Lastet 100mg Weichkapseln

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Etoposid
Verfügbar ab:
Mibe GmbH Arzneimittel
ATC-Code:
L01CB01
INN (Internationale Bezeichnung):
etoposide
Darreichungsform:
Weichkapsel
Zusammensetzung:
Etoposid 100.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
27084.02.01

Gebrauchsinformation: Information für Patienten

Lastet

®

100 mg, Weichkapseln

Etoposid

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Lastet 100 mg und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Lastet 100 mg beachten?

Wie ist Lastet 100 mg einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Lastet 100 mg aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Lastet 100 mg und wofür wird es angewendet?

Etoposid, der Wirkstoff von Lastet 100 mg, gehört zu einer Gruppe von Substanzen, die hemmend in

die Zellteilung eingreifen. Dies bewirkt, dass die Zellen sich nicht mehr vermehren und absterben. Da

Tumorzellen eine erhöhte Zellteilungsrate und eine eingeschränkte Erneuerungsfähigkeit haben, sind

sie zellteilungshemmenden Substanzen (wie Etoposid) gegenüber empfindlicher als gesunde Zellen.

Lastet 100 mg wird zur Behandlung bestimmter Krebserkrankungen angewendet.

In Kombination zusammen mit anderen Arzneimitteln:

Palliative Therapie (lindernde Behandlung) von fortgeschrittenem, kleinzelligem und nicht-

kleinzelligem Lungenkrebs (Bronchialkarzinom)

Morbus Hodgkin (bösartige Erkrankung der Lymphknoten)

Nicht-Hodgkin-Lymphome (bösartige Erkrankung des Lymphsystems).

In Kombination oder als Monotherapie:

Akute myeloische Leukämie (bösartige Erkrankung weißer Blutzellen im Knochenmark).

Zur Monotherapie:

Hodenkrebs

Palliative Therapie (lindernde Behandlung) einer fortgeschrittenen Krebserkrankung der

Eierstöcke (Ovarialkarzinom).

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Lastet 100 mg beachten?

Lastet 100 mg darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Etoposid, Podophyllotoxin und Podophyllotoxin-Derivate, Parabene

(Ethyl-/Propyl-4-hydroxybenzoat) oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen

Bestandteile dieses Arzneimittels sind

wenn Sie an schweren Leber- und/oder Nierenschäden leiden

wenn Sie schwanger sind oder stillen

wenn Sie vor kurzem eine Impfung mit einem sog. „Lebendimpfstoff“ (z. B. gegen Masern

oder Gelbfieber) erhalten haben.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie vor der Einnahme von Lastet 100 mg mit Ihrem Arzt oder Apotheker.

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Lastet 100 mg ist erforderlich

wenn Sie Blutbildveränderungen (herabgesetzte Blutbildung im Knochenmark) aufgrund einer

Knochenmarkhemmung haben

wenn Sie herzinfarktgefährdet sind

wenn Sie einen niedrigen Serumalbuminspiegel haben.

Ihr Arzt wird vor und während der Behandlung regelmäßig Blutuntersuchungen durchführen, um

Ihre Leber- und Nierenfunktion zu überprüfen und die Funktionen der Nervenbahnen (neurologische

Funktionen) zu untersuchen.

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Ihr Herz unregelmäßig schlägt oder bei Ihnen ein Risiko für einen

Herzinfarkt vorliegt, damit dieser über die Behandlung mit Lastet 100 mg entscheiden kann.

Wenn Sie zur Krebsbehandlung vor kurzem bestrahlt worden sind oder eine Chemotherapie erhalten

haben, sollte die Behandlung erst begonnen werden, wenn Ihr Knochenmark sich regeneriert hat und

genügend Blutzellen produziert.

Sowohl Männer als auch Frauen müssen während und bis zu 6 Monate nach der Therapie mit Lastet

100 mg eine zuverlässige Empfängnisverhütung anwenden.

Bei Männern kann es zu einer nicht umkehrbaren Unfruchtbarkeit kommen: Bitte lassen Sie sich

von Ihrem Arzt über die Möglichkeit einer Spermakonservierung beraten.

Es können allergische Reaktionen mit Schüttelfrost, Fieber, Herzrasen, Verkrampfung der

Atemmuskulatur (Bronchospasmus), Atemnot und Blutdruckabfall auftreten, bei denen Ihr Arzt die

Infusion sofort absetzen und entsprechende medizinische Gegenmaßnahmen einleiten muss.

Während der Behandlung mit Lastet 100 mg sollten Sie keine Impfungen mit Lebendimpfstoffen (z.

B. gegen Gelbfieber oder Masern) erhalten, da dies zu schweren Infektionen führen kann.

Es kann zu einer schweren Knochenmarkhemmung mit nachfolgender Infektion oder Blutungen

kommen. Bestehende Infektionen sollten vor Beginn einer Therapie mit Lastet 100 mg behandelt

werden.

Durch eine wirksame Krebstherapie, insbesondere bei Kombination mehrerer Chemotherapeutika,

können Krebszellen rasch in großer Zahl zerstört werden. In sehr seltenen Fällen kann dies dazu

führen, dass aus den Krebszellen Substanzen in schädlichem Umfang ins Blut abgegeben werden

(Tumor-Lyse-Syndrom). Wenn dies geschieht, kann es zu Problemen mit der Leber, den Nieren,

dem Herzen oder dem Blut kommen, die unbehandelt zum Tode führen können.

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit der Anwendung von Lastet 100 mg ist bei Kindern nicht

systematisch untersucht worden.

Einnahme von Lastet 100 mg zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden,

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen, andere

Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Die gleichzeitige Gabe von Phenytoin (Antiepileptikum) oder anderen Mitteln zur Behandlung von

Epilepsie kann zu einer verminderten Wirksamkeit von Lastet 100 mg führen.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Lastet 100 mg mit Antiepileptika kann aufgrund dieser

Wechselwirkung die Kontrolle der Krampfanfälle vermindert sein.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Warfarin (Arzneimittel zur Blutverdünnung) kann die Wirkung

von Warfarin vermindert sein, Ihr Arzt muss unter Umständen die Warfarin-Dosis anpassen.

Die Anwendung von Phenylbutazon, Natriumsalicylat und Acetylsalicylsäure (Arzneimittel zur

Behandlung von Schmerzen, Entzündungen und Fieber) kann die Wirkung und Nebenwirkungen von

Etoposid verändern.

Bei der Anwendung von Anthracyclinen (bestimmte Antibiotika und Krebstherapeutika) zusammen

mit Lastet 100 mg kann sich die Wirksamkeit sowohl des Anthracyclins wie auch von Lastet 100 mg

vermindern.

Durch eine gleichzeitige Strahlentherapie oder eine zusätzliche Anwendung von anderen

Arzneimitteln zur Krebsbehandlung - wie z. B. Cyclophosphamid, Carmustin, Lomustin, 5-

Fluorouracil, Vinblastin, Adriamycin, Cisplatin u.a. - kann die Wirkung von Lastet 100 mg und/oder

der zusätzlich verordneten Medikamente auf das Knochenmark verstärkt werden.

Wenn Sie Ciclosporin einnehmen, das z. B. bei Transplantatempfängern zur Vermeidung von

Abstoßungsreaktionen eingesetzt wird, kann sich die toxische Wirkung von Lastet 100 mg auf das

Knochenmark verstärken, da es langsamer aus dem Körper ausgeschieden wird.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Etoposid und dem Zytostatikum Cisplatin ist die Ausscheidung

von Etoposid aus dem Körper reduziert.

Während der Anwendung von Lastet 100 mg sollten Sie keine Impfungen mit Lebendimpfstoffen, z.

B. gegen Gelbfieber, erhalten.

Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker

um Rat.

Schwangerschaft

Lastet 100 mg darf während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, da der Verdacht besteht,

dass es beim ungeborenen Kind schwerwiegende Schäden verursachen kann.

Bei lebensnotwendiger Behandlung einer schwangeren Patientin wird Ihr Arzt dies bei Bedarf

ausführlich mit Ihnen besprechen.

Stillzeit

Lastet 100 mg darf in der Stillzeit nicht angewendet werden.

Es ist nicht bekannt, ob Etoposid in die Muttermilch übergeht. Da dies jedoch bei vielen Arzneistoffen

der Fall ist und aufgrund der möglicherweise schwerwiegenden unerwünschten Wirkungen auf den

Säugling, sollten Sie vor Behandlungsbeginn unbedingt abstillen.

Fortpflanzungsfähigkeit

Lastet 100 mg kann erbgutschädigend wirken.

Daher sollten sowohl weibliche als auch männliche Patienten während und bis zu 6 Monate nach der

Therapie mit Lastet 100 mg eine zuverlässige Empfängnisverhütung anwenden.

Männern, die mit Lastet 100 mg behandelt werden, wird empfohlen, sich vor Therapiebeginn wegen

der Möglichkeit einer dauerhaften Unfruchtbarkeit durch die Therapie mit Lastet 100 mg über eine

Spermakonservierung beraten zu lassen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Bei der Behandlung mit Lastet 100 mg kann es zu Müdigkeit, Benommenheit, Übelkeit, Erbrechen

und zu akuten Überempfindlichkeitsreaktionen mit Blutdruckabfall kommen und damit indirekt zu

einer Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit oder der Fähigkeit zur Bedienung von Maschinen. Fahren

Sie dann nicht Auto oder andere Fahrzeuge! Bedienen Sie keine elektrischen Werkzeuge oder

Maschinen! Arbeiten Sie nicht ohne sicheren Halt!

Lastet 100 mg enthält Sorbitol

Bitte nehmen Sie Lastet 100 mg erst nach Rücksprache mit ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist,

dass Sie unter einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern leiden.

3.

Wie ist Lastet 100 mg einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei

Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Dosierung

Ihre Dosierung wird individuell durch Ihren behandelnden Arzt festgelegt und orientiert sich an der

Art der Krebserkrankung, Ihrer Körperoberfläche, am Therapieerfolg und an Ihren Laborwerten.

Die Anwendung von Lastet 100 mg erfolgt in sogenannten Therapiezyklen; das heißt, das Medikament

wird eine bestimmte Zeit lang angewendet, danach erfolgt jeweils eine Pause (Intervall). Die Länge

dieser Pause ist von den Laborwerten abhängig.

Kinder und Erwachsene erhalten Etoposid in Dosierungen im Bereich von täglich 100 - 200 mg

Etoposid/m

Körperoberfläche an 5 aufeinander folgenden Tagen (entsprechend 2 - 4 Weichkapseln

Lastet 100 mg täglich).

Art der Anwendung

Die Weichkapseln sollten auf nüchternen Magen mit reichlich Flüssigkeit (z. B. einem Glas Wasser)

eingenommen werden.

Wenn Sie eine größere Menge von Lastet 100 mg eingenommen haben als Sie sollten

Fragen Sie umgehend Ihren Arzt um Rat, wenn Sie versehentlich zu viele Lastet 100 mg

Weichkapseln oder eine höhere Dosis als benötigt eingenommen haben. Zeigen Sie nach Möglichkeit

dem Arzt die Packung oder diese Packungsbeilage. Sie benötigen unter Umständen eine ärztliche

Behandlung.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt,

Apotheker oder das medizinische Fachpersonal.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Die wichtigste Nebenwirkung, die tödlich verlaufen kann, ist die reversible (rückbildungsfähige)

Knochenmarkhemmung, d.h. das Knochenmark, das Blutzellen produziert, verliert an

Funktionsfähigkeit, und die Anzahl der Blutzellen im Körper sinkt vorübergehend ab. Nach etwa 20

Tagen hat sich das Blutbild im Allgemeinen wieder normalisiert. Eine schwerwiegende

Knochenmarkhemmung kann zu Infektionen oder Blutungen führen.

Folgende Nebenwirkungen traten unter Anwendung von Etoposid auf:

Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen):

Knochenmarkhemmung (Todesfälle wurden berichtet), insbesondere mit Verminderung der

weißen Blutkörperchen (Leukopenie, Neutropenie; dadurch evtl. erhöhte Infektanfälligkeit),

Verminderung der Blutplättchen (Thrombozytopenie), Blutarmut (Anämie; verminderte Anzahl

der roten Blutkörperchen; evtl. verbunden mit Schwächegefühl)

Bauchschmerzen, Verstopfung, Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit

Leberschädigung

Haarausfall manchmal mit Verlust der gesamten Körperbehaarung (nach Abschluss der

Therapie reversibel), Hautverfärbungen (Pigmentierung)

Schwächegefühl, Unwohlsein, Schüttelfrost, Fieber.

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):

schwere Infektionen (z. B. Lungenentzündung, Blutvergiftung)

akute Leukämie (Blutkrebs)

Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen

Benommenheit

zu hoher oder zu niedriger Blutdruck

vorübergehende Atemnot

Schleimhautentzündung (z. B. Mundschleimhaut - besondere Mundhygiene erforderlich -

oder Speiseröhre), Durchfall

Hautausschlag, Nesselausschlag, Juckreiz

Schwindel, Kopfschmerzen

starke Erhöhung einzelner Leberwerte.

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen):

Störungen des peripheren Nervensystems (periphere Neuropathie), z. B. Taubheit, Kribbeln

oder Brennen in Händen und Füßen

Husten mit blutigem Auswurf

Brustschmerzen

starke Erhöhung der Harnsäurewerte (durch Gabe von Allopurinol behandelbar).

Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen):

akute allergische Reaktionen (anaphylaktische Reaktionen; können tödlich sein), d.h.

Überempfindlichkeitsreaktionen wie Schüttelfrost, Fieber, Herzrasen, Verkrampfung der

Atemmuskulatur, Schwitzen, Juckreiz, Übelkeit, Erbrechen, Blutdruckanstieg bzw. -abfall,

Bewusstlosigkeit oder Hautrötungen

Krampfanfälle, Sehnerventzündung, vorübergehender Sehverlust, zentralnervöse

Nebenwirkungen (Schläfrigkeit [Somnolenz], Müdigkeit), Nervosität, Verwirrtheit,

unwillkürliche, unvorhersehbare Extrabewegungen (Hyperkinesie), Bewegungsarmut

(Akinesie)

Lungenschäden (Lungenfibrose), Lungenentzündung (interstitielle Pneumonie)

Schluckstörung (Dysphagie), Geschmacksstörung (Dysgeusie)

entzündliche, juckende Hautrötung und Ekzem (Dermatitis) im Bestrahlungsfeld nach

Strahlentherapie und nachfolgender Behandlung mit Etoposid; schwere allergische

Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom und toxische epidermale Nekrolyse; die Symptome

beinhalten Fieber, Schwächegefühl, Kribbeln der Haut, schwerwiegenden Hautausschlag,

Blasenbildung und Abschälung der Haut).

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar):

Tumor-Lyse-Syndrom: lebensbedrohlicher Zustand aufgrund Anhäufung von Abbauprodukten

aus zerstörten Krebszellen nach der Krebstherapie.

Andere mögliche Nebenwirkungen

Ethyl-/Propyl-4-hydroxybenzoate können Überempfindlichkeitsreaktionen, auch mit zeitlicher

Verzögerung, hervorrufen.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte,

Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de

anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Lastet 100 mg aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Behältnis und dem Umkarton nach „verw. bis:“ bzw.

„verwendbar bis:“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich

auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall.

Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden.

Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Lastet 100 mg enthält

Der Wirkstoff ist: Etoposid.

Eine Weichkapsel enthält 100 mg Etoposid.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Ethyl-4-hydroxybenzoat (Ph.Eur.) (E214), Propyl-4-hydroxybenzoat (Ph.Eur.) (E216),

Macrogol 400, Citronensäure, Gelatine, Glycerol, Hyprolose, Sorbitol-Lösung 70 % (nicht

kristallisierend) (Ph.Eur.), Eisen(III)-oxid (E172) und Titandioxid (E171).

Wie Lastet 100 mg aussieht und Inhalt der Packung:

Dunkelrot-violette Weichkapseln in Blisterstreifen im Umkarton.

Originalpackung mit 10 Weichkapseln.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

mibe GmbH Arzneimittel

Münchener Straße 15

06796 Brehna

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im August 2017.

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Die folgenden Informationen sind

für medizinisches Fachpersonal

bestimmt:

Lastet 100 mg sollte nur von Ärzten, die in der Tumortherapie erfahren sind, angewendet werden.

Hinweis:

In bewährten Behandlungsprotokollen darf intravenös zu verabreichendes Etoposid wegen der

unterschiedlichen Bioverfügbarkeit

nicht

durch Lastet 100 mg Kapseln ausgetauscht werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen bei der Anwendung

Bei der Behandlung mit Etoposid kann es zu einer schweren Knochenmarkhemmung mit

nachfolgender Infektion oder Blutungen kommen. Es muss sichergestellt sein, dass eine schwere

Infektion oder Blutungsepisode rasch und wirksam behandelt werden kann. Bestehende Infektionen

sollten vor Beginn einer Therapie mit Lastet 100 mg behandelt werden.

Wegen der Möglichkeit von anaphylaktoiden Reaktionen, die schon bei der initialen Dosis während

oder direkt nach der Behandlung auftreten können, sollten die Patienten unter sorgfältiger

Beobachtung gehalten werden. Bei einem Auftreten von anaphylaktoiden Reaktionen mit

Schüttelfrost, Fieber, Tachykardie, Bronchospasmus, Dyspnoe und Blutdruckabfall ist die Behandlung

sofort abzusetzen und Sympathomimetika, Corticosteroide, Antihistaminika oder Plasmaersatzmittel

zu verabreichen.

Bei der Verabreichung von Etoposid im Zusammenhang mit anderen Chemotherapeutika wurde über

ein Tumor-Lyse-Syndrom (lebensbedrohlicher Zustand von Leber, Nieren, Herz und Blut aufgrund

Anhäufung von Abbauprodukten aus zerstörten Krebszellen nach der Chemotherapie) berichtet. Eine

engmaschige Überwachung von Patienten hinsichtlich der Erkennung von Frühzeichen eines Tumor-

Lyse-Syndroms ist daher notwendig. Dies betrifft insbesondere Patienten mit Risikofaktoren wie einer

großen Chemotherapiesensitiven Tumormasse und einer Niereninsuffizienz. Bei Patienten mit

Risikofaktoren sollte eine adäquate Präventionstherapie in Betracht gezogen werden.

Gleichzeitige Gabe von Phenytoin kann die Ausscheidung von Lastet 100 mg verstärken und zu einer

verminderten Wirksamkeit führen. Auch bei anderen Antiepileptika ist mit analogen Effekten zu

rechnen.

Die gleichzeitige Gabe von Antiepileptika und Lastet 100 mg kann, aufgrund der

pharmakokinetischen Interaktionen der beiden Arzneimittel, zu einer verminderten Kontrolle der

Krampfanfälle führen.

Etoposid kann Arzneimittel zur Blutverdünnung (Antikoagulantien) wie Cumarine (z. B. Warfarin)

aus ihrer Plasmaproteinbindung verdrängen und damit die blutgerinnungshemmende Wirkung

verstärken (Einzelfallbericht).

Bei gleichzeitiger Verabreichung von Warfarin kann der INR (International Normalized Ratio)-Wert

ansteigen. Der INR sollte daher engmaschig überwacht werden.

Gleichzeitige Verabreichung von hohen Dosen Ciclosporin (> 2.000 ng/ml) und Lastet 100 mg führte

im Vergleich zur Etoposid-Monotherapie zu um 80 % erhöhten AUC-Werten für Etoposid und zu

einer um 38 % reduzierten Ausscheidung.

FACHINFORMATION

1.

BEZEICHNUNG DER ARZNEIMITTEL

Lastet

25 mg Weichkapseln

Lastet

50 mg Weichkapseln

Lastet

100 mg Weichkapseln

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Lastet 25 mg

Eine Weichkapsel enthält 25 mg Etoposid.

Lastet 50 mg

Eine Weichkapsel enthält 50 mg Etoposid.

Lastet 100 mg

Eine Weichkapsel enthält 100 mg Etoposid.

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung:

Ethyl-4-hydroxybenzoat (E214), Propyl-4-hydroxybenzoat (E216), Sorbitol.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Weichkapsel

Lastet 25 mg sind hautfarbene Weichkapseln.

Lastet 50 mg sind rosa bis gelb-orange Weichkapseln.

Lastet 100 mg sind dunkelrot-violette Weichkapseln.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Lastet

ist in Kombination mit anderen antineoplastisch wirksamen Präparaten bei der Behandlung

folgender bösartiger Neubildungen angezeigt:

Palliative Therapie des fortgeschrittenen, kleinzelligen Bronchialkarzinoms

Palliative Therapie des fortgeschrittenen, nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms

Reinduktionstherapie bei Morbus Hodgkin nach Versagen (nicht vollständiges Ansprechen

auf die Therapie bzw. Wiederauftreten der Erkrankung) von Standardtherapien

Non-Hodgkin-Lymphome von intermediärem und hohem Malignitätsgrad nach Versagen

(nicht vollständiges Ansprechen auf die Therapie bzw. Wiederauftreten der Erkrankung) von

Standardtherapien.

In der Mono- und Polychemotherapie ist Lastet angezeigt zur Behandlung der akuten myeloischen

Leukämie bei Patienten, für die eine intensive, myeloablative Therapie nicht geeignet ist.

In der Monotherapie ist Lastet angezeigt

Bei Nennung von Lastet, ohne explizite Dosisangabe und sofern nichts anderes aus dem Text

hervorgeht, sind die aufgeführten Informationen für alle Stärken gültig.

zur Behandlung des rezidivierten oder therapierefraktären Hodenkarzinoms

zur palliativen systemischen Behandlung fortgeschrittener Ovarialkarzinome nach Versagen

von platinhaltigen Standardtherapien.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Die üblichen Dosierungen von Lastet für Kinder und Erwachsene liegen im Bereich von täglich 100 -

200 mg Etoposid/m

Körperoberfläche an den Tagen 1 - 5 (ca. 8 - 16 Weichkapseln Lastet 25 mg, 4 -

8 Weichkapseln Lastet 50 mg bzw. 2 - 4 Weichkapseln Lastet 100 mg täglich).

Die Dosierung von Lastet-Weichkapseln basiert auf der empfohlenen parenteralen Dosis unter

Einbeziehung der dosisabhängigen Bioverfügbarkeit des Wirkstoffs Etoposid bei oraler

Verabreichung.

Eine Dosis von 100 mg oral eingenommenem Etoposid ist vergleichbar mit 75 mg des i.v.

verabreichten Wirkstoffs (siehe Abschnitt 5.2).

Das Therapieintervall beträgt in Abhängigkeit von der Erholung der hämatologischen Parameter

(Leukozyten, Thrombozyten) 3 - 4 Wochen (siehe auch Abschnitt 4.3).

Bei nachfolgenden Therapiezyklen kann die Dosis unter Berücksichtigung des Ansprechens des

Tumors und der Verträglichkeit modifiziert werden. Hierbei muss besonders auf das Verhalten der

hämatologischen Parameter, vor allem auf den Leukozyten-Nadir, unter dem vorangegangenen Kurs

geachtet werden.

Bei täglicher Gabe kleinerer Dosen Lastet über einen längeren Zeitraum (bis zu 21 Tagen) ist wegen

potenziell höherer Toxizität im Vergleich zur üblichen Dosierung (siehe oben) eine besonders

engmaschige Kontrolle der hämatologischen Parameter geboten.

Die exakte Dosierung im Rahmen einer Polychemotherapie ist Behandlungsprotokollen zu

entnehmen, die oral zu applizierendes Etoposid enthalten und die sich in der Therapie der jeweiligen

Erkrankung als wirksam erwiesen haben.

Die Bioverfügbarkeit von Lastet-Weichkapseln nach jeglicher oralen Dosis ist von Patient zu Patient

unterschiedlich. Das ist bei Verschreibung dieses Arzneimittels zu berücksichtigen. Angesichts einer

signifikanten intraindividuellen Variabilität, kann eine Dosierungsanpassung erforderlich sei, um den

gewünschten Behandlungserfolg zu erzielen.

Tagesdosen, die größer als 200 mg sind, sollten geteilt werden (BID).

Hinweis:

In bewährten Behandlungsprotokollen darf intravenös zu applizierendes Etoposid wegen der

unterschiedlichen Bioverfügbarkeit nicht durch Lastet-Weichkapseln ausgetauscht werden.

Dosierungsanpassung

Die Dosierung von Lastet sollte so angepasst werden, dass myelosuppressive Wirkungen anderer

Arzneimittel einer Polychemotherapie oder eine vorausgehende Radio- oder Chemotherapie, die die

Knochenmarkreserve beeinträchtigt haben kann, mit einbezogen werden.

Patienten sollten keinen neuen Behandlungszyklus mit Lastet beginnen, wenn die Neutrophilenzahl

unter 1.500 Zellen/mm

oder die Thrombozytenzahl unter 100.000 Zellen/mm

liegen, wenn dies nicht

durch maligne Erkrankung verursacht wird.

Die auf die initiale Dosis folgenden Dosen sollten angepasst werden bei einer Neutrophilenzahl unter

500 Zellen/mm

an mehr als 5 Tagen oder wenn gleichzeitig Fieber oder eine Infektionen auftreten,

ebenso bei einer Thrombozytenzahl von unter 25.000 Zellen/mm

, wenn andere Toxizitäten der Grade

3-4 auftreten oder die renale Clearance unter 50 ml/min beträgt.

Nierenfunktionsstörung

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion sollte die Anfangsdosis basierend auf der

gemessenen Creatinin-Clearance folgendermaßen angepasst werden:

Gemessene

Creatinin-Clearance

Dosis

Etoposid

>50 ml/min

100 % der Dosis

15-50 ml/min

75 % der Dosis

Die weitere Dosierung sollte auf Verträglichkeit beim Patienten und klinischer Wirksamkeit basieren.

Für Patienten mit einer Creatinin-Clearance <15 ml/min liegen keine Daten vor. Bei diesen Patienten

sind weitere Dosisreduktionen in Erwägung zu ziehen.

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit der Anwendung von Lastet ist bei Kindern nicht systematisch

untersucht worden.

Art der Anwendung

Die Weichkapseln sollen nüchtern eingenommen werden.

Dauer der Anwendung

Die Dauer der Therapie bestimmt der behandelnde Arzt unter Berücksichtigung des Krankheitsbildes,

des angewendeten Therapieprotokolls und der individuellen Therapiesituation. Bei Nichtansprechen

des Tumors, progressiver Erkrankung und/oder beim Auftreten nicht mehr tolerierbarer

Nebenwirkungen sollte Lastet abgesetzt werden.

Die Anwendung von Lastet erfolgt in sogenannten Therapiekursen. Zwischen dem letzten Tag eines

Therapiekurses und dem ersten eines neuen Therapiekurses sollten je nach Therapieschema

behandlungsfreie Intervalle eingeschoben werden, bis sich das Blutbild wieder erholt hat (siehe

Abschnitt 4.3).

4.3

Gegenanzeigen

Lastet ist kontraindiziert bei Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff

Etoposid, gegen Podophyllotoxin und Podophyllotoxin-Derivate, gegen Parabene oder einen der in

Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile sowie bei schweren Leber- und/oder Nierenschäden.

Patienten, die mit Etoposid behandelt werden und immunsupprimiert sind, dürfen nicht mit

Gelbfieberimpfstoff oder anderen Lebendimpfstoffen geimpft werden (siehe Abschnitt 4.5).

Relative Gegenanzeigen: Herzinfarktgefahr, verringerte Knochenmarkreserve.

Vor Therapiebeginn, während der Therapie und vor jedem Behandlungskursus sollten das Blutbild

(Leukozyten, Thrombozyten, Hämoglobinwert und Differentialblutbild), die Leber- und

Nierenfunktion überprüft und die neurologischen Funktionen untersucht werden.

Kommt es infolge der antineoplastischen Therapie zu einer Leuko- und/oder Thrombopenie, sollte

eine weitere Behandlung mit Lastet erst nach Erholung des Blutbildes (Leukozyten > 4.000/μl,

Thrombozyten > 100.000/μl) durchgeführt werden. Nach Behandlung mit Etoposid wurde über

Myelosuppression mit Todesfolge berichtet.

Bei Patienten mit niedrigem Serumalbuminspiegel kann das Risiko für Etoposid-bedingte Toxizität

erhöht sein.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Die Behandlung mit Lastet darf nur durch Ärzte, die in der Tumorbehandlung mit

chemotherapeutischen Wirkstoffen erfahren sind, erfolgen.

Es kann zu schwerer Myelosuppression mit daraus resultierender Infektion oder Blutung kommen.

Nach der Anwendung von Etoposid wurde über Myelosuppression mit tödlichem Ausgang berichtet.

Patienten, die mit Lastet behandelt werden, müssen sowohl während als auch nach der Behandlung

engmaschig auf Anzeichen einer Myelosuppression überwacht werden. Eine dosislimitierende

Knochenmarkdepression ist die signifikanteste mit einer Lastet-Behandlung assoziierte Toxizität.

Folgende Untersuchungen sollten zu Therapiebeginn und vor jeder nachfolgenden Dosis von Lastet

durchgeführt werden: Thrombozytenzahl, Hämoglobin, Leukozytenzahl und Differentialblutbild. Bei

vorausgegangener Radio- oder Chemotherapie ist vor dem Behandlungsbeginn mit Etoposid ein

angemessenes Zeitintervall zur Erholung des Knochenmarks einzuplanen.

Lastet sollte nicht bei Patienten angewendet werden, deren Neutrophilenzahl unter 1.500 Zellen/mm

oder deren Thrombozytenzahl unter 100.000 Zellen/mm

liegt, wenn dies nicht durch maligne

Erkrankung verursacht wird.

Die auf die initiale Dosis folgenden Dosen sollten angepasst werden bei einer Neutrophilenzahl unter

500 Zellen/mm

an mehr als 5 Tagen oder wenn gleichzeitig Fieber oder eine Infektion auftreten,

ebenso bei einer Thrombozytenzahl von unter 25.000 Zellen/mm

, wenn andere Toxizitäten der Grade

3 oder 4 auftreten oder die renale Clearance unter 50 ml/min beträgt. Die Dosierung sollte so

angepasst werden, dass myelosuppressive Wirkungen anderer Arzneimittel einer Polychemotherapie

oder eine vorausgehende Radio- oder Chemotherapie, die die Knochenmarkreserve beeinträchtigt

haben kann, mit einbezogen werden.

Bei Patienten, die mit Etoposid-haltigen Chemotherapien behandelt wurden, wurde akute Leukämie

mit oder ohne myelodysplastisches Syndrom berichtet.

Weder das kumulative Risiko noch die prädisponierenden Faktoren für Entwicklung einer sekundären

Leukämie sind bekannt. Sowohl dem Therapieplan als auch der kumulierten Dosis von Etoposid wird

dabei eine Rolle zugeschrieben, dieses ist jedoch nicht eindeutig geklärt.

Bei Patienten, die Epipodophyllotoxine erhielten, wurde in einigen Fällen einer sekundären Leukämie

eine 11q23-Chromosomenanomalie beobachtet. Diese Anomalie wurde auch bei Patienten beobachtet,

die nach Chemotherapieregimen ohne Epipodophyllotoxine eine sekundäre Leukämie entwickelten

und bei

de novo

aufgetretener Leukämie. Ein anderes Charakteristikum, das mit sekundärer Leukämie

bei Patienten, die Epipodophyllotoxine erhielten, in Zusammenhang gebracht wurde, scheint eine

kurze Latenzzeit mit einer durchschnittlichen medianen Zeitdauer bis zum Einsetzen der Leukämie

von ungefähr 32 Monaten zu sein.

Ärzte müssen bei der Behandlung mit Lastet mit einem möglichen Auftreten einer anaphylaktischen

Reaktion rechnen, die sich in Schüttelfrost, Fieber, Tachykardie, Bronchospasmus, Dyspnoe und

Blutdruckabfall manifestieren und tödlich verlaufen kann. Die Behandlung erfolgt symptomatisch.

Das Arzneimittel ist sofort abzusetzen und nach Ermessen des Arztes sind Sympathomimetika,

Corticosteroide, Antihistaminika oder Plasmaersatzmittel zu verabreichen.

Wenn die Anwendung von Lastet für eine Chemotherapie in Betracht gezogen wird, muss der Arzt in

jedem Fall die Notwendigkeit und Zweckmäßigkeit des Arzneimittels gegenüber dem Risiko von

Nebenwirkungen abwägen. Die meisten solcher Nebenwirkungen sind reversibel, wenn sie frühzeitig

erkannt werden. Wenn schwere Nebenwirkungen auftreten, muss die Dosis des Arzneimittels

reduziert oder das Arzneimittel abgesetzt werden und geeignete korrektive Maßnahmen nach

klinischer Einschätzung des behandelnden Arztes eingeleitet werden. Eine Wiederaufnahme der

Behandlung mit Lastet sollte mit Vorsicht erfolgen, wobei die Notwendigkeit der Anwendung des

Arzneimittels überdacht und genau auf mögliches Wiederauftreten von Toxizitäten geachtet werden

sollte.

Bei Patienten mit niedrigem Serumalbuminspiegel kann das Risiko für Etoposid-bedingte Toxizitäten

erhöht sein. Vor Therapiebeginn, während der Therapie und vor jedem Behandlungskurs sollten das

Blutbild (Leukozyten, Thrombozyten und Hämoglobin), die Leber- und Nierenfunktion überprüft und

die neurologischen Funktionen untersucht werden. Therapiekurse mit Lastet sollten im Allgemeinen

nur bei normaler Funktion von Leber und Nieren durchgeführt werden.

Bei Patienten mit Leber- und Nierenfunktionsstörung sollten wegen des Risikos einer Akkumulation

Leber- und Nierenwerte regelmäßig überwacht werden.

Außerdem sollten Therapiekurse mit Lastet nur bei normaler Funktion des peripheren Nervensystems

durchgeführt werden.

Vor der Anwendung von Lastet sollten bakterielle Infektionen unter Kontrolle gebracht worden sein.

Angesichts des mutagenen Potenzials von Etoposid müssen sowohl männliche als auch weibliche

Patienten während und bis zu sechs Monate nach der Behandlung eine zuverlässige

Empfängnisverhütungsmethode anwenden. Wenn Kinderwunsch nach Abschluss der Behandlung

besteht, wird eine genetische Beratung empfohlen. Da eine Behandlung mit Etoposid die Fertilität bei

Männern irreversibel beeinträchtigen kann, sollten männliche Patienten die Möglichkeit einer

Spermakonservierung zum Zweck einer späteren Vaterschaft in Betracht ziehen (siehe Abschnitt 4.6).

Es muss sichergestellt sein, dass eine schwere Infektion und/oder Blutungsepisode rasch und wirksam

behandelt werden kann.

Bei klinisch relevanter Hyper- oder Hypotonie sollte eine geeignete Therapie eingeleitet werden

(siehe Abschnitt 4.9).

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Sicherheit und Wirksamkeit von Lastet wurde bei Kindern und Jugendlichen nicht systematisch

untersucht.

Patienten mit der seltenen hereditären Fructose-Intoleranz sollten Lastet nicht einnehmen.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Auswirkungen von anderen Arzneimitteln auf Etoposid

Gleichzeitige Gabe von Phenytoin kann durch CYP3A-Induktion die Ausscheidung von Etoposid

verstärken und zu einer verminderten Wirksamkeit führen.

Auch andere Antiepileptika, die CYP3A induzieren, könnten zu einer erhöhten Clearance und somit

einer verminderten Wirksamkeit von Lastet führen.

Eine gleichzeitige Anwendung von Etoposid und Cisplatin führt zu einer verringerten

Gesamtkörperclearance von Etoposid. Bei Kindern kann dies zu einem Anstieg der Serumwerte des

Leberenzyms Alanin-Aminotransferase (ALT / SGPT) führen.

In vitro beträgt die Plasmaproteinbindung 97 %. Phenylbutazon, Natriumsalicylat und

Acetylsalicylsäure können Etoposid aus der Plasmaproteinbindung verdrängen.

Die gleichzeitige Verabreichung von hohen Dosen Ciclosporin (> 2.000 ng/ml) und oralem Etoposid

führten im Vergleich zur Etoposid-Monotherapie zu um 80 % erhöhten AUC-Werten für Etoposid

und zu einer um 38 % reduzierten Etoposid-Clearance.

Durch zusätzliche Verabreichung von knochenmarkhemmend wirkenden Substanzen - wie z. B. N-

Lost, Cyclophosphamid, BCNU, CCNU, 5-FU, Vinblastin, Adriamycin, Cisplatin u. a. - kann die

Wirkung von Lastet und/oder der zusätzlich verordneten Medikamente auf das Knochenmark

verstärkt werden.

Auswirkungen von Etoposid auf andere Arzneimittel

Das Risiko einer tödlichen systemischen Impfreaktion bei der Anwendung von Gelbfieberimpfstoff ist

erhöht, da die normalen Immunabwehrmechanismen und die Immunantwort mit Antikörpern durch

Etoposid unterdrückt bzw. vermindert sein können. Die Anwendung von Lebendimpfstoffen bei

immunsupprimierten Patienten ist kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Die gleichzeitige Anwendung von Lastet mit Lebendimpfstoffen bei immunsupprimierten Patienten

kann zu schweren Infektionen führen. Die Anwendung von Lebendimpfstoffen sollte vermieden und

erforderlichenfalls der Rat eines Spezialisten eingeholt werden.

Die gleichzeitige Gabe von Antiepileptika und Lastet kann, aufgrund der pharmakokinetischen

Interaktionen der beiden Arzneimittel, zu einer verminderten Kontrolle der Krampfanfälle führen.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Warfarin kann der INR (International Normalized Ratio)-Wert

ansteigen, da Etoposid Cumarine aus ihrer Eiweißbindung verdrängen und damit die antikoagulative

Wirkung verstärken kann. Der INR-Wert sollte daher engmaschig überwacht werden.

Es kann davon ausgegangen werden, dass eine vorherige oder gleichzeitige Anwendung anderer

Arzneimittel mit ähnlicher myelosuppressiver Wirkung wie Etoposid/Etoposidphosphat additive oder

synergetische Wirkungen hervorruft (siehe Abschnitt 4.4).

In präklinischen Untersuchungen wurde zwischen Anthracyclinen und Etoposid eine Kreuzresistenz

beobachtet.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Fertilität

Wenn ein Kinderwunsch nach Abschluss der Behandlung besteht, wird eine genetische Beratung

empfohlen.

Da eine Behandlung mit Lastet die Fertilität bei Männern herabsetzen kann, sollten männliche

Patienten die Möglichkeit einer Spermakonservierung in Betracht ziehen (siehe auch Abschnitt

4.4).

Schwangerschaft

Anwendung von Lastet in der Schwangerschaft kann zu einer Schädigung des Fötus führen. Lastet

sollte nicht während der Schwangerschaft angewendet werden.

Lastet hat sich bei Mäusen und Ratten als teratogen gezeigt. Es liegen keine adäquaten, kontrollierten

Studien bei Schwangeren vor. Frauen im gebärfähigen Alter sollten darauf hingewiesen werden, nicht

schwanger zu werden. Wenn dieses Arzneimittel während einer Schwangerschaft verwendet wird

oder wenn die Patientin während der Behandlungszyklen schwanger werden sollte, muss sie über die

möglichen Risiken der Behandlung für das Kind medizinisch aufgeklärt werden.

Angesichts des mutagenen Potenzials von Etoposid müssen sowohl männliche als auch weibliche

Patienten während und bis zu sechs Monate nach der Behandlung eine zuverlässige

Empfängnisverhütungsmethode anwenden. Wenn Kinderwunsch nach Abschluss der Behandlung

besteht, wird eine genetische Beratung empfohlen. Da eine Behandlung mit Etoposid die Fertilität bei

Männern irreversibel beeinträchtigen kann, sollten männliche Patienten die Möglichkeit einer

Spermakonservierung zum Zweck einer späteren Vaterschaft in Betracht ziehen.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Etoposid in die Muttermilch übertritt. Jedoch werden viele Arzneimittel in

Muttermilch ausgeschieden und aufgrund der möglichen schweren Nebenwirkungen, die beim

Säugling auftreten könnten, darf während der Behandlung mit Lastet nicht gestillt werden.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Es wurden keine Studien mit Lastet zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die

Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen durchgeführt. Bei der Behandlung mit Lastet kann es jedoch

zu Müdigkeit, Schläfrigkeit, Übelkeit und Erbrechen sowie zu akuten Überempfindlichkeitsreaktionen

mit Blutdruckabfall kommen und damit zu einer Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit und der

Bedienung von Maschinen kommen.

4.8

Nebenwirkungen

In nachstehender Tabelle werden die Nebenwirkungen in Zusammenhang mit der

Etoposid/Etoposidphosphat-Therapie kategorisiert nach Organsystemklasse und Häufigkeit

aufgeführt.

Organsyste

mklassen

(MedDRA)

Sehr häufig

(≥ 1/10)

Häufig

(≥1/100,

<1/10)

Gelegentlich

(≥1/1.000,

<1/100)

Selten

(≥1/10.000,

<1/1.000)

Sehr selten

(<1/10.000)

Nicht

bekannt

(auf

Grundlage

verfügbaren

Daten nicht

abschätzbar)

Infektionen

parasitäre

Erkrankunge

Schwere

Infektionen

(z. B.

Pneumonie,

Sepsis)

Gutartige,

bösartige und

unspezifische

Neubildunge

n (einschl.

Zysten und

Polypen)

Akute

Leukämie

Erkrankunge

n des Blutes

und des

Lymphsyste

Myelosuppre

ssion

Leukopenie,

Thrombozyto

penie,

Neutropenie,

Anämie

Erkrankunge

n des

Immunsyste

intravenöser

Gabe von

Etoposidphos

phat:

Anaphylaktoi

Reaktionen

Überempfind

lichkeitsreakt

ionen wie

Schüttelfrost,

Fieber,

Tachykardie,

Bronchospas

Schwitzen,

Juckreiz,

Übelkeit,

bei oraler

Gabe von

Etoposid:

Anaphylaktoi

Reaktionen

Überempfind

lichkeitsreakt

ionen wie

Schüttelfrost,

Fieber,

Tachykardie,

Bronchospas

Schwitzen,

Juckreiz,

Übelkeit,

Erbrechen,

Blutdruckans

Erbrechen,

Blutdruckans

tieg bzw. -

abfall,

Bewusstlosig

keit oder

Hautrötungen

tieg bzw. -

abfall,

Bewusstlosig

keit oder

Hautrötungen

Stoffwechsel-

Ernährungs-

störungen

Tumor-Lyse-

Syndrom

Erkrankunge

n des

Nervensyste

Schwindel

periphere

Neuropathie

Krampfanfäll

Optikusneurit

vorübergehen

der, zentral

bedingter

Sehverlust;

Neurotoxizitä

ten (z. B.

Somnolenz,

Müdigkeit);

zentralnervös

e Störungen;

Verwirrtheit;

Hyperkinesie

; Akinesie

Herzerkranku

ngen

Herzinfarkt,

Arrhythmie

Gefäßerkrank

ungen

vorübergehen

de systolische

Hypotonie

(insbesondere

bei zu

schneller

intravenöser

Infusion),

Hypertonie

Erkrankunge

n der

Atemwege,

Brustraums

Mediastinum

vorübergehen

de Dyspnoe

Hämoptyse

Lungenfibros

interstitielle

Pneumonie

Erkrankunge

n des

Gastrointesti

naltrakts

Bauchschmer

zen,

Obstipation,

Übelkeit und

Erbrechen,

Appetitlosigk

Mukositis

(einschließlic

h Stomatitis

Ösophagitis),

Durchfall

Dysphagie,

Dysgeusie

Leber- und

Gallenerkran

kungen

Hepatotoxizit

Erkankungen

der Haut und

Unterhautzell

gewebes

Alopezie,

Pigmentierun

Hautausschla

g, Urtikaria,

Pruritus

Stevens-

Johnson-

Syndrom;

toxische

epidermale

Nekrolyse

ntzündliche,

juckende

Hautrötung

Dermatitis im

Bestrahlungsf

eld nach

Strahlenthera

pie und

nachfolgende

r Behandlung

mit Etoposid

Allgemeine

Erkrankunge

n und

Beschwerden

Verabreichun

gsort

Asthenie,

Unwohlsein,

Schüttelfrost,

Fieber

Extravasation

, Phlebitis

im Bereich

Injektionsstel

Schwindel,

Kopfschmerz

Brustschmerz

Untersuchun

Starke

Erhöhung (>

5-facher

oberer

Normwert)

der AST

(SGOT), der

alkalischen

Phosphatase

oder des

Bilirubins

Starke

Erhöhung der

Harnsäurewe

rte in Folge

eines raschen

Kernzerfalls,

der durch

Gabe von

Allopurinol

behandelt

werden kann.

Dies ist

besonders bei

Patienten mit

Gicht in der

Krankenvorg

eschichte zu

berücksichtig

Myelosuppression mit letalem Ausgang wurde berichtet.

bei intravenöser Gabe von Etoposidphosphat; Anaphylaktische Reaktionen können tödlich verlaufen.

auch mit letalem Ausgang

Diese Reaktionen normalisierten sich meist nach Absetzen der Infusion bzw. Einnahme und Einleitung

entsprechender Behandlungsmaßnahmen (Adrenalin, Antihistaminika, Glucocorticoide, Plasmaexpander);

jedoch sind Todesfälle aufgetreten. Der Blutdruck normalisierte sich meist innerhalb weniger Stunden nach

Absetzen der Infusion. Anaphylaktoide Reaktionen können während oder unmittelbar nach der ersten

Verabreichung von Etoposidphosphat bzw. Etoposid auftreten. Sie können sich äußern als Gesichts- oder

Zungenödem, Husten, Schwitzen, Zyanose, Enge im Rachen, Laryngospasmus, Rückenschmerzen,

Bewusstlosigkeit. Über Apnoe wurde berichtet, ebenso über Hautrötung, Urtikaria und/oder Juckreiz. Bei

experimentell erhöhter Dosierung wurde über generalisierten juckenden erythematösen makulopapulösen

Ausschlag, als Zeichen einer Perivaskulitis, berichtet.

manchmal mit letalem Ausgang bei Anwendung in Kombination mit anderen Chemotherapeutika

Krampfanfälle sind manchmal mit allergischen Reaktionen verbunden.

auch mit letalem Ausgang

bei intravenöser Gabe von Etoposidphosphat; nach Markteinführung berichtete Komplikationen zu

Extravasation beinhalteten lokale Weichteiltoxizität, Schwellung, Schmerzen, Cellulite und Nekrose

einschließlich Hautnekrose.

In den nachfolgenden Abschnitten stammen die Angaben zur Häufigkeit von Nebenwirkungen aus

Studien zur Etoposid- bzw. Etoposidphosphat-Monotherapie.

Hämatologische Toxizität

Nach Anwendung von Etoposid wurde Myelosuppression mit letalem Ausgang berichtet.

Myelosuppression ist meistens Dosis-limitierend. Die Erholung des Knochenmarks ist üblicherweise

nach 20 Tagen abgeschlossen und die Etoposid-Wirkung auf das Knochenmark ist nicht kumulativ.

Eine schwerwiegende Knochenmarkhemmung kann Infektionen oder Blutungen nach sich ziehen.

Granulozyten- und Thrombozytennadir werden etwa am Tag 10-14 nach Anwendung von Etoposid

oder Etoposidphosphat erreicht, abhängig von Anwendungsart und Behandlungsplan. Bei intravenöser

Anwendung werden die Tiefpunkte tendenziell früher erreicht als bei oraler Anwendung.

Leukopenie und schwere Leukopenie (weniger als 1.000 Zellen/mm

) wurden mit Etoposid bei 60 -

91 % und mit Etoposidphosphat bei 7 - 17 % beobachtet. Thrombozytopenie und schwere

Thrombozytopenie (weniger als 50.000 Thrombozyten/mm

) wurden mit Etoposid bei 28 - 41 % und

mit Etoposidphosphat bei 4 - 20 % beobachtet. Berichte über Fieber und Infektionen wurden ebenfalls

sehr häufig bei Patienten mit Neutropenie berichtet, die mit Etoposid oder Etoposidphosphat

behandelt wurden.

Es wurde über das Auftreten einer akuten Leukämie (mit oder ohne präleukämische Phase) als

Spätfolge nach einer Behandlung mit Etoposid, insbesondere in Kombination mit anderen

antineoplastisch wirksamen Arzneimitteln, berichtet. Das Risiko sekundärer Leukämie bei Patienten

mit Keimzelltumoren nach der Behandlung mit Etoposid liegt bei etwa 1 %. Diese Leukämie zeichnet

sich durch eine relativ kurze Latenzzeit (im Durchschnitt 32 Monate), einen monozytischen oder

myelomonozytären FAB-Untertyp, Chromosomenabnormitäten bei 11q23 in etwa 50 % der Fälle, und

gutes Ansprechen auf Chemotherapie aus.

Eine gesamte kumulative Dosis (Etoposid > 2 g/m

) geht mit erhöhtem Risiko einher.

Gastrointestinale Toxizität

Die häufigsten gastrointestinalen Toxizitäten sind Übelkeit und Erbrechen. Sie treten bei 31 - 43 %

der Patienten, die intravenös mit Etoposid behandelt wurden, auf und können üblicherweise mit

antiemetischer Therapie kontrolliert werden. Anorexie wurde bei 10 - 13 % der Patienten und

Stomatitis bei 1 - 6 % der Patienten, die intravenös mit Etoposid behandelt wurden, berichtet. Diarrhö

wurde bei 1 - 13 % dieser Patienten berichtet.

Alopezie

Reversible Alopezie, manchmal mit Verlust der gesamten Körperbehaarung, wurde bei bis zu 66 %

der mit Etoposid und bei bis zu 44 % der mit Etoposidphosphat behandelten Patienten beobachtet.

Blutdruckveränderungen

Hypotonie

Bei schneller intravenöser Verabreichung von Etoposid/Etoposidphosphat wurde eine vorübergehende

Hypotonie beobachtet, die nicht mit kardialer Toxizität oder EKG-Veränderungen einherging.

Üblicherweise spricht die Hypotonie auf die Beendigung der Etoposid-Infusion und/oder auf eine

andere angemessene unterstützende Behandlung an. Bei Wiederaufnahme der Infusion sollte eine

langsamere Infusionsgeschwindigkeit gewählt werden.

Eine verzögerte Hypotonie wurde nicht beobachtet.

Hypertonie

In klinischen Studien mit Etoposid-/Etoposidphosphat-haltigen Arzneimitteln wurden Episoden von

Hypertonie berichtet. Beim Auftreten einer klinisch signifikanten Hypertonie unter

Etoposid/Etoposidphosphat sollte eine angemessene unterstützende Behandlung eingeleitet werden.

Allergische Reaktionen

Über das Auftreten von anaphylaktischen bzw. anaphylaktoiden Reaktionen während oder unmittelbar

nach der intravenösen Anwendung von Etoposid/Etoposidphosphat wurde berichtet. Welche Rolle die

Konzentration oder Infusionsgeschwindigkeit bei der Entwicklung anaphylaktoider Reaktionen spielt,

ist ungewiss. Der Blutdruck normalisiert sich üblicherweise innerhalb weniger Stunden nach

Beendigung der Infusion. Anaphylaktoide Reaktionen können auch bei der ersten Dosis auftreten.

Über akut letale Reaktionen im Zusammenhang mit Bronchospasmus wurde bei

Etoposid/Etoposidphosphat berichtet. Über Gesichtsrötung wurden bei 2 % und Hautauschlag bei 3 %

der mit Etoposid/Etoposidphosphat behandelten Patienten berichtet.

Ethyl-/Propyl-4-hydroxybenzoate können Überempfindlichkeitsreaktionen, auch Spätreaktionen,

hervorrufen.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-

Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Eine Überdosierung kann innerhalb von 1 - 2 Wochen zu einer schweren Myelosuppression führen.

Gesamtdosen von 2,4 g/m

bis 3,5 g/m

Etoposid/Etoposidphosphat, die intravenös über drei Tage

verabreicht wurden, führten zu schwerer Mukositis und Myelotoxizität.

Metabolische Azidose und Fälle schwerer Lebertoxizität wurden bei Patienten berichtet, die

intravenös höhere Etoposid-Dosen als empfohlen erhalten hatten.

Behandlung von Intoxikationen und Nebenwirkungen

Es gibt kein spezifisches Antidot. Die Behandlung erfolgt deswegen symptomatisch und

unterstützend, wobei die Patienten eingehend überwacht werden sollten.

Die symptomatische Therapie sollte Transfusion der fehlenden Blutbestandteile sowie

Infektionsprophylaxe und -therapie umfassen.

Übelkeit, Erbrechen:

Diese Nebenwirkungen können durch Antiemetika kontrolliert werden.

Allergische Reaktionen:

Absetzen von Lastet und Gabe von Corticosteroiden, Sympathomimetika, Antihistaminika, evtl.

Plasmaersatzmittel.

Bronchospasmus:

Gabe von Aminophyllin, Corticosteroiden.

Hypotonie:

Absetzen von Lastet, evtl. Volumen-Auffüllung.

Anstieg von Harnsäure im Blut:

Behandlung mit Allopurinol möglich.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antineoplastische und immunmodulierende

Mittel/Podophyllotoxin-Derivate,

ATC-Code: L01CB01

Wirkmechanismus

Etoposid entfaltet seine zytostatische Aktivität durch Hemmung des Zellzyklus in der S- und G2-Phase.

Es interagiert mit der DNA-Topoisomerase II; die Zytotoxizität beruht auf der Verursachung von DNA-

Strangbrüchen, die Anordnung der Mikrotubuli wird durch Etoposid nicht beeinflusst. Etoposid in hohen

Konzentrationen wirkt auch auf ruhende Zellen zytozid.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Bei oraler Verabreichung von Etoposid-Kapseln beträgt die relative Bioverfügbarkeit von Etoposid

durchschnittlich 50 % (25 - 75 %) im Dosierungsbereich bis zu 250 mg/m² Körperoberfläche.

Die Dosierung von Lastet-Weichkapseln basiert auf der Dosis bei i.v. Gabe unter Berücksichtigung der

dosisabhängigen relativen Bioverfügbarkeit von Etoposid Kapseln.

Eine Dosis von 100 mg oral eingenommenem Etoposid ist vergleichbar mit 75 mg des i.v.

verabreichten Wirkstoffs bzw. 400 mg oral eingenommen entsprechen 200 mg i.v. verabreichtem

Etoposid. Die Bioverfügbarkeit nach oraler Einnahme kann bei verschiedenen Patienten sehr

unterschiedlich sein.

Diese intraindividuellen Schwankungen sollten bei Verschreibung der benötigten Dosis berücksichtigt

werden; möglicherweise ist eine Dosisanpassung erforderlich, um den gewünschten

Behandlungserfolg zu erzielen. Hierbei sind die myelosuppressiven Effekte von Etoposid bzw.

anderer gleichzeitig verabreichter Chemotherapeutika oder vorangegangener Strahlentherapie sowie

die Untersuchungen von Blutbild, Leber-, Nieren- und neurologischen Funktionen des Patienten mit

einzubeziehen.

Der maximale Plasmaspiegel wird 0,5 - 5 h nach der Einnahme erreicht. Der Plasmaspiegel verläuft

danach monophasisch oder biphasisch exponentiell mit einer t

α von 1 h und der t

von 7,2 h. Die

Etoposid-Plasmaclearance beträgt 1,44 l/h/m

, das Verteilungsvolumen 15,2 ± 6,3 l/m

. 15 - 20 % der

verabreichten Etoposiddosis werden innerhalb von 24 h renal eliminiert.

In vitro

ist Etoposid zu einem großen Teil an Plasmaproteine gebunden (97 %).

In einer Studie über die Auswirkungen von anderen Arzneimitteln auf diese Proteinbindung konnten

nur Phenylbutazon, Natriumsalicylat und Acetylsalicylsäure Etoposid bei üblicherweise in vivo

erreichten Konzentrationen aus seiner Plasmaproteinbindung verdrängen.

Bei Kindern wird ein umgekehrter Bezug zwischen Plasmaalbuminspiegel und der renalen Clearance

von Etoposid beobachtet.

Bei Kindern stehen erhöhte Serumwerte des Leberenzyms ALT (SGPT, Serum-Glutamat-Pyruvat-

Transferase) in Verbindung mit einem verringertem Gesamtabbau von Etoposid. Eine

vorausgegangene Behandlung mit Cisplatin kann bei Kindern ebenfalls zu einer verringerten Gesamt-

Clearance führen.

Bei Kindern werden ca. 55 % der verabreichten Dosis innerhalb 24 Stunden im Urin als Etoposid

ausgeschieden.

Etoposid wird sowohl renal als auch durch Metabolismus und biliäre Ausscheidung eliminiert.

Bei Erwachsenen korreliert die Gesamt-Clearance mit der Creatinin-Clearance, geringer

Serumalbuminkonzentration und der nicht-renalen Clearance.

Es gibt keinen Hinweis auf einen First-pass-Effekt von oral eingenommenem Etoposid. Darüber

hinaus gibt es keine Hinweise auf Unterschiede in Metabolismus und Ausscheidung von Etoposid

nach oraler Einnahme oder intravenöser Gabe.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Mutagenität

Zu Etoposid liegen aus

In-vitro

- und

In-vivo

-Tests positive Ergebnisse zur Induktion von Gen- und

Chromosomenmutation vor. Die Ergebnisse begründen den Verdacht einer mutagenen Wirkung beim

Menschen.

Kanzerogenität

Tierversuche zur Kanzerogenität wurden nicht durchgeführt. Aufgrund der DNA-schädigenden Wirkung

und der nachgewiesenen Genotoxizität muss davon ausgegangen werden, dass Etoposid ein kanzerogenes

Potenzial besitzt.

Reproduktionstoxizität

Etoposid wirkt im Tierversuch embryotoxisch und teratogen. Bei männlichen Ratten und Mäusen zeigten

sich nach der Gabe von Etoposid Testisatrophie und Spermatogenesestörungen.

Immunologie

Etoposid wirkt im Tierexperiment immunsuppressiv.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Propyl-4-hydroxybenzoat (Ph.Eur) (E216)

Ethyl-4-hydroxybenzoat (Ph.Eur.) (E214)

Macrogol 400

Citronensäure

Gelatine

Glycerol

Hyprolose

Sorbitol-Lösung 70 % (nicht kristallisierend [Ph.Eur.])

Farbstoffe: Titandioxid (E171) und Eisen(III)-oxid (E172)

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

Lastet 25 mg: 30 Monate

Lastet 50 mg und 100 mg: 3 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Blisterpackung in Faltschachtel

Lastet 25 mg:

Packung mit 40 Weichkapseln

Lastet 50 mg:

Packung mit 20 Weichkapseln

Lastet 100 mg:

Packung mit 10 Weichkapseln

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen

zu beseitigen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

mibe GmbH Arzneimittel

Münchener Straße 15

06796 Brehna

Tel.:

034954/247-0

Fax:

034954/247-100

8.

ZULASSUNGSNUMMERN

Lastet 25 mg Weichkapseln: 27084.00.01

Lastet 50 mg Weichkapseln: 27084.01.01

Lastet 100 mg Weichkapseln: 27084.02.01

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

30. August 1996 / 06. September 2001

10.

STAND DER INFORMATION

08.2017

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig.

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