Dailiport 0,5 mg Hartkapseln, retardiert

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

14-06-2021

Fachinformation Fachinformation (SPC)

14-06-2021

Wirkstoff:
Tacrolimus 1 H<2>O
Verfügbar ab:
Hexal Aktiengesellschaft (3079284)
Darreichungsform:
Hartkapsel, retardiert
Zusammensetzung:
Tacrolimus 1 H<2>O (32463) 0,511 Milligramm
Verabreichungsweg:
zum Einnehmen
Berechtigungsstatus:
Verkehrsfähigkeit: Ja
Zulassungsnummer:
2202609.00.00
Berechtigungsdatum:
2020-05-14

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Gebrauchsinformation: Information für Patienten

Dailiport 0,5 mg Hartkapseln, retardiert

Dailiport 1 mg Hartkapseln, retardiert

Dailiport 2 mg Hartkapseln, retardiert

Dailiport 3 mg Hartkapseln, retardiert

Dailiport 5 mg Hartkapseln, retardiert

Tacrolimus

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen

Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für

Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Dailiport und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Dailiport beachten?

Wie ist Dailiport einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Dailiport aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1

Was ist Dailiport und wofür wird es angewendet?

Dailiport enthält den Wirkstoff Tacrolimus. Es handelt sich um ein Immunsuppressivum. Nach erfolgter

Organtransplantation (z. B. Leber- oder Nierentransplantation) versucht Ihr Immunsystem, das neue Organ abzustoßen.

Dailiport soll Ihr Immunsystem unter Kontrolle halten und Ihrem Körper die Annahme des transplantierten Organs

ermöglichen.

Vielleicht erhalten Sie Dailiport auch zur Behandlung einer Abstoßung Ihres Leber-, Nieren- oder Herztransplantats

oder eines anderen transplantierten Organs, da die Immunreaktion Ihres Körpers durch eine vorausgehende Behandlung

nicht beherrscht werden konnte.

Dailiport wird bei Erwachsenen eingesetzt.

2

Was sollten Sie vor der Einnahme von Dailiport beachten?

Dailiport darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch (überempfindlich) gegen Tacrolimus, Tartrazin (E 102), Gelborange S (E 110) und Allurarot

(E 129) oder einen der in Abschnitt 6 genannten sonstigen Bestandteile von Dailiport sind.

wenn Sie allergisch gegen Sirolimus oder irgendein anderes Makrolid-Antibiotikum sind (z. B. Erythromycin,

Clarithromycin, Josamycin).

wenn Sie allergisch gegen Erdnüsse oder Soja sind.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Sowohl Präparate, welche in einer Kapsel unmittelbar freisetzendes Tacrolimus enthalten, als auch Dailiport beinhalten

den Wirkstoff Tacrolimus. Während Dailiport einmal täglich eingenommen wird, werden Präparate, welche unmittelbar

freisetzendes Tacrolimus enthalten, zweimal täglich eingenommen. Das ist auf die retardierte Freisetzung (langsamere

Freisetzung über einen längeren Zeitraum) von Tacrolimus aus den Dailiport Kapseln zurückzuführen. Dailiport und

Präparate, welche unmittelbar freisetzendes Tacrolimus enthalten, sind nicht austauschbar.

Informieren Sie Ihren Arzt, falls einer der nachfolgend angeführten Punkte auf Sie zutrifft:

wenn Sie eines der unter „Einnahme von Dailiport zusammen mit anderen Arzneimitteln“ genannten Arzneimittel

nehmen

wenn Sie Leberprobleme haben oder gehabt haben

wenn Sie Durchfall für mehr als einen Tag haben

wenn Sie starke Bauchschmerzen mit oder ohne andere Symptome wie Schüttelfrost, Fieber, Übelkeit und

Erbrechen haben

wenn Sie Änderungen der elektrischen Aktivität Ihres Herzens, d. h. eine QT-Verlängerung, haben

Informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt, wenn bei Ihnen während der Behandlung Folgendes auftritt:

Probleme mit Ihrem Sehvermögen, wie z. B. verschwommenes Sehen, Veränderungen des Farbsehens,

Schwierigkeiten beim Erkennen von Einzelheiten oder Einschränkungen Ihres Gesichtsfeldes

Ihr Arzt kann es für erforderlich halten, die Dosis von Dailiport anzupassen.

Sie sollten in regelmäßigem Kontakt mit Ihrem Arzt bleiben. Von Zeit zu Zeit möchte Ihr Arzt vielleicht Blut-, Harn-,

Herz- oder Augenuntersuchungen durchführen, um die Dosis von Dailiport richtig einzustellen.

Sie sollten während der Einnahme von Dailiport die Einwirkung von Sonne und UV (ultraviolettes)-Licht beschränken,

da Immunsuppressiva das Risiko für Hautkrebs erhöhen könnten. Tragen Sie geeignete schützende Kleidung und

verwenden Sie Sonnenschutzmittel mit einem hohen Lichtschutzfaktor.

Kinder und Jugendliche

Der Gebrauch von Dailiport wird nicht für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren empfohlen.

Einnahme von Dailiport zusammen mit anderen Arzneimitteln

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen bzw. vor kurzem

eingenommen haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel oder pflanzliche Zubereitungen

handelt.

Es wird nicht empfohlen, Dailiport zusammen mit Ciclosporin (ein anderes Arzneimittel zur Verhinderung von

Transplantatabstoßungen) einzunehmen.

Die Konzentration von Dailiport im Blut kann durch andere Arzneimittel beeinflusst werden, und die Blutkonzentration

anderer Arzneimittel kann durch Dailiport verändert werden. Möglicherweise muss die Dosierung von Dailiport dann

unterbrochen, erhöht oder herabgesetzt werden. Insbesondere müssen Sie Ihren Arzt verständigen, wenn Sie folgende

Arzneimittel einnehmen bzw. vor kurzem eingenommen haben:

Antimykotika und Antibiotika, vor allem sogenannte Makrolid-Antibiotika, angewendet zur Behandlung von

Infektionen, z. B. Ketoconazol, Fluconazol, Itraconazol, Voriconazol, Clotrimazol und Isavuconazol, Erythromycin,

Clarithromycin, Josamycin und Rifampicin

Letermovir, angewendet zur Prophylaxe von Krankheiten, die durch CMV (humanes Cytomegalovirus) verursacht

werden

HIV-Protease-Hemmer (z. B. Ritonavir, Nelfinavir, Saquinavir), den Wirkungsverstärker Cobicistat und

Kombinationstabletten, die zur Behandlung von HIV-Infektionen angewendet werden

HCV-Protease-Inhibitoren (z. B. Telaprevir, Boceprevir und die Kombination Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir mit

oder ohne Dasabuvir), die zur Behandlung von Hepatitis-C-Infektionen angewendet werden

Nilotinib und Imatinib, die zur Behandlung von bestimmten Krebserkrankungen eingesetzt werden

Mycophenolsäure, angewendet zur Unterdrückung des Immunsystems, um eine Transplantatabstoßung zu

verhindern

Arzneimittel zur Behandlung von Magengeschwüren und Reflux von Magensäure (z. B. Omeprazol, Lansoprazol

oder Cimetidin)

Antiemetika, angewendet zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen (z. B. Metoclopramid)

Cisaprid oder das Antazidum Magnesium-Aluminium-Hydroxid, angewendet zur Behandlung von Sodbrennen

die Pille oder andere Hormonbehandlungen mit Ethinylestradiol, Hormonbehandlungen mit Danazol

Arzneimittel, die zur Behandlung von Bluthochdruck oder Herzbeschwerden angewendet werden (z. B. Nifedipin,

Nicardipin, Diltiazem und Verapamil)

Antiarrhythmika (Amiodaron) zur Kontrolle von Arrhythmien (Herzrhythmusstörungen)

Arzneimittel, sogenannte „Statine“, die zur Behandlung erhöhter Cholesterin- und Triglyceridspiegel angewendet

werden

Phenytoin oder Phenobarbital, angewendet zur Behandlung der Epilepsie

die Kortikosteroide Prednisolon und Methylprednisolon, die zur Gruppe der Kortikosteroide gehören und zur

Behandlung von Entzündungen oder zur Unterdrückung des Immunsystems angewendet werden (z. B.

Transplantatabstoßung)

Nefazodon, angewendet zur Behandlung von Depressionen

pflanzliche Zubereitungen, die Johanniskraut (

Hypericum perforatum

) oder Extrakte aus

Schisandra sphenanthera

enthalten

Metamizol, angewendet zur Behandlung von Schmerzen und Fieber.

Verständigen Sie bitte Ihren Arzt, falls Sie Ibuprofen (angewendet zur Behandlung von Fieber, Entzündungen und

Schmerzen), Amphotericin B (angewendet zur Behandlung bakterieller Infektionen) oder antivirale Substanzen

(angewendet zur Behandlung viraler Infektionen, z. B. Aciclovir) einnehmen oder einnehmen müssen. Diese können bei

gleichzeitiger Einnahme mit Dailiport zu einer Verschlechterung von Nierenerkrankungen oder Erkrankungen des

Nervensystems beitragen.

Ihr Arzt muss auch wissen, ob Sie während einer Behandlung mit Dailiport kaliumhaltige Nahrungsergänzungsmittel

oder bestimmte Diuretika, die zur Behandlung von Herzinsuffizienz, Bluthochdruck und Nierenerkrankungen (z. B.

Amilorid, Triamteren oder Spironolacton) eingesetzt werden, nichtsteroidale entzündungshemmende Arzneimittel

(NSARs, wie Ibuprofen), die gegen Fieber, Entzündung und Schmerzen eingesetzt werden, Antikoagulanzien

(Blutverdünnungsmittel) oder orale Arzneimittel zur Behandlung von Diabetes mellitus einnehmen.

Informieren Sie bitte Ihren Arzt vor einer eventuell erforderlichen Impfung.

Einnahme von Dailiport zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken

Vermeiden Sie Grapefruit (auch als Saft), während Sie Dailiport einnehmen, da es den Dailiport-Blutspiegel

beeinflussen kann.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie denken, dass Sie schwanger sind oder eine Schwangerschaft planen, fragen Sie vor der Einnahme von

Dailiport Ihren Arzt um Rat.

Dailiport geht in die Muttermilch über. Deshalb sollten Sie während der Einnahme von Dailiport nicht stillen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Sie dürfen sich nicht an das Steuer eines Fahrzeugs setzen oder Werkzeuge oder Maschinen bedienen, wenn Sie sich

nach Einnahme von Dailiport schwindelig oder schläfrig fühlen oder verschwommen sehen. Diese Wirkungen sind bei

Konsum von Alkohol häufiger zu beobachten.

Dailiport 0,5 mg und Dailiport 2 mg enthalten Lactose, natriumhaltige Azofarbstoffe und

Phospholipide aus Sojabohnen

Wenn Ihnen Ihr Arzt mitgeteilt hat, dass Sie eine Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern haben, wenden Sie

sich vor der Einnahme dieser Arzneimittel an Ihren Arzt oder Ihre Ärztin.

Diese Arzneimittel enthalten die Azofarbstoffe Gelborange S (E 110), Allurarot (E 129) und Tartrazin (E 102), die

allergische Reaktionen hervorrufen können.

Diese Arzneimittel enthalten weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Hartkapsel, d. h. sie sind nahezu "natriumfrei".

Die Drucktinte, die zur Kennzeichnung der Dailiport Hartkapseln verwendet wird, enthält Phospholipide aus

Sojabohnen. Wenn Sie allergisch gegen Erdnuss oder Soja sind, nehmen Sie diese Arzneimittel nicht ein.

Dailiport 1 mg, Dailiport 3 mg und Dailiport 5 mg enthalten Lactose, natriumhaltige Azofarbstoffe

und Phospholipide aus Sojabohnen

Wenn Ihnen Ihr Arzt mitgeteilt hat, dass Sie eine Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern haben, wenden Sie

sich vor der Einnahme dieser Arzneimittel an Ihren Arzt oder Ihre Ärztin.

Diese Arzneimittel enthalten die Azofarbstoffe Gelborange S (E 110) und Allurarot (E 129), die allergische Reaktionen

hervorrufen können.

Diese Arzneimittel enthalten weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Hartkapsel, d. h. sie sind nahezu "natriumfrei".

Die Drucktinte, die zur Kennzeichnung der Dailiport Hartkapseln verwendet wird, enthält Phospholipide aus

Sojabohnen. Wenn Sie allergisch gegen Erdnuss oder Soja sind, nehmen Sie diese Arzneimittel nicht ein.

3

Wie ist Dailiport einzunehmen?

Nehmen Sie Dailiport immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker

nach, wenn Sie sich nicht sicher sind. Dieses Arzneimittel sollte Ihnen nur von einem Arzt verordnet werden, der

Erfahrungen in der Behandlung von transplantierten Patienten hat.

Stellen Sie sicher, dass Sie immer dasselbe Tacrolimus Arzneimittel erhalten, wenn Sie Ihr Rezept einlösen, es sei denn,

Ihr Facharzt hat ausdrücklich einem Wechsel zu einem anderen Tacrolimus Arzneimittel zugestimmt. Dieses

Arzneimittel soll einmal am Tag eingenommen werden. Wenn Sie ein Arzneimittel erhalten, dessen Aussehen vom

gewohnten abweicht oder dessen Dosierungsanweisungen verändert sind, sprechen Sie bitte so schnell wie möglich mit

Ihrem behandelnden Arzt oder Apotheker, damit gewährleistet ist, dass Sie das richtige Arzneimittel bekommen haben.

Die Anfangsdosis zur Verhinderung einer Abstoßung Ihres Transplantats wird von Ihrem Arzt unter Berücksichtigung

Ihres Körpergewichts berechnet. Die Anfangsdosen unmittelbar nach der Transplantation liegen, je nach dem

transplantierten Organ, gewöhnlich im Bereich von 0,10-0,30 mg/kg Körpergewicht/Tag. Bei der Behandlung einer

Abstoßung kann dieselbe Dosis benutzt werden.

Die Dosis von Dailiport hängt von Ihrem Allgemeinzustand und von der Art der gleichzeitig gegebenen anderen

Immunsuppressiva ab.

Nach Beginn Ihrer Behandlung mit Dailiport wird Ihr Arzt häufig Blutkontrollen durchführen, um die korrekte Dosis

von Dailiport festlegen zu können. Damit Ihr Arzt die korrekte Dosis ermitteln und von Zeit zu Zeit einstellen kann,

muss er anschließend regelmäßig Blutkontrollen durchführen. Sobald sich Ihr Zustand stabilisiert hat, wird Ihr Arzt

gewöhnlich die Dosis von Dailiport herabsetzen. Ihr Arzt wird Ihnen genau sagen, wie viele Kapseln Sie einnehmen

müssen.

Sie müssen Dailiport jeden Tag einnehmen, so lange wie Sie zur Verhinderung einer Abstoßung Ihres Organes eine

Immunsuppression benötigen. Bleiben Sie dabei bitte regelmäßig mit Ihrem behandelnden Arzt in Verbindung.

Dailiport wird einmal täglich am Morgen eingenommen. Nehmen Sie Dailiport auf nüchternen Magen oder 2 bis

3 Stunden nach der Mahlzeit ein. Warten Sie mindestens eine Stunde bis zur nächsten Mahlzeit. Nehmen Sie die

Kapseln unmittelbar nach der Entnahme aus der Blisterpackung ein. Die Kapseln sind

unzerkaut

mit einem Glas

Wasser zu schlucken. Das in dem Folienbeutel enthaltene Trockenmittel darf nicht geschluckt werden.

Wenn Sie eine größere Menge von Dailiport eingenommen haben, als Sie sollten

Wenn Sie versehentlich eine größere Menge Dailiport eingenommen haben, kontaktieren Sie sofort Ihren Arzt oder die

Notfallabteilung des nächstgelegenen Krankenhauses.

Wenn Sie die Einnahme von Dailiport vergessen haben

Wenn Sie vergessen haben, die Dailiport Kapseln am Morgen einzunehmen, holen Sie dies bitte am gleichen Tag zum

frühestmöglichen Zeitpunkt nach. Nehmen Sie am nächsten Morgen nicht die doppelte Menge ein.

Wenn Sie die Einnahme von Dailiport abbrechen

Bei Beendigung der Behandlung mit Dailiport kann sich das Risiko einer Abstoßung Ihres Transplantats erhöhen. Die

Behandlung darf nur auf Anweisung Ihres Arztes abgebrochen werden.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

4

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann Dailiport Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Dailiport verringert Ihre körpereigenen Abwehrmechanismen (Immunsystem), wodurch Infektionen nicht mehr so gut

wie sonst bekämpft werden können. Daher können Sie, wenn Sie Dailiport einnehmen, anfälliger für Infektionen sein.

Schwerwiegende Nebenwirkungen, einschließlich allergischer und anaphylaktischer Reaktionen, können auftreten.

Über gutartige und bösartige Tumoren wurde nach Behandlung mit Tacrolimus berichtet.

Es wurden Fälle von Pure Red Cell Aplasia (eine sehr schwere Reduktion der Anzahl roter Blutzellen), Agranulozytose

(eine schwere Reduktion der Anzahl weißer Blutzellen) und hämolytischer Anämie (erniedrigte Anzahl an roten

Blutzellen aufgrund anormalen Abbaus) und febrile Neutropenie (erniedrigte Anzahl bestimmter weißer Blutzellen, die

Infektionen bekämpfen, begleitet von Fieber) wurden berichtet. Es ist nicht genau bekannt, wie oft diese

Nebenwirkungen auftreten.

Sehr häufige Nebenwirkungen

(kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen)

erhöhte Blutzuckerspiegel, Diabetes mellitus, erhöhte Kaliumkonzentrationen im Blut

Schlafstörungen

Zittern, Kopfschmerzen

erhöhter Blutdruck

auffällige Leberfunktionstests

Durchfall, Übelkeit

Nierenbeschwerden

Häufige Nebenwirkungen

(kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

geringere Anzahl von Blutkörperchen (Blutplättchen, rote und weiße Blutkörperchen), erhöhte Anzahl weißer

Blutkörperchen, Veränderungen der Anzahl roter Blutkörperchen (in Blutuntersuchungen)

verringerte Konzentrationen von Magnesium, Phosphat, Kalium, Calcium oder Natrium im Blut,

Flüssigkeitsüberbelastung, erhöhte Harnsäure- oder Fettspiegel im Blut, verringerter Appetit, erhöhte Säurewerte

des Blutes, andere Veränderungen der Blutsalze (in Blutuntersuchungen)

Angsterscheinungen, Verwirrtheit und Desorientiertheit, Depression, Stimmungsschwankungen, Albträume,

Halluzinationen, Geisteskrankheiten

Krampfanfälle, Bewusstseinsstörungen, Prickeln und Taubheitsgefühl (manchmal schmerzhaft) in Händen und

Füßen, Schwindelgefühl, Schreibstörungen, Störungen des Nervensystems

verschwommenes Sehen, verstärkte Lichtempfindlichkeit, Augenerkrankungen

Ohrensausen

verringerte Durchblutung der Herzgefäße, beschleunigte Herztätigkeit

Blutungen, teilweiser oder vollständiger Verschluss von Blutgefäßen, niedriger Blutdruck

Kurzatmigkeit, Veränderungen des Lungengewebes, Flüssigkeitsansammlung um die Lunge, Rachenentzündungen,

Husten, grippeartige Symptome

Magenprobleme wie Entzündung oder Geschwüre in Verbindung mit Bauchschmerzen oder Durchfall,

Magenblutung, Entzündung oder Geschwür im Mund, Flüssigkeitsansammlung im Bauch, Erbrechen,

Bauchschmerz, Verdauungsstörungen, Verstopfung, Darmgase, Blähungen, lockere Stühle

Erkrankungen der Gallenwege, Gelbfärbung der Haut infolge von Lebererkrankungen, Schädigung des

Lebergewebes und Leberentzündungen

Juckreiz, Ausschlag, Haarausfall, Akne, starkes Schwitzen

Gelenkschmerzen, Schmerzen in den Gliedmaßen, im Rücken und in den Füßen, Muskelkrämpfe

beeinträchtigte Nierenfunktion, verringerte Harnbildung, eingeschränktes oder schmerzhaftes Harnlassen

allgemeine Schwäche, Fieber, Flüssigkeitsansammlung in Ihrem Körper, Schmerzen und Beschwerden, erhöhte

Konzentrationen des Enzyms alkalische Phosphatase in Ihrem Blut, Gewichtszunahme, gestörtes

Temperaturempfinden

unzureichende Funktion Ihres transplantierten Organs

Gelegentliche Nebenwirkungen

(kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

Veränderungen der Blutgerinnung, Verringerung der Anzahl aller Blutkörperchen (in Blutuntersuchungen)

Dehydrierung, Unfähigkeit zur Harnausscheidung

auffällige Ergebnisse in Blutuntersuchungen: verringerte Eiweiß- oder Zuckerwerte, erhöhte Phosphatspiegel,

Erhöhung der Konzentration des Enzyms Lactatdehydrogenase

Koma, Hirnblutungen, Schlaganfall, Lähmung, Erkrankung des Gehirns, Sprech- und Sprachstörungen,

Gedächtnisausfall

Linsentrübung, vermindertes Hörvermögen

unregelmäßiger Herzschlag, Herzstillstand, verminderte Herzleistung, Herzmuskelerkrankungen,

Herzmuskelvergrößerung, starkes Herzklopfen, anormales EKG, anormale Herz- und Pulsfrequenz

Blutgerinnsel in einer Arm- oder Beinvene, Schock

Atembeschwerden, Erkrankungen der Atemwege, Asthma

Darmverschluss, erhöhte Blutkonzentrationen des Enzyms Amylase, Rückfluss des Mageninhalts in den Rachen,

verlangsamte Magenentleerung

Hautentzündungen, brennendes Gefühl unter Sonneneinwirkung

Gelenkerkrankungen

Menstruationsschmerz und anormale Regelblutungen

Multiorganversagen, grippeartige Erkrankung, erhöhte Empfindlichkeit gegen Wärme und Kälte, Druckgefühl auf

Ihrer Brust, Zittern oder Krankheitsgefühl, Gewichtsverlust

Seltene Nebenwirkungen

(kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen)

kleine Einblutungen in die Haut durch Blutgerinnsel

starke Muskelsteifigkeit

Blindheit, Taubheit

Flüssigkeitsansammlung um das Herz

akute Atemnot

Zystenbildung in Ihrer Bauchspeicheldrüse

Durchblutungsstörungen in der Leber

schwere Erkrankung mit Blasenbildung auf der Haut, im Mund, an den Augen und Geschlechtsorganen, verstärkter

Haarwuchs

Durst, Stürze, beklemmendes Gefühl im Brustbereich, verringerte Beweglichkeit, Geschwüre

Sehr seltene Nebenwirkungen

(kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen)

Muskelschwäche

auffällige Herz-Ultraschall-Befunde

Leberversagen

schmerzhaftes Harnlassen mit Blut im Urin

Zunahme des Fettgewebes

Nicht bekannt

(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Störungen des Sehnervs (Neuropathie des Nervus opticus)

Sonstige Bestandteile:

Tartrazin (E 102) kann Überempfindlichkeitsreaktionen hervorrufen.

Gelborange S (E 110) und Allurarot (E 129) können allergische Reaktionen hervorrufen.

Phospholipide aus Sojabohnen kann sehr selten allergische Reaktionen hervorrufen.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für

Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit

dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5

Wie ist Dailiport aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Blisterpackungsumkarton und dem -beutel nach „verwendbar bis“

oder „verw. bis“ angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden. Das Verfallsdatum bezieht sich auf den letzten Tag

des angegebenen Monats. Nach Anbruch des Aluminiumbeutels sind alle Kapseln innerhalb von einem Jahr und vor

Ablauf des Verfallsdatums aufzubrauchen.

In der Originalverpackung (Aluminiumbeutel) aufbewahren, um den Inhalt vor Licht und Feuchtigkeit zu schützen.

Entsorgen Sie Arzneimittel niemals über das Abwasser (z.B. nicht über die Toilette oder das Waschbecken). Fragen Sie

in Ihrer Apotheke, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum

Schutz der Umwelt bei. Weitere Informationen finden Sie unter www.bfarm.de/arzneimittelentsorgung.

6

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Dailiport enthält

Der Wirkstoff ist Tacrolimus.

Jede Kapsel enthält 0,5 mg, 1 mg, 2 mg, 3 mg oder 5 mg Tacrolimus (als Monohydrat).

Die sonstigen Bestandteile sind:

Kapselinhalt:

Ethylcellulose, Hypromellose, Lactose-Monohydrat, Magnesiumstearat (Ph.Eur.) [pflanzlich]

Kapselhülle:

Dailiport 0,5 mg / 2 mg

Brillantblau FCF (E 133), Allurarot (E 129), Titandioxid (E 171), Gelborange S (E 110), Gelatine, Tartrazin

(E 102).

Dailiport 1 mg / 3 mg

Brillantblau FCF (E 133), Allurarot (E 129), Titandioxid (E 171), Gelborange S (E 110), Gelatine.

Dailiport 5 mg

Brillantblau FCF (E 133), Allurarot (E 129), Titandioxid (E 171), Gelborange S (E 110), Gelatine, Erythrosin

(E 127).

Drucktinte:

Schellack, verestert, Allurarot-Aluminium-Komplex (E 129), Brillantblau-FCF-Aluminiumsalz (E 133),

Gelborange-S-Aluminiumsalz (E 110), Propylenglycol (E 1520), Phospholipide aus Sojabohnen, Simeticon

Dailiport 1 mg / 3 mg / 5 mg

Siehe Abschnitt 2 „Dailiport 1 mg, Dailiport 3 mg und Dailiport 5 mg enthalten Lactose, natriumhaltige

Azofarbstoffe und Phospholipide aus Sojabohnen.“

Dailiport 0,5 mg / 2 mg

Siehe Abschnitt 2 „Dailiport 0,5 mg und 2 mg enthalten Lactose, natriumhaltige Azofarbstoffe und Phospholipide

aus Sojabohnen.“

Wie Dailiport aussieht und Inhalt der Packung

Dailiport 0,5 mg Hartkapseln, retardiert

Gelatinekapseln der Größe 5, gefüllt mit weißem bis gelblichem Pulver oder verdichtetem Pulver, in einer hellbraunen

Kapsel mit hellgelber Kappe, bedruckt mit „0,5 mg “ in schwarz (Länge: 10,7-11,5 mm).

Dailiport 1 mg Hartkapseln, retardiert

Gelatinekapseln der Größe 4, gefüllt mit weißem bis gelblichem Pulver oder verdichtetem Pulver, in einer hellbraunen

Kapsel mit weißer Kappe, bedruckt mit „1 mg“ in schwarz (Länge: 14,0-14,6 mm).

Dailiport 2 mg Hartkapseln, retardiert

Gelatinekapseln der Größe 3, gefüllt mit weißem bis gelblichem Pulver oder verdichtetem Pulver, in einer hellbraunen

Kapsel mit dunkelgrüner Kappe, bedruckt mit „2 mg“ in schwarz (Länge: 15,6-16,2 mm).

Dailiport 3 mg Hartkapseln, retardiert

Gelatinekapseln der Größe 2, gefüllt mit weißem bis gelblichem Pulver oder verdichtetem Pulver, in einer hellbraunen

Kapsel mit hellorangefarbener Kappe, bedruckt mit „3 mg“ in schwarz (Länge: 17,7-18,3 mm).

Dailiport 5 mg Hartkapseln, retardiert

Gelatinekapseln der Größe 0, gefüllt mit weißem bis gelblichem Pulver oder verdichtetem Pulver, in einer hellbraunen

Kapsel mit pinkfarbener Kappe, bedruckt mit „5 mg“ in schwarz (Länge: 21,4-22,0 mm).

PVC/PVDC-Aluminium-Blisterpackungen in versiegelten Aluminiumbeuteln mit Trockenmittel. Das Trockenmittel

sollte nicht geschluckt werden.

Packungsgrößen: 30, 50, 60 (2x30)

und 100 (2x50)

Hartkapseln in Blisterpackungen und 30x1, 50x1, 60x1 (2x30) und

100x1 (2x50) Hartkapseln in perforierten Blisterpackungen zur Abgabe von Einzeldosen.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer

Hexal AG

Industriestraße 25

83607 Holzkirchen

Telefon: (08024) 908-0

Telefax: (08024) 908-1290

E-Mail: service@hexal.com

Hersteller

Lek Pharmaceuticals d.d.

Verovskova ulica 57

1526 Ljubljana

Slowenien

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) unter den

folgenden Bezeichnungen zugelassen

Niederlande:

Dailiport 0,5 mg, 1 mg, 2 mg, 3 mg, 5 mg, harde capsules met verlengde afgifte

Österreich:

Dailiport 0,5 mg, 1 mg, 2 mg, 3 mg, 5 mg - Hartkapseln, retardiert

Belgien:

Dailiport 0,5 mg, 1 mg, 2 mg, 3 mg, 5 mg harde capsules met verlengde afgifte

Tschechische Republik, Dänemark, Estland, Island, Polen, Portugal, Schweden:

Dailiport

Deutschland:

Dailiport 0,5 mg, 1 mg, 2 mg, 3 mg, 5 mg Hartkapseln, retardiert

Finnland:

Dailiport 0,5 mg, 1 mg, 2 mg, 3 mg, 5 mg depotkapseli, kova

Irland:

Dailiport 0.5 mg, 1 mg, 2 mg, 3 mg, 5 mg prolonged-release capsules, hard

Litauen:

Dailiport 0,5 mg, 1 mg, 2 mg, 3 mg, 5 mg pailginto atpalaidavimo kietosios kapsulės

Lettland:

Dailiport 0,5 mg, 1 mg, 2 mg, 3 mg, 5 mg ilgstošās darbības cietās kapsulas

Norwegen:

Dailiport 0,5 mg, 1 mg, 2 mg, 3 mg, 5 mg depotkapsler, harde

Rumänien:

Dailiport 0,5 mg, 1 mg, 2 mg, 3 mg, 5 mg capsule cu eliberare prelungită

Slowenien:

Dailiport 0,5 mg, 1 mg, 2 mg, 3 mg, 5 mg trde kapsule s podaljšanim sproščanjem

Slowakei:

Dailiport 0,5 mg, 1 mg, 3 mg, 5 mg

Vereinigtes Königreich: Dailiport 0,5 mg, 1 mg, 2 mg, 3 mg, 5 mg prolonged-release hard capsules

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Februar 2021.

FACHINFORMATION

1.

BEZEICHNUNG DER ARZNEIMITTEL

Dailiport 0,5 mg Hartkapseln, retardiert

Dailiport 1 mg Hartkapseln, retardiert

Dailiport 2 mg Hartkapseln, retardiert

Dailiport 3 mg Hartkapseln, retardiert

Dailiport 5 mg Hartkapseln, retardiert

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Dailiport 0,5 mg Hartkapseln, retardiert

Jede retardierte Hartkapsel enthält 0,5 mg Tacrolimus (als Monohydrat).

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung

Jede retardierte Hartkapsel enthält 51 mg Lactose (als Monohydrat).

Jede retardierte Hartkapsel enthält 5,4 µg Gelborange S (E 110).

Jede retardierte Hartkapsel enthält 0,4 µg Allurarot (E 129).

Jede retardierte Hartkapsel enthält 3,4 µg Tartrazin (E 102).

Dailiport 1 mg Hartkapseln, retardiert

Jede retardierte Hartkapsel enthält 1 mg Tacrolimus (als Monohydrat).

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung

Jede retardierte Hartkapsel enthält 102 mg Lactose (als Monohydrat).

Jede retardierte Hartkapsel enthält 7,4 µg Gelborange S (E 110).

Jede retardierte Hartkapsel enthält 0,6 µg Allurarot (E 129).

Dailiport 2 mg Hartkapseln, retardiert

Jede retardierte Hartkapsel enthält 2 mg Tacrolimus (als Monohydrat).

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung

Jede retardierte Hartkapsel enthält 204 mg Lactose (als Monohydrat).

Jede retardierte Hartkapsel enthält 9,3 µg Gelborange S (E 110).

Jede retardierte Hartkapsel enthält 0,8 µg Allurarot (E 129).

Jede retardierte Hartkapsel enthält 17,4 µg Tartrazin (E 102).

Dailiport 3 mg Hartkapseln, retardiert

Jede retardierte Hartkapsel enthält 3 mg Tacrolimus (als Monohydrat).

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung

Jede retardierte Hartkapsel enthält 306 mg Lactose (als Monohydrat).

Jede retardierte Hartkapsel enthält 51,9 µg Gelborange S (E 110).

Jede retardierte Hartkapsel enthält 1,0 µg Allurarot (E 129).

Dailiport 5 mg Hartkapseln, retardiert

Jede retardierte Hartkapsel enthält 5 mg Tacrolimus (als Monohydrat).

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung

Jede retardierte Hartkapsel enthält 510 mg Lactose (als Monohydrat).

Jede retardierte Hartkapsel enthält 18,6 µg Gelborange S (E 110).

Jede retardierte Hartkapsel enthält 1,5 µg Allurarot (E 129).

Die Drucktinte, die zur Markierung der Kapsel eingesetzt wird, enthält Spuren von:

Allurarot-Aluminium-Komplex (E 129) (14 % der Gesamtzusammensetzung der Drucktinte)

Gelborange-S-Aluminiumsalz (E 110) (3 % der Gesamtzusammensetzung der Drucktinte)

Phospholipide aus Sojabohnen (0,99 % der Gesamtzusammensetzung der Drucktinte).

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Hartkapsel, retardiert

Dailiport 0,5 mg Hartkapseln, retardiert

Gelatinekapsel Größe 5, gefüllt mit weißem bis gelbem Pulver oder verdichtetem Pulver, in einer hellbraunen Kapsel

mit hellgelber Kappe, bedruckt mit „0,5 mg“ in schwarz (Länge: 10,7-11,5 mm).

Dailiport 1 mg Hartkapseln, retardiert

Gelatinekapsel Größe 4, gefüllt mit weißem bis gelbem Pulver oder verdichtetem Pulver, in einer hellbraunen Kapsel

mit weißer Kappe, bedruckt mit „1 mg“ in schwarz (Länge: 14,0-14,6 mm).

Dailiport 2 mg Hartkapseln, retardiert

Gelatinekapsel Größe 3, gefüllt mit weißem bis gelbem Pulver oder verdichtetem Pulver, in einer hellbraunen Kapsel

mit dunkelgrüner Kappe, bedruckt mit „2 mg“ in schwarz (Länge: 15,6-16,2 mm).

Dailiport 3 mg Hartkapseln, retardiert

Gelatinekapsel Größe 2, gefüllt mit weißem bis gelbem Pulver oder verdichtetem Pulver, in einer hellbraunen Kapsel

mit hellorangefarbener Kappe, bedruckt mit „3 mg“ in schwarz (Länge: 17,7-18,3 mm).

Dailiport 5 mg Hartkapseln, retardiert

Gelatinekapsel Größe 0, gefüllt mit weißem bis gelbem Pulver oder verdichtetem Pulver, in einer hellbraunen Kapsel

mit pinkfarbener Kappe, bedruckt mit „5 mg“ in schwarz (Länge: 21,4-22,0 mm).

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Prophylaxe der Transplantatabstoßung bei erwachsenen Nieren- oder Lebertransplantatempfängern.

Behandlung der Transplantatabstoßung, die sich gegenüber anderen Immunsuppressiva als therapieresistent erweist, bei

erwachsenen Patienten.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dailiport ist eine orale Formulierung von Tacrolimus zur einmal täglichen Einnahme. Die Behandlung mit Dailiport

erfordert eine sorgfältige Überwachung des Patienten durch entsprechend qualifiziertes und ausgerüstetes Personal. Nur

Ärzte, die mit der immunsuppressiven Therapie und der Behandlung von Transplantationspatienten vertraut sind,

sollten dieses Arzneimittel verordnen oder Änderungen in der immunsuppressiven Therapie vornehmen.

Verschiedene orale Formulierungen von Tacrolimus sollten nicht ohne klinische Überwachung untereinander

substituiert werden. Eine unachtsame, versehentliche oder unbeaufsichtigte Umstellung zwischen verschiedenen oralen

Tacrolimus-Formulierungen mit unterschiedlichen Freisetzungscharakteristika ist gefährlich. Aufgrund klinisch

relevanter Unterschiede der systemischen Exposition von Tacrolimus kann dies zu Transplantatabstoßungen oder zu

einer erhöhten Inzidenz von Nebenwirkungen, einschließlich Unter- oder Überimmunsuppression, führen. Patienten

sollten stets dieselbe Tacrolimus-Formulierung und die entsprechende tägliche Dosierung beibehalten; Umstellungen

der Formulierung oder des Regimes sollten nur unter der engmaschigen Kontrolle eines in der Transplantation

erfahrenen Mediziners vorgenommen werden (siehe Abschnitte 4.4 und 4.8). Nach einer Umstellung auf eine

alternative Formulierung, müssen eine therapeutische Arzneimittelüberwachung und entsprechende Dosisanpassungen

durchgeführt werden, um sicherzustellen, dass die systemische Exposition von Tacrolimus erhalten bleibt.

Dosierung

Die im Folgenden empfohlenen Initialdosen sind nur als Richtlinien gedacht. Dailiport wird normalerweise in der ersten

postoperativen Phase in Kombination mit anderen Immunsuppressiva gegeben. Die Dosis richtet sich dabei nach dem

gewählten immunsuppressiven Regime. Die Dosierung von Dailiport sollte in erster Linie auf der klinischen

Beurteilung von Abstoßung und Verträglichkeit im Einzelfall und auf Blutspiegelbestimmungen beruhen (siehe unten

unter „Therapeutische Arzneimittelüberwachung“). Wenn klinische Zeichen einer Transplantatabstoßung auftreten, ist

eine Veränderung der immunsuppressiven Therapie in Betracht zu ziehen.

de novo

nieren- und lebertransplantierten Patienten war unter retardiertem Tacrolimus die AUC

0-24

von Tacrolimus

an Tag 1 jeweils um 30 % bzw. 50 % niedriger im Vergleich zu Tacrolimus mit schneller Freisetzung bei äquivalenten

Dosen. An Tag 4 war die systemische Exposition, gemessen als Talspiegel, mit beiden Formulierungen sowohl bei

nieren- als auch bei lebertransplantierten Patienten vergleichbar. Sorgfältige und wiederholte Kontrollen der

Tacrolimus-Talspiegel sind während der ersten zwei Wochen nach Transplantation unter Dailiport empfohlen, um eine

angemessene Wirkstoff-Exposition in der unmittelbaren Nachtransplantationsphase sicherzustellen. Da Tacrolimus eine

Substanz mit niedriger Clearance ist, kann eine Anpassung des Dailiport-Dosisschemas mehrere Tage dauern, bis das

Steady State erreicht ist.

Zur Unterdrückung der Transplantatabstoßung muss die Immunsuppression aufrechterhalten werden.

Konsequenterweise kann daher eine maximale Dauer der oralen Therapie nicht angegeben werden.

Prophylaxe der Nierentransplantatabstoßung

Die Dailiport-Therapie sollte mit 0,20-0,30 mg/kg/Tag als einmal tägliche Gabe am Morgen beginnen. Die Gabe sollte

in den ersten 24 Stunden nach Abschluss der Operation beginnen.

Die Dosis von Dailiport wird nach der Transplantation normalerweise reduziert. In manchen Fällen können gleichzeitig

gegebene immunsuppressive Arzneimittel abgesetzt werden, so dass der Patient Dailiport als Monotherapie erhält.

Weitere Dosisanpassungen können später erforderlich sein, da sich die Pharmakokinetik von Tacrolimus im Verlauf der

Stabilisierung des Patienten nach der Transplantation verändern kann.

Prophylaxe der Lebertransplantatabstoßung

Die Dailiport-Therapie sollte mit 0,10-0,20 mg/kg/Tag als einmal tägliche Gabe am Morgen beginnen. Die Gabe sollte

ca. 12-18 Stunden nach Abschluss der Operation beginnen.

Die Dosis von Dailiport wird nach der Transplantation normalerweise reduziert. In manchen Fällen können gleichzeitig

gegebene immunsuppressive Arzneimittel abgesetzt werden, so dass der Patient Dailiport als Monotherapie erhält.

Weitere Dosisanpassungen können später erforderlich sein, da sich die Pharmakokinetik von Tacrolimus im Verlauf der

Stabilisierung des Patienten nach der Transplantation verändern kann.

Umstellung von mit schnellfreisetzendem Tacrolimus-behandelten Patienten auf Dailiport

Muss ein Transplantatempfänger, der schnellfreisetzendes Tacrolimus zweimal täglich erhält, auf eine einmal tägliche

Einnahme von Dailiport umgestellt werden, so hat diese Umstellung im Verhältnis 1:1 (mg:mg), bezogen auf die

gesamte Tagesdosis, zu erfolgen. Dailiport sollte am Morgen eingenommen werden.

Bei stabilen Patienten, die von schnellfreisetzendem Tacrolimus (zweimal täglich) auf retardiertes Tacrolimus (einmal

täglich) im Verhältnis 1:1 (mg:mg), bezogen auf die gesamte Tagesdosis, umgestellt wurden, war die systemische

Exposition von Tacrolimus (AUC

0-24

) unter retardiertem Tacrolimus annähernd 10 % niedriger als unter

schnellfreisetzendem Tacrolimus. Die Korrelation zwischen Tacrolimus-Talspiegeln (C

-Wert) und systemischer

Exposition (AUC

0-24

) ist für retardiertes und schnellfreisetzendes Tacrolimus vergleichbar. Nach Umstellung von

schnellfreisetzendem Tacrolimus auf Dailiport sollten die Tacrolimus-Talspiegel vor der Umstellung und über zwei

Wochen nach Umstellung kontrolliert werden. Nach Umstellung sollten die Tacrolimus-Talspiegel überwacht werden

und wenn nötig Dosisanpassungen durchgeführt werden, um eine gleiche systemische Exposition zu erhalten.

Dosisanpassungen sollten vorgenommen werden, um sicherzustellen, dass eine vergleichbare systemische Exposition

aufrechterhalten wird.

Umstellung von Ciclosporin auf Tacrolimus

Bei der Umstellung von Ciclosporin auf Tacrolimus ist Vorsicht geboten (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5). Die

kombinierte Gabe von Ciclosporin und Tacrolimus wird nicht empfohlen. Mit der Dailiport-Therapie sollte begonnen

werden, nachdem die Ciclosporin-Blutkonzentrationen und der klinische Zustand des Patienten berücksichtigt wurden.

Die Gabe sollte in Gegenwart von erhöhten Ciclosporin- Blutkonzentrationen verzögert werden. In der Praxis wurde die

Tacrolimus-basierte Therapie 12-24 Stunden nach dem Absetzen von Ciclosporin begonnen. Da die Ciclosporin-

Clearance beeinträchtigt sein kann, sind die Ciclosporin-Blutspiegel auch nach der Umstellung auf Dailiport zu

überwachen.

Behandlung der Transplantatabstoßung

Zur Behandlung von Abstoßungsreaktionen wurden bereits höhere Tacrolimus-Dosen, eine zusätzliche

Kortikosteroidtherapie und kurzfristige Gaben monoklonaler/polyklonaler Antikörper eingesetzt. Bei Anzeichen von

Toxizität, wie schwere Nebenwirkungen (siehe Abschnitt 4.8), muss die Dailiport-Dosis gegebenenfalls herabgesetzt

werden.

Behandlung der Transplantatabstoßung nach Nieren- oder Lebertransplantation

Nach einer Umstellung von anderen Immunsuppressiva auf Dailiport einmal täglich muss die Behandlung mit der

jeweils für Nieren- bzw. Lebertransplantation empfohlenen oralen Initialdosis für die Prophylaxe der

Transplantatabstoßung begonnen werden.

Behandlung der Transplantatabstoßung nach Herztransplantation

Bei erwachsenen Patienten, die auf Dailiport umgestellt werden, ist eine orale Initialdosis von 0,15 mg/kg/Tag täglich

einmal morgens einzunehmen.

Behandlung der Transplantatabstoßung nach der Transplantation anderer Organe

Obwohl es keine klinische Erfahrung mit Dailiport bei lungen-, pankreas- und darmtransplantierten Patienten gibt, kam

bei lungentransplantierten Patienten Tacrolimus in einer oralen Initialdosis von 0,10-0,15 mg/kg/Tag, bei

pankreastransplantierten Patienten in einer oralen Initialdosis von 0,2 mg/kg/Tag und bei Darmtransplantatempfängern

in einer oralen Initialdosis von 0,3 mg/kg/Tag zur Anwendung.

Therapeutische Arzneimittelüberwachung

Die Dosis sollte in erster Linie auf der klinischen Beurteilung von Abstoßung und Verträglichkeit im Einzelfall unter

Zuhilfenahme von Tacrolimus-Talspiegel-Kontrollen im Vollblut beruhen.

Als Hilfsmittel für die Optimierung der Dosierung können zur Bestimmung der Tacrolimuskonzentrationen im Vollblut

mehrere Immunassays herangezogen werden. Die in der Literatur angegebenen Konzentrationen sind unter

Berücksichtigung der verwendeten Methoden sorgfältig mit individuellen Werten zu vergleichen. In der gegenwärtigen

klinischen Praxis werden Vollblutkonzentrationen mit Immunassay-Methoden überwacht. Die Korrelation zwischen

Tacrolimus-Talspiegeln (C

-Wert) und systemischer Exposition (AUC

0-24

) ist bei retardiertem und

schnellfreisetzendem Tacrolimus vergleichbar.

Nach der Transplantation ist eine Überwachung der Talspiegel von Tacrolimus geboten. Die Bestimmung der

Tracolimus-Talspiegel sollte ca. 24 Stunden nach der Gabe von Dailiport unmittelbar vor der nächsten Dosis erfolgen.

Es wird empfohlen, häufige Kontrollen der Tacrolimus-Talspiegel während der ersten zwei Wochen nach

Transplantation durchzuführen, gefolgt von periodischen Kontrollen während der Erhaltungstherapie. Bluttalspiegel

von Tacrolimus sollten auch nach Umstellung von schnellfreisetzendem Tacrolimus auf Dailiport, Dosisanpassungen,

Änderungen der immunsuppressiven Therapie oder bei gleichzeitiger Anwendung von Substanzen, die die Tacrolimus-

Vollblutkonzentration verändern könnten, engmaschig kontrolliert werden (siehe Abschnitt 4.5). Die Häufigkeit der

Blutspiegelbestimmungen richtet sich nach den klinischen Erfordernissen. Da Tacrolimus eine Substanz mit einer

niedrigen Clearance ist, können daher nach Anpassungen an das Dailiport-Dosisregime mehrere Tage erforderlich sein,

bis das angestrebte Steady State erreicht ist.

Die Daten von klinischen Studien lassen darauf schließen, dass eine erfolgreiche Behandlung in den meisten Fällen

möglich ist, wenn die Talspiegel im Blut 20 ng/ml nicht überschreiten. Bei der Beurteilung von Vollblutspiegeln ist die

klinische Situation des Patienten zu berücksichtigen. In der klinischen Praxis liegen die Talspiegel von Tacrolimus im

Vollblut in der ersten Zeit nach Lebertransplantationen gewöhnlich im Bereich von 5-20 ng/ml und bei nieren- und

herztransplantierten Patienten bei 10-20 ng/ml. Während der darauffolgenden Erhaltungstherapie von Leber-, Nieren-

und Herztransplantatempfängern lagen die Blutkonzentrationen in der Regel im Bereich von 5-15 ng/ml.

Spezielle Patientenpopulationen

Eingeschränkte Leberfunktion

Zur Aufrechterhaltung von Tacrolimus-Bluttalspiegeln im angestrebten Bereich kann bei Patienten mit schweren

Leberfunktionsstörungen eine Herabsetzung der Dosis erforderlich sein.

Eingeschränkte Nierenfunktion

Da die Nierenfunktion keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Tacrolimus ausübt, kann davon ausgegangen

werden (siehe Abschnitt 5.2), dass eine Dosisanpassung nicht erforderlich ist. Aufgrund des nephrotoxischen Potenzials

von Tacrolimus wird jedoch eine sorgfältige Überwachung der Nierenfunktion (einschließlich einer regelmäßigen

Bestimmung der Serumkreatininspiegel, einer Berechnung der Kreatininclearance und einer Überwachung des

Harnvolumens) empfohlen.

Ethnische Zugehörigkeit

Im Vergleich zu Kaukasiern benötigen Patienten mit schwarzer Hautfarbe höhere Tacrolimus-Dosen, um ähnliche

Talspiegel zu erreichen.

Geschlecht

Es gibt keine Hinweise darauf, dass männliche und weibliche Patienten andere Dosen benötigen, um ähnliche

Talspiegel zu erreichen.

Ältere Patienten

Es gibt bislang keine Anhaltspunkte dafür, dass bei älteren Patienten eine Dosisanpassung erforderlich ist.

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Dailiport bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren sind bisher noch nicht

erwiesen. Es liegen begrenzte Daten vor, eine Dosierungsempfehlung kann noch nicht gegeben werden.

Art der Anwendung

Dailiport ist eine orale Tacrolimus-Formulierung zur einmal täglichen Einnahme. Es empfiehlt sich, die Tagesdosis von

Dailiport einmal täglich am Morgen einzunehmen.

Dailiport Hartkapseln, retardiert, sind sofort nach Entnahme aus der Blisterpackung einzunehmen. Die Patienten sind zu

informieren, dass das Trockenmittel nicht eingenommen werden darf. Die Kapseln sind

im Ganzen

mit Flüssigkeit (am

besten mit Wasser) zu schlucken. Zur Gewährleistung einer maximalen Resorption sollte Dailiport im Nüchternzustand

oder mindestens 1 Stunde vor bzw. 2 bis 3 Stunden nach einer Mahlzeit eingenommen werden (siehe Abschnitt 5.2).

Eine vergessene Einnahme der Dosis am Morgen sollte am gleichen Tag zum frühestmöglichen Zeitpunkt nachgeholt

werden. Eine doppelte Tagesdosis am nächsten Morgen sollte nicht eingenommen werden.

Bei Patienten, die keine oralen Arzneimittel während der unmittelbaren Post-Transplantationsperiode einnehmen

können, kann die Tacrolimus-Therapie bei einer Dosis von circa 1/5 der empfohlenen oralen Dosis für die

entsprechende Indikation intravenös eingeleitet werden. Hierfür stehen i.v.-Tacrolimus Formulierungen zur Verfügung.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen Tacrolimus, Soja, Erdnüsse, Tartrazin, Gelborange S (E110) und Allurarot (E129) oder

einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.

Überempfindlichkeit gegen sonstige Macrolide.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Anwendungsfehler, einschließlich unachtsamer, unbeabsichtigter oder unbeaufsichtigter Umstellung zwischen

Tacrolimus-Formulierungen mit schneller oder retardierter Freisetzung, sind beobachtet worden. Das hat zu

schwerwiegenden Nebenwirkungen geführt, einschließlich Transplantatabstoßungen oder anderen Nebenwirkungen,

welche infolge von Tacrolimus-Unter- oder Überexposition auftreten können. Patienten sollten stets dieselbe

Tacrolimus-Formulierung und die entsprechende tägliche Dosierung beibehalten. Umstellungen der Formulierung oder

des Regimes sollten nur unter der engmaschigen Kontrolle eines in der Transplantation erfahrenen Mediziners

vorgenommen werden (siehe Abschnitte 4.2 und 4.8).

Die retardierten Tacrolimus Hartkapseln sind aufgrund der begrenzten Datenlage zur Sicherheit und/oder Wirksamkeit

nicht für die Anwendung bei Kindern unter 18 Jahren empfohlen.

Zur Behandlung erwachsener Patienten mit Transplantatabstoßung, die sich gegenüber anderen Immunsuppressiva als

therapieresistent erwiesen, liegen noch keine klinischen Daten für retardierte Formulierungen von Tacrolimus vor.

Zur Prophylaxe der Transplantatabstoßung bei erwachsenen Herztransplantatempfängern liegen noch keine klinischen

Daten für retardiertes Tacrolimus vor.

In der ersten Phase nach der Transplantation sind folgende Parameter routinemäßig zu überwachen: Blutdruck, EKG,

neurologischer Status, Sehvermögen, Nüchternwerte des Blutzuckerspiegels, Elektrolyte (insbesondere Kalium), Leber-

und Nierenfunktion, hämatologische Parameter, Blutgerinnungswerte und Plasmaproteine. Bei klinisch bedeutsamen

Veränderungen ist eine Anpassung des immunsuppressiven Regimes in Erwägung zu ziehen.

Wenn Substanzen mit einem Wechselwirkungspotenzial (siehe Abschnitt 4.5) - besonders starke CYP3A4-Inhibitoren

(wie z. B. Telaprevir, Boceprevir, Ritonavir, Ketoconazol, Voriconazol, Itraconazol, Telithromycin oder

Clarithromycin) oder CYP3A4-Induktoren (wie z. B. Rifampicin, Rifabutin) - mit Tacrolimus kombiniert werden,

sollten die Tacrolimus-Blutspiegel überwacht werden, damit gegebenenfalls die Tacrolimus-Dosis angepasst werden

kann, um die entsprechende Exposition von Tacrolimus zu erhalten.

Wegen möglicher Wechselwirkungen, die entweder zu einer Herabsetzung der Tacrolimusspiegel im Blut und einer

Abschwächung der klinischen Wirkung von Tacrolimus oder einem Anstieg der Tacrolimusspiegel im Blut und einer

möglichen Intoxikation mit Tacrolimus führen können, sind pflanzliche Präparate, die Johanniskraut (

Hypericum

perforatum

) enthalten, oder andere pflanzliche Präparate, während einer Behandlung mit Dailiport zu vermeiden (siehe

Abschnitt 4.5).

Die gleichzeitige Gabe von Ciclosporin und Tacrolimus ist zu vermeiden. Bei Patienten, die Tacrolimus im Anschluss

an eine Ciclosporin-Behandlung erhalten, ist Vorsicht geboten (siehe Abschnitte 4.2 und 4.5).

Eine hohe Kaliumeinnahme oder kaliumsparende Diuretika sollten vermieden werden (siehe Abschnitt 4.5).

Bestimmte Kombinationen von Tacrolimus mit Arzneimitteln, die bekanntermaßen nephrotoxische oder neurotoxische

Effekte haben, könnten das Risiko des Auftretens dieser Effekte erhöhen (siehe Abschnitt 4.5).

Das Ansprechen auf Impfungen kann durch Immunsuppressiva beeinträchtigt werden und eine während der Behandlung

mit Tacrolimus durchgeführte Impfung kann sich als weniger wirksam erweisen. Die Anwendung von abgeschwächten

Lebendimpfstoffen sollte vermieden werden.

Gastrointestinale Erkrankungen

Bei Patienten unter einer Tacrolimus-Therapie wurden gastrointestinale Perforationen berichtet. Da die gastrointestinale

Perforation ein medizinisch bedeutsames Ereignis darstellt, das zu lebensbedrohlichen oder schwerwiegenden

gesundheitlichen Konsequenzen führen kann, sollte unmittelbar nach Auftreten entsprechender Symptome oder

Anzeichen eine adäquate Behandlung in Erwägung gezogen werden.

Bei Patienten mit Diarrhö ist eine besonders sorgfältige Überwachung der Tacrolimus-Konzentrationen im Blut

geboten, da die Tacrolimus-Blutspiegel unter solchen Umständen erheblichen Schwankungen unterworfen sein können.

Herzerkrankungen

In seltenen Fällen war unter schnellfreisetzendem Tacrolimus eine als Kardiomyopathie bezeichnete Kammer- oder

Septumhypertrophie zu beobachten, die auch unter Dailiport vorkommen kann. Diese Störung war in den meisten

Fällen reversibel und trat bei Tacrolimus-Talspiegeln im Blut auf, die weit über den empfohlenen Höchstgrenzen lagen.

Weitere Faktoren, die das Risiko solcher klinischen Störungen erhöhen, sind ein bereits bestehendes Herzleiden, eine

Behandlung mit Kortikosteroiden, Bluthochdruck, Nieren- oder Leberfunktionsstörungen, Infektionen,

Flüssigkeitsüberbelastung und Ödeme. Dementsprechend sind stark gefährdete Patienten unter einer massiven

Immunsuppression z. B. mittels Echokardiogramm oder EKG vor und nach der Transplantation zu überwachen (z. B.

zuerst nach 3 und dann nach 9-12 Monaten). Bei auffälligen Befunden sollte eine Herabsetzung der Dailiport-Dosis

oder eine Umstellung auf ein anderes Immunsuppressivum in Betracht gezogen werden. Tacrolimus kann die QT-Zeit

verlängern und

Torsades de pointes

hervorrufen. Vorsicht ist geboten bei Patienten mit Risikofaktoren für eine QT-

Verlängerung, einschließlich Patienten mit persönlicher oder familiärer Vorgeschichte einer QT-Verlängerung,

kongestivem Herzversagen, Bradyarrhythmien und Elektrolyt-Anormalitäten. Vorsicht ist ebenso geboten bei Patienten

mit bestehender Diagnose oder bei Verdacht auf ein kongenitales langes QT-Syndrom, bei einer erworbenen QT-

Verlängerung oder bei gleichzeitiger Gabe von Arzneimitteln, die das QT-Intervall verlängern, Elektrolyt-

Anormalitäten hervorrufen oder die Tacrolimus–Exposition erhöhen (siehe Abschnitt 4.5).

Lymphoproliferative Erkrankungen und Malignome

Es liegen Berichte über Patienten unter Tacrolimus-Therapie vor, die Epstein-Barr-Virus (EBV)- assoziierte

lymphoproliferative Erkrankungen entwickelt haben (siehe Abschnitt 4.8). Eine Kombination mit gleichzeitig

gegebenen Immunsuppressiva wie Antilymphozyten-Antikörpern (d. h. Basiliximab, Daclizumab) erhöht das Risiko

von EBV-assoziierten lymphoproliferativen Erkrankungen. Es gibt Berichte über EBV-Viral Capsid Antigen (VCA)-

negative Patienten, die ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung lymphoproliferativer Erkrankungen haben. Aus diesem

Grunde sollte bei dieser Patientengruppe vor Beginn der Therapie mit Dailiport die EBV-VCA-Serologie untersucht

werden.

Während der Behandlung empfiehlt sich eine sorgfältige Kontrolle mittels EBV-PCR. Ein positives Ergebnis mit EBV-

PCR kann sich über Monate manifestieren und ist

per se

nicht gleichbedeutend mit einer lymphoproliferativen

Erkrankung oder Lymphomen.

Wie auch bei anderen immunsuppressiven Substanzen ist nicht bekannt, wie groß das Risiko des Auftretens eines

sekundären Karzinoms ist (siehe Abschnitt 4.8).

Wie bei anderen Immunsuppressiva sollte die Einwirkung von Sonnenlicht oder UV-Licht wegen des möglichen

Risikos maligner Hautveränderungen durch geeignete Kleidung und Verwendung eines Sonnenschutzmittels mit einem

hohen Lichtschutzfaktor eingeschränkt werden.

Infektionen, einschließlich opportunistischer Infektionen

Patienten unter Immunsuppressionstherapie, einschließlich einer Therapie mit Dailiport, haben ein erhöhtes Risiko für

Infektionen einschließlich opportunistischer Infektionen (mit Bakterien, Pilzen, Viren und Protozoen) wie BK-Virus-

assoziierter Nephropathie und JC-Virus-assoziierter progressiver multifokaler Leukoencephalopathie (PML). Zudem

haben die Patienten ein erhöhtes Risiko für Hepatitisinfektionen (z. B. Reaktivierung und Neuinfektion mit Hepatitis B

und C sowie Infektion mit Hepatitis E, die chronisch werden können).

Diese Infektionen sind oftmals mit einer hohen Gesamt-Immunsuppression verbunden und können zu ernsthaften oder

lebensbedrohlichen Situationen führen, die Ärzte bei der Differentialdiagnose bei immunsupprimierten Patienten mit

sich verschlechternder Leber- oder Nierenfunktion oder mit neurologischen Symptomen bedenken müssen. Prävention

und Behandlung sollten mit entsprechenden klinischen Leitlinien in Einklang stehen.

Posteriores reversibles Enzephalopathie-Syndrom (PRES)

Bei Patienten unter Tacrolimus-Behandlung wurde über die Entwicklung eines posterioren reversiblen

Enzephalopathie-Syndroms (PRES) berichtet. Wenn Patienten, die Tacrolimus einnehmen, Symptome für PRES wie

Kopfschmerzen, veränderten Bewusstseinszustand, Krämpfe und Sehstörungen zeigen, sollte eine radiologische

Untersuchung (z. B. MRI) durchgeführt werden. Sollte PRES festgestellt werden, ist eine adäquate therapeutische

Kontrolle von Blutdruck und Krämpfen und ein sofortiges Absetzen der systemischen Tacrolimus-Behandlung

angeraten. Die meisten Patienten erholen sich vollständig, nachdem geeignete Maßnahmen ergriffen wurden.

Augenerkrankungen

Bei Patienten unter einer Tacrolimus-Therapie wurde von Augenerkrankungen berichtet, die manchmal zu Sehverlust

führten. In einigen Fällen wurde nach Umstellung auf eine alternative immunsuppressive Therapie von einem

Abklingen dieser Symptome berichtet. Die Patienten sollten angewiesen werden, Veränderungen von Sehschärfe oder

Farbensehen, verschwommenes Sehen oder Gesichtsfeldausfälle zu melden. In solchen Fällen wird eine sofortige

Untersuchung und gegebenenfalls die Überweisung an einen Ophthalmologen empfohlen.

Pure Red Cell Aplasia (PRCA, Erythroblastopenie)

Bei Patienten, die eine Tacrolimus-Therapie erhielten, wurden Fälle von Pure Red Cell Aplasia (PRCA) berichtet. Alle

Patienten berichteten Risikofaktoren für eine PRCA wie Parvovirus B19-Infektion sowie Grunderkrankungen oder

Begleitmedikationen, die mit einer PRCA assoziiert sind, zu haben.

Spezielle Patientenpopulationen

Es gibt nur begrenzte Erfahrung bei nicht-kaukasischen Patienten und bei Patienten mit erhöhtem immunologischen

Risiko (z. B. nach Retransplantation, Nachweis von Panel-reaktiven Antikörper [PRA]).

Eine Dosisreduktion kann möglicherweise bei Patienten, die eine schwere Leberinsuffizienz (siehe Abschnitt 4.2)

aufweisen, erforderlich sein.

Sonstige Bestandteile

Dailiport 0,5 mg / 2 mg

Dailiport enthält Lactose und Azofarbstoffe, die Natrium enthalten.

Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-

Malabsorption sollten diese Arzneimittel nicht einnehmen. Diese Arzneimittel enthalten die Azofarbstoffe Gelborange

S (E 110), Allurarot (E 129) und Tartrazin (E 102), die allergieartige Reaktionen hervorrufen können.

Diese Arzneimittel enthalten weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Hartkapsel, d. h., sie sind nahezu „natriumfrei“.

Dailiport 1 mg / 3 mg / 5 mg

Dailiport enthält Lactose und Azofarbstoffe, die Natrium enthalten.

Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-

Malabsorption sollten diese Arzneimittel nicht einnehmen.

Diese Arzneimittel enthalten die Azofarbstoffe Gelborange S (E 110) und Allurarot (E 129), die allergieartige

Reaktionen hervorrufen können.

Diese Arzneimittel enthalten weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Hartkapsel, d. h., sie sind nahezu „natriumfrei“.

Die Drucktinte, die zur Markierung von Dailiport Kapseln verwendet wird, enthält Phospholipide aus Sojabohnen. Bei

Patienten, die auf Erdnuss und Soja hypersensitiv reagieren, sollte das Risiko und der Schweregrad einer

Hypersensitivität gegen den Nutzen der Anwendung von Dailiport abgewogen werden.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Systemisch verfügbares Tacrolimus wird durch CYP3A4 in der Leber metabolisiert. Es gibt auch Hinweise auf eine

gastrointestinale Verstoffwechselung durch CYP3A4 in der Darmwand. Die gleichzeitige Anwendung von Substanzen,

die als Hemmer oder Induktoren von CYP3A4 bekannt sind, kann den Stoffwechsel von Tacrolimus beeinflussen und

folglich die Blutwerte von Tacrolimus erhöhen oder senken.

Es wird dringend empfohlen, die Tacrolimus-Blutspiegel sowie die QT-Verlängerung (mit EKG), die Nierenfunktion

und andere Nebenwirkungen bei gleichzeitiger Gabe von Substanzen, die den CYP3A4-Stoffwechsel verändern oder

auf andere Weise die Tacrolimus-Blutspiegel beeinflussen können, engmaschig zu überwachen und die Tacrolimus-

Dosis zur Aufrechterhaltung einer vergleichbaren Tacrolimus-Exposition entsprechend anzupassen oder zu

unterbrechen (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).

CYP3A4-Inhibitoren, die potenziell zu erhöhten Tacrolimus-Blutspiegeln führen

Eine Erhöhung der Blutspiegel von Tacrolimus konnte in der Klinik für folgende Substanzen nachgewiesen werden:

Eine stark ausgeprägte Wechselwirkung wurde mit Antimykotika wie Ketoconazol, Fluconazol, Itraconazol,

Voriconazol und Isavuconazol sowie mit dem Macrolid-Antibiotikum Erythromycin, HIV-Proteasehemmern (z. B.

Ritonavir, Nelfinavir, Saquinavir) oder HCV-Proteaseinhibitoren (z. B. Telaprevir, Boceprevir und der Kombination

von Ombistavir und Paritaprevir mit Ritonavir [bei Anwendung mit oder ohne Dasabuvir]), oder dem gegen CMV

gerichteten antiviralen Wirkstoff Letermovir, dem pharmakokinetischen Verstärker Cobicistat und den Tyrosinkinase-

Inhibitoren Nilotinib und Imatinib beobachtet. Bei gleichzeitiger Anwendung solcher Substanzen muss die Tacrolimus-

Dosis bei nahezu allen Patienten herabgesetzt werden. Pharmakokinetikstudien ergaben, dass der Anstieg der

Blutspiegel hauptsächlich aus der erhöhten oralen Bioverfügbarkeit von Tacrolimus, bedingt durch die Hemmung der

gastrointestinalen Verstoffwechselung, resultiert. Die Auswirkung auf die Leber-Clearance ist weniger ausgeprägt.

Schwächer ausgeprägte Wechselwirkungen waren mit Clotrimazol, Clarithromycin, Josamycin, Nifedipin, Nicardipin,

Diltiazem, Verapamil, Amiodaron, Danazol, Ethinylestradiol, Omeprazol, Nefazodon und (chinesischen) pflanzlichen

Heilmitteln, die Extrakte der

Schisandra sphenanthera

enthalten, zu beobachten.

In vitro

konnte gezeigt werden, dass

folgende Substanzen potentielle Hemmstoffe des Tacrolimus- Stoffwechsels sind: Bromocriptin, Kortison, Dapson,

Ergotamin, Gestoden, Lidocain, Mephenytoin, Miconazol, Midazolam, Nilvadipin, Norethindron, Chinidin, Tamoxifen

und (Triacetyl)oleandomycin. Es wurde berichtet, dass Grapefruitsaft den Tacrolimus-Blutspiegel erhöht und daher

sollte es vermieden werden, Grapefruitsaft zu trinken.

Lansoprazol und Ciclosporin können potenziell den CYP3A4-vermittelten Stoffwechsel von Tacrolimus hemmen und

somit die Tacrolimus-Vollblutkonzentration erhöhen.

Andere Interaktionen, die potenziell zu erhöhten Tacrolimus-Blutspiegeln führen

Tacrolimus wird in hohem Maße an Plasmaproteine gebunden. Mögliche Wechselwirkungen mit anderen Wirkstoffen,

die eine hohe Affinität zu Plasmaproteinen aufweisen (z. B. nichtsteroidale Antiphlogistika, orale Antikoagulanzien

oder orale Antidiabetika), sind zu berücksichtigen.

Weitere Wechselwirkungen, die zu einer erhöhten systemischen Exposition von Tacrolimus führen können, sind mit

Prokinetika (wie Metoclopramid und Cisaprid), Cimetidin und Magnesium- Aluminiumhydroxid möglich.

CYP3A4-Induktoren, die potenziell zu reduzierten Tacrolimus-Blutspiegeln führen

Eine Herabsetzung der Blutspiegel von Tacrolimus konnte in der Klinik für folgende Substanzen nachgewiesen werden:

Eine stark ausgeprägte Wechselwirkung wurde mit Rifampicin, Phenytoin und Johanniskraut

(Hypericum perforatum)

festgestellt. Hier sind in fast allen Fällen höhere Tacrolimus-Dosen erforderlich. Auch mit Phenobarbital wurden

klinisch bedeutsame Wechselwirkungen beobachtet. Unter Erhaltungsdosen von Kortikosteroiden war eine

Herabsetzung der Tacrolimus-Blutspiegel zu verzeichnen.

Hochdosiertes Prednisolon oder Methylprednisolon, wie es bei akuten Abstoßungsreaktionen eingesetzt wird, kann die

Tacrolimus-Blutspiegel erhöhen oder senken.

Carbamazepin, Metamizol und Isoniazid können die Tacrolimuskonzentrationen herabsetzen.

Die gleichzeitige Anwendung von Tacrolimus mit Metamizol, einem Induktor von metabolisierenden Enzymen wie

CYP2B6 und CYP3A4, kann zu einer Reduktion der Plasmakonzentrationen von Tacrolimus führen und

möglicherweise die klinische Wirksamkeit verringern. Daher ist Vorsicht geboten, wenn Metamizol und Tacrolimus

gleichzeitig verabreicht werden. Das klinische Ansprechen und/oder die Wirkstoffspiegel sollten gegebenenfalls

überwacht werden.

Wirkung von Tacrolimus auf den Stoffwechsel anderer Arzneimittel

Tacrolimus ist als CYP3A4-Hemmer bekannt; daher kann die gleichzeitige Anwendung von Tacrolimus mit

Arzneimitteln, die durch CYP3A4 metabolisiert werden, deren Stoffwechsel beeinträchtigen.

Bei gleichzeitiger Gabe von Tacrolimus wird die Halbwertzeit von Ciclosporin verlängert. Darüber hinaus kann es auch

zu synergistischen/additiven nephrotoxischen Effekten kommen. Aus diesen Gründen wird die gleichzeitige Gabe von

Ciclosporin und Tacrolimus nicht empfohlen. Bei Patienten, die Tacrolimus im Anschluss an eine Ciclosporin-

Behandlung erhalten, ist ebenfalls Vorsicht geboten (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).

Es konnte gezeigt werden, dass Tacrolimus den Phenytoinspiegel im Blut erhöht.

Da Tacrolimus die Clearance von Steroid-Kontrazeptiva herabsetzen und damit die Hormonexposition erhöhen kann, ist

bei Entscheidungen über empfängnisverhütende Maßnahmen besonders vorsichtig vorzugehen.

Über die Wechselwirkungen zwischen Tacrolimus und Statinen liegt nur eine beschränkte Anzahl von klinischen Daten

vor, die darauf schließen lassen, dass die Pharmakokinetik der Statine durch die gleichzeitige Gabe von Tacrolimus

kaum beeinflusst wird.

Die Ergebnisse aus Tierversuchen haben gezeigt, dass Tacrolimus potenziell die Clearance von Pentobarbital und

Phenazon verringern und deren Halbwertzeit verlängern kann.

Mycophenolsäure

Vorsicht ist geboten bei einer Umstellung der Kombinationstherapie mit Ciclosporin, das den enterohepatischen

Kreislauf der Mycophenolsäure beeinflusst, auf Tacrolimus, das diese Wirkung nicht ausübt, da es hierbei zu

Veränderungen der Exposition gegenüber Mycophenolsäure kommen kann. Arzneimittel, die den enterohepatischen

Kreislauf von Mycophenolsäure beeinflussen, können den Plasmaspiegel und die Wirksamkeit von Mycophenolsäure

reduzieren. Eine therapeutische Arzneimittelüberwachung von Mycophenolsäure kann bei einer Umstellung von

Ciclosporin auf Tacrolimus oder umgekehrt angebracht sein.

Andere Wechselwirkungen, die zu klinisch ungünstigen Effekten führen

Bei gleichzeitiger Anwendung von Tacrolimus und anderen Arzneimitteln mit nephrotoxischen oder neurotoxischen

Wirkungen können diese Effekte verstärkt werden (z. B. Aminoglykoside, Gyrasehemmer, Vancomycin, Cotrimoxazol,

nichtsteroidale Antiphlogistika, Ganciclovir oder Aciclovir).

Eine Verstärkung der Nephrotoxizität konnte nach Gabe von Amphotericin B und Ibuprofen in Verbindung mit

Tacrolimus beobachtet werden. Da es unter Tacrolimus zu einer Hyperkaliämie oder zur Verstärkung einer bereits

bestehenden Hyperkaliämie kommen kann, ist eine hohe Kaliumzufuhr oder die Verwendung kaliumsparender

Diuretika (z. B. Amilorid, Triamteren oder Spironolacton) zu vermeiden (siehe Abschnitt 4.4).

Das Ansprechen auf Impfungen kann durch Immunsuppressiva beeinträchtigt werden und eine während der Behandlung

mit Tacrolimus durchgeführte Impfung kann sich als weniger wirksam erweisen. Die Anwendung von abgeschwächten

Lebendimpfstoffen sollte vermieden werden (siehe Abschnitt 4.4).

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Die Ergebnisse von Untersuchungen am Menschen lassen erkennen, dass Tacrolimus die Plazentaschranke passiert. Die

Resultate einer geringen Zahl von Untersuchungen an Transplantationspatienten liefern keinen Hinweis darauf, dass

unter Tacrolimus im Vergleich zu anderen Immunsuppressiva ein erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen im Hinblick auf

den Verlauf und das Ergebnis der Schwangerschaft besteht. Allerdings wurden Fälle von spontanen Fehlgeburten

berichtet. Bisher sind keine anderen einschlägigen epidemiologischen Daten verfügbar. Die Gabe von Tacrolimus an

Schwangere kommt in Betracht, wenn keine sicherere Alternative zur Verfügung steht und wenn das potenzielle Risiko

für den Fötus durch den wahrgenommenen Nutzen einer solchen Behandlung gerechtfertigt ist. Bei

in utero

Exposition

empfiehlt sich eine Überwachung des Neugeborenen auf eventuelle schädliche Wirkungen von Tacrolimus

(insbesondere hinsichtlich seiner Wirkung auf die Nieren). Es besteht das Risiko einer Frühgeburt (< Woche 37)

(Inzidenz von 66 von 123 Geburten, d. h. 53,7 %; jedoch zeigten die Daten, dass die Mehrheit der Neugeborenen ein

normales Geburtsgewicht bezogen auf das Gestationsalter hatten) und einer Hyperkaliämie des Neugeborenen (Inzidenz

8 von 111 Neugeborenen, d. h. 7,2 %), die sich allerdings spontan wieder normalisiert.

Bei Ratten und Kaninchen verursachte Tacrolimus in Dosen, die auf das Muttertier toxisch wirken, eine embryofetale

Toxizität (siehe Abschnitt 5.3).

Stillzeit

Die Ergebnisse von Untersuchungen am Menschen haben gezeigt, dass Tacrolimus in die Muttermilch übergeht. Da

eine Schädigung des Säuglings nicht ausgeschlossen werden kann, sollten Frauen während der Einnahme von Dailiport

nicht stillen.

Fertilität

Bei Ratten wurde ein negativer Effekt von Tacrolimus auf die männliche Fertilität in Form reduzierter Spermienanzahl

und -motilität beobachtet (siehe Abschnitt 5.3).

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Tacrolimus kann visuelle und neurologische Störungen hervorrufen. Solche Effekte können bei Anwendung von

Tacrolimus im Zusammenwirken mit Alkohol verstärkt in Erscheinung treten.

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen von Tacrolimus auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen durchgeführt.

4.8

Nebenwirkungen

Das Nebenwirkungsprofil von Immunsuppressiva lässt sich oft wegen der Grunderkrankung des Patienten und der

gleichzeitigen Behandlung mit einer Vielzahl anderer Arzneimittel nicht genau feststellen.

Die häufigsten berichteten Nebenwirkungen (aufgetreten bei > 10 % der Patienten) sind Tremor,

Nierenfunktionsstörung, hyperglykämische Zustände, Diabetes mellitus, Hyperkaliämie, Infektionen, Hypertonie und

Schlafstörungen.

Die Häufigkeit der Nebenwirkungen wird folgendermaßen definiert: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, ≤ 1/10),

gelegentlich (≥ 1/1.000, ≤ 1/100), selten (≥ 1/10.000, ≤ 1/1.000), sehr selten (≤ 1/10.000), nicht bekannt (Häufigkeit auf

Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar). Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen

nach abnehmendem Schweregrad angegeben.

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Wie bekanntermaßen bei anderen hochwirksamen Immunsuppressiva ist bei Patienten, die mit Tacrolimus behandelt

werden, die Anfälligkeit für Infektionen (viral, bakteriell, mykotisch, protozoal) häufig erhöht. Bereits bestehende

Infektionen können sich verschlechtern. Infektionen können sich lokal oder systemisch manifestieren.

Fälle von BK-Virus-assoziierter Nephropathie und JC-Virus-assoziierter progressiver multifokaler

Leukoenzephalopathie (PML) wurden bei Patienten unter Immunsuppressionstherapie, einschließlich Therapie mit

Tacrolimus, berichtet.

Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen

Bei Patienten, die mit Immunsuppressiva behandelt werden, erhöht sich das Risiko einer Tumorentwicklung. Es wurde

über gutartige oder bösartige Neoplasmen einschließlich EBV-assoziierter lymphoproliferativer Erkrankungen und

Hauttumoren unter Behandlung mit Tacrolimus berichtet.

Erkrankungen des Immunsystems

Unter der Anwendung von Tacrolimus wurden allergische und anaphylaktoide Reaktionen beobachtet (siehe

Abschnitt 4.4).

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