Lamotrigin-TEVA 50 mg Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen Tablette zur Herstellung einer Suspension zum Ein

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Lamotrigin
Verfügbar ab:
TEVA GmbH
ATC-Code:
N03AX09
INN (Internationale Bezeichnung):
lamotrigine
Darreichungsform:
Tablette zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen
Zusammensetzung:
Lamotrigin 50.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
64911.00.00

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Lamotrigin-TEVA

®

50 mg Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen

Wirkstoff: Lamotrigin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es

kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist

Lamotrigin-TEVA

®

und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von

Lamotrigin-TEVA

®

beachten?

Wie ist

Lamotrigin-TEVA

®

einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist

Lamotrigin-TEVA

®

aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Lamotrigin-TEVA

®

und wofür wird es angewendet?

Lamotrigin-TEVA

®

gehört zu einer Gruppe von Arzneimitteln, die als

Antiepileptika

bezeichnet

werden. Es wird zur Behandlung von zwei Krankheitsbildern -

Epilepsie

bipolare Störung

angewendet.

Bei der Behandlung der Epilepsie

wirkt

Lamotrigin-TEVA

®

durch Hemmung der Signale im Gehirn,

die die epileptischen Anfälle auslösen.

Bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 13 Jahren kann

Lamotrigin-TEVA

®

allein oder zusammen

mit anderen Arzneimitteln zur Behandlung der Epilepsie angewendet werden.

Lamotrigin-TEVA

®

kann zusammen mit anderen Arzneimitteln auch zur Behandlung von Anfällen angewendet

werden, die bei dem so genannten Lennox-Gastaut-Syndrom auftreten.

Bei Kindern zwischen 2 und 12 Jahren kann

Lamotrigin-TEVA

®

bei den genannten

Krankheitsbildern zusammen mit anderen Arzneimitteln angewendet werden. Zur Behandlung

einer bestimmten Form der Epilepsie, den so genannten typischen Absenzen, kann es allein

angewendet werden.

Bei der bipolaren Störung

Lamotrigin-TEVA

®

ebenfalls wirksam.

Menschen mit einer bipolaren Störung (gelegentlich auch als manisch-depressive Erkrankung

bezeichnet) leiden unter extremen Stimmungsschwankungen, bei denen sich Phasen der Manie

(Erregung oder Euphorie) mit Phasen der Depression (tiefe Traurigkeit oder Hoffnungslosigkeit)

abwechseln.

Bei Erwachsenen ab 18 Jahren kann

Lamotrigin-TEVA

®

allein oder gemeinsam mit anderen

Arzneimitteln angewendet werden, um die bei der bipolaren Störung auftretenden depressiven

Phasen zu verhindern. Wie

Lamotrigin-TEVA

®

dabei im Gehirn wirkt, ist noch nicht bekannt.

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Lamotrigin-TEVA

®

beachten?

Lamotrigin-TEVA

®

darf NICHT eingenommen werden,

wenn Sie

allergisch

(überempfindlich)

gegen Lamotrigin oder einen der in Abschnitt 6. genannten

sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

Falls dies auf Sie zutrifft, dann:

Informieren Sie Ihren Arzt

und nehmen Sie

Lamotrigin-TEVA

®

nicht ein.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Lamotrigin-TEVA

®

einnehmen,

wenn Sie Nierenprobleme haben

wenn Sie jemals nach der Einnahme von Lamotrigin oder anderen Medikamenten gegen bipolare

Störung oder gegen Epilepsie

einen Hautausschlag hatten

wenn Sie jemals nach der Einnahme von Lamotrigin eine Hirnhautentzündung (Meningitis)

hatten

(lesen Sie hierzu bitte die Beschreibung dieser Symptome im Abschnitt 4 dieser

Gebrauchsinformation: Seltene Nebenwirkungen)

wenn Sie bereits ein Arzneimittel einnehmen, das Lamotrigin enthält

wenn Sie eine Erkrankung haben, die Brugada-Syndrom genannt wird.

Das Brugada-

Syndrom ist eine genetische Erkrankung, welche eine abnormale elektrische Aktivität im Herzen

zur Folge hat. Lamotrigin kann EKG-Anomalien, welche zu Arrhythmien (unregelmäßiger

Herzrhythmus) führen können, auslösen.

Falls irgendetwas davon auf Sie zutrifft, dann:

Informieren Sie Ihren Arzt

, der möglicherweise entscheidet, die Dosis zu verringern oder dass

Lamotrigin-TEVA

®

nicht für Sie geeignet ist.

Wichtige Information über potenziell lebensbedrohliche Reaktionen

Bei einer kleinen Anzahl von Patienten, die

Lamotrigin-TEVA

®

einnehmen, kommt es zu allergischen

Reaktionen oder potenziell lebensbedrohlichen Hautreaktionen, die sich zu ernsten Problemen

entwickeln können, wenn sie nicht behandelt werden. Dazu können das Stevens-Johnson-Syndrom

SJS

), die toxisch epidermale Nekrolyse (

TEN

) und der Arzneimittel-induzierte Hautausschlag mit

Eosinophilie und systemischen Symptomen (

DRESS

) gehören. Sie müssen die Symptome kennen, auf

die Sie achten müssen, während Sie

Lamotrigin-TEVA

®

einnehmen.

Lesen Sie die Beschreibung dieser Symptome in Abschnitt 4 dieser Gebrauchsinformation

unter „Potenziell lebensbedrohliche Reaktionen: Nehmen Sie umgehend die Hilfe eines Arztes in

Anspruch“.

Hämophagozytische Lymphohistiozytose (HLH)

Es gab Berichte über eine seltene aber sehr schwerwiegende Reaktion des Immunsystems bei

Patienten, die Lamotrigin einnehmen.

Kontaktieren Sie sofort Ihren Arzt oder Apotheker

, wenn Sie während der Einnahme von

Lamotrigin eines der folgenden Symptome bemerken: Fieber, Hautausschlag, neurologische

Symptome (z. B. Zittern oder Tremor, Verwirrungszustand, Störungen der Gehirnfunktion).

Gedanken daran, sich selbst zu schädigen oder Gedanken an Selbsttötung

Antiepileptika werden angewendet, um mehrere Krankheitsbilder zu behandeln, einschließlich

Epilepsie und bipolare Störung. Bei Patienten mit einer bipolaren Störung können mitunter Gedanken

aufkommen, sich selbst zu schädigen oder Selbsttötung zu begehen. Falls Sie eine bipolare Störung

haben, werden Sie möglicherweise eher solche Gedanken haben:

wenn Sie erstmals mit der Behandlung beginnen

wenn Sie bereits früher daran gedacht haben, sich selbst zu schädigen oder Selbsttötung zu

begehen

wenn Sie unter 25 Jahre alt sind.

Falls Sie entsprechende beunruhigende Gedanken oder Erfahrungen haben oder merken, dass Sie sich

während der Behandlung mit

Lamotrigin-TEVA

®

schlechter fühlen oder dass neue Beschwerden

auftreten:

Gehen Sie so schnell wie möglich zum Arzt oder suchen Sie das nächstgelegene Krankenhaus

auf

Es kann hilfreich sein, wenn Sie einem Familienmitglied, Ihrem Betreuer oder einem engen

Freund erzählen, dass Sie depressiv werden können oder ernstzunehmende

Stimmungsschwankungen haben und Sie diese Personen bitten, diese Packungsbeilage zu lesen.

Fordern Sie sie auf, Ihnen mitzuteilen, wenn sie sich Sorgen machen über Ihre Depression oder

über andere Veränderungen in Ihrem Verhalten.

Eine geringe Anzahl von Patienten, die mit Antiepileptika wie

Lamotrigin-TEVA

®

behandelt wurden,

hatten Gedanken daran, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen. Wenn Sie zu

irgendeinem Zeitpunkt solche Gedanken haben, setzen Sie sich sofort mit Ihrem Arzt in Verbindung.

Wenn Sie Lamotrigin-TEVA

®

zur Behandlung der Epilepsie einnehmen

Die Anfälle im Rahmen einiger Formen der Epilepsie können sich gelegentlich verstärken oder

häufiger auftreten während Sie

Lamotrigin-TEVA

®

einnehmen. Bei einigen Patienten können schwere

epileptische Anfälle auftreten, die zu erheblichen gesundheitlichen Problemen führen können. Falls

während der Einnahme von

Lamotrigin-TEVA

®

Ihre Anfälle häufiger auftreten oder es bei Ihnen zu

einem schweren Anfall kommt:

Suchen Sie so schnell wie möglich einen Arzt auf.

Lamotrigin-TEVA

®

darf bei Patienten unter 18 Jahren nicht zur Behandlung einer bipolaren

Störung angewendet werden.

Arzneimittel zur Behandlung einer Depression oder anderer

psychischer Probleme erhöhen bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren das Risiko von

Selbsttötungsgedanken und -verhalten.

Einnahme von Lamotrigin-TEVA

®

zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel

einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder

beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden,

auch wenn es sich um nicht

verschreibungspflichtige Arzneimittel oder pflanzliche Arzneimittel handelt.

Ihr Arzt muss wissen, ob Sie andere Arzneimittel zur Behandlung von Epilepsie oder psychischen

Erkrankungen einnehmen. Dadurch wird sichergestellt, dass Sie die richtige Dosis von

Lamotrigin-

TEVA

®

einnehmen. Zu diesen Arzneimitteln zählen:

Oxcarbazepin, Felbamat, Gabapentin, Levetiracetam, Pregabalin, Topiramat

oder

Zonisamid

zur Behandlung der

Epilepsie

Lithium,

Olanzapin

oder

Aripiprazol

zur Behandlung

psychischer Probleme

Bupropion

zur Behandlung

psychischer Probleme

oder zur

Raucherentwöhnung

Informieren Sie Ihren Arzt

, wenn Sie eines dieser Medikamente einnehmen.

Einige Arzneimittel und

Lamotrigin-TEVA

®

können sich bei gleichzeitiger Gabe gegenseitig

beeinflussen oder die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass bei Patienten Nebenwirkungen auftreten.

Hierzu zählen:

Valproat

zur Behandlung von

Epilepsie

psychischen Problemen

Carbamazepin

zur Behandlung

von Epilepsie

psychischen Problemen

Phenytoin, Primidon oder Phenobarbital

zur Behandlung der

Epilepsie

Risperidon

zur Behandlung von

psychischen Problemen

Rifampicin

, ein

Antibiotikum

Arzneimittel zur Behandlung einer

Infektion mit dem Humanen-Immunodefizienz-Virus

(HIV)

(eine Kombination aus Lopinavir und Ritonavir oder aus Atazanavir und Ritonavir)

hormonelle

Empfängnisverhütungsmittel

, z. B. die „

Pille“

(siehe weiter unten)

Informieren Sie Ihren Arzt

, wenn Sie eines dieser Medikamente einnehmen, die Einnahme

beginnen oder beenden.

Hormonelle Empfängnisverhütungsmittel (wie z. B. die „Pille“) können die Wirkungsweise von

Lamotrigin-TEVA

®

beeinflussen.

Ihr Arzt wird Ihnen möglicherweise empfehlen, ein besonderes hormonelles

Empfängnisverhütungsmittel oder eine andere Empfängnisverhütungsmethode anzuwenden wie z. B.

Kondome, ein Pessar oder eine Spirale. Wenn Sie ein hormonelles Empfängnisverhütungsmittel wie

die „Pille“ anwenden, wird Ihr Arzt Ihnen möglicherweise Blut abnehmen, um den Blutspiegel von

Lamotrigin-TEVA

®

zu kontrollieren. Falls Sie ein hormonelles Empfängnisverhütungsmittel anwenden

oder vorhaben, mit der Anwendung zu beginnen:

Sprechen Sie vorher mit Ihrem Arzt über die für Sie geeignete Methode zur

Empfängnisverhütung

Umgekehrt kann

Lamotrigin-TEVA

®

auch die Wirkungsweise hormoneller

Empfängnisverhütungsmittel beeinflussen, die Abnahme ihrer Wirksamkeit ist aber unwahrscheinlich.

Falls Sie ein hormonelles Empfängnisverhütungsmittel anwenden und irgendwelche Veränderungen

Ihrer Regelblutung wie Zwischen- oder Schmierblutungen bemerken:

Informieren Sie Ihren Arzt,

da dies Zeichen dafür sein können, dass

Lamotrigin-TEVA

®

Wirkungsweise Ihres Empfängnisverhütungsmittels beeinträchtigt.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein, oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder

Apotheker um Rat.

Sie sollten die Behandlung nicht abbrechen, ohne mit Ihrem Arzt darüber gesprochen zu

haben.

Dies ist insbesondere wichtig, wenn Sie Epilepsie haben.

Eine Schwangerschaft kann die Wirksamkeit von

Lamotrigin-TEVA

®

beeinflussen, so dass

eventuell Blutuntersuchungen und eine Anpassung der Lamotrigin-Dosis erforderlich sein können.

Es kann ein geringfügig erhöhtes Risiko für Geburtsfehler, einschließlich Lippen- oder

Gaumenspalten bestehen, wenn

Lamotrigin-TEVA

®

während der ersten drei Monate der

Schwangerschaft eingenommen wird.

Falls Sie planen, schwanger zu werden, oder schwanger sind, wird Ihr Arzt Ihnen möglicherweise

empfehlen, zusätzlich

Folsäure

einzunehmen.

Wenn Sie stillen oder planen zu stillen, fragen Sie vor Einnahme dieses Arzneimittels Ihren

Arzt oder Apotheker um Rat.

Der Wirkstoff von

Lamotrigin-TEVA

®

geht in die Muttermilch

über und kann Ihrem Kind schaden. Ihr Arzt wird den Nutzen und das Risiko des Stillens während

Lamotrigin-TEVA

®

einnehmen erörtern und Ihr Kind, falls Sie sich für das Stillen entscheiden,

von Zeit zu Zeit hinsichtlich des Auftretens von Abgeschlagenheit, Hautausschlag oder schlechter

Gewichtszunahme untersuchen. Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie eines dieser Symptome bei

Ihrem Kind bemerken.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Lamotrigin-TEVA

®

kann Schwindel und Doppeltsehen verursachen.

Setzen Sie sich erst an das Steuer eines Fahrzeugs und bedienen Sie Maschinen, wenn Sie sich

sicher sind, dass Sie davon nicht betroffen sind.

Wenn Sie Epilepsie haben, sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Verkehrstüchtigkeit und die

Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.

3.

Wie ist Lamotrigin-TEVA

®

einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker

ein.

Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Wie viel Lamotrigin-TEVA

®

müssen Sie einnehmen?

Es kann einige Zeit dauern, die für Sie richtige Dosis zu finden. Sie ist davon abhängig:

wie alt Sie sind

ob Sie

Lamotrigin-TEVA

®

zusammen mit anderen Arzneimitteln einnehmen

ob Sie Nieren- oder Leberprobleme haben.

Ihr Arzt wird Ihnen zu Beginn eine niedrige Dosis verordnen und diese über einige Wochen

schrittweise erhöhen, bis die für Sie wirksame Dosis erreicht ist.

Nehmen Sie niemals mehr

Lamotrigin-TEVA

®

ein, als Ihr Arzt Ihnen verordnet hat.

Die übliche wirksame Dosis für Erwachsene und Jugendliche ab 13 Jahren liegt zwischen 100 mg und

400 mg pro Tag.

Für Kinder von 2 bis 12 Jahren hängt die wirksame Dosis vom jeweiligen Körpergewicht des Kindes

ab. Üblicherweise liegt sie zwischen 1 mg und 15 mg pro Kilogramm Körpergewicht des Kindes und

Tag mit einer maximalen Erhaltungsdosis von 200 mg/Tag.

Lamotrigin-TEVA

®

ist nicht für die Anwendung bei Kindern unter 2 Jahren empfohlen.

Wie müssen Sie Ihre Dosis Lamotrigin-TEVA

®

einnehmen?

Nehmen Sie Ihre Dosis

Lamotrigin-TEVA

®

je nach Anweisung des Arztes entweder einmal oder

zweimal täglich ein.

Lamotrigin-TEVA

®

kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.

Nehmen Sie immer die volle Dosis ein

, die Ihnen Ihr Arzt verordnet hat. Nehmen Sie niemals

nur einen Teil einer Tablette ein.

Ihr Arzt wird Ihnen möglicherweise auch dazu raten, eine gleichzeitige Einnahme von anderen

Arzneimitteln zu beginnen oder zu beenden. Das hängt davon ab, welche Krankheit bei Ihnen

behandelt wird und wie Sie auf die Behandlung ansprechen.

Lamotrigin-TEVA

®

Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen können entweder im

Ganzen mit etwas Wasser geschluckt, gekaut oder zur Herstellung eines flüssigen Arzneimittels mit

Wasser gemischt werden.

Um die Tablette zu kauen:

Möglicherweise müssen Sie gleichzeitig etwas Wasser trinken, damit sich die Tablette im Mund

auflösen kann. Anschließend sollten Sie noch etwas Wasser nachtrinken, um sicherzustellen, dass das

Arzneimittel vollständig heruntergeschluckt wurde.

Um ein flüssiges Arzneimittel herzustellen:

Legen Sie die Tablette in ein Glas mit mindestens so viel Wasser, dass die Tablette vollständig

damit bedeckt ist.

Rühren Sie entweder um, damit sich die Tablette auflöst, oder warten Sie bis sich die Tablette von

selbst vollständig aufgelöst hat.

Trinken Sie die gesamte Flüssigkeit.

Geben Sie dann noch einmal etwas Wasser in das Glas und trinken es, um sicherzustellen, dass

nichts vom Arzneimittel im Glas zurückbleibt.

Wenn Sie eine größere Menge Lamotrigin-TEVA

®

eingenommen haben, als Sie sollten

Suchen Sie umgehend einen Arzt oder die nächstgelegene Notaufnahmestation im

Krankenhaus auf.

Falls möglich, zeigen Sie die Packung von

Lamotrigin-TEVA

®

vor.

Wenn Sie zu viel Lamotrigin-TEVA

®

einnehmen, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass Sie

unter schwerwiegenden Nebenwirkungen leiden, die bis zum Tod führen können.

Bei Patienten, die zu große Mengen an

Lamotrigin-TEVA

®

eingenommen hatten, traten einige der

folgenden Beschwerden auf:

rasche, unkontrollierbare Augenbewegungen

(Nystagmus)

unbeholfene Bewegungen und fehlende Abstimmung der Bewegungsabläufe

(Koordinationsstörungen), die das Gleichgewicht beeinträchtigen

(Ataxie)

Herzrhythmusstörungen (normalerweise im Elektrokardiogramm (EKG) festgestellt)

Bewusstseinsverlust, Anfälle (Krampfanfälle) oder Koma.

Wenn Sie die Einnahme einer Einzeldosis von Lamotrigin-TEVA

®

vergessen haben

Nehmen Sie nicht zusätzliche Tabletten ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen

haben. Nehmen Sie einfach die nächste Dosis zur gewohnten Zeit ein.

Wenn Sie die Einnahme mehrerer Dosen von Lamotrigin-TEVA

®

vergessen haben

Fragen Sie Ihren Arzt um Rat, wie Sie die Behandlung mit Lamotrigin-TEVA

®

wieder

beginnen und fortsetzen sollen.

Es ist wichtig, dass Sie dies befolgen.

Brechen Sie die Einnahme von Lamotrigin-TEVA

®

nicht ohne ärztlichen Rat ab.

Lamotrigin-TEVA

®

muss so lange eingenommen werden wie es Ihr Arzt Ihnen empfiehlt. Brechen Sie

die Einnahme von

Lamotrigin-TEVA

®

nicht ab, es sei denn, Ihr Arzt rät es Ihnen.

Wenn Sie Lamotrigin-TEVA

®

wegen Epilepsie einnehmen

Um die Einnahme von

Lamotrigin-TEVA

®

zu beenden, ist es wichtig,

dass die Dosis über etwa 2

Wochen schrittweise verringert wird.

Wenn Sie die Einnahme von

Lamotrigin-TEVA

®

plötzlich

beenden, kann Ihre Epilepsie erneut auftreten oder sich verschlimmern.

Wenn Sie Lamotrigin-TEVA

®

wegen einer bipolaren Störung einnehmen

Es kann einige Zeit dauern, bis

Lamotrigin-TEVA

®

seine Wirkung entfaltet, so dass Sie sich

wahrscheinlich nicht sofort besser fühlen. Wenn Sie die Einnahme von

Lamotrigin-TEVA

®

beenden,

muss Ihre Dosis nicht schrittweise verringert werden. Dennoch sollten Sie erst mit Ihrem Arzt

sprechen, wenn Sie die Einnahme von

Lamotrigin-TEVA

®

beenden möchten.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Potentiell lebensbedrohliche Reaktionen:

Nehmen Sie umgehend die Hilfe eines Arztes in Anspruch.

Bei einer kleinen Anzahl von Patienten, die

Lamotrigin-TEVA

®

einnehmen, kommt es zu allergischen

Reaktionen oder potenziell lebensbedrohlichen Hautreaktionen, die sich zu ernsten Problemen

entwickeln können, wenn sie nicht behandelt werden.

Diese Symptome treten eher während der ersten paar Monate der Behandlung mit

Lamotrigin-TEVA

®

auf, insbesondere wenn die Anfangsdosis zu hoch ist, wenn die Dosis zu schnell gesteigert wird oder

wenn

Lamotrigin-TEVA

®

mit einem anderen Arzneimittel namens

Valproat

eingenommen wird.

Einige der Symptome treten häufiger bei Kindern auf, weshalb die Eltern auf sie besonders Acht

geben sollten.

Zu den Anzeichen und Beschwerden dieser Reaktionen zählen:

Hautausschläge oder Rötung

, welche sich zu lebensbedrohlichen Hautreaktionen entwickeln

können, einschließlich ausgedehntem Ausschlag mit Blasen und sich abschälender Haut,

insbesondere um Mund, Nase, Augen und Genitalbereich (

Stevens-Johnson Syndrom

ausgeprägtes Abschälen der Haut (mehr als 30 % der Körperoberfläche –

toxische epidermale

Nekrolyse

) oder ausgedehnte Hautausschläge mit Beteiligung von Leber, Blut und anderen

Organen des Körpers (

Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen, auch

bekannt als DRESS Hypersensitivitätssyndrom

Geschwüre in Mundraum, Rachen, Nase oder Genitalbereich

eine Entzündung von Mund oder rote oder geschwollene, entzündete Augen

(Konjunktivitis)

erhöhte Körpertemperatur (Fieber)

, grippeähnliche Symptome oder Benommenheit

Schwellungen im Gesicht

oder

geschwollene Drüsen

in Hals, Achselhöhlen oder Leistengegend

unerwartete Blutungen

oder

blaue Flecken

oder Blaufärbung der Finger

eine Halsentzündung

oder häufigere Infektionen (z. B. Erkältungen) als üblich.

erhöhte Leberenzymwerte in Blutuntersuchungen

ein Anstieg einer bestimmten Art von weißen Blutkörperchen (Eosinophilen)

vergrößerte Lymphknoten

Beteiligung von Organen des Körpers einschließlich Leber und Nieren.

In vielen Fällen sind diese Beschwerden Zeichen weniger schwerwiegender Nebenwirkungen.

Aber

Ihnen muss bewusst sein, dass sie möglicherweise auch lebensbedrohlich verlaufen können und

sich zu ernsten Problemen, wie Organversagen, entwickeln können,

wenn sie nicht behandelt

werden. Wenn Sie irgendwelche dieser Beschwerden bei sich bemerken:

Suchen Sie umgehend einen Arzt auf.

Er wird möglicherweise entscheiden, Leber-, Nieren- oder

Blutuntersuchungen durchzuführen und eventuell anordnen, die Einnahme von

Lamotrigin-TEVA

®

zu beenden. Falls Ihr Arzt ein Stevens-Johnson-Syndrom oder eine toxische epidermale Nekrolyse

in Zusammenhang mit der Anwendung von

Lamotrigin-TEVA

®

bei Ihnen feststellt, wird er Ihnen

sagen, dass Sie Lamotrigin nie wieder einnehmen dürfen.

Hämophagozytische Lymphohistiozytose (HLH)

(siehe Abschnitt 2 Was sollten Sie vor der

Einnahme von

Lamotrigin-TEVA

®

beachten?)

Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen)

Kopfschmerzen

Hautausschlag.

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

Aggressivität oder Reizbarkeit

Schläfrigkeit oder Benommenheit

Schwindelgefühl

Schütteln oder Zittern

(Tremor)

Schlafstörungen

(Insomnie)

Ruhelosigkeit

Durchfall

Mundtrockenheit

Übelkeit

(Nausea)

oder Erbrechen

(Vomitus)

Müdigkeit

Schmerzen in Rücken, Gelenken oder anderswo.

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

unbeholfene Bewegungen und Koordinationsstörung

(Ataxie)

Doppeltsehen oder Verschwommensehen

Ungewöhnlicher Haarausfall oder Ausdünnung der Haare

(Alopezie)

Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen)

eine lebensbedrohliche Hautreaktion

(Stevens-Johnson-Syndrom)

siehe auch die Information am

Anfang von Abschnitt 4

eine Gruppe von gemeinsam auftretenden Symptomen, einschließlich: Fieber, Übelkeit,

Erbrechen, Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit und extreme Empfindlichkeit gegenüber hellem

Licht. Dies kann durch eine Entzündung der Häute, die das Gehirn und das Rückenmark umgeben,

verursacht werden

(Meningitis)

. Diese Symptome gehen normalerweise ganz zurück, sobald die

Behandlung beendet wird. Bleiben die Symptome jedoch bestehen oder werden sie schlimmer,

wenden Sie sich an Ihren Arzt.

rasche, unkontrollierbare Augenbewegungen

(Nystagmus)

juckende Augen mit Schleimabsonderung und verkrusteten Augenlidern (Bindehautentzündung).

Sehr selten (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen)

eine lebensbedrohliche Hautreaktion (

toxische epidermale Nekrolyse

siehe auch die Information

am Anfang von Abschnitt 4

Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (

DRESS)

siehe auch die

Information am Anfang von Abschnitt 4

erhöhte Körpertemperatur (Fieber):

siehe auch die Information am Anfang von Abschnitt 4

Schwellungen im Gesicht

(Ödeme)

oder geschwollene Drüsen am Hals, in den Achselhöhlen oder

in der Leistengegend

(Lymphadenopathie)

siehe auch die Information am Anfang von Abschnitt 4

Veränderungen der Leberfunktion, die durch Blutuntersuchungen festgestellt werden, oder

Leberversagen:

siehe auch die Information am Anfang von Abschnitt 4

eine schwerwiegende Blutgerinnungsstörung, die unerwartete Blutungen und blaue Flecken

hervorrufen kann

(disseminierte intravaskuläre Gerinnung)

siehe auch die Information am

Anfang von Abschnitt 4

Veränderungen des Blutbildes, einschließlich verminderte Anzahl an roten Blutkörperchen

(Anämie)

, verminderte Anzahl an weißen Blutkörperchen

(Leukopenie, Neutropenie,

Agranulozytose)

, verminderte Anzahl an Blutplättchen

(Thrombozytopenie)

, verminderte Anzahl

all dieser Blutzellen

(Panzytopenie)

und eine als

aplastische Anämie

bezeichnete Erkrankung des

Knochenmarks

Halluzinationen ('Sehen' oder 'Hören' von Dingen, die nicht wirklich da sind)

Verwirrtheit

„wackliger“ oder unsicherer Gang beim Umherlaufen

unkontrollierbare Körperbewegungen

(Tics)

, unkontrollierbare Muskelkrämpfe, die Augen, Kopf

und Rumpf betreffen

(Choreoathetose)

, oder andere ungewöhnliche Körperbewegungen wie

Ruckeln, Schütteln oder Steifigkeit

Zunahme der Anfälle bei Patienten, die bereits eine Epilepsie haben

Verschlimmerung der Beschwerden einer bereits bestehenden Parkinson-Krankheit

Lupus-ähnliche Reaktionen (zu den Symptomen gehören: Rücken- oder Gelenkschmerzen, die

manchmal in Verbindung mit Fieber und/oder allgemeinen Krankheitssymptomen auftreten.)

Hämophagozytische Lymphohistiozytose (HLH) (siehe Abschnitt 2 Was sollten Sie vor der

Einnahme von

Lamotrigin-TEVA

®

beachten?)

Weitere Nebenwirkungen

Weitere Nebenwirkungen traten bei einer kleinen Anzahl von Personen auf, ihre genaue Häufigkeit ist

jedoch unbekannt:

Es wurden Fälle von Knochenerkrankungen einschließlich Osteopenie und Osteoporose

(Verdünnung des Knochens) und Knochenbrüche berichtet. Bitte beraten Sie sich mit Ihrem Arzt

oder Apotheker, wenn Sie Antiepileptika über eine lange Zeit anwenden, wenn bei Ihnen eine

Osteoporose festgestellt wurde oder wenn Sie gleichzeitig Kortison oder andere Steroidhormone

einnehmen.

Albträume

Verminderte Immunität durch geringere Mengen an Antikörpern, so genannten Immunglobulinen,

im Blut, die bei der Abwehr von Infektionen unterstützen.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können

Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt.

Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Lamotrigin-TEVA

®

aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf den Blisterpackungen oder dem Umkarton nach

„Verwendbar bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich

auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Aufbewahrungsbedingungen

Nicht über 30 °C lagern. In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu

schützen.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie

das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der

Umwelt bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Lamotrigin-TEVA

®

enthält

Der Wirkstoff ist: Lamotrigin.

Jede Tablette zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen enthält 50 mg Lamotrigin.

Die sonstigen Bestandteile sind: Mannitol (Ph.Eur.) (E 421), mikrokristalline Cellulose,

Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A) (Ph.Eur.), vorverkleisterte Stärke (Mais), Croscarmellose-

Natrium, hochdisperses Siliciumdioxid, Natriumstearylfumarat (Ph.Eur.), Saccharin-Natrium,

Flavour Cherry 594 SD (zu den Bestandteilen gehört modifizierte Nahrungsmittelstärke [E 1450]).

Wie Lamotrigin-TEVA

®

aussieht und Inhalt der Packung

Lamotrigin-TEVA

®

50 mg Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen

sind weiße bis

gebrochen weiße, runde Tabletten, auf einer Seite geprägt mit der Nummer „50“ und auf der anderen

Seite der Tablette geprägt mit „DLT“.

Lamotrigin-TEVA

®

50 mg Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen

sind in

Packungsgrößen zu 50, 100 und 200 Tabletten verfügbar.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer

TEVA GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm

Hersteller

TEVA UK Limited

Brampton Road

Hampden Park, Eastbourne

East Sussex

BN22 9AG

Vereinigtes Königreich

oder:

Pharmachemie B.V.

Swensweg 5

2031 GA Haarlem

Niederlande

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR)

unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Deutschland:

Lamotrigin-TEVA 50 mg Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum

Einnehmen

Dänemark:

Lamotrigin Teva

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im März 2019.

__________________________________________________________________________________

Dieses Arzneimittel ist verschreibungspflichtig.

Versionscode: Z09

FACHINFORMATION

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Lamotrigin-TEVA

®

25 mg Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen

Lamotrigin-TEVA

®

50 mg Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen

Lamotrigin-TEVA

®

100 mg Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jede Tablette zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen enthält 25 mg bzw. 50 mg bzw.

100 mg Lamotrigin.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Tablette zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen

Lamotrigin-TEVA

®

25 mg Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen:

Weiße bis gebrochen weiße, ovale Tabletten, auf einer Seite geprägt mit der Nummer „93“ und auf

der anderen Seite der Tablette geprägt mit „132“.

Lamotrigin-TEVA

®

50 mg Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen:

Weiße bis gebrochen weiße, runde Tabletten, auf einer Seite geprägt mit der Nummer „50“ und auf

der anderen Seite der Tablette geprägt mit „DLT“.

Lamotrigin-TEVA

®

100 mg Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen:

Weiße bis gebrochen weiße, runde Tabletten, auf einer Seite geprägt mit der Nummer „100“ und

auf der anderen Seite der Tablette geprägt mit „DLT“.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Epilepsie

Erwachsene und Jugendliche ab 13 Jahren:

Zusatz- oder Monotherapie partieller und generalisierter Anfälle einschließlich tonisch-

klonischer Anfälle.

Anfälle in Zusammenhang mit dem Lennox-Gastaut-Syndrom.

Lamotrigin-TEVA

®

wird als

Zusatztherapie gegeben, kann aber auch als initiales Antiepileptikum angewendet werden,

um damit die Behandlung des Lennox-Gastaut-Syndroms zu beginnen.

Kinder und Jugendliche von 2 bis 12 Jahren

Zusatztherapie bei partiellen und generalisierten Anfällen einschließlich tonisch-klonischer

Anfälle sowie bei Anfällen in Zusammenhang mit dem Lennox-Gastaut-Syndrom.

Monotherapie typischer Absencen.

Bipolare Störung

Erwachsene ab 18 Jahren

Prävention depressiver Episoden bei Patienten mit Bipolar-I-Störung und überwiegend

depressiven Episoden (siehe Abschnitt 5.1).

Lamotrigin-TEVA

®

ist nicht für die Akuttherapie manischer oder depressiver Episoden indiziert.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Wenn die berechnete Dosis von Lamotrigin (z. B. für die Behandlung von Kindern mit Epilepsie

oder von Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion) nicht in ganzen Tabletten verabreicht

werden kann, ist die nächst niedrigere Dosis, die in ganzen Tabletten gegeben werden kann, zu

verabreichen.

Wiederaufnahme der Therapie

Der verschreibende Arzt sollte bei Wiederaufnahme der Therapie bei Patienten, die

Lamotrigin-

TEVA

®

aus irgendeinem Grund abgesetzt haben, abwägen, ob eine schrittweise Steigerung bis zur

Erhaltungsdosis erforderlich ist, da das Risiko eines schweren Hautausschlages mit hohen

Anfangsdosen und einem Überschreiten der empfohlenen Dosissteigerung von

Lamotrigin-TEVA

®

in Zusammenhang steht (siehe Abschnitt 4.4). Je länger das Absetzen von Lamotrigin zurückliegt,

desto eher sollte eine schrittweise Dosissteigerung bis zur Erhaltungsdosis in Betracht gezogen

werden. Wenn der zeitliche Abstand seit dem Absetzen von Lamotrigin mehr als fünf

Halbwertszeiten (siehe Abschnitt 5.2) beträgt, soll

Lamotrigin-TEVA

®

generell gemäß dem

entsprechenden Dosierungsschema bis zur Erhaltungsdosis schrittweise aufdosiert werden.

Es wird empfohlen, dass die Therapie mit

Lamotrigin-TEVA

®

bei Patienten, die die

vorangegangene Behandlung mit Lamotrigin aufgrund eines Hautausschlages abgebrochen haben,

nicht wieder aufgenommen wird, es sei denn, dass der mögliche Nutzen die Risiken klar überwiegt.

Epilepsie

Die empfohlene Dosissteigerung und die Erhaltungsdosen für Erwachsene und Jugendliche ab 13

Jahren (Tabelle 1) sowie für Kinder und Jugendliche von 2 bis 12 Jahren (Tabelle 2) sind im

Folgenden angegeben. Die für den Behandlungsbeginn und für die anschließende Dosissteigerung

empfohlenen Dosen sollten wegen des Risikos von Hautausschlägen nicht überschritten werden

(siehe Abschnitt 4.4).

Wenn eine Begleitmedikation mit Antiepileptika abgesetzt wird oder andere

Antiepileptika/Arzneimittel den Lamotrigin-haltigen Behandlungsschemata hinzugefügt werden,

sollte berücksichtigt werden, welche Auswirkungen dies möglicherweise auf die Pharmakokinetik

von Lamotrigin hat (siehe Abschnitt 4.5).

Tabelle 1: Erwachsene und Jugendliche ab 13 Jahren – empfohlenes Behandlungsschema bei

Epilepsie

Behandlungsschema

Wochen 1 + 2

Wochen 3 + 4

Übliche Erhaltungsdosis

Monotherapie:

25 mg/Tag

(einmal täglich)

50 mg/Tag

(einmal

täglich)

100-200 mg/Tag

(einmal täglich oder aufgeteilt

in zwei Einzeldosen)

Zum Erreichen der

Erhaltungsdosis können die

Dosen alle ein bis zwei

Wochen um maximal 50−100

mg erhöht werden, bis ein

optimales Ansprechen erzielt

ist.

Bei einigen Patienten waren

500 mg/Tag erforderlich, um

das gewünschte Ansprechen

zu erreichen.

Zusatztherapie MIT Valproat

(Hemmer der Glucuronidierung von Lamotrigin – siehe Abschnitt

4.5):

Dieses Dosierschema sollte

mit Valproat unabhängig

von weiterer

Begleitmedikation

angewendet werden.

12,5 mg/Tag

(gegeben wird 25 mg

jeden 2. Tag)

25 mg/Tag

(einmal

täglich)

100−200 mg/Tag

(einmal täglich oder aufgeteilt

in zwei Einzeldosen)

Zum Erreichen der

Erhaltungsdosis können die

Dosen alle ein bis zwei

Wochen um maximal 25−50

mg erhöht werden, bis ein

optimales Ansprechen erzielt

ist.

Zusatztherapie OHNE Valproat und MIT Induktoren der Glucuronidierung von Lamotrigin

(siehe Abschnitt 4.5):

Dieses Dosierschema sollte

ohne Valproat angewendet

werden, aber mit:

Phenytoin

Carbamazepin

Phenobarbital

Primidon

Rifampicin

Lopinavir/Ritonavir

50 mg/Tag

(einmal täglich)

100 mg/Tag

(aufgeteilt in

zwei

Einzeldosen)

200−400 mg/Tag

(aufgeteilt in zwei

Einzeldosen)

Zum Erreichen der

Erhaltungsdosis können die

Dosen alle ein bis zwei

Wochen um maximal 100 mg

erhöht werden, bis ein

optimales Ansprechen erzielt

ist.

Bei einigen Patienten waren

700 mg/Tag erforderlich, um

das gewünschte Ansprechen

zu erreichen.

Zusatztherapie OHNE Valproat und OHNE Induktoren der Glucuronidierung von Lamotrigin

(siehe Abschnitt 4.5):

Dieses Dosierschema sollte

mit anderen Arzneimitteln

angewendet werden, die

die Glucuronidierung von

Lamotrigin nicht

signifikant hemmen oder

induzieren.

25 mg/Tag

(einmal täglich)

50 mg/Tag

(einmal

täglich)

100−200 mg/Tag

(einmal täglich oder aufgeteilt

in zwei Einzeldosen)

Zum Erreichen der

Erhaltungsdosis können die

Dosen alle ein bis zwei

Wochen um maximal 50−100

mg erhöht werden, bis ein

optimales Ansprechen erzielt

ist.

Bei Patienten, die Arzneimittel einnehmen, deren pharmakokinetische Wechselwirkungen mit

Lamotrigin derzeit nicht bekannt sind (siehe Abschnitt 4.5), sollte das Behandlungsschema

angewendet werden, das für die gleichzeitige Therapie mit Valproat empfohlen wird.

Tabelle 2: Kinder und Jugendliche von 2 bis 12 Jahren – empfohlenes Behandlungsschema bei

Epilepsie (Gesamtdosis in mg/kg Körpergewicht/Tag)

Behandlungsschema

Wochen 1 + 2

Wochen 3 + 4

Übliche Erhaltungsdosis

Monotherapie

typischer Absencen:

0,3 mg/kg/Tag

(einmal täglich

oder aufgeteilt

in zwei

Einzeldosen)

0,6 mg/kg/Tag

(einmal täglich

oder aufgeteilt

in zwei

Einzeldosen)

1–15 mg/kg/Tag (einmal täglich

oder aufgeteilt in zwei

Einzeldosen)

Zum Erreichen der

Erhaltungsdosis können die

Dosen alle ein bis zwei Wochen

um maximal 0,6 mg/kg/Tag

erhöht werden, bis ein optimales

Ansprechen erzielt ist, mit einer

maximalen Erhaltungsdosis von

200 mg/Tag.

Zusatztherapie MIT Valproat

(Hemmer der Glucuronidierung von Lamotrigin – siehe Abschnitt

4.5):

Dieses Dosierschema

sollte mit Valproat

unabhängig von

weiterer

Begleitmedikation

angewendet werden.

0,15

mg/kg/Tag*

(einmal täglich)

0,3 mg/kg/Tag*

(einmal täglich)

1−5 mg/kg/Tag (einmal täglich

oder aufgeteilt in zwei

Einzeldosen)

Zum Erreichen der

Erhaltungsdosis können die

Dosen alle ein bis zwei Wochen

um maximal 0,3 mg/kg/Tag

erhöht werden, bis ein optimales

Ansprechen erzielt ist, wobei die

maximale Erhaltungsdosis 200

mg/Tag beträgt.

Zusatztherapie OHNE Valproat und MIT Induktoren der Glucuronidierung von Lamotrigin

(siehe Abschnitt 4.5):

Dieses Dosierschema

sollte ohne Valproat

angewendet werden,

aber mit:

Phenytoin

Carbamazepin

Phenobarbital

Primidon

Rifampicin

Lopinavir/Ritonavir

0,6 mg/kg/Tag

(aufgeteilt in

zwei

Einzeldosen)

1,2 mg/kg/Tag

(aufgeteilt in

zwei

Einzeldosen)

5−15 mg/kg/Tag (einmal täglich

oder aufgeteilt in zwei

Einzeldosen)

Zum Erreichen der

Erhaltungsdosis können die

Dosen alle ein bis zwei Wochen

um maximal 1,2 mg/kg/Tag

erhöht werden, bis ein optimales

Ansprechen erzielt ist, wobei die

maximale Erhaltungsdosis 400

mg/Tag beträgt.

Zusatztherapie OHNE Valproat und OHNE Induktoren der Glucuronidierung von

Lamotrigin

(siehe Abschnitt 4.5):

Dieses Dosierschema

sollte mit anderen

Arzneimitteln angewendet

werden, die die

Glucuronidierung von

Lamotrigin nicht

signifikant hemmen oder

induzieren.

0,3 mg/kg/Tag

(einmal täglich

oder aufgeteilt

in zwei

Einzeldosen)

0,6 mg/kg/Tag

(einmal täglich

oder aufgeteilt

in zwei

Einzeldosen)

1−10 mg/kg/Tag (einmal

täglich oder aufgeteilt in zwei

Einzeldosen)

Zum Erreichen der

Erhaltungsdosis können die

Dosen alle ein bis zwei Wochen

um maximal 0,6 mg/kg/Tag

erhöht werden, bis ein

optimales Ansprechen erzielt

ist, wobei die maximale

Erhaltungsdosis 200 mg/Tag

beträgt.

Bei Patienten, die Arzneimittel einnehmen, deren pharmakokinetische Wechselwirkungen mit

Lamotrigin derzeit nicht bekannt sind (siehe Abschnitt 4.5), sollte das Behandlungsschema

angewendet werden, das für die gleichzeitige Therapie mit Valproat empfohlen wird.

Um die Aufrechterhaltung einer therapeutischen Dosis zu gewährleisten, muss das Gewicht des

Kindes überwacht und die Dosis bei einer Gewichtsänderung gegebenenfalls angepasst werden. Es

ist davon auszugehen, dass bei Kindern im Alter von 2 bis 6 Jahren eine Erhaltungsdosis

erforderlich ist, die sich am oberen Ende des empfohlenen Dosisbereichs befindet.

Wenn mit der Zusatztherapie die Epilepsie unter Kontrolle gebracht wurde, können die gleichzeitig

verabreichten Antiepileptika möglicherweise abgesetzt und die Patienten mit der

Lamotrigin-

TEVA

®

-Monotherapie weiterbehandelt werden.

Kinder unter 2 Jahren

Zur Wirksamkeit und Sicherheit von Lamotrigin als Zusatztherapie partieller Anfälle bei

Kindern im Alter von 1 Monat bis 2 Jahren liegen nur begrenzte Daten vor (siehe Abschnitt 4.4).

Für Kinder im Alter bis zu 1 Monat liegen keine Daten vor. Deshalb wird

Lamotrigin-TEVA

®

für

die Anwendung bei Kindern unter 2 Jahren nicht empfohlen. Falls trotzdem, basierend auf einer

klinischen Notwendigkeit, eine Entscheidung für eine Behandlung getroffen wird, sind die

Abschnitte 4.4, 5.1 und 5.2 zu beachten.

Bipolare Störung

Die empfohlene Dosissteigerung sowie die Erhaltungsdosen für Erwachsene ab 18 Jahren sind in

den folgenden Tabellen angegeben. Das Übergangsbehandlungsschema umfasst die Steigerung der

Dosis von Lamotrigin bis zu einer stabilisierenden Erhaltungsdosis über sechs Wochen (Tabelle 3).

Danach können, falls dies klinisch indiziert ist, andere psychotrope Arzneimittel und/oder

Antiepileptika abgesetzt werden (Tabelle 4). Die Dosisanpassungen nach Zugabe anderer

psychotroper Arzneimittel und/oder von Antiepileptika sind ebenfalls im Folgenden angeführt

(Tabelle 5). Die für den Behandlungsbeginn und für die anschließende Dosissteigerung

empfohlenen Dosen sollten wegen des Risikos von Hautausschlägen nicht überschritten werden

(siehe Abschnitt 4.4).

Tabelle 3: Erwachsene ab 18 Jahren – empfohlene Dosissteigerung bis zur stabilisierenden

Gesamterhaltungsdosis pro Tag bei der Behandlung der bipolaren Störung

Behandlungsschema

Wochen 1 + 2

Wochen 3 + 4

Woche 5

Stabilisierende Zieldosis

(Woche 6)*

Monotherapie mit Lamotrigin ODER Zusatztherapie OHNE Valproat und OHNE Induktoren der

Glucuronidierung von Lamotrigin

(siehe Abschnitt 4.5)

:

Dieses Dosierschema

sollte mit anderen

Arzneimitteln

angewendet werden, die

die Glucuronidierung

von Lamotrigin nicht

signifikant hemmen

oder induzieren.

25 mg/Tag

(einmal täglich)

50 mg/Tag

(einmal täglich

oder aufgeteilt

in zwei

Einzeldosen)

100 mg/Tag

(einmal

täglich oder

aufgeteilt in

zwei

Einzeldosen)

200 mg/Tag – übliche

Zieldosis für ein optimales

Ansprechen

(einmal täglich oder

aufgeteilt in zwei

Einzeldosen).

In klinischen Studien

wurden Dosen im Bereich

von 100-400 mg/Tag

angewendet.

Zusatztherapie MIT Valproat

(Hemmer der Glucuronidierung von Lamotrigin – siehe Abschnitt 4.5)

:

Dieses Dosierschema

sollte mit Valproat

unabhängig von

weiterer

Begleitmedikation

angewendet werden.

12,5 mg/Tag

(gegeben wird

25 mg jeden

zweiten Tag)

25 mg/Tag

(einmal

täglich)

50 mg/Tag

(einmal

täglich oder

aufgeteilt in

zwei

Einzeldosen)

100 mg/Tag – übliche

Zieldosis für ein optimales

Ansprechen

(einmal täglich oder

aufgeteilt in zwei

Einzeldosen).

In Abhängigkeit vom

klinischen Ansprechen kann

eine Maximaldosis von

200 mg/Tag angewendet

werden.

Zusatztherapie OHNE Valproat und MIT Induktoren der Glucuronidierung von Lamotrigin

(siehe

Abschnitt 4.5)

:

Dieses Dosierschema

sollte ohne Valproat

angewendet werden,

aber mit:

Phenytoin

Carbamazepin

Phenobarbital

Primidon

Rifampicin

Lopinavir/Ritonavir

50 mg/Tag

(einmal täglich)

100 mg/Tag

(aufgeteilt in

zwei

Einzeldosen)

200 mg/Tag

(aufgeteilt in

zwei

Einzeldosen)

300 mg/Tag in Woche 6,

die, falls erforderlich, in

Woche 7 auf die übliche

Zieldosis von 400 mg/Tag

erhöht werden kann, um

ein optimales Ansprechen

zu erreichen

(aufgeteilt in zwei

Einzeldosen).

Bei Patienten, die Arzneimittel einnehmen, deren pharmakokinetische Wechselwirkungen mit Lamotrigin

derzeit nicht bekannt sind (siehe Abschnitt 4.5), sollte das Behandlungsschema angewendet werden, das für

die gleichzeitige Therapie mit Valproat empfohlen wird.

* Die stabilisierende Zieldosis ist abhängig vom klinischen Ansprechen.

Tabelle 4: Erwachsene ab 18 Jahren – stabilisierende Gesamterhaltungsdosis pro Tag nach

Absetzen gleichzeitig verabreichter Arzneimittel bei der Behandlung der bipolaren Störung

Sobald die tägliche stabilisierende Zielerhaltungsdosis erreicht wurde, können andere Arzneimittel

wie folgt abgesetzt werden:

Behandlungsschema

Gegenwärtige

stabilisierende

Lamotrigin-

Dosis (vor dem

Absetzen)

Woche 1

(beginnend

mit dem

Absetzen)

Woche 2

Ab Woche 3 *

Absetzen von Valproat

(Hemmer der Glucuronidierung von Lamotrigin – siehe Abschnitt 4.5) in

Abhängigkeit von der ursprünglichen Lamotrigin-Dosis

:

Bei Absetzen von Valproat wird

die stabilisierende Dosis

verdoppelt, jedoch um nicht

mehr als 100 mg/Woche.

100 mg/Tag

200 mg/Tag

Erhaltung dieser Dosis (200 mg/Tag)

(aufgeteilt in zwei Einzeldosen)

200 mg/Tag

300 mg/Tag

400 mg/Tag

Erhaltung dieser

Dosis (400 mg/Tag)

Absetzen von Induktoren der Glucuronidierung von Lamotrigin

(siehe Abschnitt 4.5) in Abhängigkeit

von der ursprünglichen Lamotrigin-Dosis

:

Dieses Dosierschema sollte

angewendet werden, wenn die

folgenden Arzneimittel

abgesetzt werden:

Phenytoin

Carbamazepin

Phenobarbital

Primidon

Rifampicin

Lopinavir/Ritonavir

400 mg/Tag

400 mg/Tag

300 mg/Tag

200 mg/Tag

300 mg/Tag

300 mg/Tag

225 mg/Tag

150 mg/Tag

200 mg/Tag

200 mg/Tag

150 mg/Tag

100 mg/Tag

Absetzen von Arzneimitteln, die die Glucuronidierung von Lamotrigin NICHT signifikant hemmen

oder induzieren

(siehe Abschnitt 4.5)

:

Dieses Dosierschema sollte

angewendet werden, wenn

andere Arzneimittel abgesetzt

werden, die die

Glucuronidierung von

Lamotrigin nicht signifikant

hemmen oder induzieren.

Erhaltung der bei der Dosissteigerung erreichten Zieldosis (200 mg/Tag,

aufgeteilt in zwei Einzeldosen)

(Dosisbereich 100–400 mg/Tag)

Bei Patienten, die Arzneimittel einnehmen, deren pharmakokinetische Wechselwirkungen mit Lamotrigin

derzeit nicht bekannt sind (siehe Abschnitt 4.5), ist das Behandlungsschema, zu Beginn die derzeit

angewendete Dosis beizubehalten und die Behandlung mit Lamotrigin auf Grundlage des klinischen

Ansprechens anzupassen.

* Die Dosis kann bei Bedarf auf 400 mg/Tag erhöht werden.

Tabelle 5: Erwachsene ab 18 Jahren – Anpassung der täglichen Lamotrigin-Dosis nach Zugabe

anderer Arzneimittel bei der Behandlung der bipolaren Störung

Zur Anpassung der täglichen Lamotrigin-Dosis nach Zugabe anderer Arzneimittel liegen keine

klinischen Erfahrungen vor. Basierend auf Studien zu Wechselwirkungen mit anderen

Arzneimitteln können jedoch die folgenden Empfehlungen gegeben werden:

Behandlungsschema

Gegenwärtige

stabilisierende

Lamotrigin-Dosis

(vor der Zugabe)

Woche 1

(beginnend

mit der

Zugabe)

Woche 2

Ab Woche 3

Zugabe von Valproat

(Hemmer der Glucuronidierung von Lamotrigin – siehe Abschnitt 4.5) in

Abhängigkeit von der ursprünglichen Lamotrigin-Dosis

:

Dieses Dosierschema sollte

angewendet werden, wenn

Valproat unabhängig von

weiterer Begleitmedikation

hinzugefügt wird.

200 mg/Tag

100 mg/Tag

Erhaltung dieser Dosis

(100 mg/Tag)

300 mg/Tag

150 mg/Tag

Erhaltung dieser Dosis

(150 mg/Tag)

400 mg/Tag

200 mg/Tag

Erhaltung dieser Dosis

(200 mg/Tag)

Zugabe von Arzneimitteln, die die Glucuronidierung von Lamotrigin induzieren, bei

Patienten, die NICHT Valproat einnehmen

(siehe Abschnitt 4.5) in Abhängigkeit von der

ursprünglichen Lamotrigin-Dosis

:

Dieses Dosierschema sollte

angewendet werden, wenn die

folgenden Arzneimittel ohne

Valproat hinzugefügt werden:

Phenytoin

Carbamazepin

Phenobarbital

Primidon

Rifampicin

Lopinavir/Ritonavir

200 mg/Tag

200 mg/Tag

300 mg/Tag

400 mg/Tag

150 mg/Tag

150 mg/Tag

225 mg/Tag

300 mg/Tag

100 mg/Tag

100 mg/Tag

150 mg/Tag

200 mg/Tag

Zugabe von Arzneimitteln, die die Glucuronidierung von Lamotrigin NICHT signifikant

hemmen oder induzieren

(siehe Abschnitt 4.5)

:

Dieses Dosierschema sollte

angewendet werden, wenn

andere Arzneimittel

hinzugefügt werden, die die

Glucuronidierung von

Lamotrigin nicht signifikant

hemmen oder induzieren.

Erhaltung der bei der Dosissteigerung erreichten Zieldosis

(200 mg/Tag; Dosisbereich 100 – 400 mg/Tag)

Bei Patienten, die Arzneimittel einnehmen, deren pharmakokinetische Wechselwirkungen mit

Lamotrigin derzeit nicht bekannt sind (siehe Abschnitt 4.5), sollte das Behandlungsschema

angewendet werden, das für die gleichzeitige Therapie mit Valproat empfohlen wird.

Absetzen von Lamotrigin-TEVA

®

bei Patienten mit bipolarer Störung

In klinischen Studien trat nach abruptem Absetzen kein Anstieg der Häufigkeit, des Schweregrades

oder der Art von Nebenwirkungen von Lamotrigin gegenüber Placebo auf. Daher können Patienten

Lamotrigin-TEVA

®

ohne schrittweise Reduktion der Dosis absetzen.

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Lamotrigin-TEVA

®

wird nicht für die Anwendung bei Kindern unter 18 Jahren empfohlen, da eine

randomisierte Studie keine signifikante Wirksamkeit nachwies und eine erhöhte Meldung von

Suizidgedanken und suizidalem Verhalten (Suizidalität) zeigte (siehe Abschnitte 4.4 und 5.1).

Allgemeine Dosierungsempfehlungen für

Lamotrigin-TEVA

®

bei speziellen Patientengruppen

Frauen, die hormonelle Kontrazeptiva einnehmen:

Die gleichzeitige Anwendung einer Kombination aus Ethinylestradiol/Levonorgestrel (30 μg/150

μg) mit Lamotrigin erhöht die Clearance von Lamotrigin um ca. das Zweifache, was zu einer

Abnahme der Lamotriginspiegel führt. Nach der Aufdosierung können daher höhere

Erhaltungsdosen (bis zum Zweifachen) erforderlich sein, um ein maximales therapeutisches

Ansprechen zu erzielen. Während der pillenfreien Woche wurde eine zweifache Zunahme der

Lamotriginspiegel beobachtet. Dosisabhängige Nebenwirkungen können nicht ausgeschlossen

werden. Deshalb sollte die Anwendung einer Kontrazeption ohne pillenfreie Woche als Therapie

der ersten Wahl erwogen werden (zum Beispiel kontinuierliche hormonelle Kontrazeptiva oder

nicht-hormonelle Methoden; siehe Abschnitte 4.4 und 4.5).

Beginn der Anwendung hormoneller Kontrazeptiva bei Patientinnen, die bereits Erhaltungsdosen

von Lamotrigin-TEVA

®

und KEINE Induktoren der Glucuronidierung von Lamotrigin einnehmen

Die Erhaltungsdosis von Lamotrigin muss in den meisten Fällen bis auf das Zweifache erhöht

werden (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5). Es wird empfohlen, ab dem Beginn der Einnahme des

hormonellen Kontrazeptivums die Lamotrigin-Dosis jede Woche je nach dem individuellen

klinischen Ansprechen um 50 bis 100 mg/Tag zu erhöhen. Die Dosissteigerungen sollten dieses

Maß nicht übersteigen, es sei denn, das klinische Ansprechen verlangt größere Steigerungen.

Messungen der Serumkonzentrationen von Lamotrigin vor und nach Beginn der Anwendung

hormoneller Kontrazeptiva können als Bestätigung für die Aufrechterhaltung der

Ausgangskonzentration von Lamotrigin in Betracht gezogen werden. Falls erforderlich, sollte die

Dosis angepasst werden. Bei Frauen, die ein hormonelles Kontrazeptivum nehmen, bei dem eine

Woche aus einer inaktiven Behandlung besteht ("pillenfreie Woche"), sollte die Überwachung der

Serumspiegel von Lamotrigin in Woche 3 der aktiven Behandlung, d. h. an den Tagen 15 bis 21

des Pillenzyklus erfolgen. Deshalb sollte die Anwendung einer Kontrazeption ohne pillenfreie

Woche als Therapie der ersten Wahl erwogen werden (zum Beispiel kontinuierliche hormonelle

Kontrazeptiva oder nicht-hormonelle Methoden; siehe Abschnitte 4.4 und 4.5).

Beendigung der Anwendung hormoneller Kontrazeptiva bei Patientinnen, die bereits

Erhaltungsdosen von Lamotrigin-TEVA

®

und KEINE Induktoren der Glucuronidierung von

Lamotrigin einnehmen

Die Erhaltungsdosis von Lamotrigin muss in den meisten Fällen um bis zu 50 % reduziert werden

(siehe Abschnitte 4.4 und 4.5). Es wird empfohlen, die tägliche Dosis von Lamotrigin schrittweise

jede Woche um 50–100 mg (wobei pro Woche 25 % der gesamten Tagesdosis nicht überschritten

werden sollten) über einen Zeitraum von 3 Wochen zu reduzieren, sofern das klinische Ansprechen

nichts anderes erfordert. Messungen der Serumkonzentrationen von Lamotrigin vor und nach

Beendigung der Anwendung hormoneller Kontrazeptiva können als Bestätigung für die

Aufrechterhaltung der Ausgangskonzentration von Lamotrigin in Betracht gezogen werden. Bei

Frauen, die die Anwendung eines hormonellen Kontrazeptivums beenden möchten, bei dem eine

Woche des Zyklus’ aus einer inaktiven Behandlung besteht ("pillenfreie Woche"), sollte die

Überwachung der Serumspiegel von Lamotrigin in Woche 3 der aktiven Behandlung, d. h. an den

Tagen 15 bis 21 des Pillenzyklus’ erfolgen. Blutproben zur Beurteilung der Lamotriginspiegel nach

dauerhafter Beendigung der Anwendung des hormonellen Kontrazeptivums sollten nicht in der

ersten Woche nach Absetzen der Pille entnommen werden.

Beginn der Behandlung mit Lamotrigin bei Patientinnen, die bereits hormonelle Kontrazeptiva

anwenden

Die Dosissteigerung sollte entsprechend den in den Tabellen angegebenen üblichen

Dosierungsempfehlungen erfolgen.

Beginn und Beendigung der Anwendung hormoneller Kontrazeptiva bei Patientinnen, die bereits

Erhaltungsdosen von Lamotrigin MIT Induktoren der Glucuronidierung von Lamotrigin einnehmen

Eine Anpassung der empfohlenen Erhaltungsdosis von Lamotrigin ist möglicherweise nicht

erforderlich.

Gleichzeitige Einnahme von Atazanavir/Ritonavir

Es sollten keine Anpassungen an die empfohlene Dosissteigerung von Lamotrigin notwendig sein,

wenn Lamotrigin zu einer bestehenden Behandlung mit Atazanavir/Ritonavir hinzugefügt wird.

Bei Patienten, die schon Erhaltungsdosen von Lamotrigin und keine Induktoren der

Glucuronidierung einnehmen, muss die Lamotrigin-Dosis möglicherweise erhöht werden, wenn

Atazanavir/Ritonavir zusätzlich eingenommen wird, oder verringert werden, wenn

Atazanavir/Ritonavir abgesetzt wird. Die Plasmaspiegel von Lamotrigin sollten vor und innerhalb

von 2 Wochen nach dem Beginn der Einnahme oder dem Absetzen von Atazanavir/Ritonavir

durchgeführt werden, um zu sehen, ob eine Anpassung der Lamotrigin-Dosis notwendig ist (siehe

Abschnitt 4.5).

Gleichzeitige Einnahme von Lopinavir/Ritonavir

Es sollten keine Anpassungen an die empfohlene Dosissteigerung von Lamotrigin notwendig sein,

wenn Lamotrigin zu einer bestehenden Behandlung mit Lopinavir/Ritonavir hinzugefügt wird.

Bei Patienten, die schon Erhaltungsdosen von Lamotrigin und keine Induktoren der

Glucuronidierung einnehmen, muss die Lamotrigin-Dosis möglicherweise erhöht werden, wenn

Lopinavir/Ritonavir zusätzlich eingenommen wird, oder verringert werden, wenn

Lopinavir/Ritonavir abgesetzt wird. Die Plasmaspiegel von Lamotrigin sollten vor und innerhalb

von 2 Wochen nach dem Beginn der Einnahme oder dem Absetzen von Lopinavir/Ritonavir

durchgeführt werden, um zu sehen, ob eine Anpassung der Lamotrigin-Dosis notwendig ist (siehe

Abschnitt 4.5).

Ältere Patienten (über 65 Jahre)

Bei älteren Patienten ist keine Dosisanpassung erforderlich. Die Pharmakokinetik von Lamotrigin

in dieser Altersgruppe unterscheidet sich nicht signifikant von der einer Population jüngerer

Erwachsener (siehe Abschnitt 5.2).

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Die Verabreichung von

Lamotrigin-TEVA

®

an Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion sollte

mit Vorsicht erfolgen. Bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz sollten die Anfangsdosen

von Lamotrigin auf den gleichzeitig verabreichten Arzneimitteln basieren. Bei Patienten mit

erheblich eingeschränkter Nierenfunktion kann bereits eine reduzierte Erhaltungsdosis wirksam

sein (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2).

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Generell sollten die Initial-, Steigerungs- und Erhaltungsdosen bei Patienten mit mittelschwerer

Leberfunktionsstörung (Child-Pugh Grad B) um ca. 50 % und bei Patienten mit schwerer

Leberfunktionsstörung (Child-Pugh Grad C) um ca. 75 % reduziert werden. Die Steigerungs- und

die Erhaltungsdosen sollten dem klinischen Ansprechen angepasst werden (siehe Abschnitt 5.2).

Art der Anwendung

Lamotrigin-TEVA

®

Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen können entweder

gekaut, in wenig Wasser (mindestens so viel, dass die ganze Tablette bedeckt ist) aufgelöst oder im

Ganzen mit etwas Wasser geschluckt werden.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Hautausschläge

Es liegen Berichte über unerwünschte Hautreaktionen vor, die im Allgemeinen innerhalb der ersten

acht Wochen nach Beginn der Behandlung mit Lamotrigin auftraten. Die Mehrzahl der

Hautausschläge ist leicht und selbstlimitierend, jedoch wurden auch schwere Hautausschläge

berichtet, die eine stationäre Behandlung und das Absetzen von Lamotrigin erforderlich machten.

Dazu gehörten potenziell lebensbedrohliche Hautreaktionen wie das Stevens-Johnson-Syndrom

(SJS), die toxische epidermale Nekrolyse (TEN) und das Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie

und systemischen Symptomen (DRESS); auch bekannt als Hypersensitivitätssyndrom (HSS) (siehe

Abschnitt 4.8).

Bei Erwachsenen, die an Studien teilnahmen, in denen die derzeitigen Dosierungsempfehlungen für

Lamotrigin befolgt wurden, betrug die Inzidenz schwerer Hautausschläge etwa 1 von 500 Patienten

mit Epilepsie. Ungefähr die Hälfte dieser Fälle wurde als Stevens-Johnson-Syndrom berichtet (1

von 1000 Patienten). In klinischen Studien mit Patienten mit bipolarer Störung lag die Inzidenz

schwerer Hautausschläge bei etwa 1 von 1000.

Das Risiko schwerer Hautausschläge ist bei Kindern höher als bei Erwachsenen. Bisher

vorliegende Daten aus einer Reihe von Studien lassen bei Kindern auf eine Inzidenz stationär zu

behandelnder Hautausschläge von 1 von 300 bis 1 von 100 schließen.

Bei Kindern kann das erstmalige Auftreten eines Hautausschlages fälschlicherweise für eine

Infektion gehalten werden. Es sollte bei Kindern, die während der ersten acht Behandlungswochen

Anzeichen eines Hautausschlages und Fieber entwickeln, die Möglichkeit einer Reaktion auf die

Therapie mit Lamotrigin in Betracht gezogen werden.

Außerdem scheint das Risiko eines Hautausschlages generell in engem Zusammenhang zu stehen

mit:

hohen Anfangsdosen von Lamotrigin und einem Überschreiten der empfohlenen

schrittweisen Dosissteigerung (siehe Abschnitt 4.2)

der gleichzeitigen Anwendung von Valproat (siehe Abschnitt 4.2).

Vorsicht ist auch bei der Behandlung von Patienten geboten, die in ihrer Vorgeschichte bereits eine

Allergie oder einen Hautausschlag auf andere Antiepileptika entwickelt haben, da die Häufigkeit

von nicht schwerwiegenden Hautausschlägen unter der Behandlung mit Lamotrigin bei diesen

Patienten ungefähr dreimal höher war als bei Patienten ohne eine solche Anamnese.

Alle Patienten (Erwachsene und Kinder), die einen Hautausschlag entwickeln, sollten umgehend

untersucht und

Lamotrigin-TEVA

®

sollte sofort abgesetzt werden, es sei denn, der Hautausschlag

steht eindeutig nicht mit der Lamotrigintherapie in Zusammenhang. Es wird empfohlen, die

Therapie mit Lamotrigin bei Patienten, die Lamotrigin aufgrund eines in Zusammenhang mit der

vorangegangenen Behandlung aufgetretenen Hautausschlages abgesetzt haben, nicht erneut zu

beginnen, es sei denn, der potenzielle Nutzen überwiegt eindeutig das Risiko. Nach Auftreten eines

Stevens-Johnson-Syndroms (SJS), einer Toxisch-Epidermalen Nekrolyse (TEN) oder eines

Arzneimittelexanthems mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS) in

Zusammenhang mit der Anwendung von Lamotrigin darf der Patient/die Patientin nie wieder mit

Lamotrigin behandelt werden.

Hautausschläge wurden auch als Teil eines Überempfindlichkeitssyndroms mit einem variablen

Muster systemischer Symptome berichtet, wie Fieber, Lymphadenopathie, Gesichtsödemen,

abnormen Blut- und Leberwerten und aseptischer Meningitis (siehe Abschnitt 4.8). Das Syndrom

zeigt ein breites Spektrum klinischer Ausprägung und kann in seltenen Fällen zu disseminierter

intravaskulärer Gerinnung und Multiorganversagen führen. Es ist wichtig zu beachten, dass frühe

Manifestationen von Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B. Fieber, Lymphadenopathie) ohne

Anzeichen eines Hautausschlages auftreten können. Bei Auftreten derartiger Symptome sollte der

Patient daher umgehend untersucht und

Lamotrigin-TEVA

®

sofort abgesetzt werden, wenn keine

andere Ursache festgestellt werden kann.

Die aseptische Meningitis war nach Beendigung der Lamotrigin-Einnahme in den meisten Fällen

reversibel, trat aber in mehreren Fällen bei erneuter Anwendung von Lamotrigin wieder auf. Bei

erneuter Anwendung kam es zu schnellem Wiederauftreten der Symptome, die häufig

schwerwiegender waren. Patienten, die aufgrund der Anwendung von Lamotrigin an einer

aseptischen Meningitis erkrankt waren, sollten das Arzneimittel nicht wieder einnehmen.

Hämophagozytische Lymphohistiozytose (HLH)

HLH wurde bei Patienten, die Lamotrigin einnehmen, berichtet (siehe Abschnitt 4.8). HLH ist

charakterisiert durch Anzeichen und Symptome wie Fieber, Hautausschlag, neurologische

Symptome, Hepatosplenomegalie, Lymphadenopathie, Zytopenien, hohe Serum-Ferritin-Werte,

Hypertriglyceridämie sowie Anomalitäten der Leberfunktion und der Blutgerinnung. Die

Symptome treten normalerweise innerhalb der ersten 4 Wochen nach Behandlungsbeginn auf. HLH

kann lebensbedrohlich sein.

Patienten sollten über die Symptome in Zusammenhang mit HLH informiert und darauf

hingewiesen werden sofort medizinische Hilfe aufzusuchen, wenn sie diese Symptome während

der Therapie mit Lamotrigin bemerken.

Untersuchen Sie Patienten, welche diese Anzeichen und Symptome entwickeln, sofort und ziehen

Sie eine HLH Diagnose in Betracht. Lamotrigin muss sofort abgesetzt werden, sofern keine andere

Ursache festgestellt werden kann.

Klinische Verschlechterung und Suizidrisiko

Über suizidale Gedanken und suizidales Verhalten wurde bei Patienten, die mit Antiepileptika in

verschiedenen Indikationen behandelt wurden, berichtet. Eine Metaanalyse randomisierter,

placebokontrollierter Studien mit Antiepileptika zeigte auch ein leicht erhöhtes Risiko für das

Auftreten von Suizidgedanken und suizidalem Verhalten. Der Mechanismus für die Auslösung

dieser Nebenwirkung ist nicht bekannt und die verfügbaren Daten schließen die Möglichkeit eines

erhöhten Risikos bei der Einnahme von Lamotrigin nicht aus.

Deshalb sollten Patienten hinsichtlich Anzeichen von Suizidgedanken und suizidalen

Verhaltensweisen überwacht und eine geeignete Behandlung in Erwägung gezogen werden.

Patienten (und deren Betreuern) sollte geraten werden medizinische Hilfe einzuholen, wenn

Anzeichen für Suizidgedanken oder suizidales Verhalten auftreten.

Patienten mit einer bipolaren Störung können eine Verschlechterung ihrer depressiven Symptome

und/oder das Aufkommen von Suizidgedanken und suizidalem Verhalten (Suizidalität) erfahren,

unabhängig davon, ob sie Arzneimittel zur Behandlung der bipolaren Störung einschließlich

Lamotrigin-TEVA

®

einnehmen oder nicht. Deshalb sollten Patienten, die

Lamotrigin-TEVA

®

Behandlung einer bipolaren Störung erhalten, insbesondere zu Beginn einer Behandlung oder bei

Dosisanpassungen engmaschig auf eine klinische Verschlechterung (einschließlich der

Entwicklung neuer Symptome) und auf Suizidalität überwacht werden. Bei bestimmten Patienten,

wie Patienten mit suizidalem Verhalten oder Suizidgedanken in der Anamnese, jungen

Erwachsenen und jenen, die vor Therapiebeginn in erheblichem Umfang Suizidgedanken

(Suizidalität) gezeigt haben, kann das Risiko von Suizidgedanken oder -versuchen erhöht sein. Sie

sollten daher während der Behandlung sorgfältig überwacht werden.

Bei Patienten, die eine klinische Verschlechterung (einschließlich des Auftretens neuer Symptome)

und/oder das Aufkommen von Suizidgedanken oder suizidalem Verhalten zeigen, sollte ein

Wechsel des Therapieregimes einschließlich der Möglichkeit eines Abbruchs der medikamentösen

Behandlung in Betracht gezogen werden. Dies gilt insbesondere dann, wenn es sich um

schwerwiegende, plötzlich auftretende oder bisher bei dem Patienten noch nicht vorhandene

Symptome handelt.

Hormonelle Kontrazeptiva

Beeinflussung der Wirksamkeit von Lamotrigin durch hormonelle Kontrazeptiva

Die gleichzeitige Anwendung einer Kombination aus Ethinylestradiol/Levonorgestrel (30 μg/150

μg) mit Lamotrigin erhöht die Clearance von Lamotrigin um ca. das Zweifache, was zu einer

Abnahme der Lamotriginspiegel führt (siehe Abschnitt 4.5). Eine Abnahme der Lamotriginspiegel

wurde mit dem Verlust der Anfallskontrolle in Zusammenhang gebracht. Nach der Aufdosierung

werden daher in den meisten Fällen höhere Erhaltungsdosen (bis zum Zweifachen) erforderlich

sein, um ein maximales therapeutisches Ansprechen zu erzielen. Wenn die Anwendung

hormoneller Kontrazeptiva beendet wird, kann sich die Clearance von Lamotrigin um die Hälfte

reduzieren. Anstiege der Lamotriginkonzentrationen können mit dosisabhängigen Nebenwirkungen

verbunden sein. Deshalb sollten die Patientinnen diesbezüglich überwacht werden.

Bei Frauen, die nicht bereits einen Induktor der Glucuronidierung von Lamotrigin einnehmen und

ein orales Kontrazeptivum anwenden, bei dem eine Woche des Zyklus’ aus einer inaktiven

Behandlung besteht (zum Beispiel "pillenfreie Woche"), kommt es während dieser Woche der

inaktiven Behandlung zu graduellen vorübergehenden Anstiegen der Lamotriginspiegel. Diese

Anstiege sind größer, wenn in den Tagen vor oder während der Woche der inaktiven Behandlung

die Lamotrigindosis erhöht wird. Schwankungen der Lamotriginspiegel in dieser Größenordnung

können mit Nebenwirkungen verbunden sein. Deshalb sollte die Anwendung einer Kontrazeption

ohne pillenfreie Woche als Therapie der ersten Wahl erwogen werden (zum Beispiel

kontinuierliche hormonelle Kontrazeptiva oder nicht-hormonelle Methoden).

Die Wechselwirkungen zwischen anderen oralen Kontrazeptiva oder Hormonersatztherapien und

Lamotrigin wurden nicht untersucht, obgleich diese möglicherweise die pharmakokinetischen

Parameter von Lamotrigin in ähnlicher Weise beeinflussen.

Beeinflussung der Wirksamkeit hormoneller Kontrazeptiva durch Lamotrigin

Eine Wechselwirkungsstudie mit 16 gesunden Probandinnen hat gezeigt, dass bei gleichzeitiger

Verabreichung von Lamotrigin und einem hormonellen kontrazeptiven Kombinationspräparat

(Ethinylestradiol/Levonorgestrel) die Levonorgestrel-Clearance mäßig ansteigt und sich die FSH-

und LH-Spiegel im Serum ändern (siehe Abschnitt 4.5). Der Einfluss dieser Änderungen auf die

Ovulationsaktivität in den Ovarien ist nicht bekannt. Jedoch kann die Möglichkeit nicht

ausgeschlossen werden, dass diese Änderungen bei einigen Patientinnen, die Hormonpräparate

zusammen mit Lamotrigin einnehmen, zu einer Verminderung der kontrazeptiven Wirksamkeit

führen. Daher sollen Patientinnen angehalten werden, jede Veränderung ihrer Menstruation wie

z.B. Zwischenblutungen umgehend zu berichten.

Dihydrofolatreduktase

Da Lamotrigin die Dihydrofolatreduktase geringfügig hemmt, besteht während der

Langzeittherapie die Möglichkeit einer Beeinflussung des Folsäurestoffwechsels (siehe Abschnitt

4.6). Bei der langfristigen Gabe bis zu 1 Jahr induzierte Lamotrigin jedoch keine klinisch

bedeutsamen Änderungen der Hämoglobinkonzentration, des mittleren Erythrozytenvolumens oder

der Folsäurekonzentration im Serum oder in den Erythrozyten; gleiches gilt für die

Folsäurekonzentration in den Erythrozyten nach Verabreichung von Lamotrigin über einen

Zeitraum von bis zu 5 Jahren.

Niereninsuffizienz

In Einzeldosisstudien mit Probanden mit Niereninsuffizienz im Endstadium waren die

Plasmakonzentrationen von Lamotrigin nicht signifikant verändert. Trotzdem sollte die

Behandlung von Patienten mit Niereninsuffizienz mit Vorsicht erfolgen, da eine Anreicherung des

Glucuronidmetaboliten erwartet wird.

Patienten, die andere Lamotrigin-haltige Präparate einnehmen

Lamotrigin-TEVA

®

sollte von Patienten, die bereits mit einem anderen Lamotrigin-haltigen

Präparat behandelt werden, nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden.

Brugada-EKG

Arrhythmogene ST-T Anomalien und typische Brugada-EKG-Muster wurden bei Patienten, welche

mit Lamotrigin behandelt wurden, berichtet. Die Anwendung von Lamotrigin sollte bei Patienten

mit Brugada-Syndrom sorgfältig abgewogen werden.

Entwicklung von Kindern

Über die Wirkung von Lamotrigin auf Wachstum, sexuelle Reifung sowie kognitive, emotionale

und verhaltensbezogene Entwicklung bei Kindern liegen keine Daten vor.

Vorsichtsmaßnahmen in Zusammenhang mit Epilepsie

Wie bei anderen Antiepileptika kann das plötzliche Absetzen von

Lamotrigin-TEVA

®

Rebound-

Anfälle hervorrufen. Daher sollte die Dosis von

Lamotrigin-TEVA

®

schrittweise über einen

Zeitraum von 2 Wochen reduziert werden, es sei denn, dass Sicherheitserwägungen (z. B.

Hautausschlag) einen plötzlichen Abbruch erforderlich machen.

Es gibt Berichte in der Literatur, wonach schwere Krampfanfälle einschließlich eines Status

epilepticus zu Rhabdomyolyse, Multiorganversagen und disseminierter intravaskulärer Gerinnung

mit gelegentlich tödlichem Ausgang führen können. Ähnliche Fälle sind in Zusammenhang mit der

Anwendung von Lamotrigin aufgetreten.

Möglicherweise kann es zu einer klinisch signifikanten Verschlechterung der Anfallsfrequenz statt

zu einer Besserung kommen. Bei Patienten mit mehr als einer Anfallsart ist der beobachtete Nutzen

der Kontrolle einer Anfallsart gegen jede beobachtete Verschlechterung einer anderen Anfallsart

abzuwägen.

Myoklonische Anfälle können durch Lamotrigin verstärkt werden.

Die vorliegenden Daten liefern Hinweise darauf, dass das Ansprechen in Kombination mit

Enzyminduktoren geringer ist als in Kombination mit nicht enzyminduzierenden Antiepileptika.

Der Grund ist unklar.

Bei Kindern, die Lamotrigin zur Behandlung typischer Absencen einnehmen, lässt sich die

Wirksamkeit möglicherweise nicht bei allen Patienten aufrechterhalten.

Vorsichtsmaßnahmen in Zusammenhang mit bipolarer Störung

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Eine Behandlung mit Antidepressiva ist bei Kindern und Jugendlichen mit einer depressiven

Störung (Major Depression) und anderen psychiatrischen Erkrankungen mit einem erhöhten Risiko

suizidaler Gedanken und suizidalen Verhaltens verbunden.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Wechselwirkungsstudien wurden nur an Erwachsenen durchgeführt.

Uridin-5'-diphospho (UDP)-Glucuronyltransferasen (UGTs)wurden als die Enzyme identifiziert,

die für die Metabolisierung von Lamotrigin verantwortlich sind.

Arzneimittel, die die

Glucuronidierung induzieren oder hemmen, können daher die scheinbare Clearance von

Lamotrigin beeinflussen. Starke oder moderate Induktoren des Cytochrom-P450-3A4 (CYP3A4)-

Enzyms, von denen ebenfalls bekannt ist, dass sie UGTs induzieren, können den Metabolismus von

Lamotrigin auch verstärken.

Diese Arzneimittel, die nachweislich einen klinisch signifikanten Einfluss auf den Lamotrigin-

Metabolismus haben, sind in Tabelle 6 aufgeführt. Spezifische Dosieranweisungen bei Anwendung

dieser Arzneimittel sind in Abschnitt 4.2 enthalten.

Tabelle 6: Wirkungen anderer Arzneimittel auf die Glucuronidierung von Lamotrigin

Arzneimittel, die die

Glucuronidierung von

Lamotrigin signifikant

hemmen

Arzneimittel, die die

Glucuronidierung von

Lamotrigin signifikant

induzieren

Arzneimittel, die die

Glucuronidierung von

Lamotrigin nicht signifikant

hemmen oder induzieren

Valproat

Phenytoin

Carbamazepin

Phenobarbital

Primidon

Rifampicin

Lopinavir/Ritonavir

Ethinylestradiol/Levonorgestrel-

Kombinationen**

Atazanavir/Ritonavir*

Oxcarbazepin

Felbamat

Gabapentin

Levetiracetam

Pregabalin

Topiramat

Zonisamid

Lithium

Bupropion

Olanzapin

Aripiprazol

Lacosamid

Perampanel

* Für Hinweise zur Dosierung (siehe Abschnitt 4.2)

** Andere orale Kontrazeptiva und Hormonersatztherapien wurden nicht untersucht, obgleich sie

möglicherweise die pharmakokinetischen Parameter von Lamotrigin in ähnlicher Weise

beeinflussen (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).

Es gibt keinen Beleg, dass Lamotrigin eine klinisch signifikante Induktion oder Inhibition der

Cytochrom-P450-Enzyme verursacht. Lamotrigin kann zwar seinen eigenen Metabolismus

induzieren, aber die Wirkung ist mäßig ausgeprägt und relevante klinische Folgen sind

unwahrscheinlich.

Wechselwirkungen mit anderen Antiepileptika

Valproat, das die Glucuronidierung von Lamotrigin hemmt, vermindert die Metabolisierung von

Lamotrigin und erhöht die mittlere Halbwertszeit von Lamotrigin um annähernd das Zweifache.

Bei Patienten, die gleichzeitig mit Valproat behandelt werden, sollte das entsprechende

Behandlungsschema angewendet werden (siehe Abschnitt 4.2).

Bestimmte Antiepileptika (wie zum Beispiel Phenytoin, Carbamazepin, Phenobarbital und

Primidon) die Cytochrom-P450-Enzyme induzieren, induzieren auch UGTs und verstärken dadurch

den Abbau von Lamotrigin. Bei Patienten, die gleichzeitig mit Phenytoin, Carbamazepin,

Phenobarbital oder Primidon behandelt werden, sollte das entsprechende Behandlungsschema

angewendet werden (siehe Abschnitt 4.2).

Bei Patienten, die nach der Einleitung der Lamotrigintherapie zusätzlich Carbamazepin einnahmen,

wurde über zentralnervöse Störungen wie Schwindel, Ataxie, Diplopie, Verschwommensehen und

Übelkeit berichtet. Diese Ereignisse gehen im Allgemeinen nach Reduktion der Carbamazepin-

Dosis wieder zurück. Eine ähnliche Wirkung wurde während einer Studie mit Lamotrigin und

Oxcarbazepin bei gesunden erwachsenen Probanden beobachtet, aber der Effekt einer

Dosisreduktion wurde nicht untersucht.

Es gibt in der Literatur Berichte über einen erniedrigten Lamotrigin-Spiegel, wenn Lamotrigin

zusammen mit Oxcarbazepin angewendet wurde. Allerdings veränderte Oxcarbazepin in einer

prospektiven Studie mit gesunden erwachsenen Probanden, die 200 mg Lamotrigin und 1200 mg

Oxcarbazepin anwendeten, nicht den Metabolismus von Lamotrigin und umgekehrt veränderte

Lamotrigin nicht den Metabolismus von Oxcarbazepin. Deshalb sollte bei Patienten, die eine

begleitende Therapie mit Oxcarbazepin erhalten, das Behandlungsschema wie für eine Lamotrigin

Zusatztherapie ohne Valproat und ohne Induktoren der Glucuronidierung angewendet werden

(siehe Abschnitt 4.2).

In einer Studie mit gesunden erwachsenen Probanden schien Felbamat (1200 mg zweimal täglich)

bei gleichzeitiger Gabe mit Lamotrigin (100 mg zweimal täglich für 10 Tage) keine klinisch

relevanten Wirkungen auf den Metabolismus von Lamotrigin auszuüben.

Auf Basis einer retrospektiven Analyse der Plasmaspiegel von Patienten, die Lamotrigin mit und

ohne Gabapentin erhielten, scheint Gabapentin die apparente Clearance von Lamotrigin nicht zu

verändern.

Potenzielle Wechselwirkungen zwischen Levetiracetam und Lamotrigin wurden durch Beurteilung

der Serumkonzentrationen beider Substanzen in placebokontrollierten klinischen Studien

untersucht. Die Daten weisen darauf hin, dass Lamotrigin nicht die Pharmakokinetik von

Levetiracetam und Levetiracetam nicht die Pharmakokinetik von Lamotrigin beeinflusst.

Die Steady-state-Talspiegel von Lamotrigin wurden durch die gleichzeitige Gabe von Pregabalin

(200 mg dreimal täglich) nicht beeinflusst. Zwischen Lamotrigin und Pregabalin bestehen keine

pharmakokinetischen Wechselwirkungen.

Topiramat änderte die Plasmakonzentrationen von Lamotrigin nicht. Die Verabreichung von

Lamotrigin führte zu einem Anstieg der Topiramatkonzentrationen von 15 %.

In einer Studie mit Epilepsiepatienten hatte die gleichzeitige Gabe von Zonisamid (200 bis 400

mg/Tag) und Lamotrigin (150 bis 500 mg/Tag) für 35 Tage keinen signifikanten Einfluss auf die

Pharmakokinetik von Lamotrigin.

In placebokontrollierten klinischen Studien an Patienten mit fokalen Anfällen wurden die

Plasmakonzentrationen von Lamotrigin durch die gleichzeitige Gabe von Lacosamid (200, 400

oder 600 mg/Tag) nicht beeinflusst.

Bei einer gepoolten Analyse von Daten aus drei placebokontrollierten klinischen Studien, in denen

die begleitende Therapie mit Perampanel bei Patienten mit fokalen und primär generalisierten

tonisch- klonischen Anfällen untersucht wurde, erhöhte die höchste untersuchte Perampanel-Dosis

(12 mg/Tag) die Lamotrigin-Clearance um weniger als 10 %. Eine Veränderung dieser

Größenordnung wird nicht als klinisch relevant angesehen.

Obgleich Änderungen der Plasmakonzentrationen anderer Antiepileptika durch Lamotrigin

beschrieben wurden, konnte in kontrollierten Studien kein Einfluss von Lamotrigin auf die

Plasmakonzentrationen gleichzeitig verabreichter Antiepileptika festgestellt werden. Ergebnisse

entsprechender

In-vitro

-Untersuchungen zeigen, dass Lamotrigin andere Antiepileptika nicht aus

ihren Proteinbindungsstellen verdrängt.

Wechselwirkungen mit anderen psychoaktiven Arzneimitteln

Bei 20 gesunden Probanden, die 6 Tage lang 100 mg/Tag Lamotrigin und zweimal täglich 2 g

wasserfreies Lithiumgluconat erhielten, zeigte sich keine Veränderung der Pharmakokinetik von

Lithium.

Multiple orale Dosen von Bupropion hatten bei 12 Probanden keinen statistisch signifikanten

Einfluss auf die Pharmakokinetik einer Einzeldosis Lamotrigin und führten lediglich zu einem

leichten Anstieg der AUC von Lamotriginglucuronid.

In einer Studie mit gesunden Erwachsenen reduzierten 15 mg Olanzapin die AUC und C

Lamotrigin um durchschnittlich 24 % bzw. 20 %. Eine Veränderung dieser Größenordnung wird

allgemein als nicht klinisch relevant erachtet. 200 mg Lamotrigin veränderten nicht die

Pharmakokinetik von Olanzapin.

Multiple orale Dosen von 400 mg Lamotrigin pro Tag hatten bei 14 gesunden erwachsenen

Probanden keinen klinisch signifikanten Einfluss auf die Pharmakokinetik einer Einzeldosis von 2

mg Risperidon. Nach der gleichzeitigen Gabe von 2 mg Risperidon und Lamotrigin berichteten 12

der 14 Probanden Somnolenz im Vergleich zu 1 von 20 Probanden, wenn Risperidon allein

verabreicht wurde, und zu keinem, wenn Lamotrigin allein verabreicht wurde.

In einer Studie mit 18 erwachsenen Patienten mit einer Bipolar-I-Störung, die ein gängiges

Dosierungsschema von Lamotrigin anwendeten (100-400 mg/Tag), wurden die Dosierungen von

Aripiprazol von 10 mg/Tag auf eine Zieldosis von 30 mg/Tag in einem Zeitraum von 7 Tagen

gesteigert. Die Einnahme wurde mit einmal täglicher Dosierung für weitere 7 Tage fortgeführt. Es

wurde eine durchschnittliche Reduktion von etwa 10 % der C

und der AUC von Lamotrigin

festgestellt. Es wird nicht erwartet, dass eine Wirkung in dieser Größenordnung von klinischer

Relevanz ist.

In-vitro

-Untersuchungen haben gezeigt, dass die Bildung des Hauptmetaboliten von Lamotrigin,

des 2-N-Glucuronids, durch die gleichzeitige Inkubation mit Amitriptylin, Bupropion,

Clonazepam, Haloperidol oder Lorazepam minimal gehemmt wird. Diese Untersuchungen lassen

außerdem darauf schließen, dass der Metabolismus von Lamotrigin vermutlich nicht durch

Clozapin, Fluoxetin, Phenelzin, Risperidon, Sertralin oder Trazodon beeinflusst wird. Darüber

hinaus deutet eine Untersuchung des Metabolismus von Bufuralol, bei der humane

Lebermikrosomenpräparate verwendet wurden, darauf hin, dass Lamotrigin die Clearance von

Arzneimitteln, die hauptsächlich über das Enzym CYP2D6 metabolisiert werden, nicht vermindert.

Wechselwirkungen mit hormonellen Kontrazeptiva

Einfluss hormoneller Kontrazeptiva auf die Pharmakokinetik von Lamotrigin

In einer Studie mit 16 Probandinnen führte die Gabe eines oralen kontrazeptiven

Kombinationspräparates aus 30 μg Ethinylestradiol/150 μg Levonorgestrel zu einem ca.

zweifachen Anstieg der oralen Clearance von Lamotrigin, wodurch die AUC und die C

Lamotrigin um durchschnittlich 52 % bzw. 39 % sanken. Die Serumkonzentrationen von

Lamotrigin stiegen während der wirkstofffreien Behandlungswoche eines Zyklus (einschließlich

der "pillenfreien Woche") wieder an und waren am Ende dieser Behandlungswoche

durchschnittlich etwa zweifach höher als während der gemeinsamen Einnahme von Lamotrigin mit

dem Kontrazeptivum (siehe Abschnitt 4.4). Allein auf Basis der Anwendung hormoneller

Kontrazeptiva dürften Anpassungen der in den Dosierungsrichtlinien für die Dosissteigerung

empfohlenen Dosen nicht erforderlich sein, aber die Erhaltungsdosis von Lamotrigin muss in den

meisten Fällen erhöht oder verringert werden, wenn die Anwendung hormoneller Kontrazeptiva

begonnen bzw. beendet wird (siehe Abschnitt 4.2).

Einfluss von Lamotrigin auf die Pharmakokinetik hormoneller Kontrazeptiva

In einer Studie mit 16 Probandinnen hatte eine Steady-state-Dosis von 300 mg Lamotrigin keinen

Einfluss auf die Ethinylestradiol-Komponente eines oralen Kombinationspräparates. Es wurde ein

mäßiger Anstieg der oralen Clearance der Levonorgestrel-Komponente beobachtet, wodurch die

AUC und die C

von Levonorgestrel um durchschnittlich 19 % bzw. 12 % sanken. Die

Messungen von FSH, LH und Estradiol im Serum während der Studie zeigten bei einigen Frauen

einen teilweisen Verlust der Suppression der ovariellen Hormonaktivität, obwohl die Messung des

Progesterons im Serum zeigte, dass es bei keiner der 16 Frauen zu einer hormonell bestätigten

Ovulation kam. Der Einfluss des mäßigen Anstiegs der Clearance von Levonorgestrel und die

Änderungen der Serumkonzentrationen von FSH und LH auf die ovulatorische Aktivität der

Ovarien ist unbekannt (siehe Abschnitt 4.4). Die Wirkungen anderer Dosen außer 300 mg

Lamotrigin pro Tag wurden nicht untersucht, und es wurden keine Studien mit anderen Präparaten

mit weiblichen Geschlechtshormonen durchgeführt.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

In einer Studie mit 10 männlichen Probanden erhöhte Rifampicin die Clearance von Lamotrigin

und verringerte die Halbwertszeit von Lamotrigin durch Induktion der Leberenzyme, die für die

Glucuronidierung verantwortlich sind. Bei Patienten, die gleichzeitig mit Rifampicin behandelt

werden, sollte das entsprechende Behandlungsschema angewendet werden (siehe Abschnitt 4.2).

In einer Studie mit gesunden Probanden senkte Lopinavir/Ritonavir die Plasmakonzentrationen von

Lamotrigin um etwa die Hälfte, was wahrscheinlich auf die Induktion der Glucuronidierung

zurückzuführen ist. Bei Patienten, die gleichzeitig mit Lopinavir/Ritonavir behandelt werden, sollte

das entsprechende Behandlungsschema angewendet werden (siehe Abschnitt 4.2).

In einer Studie an gesunden erwachsenen Freiwilligen reduzierte Atazanavir/Ritonavir (300

mg/100 mg), das für 9 Tage verabreicht wurde, die Plasma-AUC und Cmax von Lamotrigin (100

mg Einzeldosis) durchschnittlich um 32 % bzw. 6 %. Bei Patienten, die eine gleichzeitige

Behandlung mit Atazanavir/Ritonavir erhalten, sollte das geeignete Behandlungsschema

angewendet werden (siehe Abschnitt 4.2).

Daten aus

In-vitro-

Untersuchungen zeigen, dass Lamotrigin, jedoch nicht der 2-N-Glucuronid-

Metabolit, bei potenziell klinisch relevanten Konzentrationen ein Inhibitor des organischen

Transporters 2 (OCT 2) ist. Diese Daten zeigen, dass Lamotrigin ein Inhibitor von OCT 2 ist, mit

einem IC50-Wert von 53,8 µM. Die gleichzeitige Einnahme von Lamotrigin mit Arzneimitteln, die

renal ausgeschieden werden und Substrate von OCT 2 sind (z. B. Metformin, Gabapentin und

Vareniclin) kann zu erhöhten Plasmaspiegeln dieser Arzneimittel führen. Die klinische Signifikanz

hiervon ist noch nicht eindeutig geklärt. Bei Patienten, die diese Arzneimittel gleichzeitig

einnehmen, ist jedoch Vorsicht geboten.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Risiko im Zusammenhang mit Antiepileptika im Allgemeinen

Bei Frauen im gebärfähigen Alter sollte eine Beratung durch den Facharzt erfolgen. Wenn eine

Frau plant, schwanger zu werden, sollte die antiepileptische Therapie überdacht werden. Bei

Frauen,

wegen

ihrer

Epilepsie

behandelt

werden,

plötzliches

Absetzen

antiepileptischen Therapie zu vermeiden, da dies zu Durchbruchsanfällen mit schwerwiegenden

Folgen für die Mutter und das ungeborene Kind führen kann. Eine Monotherapie sollte wann

immer möglich bevorzugt werden, da eine Therapie mit mehreren Antiepileptika im Vergleich zur

Monotherapie,

abhängig

beteiligten

Antiepileptika,

einem

höheren

Risiko

für

kongenitale Fehlbildungen verbunden sein kann.

Risiko im Zusammenhang mit Lamotrigin

Schwangerschaft

Eine große Menge an Daten über schwangere Frauen, die während des ersten Trimenon eine

Lamotrigin-Monotherapie erhalten haben (mehr als 8700), zeigt keinen wesentlichen Anstieg des

Risikos für große kongenitale Fehlbildungen, einschließlich Lippen-Kiefer-Gaumenspalten.

Tierexperimentelle Studien haben Entwicklungstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3).

Wenn eine Therapie mit

Lamotrigin-TEVA

®

während der Schwangerschaft als notwendig erachtet

wird, wird die niedrigst mögliche therapeutische Dosis empfohlen.

Lamotrigin hemmt geringfügig die Dihydrofolatreduktase und könnte daher theoretisch durch

Senkung der Folsäurespiegel zu einem erhöhten Risiko einer embryofetalen Schädigung führen.

Bei Planung einer Schwangerschaft und während der Frühschwangerschaft kann die Einnahme von

Folsäure in Betracht gezogen werden.

Die physiologischen Veränderungen während der Schwangerschaft können die Lamotriginspiegel

und/oder die therapeutische Wirkung beeinflussen. Es gab Berichte über erniedrigte

Lamotriginspiegel während der Schwangerschaft mit einem potenziellen Risiko des Verlusts der

Anfallskontrolle. Nach der Entbindung können die Lamotriginspiegel rasch ansteigen mit dem

Risiko dosisabhängiger Nebenwirkungen. Deshalb sollten die Serumkonzentrationen von

Lamotrigin vor, während und nach der Schwangerschaft sowie kurz nach der Entbindung

überwacht werden. Falls erforderlich, sollte die Dosis angepasst werden, um die

Serumkonzentration von Lamotrigin auf der gleichen Höhe wie vor der Schwangerschaft zu halten,

oder sie muss dem klinischen Ansprechen angepasst werden. Darüber hinaus ist auf dosisabhängige

Nebenwirkungen nach der Entbindung zu achten.

Stillzeit

Es wurde berichtet, dass Lamotrigin in sehr unterschiedlichen Konzentrationen in die Muttermilch

übergeht, was zu Gesamtspiegeln von Lamotrigin bei Kleinkindern führt, die bei bis zu 50 % des

Spiegels der Mutter liegen. Daher können die Serumkonzentrationen von Lamotrigin bei einigen

gestillten Säuglingen Werte erreichen, bei denen pharmakologische Wirkungen auftreten.

Der potenzielle Nutzen des Stillens sollte gegen das potenzielle Risiko von Nebenwirkungen beim

Säugling abgewogen werden. Sollte sich eine Frau während der Therapie mit Lamotrigin für das

Stillen entscheiden, muss der Säugling auf mögliche Nebenwirkungen wie Sedierung,

Hautausschlag und schlechte Gewichtszunahme überwacht werden.

Fertilität

Tierexperimentelle Studien ergaben keine Beeinträchtigung der Fertilität durch Lamotrigin (siehe

Abschnitt 5.3).

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Da Patienten auf alle antiepileptischen Therapien individuell unterschiedlich ansprechen, sollten

sich Patienten, die zur Behandlung der Epilepsie

Lamotrigin-TEVA

®

einnehmen, von ihrem Arzt zu

dem spezifischen Thema der Verkehrstüchtigkeit und Epilepsie beraten lassen.

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen durchgeführt. Zwei Studien an Probanden haben gezeigt, dass sich

Lamotrigin hinsichtlich der Wirkung auf die visuomotorische Koordination/Feinmotorik, die

Augenbewegungen, die Körperschwankungen und auf subjektive sedierende Wirkungen nicht von

Placebo unterscheidet. In klinischen Studien mit Lamotrigin wurden Nebenwirkungen

neurologischen Charakters wie Schwindel und Diplopie berichtet. Deshalb sollten Patienten darauf

achten, wie die Therapie mit

Lamotrigin-TEVA

®

auf sie wirkt, bevor sie ein Kraftfahrzeug führen

oder Maschinen bedienen.

4.8

Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen für die Indikationen Epilepsie und bipolare Störung basieren auf den

verfügbaren Daten aus kontrollierten klinischen Studien sowie weiteren klinischen Erfahrungen

und sind in der folgenden Tabelle aufgelistet. Die Häufigkeitskategorien ergeben sich aus

kontrollierten klinischen Studien (Monotherapie der Epilepsie (gekennzeichnet mit einem Kreuz †)

und bipolaren Störungen (gekennzeichnet mit einem Paragrafen §)). Unterscheiden sich die

Häufigkeitskategorien zwischen den klinischen Studiendaten zu Epilepsie und bipolaren Störungen,

ist die konservativste Häufigkeit angegeben. Wo jedoch keine kontrollierten Daten aus klinischen

Studien vorhanden sind, wurden die Häufigkeitskategorien aus weiteren klinischen Erfahrungen

gebildet.

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten zugrunde gelegt:

Sehr häufig (≥ 1/10); häufig (≥ 1/100 bis < 1/10); gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100); selten (≥

1/10.000 bis < 1/1.000); sehr selten (< 1/10.000); nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der

verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Systemorganklasse

Nebenwirkung

Häufigkeit

Erkrankungen des

Blutes und des

Lymphsystems

Blutbildveränderungen

einschließlich Neutropenie,

Leukopenie, Anämie, Thrombozytopenie,

Panzytopenie, aplastische Anämie, Agranulozytose.

Hämophagozytische Lymphohistiozytose (siehe

Abschnitt 4.4)

Lymphadenopathie

Sehr selten

Sehr selten

Nicht bekannt

Erkrankungen des

Immunsystems

Überempfindlichkeitssyndrom

(einschließlich

Symptomen wie Fieber, Lymphadenopathie,

Gesichtsödem, abnormen Blut- und Leberwerten,

disseminierter intravaskulärer Gerinnung,

Multiorganversagen).

Hypogammaglobulinämie

Sehr selten

Nicht bekannt

Psychiatrische

Erkrankungen

Aggressivität, Reizbarkeit

Verwirrtheit, Halluzinationen, Tics

Albträume

Häufig

Sehr selten

Nicht bekannt

Erkrankungen des

Nervensystems

Kopfschmerzen

†§

Somnolenz

†§

, Schwindel

†§

, Tremor

, Insomnie

Agitiertheit

Ataxie

Nystagmus

Standunsicherheit, Bewegungsstörungen,

Verschlimmerung der Parkinson-Krankheit

extrapyramidale Nebenwirkungen, Choreoathetose

Zunahme der Anfallsfrequenz

Aseptische Meningitis (siehe Abschnitt 4.4)

Sehr häufig

Häufig

Gelegentlich

Selten

Sehr selten

Selten

Augenerkrankungen

Diplopie

, Verschwommensehen

Konjunktivitis

Gelegentlich

Selten

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts

Übelkeit

, Erbrechen

, Diarrhö

, Mundtrockenheit

Häufig

Leber- und

Gallenerkrankungen

Leberversagen, Leberfunktionsstörungen

, erhöhte

Leberfunktionswerte

Sehr selten

Erkrankungen der

Haut und des Unter-

hautzellgewebes

Hautausschlag

5†§

Alopezie

Stevens-Johnson-Syndrom

(siehe Abschnitt 4.4)

Toxische epidermale Nekrolyse (siehe Abschnitt 4.4)

Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und

systemischen Symptomen (siehe Abschnitt 4.4)

Sehr häufig

Gelegentlich

Selten

Sehr selten

Sehr selten

Skelettmuskulatur-,

Bindegewebs- und

Knochenerkrankun-

Arthralgie

Lupus-ähnliche Reaktionen

Häufig

Sehr selten

Allgemeine

Erkrankungen und

Beschwerden am

Verabreichungsort

Müdigkeit

, Schmerzen

, Rückenschmerzen

Häufig

Beschreibung von ausgewählten Nebenwirkungen

Blutbildveränderungen und Lymphadenopathie können sowohl in Verbindung mit einem

Überempfindlichkeitssyndrom als auch allein auftreten (siehe Erkrankungen des Immunsystems).

Hautausschläge wurden auch als Teil eines Überempfindlichkeitssyndroms mit einem variablen

Muster systemischer Symptome berichtet, wie Fieber, Lymphadenopathie, Gesichtsödem und

abnormen Blut- und Leberwerten. Das Syndrom zeigt ein breites Spektrum klinischer Ausprägung

und kann in seltenen Fällen zu disseminierter intravaskulärer Gerinnung und Multiorganversagen

führen. Es ist wichtig zu beachten, dass frühe Manifestationen von Überempfindlichkeitsreaktionen

(z. B. Fieber, Lymphadenopathie) auch ohne Anzeichen eines Hautausschlages auftreten können.

Bei Auftreten derartiger Symptome sollte der Patient daher umgehend untersucht und

Lamotrigin-

TEVA

®

sofort abgesetzt werden, wenn keine andere Ursache festgestellt werden kann.

Diese Effekte sind während weiterer klinischer Erfahrung berichtet worden. Es liegen Berichte

vor, dass Lamotrigin die Parkinson-Symptome bei Patienten mit vorbestehender Parkinson-

Krankheit verschlimmern sowie in Einzelfällen auch bei Patienten ohne diese Grunderkrankung zu

extrapyramidalen Wirkungen und Choreoathetose führen kann.

Leberfunktionsstörungen treten im Allgemeinen in Verbindung mit

Überempfindlichkeitsreaktionen auf, es wurden aber auch Einzelfälle ohne offenkundige Zeichen

von Überempfindlichkeit berichtet.

In klinischen Studien mit Erwachsenen traten Hautausschläge bei bis zu 8-12 % der Patienten, die

Lamotrigin einnahmen, und bei 5-6 % der Patienten unter Placebo auf. Die Hautausschläge führten

bei 2 % der mit Lamotrigin behandelten Patienten zum Abbruch der Therapie. Die meist

makulopapulären Hauterscheinungen treten in der Regel innerhalb der ersten acht

Behandlungswochen auf und klingen nach Absetzen von

Lamotrigin-TEVA

®

wieder ab (siehe

Abschnitt 4.4).

Es wurden schwere, potenziell lebensbedrohliche Hautausschläge einschließlich Stevens-Johnson-

Syndrom und toxische epidermale Nekrolyse (Lyell-Syndrom), sowie Arzneimittelexanthem mit

Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS) berichtet. Auch wenn sich die Mehrzahl nach

Absetzen der Lamotrigintherapie zurückbildet, bleiben bei einigen Patienten irreversible Narben

zurück. Selten traten dabei Fälle mit tödlichem Ausgang auf (siehe Abschnitt 4.4).

Insgesamt scheint das Risiko eines Hautausschlages in engem Zusammenhang zu stehen mit:

hohen Anfangsdosen von Lamotrigin und einem Überschreiten der empfohlenen

Dosissteigerung (siehe Abschnitt 4.2)

der gleichzeitigen Anwendung von Valproat (siehe Abschnitt 4.2).

Hautausschläge wurden auch als Teil eines Überempfindlichkeitssyndroms mit einem variablen

Muster systemischer Symptome berichtet (siehe Erkrankungen des Immunsystems).

Es gibt Fallberichte über die Abnahme der Knochendichte, Osteopenie und Osteoporose und

pathologische Frakturen bei Patienten, die Lamotrigin über eine lange Zeit angewendet haben. Der

Mechanismus, über den Lamotrigin den Knochen-Metabolismus beeinflusst, ist nicht bekannt.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit.

Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des

Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer

Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz,

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Symptome und Anzeichen

Es wurde die akute Einnahme von Dosen, die mehr als das 10- bis 20-fache der maximalen

therapeutischen Dosis betrugen, berichtet; darunter waren auch Todesfälle. Die Überdosierung

führte zu Symptomen wie Nystagmus, Ataxie, Bewusstseinsstörungen, Grand-Mal-Anfällen und

Koma. Eine Verbreiterung des QRS-Komplexes (intraventrikuläre Reizleitungsverzögerung) wurde

auch bei Patienten mit Überdosis beobachtet. Verlängerungen der QRS-Dauer auf über 100

Millisekunden (ms) können mit einer schwereren Toxizität in Verbindung gebracht werden.

Behandlung

Im Falle einer Überdosierung sollte der Patient einer stationären Überwachung mit allgemein

unterstützenden Maßnahmen zugeführt werden. Falls indiziert, sollte eine Behandlung zur

Verringerung der Resorption (Aktivkohle) durchgeführt werden. Die weitere Behandlung sollte den

klinischen Erfordernissen entsprechend erfolgen. Zur Hämodialyse als Therapiemaßnahme bei

Überdosierung liegen keine Erfahrungen vor. Bei 6 Probanden mit Niereninsuffizienz wurden 20 %

des Lamotrigins während einer 4-stündigen Hämodialyse aus dem Körper entfernt (siehe Abschnitt

5.2).

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: andere Antiepileptika, ATC-Code: N03AX09.

Wirkmechanismus

Die Ergebnisse pharmakologischer Studien deuten darauf hin, dass Lamotrigin ein aktions- und

spannungsabhängiger Blocker der spannungsgesteuerten Natriumkanäle ist. Es hemmt die

anhaltenden repetitiven Entladungen der Neurone und die Freisetzung von Glutamat (der

Neurotransmitter, der bei der Erzeugung epileptischer Anfälle eine Schlüsselrolle spielt). Diese

Wirkungen tragen wahrscheinlich zu den antikonvulsiven Eigenschaften von Lamotrigin bei.

Hingegen sind die Mechanismen, durch die Lamotrigin seine therapeutische Wirkung bei bipolaren

Störungen entfaltet, noch nicht eindeutig geklärt. Wahrscheinlich ist die Interaktion mit den

spannungsgesteuerten Natriumkanälen von Bedeutung.

Pharmakodynamische Wirkungen

In Studien zur Bewertung von Arzneimittelwirkungen auf das zentrale Nervensystem unterschieden

sich die bei gesunden Probanden nach Gabe von 240 mg Lamotrigin erzielten Ergebnisse nicht von

denen nach Verabreichung von Placebo, während 1000 mg Phenytoin und 10 mg Diazepam die

visuomotorische Koordination/Feinmotorik und die Augenbewegungen signifikant

beeinträchtigten, die Körperschwankungen verstärkten und zu subjektiven sedierenden Wirkungen

führten.

In einer anderen Studie zeigten orale Einzeldosen von 600 mg Carbamazepin eine signifikante

Beeinträchtigung der visuomotorischen Koordination/Feinmotorik und der Augenbewegungen

sowie eine Zunahme von Körperschwankungen und der Herzfrequenz, während sich die Ergebnisse

mit Lamotrigin in Dosen von 150 mg und 300 mg nicht von Placebo unterschieden.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit bei Kindern im Alter von 1 bis 24 Monaten

Wirksamkeit und Sicherheit der Zusatztherapie partieller Anfälle bei Patienten im Alter von 1 bis

24 Monaten wurden in einer kleinen doppelblinden placebokontrollierten Entzugsstudie beurteilt.

Die Therapie wurde bei 177 Probanden mit einem Dosistitrationsschema eingeleitet, welches dem

von Kindern im Alter von 2 bis 12 Jahren ähnlich war. Da Lamotrigin 2 mg Tabletten die geringste

verfügbare Wirkstärke sind, wurde das Standarddosierschema in einigen Fällen während der

Titrationsphase angepasst (z.B. durch Gabe einer 2 mg Tablette jeden zweiten Tag, wenn die

errechnete Dosis weniger als 2 mg betrug). Die Serumspiegel wurden am Ende der Woche 2 der

Titrationsphase gemessen und die nachfolgende Dosis entweder reduziert oder nicht erhöht, wenn

die Konzentration mehr als 0,41 µg/ml betrug, was der erwarteten Konzentration bei Erwachsenen

zu diesem Zeitpunkt entspricht. Am Ende von Woche 2 waren bei einigen Patienten

Dosisreduktionen von bis zu 90 % erforderlich. 38 Responder (> 40 % Abnahme der

Anfallsfrequenz) wurden randomisiert der Behandlung mit Placebo oder der weiteren Behandlung

mit Lamotrigin zugeordnet. Der Anteil der Probanden mit Therapieversagen betrug in dem

Placebo-Arm 84 % (16/19 Probanden) und in dem Lamotrigin-Arm 58 % (11/19 Probanden). Der

Unterschied war nicht statistisch signifikant: 26,3 % KI 95 % - 2,6 % <> 50,2 %, p = 0,07.

Insgesamt erhielten 256 Probanden im Alter von 1 bis 24 Monaten Lamotrigin in einem

Dosisbereich von 1 bis 15 mg/kg/Tag für bis zu 72 Wochen. Das Sicherheitsprofil von Lamotrigin

bei Kindern im Alter von 1 Monat bis 2 Jahren war jenem bei älteren Kindern ähnlich, außer dass

eine klinisch signifikante Verschlechterung der Anfälle (≥ 50 %) häufiger bei Kindern unter 2

Jahren (26 %) als bei älteren Kindern (14 %) berichtet wurde.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit beim Lennox-Gastaut-Syndrom

Es liegen keine Daten zur Monotherapie von Anfällen in Zusammenhang mit dem Lennox-Gastaut-

Syndrom vor.

Klinische Wirksamkeit bei der Prävention von Stimmungsepisoden bei Patienten mit bipolarer

Störung

Die Wirksamkeit von Lamotrigin bei der Prävention von Stimmungsepisoden bei Patienten mit

Bipolar-I-Störung wurde in zwei Studien beurteilt.

Bei der klinischen Studie SCAB2003 handelte es sich um eine multizentrische, doppelblinde,

Doppel- Dummy-, placebo- und lithiumkontrollierte, randomisierte Fixdosis-Studie zur Beurteilung

der Langzeitprävention von Rückfall und Rezidiv einer Depression und/oder Manie bei Patienten

mit Bipolar-I-Störung, die kürzlich oder aktuell an einer typischen depressiven Episode litten. Nach

Stabilisierung der Patienten mit Lamotrigin als Mono- oder Zusatztherapie wurden die Patienten

randomisiert einer der fünf folgenden Behandlungsgruppen für maximal 76 Wochen (18 Monate)

zugeordnet: Lamotrigin (50, 200, 400 mg/Tag), Lithium (Serumspiegel von 0,8 bis 1,1 mmol/l)

oder Placebo. Der primäre Endpunkt war die "Zeit bis zur Intervention wegen einer

Stimmungsepisode (TIME = Time to Intervention for a Mood Episode)", wobei die Interventionen

aus zusätzlicher Pharmakotherapie oder elektrokonvulsiver Therapie (EKT) bestanden. Die Studie

SCAB2006 hatte

ein ähnliches Design wie die Studie SCAB2003, unterschied sich aber von der Studie SCAB2003

durch die Beurteilung einer flexiblen Dosierung von Lamotrigin (100 bis 400 mg/Tag) und durch

den Einschluss von Patienten mit Bipolar-I-Störung, die kürzlich oder aktuell an einer manischen

Episode litten. Die Ergebnisse sind in Tabelle 7 zusammengefasst.

Tabelle 7: Zusammenfassung der Ergebnisse aus Studien zur Untersuchung der Wirksamkeit von

Lamotrigin bei der Prävention von Stimmungsepisoden bei Patienten mit Bipolar-I-Störung

Anteil der ereignisfreien Patienten nach Woche 76

Studie SCAB2003

Bipolar I

Studie SCAB2006

Bipolar I

Einschlusskriterium

Typische depressive Episode

Typische manische Episode

Lamotrigin

Lithium

Placebo

Lamotrigin

Lithium

Placebo

Interventionsfrei

0,22

0,21

0,12

0,17

0,24

0,04

p-Wert Log-Rank- Test 0,004

0,006

0,023

0,006

Depressionsfrei

0,51

0,46

0,41

0,82

0,71

0,40

p-Wert Log-Rank- Test 0,047

0,209

0,015

0,167

Maniefrei

0,70

0,86

0,67

0,53

0,64

0,37

p-Wert Log-Rank- Test 0,339

0,026

0,280

0,006

In unterstützenden Analysen der Zeit bis zur ersten depressiven Episode und der Zeit bis zur ersten

manischen/hypomanischen oder gemischten Episode war die Zeit bis zur ersten depressiven

Episode bei den mit Lamotrigin behandelten Patienten signifikant länger als bei den Patienten unter

Placebo.

Der Unterschied hinsichtlich der Zeit bis zu manischen/hypomanischen oder gemischten Episoden

war jedoch nicht statistisch signifikant.

Die Wirksamkeit von Lamotrigin in Kombination mit Stimmungsstabilisierern wurde noch nicht

ausreichend untersucht.

Kinder (10-12 Jahre) und Jugendliche (13-17 Jahre)

Eine multizentrische, placebokontrollierte, doppelblinde, randomisierte Studie mit parallelen

Gruppen untersuchte die Sicherheit und Wirksamkeit von Lamotrigin mit sofortiger

Wirkstofffreisetzung als zusätzliche Erhaltungstherapie bei männlichen und weiblichen Kindern

und Jugendlichen (im Alter von 10-17 Jahren), die mit einer Bipolar-I-Störung diagnostiziert waren

und bei denen es zu einer Remission oder Verbesserung einer bipolaren Episode unter Behandlung

mit Lamotrigin in Kombination mit begleitenden antipsychotischen oder stimmungsstabilisierenden

Medikamenten gekommen war, mit dem Ziel Stimmungsepisoden zu verzögern. Das Ergebnis der

primären Wirksamkeitsanalyse (Zeit bis zum Auftreten eines bipolaren Ereignisses) erreichte keine

statistische Signifikanz (p=0,0717). Somit wurde eine Wirksamkeit nicht nachgewiesen. Zusätzlich

zeigten die Ergebnisse in Bezug auf die Sicherheit eine erhöhte Berichtsrate von suizidalem

Verhalten bei Patienten, die mit Lamotrigin behandelt wurden: 5 % (4 Patienten) in dem

Lamotrigin-Arm, verglichen mit 0 Patienten in dem Placebo-Arm (siehe Abschnitt 4.2).

Studie zur Wirkung von Lamotrigin auf die kardiale Reizleitung

In einer Studie mit gesunden erwachsenen Probanden wurde die Wirkung wiederholter Dosen von

Lamotrigin (bis zu 400 mg/Tag) auf die kardiale Reizleitung mit Hilfe von 12-Kanal-EKGs

beurteilt. Im Vergleich mit Placebo ergab sich keine klinisch signifikante Wirkung von Lamotrigin

auf das QT-Intervall.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Lamotrigin wird schnell und vollständig aus dem Darm ohne signifikanten First-Pass-Effekt

resorbiert. Maximale Plasmakonzentrationen treten ca. 2,5 Stunden nach Einnahme von Lamotrigin

auf. Nach Mahlzeiten wird die maximale Plasmakonzentration geringfügig später erreicht, das

Ausmaß der Resorption bleibt jedoch unverändert. Die maximalen Steady-state-Konzentrationen

schwanken interindividuell beträchtlich, intraindividuell jedoch nur selten.

Verteilung

55 % des Lamotrigins sind an Plasmaproteine gebunden. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass eine

Verdrängung aus der Plasmaproteinbindung zu Toxizität führt.

Das Verteilungsvolumen beträgt 0,92 bis 1,22 l/kg.

Biotransformation

UDP-Glucuronyltransferasen wurden als die für den Metabolismus von Lamotrigin

verantwortlichen Enzyme identifiziert.

Lamotrigin kann bis zu einem gewissen Ausmaß seinen eigenen Metabolismus dosisabhängig

induzieren. Es gibt jedoch keine Hinweise, dass Lamotrigin die Pharmakokinetik von anderen

Antiepileptika beeinflusst, und die Daten lassen darauf schließen, dass Wechselwirkungen

zwischen Lamotrigin und Arzneimitteln, die über Cytochrom-P450-Enzyme metabolisiert werden,

unwahrscheinlich sind.

Elimination

Die scheinbare Clearance bei gesunden Probanden beträgt etwa 30 ml/min. Die Clearance von

Lamotrigin erfolgt hauptsächlich metabolisch mit anschließender Ausscheidung der

glucuronidierten Metaboliten im Urin. Weniger als 10 % werden unverändert mit dem Urin und nur

2 % von Lamotrigin und seinen Metaboliten in den Fäzes ausgeschieden. Clearance und

Halbwertszeit sind unabhängig von der Dosis. Die scheinbare Plasmahalbwertszeit wird bei

gesunden Erwachsenen auf ungefähr 33 Stunden (Bereich 14 bis 103 Stunden) geschätzt. In einer

Studie mit Patienten mit Gilbert-Meulengracht-Syndrom war die mittlere, scheinbare Clearance im

Vergleich zur gesunden Kontrollgruppe um 32 % reduziert, jedoch lagen die Werte in dem Bereich,

der für die Allgemeinbevölkerung ermittelt wurde.

Die Halbwertszeit von Lamotrigin wird durch eine Begleitmedikation erheblich beeinflusst. Bei

Komedikation mit Induktoren der Glucuronidierung wie Carbamazepin und Phenytoin sinkt die

mittlere Halbwertszeit auf etwa 14 Stunden und bei Komedikation mit Valproat steigt sie auf im

Mittel ca. 70 Stunden an (siehe Abschnitt 4.2).

Linearität

Die Pharmakokinetik verläuft bis zu 450 mg, der höchsten untersuchten Einzeldosis, linear.

Spezielle Patientengruppen

Kinder

Die Clearance bezogen auf das Körpergewicht ist bei Kindern höher als bei Erwachsenen, wobei

Kinder unter 5 Jahren die höchsten Werte haben. Die Halbwertszeit von Lamotrigin ist generell bei

Kindern kürzer als bei Erwachsenen und beträgt im Mittel etwa 7 Stunden, wenn Lamotrigin

gleichzeitig mit enzyminduzierenden Arzneimitteln wie Carbamazepin und Phenytoin verabreicht

wird. Bei alleiniger Komedikation mit Valproat steigt sie auf mittlere Werte von 45 bis 50 Stunden

an (siehe Abschnitt 4.2).

Kleinkinder im Alter von 2 bis 26 Monaten

Bei 143 pädiatrischen Patienten im Alter von 2 bis 26 Monaten und einem Körpergewicht von 3 bis

16 kg, die ähnliche orale Dosen pro kg Körpergewicht erhielten wie Kinder über 2 Jahre, war die

Clearance im Vergleich zu älteren Kindern mit dem gleichen Körpergewicht vermindert. Die

mittlere Halbwertszeit wurde bei Kleinkindern unter 26 Monaten unter enzyminduzierender

Therapie auf 23 Stunden geschätzt, bei gleichzeitiger Verabreichung mit Valproat auf 136 Stunden

und bei Probanden, die ohne Enzyminduktoren/Enzymhemmer behandelt wurden, auf 38 Stunden.

Die interindividuelle Schwankung der oralen Clearance war in der Gruppe der pädiatrischen

Patienten im Alter von 2 bis 26 Monaten hoch (47 %). Die erwarteten Serumkonzentrationen bei

Kleinkindern im Alter von 2 bis 26 Monaten lagen im Allgemeinen in demselben Bereich wie jene

bei älteren Kindern, obwohl wahrscheinlich bei einigen Kindern mit einem Körpergewicht unter 10

kg höhere C

-Spiegel zu beobachten sind.

Ältere Patienten

Eine populationspharmakokinetische Analyse von jungen und älteren Epilepsie-Patienten, die in

denselben klinischen Studien eingeschlossen waren, zeigte, dass sich die Clearance von Lamotrigin

nicht in einem klinisch relevanten Ausmaß veränderte. Nach Einzeldosen nahm die scheinbare

Clearance um 12 % von 35 ml/min bei den 20-Jährigen auf 31 ml/min bei den 70-Jährigen ab.

Nach 48 Behandlungswochen betrug die Abnahme 10 %, d. h., sie nahm von 41 ml/min bei der

jüngeren Patientengruppe auf 37 ml/min bei der älteren Patientengruppe ab. Zusätzlich wurde die

Pharmakokinetik von Lamotrigin bei 12 gesunden älteren Probanden nach einer Einzeldosis von

150 mg untersucht. Die mittlere Clearance liegt bei den Älteren (0,39 ml/min/kg) im Bereich der

mittleren Clearance-Werte (0,31 bis 0,65 ml/min/kg), die in neun Studien bei jüngeren Patienten

nach Einzeldosen von 30 bis 450 mg erzielt wurden.

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Es wurden 12 Probanden mit chronischem Nierenversagen und 6 dialysepflichtige Probanden nach

Verabreichung einer Einzeldosis von 100 mg Lamotrigin untersucht. Die mittleren Clearance-

Werte betrugen 0,42 ml/min/kg (chronisches Nierenversagen), 0,33 ml/min/kg (zwischen den

Hämodialysen) und 1,57 ml/min/kg (während der Hämodialyse) im Vergleich zu 0,58 ml/min/kg

bei gesunden Probanden. Die mittleren Plasmahalbwertszeiten lagen bei 42,9 Stunden (chronisches

Nierenversagen), 57,4 Stunden (zwischen den Hämodialysen) und. 13,0 Stunden (während der

Hämodialyse) im Vergleich zu 26,2 Stunden bei gesunden Probanden. Im Durchschnitt wurden ca.

20 % (Bereich = 5,6 bis 35,1) des im Körper vorhandenen Lamotrigins während einer 4-stündigen

Hämodialyse eliminiert. Bei dieser Patientenpopulation sollten die Anfangsdosen von Lamotrigin

auf den gleichzeitig verabreichten Arzneimitteln basieren. Bei Patienten mit erheblich

eingeschränkter Nierenfunktion kann bereits eine reduzierte Erhaltungsdosis wirksam sein (siehe

Abschnitte 4.2 und 4.4).

Patienten mit Leberfunktionsstörungen

Bei 24 Personen mit unterschiedlich stark ausgeprägter Leberfunktionsstörung und 12 gesunden

Probanden als Kontrollen wurde eine pharmakokinetische Einzeldosis-Studie durchgeführt. Die

mediane scheinbare Clearance von Lamotrigin betrug 0,31, 0,24 bzw. 0,10 ml/min/kg bei Patienten

mit einer Leberfunktionsstörung Grad A, B oder C (Child-Pugh-Klassifizierung) im Vergleich zu

0,34 ml/min/kg bei den gesunden Kontrollen. Die Anfangsdosis, die Dosen für die Dosissteigerung

und die Erhaltungsdosis sollten bei Patienten mit mittelschwerer oder schwerer

Leberfunktionsstörung generell reduziert werden (siehe Abschnitt 4.2).

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei

wiederholter Gabe, Genotoxizität, und zum kanzerogenen Potenzial lassen die präklinischen Daten

keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.

In Studien zur Reproduktions- und Entwicklungstoxizität an Nagern und Kaninchen wurden keine

teratogenen Wirkungen, aber ein vermindertes Körpergewicht der Feten und eine verzögerte

skelettale Ossifikation bei Expositionen beobachtet, die unterhalb oder nahe bei der zu erwartenden

klinischen Exposition lagen. Da aufgrund der Schwere der maternalen Toxizität keine höheren

Dosen an Tieren getestet werden konnten, wurde das teratogene Potenzial von Lamotrigin oberhalb

der klinischen Exposition nicht bestimmt.

Bei Ratten wurde eine erhöhte fetale und postnatale Mortalität beobachtet, wenn Lamotrigin in der

späten Phase der Gestation und der frühen postnatalen Phase verabreicht wurde. Diese Effekte

wurden bei der zu erwartenden klinischen Exposition beobachtet.

Bei juvenilen Ratten wurden bei Expositionen, die etwa zweimal so hoch waren wie die

therapeutischen Expositionen bei erwachsenen Menschen, ein Einfluss auf das Lernverhalten im

Biel-Maze-Test, eine leichte Verzögerung der balano-präputialen Separation und der vaginalen

Durchgängigkeit sowie eine verminderte postnatale Körpergewichtszunahme bei F1-Tieren

beobachtet.

Tierexperimentelle Untersuchungen zeigten keine Beeinträchtigung der Fertilität durch Lamotrigin.

Lamotrigin senkte bei Ratten die fetalen Folatspiegel. Es wird angenommen, dass Folatmangel bei

Tieren und Menschen mit einem erhöhten Risiko kongenitaler Fehlbildungen verbunden ist.

Lamotrigin führte in humanen embryonalen Nierenzellen zu einer dosisabhängigen Hemmung des

hERG-Kanal-Schweifstroms. Die IC50 betrug etwa das Neunfache der maximalen freien

therapeutischen Konzentration. Bei Tieren verursachte Lamotrigin bei Expositionen, die ungefähr

das Zweifache der maximalen freien therapeutischen Konzentration betrugen, keine QT-

Verlängerung. In einer klinischen Studie hatte Lamotrigin bei gesunden erwachsenen Probanden

keine klinisch signifikante Wirkung auf das QT-Intervall (siehe Abschnitt 5.1).

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Mannitol (Ph.Eur.)

Mikrokristalline Cellulose

Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A) (Ph.Eur.)

Vorverkleisterte Stärke (Mais)

Croscarmellose-Natrium

Hochdisperses Siliciumdioxid

Natriumstearylfumarat (Ph.Eur.)

Saccharin-Natrium

Flavour Cherry 594 SD (zu den Bestandteilen gehört modifizierte Nahrungsmittelstärke (E1450))

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

2 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 30ºC lagern.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Transparente PVC/PVdC/Aluminium-Blisterpackungen

Packungsgrößen:

Lamotrigin-TEVA

®

25 mg Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen:

50, 100 Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen

Lamotrigin-TEVA

®

50 mg Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen:

50, 100, 200 Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen

Lamotrigin-TEVA

®

100 mg Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen:

50, 100, 200 Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

TEVA GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm

8.

ZULASSUNGSNUMMER(N)

64910.00.00

64911.00.00

64912.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 12. Februar 2007

10.

STAND DER INFORMATION

März 2019

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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