Klacid 500 mg Filmtabletten

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

24-10-2018

Fachinformation Fachinformation (SPC)

24-10-2018

Wirkstoff:
clarithromycinum
Verfügbar ab:
Mylan Pharma GmbH
ATC-Code:
J01FA09
INN (Internationale Bezeichnung):
clarithromycinum
Darreichungsform:
Filmtabletten
Zusammensetzung:
clarithromycinum 500 mg, arom.: vanillinum, color.: E 104, conserv.: E 200, excipiens pro compresso obducto.
Klasse:
A
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Infektionskrankheiten
Zulassungsnummer:
50469
Berechtigungsdatum:
1990-10-04

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

23-10-2018

Fachinformation Fachinformation - Französisch

23-10-2018

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

19-10-2018

Patienteninformation

Klacid® Filmtabletten

BGP Products GmbH

Was ist Klacid und wann wird es angewendet?

Klacid ist ein Antibiotikum aus der Gruppe der sogenannten Makrolide und dient zur Bekämpfung

von folgenden durch empfindliche Erreger verursachten Infektionen:

·Infektionen der Atemwege wie z.B. akute und chronische Bronchitis, Lungenentzündung

(Pneumonie), Bronchopneumonie.

·Infektionen im Hals-, Nasen- und Ohrenbereich wie z.B. Rachenentzündung (Pharyngitis),

Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis).

·Bei leichten, oberflächlichen Infektionen der Haut wie z.B. Eiterflechte (Impetigo), Wundrose

(Erysipel), Entzündungen des Haarbalges und der Talgdrüsen (Follikulitis, Furunkulose), Eiterbeulen

(Abszesse), Wundinfektionen.

·Bei Infektionen durch gewisse nicht-tuberkulöse Mycobakterien oder zu deren Vorbeugung.

·Zur Ausrottung von Helicobacter pylori bei der Behandlung von Geschwüren des

Zwölffingerdarms.

Klacid darf nur auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin eingenommen werden.

Was sollte dazu beachtet werden?

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin und zur Behandlung

Ihrer gegenwärtigen Erkrankung verschrieben.

Das Antibiotikum in Klacid ist nicht gegen alle Mikroorganismen, welche Infektionskrankheiten

verursachen, wirksam. Die Anwendung eines falsch gewählten oder nicht richtig dosierten

Antibiotikums kann Komplikationen verursachen. Wenden Sie es deshalb nie von sich aus für die

Behandlung anderer Erkrankungen oder anderer Personen an.

Wann darf Klacid nicht angewendet werden?

Klacid darf bei bekannter oder vermuteter Überempfindlichkeit auf sogenannte Makrolid-

Antibiotika, wie z.B. Clarithromycin oder Erythromycin oder einen der Inhaltsstoffe von Klacid,

nicht eingenommen werden.

Klacid darf nicht gleichzeitig mit folgenden Arzneimitteln eingenommen werden

·Mittel zur Förderung der Magen-Darm-Tätigkeit (mit dem Wirkstoff Cisaprid);

·Neuroleptika (mit dem Wirkstoff Pimozid);

·Mittel zur Beruhigung und zum Einschlafen (Benzodiazepine, z.B. mit dem Wirkstoff Midazolam):

·Mittel gegen Migräne bzw. gegen tiefen Blutdruck (mit den Wirkstoffen der Gruppe der

Mutterkornalkaloide wie z.B. Ergotamin oder Dihydroergotamin);

·Mittel gegen Allergie (mit den Wirkstoffen Astemizol oder Terfenadin);

·Mittel zur Senkung von erhöhten Blutfetten (mit den Wirkstoffen Lovastatin oder Simvastatin);

·Mittel zur Behandlung von Gicht (mit dem Wirkstoff Colchizin);

·Thrombozytenaggregationshemmern (mit dem Wirkstoff Ticagrelor);

·Mittel zur Behandlung von Psychosen (mit dem Wirkstoff Quetiapin);

·Mittel zur Behandlung von Herzerkrankungen (mit dem Wirkstoff Ranolazin).

·Mittel zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen (mit dem Wirkstoff Domperidon).

Klacid darf nicht eingenommen werden, falls

·bei Ihnen in der Vergangenheit Herzrhythmusstörungen (ventrikuläre kardiale Tachykardie,

einschliesslich Torsades de pointes) aufgetreten sind oder eine spezielle Veränderung im

Elektrokardiogramm, eine sogenannte QT-Verlängerung, festgestellt wurde,

·Sie einen Kaliummangel haben, oder

·unter einem schweren Leberversagen in Kombination mit einer eingeschränkten Nierenfunktion

leiden.

Wann ist bei der Einnahme von Klacid Vorsicht geboten?

Informieren Sie den behandelnden Arzt oder die behandelnde Ärztin, falls Sie

·ein Herz-, Leber- oder Nierenleiden haben,

·an einer Elektrolytstörung wie z.B. Magnesiummangel leiden, oder

·bei jemandem in Ihrer Familie in der Vergangenheit Herzrhythmusstörungen (ventrikuläre kardiale

Tachykardie, einschliesslich Torsades de pointes) aufgetreten sind oder eine spezielle Veränderung

im Elektrokardiogramm, eine sogenannte QT-Verlängerung, festgestellt wurde.

Einige andere Arzneimittel können mit Klacid Wechselwirkungen haben. Informieren Sie deshalb

Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, falls Sie Arzneimittel aus den folgenden Gruppen einnehmen:

·gegen Asthma (Wirkstoffe: Aminophyllin, Theophyllin);

·Insulin/Antidiabetika (Wirkstoffe: Glibenclamid, Glibornurid, Gliclazid, Glimepirid, Nateglinide,

Pioglitazone, Repaglinide, Rosiglitazone);

·gegen Epilepsie und Nervenschmerzen (Wirkstoffe: Carbamazepin, Phenytoin, Valproinsäure);

·gegen Funktionsstörungen der Herzkranzgefässe (Wirkstoff: Digoxin);

·gegen Herzrhythmusstörungen (Wirkstoffe: Chinidin, Disopyramid);

·gegen Bluthochdruck, bei Herzerkrankungen (Wirkstoff: Verapamil, Amlodipin, Diltiazem);

·gegen Infektionen mit Mycobakterien (Wirkstoff: Rifabutin, Rifampicin);

·gegen die Vermehrung von Viren (Wirkstoff: Ritonavir, Efavirenz, Nevirapin, Saquinavir,

Atazanavir);

·gegen Pilzerkrankungen (Wirkstoff: Itraconazol, Fluconazol);

·gegen Migräne bzw. tiefen Blutdruck (mit den Wirkstoffen der Gruppe der Mutterkornalkaloide wie

z.B. Ergotamin, Dihydroergotamin);

·zur Beruhigung und zum Einschlafen (Wirkstoffe auf Benzodiazepinbasis: Alprazolam, Midazolam,

Triazolam, Hexobarbital);

·gegen Hautentzündungen (Wirkstoff: Methylprednisolon);

·gegen Potenzstörungen (Wirkstoff: Sildenafil, Tadalafil, Vardenafil);

·gegen Krebs (Wirkstoff: Vinblastin, Ibrutinib);

·gegen gynäkologische Leiden und Parkinson'sche Krankheit (Wirkstoff: Bromocriptin);

·gegen hyperaktive Blase (Wirkstoff: Tolterodin);

·gegen Durchblutungsstörungen in den Beinen (Wirkstoff: Cilostazol);

·zur Blutverdünnung;

·zur Senkung von erhöhten Blutfetten (Statine) (siehe auch «Wann darf Klacid nicht angewendet

werden?» und «Welche Nebenwirkungen kann Klacid haben?»);

·zur Hemmung des Immunsystems (Wirkstoffe: Ciclosporin, Tacrolimus);

·die das Gehör schädigen können (speziell Aminoglykosid-Antibiotika).

Selten sind schwere allergische Reaktionen beobachtet worden. Wenden Sie sich sofort an Ihren Arzt

·wenn ein Hautausschlag mit Juckreiz, Nesselfieber, Gesichtsschwellung, Engegefühl in der Brust

oder Atemnot auftritt,

·wenn es zu Fieber, zunehmendem Krankheitsgefühl oder einem schmerzhaften Hautausschlag, der

sich ausbreitet kommt, insbesondere wenn ein solcher Ausschlag mit Blasenbildung und Entzündung

von Augen und Schleimhäuten einhergeht, oder wenn es zur Ausbreitung schmerzhafter kleiner

Eiterbläschen (Pusteln) kommt. In diesen Fällen ist Klacid sofort abzusetzen und rasch ein Arzt oder

eine Ärztin aufzusuchen.

Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird die Dosierung der Arzneimittel überprüfen.

Informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn während oder nach der Behandlung mit

Klacid schwere und anhaltende Durchfälle auftreten.

Auf Grund der möglichen Nebenwirkungen kann dieses Arzneimittel die Reaktionsfähigkeit, die

Fahrtüchtigkeit und Fähigkeit, Werkzeuge oder Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin wenn Sie:

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden (Externa).

Darf Klacid während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Wenn Sie schwanger sind oder es werden möchten oder falls Sie stillen, sollte Klacid nur auf

ausdrückliche Anweisung Ihres darüber informierten Arztes oder Apothekers bzw. Ihrer Ärztin oder

Apothekerin eingenommen werden.

Wie verwenden Sie Klacid?

Klacid muss gemäss den Anweisungen Ihres Arztes oder Ihrer Ärztin eingenommen werden.

Die übliche Tagesdosis für Erwachsene und Jugendliche älter als 12 Jahre beträgt 2× 1 Filmtablette

zu 250 mg (= 500 mg) welche jeweils am Morgen und am Abend eingenommen werden sollte. Diese

Dosierung kann gegebenenfalls von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin erhöht werden.

Für Infektionen durch nicht-tuberkulöse Mycobakterien ist die empfohlene Dosierung zur

Behandlung und zur Vorbeugung 2× 1 Filmtablette zu 500 mg pro Tag (= 1000 mg).

Für die Ausrottung von Helicobacter pylori beträgt die empfohlene Dosierung 2× 1 Filmtablette zu

500 mg (= 1000 mg) Klacid pro Tag, zusammen mit Amoxicillin 2× 1000 mg pro Tag und

Omeprazol 1-2× 20 mg pro Tag während 7-10 Tagen.

Klacid ist unzerkaut einzunehmen. Es kann unabhängig von Mahlzeiten, d.h. entweder auf leeren

Magen oder zum Essen eingenommen werden.

Dauer der Behandlung: Die Behandlungsdauer beträgt üblicherweise 7-14 Tage. Je nach Art Ihrer

Krankheit kann Ihr Arzt oder Ihre Ärztin Klacid evtl. auch für längere Zeit verschreiben. Dies ist

besonders der Fall bei Infektionen durch nicht-tuberkulöse Mycobakterien.

Klacid Filmtabletten sind für die Behandlung von Kindern unter 12 Jahren nicht geeignet. Zur

Behandlung von Kindern steht eine spezielle Kinderformulierung (Kindersuspension) zur

Verfügung.

Eine begonnene Antibiotika-Therapie sollte so lange wie vom Arzt oder der Ärztin verordnet

durchgeführt werden. Die Krankheitssymptome verschwinden oft, bevor die Infektion vollständig

ausgeheilt ist. Eine ungenügende Anwendungsdauer oder ein zu frühes Beenden der Behandlung

kann ein erneutes Aufflammen der Erkrankung zur Folge haben.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung oder die Behandlungsdauer. Wenn Sie

glauben, das Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder

Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Klacid haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Klacid auftreten:

Häufig: Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Benommenheit, Geschmacksveränderungen, Übelkeit,

Erbrechen, weiche Stühle und Durchfall, Druckgefühl im Oberbauch (in seltenen Fällen

krampfartig), Verdauungsstörung, Juckreiz, Hautausschlag, erhöhter Schweiss, Kraftlosigkeit.

Informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn während oder nach der Behandlung mit

Klacid schwere und anhaltende Durchfälle auftreten.

Bei Auftreten von Durchfall dürfen keine Arzneimittel, welche die Darmperistaltik (Darmbewegung)

hemmen, eingenommen werden.

Selten sind schwere allergische Reaktionen beobachtet worden. Beachten Sie bitte in diesem

Zusammenhang die Rubrik «Wann ist bei der Einnahme von Klacid Vorsicht geboten?». Wenden Sie

sich sofort an Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, falls allergische Symptome wie Hautausschläge,

Gesichtsödem oder Atemnot auftreten.

Gelegentlich: Geruchsstörungen sowie reversible Zungen- und Zahnverfärbungen (vor allem unter

Kombinationsbehandlung mit Omeprazol, meist dunkelbraun bis schwarz), Entzündung der Zunge

oder Mundschleimhaut, Aufstossen, Pilzinfektionen der Haut/Schleimhäute.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, falls Sie in Ihrem Mund weissliche Beläge entdecken

oder wenn die Mundschleimhaut oder die Zunge entzündet ist.

Ebenfalls gelegentlich können auftreten: Appetitlosigkeit, verminderter Appetit, Verstopfung,

Mundtrockenheit, Blähungen, Angstzustände, Schwindel, Zittern, Schläfrigkeit, Hörstörungen mit

vorübergehendem teilweisem Hörverlust, Ohrenklingen, Herzklopfen, Unwohlsein, Brustschmerzen,

Müdigkeit, Schüttelfrost.

Wie ähnliche Präparate wurde auch Klacid in seltenen Fällen mit Störungen der Leber-,

Bauchspeicheldrüsen- oder Nierenfunktion in Verbindung gebracht. Konsultieren Sie den Arzt oder

die Ärztin, wenn Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit, Müdigkeit oder eine Gelbverfärbung der Haut

auftreten.

Selten sind Krampfanfälle aufgetreten.

Selten wurde ein Abfallen des Blutzuckers unter gleichzeitiger Behandlung mit gewissen oralen

Antidiabetika oder Insulin beobachtet.

Ebenfalls wurden selten Herzrhythmus-Störungen und Kammerflimmern beobachtet.

Es gibt Berichte über Patienten, bei denen eine Verschlimmerung der Myasthenia gravis unter der

Behandlung mit Clarithromycin aufgetreten ist.

Es gibt Meldungen über Patienten mit Muskelschmerzen oder Muskelerkrankungen. Ebenfalls

können schlechte Träume, Verwirrtheit, Halluzinationen, Depressionen, Verhaltensänderungen,

Akne, Kribbeln, Geschmacks- und Geruchsverlust auftreten.

Selten treten Muskelschmerzen oder Muskelschwäche bei gleichzeitiger Einnahme mit Mitteln zur

Senkung von erhöhten Blutfetten (Statinen) auf, welche Zeichen eines schwerwiegenden

Muskelabbaus (Rhabdomyolyse) sein können. In diesem Fall muss sofort der behandelnde Arzt bzw.

behandelnde Ärztin kontaktiert werden.

Es wurde auch über Blutungen bei Patienten berichtet, welche gleichzeitig mit oralen

Antikoagulantien behandelt wurden.

Sollten unerwünschte Wirkungen länger andauern oder ernsterer Art sein (z.B. Durchfälle), so

melden Sie dies Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin oder Apothekerin.

Falls Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» angegebenen Datum verwendet

werden.

Klacid ist in der verschlossenen Originalpackung bei Raumtemperatur (15-25 °C) und vor

Kinderhand geschützt aufzubewahren.

Nach Beendigung der Behandlung das Arzneimittel mit dem restlichen Inhalt Ihrer Abgabestelle

(Arztpraxis oder Apotheke) zum fachgerechten Entsorgen bringen.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Klacid enthalten?

Eine Filmtablette enthält 250 mg bzw. 500 mg Clarithromycin als Wirkstoff und Hilfsstoffe wie

Vanillin, den Farbstoff Chinolingelb (E 104) und Konservierungsmittel (Sorbinsäure, E 200) und

weitere Hilfsstoffe.

Zulassungsnummer

50469 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Klacid? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken gegen ärztliche Verschreibung, die nur zum einmaligen Bezug berechtigt.

Packungen mit 14 und 20 Filmtabletten zu 250 mg.

Packungen mit 14, 20 und 30 Filmtabletten zu 500 mg.

Zulassungsinhaberin

BGP Products GmbH, 6341 Baar.

Diese Packungsbeilage wurde im Mai 2018 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.

[Version 211 D]

Fachinformation

Klacid® Filmtabletten

BGP Products GmbH

Zusammensetzung

Wirkstoff

Clarithromycinum.

Hilfsstoffe

Vanillium; Color.: E104; Conserv.: Ac. Sorbicum (E200); Excipiens pro compr. obducto.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Filmtablette zu 250 mg und 500 mg Clarithromycin.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Klacid ist indiziert bei folgenden durch Clarithromycin empfindliche Erreger verursachten

Infektionen:

Infektionen der Luftwege

wie z.B. akute und chronische Bronchitis, Bronchopneumonie, Pneumonie, atypische Pneumonie,

Pneumonie durch Legionella pn., soweit die Schwere des Zustands nicht eine parenterale Therapie

erfordert (bezüglich Bestimmung der Empfindlichkeit siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen» und «Pharmakodynamik»).

Infektionen im Hals-, Nasen-, Ohrenbereich

wie z.B. Pharyngitis, Sinusitis. Bei Otitis liegen keine Erfahrungen bei Erwachsenen vor.

Infektionen der Haut

Bei leichten oberflächlichen Infektionen wie z.B. Impetigo, Erysipel, Follikulitis, Furunkulose,

Abszess, begrenzten Wundinfektionen, Phlegmone (bezüglich Bestimmung der Empfindlichkeit

siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Pharmakodynamik»).

Infektionen durch nicht-tuberkulöse Mycobakterien des Mycobacterium avium-Komplexes bei HIV-

Patienten

Zur Behandlung von disseminierten Infektionen durch Mycobacterium avium oder intracellulare.

Zur Prävention von Infektionen durch Mycobacterium avium oder intracellulare bei HIV-Patienten

mit CD4-Lymphozyten <100/mm3. Die Sicherheit für eine Langzeitbehandlung bei Kindern ist vor

Abschluss des Knochenwachstums nicht gewährleistet. Der Nutzen muss gegenüber dem Risiko

einer möglichen Knochenwachstumsschädigung abgewogen werden.

Magen-Darm-Bereich

Eradikation von Helicobacter pylori zur Senkung der Rezidivrate von Duodenalulzera bei

gleichzeitiger Säurehemmung durch Omeprazol (siehe auch unter «Dosierung/Anwendung»).

Offizielle Empfehlungen zum angemessenen Gebrauch von Antibiotika sollen beachtet werden,

insbesondere Anwendungsempfehlungen zur Verhinderung der Zunahme der Antibiotikaresistenz.

Dosierung/Anwendung

Übliche Dosierung

Erwachsene und Jugendliche älter als 12 Jahre:

Die empfohlene Dosierung beträgt für Erwachsene und Jugendliche älter als 12 Jahre 1 Filmtablette

zu 250 mg alle 12 Stunden (2× 1 Tabl. = 500 mg/d).

Je nach Schweregrad der Infektion kann die Dosis auf 500 mg, d.h. 1× 2 Tabl. zu 250 mg oder 1× 1

Tabl. zu 500 mg alle 12 Stunden erhöht werden (= 1 g/d).

Bei Patienten mit einer mässigen bis schweren Einschränkung der Nierenfunktion (Creatinin-

Clearance <30 ml/min) sollte, wenn immer möglich, die Dosierung halbiert werden, d.h. 1× 250 mg

täglich oder 2× 250 mg täglich bei schweren Infektionen, und die Therapiedauer sollte 14 Tage nicht

übersteigen.

Dosierung bei HIV-Patienten mit Infektionen durch nicht-tuberkulöse Mycobakterien

Zur Behandlung: Klacid sollte in Kombination mit anderen antimycobakteriellen Substanzen

verabreicht werden.

Die empfohlene Dosierung bei Infektionen durch nicht-tuberkulöse Mycobakterien des

Mycobacterium avium-Komplexes bei HIV-Patienten beträgt 500 mg 2× täglich (1000 mg/d), d.h. 2×

1 Filmtablette Klacid 500 mg. Die Therapie sollte in Patienten, welche eine klinische oder

bakteriologische Verbesserung zeigen, kontinuierlich weitergeführt werden.

Zur Prävention: Die empfohlene Dosis ist 500 mg 2× täglich.

Eradikation von Helicobacter pylori

Zur Eradikation von Helicobacter pylori ist die empfohlene Dosierung von Klacid 2× 500 mg pro

Tag, zusammen mit Amoxicillin 2× 1000 mg pro Tag und Omeprazol 1-2× 20 mg pro Tag während

7-10 Tagen.

Klacid kann unabhängig von Mahlzeiten, d.h. nüchtern oder zu den Mahlzeiten, eingenommen

werden.

Kinder unter 12 Jahren:

Klacid Filmtabletten sind zur Behandlung von Kindern unter 12 Jahren nicht geeignet. Zur

Behandlung von Kindern steht eine spezielle Kinderformulierung (Kindersuspension) zur

Verfügung.

Kontraindikationen

Klacid soll Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Makroliden oder gegenüber

einem in Klacid enthaltenen Hilfsstoff nicht verabreicht werden.

Da Clarithromycin normalerweise nicht durch die Blut-Hirn-Schranke penetriert, ist Klacid bei

Infektionen des ZNS nicht indiziert.

Die gleichzeitige Verabreichung von Clarithromycin mit Astemizol, Cisaprid, Domperidon, Pimozid,

Quetiapin und Terfenadin ist kontraindiziert, da dies zu QT-Verlängerung und Arrhythmien

einschliesslich ventrikulärer Tachykardie, Kammerflimmern und Torsades de pointes führen kann

(siehe «Interaktionen»).

Die gleichzeitige Verabreichung von Clarithromycin mit Ergotalkaloiden (z.B. Ergotamin oder

Dihydroergotamin) ist kontraindiziert, da dies zu akuter Ergotamintoxizität führen kann (siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen», «Interaktionen»).

Die gleichzeitige Verabreichung von Clarithromycin mit oralen Midazolam-Präparaten ist

kontraindiziert (siehe «Interaktionen»).

Clarithromycin sollte bei Patienten mit QT-Verlängerung in der Vorgeschichte (angeborene oder

erworbene QT-Verlängerung) oder ventrikulärer kardialer Tachykardie, einschliesslich Torsades de

pointes nicht verabreicht werden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»,

«Interaktionen»).

Clarithromycin sollte bei Patienten mit Hypokaliämie nicht verabreicht werden (Risiko einer QT-

Verlängerung).

Clarithromycin sollte bei Patienten, die an einem schweren Leberversagen in Kombination mit

eingeschränkter Nierenfunktion leiden, nicht angewendet werden.

Clarithromycin sollte nicht gleichzeitig mit HMG-CoA-Reduktase-Hemmern (Statine) eingenommen

werden, welche in hohem Masse durch CYP3A4 (Lovastatin oder Simvastatin) metabolisiert werden,

da ein erhöhtes Risiko einer Myopathie, einschliesslich Rhabdomyolyse, besteht (siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» sowie «Interaktionen»).

Die Behandlung mit diesen Präparaten sollte während der Clarithromycin-Therapie unterbrochen

werden.

Clarithromycin (und andere starke CYP3A4- und P-Glycoprotein-Hemmer) darf nicht gleichzeitig

mit Colchizin verabreicht werden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»,

«Interaktionen»).

Die gleichzeitige Verabreichung von Clarithromycin mit Ticagrelor oder Ranolazin ist

kontraindiziert.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Da Clarithromycin hauptsächlich über die Leber eliminiert wird, sollte Clarithromycin bei Patienten

mit Leberinsuffizienz nur mit Vorsicht verabreicht und Patienten mit stark eingeschränkter

Leberfunktion sorgfältig überwacht werden. Unter Behandlung mit Clarithromycin gibt es Berichte

über Leberfunktionsstörungen, einschliesslich erhöhter Leberenzyme, sowie hepatozelluläre

und/oder cholestatische Hepatitis mit oder ohne Ikterus. Diese Leberfunktionsstörung kann

schwerwiegend sein und ist üblicherweise reversibel. In einigen Fällen wurde über

Leberfunktionsstörung mit tödlichem Ausgang berichtet, diese waren im Allgemeinen verbunden mit

einer schwerwiegenden Grunderkrankung und/oder Begleitmedikation. Wenn Anzeichen/Symptome

einer Hepatitis auftreten wie Anorexie, Ikterus, dunkler Urin, Pruritus oder schmerzhaftes Abdomen,

muss die Behandlung mit Clarithromycin sofort abgesetzt werden.

Auch bei Patienten mit moderater bis schwerer Niereninsuffizienz sollte Clarithromycin nur mit

Vorsicht verabreicht werden. Bei Patienten mit stark eingeschränkter Nierenfunktion sollte

gegebenenfalls eine Dosisanpassung vorgenommen werden (siehe auch unter

«Dosierung/Anwendung»).

Es gibt einzelne Berichte über Patienten, bei denen eine Verschlimmerung der Myasthenia gravis

unter Behandlung mit Clarithromycin aufgetreten ist.

Bei Langzeitanwendung kann es, wie bei anderen Antibiotika, zu einem Überwuchern nicht-

empfindlicher Keime und Pilze kommen. Beim Auftreten solcher Superinfektionen muss umgehend

eine adäquate Therapie eingeleitet werden. Über pseudomembranöse Colitis wurde unter fast allen

Antibiotika, inklusive Makrolide, berichtet, und der Schweregrad kann von mild bis lebensbedrohend

sein.

Eine Behandlung mit Antibiotika beeinflusst die normale Darmflora, was zu einer Überwucherung

mit C. difficile führen kann. Unter fast allen Antibiotika, inklusive Clarithromycin, wurde über

Clostridium difficile induzierten Durchfall (CDAD) berichtet. Der Schweregrad kann von leichtem

Durchfall bis zur fatalen Kolitis reichen.

Beim Auftreten von Durchfällen nach einer Antibiotikum Therapie sollte bei allen Patienten eine

CDAD in Betracht gezogen werden. Eine sorgfältige Evaluation der Krankengeschichte ist

notwendig, da Berichte von CDAD Fällen vorliegen, welche mehr als 2 Monate nach der

Antibiotikum Verabreichung auftraten.

Das Auftreten schwerer und anhaltender Durchfälle während oder nach einer Therapie mit Klacid

kann ein Zeichen für eine pseudomembranöse Colitis sein. In solchen Fällen ist die Behandlung mit

Klacid sofort abzubrechen und eine geeignete Therapie einzuleiten. Peristaltikhemmende Präparate

sind kontraindiziert (siehe auch «Unerwünschte Wirkungen»).

Kreuzresistenz zwischen Clarithromycin und anderen Makroliden ist möglich. Der Einsatz einer

antimikrobiellen Therapie, wie z.B. Clarithromycin, zur Behandlung einer H. pylori Infektion kann

zur Selektion von gegen Antibiotika resistenten Organismen führen.

Pneumonie

Angesichts zunehmender Resistenz von Streptococcus pneumoniae auf Makrolide, ist es wichtig,

dass auf Empfindlichkeit getestet wird, wenn Clarithromycin für die Behandlung von ausserhalb des

Spitals erworbener Pneumonie eingesetzt wird. Bei im Spital erworbener Pneumonie sollte

Clarithromycin in Kombination mit zusätzlich angezeigten Antibiotika eingesetzt werden.

Haut- und Weichteilinfektionen

Diese Infektionen werden häufig durch Staphylococcus aureus und Streptococcus pyogenes

verursacht, welche beide gegen Makrolide resistent sein können. Deshalb ist es wichtig, dass auf

Empfindlichkeit getestet wird. Falls Betalaktam-Antibiotika nicht eingesetzt werden können (z.B.

wegen Allergie), können andere Antibiotika, wie Clindamycin, Mittel der ersten Wahl sein. Aktuell

spielen Makrolide nur bei einigen Haut- und Weichteilinfektionen eine Rolle, wie bei Infektionen

verursacht durch Corynebakterium minutissimum (Erythrasma), Akne vulgaris, Erysipel und in

Situationen, wo Penicilline nicht angewendet werden dürfen.

Überempflindlichkeit

Im Falle einer schweren akuten Überempfindlichkeitsreaktion, wie Anaphylaxie, schwere kutane

Arzneimittelreaktionen (SCAR) (z.B. akute generalisierte exanthematische Pustulose [AGEP],

Stevens-Johnson-Syndrom, toxisch epidermale Nekrolyse, Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie

und systemischen Symptomen [DRESS]) und Purpura Henoch-Schönlein muss Clarithromycin sofort

abgesetzt und eine adäquate Therapie notfallmässig begonnen werden. Über entsprechende

Warnsymptome sind die Patienten zu instruieren – bei Anaphylaxie z.B. Juckreiz, Quaddeln,

Atemnot, bei anderen Überempfindlichkeitsreaktionen z.B. Fieber, schmerzender sich ausbreitender

Hautausschlag, Blasenbildung, Entzündung von Augen und Schleimhäuten sowie das Auftreten

schmerzhafter kleiner Pusteln.

Cytochrom 450

Clarithromycin ist ein potenter Hemmstoff des 3A4-Typs der Cytochrom P-450-Enzyme, über den

viele weitere Arzneimittel metabolisiert werden. Bei gleichzeitiger Gabe von weiteren Arzneimitteln,

die über das 3A4-Isoenzym abgebaut werden und bei erhöhten Plasmaspiegeln schwerwiegende

unerwünschte Wirkungen hervorrufen können, ist besondere Vorsicht geboten und es sind

gegebenenfalls therapiebegleitende Plasmaspiegelmessungen vorzusehen (siehe

«Kontraindikationen» und «Interaktionen»).

Kardiovaskuläre Ereignisse

Unter der Behandlung mit Makroliden einschliesslich Clarithromycin wurden eine Verlängerung der

kardialen Repolarisation und des QT-Intervalls beobachtet, welche zu Herzrhythmusstörungen und

Torsades de Pointes führen können (siehe «Unerwünschte Wirkungen»). Da die folgenden Umstände

das Risiko für Herzrhythmusstörungen (inklusive Torsades de Pointes) erhöhen können, sollte

Clarithromycin bei folgenden Patienten nur mit Vorsicht angewendet werden:

·Patienten mit koronarer Herzerkrankung, schwerer Herzinsuffizienz, Reizleitungsstörungen oder

klinisch relevanter Bradykardie.

·Patienten mit Elektrolytstörungen wie Hypomagnesiämie. Clarithromycin darf bei Patienten mit

Hypokaliämie nicht verabreicht werden (siehe «Kontraindikationen»).

·Patienten, welche gleichzeitig andere Arzneimittel, welche mit QT-Verlängerungen assoziiert

werden, einnehmen (siehe «Interaktionen»).

·Die gleichzeitige Verabreichung von Clarithromycin mit Astemizol, Cisaprid, Domperidon,

Pimozid und Terfenadin ist kontraindiziert (siehe «Kontraindikationen»).

·Clarithromycin darf bei Patienten mit angeborener oder erworbener QT-Verlängerung oder

ventrikulärer Arrhythmie in der Vorgeschichte nicht verabreicht werden (siehe

«Kontraindikationen»).

Epidemiologische Studien zur Untersuchung des Risikos von unerwünschten kardiovaskulären

Ereignissen bei der Verabreichung von Makroliden haben unterschiedliche Ergebnisse gezeigt.

Einige Beobachtungsstudien haben ein seltenes, kurzzeitiges Risiko für Arrhythmien,

Myokardinfarkte und kardiovaskuläre Mortalität bei der Verabreichung von Makroliden,

einschliesslich Clarithromycin, nachgewiesen. Diese Zusammenhänge sollten bei der Verschreibung

von Clarithromycin im Rahmen der Nutzen-Risiko-Bewertung berücksichtigt werden.

Colchizin

Im Rahmen der Post-Marketing-Überwachung wurde über Colchizintoxizität berichtet bei

gleichzeitiger Anwendung von Clarithromycin und Colchizin; dies auch speziell bei älteren

Patienten, sowie bei Patienten mit Niereninsuffizienz. Todesfälle bei einigen dieser Patienten wurden

gemeldet (siehe «Interaktionen»). Die gleichzeitige Verabreichung von Clarithromycin und

Colchizin ist kontraindiziert (siehe «Kontraindikationen»).

Triazolbenzodiazepine

Bei gleichzeitiger Verabreichung von Clarithromycin und Triazolbenzodiazepinen, wie Triazolam,

Midazolam zur intravenösen Verabreichung und Alprazolam ist Vorsicht geboten (siehe

«Interaktionen»).

Ototoxische Arzneimittel

Vorsicht ist geboten bei gleichzeitiger Verabreichung von Clarithromycin mit ototoxischen

Arzneimitteln, speziell mit Aminoglykosiden. Die vestibuläre und auditorische Funktion soll

während und nach der Behandlung überprüft werden.

Orale Antidiabetika/Insulin

Die gleichzeitige Anwendung von Clarithromycin und oralen Antidiabetika (wie z.B.

Sulfonylharnstoffe) und/oder Insulin kann zu einer schwerwiegenden Hypoglykämie führen (siehe

«Interaktionen»). Eine engmaschige Kontrolle des Blutzuckerspiegels wird empfohlen.

Orale Antikoagulantien

Es besteht ein Risiko für schwere Blutungen und signifikante Erhöhungen von INR und

Prothrombinzeit, wenn Clarithromycin gleichzeitig mit Warfarin angewendet wird. INR und

Prothrombinzeit sollen bei Patienten, die gleichzeitig Clarithromycin und orale Antikoagulantien

einnehmen, häufig kontrolliert und überwacht werden.

HMG-CoA-Reduktase-Hemmer (Statine)

Die gleichzeitige Anwendung von Clarithromycin mit Lovastatin oder Simvastatin ist kontraindiziert

(siehe «Kontraindikationen»). Es sollte Vorsicht angewendet werden, wenn Clarithromycin mit

anderen Statinen verschrieben wird. Es gab Fälle einer Rhabdomyolyse bei gleichzeitiger Einnahme

von Clarithromycin mit Statinen. Die Patienten sollten auf Anzeichen und Symptome einer

Myopathie überwacht werden.

In Situationen, wenn eine gleichzeitige Anwendung von Clarithromycin mit Statinen nicht

vermieden werden kann, wird empfohlen, die niedrigste zugelassene Dosierung der Statine zu

verschreiben.

Die Anwendung eines Statins, das CYP3A-unabhängig metabolisiert wird (z.B. Fluvastatin), kann in

Betracht gezogen werden (siehe «Interaktionen»).

Interaktionen

Beobachtete Interaktionen

Bei Anwendung von Clarithromycin und den folgenden Substanzen wurden Interaktionen

festgestellt:

Arzneimittel, deren Anwendung aufgrund möglicher starker Interaktionen kontraindiziert ist

Cisaprid, Pimozid, Domperidon und Terfenadin

Von diesen Substanzen wurden bei gleichzeitiger Anwendung mit Clarithromycin erhöhte

Serumspiegel gemessen, was zu QT-Verlängerung und Arrhythmien einschliesslich ventrikulärer

Tachykardie, Kammerflimmern und torsades de pointes führen kann. Daher ist die kombinierte Gabe

von Cisaprid, Pimozid und Terfenadin mit Clarithromycin kontraindiziert (siehe auch

«Kontraindikationen»).

Ergotalkaloide

Bei der Kombinationstherapie von Erythromycin oder Clarithromycin mit Ergotamin oder

Dihydroergotamin wurde bei einigen Patienten eine akute Ergotamintoxizität, charakterisiert durch

schwere periphere Vasospasmen, Dysästhesie, Extremitäten-Ischämie sowie Ischämie anderer

Gewebe einschliesslich des Zentralnervensystems beobachtet. Die gleichzeitige Verabreichung von

Clarithromycin und Ergotalkaloiden ist daher kontraindiziert (siehe auch «Kontraindikationen»).

Lovastatin, Simvastatin

Die gleichzeitige Anwendung von Clarithromycin mit Lovastatin oder Simvastatin ist kontraindiziert

(siehe «Kontraindikationen»), da diese Statine in hohem Masse durch CYP3A4 metabolisiert

werden. Eine gleichzeitige Behandlung mit Clarithromycin erhöht deren Plasmakonzentration, was

ein erhöhtes Risiko einer Myopathie, einschliesslich Rhabdomyolyse, mit sich bringt. Es gab Fälle

einer Rhabdomyolyse bei gleichzeitiger Einnahme von Clarithromycin mit diesen Statinen (siehe

«Kontraindikationen», «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Falls eine Behandlung mit

Clarithromycin nicht vermieden werden kann, muss die Therapie mit Lovastatin oder Simvastatin

während der Behandlungsdauer unterbrochen werden.

Ticagrelor, Ranolazin

Die gleichzeitige Verabreichung von Clatrithromycin mit den CYP3A4-Substraten Ticagrelor oder

Ranolazin ist kontraindiziert da es im Fall einer gleichzeitigen Anwendung zu einem erheblichen

Anstieg der Ticagrelor oder der Ranolazin-Exposition kommen kann (siehe «Kontraindikationen»).

Orales Midazolam

Bei gleichzeitiger Gabe von oralem Midazolam mit Clarithromycin Tabletten (500 mg zweimal

täglich) stieg die AUC von Midazolam um das 7-fache an. Die gleichzeitige Gabe von oralem

Midazolam und Clarithromycin ist kontraindiziert (siehe «Kontraindikationen»).

Einfluss anderer Arzneimittel auf Clarithromycin

Induktoren des CYP3A (z.B. Rifampicin, Phenytoin, Carbamazepin, Phenobarbital, Hypericum)

können den Metabolismus von Clarithromycin induzieren. Dies kann zu subtherapeutischen Spiegeln

von Clarithromycin mit reduzierter Wirksamkeit führen. Zudem kann es notwendig sein, die

Plasmaspiegel von CYP3A Induktoren zu überwachen, diese können infolge von CYP3A Hemmung

durch Clarithromycin erhöht sein (siehe auch in relevanter Arzneimittelinformation des

angewendeten CYP3A4 Inhibitors.). Gleichzeitige Anwendung von Rifabutin und Clarithromycin

führte zu erhöhten Rifabutin- und erniedrigten Clarithromycin-Serumspiegeln, zusammen mit einem

erhöhten Risiko für Uveitis.

Die gleichzeitige Verabreichung von Clarithromycin mit Substanzen, welche die CYP3A4-

Isoenzyme noch stärker inhibieren, kann zu einem reduzierten Metabolismus von Clarithromycin

führen (siehe auch unter «Ritonavir»).

Von den folgenden Arzneimitteln ist bekannt bzw. wird vermutet, dass sie die

Plasmakonzentrationen von Clarithromycin beeinflussen. Eine Clarithromycin-Dosisanpassung oder

eine alternative Behandlung ist zu erwägen.

Efavirenz, Nevirapin, Rifampicin, Rifabutin und Rifapentin

Starke Induktoren des Cytochrom-P450-Stoffwechselsystems, wie z.B. Efavirenz, Nevirapin,

Rifampicin, Rifabutin und Rifapentin können die Verstoffwechslung von Clarithromycin

beschleunigen und damit die Plasmaspiegel von Clarithromycin senken, und die des ebenfalls

mikrobiologisch aktiven Stoffwechselprodukts – 14-OH-Clarithromycin – erhöhen. Da die

mikrobiologische Aktivität von Clarithromycin und 14-OH-Clarithromycin bei unterschiedlichen

Bakterien verschieden ist, kann der erwünschte Therapieerfolg durch die gleichzeitige Verabreichung

von Clarithromycin und Enzyminduktoren beeinträchtigt werden.

Etravirine

Die Verfügbarkeit von Clarithromycin wurde durch Etravirine vermindert, allerdings wurde die

Konzentration des aktiven Metaboliten 14-OH-Clarithromycin erhöht. Weil 14-OH-Clarithromycin

eine reduzierte Wirksamkeit gegen Mycobakterium avium complex aufweist, kann die Wirksamkeit

gegen dieses Pathogen verändert sein. Deshalb sollen für die Behandlung von Infektionen mit

Mycobakterium avium complex Alternativen zu Clarithromycin in Betracht gezogen werden.

Fluconazol

Durch die gleichzeitige Einnahme von Fluconazol 200 mg täglich mit Clarithromycin 500 mg

zweimal täglich wurde bei 21 gesunden Probanden der Talspiegel von Clarithromycin um 33% und

die AUC0-12 um 18% erhöht. Die 14-OH-Clarithromycin-Steady-State-Spiegel wurden nicht

signifikant beeinflusst. Eine Dosisanpassung von Clarithromycin ist nicht notwendig.

Ritonavir

In einer pharmakokinetischen Untersuchung wurde gezeigt, dass eine Kombinationstherapie von

Clarithromycin 500 mg alle 12 Stunden mit Ritonavir 200 mg alle 8 Stunden zu einer beträchtlichen

Hemmung der Metabolisierung von Clarithromycin führte: die Cmax stieg um 31%, die Cmin um

182% und die Fläche unter der Blutspiegelkurve (AUC) um 77%. Die Bildung von 14-OH-

Clarithromycin wurde vollständig gehemmt.

Aufgrund der grossen therapeutischen Breite von Clarithromycin dürfte jedoch die Verringerung

einer oralen Dosis von 2× 250 mg oder 2× 500 mg bei Patienten mit normaler Nierenfunktion nicht

erforderlich sein.

Bei Patienten mit Niereninsuffizienz sollte die Dosis von Clarithromycin bei einer Creatininclearance

von 30-60 ml/min um 50% und bei einer Creatininclearance von <30 ml/min um 75% reduziert

werden. Höhere Dosen als 1 g Clarithromycin pro Tag sollten nicht gleichzeitig mit Ritonavir

verabreicht werden.

Ähnliche Dosierungsanpassungen sollten für Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion in

Betracht gezogen werden, wenn Ritonavir als phamakokinetischer Verstärker mit anderen HIV-

Protease-Inhibitoren, einschliesslich Atazanavir und Saquinavir, angewendet wird (siehe

nachfolgend unter «Bidirektionale Interaktionen»).

Einfluss von Clarithromycin auf andere Arzneimittel

CYP3A basierte Interaktionen

Es ist bekannt, dass Clarithromycin den CYP3A-basierten Arzneimittelstoffwechsel hemmt. Daher

kann die gleichzeitige Gabe von Clarithromycin und Arzneimitteln, die bekannterweise CYP3A

Substrate sind, zu einer Erhöhung der Plasmaspiegel dieser Arzneimittel führen, was zu einer

Verstärkung und Verlängerung der therapeutischen und unerwünschten Wirkungen der

Begleitmedikation führen kann.

Clarithromycin ist bei Patienten, die mit einem anderen Arzneimittel behandelt werden, das ein

bekanntes Substrat für CYP3A ist, mit Vorsicht anzuwenden, insbesondere dann, wenn das CYP3A-

Substrat eine enge therapeutische Breite (z.B. Carbamazepin) aufweist und/oder das Substrat sehr

stark durch dieses Enzym verstoffwechselt wird.

Bei der gleichzeitigen Einnahme eines der nachfolgenden Arzneimittel mit Clarithromycin sollte die

Dosierung oder das Dosierungsschema dieser Arzneimittel angepasst werden oder, wenn möglich,

eine engmaschige Überwachung der Serumkonzentrationen des Arzneimittels vorgenommen werden.

Carbamazepin

Einzeldosen von Carbamazepin und Clarithromycin haben zu erhöhten Plasmakonzentrationen von

Carbamazepin geführt. Messungen der Carbamazepin-Spiegel sollten in Betracht gezogen werden.

Chinidin, Disopyramid

Unter gleichzeitiger Anwendung von Clarithromycin und Chinidin oder Disopyramid wurden Fälle

von torsades de pointes berichtet. Bei gleichzeitiger Verabreichung dieser Medikamente sollten

Elektrokardiogramme auf QTc Verlängerung hin untersucht werden. Während der Therapie mit

Clarithromycin sollten die Plasmaspiegel dieser Arzneimittel gemessen werden.

Nach der Markteinführung gab es Berichte von Hypoglykämie (teilweise schwerwiegend) bei

gleichzeitiger Verabreichung von Clarithromycin und Disopyramide. Deshalb sollte der

Blutzuckerspiegel während der gleichzeitigen Verabreichung von Clarithromycin und Disopyramide

engmaschig kontrolliert werden.

Orale Antidiabetika/Insulin

Die gleichzeitige Anwendung von Clarithromycin und Sulfonylharnstoffen und/oder Insulin kann zu

einer schwerwiegenden Hypoglykämie führen. Durch die hemmende Wirkung von Clarithromycin

auf das CYP3A Enzym kann bei gleichzeitiger Verabreichung von Clarithromycin mit

hypoglykämischen Arzneimitteln, welche über das CYP3A Enzym metabolisiert werden, wie

Nateglinid und Repaglinid, eine Hypoglykämie auftreten. Eine engmaschige Kontrolle des

Blutzuckerspiegels wird empfohlen.

Didanosin

Die Kombinationstherapie von Clarithromycin-Tabletten und Didanosin bei erwachsenen HIV-

Patienten hat keine statistisch signifikanten Veränderungen in der Pharmakokinetik von Didanosin

ergeben.

HMG-CoA-Reduktase-Hemmer

In seltenen Fällen wurde eine Rhabdomyolyse unter der gleichzeitigen Einnahme von Clarithromycin

und HMG-CoA-Reduktase-Hemmern, wie z.B. Lovastatin und Simvastatin, beobachtet (siehe

«Kontraindikationen», «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Es sollte Vorsicht angewendet werden, wenn Clarithromycin mit anderen Statinen verschrieben wird,

da bei gleichzeitiger Anwendung ebenfalls Fälle von Rhabdomyolyse aufgetreten sind. In

Situationen, wenn eine gleichzeitige Anwendung von Clarithromycin mit Statinen nicht vermieden

werden kann, wird empfohlen, die niedrigste zugelassene Dosierung der Statine zu verschreiben.

Die Anwendung eines Statins, das CYP3A-unabhängig metabolisiert wird (z.B. Fluvastatin), kann in

Betracht gezogen werden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Die Patienten sollten auf Anzeichen und Symptome einer Myopathie überwacht werden.

Bei gleichzeitiger Einnahme von Erythromycin und Atorvastatin wurden erhöhte Atorvastatin-

Plasmaspiegel gemessen.

Omeprazol

Nach kombinierter Anwendung von 3× 500 mg Clarithromycin und 1× 40 mg Omeprazol pro Tag

bei gesunden Erwachsenen waren die Plasmakonzentrationen von Omeprazol im Fliessgleichgewicht

erhöht (Cmax um 30%, AUC0-24 um 89% und T½ um 34%). Der durchschnittliche gastrische pH-

Wert über 24 Stunden lag bei 5,2 nach alleiniger Omeprazol-Verabreichung und bei 5,7 nach

kombinierter Anwendung mit Clarithromycin.

Orale Antikoagulantien

Spontanmeldungen weisen darauf hin, dass die gleichzeitige Anwendung von Clarithromycin und

oralen Antikoagulantien die Wirkung der oralen Antikoagulantien verstärken kann. Bei Patienten,

welche gleichzeitig Clarithromycin und orale Antikoagulantien einnehmen, sollte die Prothrombin-

Zeit sorgfältig überwacht werden.

Ranitidin-Bismuth-Citrat

Die kombinierte Anwendung von Clarithromycin und Ranitidin-Bismuth-Citrat führte zu erhöhten

Ranitidin-Spiegeln (57%), erhöhten Bismuth-Talspiegeln (48%) und zu erhöhten 14-OH-

Clarithromycin-Spiegeln (31%). Diese Wirkungen waren jedoch klinisch nicht signifikant.

Theophyllin

In Kombination mit Theophyllin ist eine Erhöhung des Theophyllin-Spiegels beobachtet worden. Bei

Patienten, welche höhere Dosen von Theophyllin erhalten, sollten Messungen der Theophyllin-

Spiegel in Betracht gezogen werden.

Tolterodin

Der primäre Weg der Metabolisierung für Tolterodin erfolgt über das 2D6 Isoenzym des Cytochroms

P450 (CYP2D6). In einer Untergruppe der Population ohne CYP2D6 verläuft die Metabolisierung

hauptsächlich über CYP3A. In dieser Population führt die Hemmung von CYP3A zu einer

signifikant höheren Tolterodin-Serumkonzentration. Eine Reduzierung der Tolterodin-Dosierung bei

dieser Untergruppe kann bei gleichzeitiger Gabe von CYP3A-Inhibitoren, wie z.B. Clarithromycin,

notwendig sein.

Sildenafil, Tadalafil, Vardenafil

Diese Phosphodiesterase Hemmer werden ganz oder teilweise durch CYP3A4 metabolisiert, wobei

CYP3A4 durch gleichzeitig verabreichtes Clarithromycin gehemmt werden kann. Gleichzeitige

Verabreichung dieser Medikamente führt vermutlich zu einer erhöhten Phosphodiesterase Hemmer –

Exposition. Eine Dosisreduktion von Sildenafil, Tadalafil und Vardenafil sollte bei gleichzeitger

Verabreichung mit Clarithromycin in Betracht gezogen werden.

Triazolobenzodiazepine (z.B. Alprazolam, Midazolam, Triazolam)

Bei gleichzeitiger Gabe von Midazolam mit Clarithromycin Tabletten (500 mg zweimal täglich)

stieg die AUC von Midazolam um das 2,7-fache nach intravenöser Gabe. Wird während der

Clarithromycintherapie auch Midazolam intravenös verabreicht, soll der Patient engmaschig

überwacht werden, damit gegebenenfalls die Dosierung angepasst werden kann (siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Die Aufnahme von Midazolam über die

Mundschleimhaut führt aufgrund der möglichen Umgehung der prä-systemischen Elimination

wahrscheinlich eher zu ähnlichen Interaktionen wie sie nach intravenöser Verabreichung beobachtet

werden, als zu solchen nach oraler Gabe.

Dieselben Vorsichtsmassnahmen gelten auch bei der Verabreichung von anderen Benzodiazepinen,

die über CYP3A verstoffwechselt werden, einschliesslich Triazolam und Alprazolam. Für

Benzodiazepine, die nicht über CYP3A verstoffwechselt werden (Temazepam, Nitrazepam,

Lorazepam), ist eine Interaktion mit Clarithromycin unwahrscheinlich.

Es gibt Berichte nach Markteinführung über Wechselwirkungen und Störungen des

Zentralnervensystems (z.B. Schläfrigkeit und Verwirrung) bei gleichzeitiger Verabreichung von

Clarithromycin und Triazolam. Daher wird empfohlen, die Patienten auf vermehrte

pharmakologische Effekte im ZNS zu beobachten.

Atypische Antipsychotika, welche über CYP3A verstoffwechselt werden

Spontanmeldungen weisen darauf hin, dass es bei gleichzeitiger Anwendung von Clarithromycin und

atypischen Antipsychotika wie z.B. Quetiapin welche über das CYP3A verstoffwechselt werden, zu

vermehrten Nebenwirkungen kommen kann. Eine gleichzeitige Anwendung von Clarithromycin mit

solchen Arzneimitteln wird nicht empfohlen, bzw. ist, z.B. für Quetiapin, kontraindiziert (siehe

Rubrik «Kontraindikationen»).

Ibrutinib

Pharmakokinetische Studien weisen darauf hin, dass die gleichzeitige Anwendung von Ibrutinib und

Arzneimitteln, die starke oder mässige Inhibitoren von CYP3A sind, die Exposition gegenüber

Ibrutinib erhöhen können. Daher sollte die gleichzeitige Verabreichung von Clarithromycin und

Ibrutinib vermieden werden.

Bidirektionale Interaktionen

Itraconazol

Sowohl Clarithromycin als auch Itraconazol sind Substrate und Inhibitoren von CYP3A und können

zu einer bidirektionalen Pharmakokinetikinteraktion führen. Clarithromycin kann die Plasmaspiegel

von Itraconazol erhöhen, und umgekehrt. Patienten, die gleichzeitig Clarithromycin und Itraconazol

einnehmen, sollten bezüglich Anzeichen von verstärkten oder verlängerten pharmakologischen

Wirkungen sorgfältig überwacht werden.

Saquinavir

Sowohl Clarithromycin als auch Saquinavir sind Substrate und Inhibitoren von CYP3A und können

zu einer bidirektionalen Pharmakokinetikinteraktion führen. Die gleichzeitige Gabe von

Clarithromycin (500 mg 2× täglich) und Saquinavir (Weichgelatinekapsel, 1200 mg 3× täglich) an

12 gesunden Probanden resultierte in einer systemischen Verfügbarkeit im Steady-State (AUC) und

maximalen Konzentrationen (Cmax) von Saquinavir, die 177% bzw. 187% höher lagen als bei der

alleinigen Gabe von Saquinavir. Die Werte für AUC und Cmax von Clarithromycin waren um ca.

40% höher als bei der alleinigen Gabe von Clarithromycin. Keine Dosisanpassung ist notwendig,

wenn die beiden Arzneimittel für eine begrenzte Zeit mit den untersuchten Stärken und

Darreichungsformen gleichzeitig eingenommen werden. Beobachtungen aus

Arzneimittelwechselwirkungsstudien mit der Weichgelatinekapsel sind nicht unbedingt übertragbar

auf die Anwendung von Saquinavir Hartgelatinekapseln. Beobachtungen aus

Arzneimittelwechselwirkungsstudien mit ungeboostetem Saquinavir sind nicht unbedingt übertragbar

auf die Wirkungen, die mit Saquinavir/Ritonavir zu beobachten sind. Wenn Saquinavir gleichzeitig

mit Ritonavir verabreicht wird, ist die mögliche Wirkung von Ritonavir auf Clarithromycin zu

berücksichtigen (s. Abschnitt «Ritonavir»).

Atazanavir

Sowohl Clarithromycin als auch Atazanavir sind Substrate und Inhibitoren von CYP3A und können

zu einer bidirektionalen Pharmakokinetikinteraktion führen. Die gleichzeitige Gabe von

Clarithromycin (500 mg 2× täglich) mit Atazanavir (400 mg 1× täglich) führte zu einem 2-fachen

Anstieg der Clarithromycinexposition und zu einer 70%-igen Reduktion der 14(R)-

Hydroxyclarithromycinexposition, mit einer Steigerung der AUC von Atazanavir um 28%. Aufgrund

der grossen therapeutischen Breite von Clarithromycin sollte bei Patienten mit normaler

Nierenfunktion keine Dosisreduktion nötig sein. Bei Vorliegen einer mässigen Niereninsuffizienz

(Kreatininclearance 30 bis 60 ml/min) sollte die Clarithromycindosis um 50% reduziert werden. Bei

Patienten mit einer Kreatininclearance <30 ml/min soll die Clarithromycindosis mit Hilfe von

geeigneten Darreichungsformen (z.B. Suspension) um 75% reduziert werden. Die

Tagesmaximaldosis von 1 g Clarithromycin soll bei gleichzeitiger Einnahme von Proteaseinhibitoren

nicht überschritten werden.

Calciumantagonisten

Bei gleichzeitiger Verabreichung von Clarithromycin und Calciumantagonisten, welche durch

CYP3A4 metabolisiert werden (z.B. Verapamil, Amlodipin, Diltiazem) sollte Vorsicht geboten

werden, da das Risiko einer Hypotonie besteht. Die Plasmakonzentrationen von Clarithromycin und

der Calciumantagonisten können durch die Interaktion erhöht werden.

Hypotonie, Bradyarrhythmien und Lactacidose wurden bei Patienten, die gleichzeitig Clarithromycin

und Verapamil einnehmen, beobachtet.

Andere

Ausserdem ist über Interaktionen im Sinne von Serumspiegelerhöhungen folgender Substanzen

berichtet worden: Alfentanil, Bromocriptin, Ciclosporin, Cilostazol, Hexobarbital,

Methylprednisolon, Phenytoin, Tacrolimus, Valproinsäure, Vinblastin.

Aminoglykoside

Vorsicht ist geboten bei gleichzeitiger Verabreichung von Clarithromycin mit ototoxischen

Arzneimitteln, speziell mit Aminoglykosiden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Colchizin

Clarithromycin erhöht durch Hemmung von CYP3A und dem P-Glycoprotein Efflux-Transporter

(PgP) und einer vermehrten Absorption von Colchizin die orale Bioverfügbarkeit von Colchizin.

Inbesondere in Fällen, bei welchen eine eingeschränkte Nierenfunktion die renale Elimination von

Colchizin vermindert, kann dies zu einer toxischen Akkumulation von Colchizin mit

Knochenmarksuppression, Pancytopenie und in vereinzelten Fällen zum Tod führen. Die

gleichzeitige Verabreichung von Clarithromycin und Colchizin ist kontraindiziert (siehe

«Kontraindikationen» und «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Digoxin

Digoxin ist vermutlich ein Substrat des Efflux Transporters P-Glykoprotein (Pgp), Clarithromycin ist

ein Hemmer des Pgp. Bei gleichzeitiger Gabe von Digoxin und Clarithromycin kann die Hemmung

von Pgp zu einer erhöhten Digoxin Exposition führen. In Post Marketing Überwachungen wurde von

erhöhten Digoxin Serumkonzentrationen berichtet. Bei einigen Patienten wurden klinische

Symptome ähnlich einer Digoxin Intoxikation festgestellt, einschliesslich möglicherweise

fataler/tödlicher Arrhythmien. Bei Patienten, die gleichzeitig Digoxin und Clarithromycin erhalten,

sollten die Digoxin Serumkonzentrationen sorgfältig überwacht werden.

Zidovudin

Die kombinierte orale Verabreichung von Clarithromycin-Tabletten und Zidovudin bei erwachsenen

HIV-Patienten kann eine verminderte Plasmakonzentration von Zidovudin im Fliessgleichgewicht

zur Folge haben. Da Clarithromycin die Absorption von gleichzeitig oral verabreichtem Zidovudin

zu beeinflussen scheint, kann diese Interaktion weitgehend vermieden werden, und zwar durch eine

gestaffelte Einnahme der Substanzen in Intervallen von 1-2 Std.

Phenytoin und Valproat

Es gibt Spontanmeldungen und publizierte Berichte über Interaktionen von CYP3A-Inhibitoren,

einschliesslich Clarithromycin, mit Arzneimitteln (z.B. Phenytoin, Valproat), von denen eine

Metabolisierung durch CYP3A nicht erwartet wurde. Die Bestimmung der Serumspiegel dieser

Arzneimittel wird bei gleichzeitiger Anwendung mit Clarithromycin empfohlen. Erhöhte

Serumspiegel wurden berichtet.

Theoretisch mögliche Interaktionen

Es besteht die Möglichkeit, dass die Serumspiegel der folgenden gleichzeitig verabreichten

Substanzen erhöht werden:

Astemizol

Interaktionen zwischen Erythromycin und Astemizol, welche zu QT-Verlängerung und torsades de

pointes führen können, sind bekannt. Aufgrund der strukturellen Ähnlichkeit von Clarithromycin und

Erythromycin und der ähnlichen Affinität zu Isoenzymen der CYP3A-Familie ist die

Kombinationstherapie von Astemizol mit Clarithromycin kontraindiziert (siehe

«Kontraindikationen»).

Hinweis

Weitere Interaktionen mit Arzneimitteln, welche häufig zur Behandlung von HIV-Patienten

angewendet werden, wurden nicht geprüft, sind jedoch potentiell möglich und sollten bei einer

Kombinationstherapie in Betracht gezogen werden.

Schwangerschaft/Stillzeit

Es liegen keine ausreichenden Erfahrungen mit der Anwendung von Clarithromycin während der

Schwangerschaft vor. Tierstudien ergaben Hinweise auf nachteilige Auswirkungen auf das

Ungeborene (embryo-/fetotoxische Effekte nach oraler Gabe von Clarithromycin). Deshalb darf

Klacid nicht verabreicht werden, es sei denn, dies sei eindeutig erforderlich. Beim Auftreten einer

Schwangerschaft während der Behandlung mit Klacid ist die Patientin über die möglichen Gefahren

für den Fetus zu informieren (siehe «Präklinische Daten»).

Clarithromycin wird in die Muttermilch ausgeschieden. Clarithromycin und sein aktiver Metabolit

14-Hydroxy-Clarithromycin erreichen bei Einnahme von 2mal täglich 250 mg Clarithromycin 25%

bzw. 75% der entsprechenden Konzentration im Serum. Daher soll während und bis einen Tag nach

Abschluss der Behandlung mit Klacid nicht gestillt werden (Gefahr von Sprosspilzbesiedlung,

Durchfällen und Möglichkeit einer Sensibilisierung).

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Auf Grund der möglichen Nebenwirkungen kann dieses Arzneimittel einen Einfluss auf die

Fahrtüchtigkeit oder die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen, haben (siehe «Unerwünschte

Wirkungen»).

Unerwünschte Wirkungen

Nebenwirkungen aus klinischen Studien mit Klacid Filmtabletten

In kontrollierten klinischen Studien mit Klacid Filmtabletten (Phase III Studien über alle

Indikationen [n = 3437]) traten folgende unerwünschte Wirkungen bei mehr als 1% der in die

Studien eingeschlossenen Patienten auf. Die unerwünschten Ereignisse werden in der unten

angefügten Tabelle nach Organklassen und ihrer Häufigkeit in % aufgelistet (sehr häufig ≥1/10;

häufig ≥1/100 <1/10; gelegentlich ≥1/1000 <1/100).

Zusammenstellung unerwünschter Wirkungen in klinischen Studien mit Klacid Filmtabletten

Organklasse

Häufigkeit

Nebenwirkung

Infektionen und parasitäre

Erkrankungen

Gelegentlich

Candidiasis (einschliesslich oraler und genitaler

Candidiasis), Vaginale Infektion.

Erkrankungen des Blutes- und

des Lymphsystems

Gelegentlich Leukopenie, Neutropenie, Eosinophilie.

Stoffwechsel und

Ernährungsstörungen

Gelegentlich Anorexie, verminderter Appetit.

Psychiatrische Erkrankungen

Häufig

Schlaflosigkeit.

Gelegentlich Angstzustände.

Erkrankungen des

Nervensystems

Häufig

Kopfschmerzen (2%), Benommenheit (1%),

Geschmacksveränderungen (1%).

Gelegentlich Schwindel, Tremor, Schläfrigkeit.

Erkrankungen des Ohrs und

des Labyrinths

Gelegentlich Tinnitus, Hörstörungen.

Herzerkrankungen

Gelegentlich verlängerte QT-Intervalle, Palpitationen.

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts

Häufig

Nausea (3%), Diarrhoe (3%), Dyspepsie (2%),

abdominale Schmerzen (2%), Erbrechen (1%).

Gelegentlich

Glossitis, Stomatitis, Gastritis, Verstopfung,

Mundtrockenheit, Aufstossen, Blähung.

Leber- und

Gallenerkrankungen

Häufig

Alanin-Aminotransferase (SGPT) und Aspartatamino-

transferase (SGOT) erhöht (1%).

Gelegentlich

Cholestase, Hepatitis, Gamma-Glutamyltransferase

erhöht, alkalische Phosphatase erhöht,

Laktatdehydrogenase erhöht.

Erkrankungen der Haut und

des Unterhautzellgewebes

Häufig

Pruritus (1%), Rash, erhöhter Schweiss.

Allgemeine Erkrankungen

Häufig

Asthenie (1%).

Gelegentlich

Unwohlsein, Brustschmerzen, Schüttelfrost,

Müdigkeit.

Nebenwirkungen aus Post-Marketing-Überwachung sowie aus nach der Markteinführung

durchgeführten klinischen Studien für alle Formulierungen mit dem Wirkstoff Clarithromycin

Präparate mit Clarithromycin als Wirkstoff werden in verschiedenen Zusammensetzungen und

galenischen Formulierungen vertrieben. Die im Folgenden aufgeführte Tabelle mit unerwünschten

Wirkungen ist eine Zusammenstellung von Nebenwirkungen aus der Postmarketing-Überwachung

für alle Formulierungen und Formen mit Clarithromycin, inklusive Clarithromycin-Formulierungen

mit verzögerter Wirkstofffreisetzung. Aufgrund der hohen Anzahl von Clarithromycin

Verschreibungen weltweit, können meist keine aussagekräftigen Häufigkeiten für die aufgeführten

Nebenwirkungen ermittelt werden.

In klinischen Studien für alle Formulierungen betrafen die häufigsten unerwünschten Wirkungen vor

allem den Magen-Darm-Trakt (10-20%) und den Geschmacks- bzw. Geruchssinn (1-10%).

Zusammenstellung der Nebenwirkungen aus der Post-Marketing Überwachung

Organklasse

Nebenwirkung

Infektionen und parasitäre

Erkrankungen

Erysipel.

Erkrankungen des Blutes-

und des Lymphsystems

Agranulozytose, Thrombozytopenie, hämolytische Anämie.

Erkrankungen des

Immunsystems

Allergische Reaktionen wie Urtikaria, Pruritus und milden

Hauterscheinungen (Ausschlag, maculopapillärer Ausschlag) (1,1%)

bis zu Anaphylaxie und Stevens-Johnson-Syndrom/toxische epidermale

Nekrolyse (unter oral verabreichtem Clarithromycin),

Angioneurotisches Ödem.

Stoffwechsel- und

Ernährungsstörungen

Hypoglykämie bei gleichzeitiger Gabe von Antidiabetika welche über

das CYP3A Enzym metabolisiert werden oder Insulin (siehe

«Warnhinweise» und «Interaktionen»).

Psychiatrische

Erkrankungen

Albträume, Konfusion, Desorientierung, Halluzinationen, Psychosen,

Entpersonalisierung, Depression, Manie.

Erkrankungen des

Nervensystems

Konvulsionen, Benommenheit, Geschmacksverlust, Geruchsverlust,

Geruchsstörungen (meist im Zusammenhang mit Geschmacksstörungen

berichtet), Kopfschmerzen, Parästhesie.

Erkrankungen des Ohrs und

des Labyrinths

Hörverlust, welcher nach Absetzen der Therapie üblicherweise

reversibel ist.

Herzerkrankungen

Unter Clarithromycin wurden in seltenen Fällen ventrikuläre

Tachykardien, Kammerflimmern und torsades de pointes beobachtet.

Gefässerkrankungen

Hämorrhagie bei Patienten, welche gleichzeitig mit oralen

Antikoagulantien behandelt werden.

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts

Pankreatitis, Erbrechen, Zahnverfärbung (Zahnverfärbung meist

reversibel mittels professioneller Zahnreinigung), Nausea, Druckgefühl

im Oberbauch (in seltenen Fällen krampfartiger Natur), weiche Stühle

und Diarrhoe, Dyspepsie, Geschmacksstörungen sowie reversible

Zungenverfärbungen (unter Kombinationstherapie mit Omeprazol).

Wie bei anderen Antibiotika wurde auch unter Clarithromycin über das

Auftreten von pseudomembranöser Colitis berichtet (siehe auch

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Leber- und

Gallenerkrankungen

Leberfunktionsstörungen, Erhöhung der Leberenzymwerte,

hepatocelluläre und/oder cholestatische Hepatitis, mit oder ohne

Ikterus.

Die hepatische Dysfunktion kann schwer sein und ist üblicherweise

reversibel.

Sehr selten wurde über Versagen der Leberfunktion mit tödlichem

Ausgang berichtet. Generell waren dies Fälle mit einer schweren

Grundkrankheit und/oder mit Begleitmedikation. Je nach Schweregrad

ist ein Absetzen der Therapie mit Clarithromycin notwendig.

Erkrankungen der Haut und

des Unterhautzellgewebes

Schwere kutane Arzneimittelreaktionen (SCAR) (z.B. akute

generalisierte exanthematische Pustulose [AGEP],

Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen

[DRESS]), Akne, Purpura Schönlein-Henoch.

Skelettmuskulatur-,

Bindegewebs- und

Knochenerkrankungen

Myalgie, Rhabdomyolyse (in einigen der Berichte über Rhabdomyolyse

wurde Clarithromycin zusammen mit anderen Arzneimitteln, welche

mit Rhabdomyolyse assoziiert werden (wie Statinen, Fibraten,

Colchizin oder Allopurinol), verabreicht), Myopathie.

Erkrankungen der Nieren

und Harnwege

Selten und vor allem unter hohen oralen Dosen sind erhöhte BUN und

Serum-Kreatinin-Konzentrationen aufgetreten. In Einzelfällen kam es

zu Nierenversagen. Ein Zusammenhang konnte nicht nachgewiesen

werden.

Interstitielle Nephritis.

Untersuchungen

INR erhöht, verlängerte Prothrombinzeit, Urinfarbe anormal.

Unerwünschte Wirkungen bei Patienten unter hohen Dosen

Bei Patienten, welche für lange Zeit unter hohen, für Infektionen durch M. avium empfohlenen

Dosen behandelt werden, sind folgende Nebenwirkungen am häufigsten aufgetreten: Übelkeit,

Erbrechen, Geschmacksveränderungen (bitterer Geschmack), Abdominalschmerzen, Diarrhoe, Rash,

Flatulenz, Kopfschmerzen, Verstopfung, Hörstörungen mit teilweisem Hörverlust, welche nach

Absetzen der Therapie üblicherweise reversibel sind, und in 2-3% Erhöhung der

Transaminasenwerte und abnormal tiefe Leuko- und Thrombozytenwerte. Zusätzlich wurden seltener

gefunden: Dyspnoe, Insomnia, trockener Mund und erhöhter BUN.

Überdosierung

Es ist anzunehmen, dass die Einnahme von zu hohen Dosen von Clarithromycin zu gastro-

intestinalen Symptomen führt. Überdosierung sollte durch rasche Elimination von noch nicht

absorbierter Substanz und durch unterstützende Massnahmen behandelt werden.

Wie bei anderen Makroliden werden die Clarithromycin-Serumspiegel wahrscheinlich weder durch

Peritoneal- noch durch Hämodialyse beeinflusst.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: J01FA09

Wirkungsmechanismus

Clarithromycin (6-O-Methylerythromycin A) ist ein Antibiotikum aus der Reihe der Makrolid-

Antibiotika. Die antibakterielle Wirkung beruht auf einer Hemmung der intrazellulären

Proteinsynthese empfindlicher Bakterien. Selektiv verbindet es sich mit den 50 S-Untereinheiten der

Bakterienribosomen und verhindert so die Translokation aktivierter Aminosäuren.

Pharmakodynamik

Clarithromycin zeigt eine in vitro- und in vivo-Wirksamkeit sowohl gegen Referenzbakterien wie

auch gegen klinische Isolate. Clarithromycin wirkt, abhängig vom Teststamm, bakteriostatisch oder

bakterizid. Ebenfalls antibakteriell wirksam ist der beim Menschen und anderen Primaten

nachgewiesene 14-Hydroxy-Metabolit des Clarithromycins (= 14-OH-Clarithromycin), welcher

gegen Haemophilus influenzae 1-2 MHK-Stufen aktiver ist als die Ausgangsverbindung. Je nach Art

des untersuchten Teststamms haben Clarithromycin und der Metabolit eine additive, allenfalls

synergistische Wirkung. Gegen nicht-tuberkulöse Mycobakterien ist der 14-OH-Metabolit weniger

wirksam als Clarithromycin.

Das Antibiotikum besitzt in vitro auch eine ausgeprägte Wirksamkeit gegen Legionella pneumophila,

Mycoplasma pneumoniae, Campylobacter sp., ist bakterizid gegen Helicobacter pylori (Wirkung bei

neutralem pH stärker als im sauren Milieu) und ist ebenfalls gegen Mycobacterium avium und

Mycobacterium leprae aktiv.

Das antimikrobielle in vitro-Spektrum von Clarithromycin umfasst:

A. Sensibel: MHK90 ≤2 µg/ml

Bacteroides melaninogenicus, Bordetella pertussis, Borrelia burgdorferi*, Campylobacter jejuni,

Chlamydia pneumoniae (TWAR), Chlamydia trachomatis, Clostridium perfringens, Helicobacter

pylori, Legionella pneumophila, Listeria monocytogenes, Moraxella (Branhamella) catarrhalis,

Mycobacterium chelonae, Mycobacterium fortuitum, Mycobacterium kansasii, Mycobacterium

marinum, Mycoplasma pneumoniae, Neisseria gonorrhoeae, Pasteurella multocida, Peptococcus

niger, Propionibacterium acnes, Streptococcus agalactiae, Streptococcus pneumoniae, Streptococcus

pyogenes, Streptococcus viridans.

B. Intermediär: MHK90 4 µg/ml

Haemophilus influenzae***, Haemophilus parainfluenzae, Mycobacterium avium und intracellulare,

Mycobacterium leprae, Staphylococcus aureus**, Staphylococcus epidermidis**.

C. Resistent: MHK90 ≥8 µg/ml

Enterobacteriaceae wie E. coli, Salmonella, Klebsiella u.a., Pseudomonas sp., Mycobacterium

tuberculosis.

* IC50 im Hamster-Modell: 0,02 µg/ml.

** Spezielle Empfindlichkeitskriterien infolge bifokaler Verteilung, resistente Stämme kommen vor.

*** Breakpoints für Makrolide und verwandte Antibiotika wurden angepasst, um H. influenzae

Wildtyp als intermediär empfindlich zu kategorisieren.

Bestimmung der Empfindlichkeit

Zur Bestimmung der Empfindlichkeit wird üblicherweise die MHK-Dilutionsmethode oder die

Plättchendiffusionsmethode nach Kirby-Bauer angewandt. Von der EUCAST (European Committee

on Antimicrobial Susceptibility Testing) wurden für die Bestimmung der Empfindlichkeit gegenüber

Clarithromycin folgende, korrelierende MHK- Breakpoints und Hemmhofdurchmesser definiert:

Mikroorganismus

MHK-Breakpoint

(mg/l

Clarithromycin)

Hemmhofdurchmesser

(mm)

S1 ≤

R1 >

Plättchengehalt

(μg Erithromycin2)

S1 ≥ R1 <

Staphylococcus spp.

Streptococcus spp.

(goups A, B, C, G)

0,25

Streptococcus pneumoniae 0,25

Haemophilus influenzae

Moraxella catarrhalis

0,25

Helicobacter pylori3

0,25

–4

–4

–4

1 S=Sensibel; R=Resistent; die Intermediär-Kategorie ist nicht aufgelistet, Sie wird interpretiert als

Werte zwischen den S- und R-Breakpoints.

2 Für Clarithromycin wurden keine Hemmhofdurchmesser bestimmt. Zum Nachweis der

Empfindlichkeit gegenüber Clarithromycin kann als Testsubstanz Erythromycin verwendet werden.

3 Die Breakpoints basieren auf den epidemiologischen Cut-Off-Werten (ECOFFs), die eine

Differenzierung zwischen wildtypischen Isolaten und solchen mit verminderter Empfindlichkeit

erlauben.

4 Für Helicobacter pylori wurden keine Hemmhofdurchmesser bestimmt. Zum Nachweis der

Empfindlichkeit gegenüber Clarithromycin sollte die MHK-Dilutionsmethode verwendet werden.

Auf eine mögliche Kreuzresistenz zwischen Clarithromycin und anderen Makrolid-Antibiotika sowie

Lincomycin und Clindamycin ist zu achten (Makrolid-, Lincosamid- und Streptogramin- = MLS-

Resistenz).

Pharmakokinetik

Die Pharmakokinetik von Clarithromycin ist nicht dosislinear.

Absorption

Clarithromycin ist durch seine Struktur als 6-O-Methylerythromycin A weitgehend

magensäureunempfindlich. Das Präparat wird nach oraler Gabe vor allem im Dünndarm schnell und

gleichmässig absorbiert.

Bei einer Dosis von 250 mg 2× täglich werden im Steady-State nach 2-3 Tagen maximale

Serumkonzentrationen von ca. 1 µg/ml Clarithromycin und 0,6 µg/ml des aktiven Metaboliten (14-

OH-Clarithromycin) etwa 2 Stunden nach der Einnahme erzielt. Bei einer Dosis von 500 mg 2×

täglich betragen die Maximalwerte ca. 2,8 resp. 0,85 µg/ml und bei 2× 1000 mg 5-10 resp. 1,5-2

µg/ml. Die Kinetik der Dosierung von 3× 500 mg Klacid/d wurde mit derjenigen von Klacid 2×

500 mg verglichen. Unter Klacid 3× 500 mg/d waren im Steady-State Cmax um 31%, Cmin um

119% und die AUC0-24 um 65% höher. Weder Tmax noch die Halbwertszeit der Elimination

unterschieden sich substantiell. Die absolute Bioverfügbarkeit von Clarithromycin beträgt ca. 55%.

Die Einnahme von Nahrung unmittelbar vor der Einnahme von Klacid verlangsamt etwas die

Aufnahme von Clarithromycin und erhöht die Bioverfügbarkeit. Dies ist jedoch nicht von klinischer

Relevanz.

Distribution

Die Plasmaproteinbindung von Clarithromycin beträgt bei einer Konzentration von 0,45 µg/ml etwa

72% und nimmt mit steigender Konzentration ab. Das Verteilungsvolumen beträgt 286 l nach

Einmaldosierung und 176 l nach Mehrfachgabe.

Experimentelle Untersuchungen wie auch solche am Menschen belegen die gute Gewebegängigkeit

von Clarithromycin. Ausser im Zentralnervensystem (im Affen ca. 5% der Serumkonzentration im

Liquor) werden in allen anderen untersuchten Tiergeweben Konzentrationen erreicht, die um ein

Mehrfaches über den Plasmaspiegeln liegen. Im menschlichen Lungengewebe, in den Tonsillen und

in der Nasalmukosa werden die höchsten Clarithromycin-Konzentrationen nach ca. 4 Stunden

erreicht. Sie betragen dann das 7-, 5,9- resp. 6,2-fache der jeweiligen Serumspiegel.

Im Gastral-Mucus resp. im Magengewebe beträgt die Konzentration im Steady-State zwei Stunden

nach der Einnahme von 3× 500 mg Klacid 4,2 resp. 20,8 µg/g; bei gleichzeitiger Gabe von

Omeprazol steigen die Spiegel auf 39,3 resp. 24,3 µg/g an.

Die Gewebespiegel liegen somit über den minimalen Hemmkonzentrationen der üblichen Erreger.

Clarithromycin wird aktiv etwa 9-fach in den Phagozyten angereichert.

Daten betreffend Plazentapassage liegen zurzeit noch nicht vor. Clarithromycin penetriert in die

Muttermilch.

Metabolismus

Clarithromycin wird metabolisiert und zwar vor allem über N-Demethylierung und Oxidation in

Position 14 des Erythronolids. Dabei entsteht ein ebenfalls antibakteriell wirksamer Metabolit, das

14-Hydroxy-R-Epimer.

Elimination

Die Halbwertszeit der Elimination ist dosisabhängig und beträgt im Steady-State nach 250 mg 2×

täglich 3-4 h für Clarithromycin und 5-6 h für den Metaboliten. Sie nimmt mit steigender Dosis zu

und beträgt bei 500 mg 2× täglich 4,5-4,8 h resp. 6,9-8,7 h. Die Ausscheidung über die Niere ist

dosisabhängig und beträgt 20-40% (Q0= 0,6-0,7).

Kinetik spezieller Patientengruppen

Ältere Menschen

Die Blutspiegelmaxima sowie die Halbwertszeit der Elimination sind erhöht, wahrscheinlich

aufgrund der herabgesetzten Creatinin-Clearance. Eine Änderung der Dosierung ist normalerweise

nicht nötig (siehe «Dosierung/Anwendung»).

Leberinsuffizienz

Bei nicht stark eingeschränkter Leberfunktion wurden keine Veränderungen der Kinetik von

Clarithromycin gefunden. Die Konzentrationen des 14-OH-Metaboliten waren in diesen Patienten

jedoch generell etwas niedriger. Erfahrungen bei Patienten mit starker Einschränkung der

Leberfunktion fehlen. Da diese Substanz vorwiegend über die Leber eliminiert wird, sollen Patienten

mit stark eingeschränkter Leberfunktion gut überwacht werden.

Niereninsuffizienz

Bei schwerer Niereninsuffizienz sind Blutspiegelmaxima, Halbwertszeit der Elimination sowie die

AUC sowohl von Clarithromycin wie auch von 14-OH-Clarithromycin erhöht. Bei Patienten mit

einer Creatinin-Clearance von <30 ml/min/1.73 m2 sollte deshalb die Dosis halbiert werden. Die

Therapiedauer sollte nicht mehr als 14 Tage betragen (siehe «Dosierung/Anwendung»).

Präklinische Daten

Im Rahmen von in vitro und in vivo Studien konnte kein mutagenes Potential von Clarithromycin

nachgewiesen werden.

Fertilitäts- und Reproduktionsstudien in der Maus und im Affen haben einen nachteiligen Effekt von

Clarithromycin gezeigt.

Nach Verabreichung der 70-fachen Menge der oberen humanen therapeutischen Dosis (2× 500 mg/d)

traten in Studien mit Mäusen mit wechselnder Häufigkeit (3-30%) Gaumenspalten auf. Bei Affen

wurde über Abortus berichtet, der jedoch bei Dosierungen auftrat, die für die Mutter deutlich toxisch

waren.

Sonstige Hinweise

Beeinflussung diagnostischer Methoden

Eine Beeinflussung diagnostischer Methoden durch Klacid ist nicht bekannt.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

Das Arzneimittel ist vor Licht geschützt, bei Raumtemperatur (15-25 °C) und ausserhalb der

Reichweite von Kindern aufzubewahren.

Zulassungsnummer

50469 (Swissmedic).

Packungen

Filmtabletten zu 250 mg: 14, 20 und 70 (Klinikpackung) [A]

Filmtabletten zu 500 mg: 14, 20 und 30 [A]

Zulassungsinhaberin

BGP Products GmbH, 6341 Baar.

Stand der Information

Juli 2018.

[Version 114 D]

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