Metoprololsuccinat AL 95 mg Retardtabletten

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Metoprololsuccinat (Ph.Eur.)
Verfügbar ab:
ALIUD PHARMA GmbH
ATC-Code:
C07AB02
INN (Internationale Bezeichnung):
Metoprolol succinate (Ph.Eur.)
Darreichungsform:
Retardtablette
Zusammensetzung:
Metoprololsuccinat (Ph.Eur.) 95.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
76462.00.00

GEBRAUCHSINFORMATION: Information für Anwender

Metoprololsuccinat AL 95 mg Retardtabletten

Wirkstoff: Metoprololsuccinat

Lesen Sie die gesamte Gebrauchsinformation sorgfältig durch, bevor Sie mit der

Einnahme dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Gebrauchsinformation auf. Vielleicht möchten Sie diese später

nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder

Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an

Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen

Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder

Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Gebrauchsinformation angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Gebrauchsinformation steht

1. Was ist Metoprololsuccinat AL und wofür wird es angewendet?

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Metoprololsuccinat AL beachten?

3. Wie ist Metoprololsuccinat AL einzunehmen?

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

5. Wie ist Metoprololsuccinat AL aufzubewahren?

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Metoprololsuccinat AL und wofür wird es angewendet?

Metoprololsuccinat, der Wirkstoff von Metoprololsuccinat AL, gehört in die

Arzneimittelgruppe der Betablocker (selektive Beta-Rezeptorenblocker), die

vorrangig am Herzen wirken. Dieses Arzneimittel beeinflusst die Antwort des

Körpers auf bestimmte Nervenimpulse, vor allem am Herzen. Dadurch wird der

Blutdruck gesenkt und die Herzleistung verbessert.

Metoprololsuccinat AL wird angewendet

bei Bluthochdruck.

bei Durchblutungsstörungen in den Herzkranzgefäßen (koronare

Herzerkrankung, Angina pectoris).

bei schnellen Formen der Herzrhythmusstörungen (tachykarde

Arrhythmien), insbesondere, wenn diese von den Vorhöfen ausgehen

(supraventrikuläre Tachykardie).

zur Vorbeugung eines weiteren Herzinfarktes nach bereits erlittenem

Herzinfarkt (Erhaltungstherapie).

bei funktionellen Herz-Kreislauf-Beschwerden.

zur vorbeugenden Behandlung der Migräne.

bei einer leichten bis mittelschweren stabilen chronischen

Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz; mit eingeschränkter Funktion der

linken Herzkammer) zusätzlich zur üblichen Standardtherapie.

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Metoprololsuccinat AL

beachten?

Metoprololsuccinat AL darf NICHT eingenommen werden

wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Metoprololsuccinat, andere

Beta-Rezeptorenblocker oder einen der sonstigen Bestandteile von

Metoprololsuccinat AL sind.

wenn bestimmte Herzrhythmusstörungen vorliegen (AV-Block II. und III.

Grades, höhergradiger SA-Block).

wenn bei Ihnen eine verlangsamte Herzschlagfolge vorliegt (Puls < 50

Schläge/Minute).

wenn Sie an einer Fehlfunktion des Sinusknoten im Herzen (Sick-Sinus-

Syndrom) leiden.

wenn Sie ein hauptsächlich durch Versagen der Herzfunktion bedingtes

Kreislaufversagen erlitten haben.

wenn Sie an schweren Durchblutungsstörungen der Arme und/oder der

Beine leiden.

wenn Sie unter einem krankhaft niedrigen Blutdruck leiden, d.h. wenn der

systolische (der obere) Wert kleiner als 90 mmHg ist.

wenn Sie an einem unbehandelten hormonproduzierenden Tumor des

Nebennierenmarks (Phäochromozytom) leiden.

wenn Sie eine stoffwechselbedingte Übersäuerung des Blutes aufweisen.

wenn Sie unter einer schweren Form von Asthma bronchiale oder einer

chronischen, die Bronchien verengenden Lungenkrankheit leiden.

wenn Sie gleichzeitig mit MAO-Hemmstoffen (Arzneimittel gegen

Depressionen; Ausnahme MAO-B-Hemmstoffe) behandelt werden.

wenn Verdacht auf einen Herzinfarkt besteht und der Puls unter 45

Schlägen/Minute liegt, der obere Blutdruckwert <100 mmHg ist und gewisse

Formen der Herzrhythmusstörungen vorliegen.

Patienten mit chronischer Herzmuskelschwäche dürfen Metoprololsuccinat AL

nicht einnehmen:

wenn sie an einer instabilen, dekompensierten Herzinsuffizienz leiden (die

sich in Form von Flüssigkeitsansammlungen in der Lunge, schlechten

Kreislaufverhältnissen oder niedrigem Blutdruck äußern kann), es sei denn,

diese Erkrankung ist durch eine medikamentöse Behandlung stabil

eingestellt.

wenn sie kontinuierlich oder zeitweise Arzneimittel erhalten, die die

Pumpfähigkeit des Herzens erhöhen (z.B. Dobutamin).

wenn ihr systolischer Blutdruck (oberer Wert) konstant unter 100 mmHg

liegt.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Wenn Sie eines oder mehrere der nachfolgenden Anzeichen aufweisen oder

während der Therapie entwickeln, informieren Sie unbedingt Ihren Arzt:

wenn Sie an Asthma bronchiale leiden: Metoprolol kann die Beschwerden

bei Asthma bronchiale verschlimmern. Die Wirkung von bestimmten

Arzneimitteln zur Behandlung von Asthma bronchiale kann beeinflusst

werden. Bei einer schweren Form von Asthma bronchiale darf

Metoprololsuccinat AL nicht eingenommen werden.

wenn Sie an der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) leiden: Metoprolol kann

die Symptome eines erniedrigten Blutzuckers verschleiern. Hier sind

regelmäßige Blutzuckerkontrollen erforderlich.

wenn Sie eine schwach ausgeprägte Form einer bestimmten

Herzrhythmusstörung (AV-Block I. Grades) haben.

wenn Sie an einer bestimmten Form von Schmerzen in der Brust (Angina),

der sogenannten Prinzmetal-Angina, leiden.

wenn Sie an leichten oder mittelschweren Durchblutungsstörungen in

Armen/Beinen leiden.

wenn Sie an einem hormonproduzierenden Tumor des Nebennierenmarks

(Phäochromozytom) leiden, da dieser zuvor und begleitend mit einem

Alpha-Rezeptorenblocker behandelt werden sollte.

wenn Sie eine Schilddrüsenüberfunktion aufweisen.

wenn Sie operiert werden: Vor einer Operation sollten Sie den Narkosearzt

über die Einnahme von Metoprololsuccinat AL informieren.

wenn Sie an einer Schuppenflechte leiden.

wenn Sie zu allergischen Reaktionen neigen. Metoprolol kann sowohl die

Empfindlichkeit gegenüber allergieauslösenden Stoffen (Allergenen) als

auch die Schwere akuter allergischer Allgemeinreaktionen erhöhen.

Auswirkungen bei Fehlgebrauch zu Dopingzwecken

Die Anwendung von Metoprololsuccinat AL kann bei Dopingkontrollen zu

positiven Ergebnissen führen.

Die gesundheitlichen Folgen der

Anwendung von

Metoprololsuccinat AL

als Dopingmittel können nicht abgesehen werden,

schwerwiegende Gesundheitsgefährdungen sind nicht auszuschließen.

Anwendung von Metoprololsuccinat AL zusammen mit anderen

Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker wenn Sie andere Arzneimittel

anwenden, kürzlich andere Arzneimittel angewendet haben oder beabsichtigen

andere Arzneimittel anzuwenden.

Bei einer gleichzeitigen Anwendung von folgenden Arzneimitteln mit

Metoprololsuccinat AL ist eine sorgfältige ärztliche Überwachung angezeigt:

Arzneimittel zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen wie z.B.

Calciumantagonisten vom Verapamil- bzw. Diltiazemtyp oder Klasse-I-

Antiarrhythmika (wie z.B. Disopyramid). Calciumantagonisten vom

Verapamiltyp dürfen Ihnen nicht intravenös gegeben werden (Ausnahme:

Intensivmedizin).

Andere Beta-Rezeptorenblocker (z.B. Augentropfen, die den Wirkstoff

Timolol enthalten).

Weitere Wechselwirkungen:

Narkosemittel zur Inhalation verstärken die pulsverlangsamende Wirkung

von Metoprolol.

Metoprolol kann die Wirkung von gleichzeitig angewendeten

blutdrucksenkenden Arzneimitteln (z.B. Reserpin, Alpha-Methyldopa,

Clonidin, Guanfacin und Herzglykosiden) verstärken. Hier kann es z.B. zu

einer starken Pulsverlangsamung kommen.

Folgende Stoffe können die Konzentration von Metoprolol im Blut steigern und

somit die Wirkung von Metoprololsuccinat AL verstärken:

Alkohol.

Arzneimittel gegen zuviel Magensäure wie Cimetidin.

Blutdruckmittel wie Hydralazin.

Gewisse Arzneimittel gegen Depressionen wie Paroxetin, Fluoxetin und

Sertralin.

Arzneimittel gegen Schlaflosigkeit wie Diphenhydramin.

Manche Arzneistoffe zur Behandlung von Gelenkerkrankungen wie

Hydroxychloroquin und Celecoxib.

Manche Arzneimittel gegen Pilzerkrankungen (Terbinafin).

Neuroleptika (z.B. Chlorpromazin, Triflupromazin, Chlorprothixen).

Manche Arzneimittel gegen Herzrhythmusstörungen wie Amiodaron,

Chinidin und möglicherweise Propafenon.

Wenn Sie gleichzeitig entzündungshemmende Arzneimittel (z.B. Indometacin

oder andere Hemmer der Prostaglandinsynthese) anwenden, kann die

blutdrucksenkende Wirkung von Beta-Rezeptorenblockern vermindert sein.

Rifampicin (ein Antibiotikum zur Behandlung von z.B. Tuberkulose) vermindert

die blutdrucksenkende Wirkung von Metoprolol.

Beta-Rezeptorenblocker können die Freisetzung von Insulin bei Typ II

Diabetikern hemmen. Sie sollten Ihren Blutzuckerspiegel regelmäßig

kontrollieren. Ihr Arzt wird Ihre blutzuckersenkende Therapie (Insulin und orale

Antidiabetika) gegebenenfalls anpassen.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Metoprololsuccinat AL und Noradrenalin oder

Adrenalin (im Körper natürlich vorkommende Botenstoffe, die anregend auf das

Herz-Kreislaufsystem wirken und somit den Blutdruck steigern) oder anderen

ähnlich wirkenden Arzneimitteln, kann der Blutdruck erheblich ansteigen.

Die Wirkung von Adrenalin bei der Behandlung von

Überempfindlichkeitsreaktionen kann beeinträchtigt werden.

Die Ausscheidung anderer Arzneimittel kann durch Metoprolol vermindert

werden (z.B. Lidocain, ein lokal eingesetztes Betäubungsmittel).

Wenn bei Ihnen eine gleichzeitige Behandlung mit Clonidin (ein Mittel zur

Behandlung von Bluthochdruck) beendet werden muss, sollte

Metoprololsuccinat AL einige Tage früher abgesetzt werden.

Einnahme von Metoprololsuccinat AL zusammen mit

Nahrungsmitteln, Getränken und Alkohol

Die dämpfenden Wirkungen von Metoprolol und Alkohol können sich

gegenseitig verstärken. Während der Anwendung von Metoprolol sollten Sie

deshalb möglichst keinen Alkohol trinken.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu

sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung

dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Schwangerschaft

Metoprolol darf nur bei strenger Indikationsstellung und nach einer sorgfältigen

Nutzen-Risiko-Abwägung des behandelnden Arztes angewendet werden. Es

gibt Hinweise darauf, dass Metoprolol die Durchblutung der Nachgeburt

(Plazenta) vermindert und so zu Wachstumsstörungen des Fetus führen kann.

Die Therapie mit Metoprolol sollte 48-72 Stunden vor dem errechneten

Geburtstermin beendet werden. Ist dies nicht möglich, muss das Neugeborene

48-72 Stunden nach der Entbindung sorgfältig ärztlich überwacht werden.

Stillzeit

Metoprolol wird in der Muttermilch angereichert.

Obwohl nach therapeutischen Dosierungen nicht mit Nebenwirkungen zu

rechnen ist, sollten gestillte Säuglinge auf Anzeichen einer Arzneimittelwirkung

überwacht werden.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Während der Behandlung mit Metoprololsuccinat AL können Schwindel und

Müdigkeit auftreten. Dadurch kann das Reaktionsvermögen soweit verändert

sein, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme im Straßenverkehr, zum

Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt

wird. Dies gilt in verstärktem Maße bei gleichzeitigem Alkoholgenuss sowie bei

einer Erhöhung der Dosis.

Metoprololsuccinat AL enthält Glucose und Sucrose

Bitte nehmen Sie Metoprololsuccinat AL erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt

ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit gegenüber

bestimmten Zuckern leiden.

3. Wie ist Metoprololsuccinat AL einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach der Anweisung des Arztes

ein. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht

ganz sicher sind.

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die empfohlene Dosis

Anwendungsgebiet

Übliche Dosis, jeweils

1-mal täglich

Wenn

nötig,

kann

die

tägliche Dosis wie folgt

erhöht werden

Bluthochdruck.

½ Retardtablette zu 95

maximale

Dosis

Retardtabletten zu 95 mg

oder

zusätzliche

Gabe

eines weiteren blutdruck-

senkenden Arzneimittels.

Durchblutungsstörungen

in den Herzkranzgefäßen

(koronare

Herzerkrankung,

Angina

pectoris).

½ bis 2 Retardtabletten

zu 95 mg.

maximale

Dosis

Retardtabletten zu 95 mg

oder

zusätzliche

Gabe

eines

weiteren

blutdrucksenkenden

Arzneimittels.

Schnelle

Formen

Herzrhythmusstörungen.

½ bis 2 Retardtabletten

zu 95 mg.

maximale

Dosis

Retardtabletten

95 mg.

Funktionelle

Herzkreis-

laufbeschwerden.

½ bis 2 Retardtabletten

zu 95 mg.

maximale

Dosis

Retardtabletten

95 mg.

Erhaltungstherapie

nach

Herzinfarkt.

1 bis 2 Retardtabletten

zu 95 mg.

maximale

Dosis

Retardtabletten

95 mg.

Vorbeugende

Behandlung der Migräne.

Retardtablette

95 mg.

maximale

Dosis

Retardtabletten

95 mg.

Behandlung

Herzmuskelschwäche

(Herzinsuffizienz)

NYHA-Klasse II.

behandelnde

Arzt

sollte

Erfahrung

Behandlung einer stabilen

symptomatischen

Herzmuskelschwäche

haben.

Anfangsdosis

Während der ersten 2

Wochen

1 Retardtablette

23,75 mg*.

Nach

jeder

Dosiserhöhung

sollte

Zustand

Patienten

sorgfältig

überwacht werden.

ab der 3. Woche:

Retardtablette

95 mg.

Die Dosis wird dann jede

Woche

maximal

Retardtabletten zu 95 mg

(entspr.

190 mg*

Metoprololsuccinat)

oder

höchsten

Patienten

vertragenen

Dosis verdoppelt.

190 mg*

Metoprololsuccinat

auch

empfohlene

Dosierung

für

eine

Langzeitbehandlung

Herzmuskelschwäche.

Behandlung

Herzmuskelschwäche

(Herzinsuffizienz)

NYHA-Klasse III.

Anfangsdosis

Während der 1. Woche

11,88 mg*

Metoprololsuccinat.

(entspricht

½ Retardtablette zu

23,75 mg).

Die Dosis kann während

der 2. Woche auf

½ Retardtablette

47,5 mg * erhöht werden.

* Hierfür stehen Retardtabletten mit geeigneter Wirkstoffstärke zur Verfügung.

Ältere Patienten über 80 Jahre

Es liegen nicht genügend Erfahrungen zur Anwendung von Metoprolol bei

Patienten über 80 Jahren vor. Die Dosissteigerung sollte bei diesen Patienten

daher mit besonderer Vorsicht erfolgen.

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Eine Dosisanpassung ist nicht erforderlich.

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Bei Patienten mit schwerwiegender Einschränkung der Leberfunktion, z.B.

Patienten mit einer künstlichen Venenverbindung zur Druckentlastung

(portokavaler Shunt), kann eine Dosisreduktion notwendig sein.

Kinder und Jugendliche

Es gibt wenig Therapieerfahrungen mit Metoprolol bei Kindern und

Jugendlichen.

Art der Anwendung

Die Retardtabletten sollten einmal täglich eingenommen werden, vorzugsweise

mit dem Frühstück. Die Retardtabletten sollten als Ganzes oder geteilt

geschluckt werden, dürfen jedoch nicht zerkaut oder zerkleinert werden. Sie

sollten mit Wasser genommen werden (mindestens ½ Glas).

Dauer der Anwendung

Die Dauer der Behandlung legt der behandelnde Arzt fest.

Wenn Sie eine größere Menge von Metoprololsuccinat AL

eingenommen haben, als Sie sollten

Wenden Sie sich sofort an Ihren Arzt oder einen Notarzt. Dieser kann

entsprechend der eingenommenen Tablettenmenge über die erforderlichen

Maßnahmen entscheiden. Halten Sie die Packung des Arzneimittels bereit,

damit der Arzt weiß, welchen Wirkstoff Sie eingenommen haben und die

entsprechenden Maßnahmen einleiten kann.

In Abhängigkeit vom Ausmaß der Überdosierung sind folgende Symptome

möglich: Schwerer Blutdruckabfall, niedriger Puls, Herzrhythmusstörungen,

Herzmuskelschwäche, Kreislaufversagen, Herzstillstand,

Verengung/Verkrampfung der Atemmuskulatur, Bewusstlosigkeit (bis zum

Koma), Übelkeit, Erbrechen und blau-rot gefärbte Haut und Schleimhäute

(Zyanose).

Bei gleichzeitigem Konsum von Alkohol oder gleichzeitiger Anwendung von

blutdrucksenkenden Arzneimitteln, Chinidin (ein Mittel gegen

Herzrhythmusstörungen) oder Barbituraten (Beruhigungsmittel) können die

Symptome verschlimmert werden.

Die ersten Anzeichen einer Überdosierung treten 20 Minuten bis 2 Stunden

nach der Einnahme des Arzneimittels auf.

Wenn Sie die Einnahme von Metoprololsuccinat AL vergessen

haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme

vergessen haben. Setzen Sie die Einnahme wie verordnet fort.

Wenn Sie die Einnahme von Metoprololsuccinat AL abbrechen

Falls Sie die Behandlung mit Metoprololsuccinat AL unterbrechen oder vorzeitig

beenden wollen, wenden Sie sich bitte an den behandelnden Arzt.

Die Behandlung mit Beta-Rezeptorenblockern darf nicht abrupt abgesetzt

werden. Wenn die Behandlung beendet werden soll, so sollte dies wann immer

möglich über einen Zeitraum von mindestens 2 Wochen ausschleichend

erfolgen, indem die Dosis schrittweise um die Hälfte reduziert wird, bis die

niedrigste Dosis von einer ½ Retardtablette 23,75 mg (entspr. 11,88 mg

Metoprololsuccinat) erreicht ist. Diese letzte Dosierung sollte vor der

vollständigen Beendigung der Behandlung mindestens 4 Tage angewendet

werden. Falls Sie Beschwerden haben, sollte die Dosis langsamer verringert

werden.

Ein abruptes Absetzen von Beta-Rezeptorenblockern kann zu einer

Verschlechterung der Herzinsuffizienz führen und das Risiko eines Herzinfarkts

und plötzlichen Herztodes erhöhen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden

Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die

aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder einen Notarzt, wenn Sie eines oder

mehrere der folgenden Anzeichen bemerken:

Herzschmerzen.

Atemnot.

Gelbfärbung der Haut und/oder der Augen (dies kann auf eine

Leberentzündung hinweisen).

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien

zugrunde gelegt:

Sehr häufig: mehr als 1 Behandelter von 10

Häufig:

1 bis 10 Behandelte von 100

Gelegentlich: 1 bis 10 Behandelte von 1000

Selten:

1 bis 10 Behandelte von 10 000

Sehr selten: weniger als 1 Behandelter von 10 000

nicht bekannt:

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht

abschätzbar

Sehr häufig:

Ausgeprägter Blutdruckabfall, auch beim Übergang vom Liegen zum

Stehen, sehr selten mit Bewusstlosigkeit.

Müdigkeit.

Häufig:

Verlangsamter Puls (Bradykardie), Gleichgewichtsstörungen (sehr selten mit

Bewusstlosigkeit), Herzklopfen (Palpitationen).

Schwindel, Kopfschmerzen.

Atemnot bei Anstrengung.

Übelkeit, Bauchschmerzen, Durchfall, Verstopfung.

Kalte Hände und Füße.

Gelegentlich:

Vorübergehende Verschlechterung der Beschwerden der

Herzmuskelschwäche, eine bestimmte Form der Herzrhythmusstörungen

(AV-Block 1. Grades), Schmerzen in der Herzgegend.

Missempfindungen wie Kribbeln oder Ameisenlaufen (Parästhesien).

Atemwegsverkrampfungen.

Erbrechen.

Hautveränderungen, schuppenflechtenartige Hautausschläge.

Vermehrtes Schwitzen.

Muskelkrämpfe.

Gewichtszunahme.

Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme).

Depression, Konzentrationsstörungen, Benommenheit oder Schlaflosigkeit,

Alpträume.

Selten:

Funktionelle Herzbeschwerden wie Herzstolpern oder Herzjagen, bestimmte

Herzrhythmusstörungen (Überleitungsstörungen).

Sehstörungen, trockene oder gereizte Augen, Bindehautentzündung.

Schnupfen.

Mundtrockenheit.

Haarausfall.

Verschlimmerung einer Zuckerkrankheit, die vorher ohne die typischen

Merkmale einherging (latenter Diabetes mellitus).

Abweichende Werte bei Leberfunktionstests.

Impotenz und andere Sexualstörungen, bindegewebige Verhärtung der

Schwellkörper des Penis (Induratio penis plastica).

Nervosität, Ängstlichkeit.

Sehr selten:

Verminderung der Blutplättchen (Thrombozytopenie), Verminderung der

weißen Blutkörperchen (Leukopenie).

Ohrgeräusche (Tinnitus), Hörstörungen.

Geschmacksstörungen.

Lichtempfindlichkeit, Verschlimmerung einer Schuppenflechte (Psoriasis),

Neuauftreten einer Schuppenflechte,

Gelenkschmerzen, Muskelschwäche.

Absterben von Gewebe (Nekrose) bei Patienten mit schweren

Durchblutungsstörungen in Armen und/oder Beinen vor der Behandlung,

Verstärkung der Beschwerden bei Patienten mit zeitweiligem Hinken

(Claudicatio intermittens) oder mit Gefäßkrämpfen im Bereich der Zehen

und Finger (Raynaud-Syndrom).

Leberentzündung.

Vergesslichkeit oder Gedächtnisstörungen, Verwirrtheit, Halluzinationen,

Persönlichkeitsveränderungen (z.B. Veränderung der Stimmung).

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder

Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Gebrauchsinformation angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch

direkt anzeigen:

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: http://www.bfarm.de

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr

Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt

werden.

5. Wie ist Metoprololsuccinat AL aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und der

Blisterpackung nach "Verwendbar bis" angegebenen Verfallsdatum nicht mehr

verwenden. Das Verfallsdatum bezieht sich auf den letzten Tag des

angegebenen Monats.

Nicht über + 25 ºC lagern.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie

Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr

verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6. Weitere Informationen

Was Metoprololsuccinat AL enthält

Der Wirkstoff ist Metoprololsuccinat.

1 Retardtablette enthält 95 mg Metoprololsuccinat (entspr. 100 mg

Metoprololtartrat).

Die sonstigen Bestandteile sind:

Tablettenkern: Mikrokristalline Cellulose, Macrogol 6000, Magnesiumstearat

(Ph.Eur.) [pflanzlich], Polyacrylat-Dispersion 30%, Povidon K 90,

Hochdisperses Siliciumdioxid, Talkum, Zucker-Stärke-Pellets ( bestehend aus

Maisstärke, Sucrose und D-Glucose).

Filmüberzug: Hypromellose, Macrogol 6000, Talkum, Titandioxid (E 171).

Wie Metoprololsuccinat AL aussieht und Inhalt der Packung

Weiße, längliche, beidseitig gewölbte Retardtablette mit einer Bruchrille auf

beiden Seiten. Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

Metoprololsuccinat AL ist in Packungen mit 30, 50 und 100 Retardtabletten

erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer

ALIUD PHARMA® GmbH

Gottlieb-Daimler-Straße 19

D-89150 Laichingen

info@aliud.de

Hersteller

STADA Arzneimittel AG, Stadastraße 2–18, 61118 Bad Vilbel

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt überarbeitet im Januar 2014.

Fachinformation (Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels/SPC)

1. Bezeichnung des Arzneimittels

Metoprololsuccinat AL 47,5 mg Retardtabletten

Metoprololsuccinat AL 95 mg Retardtabletten

Metoprololsuccinat AL 190 mg Retardtabletten

2. Qualitative und quantitative Zusammensetzung

Metoprololsuccinat AL 47,5 mg Retardtabletten

1 Retardtablette enthält 47,5 mg Metoprololsuccinat (entspr. 50 mg

Metoprololtartrat).

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung: u.a. D-Glucose und maximal

3,68 mg Sucrose.

Metoprololsuccinat AL 95 mg Retardtabletten

1 Retardtablette enthält 95 mg Metoprololsuccinat (entspr. 100 mg

Metoprololtartrat).

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung: u.a. D-Glucose und maximal 7,36

mg Sucrose.

Metoprololsuccinat AL 190 mg Retardtabletten

1 Retardtablette enthält 190 mg Metoprololsuccinat (entspr. 200 mg

Metoprololtartrat)

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung: u.a. D-Glucose und maximal

14,72 mg Sucrose.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3. Darreichungsform

Retardtablette

Metoprololsuccinat AL 47,5 mg Retardtabletten

Weiße, längliche, beidseitig gewölbte Retardtablette mit einer Bruchrille auf

beiden Seiten. Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

Metoprololsuccinat AL 95 mg Retardtabletten

Weiße, längliche, beidseitig gewölbte Retardtablette mit einer Bruchrille auf

beiden Seiten. Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

Metoprololsuccinat AL 190 mg Retardtabletten

Weiße, längliche, beidseitig gewölbte Retardtablette mit Bruchrille auf beiden

Seiten. Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

4. Klinische Angaben

4.1 Anwendungsgebiete

Stabile, leichte bis mittelschwere chronische Herzinsuffizienz mit

eingeschränkter linksventrikulärer Funktion (Ejektionsfraktion ≤40 %) —

zusätzlich zur üblichen Standardtherapie mit ACE-Hemmern und Diuretika

und, falls erforderlich, Herzglykosiden (weitere Informationen siehe

Abschnitt 5.1)

Hypertonie

Angina pectoris

Tachykarde Arrhythmien, insbesondere supraventrikuläre Tachykardie

Erhaltungstherapie nach Myokardinfarkt

Hyperkinetisches Herzsyndrom

Migräneprophylaxe.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Metoprololsuccinat AL wird 1-mal täglich, vorzugsweise zum Frühstück,

eingenommen. Die Retardtabletten werden als Ganzes oder geteilt

eingenommen, dürfen aber nicht zerkaut oder zerkleinert werden. Die

Retardtabletten werden mit Wasser (mindestens ½ Glas) eingenommen.

Die Dosierung ist an die folgenden Richtlinien anzupassen:

Stabile, leichte bis mittelschwere chronische Herzinsuffizienz mit

eingeschränkter linksventrikulärer Funktion

Die Dosierung von Metoprololsuccinat muss bei Patienten mit stabiler,

symptomatischer Herzinsuffizienz, die bereits eine andere Therapie erhalten,

individuell angepasst werden.

Die empfohlene Anfangsdosis für Patienten mit Herzinsuffizienz NYHA-Klasse

III beträgt 1-mal täglich 11,88 mg Metoprololsuccinat in der 1.

Behandlungswoche. Die Dosis kann in der 2. Behandlungswoche auf 23,75 mg

Metoprololsuccinat täglich erhöht werden.

Die empfohlene Anfangsdosis für Patienten mit Herzinsuffizienz NYHA-Klasse II

beträgt 23,75 mg Metoprololsuccinat 1-mal täglich während der ersten beiden

Behandlungswochen.

Danach wird eine Verdopplung der Dosis empfohlen. Die Dosis wird alle 2

Wochen auf bis zu 190 mg Metoprololsuccinat täglich oder auf die höchste vom

Patienten vertragene Dosis verdoppelt. Für die Langzeitbehandlung ist eine

Tagesdosis von 190 mg Metoprololsuccinat oder die höchste vom Patienten

vertragene Dosis anzustreben.

Der behandelnde Arzt sollte erfahren in der Therapie der stabilen

symptomatischen Herzinsuffizienz sein. Nach jeder Dosiserhöhung sollte der

Zustand des Patienten engmaschig kontrolliert werden. Im Fall eines

Blutdruckabfalls kann eine Senkung der Dosis der Begleitmedikationen

notwendig sein. Ein Blutdruckabfall spricht nicht zwangsläufig gegen eine

Langzeittherapie mit Metoprolol, aber die Dosis sollte so lange verringert

werden, bis der Zustand des Patienten stabil ist.

Hypertonie

47,5 mg Metoprololsuccinat 1-mal täglich bei Patienten mit leichter bis mäßiger

Hypertonie. Falls notwendig, kann die Dosis auf 95 – 190 mg

Metoprololsuccinat täglich erhöht oder ein anderes Antihypertensivum

zusätzlich gegeben werden.

Angina pectoris

47,5 – 190 mg Metoprololsuccinat 1-mal täglich. Falls notwendig, kann

zusätzlich ein anderes Arzneimittel zur Behandlung koronarer Herzkrankheiten

gegeben werden.

Tachykarde Arrhythmien

47,5 – 190 mg Metoprololsuccinat 1-mal täglich.

Erhaltungstherapie nach Myokardinfarkt

95 – 190 mg Metoprololsuccinat 1-mal täglich.

Hyperkinetisches Herzsyndrom

47,5 – 190 mg Metoprololsuccinat 1-mal täglich.

Migräneprophylaxe

95 – 190 mg Metoprololsuccinat 1-mal täglich. Die 1-mal tägliche Gabe von 95

mg Metoprololsuccinat ist gewöhnlich ausreichend. Abhängig vom Ansprechen

des einzelnen Patienten kann die Dosis im Rahmen des oben angegebenen

Dosierungsbereichs variieren.

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Eine Anpassung der Dosis ist nicht notwendig.

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Bei Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungen, z. B. bei der Behandlung

von Patienten mit portokavalem Shunt, ist eine Reduktion der Dosis in Betracht

zu ziehen (siehe Abschnitt 5.2).

Ältere Patienten

Es liegen unzureichende Daten bei Patienten über 80 Jahren vor. Die

Dosissteigerung sollte bei diesen Patienten daher mit besonderer Vorsicht

erfolgen.

Kinder und Jugendliche

Die Erfahrungen bei Kindern und Jugendlichen sind begrenzt. Daher wird die

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen nicht empfohlen, bis weitere Daten

zur Verfügung stehen.

Dosisanpassung oder Absetzen der Behandlung

Das Absetzen der Behandlung oder Dosisanpassungen sollen nur in Absprache

mit dem behandelnden Arzt erfolgen. Die Dauer der Behandlung bestimmt der

behandelnde Arzt.

Wenn die Behandlung mit Metoprolol unterbrochen oder abgesetzt werden soll

(vor allem bei Patienten mit Herzinsuffizienz, koronarer Herzkrankheit oder

Myokardinfarkt), so sollte dies immer langsam und schrittweise über einen

Zeitraum von mindestens 2 Wochen erfolgen. Die Dosis wird dabei schrittweise

halbiert, bis die niedrigste Dosis von ½ Tablette mit 23,75 mg

Metoprololsuccinat erreicht ist. Die letzte Dosis sollte über mindestens 4 Tage

eingenommen werden, bevor das Arzneimittel abgesetzt wird. Treten

Symptome auf, sollte das Absetzen der Behandlung langsamer erfolgen. Ein

abruptes Absetzen der Behandlung kann zu einer Verschlechterung der

Herzinsuffizienz verbunden mit einem erhöhten Risiko für einen plötzlichen

Herztod oder einer kardialen Ischämie mit Verschlechterung einer Angina

pectoris oder zu einem Myokardinfarkt oder dem Wiederauftreten der

Hypertonie führen.

4.3 Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den wirkstoff, andere Betarezeptorenblocker

oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile

AV-Block II. oder III. Grades

höhergradigem SA-Block

unbehandelter Herzinsuffizienz (Lungenödem, beeinträchtigter Blutfluss

oder Hypotonie) und kontinuierlicher oder intermittierender Behandlung, die

zu einer Erhöhung der Kontraktilität des Herzmuskels führt (Betarezeptoren-

Agonismus)

manifester und klinisch signifikanter Sinusbradykardie (Herzfrequenz <50

Schläge/min)

Sick-Sinus-Syndrom

kardiogenem Schock

schweren peripheren arteriellen Durchblutungsstörungen

Hypotonie (systolisch <90 mmHg)

unbehandeltem Phäochromozytom

metabolischer Azidose

schwerer Form von Asthma bronchiale oder chronisch obstruktiver

Lungenerkrankung

gleichzeitiger Anwendung von MAO-Inhibitoren (Ausnahme MAO-B-

Inhibitoren).

Metoprolol darf nicht angewendet werden bei Patienten mit Verdacht auf einen

akuten Myokardinfarkt und einer Herzfrequenz <45 Schläge/min, einem PQ-

Intervall >0,24 Sekunden oder einem systolischen Blutdruck <100 mmHg.

Metoprolol darf außerdem nicht angewendet werden bei herzinsuffizienten

Patienten und einem wiederholten systolischen Blutdruck <100 mmHg (erneute

Untersuchung vor Behandlungsbeginn notwendig).

Die gleichzeitige intravenöse Anwendung von Calciumantagonisten vom

Verapamil- und Diltiazemtyp oder anderen Antiarrhythmika (wie Disopyramid)

ist kontraindiziert (Ausnahme: Intensivmedizin).

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die

Anwendung

Bei Asthmatikern müssen Betarezeptorenblocker mit Vorsicht angewendet

werden. Wenn ein Asthmatiker bei Behandlungsbeginn mit Metoprolol einen

beta

-Agonisten (in Form von Tabletten oder als Inhalation) anwendet, sollte die

Dosis des beta

-Agonisten überprüft und unter Umständen erhöht werden.

Aufgrund der konstanten Plasmaspiegel haben Metoprololsuccinat AL

Retardtabletten jedoch eine geringere Wirkung auf beta

-Rezeptoren als

konventionelle Tablettenformen von selektiven beta

-Rezeptorenblockern.

Metoprolol kann die eingestellte Behandlung eines Diabetes mellitus

beeinflussen und die Symptome einer Hypoglykämie maskieren. Das Risiko

einer Beeinflussung des Zuckerhaushalts oder der Maskierung der Symptome

einer Hypoglykämie ist geringer bei Anwendung von Metoprololsuccinat AL

Retardtabletten als bei konventionellen Tablettenformen von selektiven beta

Rezeptorenblockern und deutlich geringer als bei Anwendung von nicht-

selektiven Rezeptorenblockern.

AV-Erregungsleitungsstörungen können sich gelegentlich während einer

Metoprolol-Behandlung verschlechtern (atrioventrikulärer Block möglich).

Bei Patienten mit Prinzmetal-Angina sind selektive beta1-Rezeptorenblocker mit

Vorsicht anzuwenden.

Metoprolol kann wegen seiner antihypertensiven Wirkung die Symptome einer

peripheren Durchblutungsstörung verstärken.

Wird Metoprolol an Patienten mit Phäochromozytom verschrieben, sollte vor

und während der Therapie mit Metoprolol ein Alpharezeptorenblocker

angewendet werden.

Die Metoprolol-Therapie kann die Symptome einer Hyperthyreose maskieren.

Vor einer Operation sollte der Anästhesist informiert werden, wenn der Patient

einen Betarezeptorenblocker anwendet. Ein Absetzen des

Betarezeptorenblockers für die Dauer der Operation wird nicht empfohlen.

Die Behandlung mit Betarezeptorenblockern sollte nicht abrupt abgesetzt

werden. Wenn die Behandlung beendet werden soll, sollte dies möglichst über

einen Zeitraum von mindestens 2Wochen ausschleichend erfolgen, indem die

Dosis um die Hälfte verringert wird, bis die kleinste Dosis von einer halben

Retardtablette mit 23,75 mg Metoprololsuccinat erreicht worden ist. Diese letzte

Dosierung sollte vor der vollständigen Beendigung der Behandlung mindestens

4 Tage angewendet werden. Falls der Patient Symptome entwickelt, sollte die

Dosis langsamer verringert werden. Ein abruptes Absetzen von

Betarezeptorenblockern kann zu einer Verschlechterung der Herzinsuffizienz

führen und das Risiko eines Myokardinfarkts und plötzlichen Herztodes

erhöhen.

Metoprolol kann sowohl die Empfindlichkeit gegenüber Allergenen als auch die

Schwere anaphylaktischer Reaktionen erhöhen. Eine Therapie mit Adrenalin

führt bei einzelnen Patienten unter Betarezeptorenblockern nicht immer zu dem

gewünschten therapeutischen Effekt (siehe auch Abschnitt 4.5).

Betarezeptorenblocker können eine Psoriasis verschlechtern oder ihre

Entwicklung verursachen.

Derzeit liegen noch keine ausreichenden Therapieempfehlungen zur

Anwendung von Metoprololsuccinat bei herzinsuffizienten Patienten mit einem

der folgenden Begleitumstände vor:

Instabile Herzinsuffizienz (NYHA-Klasse IV)

Akuter Myokardinfarkt oder instabile Angina pectoris in den letzten 28 Tagen

Nierenfunktionsstörungen

Leberfunktionsstörungen

Patienten über 80 Jahre

Patienten unter 40 Jahre

Hämodynamisch relevante Herzklappenerkrankungen

Obstruktive hypertrophe Kardiomyopathie

Nach oder bei geplanten operativen Eingriffen am Herzen innerhalb von 4

Monaten vor dem Behandlungsbeginn mit Metoprololsuccinat.

Die Anwendung von Metoprololsuccinat AL kann bei Dopingkontrollen zu

positiven Ergebnissen führen. Die gesundheitlichen Folgen der Anwendung von

Metoprololsuccinat AL als Dopingmittel können nicht abgesehen werden,

schwerwiegende Gesundheitsgefährdungen sind nicht auszuschließen.

Patienten mit der seltenen hereditären Fructose-Intoleranz, Glucose-Galactose-

Malabsorption oder Saccharase-Isomaltase-Mangel sollten Metoprololsuccinat

AL nicht einnehmen.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige

Wechselwirkungen

Pharmakodynamische Wechselwirkungen

Der Patient sollte auf negative inotrope und chronotrope Wirkungen hin

überwacht werden, wenn Metoprolol zusammen mit Calciumantagonisten vom

Verapamil- oder Diltiazemtyp oder Antiarrhythmika angewendet wird.

Calciumantagonisten vom Verapamil- und Diltiazem-Typ oder andere

Antiarrhythmika (wie Disopyramid) dürfen Patienten, die Betarezeptorenblocker

erhalten, nicht intravenös gegeben werden.

Klasse-I-Antiarrhythmika: Klasse-I-Antiarrhythmika und Betarezeptorenblocker

haben eine additive negativ inotrope Wirkung, die zu schwerwiegenden

hämodynamischen Nebenwirkungen bei Patienten mit verminderter

linksventrikulärer Funktion führen kann. Die Kombination muss bei Patienten

mit einem Sick-Sinus-Syndrom und AV-Überleitungsstörungen II. und III.

Grades vermieden werden. Die Wechselwirkung wurde besonders für

Disopyramid beschrieben.

Die gleichzeitige Anwendung mit Indometacin oder einem anderen

Prostaglandinsynthesehemmer kann die blutdrucksenkende Wirkung von

Betarezeptorenblockern vermindern.

Wird unter bestimmten Umständen Adrenalin an Patienten, die

Betarezeptorenblocker einnehmen, verabreicht, haben kardioselektive

Betarezeptorenblocker eine deutlich geringere Auswirkung auf die

Blutdruckkontrolle als nicht-selektive Betarezeptorenblocker.

Bei Patienten, die Betarezeptorenblocker anwenden, wird durch

Inhalationsanästhetika der bradykarde Effekt von Betarezeptorenblockern

verstärkt.

MAO-Inhibitoren (ausgenommen MAO-B-Inhibitoren) dürfen nicht zusammen

mit Metoprolol angewendet werden (siehe Abschnitt 4.3). Wenn ein Patient

sympathische Ganglienblocker in Kombination mit anderen

Betarezeptorenblockern (z. B. Augentropfen) oder MAO-B-Inhibitoren erhält,

sollte sein Krankheitsbild sorgfältig überwacht werden.

Wenn eine gleichzeitige Behandlung mit Clonidin beendet werden muss, sollte

der Betarezeptorenblocker einige Tage früher abgesetzt werden.

Metoprolol kann die Wirkung von gleichzeitig angewendeten

blutdrucksenkenden Arzneimitteln verstärken.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Metoprolol und Noradrenalin, Adrenalin oder

anderen Sympathomimetika, ist ein beträchtlicher Blutdruckanstieg möglich.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Metoprolol und Reserpin, Alpha-Methyldopa,

Clonidin, Guanfacin und Herzglykosiden kann es zu einer ausgeprägten

Abnahme der Herzfrequenz und Verzögerung der Erregungsleitung am Herzen

kommen.

Patienten, die gleichzeitig mit anderen Betarezeptorenblockern (z. B. Timolol-

haltige Augentropfen) behandelt werden, müssen ärztlich engmaschig

überwacht werden.

Metoprololsuccinat kann die Symptome einer Hypoglykämie, insbesondere eine

Tachykardie, abschwächen. Betarezeptorenblocker können die

Insulinfreisetzung bei Typ-II-Diabetikern hemmen. Eine regelmäßige Kontrolle

der Blutzuckerspiegel sollte durchgeführt werden und die blutzuckersenkende

Therapie (Insulin und orale Antidiabetika) sollte entsprechend angepasst

werden.

Bei Patienten, die Betarezeptorenblocker anwenden, kann die Wirkung von

Adrenalin bei der Behandlung anaphylaktischer Reaktionen beeinträchtigt sein

(siehe auch Abschnitt 4.4).

Pharmakokinetische Wechselwirkungen

Metoprolol ist ein Substrat für CYP2D6, einem Cytochrom P 450-Isoenzym.

Enzyminduzierende oder enzymhemmende Substanzen können die

Plasmakonzentration von Metoprolol beeinflussen. Rifampicin senkt die

Plasmakonzentration von Metoprolol. Cimetidin, Alkohol und Hydralazin können

die Plasmakonzentration von Metoprolol erhöhen. Metoprolol wird überwiegend,

aber nicht ausschließlich über das Leberenzym Cytochrom (CYP)2D6

metabolisiert (siehe auch Abschnitt 5.2). Substanzen mit einem inhibitorischen

Effekt auf CYP2D6 wie z.B. selektive Serotoninwiederaufnahme-Inhibitoren wie

Paroxetin, Fluoxetin und Sertralin sowie Diphenhydramin, Hydroxychloroquin,

Celecoxib, Terbinafin, Neuroleptika (z.B. Chlorpromazin, Triflupromazin,

Chlorprothixen) und möglicherweise Propafenon können die

Plasmakonzentrationen von Metoprolol erhöhen.

Für Amiodaron und Chinidin (Antiarrhythmika) wird ebenso ein inhibitorischer

Effekt auf CYP2D6 berichtet.

Die Ausscheidung anderer Arzneimittel kann durch Metoprolol vermindert

werden (z.B. Lidocain).

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Da keine kontrollierten Studien zur Anwendung von Metoprolol in der

Schwangerschaft vorliegen, darf Metoprolol in der Schwangerschaft nur

angewendet werden, wenn der Nutzen für die Mutter das Risiko für den

Embryo/Fetus überwiegt.

Betarezeptorenblocker verursachen eine verminderte Durchblutung der

Plazenta und können zum Tod des Fetus und zu Frühgeburten führen. Über

intrauterine Wachstumsstörungen wurde nach Langzeitanwendung bei

schwangeren Frauen mit leichter bis mittelschwerer Hypertonie berichtet. Es

wurde berichtet, dass Betarezeptorenblocker zu verzögerter Geburt und zu

Bradykardie beim Fetus und dem Neugeborenen führen können. Weiterhin

wurde über Hypoglykämie, Hypotonie, erhöhten Gehalt von Bilirubin im Blut und

verminderter Reaktion infolge von Sauerstoffmangel beim Neugeborenen

berichtet. Die Therapie mit Metoprolol sollte 48–72 Stunden vor dem

errechneten Geburtstermin beendet werden. Ist dies nicht möglich, sollte das

Neugeborene 48–72 Stunden nach der Geburt auf Anzeichen und Symptome

einer Betablockade (z.B. kardiale und pulmonale Komplikationen) überwacht

werden.

Bei Tieren zeigten Betarezeptorenblocker kein teratogenes Potential, führten

jedoch zu verringertem Blutfluss durch die Nabelschnur,

Wachstumsverzögerung, verringerter Ossifikation und erhöhtem Auftreten von

fetalen und postnatalen Todesfällen.

Stillzeit

Metoprolol erreicht in der Muttermilch etwa 3-fach höhere Konzentrationen als

im mütterlichen Plasma. Obwohl das Risiko von Nebenwirkungen beim

gestillten Säugling bei der Anwendung therapeutischer Dosen von Metoprolol

gering zu sein scheint (ausgenommen Langsam-Metabolisierer), sollten gestillte

Säuglinge auf Anzeichen einer Betablockade überwacht werden.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen

Bevor der Patient am Straßenverkehr teilnimmt oder Maschinen bedient, sollte

er sich bewusst sein, dass während der Behandlung mit Metoprolol Schwindel

und Müdigkeit auftreten können. Dies gilt in verstärktem Maße bei

gleichzeitigem Alkoholgenuss oder bei einer Erhöhung der Dosis.

4.8 Nebenwirkungen

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten

zugrunde gelegt: sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100 bis <1/10), gelegentlich

(≥1/1.000 bis <1/100), selten (≥1/10.000 bis <1/1.000), sehr selten (<1/10.000),

nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht

abschätzbar).

Herzerkrankungen

Häufig: Bradykardie, Gleichgewichtsstörungen (sehr selten mit Synkope

assoziiert), Palpitationen.

Gelegentlich: Vorübergehende Verschlechterung der Symptome der

Herzinsuffizienz, AV-Block 1. Grades, Präkordialschmerz.

Selten: Funktionelle Herzbeschwerden, Arrhythmien, Überleitungsstörungen.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Sehr selten: Thrombozytopenie, Leukopenie.

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig: Schwindel, Kopfschmerzen.

Gelegentlich: Parästhesien.

Augenerkrankungen

Selten: Sehstörungen, trockene oder gereizte Augen, Konjunktivitis.

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Sehr selten: Tinnitus, Hörstörungen.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Häufig: Atemnot bei Anstrengung.

Gelegentlich: Bronchospasmen.

Selten: Rhinitis.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig: Übelkeit, Bauchschmerzen, Diarrhö, Verstopfung.

Gelegentlich: Erbrechen.

Selten: Mundtrockenheit.

Sehr selten: Geschmacksstörungen.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Gelegentlich: Hautausschlag (psoriasiforme Urtikaria und dystrophe

Hautläsionen), vermehrtes Schwitzen.

Selten: Haarausfall.

Sehr selten: Lichtempfindlichkeit, Verschlimmerung einer Psoriasis,

Neuauftreten einer Psoriasis, psoriasisähnliche Hautveränderungen.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Gelegentlich: Muskelkrämpfe.

Sehr selten: Arthralgie, Muskelschwäche.

Endokrine Erkrankungen

Selten: Verschlimmerung eines latenten Diabetes mellitus.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Gelegentlich: Gewichtszunahme.

Gefäßerkrankungen

Sehr häufig: Ausgeprägter Blutdruckabfall und orthostatische Hypotonie, sehr

selten mit Synkope.

Häufig: Kalte Hände und Füße.

Sehr selten: Nekrose bei Patienten mit schweren peripheren

Durchblutungsstörungen vor der Behandlung, Verschlechterung einer

Claudicatio intermittens oder eines Raynaud-Syndroms.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Sehr häufig: Müdigkeit.

Gelegentlich: Ödeme.

Leber- und Gallenerkrankungen

Selten: Anormale Werte bei Leberfunktionstests.

Sehr selten: Hepatitis.

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Selten: Impotenz und andere Sexualstörungen, Induratio penis plastica

(Peyronie-Krankheit).

Psychiatrische Erkrankungen

Gelegentlich: Depression, Konzentrationsstörungen, Benommenheit oder

Schlaflosigkeit, Alpträume.

Selten: Nervosität, Ängstlichkeit.

Sehr selten: Vergesslichkeit oder Gedächtnisstörungen, Verwirrtheit,

Halluzinationen, Persönlichkeitsveränderung (z. B. Veränderung der

Stimmung).

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von

großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des

Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von

Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: Fehler! Hyperlink-Referenz ungültig.www.bfarm.de

anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Symptome

Überdosierung mit Metoprolol kann zu schwerer Hypotonie, Sinusbradykardie,

AV-Block, Herzinsuffizienz, kardiogenem Schock, Herzstillstand,

Bronchospasmen, Bewusstlosigkeit (bis zum Koma), Übelkeit, Erbrechen und

Zyanose führen. Bei gleichzeitigem Konsum von Alkohol und der gleichzeitigen

Einnahme von Antihypertensiva, Chinidin oder Barbituraten können die

Symptome verschlimmert werden.

Die ersten Anzeichen einer Überdosierung treten 20 Minuten - 2 Stunden nach

der Einnahme des Arzneimittels auf.

Behandlung

Medizinische Kohle, falls nötig Magenspülung. Bei schwerer Hypotonie,

Bradykardie oder der Gefahr von Herzversagen sollte der Patient einen beta1-

Agonisten (z. B. Prenalterol oder Dobutamin) intravenös in Intervallen von 2–5

Minuten oder als Dauerinfusion bis zum Erreichen der gewünschten Wirkung

erhalten. Steht kein beta1-Agonist zur Verfügung, kann auch Dopamin

verwendet werden. Atropinsulfat (0,5–2,0 mg intravenös) kann ebenfalls

gegeben werden, um den Vagusnerv zu blockieren.

Wird die gewünschte Wirkung nicht erreicht, kann ein anderes

Sympathomimetikum, z. B. Adrenalin oder Noradrenalin, angewendet werden.

Der Patient kann auch 1–10 mg Glucagon erhalten. Eine Schrittmachertherapie

kann erforderlich sein. Um Bronchospasmen zu vermeiden, kann der Patient

einen beta2-Agonisten intravenös erhalten.

Hinweis

Die Dosierungen zur Behandlung einer Überdosierung sind viel höher als die

normalerweise verwendeten therapeutischen Dosen, da der

Betarezeptorenblocker die Betarezeptoren blockiert hat.

5. Pharmakologische Eigenschaften

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Beta-Adrenorezeptor-Antagonisten, selektiv.

ATC-Code: C07AB02

Metoprolol ist ein selektiver beta

-Rezeptorenblocker, d.h. er blockiert beta

Rezeptoren im Herzen bei Dosierungen, die deutlich niedriger sind als die für

die Blockade von beta

-Rezeptoren erforderlichen.

Metoprolol hat nur eine unbedeutende membranstabilisierende Wirkung und

besitzt keine agonistische Wirkung.

Metoprolol verringert oder blockiert die stimulierende Wirkung von

Katecholaminen auf das Herz (freigesetzt insbesondere in Zusammenhang mit

körperlichem und mentalem Stress). Metoprolol verringert eine Tachykardie, ein

erhöhtes Herzzeitvolumen und eine erhöhte Kontraktilität des Herzens, welche

in der Regel durch die plötzliche Zunahme von Katecholaminen ausgelöst

werden, und es senkt den Blutdruck. Die Plasmakonzentration und Wirksamkeit

(beta

-Blockade) von Metoprololsuccinat AL Retardtabletten sind über 24

Stunden gleichmäßiger als jene, die mit konventionellen Tablettenformen von

selektiven beta

-Rezeptorenblockern erreicht werden.

Da die Plasmakonzentrationen gleichmäßig sind, ist die klinische beta

Selektivität besser als jene, die mit konventionellen Tablettenformen von

selektiven beta

-Rezeptorenblockern erreicht wird. Darüber hinaus ist das

Risiko für Nebenwirkungen, die mit Konzentrationsspitzen (z. B. Bradykardie

und Gliederschwäche) verbunden sind, minimal. Falls erforderlich, kann

Metoprolol gleichzeitig mit einem beta

-Agonisten Patienten mit Symptomen

einer obstruktiven Lungenerkrankung gegeben werden.

Wirkung bei Herzinsuffizienz

Die MERIT-HF-Studie (3991 Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz, NYHA-

Klasse II – IV und einer Ejektionsfraktion ≤40%), in der Metoprolol mit einer

Standardtherapie für Herzinsuffizienz, d.h. einem Diuretikum, einem ACE-

Hemmer oder Hydralazin, falls ein ACE-Hemmer nicht vertragen wurde, einem

lang wirksamen Nitrat oder einem Angiotensin-II-Antagonisten und - falls

erforderlich - einem Herzglykosid, kombiniert wurde, zeigte neben anderen

Ergebnissen eine Verringerung der Gesamtmortalität im Vergleich zu Placebo

um 34% [p = 0,0062 (korrigiert); p = 0,00009 (nominal)]. In der Metoprolol-

Gruppe starben 145 Patienten (Mortalitätsrate 7,2% pro Patientenjahr in der

Nachbeobachtungszeit) gegenüber 217 (11,0%) in der Placebo-Gruppe, mit

einem relativen Risiko von 0,66 [95% CI 0,53 – 0,81].

In einer chinesischen Studie mit 45.852 Patienten mit akutem Myokardinfarkt

(COMMIT-Studie) kam es unter Behandlung mit Metoprolol signifikant häufiger

(5%) zu einem kardiogenen Schock als unter Placebo (3,9%). Dies war in den

folgenden Patientengruppen besonders auffällig:

Relative Häufigkeit eines kardiogenen Schocks bei bestimmten

Patientengruppen der COMMIT-Studie:

Patientenmerkmale

Behandlungsgruppe

Metoprolol

Placebo

Alter ≥70 Jahre

8,4%

6,1%

Blutdruck <120 mmHg

7,8%

5,4%

Herzfrequenz

≥110/min

14,4%

11,0%

Killip-Klasse III

15,6%

9,9%

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption und Verteilung

Metoprolol wird nach oraler Applikation vollständig resorbiert. Aufgrund eines

ausgeprägten First-pass-Metabolismus liegt die Verfügbarkeit nach einer oralen

Einzeldosis bei ca. 50%. Die Bioverfügbarkeit der Retardtabletten ist ca. um 20

– 30% niedriger als die von konventionellen Tabletten, was jedoch keine

klinisch signifikante Auswirkung hat, da die AUC-Werte (Puls) die gleichen wie

bei der Anwendung konventioneller Tabletten sind. Nur ein kleiner Anteil von

Metoprolol, ca. 5 – 10%, wird an Plasmaproteine gebunden.

Jede Metoprololsuccinat AL Retardtablette enthält eine große Anzahl von

Pellets, die Metoprololsuccinat kontrolliert freisetzen. Jedes Pellet ist mit einem

Polymerfilm überzogen, der die Freisetzungsrate von Metoprolol kontrolliert.

Die Retardtablette zerfällt schnell und das Retardgranulat verteilt sich im

Gastrointestinaltrakt, wo Metoprolol über 20 Stunden kontinuierlich freigesetzt

wird. Die Eliminationshalbwertszeit von Metoprolol beträgt im Durchschnitt 3,5

Stunden (siehe „Metabolismus und Elimination“). Nach einer 1-1-mal täglichen

Gabe wird eine maximale Metoprolol-Plasmakonzentration erreicht, die etwa

doppelt so hoch ist wie die minimalen Plasmaspiegel.

Metabolismus und Elimination

Die Metabolisierung von Metoprolol erfolgt durch Oxidation in der Leber. Die 3

bekannten Hauptmetaboliten zeigten keine klinisch signifikante

betarezeptorenblockierende Wirkung.

Metoprolol wird überwiegend, jedoch nicht ausschließlich über das Leberenzym

Cytochrom (CYP) 2D6 metabolisiert. Aufgrund des Polymorphismus des

CYP2D6-Gens schwanken die Metabolisierungsraten interindividuell, wobei

langsame Metabolisierer (ca. 7–8%) höhere Plasmakonzentrationen und eine

langsamere Elimination zeigen als schnelle Metabolisierer. Bei den einzelnen

Patienten sind jedoch die Plasmakonzentrationen stabil und reproduzierbar.

Mehr als 95% einer oralen Dosis werden im Urin ausgeschieden. Ca. 5% der

Dosis, in Einzelfällen bis zu 30%, werden unverändert ausgeschieden. Die

Plasmaeliminationshalbwertszeit von Metoprolol beträgt im Durchschnitt 3,5

Stunden (Bereich 1 – 9 Stunden). Die Gesamt-Clearance beträgt 1 l/min.

Bei älteren Patienten unterscheidet sich die Pharmakokinetik von Metoprolol

nicht signifikant von der von jüngeren Patienten. Die systemische Verfügbarkeit

und die Elimination von Metoprolol sind bei Patienten mit Niereninsuffizienz

normal. Die Elimination der Metaboliten ist jedoch langsamer. Bei Patienten mit

einer glomerulären Filtrationsrate (GFR) unter 5 ml/min wurde eine signifikante

Akkumulation der Metaboliten beobachtet. Dies führt jedoch zu keiner

Verstärkung der betarezeptorenblockierenden Wirkung von Metoprolol.

Bei Patienten mit Leberzirrhose kann die Bioverfügbarkeit von Metoprolol

zunehmen und die Gesamt-Clearance abnehmen. Die Zunahme der

Bioverfügbarkeit wird jedoch nur bei Patienten mit einer schweren

Einschränkung der Leberfunktion oder einem portokavalen Shunt als klinisch

relevant betrachtet. Bei Patienten mit portokavalem Shunt beträgt die Gesamt-

Clearance ca. 0,3 l/min und die AUC-Werte sind etwa 6-fach höher als bei

Gesunden.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie,

Toxizität bei wiederholter Gabe, Genotoxizität und zum kanzerogenen Potential

lassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen

erkennen. Wie andere Betarezeptorenblocker, verursachte Metoprolol bei hoher

Dosierung eine maternale Toxizität (verminderte Nahrungsaufnahme und

vermindertes Körpergewicht) und embryo-fetale Toxizität (erhöhte Rate von

Resorptionen, vermindertes Geburtsgewicht, verzögerte körperliche

Entwicklung), war aber nicht teratogen.

6. Pharmazeutische Angaben

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Tablettenkern: Mikrokristalline Cellulose, Macrogol 6000, Magnesiumstearat

(Ph.Eur.) [pflanzlich], Polyacrylat-Dispersion 30%, Povidon K 90,

Hochdisperses Siliciumdioxid, Talkum, Zucker-Stärke-Pellets ( bestehend aus

Maisstärke, Sucrose und D-Glucose).

Filmüberzug: Hypromellose, Macrogol 6000, Talkum, Titandioxid (E 171)

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre.

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über + 25 ºC lagern

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Aluminium/Aluminium-Blister

OP mit 30 Retardtabletten

OP mit 50 Retardtabletten

OP mit 100 Retardtabletten

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfalllmaterial ist entsprechend den

nationalen Anforderungen zu beseitigen.

7. Inhaber der Zulassung

ALIUD PHARMA® GmbH

Gottlieb-Daimler-Str. 19

89150 Laichingen

Telefon: 07333/651-0

Telefax: 07333/9651-6004

info@aliud.de

8. Zulassungsnummern

Metoprololsuccinat AL 47,5 mg

76461.00.00

Metoprololsuccinat AL 95 mg

76462.00.00

Metoprololsuccinat AL 190 mg

76463.00.00

9. Datum der Erteilung der Zulassung

20. November 2009

10. Stand der Information

Januar 2014

11. Verkaufsabgrenzung

Verschreibungspflichtig

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