Femoston mono 2mg Filmtabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

Kaufe es jetzt

Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Estradiol-Hemihydrat
Verfügbar ab:
Mylan Healthcare GmbH
ATC-Code:
G03CA03
INN (Internationale Bezeichnung):
Estradiol hemihydrate
Darreichungsform:
Filmtablette
Zusammensetzung:
Estradiol-Hemihydrat 2.06mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
26518.00.00

Gebrauchsinformation: Information für die Anwenderin

Femoston® mono 2 mg Filmtabletten

Estradiol

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme

dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte

weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden

haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies

gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe

Abschnitt 4.

Der komplette Name des Medikamentes ist Femoston mono 2 mg Filmtabletten. In dieser

Packungsbeilage wird der kürzere Name Femoston mono verwendet.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Femoston mono und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Femoston mono beachten?

Wie ist Femoston mono einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Femoston mono aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Femoston mono und wofür wird es angewendet?

Femoston mono ist ein Präparat zur Hormonersatzbehandlung (englisch: Hormone Replacement

Therapy, HRT). Es enthält das weibliche Geschlechtshormon Estradiol.

Femoston mono wird bei Frauen nach den Wechseljahren angewendet, deren letzte

Monatsblutung (Menopause) mindestens 6 Monate zurückliegt.

Femoston mono wird angewendet zur

Linderung von Beschwerden nach den Wechseljahren

Während der Wechseljahre nimmt die Bildung des körpereigenen Estrogens der Frau ab. Dies

kann Beschwerden verursachen, die sich als Hitzeschübe im Gesicht, Hals und Brustbereich

(sogenannte Hitzewallungen) äußern. Femoston mono lindert diese nach der Menopause

auftretenden Beschwerden. Femoston mono wird Ihnen nur verordnet, wenn Ihre Beschwerden

Sie erheblich in Ihrem alltäglichen Leben beeinträchtigen.

Vorbeugung von Osteoporose

Nach der Menopause können bei einigen Frauen die Knochen brüchig werden (Osteoporose). Sie

sollten mit Ihrem Arzt alle zur Verfügung stehenden Behandlungsmöglichkeiten besprechen. Sie

können Femoston mono zur Vorbeugung einer Osteoporose nach der Menopause anwenden,

wenn bei Ihnen ein erhöhtes Risiko für Osteoporose-bedingte Knochenbrüche besteht und andere

Arzneimittel für Sie nicht geeignet sind.

Ältere Patientinnen

Es liegen nur begrenzte Erfahrungen bei der Behandlung von Frauen über 65 Jahren vor.

H:\PH-Regar\Deutschland\Gyn\Estradiol\Femoston mono 2 mg\V 2019-04 MHC address change\AMG-EV Freigabe\palde-femo-mono-

addresschange-2019-04-clean.docx

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Femoston mono beachten?

Krankengeschichte und regelmäßige Kontrolluntersuchungen:

Eine Hormonersatzbehandlung ist mit Risiken verbunden, welche vor der Entscheidung, die

Behandlung zu beginnen bzw. fortzusetzen, beachtet werden müssen.

Erfahrungen bei der Behandlung von Frauen mit vorzeitiger Menopause (infolge eines Versagens

der Funktion der Eierstöcke oder deren chirurgischer Entfernung) liegen nur begrenzt vor. Wenn

bei Ihnen eine vorzeitige Menopause vorliegt, können sich die Risiken der

Hormonersatzbehandlung von denen anderer Frauen unterscheiden. Bitte fragen Sie hierzu Ihren

Arzt.

Bevor Sie eine Hormonersatzbehandlung beginnen (oder wieder aufnehmen), wird Ihr Arzt Ihre

eigene Krankengeschichte und die Ihrer Familie erfassen. Ihr Arzt wird über die Notwendigkeit

einer körperlichen Untersuchung entscheiden. Diese kann, falls erforderlich, die Untersuchung der

Brüste und/oder eine Unterleibsuntersuchung einschließen.

Nachdem Sie mit der Hormonersatzbehandlung begonnen haben, sollten Sie Ihren Arzt

regelmäßig (mindestens 1-mal pro Jahr) zur Durchführung von Kontrolluntersuchungen aufsuchen.

Besprechen Sie bitte anlässlich dieser Untersuchungen mit Ihrem Arzt den Nutzen und die Risiken,

die mit einer Fortführung der Behandlung mit Femoston mono verbunden sind.

Gehen Sie bitte regelmäßig, wie von Ihrem Arzt empfohlen, zur Vorsorgeuntersuchung Ihrer

Brüste.

Femoston mono darf nicht eingenommen werden

wenn die nachfolgend genannten Punkte auf Sie zutreffen. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob

dies der Fall ist, sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt, bevor Sie Femoston mono einnehmen.

Femoston mono darf nicht eingenommen, wenn

Sie überempfindlich (allergisch) gegen Estradiol oder einen der im Abschnitt 6 genannten

sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind

Sie noch Ihre Gebärmutter haben und kein Gestagen zusätzlich einnehmen/anwenden

Sie an Brustkrebs erkrankt sind oder früher einmal erkrankt waren bzw. ein entsprechender

Verdacht besteht

Sie an einer Form von Krebs leiden, dessen Wachstum von Estrogenen abhängig ist, z.B.

Krebs der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) bzw. ein entsprechender Verdacht besteht

vaginale Blutungen unklarer Ursache auftreten

eine unbehandelte übermäßige Verdickung der Gebärmutterschleimhaut

(Endometriumhyperplasie) vorliegt

sich bei Ihnen ein Blutgerinnsel in einer Vene (Thrombose) gebildet hat bzw. früher einmal

gebildet hatte, z.B. in den Beinen (Thrombose in den tiefen Venen) oder in der Lunge

(Lungenembolie)

Sie unter einer Blutgerinnungsstörung leiden (z.B. Protein-C-, Protein-S- oder Antithrombin-

Mangel)

Sie eine Krankheit haben bzw. früher einmal hatten, die durch Blutgerinnsel in den Arterien

verursacht wird, z.B. Herzinfarkt, Schlaganfall oder anfallsartig auftretende

Brustschmerzen mit Brustenge (Angina pectoris)

Sie eine Lebererkrankung haben oder früher einmal hatten und sich die Leberfunktionswerte

noch nicht normalisiert haben

Sie unter einer seltenen, erblich bedingten Blutkrankheit leiden, der so genannten Porphyrie

Wenn eine der oben genannten Krankheiten während der Einnahme von Femoston mono

erstmalig auftritt, beenden Sie bitte sofort die Behandlung und suchen Sie unverzüglich Ihren Arzt

auf.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Femoston mono einnehmen.

H:\PH-Regar\Deutschland\Gyn\Estradiol\Femoston mono 2 mg\V 2019-04 MHC address change\AMG-EV Freigabe\palde-femo-mono-

addresschange-2019-04-clean.docx

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie jemals von einem der nachfolgend aufgeführten

gesundheitlichen Probleme betroffen waren, da diese während der Behandlung mit Femoston

mono wieder auftreten oder sich verschlimmern können. In diesem Fall sollten Sie Ihren Arzt

häufiger zur Durchführung von Kontrolluntersuchungen aufsuchen:

Gutartige Geschwülste in der Gebärmutter (Myome)

Wachstum von Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter (Endometriose) oder

früher aufgetretenes übermäßiges Wachstum der Gebärmutterschleimhaut

(Endometriumhyperplasie)

erhöhtes Risiko für die Bildung von Blutgerinnseln (siehe „Venöse Blutgerinnsel

(Thrombosen)“)

erhöhtes Risiko für estrogenabhängigen Krebs (z.B. wenn Ihre Mutter, Schwester oder

Großmutter Brustkrebs hatten)

Bluthochdruck

Lebererkrankung, z.B. ein gutartiger Lebertumor

Zuckerkrankheit (Diabetes) mit oder ohne Beteiligung der Gefäße

Gallensteine

Migräne oder (schwere) Kopfschmerzen

Erkrankung des Immunsystems, die viele Organfunktionen des Körpers beeinträchtigt

(Systemischer Lupus erythematodes (SLE)

Epilepsie

Asthma

Erkrankung, die das Trommelfell und das Gehör beeinträchtigt (Otosklerose)

sehr hohe Blutfettwerte (Triglyzeride)

Flüssigkeitseinlagerung infolge von Herz- oder Nierenerkrankungen

Sie müssen die Behandlung sofort abbrechen und einen Arzt aufsuchen

wenn während der Einnahme der Hormonersatzbehandlung eine der folgenden Krankheiten bzw.

Situationen auftritt:

Krankheiten, die im Abschnitt „Femoston mono darf nicht eingenommen werden" erwähnt sind

Gelbfärbung Ihrer Haut oder des Weißes Ihrer Augen (Gelbsucht). Dies kann auf eine

Lebererkrankung hinweisen

deutliche Erhöhung Ihres Blutdrucks (Beschwerden können Kopfschmerzen, Müdigkeit und

Schwindel sein)

migräneartige Kopfschmerzen, die erstmalig auftreten

wenn Sie schwanger werden

wenn Sie Anzeichen für Blutgerinnsel bemerken, z.B.

schmerzhafte Schwellung und Rötung der Beine

plötzliche Brustschmerzen

Atemnot

Weitere Informationen hierzu finden Sie unter „Venöse Blutgerinnsel (Thrombosen)“.

Hinweis: Femoston mono ist kein Mittel zur Empfängnisverhütung. Wenn seit Ihrer letzten

Monatsblutung weniger als 12 Monate vergangen sind oder wenn Sie jünger als 50 Jahre sind,

kann die Anwendung von zusätzlichen Methoden zur Schwangerschaftsverhütung erforderlich

sein. Fragen Sie hierzu Ihren Arzt um Rat.

Hormonersatzbehandlung und Krebs

Übermäßige Verdickung der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumhyperplasie) und Krebs

der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumkarzinom)

Während einer Estrogen-Monotherapie erhöht sich das Risiko für eine übermäßige Verdickung

der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumhyperplasie) und für Krebs der

Gebärmutterschleimhaut (Endometriumkarzinom).

H:\PH-Regar\Deutschland\Gyn\Estradiol\Femoston mono 2 mg\V 2019-04 MHC address change\AMG-EV Freigabe\palde-femo-mono-

addresschange-2019-04-clean.docx

Die Einnahme/Anwendung eines Gestagens ergänzend zum Estrogen über mindestens 12 Tage

pro 28-Tage-Zyklus schützt Sie vor diesem zusätzlichen Risiko. Daher wird Ihnen Ihr Arzt, wenn

Sie Ihre Gebärmutter noch haben, zusätzlich ein Gestagen verordnen. Wenn Ihre Gebärmutter

entfernt wurde (Hysterektomie), sprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob Sie Femoston mono bedenkenlos

ohne zusätzliche Anwendung eines Gestagens einnehmen können.

Zum Vergleich

Bei durchschnittlich 5 von 1.000 Frauen, die noch eine Gebärmutter haben und keine

Hormonersatzbehandlung anwenden, wird im Alter zwischen 50 und 65 Jahren Krebs der

Gebärmutterschleimhaut diagnostiziert. Demgegenüber werden bei Frauen, die noch eine

Gebärmutter haben und die eine Hormonersatzbehandlung nur mit einem Estrogenpräparat

durchführen, im Alter zwischen 50 und 65 Jahren, abhängig von der Dosis und der

Behandlungsdauer, 10 bis 60 Fälle von Krebs der Gebärmutterschleimhaut pro 1.000 Frauen

diagnostiziert (d. h. zwischen 5 und 55 zusätzliche Fälle).

Unerwartete Blutungen

Wurde Ihnen Femoston mono in Kombination mit einem Gestagen verordnet, lassen Sie sich von

Ihrem Arzt über das zu erwartende Blutungsmuster aufklären. Unerwartete Blutungen und

Schmierblutungen können während der ersten Monate der Behandlung auftreten. Wenn die

unregelmäßigen Blutungen jedoch:

über die ersten 6 Behandlungsmonate hinaus anhalten

einsetzen, nachdem Sie Femoston mono bereits seit über 6 Monaten eingenommen haben

nach Abbruch der Behandlung anhalten

suchen Sie bitte sobald wie möglich Ihren Arzt auf.

Brustkrebs

Es gibt Hinweise auf ein erhöhtes Brustkrebsrisiko bei kombinierter Hormonersatzbehandlung mit

Estrogen und Gestagen und möglicherweise auch bei alleiniger Anwendung von Estrogen. Das

zusätzliche Risiko hängt von der Dauer der Hormonersatzbehandlung ab und zeigt sich innerhalb

weniger Jahre. Nach Beendigung der Behandlung kehrt das Risiko jedoch innerhalb weniger Jahre

(meistens 5 Jahre) wieder zurück auf den Stand bei Nichtanwenderinnen.

Bei Frauen, deren Gebärmutter entfernt wurde und die eine Hormonersatzbehandlung mit

Estrogen-Monopräparaten 5 Jahre lang anwenden, wurde kein oder nur ein geringfügig erhöhtes

Brustkrebsrisiko nachgewiesen.

Zum Vergleich

Bei Frauen im Alter von 50 bis 79 Jahren, die keine Hormonersatzbehandlung anwenden, werden

durchschnittlich 9 bis 17 Brustkrebsfälle pro 1.000 Frauen innerhalb eines Zeitraums von 5 Jahren

diagnostiziert. Bei Frauen im Alter von 50 bis 79 Jahren, die eine kombinierte

Hormonersatzbehandlung mit Estrogen und Gestagen über 5 Jahre anwenden, beträgt die Anzahl

13 bis 23 Fälle pro 1.000 Frauen (d. h. 4 bis 6 zusätzliche Fälle).

Untersuchen Sie regelmäßig Ihre Brüste. Suchen Sie Ihren Arzt auf, wenn Sie

Veränderungen Ihrer Brüste bemerken, z.B.

Einziehungen (Dellenbildung) in der Haut

Veränderungen der Brustwarzen

Knoten, die Sie sehen oder fühlen können

Falls Sie die Möglichkeit haben, am Programm zur Früherkennung von Brustkrebs

(Mammographie-Screening-Programm) teilzunehmen, sollten Sie dieses Angebot nutzen.

Informieren Sie die Fachkraft, die die Mammographie durchführt, dass Sie ein Arzneimittel zur

Hormonersatzbehandlung einnehmen. Arzneimittel, die zur Hormonersatzbehandlung

eingenommen werden, können das Brustgewebe dichter machen und dadurch das Ergebnis der

H:\PH-Regar\Deutschland\Gyn\Estradiol\Femoston mono 2 mg\V 2019-04 MHC address change\AMG-EV Freigabe\palde-femo-mono-

addresschange-2019-04-clean.docx

Mammographie beeinflussen. Wenn die Dichte des Brustgewebes erhöht ist, können

möglicherweise nicht alle Veränderungen erkannt werden.

Eierstockkrebs

Eierstockkrebs ist selten – viel seltener als Brustkrebs. Die Anwendung von Estrogen-

Monoarzneimitteln oder kombinierten Estrogen-Gestagen-Arzneimitteln zur

Hormonersatzbehandlung ist mit einem leicht erhöhten Risiko, Eierstockkrebs zu entwickeln,

verbunden.

Das Risiko, Eierstockkrebs zu entwickeln, ändert sich mit dem Alter. Zum Beispiel werden bei

Frauen im Alter zwischen 50 und 54 Jahren, die keine Hormonersatzbehandlung anwenden, über

einen 5-Jahres-Zeitraum etwa 2 Fälle von Eierstockkrebs pro 2.000 Frauen diagnostiziert. Bei

Frauen, die eine Hormonersatzbehandlung 5 Jahre lang anwenden, treten etwa 3 Fälle pro 2.000

Anwenderinnen auf (d. h. etwa 1 zusätzlicher Fall).

Herz-Kreislauf-Wirkungen einer Hormonersatzbehandlung

Venöse Blutgerinnsel (Thrombosen)

Das Risiko, dass sich Blutgerinnsel in den Venen (Thrombosen) bilden, ist bei Frauen, die eine

Hormonersatzbehandlung anwenden, gegenüber Nichtanwenderinnen um etwa das 1,3- bis 3-

fache erhöht. Ein erhöhtes Risiko besteht insbesondere während des ersten Einnahmejahres.

Blutgerinnsel können ernsthafte Folgen haben. Wenn ein Blutgerinnsel zu den Lungen wandert,

kann dies Brustenge, Atemnot oder einen Ohnmachtsanfall verursachen oder sogar zum Tod

führen.

Eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Blutgerinnsel bildet, besteht für Sie mit

zunehmendem Alter und wenn eine der nachfolgend genannten Bedingungen auf Sie zutrifft.

Sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt, wenn auf Sie eine der folgenden Situationen zutrifft:

wenn Sie wegen einer größeren Operation, Verletzung oder Krankheit längere Zeit nicht laufen

können (siehe auch Abschnitt 3 unter „Wenn bei Ihnen eine Operation geplant ist")

wenn Sie stark übergewichtig sind (BMI > 30 kg/m

wenn Sie unter einer Gerinnungsstörung leiden, die eine medikamentöse Langzeitbehandlung

zur Vorbeugung von Blutgerinnseln erfordert

wenn jemals bei einem nahen Verwandten von Ihnen ein Blutgerinnsel im Bein, in der Lunge

oder in einem anderen Organ aufgetreten ist

wenn Sie unter einem Systemischen Lupus erythematodes (SLE) leiden

wenn Sie Krebs haben

wenn Sie schwanger sind oder kürzlich entbunden haben (Wochenbett)

Bezüglich Anzeichen für Blutgerinnsel, siehe „Sie müssen die Behandlung sofort abbrechen und

einen Arzt aufsuchen".

Zum Vergleich

Betrachtet man Frauen im Alter zwischen 50 und 59 Jahren, die keine Hormonersatzbehandlung

anwenden, ist über einen 5-Jahres-Zeitraum durchschnittlich bei 4 bis 7 von 1.000 Frauen ein

venöses Blutgerinnsel zu erwarten.

Bei Frauen im Alter zwischen 50 und 59 Jahren, die eine Hormonersatzbehandlung mit Estrogen

und Gestagen über 5 Jahre angewendet haben, treten 9 bis 12 Thrombosefälle pro 1.000

Anwenderinnen auf (d. h. 5 zusätzliche Fälle).

Bei Frauen im Alter zwischen 50 und 59 Jahren, deren Gebärmutter entfernt wurde und die eine

Hormonersatzbehandlung nur mit Estrogen über 5 Jahre angewendet haben, treten 5 bis 8

Thrombosefälle pro 1.000 Anwenderinnen auf (d. h. 1 zusätzlicher Fall).

Herzkrankheit (Herzinfarkt)

Es liegen keine Hinweise darauf vor, dass eine Hormonersatzbehandlung einem Herzinfarkt

vorbeugt.

Bei Frauen, die älter als 60 Jahre sind und die eine kombinierte Hormonersatzbehandlung mit

H:\PH-Regar\Deutschland\Gyn\Estradiol\Femoston mono 2 mg\V 2019-04 MHC address change\AMG-EV Freigabe\palde-femo-mono-

addresschange-2019-04-clean.docx

Estrogen und Gestagen anwenden, besteht im Vergleich zu Frauen, die keine

Hormonersatzbehandlung anwenden, eine leicht erhöhte Wahrscheinlichkeit, eine Herzkrankheit

zu entwickeln.

Bei Frauen, deren Gebärmutter entfernt wurde und die nur Estrogene anwenden, wurde kein

erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer Herzkrankheit beobachtet.

Schlaganfall

Das Schlaganfallrisiko ist bei Anwenderinnen einer Hormonersatzbehandlung etwa 1,5-fach höher

als bei Nichtanwenderinnen. Die Anzahl der infolge der Anwendung einer

Hormonersatzbehandlung zusätzlich auftretenden Schlaganfälle steigt mit zunehmendem Alter.

Zum Vergleich

Betrachtet man Frauen im Alter zwischen 50 und 59 Jahren, die keine Hormonersatzbehandlung

anwenden, sind über einen 5-Jahres-Zeitraum 8 Schlaganfälle pro 1.000 Frauen zu erwarten. Bei

Frauen im Alter zwischen 50 und 59 Jahren, die eine Hormonersatzbehandlung anwenden, sind es

11 Fälle pro 1.000 Anwenderinnen (d. h. 3 zusätzliche Fälle).

Sonstige Erkrankungen

Eine Hormonersatzbehandlung beugt keinen Gedächtnisstörungen vor. Es gibt einige Hinweise auf

ein erhöhtes Risiko für Gedächtnisstörungen bei Frauen, die zu Beginn der Anwendung einer

Hormonersatzbehandlung älter als 65 Jahre waren. Fragen Sie hierzu Ihren Arzt um Rat.

Kinder und Jugendliche

Es gibt keine relevante Indikation für die Anwendung von Femoston mono bei Kindern und

Jugendlichen.

Einnahme von Femoston mono zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden,

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere

Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige

Arzneimittel, pflanzliche Präparate oder Naturheilmittel handelt.

Bestimmte Arzneimittel können die Wirkung von Femoston mono beeinträchtigen. Dies kann zu

unregelmäßigen Blutungen führen. Dazu gehören folgende Arzneimittel:

Arzneimittel gegen Epilepsie, die z.B. Phenobarbital, Phenytoin oder Carbamazepin enthalten

Arzneimittel gegen Tuberkulose, die z.B. Rifampicin oder Rifabutin enthalten

bestimmte Arzneimittel zur Behandlung von HIV-Infektionen, die z.B. Nevirapin, Efavirenz,

Ritonavir oder Nelfinavir enthalten

pflanzliche Arzneimittel, die Johanniskraut (Hypericum perforatum) enthalten

Gefährlich hohe Blutspiegel der folgenden Arzneimittel sind nach Einnahme von Femoston mono

möglich:

Tacrolimus, Cyclosporin A – verwendet z. B. nach Organtransplantationen

Fentanyl – ein Schmerzmittel

Theophyllin – angewendet bei Asthma und anderen Atemproblemen

Eine sorgfältige Überwachung des Plasmaspiegels dieser Arzneimittel über einen längeren

Zeitraum und eine Dosisreduktion können ggf. erforderlich sein.

Labortests

Wenn bei Ihnen eine Blutuntersuchung erforderlich ist, informieren Sie Ihren Arzt oder das

Laborpersonal, dass Sie Femoston mono einnehmen, da dieses Arzneimittel die Ergebnisse

einiger Laboruntersuchungen beeinträchtigen kann.

Einnahme von Femoston mono zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken

H:\PH-Regar\Deutschland\Gyn\Estradiol\Femoston mono 2 mg\V 2019-04 MHC address change\AMG-EV Freigabe\palde-femo-mono-

addresschange-2019-04-clean.docx

Femoston mono kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.

Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit

Die Einnahme von Femoston mono ist nur bei Frauen nach der Menopause vorgesehen.

Wenn Sie schwanger werden, brechen Sie die Einnahme von Femoston mono ab und suchen

Sie Ihren Arzt auf.

Femoston mono darf während der Stillzeit nicht eingenommen werden.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Femoston mono hat keinen oder einen vernachlässigbaren Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und

das Bedienen von Maschinen.

Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile von Femoston mono

Dieses Arzneimittel enthält Lactose. Bitte nehmen Sie Femoston mono daher erst nach

Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit

gegenüber bestimmten Zuckern leiden. Dies beinhaltet auch seltene erblich bedingte Störungen in

Bezug auf die Verwertung von Lactose (wie Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-

Malabsorption).

3.

Wie ist Femoston mono einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker ein.

Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Einnahmebeginn

Sollten Sie noch Ihre Regelblutung haben, so beginnt die Behandlung mit dem 1.Tag der

Regelblutung.

Sie können mit der Einnahme von Femoston mono an jedem beliebigen Tag beginnen, wenn

zur Zeit kein anderes HRT-Präparat anwenden

von einem „kontinuierlich kombinierten“ HRT-Produkt wechseln. Dies ist der Fall, wenn Sie

Tabletten einnehmen oder Pflaster anwenden, die für jeden Tag sowohl ein Estrogen als auch

ein Gestagen enthalten.

Beginnen Sie mit der Einnahme von Femoston mono am Tag nach Beendigung des 28-Tage-

Zyklus, wenn Sie

von einem „zyklischen“ oder „sequentiell kombinierten“ HRT-Produkt wechseln. Dies ist der

Fall, wenn Sie Tabletten einnehmen oder Pflaster anwenden, die für den ersten Teil Ihres

Zyklus nur Estrogen und anschließend für bis zu 14 Tage Estrogen und Gestagen enthalten.

Einnahme

Schlucken Sie die Filmtablette mit Wasser.

Sie können Ihre Filmtablette unabhängig von den Mahlzeiten einnehmen.

Nehmen Sie täglich eine Filmtablette ohne Einnahmepause zwischen den Packungen ein. Die

Wochentage sind auf der Rückseite der Blisterstreifen aufgedruckt, um Ihnen die

Einnahmekontrolle zu erleichtern.

Dosierung

Ihr Arzt wird versuchen, Ihnen die niedrigste Dosis, die zur Behandlung Ihrer Beschwerden

erforderlich ist, für die kürzest notwendige Zeit zu verordnen. Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt,

wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von Femoston mono zu stark oder zu schwach

ist.

Wenn Sie Femoston mono zur Verhinderung von Knochenschwund einnehmen, wird Ihr Arzt die

Dosierung abhängig von Ihrer Knochendichte anpassen.

H:\PH-Regar\Deutschland\Gyn\Estradiol\Femoston mono 2 mg\V 2019-04 MHC address change\AMG-EV Freigabe\palde-femo-mono-

addresschange-2019-04-clean.docx

Die Dauer der Anwendung bestimmt Ihr behandelnder Arzt.

Wenn bei Ihnen eine Operation geplant ist

Wenn bei Ihnen eine Operation geplant ist, informieren Sie den operierenden Arzt, dass Sie

Femoston mono einnehmen. Es kann möglich sein, dass Sie Femoston mono 4 bis 6 Wochen vor

der geplanten Operation absetzen müssen, um das Thromboserisiko zu verringern (siehe

Abschnitt 2 unter „Venöse Blutgerinnsel (Thrombosen)“). Fragen Sie Ihren Arzt, wann Sie die

Einnahme von Femoston mono fortsetzen können.

Wenn Sie eine größere Menge von Femoston mono eingenommen haben, als Sie sollten

Sollten Sie (oder jemand anderes) zu viele Femoston mono Filmtabletten eingenommen haben, ist

es unwahrscheinlich, dass es zu ernsthaften Beschwerden kommt.

Übelkeit, Erbrechen, Schläfrigkeit, Schwindel und Abbruchblutungen können bei einigen Frauen

auftreten. Es gibt kein spezielles Gegenmittel und die Behandlung sollte sich an den Symptomen

orientieren. Dies gilt auch für den Fall der Mehrfacheinnahme bei Kindern.

Sollten Sie jedoch beunruhigt sein, kontaktieren Sie bitte Ihren Arzt.

Wenn Sie die Einnahme von Femoston mono vergessen haben

Nehmen Sie die vergessene Filmtablette sobald wie möglich ein. Wenn jedoch mehr als 12

Stunden nach dem regulären Einnahmezeitpunkt verstrichen sind, fahren Sie mit der nächsten

Dosis fort, ohne die vergessene Filmtablette einzunehmen. Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis

ein. Wenn Sie eine Einnahme vergessen, können Blutungen oder Schmierblutungen auftreten.

Wenn Sie die Einnahme von Femoston mono abbrechen

Sie sollten die Behandlung mit Femoston mono nicht ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt beenden.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder

Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann Femoston mono Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Häufig (

kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Gewichtszunahme oder Gewichtsabnahme

Kopfschmerzen

Bauchschmerzen, Übelkeit

Ausschlag, Juckreiz

abnorme und unregelmäßige Blutungen aus der Gebärmutter oder Scheide

(Zwischenblutungen, Dysmenorrhoe, Durchbruchblutung oder Schmierblutung)

Gelegentlich (

kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Pilzinfektion der Scheide (Vaginalinfektion durch einen Pilz namens Candida albicans)

Überempfindlichkeitsreaktionen

depressive Verstimmung

Schwindel

Sehstörungen

Herzklopfen

Magenschmerzen (Dyspepsie)

Erkrankungen der Gallenblase

Hautreizungen, die zu rötlichen, empfindlichen Schwellungen führen (Erythema nodosum)

Nesselsucht (Urtikaria)

Schmerzen in den Brüsten

H:\PH-Regar\Deutschland\Gyn\Estradiol\Femoston mono 2 mg\V 2019-04 MHC address change\AMG-EV Freigabe\palde-femo-mono-

addresschange-2019-04-clean.docx

Empfindlichkeit der Brüste

Schwellungen (Ödem)

H:\PH-Regar\Deutschland\Gyn\Estradiol\Femoston mono 2 mg\V 2019-04 MHC address change\AMG-EV Freigabe\palde-femo-mono-

addresschange-2019-04-clean.docx

Selten (

kann bis zu 1 von 1000 Behandelten betreffen

Ängstlichkeit

Veränderung des Geschlechtstriebes (Zu- oder Abnahme)

Migräne

Kontaktlinsenunverträglichkeit

Blähungen, Erbrechen

übermäßiges Haarwachstum im Gesicht und am Körper (Hirsutismus), Akne

Muskelkrämpfe

Vergrößerung der Brüste

schmerzhafte Regelblutung (Dysmenorrhoe), vaginaler Ausfluss

dem prämenstruellen Syndrom vergleichbare Beschwerden (z.B.: Müdigkeit, Bauchschmerzen,

Kopfschmerzen, Empfindlichkeit der Brüste, Reizbarkeit)

Müdigkeit

Die folgenden Krankheiten wurden bei Frauen, die eine Hormonersatzbehandlung anwenden, im

Vergleich zu Nichtanwenderinnen häufiger berichtet:

Brustkrebs

übermäßiges Wachstum oder Krebs der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumhyperplasie

oder -krebs)

Eierstockkrebs

Blutgerinnsel in den Venen der Beine oder der Lunge (venöse Thromboembolie)

Herzkrankheit

Schlaganfall

Gedächtnisstörungen (Demenz), wenn die Hormonersatzbehandlung im Alter von über 65

Jahren begonnen wurde

Weitere Informationen über diese Nebenwirkungen finden Sie im Abschnitt 2 unter „Was sollten

Sie vor der Einnahme von Femoston mono beachten?".

Die Häufigkeiten der nachfolgend aufgelisteten unerwünschten Arzneimittelwirkungen sind

unbekannt, wenn diese nicht ausdrücklich aufgeführt werden.

Weitere unerwünschte Arzneimittelwirkungen, die im Zusammenhang mit einer

Estradiolbehandlung berichtet wurden.

Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen (einschließlich Zysten und Polypen)

Brustkrebs

Estrogenabhängige gutartige Neubildungen sowie bösartige Tumore, wie z.B. Krebs der

Gebärmutterschleimhaut (Endometriumkarzinom)

Eierstockkrebs

Wachstum von gutartigen Geschwülsten in der Gebärmutter (Leiomyome)

Erkrankungen des Nervensystems

Hirnleistungsstörung

Unwillkürliche Muskelzuckungen (Chorea)

Verschlechterung von Krampfanfällen (Epilepsie)

Gefäßerkrankungen

Schlaganfall

Blutgerinnsel in den Arterien (arterielle Thromboembolien), Burstenge (Angina pectoris),

Herzinfarkt

Blutgerinnsel z.B. in den Bein- oder Lungenvenen (venöse Thromboembolien oder

Lungenembolie) (siehe auch unter „Herz-Kreislauf-Wirkungen einer

Hormonersatzbehandlung“)

H:\PH-Regar\Deutschland\Gyn\Estradiol\Femoston mono 2 mg\V 2019-04 MHC address change\AMG-EV Freigabe\palde-femo-mono-

addresschange-2019-04-clean.docx

Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes

Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) bei Frauen mit vorbestehenden erhöhten

Blutspiegeln bestimmter Blutfette (Hypertriglyzeridämie)

Krankheit, bei der säurehaltiger Magensaft zurück in die Speiseröhre wandert

(gastroösophageale Refluxkrankheit), mögliche Symptome umfassen Sodbrennen und

Aufstoßen

Leber- und Gallenerkrankungen

Leberfunktionsstörungen, die manchmal mit einer Gelbfärbung der Haut (Gelbsucht),

einhergehen können. Wenn Sie eine Gelbfärbung der Haut oder des Augenweißes bemerken,

beenden Sie die Einnahme von Femoston mono und suchen Sie umgehend einen Arzt auf.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Hautschwellung v. a. im Gesichts- und Halsbereich. Dies kann zu Schwierigkeiten beim Atmen

führen (Angioödem)

rote oder braune Flecken auf der Haut (Erythema multiforme)

violette Flecken oder Punkte auf der Haut (vaskuläre Purpura)

Verfärbungen der Haut, besonders an Gesicht und Hals (auch bekannt als

„Schwangerschaftsflecken“), die auch nach Ende der Arzneimitteleinnahme fortbestehen

können (Chloasma)

Erkrankungen der Niere und der Harnwege

Harninkontinenz

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

fibrozystische Brustveränderungen (knotig verhärtete Brüste)

Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten

Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht

in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können

Nebenwirkungen auch direkt dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3

D-53175 Bonn

Website

: www.bfarm.de

anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Femoston mono aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und dem Blister „Verwendbar bis“

(“exp.“) angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den

letzten Tag des angegebenen Monats.

H:\PH-Regar\Deutschland\Gyn\Estradiol\Femoston mono 2 mg\V 2019-04 MHC address change\AMG-EV Freigabe\palde-femo-mono-

addresschange-2019-04-clean.docx

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker,

wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum

Schutz der Umwelt bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Femoston mono enthält

Der Wirkstoff ist: Estradiol

Jede Filmtablette enthält 2 mg Estradiol (entsprechend 2,06 mg Estradiol-Hemihydrat mikronisiert).

Die sonstigen Bestandteile sind:

Hypromellose, kollodiales Siliciumdioxid wasserfrei, Lactose Monohydrat, Maisstärke, Macrogol

400, Magnesiumstearat, Talkum, Titandioxid (E171), Eisen(III)hydroxid-oxid (gelb) (E172),

Eisen(III)hydroxid-oxid (schwarz) (E172), Eisen(III)hydroxid-oxid (rot) (E172).

Wie Femoston mono aussieht und Inhalt der Packung

Femoston mono sind runde, bikonvexe, ziegelrote Filmtabletten mit der Prägung „379“ auf einer

Seite, die in Blisterstreifen aus PVC mit Aluminiumschweißfolie verpackt sind.

Femoston mono ist in Packungsgrößen mit 28 und 84 (3x28) Filmtabletten erhältlich.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Mylan Healthcare GmbH

Lütticher Straße 5

53842 Troisdorf

E-Mail: mylan.healthcare@mylan.com

Hersteller

Abbott Biologicals B.V.

C.J. van Houtenlaan 36

NL-1381 CP Weesp

Niederlande

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im April 2019.

Fachinformation

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Femoston

mono 2 mg Filmtabletten

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Wirkstoff: Estradiol

Jede Filmtablette enthält 2 mg mikronisiertes β-Estradiol (entsprechend 2,06 mg Estradiol-

Hemihydrat).

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung: 118,2 mg Lactose-Monohydrat je Filmtablette.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Filmtablette

Runde, bikonvexe, ziegelrote Filmtabletten mit der Prägung „379“ auf einer Seite.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Hormonsubstitutionstherapie (HRT) bei Estrogenmangelsymptomen nach der Menopause

bei Frauen, deren letzte Monatsblutung mindestens 6 Monate zurückliegt.

Prävention einer Osteoporose bei postmenopausalen Frauen mit hohem Frakturrisiko, die

eine Unverträglichkeit oder Kontraindikation gegenüber anderen zur Osteoporoseprävention

zugelassenen Arzneimitteln aufweisen.

Es liegen nur begrenzte Erfahrungen bei der Behandlung von Frauen über 65 Jahren vor.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Sowohl für den Beginn als auch für die Fortführung der Behandlung postmenopausaler

Symptome

niedrigste

wirksame

Dosis

für

kürzest

mögliche

Therapiedauer

anzuwenden (siehe auch Abschnitt 4.4).

Die Behandlung von hysterektomierten oder postmenopausalen Frauen kann an jedem

beliebigen Tag begonnen werden.

Hat die Patientin noch ihre Monatsblutung, beginnt die Behandlung mit dem 1. Tag der

Blutung.

Bei nicht hysterektomierten Patientinnen muss die Behandlung mit Femoston mono 2 mg für

mindestens 12 – 14 Tage pro Monat/28-Tage-Zyklus mit einem Gestagen kombiniert

werden.

Bei hysterektomierten Frauen wird der Zusatz eines Gestagens nicht empfohlen, außer in

Fällen, in denen eine Endometriose diagnostiziert wurde.

Für den Fall, dass eine Dosis vergessen wurde, sollte die Filmtablette sobald wie möglich

eingenommen werden. Wenn jedoch mehr als 12 Stunden verstrichen sind, wird empfohlen,

mit der nächsten Dosis fortzufahren, ohne die vergessene Tablette einzunehmen. Die

Wahrscheinlichkeit einer Durchbruchblutung oder Schmierblutung kann erhöht sein.

Femoston mono 2 mg kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.

Kinder und Jugendliche:

Es gibt keine relevante Indikation für die Anwendung von Femoston mono 2 mg bei Kindern

und Jugendlichen.

4.3

Gegenanzeigen

bekannte Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einen der im Abschnitt

6.1. genannten sonstigen Bestandteile

nicht hysterektomierte Frauen ohne gleichzeitige Anwendung eines Gestagens

bestehender oder früherer Brustkrebs bzw. ein entsprechender Verdacht

estrogenabhängiger maligner Tumor bzw. ein entsprechender Verdacht (vor allem

Endometriumkarzinom)

nicht abgeklärte Blutung im Genitalbereich

unbehandelte Endometriumhyperplasie

frühere oder bestehende venöse thromboembolische Erkrankungen (vor allem tiefe

Venenthrombose, Lungenembolie)

bekannte thrombophile Erkrankungen (z.B. Protein-C-, Protein-S- oder Antithrombin-

Mangel, siehe Abschnitt 4.4)

bestehende oder erst kurze Zeit zurückliegende arterielle thromboembolische

Erkrankungen (vor allem Angina pectoris, Myokardinfarkt)

akute Lebererkrankung oder zurückliegende Lebererkrankungen, solange sich die

relevanten Leberenzym-Werte nicht normalisiert haben

Porphyrie

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Eine HRT sollte nur zur Behandlung solcher postmenopausaler Beschwerden begonnen

werden, welche die Lebensqualität beeinträchtigen. Nutzen und Risiken sollten in jedem

Einzelfall mindestens jährlich sorgfältig gegeneinander abgewogen werden. Eine HRT sollte

nur so lange fortgeführt werden, wie der Nutzen die Risiken überwiegt.

Es liegen nur begrenzte Daten zur Bewertung der Risiken einer HRT bei vorzeitiger

Menopause vor. Da jedoch das absolute Risiko bei jüngeren Frauen niedriger ist, könnte das

Nutzen-Risiko-Verhältnis bei jüngeren Frauen günstiger sein als bei älteren.

Medizinische Untersuchung/Kontrolluntersuchungen

Vor Beginn bzw. Wiederaufnahme einer Hormonsubstitutionstherapie ist eine vollständige

Eigen- und Familienanamnese der Patientin zu erheben. Die körperliche Untersuchung

(einschließlich Unterleib und Brust) sollte sich an diesen Anamnesen sowie den

Kontraindikationen und Warnhinweisen orientieren. Während der Behandlung werden

regelmäßige Kontrolluntersuchungen empfohlen, die sich in Häufigkeit und Art nach der

individuellen Risikosituation der Frau richten (siehe Abschnitt „Brustkrebs“). Die Frauen

sollten darüber aufgeklärt werden, welche Veränderungen der Brüste sie dem Arzt mitteilen

müssen. Die Untersuchungen, einschließlich geeigneter bildgebender Verfahren wie

Mammographie, sind entsprechend der gegenwärtig üblichen Vorsorgepraxis und den

klinischen Notwendigkeiten der einzelnen Frau durchzuführen.

Die Patientinnen sollten engmaschig überwacht werden, wenn eine der folgenden

Situationen bzw. Erkrankungen vorliegt oder früher vorlag bzw. sich während einer

Schwangerschaft oder einer zurückliegenden Hormonbehandlung verschlechtert hat. Es

sollte in Betracht gezogen werden, dass diese Situationen während einer Therapie mit

Femoston mono 2 mg erneut auftreten oder sich verschlechtern können, im Besonderen:

Leiomyom (Uterusmyom) oder Endometriose

Risikofaktoren für Thromboembolien (siehe unten)

Risikofaktoren für estrogenabhängige Tumore, z.B. Auftreten von Mammakarzinom bei

Verwandten 1. Grades

Hypertonie

Lebererkrankungen (z.B. Leberadenom)

Diabetes mellitus mit oder ohne Beteiligung der Gefäße

Cholelithiasis

Migräne oder (schwere) Kopfschmerzen

Systemischer Lupus erythematodes (SLE)

Endometriumhyperplasie in der Vorgeschichte (siehe unten)

Epilepsie

Asthma

Otosklerose

Gründe für einen sofortigen Therapieabbruch

Die Therapie ist bei Auftreten einer Kontraindikation sowie in den folgenden Situationen

abzubrechen:

Ikterus oder Verschlechterung der Leberfunktion

signifikante Erhöhung des Blutdrucks

Einsetzen migräneartiger Kopfschmerzen

Schwangerschaft

Endometriumhyperplasie und -krebs

Bei Frauen mit intaktem Uterus ist das Risiko für Endometriumhyperplasie und -karzinom bei

längerfristiger Estrogen-Monotherapie erhöht. Der berichtete Anstieg des Risikos für die

Entstehung eines Endometriumkarzinoms bei Anwenderinnen einer Estrogen-Monotherapie

schwankt zwischen einer zweifachen bis zu einer zwölffachen Zunahme, verglichen mit

Frauen ohne HRT, abhängig von der Dauer der Anwendung und der Höhe der

Estrogendosis (siehe Abschnitt 4.8). Nach Beendigung der Behandlung kann das Risiko für

mindestens 10 Jahre erhöht bleiben.

Die zusätzliche zyklische Gabe eines Gestagens für die Dauer von mindestens 12 Tagen pro

Monat bzw. pro 28-Tage-Zyklus oder die kontinuierlich kombinierte Estrogen-Gestagen-

Behandlung von Frauen mit intaktem Uterus kompensiert das zusätzliche Risiko, das von der

Estrogen-Monotherapie ausgeht.

Für Dosierungen von mehr als 2 mg oralem Estradiol ist nicht untersucht worden, ob die

endometriale Sicherheit durch Zugabe eines Gestagens gewährleistet ist.

Ungehinderte Estrogenstimulation kann zu einer prämalignen oder malignen Transformation

residualer Endometrioseherde führen. Daher sollte in Betracht gezogen werden, in den

Fällen ein Gestagen zusätzlich zur Estrogensubstitutionstherapie zu geben, in denen auf

Grund einer Endometriose eine Hysterektomie vorgenommen wurde und bei denen eine

residuale Endometriose vorliegt.

Durchbruch- und Schmierblutungen können während der ersten Monate der Behandlung

auftreten. Wenn solche Blutungen einige Zeit später im Verlauf der Therapie auftreten oder

nach Therapieende anhalten, muss die Ursache ermittelt und u. U. eine Biopsie des

Endometriums durchgeführt werden, um eine maligne Erkrankung des Endometriums

auszuschließen.

Brustkrebs

Die vorliegenden Erkenntnisse weisen auf ein insgesamt erhöhtes, von der

Anwendungsdauer abhängiges Brustkrebsrisiko für Frauen hin, die Estrogen-Gestagen-

Kombinationen anwenden. Möglicherweise gilt dies auch für eine HRT mit Estrogen-

Monopräparaten.

Kombinierte Estrogen-Gestagen-Therapie

In einer randomisierten placebokontrollierten Studie, der Women’s Health Initiative study

(WHI-Studie), und in epidemiologischen Studien ergab sich übereinstimmend ein erhöhtes

Brustkrebsrisiko bei Frauen, die im Rahmen einer HRT Estrogen-Gestagen-Kombinationen

angewendet haben. Das erhöhte Risiko zeigte sich nach etwa drei Jahren (siehe Abschnitt

4.8).

Estrogen-Monotherapie

Die WHI-Studie zeigte kein erhöhtes Brustkrebsrisiko bei hysterektomierten Frauen unter

einer Estrogen-Monotherapie. Beobachtungsstudien haben unter einer Estrogen-

Monotherapie meist ein geringfügig erhöhtes Risiko für eine Brustkrebsdiagnose gezeigt, das

jedoch wesentlich niedriger war als das Risiko bei Anwenderinnen von Estrogen-Gestagen-

Kombinationen (siehe Abschnitt 4.8).

Das erhöhte Risiko zeigt sich nach einigen Anwendungsjahren, kehrt jedoch einige

(spätestens fünf) Jahre nach Behandlungsende wieder auf das altersentsprechende

Grundrisiko zurück.

Eine HRT, insbesondere eine kombinierte Behandlung mit Estrogenen und Gestagenen,

führt zu einer erhöhten Brustdichte in der Mammographie, was sich nachteilig auf die

radiologische Brustkrebsdiagnostik auswirken kann.

Ovarialkarzinomrisiko

Das Ovarialkarzinom ist viel seltener als Brustkrebs. Epidemiologische Erkenntnisse einer

großen Meta-Analyse lassen auf ein leicht erhöhtes Risiko bei Frauen schließen, die im

Rahmen einer HRT Estrogen-Monoarzneimittel oder kombinierte Estrogen-Gestagen-

Arzneimittel anwenden, das sich innerhalb von 5 Anwendungsjahren zeigt und nach

Beendigung der Behandlung im Laufe der Zeit abnimmt.

Einige weitere Studien, einschließlich der WHI-Studie, deuten darauf hin, dass das

entsprechende Risiko unter der Anwendung einer kombinierten HRT vergleichbar oder

geringfügig niedriger ist (siehe Abschnitt 4.8).

Venöse Thromboembolie

Eine HRT ist mit einem 1,3- bis 3-fach erhöhten Risiko für venöse Thromboembolien (VTE)

verbunden, v. a. für tiefe Venenthrombosen oder Lungenembolien. Im ersten Jahr einer HRT

ist das Auftreten einer VTE wahrscheinlicher als später (siehe Abschnitt 4.8).

Patientinnen mit bekannter Thrombophilie haben ein erhöhtes VTE-Risiko. Eine HRT kann

dieses Risiko erhöhen und ist daher bei diesen Patientinnen kontraindiziert (siehe Abschnitt

4.3).

Zu den allgemein anerkannten VTE-Risikofaktoren gehören die Anwendung von Estrogenen,

ein höheres Alter, größere Operationen, längere Immobilisierung, erhebliches Übergewicht

(BMI > 30 kg/m

), Schwangerschaft/Wochenbett, systemischer Lupus erythematodes (SLE)

und Krebs. Es besteht kein Konsens über die mögliche Rolle von Varizen bei VTE.

Wie bei allen postoperativen Patienten müssen vorbeugende Maßnahmen zur Verhinderung

einer VTE nach der Operation berücksichtigt werden. Bei längerer Immobilisierung nach

einer elektiven Operation wird empfohlen, die HRT 4 bis 6 Wochen vor dem Eingriff

auszusetzen. Die Behandlung sollte erst dann wieder aufgenommen werden, wenn die Frau

wieder vollständig mobilisiert ist.

Bei Frauen ohne VTE in der Vorgeschichte, aber mit Verwandten ersten Grades, die bereits

in jungen Jahren an VTE erkrankten, kann ein Thrombophilie-Screening in Erwägung

gezogen werden. Vorher sollte die Patientin eingehend über die begrenzte Aussagekraft

dieses Verfahrens beraten werden. (Es wird nur ein Teil der Defekte identifiziert, die zu einer

Thrombophilie führen.) Wird ein thrombophiler Defekt festgestellt und sind außerdem

Thrombosen bei Verwandten bekannt oder ist der festgestellte Defekt schwerwiegend (z.B.

Antithrombin-, Protein-S- und/oder Protein-C-Mangel oder eine Kombination von Defekten),

so ist eine HRT kontraindiziert.

Bei Patientinnen unter einer dauerhaften Behandlung mit Antikoagulantien sollte vor der

Anwendung einer HRT das Risiko-Nutzen-Verhältnis sorgfältig abgewogen werden.

Sollte sich eine VTE nach Beginn der HRT entwickeln, muss das Arzneimittel abgesetzt

werden. Die Patientinnen sollen darauf hingewiesen werden, dass sie sofort Kontakt mit

einem Arzt aufnehmen müssen, wenn sie mögliche Symptome einer Thromboembolie

bemerken (insbesondere schmerzhafte Schwellung eines Beins, plötzlicher Schmerz im

Brustkorb, Atemnot).

Koronare Herzkrankheit

Es gibt keine Hinweise aus randomisierten kontrollierten Studien, dass eine kombinierte HRT

mit Estrogen und Gestagen oder eine Estrogen-Monotherapie Frauen vor einem

Myokardinfarkt schützt, unabhängig davon, ob bei ihnen eine koronare Herzkrankheit vorliegt

oder nicht.

Kombinierte Estrogen-Gestagen-Therapie

Das relative Risiko einer koronaren Herzkrankheit ist unter einer kombinierten HRT mit

Estrogen und Gestagen geringfügig erhöht. Da das Ausgangsrisiko für eine koronare

Herzkrankheit in hohem Maß altersabhängig ist, ist die Zahl der zusätzlich auftretenden

Fälle, die auf die HRT aus Estrogen und Gestagen zurückgehen, bei gesunden Frauen kurz

nach der Menopause sehr gering. Die Zahl steigt jedoch mit zunehmendem Alter.

Estrogen-Monotherapie

In randomisierten kontrollierten Studien wurden keine Hinweise für ein erhöhtes Risiko einer

koronaren Herzkrankheit bei hysterektomierten Frauen unter einer Estrogen-Monotherapie

gefunden.

Schlaganfall

Die kombinierte Behandlung mit Estrogen und Gestagen und die Estrogen-Monotherapie

sind mit einem bis zu 1,5-fach erhöhten Schlaganfallrisiko verbunden. Das relative Risiko ist

unabhängig vom Alter und der Zeitspanne, die seit der Menopause vergangen ist. Da

allerdings das Grundrisiko, einen Schlaganfall zu erleiden, in hohem Maß altersabhängig ist,

nimmt das Gesamtrisiko eines Schlaganfalls für Frauen unter einer HRT mit zunehmendem

Alter zu (siehe Abschnitt 4.8).

Sonstige Erkrankungszustände

Estrogene können eine Flüssigkeitsretention bewirken; daher müssen Patientinnen mit

kardialen oder renalen Funktionsstörungen sorgfältig beobachtet werden.

Frauen mit vorbestehender Hypertriglyceridämie müssen während einer Estrogen- oder

Hormonsubstitutionstherapie engmaschig überwacht werden, weil im Zusammenhang mit

einer Estrogentherapie unter derartigen Umständen von seltenen Fällen eines starken

Triglyceridanstiegs im Plasma mit der Folge einer Pankreatitis berichtet wurde.

Estrogene erhöhen die Konzentration des thyroxinbindenden Globulin (TBG), wodurch es zu

einem Anstieg des gesamten zirkulierenden Schilddrüsenhormons kommt, was anhand des

proteingebundenen Jods (PBI), des T4-Spiegels (Säulen- oder Radioimmunassay) oder T3-

Spiegels (Radioimmunassay) gemessen wird. Die T3-Harzaufnahme ist herabgesetzt, was

einen TBG-Anstieg widerspiegelt. Die freien T4- und T3-Konzentrationen verändern sich

nicht. Andere Bindungsproteine können im Serum erhöht sein, wie das kortikoidbindende

Globulin (CBG) und das geschlechtshormonbindende Globulin (sex-hormone-binding

globulin/SHBG), was zu einem Ansteigen der zirkulierenden Kortikosteroide bzw.

Sexualhormone führt. Freie oder biologisch aktive Hormonkonzentrationen bleiben

unverändert. Andere Plasmaproteine können erhöht sein (Angiotensinogen/Reninsubstrat,

Alpha-1-Antitrypsin, Coeruloplasmin).

Unter einer HRT verbessern sich die kognitiven Fähigkeiten nicht. Es gibt Hinweise auf ein

erhöhtes Risiko für eine wahrscheinliche Demenz bei Frauen, die bei Beginn einer

kontinuierlich kombinierten HRT oder einer Estrogen-Monotherapie älter als 65 Jahre waren.

Patientinnen mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, Lactase-Mangel oder

Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Femoston mono 2 mg nicht einnehmen.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Es wurden keine Wechselwirkungsstudien durchgeführt.

Die Wirksamkeit von Estrogenen könnte beeinträchtigt werden:

Der Metabolismus von Estrogenen kann durch die gleichzeitige Anwendung von Substanzen

verstärkt werden, die Arzneistoff-metabolisierende Enzyme (insbesondere die Cytochrom-

P450-Enzyme 2B6, 3A4, 3A5, 3A7) induzieren. Zu diesen Substanzen gehören u. a.

Antikonvulsiva (z.B. Phenobarbital, Carbamazepin, Phenytoin) und Antiinfektiva (z.B.

Rifampicin, Rifabutin, Nevirapin, Efavirenz).

Obwohl Ritonavir und Nelfinavir eigentlich als starke Enzym-Inhibitoren der CYP450-Enzyme

3A4, 3A5, 3A7 bekannt sind, haben sie zusammen mit Steroidhormonen verabreicht

enzymstimulierende Eigenschaften.

Pflanzliche Zubereitungen, die Johanniskraut (Hypericum perforatum) enthalten, können den

Metabolismus von Estrogenen via CYP450 3A4 anregen.

Klinisch kann ein gesteigerter Metabolismus von Estrogenen zu einer verminderten Wirkung

dieser Hormone und zu Veränderungen des uterinen Blutungsmusters führen.

Estrogene können Auswirkungen auf den Metabolismus anderer Arzneimittel haben:

Estrogene an sich können die CYP450 Arzneistoff-metabolisierenden Enzyme durch

kompetitive Hemmung blockieren. Dies muss insbesondere für Substrate mit einem engen

therapeutischen Fenster berücksichtigt werden wie beispielsweise:

Tacrolimus und Cyclosporin A (CYP450 3A4, 3A3)

Fentanyl (CYP450 3A4)

Theophyllin (CYP450 1A2)

Klinisch kann dies zu erhöhten Plasmaspiegeln der betroffenen Substanzen bis hin zu

toxischen Konzentrationen führen. Daher ist eine sorgfältige Überwachung des

Plasmaspiegels für einen längeren Zeitraum erforderlich und ggf. eine Dosisreduktion von

Tacrolimus, Fentanyl, Cyclosporin A und Theophyllin vorzunehmen.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Die Anwendung von Estradiol ist während der Schwangerschaft nicht indiziert. Sollte unter

der Behandlung mit Estradiol-haltigen Präparaten eine Schwangerschaft eintreten, so ist die

Therapie sofort abzubrechen.

Die Ergebnisse der meisten zurzeit vorliegenden epidemiologischen Studien, die hinsichtlich

einer unbeabsichtigten Estrogenexposition des Fetus relevant sind, zeigen keine

teratogenen oder fetotoxischen Wirkungen.

Stillzeit

Femoston mono 2 mg ist während der Stillzeit nicht indiziert.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Femoston mono 2 mg hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die

Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.

4.8

Nebenwirkungen

Schwere unerwünschte Arzneimittelwirkungen die im Zusammenhang mit einer

Hormonersatztherapie stehen, sind im Abschnitt 4.4 „Besondere Warnhinweise und

Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung“ aufgeführt.

Die nachstehende Tabelle listet alle unerwünschten Wirkungen, sortiert nach MedDRA

Systemorganklasse (MedDRA SOCs) auf, die während einer Hormonersatztherapie (HRT)

von Patientinnen berichtet wurden.

Systemorganklasse

Häufig

≥ 1/100; < 1/10

Gelegentlich

≥ 1/1000; < 1/100

Selten

≥ 1/10.000; <1/1000

Infektionen und

parasitäre

Erkrankungen

Vaginale Candidiasis

Erkrankungen des

Immunsystems

Überempfindlichkeits-

reaktionen

Stoffwechsel- und

Ernährungsstörungen

Gewichtszu- oder

abnahme

Psychiatrische

Erkrankungen

depressive Verstimmung

Ängstlichkeit, verstärkte

oder verminderte Libido

Erkrankungen des

Nervensystems

Kopfschmerzen

Schwindel

Migräne

Augenerkrankungen

Sehstörungen

Kontaktlinsenunverträg-

lichkeit

Herzerkrankungen

Palpitationen

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts

Bauchschmerzen,

Übelkeit

Dyspepsie

Blähungen, Erbrechen

Leber- und

Gallenerkrankungen

Erkrankungen der

Gallenblase

Erkrankungen der

Haut- und des

Unterhautzellgewebes

Ausschlag, Pruritus

Erythema nodosum,

Urtikaria

Hirsutismus, Akne

Skelettmuskulatur-,

Bindegewebs- und

Knochenerkrankungen

Muskelkrämpfe

Erkrankungen der

Geschlechtsorgane

und der Brustdrüse

Metrorrhagien,

uterine/vaginale

Haemorrhagie

einschließlich

Schmierblutungen

Schmerzen in den Brüsten,

Empfindlichkeit der Brüste

Dysmenorrhoe,

vaginaler Ausfluss, dem

prämenstruellen

Syndrom vergleichbare

Beschwerden,

Vergrößerung der

Brüste

Allgemeine

Erkrankungen und

Beschwerden am

Verabreichungsort

Ödeme

Müdigkeit

Weitere unerwünschte Arzneimittelwirkungen, die im Zusammenhang mit einer

Estradiolbehandlung berichtet wurden (unbekannte Häufigkeit):

Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen)

Brustkrebs

; estrogenabhängige gutartige Neubildungen sowie bösartige Tumore, wie z.B.

Endometriumkarzinom

, Ovarialkarzinom

Vergrößerung von Leiomyomen

Erkrankungen des Nervensystems

Wahrscheinliche Demenz bei Frauen älter als 65 Jahre (siehe Abschnitt 4.4), Chorea,

Verschlechterung einer Epilepsie

Gefäßerkrankungen

Schlaganfall

, arterielle Thromboembolien, z.B. Angina pectoris und Herzinfarkt

(siehe

Abschnitt 4.3 und 4.4), venöse thromboembolische Ereignisse

, z.B. Thrombosen der tiefen

Bein- bzw. Beckenvenen sowie Lungenembolien (siehe Abschnitt 4.3 und 4.4)

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Pankreatitis (bei Frauen mit vorbestehender Hypertriglyceridämie), gastroösophageale

Refluxkrankheit

Leber- und Gallenerkrankungen

Störungen der Leberfunktion, manchmal verbunden mit Gelbsucht

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Angioödem, Erythema multiforme, vaskuläre Purpura, Chloasma

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Harninkontinenz

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

fibrozystische Brustveränderungen

Brustkrebs

Bei Frauen, die eine kombinierte Estrogen-Gestagen-Therapie über mehr als 5 Jahre

durchgeführt hatten, war das Risiko für eine Brustkrebsdiagnose bis zu 2-fach erhöht.

Bei Anwenderinnen einer Estrogen-Monotherapie ist das erhöhte Risiko deutlich geringer als

bei Anwenderinnen von Estrogen-Gestagen-Kombinationspräparaten.

Die Höhe des Risikos ist abhängig von der Anwendungsdauer (siehe Abschnitt 4.4).

Die Ergebnisse der größten randomisierten, placebokontrollierten Studie (WHI-Studie) und

der größten epidemiologischen Studie (MWS) sind nachfolgend dargestellt:

Million Women Study (MWS) – Geschätztes zusätzliches Brustkrebsrisiko nach 5-

jähriger HRT

Altersgruppe

(Jahre)

Zusätzliche Fälle bei

1.000 Nicht-

Anwenderinnen über

einen Zeitraum von 5

Jahren

Relatives Risiko

(95% KI)

#

Zusätzliche Fälle bei

1.000 HRT-

Anwenderinnen über

einen Zeitraum von 5

Jahren (95% KI)

Estrogen-Monotherapie

50 – 65

9 – 12

1 – 2 (0 – 3)

Estrogen-Gestagen-Kombinationstherapie

50 – 65

9 – 12

6 (5 – 7)

Relatives Risiko insgesamt. Das relative Risiko ist nicht konstant, sondern steigt mit

zunehmender Anwendungsdauer.

Hinweis: Da die Ausgangs-Inzidenzen für Brustkrebs in den EU-Ländern unterschiedlich

sind, variiert auch entsprechend die Anzahl der zusätzlichen Brustkrebsfälle.

Bezogen auf die Ausgangs-Inzidenzrate in den Industrieländern.

WHI-Studien in den USA – zusätzliches Brustkrebsrisiko nach 5-jähriger HRT

Altersgruppe

(Jahre)

Inzidenz bei 1.000

Frauen im Placebo-

Arm über einen

Zeitraum von 5 Jahren

Relatives Risikio

(95% KI)

Zusätzliche Fälle bei

1.000 HRT-

Anwenderinnen über

einen Zeitraum von 5

Jahren (95% KI)

Estrogen-Monotherapie (CEE)

50 – 79

0,8 (0,7 – 1,0)

-4 (-6 – 0)

Estrogen & Gestagen (CEE + MPA)

50 – 79

1,2 (1,0 – 1,5)

+4 (0 – 9)

Bei Beschränkung der Auswertung auf Frauen, die vor der Studie keine HRT angewendet

hatten, erschien das Risiko während der ersten 5 Behandlungsjahre nicht erhöht; nach 5

Jahren war das Risiko höher als bei unbehandelten Frauen.

WHI-Monostudie bei Frauen ohne Uterus, die kein erhöhtes Brustkrebsrisiko zeigte.

Endometriumkarzinom

Postmenopausale Frauen mit intaktem Uterus

Ungefähr 5 von 1.000 Frauen mit intaktem Uterus, die keine HRT anwenden, entwickeln ein

Endometriumkarzinom.

Bei Frauen mit intaktem Uterus wird die Anwendung einer Estrogen-Monotherapie nicht

empfohlen, da diese das Risiko eines Endometriumkarzinoms erhöht (siehe Abschnitt 4.4).

In Abhängigkeit von der Dauer der Estrogen-Monotherapie und der Estrogendosis lag das

erhöhte Risiko eines Endometriumkarzinoms in epidemiologischen Studien bei 5 bis 55

zusätzlich diagnostizierten Fällen pro 1.000 Frauen im Alter zwischen 50 und 65 Jahren.

Durch Zugabe eines Gestagens zu der Estrogen-Monotherapie für mindestens 12 Tage pro

Zyklus kann dieses erhöhte Risiko vermieden werden. In der Million Women Study war nach

5-jähriger Anwendung einer kombinierten HRT (sequenziell oder kontinuierlich) das Risiko

eines Endometriumkarzinoms nicht erhöht (RR 1,0 (0,8-1,2)).

Ovarialkarzinomrisiko

Die Anwendung von Estrogen-Monoarzneimitteln oder kombinierten Estrogen-Gestagen-

Arzneimitteln zur HRT ist mit einem geringfügig erhöhten Risiko verbunden, dass ein

Ovarialkarzinom diagnostiziert wird (siehe Abschnitt 4.4).

Aus einer Meta-Analyse von 52 epidemiologischen Studien geht ein erhöhtes

Ovarialkarzinomrisiko für Frauen hervor, die zurzeit HRT anwenden, im Vergleich zu Frauen,

die HRT nie angewendet haben (RR 1.43, 95 % CI 1.31-1.56). Bei Frauen im Alter zwischen

50 und 54 Jahren, die eine HRT 5 Jahre lang anwenden, tritt ein zusätzlicher Fall pro 2000

Anwenderinnen auf. Bei Frauen im Alter zwischen 50 und 54 Jahren, die keine HRT

anwenden, werden über einen 5-Jahres-Zeitraum etwa 2 Fälle von Ovarialkarzinom pro 2000

Frauen diagnostiziert.

Venöse Thromboembolien

Das Risiko für das Auftreten einer venösen Thromboembolie (VTE), z.B. einer Thrombose

der tiefen Bein- bzw. Beckenvenen oder einer Lungenembolie, ist bei einer HRT um das 1,3-

bis 3-fache erhöht. Das Auftreten eines solchen Ereignisses ist während des ersten

Behandlungsjahres wahrscheinlicher als in den Folgejahren der Behandlung (siehe Abschnitt

4.4). Die diesbezüglichen Ergebnisse der WHI-Studien sind im folgenden Abschnitt

dargestellt:

WHI-Studien – zusätzliches Risiko für VTE nach 5-jähriger HRT

Altersgruppe

(Jahre)

Inzidenz pro 1.000

Frauen im Placebo-Arm

über einen Zeitraum

von 5 Jahren

Relatives Risiko

(95% KI)

Zusätzliche Fälle pro

1.000 HRT-

Anwenderinnen nach 5

Jahren

Orale Estrogen-Monotherapie

50 – 59

1,2 (0,6 – 2,4)

1 (-3 – 10)

Kombinierte orale Estrogen-Gestagen-Therapie

50 – 59

2,3 (1,2 – 4,3)

5 (1 – 13)

Studie bei Frauen ohne Uterus

Koronare Herzkrankheit

Bei Anwenderinnen einer kombinierten Estrogen-Gestagen-HRT im Alter von über 60 Jahren

ist das Risiko für die Entwicklung einer koronaren Herzkrankheit leicht erhöht (siehe

Abschnitt 4.4).

Schlaganfall

Die Anwendung einer Estrogen-Monotherapie oder einer kombinierten Estrogen-Gestagen-

Therapie ist verbunden mit einem bis zu 1,5-fach erhöhten Risiko für einen ischämischen

Schlaganfall. Das Risiko für einen hämorrhagischen Schlaganfall ist unter einer HRT nicht

erhöht.

Dieses relative Risiko ist unabhängig vom Alter oder von der Anwendungsdauer. Da das

Ausgangsrisiko jedoch stark vom Alter abhängt, erhöht sich das Gesamtrisiko bei Frauen

unter einer HRT mit zunehmendem Alter (siehe Abschnitt 4.4).

Zusammengefasste Zahlen aus beiden WHI-Studienarmen – zusätzliches Risiko für

ischämischen Schlaganfall

4

nach 5-jähriger HRT

Altersgruppe

(Jahre)

Inzidenz pro 1.000

Frauen im Placebo-

Am über 5 Jahre

Relatives Risiko

(95% KI)

Zusätzliche Fälle pro

1.000 HRT-

Anwenderinnen über 5

Jahre

50 – 59

1,3 (1,1 – 1,6)

3 (1 – 5)

Es wurde nicht zwischen ischämischem und hämorrhagischem Schlaganfall unterschieden.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer

Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-

Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert,

jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3

D-53175 Bonn

Website:

www.bfarm.de

anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Übelkeit, Erbrechen, Schläfrigkeit, Schwindel und Abbruchblutungen können bei einigen

Frauen auftreten. Es gibt kein spezielles Antidot und die Behandlung sollte sich an den

Symptomen orientieren.

Dies gilt auch für den Fall der Überdosierung bei Kindern.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Natürliche und halbsynthetische Estrogene, rein.

ATC-Code: G03CA03

Estradiol

Der Wirkstoff 17β-Estradiol ist chemisch und biologisch mit dem körpereigenen humanen

Estradiol identisch, substituiert den Verlust der Estrogenproduktion bei menopausalen

Frauen und mindert die damit verbundenen Beschwerden.

Estrogene beugen dem Verlust an Knochenmasse nach der Menopause oder nach

Ovarektomie vor.

Angaben zu den klinischen Studien

Linderung der durch den Estrogenmangel verursachten Symptome

Eine Linderung der Wechseljahresbeschwerden wurde in den ersten Wochen der

Behandlung erreicht.

Die Anwendung von 17ß-Estradiol über einen Zeitraum von 4 Wochen zeigte eine

signifikante Abnahme der Hitzewallungen.

Osteoporoseprävention

Estrogenmangel in der Menopause geht mit einem erhöhten Knochenumsatz und

einem Verlust an Knochenmasse einher.

Die Wirkung von Estrogenen auf die Knochendichte ist dosisabhängig. Der Schutz ist

offenbar so lange wirksam, wie die Behandlung fortgesetzt wird. Nach Beendigung der

HRT ist der Verlust an Knochenmasse dem unbehandelter Frauen vergleichbar.

Aus der WHI-Studie und Metaanalysen weiterer Studien geht hervor, dass die aktuelle

Anwendung einer HRT, allein oder in Kombination mit einem Gestagen, bei

überwiegend gesunden Frauen das Risiko von Hüft-, Wirbelkörper- und sonstigen

osteoporotischen Frakturen reduziert. Eine HRT könnte auch Frakturen bei Frauen mit

geringer Knochendichte und/oder nachgewiesener Osteoporose vorbeugen, hierfür

liegen jedoch nur begrenzte Erkenntnisse vor.

Nach 18 Monaten Behandlung zeigte sich in der Placebogruppe ein Verringerung der

spinalen trabekulären Knochendichte um jährlich 4,9% (p<0,001), während im

Vergleich unter Anwendung von mikronisiertem 17ß-Estradiol die Knochendichte

anstieg (jährlicher Anstieg um 1,8% in der 1,0 mg mikronisierten 17ß-Estradiol Gruppe

(p<0.001 versus Placebo) und um 2,5 % in der 2,0 mg mikronisierten 17ß-

Estradiolgruppe (p<0.001 versus Placebo).

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Estradiol, estra-1,3,5(10)-triene-3,17ß-diol ist identisch zum human ovarialen Estradiol.

Nach oraler Verabreichung wird mikronisiertes Estradiol schnell und vollständig absorbiert

und weitgehend metabolisiert. Die überwiegend in postmenopausalen Frauen zirkulierenden

Estrogene sind die unkonjugierten und konjugierten Hauptmetabolite Estron und

Estronsulfat. Diese Metabolite unterstützen entweder direkt oder nach Umbildung zu

Estradiol die Estrogenaktivität. Die pharmkokinetischen Daten zum Steady State der 3

Analyten (Estradiol, Estron und Estronsulfat) nach oraler Einnahme mikronisierten Estradiols

wurden in Studien mit gesunden postmenopausalen Frauen erzielt.

Absorption

Die Estradiolabsorption ist abhängig von der Partikelgröße: mikronisiertes Estradiol wird

schnell und vollständig aus dem Gastrointestinaltrakt aufgenommen.

Die folgende Tabelle zeigt die durchschnittlichen pharmakokinetischen Steady State

Parameter von Estradiol (E2), Estron (E1) und Estronsufat (E1S) nach Gabe von 2 mg

mikronisiertem Estradiol. Die Zahlen stellen das arithmetische Mittel dar (Standard-

Abweichung).

Estradiol 2 mg

Parameter

Parameter

E1S*

(pg/ml)

89 (16)

591 (178)

(ng/ml)

25,9 (16,4)

(pg/ml)

35,0 (13,4)

208 (102)

(ng/ml)

5,7 (5,9)

(pg/ml)

62,9 (15,6)

392 (142)

(ng/ml)

13,1 (9,4)

0-24

h/ml)

1486 (374)

9275 (3389)

0-24

h/ml)

307,3 (224,1)

*E1S: Daten basieren auf der oralen Einnahme von 2 mg Estradiol und 20 mg Dydrogesteron (es sind keine klinisch relevanten Auswirkungen von

Dydrogesteron auf die Pharmakokinetik von Estradiol berichtet worden).

Verteilung

Estrogene liegen entweder in gebundener oder ungebundener Form vor. Über 98-99% der

Estradiol Dosis wird an Plasmaproteine gebunden, davon ca. 30-52% an Albumin und ca.

46-69% an das geschlechtshormonbindende Globulin (SHBG).

Biotransformation

Nach oraler Einnahme wird Estradiol weitgehend metabolisiert. Die unkonjugierten und

konjugierten Hauptmetabolite sind Estron und Estronsulfat. Diese Metabolite können direkt

oder indirekt nach Rückumwandlung in Estradiol zur Estrogenwirkung beitragen. Estronsulfat

kann den enterohepatischen Kreislauf durchlaufen.

Elimination

Im Harn finden sich überwiegend die Glucoronide des Estrons und Estradiols.

Die Eliminationshalbwertszeit von Estradiol und seinen Metaboliten liegt zwischen 10-16

Stunden.

Estrogene gehen in die Muttermilch über.

Dosis- und Zeitabhängigkeiten

Die durchschnittliche Estradiolkonzentration (AUC

0-24

und C

) im Steady State nach täglicher

Dosierung von 2 mg mikronisierten Estradiol ist 2mal höher als nach täglicher Gabe von 1

mg mikronisiertem Estradiol.

Aufgrund der vorliegenden Eliminiations-Halbwertszeit von mikronisiertem Estradiol kann

angenommen werden, dass die Estradiolkonzentrationen bei täglicher Gabe den Steady

State innerhalb einer Woche erreichen.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Es liegen keine weiteren für den verschreibenden Arzt relevanten präklinischen Daten vor,

die über die bereits in anderen Abschnitten der Fachinformation enthaltenen

Informationen hinausgehen.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Tablettenkern:

Lactose-Monohydrat

Hypromellose

Maisstärke

hochdisperses Siliciumdioxid

Magnesiumstearat (Ph.Eur.)

Filmüberzug:

Titandioxid (E171)

Eisen(III)hydroxid-oxid (rot) (E172)

Eisen(III)hydroxid-oxid (schwarz) (E 172)

Eisen(III)hydroxid-oxid (gelb) (E 172)

Hypromellose

Macrogol 400

Talkum

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend

6.3

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Keine

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

PVC-Aluminium-Blister

Originalpackungen mit:

28 Filmtabletten

84 (= 3 x 28) Filmtabletten

Unverkäufliches Muster mit:

28 Filmtabletten

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur

Handhabung

Nicht mehr benötigtes Arzneimittel darf nicht im Hausmüll oder im Abwasser entsorgt

werden.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen

Anforderungen zu beseitigen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

Mylan Healthcare GmbH

Lütticher Straße 5

53842 Troisdorf

E-Mail: mylan.healthcare@mylan.com

8.

ZULASSUNGSNUMMER(N)

26518.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung. 01.11.1993

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung. 29.11.2010

10.

STAND DER INFORMATION

04/2019

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

Ähnliche Produkte

Suchen Sie nach Benachrichtigungen zu diesem Produkt

Teilen Sie diese Informationen