeitbehandlung der Angina Pectoris, wenn andere Arzneimittel nicht angezeigt

sind, nicht vertragen wurden oder nicht ausreichend wirksam waren, sowie bei Patienten in höherem

Lebensalter.

Hinweis:

Molsidomin-Actavis 8 mg ist wegen des verzögerten Wirkungseintritts nicht zur Kupierung

eines akuten Angina-Pectoris-Anfalls geeignet.

4.2

Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

Die Dosierung richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung und danach, wie der Patient auf die

Behandlung anspricht.

Es gelten folgende Dosierungsrichtlinien:

In der Regel beträgt die Tagesdosis 1- bis 2-mal 1 Retardtablette (entsprechend 8 – 16 mg

Molsidomin/Tag). Bei unzureichender Wirksamkeit kann die Dosis auf 3-mal täglich 1 Retardtablette

(entsprechend 24 mg Molsidomin/Tag) erhöht werden.

Bei bestimmten Patienten, z. B. Leber- und Nierenkranken oder Patienten mit dekompensierter

Herzinsuffizienz oder bei einer Begleitbehandlung mit anderen vasoaktiven Arzneimitteln, kann die

Verabreichung einer niedrigeren Initialdosis empfehlenswert sein.

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Art und Dauer der Anwendung

Die Retardtabletten sind in regelmäßigen Abständen unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit

einzunehmen. Molsidomin-Actavis 8 mg kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.

Die Dauer der Anwendung von Molsidomin-Actavis 8 mg richtet sich nach Art, Schwere und

Verlauf der Erkrankung.

4.3

Gegenanzeigen

Molsidomin-Actavis 8 mg darf nicht angewendet werden bei:

– Überempfindlichkeit gegen Molsidomin oder einen der sonstigen Bestandteile

– akutem Kreislaufversagen (Schock, Kreislaufkollaps)

– schwerer Hypotonie (systolischer Blutdruck unter 100 mmHg)

Molsidomin-Actavis 8 mg und Arzneimittel zur Behandlung von Erektionsstörungen, die als arzneilich

wirksamen Bestandteil Phosphodiesterase-5-Hemmer enthalten, wie z. B. Sildenafil, Vardenafil oder

Tadalafil dürfen nicht gleichzeitig angewendet werden, da die Gefahr eines starken Blutdruckabfalls

besteht, der schwerwiegende Folgen haben kann (z. B. Synkope, Myokardinfarkt).

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Molsidomin-Actavis 8 mg darf nur mit Vorsicht angewendet werden bei:

– hypertropher obstruktiver Kardiomyopathie, konstriktiver Perikarditis oder Perikardtamponade

– niedrigen Füllungsdrücken, z. B. bei akutem Herzinfarkt, eingeschränkter Funktion der linken

Herzkammer (Linksherzinsuffizienz)

– Aorten- und/oder Mitralstenose.

Patienten, bei denen die Gefahr eines Blutdruckabfalls in den hypotonen Bereich erhöht ist, müssen

sorgfältig überwacht werden und die Dosis muss ggf. dem Zustand des Patienten angepasst werden.

Beim frischen Herzinfarkt darf Molsidomin-Actavis 8 mg nur nach Kreislaufstabilisierung, unter

strengster ärztlicher Überwachung und kontinuierlicher Kontrolle der Kreislaufverhältnisse angewendet

werden.

Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, Lactase-Mangel oder Glucose-

Galactose-Malabsorption sollten Molsidomin-Actavis 8 mg nicht einnehmen.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Folgende Wechselwirkungen dieses Arzneimittels müssen beachtet werden:

Bei gleichzeitiger Anwendung von Molsidomin-Actavis 8 mg und anderen Arzneimitteln, die

blutdrucksenkend wirken (z. B. Vasodilatatoren wie Nitrate, Beta-Rezeptorenblocker,

Kalziumantagonisten, andere Antihypertensiva), oder Alkohol kann deren blutdrucksenkende Wirkung

verstärkt werden.

Bei gleichzeitiger Gabe von Stickstoffmonooxid-Donatoren, wie z. B. dem Wirkstoff von Molsidomin-

Actavis 8 mg, und Arzneimittel zur Behandlung von Erektionsstörungen, die als arzneilich wirksamen

Bestandteil Phosphodiesterase-5-Hemmer enthalten, wie z. B. Sildenafil, Vardenafil oder Tadalafil

kann es zu einer erheblichen Verstärkung des blutdrucksenkenden Effektes kommen (siehe Abschnitt

4.3).

4.6

Schwangerschaft und Stillzeit

In der Schwangerschaft und Stillzeit sollte Molsidomin-Actavis 8 mg nicht eingenommen werden, da

über die Sicherheit einer Anwendung beim Menschen keine Erfahrungen vorliegen.

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4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Dieses Arzneimittel kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit

verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von

Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem Maße bei

Behandlungsbeginn, Dosiserhöhung und Präparatewechsel sowie im Zusammenwirken mit Alkohol.

4.8

Nebenwirkungen

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten zu Grunde gelegt:

Sehr häufig (> 1/10)

Häufig (> 1/100 bis < 1/10)

Gelegentlich (> 1/1.000 bis < 1/100)

Selten (> 1/10.000 bis < 1/1.000)

Sehr selten (<1/10.000)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig können zu Beginn der Behandlung mit Molsidomin-Actavis 8 mg Kopfschmerzen auftreten, die

im weiteren Verlauf der Therapie meist abklingen.

Sehr selten wurde über Schwindel berichtet.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Selten wurde über Übelkeit berichtet.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Selten wurde über allergische Reaktionen der Haut berichtet.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Der Ruheblutdruck wird unter Molsidomin-Actavis 8 mg bei normalen Ausgangswerten kaum und bei

erhöhten mäßig gesenkt. Unter der Behandlung mit Molsidomin-Actavis 8 mg kann es zu

Blutdruckabfall, selten bis hin zu Kollaps und Schock kommen. Dann kann eine Dosisreduktion oder

das Absetzen des Arzneimittels erforderlich werden. Weiterhin kann es gelegentlich zu einer

reflektorischen Tachykardie sowie orthostatischer Dysregulation kommen.

Erkrankungen des Immunsystems

Selten wurde über Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B. allergische Reaktionen der Haut,

Bronchospasmus, Asthma) berichtet.

Sehr selten kann ein anaphylaktischer Schock auftreten.

Hinweis:

In Tierversuchen hat Molsidomin, der Wirkstoff von Molsidomin-Actavis 8 mg, in hohen Dosen Krebs

hervorgerufen. Solange die Übertragbarkeit dieser Befunde auf den Menschen nicht geklärt ist, bleibt

ein Verdacht Krebs erregender Wirkungen bestehen.

4.9

Überdosierung

a)

Symptome einer Überdosierung

Das klinische Bild zeigt abhängig vom Ausmaß der Überdosierung bzw. Intoxikation im Wesentlichen

folgende Symptome:

Hypotonie, Bradykardie, Schwächegefühl, Schwindel, Benommenheit, Kollapszustände und Schock.

b)

Therapiemaßnahmen bei Überdosierung

Neben allgemeinen Maßnahmen wie Magenspülung und Horizontallage des Patienten mit

Hochlagern der Beine müssen unter intensivmedizinischen Bedingungen die vitalen Parameter

überwacht und ggf. korrigiert werden. Bei ausgeprägter Hypotonie und/oder Schock sollte eine

Volumensubstitution erfolgen; zusätzlich kann zur Kreislauftherapie Norepinephrin, Dobutamin

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bzw. Dopamin infundiert werden.

Die Gabe von Epinephrin und Substanzen mit vergleichbarer Wirkung ist kontraindiziert.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Koronartherapeutikum

ATC-Code: C01DX12

Molsidomin besitzt eine vasodilatatorische Wirkung, die an den venösen Kapazitätsgefäßen

(Reduktion der Vorlast) stärker als an den arteriellen Widerstandsgefäßen ausgeprägt ist. Als Folge

nimmt der rechtsventrikuläre Füllungsdruck des Herzens ab. Daraus kann eine Senkung des

myokardialen Sauerstoffverbrauchs resultieren.

In hohen Dosen bewirkt Molsidomin eine Dilatation der Gefäßwände auch im arteriellen System.

Auf molekularer Ebene wirkt Molsidomin durch direkte Freisetzung von Stickstoffmonoxid (NO) aus

seinem aktiven hepatischen Metaboliten SIN-1 und imitiert so die Wirkung des physiologischen

endothelabhängigen Relaxationsfaktors (endothelial-derived relaxing factor, EDRF), welcher sowohl

die glatte Gefäßmuskulatur relaxiert als auch die Plättchenfunktion hemmt.

In pharmakologischen Experimenten zeigte sich ein additiver Effekt auf die Plättchenaggregation bei

gleichzeitiger Anwendung von Iloprost und Molsidomin, dessen Metabolit SIN-1 eine

Plättchenaggregation über die Freisetzung von Stickstoffmonoxid (NO) inhibiert. Die klinische

Bedeutung dieses Phänomens ist noch nicht geklärt.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Molsidomin ist ein Prodrug und wird erst in der Leber in seine eigentliche Wirkform, das aktive Derivat

(SIN-1A) umgesetzt. Nach oraler Gabe wird Molsidomin zu über 90 % resorbiert, wodurch die

maximale systemische Konzentration der Muttersubstanz und des aktiven Metaboliten SIN-1 innerhalb

kurzer Zeit erreicht wird. Die Zeit bis zum Erreichen der Spitzenkonzentration im Plasma (t

beträgt 1 – 2 Stunden. Wegen des First-Pass-Metabolismus, aus dem der aktive Metabolit SIN-1 und

schließlich das wirksame Endprodukt NO hervorgeht, werden nur 44 – 59 % der oralen Dosis von

Molsidomin im Blut wieder gefunden. Die Halbwertszeit (t

) für SIN-1 liegt bei 1 – 2 Stunden. Über

90 % der verabreichten Dosis werden renal ausgeschieden. Die Eiweißbindung der Muttersubstanz ist

sehr gering (3 – 11 %).

Studien mit Einzeldosen (1, 2 und 4 mg) ergaben eine lineare Pharmakokinetik, und Studien mit

Mehrfachapplikation (2 mg 3mal täglich über 7 Tage) an gesunden Probanden und Patienten mit

koronarer Herzkrankheit (KHK) (4 mg 4mal täglich über 4 Wochen) zeigten keine Substanzkumulation.

Eine an jungen und älteren Probanden durchgeführte Studie zeigte, dass der hepatische First-Pass-

Effekt mit zunehmendem Lebensalter herabgesetzt und die Halbwertszeit verlängert ist, was zu einer

Zunahme der Fläche unter den Konzentrations-Zeit-Kurven (AUC) für Molsidomin und SIN-1 führt. Die

Clearance war bei Leberkranken ebenfalls herabgesetzt. Bei Patienten mit Lebererkrankungen und

dekompensierter Herzinsuffizienz wurden ähnliche Veränderungen beobachtet, bei Patienten mit KHK

in wesentlich geringerem Umfang. Bei bestimmten Patienten, z. B. Leber- und Nierenkranken oder

Patienten mit dekompensierter Herzinsuffizienz oder bei einer Begleitbehandlung mit anderen

vasoaktiven Arzneimitteln, kann die Verabreichung einer niedrigeren Initialdosis empfehlenswert sein.

Bioverfügbarkeit

Untersucher

LAB, Gesellschaft für pharmakologische Untersuchungen mbH & Co., Neu-Ulm

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Studiendurchführung

Klinik:

Januar – Februar 1991

Analytik:

Februar – Mai 1991

Hochdruckflüssigkeitschromatographie (HPLC) mit UV-Detektion

Studiendesign

16 Probanden (alle männl.), mittleres Alter 30 Jahre (min. 19 Jahre, max. 50 Jahre), mittleres

Körpergewicht 74 kg (min. 61 kg, max. 90 kg), mittlere Körpergröße 180 cm (min. 171 cm,

max. 197 cm), randomisiert, single-dose, cross-over; Messzeitraum 12 Stunden (entspr. ca. 5

terminalen Halbwertszeiten), 13 Messzeitpunkte; Auswaschphase 7 Tage (entspr. ca. 70 terminalen

Halbwertszeiten).

Ergebnisse

Pharmakokinetische Parameter von Molsidomin nach Einmalgabe von 1 Retardtablette

Molsidomin-Actavis 8 mg bzw. 1 Retardtablette Referenzpräparat

Test

Referenz

Maximale Plasmakonzentration

) (ng/ml)

14,98 10,93

15,51 8,28

Zeitpunkt der maximalen

Plasmakonzentration

) (h)

2,25 0,95

1,53 1,06

Fläche unter der

Konzentrations-Zeit-Kurve

(AUC

0-12

) (h

ng/ml)

89,24 79,37

83,18 60,19

Angabe der Werte als Mittelwerte und Streubreite (x SA)

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Plasmakonzentrationen von Molsidomin

Zeit (h)

Konz. (ng/ml)

Test

Referenz

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Statistische Bewertung

0-12

Quotient d. geom. Mittel: 0,99

90 %-Konfidenzintervall d. Varianzanalyse (ANOVA, Inklusionsregel,

Longnormalverteilung): 0,88 – 1,12

Quotient d. geom. Mittel: 0,90

90 %-Konfidenzintervall d. Varianzanalyse (ANOVA, Inklusionsregel,

Longnormalverteilung): 0,78 – 1,04

Arithm. Mittelwert Testpräparat: 2,25 Stunden

Arithm. Mittelwert Referenzpräparat: 1,53 Stunden

Empfohlenes Dosisintervall: 8 – 24 Stunden

Differenz d. arithm. Mittel in Stunden: 0,72

Differenz d. arithm. Mittel in % des Dosisintervalls:

9 % bei 8 h

3 % bei 24 h

Bioverfügbarkeit/Bioäquivalenzentscheid

Die mittlere relative Bioverfügbarkeit von Molsidomin-Actavis 8 mg im Vergleich zum

Referenzpräparat beträgt 107,3 %.

Bioäquivalenz bewiesen (substituierbar gegen Referenzpräparat).

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Molsidomin wurde in mehreren in vitro und in vivo Tests zur Mutagenität geprüft. Die sehr ausführliche

Prüfung ergab keinen relevanten Hinweis auf eine mutagene Wirkung.

Molsidomin wurde in Langzeituntersuchungen an Mäusen und Ratten getestet. Während bei Mäusen

unter Molsidomin kein Anstieg von Tumoren gegenüber der Kontrollgruppe zu sehen ist, traten bei

Ratten unter hohen Dosierungen und nach langen Expositionszeiten bösartige Tumoren im

Ethmoturbinalbereich der Nase auf. Ein genotoxischer Mechanismus konnte als Ursache

ausgeschlossen werden, sodass eine Schwellendosis angenommen werden kann.

Untersuchungen an Ratten ergaben keine Hinweise auf Störungen der Fertilität bei Dosen bis 12

mg/kg. Bei Mäusen und Ratten wurden bis zur höchsten geprüften Dosis von 150 mg/kg bzw. 200

mg/kg keine Anzeichen für eine embryotoxische Wirkung gefunden. Bei Kaninchen traten bei maternal

toxischen Dosen (ab 15 mg/kg) vereinzelt Fehlbildungen des Handskeletts auf.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Hypromellose

Lactose-Monohydrat

Cellulosepulver

Magnesiumstearat (Ph.Eur.)

Hochdisperses Siliciumdioxid

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

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November 2011

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FI-176-01/10-06

Molsidomin, der Wirkstoff von Molsidomin-Actavis 8 mg, ist lichtempfindlich.

Bewahren Sie die Tabletten grundsätzlich lichtgeschützt innerhalb des Umkartons auf. Die Einwirkung

von direktem Sonnenlicht sollte vermieden werden.

Tablettenblister und aus dem Blister entnommene Tabletten bitte vor Licht schützen.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

PP-Blisterpackungen mit

30 Retardtabletten N1

60 Retardtabletten N2

100 Retardtabletten N3

Klinikpackung: 600 Retardtabletten (10 x 60)

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

Actavis Deutschland GmbH & Co. KG

Willy-Brandt-Allee 2

81829 München

Telefon: 089/558909 - 0

Telefax: 089/558909 - 240

8.

ZULASSUNGSNUMMER

38388.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG / VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Zulassung:

31. Oktober 1997

Datum der Verlängerung:

27. August 2002

10.

STAND DER INFORMATION

November 2011

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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