Detimedac 1000 mg Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

Kaufe es jetzt

Wirkstoff:
Dacarbazincitrat
Verfügbar ab:
Medac Gesellschaft für klinische Spezialpräparate m.b.H.
ATC-Code:
L01AX04
INN (Internationale Bezeichnung):
Dacarbazine citrate
Darreichungsform:
Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung
Zusammensetzung:
Dacarbazincitrat 1350.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
6621736.00.00

Gebrauchsinformation: Information für Patienten

Detimedac 500 mg Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung

Detimedac 1000 mg Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung

Dacarbazin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe

Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Detimedac und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von Detimedac beachten?

Wie ist Detimedac anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Detimedac aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Detimedac und wofür wird es angewendet?

Dacarbazin gehört zur Arzneimittelgruppe der sogenannten Zytostatika. Diese Arzneimittel

beeinflussen das Wachstum von Krebszellen.

Ihr Arzt hat Ihnen Detimedac zur Behandlung von Krebserkrankungen verschrieben, wie zum

Beispiel:

fortgeschrittenes malignes Melanom (Hautkrebs),

Morbus Hodgkin (Krebserkrankung des Lymphsystems),

Weichteilsarkom (Krebserkrankung des Muskel-, Fett- oder Sehnengewebes, der Blutgefäße

oder anderer Stützgewebe des Körpers).

Detimedac kann zusammen mit anderen Zytostatika angewendet werden.

2.

Was sollten Sie vor der Anwendung von Detimedac beachten?

Detimedac wird nicht angewendet werden,

wenn Sie allergisch gegen Dacarbazin oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen

Bestandteile dieses Arzneimittels sind,

wenn die Zahl Ihrer weißen Blutzellen und/oder der Blutplättchen zu niedrig ist (Leukopenie

und/oder Thrombozytopenie),

wenn Sie an einer schweren Leber- oder Nierenerkrankung leiden,

wenn Sie schwanger sind oder stillen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Detimedac bei Ihnen angewendet wird.

Vor jeder Anwendung wird Ihr Arzt Blutuntersuchungen durchführen, um sicherzustellen, dass Sie

genügend Blutzellen haben, um dieses Arzneimittel zu bekommen. Ihre Leber- und Nierenfunktion

wird ebenfalls überwacht werden.

Wenn Sie mit Detimedac behandelt werden, dürfen Sie keine Impfungen mit Lebendimpfstoffen

erhalten. Davon wird deshalb abgeraten, weil Detimedac Ihr Immunsystem schwächen kann und Sie

dadurch anfälliger für schwerwiegende Infektionen sind.

Sie sollten, während Sie mit Detimedac behandelt werden, kein Fotemustin erhalten.

Anwendung von Detimedac zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden,

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen, andere

Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Sie sollten keine andere medizinische Behandlung anwenden, ohne dies mit Ihrem Arzt zu besprechen,

da sich Detimedac und andere Arzneimittel in ihrer Wirkung gegenseitig beeinflussen können.

Sie sollten Ihren Arzt oder Apotheker insbesondere dann informieren, wenn Sie eines der folgenden

Arzneimittel anwenden oder damit behandelt werden:

Strahlenbehandlung oder andere medikamentöse Behandlungen zur Reduzierung des

Tumorwachstums (Chemotherapie). Die Anwendung dieser Behandlungen zusammen mit

Detimedac kann die Schädigung Ihres Knochenmarks verstärken.

Andere Arzneimittel, die über ein System von Leberenzymen mit der Bezeichnung

Cytochrom P450 abgebaut werden.

Methoxypsoralen (zur Behandlung von Hauterkrankungen wie Schuppenflechte und Ekzem) –

die gleichzeitige Anwendung von Detimedac und Methoxypsoralen kann die Empfindlichkeit

gegenüber Sonnenlicht (Photosensibilisierung) verstärken.

Phenytoin (zur Behandlung von Krampfanfällen) – die gleichzeitige Anwendung von

Detimedac und Phenytoin kann Ihre Anfälligkeit für Krampfanfälle (Konvulsionen) erhöhen.

Ciclosporin oder Tacrolimus (verringern die Immunreaktionen des Körpers) – diese

Arzneimittel können Ihr Immunsystem schwächen.

Fotemustin (zur Behandlung von Hautkrebs) – Die zeitgleiche Anwendung von Detimedac und

Fotemustin kann zu einer Schädigung Ihrer Lungen führen.

Arzneimittel, die die Leber schädigen können, z. B. Diazepam (zur Behandlung von

Angstzuständen, Muskelkrämpfen und Krampfanfällen), Imipramin (zur Behandlung von

Depressionssymptomen), Ketoconazol (zur Behandlung von Pilzerkrankungen) oder

Carbamazepin (zur Verhinderung von Krampfanfällen, Modifizierung einiger Schmerzarten

oder zur Beherrschung von affektiven Störungen) sollten während der Chemotherapie nicht

angewendet werden.

Antikoagulanzien (Arzneimittel, die der Bildung von Blutgerinnseln vorbeugen) – Ihr

behandelnder Arzt wird entscheiden, ob die Anwendung dieser Arzneimittel bei Ihnen

erforderlich ist und wird die Gerinnungsneigung Ihres Blutes kontrollieren.

Während der Behandlung mit Detimedac und während 3 Monaten nach Abschluss der Behandlung mit

Detimedac dürfen Sie nicht mit einem Lebendimpfstoff geimpft werden. Davon wird deshalb

abgeraten, weil Detimedac Ihr Immunsystem schwächen kann und Sie dadurch anfälliger für

schwerwiegende Infektionen sind.

Sie können mit einem Totimpfstoff oder einem inaktivierten Impfstoff geimpft werden, während Sie

mit Detimedac behandelt werden.

Anwendung von Detimedac zusammen mit Nahrungsmitteln, Getränken und Alkohol

Während der Chemotherapie sollten Sie keinen Alkohol trinken.

Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit

Ihnen darf Detimedac nicht gegeben werden, wenn Sie schwanger sind oder wenn Sie vermuten,

schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden.

Während der Behandlung mit Detimedac dürfen Sie nicht stillen.

Sie müssen während der Behandlung mit Detimedac eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden.

Männer sollten nach Abschluss der Behandlung mit Detimedac noch mindestens 6 Monate lang eine

zuverlässige Verhütungsmethode anwenden.

Wenn Sie schwanger werden oder stillen möchten, sprechen Sie erst mit Ihrem Arzt.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Ihre Verkehrstüchtigkeit oder Ihre Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen kann durch

Nebenwirkungen auf das zentrale Nervensystem (Wirkungen auf das Gehirn und die Nerven) oder

durch Übelkeit und Erbrechen beeinträchtigt werden. Es gibt jedoch keinen Grund, warum Sie

zwischen den Behandlungen mit diesem Arzneimittel kein Fahrzeug führen oder Maschinen bedienen

sollten, es sei denn, Ihnen ist schwindelig oder Sie sind sich unsicher.

3.

Wie ist Detimedac anzuwenden?

Dieses Arzneimittel wird Ihnen unter Aufsicht eines Arztes gegeben, der auf die Behandlung von

Krebs- oder Bluterkrankungen spezialisiert ist. Sie werden während und nach Ihrer Behandlung

regelmäßig auf Anzeichen für Nebenwirkungen untersucht.

Dacarbazin ist eine lichtempfindliche Substanz. Der Arzt oder das medizinische Fachpersonal, von

dem Sie das Arzneimittel bekommen, wird sicherstellen, dass Dacarbazin während der Gabe vor

Tageslicht geschützt ist.

Wie viel Detimedac Sie erhalten werden

Ihr Arzt wird die Dosis berechnen, die Sie erhalten werden. Die Dosis ist abhängig von der Art Ihrer

Krebserkrankung und wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist, von Ihrer Körperoberfläche (in m²),

Ihrem Blutbild und den anderen Krebsmedikamenten oder Krebsbehandlungen, die Sie gegenwärtig

erhalten. Der behandelnde Arzt wird außerdem individuell darüber entscheiden, wie lange Ihnen

dieses Arzneimittel gegeben wird.

Ihr Arzt kann die Dosis und die Häufigkeit der Behandlung ändern. Dies ist abhängig von den

Ergebnissen der Blutuntersuchungen, Ihrem Allgemeinzustand, anderen Behandlungen und Ihrem

Ansprechen auf dieses Arzneimittel. Wenn Sie Fragen zu Ihrer Behandlung haben, fragen Sie Ihren

Arzt, das medizinische Fachpersonal oder Ihren Apotheker.

Hautkrebs (metastasiertes malignes Melanom)

Die übliche Dosis beträgt einmal täglich 200 – 250 mg pro m² Körperoberfläche. Diese Dosis erhalten

Sie an 5 Tagen hintereinander im Abstand von jeweils 3 Wochen. Sie wird Ihnen als schnelle Injektion

in eine Vene gespritzt oder als langsame Infusion über einen Zeitraum von 15 – 30 Minuten in eine

Vene gegeben.

Alternativ können Sie eine höhere Dosis von 850 mg pro m² Körperoberfläche alle 3 Wochen erhalten.

Diese Dosis wird Ihnen als langsame Infusion in eine Vene gegeben.

Krebserkrankung des lymphatischen Gewebes (Morbus Hodgkin)

Die übliche Dosis beträgt 375 mg pro m² Körperoberfläche alle 15 Tage. Außerdem erhalten Sie eine

Behandlung mit den Arzneimitteln Doxorubicin, Bleomycin und Vinblastin (diese Kombination wird

auch als ABVD-Schema bezeichnet). Sie erhalten die Behandlung als langsame Infusion in eine Vene.

Krebserkrankung der Muskeln, des Fettes, des fibrösen Bindegewebes, der Blutgefäße oder in

anderen Stützgeweben des Körpers (Weichteilsarkom)

Die übliche Dosis beträgt einmal täglich 250 mg pro m² Körperoberfläche. Diese Dosis erhalten Sie an

5 Tagen hintereinander im Abstand von jeweils 3 Wochen. Sie wird Ihnen als langsame Infusion über

einen Zeitraum von 15 – 30 Minuten in eine Vene gegeben.

Außerdem erhalten Sie eine Behandlung mit dem Arzneimittel Doxorubicin (diese Kombination wird

auch als ADIC-Schema bezeichnet).

Patienten mit Nieren- oder Lebererkrankungen

Wenn Sie an einer leichten oder mäßigen Nieren- oder Lebererkrankung leiden, ist in der Regel keine

Reduktion der Dosis dieses Arzneimittels erforderlich. Wenn Sie sowohl an einer Nieren- als auch an

einer Lebererkrankung leiden, braucht Ihr Körper länger, um das Arzneimittel aufzunehmen und

wieder auszuscheiden. Ihr behandelnder Arzt wird die Dosis dann ggf. reduzieren.

Anwendung bei Kindern

Solange keine weiteren Daten verfügbar sind, können Ihrem Arzt keine Empfehlungen zur

Anwendung dieses Arzneimittels bei Kindern gegeben werden.

Wenn Ihnen eine größere Menge von Detimedac verabreicht wurde, als beabsichtigt

Wenn Ihnen zu viel Detimedac verabreicht wurde, kann dies eine schwerwiegende Verringerung der

Anzahl Ihrer Blutzellen nach sich ziehen und zum kompletten Ausfall Ihrer Knochenmarksfunktion

führen. Die möglichen Symptome beinhalten Anzeichen einer Entzündung, blaue Flecken aufgrund

einer erhöhten Blutungsneigung und Erschöpfung. Diese Wirkung kann mit einer Verzögerung von bis

zu 2 Wochen eintreten.

Wenn Sie der Meinung sind, dass Sie zu viel Detimedac erhalten haben, wenden Sie sich sofort an

Ihren Arzt oder das medizinische Fachpersonal.

Es wird die Anzahl Ihrer Blutzellen kontrolliert und unterstützende Maßnahmen wie Bluttransfusionen

können erforderlich sein.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen. Ihr Arzt wird dies mit Ihnen besprechen und Ihnen die Risiken und den Nutzen der

Behandlung erklären.

Informieren Sie sofort Ihren Arzt, wenn Sie eine der folgenden Nebenwirkungen bei sich

bemerken:

Anzeichen einer Infektion wie Halsschmerzen und erhöhte Temperatur

Ungewöhnliche blaue Flecken oder Blutungen

Starke Müdigkeit

Anhaltendes oder starkes Erbrechen oder anhaltender oder starker Durchfall

Schwere allergische Reaktion – Sie können plötzlich einen juckenden Ausschlag bekommen

(Nesselsucht), Schwellung der Hände, Füße, Fußgelenke, des Gesichts, der Lippen, des Mundes

oder Rachens (was zu Schluck- oder Atembeschwerden führen kann), und Sie können das

Gefühl haben, ohnmächtig zu werden.

Gelbfärbung der Haut und der Augen aufgrund von Leberproblemen

Beschwerden, die auf Störungen des Hirns oder der Nerven zurückzuführen sind wie

Kopfschmerzen, Sehstörungen, Anfälle, Verwirrtheit, Lethargie oder Taubheit und Kribbeln des

Gesichts.

Schwere Lebererkrankung durch Verschluss der Blutgefäße der Leber (venookklusive

Erkrankung [VOD] oder Budd-Chiari-Syndrom) mit Zerstörung von Leberzellen

(Lebernekrose), die lebensbedrohlich sein kann. Wenn der Verdacht besteht, dass Sie diese

Komplikationen haben, wird Ihr Arzt über die richtige Behandlung für Sie entscheiden.

Alle diese Nebenwirkungen sind schwerwiegend. Sie könnten sofortige medizinische Behandlung

benötigen.

Folgende weitere Nebenwirkungen können auftreten:

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

Verminderte Zahl roter Blutzellen (Anämie)

Verminderte Zahl weißer Blutzellen (Leukopenie)

Verminderte Zahl an Blutplättchen (Thrombozytopenie)

Die Blutbildveränderungen sind dosisabhängig und treten verzögert auf. Die niedrigsten Werte treten

oft erst nach 3 oder 4 Wochen auf.

Appetitverlust (Anorexie), Übelkeit, Erbrechen. Diese Nebenwirkungen können alle stark

ausgeprägt sein.

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

Haarausfall (Alopezie)

Verstärkte Färbung der Haut (Hyperpigmentierung)

Lichtempfindlichkeit (Photosensibilität) der Haut

Grippeähnliche Beschwerden mit Erschöpfung, Schüttelfrost, Fieber und Muskelschmerzen.

Diese Symptome können während der Gabe des Arzneimittels oder auch erst einige Tage später

sowie bei der nächsten Anwendung von Dacarbazin wieder auftreten.

Infektionen

Selten (kann bis zu 1 von 1000 Behandelten betreffen)

Verminderte Zahl aller Blutzellen (Panzytopenie)

Stark verminderte Zahl an Granulozyten, einer bestimmten Art weißer Blutzellen

(Agranulozytose)

Schwere allergische (anaphylaktische) Reaktion, die z. B. zu Blutdruckabfall, Schwellung der

Hände, Füße, Fußgelenke, des Gesichts, der Lippen, des Mundes oder Rachens, was zu

Schluck- oder Atembeschwerden, beschleunigtem Herzschlag, Nesselsucht und generalisiertem

Juckreiz oder Hautrötung führen kann.

Kopfschmerzen

Sehstörungen

Verwirrtheit

Lethargie

Krampfanfälle (Konvulsionen)

Ungewöhnliche Empfindungen im Gesicht (Parästhesie des Gesichts), Taubheit und Rötung des

Gesichts kurz nach der Injektion

Durchfall

Erhöhte Leberenzymwerte

Eingeschränkte Nierenfunktion

Hautrötung (Erythem)

Hautausschlag (makulopapulöses Exanthem)

Nesselsucht (Urtikaria)

Reizung am Verabreichungsort

Wenn das Arzneimittel versehentlich in das Gewebe um die Vene injiziert wird, kann dies

schmerzhaft sein und zu einer Gewebeschädigung führen.

Sie können eine oder mehrere dieser Nebenwirkungen bekommen. Wenn Sie Nebenwirkungen

bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können

Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt.

Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Detimedac aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Etikett und dem Umkarton nach „Verwendbar bis“

angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag

des angegebenen Monats.

Nicht über 25 °C lagern. Die Durchstechflasche im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht

zu schützen. Bei diesen Lagerungsbedingungen beträgt die Haltbarkeit 3 Jahre.

Frisch zubereitete (rekonstituierte) und weiter verdünnte Detimedac-Lösungen müssen ebenfalls vor

Licht geschützt und sofort verwendet werden.

Detimedac ist nur zum Einmalgebrauch.

Nicht verwendetes Arzneimittel sowie Lösungen, die ihr Aussehen verändert haben, sind von Ihrem

Arzt zu verwerfen. Die verdünnte Infusionslösung muss von Ihrem Arzt visuell geprüft werden, und

nur klare Lösungen, die praktisch frei von sichtbaren Partikeln sind, dürfen verwendet werden.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Detimedac enthält

Der Wirkstoff ist Dacarbazin (als Dacarbazincitrat).

Die sonstigen Bestandteile sind wasserfreie Citronensäure und Mannitol.

Wie Detimedac aussieht und Inhalt der Packung

Detimedac ist ein weißes oder hellgelbes Pulver, das in Durchstechflaschen aus braunem Glas (Typ I,

Ph. Eur.) erhältlich ist.

Jede zur Einmalentnahme vorgesehene Durchstechflasche von Detimedac 500 mg enthält 500 mg

Dacarbazin als Dacarbazincitrat.

Nach Rekonstitution und endgültiger Verdünnung enthält Detimedac 500 mg 1,4 – 2,0 mg/ml

Dacarbazin.

Jede zur Einmalentnahme vorgesehene Durchstechflasche von Detimedac 1000 mg enthält 1000 mg

Dacarbazin als Dacarbazincitrat.

Nach Rekonstitution und endgültiger Verdünnung enthält Detimedac 1000 mg 2,8 – 4,0 mg/ml

Dacarbazin.

Detimedac-Durchstechflaschen sind in Faltschachteln erhältlich. Jede Faltschachtel enthält

1 Durchstechflasche.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

medac

Gesellschaft für klinische

Spezialpräparate mbH

Theaterstr. 6

22880 Wedel

Deutschland

Tel.:

+49 (0)4103 8006-0

Fax:

+49 (0)4103 8006-100

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR)

unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Belgien

DACARBAZINE MEDAC 500 mg/1000 mg, poeder voor oplossing voor infusie

DACARBAZINE MEDAC 500 mg/1000 mg, poudre pour solution pour perfusion

DACARBAZINE MEDAC 500 mg/1000 mg, Pulver zur Herstellung einer

Infusionslösung

Dänemark

Dacarbazine medac 500 mg/1000 mg, pulver til infusionsvæske, opløsning

Deutschland

Detimedac 500 mg/1000 mg, Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung

Irland

Dacarbazine medac 500 mg/1000 mg, powder for solution for infusion

Italien

Dacarbazina medac 500 mg/1000 mg, polvere per soluzione iniettabile o per infusione

Niederlande

Dacarbazine medac 500 mg/1000 mg, poeder voor oplossing voor infusie

Österreich

Dacarbazine medac 500 mg/1000 mg, Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung

Portugal

Dacarbazina medac 500 mg/1000 mg, pó para solução para perfusão

Schweden

Dacarbazine medac 500 mg/1000 mg, pulver till infusionsvätska, lösning

Spanien

Dacarbazina medac 500 mg/1000 mg, polvo para solución para perfusión

Vereinigtes

Dacarbazine medac 500 mg/1000 mg, powder for solution for infusion

Königreich

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet in 01.2017.

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Die folgenden Informationen sind für medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Empfehlungen für die sichere Handhabung

Bei Dacarbazin handelt es sich um einen antineoplastischen Wirkstoff und es muss daher entsprechend

den Standardverfahren für Zytostatika mit mutagenen, karzinogenen und teratogenen Wirkungen

gehandhabt werden. Vor der Zubereitung sollten die jeweiligen Richtlinien bezüglich des Umgangs

mit zytotoxischen Stoffen beachtet werden.

Dacarbazin sollte nur von geschultem Personal geöffnet werden. Wie bei allen zytotoxischen

Arzneimitteln sollten Vorkehrungen zum Schutz des Personals getroffen werden. Bei Bestehen einer

Schwangerschaft sollte der Umgang mit zytotoxischen Wirkstoffen generell vermieden werden. Die

Zubereitung der gebrauchsfertigen Lösung sollte in einem ausgewiesenen Bereich und über einem

abwaschbaren Tablett oder auf saugfähigem Papier mit Plastikrückseite vorgenommen werden.

Das Tragen eines geeigneten Augenschutzes, von Einmalhandschuhen, Gesichtsmaske und

Einmalschürze ist zu empfehlen. Um ein Auslaufen zu verhindern, sollten Spritzen und Infusionssets

vorsichtig zusammengesetzt werden (die Verwendung von Luer–Lock-Adaptern wird empfohlen).

Nach Beendigung der Arbeit sollten alle exponierten Oberflächen gründlich gereinigt, Hände und

Gesicht gewaschen werden.

Im Falle eines Verschüttens sollte der Anwender Handschuhe, Gesichtsmaske, Augenschutz und eine

Einmalschürze anlegen und das verschüttete Material mit saugfähigem Material, welches zu diesem

Zweck in dem Arbeitsbereich bereitliegt, aufwischen. Der Bereich sollte dann gereinigt und alle

kontaminierten Materialien in einen Beutel für zytotoxische Sonderabfälle überführt oder für die

Verbrennung verschlossen werden.

Zubereitung der Lösung zur intravenösen Applikation

Dacarbazin-Lösungen sind unmittelbar vor dem Gebrauch zuzubereiten.

Dacarbazin ist lichtempfindlich. Während der Anwendung sollte das Infusionsbehältnis und

Verabreichungsset vor Tageslicht geschützt werden, z. B. durch Verwendung eines lichtgeschützten

PVC-Infusionssets. Andere Infusions-Sets sollten z. B. mit UV-resistenter Folie umwickelt werden.

a) Zubereitung von Dacarbazine medac 500 mg:

50 ml Wasser für Injektionszwecke wird unter aseptischen Bedingungen in die Durchstechflasche

eingebracht und geschüttelt, bis man eine Lösung erhält. Die erhaltene Lösung mit 10 mg/ml

Dacarbazin (Dichte der Lösung:

= 1,007 g/ml) muss in 200 – 300 ml 0,9%iger

Natriumchloridlösung oder 5%iger Glucoselösung weiter verdünnt werden. Die applikationsfertige

Infusionslösung enthält 1,4 – 2,0 mg/ml Dacarbazin und sollte über einen Zeitraum von 20 –

30 Minuten i.v. verabreicht werden.

b) Zubereitung von Dacarbazine medac 1000 mg:

50 ml Wasser für Injektionszwecke wird unter aseptischen Bedingungen in die Durchstechflasche

eingebracht und geschüttelt, bis man eine Lösung erhält. Die erhaltene Lösung mit 20 mg/ml

Dacarbazin (Dichte der Lösung:

= 1,015 g/ml) muss in 200 – 300 ml 0,9%iger

Natriumchloridlösung oder 5%iger Glucoselösung weiter verdünnt werden. Die applikationsfertige

Infusionslösung enthält 2,8 – 4,0 mg/ml Dacarbazin und sollte über einen Zeitraum von 20 –

30 Minuten i.v. verabreicht werden.

Dacarbazine medac 500 mg (1000 mg) ist nur für den einmaligen Gebrauch bestimmt.

Die verdünnte Injektionslösung sollte visuell geprüft und nur klare Lösungen, die praktisch frei von

Partikeln sind, verwendet werden. Die Lösung nicht verwenden, wenn Partikel vorhanden sind.

Jeder Teil des Inhalts, welcher nach Gebrauch zurückbleibt, sollte verworfen werden. Dies gilt auch

für Lösungen, deren Aussehen sich verändert hat.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen

zu beseitigen.

FACHINFORMATION

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Detimedac 100 mg, Pulver zur Herstellung einer Injektions-/Infusionslösung

Detimedac 200 mg, Pulver zur Herstellung einer Injektions-/Infusionslösung

Detimedac 500 mg, Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung

Detimedac 1000 mg, Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Eine zur Einmalentnahme vorgesehene Durchstechflasche von Detimedac 100 mg enthält 100 mg

Dacarbazin (als Dacarbazincitrat, in situ gebildet). Nach Rekonstitution enthält Detimedac 100 mg

10 mg/ml Dacarbazin.

Eine zur Einmalentnahme vorgesehene Durchstechflasche von Detimedac 200 mg enthält 200 mg

Dacarbazin (als Dacarbazincitrat, in situ gebildet). Nach Rekonstitution enthält Detimedac 200 mg

10 mg/ml Dacarbazin.

Eine zur Einmalentnahme vorgesehene Durchstechflasche von Detimedac 500 mg enthält 500 mg

Dacarbazin (als Dacarbazincitrat, in situ gebildet). Nach Rekonstitution und anschließender

Verdünnung enthält Detimedac 500 mg 1,4 – 2,0 mg/ml Dacarbazin.

Jede zur Einmalentnahme vorgesehene Durchstechflasche von Detimedac 1000 mg enthält 1000 mg

Dacarbazin (als Dacarbazincitrat, in situ gebildet). Nach Rekonstitution und anschließender

Verdünnung enthält Detimedac 1000 mg 2,8 – 4,0 mg/ml Dacarbazin.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Detimedac 100 mg (200 mg): Pulver zur Herstellung einer Injektions-/Infusionslösung.

Detimedac 500 mg (1000 mg): Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung.

Detimedac ist ein weißes oder hellgelbes Pulver.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Dacarbazin ist indiziert zur Behandlung des metastasierten, malignen Melanoms.

Weitere Anwendungsgebiete von Detimedac als Bestandteil einer Kombinationschemotherapie sind:

Fortgeschrittener Morbus Hodgkin.

Fortgeschrittene Weichteilsarkome (ausgenommen: Mesotheliome, Kaposi-Sarkome) im

Erwachsenenalter.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Die Behandlung mit Detimedac sollte nur von erfahrenen Onkologen oder Hämatologen durchgeführt

werden.

Dacarbazin ist lichtempfindlich. Rekonstituierte Lösungen sollten daher auch während der

Anwendung vor Licht geschützt werden (lichtbeständiges Infusionsset).

Die Verabreichung sollte mit Vorsicht erfolgen, um eine paravenöse Injektion zu vermeiden, da lokale

Schmerzen und Gewebsschädigung auftreten können.

Bei paravenöser Applikation sollte die Injektion sofort abgebrochen und die verbleibende Dosis über

eine andere Vene verabreicht werden.

Im Folgenden genannte Therapieregime können zur Anwendung kommen. Weitere Details sind der

aktuellen wissenschaftlichen Literatur zu entnehmen.

Malignes Melanom

Dacarbazin kann als Monotherapie in Dosen von 200 – 250 mg/m² Körperoberfläche pro Tag als i.v.-

Injektion über 5 Tage alle 3 Wochen gegeben werden.

Neben einer intravenösen Bolusinjektion kann Dacarbazin auch als intravenöse Kurzinfusion (über

15 – 30 Minuten) verabreicht werden.

Alternativ können auch 850 mg/m² Körperoberfläche am Tag 1 und danach alle 3 Wochen als

intravenöse Infusion gegeben werden.

Morbus Hodgkin

Dacarbazin wird in einer täglichen Dosis von 375 mg/m² Körperoberfläche i.v. alle 15 Tage

zusammen mit Doxorubicin, Bleomycin und Vinblastin (ABVD-Schema) gegeben.

Weichteilsarkome bei Erwachsenen

Bei Weichteilsarkomen im Erwachsenenalter wird Dacarbazin in täglichen Dosen von 250 mg/m²

Körperoberfläche i.v. vom Tag 1-5 zusammen mit Doxorubicin alle 3 Wochen gegeben (ADIC-

Schema).

Während der Behandlung mit Dacarbazin sind häufige Blutbildkontrollen sowie die Überwachung der

Leber- und Nierenfunktion erforderlich. Aufgrund der häufig auftretenden schweren

gastrointestinalen Reaktionen sind antiemetische und supportive Maßnahmen indiziert.

Da schwerwiegende gastrointestinale und hämatologische Störungen auftreten können, muss vor jeder

Behandlung mit Dacarbazin eine besonders sorgfältige Nutzen-Risiko-Analyse durchgeführt werden.

Dauer der Therapie

Der behandelnde Arzt sollte unter Berücksichtigung des Typs und Stadiums der zugrundeliegenden

Erkrankung, der angewendeten Kombinationstherapie, der Response und der Nebenwirkungen von

Dacarbazin über die Dauer der Therapie individuell entscheiden. Bei fortgeschrittenem Morbus

Hodgkin werden gewöhnlich 6 Zyklen der ABVD-Kombinationstherapie empfohlen. Bei

metastasiertem, malignen Melanom und fortgeschrittenen Weichteilsarkomen ist die Dauer der

Therapie von der individuellen Wirksamkeit und Verträglichkeit abhängig.

Patienten mit Nieren-/Leberinsuffizienz

Bei leichter bis mittelschwerer alleiniger Beeinträchtigung der Nieren- oder Leberfunktion ist im

Allgemeinen keine Dosisreduktion erforderlich. Bei Patienten mit einer kombinierten Nieren- und

Leberfunktionsstörung ist die Elimination von Dacarbazin verzögert. Begründete Empfehlungen zur

Dosisreduktion können jedoch derzeit nicht gegeben werden.

Ältere Patienten

Aufgrund der begrenzten Erfahrung können keine speziellen Instruktionen für die Anwendung von

Dacarbazin bei älteren Patienten gegeben werden.

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Dacarbazin bei Kindern/Jugendlichen im Alter von < 15 Jahren

ist bisher noch nicht erwiesen. Bis weitere Erfahrungswerte vorliegen, können keine speziellen

Empfehlungen für die Verwendung von Dacarbazin bei Kindern und Jugendlichen gegeben werden.

Art der Anwendung

Verabreichungsgeschwindigkeit

Dosierungen von bis zu 200 mg/m² können als langsame i.v.-Injektion verabreicht werden. Höhere

Dosierungen (von 200 bis 850 mg/m²) sollten als i.v.-Infusion über 15 – 30 Minuten gegeben werden.

Es wird empfohlen, die Durchlässigkeit der Vene zunächst mit 5 – 10 ml 0,9%iger

Natriumchloridlösung oder 5%iger Glucoselösung zu testen. Die gleichen Lösungen sollten nach der

Infusion zum Ausspülen des restlichen Arzneimittels aus dem Infusionsschlauch verwendet werden.

Nach Rekonstitution mit Wasser für Injektionszwecke ohne weitere Verdünnung mit 0,9%iger

Natriumchloridlösung oder 5%iger Glucoselösung sind die Zubereitungen von Dacarbazin 100 mg und

200 mg hypo-osmolar (ca. 100 mOsmol/kg) und sollten daher als langsame intravenöse Injektion, z. B.

über eine Minute und nicht als i.v. Bolus innerhalb weniger Sekunden, verabreicht werden.

Vorsichtsmaßnahmen vor / bei der Handhabung bzw. vor / während der Anwendung des Arzneimittels

Hinweise zur Rekonstitution des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe Abschnitt 6.6.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegenden Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile,

Schwangerschaft oder Stillzeit (siehe Abschnitt 4.6),

Leukopenie und/oder Thrombozytopenie,

Schwere Leber- oder Nierenerkrankungen.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Es wird empfohlen, dass Dacarbazin nur unter der Aufsicht eines auf dem Gebiet der Onkologie

spezialisierten Arztes, mit den Möglichkeiten einer während und nach der Therapie notwendigen

regelmäßigen Kontrolle der klinischen, biochemischen und hämatologischen Parameter, angewendet

wird.

Bei Anzeichen einer Funktionsstörung der Leber oder der Nieren oder bei Symptomen einer

Überempfindlichkeitsreaktion ist die Therapie sofort abzubrechen.

Bei Auftreten eines veno-okklusiven Syndroms der Leber ist die weitere Therapie mit Dacarbazin

kontraindiziert.

Hinweis: Der behandelnde Arzt muss während der Therapie die Möglichkeit einer seltenen,

schwerwiegenden Komplikation einer Lebernekrose infolge des Verschlusses intrahepatischer Venen

in Betracht ziehen. Der regelmäßigen Überwachung von Lebergröße, -funktion und des Blutbildes

(insbesondere Eosinophile) kommt daher besondere Bedeutung zu. Eine Behandlung mit

hochdosierten Kortikoiden (zum Beispiel Hydrocortison 300 mg/Tag), mit oder ohne fibrinolytische

Substanzen wie Heparin oder Tissue Plasminogen Activator, war bei einzelnen Verdachtsfällen eines

veno-okklusiven Syndroms erfolgreich (siehe auch: 4.8).

Eine längerfristige Therapie kann zu einer kumulativen Knochenmarktoxizität führen. Aufgrund einer

möglichen Knochenmarksuppression ist eine sorgfältige Überwachung der roten und weißen

Blutkörperchen und Blutplättchen notwendig. Die hämopoetische Toxizität kann ein vorübergehendes

Absetzen bzw. einen Abbruch der Therapie erforderlich machen.

Eine paravenöse Injektion des Arzneimittels kann zu Gewebsschädigung und starken Schmerzen

führen.

Die gleichzeitige Anwendung von Phenytoin sollte vermieden werden, da die Einschränkung der

Resorption von Phenytoin aus dem Gastrointestinaltrakt beim Patienten zu einer Anfälligkeit für

Krampfanfälle führen könnte (siehe Abschnitt 4.5).

Dacarbazin wirkt mäßig immunsuppressiv. Die Impfung mit Lebendimpfstoffen von Patienten, deren

Immunsystem auf Grund einer Behandlung mit Chemotherapeutika wie Dacarbazin geschwächt ist,

kann zu schwerwiegenden und potenziell tödlich verlaufenden Infektionen führen. Eine

Immunisierung mit Lebendimpfstoffen sollte daher während der Behandlung mit Dacarbazin

vermieden werden. Grundsätzlich sollten Lebendimpfstoffe nach Abschluss der Chemotherapie mit

Vorsicht angewendet und der Immunstatus des Patienten unter Berücksichtigung der Erkrankung und

anderer Behandlungen in Betracht gezogen werden. Eine Impfung mit Lebendimpfstoffen sollte

frühestens 3 Monate nach Abschluss der Chemotherapie vorgenommen werden. Es können

inaktivierte Impfstoffe verwendet werden, falls vorhanden.

Die gleichzeitige Anwendung von Fotemustin kann akute Lungentoxizität (akutes Lungenversagen –

ARDS, Adult Respiratory Distress Syndrome) mit potenziell tödlichem Ausgang hervorrufen.

Fotemustin und Dacarbazin sollten nicht gleichzeitig angewendet werden.

Während der Chemotherapie sind Medikamente, die möglicherweise die Leber schädigen und

Alkohol kontraindiziert.

Empfängnisverhütende Maßnahmen

Männern wird angeraten, während der Therapie und bis zu 6 Monate danach empfängnisverhütende

Maßnahmen zu treffen.

Kinder und Jugendliche

Bis weitere Erfahrungswerte vorliegen wird die Anwendung von Dacarbazin bei Kindern und

Jugendlichen nicht empfohlen.

Vorsichtsmaßnahmen bei der Handhabung, siehe Abschnitt 6.6.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Myelotoxische Interaktionen mit anderen knochenmarktoxischen Therapiemodalitäten (insbesondere

anderen Zytostatika, Bestrahlung) sind möglich.

Studien über einen möglichen phänotypischen Metabolismus wurden nicht durchgeführt. Die

Hydroxylierung der Ausgangsverbindung zu Verbindungen mit Antitumoraktivität ist jedoch

nachgewiesen

Dacarbazin wird durch Cytochrom P450 (CYP1A1, CYP1A2 und CYP2E1) metabolisiert. Dies muss

berücksichtigt werden falls andere Arzneimittel zusammen mit Dacarbazin gegeben werden, die durch

dieselben Leberenzyme metabolisiert werden.

Dacarbazin kann die Wirkung von Methoxypsoralen durch Photosensibilisierung verstärken.

Eine Impfung mit Lebendimpfstoffen sollte wegen des Risikos für das Auftreten von

schwerwiegenden und potenziell tödlich verlaufenden Infektionen während der Dacarbazin-Therapie

vermieden werden. Lebendimpfstoffe sollten nach Abschluss der Chemotherapie mit Vorsicht

angewendet und frühestens 3 Monate nach Gabe der letzten Chemotherapiedosis geimpft werden.

wird empfohlen, falls verfügbar, einen inaktivierten Impfstoff zu verwenden (siehe auch

Abschnitt 4.4).

Bei malignen Erkrankungen besteht ein erhöhtes Thromboserisiko. Eine Begleitbehandlung mit

Antikoagulanzien ist daher üblich. Wenn der Patient orale Antikoagulanzien einnehmen soll, müssen

häufigere INR-Kontrollen durchgeführt werden, weil große interindividuelle Unterschiede bei der

Koagulation bestehen und mit möglichen Wechselwirkungen zwischen Antikoagulanzien und

Zytostatika zu rechnen ist.

Die gleichzeitige Anwendung von Phenytoin kann die Resorption von Phenytoin aus dem

Gastrointestinaltrakt einschränken und beim Patienten zu einer Anfälligkeit für Krampfanfälle führen

(siehe Abschnitt 4.4).

Die gleichzeitige Anwendung von Ciclosporin (und ggf. auch von Tacrolimus) muss sorgfältig

abgewogen werden, weil diese Arzneimittel eine exzessive Immunsuppression und

Lymphoproliferation bewirken können.

Die gleichzeitige Anwendung von Fotemustin kann akute Lungentoxizität (akutes Lungenversagen –

ARDS, Adult Respiratory Distress Syndrome) hervorrufen. Fotemustin und Dacarbazin sollten nicht

gleichzeitig angewendet werden.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Für Dacarbazin wurde eine mutagene, teratogene und karzinogene Wirkung am Tier nachgewiesen. Es

muss daher auch für den Menschen ein erhöhtes teratogenes Risiko angenommen werden. Aus diesem

Grund ist Detimedac während der Schwangerschaft kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Therapie wirksame empfängnisverhütende

Maßnahmen anwenden.

Stillzeit

Detimedac ist während der Stillzeit kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Dacarbazin kann aufgrund zentralnervöser Nebenwirkungen aber auch durch Auslösung von Übelkeit

und Erbrechen zu einer Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit oder des Bedienens von Maschinen

führen.

4.8

Nebenwirkungen

Häufigkeiten

Sehr häufig (>1/10)

Häufig (>1/100, <1/10)

Gelegentlich (>1/1.000, <1/100)

Selten (>1/10.000, <1/1.000)

Sehr selten (<1/10.000)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf der Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Die häufigsten Nebenwirkungen bestehen aus Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts (Anorexie,

Übelkeit und Erbrechen) und Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems, wie Anämie,

Leukopenie und Thrombozytopenie. Letztere treten dosisabhängig und verzögert auf, mit Talwerten

oft erst nach 3 – 4 Wochen.

Infektionen und parasitäre

Erkrankungen

Gelegentlich

Infektionen

Erkrankungen des Blutes und des

Lymphsystems

Häufig

Anämie, Leukopenie, Thrombozytopenie

Selten

Panzytopenie, Agranulozytose

Erkrankungen des Immunsystems

Selten

Anaphylaktische Reaktionen

Erkrankungen des Nervensystems

Selten

Kopfschmerzen, Sehstörungen, Verwirrtheit, Lethargie,

Krämpfe, Parästhesien im Gesicht

Gefäßerkrankungen

Selten

Flush-Symptomatik

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts

Häufig

Anorexie, Übelkeit, Erbrechen

Selten

Diarrhöe

Leber- und Gallenerkrankungen

Selten

Lebernekrosen infolge Lebervenenverschluss (veno-

okklusives Syndrom), Budd-Chiari-Syndrom (mit

potenziell tödlichem Verlauf)

Erkrankungen der Nieren und

Harnwege

Selten

Störungen der Nierenfunktion

Erkrankungen der Haut und des

Unterhautzellgewebes

Gelegentlich

Alopezie, Hyperpigmentierung, Photosensibilisierung

Selten

Erytheme, makulopapulöse Exantheme, Urtikaria

Allgemeine Erkrankungen und

Beschwerden am Verabreichungsort

Gelegentlich

Grippeähnliche Beschwerden

Selten

lokale Beschwerden am Verabreichungsort

Untersuchungen

Selten

Leberenzymerhöhungen (z. B. alkalische Phosphatase,

ASAT, ALAT), erhöhte Blutspiegel von

Lactatdehydrogenase (LDH), Kreatinin, Harnstoff

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen

Die häufig zu beobachtenden Blutbildveränderungen (Anämie, Leukopenie, Thrombozytopenie)

treten dosisabhängig und verzögert auf, mit Talwerten oft erst nach 3 – 4 Wochen.

Grippeähnliche Beschwerden mit Abgeschlagenheit, Schüttelfrost, Fieber und Muskelschmerzen

werden gelegentlich während oder oft erst Tage nach der Dacarbazin-Applikation beobachtet. Diese

Störungen können bei der nächsten Infusion erneut auftreten.

Nach Gabe von Dacarbazin in Mono- oder Kombinationschemotherapie wurden selten Lebernekrosen

infolge eines Verschlusses der intrahepatischen Lebervenen (veno-okklusives Syndrom) beobachtet.

Dieses Syndrom trat üblicherweise während des 2. Therapiezyklus auf. Die Symptome umfassten

Fieber, Eosinophilie, Schmerzen im Abdomen, vergrößerte Leber, Gelbsucht und Schock, mit einer

raschen Verschlechterung innerhalb von Stunden oder wenigen Tagen. Da auch Todesfälle

beschrieben wurden, muss besondere Sorgfalt erfolgen (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).

Lokale Beschwerden am Verabreichungsort wie Venenreizungen und ein Teil der systemischen

Nebenwirkungen sollen auf der Bildung von Photoabbauprodukten beruhen.

Parästhesien im Gesicht und Flush-Symptomatik können kurz nach der Injektion auftreten.

Allergische Erscheinungen der Haut in Form von Erythemen, makulopapulösen Exanthemen oder

Urtikaria werden selten beobachtet.

Bei versehentlicher paravenöser Injektion muss mit lokalen Schmerzen und Nekrosen gerechnet

werden.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-

Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Bei Überdosierung muss mit schwerer Knochenmarktoxizität bis zur Knochenmarkaplasie gerechnet

werden, die bis zu 2 Wochen verzögert auftreten kann. Der Zeitpunkt bis zum Absinken der

Leukozyten und Thrombozyten auf den Tiefstwert kann 4 Wochen betragen. Daher muss – auch wenn

nur ein Verdacht auf eine Überdosierung besteht – eine längerfristige engmaschige hämatologische

Kontrolle erfolgen.

Da effektive Gegenmittel nicht verfügbar sind, ist bei jeder Applikation größte Vorsicht geboten, um

eine Überdosierung zu vermeiden.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Alkylantien, ATC-Code: L01AX04

Dacarbazin ist ein Zytostatikum. Die antineoplastische Wirkung beruht auf einer

zellzyklusphasenunspezifischen Hemmung des Zellwachstums und einer Hemmung der DNS-

Synthese. Ein alkylierender Effekt wurde ebenfalls nachgewiesen und weitere zytostatische

Wirkmechanismen können bei Dacarbazin zugrunde liegen.

Dacarbazin selbst wird als unwirksam angesehen, es wird jedoch durch mikrosomale

N-Demethylierung rasch abgebaut zu 5-Aminoimidazol-4-carboxamid und einem Methylkation, dem

die alkylierenden Effekte des Arzneimittels zugeschrieben werden.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Verteilung

Nach intravenöser Anwendung gelangt Dacarbazin schnell aus dem Intravasalraum in die Gewebe.

Die Plasma-Eiweißbindung beträgt 5 %. Die Kinetik von Dacarbazin im Plasma verläuft biphasisch.

Die initiale (Verteilungs-) Halbwertszeit beträgt nur ca. 20 Minuten, die terminale Halbwertszeit 0,5 –

3,5 Stunden.

Biotransformation

Dacarbazin ist inaktiv bis es in der Leber von Cytochrom P450 metabolisiert wird und die reaktiven,

N-demethylierten Spezies HNMTIC und MTIC gebildet werden. Dies wird durch CYP1A1, CYP1A2

und CYP2E1 katalysiert. MTIC wird weiter zu 5-Aminoimidazol-4-carboxamid (AIC) metabolisiert.

Elimination

Dacarbazin wird vorwiegend in der Leber durch Hydroxylierung und Demethylierung abgebaut; ca.

20 – 50 % des Arzneimittels wird unverändert über die Nieren durch tubuläre Sekretion

ausgeschieden.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Dacarbazin besitzt aufgrund seiner pharmakologischen Eigenschaften mutagene, karzinogene und

teratogene Wirkungen, die in experimentellen Testsystemen nachweisbar sind.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Wasserfreie Citronensäure und Mannitol.

6.2

Inkompatibilitäten

Chemische Inkompatibilitäten der Dacarbazin-Lösung mit Heparin, Hydrocortison, L-Cystein und

Natriumhydrogencarbonat sind zu beachten.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre.

Haltbarkeit der rekonstituierten Lösung von Detimedac 100 mg (200 mg):

Eine chemische und physikalische Stabilität der gebrauchsfertigen Lösung wurde für 24 Stunden bei

20 °C nachgewiesen.

Aus mikrobiologischer Sicht sollte die gebrauchsfertige Lösung sofort verwendet werden. Wenn die

gebrauchsfertige Lösung nicht sofort verwendet wird, ist der Anwender für die Dauer und die

Bedingungen der Aufbewahrung verantwortlich. Sofern die Herstellung der gebrauchsfertigen

Zubereitung nicht unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen erfolgt, ist diese nicht

länger als 24 Stunden bei 2 °C bis 8 °C aufzubewahren.

Haltbarkeit der rekonstituierten und weiter verdünnten Lösung von Detimedac 100 mg (200 mg):

Die rekonstituierte und weiter verdünnte Lösung muss sofort verwendet werden.

Haltbarkeit der rekonstituierten und weiter verdünnten Lösung von Detimedac 500 mg (1000 mg):

Die rekonstituierte und weiter verdünnte Lösung muss sofort verwendet werden.

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 25 °C lagern.

Die Durchstechflasche im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Rekonstituierte Lösungen sollten ebenfalls vor Licht geschützt werden.

Aufbewahrungsbedingungen nach Rekonstitution des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Detimedac 100 mg (200 mg) wird als steriles Pulver zur Herstellung einer Injektions-/Infusionslösung

in braunen Durchstechflaschen (Glastyp I, Ph. Eur.) zur Einmalentnahme angeboten. Die Flaschen

sind mit einem Butylgummistopfen verschlossen. Detimedac 100 mg (200 mg) ist in Kartons zu je

10 Durchstechflaschen verpackt.

Detimedac 500 mg (1000 mg) wird als steriles Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung in

braunen Durchstechflaschen (Glastyp I, Ph. Eur.) zur Einmalentnahme angeboten. Die Flaschen sind

mit einem Butylgummistopfen verschlossen. Detimedac 500 mg (1000 mg) ist in Kartons zu je

einer Durchstechflasche verpackt.

6.6

Hinweise für die Handhabung und Entsorgung

Empfehlungen zur Sicherheit bei der Anwendung

Bei Dacarbazin handelt es sich um einen antineoplastischen Wirkstoff und es muss daher

entsprechend den Standardverfahren für Zytostatika mit mutagenen, karzinogenen und teratogenen

Wirkungen gehandhabt werden. Vor der Zubereitung sollten die jeweiligen Richtlinien bezüglich des

Umgangs mit zytotoxischen Stoffen beachtet werden.

Dacarbazin sollte nur von geschultem Personal geöffnet werden. Wie bei allen zytotoxischen

Wirkstoffen sollten Vorkehrungen zum Schutz des Personals getroffen werden. Bei Bestehen einer

Schwangerschaft sollte der Umgang mit zytotoxischen Arzneimitteln generell vermieden werden. Die

Zubereitung der gebrauchsfertigen Lösung sollte in einem ausgewiesenen Bereich und über einem

abwaschbaren Tablett oder auf saugfähigem Papier mit Plastikrückseite vorgenommen werden.

Das Tragen eines geeigneten Augenschutzes, von Einmalhandschuhen, Gesichtsmaske und

Einmalschürze ist zu empfehlen. Um ein Auslaufen zu verhindern, sollten Spritzen und Infusionssets

vorsichtig zusammengesetzt werden (die Verwendung von Luer-Lock-Adaptern wird empfohlen).

Nach Beendigung der Arbeit sollten alle exponierten Oberflächen gründlich gereinigt, Hände und

Gesicht gewaschen werden.

Im Falle eines Verschüttens sollte der Anwender Handschuhe, Gesichtsmaske, Augenschutz und eine

Einmalschürze anlegen und das verschüttete Material mit saugfähigem Material, welches zu diesem

Zweck in dem Arbeitsbereich bereitliegt, aufwischen. Der Bereich sollte dann gereinigt und alle

kontaminierten Materialien in einen Beutel für zytotoxische Sonderabfälle überführt oder für die

Verbrennung verschlossen werden.

Zubereitung der Lösung zur intravenösen Applikation

Detimedac-Lösungen sind unmittelbar vor dem Gebrauch zuzubereiten.

Dacarbazin ist lichtempfindlich. Während der Anwendung sollte das Infusionsbehältnis und -set vor

Tageslicht geschützt werden, z. B. durch Verwendung eines lichtgeschützten PVC-Infusionssets.

Andere Infusionssets sollten z. B. mit UV-resistenter Aluminiumfolie umwickelt werden.

a) Zubereitung von Detimedac 100 mg

10 ml Wasser für Injektionszwecke wird unter aseptischen Bedingungen in die Durchstechflasche

eingebracht und geschüttelt, bis man eine Lösung erhält. Die frisch hergestellte Lösung mit 10 mg/ml

(Dichte der Lösung:

= 1,007 g/ml) wird als langsame Injektion verabreicht.

Bei der Zubereitung von Detimedac 100 mg zur i.v. Infusion wird die frisch hergestellte Lösung in

200 – 300 ml 0,9%iger Natriumchloridlösung oder 5%iger Glukoselösung weiter verdünnt. Diese

Lösung wird als Kurzinfusion über einen Zeitraum von 15 – 30 Minuten verabreicht.

b) Zubereitung von Detimedac 200 mg

20 ml Wasser für Injektionszwecke wird unter aseptischen Bedingungen in die Durchstechflasche

eingebracht und geschüttelt, bis man eine Lösung erhält. Die frisch hergestellte Lösung mit 10 mg/ml

Dacarbazin (Dichte der Lösung:

= 1,007 g/ml) wird als langsame Injektion verabreicht.

Bei der Zubereitung von Detimedac 200 mg zur i.v. Infusion wird die frisch hergestellte Lösung in

200 – 300 ml 0,9%iger Natriumchloridlösung oder 5%iger Glucoselösung weiter verdünnt. Diese

Lösung wird als Kurzinfusion über einen Zeitraum von 15 – 30 Minuten verabreicht.

c) Zubereitung von Detimedac 500 mg:

50 ml Wasser für Injektionszwecke wird unter aseptischen Bedingungen in die Durchstechflasche

eingebracht und geschüttelt, bis man eine Lösung erhält. Die erhaltene Lösung mit 10 mg/ml

Dacarbazin (Dichte der Lösung:

= 1,007 g/ml) muss in 200 – 300 ml 0,9%iger

Natriumchloridlösung oder 5%iger Glucoselösung weiter verdünnt werden. Die applikationsfertige

Infusionslösung enthält 1,4 – 2,0 mg/ml Dacarbazin und sollte über einen Zeitraum von 20 –

30 Minuten i.v. verabreicht werden.

d) Zubereitung von Detimedac 1000 mg:

50 ml Wasser für Injektionszwecke wird unter aseptischen Bedingungen in die Durchstechflasche

eingebracht und geschüttelt, bis man eine Lösung erhält. Die erhaltene Lösung mit 20 mg/ml

Dacarbazin (Dichte der Lösung:

= 1,015 g/ml) muss in 200 – 300 ml 0,9%iger

Natriumchloridlösung oder 5%iger Glucoselösung weiter verdünnt werden. Die applikationsfertige

Infusionslösung enthält 2,8 – 4,0 mg/ml Dacarbazin und sollte über einen Zeitraum von 20 –

30 Minuten i.v. verabreicht werden.

Detimedac 100 mg (200 mg, 500 mg, 1000 mg) ist für den einmaligen Gebrauch bestimmt.

Die verdünnte Injektionslösung sollte visuell geprüft und nur klare Lösungen, die praktisch frei von

Partikeln sind, verwendet werden. Die Lösung nicht verwenden, wenn Partikel vorhanden sind.

Jeder Teil des Inhalts, welcher nach Gebrauch zurückbleibt, sollte verworfen werden. Dies gilt auch

für Lösungen, deren Aussehen sich verändert hat.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen

zu beseitigen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

medac

Gesellschaft für klinische Spezialpräparate mbH

Theaterstr. 6

22880 Wedel

Deutschland

8.

ZULASSUNGSNUMMER

Detimedac 100 mg, Zul.-Nr.: 961.00.00

Detimedac 200 mg, Zul.-Nr.: 961.01.00

Detimedac 500 mg, Zul.-Nr.: 6621736.01.00

Detimedac 1000 mg, Zul.-Nr.: 6621736.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Detimedac 100 mg/200 mg: 24.04.1980 / 24.04.2005 / 24.04.2010

Detimedac 500 mg/1000 mg: 05.06.1997 / 24.04.2005 / 24.04.2010

10.

STAND DER INFORMATION

01.2017

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

Ähnliche Produkte

Suchen Sie nach Benachrichtigungen zu diesem Produkt

Teilen Sie diese Informationen