Minprostin E2 Vaginaltabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Dinoproston
Verfügbar ab:
Pfizer Pharma PFE GmbH
ATC-Code:
G02AD02
INN (Internationale Bezeichnung):
Dinoprostone
Darreichungsform:
Vaginaltablette
Zusammensetzung:
Dinoproston 3.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
4496.00.00

palde-6v17mpe-vt-0

14.04.2016

PFIZER ((Logo))

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

MINPROSTIN

®

E

2

VAGINALTABLETTEN

3 mg

Dinoproston

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der

Anwendung dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte

weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden

haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was sind Minprostin E

Vaginaltabletten und wofür werden sie angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von Minprostin E

Vaginaltabletten beachten?

Wie sind Minprostin E

Vaginaltabletten anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie sind Minprostin E

Vaginaltabletten aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was sind Minprostin E

2

Vaginaltabletten und wofür werden sie angewendet?

Minprostin E

Vaginaltabletten sind Tabletten mit dem Wirkstoff Dinoproston (Prostaglandin

) zum Einlegen in das hintere Scheidengewölbe.

Minprostin E

Vaginaltabletten werden angewendet zur Geburtseinleitung bei Patientinnen mit

ausreichender Geburtsreife des Gebärmutterhalses.

2.

Was sollten Sie vor der Anwendung von Minprostin E

2

Vaginaltabletten

beachten?

Minprostin E

2

Vaginaltabletten dürfen nicht angewendet werden,

wenn Sie gegen Prostaglandine oder einen der sonstigen Bestandteile allergisch sind,

wenn Sie früher einmal an der Gebärmutter operiert wurden, z. B. einen Kaiserschnitt

hatten,

wenn Sie mit Zwillingen oder Mehrlingen schwanger sind,

wenn Sie bereits 6 oder mehr Geburten hatten,

wenn der Kopf des Kindes noch nicht in das Becken eingetreten ist,

bei bestehendem Missverhältnis zwischen dem Kopf des Kindes und dem mütterlichen

Becken,

bei Änderungen des kindlichen Herzschlags, die eine beginnende Gefährdung vermuten

lassen,

bei geburtshilflichen Situationen, bei denen die Nutzen-Risiko-Bewertung in Bezug auf Sie

oder das Kind für eine operative Geburtsbeendigung (Kaiserschnitt) spricht,

wenn Sie ungeklärten Scheidenausfluss und/oder ungewöhnliche Gebärmutterblutungen

während der aktuellen Schwangerschaft haben,

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wenn Sie aktuell Infektionen haben (Entzündungen der Scheide, des Gebärmutterhalses

und der Eihäute),

bei regelwidriger Kindeslage oder Poleinstellung (z. B. Beckenendlage),

bei einer Verletzung des Gebärmutterhalses sowie

bei vorzeitiger Plazentalösung und bei Sitz der Plazenta vor dem Muttermund (Placenta

praevia).

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Minprostin E

Vaginaltabletten angewendet werden,

wenn Sie Herz-Kreislauf-Störungen haben,

wenn Sie an Leber- oder Nierenfunktionsstörungen leiden,

wenn Sie derzeit Asthma haben oder früher hatten, oder wenn Sie aktuell oder früher

einmal an der Lunge erkrankt sind bzw. waren,

bei bestehenden fieberhaften Infektionen,

wenn Sie an grünem Star oder erhöhtem Augeninnendruck leiden,

wenn Ihre Fruchtblase eingerissen ist.

Es gibt Hinweise darauf, dass das Risiko für das Auftreten einer seltenen Komplikation, die mit

Blutgerinnselbildung und Blutungsneigung einhergeht (disseminierte intravasale Koagulation

[DIC]), bei einer Weheneinleitung mit Dinoproston-haltigen Arzneimitteln erhöht ist. Dieses

erhöhte Risiko ist für Sie besonders dann wichtig, wenn Sie 35 Jahre oder älter sind, wenn in

der Schwangerschaft Komplikationen auftraten oder wenn die Dauer Ihrer Schwangerschaft

mehr als 40 Wochen beträgt.

Bei kindlicher Notlage und bei vorausgegangenen Komplikationen bei Geburten sollten

Minprostin E

Vaginaltabletten nicht angewendet werden.

Vor der Anwendung von Minprostin E

2

Vaginaltabletten muss Ihre medizinische Fachkraft eine

geburtshilfliche Untersuchung mit apparativer Überwachung von Wehen und kindlichen

Herztönen durchführen. Die kindlichen Herztöne und die Wehentätigkeit sind ständig

elektronisch zu registrieren, und die Geburt ist intensiv zu überwachen.

Die fortschreitende Erweiterung des Gebärmutterhalskanals ist sorgfältig zu beobachten.

Wie bei allen Wehen fördernden Mitteln sollte bei Vorliegen übermäßiger Wehen bzw.

Schmerzen der Gebärmutter die Gefahr eines Gebärmutterrisses berücksichtigt werden.

Minprostin E

Vaginaltabletten dürfen nur von Ärzten in Kliniken angewendet werden, die über

intensivmedizinische Überwachungsmöglichkeiten für Mutter und Kind und die Möglichkeit

einer operativen Geburtsbeendigung (auch durch Kaiserschnitt) verfügen. Bei erhöhter

Spannung der Gebärmuttermuskulatur oder wenn die Überwachung Ihrer Wehentätigkeit und

der kindlichen Herztöne Auffälligkeiten zeigt, sollte der Arzt Sie unter Berücksichtigung Ihres

Wohlergehens und dem Ihres Kindes behandeln.

Die Anwendung von Dinoproston als Gel (Prepidil Gel) im Gebärmutterhalskanal kann zu

einer versehentlichen Zerstörung von Gewebe führen, wodurch es in seltenen Fällen

zu einem Verschluss von Lungengefäßen (Fruchtwasserembolie) bei der Frau kommen

kann.

Anwendung von Minprostin E

2

Vaginaltabletten zusammen mit anderen Arzneimitteln

Um eine unangemessene Wirkungsverstärkung mit anderen wehenfördernden Arzneimitteln

auszuschließen, wird empfohlen, dass die Anwendung von z. B. Oxytocin frühestens

6 Stunden nach der letzten Anwendung von Minprostin E

Vaginaltabletten erfolgt.

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Die intravenöse Infusion von wehenhemmenden Arzneimitteln, z. B. Betasympathomimetika,

kann die Dinoproston-Wirkung vermindern bzw. aufheben.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel

einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder

beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen bzw. anzuwenden.

Schwangerschaft und Stillzeit

Dinoproston wird bei Schwangeren kurz vor oder am Termin angewendet.

Dinoproston erwies sich im Tierversuch fruchtschädigend. Jede Dosierung, die über einen

längeren Zeitraum eine erhöhte Spannung der Gebärmuttermuskulatur bewirkt, birgt ein

Risiko für das ungeborene Kind (s. Abschnitt „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“).

Dinoproston ist nicht für die Anwendung während der Stillzeit vorgesehen. Grundsätzlich

werden Prostaglandine nur in sehr niedriger Konzentration in der Muttermilch

ausgeschieden.

3.

Wie sind Minprostin E

2

Vaginaltabletten anzuwenden?

Ihr Arzt muss die Dosierung individuell für Sie anpassen. Die Tagesdosis sollte 6 mg

Dinoproston (2 Vaginaltabletten) nicht überschreiten.

Art der Anwendung

Üblicherweise wird eine Vaginaltablette von einer medizinischen Fachkraft in das hintere

Scheidengewölbe eingelegt.

Häufigkeit der Anwendung

Falls nach 6 bis 8 Stunden die Wehentätigkeit nicht eingesetzt hat, kann eine zweite

Vaginaltablette eingelegt werden. Dieses Vorgehen kann am 2. Tag wiederholt werden. Falls

nach 48 Stunden die Wehentätigkeit nicht begonnen hat, ist eine andere Methode zur Einleitung

der Geburt anzuwenden.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder dem medizinischen Fachpersonal, wenn Sie den

Eindruck haben, dass die Wirkung von Minprostin E

Vaginaltabletten zu stark oder zu

schwach ist.

Wenn eine zu große Menge Minprostin E

2

Vaginaltabletten angewendet wurde

Eine Überdosierung von Dinoproston kann sich durch ein verstärktes Zusammenziehen oder

eine erhöhte Muskelspannung der Gebärmutter bemerkbar machen. Gegebenenfalls wird Ihr

Arzt das Medikament aus der Scheide entfernen und/oder wehenhemmende Mittel

verabreichen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an

Ihren Arzt oder das medizinische Fachpersonal.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht

bei jedem auftreten müssen.

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde

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gelegt:

Sehr häufig:

mehr als 1 Behandelte von 10

Häufig:

1 bis 10 Behandelte von 100

Gelegentlich:

1 bis 10 Behandelte von 1 000

Selten:

1 bis 10 Behandelte von 10 000

Sehr selten:

weniger als 1 Behandelte von 10 000

Nicht bekannt:

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Mögliche Nebenwirkungen bei der Mutter

Häufig:

Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Krämpfe, Durchfall,

Rückenschmerzen, Fieber, erhöhte Häufigkeit, Stärke oder Dauer der

Wehen, erhöhte Spannung der Gebärmuttermuskulatur, Wärmegefühl in

der Scheide

Selten:

Eine als disseminierte intravasale Koagulopathie (DIC) bezeichnete

Komplikation, die mit Blutgerinnselbildung und Blutungsneigung einhergeht

Sehr selten:

Bluthochdruck

Nicht bekannt:

Asthma, Bronchialkrampf, Plazentalösung, Verschluss von Lungengefäßen

durch Fruchtwasserbestandteile (Fruchtwasserembolie), plötzliche

Erweiterung des Gebärmutterhalses, Einriss der Gebärmutter,

Überempfindlichkeitsreaktionen, schwer verlaufende

Überempfindlichkeitsreaktion (allergischer Schock)

Mögliche Nebenwirkungen bei dem Kind

Sehr häufig:

Veränderung des Herzschlags (Herzfrequenz und Oszillationsmuster)

Sehr selten:

Totgeburt, Neugeborenentod

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische

Fachpersonal.

Dies

gilt

auch

für

Nebenwirkungen,

nicht

dieser

Packungsbeilage

angegeben

sind.

können

Nebenwirkungen

auch

direkt

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-

Kiesinger-Allee

D-53175

Bonn,

Website: www.bfarm.de

anzeigen.

Indem

Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen,

dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie sind Minprostin E

2

Vaginaltabletten aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und Blister nach „Verwendbar

bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf

den letzten Tag des angegebenen Monats.

Aufbewahrungsbedingungen

Im Kühlschrank lagern (2 °C bis 8 °C).

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14.04.2016

Hinweis auf Haltbarkeit nach Anbruch

Nach Öffnen der Aluminiumfolie sofort verwenden!

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Minprostin E

2

Vaginaltabletten enthalten

Der Wirkstoff ist Dinoproston (Prostaglandin E

1 Vaginaltablette Minprostin E

enthält 3 mg Dinoproston.

Die sonstigen Bestandteile sind: Magnesiumstearat (Ph.Eur.), Maisstärke, mikrokristalline

Cellulose, Siliciumdioxid und wasserfreie Lactose.

Wie Minprostin E

2

Vaginaltabletten aussehen und Inhalt der Packung

Minprostin E

Vaginaltabletten sind rechteckige, weiße Tabletten.

Eine Packung enthält 4 Vaginaltabletten.

Pharmazeutischer Unternehmer

PFIZER PHARMA PFE GmbH

Linkstr. 10

10785 Berlin

Tel.: 0800 8535555

Fax: 0800 8545555

Hersteller

SANICO NV

Veedijk 59, Industriezone 4

2300 Turnhout

Belgien

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Juni 2016.

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14.04.2016

PFIZER ((Logo))

FACHINFORMATION

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

MINPROSTIN

VAGINALTABLETTEN

3 mg

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Wirkstoff: Dinoproston (Prostaglandin E

1 Vaginaltablette Minprostin E

enthält 3 mg Dinoproston.

Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Vaginaltablette

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Minprostin E

Vaginaltabletten sind angezeigt zur Geburtseinleitung bei Patientinnen mit

ausreichender Geburtsreife der Cervix uteri.

4.2

Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

Die Dosierung muss der Patientin individuell angepasst werden.

Die übliche Dosis beträgt 1 Vaginaltablette Minprostin E

. Üblicherweise wird eine

Vaginaltablette in das hintere Scheidengewölbe eingelegt. Falls nach 6 bis 8 Stunden die

Wehentätigkeit nicht eingesetzt hat, kann eine zweite Vaginaltablette appliziert werden.

Die Tagesdosis sollte 6 mg Dinoproston (2 Vaginaltabletten) nicht überschreiten.

Dieses Vorgehen kann am zweiten Tag wiederholt werden. Falls nach 48 Stunden die

Wehentätigkeit nicht begonnen hat, ist eine andere Methode zur Einleitung der Geburt

anzuwenden.

4.3

Gegenanzeigen

Minprostin E

Vaginaltabletten dürfen nicht bei Patientinnen eingesetzt werden, die auf

Prostaglandine oder einen der sonstigen Bestandteile allergisch sind.

Minprostin E

Vaginaltabletten sind nicht anzuwenden zur Geburtseinleitung bei

vorausgegangenen Uterusoperationen wie Kaiserschnitt oder Hysterotomie, bei

Myomennukleation, bei Mehrlingsschwangerschaften, bei Multiparität (6 oder mehr

vorausgegangene Geburten), wenn der Kopf des Kindes noch nicht in das Becken eingetreten

ist, bei fetopelviner Disproportion, bei fetalen Herzfrequenzmustern, die eine beginnende

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Gefährdung des Kindes vermuten lassen, bei geburtshilflichen Situationen, bei denen die

Nutzen-Risiko-Bewertung für Mutter oder Kind für eine operative Geburtsbeendigung

sprechen, bei ungeklärtem vaginalen Ausfluss und / oder anormalen Uterusblutungen während

der aktuellen Schwangerschaft, bei vorliegenden Infektionen (Kolpitis, Cervicitis,

Amnioninfektionssyndrom), bei regelwidriger Kindeslage oder Poleinstellung, bei Zervixläsion,

vorzeitiger Plazentalösung und bei Placenta praevia.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Bei Patientinnen mit Störungen der Herz-Kreislauf-Funktion, der Leber- oder Nierenfunktion,

mit Asthma, einer Asthmavorgeschichte, anamnestisch bekannten und bestehenden

Lungenerkrankungen, bestehenden fieberhaften Infektionen, Glaukom oder erhöhtem

Intraokulardruck oder mit einer Ruptur der chorioamniotischen Membran sollte eine

Behandlung mit Minprostin E

Vaginaltabletten mit Vorsicht erfolgen.

Es gibt Hinweise darauf, dass das Risiko für das Auftreten einer postpartalen disseminierten

intravasalen Gerinnung (DIG), einer seltenen Komplikation, bei einer pharmakologischen

Weheninduktion mit Dinoproston erhöht ist. Dieses erhöhte Risiko ist von größerer Bedeutung

für Frauen im Alter von 35 Jahren und älter, für Frauen mit Komplikationen in der

Schwangerschaft und für Frauen mit einem Schwangerschaftsalter über 40 Wochen. Bei

diesen Frauen sollte die Anwendung von Minprostin E

Vaginaltabletten mit besonderer

Vorsicht erfolgen. Der behandelnde Arzt sollte Anzeichen einer möglichen DIG (z. B.

Fibrinolyse) besondere Aufmerksamkeit schenken.

kindlicher

Notlage

vorausgegangenen

Komplikationen

Geburten

sollten

Minprostin E

Vaginaltabletten nicht angewendet werden.

Vor der Anwendung von Minprostin E

Vaginaltabletten ist eine sorgfältige geburtshilfliche

Untersuchung erforderlich. Die kindlichen Herztöne und die Wehentätigkeit sind während der

Anwendung von Minprostin E

Vaginaltabletten durch Kardiotokographie ständig zu registrieren

und die Geburt intensiv zu überwachen.

Die fortschreitende Erweiterung des Zervikalkanals ist sorgfältig zu beobachten.

Wie bei allen wehenfördernden Mitteln sollte bei Vorliegen einer übermäßigen Uterusaktivität

bzw. uteriner Schmerzzustände die Gefahr einer Uterusruptur berücksichtigt werden.

Minprostin E

Vaginaltabletten dürfen nur von Ärzten in Kliniken angewandt werden, die über

intensivmedizinische Überwachungsmöglichkeiten für Mutter und Kind und die Möglichkeit

einer operativen Geburtsbeendigung (auch durch Sectio caesarea) verfügen. Patientinnen, bei

denen ein erhöhter Muskeltonus oder eine erhöhte Kontraktilität des Uterus auftritt oder bei

denen sich ungewöhnliche fetale Herzfrequenzmuster entwickeln, sollten unter

Berücksichtigung des Wohlergehens von Mutter und Kind behandelt werden.

Die intrazervikale Platzierung von Dinoproston als Gel (Prepidil Gel) kann zu einer

versehentlichen Zerstörung mit anschließender Embolisierung von antigenem Gewebe

(Amnion) führen, das in seltenen Fällen zu einer Entstehung des anaphylactoiden

Syndroms der Schwangerschaft (Amniotic Fluid Embolism) führen kann.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Aufgrund der additiven Wirkung von Dinoproston mit Oxytocin oder anderen Uterotonika muss

dieser Umstand bei gleichzeitiger Behandlung mit diesen Medikamenten kritisch berücksichtigt

werden. Um eine unangemessene Wirkungsverstärkung mit anderen Oxytocika

auszuschließen, wird empfohlen, dass die Anwendung von z. B. Oxytocin frühestens sechs

Stunden nach der letzten Anwendung von Minprostin E

Vaginaltabletten erfolgt.

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Die intravenöse Infusion von uterusrelaxierenden Substanzen, z. B. Beta-Sympathomimetika,

kann die Dinoproston-Wirkung vermindern bzw. aufheben.

4.6

Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Dinoproston wird bei Schwangeren kurz vor oder am Termin angewendet.

In Studien an Ratten und Kaninchen hat Prostaglandin E

zu Skelettanomalien geführt.

Dinoproston erwies sich in Studien an Ratten und Kaninchen embryotoxisch. Jede

Dosierung, die über einen längeren Zeitraum einen erhöhten Uterustonus bewirkt, birgt ein

Risiko für den Embryo oder Fötus (s. Abschnitt 4.4).

Stillzeit

Dinoproston ist nicht für die Anwendung während der Stillzeit vorgesehen. Grundsätzlich

werden Prostaglandine nur in sehr niedriger Konzentration in der Muttermilch

ausgeschieden.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Nicht zutreffend.

4.8

Nebenwirkungen

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde

gelegt:

Sehr häufig (≥1 / 10)

Häufig (≥1 / 100 bis <1 / 10)

Gelegentlich (≥1 / 1.000 bis <1 / 100)

Selten (≥1 / 10.000 bis <1 / 1.000)

Sehr selten (<1 / 10.000)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Bei der Mutter:

Erkrankungen des Blutes und des

Lymphystems

Selten

Disseminierte intravasale Gerinnung (DIG)

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig

Kopfschmerzen

Gefäßerkrankungen

Sehr selten

Hypertonie

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums

und Mediastinums

Nicht bekannt

Asthma, Bronchospasmen

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig

Übelkeit, Erbrechen, Krämpfe, Diarrhö

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und

Knochenerkrankungen

Häufig

Rückenschmerzen

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden

am Verabreichungsort

Häufig

Fieber

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Schwangerschaft, Wochenbett und perinatale

Erkrankungen

Häufig

Uterine Überstimulation (erhöhte Frequenz,

Intensität oder Dauer der Wehen,

Basaltonuserhöhung)

Nicht bekannt

Plazentalösung, pulmonale Fruchtwasser-

embolie, plötzliche Zervixdilatation,

Uterusruptur

Erkrankungen des Immunsystems

Nicht bekannt

Überempfindlichkeitsreaktionen,

anaphylaktische Reaktion

(anaphylaktischer Schock)

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der

Brustdrüse

Häufig

Wärmegefühl in der Vagina

Bei dem Kind:

Untersuchungen

Sehr häufig

Alteration der kindlichen Herzfrequenz und

deren Oszillationsmuster

Schwangerschaft, Wochenbett und perinatale

Erkrankungen

Sehr selten

Totgeburt, Neugeborenentod

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Meldung

Verdachts

Nebenwirkungen

nach

Zulassung

großer

Wichtigkeit.

ermöglicht

eine

kontinuierliche

Überwachung

Nutzen-Risiko-

Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert,

jeden

Verdachtsfall

einer

Nebenwirkung

Bundesinstitut

für

Arzneimittel

Medizinprodukte,

Abt.

Pharmakovigilanz,

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee

D-53175

Bonn,

Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Eine Überdosierung von Dinoproston kann sich durch eine erhöhte Kontraktilität oder einen

erhöhten Tonus des Uterus manifestieren. Da die Wirkung von Prostaglandin E

auf die

Uterusmuskulatur nur vorübergehend ist, reichten im Falle einer Überstimulation unspezifische,

konservative Maßnahmen in der Mehrzahl der Fälle aus: Bei einer uterinen Überstimulation

sollte das Medikament aus dem Vaginaltrakt entfernt werden. Die Patientin sollte seitlich

gelagert werden und die Zufuhr von Sauerstoff gewährleistet sein. Ferner kann durch die

intravenöse Zufuhr von Beta-Sympathomimetika die übermäßige Kontraktion des

Myometriums aufgehoben werden.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Wehenförderndes Mittel, Prostaglandine

ATC-Code: G02AD02

Durch präpartale intravaginale Anwendung von Dinoproston als Minprostin E

Vaginaltabletten

werden bei bevorzugter Wirkung auf die Cervix uteri (Priming, Softening, Dilatation des

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14.04.2016

Gebärmutterhalses) Wehen ausgelöst, die zur Geburt führen können. Diese direkte

Anwendung am Wirkungsort ist einfach zu handhaben, führt meist zu einem langsamen

Wehenbeginn und schränkt die natürliche Bewegungsfreiheit der Gebärenden nicht ein.

Außerdem konnte gezeigt werden, dass durch eine prophylaktische orale Gabe von ß-

Sympathomimetika (Tokolytika) wie Fenoterol der zervixerweichende Effekt von Dinoproston

nicht beeinträchtigt wurde.

Der exakte Wirkungsmechanismus, der der Zervixerweichung durch Dinoproston zugrunde

liegt, ist bislang noch nicht vollständig aufgeklärt. Dinoproston löst im Myometrium des

schwangeren Uterus Kontraktionen aus, die denen bei Geburtswehen ähneln. Ob dies durch

eine direkte Wirkung von Dinoproston auf das Myometrium erfolgt, ist noch nicht geklärt. Durch

die intravaginale Gabe von Dinoproston werden Uteruskontraktionen ausgelöst, die in den

meisten Fällen ausreichen, um die Leibesfrucht auszutreiben.

Ganz allgemein werden die vielfältigen biologischen Aktivitäten des fast ubiquitär im

Organismus vorkommenden Dinoprostons auf eine Stimulation der zellulären Adenylatzyklase

mit Bildung von cAMP sowie auf die Beeinflussung des Kalzium-Ionen-Transports durch die

Zellmembran zurückgeführt.

Im Speziellen konnte gezeigt werden, dass Dinoproston die Durchblutung der Zervix erhöht,

vergleichbar der Durchblutungssteigerung zu Beginn einer Spontangeburt. Außerdem bewirkt

Dinoproston eine Aufsplittung der Kollagenfasern und Vermehrung der Grundsubstanz der

Zervix, was auch bei der spontanen Zervixreifung beobachtet werden kann.

Sowohl im Tierversuch als auch bei der Erprobung am Menschen konnte mit hohen Dosen

Dinoproston eine blutdrucksenkende Wirkung, die wahrscheinlich eine Folge des Wirkstoffs

auf die glatte Muskulatur des Gefäßsystems ist, gezeigt werden. Außerdem wurden

vorübergehende Erhöhungen der Körpertemperatur beobachtet.

Sowohl durch intravenöse, intravaginale als auch intrazervikale Anwendung können

rhythmische Uteruskontraktionen hervorgerufen werden. Dinoproston ist gleichzeitig in der

Lage, Kontraktionen der glatten Muskulatur des Gastrointestinaltraktes zu induzieren, wodurch

die teilweise auftretenden Nebenwirkungen wie Erbrechen und Durchfall erklärt werden

können.

Die bei der systemischen Anwendung beschriebenen Nebenwirkungen sind jedoch bei der

lokalen Anwendung wesentlich schwächer oder fehlen ganz.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Dinoproston wird nach intravaginaler Gabe schnell resorbiert. Dinoproston ist zu 73 % an

menschliches Plasmaprotein gebunden.

Der Anstieg der Prostaglandin-Metabolite im Plasma war mit dem Vaginalgel signifikant größer

als mit den Vaginaltabletten, woraus sich schließen lässt, dass das Vaginalgel eine höhere

Bioverfügbarkeit aufweisen könnte.

Nach Anwendung einer Vaginaltablette erhöht sich die Prostaglandin E

-Resorption mit einem

Konzentrationsmaximum nach ungefähr 40 Minuten, gemessen durch den Nachweis von

Prostaglandin E

-Metaboliten.

Verteilung und Metabolisierung

Die Verteilung von Dinoproston in mütterlichen Geweben erfolgt systemisch. Nach i.v.-Gabe

erfolgt eine sehr schnelle Verteilung und Metabolisierung. Nach 15 Minuten sind nur noch 3 %

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14.04.2016

des unveränderten Wirkstoffes im Blut vorhanden. Es wurden mindestens 9 Metabolite im Blut

und Urin nachgewiesen.

Prostaglandin E

wird rasch zu 13,14-Dihydro-15-keto-prostaglandin E

metabolisiert. Dieses

wiederum wird abgebaut zu 13,14-Dihydro-15-keto-prostaglandin A

. Dinoproston wird im

Menschen vollständig in der Lunge metabolisiert. Die dabei entstehenden Metabolite werden in

der Leber und Niere weiter metabolisiert.

Elimination

Die Elimination von Dinoproston und seinen Metaboliten erfolgt überwiegend über die Nieren,

zum kleinen Teil über die Fäzes.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Akute Toxizität

Die intravenöse LD

von Dinoproston an der Maus ist bei verschiedenen Mäusestämmen

unterschiedlich und schwankt zwischen 47 mg / kg bis 182 mg / kg. Bei der Ratte betrug die

nach intravenöser Applikation 45 mg / kg bzw. 66 mg / kg. Eine einzelne intravenöse

Gabe von 30 mg / kg Dinoproston an trächtige und nicht trächtige Mäuse war nicht toxisch für

dieselben, bewirkte jedoch den intrauterinen Tod praktisch aller Feten. Bei der Maus zeigte

eine orale Gabe bis zu 500 mg / kg keine letale Wirkung. Die orale LD

bei der Ratte

schwankte zwischen 174 mg / kg und 513 mg / kg.

Chronische Toxizität

Die subakute und chronische Toxizität wurde an Ratten, Kaninchen, Hunden und Affen

geprüft. Dabei kam es, unabhängig von der Art der Anwendung, dosisabhängig zu reduzierter

Gewichtszunahme, eventuell Anstieg des Hämatokrits als Folge des Wasserverlustes, zu

leichtem Temperaturanstieg, Steigerung der Speichelsekretion und des Tränenflusses,

außerdem Erbrechen, Diarrhö und Sedation.

Bei der intravaginalen Applikation von 3,1 mg Dinoproston pro Tag in Tablettenform über 6

Tage an der Ratte und von 20 mg Dinoproston pro Tag über 5 Tage am Kaninchen kam es zu

systemischen Wirkungen wie Diarrhö, Abdominalkrämpfen und leicht verminderter

Futteraufnahme. Es wurden keine Zeichen einer Irritation der Vaginalschleimhaut festgestellt.

Eine einmalige intramyometriale Injektion von 0,125 mg Dinoproston führte beim Affen

(Macaca mulatta) zu einer (geringen) Gewebenekrotisierung; eine Injektion von 1,25 mg

Dinoproston bewirkte eine auf das Myometrium übergreifende ausgeprägtere endometriale

Granulationsnekrose.

Bei Tierstudien, in denen über mehrere Wochen Prostaglandine der E- und F-Reihe in hohen

Dosen verabreicht wurden, konnten Knochenwucherungen beobachtet werden. Ähnliches

wurde bei Neugeborenen festgestellt, die über längere Zeit Prostaglandin E

-Infusionen

erhielten. Jedoch gibt es keine Hinweise auf ähnliche Knochenveränderungen bei der

Kurzzeitanwendung von Dinoproston (Prostaglandin E

Mutagenität und Kanzerogenität

Die Mutagenitätstestung (Mikronukleustest oder Ames-Assay) ergab keinen Hinweis auf eine

potenzielle Mutagenität bzw. Kanzerogenität. Kanzerogenitätsstudien wurden nicht

durchgeführt, da das Arzneimittel nur kurzzeitig angewendet wird.

Teratogene Wirkung

In Studien an Ratten und Kaninchen hat Prostaglandin E

zu Skelettanomalien geführt.

Dinoproston erwies sich in Studien an Ratten und Kaninchen embryotoxisch.

Bei der perinatalen Untersuchung an der Ratte (Applikation von Dinoproston am 20.

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Schwangerschaftstag und bei neugeborenen Ratten) wurden bei den behandelten Tieren

keine pathologischen Veränderungen festgestellt.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Magnesiumstearat (Ph.Eur.)

Maisstärke

Mikrokristalline Cellulose

Siliciumdioxid

Wasserfreie Lactose

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

Haltbarkeit des Arzneimittels in der Verkaufspackung

2 Jahre.

Haltbarkeit nach Anbruch

Nach Öffnen der Aluminiumfolie sofort verwenden.

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Im Kühlschrank lagern (2 °C bis 8 °C).

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Packung mit 4 Vaginaltabletten.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

PFIZER PHARMA PFE GmbH

Linkstr. 10

10785 Berlin

Tel.: 0800 8535555

Fax: 0800 8545555

8.

ZULASSUNGSNUMMER

4496.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG / VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

spcde-6v16mpe-vt-0

14.04.2016

Erteilung der Zulassung: 16.04.1985

Verlängerung der Zulassung: 18.04.2000

10.

STAND DER INFORMATION

Juni 2016

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig.

spcde-6v16mpe-vt-0

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