Locol 80 mg Retardtabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Fluvastatin-Natrium
Verfügbar ab:
Novartis Pharma GmbH
ATC-Code:
C10AA04
INN (Internationale Bezeichnung):
Fluvastatin sodium
Darreichungsform:
Retardtablette
Zusammensetzung:
Fluvastatin-Natrium 84.24mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
48878.00.00

Dokumenten

Packungsbeilage Packungsbeilage - Englisch

17.05.2019

Seite 1

MS 05/19

V 011

Gebrauchsinformation: Information für Patienten

LOCOL

®

80 mg Retardtabletten

Fluvastatin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme

dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals

lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an

Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen

Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder

Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

1.

Was ist Locol und wofür wird es angewendet?

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Locol beachten?

3.

Wie ist Locol einzunehmen?

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

5.

Wie ist Locol aufzubewahren?

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Locol und wofür wird es angewendet?

Locol enthält den Wirkstoff Fluvastatin-Natrium, der zu einer Gruppe von Arzneimitteln gehört,

die als Statine bekannt sind und die lipidsenkende Arzneimittel darstellen: Sie senken die Fette

(Lipide) in Ihrem Blut. Sie werden angewendet bei Patienten, deren Krankheit nicht allein durch

Diät und Bewegung kontrolliert werden kann.

Locol ist ein Arzneimittel, das zur Behandlung von erhöhten Spiegeln von

Blutfetten bei Erwachsenen angewendet wird, insbesondere des gesamten

Cholesterins und des sogenannten „schlechten“ oder LDL-Cholesterins, das mit

einem erhöhten Risiko für Herzerkrankungen und Schlaganfall verbunden ist

bei erwachsenen Patienten mit hohen Blutspiegeln von Cholesterin

bei erwachsenen Patienten mit hohen Blutspiegeln sowohl von Cholesterin als

auch Triglyzeriden (einer anderen Art von Blutfetten).

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Ihr Arzt kann Ihnen Locol auch verschreiben, um weitere schwerwiegende, das Herz

betreffende Ereignisse (z. B. Herzinfarkt) zu verhindern. Dies gilt für Patienten nach

einer Herzkatheter-Therapie mit einem Eingriff an den Herzkranzgefäßen.

Wenden Sie sich an Ihren Arzt, falls Sie Fragen zu Locol haben oder wissen möchten,

warum Ihnen dieses Arzneimittel verschrieben wurde.

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Locol beachten?

Bitte halten Sie sich genau an die Anweisungen Ihres Arztes, auch wenn diese Anweisungen

von den Informationen in dieser Packungsbeilage abweichen.

Bitte lesen Sie die folgenden Informationen, bevor Sie mit der Einnahme von Locol

beginnen.

Locol darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Fluvastatin oder einen der sonstigen

Bestandteile dieses Arzneimittels sind. Die sonstigen Bestandteile sind in Abschnitt 6

dieser Packungsbeilage aufgeführt.

wenn Sie zurzeit Leberprobleme haben oder wenn die Werte bestimmter

Leberenzyme (Transaminasen) aus unbekanntem Grund dauerhaft erhöht sind.

wenn Sie schwanger sind oder stillen (siehe „Schwangerschaft und Stillzeit“).

Wenn einer der genannten Punkte auf Sie zutrifft, nehmen Sie Locol nicht ein und

informieren Sie Ihren Arzt.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Locol einnehmen,

falls Sie soeben oder in den letzten 7 Tagen ein Arzneimittel mit dem Wirkstoff

Fusidinsäure (gegen durch Bakterien verursachte Erkrankungen) eingenommen

oder gespritzt bekommen haben. Die Kombination von Fusidinsäure und Locol kann

zu schwerwiegenden Muskelproblemen führen (Rhabdomyolyse).

wenn Sie früher eine Lebererkrankung hatten. Leberfunktionstests werden

normalerweise durchgeführt, bevor Sie die Behandlung mit Locol beginnen, wenn die

Dosis gesteigert werden soll sowie in unterschiedlichen Abständen während des

Behandlungsverlaufs, um etwaige Nebenwirkungen festzustellen.

wenn Sie eine Nierenerkrankung haben.

wenn Sie eine Schilddrüsenerkrankung haben (Hypothyreose).

wenn bei Ihnen oder in Ihrer Familie bereits Muskelerkrankungen aufgetreten sind.

wenn es bei Ihnen während der Behandlung mit einem anderen Arzneimittel zur

Senkung der Blutfette zu Muskelproblemen gekommen ist.

wenn Sie regelmäßig große Mengen Alkohol trinken.

wenn Sie eine schwere Infektion haben.

wenn Sie einen sehr niedrigen Blutdruck haben (Anzeichen können Schwindel

oder Benommenheit sein).

wenn bei Ihnen kontrollierte oder unkontrollierte starke Muskelzuckungen auftreten.

wenn bei Ihnen eine Operation geplant ist.

wenn Sie schwere Stoffwechselerkrankungen haben (metabolisch, endokrin oder

Elektrolyterkrankungen), wie einen dekompensierten Diabetes und niedrige

Kaliumwerte im Blut.

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Wenn Sie dieses Arzneimittel einnehmen, wird Sie Ihr Arzt genau überwachen, ob Sie

Diabetes haben oder ob das Risiko besteht, dass Sie Diabetes bekommen. Das Risiko, dass

Sie Diabetes bekommen, ist wahrscheinlich, wenn Sie hohe Zucker- und Fettwerte im Blut

haben, übergewichtig sind und hohen Blutdruck haben.

Bevor Sie mit der Einnahme von Locol beginnen, prüfen Sie mit Ihrem Arzt oder

Apotheker:

ob Sie eine schwere Atemwegserkrankung haben.

Wenn einer der genannten Punkte auf Sie zutrifft, informieren Sie Ihren Arzt. Ihr Arzt wird

eine Blutuntersuchung durchführen, bevor er Ihnen Locol verschreibt.

Informieren Sie ebenfalls Ihren Arzt oder Apotheker, wenn bei Ihnen anhaltende

Muskelschwäche auftritt. Zur Diagnose und Behandlung dieses Zustands sind

möglicherweise weitere Untersuchungen und Arzneimittel notwendig.

Wenn Sie während der Behandlung mit Locol Zeichen oder Symptome wie Übelkeit,

Erbrechen, Appetitverlust, gelbe Augen oder Haut, Verwirrtheit, Euphorie oder

Depressionen, geistige Verlangsamung, verwaschene Sprache, Schlafstörungen, Zittern

oder leichte Blutergüsse oder Blutungen entwickeln, können dies Zeichen eines

Leberversagens sein. Sollte einer dieser Fälle bei Ihnen auftreten, so kontaktieren Sie

unverzüglich Ihren Arzt.

Locol und Personen über 70 Jahre

Wenn Sie über 70 Jahre alt sind, wird Ihr Arzt prüfen, ob bei Ihnen Risikofaktoren für

Muskelerkrankungen vorliegen. Bei Ihnen können spezielle Blutuntersuchungen notwendig

sein.

Kinder und Jugendliche

Bei Kindern unter 9 Jahren wurde Locol nicht untersucht und ist bei diesen Kindern nicht zur

Anwendung vorgesehen. Für Informationen zur Dosierung bei Kindern und Jugendlichen

über 9 Jahre siehe Abschnitt 3.

Es gibt keine Erfahrung bei Kindern und Jugendlichen mit der Anwendung von Fluvastatin in

Kombination mit Nikotinsäure, Colestyramin oder Fibraten.

Einnahme von Locol zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen oder

anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen oder angewendet haben oder

beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen oder anzuwenden, auch wenn es sich um

nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Falls Sie Fusidinsäure zur Behandlung einer Erkrankung, die durch Bakterien

verursacht wurde, einnehmen müssen, werden Sie die Einnahme von Locol

vorübergehend unterbrechen müssen. Ihr Arzt wird Ihnen mitteilen, ab wann Sie Locol

erneut einnehmen dürfen. Die Einnahme von Locol zusammen mit Fusidinsäure kann

in seltenen Fällen zu Muskelschwäche, Muskelempfindlichkeit oder Schmerzen führen

(Rhabdomyolyse). Bitte beachten Sie die Information hinsichtlich Rhabdomyolyse in

Abschnitt 4.

Locol kann entweder allein oder in Kombination mit anderen cholesterinsenkenden

Arzneimitteln angewendet werden, die Ihnen der Arzt verschrieben hat.

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Nach der Anwendung von Austauscherharzen, z. B. Colestyramin (in erster Linie bei der

Behandlung von hohem Cholesterin angewendet), warten Sie bitte mindestens 4 Stunden,

bevor Sie Locol einnehmen.

Informieren Sie Ihren Arzt und Apotheker, wenn Sie folgende Arzneimittel anwenden:

Ciclosporin (ein Arzneimittel zur Unterdrückung des Immunsystems)

Fibrate (z. B. Gemfibrozil), Nikotinsäure oder Gallensäureaustauscherharze

(Arzneimittel zur Senkung der Spiegel des schädlichen Cholesterins)

Fluconazol (ein Arzneimittel zur Behandlung von Pilzinfektionen)

Rifampicin (ein Antibiotikum)

Phenytoin (ein Arzneimittel zur Behandlung von Epilepsie)

Orale Gerinnungshemmer wie Warfarin (ein Arzneimittel zur Verminderung der

Blutgerinnung)

Glibenclamid (ein Arzneimittel zur Behandlung von Diabetes)

Colchicine (zur Behandlung von Gicht).

Schwangerschaft und Stillzeit

Sie dürfen Locol nicht einnehmen, wenn Sie schwanger sind oder stillen, da der Wirkstoff Ihr

ungeborenes Kind schädigen kann und nicht bekannt ist, ob der Wirkstoff in die Muttermilch

ausgeschieden wird.

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels

Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Locol darf nicht während der Schwangerschaft eingenommen werden. Verwenden Sie eine

zuverlässige Methode zur Schwangerschaftsverhütung während der Behandlung mit Locol.

Wenn Sie während der Behandlung mit diesem Arzneimittel schwanger werden, beenden

Sie die Einnahme von Locol und suchen Sie Ihren Arzt auf. Ihr Arzt wird das mögliche Risiko

der Einnahme von Locol während der Schwangerschaft mit Ihnen besprechen.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Es liegen keine Informationen über die Auswirkungen von Locol auf die Verkehrstüchtigkeit

und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen vor.

3.

Wie ist Locol einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder

Apotheker ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher

sind. Die empfohlene Dosis sollte nicht überschritten werden.

Ihr Arzt wird Ihnen eine cholesterinarme Diät empfehlen. Führen Sie diese Diät auch

während der Einnahme von Locol weiter fort.

Wie viel von Locol einzunehmen ist

Empfohlene Dosierung für Erwachsene

Der Dosisbereich für Erwachsene beträgt 20 bis 80 mg Fluvastatin pro Tag und hängt

vom Ausmaß der Cholesterinsenkung, die erreicht werden soll, ab. Dosisanpassungen

können von Ihrem Arzt in vierwöchigen oder längeren Abständen vorgenommen werden.

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Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Bei Kindern (ab einem Alter von 9 Jahren) liegt die übliche Anfangsdosis bei 20 mg

Fluvastatin pro Tag. Die tägliche Höchstdosis beträgt 80 mg. Dosisanpassungen können

von Ihrem Arzt in sechswöchigen Abständen vorgenommen werden.

Ihr Arzt teilt Ihnen genau mit, wie viele Tabletten von Locol (Fluvastatin) Sie einnehmen

sollen.

Je nachdem, wie Sie auf die Behandlung ansprechen, kann der Arzt Ihre Dosis erhöhen

oder vermindern.

Wann Locol einzunehmen ist

Wenn Sie Locol 80 mg Retardtabletten einnehmen, können Sie Ihre Dosis zu einer

beliebigen Tageszeit einnehmen.

Sie können Locol mit oder ohne Nahrung einnehmen. Schlucken Sie die Tabletten als

Ganzes mit einem Glas Wasser.

Wenn Sie eine größere Menge von Locol eingenommen haben, als Sie sollten

Wenn Sie versehentlich zu viele Locol 80 mg Retardtabletten eingenommen haben,

sprechen Sie sofort mit Ihrem Arzt. Sie benötigen möglicherweise eine medizinische

Behandlung.

Wenn Sie die Einnahme von Locol vergessen haben

Nehmen Sie eine Dosis ein, sobald Sie das Versäumnis bemerkt haben. Holen Sie

die Einnahme jedoch nicht nach, wenn Ihr nächster Einnahmezeitpunkt in weniger

als 4 Stunden bevorsteht. In diesem Fall nehmen Sie bitte Ihre nächste Dosis zum

üblichen Zeitpunkt ein.

Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme

vergessen haben.

Wenn Sie die Einnahme von Locol abbrechen

Um den Nutzen Ihrer Behandlung aufrecht zu erhalten, beenden Sie nicht die Einnahme von

Locol, solange es Ihnen Ihr Arzt nicht sagt. Sie müssen mit der Einnahme von Locol wie

angewiesen fortfahren, um die Spiegel des „schlechten“ Cholesterins niedrig zu halten.

Locol führt keine Heilung Ihrer Erkrankung herbei, sondern trägt lediglich dazu bei, diese

unter Kontrolle zu halten. Ihre Cholesterinwerte müssen im Rahmen der

Verlaufsbeobachtung regelmäßig kontrolliert werden.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder

Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht

bei jedem auftreten müssen.

Manche seltene (kann bis zu 1 von 1000 Behandelten betreffen) oder sehr seltene (kann bis

zu 1 von 10 000 Behandelten betreffen) Nebenwirkungen können schwerwiegend sein: Sie

benötigen sofort medizinische Hilfe,

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wenn es bei Ihnen zu Muskelschmerzen, Muskelempfindlichkeit oder

Muskelschwäche unklarer Ursache kommt. Dabei kann es sich um Frühzeichen

eines potenziell schwerwiegenden Abbaus der Muskulatur handeln, der sich

verhindern lässt, indem der Arzt die Behandlung mit Fluvastatin so schnell wie

möglich beendet. Diese Nebenwirkungen wurden auch bei anderen Arzneimitteln

dieser Klasse (Statine) beobachtet.

wenn es bei Ihnen zu ungewohnter Müdigkeit oder Fieber, einer Gelbfärbung von

Haut und Augenweiß oder einer Dunkelfärbung des Harns kommt (Zeichen einer

Hepatitis).

wenn bei Ihnen Zeichen einer Hautreaktion auftreten, z. B. Hautausschlag,

Nesselsucht, Rötung, Juckreiz, Schwellung von Gesicht, Augenlidern und Lippen.

wenn es bei Ihnen zu einer Schwellung der Haut, Schwierigkeiten beim Atmen oder

Schwindel kommt (Zeichen einer schweren allergischen Reaktion).

wenn Sie stärker als sonst zu Blutungen oder Blutergüssen neigen (Zeichen einer

verminderten Anzahl von Blutplättchen).

wenn sich bei Ihnen rote oder violette Hautläsionen bilden (Zeichen einer

Entzündung der Blutgefäße).

wenn Sie einen roten, fleckigen Hautausschlag vor allem im Gesicht haben,

möglicherweise in Verbindung mit Abgeschlagenheit, Fieber, Übelkeit, Appetitverlust

(Zeichen einer Lupus-erythematodes-ähnlichen Reaktion).

wenn Sie an starken Schmerzen im Oberbauch leiden (Zeichen einer

Bauchspeicheldrüsenentzündung).

Wenn eine dieser Nebenwirkungen bei Ihnen auftritt, informieren Sie bitte umgehend Ihren

Arzt.

Weitere Nebenwirkungen: Informieren Sie Ihren Arzt, wenn sie Sie beunruhigen.

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):

Schlafprobleme, Kopfschmerzen, Magenbeschwerden, Bauchschmerzen, Übelkeit,

krankhafte Bluttestergebnisse für Muskeln und Leber

Sehr selten (kann bis zu 1 von 10 000 Behandelten betreffen):

Kribbeln oder Taubheitsgefühl in den Händen oder Füßen, gestörte oder herabgesetzte

Empfindlichkeit

Nebenwirkungen mit unbekannter Häufigkeit (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren

Daten nicht abschätzbar):

Impotenz, anhaltende Muskelschwäche, Atemprobleme, einschließlich

andauernder Husten und/oder Kurzatmigkeit oder Fieber.

Durchfall

Andere mögliche Nebenwirkungen:

Schlafstörungen, einschließlich Schlaflosigkeit und Albträume

Gedächtnisverlust

Sexuelle Störungen

Depression

Diabetes. Diese Nebenwirkung tritt wahrscheinlicher auf, wenn Sie hohe Zucker-

und Fettwerte im Blut haben, übergewichtig sind und hohen Blutdruck haben. Ihr

Arzt wird Sie entsprechend überwachen, während Sie dieses Arzneimittel

einnehmen.

Sehnenerkrankung, manchmal bis hin zu einem Sehnenriss.

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Verständigen Sie bitte Ihren Arzt, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich

beeinträchtigt oder wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser

Gebrauchsinformation angegeben sind.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies

gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie

können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und

Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn,

Website: www.bfarm.de, anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu

beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung

gestellt werden.

5.

Wie ist Locol aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Nicht über 30 °C und in der Originalpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu

schützen.

Belassen Sie Locol 80 mg Retardtabletten bis unmittelbar vor der Anwendung in der

Blisterverpackung, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nicht verwenden, wenn Sie Folgendes bemerken:

Beschädigungen der Packung oder Anzeichen von Manipulation.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden.

Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats. Die Angabe

des Verfalldatums befindet sich auf dem Behältnis unter „Verwendbar bis“.

Entsorgen Sie Arzneimittel niemals über das Abwasser (z. B. nicht über die Toilette oder das

Waschbecken). Fragen Sie in Ihrer Apotheke, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn

Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei. Weitere

Informationen finden Sie unter www.bfarm.de/arzneimittelentsorgung.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Locol enthält

Der Wirkstoff ist Fluvastatin-Natrium.

Jede Locol 80 mg Retardtablette enthält 84,24 mg Fluvastatin-Natrium

(entsprechend 80 mg Fluvastatin).

Die sonstigen Bestandteile sind: Mikrokristalline Cellulose, Hypromellose, Hyprolose,

Kaliumhydrogencarbonat, Povidon (K 30), Magnesiumstearat (Ph.Eur.).

Der Filmüberzug enthält: Hypromellose, Macrogol 8000, Eisen(III)-hydroxid-oxid gelb

(E 172), Titandioxid (E 171).

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Wie Locol aussieht und Inhalt der Packung

Runde, gelbe, leicht bikonvexe, befilmte Retardtabletten mit abgeschrägten Kanten und

einem Durchmesser von ca. 10 mm. Auf der einen Seite ist „LE“ und auf der anderen Seite

„NVR“ eingeprägt.

HDPE-Flaschen:

Packungen mit 30, 50 und 100 Retardtabletten

Blister:

Alu/Alu-Blister (mit 7 oder 14 Retardtabletten):

28 (4x7), 49 (7x7), 56 (8x7), 98 (14x7 oder 7x14) Retardtabletten

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen und Packmaterialien in den Verkehr

gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Novartis Pharma GmbH

90327 Nürnberg

Telefon: (09 11) 273-0

Telefax: (09 11) 273-12 653

Internet/E-Mail: www.novartis.de

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes

(EWR) unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Name des Mitgliedsstaates

Name des Arzneimittels

Bulgarien, Estland, Griechenland, Irland, Kroatien,

Lettland, Litauen, Malta, Niederlande, Polen,

Portugal, Rumänien, Slowakei, Slowenien,

Tschechische Republik, Ungarn, Vereinigtes

Königreich, Zypern

Lescol XL

Dänemark, Finnland, Island, Norwegen, Schweden

Lescol Depot

Österreich

Lescol MR

Belgien, Luxemburg

Lescol Exel

Frankreich

Lescol LP

Deutschland

Locol

Italien

Lescol

Spanien

Lescol Prolib

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt genehmigt im 05/2019.

Seite 1

Fachinformation (Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels/SmPC)

Novartis Pharma

LOCOL

80 mg Retardtabletten

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

LOCOL

80 mg Retardtabletten

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Wirkstoff: Fluvastatin (als Fluvastatin-Natrium)

Eine Retardtablette Locol 80 mg enthält 84,24 mg Fluvastatin-Natrium (entsprechend 80 mg

Fluvastatin).

Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Retardtabletten

Runde, gelbe, leicht bikonvexe, befilmte Retardtabletten mit abgeschrägten Kanten und einem

Durchmesser von ca. 10 mm. Auf der einen Seite ist „LE“ und auf der anderen Seite „NVR“

eingeprägt.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Dyslipidämie

Behandlung von Erwachsenen mit primärer Hypercholesterinämie oder gemischter

Dyslipidämie zusätzlich zu Diät, wenn die Diät und andere nicht-pharmakologische

Behandlungen (z. B. Bewegung, Gewichtsreduktion) unzureichend sind.

Sekundärprävention bei koronarer Herzkrankheit

Sekundärprävention schwerer unerwünschter kardialer Ereignisse bei Erwachsenen mit

koronarer Herzkrankheit nach perkutaner Koronarintervention (siehe Abschnitt 5.1).

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Erwachsene

Dyslipidämie

Die Patienten sollten vor Beginn der Behandlung mit Locol auf eine cholesterinarme

Standarddiät gesetzt werden, die auch während der Behandlung beibehalten werden sollte.

Die Anfangs- und die Erhaltungsdosis sollten entsprechend dem LDL-C-Ausgangswert und

dem angestrebten Behandlungsziel individuell festgelegt werden.

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Der empfohlene Dosisbereich beträgt 20 bis 80 mg/Tag. Bei Patienten, die eine LDL-C-

Reduktion um < 25 % benötigen, kann eine Anfangsdosis von 20 mg Fluvastatin abends

gegeben werden. Bei Patienten, die eine LDL-C-Reduktion um ≥ 25 % benötigen, liegt die

empfohlene Anfangsdosis bei 40 mg Fluvastatin abends. Die Dosis kann auf bis zu 80 mg

täglich auftitriert werden, gegeben in Form einer Einzeldosis (eine Locol 80 mg Retardtablette)

zu einer beliebigen Tageszeit oder als Verabreichung von 40 mg Fluvastatin zweimal täglich

(eine Dosis morgens und eine Dosis abends).

Die maximale lipidsenkende Wirkung wird unabhängig von der angewendeten Dosis innerhalb

von 4 Wochen erreicht. Dosisanpassungen sollten in Abständen von mindestens 4 Wochen

vorgenommen werden.

Sekundärprävention bei koronarer Herzkrankheit

Bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit nach perkutaner Koronarintervention beträgt die

geeignete Dosis 80 mg.

Locol ist wirksam als Monotherapie. Wenn Locol in Kombination mit Colestyramin oder anderen

Austauscherharzen verabreicht wird, sollte das Arzneimittel mindestens 4 Stunden nach dem

Austauscherharz gegeben werden, um signifikante Wechselwirkungen infolge einer Bindung

des Arzneimittels an das Austauscherharz zu vermeiden. Bei gleichzeitiger Anwendung mit

einem Fibrat oder Niacin ist es erforderlich, Nutzen und Risiko der gleichzeitigen Behandlung

sorgfältig zu prüfen (zur Anwendung mit Fibraten oder Niacin siehe Abschnitt 4.5).

Pädiatrische Population

Kinder und Jugendliche mit heterozygoter familiärer Hypercholesterinämie

Vor Beginn einer Behandlung mit Fluvastatin bei Kindern und Jugendlichen ab 9 Jahren mit

heterozygoter familiärer Hypercholesterinämie sollten die Patienten auf eine cholesterinarme

Standarddiät gesetzt werden, die auch während der Behandlung beibehalten werden sollte.

Die empfohlene Anfangsdosis liegt bei 20 mg Fluvastatin. Dosisanpassungen sollten im

Abstand von 6 Wochen erfolgen. Die Dosis sollte entsprechend dem LDL-C-Ausgangswert und

dem angestrebten Behandlungsziel individuell festgelegt werden. Die maximale Tagesdosis

beträgt 80 mg Fluvastatin, entweder durch Gabe von 40 mg zweimal täglich oder als Locol

80 mg Retardtablette einmal täglich.

Die Anwendung von Fluvastatin in Kombination mit Nikotinsäure, Colestyramin oder Fibraten

wurde bei Kindern und Jugendlichen nicht untersucht.

Locol wurde nur bei Kindern ab 9 Jahren mit heterozygoter familiärer Hypercholesterinämie

untersucht.

Eingeschränkte Nierenfunktion

Locol wird über die Leber eliminiert, und weniger als 6 % einer verabreichten Dosis werden mit

dem Urin ausgeschieden.

Eine leichte bis schwere Niereninsuffizienz bleibt ohne Auswirkungen auf die Pharmakokinetik

von Fluvastatin.

Bei diesen Patienten ist daher keine Dosisanpassung erforderlich. Da es jedoch nur geringe

Erfahrung mit Dosen > 40 mg/Tag bei schweren Nierenfunktionsstörungen (Kreatinin-

Clearance < 0,5 ml/s oder 30 ml/min) gibt, sollten solche Dosen mit Vorsicht angewendet

werden.

Eingeschränkte Leberfunktion

Locol ist bei Patienten mit aktiver Lebererkrankung oder einer unklaren anhaltenden Erhöhung

der Transaminasen im Serum kontraindiziert (siehe Abschnitte 4.3, 4.4 und 5.2).

Seite 3

Ältere Population

Es ist keine Dosisanpassung bei dieser Population erforderlich.

Art der Anwendung

Locol Retardtabletten können mit oder ohne Nahrung eingenommen werden und sind als

Ganzes mit einem Glas Wasser zu schlucken.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

Locol darf nicht angewendet werden bei Patienten:

mit aktiver Lebererkrankung oder einer unklaren anhaltenden Erhöhung der

Transaminasen im Serum (siehe Abschnitte 4.2, 4.4 und 4.8).

während der Schwangerschaft und Stillzeit (siehe Abschnitt 4.6).

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Leberfunktion

In der Spontanerfassung wurden Fälle von tödlichem und nicht-tödlichem Leberversagen mit

Statinen einschließlich Locol berichtet. Obwohl kein kausaler Zusammenhang mit der Locol-

Behandlung festgestellt wurde, sollten die Patienten angehalten werden, alle möglichen

Symptome oder Anzeichen von Leberversagen (z. B. Übelkeit, Erbrechen, Appetitverlust,

Gelbsucht, verschlechterte Gehirnfunktion, leichtes Auftreten von blauen Flecken und

Blutungen) zu berichten. Ein Abbruch der Behandlung sollte in Erwägung gezogen werden.

Wie bei anderen Lipidsenkern wird empfohlen, bei allen Patienten vor Beginn der Behandlung,

12 Wochen nach Behandlungsbeginn bzw. einer Dosiserhöhung und anschließend in

regelmäßigen Abständen die Leberfunktionswerte zu bestimmen. Sollte es zu einem

anhaltenden Anstieg der Aspartataminotransferase oder Alaninaminotransferase auf mehr als

das Dreifache des oberen Normwerts kommen, ist die Behandlung zu beenden. In sehr

seltenen Fällen wurde eine möglicherweise arzneimittelbedingte Hepatitis beobachtet, die nach

dem Absetzen der Behandlung wieder abgeklungen ist.

Locol sollte bei Patienten mit einer Lebererkrankung in der Anamnese oder starkem

Alkoholkonsum mit Vorsicht angewendet werden.

Skelettmuskulatur

Während einer Behandlung mit Fluvastatin ist es selten zu einer Myopathie gekommen. Über

Myositis und Rhabdomyolyse wurde in sehr seltenen Fällen berichtet. Bei Patienten mit

unklaren diffusen Myalgien, Muskelempfindlichkeit oder Muskelschwäche und/oder einer

deutlichen Erhöhung der Kreatinkinase (CK) ist an eine Myopathie, Myositis oder

Rhabdomyolyse zu denken. Die Patienten sollten daher angewiesen werden, unklare

Muskelschmerzen, Muskelempfindlichkeit oder Muskelschwäche sofort zu berichten, vor allem

bei gleichzeitigem Krankheitsgefühl oder Fieber.

In sehr seltenen Fällen wurde während oder nach der Behandlung mit einigen Statinen über

eine immunvermittelte nekrotisierende Myopathie (immune-mediated necrotizing myopathy;

IMNM) berichtet. Die klinischen Charakteristika einer IMNM sind persistierende proximale

Muskelschwäche und erhöhte Serum-Kreatinkinase-Werte, die trotz Absetzen der Behandlung

mit Statinen fortbestehen.

Wechselwirkung mit Fusidinsäure

Locol und systemische Formulierungen von Fusidinsäure dürfen nicht zeitgleich oder innerhalb

von 7 Tagen nach Beendigung der Fusidinsäuretherapie verabreicht werden. Wird die

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Behandlung mit Fusidinsäure für einen Patienten als unverzichtbar angesehen, sollte die Gabe

von Statinen für die Zeitdauer der Behandlung mit Fusidinsäure unterbrochen werden. Es gibt

Berichte über Rhabdomyolysen (einschließlich fataler Ausgänge) bei Patienten, die

Fusidinsäure und Statine in Kombination erhielten (siehe Abschnitt 4.5). Patienten müssen

angewiesen werden, sofort einen Arzt zu konsultieren, falls sie Anzeichen von

Muskelschwäche, Schmerzen oder Muskelempfindlichkeit an sich bemerken.

7 Tage nach der letzten Fusidinsäure-Dosis kann die Statin-Therapie wiederaufgenommen

werden.

Falls in besonderen Fällen eine anhaltende systemische Gabe von Fusidinsäure erforderlich ist,

wie zum Beispiel zur Behandlung von schwerwiegenden Infektionen, sollte die Notwendigkeit

der gleichzeitigen Verabreichung von Locol und Fusidinsäure nur nach einer

Einzelfallbewertung und unter engmaschiger medizinischer Kontrolle in Betracht gezogen

werden.

Kreatinkinase-Messungen

Bisher spricht nichts dafür, dass bei asymptomatischen Patienten unter Behandlung mit

Statinen die Gesamt-CK-Werte oder andere Muskelenzymwerte im Plasma routinemäßig

überwacht werden müssen. Wenn die CK-Werte bestimmt werden müssen, sollte dies nicht

nach starker körperlicher Belastung oder bei Vorliegen einer anderen plausiblen Erklärung für

eine CK-Erhöhung erfolgen, da die Interpretation der Werte dadurch erschwert wird.

Vor der Behandlung

Wie alle Statine sollte auch Fluvastatin bei Patienten mit prädisponierenden Faktoren für eine

Rhabdomyolyse und deren Komplikationen mit Vorsicht verordnet werden. Vor Beginn der

Behandlung mit Fluvastatin sollte in folgenden Situationen eine Messung der Kreatinkinase

erfolgen:

Eingeschränkte Nierenfunktion

Hypothyreose

Erbliche Muskelkrankheiten in der persönlichen oder familiären Anamnese

Unter vorangegangener Behandlung mit Statinen oder Fibraten aufgetretene

Muskeltoxizität

Alkoholmissbrauch

Sepsis

Hypotonie

Starke Muskelzuckungen

Größere chirurgische Eingriffe

Schwere metabolische, endokrine oder Elektrolyterkrankungen

Bei älteren Patienten (Alter > 70 Jahre) sollte die Notwendigkeit einer solchen Messung

auf Grundlage des Vorliegens von weiteren prädisponierenden Faktoren für eine

Rhabdomyolyse ermittelt werden.

In solchen Situationen ist das mit der Behandlung einhergehende Risiko sorgfältig gegen den

möglichen Nutzen abzuwägen. Zudem sollte eine klinische Überwachung erfolgen. Wenn die

CK-Ausgangswerte signifikant erhöht sind (> 5 x ULN; upper limit of normal; obere

Normgrenze), sollte zur Bestätigung der Werte innerhalb von 5 bis 7 Tagen eine weitere

Messung vorgenommen werden. Falls die CK-Ausgangswerte weiterhin signifikant erhöht sind

(> 5 x ULN), sollte nicht mit der Behandlung begonnen werden.

Während der Behandlung

Wenn es bei Patienten unter Fluvastatin zu Muskelsymptomen wie Schmerzen, Schwäche oder

Krämpfen kommt, sollten die CK-Werte bestimmt werden. Bei deutlich erhöhten Werten (> 5

x ULN) sollte die Behandlung abgebrochen werden.

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Bei stark ausgeprägten und mit täglichen Beschwerden einhergehenden Muskelsymptomen ist

eine Beendigung der Behandlung zu erwägen, auch dann, wenn sich der Anstieg der CK-Werte

auf ≤ 5 x ULN beläuft.

Wenn die Symptome abgeklungen sind und sich die CK-Werte wieder normalisiert haben, kann

eine Wiederaufnahme der Behandlung mit Fluvastatin oder einem anderen Statin in der

niedrigsten Dosis und unter engmaschiger Überwachung in Betracht gezogen werden.

Bei Patienten, die Immunsuppressiva (einschließlich Ciclosporin), Fibrate, Nikotinsäure oder

Erythromycin in Kombination mit anderen HMG-CoA-Reduktasehemmern erhalten hatten,

wurde über ein erhöhtes Myopathierisiko berichtet. Nach der Markteinführung wurde unter einer

gleichzeitigen Anwendung von Fluvastatin mit Ciclosporin und Fluvastatin mit Colchicinen in

Einzelfällen über Myopathie berichtet. Locol sollte bei Patienten, die derartige

Begleitmedikationen erhalten, mit Vorsicht angewendet werden (siehe Abschnitt 4.5).

Interstitielle Lungenerkrankung

Es wurden Einzelfälle von interstitieller Lungenerkrankung im Zusammenhang mit einigen

Statinen berichtet, insbesondere bei Langzeittherapie (siehe Abschnitt 4.8). Die Befunde

können Dyspnoe, unproduktiven Husten und eine Verschlechterung des allgemeinen

Gesundheitszustands (Müdigkeit, Gewichtsverlust und Fieber) einschließen. Bei dem Verdacht,

dass der Patient eine interstitielle Lungenerkrankung entwickelt hat, ist die Statin-Therapie

abzusetzen.

Diabetes mellitus

Einige Anzeichen deuten darauf hin, dass die Substanzklasse der Statine den Glukosespiegel

im Blut erhöht und dass sich bei einigen Patienten mit hohem Risiko für zukünftigen Diabetes

Hyperglykämien entwickeln, bei denen eine Diabetesbehandlung angezeigt ist. Dieses Risiko

wird jedoch durch die Verringerung des vaskulären Risikos durch Statine aufgewogen und

sollte daher kein Grund für einen Abbruch der Statin-Therapie sein. Risikopatienten

(Nüchternglukosewert 5,6 bis 6,9 mmol/l, BMI >30 kg/m

, erhöhte Triglyzeride, Hypertonie)

sollten sowohl klinisch als auch biochemisch entsprechend den nationalen Leitlinien überwacht

werden.

Pädiatrische Population

Kinder und Jugendliche mit heterozygoter familiärer Hypercholesterinämie

Bei Patienten unter 18 Jahren wurden die Wirksamkeit und Unbedenklichkeit nicht über einen

Zeitraum von mehr als 2 Jahren untersucht. Daten zu den Auswirkungen einer

Langzeitbehandlung auf die körperliche, intellektuelle und sexuelle Reifung liegen nicht vor. Die

langfristige Wirksamkeit einer Therapie mit Locol im Kindesalter im Hinblick auf eine

Verminderung der Morbidität und Mortalität im Erwachsenenalter wurde nicht ermittelt (siehe

Abschnitt 5.1).

Fluvastatin wurde nur bei Kindern ab 9 Jahren mit heterozygoter familiärer

Hypercholesterinämie untersucht (Einzelheiten siehe Abschnitt 5.1). Bei präpubertären Kindern

sollten die potenziellen Risiken und Vorteile vor der Behandlung sorgfältig abgewogen werden,

da die Erfahrung in dieser Altersgruppe sehr begrenzt ist.

Homozygote familiäre Hypercholesterinämie

Es liegen keine Daten über die Anwendung von Fluvastatin bei Patienten mit der sehr seltenen

homozygoten familiären Hypercholesterinämie vor.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Seite 6

Fibrate und Niacin

Die gleichzeitige Gabe von Fluvastatin mit Bezafibrat, Gemfibrozil, Ciprofibrat oder Niacin

(Nikotinsäure) hat keinen klinisch relevanten Effekt auf die Bioverfügbarkeit von Fluvastatin

oder der anderen Lipidsenker. Da bei Patienten unter Behandlung mit anderen

HMG-CoA-Reduktasehemmern in Kombination mit irgendeinem dieser Wirkstoffe ein erhöhtes

Myopathie- und/oder Rhabdomyolyserisiko beobachtet wurde, sollten Nutzen und Risiko der

gleichzeitigen Behandlung sorgfältig abgewogen und derartige Kombinationen nur mit Vorsicht

angewendet werden (siehe Abschnitt 4.4).

Colchicin

In Einzelfällen wurde eine muskelschädigende Wirkung, einschließlich Muskelschmerzen,

Muskelschwäche und Rhabdomyolyse, bei gleichzeitiger Anwendung mit Colchicin berichtet.

Nutzen und Risiko der gleichzeitigen Behandlung sollten sorgfältig abgewogen und derartige

Kombinationen mit Vorsicht angewendet werden (siehe Abschnitt 4.4).

Ciclosporin

Studien an Nierentransplantationspatienten weisen darauf hin, dass die Bioverfügbarkeit von

Fluvastatin (bis zu einer Dosis von 40 mg/Tag) bei Patienten unter einem stabilen

Ciclosporin-Regime nicht in klinisch relevantem Maß erhöht ist. Die Ergebnisse einer anderen

Studie, in der nierentransplantierte Patienten unter einem stabilen Ciclosporin-Regime mit Locol

80 mg Retardtabletten (80 mg Fluvastatin Retardtabletten) behandelt wurden, zeigten, dass die

Exposition (AUC) und die Höchstkonzentration (C

) von Fluvastatin gegenüber historischen

Daten von gesunden Freiwilligen um das Zweifache erhöht waren. Obwohl diese Anstiege der

Fluvastatinspiegel nicht klinisch signifikant waren, sollte diese Kombination mit Vorsicht

angewendet werden. Anfangs- und Erhaltungsdosis von Fluvastatin sollten bei Kombination mit

Ciclosporin so niedrig wie möglich sein.

Locol 80 mg Retardtabletten (80 mg Fluvastatin Retardtabletten) hatten bei gleichzeitiger Gabe

keinen Einfluss auf die Bioverfügbarkeit von Ciclosporin.

Warfarin und andere Cumarinderivate

In einer Studie an gesunden Freiwilligen hatte die gleichzeitige Gabe von Fluvastatin und

Warfarin (als Einmalgabe) im Vergleich zu Warfarin allein keine nachteiligen Auswirkungen auf

die Warfarin-Konzentrationen im Plasma und die Prothrombinzeit.

Bei Patienten, die gleichzeitig Fluvastatin und Warfarin oder andere Cumarinderivate erhalten

hatten, wurde jedoch sehr selten über vereinzelte Blutungsepisoden und/oder eine verlängerte

Prothrombinzeit berichtet. Bei Patienten, die Warfarin oder andere Cumarinderivate erhalten,

sollte daher zu Beginn der Behandlung mit Fluvastatin, bei Absetzen der Behandlung sowie bei

Dosisänderungen die Prothrombinzeit kontrolliert werden.

Rifampicin (Rifampin)

Die Anwendung von Fluvastatin bei gesunden Freiwilligen, die mit Rifampicin (Rifampin)

vorbehandelt wurden, ging mit einer um etwa 50 % verminderten Bioverfügbarkeit von

Fluvastatin einher. Obwohl bisher keine klinischen Hinweise auf eine Veränderung der

lipidsenkenden Wirkung von Fluvastatin vorliegen, kann bei Patienten unter einer

Langzeittherapie mit Rifampicin (z. B. zur Behandlung einer Tuberkulose) eine entsprechende

Anpassung der Dosis von Fluvastatin erforderlich sein, um eine zufriedenstellende Senkung der

Lipidspiegel zu gewährleisten.

Orale Antidiabetika

Bei Patienten, die zur Behandlung eines nicht insulinabhängigen (Typ 2) Diabetes mellitus

(NIDDM) orale Sulfonylharnstoffe (Glibenclamid [Glyburid], Tolbutamid) erhalten, führt die

zusätzliche Gabe von Fluvastatin nicht zu klinisch relevanten Veränderungen der

Blutzuckerkontrolle. Bei NIDDM-Patienten unter Behandlung mit Glibenclamid (n = 32) führte

die gleichzeitige Gabe von Fluvastatin (40 mg zweimal täglich über einen Zeitraum von

Seite 7

14 Tagen) zu einer Erhöhung der mittleren C

, der AUC und der t

von Glibenclamid um

etwa 50 %, 69 % bzw. 121 %. Glibenclamid (5 bis 20 mg täglich) induzierte einen Anstieg der

mittleren C

und AUC von Fluvastatin um 44 % bzw. 51 %. In dieser Studie waren keine

Veränderungen der Glucose-, Insulin- und C-Peptid-Spiegel festzustellen. Patienten unter

gleichzeitiger Behandlung mit Glibenclamid (Glyburid) und Fluvastatin sind jedoch weiterhin in

geeigneter Weise zu überwachen, wenn die Dosis von Fluvastatin auf 80 mg täglich erhöht

wird.

Ionenaustauscherharze

Fluvastatin sollte mindestens 4 Stunden nach dem Austauscherharz (z. B. Colestyramin)

angewendet werden, um signifikante Wechselwirkungen infolge einer Bindung des

Arzneimittels an das Austauscherharz zu vermeiden.

Fluconazol

Bei gesunden Freiwilligen, die mit Fluconazol (CYP2C9-Hemmer) vorbehandelt wurden, kam es

nach der Gabe von Fluvastatin zu einem Anstieg der Exposition und der Plasmaspitzenspiegel

von Fluvastatin um etwa 84 % bzw. 44 %. Obwohl es keine klinischen Hinweise auf ein

geändertes Sicherheitsprofil von Fluvastatin bei Patienten, die 4 Tage mit Fluconazol

vorbehandelt wurden, gab, sollte Fluvastatin nur mit Vorsicht gemeinsam mit Fluconazol

angewendet werden.

Histamin-H2-Rezeptorantagonisten und Protonenpumpenhemmer

Die gleichzeitige Gabe von Fluvastatin mit Cimetidin, Ranitidin oder Omeprazol führt zu einer

erhöhten Bioverfügbarkeit von Fluvastatin, die jedoch nicht klinisch relevant ist.

Phenytoin

Das Ausmaß der Änderungen in der Pharmakokinetik von Phenytoin bei gleichzeitiger

Anwendung von Fluvastatin ist relativ gering und klinisch nicht signifikant. Daher ist eine

routinemäßige Überwachung des Plasmaspiegels von Phenytoin während der gleichzeitigen

Anwendung von Fluvastatin ausreichend.

Kardiovaskuläre Arzneimittel

Bei gleichzeitiger Gabe von Fluvastatin mit Propranolol, Digoxin, Losartan oder Amlodipin

kommt es nicht zu klinisch relevanten pharmakokinetischen Wechselwirkungen. Auf Grundlage

der pharmakokinetischen Daten ist keine spezielle Überwachung oder Dosisanpassung

erforderlich, wenn Fluvastatin gemeinsam mit diesen Wirkstoffen angewendet wird.

Itraconazol und Erythromycin

Die gleichzeitige Anwendung von Fluvastatin mit den hoch wirksamen Cytochrom-P450(CYP)-

3A4-Hemmern Itraconazol und Erythromycin hat nur einen minimalen Einfluss auf die

Bioverfügbarkeit von Fluvastatin. Da dieses Enzym nur in geringem Maß an der

Verstoffwechselung von Fluvastatin beteiligt ist, dürfte ein Einfluss auf die Bioverfügbarkeit von

Fluvastatin durch andere CYP3A4-Inhibitoren (z. B. Ketoconazol, Ciclosporin) unwahrscheinlich

sein.

Fusidinsäure

Das Risiko einer Myopathie inklusive Rhabdomyolyse kann durch die kombinierte Anwendung

von systemischer Fusidinsäure und Statinen erhöht sein. Der Mechanismus dieser Interaktion

(ob pharmakodynamischer oder pharmakokinetischer Art oder beides) ist noch unbekannt. Es

gibt Berichte über Rhabdomyolysen (einschließlich einiger fataler Ausgänge) bei Patienten, die

Fusidinsäure und Statine in Kombination erhielten.

Sofern eine Behandlung mit systemischer Fusidinsäure notwendig ist, sollte die Behandlung mit

Locol während der Dauer der Behandlung mit Fusidinsäure unterbrochen werden. Bitte auch

Abschnitt 4.4 beachten.

Seite 8

Grapefruitsaft

Da Fluvastatin nicht mit anderen CYP3A4-Substraten in Wechselwirkung tritt, dürfte es

zwischen Fluvastatin und Grapefruitsaft nicht zu Wechselwirkungen kommen.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Frauen im gebärfähigen Alter

Frauen im gebärfähigen Alter müssen eine wirksame Verhütungsmethode anwenden.

Falls eine Patientin während der Einnahme von Locol schwanger wird, ist die Behandlung zu

beenden.

Schwangerschaft

Es liegen keine hinreichenden Daten über die Verwendung von Fluvastatin während der

Schwangerschaft vor.

Da HMG-CoA-Reduktasehemmer die Synthese von Cholesterin und möglicherweise von

anderen biologisch aktiven Cholesterinderivaten reduzieren, könnte es im Fall einer

Anwendung bei Schwangeren zu einer Schädigung des Feten kommen. Aus diesem Grund ist

Locol während der Schwangerschaft kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Stillzeit

Basierend auf den präklinischen Daten ist zu erwarten, dass Fluvastatin in die Muttermilch

ausgeschieden wird. Es gibt keine hinreichenden Informationen über die Wirkungen von

Fluvastatin bei Neugeborenen/Säuglingen.

Locol ist bei stillenden Müttern kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Fertilität

In tierexperimentellen Studien wurden keine Wirkungen auf die männliche und weibliche

Fertilität beobachtet.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Es wurden keine Untersuchungen zu den Auswirkungen von Fluvastatin auf die

Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen durchgeführt.

4.8

Nebenwirkungen

Die am häufigsten berichteten unerwünschten Wirkungen bestehen in milden gastrointestinalen

Symptomen, Insomnie und Kopfschmerzen.

Nebenwirkungen (Tabelle 1) werden nach dem MedDRA-Organklassensystem aufgelistet.

Innerhalb jedes Organklassensystems werden die Nebenwirkungen nach ihrer Häufigkeit,

beginnend mit der Häufigsten, aufgeführt. Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die

Nebenwirkungen nach abnehmender Schwere aufgeführt. Weiterhin werden die

Häufigkeitsangaben für jede Nebenwirkung nach der folgenden Definition (CIOMS III)

angegeben: sehr häufig (≥ 1/10); häufig (≥ 1/100 bis < 1/10); gelegentlich (≥ 1/1.000 bis

< 1/100); selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000); sehr selten (< 1/10.000); nicht bekannt (Häufigkeit

auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Seite 9

Tabelle 1

Nebenwirkungen

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Sehr selten:

Thrombozytopenie

Erkrankungen des Immunsystems

Selten:

Überempfindlichkeitsreaktionen (Hautausschlag, Urtikaria)

Sehr selten:

Anaphylaktische Reaktion

Psychiatrische Erkrankungen

Häufig:

Insomnie

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig:

Kopfschmerzen

Sehr selten:

Parästhesie, Dysästhesie, Hypästhesie, die auch in

Verbindung mit der zugrunde liegenden Hyperlipidämie

auftreten können

Gefäßerkrankungen

Sehr selten:

Vaskulitis

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Nicht bekannt*:

Interstitielle Lungenerkrankung

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig:

Übelkeit, Abdominalschmerzen, Dyspepsie

Sehr selten:

Nicht bekannt*:

Pankreatitis

Durchfall

Leber- und Gallenerkrankungen

Sehr selten:

Hepatitis

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Sehr selten:

Angioödem, Gesichtsödem und andere Hautreaktionen

(z. B. Ekzem, Dermatitis, bullöses Exanthem)

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Selten:

Myalgie, Muskelschwäche, Myopathie

Sehr selten:

Nicht bekannt:

Rhabdomyolyse, Lupus-erythematodes-ähnliches

Syndrom, Myositis

Immunvermittelte nekrotisierende Myopathie (IMNM)

(siehe Abschnitt 4.4)

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Nicht bekannt*:

Erektile Dysfunktion

Untersuchungen

Häufig:

Erhöhte Blutkreatininphosphokinase, erhöhte

Bluttransaminasen

Auf Basis der Erfahrungen mit Locol (Fluvastatin) nach Markteinführung über

Berichte aus der Spontanerfassung und Literaturfälle. Da diese Nebenwirkungen

freiwillig von einer Population unbekannter Größe berichtet werden, ist es nicht

möglich, ihre Häufigkeit verlässlich einzustufen. Sie werden daher als „nicht

bekannt“ kategorisiert.

Die folgenden Nebenwirkungen wurden im Zusammenhang mit einigen Statinen berichtet:

Schlafstörungen, einschließlich Insomnie und Albträume

Gedächtnisverlust

Sexualstörungen

Depression

Diabetes mellitus: Die Häufigkeit hängt vom Vorhandensein oder Fehlen von

Risikofaktoren (Nüchternglukosewert ≥5,6 mmol/l, BMI >30 kg/m

, erhöhte Triglyzeride,

Hypertonie in der Anamnese) ab.

Tendinopathie, gelegentlich verkompliziert durch Sehnenrupturen

Pädiatrische Population

Seite 10

Kinder und Jugendliche mit heterozygoter familiärer Hypercholesterinämie

Das Sicherheitsprofil von Fluvastatin bei Kindern und Jugendlichen mit heterozygoter familiärer

Hypercholesterinämie, das bei 114 Patienten zwischen 9 und 17 Jahren innerhalb von zwei

offenen, nicht vergleichenden klinischen Studien untersucht wurde, fiel ähnlich aus wie bei

erwachsenen Patienten. Auswirkungen auf das Wachstum und die sexuelle Reifung haben sich

in keiner der beiden Studien gezeigt. Die Studien waren jedoch kaum geeignet, eine

Auswirkung der Behandlung auf diese Bereiche festzustellen.

Untersuchungen

Mit HMG-CoA-Reduktasehemmern und anderen Lipidsenkern wurden Anomalien der

biochemischen Leberfunktionswerte in Zusammenhang gebracht. Auf Grundlage einer

gepoolten Analyse von kontrollierten klinischen Studien kam es zu bestätigten Anstiegen der

Alaninaminotransferase- oder Aspartataminotransferasespiegel auf mehr als das Dreifache der

ULN bei 0,2 % der Patienten unter Fluvastatin Kapseln 20 mg/Tag, 1,5 % bis 1,8 % der

Patienten unter Fluvastatin Kapseln 40 mg/Tag, 1,9 % der Patienten unter Locol

Retardtabletten 80 mg/Tag und 2,7 % bis 4,9 % der Patienten unter Fluvastatin Kapseln 40 mg

zweimal täglich. Die Mehrzahl der Patienten mit diesen abnormen Werten zeigte dabei keine

Symptome. Zu ausgeprägten Anstiegen der CK-Spiegel auf mehr als das Fünffache der ULN

ist es nur bei einer sehr geringen Anzahl von Patienten gekommen (0,3 bis 1,0 %).

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer

Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses

des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall

einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt.

Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de,

anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Die Erfahrung mit einer Überdosierung von Fluvastatin ist bisher begrenzt. Für den Fall einer

Überdosierung von Locol steht keine spezielle Behandlung zur Verfügung. Sollte es zu einer

Überdosierung kommen, ist der Patient symptomatisch zu behandeln, falls nötig sind

unterstützende Maßnahmen einzuleiten. Die Leberfunktionswerte und CK-Spiegel im Serum

sollten überwacht werden.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: HMG-CoA-Reduktasehemmer, ATC-Code: C10AA04

Fluvastatin ist ein vollsynthetischer cholesterinsenkender Wirkstoff, der die

HMG-CoA-Reduktase kompetitiv hemmt. Dieses Enzym ist verantwortlich für die Umwandlung

von HMG-CoA in Mevalonsäure, einer Vorstufe der Sterole, zu denen auch das Cholesterin

gehört. Fluvastatin wirkt hauptsächlich in der Leber und liegt als Razemat zweier

Erythro-Enantiomere vor, wobei eines dieser Enantiomere für die pharmakologische Wirkung

verantwortlich ist. Die Hemmung der Cholesterinbiosynthese führt zu einer Senkung des

Cholesteringehalts in Leberzellen, wodurch die Synthese von LDL-Rezeptoren stimuliert und

damit die Aufnahme von LDL-Partikeln erhöht wird. Diese Mechanismen bewirken letztlich eine

Senkung der Cholesterinkonzentration im Plasma.

Locol bewirkt bei Patienten mit Hypercholesterinämie und gemischter Dyslipidämie eine

Verminderung der Gesamt-C-, LDL-C-, Apo-B- und der Triglyceridspiegel sowie eine Anhebung

der HDL-C-Spiegel.

Seite 11

In 12 placebokontrollierten Studien an Patienten mit Hyperlipoproteinämie des Typs IIa oder IIb

erfolgte bei 1.621 Patienten über einen Zeitraum von mindestens 6 Wochen eine Monotherapie

mit Locol (Fluvastatin Kapseln) in täglichen Dosierungen von 20 mg, 40 mg und 80 mg (40 mg

zweimal täglich). In einer Analyse nach 24 Wochen hat sich gezeigt, dass Tagesdosen von

20 mg, 40 mg und 80 mg eine dosisabhängige Verminderung der Gesamt-C-, LDL-C-, Apo-B-

und der Triglyceridspiegel sowie einen Anstieg der HDL-C-Spiegel bewirkt hatten (siehe

Tabelle 2).

Locol 80 mg Retardtabletten (Fluvastatin 80 mg Retardtabletten) wurden im Rahmen von drei

pivotalen Studien, in denen eine aktive Behandlung über 24 Wochen erfolgte, bei mehr als

800 Patienten angewendet und mit Locol 40 mg (Fluvastatin Kapseln) einmal oder zweimal

täglich verglichen. Bei Anwendung als einzelne Tagesdosis von 80 mg verminderte Locol 80

mg Retardtabletten signifikant die Gesamt-C-, LDL-C-, Triglycerid(TG)- und Apo-B-Spiegel

(siehe Tabelle 2).

Das therapeutische Ansprechen wird innerhalb von zwei Wochen gut erreicht, das maximale

Ansprechen innerhalb von vier Wochen. Nach einer Therapie über vier Wochen lag die

mediane Verminderung des LDL-C bei 38 %, und in Woche 24 (Endpunkt) belief sich die

mediane LDL-C-Senkung auf 35 %. Außerdem wurden signifikante Anstiege der HDL-C-Werte

verzeichnet.

Tabelle 2

Mediane prozentuale Veränderung der Lipidwerte zwischen Studienbeginn

und Woche 24

Placebokontrollierte Studien (Fluvastatin 20 mg und 40 mg Kapseln) und

verumkontrollierte Studien (Locol 80 mg Retardtabletten)

Gesamt-C

TG

LDL-C

Apo B

HDL-C

Dosis

N

% ∆

N

% ∆

N

% ∆

N

% ∆

N

% ∆

Alle Patienten

Fluvastatin Kapseln 20 mg

Fluvastatin Kapseln 40 mg

Fluvastatin Kapseln 40 mg

zweimal täglich

Locol 80 mg

Retardtabletten

TG-Ausgangswert

≥ 200 mg/dl

Fluvastatin Kapseln 20 mg

Fluvastatin Kapseln 40 mg

Fluvastatin Kapseln 40 mg

zweimal täglich

Locol 80 mg

Retardtabletten

Daten zu

Fluvastatin 20 mg und 40 mg Kapseln

aus 12 placebokontrollierten Studien

Daten zu Locol 80 mg Retardtabletten aus drei 24-wöchigen kontrollierten Studien

In der Lipoprotein und Coronary Atherosclerosis Study (LCAS) wurde bei Patienten und

Patientinnen (35 bis 75 Jahre alt) mit koronarer Herzkrankheit und LDL-C-Ausgangsspiegeln

von 3,0 bis 4,9 mmol/l (115 bis 190 mg/dl) die Wirkung von Fluvastatin auf

Koronaratherosklerose mittels quantitativer Koronarangiographie beurteilt. In dieser

randomisierten, doppelblinden, kontrollierten klinischen Studie wurden 429 Patienten entweder

mit Fluvastatin 40 mg/Tag oder mit Placebo behandelt. Die Koronarangiogramme wurden bei

Studienbeginn sowie nach einer Behandlung über 2,5 Jahre ausgewertet. Dabei lagen

340 auswertbare Angiogramme von insgesamt 429 Patienten vor. Die Messung der

Seite 12

Veränderung des minimalen Lumendurchmessers hat ergeben, dass die Behandlung mit

Fluvastatin über einen Zeitraum von 2,5 Jahren das Fortschreiten von koronaren

atherosklerotischen Läsionen um 0,072 mm verlangsamte (Fluvastatin -0,028 mm vs. Placebo -

0,100 mm) (95%-Konfidenzintervalle für den Behandlungsunterschied von -0,1222 bis -

0,022 mm). Es wurde kein direkter Zusammenhang zwischen den angiographischen Befunden

und dem Risiko kardiovaskulärer Ereignisse gezeigt.

In der Locol Intervention Prevention Study (LIPS) wurde die Wirkung von Fluvastatin auf

schwere unerwünschte kardiale Ereignisse (MACE; major adverse cardiac events, d. h.

Herztod, nichttödlicher Myokardinfarkt und koronare Revaskularisierung) bei Patienten mit

koronarer Herzkrankheit untersucht, die sich zuvor einer erfolgreichen perkutanen

Koronarintervention unterzogen hatten. An der Studie nahmen Patienten und Patientinnen (18

bis 80 Jahre alt) mit Gesamt-C-Ausgangswerten in einem Bereich von 3,5 bis 7,0 mmol/l (135

bis 270 mg/dl) teil.

In dieser randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie bewirkte Fluvastatin

(n = 844), verabreicht mit einer Dosis von 80 mg täglich über 4 Jahre, eine signifikante

Reduktion des Risikos eines ersten MACE um 22 % (p = 0,013) gegenüber Placebo (n = 833).

Der primäre Endpunkt „MACE“ trat bei 21,4 % der mit Fluvastatin behandelten Patienten auf

gegenüber 26,7 % der mit Placebo behandelten Patienten (absolute Risikodifferenz: 5,2 %,

95%-Konfidenzintervall: 1,1 bis 9,3). Diese günstigen Wirkungen waren besonders

bemerkenswert bei Patienten mit Diabetes mellitus und bei Patienten mit

Mehrgefäßerkrankung.

Pädiatrische Population

Kinder und Jugendliche mit heterozygoter familiärer Hypercholesterinämie

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Locol (Fluvastatin Kapseln und Fluvastatin Retardtabletten)

bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 9 bis 16 Jahren mit heterozygoter familiärer

Hypercholesterinämie wurden über einen Zeitraum von 2 Jahren im Rahmen von zwei offenen,

nichtkontrollierten klinischen Studien untersucht. Dabei erhielten 114 Patienten (66 Jungen und

48 Mädchen) Fluvastatin entweder als Fluvastatin Kapseln (20 mg/Tag bis 40 mg zweimal

täglich) oder als Locol 80 mg Retardtabletten einmal täglich. Das Dosistitrationsschema

beruhte dabei auf dem Ansprechen der LDL-C-Werte.

In die erste Studie wurden 29 präpubertäre Jungen im Alter von 9 bis 12 Jahren mit einem

LDL-C-Spiegel

über

90. Altersperzentile

einem

Elternteil

primärer

Hypercholesterinämie sowie entweder einer vorzeitigen ischämischen Herzerkrankung in der

Familienanamnese oder Sehnenxanthom aufgenommen. Der mittlere LDL-C-Ausgangswert lag

226 mg/dl,

entsprechend

5,8 mmol/l

(Bereich:

137–354 mg/dl,

entsprechend

3,6–

9,2 mmol/l). Die Behandlung wurde bei allen Patienten mit Fluvastatin 20 mg Kapseln täglich

eingeleitet, wobei diese Dosis im Abstand von 6 Wochen auf 40 mg täglich und dann auf 80 mg

täglich

(40 mg

zweimal

täglich)

erhöht

wurde,

einen

LDL-C-Zielwert

96,7

123,7 mg/dl (2,5 mmol/l bis 3,2 mmol/l) zu erreichen.

In die zweite Studie wurden 85 männliche und weibliche Patienten zwischen 10 und 16 Jahren

aufgenommen, bei denen ein LDL-C-Wert > 190 mg/dl (entsprechend 4,9 mmol/l) oder ein

LDL-C-Wert > 160 mg/dl (entsprechend 4,1 mmol/l) sowie mindestens ein Risikofaktor für eine

koronare Herzkrankheit oder ein LDL-C-Wert > 160 mg/dl (entsprechend 4,1 mmol/l) sowie ein

nachgewiesener

LDL-Rezeptordefekt

vorlagen.

mittlere

LDL-C-Ausgangswert

betrug

225 mg/dl, entsprechend 5,8 mmol/l (Bereich: 148–343 mg/dl, entsprechend 3,8–8,9 mmol/l).

Die Behandlung wurde bei allen Patienten mit Fluvastatin 20 mg Kapseln täglich eingeleitet,

wobei diese Dosis im Abstand von 6 Wochen auf 40 mg täglich und dann auf 80 mg täglich

(Locol

80 mg Retardtablette)

erhöht

wurde,

einen

LDL-C-Zielwert

< 130 mg/dl

(3,4 mmol/l) zu erreichen. 70 Patienten waren pubertär oder postpubertär (n = 69 ausgewertet

im Hinblick auf Wirksamkeit).

Seite 13

In der ersten Studie (an präpubertären Jungen) senkte Locol mit Tagesdosen zwischen 20 und

80 mg die Gesamt-C- und LDL-C-Spiegel im Plasma um 21 % bzw. 27 %. Im Mittel wurde ein

LDL-C-Wert

161 mg/dl,

entsprechend

4,2 mmol/l,

erreicht

(Bereich:

74–336 mg/dl,

entsprechend 1,9–8,7 mmol/l). In der zweiten Studie (an pubertären oder postpubertären

Mädchen

Jungen)

bewirkten

Locol-Tagesdosen

zwischen

80 mg

eine

Verminderung der Gesamt-C- und LDL-C-Spiegel im Plasma um 22 % bzw. 28 %. Der im Mittel

erreichte

LDL-C-Wert

belief

sich

159 mg/dl,

entsprechend

4,1 mmol/l

(Bereich:

90–

295 mg/dl, entsprechend 2,3–7,6 mmol/l).

Bei den meisten Patienten in beiden Studien (83 % in der ersten Studie und 89 % in der

zweiten Studie) erfolgte eine Dosistitration bis zur Tageshöchstdosis von 80 mg. Zum Zeitpunkt

des Studienendpunkts hatten 26–30 % der Patienten in beiden Studien den LDL-C-Zielwert von

< 130 mg/dl (3,4 mmol/l) erreicht.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Fluvastatin wird nach oraler Verabreichung einer Lösung bei nüchternen Freiwilligen rasch und

vollständig (98 %) resorbiert. Nach oraler Gabe von Locol 80 mg Retardtabletten

(Fluvastatin 80 mg Retardtabletten) sowie im Vergleich zu den Kapseln fällt die Resorptionsrate

von Fluvastatin um nahezu 60 % langsamer aus, während sich die mittlere Verweildauer von

Fluvastatin um ungefähr 4 Stunden erhöht. Nach einer Mahlzeit wird der Wirkstoff mit einer

verminderten Geschwindigkeit resorbiert.

Verteilung

Fluvastatin wirkt hauptsächlich in der Leber, die auch das wichtigste Organ für dessen

Verstoffwechselung darstellt. Die auf Grundlage systemischer Blutkonzentrationen ermittelte

absolute Bioverfügbarkeit beträgt 24 %. Das scheinbare Verteilungsvolumen (Vz/f) des

Arzneimittels beträgt 330 Liter. Mehr als 98 % des zirkulierenden Wirkstoffs werden an

Plasmaproteine gebunden, und diese Bindung wird weder durch die Konzentration von

Fluvastatin noch durch Warfarin, Salizylsäure oder Glibenclamid beeinflusst.

Biotransformation

Fluvastatin wird vorwiegend in der Leber metabolisiert. Im Blut zirkulieren vorrangig Fluvastatin

sowie der pharmakologisch inaktive Metabolit N-Desisopropyl-Propionsäure. Die hydroxylierten

Metaboliten sind zwar pharmakologisch aktiv, zirkulieren jedoch nicht systemisch. Da mehrere

alternative Cytochrom-P450(CYP450)-Stoffwechselwege für die Biotransformation von

Fluvastatin existieren, erweist sich die Metabolisierung von Fluvastatin als relativ unempfindlich

gegenüber einer CYP450-Hemmung.

Fluvastatin induzierte ausschließlich eine Hemmwirkung auf die Metabolisierung von

Substanzen, die über CYP2C9 verstoffwechselt werden. Obwohl demzufolge die Möglichkeit

einer kompetitiven Wechselwirkung zwischen Fluvastatin und CYP2C9-Substraten wie zum

Beispiel Diclofenac, Phenytoin, Tolbutamid und Warfarin besteht, deuten die klinischen Daten

darauf hin, dass derartige Wechselwirkungen unwahrscheinlich sind.

Elimination

Bei gesunden Freiwilligen werden nach Verabreichung von

H-Fluvastatin etwa 6 % der

Radioaktivität im Urin und 93 % der Radioaktivität in den Fäzes ausgeschieden, wobei weniger

als 2 % der gesamten ausgeschiedenen Radioaktivität auf Fluvastatin entfallen. Für die

Clearance von Fluvastatin aus dem Plasma (CL/f) beim Menschen wurde ein Wert von

1,8 ± 0,8 l/min berechnet. Die Plasmakonzentrationen im Steady-State deuten nicht darauf hin,

dass es nach Anwendung von 80 mg täglich zu einer Kumulation von Fluvastatin kommt. Nach

Seite 14

oraler Gabe von 40 mg Fluvastatin belief sich die terminale Eliminationshalbwertszeit auf

2,3 ± 0,9 Stunden.

Merkmale bei Patienten

Die Plasmakonzentrationen von Fluvastatin sind in der Allgemeinbevölkerung weder alters-

noch geschlechtsabhängig. Dennoch wurde bei Frauen und älteren Menschen ein verstärktes

Ansprechen auf die Behandlung verzeichnet. Da Fluvastatin überwiegend biliär ausgeschieden

wird und einem ausgeprägten präsystemischen Metabolismus unterliegt, könnte es bei

Patienten mit Leberinsuffizienz potenziell zu einer Wirkstoffkumulation kommen (siehe

Abschnitte 4.3 und 4.4).

Kinder und Jugendliche mit heterozygoter familiärer Hypercholesterinämie

Es stehen keine Daten zur Pharmakokinetik bei Kindern zur Verfügung.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Die konventionellen Studien einschließlich der Studien zur Sicherheitspharmakologie,

Genotoxizität, Toxizität bei wiederholter Gabe, Kanzerogenität und Reproduktionstoxizität

wiesen nicht auf andere Risiken für die Patienten hin als solche, die nach dem

pharmakologischen Wirkungsmechanismus zu erwarten sind. Eine Reihe von Veränderungen,

die für HMG-CoA-Reduktasehemmer üblich sind, wurden in den Toxizitätsstudien identifiziert.

Aufgrund der klinischen Beobachtungen werden Leberfunktionstests ohnehin empfohlen (siehe

Abschnitt 4.4). Weitere Toxizitäten, die bei Tieren beobachtet wurden, waren entweder für den

Menschen nicht relevant oder traten bei Expositionswerten auf, die ausreichend über der

maximalen Exposition beim Menschen liegen, was auf eine geringe Relevanz in der klinischen

Anwendung hindeutet. Trotz der theoretischen Überlegungen bezüglich der Rolle von

Cholesterin in der Entwicklung des Embryos wiesen die tierexperimentellen Studien nicht auf

ein embryotoxisches und teratogenes Potenzial von Fluvastatin hin.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Kern

Mikrokristalline Cellulose, Hypromellose, Hyprolose, Kaliumhydrogencarbonat, Povidon (K 30),

Magnesiumstearat (Ph.Eur.).

Filmüberzug

Hypromellose, Macrogol 8000, Titandioxid (E 171), Eisen(III)-hydroxid-oxid gelb (E 172).

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 30 °C und in der Originalpackung lagern, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu

schützen. Flasche fest verschließen.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Seite 15

Art des Behältnisses

Flaschen aus HDPE mit Schraubverschluss.

Alu/Alu-Blister.

Packungsgrößen

HDPE-Flaschen:

Packungen mit 30, 50 und 100 Retardtabletten

Klinikpackung (gebündelt) mit 300 (15 x 20) Retardtabletten

Alu/Alu-Blister (mit 7 oder 14 Retardtabletten):

Bündelpackungen mit 28 (4x7), 49 (7x7), 56 (8x7), 98 (14x7 oder 7x14) Retardtabletten

Klinikpackung: 280 (10x28) Retardtabletten

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen und Packmaterialien in den Verkehr

gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur

Handhabung

Keine besonderen Anforderungen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

Novartis Pharma GmbH

90327 Nürnberg

Hausadresse:

Roonstraße 25

90429 Nürnberg

Telefon: (09 11) 273-0

Telefax: (09 11) 273-12 653

Internet/E-Mail: www.novartis.de

Medizinischer Infoservice:

Telefon: (09 11) 273-12 100 (Mo – Fr 8:00 Uhr bis 18:00 Uhr)

Telefax: (09 11) 273-12 160

E-Mail: infoservice.novartis@novartis.com

Internet: www.infoservice.novartis.de

8.

ZULASSUNGSNUMMER(N)

48878.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 27. März 2001

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 25. November 2015

10.

STAND DER INFORMATION

Seite 16

Dezember 2018

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

((Novartis Logo))

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