Clofarabin Genthon 1 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Österreich - Deutsch - AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

25-05-2021

Fachinformation Fachinformation (SPC)

25-05-2021

Wirkstoff:
CLOFARABIN
Verfügbar ab:
Genthon BV
ATC-Code:
L01BB06
INN (Internationale Bezeichnung):
clofarabine
Verschreibungstyp:
Arzneimittel zur einmaligen Abgabe auf aerztliche Verschreibung
Produktbesonderheiten:
Abgabe durch eine (öffentliche) Apotheke
Zulassungsnummer:
138435
Berechtigungsdatum:
2018-08-06

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Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Clofarabin Genthon 1 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Wirkstoff: Clofarabin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt. Dies gilt auch für

Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Clofarabin Genthon und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von Clofarabin Genthon beachten?

Wie ist Clofarabin Genthon anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Clofarabin Genthon aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Clofarabin Genthon und wofür wird es angewendet?

Clofarabin Genthon enthält den Wirkstoff Clofarabin. Clofarabin gehört zu einer Gruppe von

Arzneimitteln, die als Krebsarzneimittel bezeichnet werden. Es wirkt, indem es das Wachstum dieser

anormalen weißen Blutkörperchen behindert und sie schließlich abtötet. Es wirkt am besten gegen

Zellen, die sich schnell vermehren – wie Krebszellen.

Clofarabin Genthon wird zur Behandlung von Kindern (≥ 1 Jahr), Jugendlichen und jungen

Erwachsenen bis zu 21 Jahren mit akuter lymphoblastischer Leukämie (ALL) angewendet, wenn

frühere Behandlungen nicht gewirkt haben oder nicht mehr wirken. Akute lymphoblastische Leukämie

wird durch ein anormales Wachstum von einigen Typen weißer Blutkörperchen verursacht.

2.

Was sollten Sie vor der Anwendung von Clofarabin Genthon beachten?

Clofarabin Genthon darf nicht angewendet werden,

wenn Sie allergisch gegen Clofarabin oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen

Bestandteile dieses Arzneimittels sind,

wenn Sie stillen (bitte lesen Sie den Abschnitt „Schwangerschaft und Stillzeit“ weiter unten),

wenn Sie schwere Nieren- oder Leberprobleme haben.

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn eine dieser Bedingungen auf Sie zutrifft. Wenn Sie Elternteil

eines mit Clofarabin Genthon behandelten Kindes sind, informieren Sie den Arzt, wenn eine dieser

Bedingungen auf Ihr Kind zutrifft.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie Clofarabin Genthon anwenden. Informieren Sie Ihren

Arzt, wenn eine dieser Bedingungen auf Sie zutrifft. Clofarabin Genthon ist möglicherweise nicht für

Sie geeignet:

wenn bei Ihnen eine schwere Reaktion aufgetreten ist, nachdem Sie dieses Arzneimittel früher

schon einmal angewendet haben,

wenn Sie eine Nierenerkrankung haben oder früher hatten,

wenn Sie eine Lebererkrankung haben oder früher hatten,

wenn Sie eine Herzerkrankung haben oder früher hatten.

Informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt oder das medizinische Betreuungs-/Fachpersonal, wenn

Sie eines der folgenden Ereignisse bemerken, da Sie die Behandlung möglicherweise abbrechen

müssen:

wenn Sie Fieber oder hohe Temperatur bekommen – da Clofarabin die Anzahl der im

Knochenmark erzeugten Blutkörperchen reduziert, können Sie möglicherweise leichter

Infektionen bekommen,

wenn Sie Schwierigkeiten beim Atmen haben, schnell atmen oder atemlos sind,

wenn Sie eine Veränderung Ihres Herzschlags bemerken,

wenn Sie unter Schwindel (Benommenheit) oder Ohnmacht leiden – dies kann ein Symptom

eines niedrigen Blutdrucks sein,

wenn Ihnen übel ist oder Sie Diarrhö (Durchfall) haben,

wenn Ihr Urin dunkler als sonst ist – es ist wichtig, viel Wasser zu trinken, um eine

Austrocknung zu vermeiden,

wenn Sie einen Ausschlag mit Bläschen oder Geschwüre im Mund bekommen,

wenn Sie Ihren Appetit verlieren, unter Nausea (Übelkeit), Erbrechen, Durchfall,

dunkelgefärbtem Urin und hellem Stuhl, Magenschmerzen, Gelbsucht (Gelbfärbung der Haut

und Augen) leiden oder wenn Sie sich generell unwohl fühlen, könnten dies Symptome einer

Leberentzündung (Hepatitis) oder Leberschädigung (Leberversagen) sein,

wenn Sie wenig oder keinen Urin ausscheiden oder wenn Sie Schläfrigkeit, Übelkeit,

Erbrechen, Atemlosigkeit, Appetitlosigkeit und/oder Schwächegefühl bei sich bemerken (dies

können Anzeichen von akutem Nierenversagen/Nierenversagen sein).

Wenn Sie Elternteil eines mit Clofarabin Genthon behandelten Kindes sind, informieren Sie den

Arzt, wenn eine dieser Bedingungen auf Ihr Kind zutrifft.

Während der Behandlung mit Clofarabin Genthon wird Ihr Arzt regelmäßig Bluttests und andere Tests

durchführen, um Ihren Gesundheitszustand zu überwachen. Dieses Arzneimittel wird durch seine

Wirkungsweise Auswirkungen auf Ihr Blut und andere Organe haben.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Empfängnisverhütung. Junge Männer und Frauen müssen während

und nach der Behandlung eine wirksame Methode der Empfängnisverhütung anwenden. Siehe den

Abschnitt „Schwangerschaft und Stillzeit“ weiter unten. Clofarabin Genthon kann die männlichen und

weiblichen Reproduktionsorgane schädigen. Fragen Sie Ihren Arzt, was zu Ihrem Schutz getan werden

kann und wie es Ihnen möglich sein kann, eine Familie zu haben.

Anwendung von Clofarabin Genthon zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie folgende Arzneimittel einnehmen/anwenden oder kürzlich

eingenommen/angewendet haben:

Arzneimittel gegen Herzkrankheiten,

Arzneimittel, die den Blutdruck verändern,

Arzneimittel, die sich auf Ihre Leber oder Nieren auswirken,

andere Arzneimittel, auch nicht verschreibungspflichtige.

Schwangerschaft und Stillzeit

Clofarabin sollte während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, eine

Behandlung ist dringend erforderlich.

Frauen, die schwanger werden könnten: Sie müssen während der Behandlung mit Clofarabin eine

wirksame Methode der Empfängnisverhütung anwenden. Clofarabin kann dem Ungeborenen schaden,

wenn es von Schwangeren angewendet wird. Wenn Sie schwanger sind oder während der Behandlung

mit Clofarabin schwanger werden, suchen Sie sofort medizinische Beratung.

Auch Männer müssen eine wirksame Methode der Empfängnisverhütung anwenden, wenn sie oder

ihre Partnerin mit Clofarabin behandelt werden.

Wenn Sie stillen, müssen Sie mit dem Stillen aufhören, bevor Sie die Behandlung beginnen. Sie

dürfen auch während der Behandlung und innerhalb von 3 Monaten nach Beendigung der Behandlung

nicht stillen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Achtung: dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit und Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen.

Sie dürfen sich nicht an das Steuer eines Fahrzeugs setzen und auch keine Werkzeuge oder Maschinen

bedienen, wenn Sie sich schwindelig oder benommen fühlen oder ohnmächtig werden.

Clofarabin Genthon enthält Natriumchlorid

Dieses Arzneimittel enthält 71 mg Natrium (Hauptbestandteil von Kochsalz/Speisesalz) pro

Durchstechflasche. Dies entspricht 4% der für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen

Natriumaufnahme mit der Nahrung

3.

Wie ist Clofarabin Genthon anzuwenden?

Die Behandlung mit Clofarabin Genthon ist Ihnen von einem qualifizierten Arzt mit Erfahrung in der

Leukämiebehandlung verordnet worden.

Ihr Arzt wird die richtige Dosis für Sie ermitteln; dabei berücksichtigt er Ihre Größe, Ihr Gewicht

und Ihren Zustand. Bevor Ihnen Clofarabin Genthon gegeben wird, wird es in einer

Natriumchloridlösung (Salz und Wasser) verdünnt. Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie eine

kontrollierte Natriumdiät einhalten müssen, da dies die Art der Anwendung des Arzneimittels

beeinflussen könnte.

Ihr Arzt wird Ihnen Clofarabin Genthon einmal täglich an 5 Tagen geben. Sie erhalten das

Arzneimittel als Infusion über eine lange dünne Röhre in eine Vene (ein Tropf) oder in ein kleines

medizinisches Instrument (Port-a-Cath), wenn bei Ihnen (oder Ihrem Kind) ein solches unter die Haut

implantiert wurde. Die Infusion wird über einen Zeitraum von 2 Stunden angewendet. Wenn Sie (bzw.

Ihr Kind) weniger als 20

kg wiegen (wiegt), kann die Infusion länger dauern.

Ihr Arzt wird Ihren Gesundheitszustand überwachen und je nach Ihrer Reaktion auf die Behandlung

möglicherweise die Dosis verändern. Es ist wichtig, dass Sie viel Wasser trinken, um eine

Austrocknung zu vermeiden.

Wenn Sie eine größere Menge von Clofarabin Genthon angewendet haben, als Sie sollten

Wenn Sie glauben, dass Sie zu viel Arzneimittel erhalten haben, informieren Sie sofort Ihren Arzt.

Wenn Sie die Anwendung von Clofarabin Genthon vergessen haben

Ihr Arzt wird Ihnen sagen, wann dieses Arzneimittel bei Ihnen angewendet werden soll. Wenn Sie

glauben, dass Sie eine Dosis vergessen haben, informieren Sie sofort Ihren Arzt.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen):

Ängstlichkeit, Kopfschmerzen, Fieber, Müdigkeit Übelkeit und Erbrechen, Diarrhö (Durchfall)

Rötung, Juckreiz und entzündete Haut, Entzündung der Schleimhäute des Mundes und anderer

Bereiche Sie haben möglicherweise mehr Infektionen als normalerweise, da Clofarabin Genthon die

Anzahl bestimmter Blutkörperchen in Ihrem Körper senken kann Hautausschlag, der juckend, rot

oder schmerzhaft sein kann, oder Hautabschuppung, auch an den Handinnenflächen und Fußsohlen,

oder kleine, rötliche oder violette Punkte unter der Haut.

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):

Infektionen des Blutes, Pneumonie, Gürtelrose, Implantatinfektionen, Infektionen des Mundes wie

Soor und Bläschenausschlag Veränderungen der Blutwerte, Veränderungen bei weißen

Blutkörperchen Allergische Reaktionen Durstgefühl und dunklerer Urin als normal, verminderter

Appetit oder Appetitverlust, Gewichtsverlust Erregung, Reizbarkeit oder Ruhelosigkeit

Taubheitsgefühl oder Schwächegefühl in Armen und Beinen, Taubheit der Haut, Schläfrigkeit,

Schwindel, Tremor Hörprobleme Wasseransammlung um das Herz, schneller Herzschlag

Niedriger Blutdruck, Schwellungen von blauen Flecken Austritt aus winzigen Blutgefäßen, schnelle

Atmung, Nasenbluten, Atmungsschwierigkeiten, Atemlosigkeit, Husten Bluterbrechen,

Magenschmerzen, Schmerzen am After Blutungen im Kopf, Magen, Darm oder der Lunge, Mund-

oder Zahnfleischbluten, Geschwüre am Mund, entzündete Mundschleimhaut Gelbfärbung der Haut

und der Augen (auch als Gelbsucht bezeichnet) oder andere Lebererkrankungen Blutergüsse,

Haarverlust, Veränderungen der Hautfarbe, vermehrtes Schwitzen, trockene Haut oder andere

Hautprobleme Schmerzen in der Brustwand oder den Knochen, Nacken- oder Rückenschmerzen,

Schmerzen in Gliedmaßen, Muskeln oder Gelenken Blut im Urin Ausfall von Organen,

Schmerzen, gesteigerte Muskelspannung, Wasseransammlung und Schwellungen in Teilen des

Körpers, einschließlich der Arme und Beine, Veränderungen des Geisteszustands, Hitze- oder

Kältegefühl oder anormales Gefühl Clofarabin kann die Spiegel bestimmter Substanzen im Blut

beeinflussen. Ihr Arzt wird regelmäßig Bluttests durchführen, um zu prüfen, ob Ihre Körperfunktionen

in Ordnung sind. Leberschädigung (Leberversagen) Geringe oder keine Urinausscheidung,

Schläfrigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Atemlosigkeit, Appetitlosigkeit und/oder Schwächegefühle

(mögliche Anzeichen von akutem Nierenversagen oder Nierenversagen).

Gelegentliche Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen):

Entzündung der Leber (Hepatitis).

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können

Nebenwirkungen auch direkt über das nationale Meldesystem anzeigen:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 Wien

ÖSTERREICH

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Clofarabin Genthon aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Etikett und dem Umkarton nach „Verwendbar bis:“

angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Die ersten beiden Ziffern geben den Monat und die

letzten vier Ziffern das Jahr an.

Nicht einfrieren.

Nach der Zubereitung und Verdünnung muss Clofarabin Genthon sofort verwendet werden oder

innerhalb von 24 Stunden, wenn es im Kühlschrank (bei 2 °C bis 8 °C) aufbewahrt wird.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu

entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Clofarabin Genthon enthält

Der Wirkstoff ist: Clofarabin. Jeder ml enthält 1 mg Clofarabin. Jede 20-ml-Durchstechflasche

enthält 20 mg Clofarabin.

Die sonstigen Bestandteile sind: Natriumchlorid und Wasser für Injektionszwecke.

Wie Clofarabin Genthon aussieht und Inhalt der Packung

Clofarabin Genthon ist ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung. Es ist eine klare, fast

farblose Lösung, die vor der Anwendung zubereitet und verdünnt wird. Sie ist in Durchstechflaschen

mit 20 ml erhältlich. Die Durchstechflaschen enthalten 20 ml Clofarabin und sind in einem Umkarton

verpackt. Jeder Umkarton enthält 1, 3, 4, 10 oder 20 Durchstechflasche(n).

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Pharmazeutischer Unternehmer:

Genthon BV

Microweg 22

6545 CM Nijmegen

Niederlande

Hersteller:

Synthon BV

Microweg 22

6545 CM Nijmegen

Niederlande

Synthon Hispania S.L.

C/Castello n°1, Poligono Industrial Las Salinas

Sant Boi de Llobregat

08830 Barcelona

Spanien

Synthon s.r.o.

Brněnská 32/čp. 597

678 01 Blansko

Tschechische Republik

AqVida GmbH

Kaiser-Wilhelm-Str. 89

20355 Hamburg

Deutschland

Z.Nr.:

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR)

unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Bulgarien:

Клофарабин Алвоген 1 mg/ml концентрат за инфузионен разтвор

Deutschland:

Clofarabin AqVida 1 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer

Infusionslösung

Italien:

Clofarabina Ibisqus

Niederlande:

Clofarabine Genthon 1 mg/ml, concentraat voor oplossing voor infusie

Österreich:

Clofarabin Genthon 1 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer

Infusionslösung

Spanien:

Clofarabina Aristo

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im November 2020.

1/20

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

2/20

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Clofarabin Genthon 1 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jeder ml Konzentrat enthält 1

mg Clofarabin.

Jede 20-ml-Durchstechflasche enthält 20

mg Clofarabin.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung

Dieses Arzneimittel enthält x mg Natrium pro Durchstechflasche.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung.

Klare, farblose Lösung, praktisch frei von Partikeln, mit einem pH-Wert von 4,5 bis 7,5 und einer

Osmolarität von 270 bis 310 mOsm/l.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Behandlung von akuter lymphoblastischer Leukämie (ALL) bei pädiatrischen Patienten, die nach

mindestens zwei Vorbehandlungen ein Rezidiv erleiden oder refraktär sind, und wenn erwartet wird,

dass keine andere Behandlungsoption zu einem dauerhaften Ansprechen führt. Sicherheit und

Wirksamkeit sind in Studien mit Patienten beurteilt worden, die bei der Erstdiagnose ≤ 21 Jahre alt

waren (siehe Abschnitt 5.1).

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Die Einleitung und Überwachung der Therapie muss durch einen Arzt erfolgen, der über Erfahrung in

der Behandlung von Patienten mit akuten Leukämien verfügt.

Dosierung

Erwachsene (einschließlich älterer Patienten)

Zurzeit liegen keine ausreichenden Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit von Clofarabin bei

erwachsenen Patienten vor (siehe Abschnitt 5.2).

Kinder und Jugendliche

Kinder und Jugendliche

(≥

1 Jahr)

Die empfohlene Dosis der Monotherapie beträgt 52

mg/m

Körperoberfläche, angewendet als

intravenöse Infusion über 2 Stunden täglich an 5 aufeinander folgenden Tagen. Die Körperoberfläche

muss vor Beginn eines jeden Zyklus anhand der aktuellen Größe und des tatsächlichen Gewichts des

Patienten berechnet werden. Nach der Wiederherstellung der normalen Hämatopoese (d. h. ANC

[absolute neutrophil count]/Anzahl neutrophiler Granulozyten ≥

0,75

/l) und der Rückkehr zur

Ausgangs-Organfunktion sollten die Behandlungszyklen alle 2 bis 6 Wochen wiederholt werden (vom

ersten Tag des vorigen Zyklus an gerechnet). Eine 25%ige Dosisreduktion kann bei Patienten mit

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erheblicher Toxizität gerechtfertigt sein (siehe unten). Derzeit gibt es nur begrenzte Erfahrungen mit

Patienten, die mehr als 3 Behandlungszyklen durchlaufen haben (siehe Abschnitt 4.4).

Die Mehrzahl der auf Clofarabin ansprechenden Patienten erreicht ein Ansprechen nach 1 oder

Behandlungszyklen (siehe Abschnitt 5.1). Daher sollten die potenziellen Vorteile und Risiken eines

Fortführens der Therapie bei Patienten, die nach 2 Behandlungszyklen keine hämatologischen

und/oder klinischen Verbesserungen zeigen, von dem behandelnden Arzt beurteilt werden (siehe

Abschnitt 4.4).

Kinder mit einem Gewicht < 20

kg

Zur Verminderung von Angst- und Reizbarkeitssymptomen und zur Vermeidung von übermäßig

hohen Clofarabin-Maximalkonzentrationen (siehe Abschnitt 5.2) sollte eine Infusionszeit von

>

Stunden in Betracht gezogen werden.

Kinder im Alter von < 1 Jahr

Es liegen keine Daten zur Pharmakokinetik, Sicherheit oder Wirksamkeit von Clofarabin bei

Säuglingen vor. Aus diesem Grund muss eine Empfehlung für eine sichere und wirksame Dosierung

bei Patienten im Alter von < 1 Jahr erst noch erwiesen werden.

Dosisreduktion bei Patienten mit hämatologischer Toxizität

Wenn sich die Werte für die neutrophilen Granulozyten bis 6 Wochen nach Beginn eines

Behandlungszyklus nicht erholt haben, sollte eine Knochenmarkaspiration/-biopsie durchgeführt

werden, um festzustellen, ob möglicherweise eine refraktäre Erkrankung vorliegt. Wenn keine

Hinweise für eine persistierende Leukämie vorliegen, empfiehlt es sich, die Dosis für den nächsten

Behandlungszyklus gegenüber der vorigen Dosierung um 25 % zu reduzieren, nachdem der ANC

wieder einen Wert ≥ 0,75 × 10

/l erreicht hat. Wenn eine Neutropenie (ANC < 0,5 × 10

/l) länger als 4

Wochen nach Beginn des letzten Zyklus dauert, wird empfohlen, die Dosis für den nächsten Zyklus

um 25 % zu reduzieren.

Dosisreduktion bei Patienten mit nicht hämatologischer Toxizität

Infektiöse Ereignisse

Wenn ein Patient eine klinisch signifikante Infektion entwickelt, kann die Clofarabin-Behandlung

ausgesetzt werden, bis die Infektion klinisch unter Kontrolle ist. Zu dem Zeitpunkt kann die

Behandlung dann wieder mit der vollen Dosis fortgesetzt werden. Im Falle einer zweiten klinisch

signifikanten Infektion sollte die Clofarabin-Behandlung ausgesetzt werden, bis die Infektion klinisch

unter Kontrolle ist. Anschließend kann sie mit 25%iger Dosisreduktion fortgeführt werden.

Nicht infektiöse Ereignisse

Wenn ein Patient eine oder mehrere schwere Toxizitäten erlebt (Toxizitäten des Grades 3 nach den

Allgemeinen Toxizitätskriterien [CTC, common toxicity criteria] des US-amerikanischen National

Cancer Institute [NCI], außer Übelkeit und Erbrechen), sollte die Behandlung verschoben werden, bis

die Toxizitäten auf die prätherapeutischen Ausgangswerte zurückgegangen sind oder nicht mehr

schwerwiegend sind, soweit die möglichen Vorteile einer fortgesetzten Behandlung mit Clofarabin die

Risiken einer solchen Fortsetzung überwiegen. In diesem Fall wird empfohlen, die Clofarabin-Dosis

um 25

% zu reduzieren.

Wenn bei einem Patienten die gleiche schwere Toxizität ein zweites Mal auftritt, sollte die

Behandlung verschoben werden, bis die Toxizität auf die prätherapeutischen Ausgangswerte

zurückgegangen ist oder nicht mehr schwerwiegend ist, soweit die möglichen Vorteile einer

fortgesetzten Behandlung mit Clofarabin die Risiken einer solchen Fortsetzung überwiegen. In diesem

Fall wird empfohlen, die Clofarabin-Dosis um weitere 25

% zu reduzieren.

Jeder Patient, bei dem eine schwere Toxizität ein drittes Mal auftritt oder bei dem eine schwere

Toxizität auftritt, die nicht innerhalb von 14 Tagen zurückgeht (Ausschlusskriterien siehe oben), oder

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bei dem eine lebensbedrohliche oder invalidisierende Toxizität (Toxizität des Grades 4 nach US NCI

CTC) auftritt, muss von der Behandlung mit Clofarabin ausgeschlossen werden (siehe Abschnitt 4.4).

Besondere Patientengruppen

Eingeschränkte Nierenfunktion

Die begrenzten vorliegenden Daten lassen darauf schließen, dass Clofarabin bei Patienten mit

verminderter Kreatinin-Clearance akkumulieren könnte (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2). Clofarabin ist

bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3). Bei Patienten mit

leichter bis mittelschwerer Niereninsuffizienz sollte es mit Vorsicht angewendet werden (siehe

Abschnitt 4.4).

Bei Patienten mit mittelschwerer Nierenfunktionsbeeinträchtigung (Kreatinin-Clearance 30 bis

<

ml/min) ist eine Dosisreduktion um 50

% erforderlich (siehe Abschnitt 5.2).

Eingeschränkte Leberfunktion

Es liegen keine Erfahrungen mit Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion vor (Serum-Bilirubin >

1,5 x ULN [Upper Limit of Normal] plus AST und ALT > 5 x ULN). Die Leber ist ein potenzielles

Zielorgan für Toxizität. Daher ist Clofarabin bei Patienten mit stark eingeschränkter Leberfunktion

kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3). Bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer

Leberfunktionsstörung sollte es mit Vorsicht angewendet werden (siehe Abschnitt 4.4).

Art der Anwendung

Die empfohlene Dosis muss als intravenöse Infusion angewendet werden, obwohl sie in den laufenden

klinischen Prüfungen jedoch auch über einen zentralen Venenkatheter angewendet worden ist.

Clofarabin Genthon darf nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt oder zusammen mit anderen

Arzneimitteln über den gleichen intravenösen Zugang angewendet werden (siehe Abschnitt 6.2).

Hinweise zur Verdünnung des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe Abschnitt 6.6.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

Anwendung bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz oder stark eingeschränkter Leberfunktion.

Stillzeit (siehe Abschnitt 4.6).

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Clofarabin Genthon ist ein starkes antineoplastisches Mittel mit potenziell erheblichen

hämatologischen und nicht hämatologischen Nebenwirkungen (siehe Abschnitt 4.8).

Bei Patienten, die sich einer Behandlung mit Clofarabin unterziehen, müssen die folgenden Parameter

eingehend überwacht werden:

ein großes Blutbild einschließlich der Blutplättchen muss in regelmäßigen Abständen erstellt

werden, häufiger bei Patienten, die Zytopenien entwickeln;

die Nieren- und die Leberfunktion, und zwar vor und während der aktiven Behandlung sowie

nach der Therapie. Clofarabin muss sofort abgesetzt werden, wenn erhebliche Anstiege bei

Kreatinin, Leberenzymen und/oder Bilirubin beobachtet werden;

respiratorischer Status, Blutdruck, Flüssigkeitshaushalt und Gewicht während der Behandlung

und unmittelbar nach Tag 5 des Clofarabin-Anwendungszeitraums.

Mit einer Knochenmarksuppression sollte gerechnet werden. Diese ist im Allgemeinen reversibel und

scheint dosisabhängig zu sein. Eine schwere Knochenmarksuppression einschließlich Neutropenie,

Anämie und Thrombozytopenie wurde bei mit Clofarabin behandelten Patienten beobachtet.

5/20

Blutungen, einschließlich zerebraler, gastrointestinaler und pulmonaler Blutungen, wurden beobachtet

und können tödlich verlaufen. Die Mehrzahl der Fälle waren mit Thrombozytopenien assoziiert (siehe

Abschnitt 4.8).

Außerdem litten zu Beginn der Behandlung die meisten Patienten in klinischen Studien unter einer

hämatologischen Beeinträchtigung als Manifestation einer Leukämie. Aufgrund des bestehenden

immunsupprimierten Zustandes bei diesen Patienten und einer länger anhaltenden Neutropenie, die

eine Folge der Behandlung mit Clofarabin sein kann, besteht bei den Patienten ein erhöhtes Risiko für

schwere opportunistische Infektionen einschließlich schwerer Sepsis mit potenziell tödlichem

Ausgang. Patienten sind auf Anzeichen und Symptome von Infektionen zu beobachten und umgehend

zu behandeln.

Während der Behandlung mit Clofarabin wurde über Fälle von Enterokolitis einschließlich

neutropenischer Kolitis, Typhlitis und C.-difficile-Kolitis berichtet. Diese Nebenwirkungen traten

häufiger innerhalb von 30 Behandlungstagen und im Rahmen einer Kombinationschemotherapie auf.

Eine Enterokolitis kann zu Komplikationen wie Nekrose, Perforation oder Sepsis führen und kann

einen tödlichen Ausgang zur Folge haben (siehe Abschnitt 4.8). Patienten müssen auf Anzeichen und

Symptome einer Enterokolitis hin überwacht werden.

Es wurden Fälle von Stevens-Johnson-Syndrom (SJS) und toxischer epidermaler Nekrolyse (TEN)

beobachtet, darunter auch tödlich verlaufende (siehe Abschnitt 4.8). Bei Auftreten von exfoliativem

oder blasenförmigem Hautausschlag oder bei Verdacht auf SJS oder TEN muss Clofarabin abgesetzt

werden.

Die Anwendung von Clofarabin führt zu einer raschen Verminderung von peripheren Leukämiezellen.

Mit Clofarabin behandelte Patienten müssen auf Anzeichen und Symptome von Tumorlyse-Syndrom

und Zytokinfreisetzung (z. B. Tachypnoe, Tachykardie, Hypotonie, pulmonales Ödem) beurteilt und

überwacht werden; diese könnten sich zum Systemic Inflammatory Response-Syndrom (SIRS),

Capillary-Leak-Syndrom und/oder einer Organdysfunktion entwickeln (siehe Abschnitt 4.8).

Die prophylaktische Gabe von Allopurinol sollte erwogen werden, wenn mit einer

Hyperurikämie (Tumorlyse) zu rechnen ist.

Patienten sollten während der gesamten 5-tägigen Clofarabin-Anwendung intravenös

angewendete Flüssigkeiten erhalten, um die Effekte von Tumorlyse und anderen Ereignissen zu

vermindern.

Um Anzeichen oder Symptome von SIRS oder Capillary-Leak-Syndrom zu verhindern, kann es

von Nutzen sein, prophylaktisch Steroide (z. B. 100

mg/m² Hydrokortison an den Tagen 1–3) zu

geben.

Die Anwendung von Clofarabin ist sofort abzubrechen, wenn Patienten erste Anzeichen oder

Symptome von SIRS, Capillary-Leak-Syndrom oder erheblicher Organdysfunktion aufweisen.

Geeignete Unterstützungsmaßnahmen sind einzuleiten. Außerdem ist die Clofarabin-Behandlung

einzustellen, wenn es bei dem Patienten während der 5-tägigen Anwendung aus irgendeinem Grund zu

einer Hypotonie kommt. Eine weitere Behandlung mit Clofarabin, im Allgemeinen mit einer

niedrigeren Dosis, kann in Betracht gezogen werden, wenn die Patienten stabilisiert sind und die

Organfunktionsparameter wieder die prätherapeutischen Ausgangswerte erreicht haben.

Die Mehrzahl der auf Clofarabin ansprechenden Patienten erreicht eine Remission nach 1 oder

2 Behandlungszyklen (siehe Abschnitt 5.1). Daher sollten der mögliche Nutzen und die Risiken einer

Fortführung der Therapie bei Patienten, die nach 2 Behandlungszyklen keine hämatologischen

und/oder klinischen Verbesserungen zeigen, von dem behandelnden Arzt beurteilt werden.

Patienten, die unter Herzerkrankungen leiden oder Arzneimittel einnehmen, die bekanntermaßen den

Blutdruck oder die kardiale Funktion beeinflussen, sollten während der Behandlung mit Clofarabin

eingehend überwacht werden (siehe Abschnitte 4.5 und 4.8).

Es liegen keine Erfahrungen aus klinischen Studien mit pädiatrischen Patienten mit Niereninsuffizienz

(in klinischen Studien definiert als Serum-Kreatinin ≥ 2 x ULN für das jeweilige Alter) vor.

Clofarabin wird überwiegend über die Nieren ausgeschieden. Pharmakokinetische Daten lassen darauf

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schließen, dass Clofarabin bei Patienten mit verminderter Kreatinin-Clearance akkumulieren könnte

(siehe Abschnitt 5.2). Daher sollte Clofarabin bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer

Niereninsuffizienz mit Vorsicht angewendet werden (siehe Abschnitt 4.2 zur Dosisanpassung). Für

Patienten mit schwerer Nierenfunktionsbeeinträchtigung oder für solche, die sich einer Dialyse

unterziehen, wurde bisher kein Sicherheitsprofil für Clofarabin ermittelt (siehe Abschnitt 4.3). Die

gleichzeitige Anwendung von Arzneimitteln, die mit renaler Toxizität in Verbindung gebracht werden,

sowie von Arzneimitteln, die durch tubuläre Sekretion ausgeschieden werden, wie z. B. NSAIDs,

Amphotericin B, Methotrexat, Aminoglykoside, Organoplatin-Komplexe, Foscarnet, Pentamidin,

Ciclosporin, Tacrolimus, Aciclovir und Valganciclovir, ist insbesondere während der 5-tägigen

Clofarabin-Anwendung zu vermeiden; vorzugsweise sind Arzneimittel anzuwenden, die nicht für ihre

Nephrotoxizität bekannt sind (siehe Abschnitte 4.5 und 4.8). Nierenversagen oder akutes

Nierenversagen sind als Folge von Infektionen, Sepsis und Tumorlyse-Syndrom beobachtet worden

(siehe Abschnitt 4.8). Patienten sollten auf Nephrotoxizität überwacht werden und Clofarabin sollte

abgesetzt werden, falls erforderlich.

Es wurde beobachtet, dass die Häufigkeit und Schwere von Nebenwirkungen, insbesondere

Infektionen, Myelosuppression (Neutropenie) und Hepatotoxizität, erhöht sind, wenn Clofarabin in

Kombination angewendet wird. Daher sollten Patienten bei der Anwendung von Clofarabin im

Rahmen einer Kombinationstherapie engmaschig überwacht werden.

Bei Patienten, die Clofarabin erhalten, kann es zu Erbrechen und Durchfall kommen; deswegen sollten

sie über entsprechende Maßnahmen zur Vermeidung einer Dehydrierung beraten werden. Patienten

sollten angewiesen werden, medizinischen Rat einzuholen, wenn sie Symptome wie Schwindel,

Ohnmachtsanfälle oder eine verminderte Urinausscheidung bemerken. Die prophylaktische Gabe von

Antiemetika sollte in Erwägung gezogen werden.

Es liegen keine Erfahrungen mit Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion vor (Serum-Bilirubin >

1,5 x ULN plus AST und ALT > 5 x ULN). Die Leber ist ein potenzielles Zielorgan für Toxizität.

Daher sollte Clofarabin bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Leberfunktionsstörung mit

Vorsicht angewendet werden (siehe Abschnitte 4.2 und 4.3). Die gleichzeitige Anwendung von

Arzneimitteln, die mit hepatischer Toxizität in Verbindung gebracht werden, sollte so weit wie

möglich vermieden werden (siehe Abschnitte 4.5 und 4.8). Wenn bei einem Patienten eine

hämatologische Toxizität in Form einer Neutropenie des Grades 4 (ANC <

0,5 x 10

/l), die länger als

4 Wochen andauert, eintritt, ist die Dosis beim nächsten Zyklus um 25

% zu reduzieren.

Jeder Patient, bei dem eine schwere nicht hämatologische Toxizität (Toxizität des Grades 3 nach US

NCI CTC) ein drittes Mal auftritt oder bei dem eine schwere Toxizität auftritt, die nicht innerhalb von

14 Tagen zurückgeht (außer Übelkeit/Erbrechen), oder bei dem eine lebensbedrohliche oder

invalidisierende nicht infektiöse, nicht hämatologische Toxizität (Toxizität des Grades 4 nach US NCI

CTC) auftritt, muss von der Behandlung mit Clofarabin ausgeschlossen werden (siehe Abschnitt 4.2).

Bei Patienten, die vorher eine hämatologische Stammzellentransplantation (HSCT) erhalten haben,

besteht nach der Behandlung mit Clofarabin (40

mg/m

) in Kombination mit Etoposid (100

mg/m

und Cyclophosphamid (440

mg/m

) unter Umständen ein höheres Risiko für das Auftreten einer

Lebertoxizität, die auf eine Venenverschlusserkrankung (VOD) hindeutet. Nach der Markteinführung

wurden bei pädiatrischen und erwachsenen Patienten schwere hepatotoxische Nebenwirkungen durch

VOD mit tödlichem Ausgang nach der Behandlung mit Clofarabin in Zusammenhang gebracht. Fälle

von Hepatitis und Leberversagen, einschließlich solcher mit tödlichem Ausgang, wurden im

Zusammenhang mit der Clofarabin-Behandlung berichtet (siehe Abschnitt 4.8).

Die meisten Patienten erhielten unterstützende Behandlungen, welche Busulfan, Melphalan und/oder

die Kombination von Cyclophosphamid und Ganzkörperbestrahlung beinhalteten. Schwere

lebertoxische Ereignisse wurden in einer Phase-1/2-Kombinationsstudie mit Clofarabin bei

pädiatrischen Patienten mit rezidivierender oder refraktärer akuter Leukämie berichtet.

Zurzeit liegen nur begrenzte Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit von Clofarabin bei Anwendung

über mehr als 3 Behandlungszyklen vor.

7/20

Dieses Arzneimittel enthält 71 mg Natrium pro Durchstechflasche, entsprechend 4% der von der

WHO für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung

von 2 g.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Es wurden keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen durchgeführt. Es sind jedoch keine

klinisch signifikanten Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder Labortests bekannt.

Clofarabin wird nicht nachweisbar durch das Cytochrom-(CYP-)P450-Enzymsystem metabolisiert.

Daher sind Wechselwirkungen mit Wirkstoffen, die Cytochrom-P450-Enzyme hemmen oder

aktivieren, unwahrscheinlich. Darüber hinaus ist es unwahrscheinlich, dass Clofarabin bei den

Plasmakonzentrationen, die nach intravenöser Infusion von 52

mg/m

/Tag erreicht werden, die

wichtigsten humanen CYP-Isoformen (1A2, 2C9, 2C19, 2D6 und 3A4) hemmt oder 2 dieser

Isoformen (1A2 und 3A4) induziert. Folglich wird nicht erwartet, dass es den Metabolismus von

Wirkstoffen beeinflusst, die bekannte Substrate für diese Enzyme sind.

Clofarabin wird vorwiegend über die Nieren ausgeschieden. Daher sollte die gleichzeitige Anwendung

von Arzneimitteln, die mit renaler Toxizität in Verbindung gebracht werden, sowie von Arzneimitteln,

die durch tubuläre Sekretion ausgeschieden werden, wie z. B. NSAIDs, Amphotericin B, Methotrexat,

Aminoglykoside, Organoplatin-Komplexe, Foscarnet, Pentamidin, Ciclosporin, Tacrolimus, Aciclovir

und Valganciclovir, insbesondere während der 5-tägigen Clofarabin-Anwendung, vermieden werden

(siehe Abschnitte 4.4, 4.8 und 5.2).

Die Leber ist ein potenzielles Zielorgan für Toxizität. Deswegen sollte die begleitende Anwendung

von Arzneimitteln, die mit hepatischer Toxizität in Verbindung gebracht werden, so weit wie möglich

vermieden werden (siehe Abschnitte 4.4 und 4.8).

Patienten, die Arzneimittel einnehmen, die bekanntermaßen den Blutdruck oder die kardiale Funktion

beeinflussen, sollten während der Behandlung mit Clofarabin eingehend überwacht werden (siehe

Abschnitte 4.4 und 4.8).

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Kontrazeption bei Männern und Frauen

Frauen im gebärfähigen Alter und sexuell aktive Männer müssen während der Behandlung wirksame

Methoden der Empfängnisverhütung anwenden.

Schwangerschaft

Es liegen keine Daten für die Verwendung von Clofarabin bei Schwangeren vor. Tierexperimentelle

Studien haben eine Reproduktionstoxizität einschließlich Teratogenität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3).

Clofarabin kann schwerwiegende Schädigungen des Ungeborenen verursachen, wenn es während der

Schwangerschaft angewendet wird. Daher darf Clofarabin Genthon nicht während der

Schwangerschaft verwendet werden – insbesondere nicht in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten

– es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich (d. h. nur wenn der mögliche Nutzen für die Mutter das

Risiko für den Fetus überwiegt). Wenn eine Patientin während der Behandlung mit Clofarabin

schwanger wird, muss sie über die möglichen Gefahren für den Fetus informiert werden.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Clofarabin oder seine Metaboliten in die Muttermilch ausgeschieden werden.

Die Ausscheidung von Clofarabin in die Muttermilch ist bei Tieren nicht untersucht worden. Wegen

8/20

der Möglichkeit von schweren Nebenwirkungen für gestillte Säuglinge darf vor, während und nach der

Behandlung mit Clofarabin Genthon nicht gestillt werden (siehe Abschnitt 4.3).

Fertilität

Dosisabhängige Toxizitätswirkungen auf die männlichen Reproduktionsorgane wurden bei Mäusen,

Ratten und Hunden beobachtet; Toxizitätswirkungen auf die weiblichen Reproduktionsorgane wurden

bei Mäusen beobachtet (siehe Abschnitt 5.3). Da die Auswirkungen einer Clofarabin-Behandlung auf

die Fertilität beim Menschen nicht bekannt sind, sollte die Reproduktionsplanung gegebenenfalls mit

den Patienten erörtert werden.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen von Clofarabin auf die Verkehrstüchtigkeit und die

Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen durchgeführt. Die Patienten sollten jedoch darüber informiert

werden, dass während der Behandlung möglicherweise Nebenwirkungen wie Schwindel,

Benommenheit oder Ohnmacht auftreten können. Sie sollten angewiesen werden, unter solchen

Umständen keine Fahrzeuge zu führen oder Maschinen zu bedienen.

4.8

Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Bei nahezu allen Patienten (98

%) trat zumindest ein unerwünschtes Ereignis auf, das vom Prüfarzt

mit Clofarabin in Verbindung gebracht wurde. Die am häufigsten berichteten unerwünschten

Ereignisse waren Übelkeit (61

% der Patienten), Erbrechen (59

%), febrile Neutropenie (35

Kopfschmerzen (24

%), Hautausschlag (21

%), Durchfall (20

%), Juckreiz (20

%), Fieber (19

palmar-plantares Erythrodysästhesie-Syndrom (15

%), Erschöpfung (14

%), Ängstlichkeit (12

Schleimhautentzündung (11

%) und Hitzegefühl (11

%). Bei 68

Patienten (59

%) trat zumindest ein

mit Clofarabin in Zusammenhang stehendes schwerwiegendes Ereignis auf. Ein Patient brach die

Behandlung nach Erhalt von 52

mg/m2/Tag Clofarabin wegen des Auftretens einer

Hyperbilirubinämie des Grades 4 ab, bei der von einem Zusammenhang mit Clofarabin ausgegangen

wurde. Drei Patienten starben an unerwünschten Ereignissen, die der Prüfarzt mit der Clofarabin-

Behandlung in Verbindung brachte: einer verstarb an Atemnot, hepatozellulären Schäden und

Capillary-Leak-Syndrom, einer an VRE-Sepsis und Multiorganversagen und einer an septischem

Schock und Multiorganversagen.

Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen

Die Informationen basieren auf Daten aus klinischen Prüfungen, in denen 115 Patienten (> 1 und ≤

Jahre alt) mit ALL oder akuter myeloischer Leukämie (AML) mindestens eine Dosis Clofarabin in

dem empfohlenen Schema von 52

mg/m²/Tag x 5 erhalten hatten.

Nebenwirkungen werden gemäß Systemorganklasse und Häufigkeit in der Tabelle unten aufgeführt:

sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1.000, < 1/100), selten (≥ 1/10.000, <

1/1.000) und sehr selten (< 1/10.000). Nebenwirkungen, die nach der Markteinführung (Post-

Marketing) berichtet wurden, sind ebenfalls in der Tabelle in der Häufigkeitskategorie „nicht bekannt“

(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar) aufgeführt. Innerhalb jeder

Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben.

Patienten im fortgeschrittenen Stadium einer ALL oder AML können gleichzeitig bestehende,

verwechselbare Beeinträchtigungen des Gesundheitszustandes aufweisen, die es schwierig machen,

die Kausalität von unerwünschten Ereignissen zu beurteilen, da die mit der zugrunde liegenden

Erkrankung, deren Progression und den gleichzeitig angewendeten Arzneimitteln verbundenen

Symptome sehr vielfältig sein können.

9/20

Nebenwirkungen, die in klinischen Prüfungen als mit Clofarabin im Zusammenhang stehend

betrachtet wurden und mit einer Häufigkeit

1/1.000 berichtet wurden (d. h. bei

>

1/115

Patienten), und Post-Marketing-Berichte

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Häufig: Septischer Schock*, Sepsis,

Bakteriämie, Pneumonie, Herpes zoster, Herpes

simplex, orale Candidiasis

Häufigkeit nicht bekannt: C.-difficile-Kolitis

Gutartige und bösartige Neubildungen

(einschließlich Zysten und Polypen)

Häufig: Tumorlyse-Syndrom*

Erkrankungen des Blutes und des

Lymphsystems

Sehr häufig: Febrile Neutropenie

Häufig: Neutropenie

Erkrankungen des Immunsystems

Häufig: Hypersensibilität

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufig: Anorexie, verminderter Appetit,

Dehydratation

Häufigkeit nicht bekannt: Hyponatriämie

Psychiatrische Erkrankungen

Sehr häufig: Ängstlichkeit

Häufig: Erregung, Ruhelosigkeit,

Veränderungen des Gemütszustandes

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr häufig: Kopfschmerzen

Häufig: Somnolenz, periphere Neuropathie,

Parästhesie, Schwindel, Tremor

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Häufig: Eingeschränktes Hörvermögen

Herzerkrankungen

Häufig: Perikarderguss*, Tachykardie*

Gefäßerkrankungen

Sehr häufig: Hitzegefühl*

Häufig: Hypotonie*, Capillary-Leak-Syndrom,

Hämatom

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums

und Mediastinums

Häufig: Atemnot, Epistaxis, Dyspnoe,

Tachypnoe, Husten

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig: Erbrechen, Übelkeit, Durchfall

Häufig: Blutung im/am Mund,

Zahnfleischbluten, Bluterbrechen,

Bauchschmerzen, Mundhöhlenentzündung,

Schmerzen im Oberbauch, Proktalgie,

Geschwürbildung am Mund

Häufigkeit nicht bekannt:

Bauchspeicheldrüsenentzündung, Erhöhungen

von Serum-Amylase und -Lipase, Enterokolitis,

neutropenische Kolitis, Typhlitis

Leber- und Gallenerkrankungen

Häufig: Hyperbilirubinämie, Gelbsucht,

Venenverschlusserkrankung, Erhöhung der

Alanin-(ALT-)* und Aspartat-

(AST-)*Aminotransferasewerte, Leberversagen

Gelegentlich: Hepatitis

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am

Verabreichungsort

Sehr häufig: Erschöpfung, Fieber,

Schleimhautentzündung

Häufig: Multiorganversagen, Systemic

Inflammatory Response-Syndrom*, Schmerzen,

Schüttelfrost, Reizbarkeit, Ödem, peripheres

Ödem, Wärmegefühl, anormales Gefühl

Erkrankungen der Haut und des

Unterhautzellgewebes

Sehr häufig: Palmar-plantares

Erythrodysästhesie-Syndrom, Pruritus

Häufig: Makulopapulöser Ausschlag, Petechien,

Erythem, juckender Ausschlag,

Hautabschuppung, generalisierter Ausschlag,

Alopezie, Hyperpigmentierung der Haut,

10/20

generalisiertes Erythem, erythematöser

Ausschlag, trockene Haut, vermehrtes

Schwitzen

Häufigkeit nicht bekannt:

Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), toxische

epidermale Nekrolyse (TEN)

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und

Knochenerkrankungen

Häufig: Schmerzen in den Gliedmaßen,

Myalgie, Knochenschmerzen, Schmerzen in der

Brustwand, Arthralgie, Nacken- und

Rückenschmerzen

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Häufig: Hämaturie*, Nierenversagen, akutes

Nierenversagen

Untersuchungen

Häufig: Gewichtsverlust

Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe

bedingte Komplikationen

Häufig: Quetschung

* = siehe unten

** Alle Nebenwirkungen, die mindestens zweimal (d. h. 2 oder mehr Reaktionen [1,7 %]) auftraten,

sind in dieser Tabelle enthalten.

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen

Erkrankungen des Blutes und Lymphsystems

Die häufigsten hämatologischen Laborabnormitäten, die bei mit Clofarabin behandelten Patienten

beobachtet wurden, waren Anämie (83,3

%; 95/114), Leukopenie (87,7

%; 100/114), Lymphopenie

(82,3

%; 93/113), Neutropenie (63,7

%; 72/113) und Thrombozytopenie (80,7

%; 92/114). Die

Mehrzahl dieser Ereignisse hatten einen Grad ≥ 3.

Nach der Markteinführung wurden anhaltende Zytopenien (Thrombozytopenie, Anämie, Neutropenie

und Leukopenie) sowie Knochenmarkversagen beobachtet. Im Rahmen von Thrombozytopenie kam

es zu Blutungsereignissen. Blutungen, einschließlich zerebraler, gastrointestinaler und pulmonaler

Blutungen, wurden beobachtet und können einen tödlichen Ausgang zur Folge haben (siehe Abschnitt

4.4).

Gefäßerkrankungen

Bei 64 von 115 Patienten (55,7

%) ist mindestens ein unerwünschtes Ereignis aus dem Bereich

Gefäßerkrankungen aufgetreten. Bei 23 von 115 Patienten trat eine Gefäßerkrankung auf, die als mit

Clofarabin im Zusammenhang stehend betrachtet wurde. Die am häufigsten berichteten waren

Hitzegefühl (13 Ereignisse, nicht schwerwiegend) und Hypotonie (5 Ereignisse, alle davon wurden als

schwerwiegend betrachtet, siehe Abschnitt 4.4). Die Mehrzahl dieser Hypotonie-Ereignisse wurde

jedoch bei Patienten mit gleichzeitig bestehenden schweren Infektionen als Störfaktor berichtet.

Herzerkrankungen

Bei 50 % der Patienten trat mindestens ein unerwünschtes Ereignis aus dem Bereich

Herzerkrankungen auf. Elf Ereignisse bei 115 Patienten wurden als mit Clofarabin im Zusammenhang

stehend betrachtet, keines davon war schwerwiegend und das am häufigsten berichtete Ereignis war

Tachykardie (35

%) (siehe Abschnitt 4.4); bei 6,1

% der Patienten (7/115) wurde die Tachykardie als

mit Clofarabin in Zusammenhang stehend betrachtet. Die meisten dieser Tachykardie-Ereignisse

wurden in den ersten 2 Zyklen berichtet.

Perikarderguss und Perikarditis wurden bei 9

% der Patienten (10/115) als unerwünschte Ereignisse

berichtet. Drei von diesen Ereignissen wurden anschließend als mit Clofarabin im Zusammenhang

stehend beurteilt: Perikarderguss (2 Ereignisse, 1 davon schwerwiegend) und Perikarditis (1

Ereignis,

nicht schwerwiegend). Bei der Mehrzahl der Patienten (8/10) wurden Perikarderguss und Perikarditis

als asymptomatisch und für die echokardiografische Beurteilung kaum relevant oder unerheblich

angesehen. Bei 2 Patienten mit vorbestehender hämodynamischer Einschränkung war der

Perikarderguss jedoch klinisch signifikant.

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