Levodopa/Benserazid-ratiopharm 50 mg/12,5 mg Tabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Levodopa, Benserazidhydrochlorid
Verfügbar ab:
ratiopharm GmbH
ATC-Code:
N04BA11
INN (Internationale Bezeichnung):
Levodopa, Benserazide Hydrochloride
Darreichungsform:
Tablette
Zusammensetzung:
Levodopa 50.mg; Benserazidhydrochlorid 14.25mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
60660.00.00

Gebrauchsinformation:

Information für Anwender

Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

50 mg/12,5 mg Tabletten

Levodopa/Benserazid

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte

weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden

haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies

gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe

Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist

Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von

Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

beachten?

Wie ist

Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist

Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

und wofür wird es angewendet?

Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

ist ein Arzneimittel, das zwei Wirkstoffe enthält. Der Wirkstoff

Levodopa ist eine Vorstufe der körpereigenen Substanz Dopamin. Der Mangel an Dopamin in

bestimmten Bereichen des Gehirns ist eine Ursache für die Parkinson-Krankheit. Durch die

Umwandlung von Levodopa zu Dopamin wird dieser Mangel ausgeglichen. Der zweite Wirkstoff

Benserazid hemmt den Abbau von Levodopa außerhalb des Gehirns, sodass eine geringere Dosis

Levodopa eingenommen werden kann.

Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

wird angewendet

zur Behandlung der Parkinson-Krankheit (Schüttellähmung, eine Erkrankung mit

grobschlägigem Zittern, Bewegungsverlangsamung und Starre der Muskeln);

zur Behandlung von Krankheitserscheinungen, die der Parkinson-Krankheit entsprechen, aber

infolge von Vergiftungen, Hirnentzündungen und arteriosklerotischen Hirngefäßveränderungen

auftreten (symptomatische Parkinson-Syndrome). Ausgenommen hiervon sind Parkinson-

ähnliche Krankheitserscheinungen, die durch bestimmte Arzneimittel ausgelöst werden

(medikamentös induzierte Parkinson-Syndrome).

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

beachten?

Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Levodopa, Benserazid oder einen der in Abschnitt 6. genannten

sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind

wenn Sie unter 25 Jahre sind (die Entwicklung Ihrer Knochen muss abgeschlossen sein);

wenn Sie an einer schweren Funktionsstörung bestimmter hormonbildender Organe leiden, wie

z. B. an einer Überfunktion der Schilddrüse, an einem zu hohen Cortisolspiegel im Blut

(Cushing Krankheit) oder an einem Tumor der Nebenniere

wenn Sie eine schwere Stoffwechsel-, Leber-, Nieren- oder Knochenmarkserkrankung haben

wenn Sie eine schwere Herzerkrankung haben wie z. B. eine schwere Störung der

Herzschlagfolge (Herzrasen), schwere Herzrhythmusstörungen und Herzversagen

wenn Sie an bestimmten psychischen Krankheiten (Psychosen) leiden (die körperlich oder nicht

körperlich begründbar sind)

wenn Sie gleichzeitig Arzneimittel gegen zu hohen Blutdruck einnehmen, die den Wirkstoff

Reserpin enthalten (siehe unter „Einnahme von

Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

zusammen

mit anderen Arzneimitteln“)

wenn Sie gleichzeitig mit einem nicht-selektiven MAO-Hemmer (einem Arzneimittel gegen

Depressionen, das den Wirkstoff Tranylcypromin enthält, oder einer Kombination eines MAO-

A-Hemmers (einem Arzneimittel gegen Depressionen, das den Wirkstoff Moclobemid enthält)

und eines MAO-B-Hemmers (einem Arzneimittel zur Behandlung der Parkinson-Krankheit, das

den Wirkstoff Selegilin oder Rasagilin enthält) behandelt werden bzw. während der letzten 14

Tage behandelt wurden (siehe unter „Einnahme von

Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

zusammen mit anderen Arzneimitteln“)

wenn Sie an einem erhöhten Augeninnendruck (Engwinkelglaukom) leiden

wenn Sie schwanger sind

wenn Sie eine Frau im gebärfähigen Alter sind und keine wirksamen Maßnahmen zur

Empfängnisverhütung treffen (siehe unter „Schwangerschaft und Stillzeit“)

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, Apotheker oder dem medizinischen Fachpersonal, bevor Sie

Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

einnehmen.

Überempfindlichkeitsreaktionen können bei hierfür empfindlichen Individuen auftreten.

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von

Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

ist erforderlich,

wenn bei Ihnen während der Behandlung mit

Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

übermäßige

Müdigkeit am Tage oder sogar plötzliche, unerwartete Schlafattacken auftreten. Halten Sie in

diesem Falle Rücksprache mit Ihrem Arzt (siehe unter „Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen“).

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie oder Ihre Familie bzw. Betreuer bemerken, dass Sie einen Drang

oder ein Verlangen entwickeln, sich in einer für Sie ungewöhnlichen Weise zu verhalten, und Sie dem

Impuls, dem Trieb oder der Versuchung nicht widerstehen können, bestimmte Dinge zu tun, die Ihnen

selbst oder anderen schaden können. Dies nennt man Impulskontrollstörungen und dazu gehören

Verhaltensweisen wie zum Beispiel Spielsucht, übermäßiges Essen oder Geldausgeben, ein abnorm

starker Sexualtrieb oder eine Zunahme sexueller Gedanken oder Gefühle. Ihr Arzt muss dann

möglicherweise Ihre Behandlung überprüfen.

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen durch den Arzt sind notwendig,

wenn Sie früher einmal einen Herzinfarkt hatten,

wenn Sie gegenwärtig unter unregelmäßiger Herzschlagfolge, einer Minderdurchblutung der

Herzkranzadern oder Herzversagen leiden,

wenn Sie früher einmal Magen-Darm-Geschwüre hatten,

wenn bei Ihnen eine verringerte Knochenfestigkeit vorliegt,

wenn Sie grünen Star mit weitem Kammerwinkel (Weitwinkelglaukom) haben, da Levodopa

theoretisch den Augeninnendruck erhöhen kann,

wenn Sie Diabetiker sind.

Außerdem sind in regelmäßigen Abständen Untersuchungen der Leber, der Nieren, des Herzens und

des Blutbildes notwendig.

Bei Einnahme von

Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

kann es zu Kreislaufbeschwerden infolge eines

zu niedrigen Blutdrucks kommen (siehe 4. „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“). Diese

Beschwerden verschwinden oder bessern sich in der Regel nach einer Verringerung der Dosis von

Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

. Wenn Sie älter sind, wenn Sie gleichzeitig Arzneimittel zur

Behandlung eines Bluthochdrucks oder andere Arzneimittel einnehmen, die den Blutdruck senken

können, oder wenn Sie bereits unter Kreislaufbeschwerden infolge eines zu niedrigen Blutdrucks

leiden, sollten Sie besonders zu Beginn der Behandlung oder bei Dosissteigerungen von Ihrem Arzt

sorgfältig überwacht werden.

Es ist daher wichtig, dass Sie die Kontrolluntersuchungen, die Ihr Arzt mit Ihnen verabredet,

unbedingt einhalten.

Eine kleine Untergruppe von Parkinson-Patienten kann unter Störungen der Wahrnehmung und des

Verhaltens leiden, wenn

Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

entgegen dem medizinischen Rat weit

über den zur Behandlung der motorischen Störungen erforderlichen Dosen eingenommen wurde.

Nach langjähriger Behandlung mit Arzneimitteln, die die gleichen Wirkstoffe wie

Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

enthalten, kann ein plötzliches Absetzen von

Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

zu Entzugserscheinungen führen (sogenanntes malignes Levodopa-

Entzugssyndrom). Dabei können sehr hohes Fieber, Muskelsteife und seelische Auffälligkeiten

auftreten. In schweren Fällen kann es auch zur Ausscheidung von Muskeleiweiß im Urin

(Myoglobinurie), zur Auflösung von Muskelfasern (Rhabdomyolyse), zu akutem Nierenversagen oder

zu einer vollständigen Bewegungsstarre kommen. Diese Zustände sind lebensbedrohlich.

Verständigen Sie in solch einem Fall sofort den nächsterreichbaren Arzt!

Besonders zu Beginn der Behandlung können Magen-Darm-Beschwerden wie Mundtrockenheit,

Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall auftreten (siehe 4. „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“).

Durch die Einnahme von

Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

mit etwas Nahrung oder Flüssigkeit oder

durch langsamere Dosissteigerung können diese Beschwerden weitgehend vermindert oder vermieden

werden.

Bei längerer Behandlungsdauer und/oder hoher Dosierung kann es zu unwillkürlichen Bewegungen

kommen (siehe 4. „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“). Diese Störungen verschwinden oder

bessern sich in der Regel nach einer Verringerung der Dosis.

Es wurde beobachtet, dass Patienten mit Parkinson-Krankheit im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung

ein höheres Risiko haben, schwarzen Hautkrebs zu entwickeln. Es ist nicht bekannt, ob das erhöhte

Risiko der Parkinson-Krankheit selbst oder anderen Faktoren, wie z. B. der Behandlung mit

Levodopa, zuzuschreiben ist. Deshalb sollten Sie bei einer Behandlung mit

Levodopa/Benserazid-

ratiopharm

®

Ihre Haut regelmäßig auf verdächtige Veränderungen hin untersuchen und regelmäßige

Hautuntersuchungen durch geeignete Fachkräfte (z. B. Hautärzte) durchführen lassen.

Hinweis für die Angehörigen

Bei einer Behandlung mit

Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

kann es zu krankhaft traurigen

Verstimmungen (Depressionen) kommen, insbesondere dann, wenn bereits früher einmal Hinweise

auf solche Störungen vorlagen (siehe 4. „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“). Depressionen

können jedoch bei Patienten mit der Parkinson-Krankheit auch Teil des Krankheitsbildes sein. Achten

Sie deshalb besonders auch auf die seelische Verfassung des Patienten, um Depressionen frühzeitig zu

erkennen. Wenden Sie sich in diesem Fall bitte an den behandelnden Arzt.

Einnahme von Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden,

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel

einzunehmen/anzuwenden.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie eines der folgenden Arzneimittel

einnehmen:

Bestimmte Arzneimittel zur Behandlung von Depressionen (sogenannte MAO-Hemmstoffe):

Bei gleichzeitiger Einnahme von

Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

und Arzneimitteln mit dem

Wirkstoff Tranylcypromin kann es zu gefährlich erhöhtem Blutdruck kommen. Dies ist unter

Umständen auch noch bis zu 2 Wochen nach Absetzen von Tranylcypromin möglich. In diesem

Fall dürfen Sie

Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

nicht einnehmen (siehe oben). Zwischen

dem Absetzen von Tranylcypromin und dem Beginn der Behandlung mit

Levodopa/Benserazid-

ratiopharm

®

muss daher ein Zeitraum von mindestens 2 Wochen liegen. Die gleichzeitige

Einnahme von

Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

und Moclobemid oder Selegilin bzw.

Rasagilin gilt dagegen als unbedenklich

Eisensulfat (Arzneimittel zur Behandlung von Eisenmangelzuständen)

Metoclopramid (Arzneimittel zur Behandlung von Übelkeit, Erbrechen und

Bewegungsstörungen des oberen Magen-Darm-Kanals)

Trihexyphenidyl (Arzneimittel zur Behandlung der Parkinson-Erkrankung)

Domperidon (Arzneimittel zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen): Bei Parkinson-

Patienten wurde gezeigt, dass durch gleichzeitige Einnahme von Levodopa und Domperidon der

Wirkstoff Levodopa im Blut erhöht sein kann. Möglicherweise kann sich durch die

gleichzeitige Einnahme von

Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

und Domperidon das Risiko

von Herzrhythmusstörungen erhöhen.

Die Wirkung von Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

kann durch die folgenden Arzneimittel

vermindert werden:

Arzneimittel zur Behandlung von sehr starken Schmerzen (Opioide)

Arzneimittel mit dem Wirkstoff Reserpin zur Behandlung des Bluthochdrucks. In diesem Fall

dürfen Sie

Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

nicht einnehmen (siehe oben)

Arzneimittel zur Behandlung von psychischen Störungen (Neuroleptika).

Die Wirkung von Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

kann durch die folgenden Arzneimittel

verstärkt werden:

Arzneimittel mit dem Wirkstoff Selegilin (zur Behandlung der Parkinson-Krankheit).

Die Wirkung der folgenden Arzneimittel kann durch die gleichzeitige Einnahme von

Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

verstärkt werden:

Arzneimittel, die gegen zu niedrigen Blutdruck, bei Kreislaufversagen, bei unregelmäßigem

Herzschlag, als Wehenhemmer und bei Krämpfen der unteren Luftwege angewendet werden

(sogenannte Sympathomimetika):

die Wirkung von Sympathomimetika kann verstärkt werden. Die gleichzeitige Einnahme wird

deshalb nicht empfohlen. Sollte eine gleichzeitige Einnahme notwendig sein, wird Ihr Arzt Ihr

Herz-Kreislauf-Systems engmaschig überwachen und gegebenenfalls die Dosierung des

Sympathomimetikums verringern.

Arzneimittel zur Behandlung des Bluthochdrucks (sogenannte Antihypertensiva): die Wirkung

von Antihypertensiva kann verstärkt werden und das Risiko von Blutdruckabfällen ist dadurch

erhöht. Der Blutdruck muss deshalb regelmäßig kontrolliert werden (siehe oben). Falls

erforderlich, wird Ihr Arzt die Dosis von

Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

und/oder des

Antihypertensivums anpassen.

Es ist möglich,

Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

gleichzeitig mit anderen Arzneimitteln gegen die

Parkinson-Krankheit (z. B. Dopaminagonisten, Amantadin, Anticholinergika, Selegilin, Bromocriptin)

einzunehmen. Dabei können jedoch sowohl die erwünschten als auch die unerwünschten Wirkungen

der Behandlung verstärkt werden und es kann eventuell notwendig sein, dass Ihnen Ihr Arzt eine

geringere Dosis an

Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

oder des anderen Arzneimittels verschreibt.

Wenn eine unterstützende Behandlung mit einem Arzneimittel begonnen wird, das den Wirkstoff

Entacapon enthält, kann ebenfalls eine Dosisverminderung von

Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

erforderlich werden.

Falls bei Ihnen eine Narkose erforderlich wird, müssen Sie den Narkosearzt frühzeitig über die

Einnahme von

Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

informieren. Er wird entscheiden, ob

Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

vor dem Eingriff abgesetzt werden muss.

Sie können die Einnahme von

Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

nach der Narkose wieder fortsetzen.

Die Dosis wird dann von Ihrem Arzt stufenweise an Ihre vorherige Dosis angepasst.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt über die Einnahme von

Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

, wenn bei

Ihnen Laboruntersuchungen durchgeführt werden (z. B. Nachweis von Harnzucker oder Ketonen im

Urin). Durch die Einnahme von

Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

können einzelne Messungen

verändert werden.

Einnahme von Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

zusammen mit Nahrungsmitteln und

Getränken

Vermeiden Sie eiweißreiche Mahlzeiten vor der Einnahme der Tabletten, da diese die Wirkung von

Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

vermindern können.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker

um Rat.

Schwangerschaft

Sie dürfen

Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

in der Schwangerschaft nicht einnehmen, da keine

Erfahrungen aus Untersuchungen mit schwangeren Frauen vorliegen und in Tierversuchen für beide

Wirkstoffe von

Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

Schädigungen des Ungeborenen beobachtet

wurden. Wenn Sie eine Frau im gebärfähigen Alter sind, müssen Sie während der Behandlung mit

Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

eine sichere Methode zur Empfängnisverhütung anwenden. Falls

Sie dennoch schwanger werden oder vermuten, schwanger zu sein, müssen Sie Ihren behandelnden

Arzt aufsuchen. Dieser wird Sie anweisen, wie Sie die Behandlung mit

Levodopa/Benserazid-

ratiopharm

®

beenden müssen.

Stillzeit

Sie dürfen während der Behandlung mit

Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

nicht stillen. Ist eine

Behandlung mit

Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

während der Stillzeit erforderlich, muss abgestillt

werden.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Die Einnahme von

Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

kann in seltenen Fällen übermäßige Müdigkeit

am Tage und plötzliche Schlafattacken verursachen. Sollte dies bei Ihnen der Fall sein, dürfen Sie so

lange kein Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen, mit denen Sie sich selbst oder andere dem

Risiko schwerer Verletzungen aussetzen könnten, bis übermäßige Tagesmüdigkeit und Schlafattacken

nicht mehr auftreten.

3.

Wie ist Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei

Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Die notwendige Anzahl an Tabletten richtet sich nach der Schwere Ihrer Erkrankung und danach, wie

gut Sie

Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

vertragen. Dabei muss die für Sie persönlich am besten

geeignete Dosis durch langsame Erhöhung der Zahl der täglich einzunehmenden Tabletten ermittelt

werden. Die für Sie verschriebene Dosis kann sich deshalb von derjenigen anderer Patienten

unterscheiden. Bitte ändern Sie keinesfalls eigenmächtig die vom Arzt verordnete Einnahmemenge.

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, gelten die folgenden Behandlungsgrundsätze:

Die Behandlung beginnt mit einer niedrigen Dosis, die langsam gesteigert wird, um das Ausmaß der

Nebenwirkungen gering zu halten und einen möglichen Behandlungserfolg nicht zu gefährden.

Wenn Ihre Parkinson-Krankheit bisher noch nicht behandelt wurde, nehmen Sie

zunächst

2-4

Tabletten

(entsprechend 100-200 mg Levodopa + 25-50 mg Benserazid)

pro Tag

ein. Jeden 3. bis 7.

Tag kann die tägliche Einnahmemenge von Ihrem Arzt um 1 Tablette (entsprechend 50 mg Levodopa

+ 12,5 mg Benserazid) oder um 2 Tabletten (entsprechend 100 mg Levodopa + 25 mg Benserazid)

gesteigert werden.

Sie sollten insgesamt jedoch

nicht mehr

als 16 Tabletten (entsprechend 800 mg Levodopa + 200 mg

Benserazid) pro Tag einnehmen (Es empfiehlt sich, in diesen Fällen ein Levodopa/Benserazid-

Präparat mit einem höheren Wirkstoffgehalt einzusetzen).

Bei Auftreten von Nebenwirkungen (siehe 4. „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“) wird Ihr Arzt

die Einnahmemenge eventuell verringern. Eine mögliche spätere Erhöhung wird daraufhin langsamer

vorgenommen.

Wenn Sie von einem Arzneimittel, das

nur

den Wirkstoff Levodopa enthält, auf

Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

umgestellt werden, werden zur Erreichung vergleichbarer

erwünschter Wirkungen nur etwa 20 % der bisherigen Anwendungsmenge von Levodopa benötigt.

Dabei dürfen Sie über einen Zeitraum von 12 Stunden weder das alte noch das neue Arzneimittel

einnehmen.

Wenn Sie bereits mit einem anderen Arzneimittel gegen die Parkinson-Krankheit behandelt werden,

können Sie zusätzlich

Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

einnehmen. Sobald jedoch der

Wirkungseintritt von

Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

ersichtlich ist, sollte die Dosis des anderen

Medikamentes überprüft und gegebenenfalls langsam verringert und dann abgesetzt werden.

Art der Anwendung

Nehmen Sie die Tabletten, wenn möglich, mindestens 30 Minuten vor oder 1 Stunde nach einer

Mahlzeit und mit ausreichend Flüssigkeit (vorzugsweise einem Glas Wasser) und etwas Nahrung

(z. B. Gebäck, Zwieback oder Ähnliches) ein.

Sie können die Tabletten auch teilen, um sich das Schlucken oder die stufenweise Dosierung zu

erleichtern.

Dauer der Anwendung

Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

ersetzt den körpereigenen Botenstoff Dopamin, der von den

Körperzellen nicht mehr ausreichend produziert wird. Die Behandlung mit

Levodopa/Benserazid-

ratiopharm

®

ist deshalb eine Langzeitbehandlung. Es kann eine mindestens dreimonatige Behandlung

notwendig sein, damit Ihr Arzt den Behandlungserfolg beurteilen kann.

Häufigkeit der Anwendung

Verteilen Sie Ihre Tagesdosis zu Beginn der Behandlung auf 1 bis 4 Einnahmen pro Tag, später dann

auf mindestens 4 Einnahmen pro Tag.

Wenn Sie unter schwerwiegenden Schwankungen Ihrer Beweglichkeit während des Tages leiden

(sogenannte „ON–OFF”- Phänomene), sollten Sie öfter am Tag geringe Einzelmengen an

Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

einnehmen. Gegebenenfalls wird Ihr Arzt die Behandlung auch auf

retardiertes (langsam freisetzendes) Levodopa/Benserazid umstellen.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung

Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine größere Menge von Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

eingenommen haben, als

Sie sollten

Wenn Sie eine Einzeldosis von

Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

versehentlich doppelt einnehmen,

hat dies keine Auswirkungen auf die weitere Einnahme, d. h. Sie nehmen

Levodopa/Benserazid-

ratiopharm

®

danach so ein, wie Sie das Arzneimittel sonst auch eingenommen haben.

Bei Einnahme erheblich zu hoher Mengen von

Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

kann es zu den

Krankheitszeichen kommen, die im Abschnitt 4. „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“ genannt

sind. Rufen Sie bei Auftreten bedrohlicher Krankheitszeichen den nächst erreichbaren Arzt zu Hilfe!

Die Behandlung durch den Arzt orientiert sich an der allgemeinen Vorgehensweise bei

Überdosierungen unter besonderer Beachtung der Herz- und Kreislauffunktion.

Wenn Sie die Einnahme von Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben. Falls

Sie einmal vergessen haben,

Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

einzunehmen, wird die Einnahme von

Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

unverändert weitergeführt.

Beachten Sie aber bitte, dass

Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

nur sicher und ausreichend wirken

kann, wenn es wie vorgesehen eingenommen wird.

Wenn Sie die Einnahme von Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

abbrechen

Bitte wenden Sie sich bei unerwünschten Begleiterscheinungen der Behandlung an Ihren Arzt. Er wird

mit Ihnen besprechen, welche Gegenmaßnahmen es gibt und ob andere Arzneimittel für die

Behandlung in Frage kommen.

Setzen Sie

Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

nicht eigenmächtig ab, da sonst die Ihnen bekannten

Krankheitszeichen wieder auftreten können.

Nach langjähriger Behandlung mit Arzneimitteln, die den Wirkstoff Levodopa enthalten, kann ein

plötzliches Absetzen von

Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

zu Entzugserscheinungen führen

(sogenanntes malignes Levodopa-Entzugssyndrom). Dabei können sehr hohes Fieber, Muskelsteife

und seelische Auffälligkeiten auftreten. In schweren Fällen kann es auch zur Ausscheidung von

Muskeleiweiß im Urin (Myoglobinurie), zur Auflösung von Muskelfasern (Rhabdomyolyse), zu

akutem Nierenversagen oder zu einer vollständigen Bewegungsstarre kommen. Diese Zustände sind

lebensbedrohlich. Verständigen Sie in solch einem Fall sofort den nächst erreichbaren Arzt!

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt,

Apotheker oder das medizinische Fachpersonal.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Die Häufigkeit der Nebenwirkungen bei der Einnahme von

Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

nicht bekannt.

Mögliche Nebenwirkungen:

Schnupfen, Bronchitis, fieberhafte Infektionen

Verminderung der Zahl der Blutplättchen, der weißen und der roten Blutkörperchen

verminderter Appetit

Wahrnehmungs- und Verhaltensstörungen nach Einnahme von

Levodopa/Benserazid-

ratiopharm

®

in Dosierungen, die weit über der erforderlichen Dosis liegen (siehe 2. unter

„Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“)

Verwirrtheit, innere Unruhe, Ängstlichkeit, Schlafstörungen, Sinnestäuschungen,

Wahnvorstellungen, Störungen des Zeitgefühls

krankhaft-traurige Verstimmungen (Depressionen), die jedoch bei der Parkinson-Krankheit

auch Teil des Krankheitsbildes sein können (siehe 2. unter „Hinweis für die Angehörigen”)

Geschmacksverlust, geändertes Geschmacksempfinden, unwillkürliche Bewegungen bei

längerer Behandlungsdauer und/oder hoher Dosierung (siehe 2. unter „Warnhinweise und

Vorsichtsmaßnahmen“), schwerwiegende Schwankungen in der Beweglichkeit nach längerer

Behandlungsdauer, Müdigkeit, übermäßige Müdigkeit am Tage, plötzliche Schlafattacken

(siehe 2. unter „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“), Schwindel, Kopfschmerzen,

Mundtrockenheit

unregelmäßiger Herzschlag

niedriger Blutdruck, der dazu führt, dass Ihnen schwindelig wird oder Sie ohnmächtig werden

(siehe 2. unter „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“)

Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, besonders zu Beginn der Behandlung (siehe 2. unter

„Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“), Verfärbungen von Speichel, Zunge, Zähnen und

Mundschleimhaut

Erhöhung bestimmter Leberenzymwerte, wie der Lebertransaminasen, der alkalischen

Phosphatase und der γ-Glutamyltransferase

Überempfindlichkeitsreaktionen, wie z. B. Juckreiz und flüchtige Hautrötung

Erhöhung der Harnstoff-Stickstoff-Werte im Blut, Urinverfärbung (meist eine leichte

Rotfärbung, die sich bei längerem Stehenlassen dunkel färbt)

Psychische Störungen wie innere Unruhe, Ängstlichkeit, Schlafstörungen, Sinnestäuschungen,

Wahnvorstellungen und Störungen des Zeitgefühls können insbesondere

bei älteren Patienten

auftreten oder wenn

bereits früher einmal Hinweise auf solche Störungen

vorlagen.

Es könnte sein, dass Sie folgende Nebenwirkungen bemerken:

Die Unfähigkeit, dem Impuls, dem Trieb oder der Versuchung zu widerstehen, bestimmte Dinge zu

tun, die Ihnen selbst oder anderen schaden können; dazu gehören:

Spielsucht, ohne Rücksicht auf ernste persönliche oder familiäre Konsequenzen,

Verändertes oder vermehrtes sexuelles Interesse und Verhalten, das Sie oder andere stark -

beunruhigt, z. B. ein verstärkter Sexualtrieb,

Unkontrolliertes maßloses Einkaufen oder Geldausgeben,

Essattacken (Verzehr großer Nahrungsmittelmengen innerhalb kurzer Zeit) oder zwanghaftes

Essen (Verzehr größerer Nahrungsmengen als normal und über das Sättigungsgefühl hinaus).

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn eine dieser Verhaltensweisen bei Ihnen auftritt; er wird mit

Ihnen Maßnahmen zur Verhinderung oder Behebung der Symptome besprechen.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können

Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt.

Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und dem Etikett nach „Verwendbar bis“

angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag

des angegebenen Monats.

Nicht über 25 °C lagern.

In der Originalverpackung aufbewahren.

Die Flasche fest verschlossen halten, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu

entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

50 mg/12,5 mg enthält

Die Wirkstoffe sind Levodopa und Benserazid. Jede Tablette enthält 50 mg Levodopa und 12,5

mg Benserazid (als Hydrochlorid).

Die sonstigen Bestandteile sind:

Mannitol (Ph.Eur.), Calciumhydrogenphosphat-Dihydrat, Mikrokristalline Cellulose, Povidon

K25, Maisstärke, Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A) (Ph.Eur.), Ethylcellulose, Eisen(III)-

oxid, Hochdisperses Siliciumdioxid, Docusat-Natrium, Magnesiumstearat (Ph.Eur.).

Wie Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

50 mg/12,5 mg aussieht und Inhalt der Packung

Rötliche, runde, flache Tablette mit Bruchrille.

Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

50 mg/12,5 mg

ist in Packungen mit 20, 60, 100 und 200 Tabletten

erhältlich.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer

ratiopharm GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm

Hersteller

Merckle GmbH

Ludwig-Merckle-Str. 3

89143 Blaubeuren

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Februar 2018.

Die folgenden Informationen sind nur für Ärzte bzw. medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Veränderungen von labordiagnostischen Messungen:

Es können verschiedene labordiagnostische Messungen gestört sein:

Levodopa kann die labordiagnostischen Messergebnisse von Katecholaminen, Creatinin,

Harnsäure und Glucose beeinflussen;

falsch-positiver Ketonnachweis bei Verwendung von Teststreifen (durch Kochen der Urinprobe

wird diese Reaktion nicht verändert);

falsch-negativer Harnzuckernachweis bei Verwendung der Glucose-Oxidase-Methode;

falsch-positiver Coombs-Test.

Allgemeinanästhesie mit Halothan:

Im Falle einer Allgemeinanästhesie soll die Behandlung mit

Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

weit wie möglich bis zum Zeitpunkt der Operation fortgesetzt werden, außer wenn Halothan gegeben

wird. Falls eine Allgemeinanästhesie mit Halothan benötigt wird, muss

Levodopa/Benserazid-

ratiopharm

®

12 bis 48 Stunden vor der Operation abgesetzt werden, da es bei der gleichzeitigen

Verabreichung von

Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

und Halothan zu Blutdruckschwankungen

und/oder zu Arrhythmien kommen kann. Nach der Operation kann die Therapie mit

Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

wieder mit langsam ansteigender Dosierung bis auf die

Ausgangswerte vor der Operation aufgenommen werden.

Versionscode: Z12

Fachinformation

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

50 mg/12,5 mg Tabletten

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jede Tablette enthält 50 mg Levodopa und 12,5 mg Benserazid (als Hydrochlorid).

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Tablette

Rötliche, runde, biplane Tablette mit Bruchrille.

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden, um den Patienten das Schlucken oder die

Feindosierung zu erleichtern.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Parkinson-Krankheit (Schüttellähmung, eine Erkrankung mit grobschlägigem Zittern,

Bewegungsverlangsamung und Starre der Muskeln).

Symptomatische Parkinson-Syndrome (Krankheitserscheinungen, die der Parkinson-Krankheit

entsprechen, aber infolge von Vergiftungen, Hirnentzündungen und arteriosklerotischen

Hirnveränderungen auftreten). Ausgenommen hiervon ist das medikamentös induzierte Parkinson-

Syndrom (Parkinson-ähnliche Krankheitserscheinungen, die durch bestimmte Arzneimittel

ausgelöst werden).

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Die Dosierung richtet sich nach der Schwere der extrapyramidalen Symptomatik und der

Verträglichkeit im Einzelfall. Hohe Einzeldosen sollten vermieden werden. Die Behandlung wird mit

langsam ansteigender Dosierung durchgeführt.

Die Behandlung muss langsam einschleichend erfolgen, um das Ausmaß der Nebenwirkungen gering

zu halten und einen möglichen Behandlungserfolg nicht zu gefährden.

Dosierung

Bei bisher unbehandelten Patienten wird mit einer Tagesdosis von 100 mg bis 200 mg Levodopa in

Kombination mit 25 mg bis 50 mg Benserazid begonnen.

Eine Dosissteigerung kann um 50 mg Levodopa mit 12,5 mg Benserazid oder um 100 mg Levodopa

mit 25 mg Benserazid jeden 3. bis 7. Tag vorgenommen werden. Es empfiehlt sich, in diesen Fällen

höher dosierte Formen einzusetzen.

Tagesdosen von 800 mg Levodopa und 200 mg Benserazid sollen in der Regel nicht überschritten

werden.

Anfangs wird die Tagesdosis auf 1 bis 4 Einzelgaben verteilt. Später soll die Tagesdosis in wenigstens

4 Einzeldosen genommen werden.

Bei Auftreten von Nebenwirkungen (siehe Abschnitt 4.8) wird die Dosissteigerung zunächst

unterbrochen oder die Dosis vorübergehend gesenkt und die weitere Erhöhung langsamer

vorgenommen. Bei gastrointestinalen Beschwerden können Antiemetika wie z. B. Domperidon

verabreicht werden.

Bei der Umstellung von einem reinen Levodopa-Präparat ist zu berücksichtigen, dass zur Erreichung

vergleichbarer klinischer Effekte mit der Kombination Levodopa und Benserazid nur etwa 20 % der

bisherigen Levodopa-Dosis benötigt werden. Ein medikationsfreies Intervall von 12 Stunden ist

einzuhalten.

Spezielle Dosierungsanweisungen:

Ältere Patienten

Bei älteren Patienten muss die Behandlung langsam und einschleichend erfolgen.

Kinder und Jugendliche

Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

ist kontraindiziert bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen

unter 25 Jahren (siehe Abschnitt 4.3).

Parkinson-Patienten, die bereits mit einem anderen Antiparkinson-Arzneimittel behandelt werden,

können zusätzlich Levodopa/Benserazid

einnehmen. Sobald jedoch der Wirkungseintritt von

Levodopa/Benserazid ersichtlich ist, sollte die Dosierung der anderen Arzneimittel überprüft und

gegebenenfalls langsam reduziert und dann abgesetzt werden.

Patienten, die unter schweren Fluktuationsschwankungen während des Tages leiden („ON-OFF“-

Phänomene), sollten öfters geringere Einzelgaben erhalten oder auf retardierte Darreichungsformen

umgestellt werden.

Art und Dauer der Anwendung

Die Tabletten sollten, wenn möglich, mindestens 30 Minuten vor oder 1 Stunde nach einer Mahlzeit

eingenommen werden. Unerwünschte gastrointestinale Wirkungen, die hauptsächlich in einem frühen

Stadium der Behandlung auftreten, können durch Einnahme von

Levodopa/Benserazid-ratiopharm

®

mit etwas Nahrung oder Flüssigkeit oder durch langsame Dosissteigerung weitgehend beherrscht

werden.

Levodopa/Benserazid wird in der Regel über einen längeren Zeitraum eingenommen

(Substitutionstherapie). Die Anwendung ist bei guter Verträglichkeit nicht begrenzt.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile

Anwendung bei Patienten unter 25 Jahren (die Skelettentwicklung muss abgeschlossen sein)

schwere endokrine Funktionsstörungen, wie z. B. Schilddrüsenüberfunktion, Cushing-Syndrom

und Phäochromozytom

schwere Stoffwechsel-, Leber-, Nieren- und Knochenmarkserkrankungen

schwere Herzerkrankungen, wie z. B. schwere Tachykardien, schwere Herzrhythmusstörungen

und Herzversagen

endogene und exogene Psychosen

Behandlung mit Reserpin, nicht-selektiven MAO-Hemmern oder einer Kombination von

MAO-A- und MAO-B-Hemmern (siehe Abschnitt 4.5)

Engwinkelglaukom

Levodopa/Benserazid darf von Schwangeren oder Frauen im gebärfähigen Alter ohne gesicherten

Empfängnisschutz nicht eingenommen werden (siehe Abschnitt 4.6). Wenn es bei einer Frau, die mit

Levodopa/Benserazid behandelt wird, zu einer Schwangerschaft kommt, muss das Arzneimittel nach

Anweisung des verschreibenden Arztes abgesetzt werden.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Bei entsprechend veranlagten Personen können Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten.

Veränderungen des Blutbildes (hämolytische Anämie, Leukopenie und Thrombozytopenie) wurden

berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Einzelfälle von Agranulozytose und Panzytopenie wurden von

Patienten mit Levodopa/Benserazid-Behandlung berichtet; ein Zusammenhang mit der

Levodopa/Benserazid-Behandlung konnte weder belegt noch vollständig ausgeschlossen werden.

Deshalb sollte das Blutbild der Patienten in der Einstellungsphase häufig und während der Dauer der

Behandlung regelmäßig kontrolliert werden.

Bei Patienten mit Herzinfarktanamnese, bestehenden Herzrhythmusstörungen, koronaren

Durchblutungsstörungen oder Herzversagen ist Vorsicht geboten. Kreislauf- und EKG-Kontrollen

sollen deshalb in der Einstellungsphase häufig und während der Dauer der Behandlung regelmäßig

vorgenommen werden.

Patienten mit Magen-Darm-Ulcera in der Vorgeschichte sowie Osteomalazie sollten ärztlich besonders

beobachtet werden.

Bei Patienten mit Weitwinkelglaukom sind regelmäßige Kontrollen des intraokulären Druckes

angezeigt, da Levodopa theoretisch einen Anstieg des Augeninnendrucks verursachen kann.

Bei Patienten mit Risikofaktoren (z. B. ältere Patienten, gleichzeitige Einnahme von Blutdrucksenkern

oder anderen Arzneimitteln mit orthostatischem Potenzial) können gelegentlich hypotone

orthostatische Kreislaufregulationsstörungen auftreten (siehe Abschnitt 4.8). Diese Patienten sollten,

ebenso wie Patienten mit hypotonen orthostatischen Kreislaufregulationsstörungen, besonders zu

Beginn der Behandlung oder bei Dosissteigerungen sorgfältig überwacht werden. Hypotone

Kreislaufstörungen können aber in der Regel durch Dosisreduktion von Levodopa/Benserazid

beherrscht werden.

Gastrointestinale Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen und Diarrhö (siehe Abschnitt 4.8), die vor

allem bei Behandlungsbeginn auftreten, können weitgehend durch Einnahme von

Levodopa/Benserazid mit etwas Nahrung oder Flüssigkeit oder durch langsamere Dosissteigerung

beherrscht werden.

Unter der Behandlung mit Levodopa/Benserazid können Depressionen auftreten (siehe Abschnitt 4.8).

Diese können jedoch bei Patienten mit Parkinson-Krankheit auch Teil des klinischen Krankheitsbildes

sein. Alle Patienten sollten deshalb sorgfältig auf psychische Veränderungen und Depressionen mit

und ohne Suizidgedanken überwacht werden.

Dopaminerges Dysregulations-Syndrom (DDS): Eine kleine Gruppe von Patienten leidet unter

kognitiven und Verhaltensstörungen, die direkt der Einnahme zunehmend hoher Dosen des

Arzneimittels, entgegen dem medizinischen Rat, zugeordnet werden können.

Eine Behandlung mit Levodopa/Benserazid darf nicht plötzlich beendet werden. Nach langjähriger

Behandlung mit Präparaten, die Levodopa enthalten, kann ein plötzliches Absetzen zu einem malignen

Levodopa-Entzugssyndrom mit Hyperpyrexie, Muskelrigidität, gegebenenfalls psychischen

Auffälligkeiten und einem Anstieg der Serumkreatin-Phosphokinase führen. In schweren Fällen kann

es auch zu Myoglobinurie, Rhabdomyolyse und akutem Nierenversagen oder einer akinetischen Krise

kommen. Diese Zustände sind lebensbedrohlich. Falls diese Symptome auftreten, muss der Patient

überwacht und erforderlichenfalls stationär aufgenommen werden. Es muss umgehend eine geeignete

symptomatische Behandlung eingeleitet werden, einschließlich einer möglichen Wiederaufnahme der

Therapie mit Levodopa/Benserazid nach angemessener Prüfung. Aus therapeutischen Gründen

indizierte Levodopa-Pausen dürfen daher nur in der Klinik durchgeführt werden.

Dyskinesien (z. B. choreiform oder athetotisch; siehe Abschnitt 4.8) im fortgeschrittenen Stadium der

Behandlung können in der Regel durch Dosisreduktion beherrscht werden.

Fluktuationen im therapeutischen Ansprechen („Freezing”-, „End-of-Dose”- und „ON-OFF”-

Phänomene; siehe Abschnitt 4.8) können nach Langzeitbehandlung auftreten und werden gewöhnlich

durch Dosisanpassung und durch häufigere Gabe kleiner Dosen vermindert oder tolerabel. Ein

Versuch, die Dosis von Levodopa zur Verbesserung der therapeutischen Wirkung wieder anzuheben,

kann dann stufenweise unternommen werden (siehe Abschnitt 4.2).

Im Falle einer Allgemeinanästhesie soll die Behandlung mit Levodopa/Benserazid so weit wie

möglich bis zum Zeitpunkt der Operation fortgesetzt werden, außer wenn Halothan gegeben wird.

Falls eine Allgemeinanästhesie mit Halothan benötigt wird, muss Levodopa/Benserazid 12 bis 48

Stunden vor der Operation abgesetzt werden, da es bei der gleichzeitigen Verabreichung von

Levodopa/Benserazid und Halothan zu Blutdruckschwankungen und/oder zu Arrhythmien kommen

kann. Nach der Operation kann die Therapie mit Levodopa/Benserazid wieder, mit langsam

ansteigender Dosierung bis auf die Ausgangswerte vor der Operation, aufgenommen werden.

Levodopa wurde mit Somnolenz und plötzlich auftretenden Schlafattacken in Verbindung gebracht. In

sehr seltenen Fällen wurde über plötzlich auftretende Schlafattacken während der Aktivitäten des

täglichen Lebens berichtet, welche in manchen Fällen unbewusst oder völlig unerwartet auftraten.

Patienten müssen darüber informiert und darauf hingewiesen werden, während einer Behandlung mit

Levodopa im Straßenverkehr oder beim Bedienen von Maschinen vorsichtig zu sein. Patienten, bei

denen Somnolenz und/oder plötzlich auftretende Schlafattacken aufgetreten sind, dürfen kein

Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen. Darüber hinaus sollte eine Dosisreduktion oder eine

Beendigung der Therapie erwogen werden (siehe Abschnitt 4.7).

Impulskontrollstörungen

Die Patienten sollten regelmäßig hinsichtlich der Entwicklung von Impulskontrollstörungen überwacht

werden. Patienten und Betreuer sollten darauf aufmerksam gemacht werden, dass bei Patienten, die

mit Dopaminagonisten und/oder anderen dopaminergen Substanzen, die Levodopa enthalten,

einschließlich Levodopa/Benserazid, behandelt werden, Verhaltensauffälligkeiten im Sinne von

Impulskontrollstörungen auftreten können. Hierunter fallen pathologischer Spielsucht,

Libidosteigerung, Hypersexualität, zwanghaftes Geldausgeben oder Einkaufen, Essattacken und

Esszwang. Die Überprüfung der Behandlung wird empfohlen, wenn solche Symptome auftreten.

Laboruntersuchungen

Während der Behandlung mit Levodopa/Benserazid sollten regelmäßige Kontrollen des Blutbildes,

sowie der Leber-, Nieren- und Herzfunktion durchgeführt werden.

Bei Diabetikern sollten die Blutzuckerwerte öfter überprüft und die Dosierung der antidiabetischen

Therapie an die Blutzuckerwerte angepasst werden.

Malignes Melanom

Epidemiologische Untersuchungen haben gezeigt, dass Parkinson-Patienten im Vergleich zur

Allgemeinbevölkerung ein um das ca. 2- bis 6-fach erhöhtes Risiko haben, Melanome zu entwickeln.

Es ist nicht bekannt, ob das erhöhte Risiko der Krankheit selbst oder anderen Faktoren, wie z. B. der

Behandlung mit Levodopa, zuzuschreiben ist. Deshalb sollten Patienten und medizinisches

Fachpersonal bei einer Levodopa/Benserazid-Behandlung die Haut regelmäßig auf verdächtige

Veränderungen hin untersuchen, die auf ein Melanom hinweisen können. Die regelmäßigen

Hautuntersuchungen sollten durch geeignete Fachkräfte (z. B. Dermatologen) erfolgen.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Pharmakokinetische Wechselwirkungen

Bei gleichzeitiger Gabe von Levodopa/Benserazid mit dem anticholinerg wirksamen Trihexyphenidyl

wird die Geschwindigkeit, jedoch nicht das Ausmaß der Levodopa-Resorption reduziert.

Eisensulfat erniedrigt die maximale Plasmakonzentration und die AUC von Levodopa um 30 - 50 %.

Die pharmakokinetischen Veränderungen, die während einer gleichzeitigen Behandlung mit

Eisensulfat beobachtet wurden, scheinen bei einigen, aber nicht bei allen Patienten, klinisch

signifikant zu sein.

Metoclopramid erhöht die Geschwindigkeit der Levodopa-Resorption.

Domperidon kann durch Stimulation der Magenentleerung die Bioverfügbarkeit von Levodopa

erhöhen. Möglicherweise besteht durch gleichzeitige Einnahme von Levodopa und Domperidon ein

erhöhtes Risiko kardialer Arrhythmien.

Pharmakodynamische Wechselwirkungen

Arzneimittel mit Wirkung auf das extrapyramidalmotorische System

Die Wirkung von Levodopa/Benserazid wird eingeschränkt durch Opioide, reserpinhaltige

Antihypertensiva und Neuroleptika.

Antipsychotika

Die gleichzeitige Anwendung von Antipsychotika mit dopaminrezeptorblockierenden Eigenschaften,

insbesondere D

-Rezeptorantagonisten, kann die Wirkung von Levodopa/Benserazid hemmen und

sollte deshalb mit Vorsicht erfolgen. Die Patienten sollten hinsichtlich eines möglichen Verlustes der

Wirkung und einer Verschlechterung der Parkinson-Symptomatik sorgfältig überwacht werden.

MAO-Hemmstoffe

Levodopa/Benserazid

darf nicht gleichzeitig mit einem irreversiblen, nicht-selektiven

Monoaminoxidase (MAO)-Hemmer verabreicht werden. Die Gabe eines reinen MAO-B-Hemmers (z.

B. Selegilin, bis zu 10 mg täglich, oder Rasagilin) oder eines selektiven MAO-A-Hemmers (z. B.

Moclobemid) ist nicht kontraindiziert. Selegilin kann unter Umständen die Antiparkinson-Wirkung

von Levodopa verstärken, ohne gefährliche Interaktionen auszulösen.

Die gleichzeitige Gabe von MAO-A- und MAO-B-Hemmern entspricht in der Wirkung einer nicht-

selektiven MAO-Hemmung. Aus diesem Grund darf diese Kombination nicht gleichzeitig mit

Levodopa/Benserazid verabreicht werden (siehe Abschnitt 4.3).

Bei gleichzeitiger Gabe eines nicht-selektiven, irreversiblen MAO-Hemmers (z. B. Tranylcypromin)

kann es – unter Umständen bis zu 2 Wochen nach Absetzen des MAO-Hemmstoffes – zu

hypertensiven Krisen kommen. Zwischen dem Absetzen einer Therapie mit einem nicht-selektiven

MAO-Hemmer und dem Beginn einer Behandlung mit Levodopa/Benserazid muss deshalb ein

behandlungsfreies Intervall von mindestens 2 Wochen liegen.

Sympathomimetika

Die gleichzeitige Einnahme von Levodopa/Benserazid und Sympathomimetika wie Adrenalin,

Noradrenalin, Isoprenalin oder Amphetamin kann deren Wirkung verstärken und wird deshalb nicht

empfohlen. Falls die gleichzeitige Anwendung von Levodopa/Benserazid und Sympathomimetika

erforderlich ist, ist eine engmaschige Überwachung des kardiovaskulären Systems unverzichtbar.

Gegebenenfalls muss die Dosierung der Sympathomimetika reduziert werden.

Andere Antiparkinsonmittel

Es ist möglich, Levodopa/Benserazid

mit anderen Antiparkinsonmitteln (z. B. Dopaminagonisten,

Amantadin, Anticholinergika, Selegilin, Bromocriptin) zu kombinieren. Dabei können jedoch sowohl

die erwünschten als auch die unerwünschten Wirkungen der Behandlung verstärkt werden. Zudem

kann eine Dosisverminderung von Levodopa/Benserazid oder der anderen Substanzen notwendig

werden.

Wenn eine adjuvante Therapie mit einem COMT-Hemmer begonnen wird, kann eine Reduzierung der

Dosis von Levodopa/Benserazid notwendig werden. Bei Ergänzung einer Therapie um

Levodopa/Benserazid sollte die vorbestehende Behandlung mit Anticholinergika nicht abrupt beendet

werden, da die Levodopa-Wirkung nicht sofort einsetzt.

Antihypertensiva

Symptomatische orthostatische Blutdruckabfälle wurden beobachtet, wenn Levodopa in Kombination

mit einem Decarboxylasehemmer bei Patienten angewendet wurde, die bereits Antihypertensiva

erhielten. Da es zu einer verstärkten Wirkung von Antihypertensiva kommen kann, muss der

Blutdruck regelmäßig kontrolliert werden und es müssen, soweit erforderlich, Dosisanpassungen

vorgenommen werden.

Proteinreiche Mahlzeiten

Die gleichzeitige Einnahme einer proteinreichen Mahlzeit kann zu einer Wirkungsverminderung von

Levodopa/Benserazid

führen.

Veränderungen von labordiagnostischen Messungen

Es können verschiedene labordiagnostische Messungen gestört sein:

Levodopa kann die labordiagnostischen Messergebnisse von Katecholaminen, Kreatinin,

Harnsäure und Glucose beeinflussen;

falsch-positiver Ketonnachweis bei Verwendung von Teststreifen (durch Kochen der Urinprobe

wird diese Reaktion nicht verändert);

falsch-negativer Harnzucker-Nachweis bei Verwendung der Glucose-Oxidase-Methode;

falsch-positiver Coombs-Test.

Hinweis

Allgemeinanästhesie mit Halothan

Falls eine Allgemeinanästhesie mit Halothan benötigt wird, muss Levodopa/Benserazid 12 bis 48

Stunden vor der Operation abgesetzt werden, da es zu Blutdruckschwankungen und/oder zu

Arrhythmien kommen kann.

Zur Allgemeinanästhesie mit anderen Narkotika siehe Abschnitt 4.4.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Levodopa/Benserazid darf in der Schwangerschaft nicht angewendet werden (siehe Abschnitt 4.3), da

keine Erfahrungen beim Menschen vorliegen und in Tierversuchen für beide Wirkstoffe

Reproduktionstoxizität beschrieben wurde (siehe Abschnitt 5.3). Frauen im gebärfähigen Alter müssen

während der Behandlung mit Levodopa/Benserazid geeignete Maßnahmen zur Empfängnisverhütung

ergreifen. Bei Eintreten einer Schwangerschaft muss Levodopa/Benserazid unter schrittweiser

Dosisreduktion abgesetzt werden.

Stillzeit

Levodopa hemmt die Prolaktinausschüttung und somit die Laktation. Da nicht bekannt ist, ob

Benserazid in die Muttermilch übergeht, und da bei heranwachsenden Tieren nach Gabe von

Benserazid degenerative Skelettveränderungen beobachtet wurden, dürfen Frauen während der

Behandlung mit Levodopa/Benserazid nicht stillen. Ist eine Behandlung mit Levodopa/Benserazid

während der Stillzeit erforderlich, muss abgestillt werden.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Wenn es bei Patienten unter der Einnahme von Levodopa/Benserazid zu Somnolenz und/oder

plötzlich auftretenden Schlafattacken kommt, müssen sie darüber informiert werden, dass sie kein

Fahrzeug führen oder Tätigkeiten ausüben dürfen, bei denen eine Beeinträchtigung der

Aufmerksamkeit das Risiko schwerwiegender Verletzungen oder des Todes für sich selbst oder andere

nach sich ziehen kann, bis Somnolenz und Schlafattacken nicht mehr auftreten (siehe Abschnitt 4.4).

4.8

Nebenwirkungen

Bei der Einnahme von Levodopa/Benserazid kann es zu den nachstehenden Nebenwirkungen

kommen, deren Häufigkeit nicht bekannt ist, d. h. auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht

abgeschätzt werden kann.

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten zugrunde gelegt:

Sehr häufig

≥ 1/10

Häufig

≥ 1/100, < 1/10

Gelegentlich

≥ 1/1.000, < 1/100

Selten

≥ 1/10.000, < 1/1.000

Sehr selten

< 1/10.000

Nicht bekannt

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Nicht bekannt

Fieberhafte Infektionen, Bronchitis, Schnupfen

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Nicht bekannt

Hämolytische Anämie, Thrombozytopenie, Leukopenie

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Nicht bekannt

Anorexie

Psychiatrische Erkrankungen

Nicht bekannt

Dopaminerges Dysregulations-Syndrom, Verwirrtheit, Depressionen, innere

Unruhe*, Ängstlichkeit*, Schlafstörungen*, Halluzinationen*,

Wahnvorstellungen*, zeitliche Desorientierung*, pathologische Spielsucht,

Libidosteigerung, Hypersexualität, zwanghaftes Geldausgeben oder

Einkaufen, Essattacken, Esszwang

Erkrankungen des Nervensystems

Nicht bekannt

Geschmacksverlust, Änderungen des Geschmacksempfindens, Dyskinesie

(choreiform und athetotisch), Fluktuationen im therapeutischen Ansprechen

(„Freezing”-, „End-of-Dose”- und „ON-OFF”-Phänomene), Müdigkeit,

übermäßige Tagesmüdigkeit, plötzlich auftretende Schlafattacken,

Schwindel, Kopfschmerzen, Mundtrockenheit

Herzerkrankungen

Nicht bekannt

Arrhythmie

Gefäßerkrankungen

Nicht bekannt

Hypotone orthostatische Kreislaufregulationsstörung

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Nicht bekannt

Übelkeit, Erbrechen, Diarrhö, Verfärbungen von Speichel, Zunge, Zähnen

und Mundschleimhaut

Leber- und Gallenerkrankungen

Nicht bekannt

Erhöhung der Lebertransaminasen, der alkalischen Phosphatase und der γ-

Glutamyltransferase

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Nicht bekannt

Allergische Hautreaktionen (z. B. Pruritus, Rash)

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Nicht bekannt

Erhöhung der Harnstoff-Stickstoff-Werte (BUN), Chromaturie

Diese Nebenwirkungen können insbesondere bei älteren Patienten oder bei Patienten mit

entsprechender Anamnese auftreten.

Impulskontrollstörungen

Pathologische Spielsucht, Libidosteigerung, Hypersexualität, zwanghaftes Geldausgeben oder

Einkaufen, Essattacken und Esszwang können bei Patienten auftreten, die mit Dopaminagonisten oder

anderen dopaminergen Substanzen, die Levodopa enthalten, einschließlich Levodopa/Benserazid,

behandelt werden (siehe Abschnitt 4.4).

Erkrankungen des Nervensystems

Im fortgeschrittenen Stadium der Behandlung mit Levodopa/Benserazid können Dyskinesien auftreten

(z. B. choreiform oder athetotisch) (siehe Abschnitt 4.4). Diese können normalerweise durch

Dosisreduktion verhindert oder erträglich gemacht werden.

Nach Langzeitbehandlung können auch Fluktuationen im therapeutischen Ansprechen auftreten

(„Freezing“-, „End-of-Dose“-und „ON-OFF“-Phänomene) (siehe Abschnitt 4.4). Auch diese

Ereignisse können normalerweise durch Dosisanpassung oder häufigere Gabe kleinerer Dosen

verhindert oder erträglich gemacht werden. Ein Versuch, die Dosis von Levodopa zur Verbesserung

der therapeutischen Wirkung wieder anzuheben, kann dann stufenweise unternommen werden.

Levodopa/Benserazid wurde mit Müdigkeit, sehr selten mit übermäßiger Tagesmüdigkeit und

plötzlich auftretenden Schlafattacken in Verbindung gebracht (siehe Abschnitt 4.4).

Gefäßerkrankungen

Orthostatische Ereignisse verbessern sich üblicherweise nach Dosisreduktion.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Unerwünschte gastrointestinale Wirkungen, die meist zu Behandlungsbeginn auftreten, können in der

Regel durch die Einnahme von Levodopa/Benserazid zusammen mit etwas Nahrung, Flüssigkeit oder

durch langsame Dosissteigerung kontrolliert werden.

Untersuchungen

Harnverfärbungen (meist eine leichte Rotfärbung, die sich bei längerem Stehenlassen dunkel färbt).

Andere Körperflüssigkeiten und Gewebe, einschließlich Speichel, Zunge, Zähne oder

Mundschleimhaut können auch von einer Farbänderung betroffen oder gefärbt sein.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-

Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Symptome einer Überdosierung

Die Symptome und Anzeichen einer Überdosierung entsprechen qualitativ den Nebenwirkungen von

Levodopa/Benserazid in therapeutischer Dosierung, sie können jedoch stärker ausgeprägt sein. Eine

Überdosierung kann somit zu kardiovaskulären Nebenwirkungen (z. B. kardialen Arrhythmien),

psychiatrischen Störungen (z. B. Verwirrtheit und Schlaflosigkeit), gastrointestinalen

Nebenwirkungen (z. B. Übelkeit und Erbrechen) und unwillkürlichen Bewegungen führen (siehe

Abschnitt 4.8).

Behandlung einer Überdosierung

Die Vitalparameter des Patienten sind zu beobachten und unterstützende Maßnahmen entsprechend

dem klinischen Bild des Patienten sind zu ergreifen. Insbesondere können kardiovaskuläre

Nebenwirkungen die Anwendung von Antiarrhythmika und zentralnervöse Nebenwirkungen die Gabe

von Atemstimulanzien oder Neuroleptika erforderlich machen.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antiparkinsonmittel

ATC-Code: N04BA11, Levodopa in Kombination mit Benserazid

Wirkmechanismus

Levodopa ist eine Aminosäure, die in Kombination mit dem peripheren Decarboxylasehemmer

Benserazid der Substitution eines zentralnervösen Dopaminmangels dient.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

Da wenigstens 95 % des oral verabreichten Levodopa bereits in extrazerebralen Organen (Darm,

Leber, Niere, Herz, Magen) decarboxyliert werden, gelangen bei einer Levodopa-Monotherapie nur

geringe Mengen in das Zentralnervensystem. Durch das extrazerebral gebildete Dopamin und die aus

ihm entstehenden adrenergen Substanzen sind zahlreiche Nebenwirkungen gastrointestinaler und

kardiovaskulärer Art der Monotherapie mit Levodopa bedingt.

Der Decarboxylasehemmer Benserazid tritt in der vorliegenden Dosierung nicht in nennenswertem

Umfang in das Gehirn über (weniger als 6 % der Plasmakonzentration). Durch die gleichzeitige Gabe

von Benserazid wird die Decarboxylierung von Levodopa in der Peripherie, vor allem in der

Darmschleimhaut, nahezu vollständig verhindert. Dadurch kann die Dosis Levodopa, die zur

Erreichung vergleichbarer klinischer Effekte notwendig ist, auf ca. 20 % der bei der Monotherapie

notwendigen Dosis gesenkt werden. Die gastrointestinalen und kardiovaskulären Nebenwirkungen von

peripher gebildetem Dopamin werden dadurch weitgehend vermieden.

Der Benserazid-Anteil in der Kombination führt infolge der Decarboxylasehemmung zu einer

Erhöhung der Prolaktin-Konzentration.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Levodopa wird hauptsächlich im oberen Abschnitt des Dünndarmes resorbiert, unabhängig von der

Region. Die maximale Plasmakonzentration (t

) von Levodopa wird etwa 1 Stunde nach der

Einnahme einer Standardform von Levodopa/Benserazid erreicht. Die maximale Plasmakonzentration

von Levodopa und das Ausmaß der Resorption von Levodopa (AUC) steigen dosisproportional im

Bereich von 50 bis 200 mg Levodopa.

Nahrungsaufnahme reduziert die Geschwindigkeit und das Ausmaß der Resorption von Levodopa. Die

maximale Plasmakonzentration von Levodopa ist um 30 % niedriger und wird erst nach der 2- oder 3-

fachen Zeit erreicht, wenn Levodopa/Benserazid zusammen mit einer Standardmahlzeit eingenommen

wird. Das Ausmaß der Resorption des Wirkstoffs wird bei gleichzeitiger Nahrungsaufnahme um 15 %

reduziert. Ferner beeinflussen Änderungen in der Entleerungszeit des Magens die Resorption von

Levodopa.

Verteilung

Levodopa überwindet die Blut-Hirn-Schranke durch einen sättigbaren Transportmechanismus. Es wird

nicht an Plasmaproteine gebunden. Sein Verteilungsvolumen beträgt 57 Liter. Die AUC von Levodopa

in der Zerebrospinalflüssigkeit beträgt 12 % von derjenigen im Plasma.

Im Gegensatz zu Levodopa überwindet Benserazid in therapeutischen Dosen nicht die Blut-Hirn-

Schranke. Die Benserazid-Konzentrationen sind in den Nieren, in der Lunge, im Dünndarm und in der

Leber am höchsten. Benserazid passiert die Plazenta.

Biotransformation

Levodopa wird hauptsächlich durch Decarboxylierung, O-Methylierung, Transaminierung und

Oxidation metabolisiert. Die Decarboxylierung von Levodopa zu Dopamin durch eine Decarboxylase

für aromatische Aminosäuren ist der Hauptweg der Levodopa-Metabolisierung. Die Hauptmetaboliten

sind Homovanillinsäure und Dihydroxyphenylessigsäure. Die Methoxylierung von Levodopa zu 3-O-

Methyldopa durch die Catechol-O-Methyltransferase (COMT) stellt einen zweiten

Metabolisierungsweg dar. Die Eliminationshalbwertszeit von 3-O-Methyldopa beträgt 15 Stunden.

Daher akkumuliert dieser Metabolit bei Patienten, die therapeutische Dosen von Levodopa/Benserazid

erhalten.

Gleichzeitige Verabreichung von Levodopa und Benserazid verringert die periphere

Decarboxylierung. Dies zeigt sich in erhöhten Plasmaspiegeln von Aminosäuren (Levodopa, 3-O-

Methyldopa) und niedrigeren Plasmaspiegeln von Katecholaminen (Dopamin, Noradrenalin) und

Phenylcarbonsäuren (Homovanillinsäure, Dihydroxyphenylessigsäure).

Benserazid wird in der Darmwand und in der Leber zu Trihydroxybenzylhydrazin hydroxyliert. Dieser

Metabolit ist ein wirkungsvoller Inhibitor der aromatischen Aminosäure-Decarboxylase.

Elimination

Bei peripherer Hemmung der Levodopa-Decarboxylase beträgt die Eliminationshalbwertszeit von

Levodopa etwa 1,5 Stunden. Bei älteren Parkinson-Patienten (Alter 65-78 Jahre) ist die

Eliminationshalbwertszeit um ca. 25 % verlängert. Die Clearance von Levodopa beträgt 430 ml/min.

Benserazid wird fast vollständig in Form von Metaboliten eliminiert. Die Metaboliten werden

hauptsächlich über die Niere (64 %) und zu einem geringeren Anteil über die Fäzes (24 %)

ausgeschieden.

Bioverfügbarkeit

Die absolute Bioverfügbarkeit von Levodopa bei gleichzeitiger Gabe von Benserazid zur Hemmung

der peripheren Decarboxylase beträgt im Mittel 98 % (Bereich: 74-112 %).

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Chronische Toxizität

In Studien zur chronischen Toxizität an Ratten verursachte die orale Gabe von Levodopa plus

Benserazid dosisabhängig ausgeprägte Skelettveränderungen, die ihren Ausgangspunkt von den noch

nicht geschlossenen Epiphysenfugen nahmen. Knochenveränderungen traten nur im wachsenden

Organismus auf und wurden durch Benserazid verursacht. Bei Hunden wurden dosisabhängig ein

Anstieg der Leberenzyme sowie eine Leberverfettung, eine Verlängerung der Thromboplastinzeit

sowie eine Verminderung des blutbildenden Gewebes im Knochenmark nach hohen Dosen

beobachtet.

Genotoxizität

Im Ames-Test konnte für Levodopa und Benserazid keine mutagene Wirkung beobachtet werden.

Weitere Befunde liegen nicht vor.

Karzinogenes Potenzial

Studien zur Karzinogenität liegen nicht vor.

Reproduktionstoxizität

Mit Levodopa/Benserazid wurden keine Fertilitätsstudien durchgeführt. Studien zur

Reproduktionstoxizität von Levodopa/Benserazid zeigten bei Mäusen (400 mg/kg), Ratten

(600 mg/kg; 250 mg/kg) und Kaninchen (120 mg/kg; 150 mg/kg) keine teratogene Wirkung oder

Beeinflussung der Skelettentwicklung.

Dosierungen im maternaltoxischen Bereich verursachten bei Kaninchen eine Erhöhung der

Embryoletalität und bei Ratten eine Gewichtsabnahme beim Fötus.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Mannitol (Ph.Eur.), Calciumhydrogenphosphat-Dihydrat, Mikrokristalline Cellulose, Povidon K25,

Maisstärke, Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A) (Ph.Eur.), Ethylcellulose, Eisen(III)-oxid,

Hochdisperses Siliciumdioxid, Docusat-Natrium, Magnesiumstearat (Ph.Eur.).

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend

6.3

Dauer der Haltbarkeit

2 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 25 °C lagern.

In der Originalverpackung aufbewahren.

Die Flasche fest verschlossen halten, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Braunglasflasche mit Verschluss und Trocknungsmittel.

Packung mit 20 Tabletten

Packung mit 60 Tabletten

Packung mit 100 Tabletten

Packung mit 200 Tabletten

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

ratiopharm GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm

8.

ZULASSUNGSNUMMER(N)

60660.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG

/

VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 10. Juli 2008

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 26. Oktober 2017

10.

STAND DER INFORMATION

Februar 2018

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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