Finasterid Aristo 5 mg Filmtabletten

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Finasterid
Verfügbar ab:
Aristo Pharma GmbH
ATC-Code:
G04CB01
INN (Internationale Bezeichnung):
Finasteride
Darreichungsform:
Filmtablette
Zusammensetzung:
Finasterid 5.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
67096.00.00

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Finasterid Aristo 5 mg Filmtabletten

Wirkstoff: Finasterid

Zur Anwendung bei männlichen Patienten

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte

weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden

haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies

gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe

Abschnitt 4.

Diese Packungsbeilage beinhaltet:

Was ist Finasterid Aristo 5 mg und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Finasterid Aristo 5 mg beachten?

Wie ist Finasterid Aristo 5 mg einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Finasterid Aristo 5 mg aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Finasterid Aristo 5 mg und wofür wird es angewendet?

Finasterid Aristo 5 mg ist ein 5

-Reduktase-Hemmer und verkleinert die vergrößerte Prostata.

Finasterid Aristo 5 mg wird angewendet zur:

Behandlung der gutartigen Vergrößerung der Prostata (benigne Prostatahyperplasie – BPH).

Verminderung des Risikos eines akuten Harnverhalts und BPH-bedingter chirurgischer

Eingriffe bei Patienten mit mäßigen bis schweren Anzeichen einer BPH.

Finasterid Aristo 5 mg sollte bei Patienten mit einer vergrößerten Prostata (Volumen ab ca. 40 cm

angewendet werden.

BPH ist eine gutartige Vergrößerung der Prostata, die häufig bei Männern über 50 Jahre vorkommt.

Die Prostata befindet sich am Übergang der Harnblase in die Harnröhre und umschließt diese. Daher

führt eine Vergrößerung zu einer Beeinträchtigung beim Harnlassen. Folgende Beschwerden können

bei einer gutartigen Vergrößerung der Prostata (BPH) auftreten:

häufiges Harnlassen, besonders nachts,

plötzlicher Harndrang,

erschwerter Beginn der Blasenentleerung,

unterbrochener, schwacher Harnstrahl,

Restharnbildung bzw. das Gefühl, dass die Blase nicht vollständig entleert werden kann.

Bei manchen Männern kann eine BPH zu schwerwiegenden Erkrankungen führen, wie z. B.

Infektionen des Harntrakts, einer vollständigen Blockade des Harnflusses (akuter Harnverhalt) und der

Notwendigkeit eines operativen Eingriffes.

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Finasterid Aristo 5 mg beachten?

Finasterid Aristo 5 mg darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Finasterid oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen

Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

von Frauen, die schwanger sind oder schwanger sein könnten (siehe Abschnitt 2.

„Schwangerschaft und Stillzeit“).

Finasterid Aristo 5 mg ist nicht zur Anwendung bei Frauen angezeigt.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Stimmungsänderungen und Depression

Bei Patienten, die mit Finasterid Aristo 5 mg behandelt wurden, wurde über Stimmungsänderungen

wie depressive Verstimmung, Depression und, seltener, Selbstmordgedanken berichtet. Sollten Sie

eines dieser Symptome bei sich feststellen, fragen Sie unverzüglich Ihren Arzt um Rat.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Finasterid Aristo 5 mg einnehmen.

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Finasterid Aristo 5 mg ist erforderlich

Eine Behandlung mit Finasterid Aristo 5 mg sollte in Abstimmung mit einem Arzt für Urologie

erfolgen.

Eine Verengung aufgrund eines bestimmten (trilobären) Wachstumsmusters der Prostata sollte

vor Behandlungsbeginn ausgeschlossen werden.

Patienten mit einem großen Restharnvolumen (nach dem Wasserlassen in der Harnblase

verbliebene Harnmenge) und/oder stark vermindertem Harnfluss müssen medizinisch

überwacht werden.

Als Kontrolle vor und regelmäßig während der Behandlung mit Finasterid Aristo 5 mg sollte bei

Ihnen eine Untersuchung zur Früherkennung eines Prostatakarzinoms durchgeführt werden.

Da Finasterid Aristo 5 mg einen Abfall des prostataspezifischen Antigens (PSA) im Blut

verursacht, schließt eine Senkung des PSA-Wertes unter Finasterid Aristo 5 mg ein

möglicherweise gleichzeitig vorhandenes Prostatakarzinom nicht aus.

Wenn Sie an einer eingeschränkten Leberfunktion leiden, sollten Sie nicht mit Finasterid Aristo

5 mg behandelt werden, da keine Erkenntnisse darüber zur Verfügung stehen.

Wenn Sie Veränderungen in Ihrem Brustgewebe feststellen, wie z. B. Knoten, Schmerzen,

Vergrößerung der Brust oder Ausfluss aus den Brustwarzen, sollten Sie sich umgehend an Ihren

Arzt wenden. Diese Anzeichen weisen möglicherweise auf eine ernsthafte Erkrankung wie

Brustkrebs hin.

Einnahme von Finasterid Aristo 5 mg zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden,

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel

einzunehmen/anzuwenden.

Klinisch bedeutsame Wechselwirkungen mit Finasterid Aristo 5 mg sind nicht bekannt.

Schwangerschaft und Stillzeit

Die Einnahme von Finasterid Aristo 5 mg ist nur für Männer angezeigt.

Schwangerschaft

Die Anwendung ist bei Frauen, die schwanger, möglicherweise schwanger oder in der Stillzeit sind,

eine Gegenanzeige. Durch Finasterid Aristo 5 mg wird die Umwandlung des männlichen

Geschlechtshormons Testosteron in Dihydrotestosteron – Wirkform des Hormons, das in der Prostata

gebildet wird – gehemmt. Wenn Finasterid Aristo 5 mg von einer Schwangeren eingenommen wird,

kann dies zu Missbildungen der äußeren Geschlechtsorgane männlicher Feten führen.

Zerbrochene oder zerstoßene Finasterid Aristo 5 mg Filmtabletten sollten von Frauen, speziell des

medizinischen Assistenzpersonals, die einem Gefährdungsrisiko unterliegen, wenn sie schwanger oder

möglicherweise schwanger sind, nicht berührt werden, da eine Resorption (Aufnahme über die Haut)

von Finasterid und damit ein mögliches Risiko für das männliche ungeborene Kind nicht

ausgeschlossen werden kann.

Finasterid Aristo 5 mg Filmtabletten haben einen Filmüberzug, der bei normaler Handhabung den

Kontakt mit der aktiven Substanz verhindert, vorausgesetzt, dass die Filmtabletten nicht zerbrochen

oder zerstoßen werden.

Wenn Ihre Partnerin schwanger ist oder sein könnte, sollten Sie vermeiden, dass diese mit Ihrem

Samen in Kontakt kommt, da dieser eine geringe Menge des Arzneimittels enthalten könnte.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Finasterid in die Muttermilch übergeht.

Kinder

Kinder sind nicht mit Finasterid Aristo 5 mg zu behandeln, da keine Erkenntnisse darüber zur

Verfügung stehen.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Es ist nicht zu erwarten, dass Finasterid Aristo 5 mg Ihre Fähigkeit, am Straßenverkehr teilzunehmen

oder Maschinen zu bedienen, beeinträchtigt.

Finasterid Aristo 5 mg enthält Lactose

Jede Filmtablette enthält 86,4 mg Lactose (als Lactose-Monohydrat). Bitte nehmen Sie Finasterid

Aristo 5 mg daher erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie an einer

Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern leiden.

3.

Wie ist Finasterid Aristo 5 mg einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei

Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis:

1 Filmtablette Finasterid Aristo 5 mg (5 mg Finasterid) einmal täglich eingenommen.

Höhere Dosierungen als die empfohlene zeigten keine weitere Steigerung der Wirksamkeit oder

wurden nicht untersucht. Deshalb ist die empfohlene Dosis auch die Höchstdosis.

Kombinationsbehandlung mit Doxazosin

Ihr Arzt wird die Dosis des alpha-Rezeptorenblockers Doxazosin festlegen.

Empfohlen wird eine Dosierung von:

Finasterid Aristo 5 mg: 1 Filmtablette (5 mg Finasterid) täglich

Doxazosin:

Woche 1: 1 mg Doxazosin täglich

Woche 2: 2 mg Doxazosin täglich

Woche 3: 4 mg Doxazosin täglich

Ab Woche 4: 4 mg oder 8 mg Doxazosin täglich

Eine Dosiserhöhung auf mindestens 4 mg Doxazosin täglich ist erforderlich, um das Risiko eines

Fortschreitens der BPH zu vermindern.

Eingeschränkte Leberfunktion

Bisher stehen keine Erkenntnisse über den Einsatz von Finasterid bei Patienten mit eingeschränkter

Leberfunktion zur Verfügung.

Eingeschränkte Nierenfunktion

Entsprechende Untersuchungen zeigten, dass eine Dosisanpassung bei einer Kreatinin-Clearance von

über 9 ml/min/1,73 m

nicht erforderlich ist. Erkenntnisse über den Einsatz von Finasterid bei

dialysepflichtigen Patienten liegen nicht vor.

Ältere Patienten

Die Ausscheidung von Finasterid ist bei Patienten über 70 Jahre geringfügig vermindert. Eine

Dosisanpassung ist jedoch nicht erforderlich.

Wie und wann sollten Sie die Filmtabletten einnehmen?

Nehmen Sie eine Filmtablette einmal täglich, indem Sie diese schlucken.

Einnahme der Filmtabletten zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken

Finasterid Aristo 5 mg kann entweder auf nüchternen Magen oder mit einer Mahlzeit mit ausreichend

Flüssigkeit eingenommen werden.

Wenn Sie eine größere Menge Finasterid Aristo 5 mg eingenommen haben, als Sie sollten

Eine Empfehlung zur spezifischen Behandlung einer Überdosierung von Finasterid Aristo 5 mg kann

nicht gegeben werden.

Sie sollten nie mehr Filmtabletten einnehmen, als vom Arzt verschrieben. Wenn Sie dennoch zu viele

Filmtabletten eingenommen haben, suchen Sie unverzüglich einen Arzt auf.

Wenn Sie die Einnahme von Finasterid Aristo 5 mg vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben. Führen

Sie die weitere Behandlung mit einer Tablette Finasterid Aristo 5 mg pro Tag fort.

Wenn Sie die Einnahme von Finasterid Aristo 5 mg abbrechen

Eine gutartige Vergrößerung der Prostata (BPH) entwickelt sich über lange Zeit. Einige Männer

stellen bereits frühzeitig eine Besserung ihrer Symptome durch die Behandlung mit Finasterid Aristo

5 mg fest, es kann aber auch eine Behandlung mit Finasterid Aristo 5 mg über mindestens 6 Monate

erforderlich sein, bis eine spürbare Besserung eintritt.

Unabhängig davon, ob Sie eine Veränderung Ihrer Symptome spüren oder nicht, kann die Behandlung

mit Finasterid Aristo 5 mg Ihr Risiko für einen plötzlichen Harnverhalt und die Notwendigkeit für

einen operativen Eingriff verringern.

Sie sollten Ihren Arzt regelmäßig aufsuchen, damit er Untersuchungen durchführen und den Erfolg der

Behandlung beurteilen kann.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder

Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Folgende Nebenwirkungen wurden in klinischen Studien und/oder nach Markteinführung von

Finasterid Aristo 5 mg oder Finasterid in niedrigerer Dosierung berichtet:

Häufig (bis zu 1 von 10 Behandelten): verminderte Samenflüssigkeitsmenge (vermindertes

Ejakulatvolumen), Störungen des sexuellen Reaktionsvermögens (Impotenz), verminderter

Sexualtrieb (verminderte Libido).

Gelegentlich (bis zu 1 von 100 Behandelten): Störungen des Samenergusses

(Ejakulationsstörungen); Vergrößerung der Brust, Berührungsempfindlichkeit in der Brust,

Hautausschlag.

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar):

Überempfindlichkeitsreaktionen, einschließlich Schwellung der Lippen und des Gesichts, Juckreiz,

Nesselsucht, erhöhte Leberwerte, Herzklopfen, Hodenschmerzen; sexuelle Funktionsstörungen

(Schwierigkeiten bei der Erektion und Störungen des Samenergusses), die auch nach dem Absetzen

des Arzneimittels anhielten. Unfruchtbarkeit bei Männern und/oder eine schlechte Samenqualität.

Nach dem Absetzen des Arzneimittels wurde über eine Verbesserung der Samenqualität berichtet.

Depression; verminderter Sexualtrieb (verminderte Libido), der auch nach dem Absetzen der

Behandlung andauerte. Angst

Zusätzlich wurde in klinischen Studien und nach Markteinführung über Brustkrebs bei Männern

berichtet (siehe Abschnitt 2. „Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Finasterid Aristo 5 mg ist

erforderlich“).

Kombinationsbehandlung mit Doxazosin

Die folgenden Nebenwirkungen wurden häufiger berichtet, wenn Finasterid Aristo 5 mg zusammen

mit dem alpha-Rezeptorenblocker Doxazosin angewendet wurde: Abgeschlagenheit 16,8 %

(Scheinmedikament 7,1 %), Blutdruckabfall im Stehen 17,8 % (Scheinmedikament 8,0 %),

Schwindel 23,2 % (Scheinmedikament 8,1 %) und Störungen des Samenergusses

(Ejakulationsstörungen) 14,1 % (Scheinmedikament 2,3 %).

Laborparameter

Bei der Bestimmung des Spiegels des prostataspezifischen Antigens (PSA) muss berücksichtigt

werden, dass der PSA-Wert unter Finasterid Aristo 5 mg um ca. 50 % erniedrigt ist.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können

Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt.

Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de, anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Finasterid Aristo 5 mg aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und dem Behältnis nach „Verwendbar

bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten

Tag des angegebenen Monats.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu

entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Finasterid Aristo 5 mg enthält

Der Wirkstoff ist Finasterid.

1 Filmtablette enthält 5 mg Finasterid.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Tablettenkern:

Lactose-Monohydrat, mikrokristalline Cellulose, vorverkleisterte Maisstärke, Macrogolglycerollaurate

(Ph. Eur.), Poly(O-carboxymethyl)stärke, Natriumsalz, Magnesiumstearat, pflanzlich (Ph. Eur).

Filmüberzug:

Hypromellose, Titandioxid (E171), Indigocarmin (E132), Macrogol 6000.

Wie Finasterid Aristo 5 mg aussieht und Inhalt der Packung

Finasterid Aristo 5 mg sind blaue, runde, bikonvex geformte Filmtabletten mit der Kennzeichnung

„F5“ auf einer Seite.

Finasterid Aristo 5 mg ist in Packungen mit 10, 30, 50 und 100 Filmtabletten erhältlich.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Aristo Pharma GmbH

Wallenroder Straße 8-10

13435 Berlin

Deutschland

Tel.: +49 30 71094-4200

Fax: + 49 30 71094-4250

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Juni 2018.

Fachinformation

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Finasterid Aristo 5 mg Filmtabletten

Wirkstoff: Finasterid

Zur Anwendung bei männlichen Patienten

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 Filmtablette enthält:

5 mg Finasterid

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: Lactose

Jede Filmtablette enthält 86,4 mg Lactose (als Lactose-Monohydrat).

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1

3.

DARREICHUNGSFORM

Filmtabletten.

Blaue, runde, bikonvexe 7-mm-Filmtablette mit der Kennzeichnung „F5“ auf einer Seite.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Zur Behandlung der benignen Prostatahyperplasie (BPH).

Zur Reduzierung des Risikos einer akuten Harnretention und BPH-bedingter chirurgischer Eingriffe

bei Patienten mit mäßigen bis schweren Symptomen einer BPH (siehe Abschnitt 5.1).

Finasterid Aristo 5 mg sollte bei Patienten mit einer vergrößerten Prostata (Prostatavolumen ab

ca. 40 cm

) angewendet werden.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Empfohlen wird täglich 1 Filmtablette Finasterid Aristo 5 mg (5 mg Finasterid).

Kombinationstherapie mit Doxazosin

Empfohlen wird eine Dosierung von:

Finasterid Aristo 5 mg: 1 Filmtablette (5 mg Finasterid) täglich

Doxazosin:

Woche 1: 1 mg Doxazosin täglich

Woche 2: 2 mg Doxazosin täglich

Woche 3: 4 mg Doxazosin täglich

Ab Woche 4: 4 mg oder 8 mg Doxazosin täglich

Eine Dosistitration auf mindestens 4 mg Doxazosin täglich ist erforderlich, um das Risiko einer

klinischen Progression der BPH signifikant zu reduzieren (MTOPS-Studie siehe Abschnitt 5.1).

Eingeschränkte Leberfunktion

Bisher stehen keine Erkenntnisse über den Einsatz von Finasterid bei Patienten mit eingeschränkter

Leberfunktion zur Verfügung.

Niereninsuffizienz

Pharmakokinetische Untersuchungen zeigten, dass eine Dosisanpassung bei einer Kreatinin-Clearance

von über 9 ml/min/1,73 m

nicht erforderlich ist. Erkenntnisse über den Einsatz von Finasterid bei

dialysepflichtigen Patienten liegen nicht vor.

Ältere Patienten

Die Elimination von Finasterid ist bei Patienten über 70 Jahre geringfügig vermindert. Eine

Dosisanpassung ist jedoch nicht erforderlich.

Finasterid Aristo 5 mg kann entweder auf nüchternen Magen oder mit einer Mahlzeit mit ausreichend

Flüssigkeit eingenommen werden.

Die Dauer der Anwendung bestimmt der Arzt.

4.3

Gegenanzeigen

Finasterid Aristo 5 mg ist weder für Frauen noch für Kinder angezeigt.

Finasterid Aristo 5 mg ist kontraindiziert bei:

Überempfindlichkeit gegen einen Bestandteil dieses Arzneimittels.

Frauen, die schwanger sind oder schwanger sein könnten (siehe Abschnitt 4.6).

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Allgemeine Hinweise

Eine Behandlung mit Finasterid sollte in Abstimmung mit einem Arzt für Urologie erfolgen.

Eine Obstruktion aufgrund eines trilobären Wachstumsmusters der Prostata sollte vor Therapiebeginn

ausgeschlossen werden.

Um obstruktive Komplikationen zu vermeiden, ist es wichtig, Patienten mit großem Restharnvolumen

und/oder stark vermindertem Harnfluss sorgfältig zu überwachen. Die Möglichkeit eines chirurgischen

Eingriffs sollte erwogen werden.

Wirkungen auf PSA und die Entdeckung von Prostatakarzinomen

Es wurde bisher kein klinischer Nutzen einer Behandlung mit Finasterid Aristo 5 mg bei Patienten mit

Prostatakarzinom nachgewiesen.

Patienten mit BPH und erhöhten prostataspezifischen Antigen(PSA)-Spiegeln wurden in klinischen

Studien mit regelmäßigen PSA-Spiegel-Kontrollen und Prostatabiopsien überwacht. Diese BPH-

Studien waren nicht zur Feststellung eines Unterschiedes in der Rate der Prostatakarzinome ausgelegt.

In diesen Studien änderte Finasterid Aristo 5 mg die Rate der Entdeckung von Prostatakarzinomen

nicht. Die Gesamthäufigkeit der Prostatakarzinome bei den Patienten unter Finasterid Aristo 5 mg war

nicht signifikant unterschiedlich im Vergleich zu der bei Patienten unter Plazebo.

Als Kontrolle vor und regelmäßig während der Behandlung mit Finasterid Aristo 5 mg sollte bei

Patienten eine digitale rektale Untersuchung zur Früherkennung eines Prostatakarzinoms durchgeführt

werden.

Die Bestimmung des prostataspezifischen Antigens (PSA) im Serum wird auch zur Diagnostik eines

Prostatakarzinoms verwendet. Im Allgemeinen erfordert ein PSA-Wert > 10 ng/ml (Hybritech) weitere

Maßnahmen, eine Biopsie sollte erwogen werden. Bei PSA-Spiegeln zwischen 4 ng/ml und 10 ng/ml

sind weitere Kontrollen zu empfehlen. Die PSA-Wert-Bereiche von Männern mit und von Männern

ohne Prostatakarzinom können sich deutlich überschneiden. Deshalb schließen bei Patienten mit

benigner Prostatahyperplasie (BPH) PSA-Werte im Normbereich ein Prostatakarzinom, ungeachtet

einer Behandlung mit Finasterid Aristo 5 mg nicht aus. Auch PSA-Werte < 4 ng/ml schließen ein

Prostatakarzinom nicht aus.

Jeder länger anhaltende Anstieg des PSA-Wertes während der Therapie mit Finasterid Aristo 5 mg

sollte sorgfältig beurteilt werden, auch hinsichtlich der Möglichkeit, dass der Patient die Finasterid

Aristo 5 mg Tabletten nicht einnimmt.

Der Anteil an freiem PSA ist unter der Therapie mit Finasterid Aristo 5 mg nicht signifikant

erniedrigt. Das Verhältnis von freiem PSA zu Gesamt-PSA bleibt auch unter der Wirkung von

Finasterid Aristo 5 mg konstant. Bei Heranziehung des PSA-Quotienten (= freies PSA/Gesamt-PSA)

in der Prostatakarzinom-Diagnostik ist daher keine rechnerische Korrektur erforderlich.

Wechselwirkungen mit Labortests

Wirkung auf den PSA-Wert

Serum-Konzentrationen von PSA korrelieren mit dem Alter des Patienten und dem Prostatavolumen,

das Prostatavolumen seinerseits korreliert mit dem Alter des Patienten. Bei der Beurteilung der PSA-

Werte sollte berücksichtigt werden, dass PSA unter der Therapie mit Finasterid Aristo 5 mg um ca.

50 % absinkt. Bei der Mehrzahl der Patienten fällt der PSA-Spiegel innerhalb der ersten

Behandlungsmonate rasch ab, danach stabilisiert sich der PSA-Wert auf einen Ausgangswert, der im

Mittel der beobachteten Patienten etwa um die Hälfte niedriger liegt als vor Beginn der Behandlung.

Daher sollten die PSA-Werte beim typischen Patienten, der mindestens sechs Monate mit Finasterid

Aristo 5 mg behandelt wurde, verdoppelt werden im Vergleich zu den normalen Werten bei

unbehandelten Männern. Dieser Abfall ist für den gesamten Bereich der PSA-Werte vorhersagbar,

unterliegt allerdings interindividuell einer Streuung. Eine Analyse von Daten der PSA-Werte von über

3.000 Patienten in einer vierjährigen, doppelblinden, Plazebo-kontrollierten Langzeitstudie mit

Finasterid Aristo 5 mg (PLESS = Finasterid Aristo 5 mg Long-Term Efficacy and Safety Study)

bestätigte, dass bei einem typischen Patienten unter einer mindestens sechsmonatigen Therapie mit

Finasterid Aristo 5 mg die PSA-Werte im Vergleich zu den Normalwerten bei unbehandelten Männern

verdoppelt werden sollen. Diese Anpassung erhält die Empfindlichkeit und Spezifität der PSA-

Bestimmung und ihrer Eignung für die Prostatakarzinom-Aufdeckung.

Brustkrebs bei Männern

In klinischen Studien und nach Markteinführung wurde Brustkrebs bei Männern unter Finasterid 5 mg

berichtet.

Ärzte sollten ihre Patienten anweisen, unverzüglich jegliche Veränderungen des Brustgewebes wie

Knoten, Schmerzen, Gynäkomastie oder Ausfluss aus der Brustwarze zu berichten.

Stimmungsänderungen und Depression

Bei Patienten, die mit Finasterid 5 mg behandelt wurden, wurde über Stimmungsänderungen

einschließlich depressiver Verstimmung, Depression und, seltener, Suizidgedanken berichtet.

Patienten sollten hinsichtlich psychiatrischer Symptome überwacht werden. Wenn solche Symptome

auftreten, sollte dem Patienten geraten werden, medizinischen Rat einzuholen.

Leberinsuffizienz

Die Auswirkungen einer Leberinsuffizienz auf die Pharmakokinetik von Finasterid wurden nicht

untersucht.

Anwendung bei Kindern

Da Erkenntnisse über den Einsatz von Finasterid bei Kindern nicht zur Verfügung stehen, ist dieser

Personenkreis von der Behandlung auszunehmen.

Dieses Arzneimittel enthält Lactose. Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz,

Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Finasterid 5 mg nicht einnehmen.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Klinisch bedeutsame Wechselwirkungen sind nicht bekannt. Finasterid wird vor allem über das

Cytochrom-P450-3A4-System metabolisiert, ohne dieses relevant zu beeinflussen. Obwohl das Risiko,

dass sich Finasterid auf die Pharmakokinetik von anderen Medikamenten auswirkt, als gering

eingeschätzt wird, ist es wahrscheinlich, dass Stoffe, die das Cytochrom P450 3A4 hemmen oder

induzieren, die Plasmakonzentration von Finasterid beeinflussen. Wenn man die anerkannten

Sicherheitsspannen zugrunde legt, ist es allerdings unwahrscheinlich, dass ein Anstieg, wie er durch

die gleichzeitige Gabe solcher Hemmstoffe bedingt sein kann, von klinischer Bedeutung ist. Zu den

beim Menschen überprüften Substanzen gehören Propranolol, Digoxin, Glibenclamid, Warfarin,

Theophyllin und Phenazon, wobei keine klinisch bedeutsamen Wechselwirkungen beobachtet wurden.

4.6

Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Die Anwendung von Finasterid Aristo 5 mg ist kontraindiziert bei Frauen, die schwanger sind oder bei

denen eine Schwangerschaft nicht auszuschließen ist (siehe Abschnitt 4.3).

Durch Finasterid Aristo 5 mg wird die Umwandlung von Testosteron in Dihydrotestosteron gehemmt.

Wenn Finasterid Aristo 5 mg von einer Schwangeren eingenommen wird, kann dies zu Missbildungen

der äußeren Geschlechtsorgane männlicher Feten führen.

Finasterid-Exposition – Risiko für männliche Feten

Zerbrochene oder zerstoßene Finasterid Aristo 5 mg Filmtabletten sollten von Frauen, speziell des

medizinischen Assistenzpersonals, die einem Gefährdungsrisiko unterliegen, wenn sie schwanger oder

möglicherweise schwanger sind, nicht berührt werden, da eine Resorption von Finasterid und damit

ein potenzielles Risiko für den männlichen Feten nicht ausgeschlossen werden kann.

Finasterid Aristo 5 mg Filmtabletten haben einen Filmüberzug, der bei normaler Handhabung den

Kontakt mit der aktiven Substanz verhindert, vorausgesetzt, dass die Filmtabletten nicht zerbrochen

oder zerstoßen werden.

Geringe Mengen von Finasterid wurden im Samen von Männern, die 5 mg Finasterid/Tag erhielten,

wiedergefunden. Es ist nicht bekannt, ob ein männlicher Fetus, dessen Mutter mit dem Samen eines

mit Finasterid behandelten Patienten in Kontakt kommt, geschädigt wird. Wenn die Partnerin des

Patienten schwanger ist oder sein könnte, wird empfohlen, dass der Patient den Kontakt seiner

Partnerin mit seinem Samen möglichst gering hält.

Stillzeit

Finasterid Aristo 5 mg ist nicht für die Anwendung bei Frauen angezeigt.

Es ist nicht bekannt, ob Finasterid in die Muttermilch übergeht.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Es gibt keine Daten, die vermuten lassen, dass Finasterid Aristo 5 mg die Verkehrstüchtigkeit oder die

Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt.

4.8

Nebenwirkungen

Die häufigsten Nebenwirkungen sind Impotenz und verminderte Libido. Bei der Mehrheit der

Patienten treten diese Nebenwirkungen zu Beginn der Therapie auf und bilden sich im Verlauf der

Therapie zurück.

Die Nebenwirkungen, die in klinischen Studien und/oder nach Markteinführung berichtet wurden, sind

in der folgenden Tabelle aufgelistet.

Die Häufigkeit der Nebenwirkungen wird wie folgt definiert:

Sehr häufig (≥1/10); häufig (≥1/100 bis <1/10); gelegentlich (≥1/1.000 bis <1/100); selten (≥1/10.000

bis <1/1.000); sehr selten (<1/10.000) und nicht bekannt (auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht

abschätzbar).

Da die Nebenwirkungen, die nach Markteinführung für Finasterid Aristo 5 mg und/oder Finasterid in

niedrigeren Dosierungen aus Spontanberichten aus einer Population unbestimmter Größe stammen, ist

es nicht möglich, ihre Häufigkeit zuverlässig abzuschätzen bzw. einen Kausalzusammenhang mit der

Anwendung des Arzneimittels nachzuweisen.

Systemorgan-Klasse

Nebenwirkungen mit Häufigkeitsangabe

Erkrankungen des Immunsystems

Nicht bekannt: Überempfindlichkeitsreaktionen, einschließlich

Schwellung der Lippen und des Gesichts

Psychiatrische Erkrankungen

Häufig: verminderte Libido

Nicht bekannt: Depression; verminderte Libido, die auch nach

dem Absetzen der Behandlung andauerte; Angst

Herzerkrankungen

Nicht bekannt: Palpitationen

Leber- und Gallenerkrankungen

Nicht bekannt: erhöhte Leberwerte

Erkrankungen der Haut und des

Unterhautzellgewebes

Gelegentlich: Hautausschlag

Nicht bekannt: Pruritus, Urtikaria

Erkrankungen der

Geschlechtsorgane und der

Brustdrüse

Häufig: Impotenz

Gelegentlich: Ejakulationsstörungen,

Berührungsempfindlichkeit der Brust, Vergrößerung der Brust

In Einzelfällen ist auch über Sekretion aus der Brustdrüse und

im Rahmen von Gynäkomastie über das Auftreten von Knoten

in der Brust berichtet worden, die bei einzelnen Patienten

operativ entfernt wurden.

Nicht bekannt: Hodenschmerzen; sexuelle Funktionsstörungen

(erektile Dysfunktion und Ejakulationsstörungen), die auch nach

dem Absetzen der Behandlung andauerten; Infertilität bei

Männern und/oder schlechte Spermienqualität. Eine

Normalisierung oder Verbesserung der Spermienqualität wurde

nach dem Absetzen von Finasterid berichtet.

Untersuchungen

Häufig: vermindertes Ejakulatvolumen

Zusätzlich wurde in klinischen Studien und nach Markteinführung folgendes berichtet: Brustkrebs

beim Mann (siehe Abschnitt 4.4).

Kombinationstherapie mit Doxazosin

Die folgenden Nebenwirkungen wurden häufiger berichtet, wenn Finasterid Aristo 5 mg zusammen

mit dem alpha-Rezeptorenblocker Doxazosin angewendet wurde: Asthenie 16,8 % (Plazebo 7,1 %),

posturale Hypotonie 17,8 % (Plazebo 8,0 %), Schwindel 23,2 % (Plazebo 8,1 %) und

Ejakulationsstörungen 14,1 % (Plazebo 2,3 %).

Laborparameter

Bei der Bestimmung des Spiegels des prostataspezifischen Antigens (PSA) muss berücksichtigt

werden, dass der PSA-Wert unter Finasterid Aristo 5 mg um ca. 50 % erniedrigt ist (siehe

Abschnitt 4.4).

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger

Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de, anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Einzeldosen bis zu 400 mg Finasterid sowie kontinuierliche Verabreichung von bis zu 80 mg täglich

über drei Monate blieben beim Menschen ohne Nebenwirkungen.

Eine Empfehlung zur spezifischen Behandlung einer Überdosierung von Finasterid Aristo 5 mg kann

nicht gegeben werden.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe:

4-Azasteroid, 5

-Reduktase-Hemmer,

Arzneimittel zur Behandlung der benignen Prostatahyperplasie.

ATC-Code: G04C B01

Die benigne Prostatahyperplasie (BPH) tritt bei der Mehrzahl der Männer über 50 Jahre auf, und ihre

Prävalenz steigt mit höherem Lebensalter. Epidemiologische Untersuchungen lassen vermuten, dass

eine Vergrößerung der Prostata mit einem dreifach höheren Risiko für einen Harnverhalt und

urologische Operationen assoziiert ist. Bei Männern mit einer vergrößerten Prostata ist die

Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von mäßigen bis schweren urologischen Symptomen oder einer

Verringerung des Uroflows ebenfalls dreifach höher als bei Männern mit kleinerer Prostata.

Das normale Wachstum der Prostata und ihre Vergrößerung sowie die Entwicklung einer BPH sind

abhängig von Dihydrotestosteron (DHT), einem potenten Androgen. Testosteron, das von Hoden und

Nebennieren sezerniert wird, wird hauptsächlich in der Prostata, Leber und Haut durch die Typ II 5

Reduktase rasch zu DHT verstoffwechselt. In diesen Geweben erfolgt anschließend eine Bindung im

Zellkern und dadurch die Auslösung der Wirkungen des DHT.

Finasterid, der Wirkstoff von Finasterid Aristo 5 mg, ist ein kompetitiver Hemmer der humanen Typ II

-Reduktase, mit der dieser langsam einen stabilen Enzymkomplex bildet. Der Abbau dieses

Komplexes erfolgt sehr langsam (t

ca. 30 Tage). Finasterid erwies sich in vitro und in vivo als ein

spezifischer Typ II 5

-Reduktase-Hemmer ohne Affinität zum Androgenrezeptor. Eine Einzeldosis

von 5 mg Finasterid führte zu einem raschen Abfall der DHT-Konzentration im Plasma mit einem

Maximum des Abfalls nach acht Stunden. Während die Plasmaspiegel von Finasterid schwanken,

bleibt der DHT-Plasmaspiegel über 24 Stunden konstant. Dies zeigt, dass die Plasmakonzentrationen

von Finasterid und DHT nicht direkt miteinander korrelieren.

Patienten mit BPH erhielten 5 mg Finasterid täglich über vier Jahre. Die DHT-Konzentration wurde

dabei um ca. 70 % gesenkt, verbunden mit einer mittleren Reduktion des Prostatavolumens um ca.

20 % (Medianwert), das mittels transrektaler Sonographie gemessen wurde. Zusätzlich wurde auch das

prostataspezifische Antigen (PSA) um ca. 50 % seines Ausgangswertes gesenkt. Dies lässt auf einen

Rückgang des epithelialen Zellwachstums in der Prostata schließen. Die Reduktion der DHT-Spiegel

und die Verkleinerung der hyperplastischen Prostata zusammen mit verminderten PSA-Spiegeln

blieben in klinischen Studien von bis zu vier Jahren Therapiedauer erhalten. Die Testosteronspiegel

stiegen dabei um etwa 10-20 % an und blieben damit innerhalb des physiologischen Bereichs.

Bei Patienten, die Finasterid 7-10 Tage vor Prostatektomie erhielten, führte Finasterid zu einer

Senkung des DHT im Prostatagewebe um ca. 80 %. Die Testosteronkonzentration im Prostatagewebe

stieg bis um das 10fache über den Ausgangswert an.

Bei Probanden erreichten die DHT-Spiegel nach Beendigung einer 14-tägigen Einnahme von

Finasterid innerhalb von etwa zwei Wochen wieder die Ausgangswerte. Bei Patienten, die drei Monate

behandelt wurden, stieg das Prostatavolumen, welches um ca. 20 % verringert war, ca. drei Monate

nach Ende der Behandlung wieder annähernd auf den Ausgangswert an.

Finasterid hatte in Plazebo-kontrollierten Studien keinen Einfluss auf die Spiegel von Hydrocortison,

Östradiol, Prolaktin, thyreostimulierendem Hormon (TSH) und Thyroxin. Kein klinisch bedeutsamer

Effekt wurde auf das Plasma-Lipidprofil (wie Gesamt-, LDL-, HDL-Cholesterin und Triglyzeride)

oder auf die mineralische Knochendichte beobachtet. Bei Patienten, die 12 Monate behandelt wurden,

stieg das luteinisierende Hormon (LH) bzw. das follikelstimulierende Hormon (FSH) um etwa 15 %

bzw. 9 % an. Diese Werte blieben innerhalb des physiologischen Bereichs. Die durch das

Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH) stimulierten Spiegel von LH und FSH waren nicht

verändert; dies bedeutet, dass die hypophysäre Kontrolle der Gonaden nicht beeinträchtigt wird.

Zur Beurteilung von Sperma-Parametern wurde Finasterid über 24 Wochen gesunden Probanden

verabreicht. Die Konzentration der Spermien, die Mobilität und die Morphologie der Spermien oder

der pH-Wert wurden nicht klinisch relevant beeinflusst. Das Ejakulatvolumen nahm im Median um

0,6 ml ab bei einer gleichzeitigen Reduktion der Gesamtzahl der Spermien pro Ejakulat. Diese

Parameter blieben innerhalb des normalen Bereichs und erreichten nach Beendigung der Therapie

wieder die Ausgangswerte.

Finasterid hemmt offensichtlich die Metabolisierung der C19- und C21-Steroide und scheint einen

Hemmeffekt auf die Aktivität der hepatischen und peripheren Typ II 5

-Reduktase zu haben. Die

Metaboliten von DHT im Serum, Androstendiolglucuronid und Androsteronglucuronid, waren

ebenfalls signifikant vermindert. Dieses Metabolitenmuster ähnelt dem bei Personen mit hereditärem

Typ II 5

-Reduktase-Mangel. Die Betroffenen weisen deutlich erniedrigte DHT-Spiegel und eine

kleine Prostata auf. Sie entwickeln keine BPH. Bei ihnen zeigen sich Veränderungen im

Urogenitalbereich bei der Geburt und Abweichungen bei biochemischen Parametern. Ansonsten bleibt

der Typ II 5

-Reduktase-Mangel ohne klinisch bedeutsame Folgen.

Die Ergebnisse der nachstehend beschriebenen Studien, die ein vermindertes Risiko für einen akuten

Harnverhalt und für die Notwendigkeit chirurgischer Interventionen, Linderung der BPH-bedingten

Symptome, verstärkten maximalen Harnfluss und ein vermindertes Prostatavolumen zeigten, lassen

darauf schließen, dass Finasterid bei Männern mit vergrößerter Prostata ein Aufhalten der BPH-

Progression bewirkt.

Eine erste klinische Prüfung von Finasterid (5 mg/Tag) bei Patienten mit BPH-Symptomen und durch

digitale rektale Untersuchung festgestellter Prostatavergrößerung erfolgte in zwei einjährigen Plazebo-

kontrollierten, randomisierten Doppelblindstudien der Phase III und in deren fünfjährigen offenen

Anschlussstudien. Die zusätzlichen fünf Behandlungsjahre schlossen 234 der 536 Patienten ab, die in

den Doppelblindstudien randomisiert der Behandlung mit Finasterid (5 mg/Tag) zugeordnet worden

waren; die Auswertung erfolgte anhand der Daten dieser 234 Patienten. Die Zielkriterien der

Wirksamkeit waren der Symptomenscore, die maximale Harnflussrate und das Prostatavolumen.

Des Weiteren wurde Finasterid in der Long-Term Efficacy and Safety Study (PLESS), einer

vierjährigen, doppelblinden, randomisierten, Plazebo-kontrollierten Multizenterstudie, geprüft. In

dieser Studie wurde untersucht, welche Auswirkungen die Therapie mit Finasterid (5 mg/Tag) auf die

Symptome der BPH und die BPH-bezogenen urologischen Ereignisse hat (chirurgische Intervention

[z. B. transurethrale Resektion der Prostata, TURP, oder Prostatektomie] oder akuter Harnverhalt, der

eine Katheterisierung erfordert). Insgesamt 3.040 Patienten (Alter 45-78 Jahre) mit mäßiggradigen bis

schweren BPH-Symptomen und einer durch digitale rektale Untersuchung festgestellten Prostata-

vergrößerung wurden randomisiert der Behandlung mit Finasterid (n = 1.524) bzw. Plazebo (n =

1.516) zugeführt; 3.016 Patienten waren auswertbar. Insgesamt 1.883 Patienten schlossen die

vierjährige Studie ab (1.000 in der Finasterid- und 883 in der Plazebogruppe). Geprüft wurden auch

die Wirkungen auf die maximale Harnflussrate und das Prostatavolumen.

Wirkung auf akute Harnretention und die Notwendigkeit chirurgischer Interventionen

In der vierjährigen PLESS-Studie wurde bei 13,2 % der Patienten unter Plazebo im Vergleich zu

6,6 % der Patienten unter Finasterid ein chirurgischer Eingriff oder eine Katheterisierung wegen eines

akuten Harnverhalts erforderlich, wodurch gezeigt wurde, dass im Zeitraum von vier Jahren durch die

Gabe von Finasterid das Risiko für eine chirurgische Intervention oder akute Harnretention um

insgesamt 51 % verringert wurde. Das Risiko für eine chirurgische Intervention sank unter Finasterid

um 55 % (10,1 % unter Plazebo vs. 4,6 % unter Finasterid), das Risiko für eine akute Harnretention

wurde um 57 % vermindert (6,6 % unter Plazebo vs. 2,8 % unter Finasterid). Diese

Risikoverringerung war schon bei der ersten Nachuntersuchung nach vier Monaten evident und blieb

während der gesamten vierjährigen Studiendauer aufrechterhalten (siehe Abb. 1 und 2). In Tabelle 1

sind die Häufigkeiten und die Risikoverringerung urologischer Ereignisse während der Studie

zusammengestellt.

Abbildung 1

Prozentsatz Patienten, bei denen ein chirurgischer Eingriff wegen BPH

(einschließlich TURP) erfolgte

Finasterid

Plazebo

Beobachtungszeit (Monate)

Prozentsatz Patienten

Tabelle 1

Häufigkeit urologischer Ereignisse und Risikominderung durch Finasterid im Zeitraum von

vier Jahren

Prozentsatz Patienten

Urologische Ereignisse

Plazebo

(n = 1.503)

Finasterid

5 mg

(n = 1.513)

Risiko-

reduktion

Chirurgische Intervention oder

akute Harnretention

Chirurgische Intervention†

TURP

13,2 %

6,6 %

51 %*

10,1 %

8,3 %

4,6 %

4,2 %

55 %*

49 %*

Akute Harnretention

6,6 %

2,8 %

57 %*

†Eingriff in Zusammenhang mit der BPH

*p < 0,001

Wirkung auf den Symptomenscore

In den beiden einjährigen Phase III-Studien fand sich schon in der zweiten Woche eine Verringerung

des durchschnittlichen Symptomenscores im Vergleich zum Ausgangswert. Nach sieben und nach

zehn Monaten wurde in diesen Studien eine signifikante Besserung der Beschwerden im Vergleich

zum Befund unter Plazebo festgestellt. In einigen Fällen kam es schon sehr früh zu einer Besserung

der urologischen Symptome, in der Regel war jedoch ein Behandlungszeitraum von sechs Monaten

erforderlich, um günstige Wirkungen im Sinne einer symptomatischen Besserung festzustellen. Die

Abbildung 2

Prozentsatz Patienten, bei denen ein akuter Harnverhalt

(spontan und von anderen Faktoren ausgelöst) auftrat

Finasterid

Plazebo

Beobachtungszeit (Monate)

Prozentsatz Patienten

Besserung der BPH-Symptome blieb während des ersten Studienjahres und während der fünfjährigen

Verlängerungsstudie aufrechterhalten.

In der vierjährigen PLESS-Studie litten die Patienten zu Beginn unter mäßiggradigen bis schweren

Symptomen (im Durchschnitt ca. 15 Punkte auf einer Skala mit 0-34 Punkten). Bei den Patienten, bei

denen die Therapie während der gesamten Dauer der vierjährigen Studie fortgeführt wurde, besserte

sich unter Finasterid der Symptomenscore um 3,3 Punkte im Vergleich mit 1,3 Punkten (p < 0,001)

unter Plazebo. Eine Besserung des Symptomenscores war bei den Patienten unter Behandlung mit

Finasterid schon im ersten Jahr festzustellen und diese Besserung setzte sich bis zum vierten Jahr fort.

Bei den Patienten unter Plazebo kam es in einigen Fällen zwar zu einer Besserung des Sym-

ptomenscores während des ersten Jahres, danach jedoch erfolgte eine Verschlechterung. Die stärkste

Besserung des Symptomenscores fand sich meist bei Patienten, bei denen zu Studienbeginn

mäßiggradige bis schwere Symptome vorgelegen hatten.

Wirkung auf die maximale Harnflussrate

In den beiden einjährigen Phase III-Studien fand sich schon in der zweiten Woche ein signifikanter

Anstieg der maximalen Harnflussrate im Vergleich zum Ausgangswert. Im vierten und im siebten

Monat dieser Studien wurde ein signifikanter Anstieg der maximalen Harnflussrate im Vergleich zum

Befund unter Plazebo festgestellt. Diese Wirkung blieb während des ersten Studienjahres und während

der fünfjährigen Verlängerungsstudie aufrechterhalten.

In der vierjährigen PLESS-Studie fand sich ab dem vierten Monat ein deutlicher Unterschied zwischen

den Behandlungsgruppen zugunsten von Finasterid im Hinblick auf die maximale Harnflussrate.

Dieser Unterschied blieb während der gesamten Studie aufrechterhalten. Bei Studienbeginn betrug die

durchschnittliche maximale Harnflussrate in beiden Behandlungsgruppen ca. 11 ml/sek. Bei den

Patienten, bei denen die Therapie über die gesamte Studiendauer fortgeführt wurde und bei denen

auswertbare Harnflussdaten vorlagen, nahm die maximale Harnflussrate unter Finasterid um

durchschnittlich 1,9 ml/sek im Vergleich zu 0,2 ml/sek unter Plazebo zu.

Wirkung auf das Prostatavolumen

In den beiden einjährigen Phase III-Studien betrug das Prostatavolumen bei Studienbeginn im

Durchschnitt 40-50 cm3. In beiden Studien fand sich schon bei der ersten Nachuntersuchung nach drei

Monaten eine signifikante Verringerung des Prostatavolumens, sowohl im Vergleich zum

Ausgangswert als auch im Vergleich zu Plazebo. Diese Wirkung blieb während des ersten

Studienjahres und während der fünfjährigen Verlängerungsstudie aufrechterhalten.

In der vierjährigen PLESS-Studie wurde in einer Untergruppe von Patienten (n = 284) das

Prostatavolumen in jährlichen Abständen kernspintomographisch untersucht. Bei den Patienten unter

Behandlung mit Finasterid fand sich eine Verringerung des Prostatavolumens, sowohl im Vergleich

zum Ausgangswert als auch im Vergleich zu Plazebo während des gesamten vierjährigen

Studienverlaufs. Bei den Patienten dieser Untergruppe, bei denen die Therapie während der gesamten

Studiendauer fortgeführt wurde, senkte Finasterid das Prostatavolumen um 17,9 % (von 55,9 cm

Beginn auf 45,8 cm

nach vier Jahren), während es in der Plazebogruppe zu einer Zunahme des

Prostatavolumens um 14,1 % kam (von 51,3 cm

auf 58,5 cm

) (p < 0,001).

Das Prostatavolumen als Prädiktor für den Therapieerfolg

Eine Metaanalyse aus sieben doppelblinden, Plazebo-kontrollierten Einjahres-Studien mit ähnlichem

Studiendesign mit insgesamt 4.491 Patienten mit symptomatischer BPH zeigte, dass bei den mit

Finasterid behandelten Patienten das Ausmaß der Symptomverbesserung und der Erhöhung der

maximalen Harnflussrate bei Patienten mit einer vergrößerten Prostata (ab ca. 40 cm

) größer waren.

Wirkung auf die klinische Progression der BPH (Kombination mit Doxazosin)

Die Medical Therapy of Prostatic Symptoms (MTOPS) Studie war eine doppelblinde, randomisierte,

Plazebo-kontrollierte Multizenterstudie über im Mittel fünf Jahre mit 3.047 Männern mit

symptomatischer BPH, die randomisiert entweder Finasterid 5 mg/Tag (n=768), Doxazosin 4 oder

8 mg/Tag (n=756), die Kombination von Finasterid 5 mg/Tag mit Doxazosin 4 oder 8 mg/Tag

(n=786), oder Plazebo (n=737) erhielten.

Die Doxazosindosis wurde wöchentlich erhöht, beginnend von 1 mg, über 2 mg, dann 4 mg bis hin zu

8 mg. Nur die Patienten, die eine Dosierung von 4 mg oder 8 mg vertrugen, verblieben in der Studie.

Der primäre Endpunkt war die Zeitdauer von Randomisierung bis zur klinischen Progression der BPH,

die definiert wurde als erstmaliges Auftreten von einem der folgenden Ereignisse: ein um

4 Punkte

gesicherter Anstieg im Symptomenscore, akute Harnretention, BPH-abhängige Niereninsuffizienz

(Kreatininanstieg), wiederholte Infektionen der Harnwege oder Urosepsis, oder Inkontinenz.

Im Vergleich zu Plazebo verringerte die Behandlung mit Finasterid, Doxazosin oder der

Kombinationstherapie signifikant das Risiko einer klinischen Progression der BPH. Die

Kombinationstherapie reduzierte das Risiko einer klinischen Progression der BPH in signifikant

größerem Ausmaß als Finasterid oder Doxazosin allein. Letztere unterschieden sich nicht signifikant

(siehe Abb. 3).

Weitere klinische Studien

Aus einer 7-jährigen Plazebo-kontrollierten Studie an 18.882 gesunden Männern (≥ 55 Jahre), mit

normalem rektalen Tastbefund und einem PSA ≤ 3,0 ng/ml lagen für 9.060 Männer die Daten einer

Nadelbiopsie der Prostata zur Analyse vor. Dabei wurden Prostatakarzinome bei 803 Männern

(18,4 %) unter Finasterid und bei 1.147 Männern (24,4 %) unter Plazebo festgestellt.

In der Gruppe unter Finasterid wurden durch die Nadelbiopsie bei 280 Männern (6,4 %)

Prostatakarzinome mit einem Gleason-Score zwischen 7-10 entdeckt, in der Plazebo-Gruppe dagegen

bei 237 Männern (5,1 %). Zusätzliche Analysen legen nahe, dass die erhöhte Prävalenz von

Prostatakarzinomen mit einem schlechteren Differenzierungsgrad in der Gruppe unter Finasterid durch

eine systematische Erfassungsabweichung auf Grund der Wirkung von Finasterid auf das

Prostatavolumen erklärt werden kann. Ca. 98 % aller in dieser Studie diagnostizierten Fälle von

Prostatakarzinomen wurden bei Diagnosestellung als intrakapsulär klassifiziert (klinisches Stadium T1

oder T2). Die klinische Bedeutung dieser Ergebnisse (Gleason 7-10 Daten) ist unklar.

Abbildung 3

Kumulative Inzidenz der klinischen Progression einer BPH

bei den Behandlungsgruppen

Combination

Finasteride

Doxazosin

Placebo

Ereignis (%)

Studiendauer (Jahre)

Diese Informationen könnten für Männer, die derzeit auf Grund einer BPH mit Finasterid therapiert

werden, von Bedeutung sein. Finasterid ist nicht zur Verminderung des Risikos der Entwicklung von

Prostatakarzinomen indiziert.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Nach oraler Gabe von

C-Finasterid wurden beim Menschen von der verabreichten Dosis 39 % in

Form von Metaboliten im Harn und 57 % mit den Faeces ausgeschieden. Praktisch erscheint kein

unverändertes Finasterid im Harn. Es wurden bei dieser Untersuchung zwei Metaboliten identifiziert,

die nur einen Bruchteil der 5

-Reduktase-Hemmaktivität von Finasterid aufweisen.

Plasmaspitzenspiegel werden etwa zwei Stunden nach Einnahme erreicht. Die Resorptionsdauer

beträgt 6-8 Stunden. Die mittlere Eliminationshalbwertszeit beträgt ca. 6 Stunden. Die Plasma-

Proteinbindung liegt bei etwa 93 %. Die Plasma-Clearance beträgt ca. 165 ml/min, das scheinbare

Verteilungsvolumen ca. 76 Liter. In einer Studie mit wiederholten Gaben zeigte sich eine langsame

Kumulation geringer Mengen von Finasterid, der Talspiegel liegt bei einer täglichen Gabe von 5 mg

im Steady State kontinuierlich bei 8-10 ng/ml.

Die Elimination von Finasterid ist geringfügig erniedrigt bei älteren Patienten. Die

Eliminationshalbwertszeit verlängert sich mit steigendem Alter von etwa 6 Stunden bei Männern von

18-60 Jahren auf ca. 8 Stunden bei Männern über 70. Da dieser Befund ohne klinische Relevanz ist,

wird eine Dosisreduktion nicht erforderlich. Bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz

(Kreatinin-Clearance von 9 bis 55 ml/min/1,73 m

) unterschied sich die charakteristische Kinetik nach

einer Einmalgabe von

C-Finasterid nicht von derjenigen bei Probanden. Auch bei der Proteinbindung

gab es keine Unterschiede. Ein Teil der Metaboliten, der sonst über die Nieren ausgeschieden wird,

erschien hier in den Faeces. Die vermehrte Ausscheidung über die Faeces kompensiert offenbar die

verminderte Ausscheidung der Metaboliten über die Nieren. Eine Dosisanpassung ist bei nicht

dialysepflichtigen Patienten mit einer Niereninsuffizienz nicht erforderlich. Erkenntnisse mit

Finasterid bei dialysepflichtigen Patienten liegen nicht vor.

Finasterid wurde im Liquor (CSF) von Patienten nach einer 7-10-tägigen Behandlung nachgewiesen;

es scheint sich jedoch nicht bevorzugt im Liquor anzureichern.

Finasterid wurde auch in der Samenflüssigkeit von Männern nachgewiesen, die eine Dosis von

5 mg/Tag erhielten. Die Menge entsprach höchstens 1/50 bis 1/100 der Mindestdosis (5

g), die

erforderlich ist, um beim Mann den zirkulierenden DHT-Spiegel zu senken.

Bezogen auf eine intravenöse Referenzdosis beträgt die Bioverfügbarkeit etwa 80 %. Diese wird durch

Nahrungsaufnahme nicht beeinträchtigt.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Basierend auf den konventionellen Studien zur Toxizität bei wiederholter Gabe, Genotoxizität und

zum kanzerogenen Potential lassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den

Menschen erkennen. In Reproduktionstoxizitätsstudien an männlichen Ratten kam es zu einer

Gewichtsreduktion der Prostata und der Samenbläschen, einer verminderten Sekretion den

akzessorischen Geschlechtsdrüsen und einem geringeren Fertilitätsindex (aufgrund der primären

pharmakologischen Wirkung von Finasterid). Die klinische Bedeutung dieser Beobachtungen ist noch

unklar.

Wie bei anderen 5

-Reduktase-Hemmern zeigte sich nach Finasteridgabe in der Gravidität eine

Feminisierung männlicher Feten bei Ratten. Eine intravenöse Gabe von Finasterid bei trächtigen

Rhesusaffen in Dosen bis zu 800 ng/Tag während der gesamten embryonalen und fetalen

Entwicklungsphase führte nicht zu Anomalien der männlichen Feten. Diese Dosis liegt ca. 60-120 mal

höher als die geschätzte Menge im Samen eines Mannes, der 5 mg Finasterid eingenommen hat, und

der eine Frau durch den Samen ausgesetzt sein könnte. Die Relevanz des Modells der Rhesusaffen für

die Entwicklung eines menschlichen Feten wurde dadurch bestätigt, dass 2 mg/kg/Tag Finasterid oral

bei trächtigen Affen zu Anomalien bei den männlichen Feten führten (die systemische Exposition

[AUC] bei Affen war etwas höher [3x] als die bei Männern unter 5 mg Finasterid oder das 1-

2Millionenfache der geschätzten Menge Finasterid im Samen). Unter allen Dosierungen wurden keine

anderen Anomalien bei männlichen Feten und keine mit Finasterid assoziierten Anomalien bei

weiblichen Feten beobachtet.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Tablettenkern:

Lactose-Monohydrat,

Mikrokristalline Cellulose,

Vorverkleisterte Maisstärke,

Macrogolglycerollaurate (Ph. Eur.),

Poly(O-carboxymethyl)stärke, Natriumsalz,

Magnesiumstearat, pflanzlich (Ph. Eur,) (E572)

Filmüberzug:

Hypromellose

Titandioxid (E171)

Indigocarmin

Macrogol 6000

6.2

Inkompatibilitäten

Inkompatibilitäten sind bisher nicht bekannt.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre.

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Blister (Aluminium/PVC; Aluminium/Aluminium)

Packungsgrößen:

10, 30, 50, 100 Tabletten in Standard-Blistern

Es werden möglicherweise nicht alle Packungen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur

Handhabung

Keine.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

Aristo Pharma GmbH

Wallenroder Straße 8-10

13435 Berlin

Deutschland

Tel.: +49 30 71094-4200

Fax: + 49 30 71094-4250

8.

ZULASSUNGSNUMMER

67096.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG ZULASSUNG/ DER VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

24.05.2007

10.

STAND DER INFORMATION

Juni 2018

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig.

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