Clindamycin-hameln 150 mg/ml Injektionslösung

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Clindamycin-2-dihydrogenphosphat
Verfügbar ab:
hameln pharma plus gmbh
INN (Internationale Bezeichnung):
Clindamycin 2-dihydrogen phosphate
Darreichungsform:
Injektionslösung
Zusammensetzung:
Clindamycin-2-dihydrogenphosphat 178.2mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
6613228.00.00

Dokumenten

Packungsbeilage Packungsbeilage - Englisch

GEBRAUCHSINFORMATION: INFORMATION FÜR ANWENDER

Clindamycin-hameln 150 mg/ml Injektionslösung

Clindamycin (als Phosphat)

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung

dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie

Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe

Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht:

1. Was ist Clindamycin-hameln und wofür wird es angewendet?

2. Was sollten Sie vor der Anwendung von Clindamycin-hameln beachten?

3. Wie ist Clindamycin-hameln anzuwenden?

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

5. Wie ist Clindamycin-hameln aufzubewahren?

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Clindamycin-hameln und wofür wird es angewendet?

Clindamycin-hameln ist ein Antibiotikum.

Clindamycin-hameln wird zur Behandlung von schweren Infektionen angewendet, die durch

Clindamycin-empfindliche Erreger verursacht werden und nicht auf andere Antibiotika ansprechen.

Clindamycin-hameln kann als Alternative zur Behandlung von Patienten eingesetzt werden, die an

einer Allergie gegen Penicilline leiden. Es wird auch angewendet bei schweren Infektionen durch

Clindamycin-empfindliche anaerobe Bakterien.

Clindamycin wird angewendet bei der Behandlung von:

Infektionen der Knochen und Gelenke

Infektionen der oberen Atemwege

Infektionen der tiefen Atemwege

Infektionen des Bauchraumes

Infektionen des weiblichen Beckens und der Geschlechtsorgane

Infektionen der Haut und Weichteile

Blutvergiftung (Sepsis).

2.

Was müssen Sie vor der Einnahme von Clindamycin-hameln beachten?

Clindamycin-hameln darf nicht angewendet werden,

wenn Sie allergisch (überempfindlich) gegen Clindamycin oder Lincomycin oder einen der

in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteil dieses Arzneimittels sind.

Clindamycin-hameln darf nicht an Früh- und Neugeborenen angewendet werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bevor Sie Clindamycin-hameln anwenden

wenn Sie an einer eingeschränkten Leber- und Nierenfunktion leiden,

wenn Sie Probleme mit Ihren Muskelfunktionen haben, die z. B. durch Myasthenia gravis

(krankhafte Muskelschwäche) oder die Parkinson-Krankheit (sog. Schüttellähmung) verursacht

werden,

wenn Sie bereits an einer Magen-Darm-Erkrankung gelitten haben (z. B. frühere Entzündungen

des Dickdarms),

wenn Sie an einer beliebigen Art von Allergie leiden, z. B. Überempfindlichkeit gegenüber

Penicillin, da in vereinzelten Fällen bei Patienten mit einer Penicillin-Überempfindlichkeit von

allergischen Reaktionen gegenüber Clindamycin berichtet wurde.

wenn Sie Clindamycin-hameln während einer Langzeitbehandlung (länger als 3 Wochen)

erhalten, sollten in regelmäßigen Abständen das Blutbild sowie die Leber- und Nierenfunktion

kontrolliert werden.

Sie sollten umgehend Ihren Arzt kontaktieren, wenn Sie während oder bis zu drei Wochen nach

der Behandlung unter Durchfall leiden, im besonderen wenn Schleim oder Blut im Stuhl auftritt.

Dies kann auf eine schwere Infektion des Darms (Colitis) hinweisen.

Langfristige und wiederholte Anwendung von Clindamycin-hameln kann auf Haut und

Schleimhäuten sowohl zu einer Ansteckung mit Erregern führen, gegen die Clindamycin-hameln

unwirksam ist, als auch zu einer Pilzinfektion.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt, wenn einer der oben genannten Punkte auf Sie zutrifft oder früher

zugetroffen hat.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Clindamycin-hameln anwenden.

Anwendung von Clindamycin-hameln zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker wenn Sie andere Arzneimittel anwenden, kürzlich

andere Arzneimittel angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel anzuwenden.

Clindamycin-hameln sollte möglichst nicht zusammen mit einem Erythromycin-haltigen

Arzneimittel verabreicht werden, da hierbei eine gegenseitige Wirkungsminderung nicht

auszuschließen ist.

Clindamycin-hameln sollte nicht nach einer Behandlung mit Lincomycin verabreicht werden.

Clindamycin-hameln kann die Wirkung von Muskelrelaxantien verstärken. Hierdurch können bei

Operationen unerwartete, lebensbedrohliche Zwischenfälle auftreten.

Warfarin und gleichartige Medikamente zur Blutverdünnung: Die Wahrscheinlichkeit von

Blutungen kann erhöht sein. Regelmäßige Blutuntersuchungen können erforderlich sein, um die

Blutgerinnung zu überprüfen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie

schwanger sind oder schwanger sein könnten. Ihr Arzt wird nach einer Risiko-/Nutzen-

Bewertung Ihrer Behandlung mit Clindamycin entscheiden, wie Clindamycin-hameln bei

Ihnen angewendet werden soll.

stillen. Clindamycin geht in die Muttermilch über. Beim gestillten Säugling sind

Sensibilisierungen (Erzeugung einer Überempfindlichkeit), Durchfälle und

Pilzerkrankungen nicht auszuschließen.

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren

Arzt oder Apotheker um Rat.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Bei der Einnahme dieses Medikamentes kann ein Schwindelgefühl auftreten. In diesem Fall

sollten Sie kein Fahrzeug führen und keine Maschine bedienen.

Clindamycin-hameln enthält Natrium

Dieses Arzneimittel enthält 8,6 mg pro 1 ml. Wenn Sie eine kochsalzarme Diät einhalten müssen,

sollten Sie dies berücksichtigen

Clindamycin-hameln enthält Benzylalkohol

Benzylalkohol kann bei Säuglingen und Kindern unter 3 Jahren toxische und allergische

Reaktionen hervorrufen.

3.

Wie ist Clindamycin-hameln anzuwenden?

Clindamycin wird üblicherweise von einem Arzt oder medizinischem Fachpersonal verabreicht. Es

wird unverdünnt als intramuskuläre Injektion (in den Muskel) oder verdünnt als intravenöse

Infusion (in eine Vene) verabreicht. Clindamycin darf niemals unverdünnt in eine Vene injiziert

werden, sondern nur als Infusion nach Verdünnung.

Die Dauer der Behandlung ist abhängig von der Grunderkrankung und dem Krankheitsverlauf.

Die korrekte Dosierung für Ihre Behandlung mit Clindamycin wird Ihr Arzt festlegen.

Erwachsene und Jugendliche über 12 Jahre erhalten normalerweise

bei schweren Infektionen:

täglich 8 bis 12 ml Clindamycin-hameln (entsprechend 1,2 bis 1,8 g Clindamycin),

bei sehr schweren Infektionen:

täglich 16 bis 18 ml Clindamycin-hameln (entsprechend 2,4 bis 2,7 g Clindamycin)

in 2 bis 4 Einzeldosen.

Die maximale Tagesdosis für Erwachsene und Jugendliche über 12 Jahre beträgt 32 ml

Clindamycin-hameln (entsprechend 4,8 g Clindamycin) in 2 bis 4 Einzeldosen.

Anwendung bei Kindern

Kinder im Alter über 4 Wochen bis 12 Jahre erhalten in Abhängigkeit von Ort und Schweregrad

der Infektion 20 - 40 mg Clindamycin pro kg Körpergewicht in 3 bis 4 Einzeldosen.

Patienten mit Lebererkrankungen

Bei Patienten mit Leber- oder Nierenerkrankungen ist der Abbau von Clindamycin verlangsamt.

Normalerweise muss die Dosis aber nicht verringert werden. Eine Blutuntersuchung könnte jedoch

erforderlich sein.

Clindamycin ist nicht hämodialysierbar. Es ist daher vor oder nach einer Dialyse keine

zusätzliche Dosis erforderlich.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren

Arzt oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei

jedem auftreten müssen.

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde

gelegt:

Sehr häufig

mehr als 1 von 10 Behandelten

Häufig

mehr als 1 von 100, aber weniger als 1 von 10 Behandelten

Gelegentlich

mehr als 1 von 1000, aber weniger als 1 von 100 Behandelten

Selten

mehr als 1 von 10000, aber weniger als 1 von 1000 Behandelten

Sehr selten

weniger als 1 von 10000 Behandelten

Unbekannt

(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht

abschätzbar

Häufig bis sehr häufig

- Störungen des Magen- Darm-Trakts in Form von Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen oder

leichtem bis mäßigem Durchfall. Diese Nebenwirkungen sind meist leichter Natur und klingen in

der Regel während oder nach der Behandlung ab. Sie sind abhängig von der Darreichungsform

und der Dosierung.

- Entzündungen der Speiseröhre und der Mundschleimhaut.

- Leichte, vorübergehende Erhöhung der Serumtransaminasen (Leberenzyme, deren

Labormesswerte bestimmte Leberfunktionen anzeigen).

Gelegentlich

- Nach intramuskulärer Injektion können Reizungen, Schmerzen, Muskelverhärtungen und

sterile Abszesse (Gewebseinschmelzung) an der Injektionsstelle auftreten.

- Eine intravenöse Anwendung kann Schmerzen und eine Venenentzündung

(Thrombophlebitis) hervorrufen.

- Eine rasche intravenöse Injektion kann Unverträglichkeitsreaktionen in Form von Hitzegefühl,

Brechreiz oder seltener: ernsthafte Herz-Kreislauf-Störungen (z. B. Blutdruckabfall und

Herzstillstand) hervorrufen. Deswegen darf Clindamycin-hameln nur verdünnt per Infusion

(Zubereitung siehe letzter Absatz dieser Gebrauchsinformation (Information für medizinisches

Fachpersonal)) verabreicht werden.

- Haut-Allergien in Form von Ausschlag sowie Juckreiz und Nesselsucht.

- Eine neuromuskulär-blockierende Wirkung ist selten (Blockade der Übertragung von

Nervenreizen auf den Muskel).

- Vorübergehende Auswirkungen auf das Blutbild in Form von Eosinophilie (Vermehrung

eosinopiler Zellen), Leukopenie (Mangel an weißen Blutkörperchen), Blutungsneigung

(Thrombozytopenie) und einer Verringerung der Granulozyten im Blut (Granulozytopenie).

Selten

- Juckreiz, Entzündung der Vaginal-Schleimhaut, sowie Hautentzündung ( mit abblätternder

Haut und/oder Bläschenbildung).

- Infektionen, die einer vorhergehenden Infektion folgen (Superinfektionen) wie orale und vaginale

Pilzerkrankungen (Kandidosis), verursacht durch Mikroorganismen, die gegen die Behandlung

resistent geworden sind (vor allem nach einer Langzeit- und wiederholter Behandlung).

- Selten können Überempfindlichkeitsreaktionen durch Benzylalkohol auftreten.

Sehr selten

- Gelenkentzündungen (Polyarthritis).

- Vorübergehende Leberentzündung mit Gelbsucht.

Treten während oder in den ersten drei Wochen nach Behandlung schwere, anhaltende

Durchfälle auf, so ist an eine pseudomembranöse Enterokolitis (schwere

Darmerkrankung) zu denken (in den meisten Fällen verursacht durch Clostridium

difficile). Diese Darmerkrankung welche durch eine Antibiotika-Behandlung ausgelöst

werden kann, verläuft eventuell lebensbedrohlich und erfordert eine sofortige

angemessene Behandlung.

Diese schwere Nebenwirkung ist jedoch sehr selten.

Sehr selten sind Schwellungen (Quincke-Ödem, Gelenkschwellungen), Arzneimittelfieber sowie

Erythema exsudativum multiforme (z. B. Stevens-Johnson-Syndrom) und Lyell’s-Syndrom

(beides lebensbedrohliche Erkrankungen der Haut, z. T. mit Blasenbildung oder großflächiger

Abhebung der Haut).

Sehr selten kann es aufgrund einer Überempfindlichkeit zu einem lebensbedrohlichen

anaphylaktischen Schock kommen (starker Blutdruckabfall, Blässe, schwacher schneller Puls,

feuchtkalte Haut, vermindertes Bewusstsein). Diese Reaktionen können schon nach der ersten

Anwendung auftreten. In diesem Fall muss die Behandlung mit Clindamycin-hameln sofort

abgebrochen werden. Die erforderlichen Notfallmaßnahmen sind umgehend einzuleiten.

Nicht bekannt

- Geschmacks- und Geruchsveränderungen

- Kopfschmerzen

- Schwindel

- Schläfrigkeit

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Packungsbeilage angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut

für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3,

D-53175 Bonn, Webseite: www.bfarm.de anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über

die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Clindamycin-hameln aufzubewahren?

Nicht über 25°C lagern.

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Etikett nach „Verw. bis:“ und dem Umkarton

nach „Verwendbar bis:“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum

bezieht sich auf den letzten Tag des angegeben Monats.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker

wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum

Schutz der Umwelt bei.

6.

INHALT DER PACKUNG UND WEITERE INFORMATIONEN

Was Clindamycin-hameln enthält

Der Wirkstoff ist Clindamycin.

1 ml der Injektionslösung enthält 150 mg Clindamycin (als Phosphat).

1 Ampulle mit 2 ml enthält 300 mg Clindamycin.

1 Ampulle mit 4 ml enthält 600 mg Clindamycin.

1 Ampulle/Durchstechflasche mit 6 ml enthält 900 mg Clindamycin.

Die sonstigen Bestandteile sind Benzylalkohol (18/ 36/ 54 mg), Dinatriumedetat (Ph.Eur.),

Natriumhydroxid zur pH-Wert-Erstellung und Wasser für Injektionszwecke.

Wie Clindamycin-hameln aussieht und Inhalt der Packung

Clindamycin-hameln ist eine klare und farblose bis leicht gelb gefärbte Lösung in farblosen

Glasampullen mit 2 ml, 4 ml oder 6 ml Injektionslösung.

Packungsgrößen: 5, 10 und 100 Ampullen/ 1, 5 und 10 Vials

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Pharmazeutischer Unternehmer

hameln pharma plus gmbh

Postfach 10 08 63, 31758 Hameln, Deutschland

Langes Feld 13, 31789 Hameln, Deutschland

Hersteller:

Siegfried Hameln GmbH

31789 Hameln, Deutschland

Das Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) unter

den folgenden Bezeichnungen

zugelassen:

DE: Clindamycin-hameln 150 mg/ml Injektionslösung

FI: Clindamycin hameln 150 mg/ml injektioneste, ljuos

NL: Clindamycine-hameln 150 mg/ml, oplossing voor injectie

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet in 01/2018.

Die folgenden Informationen sind für medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Nur zur einmaligen Anwendung. Nicht verwendete Lösung ist zu entsorgen.

Die Lösung nicht verwenden, wenn die Lösung Partikel enthält oder stark gefärbt ist.

Hergestellte Lösungen sollten visuell kontrolliert werden. Nur klare Lösungen frei von sichtbaren

Partikeln sollten verwendet werden. Die hergestellte Lösung ist nur für den einmaligen Gebrauch

und nicht verwendete Lösungen sind zu entsorgen.

Die chemische und physikalische Stabilität von Infusionslösungen wurde über 48 Stunden bei

25°C belegt. Sollte die Verdünnung nicht unter kontrollierten und validierten aseptischen

Bedingungen stattgefunden haben, darf die gebrauchsfertige Lösung aufgrund möglicher

mikrobiologischer Beeinträchtigungen nicht länger als 24 Stunden bei 2-8°C aufbewahrt werden.

Die weitere Aufbewahrung und die Aufbewahrungsbedingungen liegen in der Verantwortung des

Anwenders.

Clindamycin-hameln muss vor intravenöser Anwendung verdünnt werden, und zwar so, dass die

Konzentration nicht mehr als 12 mg Clindamycin pro ml Lösung beträgt, und sollte dann über

einen Zeitraum von mindestens 10 – 40 Minuten infundiert werden (nicht mehr als 30 mg/min).

Die Infusionslösung ist, sofern die Kompatibilität nicht erwiesen ist, grundsätzlich getrennt zu

applizieren. Clindamycin-hameln kann mit 0,9 % Natriumchlorid-Lösung, 5% Glucose-Lösung oder

Ringerlaktat-Lösung verdünnt werden.

Version 13.0

Stand: April 2019

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe

Clindamycin

ist ein halbsynthetisches

Pyranosid.

Pyranoside

zeigen

keine

Verwandtschaft mit anderen bekannten Antibiotika.

ATC-Code

J01FF01

Wirkungsweise

Der Wirkungsmechanismus von Clindamycin beruht auf der Hemmung der

Proteinbiosynthese durch Bindung an die 50S-Untereinheit des bakteriellen

Ribosoms. Hieraus resultiert zumeist eine bakteriostatische Wirkung.

Beziehung zwischen Pharmakokinetik und Pharmakodynamik

Die Wirksamkeit hängt im Wesentlichen von der Zeitdauer ab, während der der

Wirkstoffspiegel

oberhalb

minimalen

Hemmkonzentration

(MHK)

Erregers liegt.

Resistenzmechanismen

Eine

Resistenz

gegenüber

Clindamycin

kann

auf folgenden

Mechanismen

beruhen:

Resistenz

Staphylokokken

Streptokokken

beruht

zumeist

einem

vermehrten

Einbau

Methylgruppen

rRNS

(sog.

konstitutive

-Resistenz),

wodurch

sich

Bindungsaffinität

Clindamycin zum Ribosom stark vermindert ist.

Mehrzahl

Methicillin-resistenten

S.

aureus

(MRSA)

zeigen

konstitutiven MLS

-Phänotyp und sind daher Clindamycin-resistent. Infektionen

durch Makrolid-resistente Staphylokokken sollten auch bei nachgewiesener In-

vitro-Empfindlichkeit nicht mit Clindamycin behandelt werden, da die Gefahr

Version 13.0

Stand: April 2019

besteht, dass unter der Therapie Mutanten mit konstitutiver MLS

-Resistenz

selektiert werden.

Stämmen

konstitutiver

-Resistenz

besteht

eine

vollständige

Kreuzresistenz

Clindamycin

Lincomycin,

Makroliden

Azithromycin, Clarithromycin, Erythromycin, Roxithromycin, Spiramycin) sowie

Streptogramin B.

Grenzwerte

Definitionen – S: sensibel bei Standardexposition; I: sensibel bei erhöhter

Exposition; R: resistent

Testung

Clindamycin

erfolgt

unter

Benutzung

üblichen

Verdünnungsreihe. Folgende minimale Hemmkonzentrationen für sensible und

resistente Keime wurden festgelegt:

EUCAST

(European

Committee

Antimicrobial

Susceptibility

Testing)

Grenzwerte (v. 9.0)

Erreger

S

R

Staphylococcus spp.

0,25 mg/l

> 0,5 mg/l

Streptococcus spp.

(Gruppen A, B, C, G)

1), 2)

0,5 mg/l

> 0,5 mg/l

Streptococcus pneumoniae

0,5 mg/l

> 0,5 mg/l

Streptokokken der „Viridans“-

Gruppe

0,5 mg/l

> 0,5 mg/l

Gram-negative Anaerobier

4 mg/l

> 4 mg/l

Gram-positive Anaerobier

4 mg/l

> 4 mg/l

Der Nachweis der induzierbaren Clindamycin-Resistenz (MLS

-Resistenz)

erfolgt

über

Antagonismus

Clindamycin

einem

Makrolid-

Antibiotikum. Wenn kein Antagonismus nachgewiesen wird, liegt Clindamycin-

Empfindlichkeit vor. Wenn ein Antagonismus nachgewiesen wird, liegt eine

Clindamycin-Resistenz vor.

Version 13.0

Stand: April 2019

Die Empfehlung des NAK bei nachgewiesener induzierbarer MLS

-Resistenz

ist wie folgt:

1. Es erfolgt für Clindamycin keine Angabe eines Testergebnisses.

2. Es wird statt eines Ergebnisses folgender Kommentar angebracht:

Induzierbare MLS

-Resistenz nachgewiesen. Clindamycin ist zur Monotherapie

nicht geeignet, kann aber in Kombination mit einem

-Laktam oder Glykopeptid

weiterhin zur Therapie verwendet werden.

Prävalenz der erworbenen Resistenz in Deutschland

Die Prävalenz der erworbenen Resistenz einzelner Spezies kann örtlich und im

Verlauf der Zeit variieren. Deshalb sind - insbesondere für die adäquate

Behandlung

schwerer

Infektionen

lokale

Informationen

über

Resistenzsituation erforderlich. Falls auf Grund der lokalen Resistenzsituation

Wirksamkeit

Clindamycin

Frage

gestellt

ist,

sollte

eine

Therapieberatung

durch

Experten

angestrebt

werden.

Insbesondere

schwerwiegenden

Infektionen

oder

Therapieversagen

eine

mikrobiologische

Diagnose

Nachweis

Erregers

dessen

Empfindlichkeit gegenüber Clindamycin anzustreben.

Prävalenz der erworbenen Resistenz in Deutschland auf der Basis von Daten

der letzten 5 Jahre aus nationalen Resistenzüberwachungsprojekten und –

studien (Stand: April 2019):

Üblicherweise empfindliche Spezies

Aerobe Gram-positive Mikroorganismen

Actinomyces israelii °

Gardnerella vaginalis °

Staphylococcus aureus (Methicillin-sensibel)

Streptococcus pneumoniae

Streptococcus pyogenes

Streptokokken der „Viridans“-Gruppe °

Version 13.0

Stand: April 2019

Anaerobe Mikroorganismen

Bacteroides spp. ° (außer B. fragilis)

Clostridium perfringens °

Fusobacterium spp. °

Peptoniphilus spp. °

Peptostreptococcus spp. °

Prevotella spp

Propionibacterium spp. °

Veillonella spp. °

Andere Mikroorganismen

Chlamydia trachomatis °

Chlamydophila pneumoniae °

Mycoplasma hominis °

Spezies, bei denen erworbene Resistenzen ein Problem bei der

Anwendung darstellen können

Aerobe Gram-positive Mikroorganismen

Staphylococcus aureus

Staphylococcus aureus (Methicillin-resistent)

Staphylococcus epidermidis

Staphylococcus haemolyticus

Staphylococcus hominis

Streptococcus agalactiae

Anaerobe Mikroorganismen

Bacteroides fragilis

Von Natur aus resistente Spezies

Aerobe Gram-positive Mikroorganismen

Version 13.0

Stand: April 2019

Enterococcus spp.

Listeria monocytogenes

Aerobe Gram-negative Mikroorganismen

Escherichia coli

Haemophilus influenzae

Klebsiella spp.

Pseudomonas aeruginosa

Anaerobe Mikroorganismen

Clostridioides difficile

Andere Mikroorganismen

Mycoplasma pneumoniae

Ureaplasma urealyticum

° Bei Veröffentlichung der Tabellen lagen keine aktuellen Daten vor. In der

Primärliteratur, Standardwerken und Therapieempfehlungen wird von einer

Empfindlichkeit ausgegangen.

In mindestens einer Region liegt die Resistenzrate bei über 50%.

^ Sammelbezeichnung für eine heterogene Gruppe von Streptokokken-

Spezies. Resistenzrate kann in Abhängigkeit von der vorliegenden

Streptokokken-Spezies variieren.

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