Clomifen-ratiopharm 50mg Tabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Clomifencitrat
Verfügbar ab:
ratiopharm GmbH
ATC-Code:
G03GB02
INN (Internationale Bezeichnung):
Clomiphene citrate
Darreichungsform:
Tablette
Zusammensetzung:
Clomifencitrat 50.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
22255.00.00

Gebrauchsinformation: Information für den Anwender

Clomifen-ratiopharm

®

50 mg Tabletten

Wirkstoff: Clomifendihydrogencitrat

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe

Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

1. Was ist

Clomifen-ratiopharm

®

und wofür wird es angewendet?

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von

Clomifen-ratiopharm

®

beachten?

3. Wie ist

Clomifen-ratiopharm

®

einzunehmen?

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

5. Wie ist

Clomifen-ratiopharm

®

aufzubewahren?

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Clomifen-ratiopharm

®

und wofür wird es angewendet?

Clomifen-ratiopharm

®

ist ein Arzneimittel zur Auslösung des Eisprungs (Ovulationsauslöser).

Clomifen-ratiopharm

®

wird angewendet zur Auslösung des Eisprungs bei Frauen mit Sterilität infolge

ausbleibender Ovulation (Eisprung).

Hinweis:

Vor Beginn einer Behandlung mit

Clomifen-ratiopharm

®

sollten andere Ursachen der Unfruchtbarkeit

bei der Frau und eine Unfruchtbarkeit des Partners ausgeschlossen werden.

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Clomifen-ratiopharm

®

beachten?

Clomifen-ratiopharm

®

darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen

Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

Es darf nicht an Patientinnen nach bereits eingetretener Empfängnis (Konzeption) verabreicht

werden, ebenso nicht während der Stillzeit, ebenso nicht bei bestehenden Lebererkrankungen oder

bekannten Leberfunktionsstörungen. Beim Auftreten von Sehstörungen (siehe 4. „Welche

Nebenwirkungen sind möglich?“) ist die Behandlung mit

Clomifen-ratiopharm

®

für immer

abzubrechen.

Bei Patientinnen mit Blutungsanomalien ungeklärter Ursache darf

Clomifen-ratiopharm

®

nicht

angewendet werden. Besonders wichtig ist der zuverlässige Ausschluss von bösartigen

Neubildungen (z.B. bei Blutungsunregelmäßigkeiten). Frauen, bei denen eine Schwangerschaft

unerwünscht (kontraindiziert) ist, sollten ebenfalls nicht mit

Clomifen-ratiopharm

®

behandelt

werden. Bei hypergonadotroper Ovarialinsuffizienz (Funktionsstörung der Eierstöcke) ist eine

Therapie mit

Clomifen-ratiopharm

®

kontraindiziert, da die Ursache der Störung im Ovar selbst

liegt.

Bei Patientinnen mit hyperprolaktinämischer Ovarialinsuffizienz (Funktionsstörungen der

Eierstöcke aufgrund erhöhter Prolaktinkonzentration) sollte nach Ausschluss eines

Hypophysentumors eine Therapie mit Prolaktinhemmern erfolgen, da eine Anwendung von

Clomifen-ratiopharm

®

weniger erfolgversprechend ist. Bei bestehenden Eierstockzysten sollte

wegen der Gefahr einer Vergrößerung

Clomifen-ratiopharm

®

nicht angewendet werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie

Clomifen-ratiopharm

®

einnehmen.

Die spezifische Wirkung von

Clomifen-ratiopharm

®

macht eine ausführliche Therapieberatung

durch den behandelnden Arzt erforderlich.

Um eine ungewollte Anwendung von

Clomifen-ratiopharm

®

während einer Frühschwangerschaft

zu vermeiden, darf ein erneuter Behandlungszyklus bei Verdacht auf eine bereits eingetretene

Konzeption (z.B. bei konstant erhöhter Basaltemperatur) nur nach Ausschluss einer

Frühschwangerschaft durch einen Schwangerschaftstest eingeleitet werden.

Zur Vermeidung einer unbeabsichtigten Verabreichung von

Clomifen-ratiopharm

®

während der

Frühschwangerschaft sollte während sämtlicher Behandlungszyklen die Basaltemperatur

aufgezeichnet und die Patientin sorgfältig auf eine erfolgte Ovulation hin untersucht werden.

Vor Beginn der Behandlung mit

Clomifen-ratiopharm

®

sollten andere Sterilitätsursachen, z.B.

anatomische Tubenveränderungen (Veränderungen am Eileiter) oder primäre Ovarialinsuffizienz

(Funktionsschwäche der Eierstöcke) sowie männliche Sterilitätsfaktoren abgeklärt werden. Frauen

mit niedrigen oder nicht messbaren Gonadotropinspiegeln und fehlender endogener

Östrogenaktivität (WHO-Gruppe I) sprechen normalerweise auf eine Therapie mit

Clomifen-

ratiopharm

®

nicht an.

Aufgrund der möglichen Überstimulierung, besonders bei Vorliegen des polyzystischen

Ovarialsyndroms (zystische Veränderung der Eierstöcke), bedarf jede Patientin vor, während und

nach einer Behandlung mit

Clomifen-ratiopharm

®

einer sorgfältigen ärztlichen Überwachung

(gynäkologische Untersuchung, Estradiol-Bestimmung, Ultraschall).

Einnahme von Clomifen-ratiopharm

®

zusammen mit anderen Arzneimitteln

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln sind bisher nicht bekannt geworden.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Das Arzneimittel kann, insbesondere beim Auftreten von Sehstörungen, das Reaktionsvermögen so

weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von

Maschinen beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol.

Auswirkungen bei Fehlgebrauch zu Dopingzwecken

Die Anwendung von

Clomifen-ratiopharm

®

kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen

führen. Die Anwendung von

Clomifen-ratiopharm

®

als Dopingmittel kann zu einer Gefährdung der

Gesundheit führen.

Clomifen-ratiopharm

®

enthält Lactose.

Bitte nehmen Sie

Clomifen-ratiopharm

®

daher erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen

bekannt ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern leiden.

3. Wie ist Clomifen-ratiopharm

®

einzunehmen?

Die Behandlung mit

Clomifen-ratiopharm

®

darf nur unter Kontrolle eines Arztes durchgeführt

werden. Dosierungen sowie Beginn und Dauer der Therapie werden vom behandelnden Arzt fest-

gelegt und dürfen keinesfalls überschritten werden!

Soweit nicht anders verordnet, beträgt die empfohlene Dosis für den ersten Behandlungszyklus

1 Tablette täglich über 5 Tage.

Die Tablette wird unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit nach einer Mahlzeit eingenommen. Im

Allgemeinen sollte eine Behandlung mit

Clomifen-ratiopharm

®

am 5. Tag nach einer spontanen

Menstruation oder einer durch Gestagen ausgelösten Entzugsblutung begonnen werden.

Bei Patientinnen, die längere Zeit keine Menstruation hatten, kann die Therapie zu einem beliebigen

Zeitpunkt erfolgen.

Clomifen-ratiopharm

®

soll nur nach sorgfältiger Indikationsstellung und nur über einen begrenzten

Zeitraum angewendet werden. Mehr als 6 Behandlungszyklen sollten nicht durchgeführt werden.

Falls eine weitere Therapie erforderlich ist, bestimmt der behandelnde Arzt den Zeitpunkt und die

Dosierung für eine erneute Anwendung von

Clomifen-ratiopharm

®

Wenn Sie die Einnahme von Clomifen-ratiopharm

®

vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann

Clomifen-ratiopharm

®

Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Sehr häufig

(kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen)

Häufig

(kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

Gelegentlich

(kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

Selten

(kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen)

Sehr selten

(kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen)

Nicht bekannt

(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Nebenwirkungen während einer Behandlung mit

Clomifen-ratiopharm

®

sind abhängig von der

Dosierung und der Behandlungsdauer.

Bedeutsame Nebenwirkungen oder Zeichen, auf die Sie achten sollten, und Maßnahmen, wenn

Sie betroffen sind

Wenn Nebenwirkungen auftreten, insbesondere allergische Reaktionen, Sehstörungen oder

Unterleibsbeschwerden, sollten Sie

Clomifen-ratiopharm

®

nicht weiter einnehmen und sobald wie

möglich Ihren Arzt aufsuchen.

Mögliche Nebenwirkungen:

Sehr häufig:

Vergrößerung der Eierstöcke (siehe 2. „Was sollten Sie vor der Einnahme von

Clomifen-

ratiopharm

®

beachten?“)

Hautrötung („Flush“) durch Erweiterung oberflächlicher Blutgefäße, Hitzewallungen; diese

verschwinden nach Absetzen der Behandlung wieder

Häufig:

Sehstörungen

Unterbauchbeschwerden wie Spannungsgefühl und Blähungen (oft in Zusammenhang mit

Mittelschmerz, prämenstruellem Syndrom oder Vergrößerung der Eierstöcke), Übelkeit,

Erbrechen

Kopfschmerzen

Brustspannen

Gelegentlich:

Depressionen, Nervosität

Benommenheit, Schlaflosigkeit, Schwindel

Hautreaktionen (entzündliche Hautreaktionen, Nesselsucht, allergische Hauterscheinungen,

Erythema multiforme, Hautblutungen und angioneurotisches Ödem)

Lichtempfindlichkeit

vorübergehender Haarausfall

häufiges Wasserlassen

verstärkte Regelblutungen

Gewichtszunahme

Müdigkeit

Sehr selten:

Äußerung der Sehstörungen in Augenflimmern, verschwommenem Sehen, Fleckensehen oder

Wahrnehmung von Lichtblitzen. Nach bisher vorliegenden Beobachtungen handelt es sich um

vorübergehende Erscheinungen, die nach Absetzen des Arzneimittels wieder verschwinden

Verschlimmerung von psychotischen Störungen bei prädisponierten Patienten

Beeinträchtigung der Leberfunktion, Veränderungen bestimmter Leberfunktionswerte,

Gelbsucht durch Stauung von Gallenflüssigkeit

Überreizung (Überstimulation) der Eierstöcke (siehe 2. „Was sollten Sie vor der Einnahme

Clomifen-ratiopharm

®

beachten?“). Im Extremfall entstehen dadurch ausgeprägte

Eierstockzysten mit Bauchwassersucht, Flüssigkeitsansammlungen im Brustraum und

Reizerscheinungen in der Bauchhöhle

Einzelfälle:

Krampfanfälle

Nicht bekannt:

Heranreifung mehrerer Eizellen. Die Wahrscheinlichkeit einer Mehrlingsschwangerschaft mit

den damit verbundenen Komplikationen und Gefahren ist erhöht, wenn die Befruchtung

während der Behandlung mit

Clomifen-ratiopharm

®

erfolgt.

Bei starker Überstimulation der Eierstöcke besteht erhöhte Gefahr, dass es zu Blutgerinnseln mit

Gefäßverschluss (Thromboembolien) kommt (siehe 2. „Was sollten Sie vor der Einnahme von

Clomifen-ratiopharm

®

beachten?“).

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und

Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website:

www.bfarm.de anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr

Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5. Wie ist Clomifen-ratiopharm

®

aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und der Blisterpackung nach

„Verwendbar bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich

auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu

entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Clomifen-ratiopharm

®

50 mg enthält

Der Wirkstoff ist Clomifendihydrogencitrat.

Jede Tablette enthält 50 mg Clomifendihydrogencitrat.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Magnesiumstearat (Ph.Eur.), Maisstärke, Lactose-Monohydrat.

Wie Clomifen-ratiopharm

®

50 mg aussieht und Inhalt der Packung

Weiße, runde Tablette mit Bruchkerbe.

Clomifen-ratiopharm

®

50 mg

ist in Packungen mit 10 Tabletten erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer

ratiopharm GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm

Hersteller

Merckle GmbH

Ludwig-Merckle-Str. 3

89143 Blaubeuren

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im August 2016.

Versionscode: Z07

FACHINFORMATION

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Clomifen-ratiopharm

®

50 mg Tabletten

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jede Tablette enthält 50 mg Clomifendihydrogencitrat.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: Lactose-Monohydrat

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Tablette

Weiße, runde Tablette mit Bruchkerbe.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Zur Auslösung des Eisprungs bei Frauen mit Sterilität infolge ausbleibender Ovulation.

Vor Beginn einer Behandlung sollten andere Ursachen der Unfruchtbarkeit bei der Frau und

eine Unfruchtbarkeit des Partners ausgeschlossen werden.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Die Behandlung mit Clomifen

darf nur unter Kontrolle eines Arztes durchgeführt werden.

Dosierung sowie Beginn und Dauer der Therapie werden vom behandelnden Arzt festgelegt und

dürfen keinesfalls überschritten werden.

Die empfohlene Dosierung beträgt im ersten Behandlungszyklus eine Tablette täglich über

5 Tage. Die Tablette soll unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit nach einer Mahlzeit eingenommen

werden.

Falls eine weitere Therapie erforderlich ist, bestimmt der behandelnde Arzt den Zeitpunkt und

die Dosierung für eine erneute Anwendung von Clomifen. Zur Vermeidung einer

unbeabsichtigten Verabreichung von Clomifen während der Frühschwangerschaft sollte

während sämtlicher Behandlungszyklen die Basaltemperatur aufgezeichnet und die Patientin

sorgfältig auf eine erfolgte Ovulation hin untersucht werden.

Die empfohlene Dosis für den ersten Zyklus der Behandlung mit Clomifen

ist 50 mg

(1 Tablette) täglich über 5 Tage. Die Therapie kann bei Patientinnen, die längere Zeit keine

Menstruation hatten, zu jedem beliebigen Zeitpunkt beginnen. Falls eine Entzugsblutung durch

Progesteron ausgelöst wurde oder eine spontane Menstruation vor Behandlungsbeginn erfolgte,

sollte die Therapie mit Clomifen am oder um den 5. Zyklustag begonnen werden. Wenn die

Ovulation mit dieser Dosis ausgelöst werden kann, ist eine Dosiserhöhung in den folgenden

Zyklen der Behandlung nicht notwendig.

Wenn die Ovulation nach dem ersten Zyklus der Therapie nicht erfolgt zu sein scheint, sollte

ein zweiter Zyklus mit einer Dosis von 100 mg pro Tag (2 Tabletten

Clomifen-ratiopharm

®

verabreicht als Einzeldosis) über 5 Tage erfolgen. Dieser Zyklus sollte ca. 30 Tage nach dem

ersten beginnen.

Eine Steigerung der Dosis oder der Dauer der Therapie über 100 mg pro

Tag über 5 Tage sollte nicht erfolgen.

Viele Patientinnen reagieren auf eine Therapie mit 50 mg Clomifen täglich über 5 Tage. Um die

empfohlene Dosis bei Beginn der Behandlung festzulegen, muss die Wirksamkeit gegenüber

den potentiellen Nebenwirkungen abgeschätzt werden. Es muss z. B. bedacht werden, dass

Untersuchungen zur Behandlung mit Clomifen vorhanden sind, die belegen, dass Ovulationen

und Schwangerschaften nur unwesentlich leichter mit 100 mg pro Tag über 5 Tage als mit

50 mg Clomifen pro Tag über 5 Tage zu erzielen sind.

Wenn die Dosis erhöht wird, sollte bedacht werden, dass eine ovarielle Hyperstimulation und

andere Nebenwirkungen häufiger auftreten können. Weiterhin muss bedacht werden, dass,

obwohl nicht genügend Daten über die Beziehung zwischen Dosis und Mehrfachgeburten

vorhanden sind, aus pharmakologischen Gründen eine gewisse Wahrscheinlichkeit besteht, dass

eine solche positive Beziehung existiert.

Aus diesen Gründen ist es zweckmäßig, die Behandlung mit der niedrigeren Dosis (50 mg pro

Tag über 5 Tage) zu beginnen und die Dosis nur bei den Patientinnen, die im ersten Zyklus

nicht ansprechen, zu erhöhen. Besondere Sorgfalt durch eine niedrigere Dosierung oder kürzere

Dauer eines Behandlungszyklus wird für Patientinnen mit einer übermäßigen Empfindlichkeit

gegenüber Gonadotropin, wie z. B. bei Patientinnen mit polyzystischem Ovar, empfohlen.

Art und Dauer der Anwendung

Clomifen

soll nur nach sorgfältiger Indikationsstellung und nur über einen begrenzten Zeitraum

angewendet werden. Mehr als 6 Behandlungszyklen sollen nicht durchgeführt werden.

Da die relative Unbedenklichkeit einer zyklischen Langzeittherapie noch nicht endgültig

feststeht und die Mehrzahl der ansprechenden Patientinnen innerhalb der ersten drei Zyklen

Ovulationen hat, wird eine zyklische Langzeittherapie nicht empfohlen. Die zyklische

Langzeittherapie bezieht sich auf eine Höchstdauer von ca. 6 Zyklen (einschließlich dreier

ovulatorischer Zyklen). Bei der Mehrzahl der Patientinnen, die auf die Therapie mit Clomifen

ansprechen, geschieht dies im ersten Therapiezyklus. Die adäquate Dauer der Behandlung liegt

bei 3 Zyklen. Wenn nach diesen 3 Zyklen noch keine Ovulationen erfolgt sind, sollte die Dia-

gnose überprüft werden. Eine darüber hinausgehende Behandlung wird bei Patientinnen, bei

denen sich keine Hinweise für das Auftreten einer Ovulation ergeben haben, nicht empfohlen.

Wie andere therapeutische Maßnahmen folgt auch die Behandlung mit Clomifen der Regel des

verringerten Ansprechens, dass sich nämlich die Wahrscheinlichkeit einer Konzeption mit je-

dem folgenden Therapiezyklus verringert.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten

sonstigen Bestandteile

Hypophysen- und ovarielle Tumoren

Lebererkrankungen, Leberfunktionsstörungen (auch in der Anamnese)

ungeklärte Uterusblutungen

Blutgerinnungsstörungen

ovarielle Funktionsstörungen

Ovarialzysten wegen Gefahr der Zystenvergrößerung (einschließlich Endometriose mit

Beteiligung der Ovarien; ausgenommen polyzystische Ovarien)

Sehstörungen bei vorangegangener Clomifen-Behandlung

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, Lactase-Mangel oder Glucose-

Galactose-Malabsorption sollten

Clomifen-ratiopharm

®

Tabletten

nicht einnehmen.

Diagnostik vor der Behandlung

Die Patientinnen sollten für eine Therapie mit Clomifen

nur nach sorgfältiger Untersuchung

ausgewählt werden. Der Therapieplan sollte im voraus festgelegt werden. Andere Störungen der

Infertilität sollten vorher ausgeschlossen bzw. adäquat vor einer Therapie mit Clomifen

behandelt werden. Die Bedeutung eines zeitlich genau geplanten Geschlechtsverkehrs kann

nicht genug betont werden.

Eine sorgfältige Beurteilung der Auswahl der Patientinnen sowie eine genaue Beobachtung der

Dosierungsrichtlinien, der Kontraindikationen und Nebenwirkungen sind unerlässlich. Da

Clomifen

nur bei Patientinnen mit Ovarialinsuffizienz indiziert ist, sollten andere mögliche

Ursachen einer Sterilität vor Beginn der Behandlung mit Clomifen

ausgeschlossen oder ent-

sprechend behandelt werden.

Die Anwendung von Clomifen

ist nur bei den Patientinnen angezeigt, bei denen eine

ovulatorische Dysfunktion besteht, wie sie in der vorliegenden Fachinformation beschrieben

und bei denen die Anwendung von

Clomifen-ratiopharm

®

nicht kontraindiziert ist. Andere

Ursachen der Infertilität müssen ausgeschlossen bzw. adäquat behandelt sein, bevor Clomifen

verordnet wird.

Adäquate Östrogenspiegel, wie sie z.B. anhand vaginaler Abstriche, endometrialer Biopsie,

Urin-Östrogen-Ausscheidung, endometrialer Blutung nach Progesteron-Gabe o. a. abgeschätzt

werden können, sind Hinweis für eine günstige Prognose bezüglich des Auslösens von

Ovulationen durch Clomifen. Ein niedriger Östrogenspiegel, obwohl prognostisch weniger

günstig, schließt aber eine erfolgreiche Anwendung von Clomifen nicht aus.

Vor Beginn der Behandlung mit Clomifen sollten andere Sterilitätsursachen, z. B. anatomische

Tubenveränderungen oder primäre Ovarialinsuffizienz, sowie männliche Sterilitätsfaktoren

abgeklärt werden. Frauen mit niedrigen oder nicht messbaren Gonadotropinspiegeln und

fehlender endogener Östrogenaktivität (WHO-Gruppe 1) sprechen normalerweise auf eine

Therapie mit Clomifen nicht an.

Clomifen

ist bei Patientinnen mit primärer Hypophysen- oder Ovarialstörung und anderen

Ursachen ovulatorischer Störungen wie Schilddrüsen- oder Nebennierenerkrankungen nicht

wirksam.

Vor jedem Behandlungszyklus mit Clomifen

ist eine gynäkologische Untersuchung

durchzuführen. Clomifen

darf nur dann erneut angewendet werden, wenn mit Sicherheit eine

bereits erfolgte Konzeption ausgeschlossen werden kann.

Hinweise für gynäkologische Untersuchungen

Eine Unterleibsuntersuchung soll vor Beginn und vor jedem folgenden Therapiezyklus mit

Clomifen

durchgeführt werden. Da Clomifen

die Ovarien stimuliert, kann es bei manchen

Patientinnen zu einer abnormen Vergrößerung der Eierstöcke durch Überstimulierung kommen.

Beim Vorliegen einer Ovarialzyste einschließlich einer ovariellen Endometriose, ausgenommen

bei Patientinnen mit polyzystischem Ovar, sollte Clomifen

nicht verabreicht werden, da eine

weitere Ovarvergrößerung eintreten kann. Bei Patientinnen mit polyzystischem Ovar sollte die

niedrigste Dosis, mit der noch günstige Ergebnisse zu erwarten sind, verordnet werden.

Grundsätzlich sollte zur Vermeidung einer stärkeren Ovarvergrößerung durch Clomifen

niedrigste Dosis, von der noch günstige Ergebnisse zu erwarten sind, verwendet werden. Es ist

zu bedenken, dass eine maximale Vergrößerung des Ovars erst einige Tage nach Beendigung

des Behandlungszyklus auftreten kann. Die Patientinnen sollten aufgeklärt werden, ihren Arzt

bei abdominellen oder Beckenschmerzen, Spannungszuständen und Gewichtszunahme nach

Einnahme von Clomifen

zu informieren. Patientinnen, die nach Einnahme von Clomifen

über

Unterleibsschmerzen klagen, sind sorgfältig zu untersuchen. Die maximale Vergrößerung der

Ovarien kann bis einige Tage nach Beendigung des Clomifen-Zyklus anhalten.

Falls eine Ovarvergrößerung auftritt, sollen weitere Behandlungszyklen mit Clomifen solange

ausgesetzt werden, bis die Ovarien ihre Größe wie vor der Therapie erreicht haben. Danach

sollte ein kürzerer Behandlungszyklus oder eine niedrigere Dosis verabreicht werden. Eine

gelegentliche mit der Anwendung von Clomifen einhergehende Ovarvergrößerung und Zysten-

bildung geht spontan innerhalb weniger Tage oder Wochen nach Absetzen der Therapie zurück.

Falls keine chirurgische Indikation zur Laparotomie gegeben ist, sollte eine derartige zystische

Vergrößerung konservativ behandelt werden.

Mehrlingsschwangerschaft

Mehrlingsschwangerschaften treten häufiger auf, wenn die Konzeption während eines Zyklus

nach Einnahme von Clomifen erfolgt ist. Das mögliche Auftreten und die Komplikationen von

Mehrlingsschwangerschaften sollten mit der Patientin besprochen werden. Bei 2369

Schwangerschaften im Rahmen klinischer Prüfungen traten 2183 (92,1 %)

Einzelschwangerschaften, 165 (6,9 %) Zwillings-, 11 (0,5 %) Drillings-, 7 (0,3 %) Vierlings-

und 3 (0,13 %) Fünflingsschwangerschaften auf (insgesamt 186 = 7,9 %

Mehrlingsschwangerschaften.). Bei den 165 Zwillingsschwangerschaften, von denen

ausreichende Informationen vorlagen, lag das Verhältnis von monozygoten zu dizygoten

Zwillingen bei 1 zu 5.

Hinweise zur Aufklärung der Patientin über Aborthäufigkeit und Anomalien

Die Häufigkeit von Anomalien bei Patientinnen mit Schwangerschaften durch Clomifen lag in

den klinischen Studien innerhalb der publizierten Angaben für den Durchschnitt der

Bevölkerung. Unter den spontan berichteten Geburtsanomalien nach clomifeninduzierter

Schwangerschaft befanden sich einige Neuralrohrstörungen. In Populationsstudien konnte

jedoch kein Zusammenhang mit der Ovulationsinduktion gefunden werden. Es wurden

vereinzelt Berichte über die mögliche Erhöhung des Risikos eines Down-Syndroms und eine

Steigerung der Trisomie-Rate bei Aborten von subfertilen Frauen, die ovulationsinduzierende

Medikamente (keine Frau mit Clomifen alleine und ohne weitere ovulationsauslösende

Medikamente) veröffentlicht. Es gibt jedoch bisher keinen Anhalt für die Annahme eines

erhöhten Risikos derartiger Störungen, die eine Amniozentese zur Ermittlung eines potentiellen

Risikos rechtfertigen würden.

Die Ergebnisse aller Untersuchungen während der klinischen Studien mit Clomifen zu

Fruchtabgängen ergaben eine Rate von 21,4 %. Die Abortrate lag bei 19 %. Ektopische

Schwangerschaften wurden in 1,18 %, Molen in 0, 17 %, ein Fetus papyraceous in 0,04 % und

Totgeburten in 1,01 % der Fälle festgestellt. Eine versehentliche Einnahme von Clomifen nach

einer Konzeption wurde von insgesamt 158 der 2369 Patientinnen in den klinischen Studien

berichtet. Von diesen Neugeborenen wiesen 8 Kinder (geboren von 7 Müttern) Anomalien auf.

Es bestand zwischen der berichteten Inzidenz von Geburtsdefekten in Abhängigkeit von der

Einnahme von Clomifen vor dem 19. oder zwischen dem 20. und 35. Tag kein Unterschied. Die

Inzidenz der Anomalien lag innerhalb des Bereichs, der für die Gesamtbevölkerung angegeben

wird.

Sehstörungen

Die Patientinnen sollten darauf hingewiesen werden, dass gelegentlich verschwommenes Sehen

oder andere Sehstörungen während der Therapie mit Clomifen auftreten können. Die Bedeutung

dieser Symptome ist noch nicht völlig abgeklärt. Wenn sie auftreten, sollte Clomifen abgesetzt

und eine eingehende ophthalmologische Untersuchung durchgeführt werden. Es sollten dann

keine weiteren Behandlungszyklen mit Clomifen vorgenommen werden.

Die Anwendung von

Clomifen-ratiopharm

®

Tabletten

kann bei Dopingkontrollen zu positiven

Ergebnissen führen.

Die Anwendung von

Clomifen-ratiopharm

®

Tabletten

als Dopingmittel kann zu einer

Gefährdung der Gesundheit führen.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Bislang keine bekannt.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Für die Anwendung von Clomifen während der Schwangerschaft und Stillzeit gibt es keine

Indikation. Obgleich ein teratogenes Potential von Clomifen bisher nicht bewiesen wurde, muss

aus Gründen der Vorsicht eine Anwendung von Clomifen während der Schwangerschaft

unbedingt vermieden werden (cave: zu spätes Absetzen von Clomifen nach induzierter

Ovulation und Konzeption). Deshalb sollte der Einleitung einer Clomifen-Behandlung eine

spontane oder eine Gestagen-induzierte Menstruation vorangehen. Um eine ungewollte

Anwendung von Clomifen während einer Frühschwangerschaft zu vermeiden, darf ein erneuter

Behandlungszyklus bei Verdacht auf bereits eingetretene Empfängnis (z. B. bei konstant

erhöhter Basaltemperatur) nur nach Ausschluss einer Frühschwangerschaft durch einen

Schwangerschaftstest eingeleitet werden.

Sobald eine Schwangerschaft unter der Behandlung mit

Clomifen-ratiopharm

®

Tabletten

eintritt, ist das Arzneimittel sofort abzusetzen. Pränataldiagnostische Maßnahmen werden bei

Schwangerschaft nach Clomifen-induzierter Ovulation empfohlen.

Clomifen hat eine hemmende Wirkung auf die Laktation.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Dieses Arzneimittel kann, insbesondere beim Auftreten von Sehstörungen, das

Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am

Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem

Maße im Zusammenwirken mit Alkohol.

4.8

Nebenwirkungen

Die während einer Therapie mit Clomifen möglichen Nebenwirkungen sind üblicherweise

abhängig von der Höhe der Dosierung und der Dauer der Therapie.

Beim Auftreten von Nebenwirkungen (insbesondere allergische Reaktionen, Sehstörungen und

Unterleibsschmerzen) ist das Arzneimittel sofort abzusetzen.

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde

gelegt:

sehr häufig

≥ 1/10

häufig

≥ 1/100 bis < 1/10

gelegentlich

≥ 1/1.000 bis < 1/100

selten

≥ 1/10.000 bis < 1/1.000

sehr selten

< 1/10.000

nicht bekannt

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig:

Kopfschmerzen

Gelegentlich:

Benommenheit, Schlaflosigkeit, Schwindel, Depressionen, Nervosität

In Einzelfällen:

Krampfanfälle

Augenerkrankungen

Häufig:

Sehstörungen

Sehr selten:

Manifestation der Sehstörungen in Augenflimmern, verschwommenem Sehen

und entoptischen Erscheinungen wie Fleckensehen oder Lichtblitzen. Nach bisher vorliegenden

Beobachtungen handelt es sich dabei um vorübergehende Erscheinungen, die nach Absetzen

von Clomifen verschwinden.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig: Unterbauchbeschwerden wie Spannungsgefühl und Blähungen (oft in Zusammenhang

mit Mittelschmerz, prämenstruellem Syndrom oder Vergrößerung der Ovarien), Übelkeit und

Erbrechen

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Gelegentlich:

häufige Miktion

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Sehr häufig:

Vergrößerung der Ovarien

Häufig:

Brustspannen

Gelegentlich:

verstärkte Menstruation

Sehr selten:

Überstimulation der Ovarien

Nicht bekannt:

Heranreifung mehrerer Follikel

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Gelegentlich:

Hautreaktionen (Dermatitis, Ekchymosen, Erythema exsudativum multiforme,

allergische Hauterscheinungen, angioneurotisches Ödem und Urtikaria), Lichtempfindlichkeit,

passagerer Haarausfall

Gefäßerkrankungen

Sehr häufig:

Vasomotorischer Flush und Hitzewallungen (sofort reversibel nach der

Therapie)

Leber- und Gallenerkrankungen

Sehr selten:

Beeinträchtigung der Leberfunktion, Bromsulphalein (BSP)-Retention von

mehr als 5%, cholestatischer Ikterus

Psychiatrische Erkrankungen

Sehr selten:

Verschlimmerung von psychotischen Störungen bei prädisponierten Patienten

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Gelegentlich:

Gewichtszunahme, Müdigkeit

Es besteht die Gefahr thrombolischer Ereignisse bei schwerer Überstimulierung der Ovarien.

Beschreibung einzelner Symptome

Eierstockvergrößerung

In empfohlenen Dosen ist eine abnorme Eierstockvergrößerung selten, obwohl die übliche

zyklische Variation der Eierstockgröße verstärkt werden kann. Ähnlich kann der zyklische

ovarielle Schmerz (Mittelschmerz) etwas verstärkt werden. Mit höheren oder länger

verabreichten Dosen kann die Eierstockvergrößerung etwas häufiger auftreten und

Zystenbildung könnte möglich sein. Die luteale Phase des Zyklus kann verlängert sein.

In seltenen Fällen wurden erhebliche Ovarvergrößerungen beschrieben. Es liegt der Bericht

über eine Patientin mit einem polyzystischen ovariellen Syndrom vor, die täglich über 14 Tage

mit 100 mg Clomifen behandelt worden war. Extrem selten kann ein Überstimulationssyndrom

mit deutlicher Vergrößerung der Eierstöcke sowie Auftreten von Wasser im Bauchraum und

auch im Brustraum mit schmerzhaften Beschwerden im Bauchraum auftreten. Eine bereits

bestehende Bluteindickung (Hämokonzentration), Salzrückhalt (Elektrolytretention) und

vermehrte Verklumpbarkeit der Blutplättchen (Thrombozytenaggregation) erhöhen die Gefahr

thromboembolischer Ereignisse bei schwerer Überstimulation der Eierstöcke.

Abnorme Ovarvergrößerungen gehen üblicherweise spontan zurück. Die meisten Patienten mit

dieser Störung sollen konservativ behandelt werden.

Visussymptome

Sie werden gewöhnlich als „verschwommenes Sehen“, als „Pünktchen“ oder „Flackern“

(Flimmerskotome) beschrieben, nehmen mit steigender Gesamtdosis an Häufigkeit zu und

verschwinden innerhalb weniger Tage oder Wochen nach Absetzen von Clomifen. Diese

Symptome scheinen auf einer Intensivierung und Verlängerung von Nachbildern zu beruhen.

Nachbilder als solche wurden ebenfalls berichtet. Oft treten die Symptome erst dann in Er-

scheinung oder verstärken sich, wenn die Patientin einer heller erleuchteten Umgebung

ausgesetzt ist. Obgleich allgemein die Sehschärfe nicht beeinflusst wird, entwickelte eine

Patientin bei Einnahme von 200 mg Clomifen täglich am 7. Behandlungstag verschwommenes

Sehen, das bis zu deutlicher Verminderung der Sehschärfe am 10. Tag fortschritt. Es fand sich

keine weitere Abnormalität. Am 3. Tag nach Absetzen der Therapie war die Sehschärfe wieder

normal.

Ferner wurde über ophthalmologisch abgrenzbare Skotome und funktionelle Veränderungen der

Retinazellen (elektroretinographisch) berichtet. Eine Patientin, die während einer klinischen

Studie behandelt wurde, entwickelte nach längerer Anwendung von Clomifen Skotome, die am

32. Tag nach Beendigung der Therapie verschwanden. Bei einer 34jährigen Patientin, die

3 Behandlungszyklen mit Clomifen erhalten hatte, zeigte die mikroskopische Untersuchung mit

der Spaltlampe eine geringgradige subkapsuläre Opaleszenz in den hinteren Linsenrinden beider

Augen; die ophthalmoskopische Untersuchung ergab normale Befunde. Die ophthalmologische

Diagnose lautete Cataracta senilis polaris posterior.

Leberfunktion

Eine Bromsulphalein(BSP)-Retention von mehr als 5 % wurde bei 32 von 141 Patientinnen, bei

denen die Messung durchgeführt wurde, berichtet. Insgesamt 5 von 43 Patientinnen, die die

heute empfohlene Dosis einnahmen, wiesen solche Veränderungen auf. Die Retentionen waren

meist minimal, sofern nicht eine langfristige kontinuierliche Verabreichung von Clomifen

erfolgt war oder falls nicht eine davon offenbar unabhängige Lebererkrankung bestand. Andere

Leberfunktionsproben waren normal. In einer späteren kontrollierten randomisierten Studie, in

der Patientinnen über 6 aufeinanderfolgende Monate Clomifen (50 oder 100 mg täglich über

3 Tage) oder Placebo eingenommen hatten, wurden die Retentionstests bei insgesamt

94 Patientinnen durchgeführt. Überschreitungen von 5 % wurden bei 11 Patientinnen

festgestellt, 6 von ihnen hatten Clomifen, 5 Placebo eingenommen. Eine Patientin

(Einzelfallbericht) hatte am 19. Behandlungstag einen Ikterus. Die Leberbiopsie ergab eine

Cholestase ohne Zeichen einer Hepatitis.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer

Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses

des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall

einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt.

Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de

anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Symptome der Intoxikation

Über akute Überdosierungen oder Intoxikationen mit Clomifen liegen bislang keine Berichte

vor.

Es ist mit einem vermehrten Auftreten der unter Abschnitt 4.8 beschriebenen Nebenwirkungen

(massive Vergrößerung der Ovarien mit Abdominal- oder Unterleibsbeschwerden, Flush,

Hitzewallungen sowie Sehstörungen, aber auch uneinheitliche zentralnervöse Symptome wie

Nervosität, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit, Depression) zu rechnen.

Eine Beeinträchtigung der Leberfunktion ist denkbar.

Therapie von Intoxikationen

Allgemeine Richtlinien für die Therapie bei oraler Intoxikation:

Giftentfernung (Erbrechen auslösen, Magenspülung)

resorptionsmindernde Maßnahmen (Kohle-Pulvis-Gabe)

Überwachung der vitalen Funktionen

Substanzspezifische Behandlungsmöglichkeiten sind nicht bekannt.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Ovulationsauslöser, synthetisch

ATC-Code: G03GB02

Clomifen ist ein Triphenylethylen-Derivat. Es liegt als Racemat seiner beiden Stereoisomeren

vor und besteht zu 62 % aus Enclomifen (Trans-Isomere) und zu 38 % aus Zuclomifen (Cis-

Isomere). Das Racemat besitzt eine gemischte estrogenagonistische/-antagonistische Wirkung;

klinisch bedeutsam ist die antiestrogene Wirkung von Enclomifen in Gegenwart von

Estrogenen. Bei Estrogenmangel wirkt Clomifen dagegen als schwaches Estrogen. Obwohl

Clomifen von Estrogenrezeptoren im Zellkern mit hoher Affinität und längerfristig gebunden

wird, löst es nur geringe estrogene Effekte aus und stimuliert z. B. nicht die Neusynthese von

Estrogenrezeptoren. Dadurch kommt es zu einer Abnahme der Sensitivität der Zielzellen

gegenüber Estrogenen. Im Hypothalamus führt dies zu einer Abschwächung des negativen

Feedbacks der endogenen Estrogene und so zu einer Steigerung der hypothalamischen GnRH-

Freisetzung, die ihrerseits eine verstärkte Sekretion von LH und FSH bewirkt. Bei primärer

hypophysärer oder ovarieller Insuffizienz ist Clomifen daher nicht wirksam.

Darüber hinaus hat Clomifen eine direkte stimulierende Wirkung auf die Estrogensynthese im

Follikel. In entsprechender Weise kann Clomifen estrogenagonistische oder -antagonistische

Wirkungen an der Hypophyse, der Cervix und am Endometrium entfalten. Clomifen hat keine

gestagenen, androgenen, antiandrogenen oder gluko- und mineralokortikoiden Effekte.

Eine Kombination von Clomifen und HCG zur Ovulationsauslösung kann sinnvoll sein.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Clomifen wird nach oraler Aufnahme rasch resorbiert; maximale Plasmaspiegel von etwa

7,5 ng/ml Zuclomifen werden 7 Stunden, von etwa 4,2 ng/ml Enclomifen 4 Stunden nach

einmaliger Einnahme von 50 mg Clomifen erreicht.

Wegen der unterschiedlichen Halbwertszeiten der beiden Isomere kommt es danach zu einer

Verschiebung des Verhältnisses. Die Halbwertszeit von Clomifen beträgt 5 Tage.

Nach Absorption aus dem Gastrointestinaltrakt wird Clomifen in der Galle konzentriert und

geht in den enterohepatischen Kreislauf ein.

In vitro wurden bislang 3 Metaboliten identifiziert. Clomifen wird überwiegend mit den Fäzes

ausgeschieden und liegt mehrheitlich in unveränderter Form vor (Untersuchungen an Ratten).

Im Einzelfall kann Clomifen noch 6 Wochen nach Verabreichung einer Einmaldosis im Stuhl

nachweisbar sein.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Akute Toxizität

(mg/kg KG) von Clomifendihydrogencitrat

p.o.

i.p.

Ratte

5750

Maus

1700

Chronische Toxizität

Mit zunehmender Therapiedauer ist mit einem vermehrten Auftreten von Nebenwirkungen zu

rechnen (siehe auch Abschnitt 4.8 und Abschnitt 4.9).

Mutagenität

Clomifen ist nur unzureichend auf mutagene Wirkungen untersucht. Neben negativen

Untersuchungen liegen aus zwei In-vitro-Tests nicht abgeklärte Hinweise auf genotoxische

Effekte vor.

Kanzerogenität

Langzeituntersuchungen am Tier auf ein tumorerzeugendes Potential liegen nicht vor.

Reproduktionstoxizität

Fallberichte aus den frühen 70er-Jahren gaben Hinweise auf einen möglichen Zusammenhang

zwischen Clomifen-Einnahme und einem erhöhten Risiko für Neuralrohrdefekte. Da keine

Angaben darüber vorliegen, ob derartige Missbildungen in einem Kollektiv von Kindern

Clomifen-behandelter Mütter häufiger auftreten als in einem Kontrollkollektiv, ist eine positive

Bewertung dieses Zusammenhangs im Sinne teratogener Eigenschaften von Clomifen nicht

möglich.

In einer kontrollierten prospektiven Studie über 5 Jahre (1034 Schwangerschaften nach

Clomifen-induzierter Ovulation) hatten von 935 lebend geborenen Kindern 2,3 % sichtbare

Fehlbildungen. Ein signifikanter Unterschied gegenüber dem Kontrollkollektiv (30.333

Geburten mit 1,7 % Fehlbildungen) bestand nicht. In unkontrollierten Studien schwanken die

Angaben zur Inzidenz von kongenitalen Missbildungen nach Clomifen-induzierter Ovulation

zwischen 2 % und 9 %, wobei jeweils keine signifikanten Unterschiede zu den entsprechenden

Werten in vergleichbaren Normalkollektiven von den Autoren berichtet wurden.

In tierexperimentellen Untersuchungen fanden sich folgende Ergebnisse:

Trächtige Ratten erhielten während des Zeitraums der Organogenese 1,6–200 mg Clomifen/kg

KG oral. Bei einer Dosis von 8 mg/kg KG/Tag wurden Missbildungen bei einem von 5 Würfen

festgestellt. Ab 40 mg/kg KG/Tag war die Fetalentwicklung gehemmt. Nach oralen Gaben von

20–40 mg/kg KG/Tag vom 8.-15. Tag der Tragzeit wurden bei Kaninchen deformierte Feten

beobachtet. Nach oraler Gabe von 8 mg/kg KG/Tag traten keine Deformationen der Feten auf.

An frühen Embryonalstadien des Kaninchens (vom Zweizellstadium an), die nach ihrer

Gewinnung 65 Stunden lang kultiviert wurden, zeigte sich unter Kulturbedingungen ab 10

Clomifen eine Reduzierung der

H-Thymidinkorporation um etwa 50 % gegenüber den

Kontrollen. Die bei therapeutischer Anwendung von Clomifen zu erwartenden Konzentrationen

im Patientenserum liegen jedoch nur im Bereich von 10

Eine endgültige Beurteilung des reproduktionstoxischen Potentials von Clomifen bzw. der

reproduktionstoxikologischen Folgen einer vorbestehenden Infertilität steht aus.

Aus Gründen der Vorsicht muss eine Anwendung von Clomifen während der Schwangerschaft

unbedingt vermieden werden (siehe Abschnitt 4.6).

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Magnesiumstearat (Ph.Eur.), Maisstärke, Lactose-Monohydrat.

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend

6.3

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Packung mit 10 Tabletten

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur

Handhabung

Keine besonderen Anforderungen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

ratiopharm GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm

8.

ZULASSUNGSNUMMER(N)

22255.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 27. September 1990

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 22. Oktober 2012

10.

STAND DER INFORMATION

August 2016

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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