Exjade 125 mg dispergierbare Tabletten

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

Kaufe es jetzt

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

01-04-2020

Fachinformation Fachinformation (SPC)

25-10-2018

Wirkstoff:
deferasiroxum
Verfügbar ab:
Novartis Pharma Schweiz AG
ATC-Code:
V03AC03
INN (Internationale Bezeichnung):
deferasiroxum
Darreichungsform:
dispergierbare Tabletten
Zusammensetzung:
deferasiroxum 125 mg, crospovidonum, lactosum monohydricum 135.9 mg, cellulosum microcristallinum, povidonum K 30, natrii laurilsulfas, silica colloidalis anhydrica, magnesii stearas, pro compresso corresp. natrium 0.170 mg.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Behandlung der transfusionsbedingten Hämosiderose.; Behandlung von chronischer Eisenüberladung, die eine Chelattherapie erfordert, bei Patienten mit nicht-transfusionsabhängiger Thalassämie ab 10 Jahren.
Zulassungsnummer:
57466
Berechtigungsdatum:
2005-11-03

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

01-01-2019

Fachinformation Fachinformation - Französisch

23-10-2018

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

01-04-2020

Fachinformation Fachinformation - Italienisch

01-04-2020

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen. Dieses Arzneimittel

ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere Personen weitergeben. Auch

wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte ihnen das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Exjade®

Novartis Pharma Schweiz AG

Was ist Exjade und wann wird es angewendet?

Auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin.

Exjade enthält eine aktive Substanz mit dem Namen Deferasirox. Es handelt sich um einen

Eisenkomplex-Bildner (Chelator), der verwendet wird, um überschüssiges Eisen aus dem Körpergewebe

zu entfernen.

Transfusionsbedingte Eisenüberladung (Patienten, die regelmässige Bluttransfusionen erhalten)

Patienten, die an bestimmten Formen von Blutarmut (Anämie) wie Thalassämie, Sichelzellanämie oder

myelodysplastischem Syndrom leiden, benötigen Bluttransfusionen. Wiederholte Bluttransfusionen

können jedoch eine Eisenüberladung verursachen, weil Blut Eisen enthält und der Körper dieses

überschüssige Eisen nicht ausscheiden kann.

Nicht-transfusionsabhängige Thalassämie-Syndrome (Patienten, die keine regelmässigen

Bluttransfusionen erhalten), ab 10 Jahren

Exjade wird verwendet, um Patienten mit Eisenüberladung in Zusammenhang mit ihren Thalassämie-

Syndromen, die aber nicht transfusionsabhängig sind, zu behandeln. Unter diesen Umständen kann es

für die Behandlung von Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern im Alter ab 10 Jahren angewendet

werden. Bei Patienten mit nicht-transfusionsabhängigen Thalassämie-Syndromen kann sich mit der Zeit

aufgrund einer erhöhten Aufnahme von Eisen aus der Nahrung als Reaktion auf niedrige Zellzahlen im

Blut eine Eisenüberladung entwickeln. Bei Thalassämie-Patienten, die keine regelmässigen

Bluttransfusionen erhalten, werden erhöhte Eisen-Spiegel normalerweise nur ab einem Alter von 10

Jahren beobachtet

Mit der Zeit kann eine Eisenüberladung wichtige Organe wie die Leber oder das Herz schädigen.

Eisenkomplex-Bildner (Chelatoren) genannte Arzneimittel werden eingesetzt, um das überschüssige

Eisen zu entfernen und das Risiko Eisen-bedingter Organschäden zu reduzieren. Exjade bindet das

überschüssige Eisen und bildet dadurch einen Komplex mit dem Eisen, der dann hauptsächlich über den

Stuhl ausgeschieden wird.

Was sollte dazu beachtet werden?

Die Eisenbelastung Ihres Körpers wird mit regelmässigen Bluttests gemessen (Bestimmung von Ferritin)

oder mittels Magnetresonanztomographie (MRT) überprüft, um zu beurteilen, wie gut Exjade wirkt. Ihr

Arzt bzw. Ihre Ärztin wird anhand von diesen Tests entscheiden, welche Dosis von Exjade am

geeignetsten für Sie ist und wird diese Tests auch verwenden, um zu entscheiden, wann Sie die

Einnahme von Exjade beenden sollten.

Befolgen Sie die Anweisungen Ihres Arztes bzw. Ihrer Ärztin genau, auch wenn sie möglicherweise von

den allgemeinen Informationen in dieser Packungsbeilage abweichen.

Wann darf Exjade nicht angewendet werden?

Nehmen Sie Exjade nicht ein, wenn Sie eine Überempfindlichkeit (Allergie) auf Deferasirox oder einen

der anderen Inhaltsstoffe von Exjade haben.

Sie sollten Exjade nicht einnehmen, wenn Sie an einer schweren Nierenerkrankung leiden, ferner bei

fortgeschrittenem Stadium einer Knochenmarkerkrankung (myelodysplastisches Syndroms/MDS) oder

bei fortgeschrittener Krebserkrankung.

Falls dies zutrifft, informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, bevor Sie Exjade einnehmen. Wenn Sie

eine Allergie vermuten, fragen Sie zuerst Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin um Rat.

Wann ist bei der Einnahme von Exjade Vorsicht geboten?

Falls etwas vom Folgenden auf Sie zutrifft, informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin bevor Sie

Exjade einnehmen:

Wenn Sie Leber- oder Nierenprobleme haben.

Wenn Sie gewisse Schmerzmittel, entzündungshemmende Medikamente oder orale Bisphosphonate

(gegen Osteoporose) einnehmen oder kürzlich eingenommen haben.

Wenn Sie blutverdünnende Medikamente einnehmen oder kürzlich eingenommen haben.

Wenn eine Kontrolle Ihres Blutes einen niedrigen Wert an Blutplättchen anzeigt.

Wenn Sie an einer schweren vererbten Unverträglichkeit auf Milchzucker leiden (z.B.

Laktoseintoleranz), da Exjade-Tabletten Laktose enthalten.

Falls etwas vom Folgenden während der Behandlung mit Exjade bei Ihnen eintritt, informieren Sie

unverzüglich Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin:

Wenn Sie eine stark verminderte Urinproduktion bemerken (Zeichen eines Nierenproblems).

Wenn Sie einen starken Hautausschlag oder Schwierigkeiten beim Atmen, Schwindel oder Schwellung,

insbesondere des Gesichtes oder des Halses (Zeichen einer schwerwiegenden allergischen Reaktion)

bemerken.

Wenn Sie irgendeine Kombination der folgenden Symptome zeigen: Hautausschlag, Hautrötung,

Bläschenbildung an den Lippen, Augen oder Mund, Hautabschälung, hohes Fieber, Grippeähnliche

Symptome und vergrösserte Lymphknoten (Zeichen einer schweren Hautreaktion).

Wenn Sie Schläfrigkeit, Schmerzen im rechten Oberbauch, Gelbfärbung der Haut oder der Augen und

dunklen Urin bemerken (Zeichen von Leberproblemen).

Wenn Sie Blut erbrechen oder schwarzen Stuhl haben.

Wenn Sie häufig Magenbrennen oder Bauchschmerzen (ev. Zeichen von Magengeschwür) haben,

insbesondere nach dem Essen oder nach der Einnahme von Exjade.

Es wurden Fälle von Bauchspeicheldrüsenentzündungen (Pankreatits) bei Patienten, die Exjade

einnehmen beobachtet. Eine Pankreatitis ist eine schwerwiegende, potentiell lebensbedrohende

Krankheit. Beenden Sie die Einnahmen von Exjade und suchen Sie Ihren Arzt bzw. Ärztin auf, falls Sie

starke und anhaltende Bauchschmerzen, mit oder ohne Erbrechen bekommen, da Sie an Pankreatitis

leiden könnten.

Falls Sie an Durchfall oder Erbrechen leiden, sollten Sie unbedingt auf eine ausreichende

Flüssigkeitszufuhr achten.

Wenn Sie sich nach der Einnahme von Exjade etwas benommen fühlen, fahren Sie nicht Auto und

bedienen Sie keine Geräte oder Maschinen, bis Sie sich wieder richtig wohl fühlen.

Wenn Sie Antacida (Arzneimittel gegen Magenbrennen), welche Aluminium enthalten, einnehmen,

sollte ein zeitlicher Abstand von mindestens 2 Stunden zwischen der Einnahme von Exjade und der

Einnahme des Antacidums eingehalten werden.

Bitte nehmen Sie Exjade erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie an

einer Zuckerunverträglichkeit leiden.

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro dispergierbare Tablette, d.h. es ist

nahezu «natriumfrei»

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder kürzlich eingenommen haben,

insbesondere:

·Ciclosporin (ein Arzneimittel, das nach Transplantationen benutzt wird, um eine Organabstossung zu

vermeiden oder bei anderen Erkrankungen wie rheumatoider Arthritis oder atopischer Dermatitis),

·Simvastatin (Cholesterinsenker),

·hormonelle Kontrazeptiva (Pille),

·gewisse Schmerzmittel oder entzündungshemmende Medikamente (z.B. Aspirin, Ibuprofen,

Kortikosteroide),

·orale Bisphosphonate (zur Behandlung von Osteoporose),

·Antikoagulantien (blutverdünnende Medikamente),

·Repaglinid (zur Behandlung von Diabetes),

·Rifampicin (zur Behandlung von Tuberkulose),

·Phenytoin, Phenobarbital (zur Behandlung von Epilepsie),

·Ritonavir (zur Behandlung einer HIV-Infektion),

·Paclitaxel (zur Behandlung von Krebs),

·Theophyllin (zur Behandlung von Atemwegserkrankungen wie Asthma).

·Busulfan (zur Vorbehandung bei Knochenmark transplantation)

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird vielleicht die Blutspiegel einiger dieser Medikamente testen müssen, um

die für Sie optimale Dosierung dieser Medikamente festzusetzen.

Darf Exjade während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Schwangerschaft

Exjade soll in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, ausser bei zwingender Notwendigkeit.

Wenn Sie schwanger sind oder es zu sein vermuten, informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, bevor

Sie Exjade einnehmen. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird das potentielle Risiko einer Exjade-Einnahme

während der Schwangerschaft mit Ihnen besprechen.

Stillende Mütter

Stillen ist während einer Behandlung mit Exjade nicht empfohlen. Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre

Ärztin, wenn Sie stillen.

Wie verwenden Sie Exjade?

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke

zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder

Apothekerin.

Wie viel Exjade ist einzunehmen?

·Die Dosis von Exjade richtet sich für alle Patienten nach dem Körpergewicht. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin

wird die benötigte Dosis berechnen und Ihnen angeben, wie viele Tabletten Sie einnehmen müssen.

·Die übliche Exjade-Dosis zu Beginn der Behandlung beträgt 1 mal täglich:

·20 mg/kg Körpergewicht für Patienten, die regelmässige Bluttransfusionen erhalten.

·10 mg pro Kilogramm Körpergewicht für Patienten, die keine regelmässigen Bluttransfusionen

erhalten.

·Eine höhere oder niedrigere Startdosis kann von Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin entsprechend Ihrer

Bedürfnisse verordnet werden. Je nachdem, wie Sie auf die Behandlung ansprechen, kann Ihr Arzt bzw.

Ihre Ärztin die Dosierung später erhöhen oder reduzieren.

·Die maximale empfohlene Tagesdosis beträgt

·40 mg/kg Körpergewicht für Patienten, die regelmässige Bluttransfusionen erhalten.

·20 mg pro Kilogramm Körpergewicht für Patienten, die keine regelmässigen Bluttransfusionen erhalten

·Exjade kann bei älteren Patienten (65 Jahre und älter) in derselben Dosierung wie für andere

Erwachsene verabreicht werden. Bei älteren Patienten können häufiger unerwünschte Wirkungen

auftreten als bei jüngeren Patienten. Sie sollten vom Arzt bzw. von der Ärztin engmaschig auf

Nebenwirkungen, die möglicherweise eine Dosisanpassung erfordern, überwacht werden.

·Exjade kann bei Jugendlichen und Kindern ab 2 Jahren angewendet werden. Der Arzt oder die Ärztin

wird während der Behandlung regelmässig das Gewicht und das Wachstum des Patienten überwachen

und die Dosis wenn nötig anpassen.

Wann und wie ist Exjade einzunehmen?

Nehmen Sie Exjade:

·einmal täglich, jeden Tag ungefähr zur selben Tageszeit,

·auf nüchternen Magen, mindestens 30 min bevor Sie etwas essen.

Lassen Sie die Tabletten durch Rühren in einem Glas Wasser, Apfelsaft ohne Kohlensäure oder

Orangensaft (100 bis 200 ml) zerfallen, bis sich eine Suspension bildet. Trinken Sie den ganzen Inhalt

des Glases, dann spülen Sie das leere Glas mit etwas Wasser, Apfelsaft ohne Kohlensäure oder

Orangensaft und trinken Sie auch dieses.

Die Tabletten nicht in kohlensäurehaltigen Getränken oder Milch suspendieren.

Die Tabletten nicht zerkauen, zerteilen oder zerstossen und nicht ganz schlucken.

Wie lange muss Exjade eingenommen werden?

Es ist wichtig, Exjade täglich einzunehmen und die Behandlung genau wie verschrieben durchzuführen.

Dies ist eine Langzeitbehandlung, die Monate oder Jahre dauern kann. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird

Ihren Gesundheitszustand regelmässig überprüfen, um zu sehen, ob Exjade wie erwartet wirkt.

Wenn Sie mehr Exjade eingenommen haben, als Sie sollten

Wenn Sie zu viel Exjade eingenommen haben, oder wenn jemand anders irrtümlicherweise Ihre

Tabletten eingenommen hat, suchen Sie unverzüglich Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin oder ein Spital auf,

und zeigen Sie dort Ihre Tablettenpackung. Sie müssen möglicherweise medizinisch betreut werden.

Es können Folgeerscheinungen wie Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen auftreten

sowie Leber- und Nierenprobleme, die schwerwiegend sein können.

Wenn Sie vergessen haben, Exjade einzunehmen

Wenn Sie eine Dosis vergessen haben, nehmen Sie sie am selben Tag ein, sobald Sie sich daran

erinnern. Nehmen Sie dann die nächste Tablette wie vorgesehen. Nehmen Sie keine doppelte Dosis am

nächsten Tag für die vergessene Tablette.

Wirkungen, wenn die Behandlung mit Exjade abgesetzt wird

Setzen Sie Exjade nicht ab, ohne dass Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin dies vorschreibt. Wenn Sie Exjade

absetzen, wird das überschüssige Eisen nicht mehr aus Ihrem Körper entfernt.

Welche Nebenwirkungen kann Exjade haben?

Folgende Nebenwirkungen können auftreten. Die meisten Nebenwirkungen sind schwach oder mässig

stark und verschwinden nach einigen Tagen oder Wochen der Behandlung.

Gewisse Nebenwirkungen können schwerwiegend sein und benötigen unverzügliche ärztliche

Behandlung. Wenn eines der folgenden Symptome auftritt, informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt

bzw. Ihre Ärztin.

·Starker Hautausschlag, Schwierigkeiten beim Atmen, Schwindel oder Schwellung, insbesondere des

Gesichtes oder des Halses (Zeichen einer schwerwiegenden allergischen Reaktion),

·Hautausschlag, Hautrötung, Bläschenbildung an den Lippen, Augen oder Mund, Hautabschälung,

Halsschmerzen, hohes Fieber, Grippeähnliche Symptome und vergrösserte Lymphknoten (Zeichen einer

schweren Hautreaktion)

·Stark verminderte Urinproduktion (Zeichen eines Nierenproblems),

·Schläfrigkeit, Schmerzen im rechten Oberbauch, Gelbfärbung der Haut oder der Augen und dunkler

Urin (Zeichen von Leberproblemen),

·Bluterbrechen oder schwarzer Stuhl,

·Starke und anhaltende Bauchschmerzen mit oder ohne Erbrechen (ev. Zeichen einer

Bauchspeichelentzündung),

·Häufige Bauchschmerzen (ev. Zeichen von Magengeschwür), insbesondere nach dem Essen oder nach

der Einnahme von Exjade, es wurde auch über Einzelfälle von Perforation (Lochbildung) der Magen-

oder Darmwand berichtet,

·Häufiges Magenbrennen,

·Partieller Sehverlust.

Gewisse Nebenwirkungen können schwerwiegend werden. Diese Nebenwirkungen treten gelegentlich

(betrifft 1 bis 10 von 1000 Anwendern) auf.

·Unscharfe oder verschwommene Sicht,

·Hörstörungen.

Gewisse Nebenwirkungen sind häufig ( betrifft 1 bis 10 von 100 Anwendern). Informieren Sie Ihren

Arzt oder Ihre Ärztin, wenn Sie eine der folgenden Nebenwirkungen stark spüren:

·Magen-Darmbeschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, Blähungen,

Verstopfung, Verdauungsbeschwerden,

·Hautausschlag, Juckreiz

·Kopfschmerzen.

Weitere Nebenwirkungen treten gelegentlich (betrifft1 bis 10 von 1000 Anwendern) auf. Informieren

Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn Sie eine der folgenden Nebenwirkungen stark spüren:

·Schwindel,

·Fieber,

·Halsweh,

·Geschwollene Arme und Beine,

·Veränderungen der Hautfarbe,

·Angstzustände,

·Schlafstörungen,

·Müdigkeit,

·Haarausfall.

Vor und während der Behandlung mit Exjade werden einige Blut- und Urintests durchgeführt. Ihr Arzt

bzw. Ihre Ärztin überwacht damit Veränderungen der Nierenfunktion (Kreatininblutspiegel,

Vorhandensein von Proteinen im Urin), der Leberfunktion (Blutspiegel der Transaminasen, von

Bilirubin und alkalischer Phosphatase) oder des Säure-Basen-Haushalts (pH-Wert im Blut und

Bicarbonat-Konzentration).

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin kontrolliert vielleicht vor und während der Behandlung mit Exjade auch Ihr

Seh- und Hörvermögen.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin

oder Apothekerin. Dies gilt insbesondere auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Keine beschädigten oder gebrauchten Exjade-Packungen verwenden.

Lagerungshinweis

Arzneimittel sollen für Kinder unerreichbar aufbewahrt werden.

Das Arzneimittel soll in der Originalpackung vor Feuchtigkeit geschützt und nicht über 30 °C

aufbewahrt werden.

Weitere Hinweise

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Exjade enthalten?

Wirkstoffe

1 dispergierbare Tablette enthält 125 mg, 250 mg oder 500 mg Deferasirox als Wirkstoff

Hilfsstoffe

Crospovidon, Laktose Monohydrat, Mikrokristalline Zellulose, Povidone K30, Natriumdodecylsulfat,

hochdisperses Siliciumdioxid, Magnesiumstearat

Zulassungsnummer

57466 (Swissmedic)

Wo erhalten Sie Exjade? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Exjade zu 125 mg: 28 oder 84 dispergierbare Tabletten.

Exjade zu 250 mg: 28 oder 84 dispergierbare Tabletten.

Exjade zu 500 mg: 28 oder 84 dispergierbare Tabletten.

Zulassungsinhaberin

Novartis Pharma Schweiz AG, Risch; Domizil: 6343 Rotkreuz

Diese Packungsbeilage wurde im April 2020 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.

Fachinformation

Exjade®

Novartis Pharma Schweiz AG

Zusammensetzung

Wirkstoff: Deferasirox.

Hilfsstoffe: Excip. pro compr.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Dispergierbare Tabletten zu 125 mg/250 mg/500 mg Deferasirox.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Behandlung der transfusionsbedingten Hämosiderose.

Behandlung von chronischer Eisenüberladung, die eine Chelattherapie erfordert, bei Patienten mit

nicht-transfusionsabhängiger Thalassämie ab 10 Jahren.

Dosierung/Anwendung

Transfusionsbedingte Eisenüberladung

Die Ziele der Eisenchelattherapie bestehen in der Entfernung der Eisenmenge, die transfundiert wird,

und, wenn erforderlich, in der Reduzierung der vorhandenen Eisenüberladung. Die Entscheidung zur

Anwendung einer Eisenchelattherapie sollte das individuelle Nutzen-Risiko-Verhältnis

berücksichtigen.

Die empfohlene Anfangsdosis von Exjade ist 1mal täglich 20 mg/kg Körpergewicht.

Die Einnahme von Exjade soll auf nüchternen Magen mindestens 30 Minuten vor dem Essen

erfolgen, vorzugsweise immer zur gleichen Tageszeit.

Die Tabletten sind durch Rühren in Wasser, Apfelsaft ohne Kohlensäure oder Orangensaft (100-

200 ml) zu dispergieren, bis eine feine Dispersion entsteht. Nach dem Schlucken der Dispersion ist

ein etwaiger Rest in einer kleinen Menge Wasser oder Saft nochmals zu dispergieren und zu

schlucken. Die Tabletten dürfen nicht zerkaut oder undispergiert geschluckt werden.

Es wird empfohlen, bei Patienten, welche regelmässige Bluttransfusionen (mehr als 8 Einheiten

Erythrozytenkonzentrate pro Jahr) erhalten, die Therapie mit Exjade nach der Transfusion von

ungefähr 20 Einheiten Erythrozytenkonzentrat (entspricht ca. 100 ml/kg) oder bei klinischen

Hinweisen auf eine chronische Eisenüberladung (Serumferritin >1000 µg/l bzw. einem Eisengehalt

der Leber von >2 mg/g Trockengewicht) zu beginnen.

Eine Anfangsdosis von 30 mg/kg/d kann bei Patienten in Erwägung gezogen werden, die mehr als

14 ml/kg/Monat Erythrozytenkonzentrat (d.h. mehr als 4 Einheiten/Monat für einen Erwachsenen)

erhalten und bei denen eine Reduktion der bestehenden Eisenbelastung angestrebt wird.

Eine Anfangsdosis von 10 mg/kg/d kann bei Patienten in Erwägung gezogen werden, die weniger als

7 ml/kg/Monat Erythrozytenkonzentrat (d.h. weniger als 2 Einheiten/Monat für einen Erwachsenen)

erhalten und bei denen das Körpereisen weder weiter ansteigen noch abnehmen soll.

Für Patienten, die bereits gut auf die Behandlung mit Deferoxamin eingestellt sind, sollte eine

Exjade-Anfangsdosis in Erwägung gezogen werden, welche numerisch der Hälfte der Dosis von

Deferoxamin entspricht (z.B. ein Patient, der 40 mg/kg/d Deferoxamin an 5 Tagen in der Woche

(oder äquivalent) erhält, könnte auf eine tägliche Anfangsdosis von 20 mg/kg/d Exjade umgestellt

werden).

Dosisanpassung

Es wird empfohlen, das Serumferritin einmal monatlich zu bestimmen, und die Dosis von Exjade in

Schritten von 5 bis 10 mg/kg/d alle 3-6 Monate anzupassen. Bei Patienten, die mit einer Dosis von

30 mg/kg/d nur unzureichend kontrolliert sind (z.B. Serumferritinspiegel persistierend über

2500 µg/l und keine Tendenz zur Reduktion zeigend) können Dosen von bis zu 40 mg/kg/d in

Erwägung gezogen werden.

Eine Dosierung über 40 mg/kg/d wird nicht empfohlen, da man nur über limitierte Erfahrung mit

Dosen über 40 mg/kg/d verfügt.

Bei Patienten, deren Serumferritinspiegel den Zielwert erreicht hat (i.a. zwischen

500 und 1000 µg/l), sollten Dosis-reduzierungen in Schritten von 5 bis 10 mg/kg in Erwägung

gezogen werden, um die Serumferritinspiegel im Zielbereich zu halten.

Bei mehreren aufeinander folgenden Werten von Serumferritin unter 500 µg/l, sollte die Behandlung

unterbrochen werden. Die Eisenausscheidung im Urin ist zur Verlaufskontrolle nicht geeignet

(s. «Pharmakokinetik»).

Wie unter Behandlung mit anderen Eisenkomplexbildnern kann das Toxizitätsrisiko von Exjade

erhöht sein, wenn bei Patienten mit niedriger Eisenbelastung oder mit nur leicht erhöhtem

Serumferritinspiegel zu hohe Dosen verabreicht werden (s. «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Nicht-transfusionsabhängige Thalassämie

Eine Chelattherapie sollte nur begonnen werden, wenn nachweislich eine Eisenüberladung vorliegt

(Lebereisenkonzentration (LIC) ≥5 mg Fe/g Trockengewicht oder Serumferritin durchweg

>800 µg/l). LIC ist die bevorzugte Methode zur Bestimmung der Eisenüberladung und sollte wenn

immer verfügbar angewendet werden. Bei allen Patienten ist während der Chelattherapie Vorsicht

geboten, um das Risiko einer Überchelierung zu minimieren.

Die empfohlene Anfangsdosis von Exjade beträgt einmal täglich 10 mg/kg Körpergewicht.

Dosisanpassung

Es wird empfohlen, das Serumferritin monatlich und wenn verfügbar, das LIC alle 6 Monate zu

kontrollieren. Während der Behandlung sollte alle 3 bis 6 Monate eine Dosiserhöhung in Schritten

von 5 bis 10 mg/kg in Betracht gezogen werden, sofern die LIC des Patienten ≥7 mg Fe/g

Trockengewicht beträgt oder wenn das Serumferritin an 2 Messungen im Abstand von mindestens 1

Monat bei >2000 Mikrogramm/l liegt und kein Trend nach unten erkennbar ist und sofern der Patient

das Arzneimittel gut verträgt. Andere Gründe für erhöhte Serumferritinwerte als Eisenüberladung

sollten ausgeschlossen werden, bevor eine Dosiserhöhung aufgrund erhöhtem Ferritin in Betracht

gezogen wird.

Dosierungen über 20 mg/kg werden nicht empfohlen, da bei Patienten mit nicht-

transfusionsabhängigen Thalassämie-Syndromen keine Erfahrung mit höheren Dosen vorliegt.

Bei Patienten ohne Bestimmung der LIC und bei denen das Serumferritin bei ≤2'000 Mikrogramm/l

liegt, sollte die Dosierung nicht mehr als 10 mg/kg betragen.

Für Patienten, bei welchen die Dosis auf >10 mg/kg erhöht wurde, wird eine Dosisreduktion auf

nicht mehr als 10 mg/kg empfohlen, wenn der LIC <7 mg Fe/g Trockengewicht oder das

Serumferritin ≤2'000 Mikrogramm/l beträgt.

Sobald ein zufriedenstellender Eisenspiegel im Körper erreicht ist (LIC <3 mg Fe/g Trockengewicht

oder Serumferritin <300 Mikrogramm/l), sollte die Behandlung unterbrochen werden. Die

Behandlung sollte dann wieder aufgenommen werden, wenn durch klinische Überwachung

nachgewiesen wird, dass eine chronische Eisenüberladung vorliegt.

Spezielle Dosierungsempfehlung

Ältere Patienten

Keine spezielle Dosisempfehlung.In klinischen Studien entwickelten ältere Patienten häufiger

Nebenwirkungen als jüngere Patienten und sollten daher aufmerksam auf Nebenwirkungen

beobachtet werden, die eine Dosisanpassung erforderlich machen könnten.

Kinder und Jugendliche

Bei Kindern <10 Jahren mit Thalässamie ohne Transfusionsbedürfnis liegen keine Erfahrungen mit

der Behandlung vor.

Bei transfusionsbedingter Eisenüberladung ist folgendes bei Kindern <6 Jahren zu berücksichtigen:

Bei Kindern von 2-<6 Jahren ist die Exposition niedriger als bei Erwachsenen. Daher sind ev. höhere

Dosen als bei Erwachsenen erforderlich. Die Anfangsdosis sollte jedoch die gleiche sein wie bei

Erwachsenen, gefolgt von einer individuellen Dosistitration.

Bei Kindern <2 Jahren liegen keine Erfahrungen zur Wirksamkeit und Sicherheit von Deferasirox

vor, daher wird die Behandlung hier nicht empfohlen (s. «Pharmakokinetik»).

Niereninsuffiziente Patienten

Exjade wurde bei niereninsuffizienten Patienten nicht untersucht. Exjade muss bei Patienten mit

erhöhtem Serumkreatinin mit Vorsicht angewendet werden.

Bei Niereninsuffizienten mit einer Kreatinin-Clearance ≥60 ml/min gelten dieselben Anfangsdosen

wie oben. Für Verlaufskontrolle und Dosisanpassung siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen».

Patienten mit Leberinsuffizienz

Bei Patienten mit mässiger Leberinsuffizienz (Child-Pugh B) sollte die Anfangsdosis auf ungefähr

50% reduziert werden. Exjade sollte bei Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz (Child-Pugh C)

nicht verabreicht werden.

Die Leberfunktion sollte bei allen Patienten vor Behandlungsbeginn, dann alle 2 Wochen im ersten

Monat der Behandlung und danach monatlich kontrolliert werden (s. «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Kontraindikationen

Bekannte Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe.

Kreatinin-Clearance <60 ml/min.

Patienten mit Hochrisiko-MDS (myelodysplastisches Syndrom) und Patienten mit anderen

hämatologischen und nicht-hämatologischen Tumorkrankheiten, die aufgrund des raschen

Fortschreitens ihrer Krankheit voraussichtlich nicht von einer Chelattherapie profitieren.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Die Entscheidung zur Anwendung einer Eisenchelattherapie sollte das individuelle Nutzen-Risiko-

Verhältnis berücksichtigen (s. «Dosierung/Anwendung»).

Bei Patienten mit MDS (myelodysplastischem Syndrom) und bei älteren Patienten sind Ereignisse

wie Nierenversagen, potentiell fatale Magen-Darm-Blutungen und Todesfälle häufiger aufgetreten

als bei jüngeren Patienten unter Exjade. Da diese Ereignisse bei den erwähnten Patienten öfter

auftreten als bei jüngeren Patienten, ist es schwierig, auf eine Ursache von Exjade zu schliessen. Das

Nutzen/Risiko-Verhältnis bei diesen Patienten soll vor Beginn der Therapie mit einem Chelatbildner

sorgfältig bedacht werden. Gemäss MDS-Richtlinien ist eine Fe-Chelator-Therapie nur bei Patienten

mit regelmässigem Transfusionsbedarf und niedrigerem MDS-Risiko, die eine Lebenserwartung von

über 1 Jahr haben, empfohlen.

Bei Patienten mit angeborenen Störungen der Glukuronidierung ist Exjade mit Vorsicht anzuwenden.

Niere

Während klinischer Studien wurde bei einem Teil der mit Exjade behandelten Patienten ein

dosisabhängiger Anstieg des Serumkreatinins beobachtet. In einer solchen klinischen Studie wurde

bei 38% der Patienten unter Deferasirox (Exjade) und bei 14% der Patienten unter Deferoxamin ein

Anstieg des Serumkreatinins von >33% an zwei aufeinander folgenden Messungen festgestellt. Nach

Markteinführung von Exjade wurde über Fälle von akutem (auch Dialyse-pflichtigem)

Nierenversagen, teils mit fatalem Ausgang, berichtet.

In den Fällen mit tödlichem Verlauf kann ein Zusammenhang zwischen Exjade und der

Nierenfunktionsstörung zwar nicht vollständig ausgeschlossen werden, allerdings ist der fatale

Ausgang bei diesen schwerkranken Patienten wahrscheinlich Folge der zugrunde liegenden

Erkrankungen. Die Tatsache, dass es nach Abbruch der Behandlung in den meisten der nicht tödlich

verlaufenden Fälle zu einer Verbesserung der Nierenfunktion kam, weist auf eine Beteiligung von

Exjade bei dem akuten Nierenversagen hin.

Es wird empfohlen, das Serumkreatinin und/oder die Kreatinin-Clearance vor Einleitung der

Therapie zweimal zu bestimmen. Während des ersten Monats der Behandlung oder nach

Modifikationen der Behandlung sollte das Serumkreatinin wöchentlich, danach monatlich

kontrolliert werden. Auf Proteinurie sollte monatlich getestet werden. Patienten mit bestehender

Nierenerkrankung oder Patienten mit Medikamenten, welche die Nierenfunktion einschränken

können, können ein erhöhtes Komplikationsrisiko aufweisen.

Es sind Fälle von renaler Tubulopathie unter Behandlung mit Exjade aufgetreten. Bei der Mehrzahl

dieser Patienten handelte es sich um Kinder und Jugendliche mit Beta-Thalassämie und einem

Serumferritinspiegel <1500 Mikrogramm/l.

Es sind Fälle von renaler tubulärer Nekrose unter Behandlung mit Exjade aufgetreten.

Unter Behandlung mit Exjade wurde nach Markteinführung über das Auftreten von metabolischer

Azidose berichtet. Die Mehrzahl dieser Patienten hatten Niereninsuffizienz, renale Tubulopathie

(Fanconi-Syndrom), Diarrhö oder Zustände, in denen ein Ungleichgewicht des Säure-Basen-

Haushalts als bekannte Komplikation auftreten kann. Bei diesen Patientengruppen sollte der Säure-

Basen-Haushalt wenn klinisch indiziert kontrolliert werden. Bei Patienten, welche eine metabolische

Azidose entwickeln, sollte ein Unterbruch der Exjade-Behandlung in Betracht gezogen werden.

Bei Patienten mit Diarrhoe oder Erbrechen muss auf eine ausreichende Hydrierung geachtet werden.

Bei erwachsenen Patienten kann die Dosis von Exjade um 10 mg/kg reduziert werden, wenn an zwei

aufeinander folgenden Messungen ein nicht progressiver Anstieg des Serumkreatinins um >33% über

dem Mittel der beiden Messungen vor Therapiebeginn festgestellt wird, sofern sich dieser Anstieg

nicht auf andere Ursachen zurückführen lässt.

Zu beachten ist, dass in klinischen Studien bei 11% der Patienten solche Dosisanpassungen auf

Grund eines Kreatininanstiegs vorgenommen werden mussten. Bei den meisten Patienten, in denen

die Dosis reduziert werden musste, ging der Serumkreatininwert nicht auf den Ausgangswert zurück.

Bei 60% der Patienten mit einer Dosisreduktion blieb der Serumkreatininwert um >33% erhöht, ohne

weitere Zunahme.

Ist der Anstieg des Serumkreatinins progressiv, sollte die Therapie mit Exjade unterbrochen werden.

Ebenfalls unterbrochen werden sollte die Therapie mit Exjade, wenn das Serumkreatinin über 33%

erhöht bleibt, oder wenn die Kreatinin- Clearance unter den altersentsprechenden Normbereich fällt.

Die Wiederaufnahme richtet sich nach der individuellen klinischen Situation.

Bei Kindern sollte die Dosis um 10 mg/kg reduziert werden, wenn das Serumkreatinin an zwei

aufeinander folgenden Messungen über den altersentsprechenden oberen Normwert steigt.

Leber

Bei Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz (Child-Pugh C) ist Exjade nicht empfohlen.

Die Behandlung mit Exjade wurde nur bei Patienten begonnen, deren Lebertransaminasen vor

Behandlungsbeginn auf nicht mehr als den 5-fachen oberen Normalwert erhöht waren. Die

Pharmakokinetik von Deferasirox wurde durch solche Transaminasespiegel nicht beeinflusst.

Deferasirox wird hauptsächlich durch Glukuronidierung ausgeschieden, und es wird in sehr

geringem Masse (etwa 8%) durch oxidative Cytochrom-P450-Enzyme metabolisiert

(s. «Pharmakokinetik»).

Gelegentlich (0.3%) wurden in klinischen Studien auf Hepatitis hinweisende

Transaminaseerhöhungen auf mehr als den 10-fachen oberen Normalwert beobachtet. Nach

Markteinführung von Exjade wurde über Fälle von Leberversagen berichtet. Die meisten Fälle von

Leberversagen traten bei Patienten mit bedeutenden Komorbiditäten, einschliesslich Leberzirrhose

und Multiorganversagen, auf, und in einigen Fällen wurde ein tödlicher Ausgang beschrieben

(s. «Unerwünschte Wirkungen»).

Serumtransaminasen, Bilirubin und alkalische Phosphatase sollten vor Behandlungsbeginn, dann alle

2 Wochen im ersten Monat der Behandlung und danach monatlich kontrolliert werden. Tritt ein

anhaltender und progressiver Anstieg der Serumtransaminasen auf, der sich nicht anderen Ursachen

zuordnen lässt, so sollte Exjade abgesetzt werden. Nachdem die Ursache der abnormalen

Leberfunktionstestwerte geklärt ist oder nach deren Normalisierung kann eine vorsichtige

Wiederaufnahme der Behandlung mit Exjade mit niedrigerer Dosis und allmählicher Dosissteigerung

in Erwägung gezogen werden.

Gastrointestinaltrakt

Unter der Behandlung mit Exjade können gastrointestinale Reizungen auftreten. Ulcera und

Blutungen im oberen Gastrointestinaltrakt wurden bei Patienten, einschliesslich Kindern und

Jugendlichen, die mit Exjade behandelt wurden, berichtet. Es liegen seltene Berichte über tödliche

Magendarmblutungen vor, besonders bei älteren Patienten mit hämatologischen Tumorkrankheiten

im fortgeschrittenen Stadium und/oder niedrigen Plättchenzahlen. Bei einigen Patienten wurden

multiple Ulcera beobachtet (s. «Unerwünschte Wirkungen»). Ärzte und Patienten sollten während

einer Exjade-Behandlung aufmerksam auf Symptome von Gastrointestinalulcera und Blutungen

achten. Bei Verdacht auf ein schwerwiegendes unerwünschtes gastrointestinales Ereignis sollten

umgehend weitere Abklärungen und eine entsprechende Behandlung eingeleitet werden. Es liegen

Berichte vor über Ulzera mit Komplikation einer gastrointestinalen Perforation (einschliesslich

fataler Ausgang).

Es wurden Fälle schwerer akuter Pankreatitis mit und ohne dokumentierter zugrunde liegender

Gallenerkrankung beobachtet.

Bei Patienten, welche Exjade in Kombination mit Medikamenten mit bekanntem ulcerogenem

Potential wie NSAIDs, Kortikosteroide oder orale Biphosphonate einnehmen, bei Patienten unter

Antikoagulantien und bei Patienten mit Plättchenzahlen <50× 109/l ist Vorsicht angezeigt

(s. «Interaktionen»).

Haut

Schwere arzneimittelinduzierte Hautreaktionen (severe cutaneous adverse reactions, SCARs),

einschliesslich Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), toxische epidermale Nekrolyse (TEN) und

Arzneimittelwirkung mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS), die lebensbedrohlich

oder tödlich sein können, wurden berichtet. Patienten sollten über Zeichen und Symptome von

schweren Hautreaktionen informiert werden und engmaschig überwacht werden. Bei Verdacht auf

SCARs sollte Exjade unverzüglich abgesetzt und nicht mehr erneut verabreicht werden.

Es liegen Berichte über seltene Fälle von Erythema multiforme unter Exjade-Behandlung vor.

Unter der Behandlung mit Exjade kann ein Hautausschlag auftreten. Bei einem leichten bis

mittelschweren Hautausschlag kann man die Behandlung mit Exjade ohne Dosisanpassung

fortsetzen, da sich der Hautausschlag oft spontan zurückbildet. Ein schwerer Hautausschlag kann die

Unterbrechung der Behandlung erfordern; nach Rückbildung des Hautausschlages kann die

Behandlung mit Exjade mit niedrigerer Dosis und allmählicher Dosissteigerung wieder

aufgenommen werden.

Überempfindlichkeitsreaktionen

Unter Behandlung mit Exjade wurden seltene Fälle von schwerwiegenden

Überempfindlichkeitsreaktionen (wie Anaphylaxie und Angioödem) berichtet, welche in den meisten

Fällen während des ersten Behandlungsmonats auftraten (s. «Unerwünschte Wirkungen»). Bei

schweren Reaktionen müssen die üblichen, geeigneten medizinischen Massnahmen ergriffen werden

und die Behandlung mit Exjade muss abgebrochen werden. Exjade darf bei Patienten, die

Überempfindlichkeitsreaktionen auf Deferasirox gezeigt haben, aufgrund des Risikos eines

anaphylaktischen Schocks nicht erneut angewendet werden.

Augen und Ohren

Unter Behandlung mit Exjade wurden Hörstörungen (vermindertes Hörvermögen) und

Augenstörungen (Linsentrübung) gemeldet (s. «Unerwünschte Wirkungen»). Ein Hörtest und eine

augenärztliche Untersuchung einschliesslich Spiegelung des Augenhintergrunds vor Beginn der

Behandlung mit Exjade und danach in regelmässigen Abständen (alle 12 Monate) werden

empfohlen. Beim Auftreten von Störungen ist eine Dosisreduktion oder das Absetzen des

Arzneimittels zu erwägen.

Hämatologische Störungen

Unter Behandlung mit Exjade wurden nach Markteinführung (sowohl als Spontanmeldungen als

auch als Meldungen aus klinischen Studien) über das Auftreten von Zytopenien berichtet

(s. «Unerwünschte Wirkungen»). Die meisten dieser Patienten hatten vorbestehende hämatologische

Störungen, welche mit Knochenmarkversagen einhergehen können. Der Zusammenhang dieser

Ereignisse mit der Behandlung mit Exjade ist ungewiss. Gemäss klinischem Standardmanagement

solcher hämatologischer Störungen sollten regelmässige periphere Blutbilder gemacht werden. Ein

Unterbruch der Exjade-Behandlung sollte bei Patienten, welche eine unerklärte Zytopenie

entwickeln, in Betracht gezogen werden. Die Wiederaufnahme der Behandlung mit Exjade kann

erwogen werden, wenn der Grund für die Zytopenie geklärt ist und ein Zusammenhang mit Exjade

mit ausreichender Sicherheit ausgeschlossen werden konnte.

Allgemeine Vorsichtsmassnahmen

Wie unter Behandlung mit anderen Eisenkomplexbildnern kann das Toxizitätsrisiko von Exjade

erhöht sein, wenn bei Patienten mit niedriger Eisenbelastung oder mit nur leicht erhöhtem

Serumferritinspiegel zu hohe Dosen verabreicht werden.

Als allgemeine Vorsichtsmassnahme soll bei pädiatrischen Patienten das Körpergewicht und

Längenwachstum in regelmässigen Abständen (alle 12 Monate) kontrolliert werden. Im Verlauf einer

5-jährigen Nachbeobachtung von Kindern im Rahmen klinischer Studien war Exjade nicht mit

verzögertem Wachstum assoziiert.

Zur Häufigkeit von Sichelzellkrisen im Vergleich zu nicht mit Chelator-Therapie behandelten

Patienten gibt es bisher keine Erfahrungen.

Exjade wurde bei Patienten mit Aluminiumüberladung nicht untersucht und sollte in dieser

Indikation nicht eingesetzt werden.

Exjade soll nicht mit anderen Eisenkomplexbildnern (Chelatoren) kombiniert werden, es sei denn,

dies wird vom Behandler nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung für notwendig erachtet. Ein

erhöhtes Risiko für unerwünschte Wirkungen unter Kombination von Exjade mit anderen Chelatoren

kann auf Basis der vorhandenen Daten nicht ausgeschlossen werden.

Die Tabletten enthalten Laktose (1.1 mg Laktose pro mg Deferasirox). Dieses Arzneimittel wird

nicht für Patienten mit der seltenen erblich bedingten Galaktose-Intoleranz, hochgradigem

Laktasemangel oder Glukose-Galaktose-Malabsorption empfohlen.

Interaktionen

Die gleichzeitige Verabreichung von Exjade und Aluminium-haltigen Antazida ist nicht systematisch

untersucht worden. Obwohl Deferasirox eine geringere Affinität zu Aluminium als zu Eisen hat, ist

die Einnahme von Exjade-Tabletten und Aluminium-haltigen Antazida innerhalb von 2 h zu

vermeiden.

In einer Studie bei gesunden Probanden führte die gleichzeitige Verabreichung von Exjade und

Midazolam (ein CYP3A4-Substrat) zu einer um 17% verminderten Exposition von Midazolam. In

der klinischen Praxis kann dieser Effekt ausgeprägter sein. Es ist daher wegen einer möglichen

Wirksamkeitsverminderung auch Vorsicht angezeigt, wenn Deferasirox mit Substanzen kombiniert

wird, welche über CYP3A4 metabolisiert werden (z.B. Ciclosporin, Simvastatin, hormonale

Kontrazeptiva).

In einer Studie bei gesunden Probanden führte die gleichzeitige Verabreichung von Exjade

(Einzeldosis von 30 mg/kg) und Rifampicin (wiederholte Dosis von 600 mg/Tag), einem potenten

Induktor der UDP-Glucuronosyltransferase (UGT), zu einer Verminderung der Deferasirox-

Exposition um 44% (90% CI: 37%-51%). Demzufolge kann die gleichzeitige Verabreichung von

Exjade mit potenten UGT-Induktoren (z.B. Rifampicin, Phenytoin, Phenobarbital, Ritonavir) zu

einer verminderten Wirksamkeit von Exjade führen, und es sollte entsprechend dem Ansprechen auf

die Therapie eine Dosiserhöhung von Exjade in Erwägung gezogen werden.

Bei Hemmung der Reabsorption durch Cholestyramin ist die Deferasirox-Exposition um 45%

verringert.

In einer Studie bei gesunden Probanden führte die gleichzeitige Verabreichung von Exjade

(wiederholte Dosis von 30 mg/kg) und dem CYP2C8-Substrat Repaglinid (Einzeldosis von 0.5 mg)

zu einer Erhöhung der AUC und Cmax von Repaglinid um 131% (90% CI: 103%-164%) resp. 62%

(90% CI: 42%-84%). Bei gleichzeitiger Verabreichung von Exjade mit Repaglinid sollten die

Glukosespiegel sorgfältig überwacht werden. Bei Kombination von Exjade mit anderen CYP2C8-

Substraten wie z.B. Paclitaxel ist Vorsicht geboten.

In einer Studie bei gesunden erwachsenen Probanden führte die gleichzeitige Verabreichung von

Exjade (wiederholte Dosis von 30 mg/kg/Tag) und dem CYP1A2-Substrat Theophyllin (Einzeldosis

von 120 mg) zu einer Erhöhung der AUC von Theophyllin um 84% (90% CI: 73%-95%). Bei

gleichzeitiger Verabreichung von Exjade mit Theophyllin sollten die Theophyllinspiegel überwacht

und eine Dosisreduktion von Theophyllin in Erwägung gezogen werden. Interaktionen von Exjade

mit anderen CYP1A2-Substraten sind möglich.

Es zeigte sich keine Interaktion zwischen Exjade und Digoxin.

Die gleichzeitige Gabe von Exjade und Vitamin C ist nicht systematisch untersucht worden.

Interaktionen zwischen Exjade und Gallium-Kontrastmitteln wurden nicht untersucht. Es ist bekannt,

dass Resultate bildgebender Gallium-67-Untersuchungen durch den Eisenkomplexbildner

Deferoxamin, wegen der Chelatbildung von Gallium-67 verzerrt werden können. Eine

Unterbrechung der Behandlung mit Exjade mindestens 5 Tage vor einer Gallium-67-Scintigraphie

wird empfohlen.

Die gleichzeitige Verabreichung von Exjade in Kombination mit Medikamenten mit bekanntem

ulcerogenem Potential wie NSAIDs, Kortikosteroide oder orale Biphosphonate, und die

Verabreichung bei Patienten unter Antikoagulantien kann das Risiko gastrointestinaler Reizungen

erhöhen (s. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Für Deferasirox liegen keine kontrollierten klinischen Studien zur Anwendung an Schwangeren vor.

Untersuchungen an Tieren zeigten eine gewisse toxische Wirkung auf die reproduktive Funktion bei

für das Muttertier toxischen Dosen. Aus diesen Gründen wird empfohlen, Exjade in der

Schwangerschaft nur dann anzuwenden, wenn dies absolut erforderlich ist.

Stillzeit

In Tierstudien tritt Deferasirox schnell und ausgiebig in die Muttermilch über. Es zeigte sich keine

Auswirkung auf die Nachkommen. Es ist nicht bekannt, ob Deferasirox beim Menschen in die

Muttermilch übertritt. Stillen während der Einnahme von Exjade wird nicht empfohlen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine Untersuchungen zur Auswirkung auf die Fahrtüchtigkeit und das Bedienen von

Maschinen durchgeführt. Patienten, bei denen die gelegentliche Nebenwirkung Schwindel auftritt,

sollten beim Lenken eines Fahrzeuges oder beim Bedienen von Maschinen vorsichtig sein

(s. «Unerwünschte Wirkungen»).

Unerwünschte Wirkungen

Als häufigste unerwünschte Wirkungen während der Langzeitbehandlung von Erwachsenen und

Kindern mit Exjade wurden bei ungefähr 26% der Patienten gastrointestinale Störungen

(hauptsächlich Übelkeit, Erbrechen, Diarrhoe oder Bauchschmerzen) und bei ungefähr 7% ein

Hautausschlag beobachtet. Diese Reaktionen sind dosisabhängig, meist leicht bis mittelschwer

ausgeprägt, im Allgemeinen vorübergehend und bilden sich auch unter fortschreitender Behandlung

mit Exjade meistens zurück. Eine leichte, nicht progressive Zunahme des Serumkreatinins, meistens

im normalen Bereich, kommt bei etwa 36% der Patienten vor. Diese ist dosisabhängig, bildet sich oft

spontan zurück und lässt sich manchmal durch Dosisreduktion vermindern (s. «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Ein Anstieg der Lebertransaminasen wurde bei ungefähr 2% der Patienten beobachtet. Dieser

Anstieg war nicht dosisabhängig, und die meisten dieser Patienten hatten schon vor Behandlung mit

Exjade erhöhte Transaminasen. Eine auf Hepatitis hinweisende Transaminasenerhöhung auf mehr als

den 10-fachen oberen Normalwert ist gelegentlich (0.3%) aufgetreten. Nach Markteinführung von

Exjade wurde über Fälle von Leberversagen berichtet. Die meisten Fälle von Leberversagen traten

bei Patienten mit bedeutenden Komorbiditäten, einschliesslich Leberzirrhose und

Multiorganversagen, auf, und in einigen Fällen wurde ein tödlicher Ausgang beschrieben.

Wie mit anderen Eisenkomplexbildnern gab es auch unter der Behandlung mit Exjade gelegentlich

Berichte über einen Hörverlust im hohen Frequenzbereich und Linsentrübung (frühzeitiger Katarakt)

(s. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

In einer 5-jährigen Beobachtungsstudie wurden 267 Kinder im Alter von 2 bis <6 Jahren (bei

Aufnahme) mit transfusionsbedingter Eisenüberladung mit Deferasirox behandelt. Es waren keine

bislang unbekannten Sicherheitsergebnisse bezüglich unerwünschter Ereignisse (UE) oder

Anomalien in Labortests zu beobachten. Die am häufigsten beobachteten unerwünschten Ereignisse,

bei denen ein Zusammenhang mit dem Prüfpräparat vermutet wurde, waren ein Anstieg der

ALT/GPT (21,1%), ein Anstieg der AST/GOT (11,9%), Erbrechen (5,4%), Hautausschlag (5,0%),

ein Anstieg der Serum-Kreatininwerte (3,8%), Abdominalschmerz (3,1%) und Diarrhö (1,9%).

Die folgenden unerwünschten Wirkungen wurden in klinischen Studien nach Behandlung mit Exjade

berichtet. Unerwünschte Wirkungen sind mit abnehmender Häufigkeit wie folgt aufgeführt: sehr

häufig (≥1/10); häufig (≥1/100, <1/10); gelegentlich (≥1/1000, <1/100); selten (≥1/10'000, <1/1000),

sehr selten (<1/10'000).

Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe sind unerwünschte Wirkungen mit abnehmendem Schweregrad

aufgelistet.

Unerwünschte Wirkungen aus klinischen Studien:

Psychiatrische Störungen

Gelegentlich: Angst, Schlafstörungen.

Nervensystem

Häufig: Kopfschmerz.

Gelegentlich: Schwindel.

Augen

Gelegentlich: Katarakt, Makulopathie.

Selten: Optische Neuritis.

Ohr und Innenohr

Gelegentlich: Taubheit.

Gastrointestinale Störungen

Häufig: Diarrhoe, Obstipation, Erbrechen, Nausea, Bauchschmerzen, Blähungen, Dyspepsie.

Gelegentlich: Gastrointestinale Blutungen, Magenulcera (einschliesslich multipler Ulcera),

Duodenalulcera, Gastritis, Kehlkopfschmerz, akute Pankreatitis.

Selten: Oesophagitis.

Leber und Galle

Häufig: Erhöhte Transaminasen.

Gelegentlich: Hepatitis, Cholelithiasis.

Haut

Häufig: Hautausschlag, Juckreiz.

Gelegentlich: Pigmentierungsstörung.

Selten: Erythema multiforme, Arzneimittelwirkung mit Eosinophilie und systemischen Symptomen

(DRESS).

Nieren und Harnwege

Häufig: Proteinurie, erhöhtes Serumkreatinin (>ULN aber <2× ULN).

Gelegentlich: Nierentubuluserkrankung (Fanconi-Syndrom).

Allgemeine Störungen

Gelegentlich: Fieber, Ödeme, Müdigkeit.

Spontan gemeldete unerwünschte Wirkungen werden freiwillig berichtet, und es ist daher nicht

immer möglich, die Häufigkeit oder den kausalen Zusammenhang zur Behandlung genau zu

bestimmen.

Unerwünschte Wirkungen von Spontanmeldungen (Häufigkeit nicht bekannt)

Blut- und Lymphsystem

Unter Behandlung mit Exjade wurden nach Markteinführung Zytopenien einschliesslich

Neutropenien, Thrombozytopenien und Panzytopenien sowie verschlechterte Anämie gemeldet

(sowohl Spontanmeldungen als auch Meldungen aus klinischen Studien). Die meisten dieser

Patienten hatten vorbestehende hämatologische Störungen, welche häufig mit

Knochenmarkversagen einhergehen können (s. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Der

Zusammenhang dieser Ereignisse mit der Behandlung mit Exjade ist ungewiss.

Immunsystem

Überempfindlichkeitsreaktionen (einschliesslich anaphylaktische Reaktion, Angioödem, Urtikaria).

Gastrointestinale Störungen

Gastrointestinale Perforation.

Leber und Galle

Leberversagen.

Haut

Stevens-Johnson-Syndrom, Hypersensitivitaetsvaskulitis, Urtikaria, Alopezie, toxische epidermale

Nekrolyse.

Nieren und Harnwege

Renale tubuläre Nekrose.

Fälle von akutem Nierenversagen, teils mit fatalem Ausgang, wurden beschrieben (s. «Warnhinweise

und Vorsichtsmassnahmen»), tubulointerstitielle Nephritis.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Unter Behandlung mit Exjade wurden Fälle von metabolischer Azidose berichtet, meistens bei

Patienten mit Niereninsuffizienz, Nierentubuluserkrankung (Fanconi-Syndrom) oder Diarrhö

(s. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Pädiatrische Population

Es sind Fälle von renaler Tubulopathie unter Behandlung mit Exjade aufgetreten. Bei der Mehrzahl

dieser Patienten handelte es sich um Kinder und Jugendliche mit Beta-Thalassämie und einem

Serumferritinspiegel <1.500 Mikrogramm/l.

Überdosierung

Fälle von Überdosierung (2-3mal die verschriebene Dosis über mehrere Wochen) wurden berichtet.

In einem Fall resultierte dies in einer subklinischen Hepatitis, welche ohne Langzeitfolgen nach

einem Dosierungsunterbruch ausheilte. Einzeldosen von 80 mg/kg bei Eisen-überladenen Patienten

mit Thalassämie wurden vertragen, lediglich leichte Übelkeit und Diarrhoe traten auf. Einzeldosen

bis zu 40 mg/kg bei Gesunden waren gut verträglich.

Als akute Zeichen der Überdosierung können Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerz und Diarrhoe

auftreten. Eine Überdosierung kann durch Auslösen von Erbrechen oder mittels Magenspülung, und

mit symptomatischen Massnahmen behandelt werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: V03AC03

Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik

Deferasirox ist ein oral wirksamer Chelator mit hoher Selektivität für dreiwertiges Eisen. Es handelt

sich um einen dreiarmigen Liganden, der mit hoher Affinität Eisen im Verhältnis 2:1 bindet.

Deferasirox fördert die Ausscheidung von Eisen über die Galle. Deferasirox hat auch eine geringere

Affinität zu Aluminium und eine viel geringere Affinität zu Zink und Kupfer.

Exjade führte bei Patienten mit transfusionsbedingter Hämosiderose bei unterschiedlichen

Grunderkrankungen wie Beta-Thalassämie, Sichelzellänamie, myelodysplastisches Syndrom,

Diamond-Blackfan-Syndrom zu ähnlichen Ergebnissen.

Klinische Wirksamkeit

Bei erwachsenen und pädiatrischen Patienten mit Beta-Thalassämie und häufigen Transfusionen

führte die tägliche Behandlung mit Exjade in der Dosierung 20 und 30 mg/kg während eines Jahres

zur Abnahme des Gesamtkörpereisens, gemessen an der Eisenkonzentration in der Leber nahm diese

durchschnittlich um 0.4 bzw. 8.9 mg Fe/g Leber (Trockengewicht der Biopsie) ab, und das

Serumferritin um durchschnittlich 36 bzw. 926 μg/l. Der Quotient Eisenausscheidung:Eisenzufuhr

betrug 1.02 (ausgeglichene Eisenbilanz) bzw. 1.67 (Eisenelimination). Der Verlauf des

Serumferritins kann zum Überwachen des Ansprechens auf die Therapie verwendet werden.

Bei Patienten mit Eisenüberladung (erhöhtem Lebereisen) und normaler Herzfunktion zu

Studienbeginn (114 Patienten mit kardialer Siderose) war die Eisenkonzentration im Herzen

(gemessen in MRT T2) nach 1-jähriger Behandlung verringert und sank kontinuierlich während der

3-jährigen Behandlung mit Exjade.

Bei Patienten mit nicht-transfusionsabhängiger Thalassämie und Eisenüberladung führte die

Behandlung mit Exjade mit einer Dosis von 10 mg/kg/Tag während eines Jahres zu einer Reduktion

der mittleren Lebereisenkonzentration um 3.80 mg Fe/g Trockengewicht (LIC) gegenüber dem

Ausgangswert, während bei mit Placebo behandelten Patienten eine Erhöhung von 0.38 mg Fe/g

Trockengewicht beobachtet wurde. Zusätzlich wurde eine Reduktion des mittleren Serumferritins um

222 µg/l beobachtet.

Pharmakokinetik

Absorption

Deferasirox wird nach oraler Gabe resorbiert, mit einer medianen Zeit von etwa 1.5–4 h bis zum

Erreichen des maximalen Plasmaspiegels (tmax). Die absolute Bioverfügbarkeit (AUC) von

Deferasirox aus Exjade-Tabletten beträgt 73.5±12.8%. Die Gesamtexposition (AUC) war nach

Einnahme während eines fettreichen Frühstücks (Fettgehalt >50% der Kalorien) ungefähr doppelt so

hoch und nach Einnahme mit einem Standardfrühstück um ungefähr 50% höher. Wurde Deferasirox

30 Minuten vor einer Mahlzeit mit normalem oder hohem Fettgehalt eingenommen, so war seine

Bioverfügbarkeit (AUC) mässig (um 13-25%) erhöht. Die Gesamtexposition (AUC) an Deferasirox

war nach Dispersion der Tabletten in Orangen- oder Apfelsaft äquivalent zur Exposition nach

Dispersion in Wasser (relative AUC ratios 103% resp. 90%).

Distribution

Deferasirox wird in hohem Masse (zu 99%) an Plasmaproteine gebunden - fast ausschliesslich an

Serumalbumin - und hat ein kleines Verteilungsvolumen von ungefähr 14 l bei Erwachsenen.

Metabolismus

Die Glukuronidierung mit nachfolgender biliärer Ausscheidung stellt den Hauptstoffwechselweg von

Deferasirox dar. Deferasirox wird hauptsächlich durch UGT1A1 und in geringerem Masse durch

UGT1A3 glukuronidiert. Der durch CYP450 katalysierte (oxidative) Metabolismus von Deferasirox

ist gering. Es erfolgt wahrscheinlich eine Dekonjugation von Glukuroniden im Darm mit

nachfolgender Reabsorption (entero-hepatischer Kreislauf). In einer Studie bei gesunden Freiwilligen

bewirkte die Verabreichung von Cholestyramin nach Gabe einer Deferasirox-Einzeldosis eine

Verringerung der Deferasirox-Exposition (AUC) um 45%.

Elimination

Deferasirox und seine Metaboliten werden vorwiegend (84% der Dosis) in den Fäzes ausgeschieden.

Die renale Exkretion von Deferasirox und seinen Metaboliten ist minimal (8% der Dosis, 6% als

hydroxyliertes Deferasirox). Die terminale Eliminationshalbwertszeit (t½) beträgt 8 bis 16 h.

Linearität

Die Pharmakokinetik von Deferasirox ist nicht dosisproportional.

Die Cmax und AUC0-24h von Deferasirox nehmen im Steady-State annähernd linear zur Dosis zu.

Nach Mehrfachdosierung erhöhte sich die Exposition um den Kumulationsfaktor 1.3-2.3.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Die Gesamtexposition war bei Jugendlichen (12–18 Jahre) und Kindern (2–11 Jahre) nach

einmaliger und mehrfacher Gabe von Deferasirox geringer als bei erwachsenen Patienten. Bei

Kindern unter 6 Jahren war die Exposition ungefähr 50% geringer als bei Erwachsenen.

Bei weiblichen Personen war die apparente Clearance von Deferasirox im Vergleich zu männlichen

Personen nicht klinisch relevant verschieden.

Bei älteren Patienten (ab 65 Jahren) ist die Pharmakokinetik von Deferasirox nicht untersucht

worden.

Nieren- und Leberinsuffizienz

Das pharmakokinetische Verhalten von Deferasirox ist bei niereninsuffizienten Patienten nicht

untersucht worden.

Die mittlere AUC von Deferasirox war im Vergleich zu 6 Probanden mit normaler Leberfunktion bei

Probanden mit milder Leberinsuffizienz (Child-Pugh A) um 16%, bei Probanden mit mässiger

Leberinsuffizienz (Child-Pugh B) um 76% erhöht.

Die mittlere Cmax von Deferasirox war bei Probanden mit leichter bis mässiger Leberinsuffizienz im

Vergleich zur Cmax bei Probanden mit normaler Leberfunktion um 22% erhöht. Die Auswirkungen

bei schwerer Leberinsuffizienz (Child- Pugh C) wurde nur bei einem Probanden ausgewertet.

Präklinische Daten

Die wichtigsten Befunde zur Langzeitbehandlung waren Nephrotoxizität, Veränderung der

Gallengänge und Trübung der Augenlinse (Katarakt). Bei neugeborenen und jungen Tieren waren

die Befunde ähnlich.

In vitro Untersuchungen zur Genotoxizität waren entweder negativ (Ames Test, Chromosomen-

Aberations-Test in humanen Lymphozyten) oder positiv (V79 Screen). In vivo verursachte

Deferasirox in letalen Dosen die Bildung von Mikronuklei im Knochenmark von nicht

eisenbeladenen Ratten. In eisenvorbeladenen Ratten wurden jedoch solche zytotoxischen Effekte

weder in der Leber noch im Knochenmark beobachtet. Deferasirox war bei Gabe an Ratten in einer

Zweijahresstudie und an transgene p53+/- heterozygote Mäuse in einer Sechsmonatsstudie nicht

karzinogen.

Die potenzielle Toxizität auf die reproduktive Funktion wurde an Ratten und Kaninchen untersucht.

Deferasirox war nicht teratogen, führte aber in hohen Dosen, die für das nicht Eisen-überladene

Muttertier stark toxisch waren, zu einer erhöhten Inzidenz von Skelettveränderungen und

Totgeburten bei Ratten. Auf die Fertilität oder die reproduktive Funktion hatte Deferasirox keine

weiteren Auswirkungen.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Die Dispersion in kohlensäurehaltigen Getränken oder Milch wird wegen Schaumbildung bzw.

langsamer Dispersion nicht empfohlen.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

Exjade soll in der Originalverpackung vor Feuchtigkeit geschützt und nicht über 30 °C aufbewahrt

werden.

Arzneimittel sollen für Kinder unerreichbar aufbewahrt werden.

Zulassungsnummer

57466 (Swissmedic).

Packungen

Exjade 125 mg dispergierbare Tabletten: 28 [B]

Exjade 125 mg dispergierbare Tabletten: 84 [B]

Exjade 250 mg dispergierbare Tabletten: 28 [B]

Exjade 250 mg dispergierbare Tabletten: 84 [B]

Exjade 500 mg dispergierbare Tabletten: 28 [B]

Exjade 500 mg dispergierbare Tabletten: 84 [B]

Zulassungsinhaberin

Novartis Pharma Schweiz AG, Risch; Domizil: 6343 Rotkreuz.

Stand der Information

Februar 2018.

Ähnliche Produkte

Suchen Sie nach Benachrichtigungen zu diesem Produkt

Dokumentverlauf anzeigen

Teilen Sie diese Informationen