Carvedilol Sandoz 50 mg Tabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Carvedilol
Verfügbar ab:
Hexal Aktiengesellschaft
ATC-Code:
C07AG02
INN (Internationale Bezeichnung):
carvedilol
Darreichungsform:
Tablette
Zusammensetzung:
Carvedilol 50.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
70831.00.00

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Carvedilol Sandoz

®

50 mg Tabletten

Carvedilol

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der

Einnahme dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige

Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals

lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an

Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen

Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder

Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

1. Was ist Carvedilol Sandoz und wofür wird es angewendet?

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Carvedilol Sandoz beachten?

3. Wie ist Carvedilol Sandoz einzunehmen?

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

5. Wie ist Carvedilol Sandoz aufzubewahren?

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Carvedilol Sandoz und wofür wird es angewendet?

Carvedilol Sandoz gehört zur Stoffgruppe der unselektiven Beta- und Alpha-1-

Rezeptorenblocker.

Carvedilol Sandoz wird angewendet

zur Behandlung des nicht-organbedingten Bluthochdrucks (essentielle Hypertonie)

bei Erkrankung der Herzkranzgefäße (chronisch stabile Angina pectoris)

als Zusatzbehandlung bei mäßiger bis schwerer stabiler Herzleistungsschwäche

(Herzinsuffizienz).

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Carvedilol Sandoz beachten?

Carvedilol Sandoz darf nicht eingenommen werden

wenn Sie allergisch gegen Carvedilol oder einen der in Abschnitt 6. genannten

sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind

bei kardiogenem Schock

bei sich zunehmend verschlimmernder Herzleistungsschwäche (dekompensierter

Herzinsuffizienz)

bei akuter Lungenembolie

bei Prinzmetal Angina

bei sehr niedrigem Blutdruck (systolischer Blutdruck weniger als 85 mmHg)

bei zu langsamer Herzschlagfolge (Patienten, die wegen Herzleistungsschwäche mit

Carvedilol Sandoz behandelt werden, sollten eine Ruheherzfrequenz von mindestens

50 Schlägen/min haben)

bei bestimmten Erregungsbildungs- bzw. -leitungsstörungen im Herzen: AV-Block II.

oder III. Grades,

(sofern kein dauerhafter Herzschrittmacher eingesetzt wird)

Sinusknotensyndrom, einschließlich sinuatrialem Block

bei Herzmuskelschwäche infolge Erkrankung der Atemwege (Cor pulmonale)

bei Asthma bronchiale oder sonstigen Atemwegserkrankungen mit Neigung zur

krampfartigen Verengung der Atemwege (z. B. chronisch obstruktiver

Lungenerkrankung)

bei unbehandeltem Phäochromozytom (Tumor des Nebennierenmarks)

wenn Sie schwere Leberfunktionsstörungen hatten

bei Übersäuerung des Blutes (metabolischer Azidose)

bei gleichzeitiger Behandlung mit MAO-Hemmern (Ausnahme: MAO-B-Hemmer)

bei gleichzeitiger intravenöser Behandlung mit Verapamil, Diltiazem oder anderen

Arzneimitteln gegen Herzrhythmusstörungen (Antiarrhythmika)

und während der Stillzeit.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Carvedilol Sandoz

einnehmen.

Bluthochdruck

Carvedilol Sandoz

kann bei essentieller Hypertonie allein oder in Kombination mit anderen

blutdrucksenkenden Mitteln, insbesondere zusammen mit Thiazid-Diuretika, angewendet

werden. Wenn eine (Vor-)Behandlung mit Diuretika besteht, wird empfohlen, diese - falls

möglich - gegebenenfalls vor Beginn der

Carvedilol Sandoz

Behandlung kurzfristig

abzusetzen, um einen möglicherweise übermäßigen Blutdruckabfall zu vermeiden.

Da keine ausreichenden klinischen Erfahrungen vorliegen, soll

Carvedilol Sandoz

nicht

angewendet werden bei labilem oder organbedingtem (sekundärem) Bluthochdruck,

Erregungsleitungsstörungen im Herzen (komplette Schenkelblockbilder), Neigung zu

Blutdruckabfall bei Lagewechsel (Orthostase), akuten entzündlichen Herzerkrankungen,

hämodynamisch wirksamen Veränderungen der Herzklappen oder des Herzausflusstraktes,

Endstadien peripherer arterieller Durchblutungsstörungen sowie bei gleichzeitiger Behandlung

mit bestimmten blutdrucksenkenden Arzneimitteln (Alpha-1-Rezeptorantagonisten oder Alpha-2-

Rezeptoragonisten).

Sollten - in begründeten Ausnahmefällen -

Carvedilol Sandoz

und Clonidin gleichzeitig

angewendet werden, darf Clonidin erst dann stufenweise abgesetzt werden, wenn einige Tage

zuvor die Behandlung mit

Carvedilol Sandoz

beendet worden ist.

Chronische Herzleistungsschwäche

Carvedilol Sandoz

soll grundsätzlich immer zusätzlich zu der Herzleistungsschwäche-

Standardtherapie - bestehend aus Diuretika, Digitalis, ACE-Hemmern und/oder anderen

gefäßerweiternden Mitteln (Vasodilatatoren) - eingesetzt werden. Die

Carvedilol Sandoz

Behandlung darf nur begonnen werden, wenn der Patient mit der konventionellen Basis-

Herzleistungsschwäche-Therapie stabil eingestellt ist, d. h. die Dosierung dieser bereits

bestehenden Standardtherapie muss vor Therapiebeginn mit

Carvedilol Sandoz

zumindest für

vier Wochen stabil sein.

Insbesondere bei Patienten mit schwerer Herzleistungsschwäche (NYHA

III), Salz- und/oder

Flüssigkeitsmangel (z. B. hochdosierte Behandlung mit Diuretika), aber auch bei Älteren (≥ 70

Jahre) oder Patienten mit niedrigem Ausgangsblutdruck (z.B. systolisch weniger als 100

mmHg), kann es nach Gabe der ersten

Carvedilol Sandoz-

Dosis, aber auch bei

Dosissteigerung zu einem verstärkten Blutdruckabfall kommen. Demzufolge sollten diese

Patienten nach Gabe der ersten

Carvedilol Sandoz

Dosis sowie bei Erhöhung der Dosierung

ca. 2 Stunden ärztlich überwacht werden, um einen unkontrolliert auftretenden Blutdruckabfall

zu vermeiden. Vor allem während der Einstellung auf das Arzneimittel (Dosissteigerung bis zur

Erhaltungsdosis) müssen häufig und regelmäßig ärztliche Untersuchungen (z. B.

Nierenfunktion, Körpergewicht, Blutdruck, Herzfrequenz und -rhythmus) erfolgen (siehe auch

Abschnitt 3).

Bei Patienten mit Herzleistungsschwäche kann es während der Dosiserhöhung von

Carvedilol

Sandoz

zu einer Verschlimmerung der Herzleistungsschwäche oder zu

Flüssigkeitsansammlungen im Körper kommen. In diesem Fall sollte die Diuretika-Dosis erhöht

werden, bis eine klinische Stabilität erreicht ist. Die

Carvedilol Sandoz

Dosis sollte jedoch

zunächst nicht weiter erhöht werden. Gelegentlich kann es aber auch notwendig sein, die

Carvedilol Sandoz

Dosis zu reduzieren oder - in seltenen Fällen - die Behandlung mit

Carvedilol Sandoz

vorübergehend zu unterbrechen. Solche Ereignisse schließen eine

anschließende erfolgreiche Dosiserhöhung von

Carvedilol Sandoz

nicht aus.

Aufgrund des negativen Effektes auf die Erregungsausbreitung im Herzen vom Vorhof zur

Kammer (AV-Überleitung) sollte

Carvedilol Sandoz

mit Vorsicht bei Patienten mit AV-Block I.

Grades angewendet werden.

Da beide Substanzen eine Verzögerung der Erregungsausbreitung im Herzen vom Vorhof zur

Kammer (AV-Überleitung) bewirken, ist bei gleichzeitiger Gabe von Carvedilol und

Herzglykosiden erhöhte Vorsicht geboten.

Nierenfunktion bei Herzleistungsschwäche

Bei Patienten mit chronischer Herzleistungsschwäche und gleichzeitig vorliegendem niedrigen

Blutdruck (systolisch weniger als 100 mmHg), die zusätzlich an Durchblutungsstörungen des

Herzmuskels (ischämischer Herzkrankheit) oder an generalisierten Gefäßerkrankungen

und/oder an eingeschränkter Nierenfunktion leiden, wurde unter Behandlung mit

Carvedilol

Sandoz

eine Verschlechterung der Nierenfunktion beobachtet, die sich wieder zurückbildet.

Deshalb muss bei Patienten mit diesen Risikofaktoren die Nierenfunktion während der

Einstellung der

Carvedilol Sandoz

Behandlung häufig kontrolliert werden. Bei

Verschlechterung der Nierenfunktion soll die

Carvedilol Sandoz

Dosierung herabgesetzt oder

gegebenenfalls die Therapie abgesetzt werden.

Funktionsstörung der linken Herzkammer nach akutem Herzinfarkt

Bevor eine Behandlung mit Carvedilol begonnen wird, muss der Patient klinisch stabil sein.

Außerdem sollte der Patient mindestens während der zurückliegenden 48 Stunden einen ACE-

Hemmer erhalten haben und die Dosis dieses ACE-Hemmers sollte mindestens während der

zurückliegenden 24 Stunden unverändert gewesen sein.

Carvedilol Sandoz

sollte bei Patienten mit instabiler Angina pectoris nur mit Vorsicht

angewendet werden, da bei diesem Krankheitsbild die Erfahrungen mit

Carvedilol Sandoz

begrenzt sind.

Chronisch obstruktive Lungenerkrankung

Bei Patienten mit Neigung zu einer krampfartigen Verengung der Bronchien kann

möglicherweise Atemnot auftreten. Sie dürfen deshalb

Carvedilol Sandoz

nicht einnehmen,

wenn Sie eine Atemwegserkrankung mit Neigung zur krampfartigen Verengung der Atemwege

haben (siehe oben).

Zuckerkrankheit (Diabetes)

Carvedilol Sandoz

sollte bei Diabetikern mit Vorsicht angewendet werden, da sich die

Ergebnisse der Blutzuckerkontrolle verschlechtern oder frühe Warnzeichen bzw. Symptome

einer akuten Unterzuckerung maskiert oder verzögert werden können. Deshalb muss bei diesen

Patienten die Blutglucose-Konzentration zu Beginn der Behandlung bzw. bei Veränderung der

Carvedilol Sandoz

Dosierung regelmäßig kontrolliert werden. Eine blutzuckersenkende

Behandlung ist gegebenenfalls von Ihrem Arzt entsprechend anzupassen.

Auch bei strengem Fasten ist eine sorgfältige ärztliche Überwachung der Blutglucose-

Konzentration erforderlich.

Erkrankung der Blutgefäße in den Armen und Beinen (Periphere Gefäßerkrankung)

Carvedilol Sandoz

sollte bei Patienten mit peripheren Gefäßerkrankungen, wie z. B. bei

Gefäßkrämpfen im Bereich der Finger oder Zehen (Raynaud-Syndrom), mit Vorsicht

angewendet werden, da Arzneimittel wie

Carvedilol Sandoz

Symptome von arteriellen

Durchblutungsstörungen auslösen oder verschlechtern können.

Schilddrüsenüberfunktion

Carvedilol Sandoz

kann die Symptome einer Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose)

maskieren.

Narkose und größere Operationen

Vorsicht ist geboten, wenn Sie sich einer Operation unterziehen müssen, da sich die dämpfende

Wirkung von

Carvedilol Sandoz

und einigen Narkosemitteln auf die Pumpkraft des Herzens

gegenseitig verstärken kann.

Verlangsamung der Herzschlagfolge (Bradykardie)

Carvedilol Sandoz

kann die Herzschlagfolge verlangsamen. Wenn die Pulsfrequenz unter 55

Schläge pro Minute abfällt, sollte die Dosis von

Carvedilol Sandoz

reduziert werden.

Überempfindlichkeit

Arzneimittel wie

Carvedilol Sandoz

können sowohl die Empfindlichkeit gegenüber Allergie-

auslösenden Stoffen als auch die Schwere von Überempfindlichkeitsreaktionen erhöhen. Bei

Patienten, bei denen schwere Überempfindlichkeitsreaktionen bekannt sind, sowie Patienten

unter Hyposensibilisierungstherapie ist deshalb besondere Vorsicht geboten.

Bei Patienten, die im Zusammenhang mit einer früheren Behandlung mit einem Betablocker

einmal eine Schuppenflechte (Psoriasis) hatten, sollten

Carvedilol Sandoz

nur nach

sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung einnehmen.

Schwere Hautreaktionen

Sehr seltene Fälle von schweren Hautreaktionen, wie z.B. toxische epidermale Nekrolyse

(TEN), eine schwere Arzneimittelnebenwirkung, bei der sich entzündliche Prozesse im

Unterhautzellgewebe bilden, und Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), eine infekt- oder

arzneimittelallergisch bedingte Hauterkrankung, wurden während der Behandlung mit Carvedilol

berichtet. Carvedilol sollte bei Patienten, die schwere Hautreaktionen haben, die möglicherweise

Carvedilol zugeschrieben werden können, dauerhaft abgesetzt werden.

Gleichzeitige Anwendung von Calciumkanalblockern (Arzneimittel zur Behandlung des

Bluthochdrucks oder eines unregelmäßigen Herzschlags)

Bei gleichzeitiger Einnahme von

Carvedilol Sandoz

mit Arzneimitteln, die die Wirkstoffe

Verapamil oder Diltiazem oder von diesen abgeleitete Wirkstoffe enthalten, oder mit

Arzneimitteln zur Behandlung eines unregelmäßigen Herzschlags (Antiarrhythmika), ist eine

sorgfältige Überwachung von EKG und Blutdruck erforderlich.

Tumore des Nebennierenmarks (Phäochromozytom)

Patienten mit einem Tumor des Nebennierenmarks (Phäochromozytom) dürfen erst nach

ausreichender Blockade der Alpha-Rezeptoren im Herz- und Gefäßsystem mit Beta-

Rezeptorenblockern wie

Carvedilol Sandoz

behandelt werden. Da für

Carvedilol Sandoz

keine entsprechenden Therapieerfahrungen vorliegen, sollte es bei Verdacht auf

Phäochromozytom nur mit Vorsicht angewendet werden.

Prinzmetal-Angina

Bei Patienten mit Verdacht auf Vorliegen einer Prinzmetal-Angina sollte

Carvedilol Sandoz

mit Vorsicht angewendet werden, da keine klinischen Erfahrungen mit dem Wirkstoff Carvedilol

bei Patienten mit Prinzmetal-Angina vorliegen. Wirkstoffe wie Carvedilol können bei Patienten

mit Prinzmetal-Angina Brustschmerzen auslösen.

Kontaktlinsen

Kontaktlinsenträger sollten beachten, dass es zu vermindertem Tränenfluss kommen kann.

Absetzerscheinungen (Entzugssyndrom)

Eine Behandlung mit

Carvedilol Sandoz

sollte nicht plötzlich abgebrochen werden. Dies gilt

besonders bei Patienten mit einer Herzerkrankung aufgrund einer verminderten Durchblutung

der Herzkranzgefäße. Die Dosis sollte stattdessen schrittweise über einen Zeitraum von 2

Wochen verringert werden.

Kinder und Jugendliche

Es liegen nur unzureichende Daten über die Wirksamkeit und Unbedenklichkeit von Carvedilol

bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren vor.

Carvedilol Sandoz

sollte daher bei dieser

Patientengruppe nicht angewendet werden.

Ältere Menschen

Ältere Patienten können empfindlicher auf Carvedilol reagieren und sollten sorgfältiger

überwacht werden.

Auswirkungen bei Fehlgebrauch zu Dopingzwecken

Die Anwendung von Carvedilol Sandoz kann bei Dopingkontrollen zu positiven

Ergebnissen führen. Eine missbräuchliche Anwendung von Carvedilol Sandoz zu

Dopingzwecken kann zu einer Gefährdung Ihrer Gesundheit führen..

Einnahme von Carvedilol Sandoz zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel

einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben

oder beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Digoxin

Bei gleichzeitiger Anwendung von

Carvedilol Sandoz

und Digoxin wurde eine Erhöhung des

Digoxin-Serumspiegels von ca. 20 % gemessen. Eine wesentlich größere Wirkung wurde bei

männlichen Patienten im Vergleich zu Patientinnen beobachtet. Sowohl Digoxin als auch

Carvedilol verzögern außerdem die Erregungsleitung am Herzen (AV-Überleitung). Eine

verstärkte Überwachung der Digoxin-Serumspiegel wird daher zu Beginn, bei einer

Dosisänderung und am Ende einer gleichzeitigen Behandlung mit diesem herzwirksamen

Wirkstoff und

Carvedilol Sandoz

empfohlen. Carvedilol hat keine Wirkung auf intravenös

verabreichtes Digoxin.

Blutdrucksenkende Arzneimittel

Wie auch andere Wirkstoffe mit beta-blockierender Wirkung kann Carvedilol die Wirkung

anderer blutdrucksenkender Arzneimittel (wie z. B. Alpha-1-Rezeptorenblocker) oder solcher,

die möglicherweise einen Blutdruckabfall als Nebenwirkung auslösen können, wie z. B.

bestimmte Beruhigungsmittel (Barbiturate, Phenothiazine) und Arzneimittel zur Behandlung

depressiver Verstimmungen (trizyklische Antidepressiva) sowie gefäßerweiternde Mittel,

verstärken.

Clonidin

Die gleichzeitige Anwendung von Beta-Rezeptorenblockern, wie

Carvedilol Sandoz

Reserpin, Guanethidin, Methyldopa, Clonidin oder Guanfacin, kann eine zusätzliche blutdruck-

und herzfrequenzsenkende Wirkung haben. Wenn die gleichzeitige Anwendung von Beta-

Rezeptorenblockern und Clonidin beendet werden muss, sollte zuerst der Beta-

Rezeptorenblocker abgesetzt werden. Die Clonidin-Therapie kann dann einige Tage später

durch schrittweise Dosisverringerung beendet werden.

Catecholamin-abbauende Arzneimittel

Patienten, die

Carvedilol Sandoz

gleichzeitig mit Catecholamin-abbauenden Arzneimitteln, wie

z. B. Reserpin oder MAO-Hemmer, einnehmen, sollten sorgfältig auf Zeichen eines

Blutdruckabfalls und/oder einer schweren Verlangsamung der Herzschlagfolge (schwere

Bradykardie) überwacht werden.

Ciclosporin

Bei Nieren- und Herztransplantationspatienten, die oral Ciclosporin verabreicht bekommen

hatten, wurde nach Beginn einer Behandlung mit Carvedilol eine geringe Erhöhung der

Ciclosporin-Plasmakonzentration beobachtet. Das Ausmaß der deshalb erforderlichen

Dosisanpassung variiert erheblich von Patient zu Patient. Aus diesem Grund soll bei diesen

Patienten die Ciclosporin-Konzentration sorgfältig überwacht und die Ciclosporin-Dosis

individuell angepasst werden.

Calciumkanalblocker vom Verapamil- oder Diltiazemtyp, Amiodaron oder andere

Antiarrhythmika

Bei gleichzeitiger Anwendung von

Carvedilol Sandoz

und oral einzunehmenden

Calciumantagonisten vom Verapamil- oder Diltiazemtyp oder anderen Arzneimitteln gegen

Herzrhythmusstörungen (Antiarrhythmika), wie z. B. Amiodaron, kann sich das Risiko von AV-

Überleitungsstörungen erhöhen. Deshalb ist unter diesen Bedingungen eine sorgfältige

Überwachung von Blutdruck, Herzfrequenz und -rhythmus (EKG) angezeigt (siehe auch oben

unter „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen/Gleichzeitige Anwendung von

Calciumkanalblockern“).

Betäubungsmittel

Bei gleichzeitiger Anwendung von

Carvedilol Sandoz

und einigen Betäubungsmitteln

(Anästhetika und Narkotika) können sich die Wirkungen auf die Herzfunktion (negative

Inotropie) und die blutdrucksenkende Wirkung beider Arzneimittel gegenseitig verstärken.

Informieren Sie deshalb den Arzt vor einer evtl. notwendigen Narkose, dass Sie

Carvedilol

Sandoz

einnehmen.

Entzündungshemmende und/oder schmerzlindernde Arzneimittel

Bestimmte entzündungshemmende und/oder schmerzlindernde Arzneimittel (sogenannte nicht

steroidale Entzündungshemmer) können zu einem erhöhten Blutdruck und zu einer

schlechteren Blutdruckkontrolle führen.

Blutzuckersenkende Mittel

Die Wirkung von Insulin oder oralen blutzuckersenkenden Mitteln kann durch Beta-

Rezeptorenblocker verstärkt werden. Die Anzeichen einer Unterzuckerung (Hypoglykämie)

können verschleiert oder abgeschwächt sein (insbesondere die Zunahme der Herzschlagfolge).

Daher sind bei Diabetikern, die Insulin anwenden oder blutzuckersenkende Mittel einnehmen,

regelmäßige Blutzuckerkontrollen erforderlich.

Cimetidin

Cimetidin, Hydralazin und Alkohol können die systemische Verfügbarkeit von

Carvedilol

Sandoz

erhöhen, da sie über eine Enzymhemmung den Abbau des Wirkstoffs in der Leber

vermindern. Daher wird eine sorgfältige Überwachung dieser Patienten bei gleichzeitiger Gabe

empfohlen.

Rifampicin

Rifampicin vermindert die Aufnahme von Carvedilol aus dem Darm und es wurde eine

verringerte Wirkung auf den systolischen Blutdruck beobachtet. Bei der gleichzeitigen

Anwendung von Carvedilol und Rifampicin wird eine engmaschige Überwachung der β-

Blockade empfohlen.

Amiodaron

Bei Patienten mit Herzinsuffizienz verändert Amiodaron die Konzentration von Carvedilol im

Plasma, so dass eine mögliche Gefahr für eine erhöhte β-Blockade besteht.

Fluoxetin und Paroxetin

Fluoxetin kann die systemische Verfügbarkeit von Carvedilol erhöhen, da es über eine

Enzymhemmung den Abbau des Wirkstoffs in der Leber vermindert. Bei den Nebenwirkungen,

dem Blutdruck oder der Herzfrequenz wurde jedoch kein Unterschied festgestellt.

Arzneimittel zur Erweiterung der Bronchien

Die Wirkung von

Carvedilol Sandoz

beeinträchtigt die Wirkung bestimmter Arzneimittel, die

zur Erweiterung der Bronchien angewendet werden (sogenannte beta-agonistische

Bronchodilatatoren). Deshalb sollten Sie sorgfältig überwacht werden, wenn Sie diese

Arzneimittel anwenden.

Einnahme von Carvedilol Sandoz zusammen mit Nahrungsmitteln, Getränken und

Alkohol

Carvedilol Sandoz

kann die blutdrucksenkende Wirkung von Alkohol verstärken. Sie sollten

während der Behandlung mit

Carvedilol Sandoz

deshalb keinen Alkohol trinken.

Schwangerschaft, Stillzeit und

Fortpflanzungsfähigkeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein

oder

beabsichtigen,

schwanger

werden,

fragen

Einnahme

dieses

Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Da keine ausreichenden Erfahrungen vorliegen, darf Carvedilol Sandoz während der

Schwangerschaft nur dann eingenommen werden, wenn es der behandelnde Arzt für

unbedingt erforderlich hält.

Behandlung

Betablockern

sollte

72-48

Stunden

erwarteten

Geburtstermin beendet werden. Ist dies nicht möglich, so muss das Neugeborene für

die ersten 48-72 Lebensstunden per Monitor überwacht werden.

Es ist nicht bekannt, ob

Carvedilol Sandoz

in die menschliche Muttermilch übergeht.

Daher

dürfen Mütter während einer Behandlung mit Carvedilol Sandoz nicht stillen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Durch individuell auftretende unterschiedliche Reaktionen (z. B. Schwindel, Müdigkeit) kann die

Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr, zum Bedienen von Maschinen oder zum

Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt werden. Dies gilt in verstärktem Maße bei

Behandlungsbeginn, Dosierungserhöhung und Präparatewechsel sowie im Zusammenwirken

mit Alkohol.

Carvedilol Sandoz enthält Lactose

Bitte nehmen Sie Carvedilol Sandoz daher erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein,

wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Zuckerunverträglichkeit leiden.

3.

Wie ist Carvedilol Sandoz einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Bitte

fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Die empfohlene Dosis beträgt:

Bluthochdruck (Essentielle Hypertonie)

Carvedilol Sandoz kann zur Behandlung des Bluthochdrucks allein oder in Kombination

mit anderen blutdrucksenkenden Arzneimitteln, insbesondere harntreibenden Mitteln

(Thiazid-Diuretika), verwendet werden.

Eine 1-mal tägliche Dosierung wird empfohlen, die empfohlene maximale Einzeldosis

beträgt jedoch 25 mg und die empfohlene maximale Tagesdosis 50 mg.

Erwachsene:

Anfangsdosis bei Behandlungsbeginn (1. und 2. Tag)

1-mal täglich 12,5 mg*

Dosierung im Behandlungsverlauf

1-mal täglich ½ Tablette Carvedilol Sandoz 50 mg (entsprechend

25 mg Carvedilol)

Die Dosis kann gegebenenfalls schrittweise in Abständen von 2

Wochen oder in größeren Abständen weiter erhöht werden.

Ältere Patienten:

Anfangsdosis bei Behandlungsbeginn

1-mal täglich 12,5 mg*

Diese Dosis kann auch für die Weiterbehandlung ausreichend sein.

Bei ungenügender Wirkung kann die Dosis jedoch schrittweise in

Abständen von 2 Wochen oder in größeren Abständen erhöht

werden.

Erkrankung der Herzkranzgefäße (chronisch stabile Angina pectoris)

Erwachsene:

Anfangsdosis bei Behandlungsbeginn (1. und 2. Tag)

2-mal täglich 12,5 mg*

Dosierung im Behandlungsverlauf

2-mal täglich ½ Tablette Carvedilol Sandoz 50 mg (entsprechend 2-

mal täglich 25 mg Carvedilol)

Die Dosis kann gegebenenfalls schrittweise in Abständen von 2

Wochen oder in größeren Abständen weiter erhöht werden.

Empfohlene Tageshöchstdosis

100 mg, verteilt auf zwei Dosen

Ältere Patienten:

Anfangsdosis bei Behandlungsbeginn (1. und 2. Tag)

2-mal täglich 12,5 mg*

Dosierung im Behandlungsverlauf

2-mal täglich ½ Tablette Carvedilol Sandoz 50 mg (entsprechend 2-

mal täglich 25 mg Carvedilol)

Empfohlene Tageshöchstdosis

50 mg Carvedilol.

Zusatzbehandlung bei mäßiger bis schwerer Herzleistungsschwäche (Herzinsuffizienz)

Anfangsdosis bei Behandlungsbeginn (1. und 2. Woche)

2-mal täglich 3,125 mg*

Dosierung im Behandlungsverlauf, wenn die Anfangsdosis gut

vertragen wird

Schrittweise Dosiserhöhung in Intervallen von 2 Wochen oder in

größeren Abständen zuerst auf 2-mal täglich 6,25 mg*, dann auf 2-

mal täglich 12,5 mg* und danach auf 2-mal täglich ½ Tablette

Carvedilol Sandoz 50 mg (entsprechend 2-mal täglich 25 mg

Carvedilol).

Empfehlung:

Es sollte die höchste vom Patienten vertragene Dosis angestrebt

werden.

Empfohlene

Bei Patienten mit einem Körpergewicht unter 85 kg

Maximaldosis:

2-mal täglich ½ Tablette Carvedilol Sandoz 50 mg (entsprechend 2-

mal täglich 25 mg Carvedilol)

Bei Patienten mit einem Körpergewicht über 85 kg

2-mal täglich 1 Tablette Carvedilol Sandoz 50 mg (entsprechend 2-

mal täglich 50 mg Carvedilol), sofern keine schwere

Herzleistungsschwäche vorliegt. Eine Dosiserhöhung auf 2-mal

täglich 50 mg sollte unter engmaschiger ärztlicher Kontrolle

erfolgen.

Zu Therapiebeginn oder bei Dosiserhöhung kann eine vorübergehende

Verschlechterung der Symptome der Herzleistungsschwäche auftreten,

insbesondere bei Patienten mit schwerer Herzleistungsschwäche und/oder

hochdosierter Diuretikatherapie. Dies erfordert üblicherweise keinen Abbruch der

Behandlung, die Dosis sollte jedoch nicht erhöht werden. Nach Behandlungsbeginn

oder Dosiserhöhung sollte der Patient von einem Internisten/ Kardiologen überwacht

werden.

Vor jeder Erhöhung der Dosis sollte eine Untersuchung im Hinblick auf mögliche

Symptome einer Verschlechterung der Herzleistungsschwäche oder Symptome

einer übermäßigen Gefäßerweiterung (z. B. Nierenfunktion, Körpergewicht,

Blutdruck, Herzfrequenz und -rhythmus) stattfinden.

Falls die Carvedilol-Therapie länger als zwei Wochen unterbrochen wurde, sollte sie

mit 2-mal täglich 3,125 mg* wieder aufgenommen werden und erneut eine

schrittweise Erhöhung - gemäß obiger Empfehlungen - erfolgen.

Nierenfunktionseinschränkung

Dosierung

Die Dosis muss für jeden Patienten individuell festgelegt werden,

allgemein:

es gibt jedoch aufgrund der pharmakologischen Parameter keine

Hinweise darauf, dass eine Dosisanpassung von Carvedilol Sandoz

50 mg bei Patienten mit Herzleistungsschwäche erforderlich ist.

Mäßige Leberfunktionsstörung

Eine Anpassung der Dosis kann erforderlich sein.

* Für Dosisanpassungen wird Carvedilol Sandoz in 3 Stärken angeboten:

12,5 mg, 25 mg und 50 mg. Alle Tabletten können in gleiche Hälften geteilt werden.

Art der Anwendung

Nehmen Sie die Tabletten mit einem Glas Wasser zu einer Mahlzeit oder unabhängig

von einer Mahlzeit ein. Es wird jedoch Patienten mit Herzleistungsschwäche empfohlen,

die Tabletten mit Nahrung zu sich zu nehmen, damit der Wirkstoff Carvedilol langsamer

aufgenommen und das Risiko von Kreislaufregulationsstörungen bei Lagewechsel vom

Liegen zum Stehen (orthostatische Effekte) vermindert wird.

Die Tablette kann in gleiche Hälften geteilt werden.

Dauer der Anwendung

Über die Dauer der Anwendung entscheidet Ihr Arzt.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass

die Wirkung von Carvedilol Sandoz zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine größere Menge Carvedilol Sandoz eingenommen haben, als Sie

sollten

Bei Überdosierung kann es zu ausgeprägtem Blutdruckabfall, verlangsamter Herzschlagfolge,

Herzmuskelschwäche, kardiogenem Schock und Herzstillstand kommen. Zusätzlich können

auch Atembeschwerden, Verkrampfung der Bronchien, Erbrechen, Bewusstseinsstörungen

sowie generalisierte Krampfanfälle auftreten.

Bei Verdacht auf eine Überdosierung mit

Carvedilol Sandoz

benachrichtigen Sie Ihren Arzt.

Dieser wird, entsprechend der Schwere einer Vergiftung, über die gegebenenfalls erforderlichen

Maßnahmen entscheiden.

Wenn Sie die Einnahme von Carvedilol Sandoz vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen

haben.

Wenn Sie die Einnahme von Carvedilol Sandoz abbrechen

Die Dosierung von

Carvedilol Sandoz

darf ohne Anweisung des Arztes nicht geändert werden.

Auch eine Unterbrechung der Therapie sollte ohne Anweisung des Arztes nicht erfolgen. Die

Behandlung mit Carvedilol Sandoz

darf nicht abrupt abgesetzt, sondern muss ausschleichend

beendet werden.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, wenden Sie sich an

Ihren Arzt oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber

nicht bei jedem auftreten müssen.

Mit Ausnahme von Schwindel, Sehstörungen und verlangsamter Herzschlagfolge (Bradykardie)

ist die Häufigkeit der Nebenwirkungen unabhängig von der eingenommenen Dosis von

Carvedilol Sandoz.

Das Risiko für das Auftreten der meisten Nebenwirkungen ist für alle Anwendungsgebiete von

Carvedilol Sandoz vergleichbar. Ausnahmen sind weiter unten unter „Beschreibung

ausgewählter Nebenwirkungen“ beschrieben.

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde

gelegt:

Sehr häufig:

kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

Häufig:

kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Gelegentlich:

kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Selten:

kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

Sehr selten:

kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

Nicht bekannt:

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Folgende Nebenwirkungen sind im Zusammenhang mit der Anwendung von Carvedilol in

zulassungsrelevanten Studien berichtet worden.

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Häufig: Bronchitis, Lungenentzündung, Infektionen der oberen Luftwege, Harnwegsinfekte

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Häufig: Blutarmut

Selten: Verminderung der Blutblättchen

Sehr selten: Verminderung der weißen Blutkörperchen

Erkrankungen des Immunsystems

Sehr selten: Überempfindlichkeit (allergische Reaktionen)

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufig: Gewichtszunahme, erhöhte Cholesterinwerte, Verschlechterung der Mechanismen, die

den Blutzuckerspiegel regulieren (erhöhte Blutzuckerwerte, zu niedrige Blutzuckerwerte) bei

Patienten mit Diabetes mellitus

Psychiatrische Erkrankungen

Häufig: Depression, depressive Stimmungen

Schlafstörungen Gelegentlich

Gelegentlich: Albträume, Halluzinationen, Verwirrtheit

Sehr selten: Psychosen

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr häufig: Schwindel, Kopfschmerzen

Häufig: kurzzeitiger Bewusstseinsverlust (Synkopen [inklusive Präsynkopen])

Gelegentlich: Empfindungsstörungen (Parästhesien)

Augenerkrankungen

Häufig: Sehstörungen, verminderter Tränenfluss (trockenes Auge), Augenreizungen

Herzerkrankungen

Sehr häufig: Herzschwäche

Häufig: verlangsamter Herzschlag (Bradykardie), erhöhte Blutmenge im Kreislauf

(Hypervolämie), ungenügende Flüssigkeitsausscheidung

Gelegentlich: Störungen der Erregungsausbreitung vom Herzvorhof zur Kammer (AV-

Blockierung)

Gelegentlich: Angina-pectoris-Anfälle

Gefäßerkrankungen

Sehr häufig: niedriger Blutdruck

Häufig: übermäßiger Blutdruckabfall bei Lagewechsel vom Liegen zum Stehen mit Schwindel

und Schwarzwerden vor den Augen (orthostatische Hypotonie), Störungen der peripheren

Durchblutung (kalte Gliedmaßen), periphere Verschlusskrankheit, Verstärkung der

Beschwerden bei Patienten mit zeitweilig aussetzendem Hinken aufgrund von

Durchblutungsstörungen der Beine (Claudicatio intermittens) und von Gefäßkrämpfen im

Bereich der Finger oder Zehen (Raynaud-Syndrom), erhöhter Blutdruck

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Häufig: Atemnot, Flüssigkeitsansammlung in der Lunge (Lungenödem), Asthma und Atemnot

bei Patienten mit einer Neigung zu krampfartigen Verengungen der Atemwege

Selten: verstopfte Nase

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig: Übelkeit, Durchfall, Erbrechen, Verdauungsstörungen, Bauchschmerzen,

Gelegentlich: Verstopfung

Selten: Mundtrockenheit

Leber- und Gallenerkrankungen

Sehr selten: Erhöhung bestimmter Leberwerte im Blut (Serumtransaminasen)

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Gelegentlich: Hautreaktionen, wie allergisches Exanthem, Dermatitis, Nesselsucht, Juckreiz,

Schuppenflechte, schuppenflechte-ähnliche Hautausschläge

Nicht bekannt: schwere Hautreaktionen (z. B. Erythema multiforme, Steven-Johnson-Syndrom,

Toxische epidermale Nekrolyse), Haarausfall

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Häufig: Gliederschmerzen

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Häufig: Nierenversagen und abweichende Nierenfunktion bei Patienten mit generalisierter

Gefäßerkrankung und/oder verminderter Nierenfunktion, Störungen beim Wasserlassen

Sehr selten: ungewollter Harnabgang bei Frauen

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Gelegentlich: Störung der geschlechtlichen Erregung bei Männern (erektile Dysfunktion)

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Sehr häufig: Kraftlosigkeit (Asthenie)

Häufig: Schmerzen, Wasseransammlungen im Gewebe (Ödeme)

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen

Schwindel, kurzzeitiger Bewusstseinsverlust (Synkopen), Kopfschmerzen und Kraftlosigkeit sind

normalerweise schwach ausgeprägt und treten vor allem bei Behandlungsbeginn auf.

Bei Patienten mit Herzschwäche kann sich während der Dosiserhöhung von Carvedilol Sandoz

die Herzschwäche verschlechtern und eine ungenügende Flüssigkeitsausscheidung auftreten.

Bei Behandlung von Patienten mit dauerhafter Herzschwäche und mit niedrigem Blutdruck,

ischämischer Herzerkrankung und generalisierter Gefäßerkrankung und/oder vorliegender

verminderter Nierenfunktion wurde eine Verschlechterung der Nierenfunktion beobachtet, die

rückbildungsfähig war.

Die Klasse der Beta-Rezeptorenblocker kann eine verborgene Zuckerkrankheit erkennbar

werden lassen, eine bereits festgestellte Zuckerkrankheit kann sich verschlechtern, und die

Mechanismen, die den Blutzuckerspiegel regulieren, können beeinträchtigt sein.

Carvedilol Sandoz kann unwillkürlichen Harnabgang (Harninkontinenz) bei Frauen verursachen,

der nach dem Absetzen der Medikation nicht mehr auftrat.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben

sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr

Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Carvedilol Sandoz aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und den Blisterpackungen

nach „verwendbar bis“ angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden. Das

Verfallsdatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Blisterpackung im Umkarton aufbewahren.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren

Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden.

Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Carvedilol Sandoz enthält

Der Wirkstoff ist Carvedilol. 1 Tablette enthält 50 mg Carvedilol.

Die sonstigen Bestandteile sind: Lactose-Monohydrat, mikrokristalline Cellulose,

Crospovidon, Povidon K30, hochdisperses Siliciumdioxid, Magnesiumstearat

(Ph.Eur.) [pflanzlich]

Wie Carvedilol Sandoz aussieht und Inhalt der Packung

Carvedilol Sandoz 50 mg Tabletten sind weiße, runde, beidseitig nach außen gewölbte,

teilbare Tabletten mit einer druckempfindlichen Bruchkerbe und der Prägung „C5“ auf

einer Tablettenseite.

Carvedilol Sandoz 50 mg ist in Originalpackungen mit 50 und 100 Tabletten erhältlich.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer

Hexal AG

Industriestraße 25

83607 Holzkirchen

Hersteller

Salutas Pharma GmbH

Otto-von-Guericke-Allee 1

39179 Barleben

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Mai 2018.

Fachinformation

1.

Bezeichnung der Arzneimittel

Carvedilol Sandoz® 12,5 mg Tabletten

Carvedilol Sandoz® 25 mg Tabletten

Carvedilol Sandoz® 50 mg Tabletten

2.

Qualitative und quantitative Zusammensetzung

Carvedilol Sandoz 12,5 mg:

1 Tablette enthält 12,5 mg Carvedilol.

Carvedilol Sandoz 25 mg:

1 Tablette enthält 25 mg Carvedilol.

Carvedilol Sandoz 50 mg:

1 Tablette enthält 50 mg Carvedilol.

Sonstiger Bestandteil: Lactose-Monohydrat

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

Darreichungsform

Tabletten

Carvedilol Sandoz 12,5 mg

Altrosa, runde, konvexe, teilbare Tablette mit einer druckempfindlichen Bruchkerbe,

Kodierung C3.

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

Carvedilol Sandoz 25 mg

Weiße, runde, konvexe, teilbare Tablette mit einer druckempfindlichen Bruchkerbe,

Kodierung C4.

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

Carvedilol Sandoz 50 mg

Weiße, runde, konvexe, teilbare Tablette mit einer druckempfindlichen Bruchkerbe,

Kodierung C5.

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

4.

Klinische Angaben

4.1

Anwendungsgebiete

Essentielle Hypertonie

Chronisch stabile Angina pectoris

Zusatzbehandlung bei mäßiger bis schwerer stabiler Herzinsuffizienz.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Carvedilol Sandoz ist in folgenden Stärken erhältlich: 12,5 mg, 25 mg und 50 mg.

Dosierung

Essentielle Hypertonie

Carvedilol kann zur Behandlung der Hypertonie allein oder in Kombination mit anderen

Antihypertonika, insbesondere Thiazid-Diuretika, verwendet werden. Eine einmal tägliche

Dosierung wird empfohlen, die empfohlene maximale Einzeldosis beträgt jedoch 25 mg und

die empfohlene maximale Tagesdosis beträgt 50 mg.

Erwachsene

Die empfohlene Initialdosis beträgt einmal täglich 12,5 mg für zwei Tage. Danach wird die

Behandlung mit einer Dosis von 25 mg/Tag fortgesetzt. Die Dosis kann gegebenenfalls

schrittweise in Intervallen von zwei Wochen oder in größeren Abständen weiter erhöht

werden.

Ältere Patienten

Bei Hypertonie beträgt die empfohlene Initialdosis einmal täglich 12,5 mg. Diese Dosis kann

auch für die Weiterbehandlung ausreichend sein. Bei ungenügender Wirkung kann die Dosis

jedoch schrittweise in Intervallen von zwei Wochen oder in größeren Abständen erhöht

werden.

Chronisch stabile Angina pectoris

Erwachsene

Die empfohlene Initialdosis beträgt zweimal täglich 12,5 mg für zwei Tage. Danach wird die

Behandlung mit einer Dosis von zweimal täglich 25 mg fortgesetzt. Die Dosis kann

gegebenenfalls schrittweise in Intervallen von zwei Wochen oder in größeren Abständen

weiter erhöht werden. Die empfohlene Tageshöchstdosis beträgt 100 mg, verteilt auf zwei

Dosen.

Ältere Patienten

Die empfohlene Initialdosis beträgt zweimal täglich 12,5 mg für 2 Tage. Danach wird die

Behandlung mit einer Dosis von zweimal täglich 25 mg fortgesetzt, welche auch die

empfohlene Tageshöchstdosis ist.

Herzinsuffizienz

Behandlung einer mäßigen bis schweren Herzinsuffizienz zusätzlich zu einer konventionellen

Basistherapie mit Diuretika, ACE-Hemmern, Digitalis und/oder Vasodilatatoren. Der Patient

sollte klinisch stabil sein (keine Änderung der NYHA-Klasse, keine Hospitalisierung wegen

einer Herzinsuffizienz) und die Basistherapie muss mindestens 4 Wochen vor

Behandlungsbeginn eingestellt worden sein. Außerdem sollte der Patient eine verminderte

linksventrikuläre Ejektionsfraktion aufweisen, die Herzfrequenz sollte > 50 Schläge pro

Minute betragen und der systolische Blutdruck > 85 mm Hg (siehe 4.3 „Gegenanzeigen“).

Die Initialdosis beträgt zweimal täglich 3,125 mg für zwei Wochen. Wenn die Initialdosis gut

vertragen wird, kann die Carvedilol-Dosis in Intervallen von zwei Wochen oder in größeren

Abständen zuerst auf zweimal täglich 6,25 mg, dann auf zweimal täglich 12,5 mg und

danach auf zweimal täglich 25 mg erhöht werden. Es wird empfohlen, die höchste vom

Patienten tolerierte Dosis anzustreben.

Die empfohlene Maximaldosis beträgt zweimal täglich 25 mg bei Patienten mit einem

Körpergewicht unter 85 kg und zweimal täglich 50 mg bei Patienten mit einem Körpergewicht

über 85 kg, vorausgesetzt, dass keine schwere Herzinsuffizienz vorliegt. Eine

Dosiserhöhung auf zweimal täglich 50 mg sollte sorgfältig unter engmaschiger ärztlicher

Überwachung erfolgen.

Zu Therapiebeginn oder aufgrund einer Dosiserhöhung kann eine vorübergehende

Verschlechterung der Symptome der Herzinsuffizienz auftreten, insbesondere bei Patienten

mit schwerer Herzinsuffizienz und/oder hochdosierter Diuretika-Therapie. Dies erfordert

üblicherweise keinen Abbruch der Behandlung, die Dosis sollte jedoch nicht erhöht werden.

Nach Behandlungsbeginn oder Dosiserhöhung sollte der Patient von einem

Internisten/Kardiologen überwacht werden. Vor jeder Erhöhung der Dosis sollte eine

Untersuchung im Hinblick auf potentielle Symptome einer Verschlechterung der

Herzinsuffizienz oder Symptome einer übermäßigen Vasodilatation (z. B. Nierenfunktion,

Körpergewicht, Blutdruck, Herzfrequenz und

-rhythmus) stattfinden. Eine Verschlechterung der Herzinsuffizienz oder Flüssigkeitsretention

wird durch eine Erhöhung der Diuretika-Dosis behandelt; die Dosis von Carvedilol sollte erst

erhöht werden, wenn der klinische Zustand des Patienten stabil ist. Bei Bradykardie oder

Verzögerung der AV-Überleitung sollte zuerst der Digoxinspiegel überprüft werden. Eine

Reduktion der Carvedilol-Dosis oder vorübergehendes Absetzen der Behandlung kann

gelegentlich notwendig sein. Auch in diesen Fällen kann die Einstellung der Carvedilol-Dosis

häufig erfolgreich fortgesetzt werden.

Falls die Carvedilol-Therapie länger als zwei Wochen unterbrochen wurde, sollte sie mit

zweimal täglich 3,125 mg wieder aufgenommen werden und erneut eine schrittweise

Erhöhung – gemäß obiger Empfehlungen – erfolgen.

Niereninsuffizienz

Die Dosierung muss für jeden Patienten individuell festgelegt werden, es gibt jedoch

aufgrund der pharmakokinetischen Parameter keine Hinweise darauf, dass eine

Dosisanpassung von Carvedilol bei Patienten mit Herzinsuffizienz erforderlich ist.

Mittelschwere Leberfunktionsstörung

Eine Anpassung der Dosis kann erforderlich sein.

Kinder und Jugendliche (< 18 Jahre)

Es liegen nur unzureichende Daten über die Wirksamkeit und Unbedenklichkeit von

Carvedilol vor.

Ältere Patienten

Ältere Patienten können empfindlicher auf Carvedilol reagieren und sollten sorgfältiger

überwacht werden.

Wie bei anderen Betablockern und insbesondere bei Koronarpatienten sollte Carvedilol

schrittweise abgesetzt werden (siehe 4.4 „Besondere Warnhinweise und

Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung“).

Art der Anwendung

Die Einnahme der Tabletten kann unabhängig von einer Mahlzeit erfolgen. Es wird jedoch

Patienten mit Herzinsuffizienz empfohlen, die Tabletten mit Nahrung zu sich zu nehmen,

damit Carvedilol langsamer resorbiert und das Risiko einer orthostatischen Hypotonie

vermindert wird.

4.3

Gegenanzeigen

Carvedilol Sandoz darf nicht eingenommen werden bei:

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten

sonstigen Bestandteile des Arzneimittels

kardiogenem Schock

dekompensierter Herzinsuffizienz

akuter Lungenembolie

Prinzmetal Angina

Hypotonie (systolischer Blutdruck < 85 mmHg)

Bradykardie (Patienten, die wegen Herzinsuffizienz mit Carvedilol Sandoz behandelt

werden, sollten eine Ruheherzfrequenz

50/min haben)

AV-Block II. oder III. Grades, Sinusknotensyndrom, sinuatrialem Block (Ausnahme:

Schrittmacher-Therapie)

Cor pulmonale

Asthma bronchiale oder sonstigen Atemwegserkrankungen mit bronchospastischer

Komponente (z. B. chronisch obstruktiver Lungenerkrankung)

unbehandeltem Phäochromozytom

klinisch relevanten Leberfunktionsstörungen

metabolischer Azidose

gleichzeitiger Therapie mit MAO-Hemmern (Ausnahme: MAO-B-Hemmer)

gleichzeitiger i.v. Therapie mit Verapamil, Diltiazem oder anderen Antiarrhythmika

während der Stillzeit.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Hypertonie

Carvedilol Sandoz kann bei essentieller Hypertonie allein oder in Kombination mit anderen

blutdrucksenkenden Mitteln, insbesondere zusammen mit Thiazid-Diuretika, angewendet

werden. Wenn eine (Vor-)Behandlung mit Diuretika besteht, wird empfohlen, diese - falls

möglich - gegebenenfalls vor Beginn der Carvedilol Sandoz Therapie kurzfristig abzusetzen,

um einen möglicherweise übermäßigen Blutdruckabfall zu vermeiden.

Da keine ausreichenden klinischen Erfahrungen vorliegen, soll Carvedilol Sandoz nicht

angewendet werden bei labiler oder sekundärer Hypertonie, kompletten

Schenkelblockbildern, Neigung zu Blutdruckabfall bei Lagewechsel (Orthostase), akuten

entzündlichen Herzerkrankungen, hämodynamisch wirksamen Veränderungen der

Herzklappen oder des Herzausflusstraktes, Endstadien peripherer arterieller

Durchblutungsstörungen sowie gleichzeitiger Therapie mit α

-Rezeptorantagonisten oder α

Rezeptoragonisten.

Sollten - in begründeten Ausnahmefällen - Carvedilol Sandoz und Clonidin gleichzeitig

angewendet werden, darf Clonidin erst dann stufenweise abgesetzt werden, wenn einige

Tage zuvor die Behandlung mit Carvedilol Sandoz beendet worden ist.

Chronische (kongestive) Herzinsuffizienz

Carvedilol Sandoz soll grundsätzlich immer zusätzlich zu der Herzinsuffizienz-

Standardtherapie - bestehend aus Diuretika, Digitalis, ACE-Hemmern und/oder anderen

Vasodilatatoren – eingesetzt werden. Die Carvedilol Sandoz Behandlung darf nur begonnen

werden, wenn der Patient mit der konventionellen Basis-Herzinsuffizienz-Therapie stabil

eingestellt ist, d. h. die Dosierung dieser bereits bestehenden Standardtherapie muss vor

Therapiebeginn mit Carvedilol Sandoz zumindest für vier Wochen stabil sein.

Insbesondere bei Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz (NYHA

III), Salz- und/oder

Flüssigkeitsmangel (z. B. hoch dosierte Diuretika-Therapie), aber auch bei Älteren ≥ 70

Jahre) oder Patienten mit niedrigem Ausgangsblutdruck (z.B. systolisch < 100 mmHg) kann

es nach Gabe der ersten Carvedilol Sandoz Dosis, aber auch bei Dosissteigerung zu einem

verstärkten Blutdruckabfall kommen. Demzufolge sollen diese Patienten nach Gabe der

ersten Carvedilol Sandoz Dosis sowie bei Erhöhung der Dosierung ca. 2 Stunden ärztlich

überwacht werden, um eine unkontrolliert auftretende hypotone Reaktion zu vermeiden.

Bei Patienten mit (kongestiver) Herzinsuffizienz kann es während der Auftitrierung der Dosis

von Carvedilol zu einer Verschlechterung der Herzinsuffizienz oder zu Flüssigkeitsretention

kommen. Bei Auftreten solcher Symptome sollte die Diuretika-Dosis erhöht werden und die

Carvedilol-Dosis nicht weiter erhöht werden, bis eine klinische Stabilität erreicht ist.

Gelegentlich kann es aber auch notwendig sein, die Carvedilol-Dosis zu reduzieren oder, in

seltenen Fällen, die Behandlung vorübergehend zu unterbrechen. Solche Vorfälle schließen

eine anschließende erfolgreiche Titration von Carvedilol nicht aus. Aufgrund des negativen

Effektes auf die AV-Überleitung sollte Dilatrend mit Vorsicht bei Patienten mit AV-Block I.

Grades angewendet werden.

Da beide Substanzen eine Verzögerung der AV-Überleitung bewirken, ist bei gleichzeitiger

Gabe von Carvedilol und Herzglykosiden erhöhte Vorsicht geboten (siehe Abschnitt 4.5).

Nierenfunktion bei (kongestiver) Herzinsuffizienz

Bei chronisch herzinsuffizienten Patienten mit niedrigem Blutdruck (systolisch < 100 mmHg),

die zusätzlich an ischämischer Herzkrankheit oder generalisierten Gefäßerkrankungen

und/oder an Niereninsuffizienz leiden, wurde unter Behandlung mit Carvedilol eine reversible

Verschlechterung der Nierenfunktion beobachtet. Deshalb muss bei Patienten mit diesen

Risikofaktoren die Nierenfunktion während der Einstellung der Carvedilol Sandoz Therapie

häufig kontrolliert werden. Bei Verschlechterung der Nierenfunktion soll die Carvedilol

Sandoz Dosierung reduziert oder gegebenenfalls die Therapie abgesetzt werden.

Linksventrikuläre Dysfunktion nach akutem Myokardinfarkt

Bevor eine Behandlung mit Carvedilol begonnen wird, muss der Patient klinisch stabil sein.

Außerdem sollte der Patient mindestens während der zurückliegenden 48 Stunden einen

ACEHemmer erhalten haben und die Dosis dieses ACE-Hemmers sollte mindestens

während der zurückliegenden 24 Stunden stabil gewesen sein.

Da für die Anwendung von Carvedilol Sandoz bei Patienten mit instabiler Angina pectoris nur

begrenzte klinische Erfahrungen vorliegen, sollte es bei dieser Symptomatik nur mit Vorsicht

angewendet werden.

Chronisch obstruktive Lungenerkrankung

Bei Patienten mit einer Neigung zu Bronchospasmen kann als Folge eines möglichen

erhöhten Widerstands der Luftwege Atemnot auftreten. Patienten mit

Atemwegserkrankungen mit bronchospastischer Komponente dürfen deshalb nicht mit

Carvedilol Sandoz behandelt werden (siehe Abschnitt 4.3).

Diabetes

Carvedilol sollte bei Patienten mit Diabetes mellitus mit Vorsicht angewendet werden, da sich

die Ergebnisse der Blutzuckerkontrolle verschlechtern oder frühe Warnzeichen bzw.

Symptome einer akuten Hypoglykämie maskiert oder vermindert sein können. Deshalb muss

bei diesen Patienten die Blutglucose-Konzentration zu Beginn der Behandlung bzw. bei

Veränderung der Carvedilol Sandoz Dosierung regelmäßig kontrolliert werden. Die

blutzuckersenkende Therapie ist gegebenenfalls entsprechend anzupassen.

Auch bei strengem Fasten ist eine sorgfältige ärztliche Überwachung der Blutglucose-

Konzentration erforderlich (siehe Abschnitt 4.5).

Betablocker können die Insulinresistenz erhöhen und Symptome einer Hypoglykämie

maskieren.

Allerdings haben zahlreiche Studien nachgewiesen, dass sich gefäßerweiternde ß-Blocker,

wie Carvedilol, günstiger auf die Glukose- und Lipidprofile auswirken.

Periphere Gefäßerkrankung und Raynaud Syndrom

Carvedilol sollte bei Patienten mit peripheren Gefäßerkrankungen (wie z.B. die Raynaud

Krankheit) mit Vorsicht angewendet werden, da β-Rezeptorenblocker Symptome von

arteriellen Durchblutungsstörungen auslösen oder verschlechtern können.

Hyperthyreose

Carvedilol kann die Symptome einer Hyperthyreose maskieren.

Anästhesie und größere Operationen

Wegen der Addition der negativ inotropen Effekte von Carvedilol und einigen Anästhetika ist

bei Patienten, die sich einer Operation unterziehen müssen, Vorsicht geboten.

Bradykardie

Carvedilol kann eine Bradykardie verursachen. In der Regel sollte die Dosis von Carvedilol

reduziert werden, wenn die Pulsfrequenz unter 55 Schläge pro Minute abfällt.

Überempfindlichkeit

Bei Patienten mit schweren Überempfindlichkeitsreaktionen in der Anamnese sowie bei

Patienten unter Hyposensibilisierungstherapie ist bei der Anwendung von β-blockierenden

Substanzen Vorsicht geboten, da sowohl die Empfindlichkeit gegen Allergene als auch die

Schwere von Überempfindlichkeitsreaktionen erhöht werden kann.

Schwere Hautreaktionen

Sehr seltene Fälle von schweren Hautreaktionen, wie z.B. toxische epidermale Nekrolyse

(TEN) und Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), wurden während der Behandlung mit

Carvedilol berichtet (siehe auch Abschnitt 4.8). Carvedilol sollte bei Patienten, die schwere

Hautreaktionen haben, die möglicherweise Carvedilol zugeschrieben werden können,

dauerhaft abgesetzt werden.

Psoriasis

Patienten mit Psoriasis in der Anamnese, verbunden mit einer β-Blocker-Therapie, sollten

Carvedilol nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung einnehmen.

Gleichzeitige Anwendung von Calciumkanalblockern

Bei gleichzeitiger Anwendung von Calciumantagonisten vom Verapamil- oder Diltiazem-Typ

oder anderen Antiarrhythmika ist eine sorgfältige Überwachung von EKG und Blutdruck

erforderlich.

Phäochromozytom

Patienten mit Phäochromozytom dürfen erst nach ausreichender α-Rezeptorenblockade mit

β-Rezeptorenblockern therapiert werden. Obwohl Carvedilol α-und β-blockierende

pharmakologische Eigenschaften hat, liegen für dessen Anwendung bei dieser Erkrankung

keine Erfahrungen vor. Daher sollte Carvedilol bei Patienten mit Verdacht auf

Phäochromozytom mit Vorsicht angewendet werden.

Prinzmetal-Angina

Wirkstoffe mit nicht selektiven β-blockierenden Eigenschaften können bei Patienten mit

Prinzmetal-Angina Brustschmerzen provozieren. Es gibt keine klinischen Erfahrungen mit

Carvedilol bei diesen Patienten, obwohl die α-blockierenden Eigenschaften von Carvedilol

solche Symptome verhindern könnten. Carvedilol ist bei Patienten mit diagnostizierter

Prinzmetal-Angina kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3). Die Anwendung von Carvedilol bei

Patienten mit Verdacht auf Prinzmetal-Angina sollte mit Vorsicht erfolgen.

Kontaktlinsen

Bei Kontaktlinsenträgern ist die Möglichkeit eines verminderten Tränenflusses in Betracht zu

ziehen.

Entzugssyndrom

Eine Carvedilol Behandlung sollte nicht plötzlich abgebrochen werden, insbesondere bei

Patienten mit ischämischer Herzerkrankung. Es empfiehlt sich eine schrittweise Reduzierung

der Dosis über einen Zeitraum von 2 Wochen.

Anwendung als Dopingmittel

Die Anwendung von Carvedilol Sandoz kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen

führen. Eine missbräuchliche Anwendung von Carvedilol Sandoz] zu Dopingzwecken kann die

Gesundheit gefährden.

Lactose

Dieses Arzneimittel enthält Lactose. Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-

Intoleranz, Lapp-Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses

Arzneimittel nicht einnehmen.

Kinder und Jugendliche

Carvedilol Sandoz wird für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren

aufgrund nicht ausreichender Daten zur Unbedenklichkeit nicht empfohlen.

Ältere Patienten

Ältere Patienten können empfindlicher auf Carvedilol reagieren und sollten sorgfältiger

überwacht werden.

Wie bei anderen β-Rezeptorenblockern und insbesondere bei Koronarpatienten sollte

Carvedilol schrittweise abgesetzt werden.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Pharmakokinetische Wechselwirkungen

Einfluss von Carvedilol auf die Pharmakokinetik anderer Arzneimittel

Carvedilol ist sowohl ein Substrat als auch ein Inhibitor des P-Glykoproteins. Aus diesem

Grund ist es möglich, dass die Bioverfügbarkeit von Arzneimitteln, die vom P-Glykoprotein

transportiert werden, durch die gleichzeitige Gabe von Carvedilol erhöht wird. Außerdem

kann die Bioverfügbarkeit von Carvedilol durch andere Induktoren und Inhibitoren des P-

Glykoproteins verändert werden.

Digoxin

In einigen Studien mit gesunden Probanden und mit Patienten mit Herzinsuffizienz konnte

ein um bis zu 20 % erhöhter Digoxin-Serumspiegel gezeigt werden. Eine wesentlich größere

Wirkung wurde bei männlichen Patienten im Vergleich zu Patientinnen beobachtet. Deshalb

wird eine verstärkte Überwachung der Digoxin-Serumspiegel bei Beginn, Dosisanpassung

und beim Absetzen von Carvedilol empfohlen (siehe Abschnitt 4.4). Carvedilol hat keine

Wirkung auf intravenös verabreichtes Digoxin.

Ciclosporin

In zwei Studien mit Nieren- und Herztransplantationspatienten, die oral Ciclosporin erhielten,

wurde nach Beginn einer Therapie mit Carvedilol Sandoz eine Erhöhung der Ciclosporin-

Plasmakonzentrationen beobachtet. Es scheint, dass Carvedilol die Verfügbarkeit von oral

aufgenommenem Ciclosporin um ca. 10 – 20 % steigert. Zur Erhaltung des therapeutischen

Ciclosporin-Spiegels war eine Reduktion der Ciclosporin-Dosis bei diesen Patienten um

durschnittlich 10 - 20 % erforderlich. Der Mechanismus für die Wechselwirkung ist nicht

bekannt, könnte aber mit der Hemmung der Aktivität des P-Glykoproteins im Darm

verbunden sein.

Aufgrund der erheblichen Variabilität der individuellen Ciclosporin-Spiegel wird empfohlen,

die Ciclosporin-Konzentration nach Beginn der Therapie mit Carvedilol sorgfältig zu

überwachen und die Dosis von Ciclosporin gegebenenfalls anzupassen. Im Falle einer i.v.

Gabe von Ciclosporin wird keine Wechselwirkung mit Carvedilol erwartet.

Einfluss anderer Arzneimittel auf die Pharmakokinetik von Carvedilol

Sowohl Inhibitoren als auch Induktoren von CYP2D6 und CYP2C9 können den

systemischen und/oder präsystemischen Metabolismus von Carvedilol stereoselektiv

verändern, was zu einer erhöhten oder verringerten Plasmakonzentration von (R)- und (S)-

Carvedilol führt (siehe Abschnitt 5.2). Einige Beispiele, die bei Patienten oder bei gesunden

Probanden beobachtet wurden, sind nachfolgend aufgelistet. Diese Liste erhebt jedoch

keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Cimetidin

Cimetidin, Hydralazin und Alkohol können die systemische Verfügbarkeit von Carvedilol

Sandoz erhöhen, da sie über eine Enzymhemmung dessen hepatische Metabolisierung

vermindern. Daher wird eine sorgfältige Überwachung dieser Patienten bei gleichzeitiger

Gabe empfohlen.

Rifampicin

In einer Studie mit 12 Probanden war die Verfügbarkeit von Carvedilol bei gleichzeitiger

Gabe von Rifampicin um ca. 60 % reduziert und es wurde eine verringerte Wirkung von

Carvedilol auf den systolischen Blutdruck beobachtet. Der Mechanismus der

Wechselwirkung ist nicht bekannt, könnte aber auf eine Induktion von P-Glykoprotein im

Darm durch Rifampicin zurückzuführen sein. Eine engmaschige Überwachung der β-

Blockade bei Patienten, die gleichzeitig mit Carvedilol und Rifampicin behandelt werden, wird

empfohlen.

Amiodaron

Eine In-vitro-Studie mit humanen Lebermikrosomen hat gezeigt, dass Amiodaron und

Desethylamiodaron die Oxidation von (R)- und (S)-Carvedilol hemmen. Der Talspiegel von

(S)-Carvedilol war bei Patienten mit Herzinsuffizienz, die Carvedilol und Amiodaron

zusammen eingenommen haben, im Vergleich zu Patienten unter Carvedilol-Monotherapie

signifikant um das 2,2-Fache erhöht. Die Wirkung auf (S)-Carvedilol wurde

Desethylamiodaron, einem Metaboliten von Amiodaron, zugeschrieben, welcher ein starker

Inhibitor von CYP2C9 ist. Eine Überwachung der β-Blockade bei Patienten, die gleichzeitig

mit Carvedilol und Amiodaron behandelt werden, wird empfohlen.

Fluoxetin und Paroxetin

Die gleichzeitige Gabe von Carvedilol und Fluoxetin, einem starken Inhibitor von CYP2D6,

führte in einer randomisierten Crossover-Studie mit 10 Patienten mit Herzinsuffizienz zu

einer stereoselektiven Hemmung des Metabolismus von Carvedilol und einer 77%igen

Erhöhung des mittleren AUC des (R)-Enantiomers und einer statistisch nicht signifikanten

Erhöhung des mittleren AUC des (S)-Enantiomers von 35 % im Vergleich zur

Placebogruppe. Bei den Nebenwirkungen, dem Blutdruck oder der Herzfrequenz wurden

jedoch keine Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen beobachtet. Die Wirkung

einer Einzeldosis Paroxetin, einem starken CYP2D6-Inhibitor, auf die Pharmakokinetik von

Carvedilol wurde bei 12 Probanden nach einmaliger oraler Verabreichung untersucht. Trotz

einem signifikanten Anstieg der Verfügbarkeit von (R)- und (S)-Carvedilol, wurden bei den

Probanden keine klinischen Effekte beobachtet.

Pharmakodynamische Wechselwirkungen

Insulin oder orale Antidiabetika

Die Wirkung von Insulin oder oralen blutzuckersenkenden Mitteln kann durch β-

Rezeptorenblocker verstärkt werden. Die Symptome einer Hypoglykämie können maskiert

oder abgeschwächt sein (insbesondere Tachykardie). Daher sind bei Patienten, die Insulin

oder orale Antidiabetika anwenden, regelmäßige Blutzuckerkontrollen erforderlich (siehe

Abschnitt 4.4).

Catecholamin-abbauende Mittel

Patienten, die sowohl Arzneimittel mit β-blockierenden Eigenschaften als auch ein

Arzneimittel einnehmen, das Catecholamine abbauen kann (z.B. Reserpin und MAO-

Hemmer), sollten engmaschig auf Zeichen von Hypotonie und/oder schwerer Bradykardie

beobachtet werden.

Digoxin

Die Anwendung von β-Rezeptorenblockern zusammen mit Digoxin kann zu einer additiven

Verlängerung der AV-Überleitung führen.

Calciumkanalblocker vom Verapamil- oder Diltiazemtyp, Amiodaron oder andere

Antiarrhythmika

Bei gleichzeitiger Anwendung von Carvedilol Sandoz und oral einzunehmenden

Calciumantagonisten vom Verapamil- oder Diltiazemtyp oder anderen Antiarrhythmika, wie

z.B. Amiodaron, kann sich das Risiko für AV-Überleitungsstörungen erhöhen. Einzelfälle von

Überleitungsstörungen (selten mit hämodynamischer Beeinträchtigung) wurden bei

gleichzeitiger Anwendung von Carvedilol und Diltiazem beobachtet. Wenn Carvedilol

zusammen mit Calciumantagonisten vom Verapamil-oder Diltiazemtyp, Amiodaron oder

anderen Antiarrhythmika eingenommen werden muss, wird, wie bei anderen Wirkstoffen mit

β-blockierenden Eigenschaften, eine Überwachung von Blutdruck, Herzfrequenz und

Herzrhythmus (EKG) empfohlen (siehe auch Abschnitt 4.4).

Clonidin

Die gleichzeitige Anwendung von Clonidin, Reserpin, Guanethidin, Methyldopa oder

Guanfacin mit β-Rezeptorenblockern kann eine zusätzliche blutdruck- und

herzfrequenzsenkende Wirkung haben. Wenn die gleichzeitige Anwendung von β-

Rezeptorenblockern und Clonidin beendet werden muss, sollte zuerst der β-

Rezeptorenblocker abgesetzt werden. Die Clonidin-Therapie kann dann einige Tage später

durch schrittweise Dosisreduzierung beendet werden.

Antihypertensiva

Wie auch andere Wirkstoffe mit β-blockierender Wirkung kann Carvedilol die Wirkung

anderer blutdrucksenkender Arzneimittel (wie z.B. α

-Rezeptorenblocker) und von

Arzneimitteln, die möglicherweise hypotone Nebenwirkungen haben (wie z.B. Barbiturate,

Phenothiazine, trizyklische Antidepressiva sowie gefäßerweiternde Mittel und Alkohol)

verstärken.

Anästhetika

Bei einer Narkose können sich die negativ inotropen Effekte und die blutdrucksenkende

Wirkung von Carvedilol und einiger Anästhetika und Narkotika addieren. Aus diesem Grund

wird eine sorgfältige Überwachung der Vitalparameter empfohlen (siehe Abschnitt 4.4).

NSAIDs

Die gleichzeitige Gabe von nicht-steroidalen Entzündungshemmern (NSAIDs) und β-

Rezeptorenblockern kann zu einem erhöhten Blutdruck und zu einer schlechteren

Blutdruckkontrolle führen.

β-agonistische Bronchodilatatoren

Nicht kardioselektive β-Rezeptorenblocker wirken dem bronchodilatatorischen Effekt der β-

agonistischen Bronchodilatatoren entgegen. Eine sorgfältige Überwachung dieser Patienten

wird empfohlen.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Für Carvedilol Sandoz liegen keine klinischen Daten über exponierte Schwangere vor.

Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3).

Betablocker vermindern die Plazentaperfusion. In der Folge kann es zum intrauterinen

Fruchttod des Feten, zu Fehl- und Frühgeburten kommen. Außerdem können sowohl beim

Feten als auch beim Neugeborenen unerwünschte Wirkungen (insbesondere Hypoglykämie,

Bradykardie, Atemdepression und Hypothermie) auftreten. In der postnatalen Phase besteht

für das Neugeborene ein erhöhtes Risiko hinsichtlich kardialer und pulmonaler

Komplikationen.

Daher sollte Carvedilol Sandoz in der Schwangerschaft nur dann eingesetzt werden, wenn

der Nutzen für die Mutter das potenzielle Risiko für den Feten bzw. das Neugeborene

rechtfertigt.

Die Behandlung mit Betablockern sollte 72-48 Stunden vor dem erwarteten Geburtstermin

beendet werden. Ist dies nicht möglich, so muss das Neugeborene für die ersten 48-72

Lebensstunden überwacht werden.

Stillzeit

Aus Studien mit laktierenden Tieren geht hervor, dass Carvedilol und seine Metaboliten in

die Muttermilch ausgeschieden werden und dort akkumulieren. Für den Menschen wurde die

Ausscheidung von Carvedilol in die Muttermilch nicht untersucht. Es muss daher im Fall

einer Behandlung mit Carvedilol Sandoz abgestillt werden. Carvedilol Sandoz ist in der

Stillzeit kontraindiziert.

Fertilität

In Tierstudien kam es nach einer Behandlung mit Carvedilol zu Störungen der weiblichen

Fertilität (siehe Abschnitt 5.3).

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Die Behandlung mit diesem Arzneimittel bedarf der regelmäßigen ärztlichen Kontrolle. Durch

individuell auftretende unterschiedliche Reaktionen (z. B. Schwindel, Müdigkeit) kann die

Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr, zum Bedienen von Maschinen oder

zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt werden. Dies gilt in verstärktem Maße bei

Behandlungsbeginn, Dosierungserhöhung und Präparatewechsel sowie im

Zusammenwirken mit Alkohol.

4.8

Nebenwirkungen

(a) Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Mit Ausnahme von Schwindel, Sehstörungen, Bradykardie und Verstärkung einer

Herzinsuffizienz ist die Häufigkeit der Nebenwirkungen nicht dosisabhängig.

(b) Auflistung der unerwünschten Wirkungen

Das Risiko der meisten im Zusammenhang mit Carvedilol auftretenden unerwünschten

Wirkungen ist bei allen Anwendungsgebieten vergleichbar. Ausnahmen werden in

Unterabschnitt (c) beschrieben.

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde

gelegt:

Sehr häufig (≥ 1/10)

Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10)

Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100)

Selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000)

Sehr selten (< 1/10.000)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

In Tabelle 1 sind die Nebenwirkungen zusammengefasst, über die im Zusammenhang mit

der Anwendung von Carvedilol in zulassungsrelevanten Studien der folgenden Indikationen

berichtet wurde: chronische Herzinsuffizienz, linksventrikuläre Dysfunktion nach akutem

Myokardinfarkt, Bluthochdruck und Langzeitbehandlung von chronischer Angina pectoris.

Organsystem

SEHR

HÄUFIG

HÄUFIG

GELEGENT

LICH

SELTEN

SEHR

SELTEN

Nicht bekannt

Infektionen

und parasitäre

Erkrankungen

Bronchitis,

Pneumonie,

Infektionen

der oberen

Atemwege,

Infektionen

Harnwege

Erkrankungen

des Blutes

und des

Lymphsystem

Anämie

Thrombozyt

openie

Leukopenie

Erkrankungen

Immunsystem

Überempfind-

lichkeit

(allergische

Reaktion)

Stoffwechsel-

Ernährungs-

störungen

Gewichtszun

ahme,

Hypercholes

terinämie,

Verschlecht

erung der

Blutglucoser

egulationsm

echanismen

(Hyperglykä

mie,

Hypoglykämi

e) bei

Patienten

vorbestehen

Diabetes

mellitus

Psychiatrisch

Erkrankungen

Depression,

depressive

Verstimmun

Schlafstörun

gen,

Albträume,

Halluziantion

Verwirrtheit,

Psychose

Erkrankungen

Nervensystem

Schwindel,

Kopf-

schmerzen

Präsynkope

Synkopen,

Parästhesien

Augenerkran-

kungen

Sehstörunge

verminderte

Tränenfluss

(trockenes

Auge),

Augenreizun

Herzerkran-

kungen

Herzinsuffi-

zienz

Bradykardie,

Hypervolämi

Flüssigkeitsr

etention

Atrioventrikul

ärer Block,

Angina

pectoris

Gefäßerkran-

kungen

Hypotonie

Orthostatisc

Hypotonie,

Störungen

peripheren

Zirkulation

(kalte

Extremitäten

, periphere

Verschlusskr

ankheit,

Verschlecht

erung einer

intermittiere

nden

Claudicatio

Raynaud-

Syndroms,

Hypertonie

Erkrankungen

Atemwege,

Brustraums

und des

Mediastinums

Dyspnoe,

Lungenöde

m, Asthma

prädisponier

Patienten

verstopfte

Nase

Erkrankungen

Gastrointestin

altrakts

Übelkeit,

Diarrhoe,

Erbrechen,

Dyspepsie,

Bauchschmer

Verstopfung

Mudtrocken

heit

Leber- und

Gallenerkran-

kungen

Erhöhung

Alaninaminotr

ansferase

(ALAT),

Aspartat-

Aminotrans-

ferase

(ASAT) und

Gamma-

Glutamyltran

sferase

(GGT)

Erkrankungen

der Haut und

Unterhautzell

gewebes

Hautreaktion

en (z. B.

allergisches

Exanthem,

Dermatitis,

Urticaria,

Pruritus,

psoriatische

knötchenflec

schwere

Hautreaktion

en (z. B.

Erythema

multiforme,

Stevens-

Johnson-

Syndrom,

toxische

epidermale

htenartige

Hautläsionen

Nekrolyse),

Alopezie

Skelettmuskul

atur-,

Bindegewebs-

Knochenerkra

nkungen

‚Gliedersch

merzen

Erkrankungen

der Nieren

Harnwege

Nierenversag

en und

abnormale

Nierenfunktio

n bei

Patienten mit

generalisierte

Gefäßerkran

kungen

und/oder

Niereninsuffiz

ienz,

Miktionsstöru

ngen

Harninkontinen

z bei Frauen

Erkrankungen

Geschlechtsor

gane und der

Brustdrüse

Erektile

Dysfunktion

Allgemeine

Erkrankungen

Beschwerden

Verabreichun

gsort

Asthenie

(Erschöpfun

Schmerzen,

Ödeme

(c) Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen

Schwindel, Synkope, Kopfschmerzen und Asthenie sind in der Regel leicht ausgeprägt und

treten mit größerer Wahrscheinlichkeit zu Beginn der Behandlung auf.

Bei Patienten mit dekompensierter Herzinsuffizienz kann es unter einer Erhöhung der

Carvediloldosis zu einer Verschlechterung der Herzinsuffizienz und Flüssigkeitsretention

kommen (siehe Abschnitt 4.4).

Herzinsuffizienz ist bei Patienten sowohl unter Placebo als auch unter Carvedilol ein häufig

berichtetes unerwünschtes Ereignis (14,5 % bzw. 15,4 % bei Patienten mit linksventrikulärer

Dysfunktion nach akutem Myokardinfarkt).

Eine reversible Verschlechterung der Nierenfunktion wurde unter Carvediloltherapie bei

Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz und Hypotonie, ischämischer Herzerkrankung und

diffuser Gefäßerkrankung und/oder zugrunde liegender Niereninsuffizienz beobachtet (siehe

Abschnitt 4.4).

Beta-adrenerge Rezeptorblocker können als Wirkstoffklasse insgesamt zur Manifestation

eines latenten Diabetes mellitus führen, manifester Diabetes kann sich verschlechtern, und

die Kontrolle der Blutglukose kann beeinträchtigt sein.

Carvedilol kann bei Frauen zu Harninkontinenz führen, die bei Absetzen der Behandlung

reversibel ist.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer

Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen/Risiko-

Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert,

jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Symptome der Überdosierung

Bei Überdosierung kann es zu schwerer Hypotonie, Bradykardie, Herzinsuffizienz,

kardiogenem Schock und Herzstillstand kommen. Zusätzlich können Atembeschwerden,

Bronchospasmen, Erbrechen, Bewusstseinsstörungen und auch generalisierte Krampfanfälle

auftreten.

Therapie von Überdosierungen

Neben allgemeinen Maßnahmen muss gegebenenfalls unter intensivmedizinischen

Bedingungen die Überwachung und Korrektur der vitalen Parameter erfolgen,unter

Umständen kann eine maschinelle Beatmung erforderlich werden.

Die Resorption von Carvedilol im Magen-Darm-Trakt kann durch Magenspülung,

Verabreichung von Aktivkohle und Gabe eines Abführmittels verringert werden.

Der Patient soll in Rückenlage gebracht werden.

Als Gegenmittel stehen zur Verfügung:

bei Bradykardie:

Atropin 0,5 bis 2 mg i.v., bei therapierefraktärer Bradykardie sollte eine Schrittmacher-

Therapie erfolgen.

bei Hypotonie oder Schock:

Plasmaersatzmittel und gegebenenfalls Sympathomimetika.

-blockierende Effekt von Carvedilol Sandoz kann durch langsame i.v. Gabe von nach

Körpergewicht dosierten Sympathomimetika, z. B. Isoprenalin, Dobutamin, Orciprenalin oder

Adrenalin dosisabhängig vermindert und gegebenenfalls antagonisiert werden. Falls ein

positiv inotroper Effekt nötig ist, kann die Gabe eines Phosphodiesterasehemmers, z. B.

Milrinon, in Erwägung gezogen werden. Gegebenenfalls kann Glucagon (1 bis 10 mg i.v.)

gegeben werden, falls erforderlich gefolgt von einer Dauerinfusion von 2 bis 5 mg/Stunde.

Wenn bei dem Intoxikationsbild die periphere Vasodilatation überwiegt, ist die Gabe von

Norfenefrin oder Norepinephrin bei kontinuierlicher Kontrolle der Kreislaufverhältnisse

erforderlich.

Bei Bronchospasmus sollten ß-Sympathomimetika (als Aerosol, bei ungenügender Wirkung

auch i.v.) oder Aminophyllin i.v. gegeben werden.

Bei Krampfanfällen empfiehlt sich die langsame i.v. Gabe von Diazepam oder Clonazepam.

Wichtiger Hinweis

Bei schweren Intoxikationen mit Schocksymptomatik ist die Behandlung mit Gegenmitteln

ausreichend lange fortzusetzen, da mit einer Verlängerung der Eliminationshalbwertszeit und

einer Rückverteilung von Carvedilol aus tieferen Kompartimenten zu rechnen ist. Die Dauer

der Behandlung mit den Gegenmitteln hängt von der Schwere der Überdosierung ab. Die

Gegenmaßnahmen sollten deshalb bis zur Stabilisierung des Patienten durchgeführt werden.

Carvedilol wird während der Dialyse nicht eliminiert, da der Wirkstoff, vermutlich aufgrund

seiner hohen Plasmaproteinbindung, nicht dialysiert wird.

5.

Pharmakologische Eigenschaften

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Alpha- und Beta-Blocker

ATC-Code: C07AG02

Wirkmechanismus

Carvedilol ist eine nicht selektive β-blockierende Substanz mit vasodilatierenden

Eigenschaften und reduziert dadurch den peripheren Gefäßwiderstand. Die Vasodilatation

erfolgt primär aufgrund einer selektiven α

-Rezeptorenblockade.

Carvedilol besitzt keine intrinsische sympathikomimetische Aktivität und wirkt

membranstabilisierend.

Carvedilol hat antioxidative Eigenschaften und kann die Wirkung freier Sauerstoffradikale

hemmen. Die antioxidativen Eigenschaften von Carvedilol und seiner Metaboliten wurden in

In-vitro- und in In-vivo-Experimenten im Tiermodell und in vitro an verschiedenen

menschlichen Zelltypen sowie in klinischen Studien demonstriert.

Die β-adrenergen Rezeptor-blockierenden Eigenschaften von Carvedilol sind nicht-selektiv

für β1- und β2-Adrenozeptoren und sind dem (S)-(-)-Enantiomer zugeordnet.

Carvedilol unterdrückt das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System durch β-Blockade.

Dadurch wird die Freisetzung von Renin verringert.

Unter Carvedilol wird der HDL/LDL-Quotient aus High-Density-Lipoprotein (HDL) und Low-

Density-Lipoprotein (LDL) nicht beeinflusst.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

Klinische Studien zeigten folgende Ergebnisse für Carvedilol:

Bluthochdruck

Carvedilol senkt bei hypertonen Patienten den Blutdruck aufgrund einer Kombination aus β-

Blockade und α1- modulierter Vasodilatation. Die Blutdrucksenkung ist nicht von einer

Erhöhung des totalen peripheren Widerstandes begleitet, und der periphere Blutfluss bleibt

erhalten. Die Herzfrequenz wird mäßiggradig gesenkt. Der renale Blutfluss und die

Nierenfunktion bleiben normalerweise unverändert. Carvedilol erhält das Schlagvolumen und

reduziert den totalen peripheren Widerstand.

Carvedilol bewirkt bei Hypertonikern eine Erhöhung der Plasma-Norepinephrin-

Konzentration.

Koronare Herzkrankheit

Bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit wirkt Carvedilol auch in der Langzeitbehandlung

antiischämisch und antianginös. Studien zur hämodynamischen Akutwirkung zeigten eine

Verringerung der ventrikulären Vorlast (Lungenarteriendruck und Lungenkapillardruck) und

Nachlast (peripherer Widerstand).

Chronische Herzinsuffizienz

Bei Patienten mit ischämischer oder nicht ischämischer chronischer Herzinsuffizienz

reduzierte Carvedilol signifikant die Mortalität und die Hospitalisierungsraten und verbesserte

die Symptome und die linksventrikuläre Funktion. Die Wirkung von Carvedilol ist

dosisabhängig.

In einer großen internationalen doppelblinden Placebo-kontrollierten multizentrischen

Mortalitätsstudie (COPERNICUS), wurde 2289 Patienten mit schwerer stabiler chronischer

Herzinsuffizienz ischämischen oder nicht ischämischen Ursprungs, welche bereits eine

optimierte Standardtherapie (z.B. mit Diuretika, ACE-Hemmern, gegebenenfalls Digitalis

und/oder Vasodilatatoren) erhielten, randomisiert entweder Carvedilol (1156 Patienten) oder

Placebo (1133 Patienten) verabreicht. Die Patienten litten an einer linksventrikulären

systolischen Dysfunktion mit einer mittleren Ejektionsfraktion von < 20 %. Die

Gesamtmortalität bezogen auf 1 Jahr, lag in der Carvedilol-Gruppe mit 12,8 % um 35 %

niedriger als in der Placebo-Gruppe mit 19,7 % (p = 0,00013). Der Vorteil in Bezug auf das

Überleben von Patienten war unter Carvedilol-Therapie innerhalb aller untersuchter

Subpopulationen, wie z.B. Hochrisikopatienten (EF < 20 %, häufige Rehospitalisierung),

konsistent. Am plötzlichen Herztod sind in der Carvedilol-Gruppe 41 % Patienten weniger

(5,3 % versus 8,9 %) verstorben als in der Placebo-Gruppe.

Die kombinierten sekundären Endpunkte Mortalität oder Hospitalisierung aufgrund von

Herzinsuffizienz (Reduktion um 31 %), Mortalität oder kardiovaskuläre Hospitalisierung

(Reduktion um 27 %) und Mortalität oder Hospitalisierung gleich welcher Ursache (Reduktion

um 24 %), lagen in der Carvedilol-Gruppe alle signifikant niedriger als in der Placebo-Gruppe

(alle p ≤ 0,00004).

Die Inzidenz schwerer Nebenwirkungen während der Studie war in der Carvedilol-Gruppe

geringer als in der Placebo-Gruppe (39,0 % versus 45,4 %). Auch in der Titrationsphase fand

sich in der Carvedilol-Gruppe keine häufigere Inzidenz der Verschlechterung der

Herzinsuffizienz im Vergleich zur Placebo-Gruppe.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Nach Einnahme einer 25-mg-Kapsel wird Carvedilol bei gesunden Probanden nach etwa 1 ½

Stunden (t

) mit einer maximalen Plasmakonzentration (C

) von 21 mg/l rasch resorbiert.

Nach der Einnahme unterliegt Carvedilol einem ausgeprägten First-Pass-Metabolismus, der

eine absolute Bioverfügbarkeit von ca. 25 % bei männlichen Probanden ergibt. Carvedilol ist

ein Racemat und das (S)-(-)-Enantiomer scheint mit einer absoluten oralen Bioverfügbarkeit

von 15 % schneller abgebaut zu werden, als das (R)-(+)-Enantiomer, das eine absolute orale

Bioverfügbarkeit von 31 % hat. Die maximale Plasmakonzentration von (R)-Carvedilol ist

etwa doppelt so hoch wie diejenige von (S)-Carvedilol.

In-vitro-Studien haben gezeigt, dass Carvedilol ein Substrat des intestinalen P-Glykoprotein-

Transporters ist. Die Rolle von P-Glykoprotein bei der Verteilung von Carvedilol wurde auch

in vivo bei Probanden bestätigt.

Verteilung

Carvedilol ist sehr lipophil, es wird zu etwa 95 % an Plasmaproteine gebunden. Das

Verteilungsvolumen liegt zwischen 1,5 und 2 l/kg. Bei Patienten mit Leberzirrhose ist das

Verteilungsvolumen erhöht.

Biotransformation

Beim Menschen wird Carvedilol in der Leber durch Oxidation und Konjugation fast

vollständig zu einer Vielzahl an Metaboliten umgewandelt, die vor allem biliär ausgeschieden

werden. Ein enterohepatischer Kreislauf wurde bei Tieren nachgewiesen.

Durch Demethylierung und Hydroxylierung am Phenolring entstehen 3 aktive Metaboliten mit

β-blockierenden Wirkungen. In präklinischen Studien zeigte sich, dass diese beim 4´-

Hydroxyphenol-Metaboliten ca. 13-mal stärker sind als bei Carvedilol. Im Vergleich zu

Carvedilol haben die 3 aktiven Metaboliten nur eine schwache vasodilatierende Wirkung. Die

Konzentrationen der 3 aktiven Metaboliten sind beim Menschen ca. 10-mal geringer als die

der Ausgangssubstanz. Zwei der Hydroxycarbazol-Metaboliten von Carvedilol sind extrem

starke Antioxidantien, welche eine 30- bis 80-mal stärkere Wirkung als Carvedilol gezeigt

haben.

Bei Langsam-Metabolisierern kann die vasodilatierende Wirkkomponente verstärkt werden.

Pharmakokinetische Studien am Menschen zeigten, dass der oxidative Metabolismus von

Carvedilol stereoselektiv ist. Die Ergebnisse einer In-vitro-Studie ließen darauf schließen,

dass verschiedene Cytochrom-P450-Isoenzyme, einschließlich CYP2D6, CYP3A4, CYP2E1,

CYP2C9 sowie CYP1A2, an den Oxidations- und Hydroxylierungsprozessen beteiligt sein

können.

Studien mit Probanden und Patienten zeigten, dass das (R)-Enantiomer überwiegend durch

CYP2D6 und das (S)-Enantiomer vorwiegend durch CYP2D6 und CYP2C9 metabolisiert

wird.

Genetischer Polymorphismus

Die Ergebnisse von Pharmakokinetikstudien beim Menschen zeigten, dass CYP2D6 eine

wichtige Rolle im Stoffwechsel von (R)- und (S)-Carvedilol spielt. Infolgedessen sind die

Plasmakonzentrationen von (R)- und (S)-Carvedilol bei Langsam-Metabolisierern erhöht.

Bezüglich der klinischen Bedeutung liegen uneinheitliche Ergebnisse vor.

Elimination

Nach einmaliger Einnahme von 50 mg Carvedilol werden ca. 60 % der Dosis in die Galle

sezerniert und innerhalb von 11 Tagen als Metaboliten mit den Fäzes ausgeschieden. Nach

einmaliger Einnahme werden nur ca. 16 % in Form von Carvedilol oder seiner Metaboliten in

den Urin ausgeschieden. Die renale Ausscheidung von unverändertem Wirkstoff betrug

weniger als 2 %. Nach intravenöser Infusion von 12,5 mg Carvedilol erreichte die Plasma-

Clearance bei Probanden rund 600 ml/min, und die Eliminationshalbwertszeit betrug ca. 2,5

Stunden.

Die Eliminationshalbwertszeit einer 50-mg-Kapsel betrug bei den gleichen Probanden 6,5

Stunden, was auch der Absorptionshalbwertszeit aus der Kapsel entspricht. Nach der

Einnahme ist die Clearance von (S)-Carvedilol aus dem gesamten Körper ca. doppelt so

groß wie diejenige von (R)-Carvedilol.

Linearität/Nicht-Linearität

Es besteht eine lineare Korrelation zwischen der Dosis und der maximalen

Plasmakonzentration C

Pharmakokinetische/pharmakodynamische Zusammenhänge

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Eine pharmakokinetische Studie bei Patienten mit Leberzirrhose zeigte, dass die

systemische Verfügbarkeit (AUC) von Carvedilol bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen

im Vergleich zu Lebergesunden um das 6,8-Fache erhöht war. Carvedilol ist deshalb bei

Patienten mit klinisch manifestierter Leberfunktionsstörung kontraindiziert (siehe Abschnitt

4.3).

Patienten mit Niereninsuffizienz

Bei Patienten mit Hypertonie und Niereninsuffizienz verändern sich die AUC-Werte, die

Eliminationshalbwertszeit und die maximale Plasmakonzentration nicht signifikant. Die renale

Ausscheidung des unveränderten Wirkstoffs vermindert sich bei Patienten mit

Niereninsuffizienz; die Änderungen der pharmakokinetischen Parameter sind jedoch gering.

Die Autoregulation der Nierendurchblutung und die glomeruläre Filtration bleiben während

der Langzeit-Behandlung mit Carvedilol unverändert. Bei Patienten mit mäßiger bis schwerer

Niereninsuffizienz ist keine Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitt 4.2).

Carvedilol wird bei der Dialyse nicht eliminiert, da es die Dialyse-Membran, wahrscheinlich

aufgrund der hohen Plasma-Proteinbindung, nicht passieren kann.

Patienten mit Herzinsuffizienz

In einer Studie mit 24 japanischen Herzinsuffizienzpatienten war die Clearance von (R)- und

(S)-Carvedilol signifikant geringer als zunächst auf der Basis von Daten gesunder Probanden

vermutet. Diese Ergebnisse lassen vermuten, dass die Pharmakokinetik von (R)- und (S)-

Carvedilol durch die Herzinsuffizienz signifikant verändert wird.

Kinder und Jugendliche

Untersuchungen bei Kindern und Jugendlichen haben gezeigt, dass die gewichtsbezogene

Clearance im Vergleich zu Erwachsenen signifikant größer ist.

Ältere Patienten

Die Pharmakokinetik von Carvedilol bei Hypertoniepatienten wurde durch das Alter nicht

signifikant beeinflusst. In einer Studie mit älteren Hypertoniepatienten zeigte sich kein

abweichendes Nebenwirkungsprofil im Vergleich mit jüngeren Patienten. In einer anderen

Studie, in die ältere Patienten mit koronarer Herzkrankheit eingeschlossen wurden, ergaben

sich keine Unterschiede in Hinblick auf die gemeldeten Nebenwirkungen im Vergleich zu

denen, die für jüngere Patienten gemeldet wurden. Deshalb ist bei älteren Patienten keine

Dosisanpassung der Initialdosis erforderlich (siehe Abschnitt 4.2).

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei

wiederholter Gabe, Reproduktions- und Entwicklungstoxizität, Genotoxizität und zum

kanzerogenen Potenzial lassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den

Menschen erkennen.

Standardtests ergaben keine Hinweise auf ein mutagenes oder tumorerzeugendes Potenzial

von Carvedilol.

Die Verabreichung von Carvedilol in toxischen Dosen (≥ 200 mg/kg, ≥ 100 x MRHD) an

ausgewachsene weibliche Ratten führte zu einer Abnahme der Fertilität (Abnahme der

Paarungshäufigkeit, reduzierte Anzahl von Gelbkörpern und intrauteriner Implantationen).

Carvedilol zeigte in Embryotoxizitätsstudien an Ratte und Kaninchen keine teratogenen

Wirkungen. Es traten jedoch beim Kaninchen unterhalb maternal toxischer Dosierungen

embryo-/fetotoxische Effekte und Fertilitätsstörungen auf.

6.

Pharmazeutische Angaben

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Lactose-Monohydrat

mikrokristalline Cellulose

Crospovidon

Povidon K 30

hochdisperses Siliciumdioxid

Magnesiumstearat (Ph.Eur.) [pflanzlich]

Für Carvedilol Sandoz 12,5 mg zusätzlich: Eisen(III)-hydroxid-oxid,

Eisen(III)-oxid

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend

6.3

Dauer der Haltbarkeit

4 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Blisterpackung im Umkarton aufbewahren.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Blisterpackung (Al/PVC).

Es sind jeweils Packungen mit 100 Tabletten erhältlich.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen. Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist

entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.

7.

Inhaber der Zulassungen

Hexal AG

Industriestraße 25

83607 Holzkirchen

Telefon: (08024) 908-0

Telefax: (08024) 908-1290

E-Mail: medwiss@hexal.com

8.

Zulassungsnummern

Carvedilol Sandoz 12,5 mg: 70829.00.00

Carvedilol Sandoz 25 mg: 70830.00.00

Carvedilol Sandoz 50 mg: 70831.00.00

9.

Datum der Erteilung der Zulassungen/Verlängerung der Zulassungen

Datum der Erteilung der Zulassung:

29.Januar 2008

Datum der Verlängerung der Zulassung:

12.August 2013

10.

Stand der Information

Mai 2018

11.

Verkaufsabgrenzung

Verschreibungspflichtig

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