Escodaron 200 Tabletten

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

25-10-2018

Fachinformation Fachinformation (SPC)

25-10-2018

Wirkstoff:
amiodaroni hydrochloridum
Verfügbar ab:
Streuli Pharma AG
ATC-Code:
C01BD01
INN (Internationale Bezeichnung):
amiodaroni hydrochloridum
Darreichungsform:
Tabletten
Zusammensetzung:
amiodaroni hydrochloridum 200 mg, excipiens pro compresso.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Antiarrhythmikum
Zulassungsnummer:
55661
Berechtigungsdatum:
1970-01-01

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

23-10-2018

Fachinformation Fachinformation - Französisch

23-10-2018

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

19-10-2018

Patienteninformation

Escodaron 200 mg

STREULI

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen bzw. anwenden.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden, und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte

ihnen das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Was ist Escodaron und wann wird es angewendet?

Auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin.

Escodaron ist ein Medikament, das verschiedene gestörte Funktionen des Herzens wieder

normalisiert. Es reguliert unregelmässige, zu rasche oder zu starke Herzschläge, ohne die Pumpkraft

des Herzens zu beeinträchtigen.

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin verschreibt Ihnen Escodaron zur Behandlung von unregelmässigem oder zu

schnellem Herzschlagrhythmus.

Was sollte dazu beachtet werden?

Personen, die an Störungen des Herzens leiden, reagieren besonders empfindlich auf Stress,

Nervosität und Erregung; dasselbe gilt auch für das Rauchen und die Einnahme von koffeinhaltigen

Getränken.

Versuchen Sie deshalb, diese herzbelastenden Einflüsse nach Möglichkeit auszuschalten.

Wann darf Escodaron nicht angewendet werden?

Escodaron darf in folgenden Fällen nicht eingenommen werden:

–bei Überempfindlichkeitsreaktionen (Allergie) auf Jod oder auf den Wirkstoff Amiodaron,

–bei zu langsamem Herzschlagrhythmus, kardialen Durchblutungsstörungen,

–bei Störungen der Schilddrüsenfunktion, Kropf,

–bei vermindertem Kaliumgehalt im Blut,

–Behandlung mit einem Mono-Amino-Oxydase-Hemmer (Medikament zur Behandlung von

Depressionen).

Wann ist bei der Einnahme von Escodaron Vorsicht geboten?

Falls Sie bereits an gestörten Schilddrüsenfunktionen gelitten haben oder wenn diese Art von

Erkrankungen in Ihrer Familie vorkommt, informieren Sie bitte Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin. Dieser

wird dann eine regelmässige medizinische Kontrolle durchführen.

Wegen möglicher Hautausschläge ist es empfehlenswert, während der Behandlung mit Escodaron

direkte Sonnenbestrahlung zu vermeiden oder sich andernfalls entsprechend davor zu schützen, z.B.

mit einer Sonnencreme mit hohem Schutzfaktor.

Wenn Sie mit Medikamenten gegen das Hepatitis-C-Virus (Sofosbuvir in Kombination mit

Daclatasvir, Simeprevir, Ledipasvir) behandelt werden, sollten Sie Escodaron nur einnehmen, wenn

dies unbedingt erforderlich ist, da diese Medikamente zu Arzneimittelwechselwirkungen mit

Escodaron führen können. Diese äussern sich in schweren Herzrhythmusstörungen (zu langsamer

Herzrhythmus). Diese Arrythmie kann möglicherweise lebensbedrohlich sein. Wenden Sie sich

daher unverzüglich an Ihren Arzt oder Ihre Ärztin oder suchen Sie das nächstgelegene Spital auf,

wenn Sie mit Escodaron mit oder ohne andere Arzneimittel, die den Herzrhythmus verlangsamen,

behandelt werden und gleichzeitig diese Medikamente gegen Hepatitis C erhalten und derartige

Symptome verspüren (deutlich verlangsamte Herzfrequenz, Schwindelgefühl, Ohnmacht).

Verschiedene Medikamente können die Intensität der unerwünschten Nebenwirkungen von

Escodaron verstärken oder deren Wirkung kann durch die Einnahme von Escodaron verändert

werden.

Dabei handelt es sich insbesondere um Medikamente zur Behandlung von Herzkrankheiten und/oder

erhöhtem Blutdruck, mit einer Hypokaliämie assoziierte Medikamente wie bestimmte Abführmittel

(Laxantien) und Diuretika, Antibiotika, Antiallergika (Antihistaminika), Schmerz- oder

Epilepsiemittel, auch bestimmte Beruhigungsmittel und Antidepressiva, pressorische Amine,

Antinausea, abschwellende Mittel, Bronchodilatatoren, Medikamente, die die Blutgerinnung

hemmen (Antikoagulantien), Medikamente, welche im Rahmen oder nach einer Organtransplantation

eingenommen werden («Ciclosporin») oder Medikamente, die den Blutcholesterinspiegel senken

(Statine).

Aus diesem Grund müssen Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin unbedingt darüber informieren, welche

Medikamente Sie bereits einnehmen.

Vor und während der Behandlung führt Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin möglicherweise Tests zur

Beurteilung Ihres Gesundheitszustands wie Bluttests (z.B. eine regelmässige Kontrolle der

Schilddrüsenfunktion), eine Röntgenaufnahme der Lungen, ein EKG und eine augenärztliche

Kontrolle durch.

Bei einem geplanten chirurgischen Eingriff ist es wichtig, dass Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin zuvor

über die Einnahme von Escodaron informieren.

Escodaron soll nicht zusammen mit Grapefruit eingenommen werden, da dies eine verstärkte

Wirkung zur Folge haben kann.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

-an anderen Krankheiten leiden,

-Allergien haben oder

-andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden!

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und Fähigkeit, Werkzeuge oder

Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen.

Darf Escodaron während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Da der Wirkstoff von Escodaron die Plazenta passiert und in die Muttermilch übergeht, darf

Escodaron während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit nicht eingenommen werden, ausser

wenn der Arzt bzw. die Ärztin es für absolut unerlässlich hält.

Wie verwenden Sie Escodaron?

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird für Sie ein genaues Dosierungsschema festsetzen. Die nachfolgenden

Angaben betrachten Sie deshalb bitte nur als Hinweis.

Während 8 bis 10 Tagen werden täglich 3 Tabletten zu 200 mg eingenommen.

Bei Langzeitbehandlung kann die Dosis zwischen 100 und 400 mg pro Tag schwanken.

Escodaron kann entweder alle 2 Tage eingenommen werden oder an 5 aufeinanderfolgenden Tagen

mit anschliessender Pause von 2 Tagen.

Die Einnahmepause ist zwar nicht nötig, kann aber wegen der langen Wirkungsdauer des

Medikamentes gemacht werden, ohne dass ein Wirkungsverlust eintritt.

Bei älteren Patienten kann eine geringere Tagesdosis verordnet werden.

Die festgesetzte Tagesdosis wird vorzugsweise während den Mahlzeiten mit etwas Flüssigkeit

eingenommen.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer

Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Escodaron haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Escodaron auftreten: Störungen der

Schilddrüse, Atembeschwerden, Sehstörungen, Hautreaktionen, Verdauungsstörungen,

neurologische Störungen, Arrythmien, neuromuskuläre Störungen.

Machen Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin sofort darauf aufmerksam, wenn Sie unter Escodaron

Atemnot, Husten, Fieber, Schmerzen im Lungenbereich, ausgeprägte Müdigkeit, Gewichtsabnahme

oder -zunahme, leichtes Zittern in den Gliedern oder Wiederauftreten von zu schnellen oder

unregelmässigen Herzschlägen oder Verdauungsstörungen (Übelkeit, Erbrechen, Metallgeschmack)

feststellen. Auch eine aussergewöhnliche Senkung des Pulses ist dem Arzt bzw. der Ärztin zu

melden. Alle diese Symptome können auf eine Störung der Schilddrüse hinweisen oder sonstwie mit

der Escodaron-Behandlung zusammenhängen.

Die häufig beobachteten Störungen der Schilddrüsenfunktion traten in Form einer Über- oder

Unterfunktion auf.

Sehr häufig kann es bei Einnahme von Escodaron zu Sehstörungen kommen (farbige Kreise um

Gegenstände oder Nebelsehen, Gesichtsfeldausfälle oder Lichtempfindlichkeit), die nach

Behandlungsabbruch völlig verschwinden; in selteneren Fällen kann die visuelle Wahrnehmung

herabgesetzt sein.

Sehr häufig können unter Sonnenbestrahlung Hautreaktionen auftreten; in selteneren Fällen kann es

zu einer schieferfarbigen Verfärbung der unbedeckten Hautpartien oder zu Haarausfall kommen, sehr

selten zu Hautausschlägen, manchmal mit ernstem Verlauf und möglichem tödlichen Ausgang. Falls

Sie Anzeichen eines fortschreitenden Hautausschlags beobachten, der mit Blasenbildung (Bläschen)

und/oder Schleimhautbeteiligung einhergeht, brechen Sie die Einnahme von Escodaron ab und

nehmen Sie umgehend Kontakt mit einem Arzt auf.

Sehr häufig wurde auch über folgende Nebenwirkungen berichtet: vorübergehende

Verdauungsstörungen hauptsächlich zu Behandlungsbeginn; des weiteren Leberstörungen, die im

Allgemeinen mässig und vorübergehend sind; häufig kam es zu Herzrhythmusstörungen,

neurologischen Störungen, Tremor, Albträumen, Schlafstörungen, Kopfschmerzen; in seltenen

Fällen zu Asthma oder akuter Ateminsuffizienz; sehr selten traten Gliederschmerzen,

Muskelschwäche, Koordinationsstörungen, Anomalien des Blutbildes, Schmerzen in den Hoden,

Impotenz, Störungen des Immunsystems wie Ödeme und anaphylaktischer Schock,

Gefässentzündung, Bauchspeicheldrüsenentzündung oder eine schwere Leberentzündung auf, die

eine regelmässige Leberkontrolle rechtfertigt. In diesem Fall müssen Sie die Empfehlungen Ihres

Arztes bzw. Ihrer Ärztin befolgen.

Selten wurde eine Erkrankung des Sehnervs (Optikusneuropathie) mit plötzlichem Verlust des

Sehvermögens berichtet. Wenden Sie sich sofort an Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn solche

Sehstörungen bei Ihnen auftreten.

Unter Escodaron kann eine unregelmässige Herzschlagfolge neu auftreten oder verstärkt werden.

Bei der Einnahme von Escodaron kann es zu Appetitverlust, Mundtrockenheit, Verstopfung,

Libidoverlust, Riechstörungen und psychiatrischen Störungen wie Halluzinationen und geistige

Verwirrtheit kommen.

In Einzelfällen wurde ein Lupus-ähnliches Syndrom, welches sich durch Gewichtsverlust äussert,

anhaltender Hautausschlag, Fieber, Müdigkeit, Gelenk- oder Muskelschmerzen und Entzündungen

beobachtet.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit „EXP“ bezeichneten Datum verwendet

werden.

Escodaron ist bei Raumtemperatur (15-25 °C), vor Licht und Feuchtigkeit geschützt und ausser

Reichweite von Kindern aufzubewahren.

Nach Beendigung der Behandlung, das Arzneimittel mit dem restlichen Inhalt Ihrer Abgabestelle

(Arzt oder Apotheker bzw. Ärztin oder Apothekerin) zum fachgerechten Entsorgen bringen.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Escodaron enthalten?

Der Wirkstoff von Escodaron ist Amiodaron.

Escodaron 200 mg

1 teilbare Tablette enthält: 200 mg Amiodaron HCI und Hilfsstoffe.

Zulassungsnummer

55661 (Swissmedic)

Wo erhalten Sie Escodaron? Welche Packungen sind erhältlich?

Sie erhalten Escodaron in Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Escodaron 200 mg: 20 und 60 Tabletten mit Bruchrille.

Zulassungsinhaberin

Streuli Pharma AG, 8730 Uznach

Diese Packungsbeilage wurde im Januar 2017 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.

Fachinformation

Escodaron 200 mg

Streuli Pharma AG

Zusammensetzung

Wirkstoff: Amiodaroni hydrochloridum.

Hilfsstoffe: Excip. pro compr. Enthält Laktose.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

1 teilbare Tablette Escodaron 200 mg enthält: Amiodaroni hydrochloridum 200 mg.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Escodaron sollte nur dann eingesetzt werden, wenn andere Behandlungen versagt haben (siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Herzrhythmusstörungen

Supraventrikuläre Rhythmusstörungen

Supraventrikuläre paroxysmale Tachykardien;

Vorhofflattern oder -flimmern;

Tachykardien durch reziproken Rhythmus und Tachykardien als Komplikation eines Wolff-

Parkinson-White-Syndroms.

Schwer symptomatische, invalidisierende ventrikuläre Arrhythmien

Aufgrund seiner pharmakologischen Eigenschaften kann Escodaron eingesetzt werden:

wenn andere Antiarrhythmika sich als unwirksam erwiesen haben,

oder bei Herzinsuffizienz. In diesem Fall kann die Kombination mit einem Digitalispräparat

angezeigt sein (siehe «Interaktionen»).

Dosierung/Anwendung

Die Einstellung sollte unter EKG-Kontrolle erfolgen.

Die Anpassung einer allfälligen Komedikation muss in Anbetracht der langdauernden Einstellung

der Effekte und der langfristigen Wirkung des Amiodarons mit grösster Vorsicht erfolgen.

Ziel ist es, rasch die Sättigung des Herzgewebes zu erreichen, die für eine therapeutische Wirkung

erforderlich ist und diese dann ohne weitere Steigerung beizubehalten. Daher die zweiteilige

Behandlung:

Initiale Stossbehandlung: 600 mg pro Tag für die Dauer von 8 bis 10 Tagen. Diese Dosierung kann

auf 800 mg oder sogar 1000 mg pro Tag erhöht werden; zur Bestimmung der Dosis und

Behandlungsdauer wird man sich an den Behandlungsergebnissen und Veränderungen im

Elektrokardiogramm (PQ, QT-Dauer) orientieren.

Um die gastrointestinale Toleranz zu verbessern, ist die Tagesdosis eventuell in mehreren

Einzeldosen zusammen mit den Mahlzeiten zu verabreichen.

Erhaltungsbehandlung: Escodaron kann entweder alle 2 Tage eingenommen werden oder an 5

aufeinanderfolgenden Tagen mit anschliessender Pause von 2 Tagen. Die Erhaltungsdosis kann

zwischen 100 mg und 400 mg pro Tag schwanken. Die Dosis sollte im Allgemeinen bei

ventrikulären Arrhythmien höher sein als bei supraventrikulären Rhythmusstörungen.

Escodaron kann jeden 2. Tag verabreicht werden (die Einnahme von 200 mg alle 2 Tage wird

vorgeschlagen, wenn die Tagesdosis 100 mg betragen soll).

Die 2 behandlungsfreien Tage pro Woche wurden ebenfalls empfohlen. Sie sind möglich dank der

langen Halbwertszeit des Medikamentes, die ein Anhalten der Wirksamkeit sichern.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Escodaron kann bei älteren Patienten, Kindern und Jugendlichen zur Behandlung der nachstehend

erwähnten Rhythmusstörungen eingesetzt werden (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Bei älteren Patienten mit einer ausgeprägteren Neigung zu Bradykardie und Überleitungsstörungen

muss die Verabreichung von Amiodaron mit der geringsten empfohlenen Dosis begonnen werden

(siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»); die niedrigste wirksame Erhaltungsdosis kann

unter 200 mg pro Tag liegen.

Kontrollierte Studien an Kindern liegen nicht vor (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

In den veröffentlichten nicht kontrollierten Studien betrugen die wirksamen Dosierungen beim Kind:

Initiale Stossbehandlung: 10 bis 20 mg/kg/Tag während 7 bis 10 Tagen (oder 500 mg/m²/Tag, wenn

in m² ausgedrückt).

Erhaltungsbehandlung: Es ist die niedrigst wirksame Dosis anzuwenden; in Abhängigkeit des

individuellen Ansprechens kann sie zwischen 5 und 10 mg/kg/Tag (oder 250 mg/m²/Tag, wenn in

m2 ausgedrückt) betragen.

Kontraindikationen

·Bekannte Überempfindlichkeit gegen Amiodaron oder Jod.

·Sinusbradykardie, sino-atrialer Block.

·Schwere hochgradige Überleitungsstörungen ohne Herzschrittmacher.

·Sinusknotendefekt ohne Herzschrittmacher (Risiko eines Sinusknoten-Stillstands).

·Schilddrüsenerkrankungen (Hypo- und Hyperthyreose).

·Kombinationstherapie mit Präparaten, die «Torsades de pointes» verursachen können (siehe

«Interaktionen»).

·Vorbestehende QT-Verlängerung.

·Schwangerschaft, ausser bei vitaler Indikation, aufgrund des Risikos einer Hypo- oder

Hyperthyreose, eines Kropfs sowie einer kardiodepressiven Wirkung beim Neugeborenen (siehe

«Schwangerschaft/Stillzeit»).

·Stillzeit (siehe «Schwangerschaft/Stillzeit»).

·Hypokaliämie.

·Gleichzeitige Behandlung mit MAO-Hemmern.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Warnhinweise

Aufgrund seines Nebenwirkungspotentials sollte Escodaron nur dann eingesetzt werden, wenn

andere Behandlungen versagt haben.

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Amiodaron bei Kindern ist nicht belegt (siehe

«Dosierung/Anwendung»).

Es liegen keine klinischen Studien bezüglich der Notwendigkeit zur Dosisanpassung bei älteren

Patienten vor. Deshalb muss die Behandlung mit Amiodaron bei älteren Patienten mit einer

ausgeprägteren Neigung zu Bradykardie und Überleitungsstörungen sowie zu einer Beeinträchtigung

der Nieren- und Leberfunktion mit der niedrigst wirksamen Dosis begonnen werden.

Bei Patienten mit Schilddrüsenerkrankungen in der persönlichen oder familiären Anamnese sollte

eine erforderliche Behandlung mit Vorsicht erfolgen, d.h. mit niedrigster wirksamer Dosierung und

unter strenger klinischer und labormedizinischer Kontrolle.

Eine Hypokaliämie, eine Azidose oder eine Hypoxie ist vor der Einleitung einer

Amiodaronbehandlung unbedingt zu korrigieren. Desgleichen müssen vorbestehende verlängerte

QT-Intervalle eliminiert werden (siehe «Kontraindikationen»).

Herzfunktionsstörungen: (siehe «Unerwünschte Wirkungen»)

Escodaron verändert das EKG. Diese «amiodaroninduzierte» Veränderung besteht in einer

Verlängerung der QT-Dauer (welche eine Verlängerung der Repolarisierung darstellt) und eventuell

im Auftreten einer U-Welle sowie einer Verlängerung oder Veränderung der T-Welle. Eine

übermässige QT-Verlängerung erhöht das Risiko des Auftretens von «Torsades de pointes».

Die Verlangsamung der Herzfrequenz kann bei älteren Patienten ausgeprägter sein.

Die Behandlung sollte beim Auftreten von AV-Block zweiten oder dritten Grades, sino-atrialen oder

bifaszikulären Block, bei Patienten ohne Herzschrittmacher, abgebrochen werden.

Wie alle Antiarrhythmika kann Amiodaron eine bestehende Arrhythmie verstärken oder neue

Arrhythmien verursachen (proarrhythmogene Wirkung), manchmal mit tödlichem Ausgang. Es ist

wichtig, aber auch schwierig, zu bestimmen, ob die proarrhythmogene Wirkung auf die fehlende

Wirksamkeit von Amiodaron zurückzuführen ist oder ob es sich um eine Verschlechterung der

kardialen Bedingungen handelt (siehe «Unerwünschte Wirkungen»).

Die proarrhythmogene Wirkung von Amiodaron weist eine Inzidenz von etwa 3–5% auf und tritt

besonders unter QT-verlängernden Faktoren wie bei bestimmten medikamentösen Kombinationen

oder Elektrolytstörungen auf (siehe «Unerwünschte Wirkungen» und «Interaktionen»). Die

gleichzeitige Verabreichung von Amiodaron und Medikamenten mit bekannter QT-Intervall-

verlängernder oder CYP3A4-hemmender Wirkung darf nur unter sorgfältiger Prüfung der

potenziellen Risiken und des Nutzens für den einzelnen Patienten erfolgen. Dabei ist zu beachten,

dass das Risiko für Torsades de pointes steigen kann. Die Patienten müssen auf eine QT-

Verlängerung hin überwacht werden. Trotz einer Verlängerung des QT-Intervalls weist Amiodaron

nur eine schwache torsadogene Wirkung auf.

Ein Ungleichgewicht des Elektrolyten-Haushaltes (insbesondere Kalium und Magnesium) ist zu

korrigieren (erhöhtes Risiko einer arrhythmogenen Wirkung).

Schwere Bradykardie und Überleitungsstörungen

Bei der gleichzeitigen Verabreichung von Amiodaron und Sofosbuvir zusammen mit direkt

wirkenden antiviralen Medikamenten (DAA) wie Daclatasvir, Simeprevir oder Ledipasvir zur

Behandlung des Hepatitis-C-Virus (HCV) wurden Fälle schwerer Bradykardien und

Überleitungsstörungen beobachtet, die lebensbedrohlich waren.

Daher wird eine gleichzeitige Verabreichung dieser Medikamente gegen Hepatitis C und Amiodaron

nicht empfohlen und ist, soweit möglich, zu vermeiden (siehe

«Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten» und «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen».

Wird eine gleichzeitige Verwendung von Amiodaron als unbedingt notwendig erachtet, wird

empfohlen, die Patienten bei der Einleitung der Behandlung mit Sofosbuvir zusammen mit DAA

engmaschig zu überwachen. Patienten mit einem hohen Risiko für Bradyarrythmien müssen nach

Einleitung der gleichzeitigen Behandlung mit Sofosbuvir mindestens 48 Stunden kontinuierlich in

einem geeigneten klinischen Umfeld überwacht werden. Über die weitere Überwachung ist

individuell in Abstimmung mit dem Kardiologen zu entscheiden.

Angesichts der langen Halbwertzeit von Amiodaron muss auch bei Patienten, die in den letzten

Monaten eine Behandlung mit Amiodaron beendet haben und eine Therapie mit Sofosbuvir und

DAA beginnen müssen, eine angemessene Überwachung erfolgen.

Alle mit diesen Medikamenten gegen Hepatitis C behandelten Patienten, die Amiodaron mit oder

ohne andere bradykardisierende Arzneimittel erhalten, müssen ebenfalls über Symptome der

Bradykardie und von Überleitungsstörungen in Kenntnis gesetzt und darüber informiert werden, dass

bei Auftreten derartiger Symptome sofortige medizinische Behandlung erforderlich ist.

Hyperthyreose (siehe «Vorsichtsmassnahmen» und «Unerwünschte Wirkungen»)

Während der Therapie oder einige Monate nach Absetzen der Amiodaron-Therapie kann eine

Hyperthyreose auftreten. Die folgenden, normalerweise leichten Symptome sollten durch den Arzt

systematisch beachtet werden: Gewichtsverlust, Arrhythmien, Angina pectoris, Herzinsuffizienz.

Ein Abfall des TSHu bestätigt die Diagnose. Der Behandlungsabbruch ist zwingend. Gewöhnlich

führt er innerhalb einiger Monate zur klinischen Gesundung. Bei schweren Formen mit gelegentlich

fataler Entwicklung besteht ein therapeutischer Notfall; die Behandlung muss auf jeden Einzelfall

angepasst werden: synthetische Thyreostatika, deren Wirkung unbeständig sein kann,

Kortikosteroide, Betablocker usw.

Respirationstrakt (Respiratorische, thorakale und mediastinale Funktionsstörungen): (siehe

«Unerwünschte Wirkungen»)

Das Auftreten einer Belastungsdyspnoe oder von unproduktivem Husten kann mit einer

Lungentoxizität in Zusammenhang stehen, wie eine interstitielle Pneumonie.

Beim Auftreten einer Belastungsdyspnoe, isoliert oder verbunden mit einer Beeinträchtigung des

Allgemeinzustandes (Müdigkeit, Gewichtsverlust, Fieber usw.), ist eine radiologische Kontrolle

sowie ein Test der Lungenfunktionen erforderlich.

Die Behandlung mit Amiodaron ist zu überdenken, da eine interstitielle Pneumonie beim raschen

Abbruch der Amiodaronbehandlung im Allgemeinen reversibel ist.

Eine zusätzliche Kortikosteroidbehandlung kann in Betracht gezogen werden. Die klinischen

Symptome verschwinden gewöhnlich innerhalb von 3 bis 4 Wochen, die radiologische und

funktionelle Besserung erfolgt langsamer (nach mehreren Monaten).

Bei Verdacht auf eine amiodaronbedingte Induktion der Pneumopathie aufgrund einer

Überempfindlichkeit ist die Behandlung mit Escodaron zu unterbrechen und die Möglichkeit einer

Kortikosteroidbehandlung zu beurteilen.

Funktionsstörungen der Leber und der Galle: (siehe «Unerwünschte Wirkungen»)

Hepatische Nebenwirkungen sind häufig.

Eine engmaschige Überwachung der Leberfunktion (Transaminasen) wird ab Behandlungsbeginn

mit Amiodaron und regelmässig während der Behandlung empfohlen.

Im Falle eines cholestatischen Ikterus oder einer Hepatomegalie kann es zu schweren akuten

Leberfunktionsstörungen (einschliesslich Leberzellinsuffizienz oder Leberversagen, manchmal mit

fataler Entwicklung) und chronischen Hepatopathien kommen. Folglich muss die Dosierung von

Amiodaron gesenkt oder die Behandlung abgebrochen werden, wenn die Transaminasen um das

3fache über dem Normalwert liegen.

Das klinische und biologische Bild einer chronischen Hepatopathie kann leicht sein (Hepatomegalie,

bis 5fache Transaminase-Erhöhungen über dem Normalwert); in diesen Fällen wird empfohlen, die

Leberfunktion während der Behandlung regelmässig zu kontrollieren. Ein auch nur mässig erhöhter

Transaminasespiegel nach einer länger als 6 Monate dauernden Behandlung muss an diese Diagnose

denken lassen. Die klinischen und biologischen Störungen sind nach Behandlungsabbruch reversibel;

allerdings wurde auch über Fälle mit fataler Entwicklung berichtet.

Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes: (siehe «Unerwünschte Wirkungen»)

Durch Amiodaron können ernste und potenziell tödliche Hautreaktionen hervorgerufen werden wie

das Stevens-Johnson-Syndrom (SJS) und die toxische epidermale Nekrolyse (TEN/Lyell-Syndrom).

Falls Anzeichen oder Symptome von SJS oder TEN (z.B. progressiver Hautausschlag mit

Bläschenbildung oder Schleimhautläsionen) auftreten, muss die Behandlung mit Escodaron sofort

abgebrochen werden.

Neuromuskuläre Erkrankungen: (siehe «Unerwünschte Wirkungen»)

Amiodaron kann periphere sensomotorische Neuropathien und/oder Myopathien hervorrufen. Diese

verschwinden gewöhnlich einige Monate nach Absetzen der Behandlung, können in Einzelfällen

aber auch nicht vollständig reversibel sein.

Augenleiden: (siehe «Unerwünschte Wirkungen»)

Während der Behandlung mit Escodaron sind regelmässige augenärztliche Untersuchungen,

einschliesslich Funduskopie und Untersuchungen mittels Spaltlampe, angezeigt.

Beim Auftreten einer Optikusneuropathie und/oder einer Optikusneuritis ist das Absetzen von

Amiodaron erforderlich, da die Gefahr einer Progression, möglicherweise fortschreitend bis zur

bilateralen Erblindung, besteht.

Vorsichtsmassnahmen:

Es wird empfohlen, während der Behandlung UV-Strahlung (Sonne, Solarium) zu meiden oder sich

entsprechend zu schützen.

Bemerkungen: Nach Erreichen des wirksamen Gewebespiegels und des angestrebten

Therapieerfolges wird empfohlen, die Erhaltungsbehandlung mit der niedrigsten wirksamen Dosis

fortzusetzen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass höhere Erhaltungsdosen von einer erhöhten Häufigkeit

schwerwiegender Nebenwirkungen begleitet werden können.

Monitoring: (siehe «Warnhinweise» und «Unerwünschte Wirkungen»)

Es wird empfohlen, vor dem Beginn der Therapie ein EKG vorzunehmen, das Serumkalium, die

Leber-Galle-Werte, die Schilddrüsenwerte und die Lungenfunktion zu bestimmen sowie ein Thorax-

röntgenbild zu machen.

Während der Behandlung wird eine regelmässige systematische Überwachung des

Transaminasespiegels (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen») empfohlen.

Während der Behandlung müssen in regelmässigen Abständen kardiologische

Kontrolluntersuchungen vorgenommen werden. Eine Verlängerung des QT-Intervalls wird bei

praktisch allen Patienten beobachtet. Dies ist auf die pharmakologischen Eigenschaften des

Arzneimittels zurückzuführen.

Bei einer Verschlechterung bestimmter elektrokardiographischer Parameter, wie eine anormale

Erhöhung der PR- oder PQ- und QRS-Intervalle oder eine Intensivierung der

Herzrhythmusstörungen, empfiehlt es sich, die Behandlung zu überdenken. Es können Anpassungen

erforderlich sein.

Insbesondere im Zusammenhang mit der chronischen Anwendung antiarrhytmischer Substanzen sind

Fälle beschrieben worden, bei denen die Schwelle für die ventrikuläre Defibrillation und/oder die

Schrittmacherstimulation von Herzschrittmachern oder implantierbaren Cardioverter-Defibrillatoren

erhöht war. Somit könnte die Funktionsfähigkeit der Geräte potenziell beeinträchtigt werden.

Deshalb wird eine wiederholte Überprüfung der Funktionsfähigkeit der Geräte vor und während der

Amiodaron-Therapie empfohlen.

Schilddrüsenerkrankungen

Da Amiodaron eine Hypothyreose oder eine Hyperthyreose hervorrufen kann, empfiehlt es sich, vor

dem Beginn einer Amiodaronbehandlung insbesondere bei Patienten mit Schilddrüsenrisiko

(ungewisse persönliche Anamnese) eine regelmässige Kontrolle der Schilddrüsenfunktion (TSHu)

aufzunehmen. Diese Überwachung muss nach Behandlungsabbruch noch mehrere Monate

fortgesetzt werden.

Bei jedem Verdacht auf eine Schilddrüsenerkrankung muss das TSHu bestimmt werden.

Die Anwesenheit von Jod im Molekül verfälscht gewisse Schilddrüsenfunktionstests (Fixierung von

radioaktivem Jod, PBI); dennoch bleibt eine Schilddrüsenfunktionsbilanz möglich (T3, T4, TSHu).

Amiodaron hemmt die periphere Konversion von Thyroxin (T4) zu Triiodthyronin (T3) und kann,

ohne klinische Symptome einer Dysthyroidie, einen «dissoziierten Schilddrüsenhormonspiegel»

(Erhöhung des freien T4, freies T3 normal oder leicht verringert) hervorrufen.

Die Diagnose einer Hypothyreose muss bei folgenden, häufig geringfügigen Symptomen

systematisch untersucht werden: Gewichtszunahme, Kälteintoleranz, Apathie, übermässige

Bradykardie im Vergleich zu der erwarteten Wirkung von Amiodaron.

Hypothyreosen: Eine deutliche Erhöhung des ultrasensiblen TSH (TSHu) sowie ein Abfall von T4

bestätigt die Diagnose. Nach dem Behandlungsabbruch kommt es innerhalb von 1 bis 3 Monaten

wieder zu einer normalen Schilddrüsenfunktion. Bei vitaler Indikation kann Amiodaron weiter

verabreicht werden, kombiniert mit einer Substitutionstherapie mit L-Thyroxin, wobei sich die

Dosierung nach dem TSHu richten soll (siehe «Warnhinweise»).

Anästhesie: (siehe «Interaktionen» und «Unerwünschte Wirkungen») Vor chirurgischen Eingriffen

sollte der Anästhesist darüber informiert werden, dass der Patient mit Amiodaron behandelt wird.

Interaktionen

Amiodaron wird hauptsächlich über das Cytochrom P450 und insbesondere das CYP3A4

metabolisiert. Folglich können Medikamente, die durch das gleiche Enzym metabolisiert werden,

oder Medikamente, die dessen Aktivität verändern, die Pharmakokinetik von Amiodaron

beeinflussen. Aufgrund seiner hemmenden Wirkung auf das CYP3A4 kann Amiodaron umgekehrt

die Pharmakokinetik anderer Medikamente beeinflussen, die über das CYP3A4 metabolisiert

werden. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, bei der gleichzeitigen Verabreichung von Amiodaron

und einem über das CYP3A4 metabolisierten Medikament auf die potenzielle Entwicklung toxischer

Arzneimittelwirkungen zu achten.

Pharmakodynamische Interaktionen

Medikamente, die zu Torsades de pointes führen oder das QT-Intervall verlängern;

Medikamente, die zu Torsades de pointes führen.

Kombinationen, welche kontraindiziert sind: Allgemein ist die gleichzeitige Verabreichung von

Amiodaron mit einem der folgenden Arzneimittel nur in Abhängigkeit der Pharmakokinetik beider

Medikamente sowie unter strikter Beachtung des Nutzen/Risiko-Verhältnisses der Kombination in

Betracht zu ziehen.

Auf Grund des erhöhten Risikos des Auftretens von ventrikulären Rhythmusstörungen und

insbesondere von Torsades de pointes:

·Antiarrhythmischen Substanzen: Gruppe IA: Chinidin, Procainamid, Disopyramid; Gruppe IC:

Flecainid; Gruppe III: Sotalol, Ibutilid.

·Psychotrope Substanzen: Haloperidol, Thioridazin, Quetiapin, Risperidon, Sulpirid.

·Antidepressiva: Chlorpromazin, Venlafaxin.

·Antihistaminika: Cimetidin.

·Antibiotika: Azithromycin, Clarithromycin, Erythromycin, Spiramycin, Pentamidin.

·Gyrasehemmer: Levofloxacin, Moxifloxacin

·Vasopressive Amine: Dobutamin, Epinephrin, Isoproterenol, Norepinephrin.

·Antiemetika: Domperidon, Ondansetron.

·Abschwellende Mittel: Ephedrin, Pseudoephedrin, Phenylephrin, Phenylpropanolamin.

·Sympathikomimetika/Bronchodilatatoren: Salmeterol, Albuterol, Terbutalin.

·Diverse: Amantadin, Chloralhydrat, Cisaprid, Felbamat, Foscarnet, Indapamid, Isradipin, Lithium,

Methadon, Midodrin, Nicardipin, Octreotide, Pentamidin, Phentermin, Sibutramin, Tacrolimus,

Tamoxifen, Tizanidin.

QT-verlängernde Medikamente

Die gleichzeitige Verabreichung von Amiodaron und Medikamenten mit bekannter QT-Intervall-

verlängernder Wirkung darf nur unter sorgfältiger Prüfung der potenziellen Risiken und des Nutzens

für den einzelnen Patienten erfolgen. Dabei ist zu beachten, dass das Risiko für Torsades de pointes

steigen kann. Die Patienten müssen auf eine QT-Verlängerung hin überwacht werden (siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Fluorochinolone sind bei Patienten, die mit Amiodaron behandelt werden, zu vermeiden.

Medikamente, die die Herzfrequenz senken oder zu einer Störung des Automatismus oder der

Reizleitung führen

Kombinationen, bei denen Vorsichtsmassnahmen erforderlich sind

·HIV-1 Protease-Inhibitor wie zum Beispiel: Amprenavir, Indinavir, Ritonavir.

·Halofantrin.

·Rifampicin.

·Bradykardisierend wirkende Arzneimittel: Betablocker, Diltiazem, Verapamil, Clonidin,

Digitalisglykosiden.

Von der gleichzeitigen Verwendung von Amiodaron mit folgenden Substanzen ist abzuraten:

Betablocker, Kalziumkanalblocker, die eine Senkung des Herzrhythmus erlauben (Verapamil,

Diltiazem).

Arzneimittel, die eine Hypokaliämie verursachen können

Mit einer Hypokaliämie in Verbindung gebrachte Medikamente: Diuretika, Laxantien, Amphotericin

B, Glukokortikoide, Tetracosactid. Einer Hypokaliämie muss vorgebeugt werden; falls nötig, muss

sie korrigiert und die QT-Zeit überwacht werden.

Bei Torsades de pointes sollten keine Antiarrythmika verabreicht werden (eine elektrosystolische

Stimulation sollte initiiert werden, i.v. Magnesium kann eingesetzt werden).

Allgemeinanästhesie (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»):

Bei der Kombination mit Allgemeinanästhetika wurde über potenziell schwere Komplikationen

berichtet: atropinresistente Bradykardie, Hypotonie, Überleitungsstörungen, Abnahme des

Herzminutenvolumens.

Einige Fälle schwerer respiratorischer Komplikationen mit gelegentlich letalem Ausgang wurden

meistens unmittelbar nach chirurgischen Eingriffen beobachtet (akutes Atemnotsyndrom beim

Erwachsenen); dabei wurde eine Wechselwirkung mit einer erhöhten Sauerstoffkonzentration

erwähnt. Bei chirurgischen Eingriffen ist der Anästhesist zu informieren.

Wirkung von Amiodaron auf andere Medikamente

Amiodaron und/oder sein Metabolit, das Desethylamiodaron, hemmen das CYP1A1, CYP1A2, CYP

3A4, CYP 2C9, CYP 2D6 und das P-Glykoprotein und können die Exposition gegenüber deren

Substraten erhöhen.

Aufgrund der langen Halbwertzeit von Amiodaron können die Interaktionen noch mehrere Monate

nach Absetzen von Amiodaron beobachtet werden.

Pgp-Substrat

Amiodaron ist ein P-gp-Hemmer. Eine gleichzeitige Verabreichung mit P-gp-Substraten kann zu

einer erhöhten Exposition führen.

Digitalisglykoside

Möglicherweise Störungen des Automatismus (übermässige Bradykardie) und der atrioventrikulären

Überleitung (Wirkungssynergie) sowie bei Gebrauch von Digoxin eine Erhöhung der Digoxin-

Plasmaspiegel durch Abnahme der Digoxin-Clearance.

Eine klinische, elektrokardiographische und biologische (eventuell Digoxin-Plasmaspiegel)

Überwachung mit einer eventuellen Dosisanpassung der Digitalispräparate ist erforderlich.

Dabigatran

Bei der gleichzeitigen Verabreichung von Amiodaron und Dagibatran sind aufgrund des

Blutungsrisikos Vorsichtsmassnahmen zu ergreifen. Eine Dosisanpassung von Dabigatran

entsprechend dem Label kann erforderlich werden.

Eine Interaktion zwischen Amiodaron und anderen P-gp-Substraten ist ebenfalls in Betracht zu

ziehen (z.B.: Talindolol, Doxorubicin, Fexofenadin).

CYP-2C9-Substrate

Amiodaron steigert den Plasmaspiegel von CYP-2C9-Substraten wie oralen Antikoagulantien oder

Phenytoin durch die Hemmung des Cytochroms P 450 2C9.

Orale Antikoagulantien

Die Kombination von oralen Antikoagulanzien und Amiodaron kann die antikoagulierende Wirkung

und somit das Blutungsrisiko erhöhen. Eine solche Kombination erfordert eine häufigere Kontrolle

des Prothrom-binspiegels sowie eine Dosisanpassung der oralen Antikoagulanzien während und nach

der Behandlung mit Escodaron.

Phenytoin

Risiko einer Zunahme der Phenytoin-Plasmaspiegel durch Hemmung des Cytochroms P450 2C9 mit

den Symptomen einer Überdosierung (insbesondere neurologisch).

Diese Kombination erfordert eine klinische Überwachung, eine Verringerung der Phenytoindosis

sobald Überdosierungssymptome auftreten, sowie eine Kontrolle der Phenytoin-Plasmaspiegel.

CYP-2D6-Substrate

Flecainid

Der Flecainid-Plasmaspiegel kann über die Hemmung des Cytochroms 2D6 bis auf das Doppelte

ansteigen. Es werden empfohlen, die Flecainid-Dosis anzupassen und der Patient muss wegen

möglicher unerwünschter Wirkungen regelmässig und genau überwacht werden (Bestimmungen der

Plasmaspiegel werden empfohlen).

Substrat von CYP P450 3A4

Bei der Kombination dieser Substanzen mit Amiodaron, das ein Hemmer des CYP3A4 ist, kann es

zu einem Anstieg des Plasmaspiegels mit einer möglichen Erhöhung der Toxizität kommen:

Ciclosporin: Risiko einer Erhöhung der Cyclosporin-Plasmaspiegel in Zusammenhang mit einer

Verminderung der Ciclosporin-Clearance: eine Dosisanpassung ist erforderlich.

Fentanyl: Eine Kombination mit Amiodaron kann sowohl die pharmakologische Wirkung als auch

das Toxizitätsrisiko von Fentanyl steigern.

Statin: Das Risiko einer Muskeltoxizität (z.B. Rhabdomyolyse) ist bei gleichzeitiger Verabreichung

von Amiodaron und Statinen wie Simvastatin, Atorvastatin und Lovastatin, die durch das CYP 3A4

metabolisiert werden, erhöht.

Es wird empfohlen, bei einer Behandlung mit Amiodaron ein Statin anzuwenden, das nicht durch das

CYP 3A4 metabolisiert wird.

Andere über das Cytochrom P450 3A4 metabolisierte Substanzen: Lidocain, Tacrolimus, Sildenafil,

Midazolam, Triazolam, Dihydroergotamin, Ergotamin (erhöhtes Risiko einer Muskeltoxizität),

Colchicin.

Wirkung anderer Arzneimittel auf Amiodaron

CYP-3A4- und CYP-2C9-Hemmer können ein Potenzial zur Hemmung des Metabolismus von

Amiodaron zeigen und dadurch dessen Exposition erhöhen, was mit einem erhöhten Risiko für eine

QT-Verlängerung und das Auftreten von Torsades de pointes vergesellschaftet ist.

Es wird empfohlen, CYP-3A4-Hemmer (z.B. Grapefruitsaft und bestimmte Arzneimittel wie

insbesondere Clarithromycin) während der Behandlung mit Amiodaron zu meiden (siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Interaktionen mit Lebensmitteln

Grapefruitsaft beeinflusst den Metabolismus von Amiodaron und insbesondere die Bildung des

aktiven Metaboliten N-Desethylamiodaron (N-DEA).

Bei Gesunden kommt es nach Einnahme von Grapefruitsaft zu einer Erhöhung der maximalen

Plasmakonzentration und zu einer Zunahme der Fläche unter der Konzentrations-Zeit-Kurve. Da es

bei Patienten keine Angaben gibt, sollte die gleichzeitige Einnahme von Grapefruitsaft vermieden

werden.

Interaktionen anderer Medikamente mit Amiodaron

Die gleichzeitige Verwendung von Amiodaron und Sofosbuvir mit direkt wirkenden antiviralen

Substanzen (wie Daclatasvir, Simeprevir oder Ledipasvir) wird nicht empfohlen und ist, soweit

möglich, zu vermeiden, da diese Kombination zu einer schweren symptomatischen Bradykardie

führen kann. Der Mechanismus ist nicht bekannt.

Wird eine solche gemeinsame Verabreichung als notwendig erachtet, wird empfohlen, die

Herzfunktion des Patienten engmaschig zu überwachen (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Schwangerschaft/Stillzeit

Escodaron sollte während der Schwangerschaft nicht verabreicht werden, es sei denn dies ist

eindeutig erforderlich.

Tierstudien haben unerwünschte Effekte auf den Föten gezeigt (Embryotoxizität), und man verfügt

über keine kontrollierten Studien bei Frauen. Die Daten sind ungenügend, um das Risiko von

kongenitalen Missbildungen des menschlichen Foetus auszuschliessen.

In Anbetracht des signifikanten transplazentären Übergangs von Amiodaron und seines aktiven

Metaboliten sowie des Risikos der pharmakologischen Produkteeigenschaften (u.a. Kropf,

kardiodepressive Wirkung) für das Neugeborene, ist die Anwendung in der Schwangerschaft

kontraindiziert, ausser bei vitaler Indikation.

Wegen der langen Halbwertszeit von Amiodaronhydrochlorid sollten Frauen, die eine

Schwangerschaft wünschen, den Anfang der Schwangerschaft frühestens 6 Monate nach

Therapieende planen, damit das Kind am Anfang der Schwangerschaft dem Amiodaron nicht

exponiert wird.

Das Stillen ist aufgrund des signifikanten Übergangs von Amiodaron in die Milch kontraindiziert.

Falls die Behandlung absolut notwendig ist, muss abgestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Das Arzneimittel kann die Reaktionsbereitschaft, die Fahrtüchtigkeit und die Bedienung von

Maschinen beeinträchtigen (siehe «Unerwünschte Wirkungen»).

Unerwünschte Wirkungen

Diese werden nach Organ und Häufigkeitskategorie gemäss folgender Konvention eingeteilt: sehr

häufig: >10%; häufig (>1/100, <1/10); gelegentlich (>1/1000, <1/100): selten (>1/10'000, <1/1000);

sehr selten (<1/10'000; unbekannte Häufigkeit (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten

nicht abschätzbar).

Die unerwünschten Wirkungen von Amiodaron sind häufiger bei einer Überdosierung des

Arzneimittels. Die minimale wirksame Dosis muss deshalb angewendet werden.

Erkrankungen des Blutes- und des Lymphsystems

Sehr selten: Hämolytische Anämie, Knochenmarksdepression, Thrombopenie, Panzytopenie.

Unbekannte Häufigkeit: Neutropenie, Agranulozytose.

Erkrankungen des Immunsystems

Sehr selten: Angiooedem und anaphylaktischer Schock, Nierenschädigung mit mässig erhöhten

Kreatininwerten.

Endokrine Erkrankungen: (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»)

Häufig: Hypothyreose, Hyperthyreose manchmal mit tödlichem Ausgang.

Sehr selten: Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion (SIADH) mit Hyponatriämie.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Unbekannte Häufigkeit: Appetitverlust.

Psychiatrische Erkrankungen

Unbekannte Häufigkeit: Verwirrtheit, Delirium, Halluzinationen.

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig: extrapyramidaler Tremor, Albträume, Schlafstörungen.

Gelegentlich: periphere Neuropathien und/oder Myopathien, in den meisten Fällen reversibel nach

Abbruch der Behandlung (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Sehr selten: zerebelläre Ataxie, benigner intrakranieller Druckanstieg (Pseudotumor cerebri),

Kopfschmerzen.

Unbekannte Häufigkeit: Parkinsonismus, Parosmie.

Augenerkrankungen

Die bei einer oralen Amiodaronbehandlung beschriebenen unerwünschten Wirkungen umfassen:

Mikro-Ablagerungen auf der Cornea, okuläre Veränderungen im Rahmen einer Dysthyroidie,

Optikusneuritis/Optikusneuropathie, Skotome, Makuladegeneration, Photosensibilität,

Corneadegeneration.

Ein schleichendes Nachlassen der Sehschärfe und Beeinträchtigungen des Gesichtsfelds. Es ist eine

rasche augenärztliche Untersuchung einschliesslich Funduskopie angezeigt.

Das Auftreten einer Optikusneuritis/Optikusneuropathie erfordert den Abbruch der

Amiodaronbehandlung aufgrund einer möglichen Entwicklung bis zur bilateralen Erblindung.

Sehr häufig: Mikro-Ablagerungen auf der Cornea bilden sich fast ausnahmslos, wenn eine

ausreichende Gewebekonzentration des Arzneimittels erreicht ist. Sie sind gewöhnlich unter der

Pupille lokalisiert und asymptomatisch, und stellen keinerlei Kontraindikation für eine Fortsetzung

der Behandlung dar. Selten sind sie von der Wahrnehmung farbiger Ränder eines blendenden Lichtes

oder von Nebelsehen begleitet. Diese Mikro-Ablagerungen der Cornea bestehen aus komplexen

Lipidstrukturen und sind bei Behandlungsabbruch reversibel.

Selten: Optikusneuritis/Optikusneuropathie mit möglicher bilateraler Erblindung (siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Es wurde einige Fälle einer retrobulbären Neuritis beschrieben. Ein Zusammenhang mit Amiodaron

ist gegenwärtig nicht erwiesen.

Herzerkrankungen

Häufig: Im Allgemeinen mässige, dosisabhängige Bradykardie.

Wie alle Antiarrhythmika kann Amiodaron eine bestehende Arrhythmie verstärken oder neue

Arrhythmien verursachen (proarrhythmogene Wirkung) zum Teil mit tödlichem Ausgang (siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Interaktionen»).

Der pro-arrhythmogene Effekt von Amiodaron weist eine Inzidenz von etwa 3–5% auf und tritt

besonders bei bestimmten medikamentösen Kombinationen oder Elektrolytstörungen auf (siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Gelegentlich: Überleitungsstörungen (sino-atrialer Block, atrio-ventrikulärer Block verschiedener

Schwere), Bradykardie, meistens mild.

Sehr selten: In bestimmten Fällen, insbesondere bei älteren Patienten und Patienten mit einer Sinus-

Knoten-Dysfunktion, eine ausgeprägte Bradykardie, seltener ein Sinusstillstand.

Es sind isolierte Fälle von «Torsades de pointes» und Ventrikelflimmern beschrieben worden.

Gefässerkrankungen

Sehr selten: Vaskulitis.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraumes und des Mediastinums

Bei der oralen Verabreichung von Amiodaron beträgt die Inzidenz der Lungentoxizität in den

meisten gemeldeten Serien zwischen 2% und 7% und kann in rund 10% der Fälle tödlich verlaufen.

Das Risiko einer Lungentoxizität von Amiodaron scheint mit der erhaltenen kumulativen Dosis und

nicht mit der Höchstkonzentration oder der Tagesdosis in Zusammenhang zu stehen. Es ist aber auch

über Fälle von akuter Lungentoxizität, in bestimmten Fällen mit tödlichem Ausgang, nach nur 8 bis

14 Behandlungstagen berichtet worden.

Pulmonale Nebenwirkungen sind häufig und können akut zu Beginn der Behandlung oder in einer

subakut/chronischen Verlaufsform nach längerer Behandlung auftreten. Symptome sind Fieber,

Pleuraschmerz, Husten sowie Dyspnoe.

Beim Auftreten einer Belastungsdyspnoe, isoliert oder verbunden mit einer Beeinträchtigung des

Allgemeinzustands (Müdigkeit, Abmagerung, Fieber usw.) ist eine radiologische Kontrolle und ein

Lungenfunktionstest erforderlich.

Die Behandlung mit Amiodaron ist zu überdenken, da eine interstitielle Pneumonie beim raschen

Abbruch der Amiodaronbehandlung im Allgemeinen reversibel ist.

Eine zusätzliche Kortikosteroidbehandlung kann in Betracht gezogen werden. Die klinischen

Symptome verschwinden gewöhnlich innerhalb von 3 bis 4 Wochen, die radiologische und

funktionelle Besserung erfolgt langsamer (nach mehreren Monaten) (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Häufig: Es wurde über Fälle von Lungentoxizität mit gelegentlich letalem Ausgang berichtet, wie

Pneumonie durch Hypersensibilität/allergische alveolare Pneumonie, alveolare/interstitielle

Pneumonie oder Lungenfibrose. Über seltene Fälle von organisierten Pneumonien mit Bronchitis

obliterans («BOOP») wird zur Zeit berichtet, hauptsächlich nach oraler Verabreichung von

Amiodaron.

Selten: Bei Patienten mit oder ohne Prädisposition kann unter Amiodaron Bronchialasthma auftreten.

Bei Patienten mit respiratorischer Insuffizienz, insbesondere Asthma, sind Fälle von

Bronchospasmus aufgetreten.

Im Laufe der klinischen Studien wurde bei 2% der Patienten ein akutes Lungenversagen (ARDS)

beobachtet, das in seltenen Fällen tödlich verlief. Bei Patienten, die orales Amiodaron erhalten,

wurden auch einige postoperative ARDS-Fälle gemeldet, gelegentlich mit tödlichem Ausgang. Es

wurde eine mögliche Interaktion mit einer erhöhten Sauerstoffkonzentration erwähnt (siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Interaktionen»).

Lungenblutungsfälle sind beobachtet worden (unbekannte Häufigkeit).

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig: Gastrointestinale Störungen (Übelkeit, Erbrechen) sowie Geschmacksstörungen

(Metallgeschmack), gewöhnlich während der initialen Stossbehandlung und welche nach einer

Dosisreduzierung abklingen.

Sehr selten: Pankreatitis, akute Pankreatitis.

Unbekannte Häufigkeit: Mundtrockenheit, Verstopfung.

Leber- und Gallenerkrankungen: (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»)

Sehr häufig: Isolierte und im Allgemeinen mässige Transaminase-Erhöhungen (das 1,5 bis 3fache

über dem Normalwert) wurden in 4 bis 9% der Fälle bei niedriger und in 10 bis 20% der Fälle bei

höherer Dosierung bei Behandlungsbeginn beobachtet; sie können nach einer Dosisreduzierung oder

spontan zurückgehen.

Häufig: Einige Fälle akuter Hepatopathien, manchmal mit fataler Entwicklung, die sich durch eine

Erhöhung der Transaminasen und/oder Ikterus äusserten, wurden ebenfalls beobachtet; in diesem

Fall muss die Behandlung abgebrochen werden.

Sehr selten: Ebenfalls wurde über das Auftreten chronischer Hepatopathien (histologisches Bild einer

Pseudoalkohol-Hepatitis, Zirrhose) berichtet. Ein auch nur mässig erhöhter Transaminasespiegel

nach einer länger als 6 Monate dauernden Behandlung muss an diese Diagnose denken lassen. Es

wurde über Fälle mit fatalem Ausgang berichtet.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Sehr häufig: Photosensibilisierung (10%), die im Allgemeinen harmlos ist und sich als Sonnenbrand

äussert (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Häufig: Schieferblaue Pigmentation der unbedeckten Hautpartien mit langsamer Regression nach

Behandlungsabbruch.

Selten: Alopezie.

Sehr selten: Beobachtet wurden: Fälle von Hautrötungen bei einer Radiotherapie, Rash, im

Allgemeinen wenig spezifisch, und Urtikaria.

Es liegen Berichte über isolierte Fälle von Dermatitis exfoliativa, Erythema multiforme vor.

Unbekannte Häufigkeit: Ekzem, ernste und potenziell tödliche Hautreaktionen einschliesslich

Stevens-Johnson-Syndrom (SJS) und toxische epidermale Nekrolyse (TEN), bullöse Dermatose,

Arzneimittelüberempfindlichkeitssyndrom (drug reaction with eosinophilia and systemic symptoms:

DRESS).

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Sehr selten: Myopathie bei oraler Verabreichung.

Unbekannte Häufigkeit: Lupus-ähnliches Syndrome.

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Sehr selten: Epididymitis, Impotenz.

Unbekannte Häufigkeit: Libidoverlust.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Unbekannte Häufigkeit: Granulom einschliesslich Knochenmark Granulom.

Untersuchungen

Sehr selten: Erhöhung des Serumkreatinins.

Überdosierung

Über die Wirkungen einer akuten Überdosierung mit Escodaron ist zurzeit wenig bekannt.

Die Symptome beschränken sich in der Regel auf eine Sinusbradykardie, sino-aurikuläre und nodale

Überleitungsstörungen sowie spontan abklingende Tachykardien.

Fälle von «Torsades de pointes», gastrointestinalen Störungen und Störungen der Leberfunktion

wurden gemeldet. Die durch Amiodaron verursachte Bradykardie ist atropinresistent. Der

vorübergehende Einsatz eines Schrittmachers kann erforderlich sein.

Die Behandlung erfolgt symptomatisch. Aufgrund der besonderen Pharmakokinetik von Amiodaron

sollte der Patient bei Verdacht auf eine Überdosierung ausreichend lange überwacht werden,

insbesondere hinsichtlich der kardialen Situation.

Die Behandlung einer Überdosierung erfolgt symptomatisch. Weder Amiodaron noch seine

Metaboliten sind dialysierbar.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: C01BD01

Antiarrhythmische Eigenschaften

Verlängerung des Aktionspotentials der Herzmuskelfaser ohne Beeinflussung der Steilheit und

Amplitude der Depolarisation. Diese ausschliesslich auf die Phase 3 beschränkte Verlängerung des

Aktionspotentials beruht auf einer Verlangsamung des Kaliumionen-Ausstroms (Klasse III von

Vaughan Williams) und hat einen hemmenden Effekt auf die Na- und Ca-Kanäle.

·Bradykardie-auslösende Wirkung durch Verlangsamung der Sinusknoten-Automatie. Dieser Effekt

wird durch Atropin nicht antagonisiert.

·Nicht kompetitive alpha- und beta-antiadrenerge Effekte.

·Verlängerung der sino-atrialen und atrio-ventrikulären Überleitungszeiten, wobei die Wirkung umso

ausgeprägter ist, je höher die Herzfrequenz liegt.

·Verlängerung der Refraktärphase und Erhöhung der Reizschwelle des Myokards der Vorhöfe, des

Atrio-Ventrikularknotens und des Ventrikelmyokards.

·Bremsung der Überleitung und Verlängerung der Refraktärphase in den akzessorischen atrio-

ventrikulären Reizleitungsbahnen.

Antianginöse Eigenschaften

·Senkung des Sauerstoffverbrauches durch mässigen Abfall des peripheren Gefässwiderstandes und

durch Herabsetzung der Herzfrequenz.

·Nicht kompetitive alpha- und beta-antiadrenerge Eigenschaften.

·Erhöhung des koronaren Durchflusses durch direkte Beeinflussung der glatten Muskulatur der

Koronararterien.

·Zur Aufrechterhaltung des Herzminutenvolumens tragen die Abnahme des Aortendrucks und der

peripheren Widerstände bei.

Andere Eigenschaften

·Kein signifikanter negativ inotroper Effekt auf das normale oder insuffiziente Myokard.

·Eine Metaanalyse von 13 kontrollierten Studien an 6553 Hochrisiko-Patienten (ventrikuläre

Auswurffraktion weniger als 40% und/oder ventrikuläre Arrhythmien) nach Myokardinfarkt oder mit

einer Herzinsuffizienz ergab einen signifikanten Effekt von Amiodaron auf die Mortalität durch

plötzlichen Herztod (Reduktion um 29%). Die Gesamtmortalität wurde um 13% reduziert (knapp

signifikant bei Anwendung der fixed-effects Analysemethode, aber nicht signifikant bei Anwendung

der konservativen random-effects Methode).

Pharmakokinetik

Absorption

Die Bioverfügbarkeit von Amiodaron bei oraler Verabreichung schwankt je nach Individuum

zwischen 30 und 80% (Mittelwert 50%). Nach einmaliger Einnahme werden die maximalen

Plasmakonzentrationen innerhalb von 3 bis 7 Stunden erreicht.

Die therapeutische Wirksamkeit wird bei entsprechenden Sättigungsdosen durchschnittlich innerhalb

einer Woche erreicht (nach einigen Tagen bis zwei Wochen). Die therapeutischen Spiegel liegen

zwischen 1 und 2,5 µg/ml.

Distribution

Die Plasmaproteinbindung übersteigt 90%, wobei die Albuminbindung bei ungefähr 60% liegt.

Amiodaron ist ein Molekül mit langsamem Transit und einer beachtlichen Gewebsaffinität.

Während der ersten Behandlungstage häuft sich das Produkt in den meisten Körpergeweben an,

insbesondere im Fettgewebe.

Studien sprechen dafür, dass die wirksamen Plasmaspiegel, die keine dosisabhängigen

Nebenwirkungen verursachen, zwischen 1,5 µmol/l (= 1,02 µg/ml) und 4 µmol/l (= 2,73 µg/ml)

liegen.

Metabolismus

Amiodaron wird in der Leber über das Cytochrom P 450 und insbesondere das CYP3A4

metabolisiert.

Amiodaron wird hauptsächlich über das CYP 3A4, aber auch über das CYP 2C8 metabolisiert.

Es entsteht ein aktiver Metabolit, das N-Desethylamiodaron.

Amiodaron und sein Metabolit, das N-Desethylamiodaron, zeigen in vitro ein Potenzial zur

Hemmung von CYP1A1, CYP1A2, CYP 2C9, CYP 2C19, CYP 2D6, CYP 3A4, CYP 2A6, CYP

2B6 und 2C8.

Amiodaron und N-Desethylamiodaron weisen auch ein Potenzial zur Hemmung verschiedener

Transportproteine wie P-gp und des organischen Kationentransporters (OCT2) auf. (Eine Studie

belegt einen Ansteig der Kreatininkonzentration um 1,1% [OCT2-Substrat]).

In vivo belegen Daten Interaktionen zwischen Amiodaron und CYP 3A4, CYP 2C9, CYP 2D6, den

P-gp-Substraten und OCT2.

Elimination

Amiodaron wird hauptsächlich durch die Galle und die Faezes ausgeschieden (65 bis 75%). Die

renale Elimination ist vernachlässigbar.

Die Halbwertszeit von Amiodaron ist lang und weist grosse interindividuelle Schwankungen auf (20

bis 100 Tage).

Diese Eigenschaften rechtfertigen den Einsatz von hohen Initialdosen, um schnell die zur

therapeutischen Wirkung notwendige Gewebssättigung zu erreichen.

Die Elimination erscheint nach einigen Tagen, und die Bilanz von Zufuhr/Elimination gleicht sich

innerhalb von einem bis einigen Monaten aus, je nach Individuum.

Nach Absetzen der Behandlung setzt sich die Elimination während mehrerer Monate fort. Das

Bestehenbleiben einer Restaktivität während 10 Tagen bis zu einem Monat muss bei der praktischen

Durchführung der Behandlung berücksichtigt werden.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Da die renale Ausscheidung des Produktes vernachlässigbar ist, kann Escodaron beim

Niereninsuffizienten in den üblichen Gebrauchsdosen verabreicht werden.

Präklinische Daten

In einer zweijährigen Studie zur Ermittlung der Karzinogenität an Ratten verursachte Amiodaron bei

beiden Geschlechtern bei klinisch relevanten Expositionen einen Anstieg von Follikelzelltumoren

der Schilddrüse (Adenome und/oder Karzinome). Da die Ergebnisse von Mutagenitätstests negativ

waren, wird eher ein epigenetischer als ein genotoxischer Mechanismus für diese Art der

Tumorinduktion angenommen. Bei Mäusen wurden keine Karzinome beobachtet, jedoch eine

dosisabhängige Hyperplasie der Follikelzellen in der Schilddrüse. Diese Wirkungen auf die

Schilddrüse bei Ratten und Mäusen sind wahrscheinlich auf die Wirkung von Amiodaron auf die

Synthese und/oder Freisetzung von Schilddrüsenhormonen zurückzuführen.

Sonstige Hinweise

Beeinflussung diagnostischer Methoden

Amiodaron verfälscht als jodhaltiges Molekül gewisse Schilddrüsenfunktionstests (Fixierung von

radioaktivem Jod, PBI); dennoch bleibt eine Schilddrüsenfunktionsbilanz möglich (T3, T4, TSHu).

Escodaron verändert das EKG. Diese typische «amiodaroninduzierte» Veränderung besteht in einer

Verlängerung der QT-Dauer (welche eine Verlängerung der Repolarisierung darstellt) und eventuell

im Auftreten einer U-Welle; dies sind Zeichen der therapeutischen Sättigung und nicht von Toxizität.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

Das Arzneimittel ist bei Raumtemperatur (15-25 °C), vor Licht und Feuchtigkeit geschützt und

ausser Reichweite von Kindern aufzubewahren.

Zulassungsnummer

55661 (Swissmedic).

Packungen

Escodaron 200 mg Tabletten mit Bruchrille: 20 und 60. [B]

Zulassungsinhaberin

Streuli Pharma AG, 8730 Uznach.

Stand der Information

September 2017.

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