Metronidazol-ratiopharm 400 mg Tabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

Kaufe es jetzt

Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Metronidazol
Verfügbar ab:
ratiopharm GmbH
ATC-Code:
J01XD01
INN (Internationale Bezeichnung):
metronidazole
Darreichungsform:
Tablette
Zusammensetzung:
Metronidazol 400.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
40871.00.00

Wortlaut der für die Packungsbeilage vorgesehenen Angaben

Gebrauchsinformation:

Information für den Anwender

Metronidazol-ratiopharm

®

400 mg Tabletten

Zur Anwendung bei Kindern und Erwachsenen

Wirkstoff: Metronidazol

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt

Diese Packungsbeilage beinhaltet:

1. Was ist

Metronidazol-ratiopharm

®

400 mg

und wofür wird es angewendet?

2. Was müssen Sie vor der Einnahme von

Metronidazol-ratiopharm

®

400 mg

beachten?

3. Wie ist

Metronidazol-ratiopharm

®

400 mg

einzunehmen?

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

5. Wie ist

Metronidazol-ratiopharm

®

400 mg

aufzubewahren?

6. Weitere Informationen

1. WAS IST Metronidazol-ratiopharm

®

400 mg UND WOFÜR WIRD ES ANGEWENDET?

Metronidazol-ratiopharm

®

400 mg

ist ein Mittel gegen Parasiten (Schmarotzer): gegen Urtierchen

(Protozoen) und ohne Sauerstoff lebende (anaerobe) Bakterien.

Metronidazol-ratiopharm

®

400 mg

wird angewendet

bei Trichomoniasis

bei bakterieller Vaginose (Aminkolpitis, unspezifische Kolpitis)

bei Amöbiasis

bei Lambliasis (Giardiasis)

bei Infektionen (Übertragungen, Ansteckungen) mit Beteiligung von Bakterien, die ohne Sauerstoff

leben können (Anaerobier); besonders Infektionen, die von den weiblichen Geschlechtsorganen,

vom Magen-Darm-Kanal sowie Hals-Nasen-Ohren- und Zahn-Mund-Kiefer-Bereich ausgehen.

bei Infektionen mit Helicobacter pylori im oberen Magen-Darm-Bereich

zur vorbeugenden Behandlung zum Schutz vor Infektionen bei operativen Eingriffen im weiblichen

Geschlechtsbereich und im Magen-Darm-Kanal

Erklärungen:

Trichomoniasis

ist eine Krankheit, die von einem Geißeltierchen,

Trichomonas vaginalis

, verursacht

wird. Es kommt hauptsächlich zu Entzündungen der weiblichen Scheide und der männlichen

Harnröhre. Die Verbreitung erfolgt fast ausschließlich durch Geschlechtsverkehr. Zur Erkennung der

Krankheit wird ein Sekretabstrich angefertigt.

bakterieller Vaginose

ist die bakterielle Zusammensetzung, die natürlicherweise in der weiblichen

Scheide vorkommt, verändert. Es kommt zu einer Entzündung mit einem fischähnlichen Geruch.

Aminkolpitis und unspezifische Kolpitis sind andere Bezeichnungen für bakterielle Vaginose.

Amöbiasis

(Amöbenruhr) ist eine Krankheit, die von einem wurzelfüßigen Urtierchen,

Entamoeba

histolytica

, verursacht wird. Es kommt meist zu Leibschmerzen und schweren Durchfällen durch eine

Infektion im Magen-Darm-Kanal. Darüber hinaus kann es zu Befall anderer Organe kommen, wobei

die Krankheit unbehandelt oft tödlich verläuft. Zur Erkennung der Amöbenruhr wird der Stuhl

untersucht.

Lambliasis

(Giardiasis) ist eine Krankheit, die von einem Geißeltierchen,

Giardia lamblia

, ausgeht.

Durch eine Infektion im Magen-Darm-Kanal kommt es hauptsächlich zu wässrigen Durchfällen.

Giardia lamblia

wird im Stuhl nachgewiesen.

2. WAS MÜSSEN SIE VOR DER EINNAHME VON Metronidazol-ratiopharm

®

400 mg

BEACHTEN?

Metronidazol-ratiopharm

®

400 mg

darf nicht eingenommen werden

wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Metronidazol, andere 5-Nitroimidazole (Gruppe, zu

der auch Metronidazol gehört) oder einen der sonstigen Bestandteile von

Metronidazol-

ratiopharm

®

400 mg

sind. Eine Ausnahme besteht, wenn eine lebensbedrohliche Infektion vorliegt

und andere Arzneimittel wirkungslos sind.

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von

Metronidazol-ratiopharm

®

400 mg

ist erforderlich

wenn Sie an Störungen der Blutbildung sowie Erkrankung von Gehirn, Rückenmark und Nerven

leiden. Teilen Sie dies Ihrem Arzt mit.

Bei Trichomoniasis ist oft der Sexualpartner ebenfalls Träger der Trichomonaden, auch wenn bisher

keine krankhaften Veränderungen aufgefallen sein sollten. Um wechselseitige Ansteckung zu

vermeiden, ist es notwendig, dass der Sexualpartner ebenfalls untersucht wird und gegebenenfalls mit

behandelt wird. Auf Geschlechtsverkehr sollte während der Behandlung verzichtet werden.

Fälle mit schwerer Hepatoxizität/akutem Leberversagen einschließlich Fälle mit tödlichem Ausgang

wurden bei Patienten mit Cockayne-Syndrom bei Arzneimitteln beobachtet, die Metronidazol

enthalten.

Falls Sie am Cockayne-Syndrom leiden, sollte Ihr Arzt während der Behandlung mit Metronidazol

und im Anschluss an die Behandlung ebenfalls Ihre Leberfunktion häufig überwachen.

Informieren Sie Ihren Arzt unverzüglich und setzen Sie die Einnahme von Metronidazol ab, falls Sie

folgende Symptome entwickeln:

Bauchschmerzen, Anorexie, Übelkeit, Erbrechen, Fieber, Unwohlsein, Ermüdung, Gelbsucht,

dunklen Urin, hellgrauen oder weißen Stuhl oder Juckreiz.

Kinder

Für Kinder unter 6 Jahren sind Tabletten, die unzerkaut einzunehmen sind, nicht geeignet.

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Wenn Sie an schweren Leberschäden leiden, sprechen Sie bitte vor der Einnahme von

Metronidazol-

ratiopharm

®

400 mg

mit Ihrem Arzt.

Bei Einnahme von

Metronidazol-ratiopharm

®

400 mg

mit anderen Arzneimitteln

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden

bzw. vor kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht

verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Disulfiram

Die gleichzeitige Gabe des Alkohol-Entwöhnungsmittels Disulfiram kann zu Verwirrtheitszuständen

und bestimmten Geistesstörungen (Psychosen) führen.

Barbiturate, Phenytoin

Eine Wirkungsverminderung von

Metronidazol-ratiopharm

®

400 mg

tritt ein bei Gabe von

Barbituraten (Arzneimittel mit Wirkstoffen wie Hexobarbital oder Phenobarbital, die gegen

Schlafstörungen und Krampfanfälle sowie zur Narkose verwendet werden) und bei Gabe von

Medikamenten mit Phenytoin (Wirkstoff gegen Krampfanfälle).

Cimetidin

Arzneimittel mit Cimetidin (Wirkstoff gegen Magenschleimhautentzündung [Gastritis] sowie gegen

Magen- und Darmgeschwüre) können sehr selten die Ausscheidung von Metronidazol beeinträchtigen

und so die Wirkung/Nebenwirkungen von

Metronidazol-ratiopharm

®

400 mg

verstärken.

Blutgerinnungshemmende Mittel

Patienten, die mit bestimmten Medikamenten behandelt werden, die die Blutgerinnung hemmen

(Antikoagulantien vom Warfarin-Typ), müssen gegebenenfalls neu eingestellt werden, weil durch

Metronidazol-ratiopharm

®

400 mg

die blutgerinnungshemmende Wirkung dieser Medikamente

verstärkt wird.

Lithium

Bei der gleichzeitigen Anwendung von Arzneimitteln mit Lithium (Arzneimittel zur Behandlung

bestimmter Formen euphorischer oder bedrückter Verstimmung [manisch-depressive Zustände]) ist

Vorsicht geboten, weil hiernach ein Ansteigen des Lithiums im Blut beobachtet wurde (Gefahr einer

Lithiumvergiftung mit Zittern und Krampfanfällen).

andere Antibiotika

Die Wirkung von Metronidazol und verschiedenen Antibiotika kann sich addieren.

Laboruntersuchungen

Metronidazol kann bei einigen Analysenmethoden zur Bestimmung der GOT im Serum zu

verringerten Werten führen. Teilen Sie vor einer Laboruntersuchung Ihrem Arzt die Einnahme von

Metronidazol-ratiopharm

®

400 mg

mit.

Bei Einnahme von

Metronidazol-ratiopharm

®

400 mg

zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken

Der Genuss von Alkohol ist zu vermeiden, da sonst Unverträglichkeitserscheinungen auftreten

können, wie z. B. Hautrötungen im Bereich des Kopfes und Nackens sowie Übelkeit, Erbrechen,

Kopfschmerzen und Schwindel.

Schwangerschaft und Stillzeit

Die Sicherheit von

Metronidazol-ratiopharm

®

400 mg

in der Schwangerschaft ist nicht ausreichend

belegt. Insbesondere für die Frühschwangerschaft liegen widersprüchliche Berichte über

Metronidazol, dem Wirkstoff aus

Metronidazol-ratiopharm

®

400 mg

, vor. Einige Studien haben

Hinweise auf eine erhöhte Fehlbildungsrate ergeben. Das Risiko möglicher Spätfolgen, einschließlich

des krebserregenden Risikos, ist bisher nicht geklärt.

Im Falle einer uneingeschränkten Anwendung von Nitroimidazolen, der Wirkstoffgruppe, zu der

Metronidazol gehört, durch die Mutter besteht für das Ungeborene bzw. Neugeborene das Risiko einer

Krebsauslösung oder Erbgutschädigung. Gesicherte Hinweise für eine Schädigung des Kindes gibt es

bislang nicht. In tierexperimentellen Studien führt Metronidazol nicht zu Fehlbildungen bei den

Nachkommen.

Metronidazol-ratiopharm

®

400 mg

darf im 1. Schwangerschaftsdrittel nur bei schweren

lebensbedrohlichen Infektionen eingesetzt werden. Im 2. und 3. Drittel der Schwangerschaft kann

Metronidazol-ratiopharm

®

400 mg

auch bei anderen Krankheiten eingesetzt werden, allerdings nur auf

Anraten des Arztes und nachdem dieser eine strenge Nutzen-Risiko-Abwägung vorgenommen hat. So

weit wie möglich sollte während der Schwangerschaft die lokale Darreichungsform angewandt

werden.

Metronidazol geht in die Muttermilch über. Bei Anwendung von

Metronidazol-ratiopharm

®

400 mg

der Stillzeit sollte daher während der Behandlung das Stillen unterbrochen werden oder das

Medikament abgesetzt werden.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Besonders zu Behandlungsbeginn kann

Metronidazol-ratiopharm

®

400 mg

Ihr Reaktionsvermögen

beeinträchtigen. Sie können dann auf unerwartete und plötzliche Ereignisse nicht mehr schnell und

gezielt genug reagieren, so dass z. B. die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder

zum Bedienen von Maschinen oder das Arbeiten ohne sicheren Halt vermindert wird. Dies gilt in

verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol.

Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile von

Metronidazol-ratiopharm

®

400 mg

Dieses Arzneimittel enthält Lactose. Bitte nehmen Sie

Metronidazol-ratiopharm

®

400 mg

daher erst

nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit

gegenüber bestimmten Zuckern leiden.

3. WIE IST Metronidazol-ratiopharm

®

400 mg EINZUNEHMEN?

Nehmen Sie

Metronidazol-ratiopharm

®

400 mg

immer genau nach der Anweisung des Arztes ein.

Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis

Die Dosierung richtet sich nach Art und Schwere der Erkrankung.

Die folgenden Angaben sind Durchschnittswerte und gelten nur, soweit

Metronidazol-ratiopharm

®

400 mg

von Ihrem Arzt nicht anders verordnet wurde.

Die tägliche Einnahmemenge kann ½ bis höchstens 5 Tabletten

Metronidazol-ratiopharm

®

400 mg

(entsprechend 0,2-2 g Metronidazol) betragen. Gewöhnlich werden die Tabletten 2- bis 3-mal täglich

eingenommen.

Unkomplizierte Infektionen (Ansteckungen, die bei Behandlung meist schnell und ohne Folgen

ausheilen)

Bei einer niedrigen täglichen Einnahmemenge von 1½ Tabletten (entsprechend 0,6 g Metronidazol)

oder weniger ist eine mehrtägige Behandlung (5-7 Tage) erforderlich.

Bei einer höheren Einnahmemenge von 2½-5 Tabletten (entsprechend 1-2 g Metronidazol) pro Tag

kann eine kurze Behandlungsdauer (1-3 Tage) ausreichend sein.

Bakterielle Vaginose und Trichomoniasis beim Erwachsenen

Behandlung durch Einmalgabe von 5 Tabletten (entsprechend 2 g Metronidazol) möglich.

Alternativ bei

- Bakterieller Vaginose

2½ Tabletten (entsprechend 1 g Metronidazol) pro Tag (aufgeteilt in 2-3 Einzeldosen) für insgesamt

7 Tage.

- Trichomoniasis

(insbesondere in hartnäckigen Fällen)

2-2½-(4) Tabletten (entsprechend 0,8-1-[1,6] g Metronidazol) pro Tag (aufgeteilt in 2-

3 Einzeldosen) für insgesamt 7 Tage.

Um wechselseitige Ansteckung bei einer Trichomoniasis zu vermeiden, ist es notwendig, dass der

Sexualpartner ebenfalls untersucht und gegebenenfalls mit einem Metronidazol-haltigen Präparat

behandelt wird (siehe 2. unter „Besondere Vorsicht bei der Einnahme von

Metronidazol-ratiopharm

®

400 mg

ist erforderlich“).

Komplizierte Infektionen (Ansteckungen, die auch bei sorgfältiger Behandlung oft schwer verheilen)

wie

Entzündung der Gebärmutterschleimhaut (Endometritis)

Entzündung der Eileiter oder Eierstöcke (Adnexitis)

Entzündungen im Bereich von Zähnen, Mund und Kiefer

Entzündungen im Bereich von Hals, Nase und Ohren

Bauchfellentzündung (Peritonitis) und

Eitergeschwüre (Abszessen) im Bauchraum

Tägliche Einnahmemenge zu Anfang 4-5 Tabletten (entsprechend 1,6-2 g Metronidazol) und an den

nachfolgenden Tagen 2½ Tabletten (entsprechend 1 g Metronidazol) für 5-7 Tage. Nur in

Ausnahmefällen sollte die Einnahmemenge auf 3½ Tabletten (entsprechend 1,4 g Metronidazol) pro

Tag gesteigert werden.

Im Rahmen einer Kombinationstherapie zur Eradikation von Helicobacter pylori sind vor

Behandlungsbeginn die offiziellen Therapieempfehlungen zu beachten.

Die vorbeugende Behandlung sollte auf eine einmalige Gabe von 1½ bis maximal 5 Tabletten

(entsprechend 0,6-2 g Metronidazol) beschränkt bleiben.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Kinder bis 12 Jahre erhalten zur Therapie von Infektionen, die durch anaerobe Bakterien verursacht

sind, 20 mg bis 30 mg/kg Körpergewicht einmal pro Tag. Abhängig vom Schweregrad kann die Dosis

auf 40 mg/kg pro Tag erhöht werden. Die Dauer der Behandlung beträgt üblicherweise 7 Tage.

Bei bakterieller Vaginose bei Heranwachsenden beträgt die Dosis zweimal täglich 1 Tablette

(entsprechend zweimal täglich 400 mg Metronidazol) über 5 bis 7 Tage oder 5 Tabletten

(entsprechend 2 g Metronidazol) als Einmalgabe.

Bei urogenitaler Trichomoniasis erhalten Heranwachsende 5 Tabletten (entsprechend 2 g

Metronidazol) als Einmalgabe oder zweimal täglich 1 Tablette (entsprechend zweimal täglich 400 mg

Metronidazol) über 5 bis 7 Tage.

Kinder unter 10 Jahren nehmen 40 mg/kg als Einmalgabe (max. 2 g Metronidazol) oder 7 Tage lang

15 mg bis 30 mg/kg pro Tag, aufgeteilt auf zwei bis drei Dosen täglich.

Bei Lambliasis (Giardiasis) werden Kinder über 10 Jahre mit 5 Tabletten (entsprechend 2 g

Metronidazol) einmal pro Tag über 3 Tage oder mit 1 Tablette (entsprechend 400 mg Metronidazol)

dreimal täglich über 5 Tage behandelt.

Kinder von 7 bis 10 Jahre: 2½ Tabletten (entsprechend 1 g Metronidazol) einmal täglich über 3 Tage.

Kinder unter 7 Jahre: 1½-2 Tabletten (entsprechend 600 mg bis 800 mg Metronidazol) einmal täglich

über 3 Tage.

Alternativ erhalten Kinder unter 10 Jahren 15 mg bis 40 mg/kg pro Tag über 3 Tage, aufgeteilt auf

zwei bis drei Dosen täglich.

Bei Amöbiasis erhalten Kinder über 10 Jahre 1-2 Tabletten (entsprechend 400 mg bis 800 mg

Metronidazol) dreimal täglich über 5 bis 10 Tage.

Kinder unter 10 Jahre erhalten 35 mg bis 50 mg/kg pro Tag, aufgeteilt auf drei Dosen täglich, über 5

bis 10 Tage (max. 2,4 g/Tag).

Im Rahmen einer Kombinationstherapie zur Eradikation von Helicobacter pylori bei Kindern werden

20 mg/kg pro Tag (max. zweimal 500 mg/Tag) über 7 bis 14 Tage angewendet. Vor

Behandlungsbeginn sind die offiziellen Therapieempfehlungen zu beachten.

(Siehe auch 2. unter „Kinder“.)

Art der Anwendung

Nehmen Sie die Tabletten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit (z. B. 1 Glas Wasser) während des

Essens oder kurz danach ein.

Dauer der Anwendung

Über die Dauer der Anwendung entscheidet Ihr Arzt.

Warnhinweis:

Die Behandlung mit

Metronidazol-ratiopharm

®

400 mg

oder einem anderen Nitroimidazol-haltigen

Medikament darf in der Regel 10 Tage nicht überschreiten. Diese Frist darf nur in Einzelfällen bei

besonders strenger Indikationsstellung (d. h. nach sorgfältiger Abwägung durch Ihren Arzt bei

Vorliegen schwerwiegender Gründe) überschritten werden. Die Behandlung sollte möglichst selten

wiederholt werden. Die Begrenzung der Behandlungsdauer ist erforderlich, weil sich eine Schädigung

menschlicher Keimzellen (mögliche Schädigung des Erbguts) nicht ausschließen lässt und weil in

Versuchsreihen mit Tieren eine Zunahme von bestimmten Tumoren (Geschwülsten) gesehen wurde.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung

Metronidazol-ratiopharm

®

400 mg

zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine größere Menge von

Metronidazol-ratiopharm

®

400 mg

eingenommen haben, als Sie

sollten

Wenn Sie eine Einzelgabe von

Metronidazol-ratiopharm

®

400 mg

versehentlich doppelt einnehmen,

hat dies keine Auswirkungen auf die weitere Einnahme, d. h. Sie nehmen

Metronidazol-ratiopharm

®

400 mg

danach so ein, wie in der Dosierungsanleitung.

Bei Einnahme erheblich zu hoher Arzneimengen kann es zu Übelkeit, Erbrechen, gesteigerten

Reflexen, Ataxie (Störung im geordneten Bewegungsablauf), beschleunigtem Herzschlag, Atemnot

und Desorientierung (Unkenntnis von Zeit und Ort) kommen.

Ein Gegenmittel ist nicht bekannt. Nach ärztlicher Behandlung der Beschwerden ist mit einer

vollständigen Gesundung nach wenigen Tagen zu rechnen.

Wenn Sie die Einnahme von

Metronidazol-ratiopharm

®

400 mg

vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.

Wenn Sie Ihr Versehen noch am gleichen Tag bemerken, nehmen Sie die zu wenig eingenommene

Arzneimenge noch am selben Tag nachträglich ein.

Bemerken Sie Ihr Versehen erst am nächsten Tag, so kann es erforderlich sein, die Behandlung um

einen Tag zu verlängern. Sprechen Sie in solch einem Fall bitte mit Ihrem Arzt.

Wenn Sie die Einnahme von

Metronidazol-ratiopharm

®

400 mg

abbrechen

Wenn Sie die Behandlung vorzeitig beenden oder sie zeitweise unterbrechen, gefährden Sie den

Behandlungserfolg!

Bei unangenehmen Nebenwirkungen wird Ihr Arzt mit Ihnen besprechen, welche Gegenmaßnahmen

es hierfür gibt und ob andere Arzneimittel für Sie in Frage kommen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder

Apotheker.

4. WELCHE NEBENWIRKUNGEN SIND MÖGLICH?

Wie alle Arzneimittel kann

Metronidazol-ratiopharm

®

400 mg

Nebenwirkungen haben, die aber nicht

bei jedem auftreten müssen.

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:

sehr häufig

mehr als 1 Behandelter von 10

häufig

1 bis 10 Behandelte von 100

gelegentlich

1 bis 10 Behandelte von 1.000

selten

1 bis 10 Behandelte von 10.000

sehr selten

weniger als 1 Behandelter von 10.000

nicht bekannt

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Infektionen und parasitaere Erkrankungen

Gelegentlich:

Infektionen mit einem Hautpilz (z. B. Candida albicans) im Geschlechtsbereich.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Gelegentlich:

Verminderung der weißen Blutkörperchen (Leukopenie und Granulozytopenie). Bei längerer

Anwendung sind daher regelmäßige Blutbildkontrollen durchzuführen (siehe „Sehr selten“).

Sehr selten:

Verminderung der Blutplättchen (Thrombozytopenie). Fehlen bestimmter weißer Blutkörperchen

(Agranulozytose). Eine Agranulozytose kann sich innerhalb weniger Stunden einstellen.

Krankheitszeichen sind Fieber, Abgeschlagenheit, Entzündung der Rachenmandeln und der

Mundschleimhaut. Es muss in diesen Fällen rasch eine Blutbildkontrolle durchgeführt werden.

Wenden Sie sich in einem solchen Fall sofort an den nächst erreichbaren Arzt.

Erkrankungen des Immunsystems

Gelegentlich:

Hautausschlag, Juckreiz, Nesselausschlag mit Bläschen- und Quaddelbildung (Urtikaria),

Arzneimittelfieber.

Schnell einsetzende Überempfindlichkeitsreaktionen (anaphylaktische Reaktionen); in leichten Fällen

kann es zu entzündlichen Rötungen, allergischem Schnupfen und allergischer Bindehautentzündung

des Auges kommen.

Sehr selten:

Anaphylaktischer Schock (starker Blutdruckabfall, Atemnot, Schwindel, Erbrechen). Kommt es

hierbei zu einem Kreislaufversagen mit Bewusstseinsstörungen, Kaltschweißigkeit sowie blassen und

kalten Händen und Füßen, muss sofort ein Arzt zu Hilfe gerufen werden (siehe „Gegenmaßnahmen“).

Psychiatrische Erkrankungen

Gelegentlich:

Schläfrigkeit, Schlaflosigkeit, Verwirrtheitszustände, Erregbarkeit, traurige Verstimmtheit

(Depression).

Erkrankungen des Nervensystems

Gelegentlich:

Kopfschmerzen, Schwindel, Störungen im Zusammenspiel der Bewegungen (Ataxie), Krampfanfälle

und Nervenstörungen (periphere Neuropathien, äußern sich durch Taubheitsgefühl, Pelzigsein oder

Kribbeln in Armen und Beinen).

Sehr selten:

Speziell bei länger andauernder Therapie mit hohen Dosen sind reversible Gangstörungen,

Sprachstörungen, Sehstörungen und Enzephalopathien beobachtet worden.

Auch wenn diese Erscheinungen bei Ihnen nur in milder Form auftreten, müssen Sie sofort Ihren Arzt

verständigen!

Augenerkrankungen

Gelegentlich:

Sehstörungen

Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes

Häufig:

Metallischer Geschmack, bitteres Aufstoßen, Zungenbelag, Entzündungen im Mund (Glossitis,

Stomatitis), Magendrücken, Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Durchfall.

Sehr selten:

Entzündung der Bauchspeicheldrüse, schwere Darmerkrankung (pseudomembranöse Enterokolitis,

Auftreten schwerer anhaltender Durchfälle während oder in den ersten Wochen nach der Behandlung,

siehe „Gegenmaßnahmen“).

Leber- und Gallenerkrankungen

Gelegentlich:

Störungen der Leberfunktion.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Häufig:

Dunkelfärbung des Urins (bedingt durch ein Stoffwechselprodukt, ohne Krankheitswert).

Gelegentlich:

Schmerzhaftes Wasserlassen (Dysurie), Blasenentzündung (Cystitis) und unfreiwilliger Abgang von

Urin (Harninkontinenz).

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Gelegentlich:

Fieber, Schwächegefühl

Art und Schweregrad von Nebenwirkungen sind bei Kindern und Erwachsenen gleich.

Gegenmaßnahmen

Sollten Sie Anzeichen einer der oben geschilderten, schwerwiegenden Nebenwirkungen bei sich

beobachten, rufen Sie den nächst erreichbaren Arzt zu Hilfe. Bei anderen unerwünschten Wirkungen

sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt über die weitere Behandlung.

Behandlung der pseudomembranösen Enterokolitis

Hier muss der Arzt eine Beendigung der Behandlung mit

Metronidazol-ratiopharm

®

400 mg

Abhängigkeit von der Indikation erwägen und ggf. sofort eine angemessene Behandlung einleiten.

Arzneimittel, die die Darmbewegung (Peristaltik) hemmen, dürfen nicht eingenommen werden.

Schwere akute Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B. anaphylaktischer Schock)

In diesem Fall müssen Sie umgehend einen Arzt verständigen, der die entsprechenden

Notfallmaßnahmen einleitet. Der Arzt wird ggf. die Behandlung mit

Metronidazol-ratiopharm

®

400

mg

sofort abbrechen.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können

Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt.

Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5. WIE IST Metronidazol-ratiopharm

®

400 mg AUFZUBEWAHREN?

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und den Blisterpackungen angegebenen

Verfallsdatum nicht mehr verwenden. Das Verfallsdatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.

Nicht über 30 °C lagern.

6. WEITERE INFORMATIONEN

Metronidazol-ratiopharm

®

400 mg

enthält

Der Wirkstoff ist Metronidazol.

Jede Tablette enthält 400 mg Metronidazol.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Lactose-Monohydrat, Mikrokristalline Cellulose, Maisquellstärke, Povidon K 30, Crospovidon,

Macrogol 6000, Hochdisperses Siliciumdioxid, Magnesiumstearat (Ph.Eur.), Cellulosepulver.

Metronidazol-ratiopharm

®

400 mg

aussieht und Inhalt der Packung

Weißliche, längliche Tablette mit Bruchkerbe auf beiden Seiten.

Metronidazol-ratiopharm

®

400 mg

ist in Packungen mit 14 und 20 Tabletten erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer

ratiopharm GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm

Hersteller

Merckle GmbH

Ludwig-Merckle-Str. 3

89143 Blaubeuren

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt überarbeitet im

November 2016

Versionscode: Z09

Wortlaut der für die Fachinformation vorgesehenen Angaben

Fachinformation

(Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels)

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Metronidazol-ratiopharm

®

400 mg Tabletten

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jede Tablette enthält 400 mg Metronidazol.

Sonstiger Bestandteil: Lactose-Monohydrat

Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Weißliche, längliche Tablette mit Bruchkerbe auf beiden Seiten.

Die Tablette kann in gleiche Hälften geteilt werden.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Bei folgenden Indikationen ist Metronidazol bei Erwachsenen und Kindern angezeigt:

Trichomoniasis

bakterielle Vaginose (Aminkolpitis, unspezifische Kolpitis)

Amöbiasis

Lambliasis (Giardiasis)

Infektionen mit Beteiligung von Anaerobiern, besonders Infektionen, die vom weiblichen

Genitale, Magen-Darm-Trakt, Hals-Nasen-Ohren- und Zahn-Mund-Kiefer-Bereich ausgehen

Infektionen mit Helicobacter pylori im oberen Magen-Darm-Bereich

Infektionsprophylaxe bei operativen Eingriffen im gynäkologischen Bereich oder im Magen-

Darm-Trakt

Die offiziellen Richtlinien für den angemessenen Gebrauch von antimikrobiellen Wirkstoffen

sind bei der Anwendung von Metronidazol zu berücksichtigen.

4.2

Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

Die empfohlene Tagesdosis beträgt 0,2 bis maximal 2 g; die mittlere Dosis 0,8-1 g. Sie wird

gewöhnlich auf 2-3 Einzeldosen verteilt.

- Unkomplizierte Infektionen

Bei niedriger Dosierung (0,6 g/Tag oder weniger) ist eine mehrtägige Behandlung (5-7 Tage)

erforderlich.

Bei höherer Dosierung (1-2 g/Tag) kann eine kurze Therapiedauer (1-3 Tage) ausreichend

sein.

- Bakterielle Vaginose und Trichomoniasis

Therapie mit Einmalgabe von 2 g möglich.

Alternativ bei

- Bakterieller Vaginose

1 g Metronidazol/Tag (aufgeteilt in 2-3 Einzeldosen) für insgesamt 7 Tage.

- Trichomoniasis (insbesondere hartnäckige Fälle)

0,8-1 - (1,6) g Metronidazol/Tag (aufgeteilt in 2-3 Einzeldosen) für insgesamt 7 Tage.

Bei Trichomoniasis ist eine Untersuchung und ggf. synchrone Behandlung der/des

Sexualpartner/s angezeigt.

- Endometritis und Adnexitis

- Entzündungen im Hals-Nasen-Ohren- und Zahn-Mund-Kiefer-Bereich

- Peritonitis und Abszessen im Bauchraum

muss die Therapie systemisch (oral oder intravenös) erfolgen. Die Initialdosis sollte 1,6-2 g

sein mit einer täglichen Erhaltungsdosis von 1 g für 5-7 Tage. Nur in Ausnahmefällen sollte

die Dosis auf 1,4 g/Tag gesteigert werden.

Im Rahmen einer Kombinationstherapie zur Eradikation von Helicobacter pylori sind vor

Behandlungsbeginn die offiziellen Therapieempfehlungen zu beachten.

Die Prophylaxe sollte auf eine einmalige Gabe von 0,6 bis maximal 2 g beschränkt bleiben.

Kinder und Jugendliche

Kinder bis 12 Jahre erhalten zur Therapie von Infektionen, die durch anaerobe Bakterien

verursacht sind, 20 mg bis 30 mg/kg Körpergewicht einmal pro Tag. Abhängig vom

Schweregrad kann die Dosis auf 40 mg/kg pro Tag erhöht werden. Die Dauer der Behandlung

beträgt üblicherweise 7 Tage.

Bei bakterieller Vaginose bei Heranwachsenden beträgt die Dosis zweimal täglich 400 mg über

5 bis 7 Tage oder 2 g als Einmalgabe.

Bei urogenitaler Trichomoniasis erhalten Heranwachsende 2 g als Einmalgabe oder zweimal

täglich 400 mg über 5 bis 7 Tage.

Kinder unter 10 Jahren nehmen 40 mg/kg als Einmalgabe (max. 2 g) oder 7 Tage lang 15 mg bis

30 mg/kg pro Tag, aufgeteilt auf zwei bis drei Dosen täglich.

Bei Lambliasis (Giardiasis) werden Kinder über 10 Jahre mit 2 g einmal pro Tag über 3 Tage

oder mit 400 mg dreimal täglich über 5 Tage behandelt.

Kinder von 7 bis 10 Jahre: 1 g einmal täglich über 3 Tage.

Kinder von 3 bis 7 Jahre: 600 mg bis 800 mg einmal täglich über 3 Tage.

Kinder von 1 bis 3 Jahre: 500 mg einmal täglich über 3 Tage.

Alternativ erhalten Kinder unter 10 Jahren 15 mg bis 40 mg/kg pro Tag über 3 Tage, aufgeteilt

auf zwei bis drei Dosen täglich.

Bei Amöbiasis erhalten Kinder über 10 Jahre 400 mg bis 800 mg dreimal täglich über 5 bis 10

Tage.

Kinder unter 10 Jahre erhalten 35 mg bis 50 mg/kg pro Tag, aufgeteilt auf drei Dosen täglich,

über 5 bis 10 Tage (max. 2,4 g/Tag).

Im Rahmen einer Kombinationstherapie zur Eradikation von Helicobacter pylori bei Kindern

werden 20 mg/kg pro Tag (max. zweimal 500 mg/Tag) über 7 bis 14 Tage angewendet. Vor

Behandlungsbeginn sind die offiziellen Therapieempfehlungen zu beachten.

Zur perioperativen Prophylaxe bei Kindern bis 11 Jahre werden einmalig 20 mg bis 30 mg/kg

ein bis zwei Stunden vor dem Eingriff gegeben.

Für Kinder unter 6 Jahren sind Darreichungsformen wie Tabletten, die unzerkaut eingenommen

werden müssen, nicht geeignet.

Art und Dauer der Anwendung

Die Tabletten werden unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit während der Mahlzeiten oder

danach geschluckt.

Die Dauer der Anwendung ist abhängig von der jeweiligen Erkrankung (siehe oben).

Warnhinweis:

Die Behandlung mit Metronidazol oder einem anderen Nitroimidazol darf in der Regel 10 Tage

nicht überschreiten. Diese Frist darf nur in Einzelfällen bei besonders strenger

Indikationsstellung überschritten werden. Die Behandlung sollte möglichst selten wiederholt

werden. Die Begrenzung der Therapiedauer ist erforderlich, weil sich eine Schädigung

menschlicher Keimzellen nicht ausschließen lässt und weil in tierexperimentellen Studien eine

Zunahme von bestimmten Tumoren gesehen wurde.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, andere 5-Nitroimidazole oder einen der sonstigen

Bestandteile. Eine Ausnahme besteht, wenn eine lebensbedrohliche Infektion vorliegt und

andere Arzneimittel wirkungslos sind.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Bei Patienten mit schweren Leberschäden, Störungen der Blutbildung sowie Erkrankungen des

Zentral- oder peripheren Nervensystems ist vor Therapie mit Metronidazol eine sorgfältige

Nutzen-Risiko-Abwägung nötig.

Da Metronidazol die Anzahl der Leukozyten sowie der Thrombozyten beeinflussen kann

(siehe Abschnitt 4.8), sollten bei Patienten, die Metronidazol über längere Zeit erhalten,

regelmäßig Blutbildkontrollen durchgeführt werden.

Bei schweren und anhaltenden Durchfällen ist an eine pseudomembranöse Kolitis zu denken,

die lebensbedrohlich sein kann (siehe Abschnitt 4.8).

In diesen Fällen ist eine Beendigung der Therapie mit Metronidazol in Abhängigkeit von der

Indikation zu erwägen und ggf. sofort eine angemessene Behandlung einzuleiten.

Arzneimittel, die die Peristaltik hemmen, dürfen nicht eingenommen werden.

Beim Auftreten schwerer akuter Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B. Anaphylaxis) (siehe

Abschnitt 4.8) muss die Behandlung mit Metronidazol sofort abgebrochen werden und die

üblichen entsprechenden Notfallmaßnahmen eingeleitet werden.

Bei Trichomoniasis ist eine Untersuchung und ggf. synchrone Behandlung der/des

Sexualpartner/s angezeigt. Geschlechtsverkehr sollte während der Therapie unterbleiben.

Fälle mit schwerer Hepatoxizität/akutem Leberversagen einschließlich Fälle mit tödlichem

Ausgang und einem sehr schnellen Einsetzen nach der Behandlungseinleitung bei Patienten mit

Cockayne-Syndrom wurden bei Arzneimitteln beobachtet, die Metronidazol für die systemische

Anwendung enthalten. Bei dieser Population sollte Metronidazol daher nach einer sorgfältigen

Risiko-Nutzen-Analyse und nur dann verwendet werden, falls keine alternative Behandlung zur

Verfügung steht. Vor dem Therapiebeginn sowie während und im Anschluss an die Behandlung

müssen Leberfunktionstests durchgeführt werden, bis sich die Leberfunktion wieder im

normalen Bereich befindet bzw. bis die Ausgangswerte wieder erreicht sind. Falls die

Leberwerte während der Behandlung deutlich erhöht sind, sollte das Arzneimittel abgesetzt

werden.

Patienten mit dem Cockayne-Syndrom sollten angewiesen werden, Symptome für eine

potenzielle Leberschädigung unverzüglich ihrem Arzt zu melden und die Einnahme von

Metronidazol zu beenden.

Die Tabletten enthalten Lactose. Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz,

Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten

Metronidazol-ratiopharm

®

400 mg Tabletten

nicht einnehmen.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Der Genuss von Alkohol ist zu vermeiden, da sonst Unverträglichkeitserscheinungen auftreten

können, wie z. B. Hautrötungen im Bereich des Kopfes und Nackens sowie Übelkeit,

Erbrechen, Kopfschmerzen und Schwindel (Disulfiram-ähnliche Wirkung).

Die gleichzeitige Gabe von Disulfiram kann zu Psychosen und Verwirrtheitszuständen führen.

Patienten, die mit Antikoagulantien vom Warfarin-Typ behandelt werden, müssen ggf. neu

eingestellt werden, weil durch Metronidazol die Hemmung der Blutgerinnung verstärkt wird.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Lithium ist Vorsicht geboten, weil ein Anstieg der

Lithiumkonzentration im Serum beobachtet wurde.

Eine Wirkungsverminderung von Metronidazol tritt bei Gabe von Barbituraten und Phenytoin

ein.

Cimetidin kann in Einzelfällen die Elimination von Metronidazol beeinträchtigen und dadurch

zu erhöhten Metronidazol-Serumkonzentrationen führen.

Mäßige synergistische Wirkung von Metronidazol mit Antibiotika wie Tetracyclin, Spiramycin,

Clindamycin, Acylureido-Penicillinen und Rifampicin wurde festgestellt.

Nalidixinsäure und Metronidazol zeigen deutliche synergistische Beeinflussung.

Metronidazol kann bei einigen Analysenmethoden zur Bestimmung der GOT im Serum zu

verringerten Werten führen.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Die Sicherheit der Anwendung von Metronidazol in der Schwangerschaft ist nicht ausreichend

belegt. Insbesondere für die Frühschwangerschaft liegen widersprüchliche Berichte vor. Einige

Studien haben Hinweise auf eine erhöhte Fehlbildungsrate ergeben. Das Risiko möglicher

Spätfolgen, einschließlich des kanzerogenen Risikos, ist bisher nicht geklärt.

Im Falle einer uneingeschränkten Anwendung von Nitroimidazolen durch die Mutter besteht für

das Ungeborene bzw. das Neugeborene das Risiko einer Krebsauslösung oder

Erbgutschädigung. Gesicherte Hinweise für eine Schädigung des Embryos oder Feten gibt es

bislang nicht. In tierexperimentellen Studien zeigt Metronidazol keine teratogenen

Eigenschaften.

Metronidazol sollte im 1. Schwangerschaftsdrittel nur bei lebensbedrohlichen Infektionen

eingesetzt werden. Im 2. und 3. Drittel der Schwangerschaft kann Metronidazol auch bei

anderen Indikationen eingesetzt werden, allerdings nur nach strenger Indikationsstellung und

sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung. So weit wie möglich sollte während der

Schwangerschaft die lokale Darreichungsform angewandt werden.

Metronidazol geht in die Muttermilch über, wobei nach oraler Gabe zu 100 % des mütterlichern

Plasmawertes erreicht werden können. Während der Stillzeit sollte deshalb entweder das Stillen

unterbrochen oder das Medikament abgesetzt werden.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Metronidazol kann das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven

Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt wird. Dies gilt

in verstärktem Maße bei Behandlungsbeginn und im Zusammenwirken mit Alkohol.

4.8

Nebenwirkungen

sehr häufig

≥ 1/10

häufig

≥ 1/100 bis < 1/10

gelegentlich

≥ 1/1.000 bis < 1/100

selten

≥ 1/10.000 bis < 1/1.000

sehr selten

< 1/10.000

nicht bekannt

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Infektionen und parasitaere Erkrankungen

Gelegentlich:

Sprosspilzinfektionen (z. B. Candida) im Genitalbereich.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Gelegentlich:

Leukopenie und Granulozytopenie.

Sehr selten:

Agranulozytose und Thrombozytopenie.

Erkrankungen des Immunsystems

Gelegentlich:

Hautausschlag, Juckreiz, Urtikaria, Arzneimittelfieber, anaphylaktische Reaktionen.

Sehr selten:

Anaphylaktischer Schock.

Psychiatrische Erkrankungen

Gelegentlich:

Schläfrigkeit, Schlaflosigkeit, Verwirrtheitszustände, Erregbarkeit, Depression.

Erkrankungen des Nervensystems

Gelegentlich:

Kopfschmerzen, Schwindel, Ataxie, Krampfanfälle und periphere Neuropathien (äußern sich

durch Taubheitsgefühl, Pelzigsein oder Kribbeln in den Extremitäten).

Sehr selten:

Speziell bei länger andauernder Therapie mit hohen Dosen sind im MRT feststellbare reversible

Hirnläsionen mit Symptomen wie Dysarthrie, Gangstörungen, Enzephalopathie, Ataxie,

Sehstörungen, Neuropathie beobachtet worden.

Augenerkrankungen

Gelegentlich:

Sehstörungen

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig:

Metallischer Geschmack, bitteres Aufstoßen, Zungenbelag, Glossitis, Stomatitis,

Magendrücken, Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Durchfall.

Sehr selten:

Pankreatitis, pseudomembranöse Enterokolitis (siehe Abschnitt 4.4).

Leber- und Gallenerkrankungen

Gelegentlich:

Leberfunktionsstörungen (z. B. Erhöhung von Transaminasen und Bilirubin im Serum).

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Häufig:

Chromurie (Dunkelfärbung des Urins, bedingt durch ein Stoffwechselprodukt des

Metronidazols, ohne Krankheitswert).

Gelegentlich:

Dysurie, Cystitis, Harninkontinenz

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Gelegentlich:

Fieber, Schwächegefühl

Art und Schweregrad von Nebenwirkungen sind bei Kindern und Erwachsenen gleich.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer

Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses

des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall

einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt.

Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de

anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Nach Einmaldosen von bis zu 15 g Metronidazol in suizidaler Absicht wurden Übelkeit,

Erbrechen, Hyperreflexie, Ataxie, Tachykardie, Atemnot und Desorientierung beobachtet.

Todesfälle sind nicht beschrieben.

Ein spezifisches Antidot ist nicht bekannt. Bei symptomatischer Therapie ist mit vollständiger

Rückbildung der Beschwerden nach wenigen Tagen zu rechnen.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antibiotika zur systemischen Anwendung, andere Antibiotika,

Imidazol-Derivate

ATC-Code: J01XD01

Wirkungsweise

Metronidazol selbst ist antimikrobiell unwirksam. Es stellt die stabile und penetrationsfähige

Ausgangsverbindung dar, aus der unter anaeroben Bedingungen durch die mikrobielle Pyruvat-

Ferredoxin-Oxidoreduktase unter Oxidation von Ferredoxin und Flavodoxin Nitroso-Radikale

gebildet werden, die an der DNS angreifen. Nitroso-Radikale bilden Addukte mit Basenpaaren

in der DNS, wodurch es zu DNS-Strangbrüchen und nachfolgend zum Zelltod kommt.

Beziehung zwischen Pharmakokinetik und Pharmakodynamik

Die Wirksamkeit hängt im Wesentlichen von dem Quotienten aus maximaler

Serumkonzentration (Cmax) und minimaler Hemmkonzentration (MHK) des Erregers ab.

Resistenzmechanismen

Die Resistenzmechanismen gegen Metronidazol bei anaeroben Bakterien sind erst teilweise

aufgeklärt:

Metronidazol-resistente

Bacteroides

-Stämme besitzen Resistenz-Determinanten, die

Nitroimidazol-Reduktasen kodieren, die Nitroimidazole in Aminoimidazole

umwandeln, wodurch die Bildung der für die antibakterielle Wirkung verantwortlichen

Nitroso-Radikale verhindert wird.

Die Metronidazol-Resistenz bei

Helicobacter pylori

beruht auf Mutationen in einem

Gen, das für die NADPH-Nitroreduktase kodiert. Diese Mutationen bewirken einen

Austausch von Aminosäuren und damit einen Funktionsverlust des Enzyms. Somit

unterbleibt der Aktivierungsschritt vom Metronidazol zum reaktiven Nitroso-Radikal.

Es besteht zwischen Metronidazol und den anderen Nitroimidazolderivaten (Tinidazol,

Ornidazol, Nimorazol) vollständige Kreuzresistenz.

Grenzwerte

Die Testung von Metronidazol erfolgt unter Benutzung der üblichen Verdünnungsreihe.

Folgende minimale Hemmkonzentrationen für sensible und resistente Keime wurden festgelegt:

EUCAST (European Committee on Antimicrobial Susceptibility Testing) Grenzwerte

Erreger

Sensibel

Resistent

Clostridium difficile

2 mg/l

> 2 mg/l

Andere Gram-positive Anaerobier

4 mg/l

> 4 mg/l

Helicobacter pylori

8 mg/l

> 8 mg/l

Gram-negative Anaerobier

4 mg/l

> 4 mg/l

Prävalenz der erworbenen Resistenz in Deutschland

Die Prävalenz der erworbenen Resistenz einzelner Spezies kann örtlich und im Verlauf der Zeit

variieren. Deshalb sind – insbesondere für die adäquate Behandlung schwerer Infektionen –

lokale Informationen über die Resistenzsituation erforderlich. Falls auf Grund der lokalen

Resistenzsituation die Wirksamkeit von Metronidazol in Frage gestellt ist, sollte eine

Therapieberatung durch Experten angestrebt werden. Insbesondere bei schwerwiegenden

Infektionen oder bei Therapieversagen ist eine mikrobiologische Diagnose mit dem Nachweis

des Erregers und dessen Empfindlichkeit gegenüber Metronidazol anzustreben.

Prävalenz der erworbenen Resistenz in Deutschland auf der Basis von Daten der letzten 5 Jahre

aus nationalen Resistenzüberwachungsprojekten und –studien (Stand: Januar 2016):

Üblicherweise empfindliche Spezies

Anaerobe Mikroorganismen

Bacteroides

fragilis

Clostridium difficile

Clostridium perfringens°

Fusobacterium

spp.°

Peptoniphilus

spp.°

Peptostreptococcus

spp.°

Porphyromonas

spp.°

Prevotella

spp.°

Veillonella

spp.°

Andere Mikroorganismen

Entamoeba histolytica°

Gardnerella vaginalis°

Giardia lamblia°

Trichomonas vaginalis°

Spezies, bei denen erworbene Resistenzen ein Problem bei der Anwendung darstellen

können

Aerobe Gram-negative Mikroorganismen

Helicobacter pylori

Von Natur aus resistente Spezies

Alle obligat aeroben Bakterien

Gram-positive Mikroorganismen

Enterococcus

.

Staphylococcus

.

Streptococcus

spp.

Gram-negative Mikroorganismen

Enterobacteriaceae

Haemophilus

spp.

° Bei Veröffentlichung der Tabellen lagen keine aktuellen Daten vor. In der Primärliteratur,

Standardwerken und Therapieempfehlungen wird von einer Empfindlichkeit ausgegangen.

Nur bei Penicillin-Allergie

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Nach oraler Applikation wird Metronidazol rasch und nahezu vollständig resorbiert mit

maximalen Serumspiegeln nach 1-2 h. Bei rektaler Applikation stehen ca. 80 % der Substanz

systemisch zur Verfügung, wobei das Maximum im Serum nach ca. 4 h erreicht wird. Nach

vaginaler Applikation können nur ca. 20 % im Serum gefunden werden, wobei das Maximum

hier noch später, nach 8-24 h, erreicht wird. Die Serumhalbwertszeit beträgt ca. 8 (6-10) h. Im

menschlichen Organismus werden verschiedene Metaboliten gebildet. Hauptmetaboliten sind

der Hydroxymetabolit (1-[2-Hydroxyethyl]-2-hydroxymethyl-5-nitroimidazol) und der „saure“

Metabolit (2-Methyl-5-nitroimidazol-1-yl-essigsäure).

Ca. 80 % der Substanz werden über die Nieren ausgeschieden, wobei der nicht metabolisierte

Anteil weniger als 10 % ausmacht. Geringe Mengen (ca. 6 %) werden auch über die Leber

ausgeschieden. Niereninsuffizienz verlängert die Ausscheidung nur unwesentlich. Bei schwerer

Leberinsuffizienz ist mit einer verzögerten Elimination zu rechnen. Die Halbwertszeit kann bei

Patienten mit stark eingeschränkter Leberfunktion bis auf 30 h verlängert sein. Die

Proteinbindung liegt unter 20 %. Das scheinbare Verteilungsvolumen beträgt etwa 36 l.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Akute Toxizität

Die akute Toxizität ist an Mäusen bei 2 Applikationsarten geprüft worden. Die LD

-Werte

betragen bei oraler Zufuhr 3800 mg/kg KG, bei intraperitonealer Zufuhr 3950 mg/kg KG. Die

akute Toxizität ist danach sehr gering.

Akute Vergiftungen beim Menschen sind nicht bekannt geworden. Der toxische Blutspiegel

wird mit 200 µg/ml angegeben, das ist 10fach höher als bei bestimmungsgemäßer oraler

Therapie.

Chronische/Subchronische Toxizität

In Studien zur chronischen Toxizität konnten bei Gabe von Metronidazol über 26-80 Wochen

bei Ratten keine Nebenwirkungen festgestellt werden. Erst bei Dosen von 300-600 mg/kg

KG/Tag traten Testisdystrophien und Prostataatrophien auf. Toxische Effekte bei Hunden bei

Gabe von 75 mg/kg KG/Tag äußerten sich in Form von Ataxien und Tremor. Bei

Untersuchungen an Affen zeigte sich nach einer einjährigen Gabe von 45, 100 bzw. 225 mg/kg

KG/Tag eine dosisabhängige Zunahme von Leberzelldegenerationen.

Als niedrigste toxische Dosis bei 8 Wochen langer kontinuierlicher, oraler Zufuhr bei Menschen

wurden 18 mg/kg KG/Tag angegeben. Insgesamt seltene Nebenwirkungen sind cholestatische

Hepatose und periphere Neuropathien.

Mutagenes und tumorerzeugendes Potenzial

Tierexperimente an verschiedenen Nagern haben gezeigt, dass es sich bei Metronidazol um

einen Stoff mit schwach ausgeprägtem tumorerzeugenden Potenzial handelt. Wenn auch

Verlaufsbeobachtungen beim Menschen keinen Beweis dafür erbracht haben, dass die

Verabreichung von Metronidazol zu einem erhöhten Tumorrisiko führt, bleibt doch das

theoretische Risiko durch den Reduktionsmetaboliten, der durch die Bakterienflora gebildet

wird und in sehr geringen Mengen im Urin nachweisbar ist.

Metronidazol zeigte in einer Reihe von Tests an Bakterien mit verschiedenen

Aktivierungssystemen deutliche mutagene Wirkungen. Eine Anzahl weiterer In-vitro- und In-

vivo-Tests verlief negativ. In Lymphozyten von Patienten wurden nach längerer Therapie mit

Metronidazol erhöhte Quoten an Chromosomenmutationen gefunden.

Reproduktionstoxizität

Tierversuche haben bei Ratten bis zu Dosen von 200 mg/kg KG und bei Kaninchen bis zu

150 mg/kg KG/Tag keine teratogenen Effekte oder andere embryotoxische Wirkungen ergeben.

Metronidazol besitzt eine gute Gewebegängigkeit, so dass die Plazenta keine Schranke darstellt.

Auch der Gehalt in der Muttermilch ist hoch (mehr als 50 % des Serumwertes).

Die Sicherheit einer Anwendung von Metronidazol in der Schwangerschaft ist nicht ausreichend

belegt. Insbesondere für die Frühschwangerschaft liegen widersprüchliche Berichte vor. Einige

Studien haben Hinweise auf eine erhöhte Fehlbildungsrate ergeben. Das Risiko möglicher

Spätfolgen, einschließlich des kanzerogenen Risikos, ist bisher nicht geklärt.

Im Falle einer uneingeschränkten Anwendung von Nitroimidazolen durch die Mutter besteht für

das Ungeborene bzw. Neugeborene das Risiko einer Krebsauslösung oder Erbgutschädigung.

Gesicherte Hinweise für eine Schädigung des Embryos oder Feten gibt es bislang nicht.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Lactose-Monohydrat, Mikrokristalline Cellulose, Maisquellstärke, Povidon K 30, Crospovidon,

Macrogol 6000, Hochdisperses Siliciumdioxid, Magnesiumstearat (Ph.Eur.), Cellulosepulver.

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend

6.3

Dauer der Haltbarkeit

4 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Packung mit 14 und 20 Tabletten:

Nicht über 30 °C lagern.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Packung mit 14 Tabletten

Packung mit 20 Tabletten

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur

Handhabung

Keine besonderen Anforderungen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

ratiopharm GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm

8.

ZULASSUNGSNUMMER

40871.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 15.01.1998

Datum der Verlängerung der Zulassung: 29.06.2006

10.

STAND DER INFORMATION

Mai 2018

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

Ähnliche Produkte

Suchen Sie nach Benachrichtigungen zu diesem Produkt

Teilen Sie diese Informationen