Carvedilol "Hexal" 3,125 mg - Tabletten

Österreich - Deutsch - AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

18-05-2016

Fachinformation Fachinformation (SPC)

10-01-2019

Wirkstoff:
CARVEDILOL
Verfügbar ab:
Hexal Pharma GmbH
ATC-Code:
C07AG02
INN (Internationale Bezeichnung):
CARVEDILOL
Einheiten im Paket:
28 Stück (Kunststoff-Behälter), Laufzeit: 48 Monate,30 Stück (Kunststoff-Behälter), Laufzeit: 48 Monate,60 Stück (Kunststoff-Beh
Verschreibungstyp:
Arzneimittel zur wiederholten Abgabe gegen aerztliche Verschreibung
Therapiebereich:
Carvedilol
Produktbesonderheiten:
Abgabe durch eine (öffentliche) Apotheke
Zulassungsnummer:
1-24916
Berechtigungsdatum:
2003-04-30

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Gebrauchsinformation: Information für Patienten

Carvedilol Hexal 3,125 mg – Tabletten

Wirkstoff:

Carvedilol

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme

dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals

lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte

weiter.

kann

anderen

Menschen

schaden,

auch

wenn

diese

gleichen

Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Carvedilol Hexal und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Carvedilol Hexal beachten?

Wie ist Carvedilol Hexal einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Carvedilol Hexal aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Carvedilol Hexal und wofür wird es angewendet?

Carvedilol Hexal wird angewendet zur Behandlung von:

hohem Blutdruck

chronisch stabiler Angina pectoris, einer Erkrankung der Herzkranzgefäße, bei der

Schmerzen im Brustraum auftreten

mäßiger

bis

schwerer

Herzschwäche

(Herzinsuffizienz),

zusätzlich

einer

Dauertherapie. Carvedilol Hexal gehört zur Arzneimittelgruppe der Betablocker.

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Carvedilol Hexal beachten?

Carvedilol Hexal darf nicht eingenommen werden

wenn Sie allergisch gegen Carvedilol oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen

Bestandteile dieses Arzneimittels sind

wenn Sie schon einmal pfeifende Atmung wegen Asthma hatten

wenn Sie eine schwere Herzschwäche (Herzinsuffizienz) haben (Schwellung der Hände,

Knöchel und Füße), die mit Arzneimitteln behandelt wird, die Sie über eine Vene

(intravenös) erhalten

wenn Sie eine Lebererkrankung haben

wenn Sie eine Herzerkrankung haben (zum Beispiel „Herzblock“ oder Verlangsamung

der Herztätigkeit). Carvedilol Hexal ist nicht für Menschen mit bestimmten Arten von

Herzerkrankungen geeignet.

wenn Sie niedrigen Blutdruck haben

Sie dürfen Carvedilol Hexal nicht einnehmen, wenn einer der oben genannten Punkte auf Sie

zutrifft. Wenn Sie sich nicht sicher sind, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor

Sie Carvedilol Hexal einnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Carvedilol Hexal einnehmen

wenn Sie eine Lebererkrankung haben

wenn Sie eine Nierenerkrankung haben

wenn Sie Diabetes (erhöhte Blutzuckerwerte) haben

wenn Sie Kontaktlinsen tragen

wenn Sie eine Erkrankung der Blutgefäße (periphere Gefäßkrankheit) haben

wenn Sie schon einmal eine Schilddrüsenerkrankung hatten

wenn Sie schon einmal eine schwerwiegende allergische Reaktion hatten (zum Beispiel

plötzliche Schwellung mit Atem- oder Schluckstörungen, Schwellung der Hände, Füße

und Knöchel oder schwerer Hautausschlag)

wenn Sie eine Allergie haben und deswegen eine Hyposensibilisierungsbehandlung

(„Allergieimpfung“) erhalten

wenn Sie Durchblutungsstörungen in Fingern und Zehen haben („Raynaud Syndrom“)

wenn bei Ihnen nach der Einnahme von Betablockern eine Hautkrankheit namens

„Psoriasis“ aufgetreten ist

wenn Sie Schmerzen im Brustraum (Angina pectoris) vom Typ „Prinzmetal-Angina“

haben

wenn Sie eine Geschwulst in einer Ihrer Nebennieren haben („Phäochromozytom“)

Wenn einer der oben genannten Punkte auf Sie zutrifft oder wenn Sie sich nicht sicher sind,

sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Carvedilol Hexal einnehmen.

Kinder und Jugendliche

Carvedilol Hexal wird nicht für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren empfohlen, da keine

bzw. keine ausreichenden Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit vorliegen.

Einnahme von Carvedilol Hexal zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren

Ihren

Arzt

oder

Apotheker,

wenn

andere

Arzneimittel

einnehmen,

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel

einzunehmen. Dazu gehören auch Arzneimittel, die Sie rezeptfrei gekauft haben, sowie

pflanzliche Arzneimittel. Der Grund dafür ist, dass Carvedilol Hexal die Wirkung bestimmter

Arzneimittel

beeinflussen

kann.

Außerdem

können

bestimmte

andere

Arzneimittel

Wirkung von Carvedilol Hexal beeinflussen.

Informieren Sie insbesondere Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie eines der folgenden

Arzneimittel einnehmen:

andere Arzneimittel für das Herz oder den Blutdruck, einschließlich von Wassertabletten

(Diuretika), „Kalziumantagonisten“ (zum Beispiel Diltiazem oder Verapamil), Arzneimittel

Behandlung

unregelmäßiger

Herztätigkeit

(zum

Beispiel

Digoxin

Amiodaron)

Arzneimittel, die eine Katecholamin-Depletion bewirken (zum Beispiel Reserpin und

Monoaminoxidasehemmer

(MAO-Hemmer,

Isocarboxid

Phenelzin

[zur

Behandlung einer Depression])

Fluoxetin (zur Behandlung einer Depression)

Arzneimittel für Diabetes, wie Insulin oder Metformin

Clonidin (zur Behandlung von hohem Blutdruck, Migräne und Hitzewallungen in den

Wechseljahren)

Rifampicin (zur Behandlung von Infektionen)

Ciclosporin (nach einer Organtransplantation verwendet)

Nichtsteroidale

Antirheumatika

(NSAR,

Beispiel

Aspirin,

Indomethacin

Ibuprofen)

Beta-agonistische Bronchodilatatoren (zur Behandlung von Engegefühl im Brustraum

und pfeifender Atmung bei Asthma oder anderen Erkrankungen der unteren Atemwege

[zum Beispiel Salbutamol und Terbutalinsulfat])

Operationen

Wenn bei Ihnen eine Operation vorgesehen ist, informieren Sie bitte den Arzt darüber, dass

Sie Carvedilol Hexal einnehmen. Der Grund dafür ist, dass bestimmte Narkosemittel Ihren

Blutdruck senken können, so dass dieser dann zu stark abfallen könnte.

Schwangerschaft und Stillzeit

Sie dürfen Carvedilol Hexal nicht einnehmen, wenn Sie schwanger sind, beabsichtigen,

schwanger zu werden, oder stillen, es sei denn, Ihr Arzt hat dies verordnet.

Wenn Sie schwanger sind oder stillen oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein, oder

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels

Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Achtung: Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit und Verkehrstüchtigkeit

beeinträchtigen.

Es kann sein, dass Sie sich schwindelig fühlen, wenn Sie Carvedilol Hexal einnehmen. Dies

ist wahrscheinlicher zu Beginn der Behandlung oder bei einer Dosisänderung und wenn Sie

Alkohol trinken. In diesem Fall dürfen Sie kein Fahrzeug führen oder Werkzeuge oder

Maschinen bedienen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie während der Einnahme von

Carvedilol Hexal andere Probleme bemerken, die Einfluss auf Ihre Verkehrstüchtigkeit oder

Ihre Fähigkeit zum Bedienen von Werkzeugen oder Maschinen haben könnten.

Carvedilol Hexal enthält Lactose.

Bitte nehmen Sie Carvedilol Hexal erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen

bekannt ist, dass Sie unter einer Zuckerunverträglichkeit leiden.

3.

Wie ist Carvedilol Hexal einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen

Sie bei Ihrem Arzt nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Es sind Tabletten mit höherem Wirkstoffgehalt verfügbar.

Behandlung von hohem Blutdruck

Erwachsene:

Anfangsdosis: 4 Tabletten einmal täglich für die ersten 2 Tage

Die Behandlung wird dann mit 8 Tabletten einmal täglich fortgesetzt.

Höchstdosis: 8 Tabletten zweimal täglich

Ältere Patienten:

Anfangsdosis: 4 Tabletten einmal täglich

Diese Dosis kann schrittweise nach Bedarf erhöht werden.

Höchstdosis: 8 Tabletten zweimal täglich

Behandlung von Angina pectoris

Anfangsdosis: 4 Tabletten zweimal täglich für die ersten 2 Tage

Die Behandlung wird dann mit 8 Tabletten zweimal täglich fortgesetzt.

Höchstdosis: 16 Tabletten zweimal täglich

Ältere Patienten sollten höchstens 8 Tabletten zweimal täglich einnehmen.

Behandlung von Herzschwäche

Anfangsdosis: 1 Tablette zweimal täglich

Je nachdem, wie Sie auf die Behandlung ansprechen, kann diese Dosis nach zwei oder

mehr Wochen schrittweise erhöht werden: auf 2 Tabletten zweimal täglich, dann auf

4 Tabletten zweimal täglich und schließlich auf 8 Tabletten zweimal täglich.

Höchstdosis: 8 Tabletten zweimal täglich

Die Höchstdosis für Menschen mit einem Körpergewicht über 85 kg, die keine schwere

Herzschwäche haben, beträgt 16 Tabletten zweimal täglich.

Ihr Arzt wird Sie nach Beginn der Behandlung oder nach einer Dosiserhöhung sorgfältig

überwachen.

Leberfunktionsstörung (nicht schwer) oder Nierenfunktionsstörung

Ihr Arzt wird die für Sie geeignete Dosis festgelegen und anpassen.

Art der Anwendung

Nehmen Sie die Tabletten mit einem Glas Wasser zu den Mahlzeiten oder unabhängig

davon ein. Wenn Sie Carvedilol Hexal wegen Herzschwäche einnehmen, sollten Sie die

Tabletten am besten zu den Mahlzeiten einnehmen.

Anleitung zum Teilen der Tablette

Legen Sie die Tablette mit der Bruchkerbe nach oben auf eine flache harte Oberfläche.

Drücken Sie mit dem Finger gleichmäßig auf die Mitte der Tablette, bis diese in zwei Teile

zerbricht.

Dauer der Anwendung

Über die Dauer der Anwendung entscheidet Ihr behandelnder Arzt.

Wenn Sie eine größere Menge von Carvedilol Hexal eingenommen haben als Sie

sollten

Wenn Sie mehr Carvedilol Hexal eingenommen haben als Sie sollten oder wenn jemand

anders Ihre Carvedilol Hexal -Tabletten eingenommen hat, müssen Sie sich umgehend an

einen Arzt wenden oder ein Krankenhaus aufsuchen. Nehmen Sie die Arzneimittelpackung

mit.

Wenn Sie mehr Tabletten eingenommen haben als Sie sollten, können die folgenden

Wirkungen

auftreten:

Verlangsamung

Herztätigkeit,

Schwindelgefühl

oder

Benommenheit, Atemnot, pfeifende Atmung oder starke Müdigkeit.

Wenn Sie die Einnahme von Carvedilol Hexal vergessen haben

Wenn Sie die Einnahme einer Dosis vergessen haben, nehmen Sie diese, sobald Sie sich

daran erinnern. Wenn es jedoch fast Zeit für Ihre nächste Dosis ist, lassen Sie die versäumte

Dosis aus.

Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen

haben.

Wenn Sie die Einnahme von Carvedilol Hexal abbrechen

Brechen Sie die Einnahme dieses Arzneimittels nicht ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt ab.

Möglicherweise wird der Arzt Ihre Behandlung mit Carvedilol Hexal langsam über 1 bis 2

Wochen ausschleichend beenden.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an

Ihren Arzt oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht

bei jedem auftreten müssen.

Wenden

Sie

sich

unverzüglich

an

Ihren

Arzt,

wenn

Sie

eine

der

folgenden

Nebenwirkungen bemerken:

Schwere

allergische

Reaktionen,

Anzeichen

können

plötzliche

Schwellung

Rachen, Gesicht, Lippen und Mund sein. Dies kann zu Atem- oder Schluckstörungen führen.

Schmerzen im Brustraum, begleitet von Kurzatmigkeit, Schwitzen und Übelkeit.

Seltenere Blasenentleerung (Miktion) mit Schwellung der Beine, ein Hinweis auf eine

Nierenstörung.

Schwere

Hautreaktionen,

Beispiel

Hautausschlag,

Hautrötung,

Blasenbildung

Lippen, Augen oder Mund, Abschälen der Haut (Symptome eines Erythema multiforme),

Geschwüre

Mund,

Lippen

Haut

(Zeichen

eines

Stevens-Johnson-Syndroms),

Ablösung der obersten Hautschicht von den darunterliegenden Schichten am ganzen Körper

(Zeichen einer toxischen epidermalen Nekrolyse).

Sehr

niedriger

Blutzuckerspiegel

(Hypoglykämie),

Krampfanfällen

oder

Bewusstlosigkeit führen kann.

Sehr häufig (mehr als 1 Behandelter von 10):

Schwindelgefühl

Kopfschmerzen

Schwächegefühl und Müdigkeit

Herzprobleme. Die Zeichen sind Schmerzen im Brustraum, Müdigkeit, Kurzatmigkeit und

Schwellung von Armen und Beinen.

niedriger Blutdruck. Die Zeichen sind Schwindelgefühl oder Benommenheit.

Schwindelgefühl, Kopfschmerzen sowie Schwächegefühl und Müdigkeit sind in der Regel

leicht und treten meist zu Beginn der Behandlung auf.

Häufig (weniger als 1 Behandelter von 10):

Infektionen der Atemwege (Bronchitis), der Lungen (Pneumonie), der Nase und des

Rachens

(obere

Atemwege

Zeichen

sind

pfeifende

Atmung,

Kurzatmigkeit,

Engegefühl im Brustraum und Halsschmerzen.

Infektionen der Harnwege, die zu Problemen bei der Blasenentleerung führen können.

verminderte Anzahl roter Blutkörperchen (Anämie). Die Zeichen sind Müdigkeit, Blässe,

Herzklopfen (Palpitationen) und Kurzatmigkeit.

Gewichtszunahme

Anstieg der Cholesterinspiegel (bei einer Blutuntersuchung nachweisbar)

Entgleisung der Blutzuckerwerte bei Menschen mit Diabetes

depressive Verstimmung

Sehstörungen, wunde oder trockene Augen aufgrund verringerter Tränenbildung

Verlangsamung der Herztätigkeit

Schwindelgefühl oder Benommenheit nach dem Aufstehen

Flüssigkeitseinlagerung.

Zeichen

sind:

Schwellung

gesamten

Körper,

Schwellung von Körperteilen, zum Beispiel an Händen, Füßen, Knöcheln und Beinen,

sowie Zunahme der Blutmenge im Körper.

Durchblutungsstörungen in Armen und Beinen. Die Zeichen sind kalte Hände und Füße,

Blässe, Kribbeln und Schmerzen in Fingern sowie Schmerzen im Bein, die sich beim

Gehen verstärken.

Atembeschwerden

Übelkeit oder Erbrechen

Durchfall

Magenschmerzen/Verdauungsstörungen

Schmerzen, möglicherweise in Händen und Füßen

Nierenstörungen, einschließlich Änderungen der Häufigkeit der Blasenentleerung

Gelegentlich (weniger als 1 Behandelter von 100):

Schlafstörungen

Ohnmacht

Kribbeln oder Taubheitsgefühl in Händen oder Füßen

Hautbeschwerden, einschließlich von Hautausschlägen, die einen Großteil des Körpers

bedecken können, Hautausschlag mit Quaddeln (Nesselsucht), Juckreiz und trockene

Hautstellen

vermehrtes Schwitzen

Haarausfall

Erektionsstörungen (erektile Dysfunktion)

Verstopfung

Selten (weniger als 1 Behandelter von 1.000):

niedrige Anzahl von Blutplättchen. Die Zeichen sind blaue Flecken und Nasenbluten.

verstopfte Nase, pfeifende Atmung und grippeähnliche Symptome

trockener Mund

Sehr selten (weniger als 1 Behandelter von 10.000):

niedrige Anzahl aller Typen weißer Blutkörperchen. Die Zeichen sind Infektionen in

Mund, Gaumen, Rachen und Lungen.

allergische Reaktionen (Überempfindlichkeit). Mögliche Zeichen können Atem- oder

Schluckstörungen infolge einer plötzlichen Schwellung im Rachen oder Gesicht sein,

oder eine Schwellung der Hände, Füße und Knöchel.

Nierenstörungen, die bei einer Blutuntersuchung nachweisbar sind

Manche Frauen können Probleme mit der Blasenkontrolle beim Wasserlassen haben

(Harninkontinenz). Dies bessert sich normalerweise, wenn die Behandlung beendet

wird.

Bei Menschen, die eine sehr leichte Form des Diabetes (einen sogenannten „latenten

Diabetes“) haben, kann Carvedilol Hexal auch zur Entwicklung von Zeichen eines Diabetes

führen.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies

gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt über das nationale Meldesystem anzeigen.

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 WIEN

ÖSTERREICH

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen

über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Carvedilol Hexal aufzubewahren?

In der Originalverpackung aufbewahren.

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

dürfen

dieses

Arzneimittel

nach

Umkarton

nach

„Verwendbar

bis“

angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den

letzten Tag des angegebenen Monats.

Entsorgen

Arzneimittel

nicht

Abwasser

oder

Haushaltsabfall.

Fragen

Ihren

Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie

tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Carvedilol Hexal enthält

Der Wirkstoff ist Carvedilol.

Jede Tablette enthält 3,125 mg Carvedilol.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Lactose-Monohydrat,

mikrokristalline

Cellulose,

Crospovidon,

Povidon

K30,

hochdisperses Siliciumdioxid, Magnesiumstearat, Farbstoffe: Eisenoxid, rot (E 172)

Wie Carvedilol Hexal aussieht und Inhalt der Packung

hellrote, runde, konvexe, teilbare Tablette mit Bruchkerbe und der Prägung C1

Carvedilol ist erhältlich in Polyethylenflaschen mit 28, 30, 60, 100, 250 und 500 Tabletten

und in PVC/Aluminium-Blisterpackungen mit 14, 20, 28, 30, 50, 50 x 1, 56, 60, 98, 98 x 1 und

100 Tabletten.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Pharmazeutischer Unternehmer:

Hexal Pharma GmbH, 1020 Wien, Österreich

Hersteller:

Salutas Pharma GmbH, 39179 Barleben, Deutschland

Salutas Pharma GmbH, 70839 Gerlingen, Deutschland

LEK S.A., 95-010 Strykow, Polen

LEK S.A., 02-672 Warschau, Polen

Lek Pharmaceuticals d.d., 1526 Laibach, Slowenien

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes

(EWR) unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Dänemark:

Carvedilol HEXAL

Deutschland:

Carvedilol HEXAL 3,125 mg Tabletten

Luxemburg:

Carvedilol Sandoz 3,125 mg comprimés

Niederlande:

Carvedilol Sandoz 3,125/mg tabletten

Norwegen:

Carvedilol HEXAL

Schweden:

Carvedilol HEXAL

Vereinigtes Königreich:

Carvedilol 3,125 mg Tablets

Z.Nr.: 1-24916

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im April 2016.

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Carvedilol Hexal 3,125 mg – Tabletten

Carvedilol Hexal 6,25 mg – Tabletten

Carvedilol Hexal 12,5 mg – Tabletten

Carvedilol Hexal 25 mg – Tabletten

Carvedilol Hexal 50 mg – Tabletten

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Carvedilol Hexal 3,125 mg – Tabletten

Eine Tablette enthält 3,125 mg Carvedilol

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung:

Jede Tablette enthält 61,85 mg Lactose (als Monohydrat).

Carvedilol Hexal 6,25 mg – Tabletten

Eine Tablette enthält 6,25 mg Carvedilol.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung:

Jede Tablette enthält 58,71 mg Lactose (als Monohydrat).

Carvedilol Hexal 12,5 mg – Tabletten

Eine Tablette enthält 12,5 mg Carvedilol.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung:

Jede Tablette enthält 52,73 mg Lactose (als Monohydrat).

Carvedilol Hexal 25 mg – Tabletten

Eine Tablette enthält 25 mg Carvedilol.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung:

Jede Tablette enthält 105,93 mg Lactose (als Monohydrat).

Carvedilol Hexal 50 mg – Tabletten

Eine Tablette enthält 50 mg Carvedilol.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung:

Jede Tablette enthält 211,85 mg Lactose (als Monohydrat).

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Tablette

Carvedilol Hexal 3,125 mg – Tabletten:

Hellrote,

runde,

konvexe,

teilbare

Tablette

einer

druckempfindlichen

Bruchkerbe,

Kodierung C1.

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

Carvedilol Hexal 6,25 mg – Tabletten:

Gelbe, runde, konvexe, teilbare Tablette mit einer druckempfindlichen Bruchkerbe, Kodierung

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

Carvedilol Hexal 12,5 mg – Tabletten:

Altrosa, runde, konvexe, teilbare Tablette mit einer druckempfindlichen Bruchkerbe, Kodierung

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

Carvedilol Hexal 25 mg – Tabletten:

Weiße, runde, konvexe, teilbare Tablette mit einer druckempfindlichen Bruchkerbe, Kodierung

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

Carvedilol Hexal 50 mg – Tablette:

Weiße, runde, konvexe, teilbare Tablette mit einer druckempfindlichen Bruchkerbe, Kodierung

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Essentielle Hypertonie

Chronische stabile Angina pectoris

Zusatzbehandlung

mäßiger

schwerer

stabiler

Herzinsuffizienz

zusätzlich

konventionellen Basistherapie (mit ACE-Hemmern und Diuretika, mit oder ohne Digitalis)

Hinweis (zum Einsatz bei chronischer Herzinsuffizienz):

Carvedilol

Behandlung

darf

begonnen

werden,

wenn

Patient

konventionellen Basis-Herzinsuffizienz-Therapie stabil eingestellt ist, d. h. die Dosierung

dieser

bereits

bestehenden

Standardtherapie

muss

Therapiebeginn

Carvedilol

zumindest für vier Wochen stabil gewesen sein.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Carvedilol ist in 5 Stärken erhältlich: 3,125 mg, 6,25 mg, 12,5 mg, 25 mg und 50 mg.

Essentielle

Hypertonie:

Carvedilol

kann

Behandlung

Hypertonie

allein

oder

Kombination mit anderen Antihypertonika, angewendet werden, insbesondere zusammen mit

Thiaziddiuretika. Eine einmal tägliche Einnahme wird empfohlen. Die empfohlene maximale

Einzeldosis beträgt jedoch 25 mg und die empfohlene Tageshöchstdosis 50 mg.

Erwachsene: Die empfohlene Anfangsdosis beträgt einmal täglich 12,5 mg für zwei Tage.

Danach wird die Behandlung mit einer Dosis von 25 mg/Tag fortgesetzt. Falls erforderlich,

kann die Dosis schrittweise in Zeitabständen von 2 Wochen oder in größeren Abständen

weiter erhöht werden.

Ältere Patienten: Die empfohlene Anfangsdosis bei Hypertonie beträgt einmal täglich 12,5 mg.

Diese Dosis kann auch für die Weiterbehandlung ausreichend sein. Bei ungenügendem

therapeutischem Ansprechen kann diese Dosis jedoch schrittweise in Zeitabständen von

2 Wochen oder in größeren Abständen weiter erhöht werden.

Chronisch stabile Angina pectoris:

Erwachsene: Die empfohlene Anfangsdosis beträgt zweimal täglich 12,5 mg für zwei Tage.

Danach wird die Behandlung mit einer Dosis von zweimal täglich 25 mg fortgesetzt. Falls

erforderlich, kann die Dosis schrittweise in Zeitabständen von 2 Wochen oder in größeren

Abständen weiter erhöht werden. Die empfohlene Tageshöchstdosis beträgt 100 mg, verteilt

auf zwei Dosen (zweimal täglich).

Ältere Patienten: Die empfohlene Anfangsdosis beträgt zweimal täglich 12,5 mg für zwei Tage.

Danach wird die Behandlung mit einer Dosis von zweimal täglich 25 mg fortgesetzt. Diese

Dosis entspricht der empfohlenen Tageshöchstdosis.

Herzinsuffizienz:

Behandlung einer mäßigen bis schweren Herzinsuffizienz zusätzlich zu einer konventionellen

Basistherapie mit Diuretika, ACE-Hemmern, Digitalis und/oder Vasodilatatoren. Der Patient

sollte klinisch stabil sein (keine Änderung der NYHA-Klasse, keine stationäre Behandlung

wegen Herzinsuffizienz) und die Basistherapie muss seit mindestens 4 Wochen vor Beginn

der Behandlung stabil sein. Außerdem sollte der Patient eine verminderte linksventrikuläre

Ejektionsfraktion haben, die Herzfrequenz sollte > 50 Schläge pro Minute und der systolische

Blutdruck > 85 mmHg betragen (siehe Abschnitt 4.3).

Die empfohlene Anfangsdosis beträgt zweimal täglich 3,125 mg für zwei Wochen. Wenn die

Anfangsdosis gut vertragen wird, kann die Carvedilol-Dosis in Zeitabständen von 2 Wochen

oder in größeren Abständen weiter erhöht werden, zunächst auf zweimal täglich 6,25 mg, dann

auf zweimal täglich 12,5 mg und schließlich auf zweimal täglich 25 mg. Es wird empfohlen, die

Dosierung auf die höchste vom Patienten tolerierte Dosis zu

steigern.

empfohlene

Höchstdosis

beträgt

zweimal

täglich

25 mg

Patienten

einem

Körpergewicht unter 85 kg und zweimal täglich 50 mg bei Patienten mit einem Körpergewicht

über 85 kg, sofern die Herzinsuffizienz nicht schwer ist. Eine Dosiserhöhung auf zweimal

täglich 50 mg sollte vorsichtig und unter engmaschiger ärztlicher Überwachung des Patienten

erfolgen.

Zu Beginn der Behandlung oder nach einer Dosiserhöhung kann es vorübergehend zu einer

Verschlechterung der Symptome der Herzinsuffizienz kommen, insbesondere bei Patienten

mit schwerer Herzinsuffizienz und/oder hochdosierter Diuretikatherapie. Dies erfordert in der

Regel kein Absetzen der Behandlung, die Dosis sollte in diesem Fall jedoch nicht erhöht

werden. Nach Beginn der Behandlung oder nach einer Dosiserhöhung sollte der Patient von

einem Internisten/Kardiologen überwacht werden. Vor jeder Erhöhung der Dosis sollte der

Patient auf potenzielle Symptome einer Verschlechterung der Herzinsuffizienz oder auf

Symptome

einer

übermäßigen

Vasodilatation

untersucht

werden

Nierenfunktion,

Körpergewicht,

Blutdruck,

Herzfrequenz

-rhythmus).

Eine

Verschlechterung

Herzinsuffizienz oder eine Flüssigkeitsretention wird behandelt, indem die Diuretikadosis

erhöht wird. Die Carvedilol-Dosis sollte erst erhöht werden, wenn sich der Zustand des

Patienten stabilisiert hat. Bei Auftreten einer Bradykardie oder einer Verlängerung der AV-

Überleitung sollte zuerst der Digoxin-Spiegel überprüft werden.

Gelegentlich kann es notwendig sein, die Carvedilol-Dosis zu reduzieren oder die Behandlung

vorübergehend zu unterbrechen. Selbst in diesen Fällen kann die Einstellung der Carvedilol-

Dosis häufig erfolgreich fortgesetzt werden.

Falls die Therapie mit Carvedilol länger als 1 Woche unterbrochen wurde, soll die Therapie

mit einer geringeren Dosis (zweimal pro Tag) wiederaufgenommen werden und erneut eine

schrittweise individuelle Einstellung – wie oben angegeben – erfolgen.

Falls die Therapie mit Carvedilol länger als 2 Wochen unterbrochen wurde, soll die Therapie

mit 3,125 mg – zweimal pro Tag über 2 Wochen – wiederaufgenommen werden und erneut

eine schrittweise individuelle Einstellung – wie oben angegeben – erfolgen.

Eingeschränkte Nierenfunktion

Die erforderliche Dosis muss für jeden Patienten individuell ermittelt werden. Die verfügbaren

pharmakokinetischen

Parameter

publizierte

klinische

Studien

Patienten

verschiedenen

Graden

Niereninsuffizienz

(inkl.

Nierenversagen)

zeigen,

dass

Patienten

mäßiger

schwerer

Niereninsuffizienz

Änderungen

Carvedilol

Dosierungsempfehlungen nicht erforderlich sind

Eingeschränkte Leberfunktion

Eine

Dosisanpassung

kann

Patienten

mäßig

eingeschränkter

Leberfunktion

erforderlich sein.

Carvedilol ist bei Patienten mit klinisch manifestierter Leberfunktionsstörung

kontraindiziert (siehe Abschnitte 4.3 und 5.2).

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit von Carvedilol bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist nicht erwiesen.

Carvedilol wird deshalb für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren

nicht empfohlen (siehe auch Abschnitt 5.2).

Ältere Patienten

Ältere Patienten können empfindlicher auf die Wirkungen von Carvedilol reagieren und sollten

sorgfältiger überwacht werden.

Wie andere Betablocker und insbesondere bei Koronarpatienten sollte Carvedilol schrittweise

abgesetzt werden (siehe Abschnitt 4.4).

Bei essentieller Hypertonie

Zu Therapiebeginn werden auch für ältere Patienten täglich 12,5 mg Carvedilol empfohlen. Mit

dieser

Dosierung

konnte

einigen

Patienten

auch

Langzeitbehandlung

eine

ausreichende Blutdrucksenkung erreicht werden. Bei ungenügender Wirkung kann die Dosis

in Intervallen von mindestens 14 Tagen bis auf die Maximaldosen (Einzeldosis von 25 mg bzw.

eine Tageshöchstmenge von 50 mg Carvedilol) erhöht werden.

Bei chronisch stabiler Angina pectoris

Bei älteren Patienten sollte die Dosis von zweimal 25 mg Carvedilol, über den Tag verteilt,

nicht überschritten werden.

Art der Anwendung

Es wird empfohlen, Carvedilol zusammen mit den Mahlzeiten einzunehmen, damit Carvedilol

langsamer

resorbiert

wird

(und

somit

möglicherweise

orthostatische

Effekte

vermindert

werden können). Die Behandlung mit Carvedilol ist in der Regel eine Langzeittherapie und soll

– wenn möglich – nicht abrupt abgesetzt, sondern über 1 bis 2 Wochen ausschleichend

beendet werden.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen Carvedilol oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile

Instabile/dekompensierte Herzinsuffizienz

Klinisch manifeste Leberfunktionsstörungen

Asthma

bronchiale

oder

sonstige

Atemwegserkrankungen

bronchospastischer

Komponente (z. B. chronisch obstruktiver Lungenerkrankung)

akute Lungenembolie

Prinzmetal Angina

AV-Block II. oder III. Grades (außer Patienten mit permanentem Herzschrittmacher)

Schwere Bradykardie (< 50 Schläge pro Minute)

Kardiogener Schock

Sick-Sinus-Syndrom (einschließlich sinuatrialer Block)

Schwere Hypotonie (systolischer Blutdruck unter 85 mmHg)

Cor pulmonale

unbehandeltes Phäochromozytom

metabolische Azidose

gleichzeitige Therapie mit MAO-Hemmern (Ausnahme: MAO-B-Hemmer)

gleichzeitige i. v. Therapie mit Verapamil, Diltiazem oder anderen Antiarrhythmika

während der Stillzeit.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Hypertonie

Carvedilol

kann

essentieller

Hypertonie

allein

oder

Kombination

anderen

blutdrucksenkenden Mitteln, insbesondere zusammen mit Thiazid-Diuretika, angewendet

werden. Wenn eine (Vor-)Behandlung mit Diuretika besteht, wird empfohlen, diese – falls

möglich – gegebenenfalls vor Beginn der Carvedilol Therapie kurzfristig abzusetzen, um einen

möglicherweise übermäßigen Blutdruckabfall zu vermeiden.

Da keine ausreichenden klinischen Erfahrungen vorliegen, soll Carvedilol nicht angewendet

werden bei labiler oder sekundärer Hypertonie, kompletten Schenkelblockbildern, Neigung zu

Blutdruckabfall

Lagewechsel

(Orthostase),

akuten

entzündlichen

Herzerkrankungen,

hämodynamisch wirksamen Veränderungen der Herzklappen oder des Herzausflusstraktes,

Endstadien peripherer arterieller Durchblutungsstörungen sowie gleichzeitiger Therapie mit

α1-Rezeptorantagonisten oder α2-Rezeptoragonisten.

Sollten – in begründeten Ausnahmefällen – Carvedilol und Clonidin gleichzeitig angewendet

werden, darf Clonidin erst dann stufenweise abgesetzt werden, wenn einige Tage zuvor die

Behandlung mit Carvedilol beendet worden ist.

Chronische (kongestive) Herzinsuffizienz

Carvedilol soll grundsätzlich immer zusätzlich zu der Herzinsuffizienz-Standardtherapie –

bestehend aus Diuretika, Digitalis, ACE-Hemmern und/oder anderen Vasodilatatoren –

eingesetzt werden. Die Carvedilol Behandlung darf nur begonnen werden, wenn der Patient

konventionellen

Basis-Herzinsuffizienz-Therapie

stabil

eingestellt

ist,

Dosierung

dieser

bereits

bestehenden

Standardtherapie

muss

Therapiebeginn

Carvedilol zumindest für vier Wochen stabil sein.

Insbesondere bei Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz (NYHA ≥ III), Salz- und/oder

Flüssigkeitsmangel (z. B. hoch dosierte Diuretika-Therapie), aber auch bei Älteren (≥ 70 Jahre)

oder Patienten mit niedrigem Ausgangsblutdruck (z. B. systolisch < 100 mmHg) kann es nach

Gabe der ersten Carvedilol Dosis, aber auch bei Dosissteigerung zu einem verstärkten

Blutdruckabfall kommen. Demzufolge sollen diese Patienten nach Gabe der ersten Carvedilol

Dosis sowie bei Erhöhung der Dosierung ca. 2 Stunden ärztlich überwacht werden, um eine

unkontrolliert auftretende hypotone Reaktion zu vermeiden.

Bei Patienten mit (kongestiver) Herzinsuffizienz kann es während der Auftitrierung der Dosis

von Carvedilol zu einer Verschlechterung der Herzinsuffizienz oder zu Flüssigkeitsretention

kommen. Bei Auftreten solcher Symptome sollte die Diuretika-Dosis erhöht werden und die

Carvedilol-Dosis

nicht

weiter

erhöht

werden,

eine

klinische

Stabilität

erreicht

ist.

Gelegentlich kann es aber auch notwendig sein, die Carvedilol-Dosis zu reduzieren oder, in

seltenen Fällen, die Behandlung vorübergehendnzu unterbrechen. Solche Vorfälle schließen

eine anschließende erfolgreiche Titration von Carvedilol nicht aus. Aufgrund des negativen

Effektes auf die AV-Überleitung sollte Carvedilol mit Vorsicht bei Patienten mit AV-Block I.

Grades angewendet werden.

Da beide Substanzen eine Verzögerung der AV-Überleitung bewirken, ist bei gleichzeitiger

Gabe von Carvedilol und Herzglykosiden erhöhte Vorsicht geboten (siehe Abschnitt 4.5).

Nierenfunktion bei (kongestiver) Herzinsuffizienz

Bei chronisch herzinsuffizienten Patienten mit niedrigem Blutdruck (systolisch < 100 mmHg),

zusätzlich

ischämischer

Herzkrankheit

oder

generalisierten

Gefäßerkrankungen

und/oder an Niereninsuffizienz leiden, wurde unter Behandlung mit Carvedilol eine reversible

Verschlechterung der Nierenfunktion beobachtet. Deshalb muss bei Patienten mit diesen

Risikofaktoren die Nierenfunktion während der Einstellung der Carvedilol Therapie häufig

kontrolliert werden. Bei Verschlechterung der Nierenfunktion soll die Carvedilol Dosierung

reduziert oder gegebenenfalls die Therapie abgesetzt werden.

Linksventrikuläre Dysfunktion nach akutem Myokardinfarkt

Bevor eine Behandlung mit Carvedilol begonnen wird, muss der Patient klinisch stabil sein.

Außerdem sollte der Patient mindestens während der zurückliegenden 48 Stunden einen

ACE-Hemmer erhalten haben und die Dosis dieses ACE-Hemmers sollte mindestens während

der zurückliegenden 24 Stunden stabil gewesen sein. Da für die Anwendung von Carvedilol

bei Patienten mit instabiler Angina pectoris nur begrenzte klinische Erfahrungen vorliegen,

sollte es bei dieser Symptomatik nur mit Vorsicht angewendet werden.

Chronisch obstruktive Lungenerkrankung

Bei Patienten mit einer Neigung zu Bronchospasmen kann als Folge eines möglichen erhöhten

Widerstands der Luftwege Atemnot auftreten. Patienten mit Atemwegserkrankungen mit

bronchospastischer Komponente dürfen deshalb nicht mit Carvedilol behandelt werden (siehe

Abschnitt 4.3).

Diabetes

Carvedilol sollte bei Patienten mit Diabetes mellitus mit Vorsicht angewendet werden, da sich

Ergebnisse

Blutzuckerkontrolle

verschlechtern

oder

frühe

Warnzeichen

bzw.

Symptome einer akuten Hypoglykämie maskiert oder vermindert sein können. Deshalb muss

bei diesen Patienten die Blutglucose-Konzentration zu Beginn der Behandlung bzw. bei

Veränderung

Carvedilol

Dosierung

regelmäßig

kontrolliert

werden.

blutzuckersenkende Therapie ist gegebenenfalls entsprechend anzupassen.

Auch bei strengem Fasten ist eine sorgfältige ärztliche Überwachung der Blutglucose-

Konzentration erforderlich (siehe Abschnitt 4.5). Betablocker können die Insulinresistenz

erhöhen und Symptome einer Hypoglykämie maskieren. Allerdings haben zahlreiche Studien

nachgewiesen, dass sich gefäßerweiternde ß-Blocker, wie Carvedilol, günstiger auf die

Glukose- und Lipidprofile auswirken.

Periphere Gefäßkrankheit

und Raynaud Syndrom

Carvedilol ist bei Patienten mit peripherer Gefäßkrankheit mit Vorsicht anzuwenden, da

Betablocker Symptome einer arteriellen Insuffizienz auslösen oder verschlechtern können.

Thyrotoxikose (Hyperthyreose)

Carvedilol kann die Symptome einer Thyrotoxikose maskieren.

Anästhesie und große chirurgische Eingriffe

Bei Patienten, die sich einem allgemeinchirurgischen Eingriff unterziehen, ist aufgrund der

Addition der negativ inotropen Effekte von Carvedilol und einigen Anästhetika Vorsicht

geboten.

Bradykardie

Carvedilol kann zu Bradykardie führen. Fällt die Pulsfrequenz des Patienten auf unter 55

Schläge/Minute, ist die Carvedilol-Dosis zu senken. Carvedilol ist bei Patienten mit schwerer

Bradykardie (< 50 Schläge pro Minute) kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Überempfindlichkeit

Anwendung

Carvedilol

Patienten

bekannten

schwerwiegenden

Überempfindlichkeitsreaktionen

Patienten,

sich

einer

Hyposensibilisierungstherapie

unterziehen,

Vorsicht

geboten,

Betablocker

Empfindlichkeit gegenüber Allergenen und die Schwere anaphylaktischer Reaktionen erhöhen

können.

Schwere Hautreaktionen

Sehr seltene Fälle von schweren Hautreaktionen, wie z.B. toxische epidermale Nekrolyse

(TEN) und Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), wurden während der Behandlung mit Carvedilol

berichtet (siehe auch Abschnitt 4.8). Carvedilol ist bei Patienten, die schwere Hautreaktionen

haben, die möglicherweise Carvedilol zugeschrieben werden können, dauerhaft abzusetzen.

Psoriasis

Patienten, bei denen unter einer Therapie mit Betablockern eine Psoriasis aufgetreten war,

dürfen

Carvedilol

erst

nach

sorgfälltiger

Abwägung

Nutzen/Risiko-Verhältnisses

einnehmen.

Gleichzeitige Anwendung von Kalziumantagonisten

Bei Patienten, die gleichzeitig mit Kalziumantagonisten vom Verapamil- oder Diltiazem-Typ

oder mit anderen Antiarrhythmika behandelt werden, ist eine sorgfältige Überwachung von

EKG und Blutdruck erforderlich.

Phäochromozytom

Patienten

Phäochromozytom

jeder

Anwendung

eines

-Blockers

Behandlung mit einem -Blocker einzuleiten. Auch wenn Carvedilol pharmakologisch sowohl

- als auch -blockierend wirkt, liegen keine Erfahrungen mit seiner Anwendung bei dieser

Erkrankung

vor.

Carvedilol

Patienten

unbehandeltem

Phäochromozytom

kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3). Daher sollte die Verabreichung von Carvedilol an

Patienten mit Verdacht auf Phäochromozytom mit Vorsicht erfolgen.

Prinzmetal-Angina

Substanzen mit nicht selektiver β-blockierender Wirkung können bei Patienten mit Prinzmetal-

Angina Brustschmerzen auslösen. Es liegen keine klinischen Erfahrungen mit Carvedilol bei

diesen Patienten vor, auch wenn die α-blockierende Wirkung von Carvedilol u. U. das

Auftreten derartiger Symptome verhindert. Carvedilol ist bei Patienten mit diagnostizierter

Prinzmetal-Angina kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3). Bei der Verabreichung von Carvedilol

an Patienten mit Verdacht auf Prinzmetal-Angina ist dennoch mit Vorsicht vorzugehen.

Kontaktlinsen

Kontaktlinsenträger sind auf die Möglichkeit eines verminderten Tränenflusses hinzuweisen.

Absetzsyndrom

Die Behandlung mit Carvedilol sollte nicht abrupt beendet werden. Dies gilt insbesondere für

Patienten mit ischämischer Herzkrankheit. Carvedilol sollte schrittweise (über einen Zeitraum

von 2 Wochen) abgesetzt werden.

Doping

Die Anwendung von Carvedilol kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen.

Eine missbräuchliche Anwendung von Carvedilol zu Dopingzwecken kann die Gesundheit

gefährden.

Lactose

Dieses Arzneimittel enthält Lactose.

Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, völligem Lactasemangel oder

Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht anwenden.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Pharmakokinetische Wechselwirkungen

Einfluss von Carvedilol auf die Pharmakokinetik anderer Arzneimittel:

Carvedilol ist sowohl ein Substrat und ein Hemmer von P-Glykoprotein. Daher kann die

Bioverfügbarkeit

Arzneimitteln,

über

P-Glykoprotein

transportiert

werden,

gleichzeitiger

Verabreichung

Carvedilol

erhöht

sein.

Darüber

hinaus

kann

Bioverfügbarkeit

Carvedilol

durch

Induktoren

oder

Inhibitoren

P-Glykoprotein

verändert werden.

Digoxin: In einigen Studien mit gesunden Probanden und mit Patienten mit Herzinsuffizienz

konnte ein um bis zu 20 % erhöhter Digoxin-Serumspiegel gezeigt werden. Eine wesentlich

größere Wirkung wurde bei männlichen Patienten im Vergleich zu Patientinnen beobachtet.

Deshalb

wird

eine

verstärkte

Überwachung

Digoxin-Serumspiegel

Beginn,

Dosisanpassung

beim

Absetzen

Carvedilol

empfohlen

(siehe

Abschnitt

4.4).

Carvedilol hat keine Wirkung auf intravenös verabreichtes Digoxin.

Ciclosporin:

zwei

Studien

Nieren-

Herztransplantationspatienten,

oral

Ciclosporin erhielten, wurde nach Beginn einer Therapie mit Carvedilol eine Erhöhung der

Ciclosporin-Plasmakonzentrationen beobachtet. Es scheint, dass Carvedilol die Verfügbarkeit

von oral aufgenommenem Ciclosporin um ca. 10 – 20 % steigert. Zur Erhaltung des

therapeutischen Ciclosporin-Spiegels war eine Reduktion der Ciclosporin-Dosis bei diesen

Patienten um durschnittlich 10 - 20 % erforderlich. Der Mechanismus für die Wechselwirkung

ist nicht bekannt, könnte aber mit der Hemmung der Aktivität des P-Glykoproteins im Darm

verbunden sein.

Aufgrund der erheblichen Variabilität der individuellen Ciclosporin-Spiegel wird empfohlen, die

Ciclosporin-Konzentration nach Beginn der Therapie mit Carvedilol sorgfältig zu überwachen

und die Dosis von Ciclosporin gegebenenfalls anzupassen. Im Falle einer i.v.-Gabe von

Ciclosporin wird keine Wechselwirkung mit Carvedilol erwartet.

Einfluss anderer Arzneimittel auf die Pharmakokinetik von Carvedilol

Sowohl Inhibitoren als auch Induktoren von CYP2D6 und CYP2C9 können die systemische

und/oder präsystemische Verstoffwechslung von Carvedilol stereoselektiv modifizieren, was

zu erhöhten bzw. verminderten Plasmaspiegeln von R- und S-Carvedilol führt (siehe Abschnitt

5.2).

Einige

Patienten

oder

gesunden

Probanden

beobachteten

Beispiele

sind

Folgenden aufgelistet, wobei die Aufzählung jedoch nicht erschöpfend ist.

Cimetidin: Cimetidin, Hydralazin und Alkohol können die systemische Verfügbarkeit von

Carvedilol erhöhen, da sie über eine Enzymhemmung dessen hepatische Metabolisierung

vermindern. Daher wird eine sorgfältige Überwachung dieser Patienten bei gleichzeitiger Gabe

empfohlen.

Rifampicin: In einer Studie mit 12 Probanden war die Verfügbarkeit von Carvedilol bei

gleichzeitiger Gabe von Rifampicin um ca. 60 % reduziert und es wurde eine verringerte

Wirkung von Carvedilol auf den systolischen Blutdruck beobachtet. Der Mechanismus der

Wechselwirkung ist nicht bekannt, könnte aber auf eine Induktion von P-Glykoprotein im Darm

durch Rifampicin zurückzuführen sein. Eine engmaschige Überwachung der β-Blockade bei

Patienten, die gleichzeitig mit Carvedilol und Rifampicin behandelt werden, wird empfohlen.

Amiodaron: Eine In-vitro-Studie mit humanen Lebermikrosomen hat gezeigt, dass Amiodaron

und Desethylamiodaron die Oxidation von (R)- und (S)-Carvedilol hemmen. Der Talspiegel

von (S)-Carvedilol war bei Patienten mit Herzinsuffizienz, die Carvedilol und Amiodaron

zusammen eingenommen haben, im Vergleich zu Patienten unter Carvedilol-Monotherapie

signifikant

2,2-Fache

erhöht.

Wirkung

(S)-Carvedilol

wurde

Desethylamiodaron, einem Metaboliten von Amiodaron, zugeschrieben, welcher ein starker

Inhibitor von CYP2C9 ist. Eine Überwachung der β-Blockade bei Patienten, die gleichzeitig mit

Carvedilol und Amiodaron behandelt werden, wird empfohlen.

Fluoxetin und Paroxetin: Die gleichzeitige Gabe von Carvedilol und Fluoxetin, einem starken

Inhibitor von CYP2D6, führte in einer randomisierten Crossover-Studie mit 10 Patienten mit

Herzinsuffizienz zu einer stereoselektiven Hemmung des Metabolismus von Carvedilol und

einer 77%igen Erhöhung des mittleren AUC des (R)-Enantiomers und einer statistisch nicht

signifikanten Erhöhung der mittleren AUC des (S)-Enantiomers von 35 % im Vergleich zur

Placebogruppe. Es wurden zwischen den Behandlungsgruppen jedoch keine Unterschiede in

Bezug auf unerwünschte Ereignisse, Blutdruck oder Herzfrequenz festgestellt.

Wirkung

einer

Einzeldosis

Paroxetin,

einem

starken

CYP2D6-Inhibitor,

Pharmakokinetik

Carvedilol

wurde

Probanden

nach

einmaliger

oraler

Verabreichung untersucht. Trotz einem signifikanten Anstieg der Verfügbarkeit von (R)- und

(S)-Carvedilol, wurden bei den Probanden keine klinischen Effekte beobachtet.

Pharmakodynamische Wechselwirkungen

Insulin oder orale Antidiabetika: Substanzen mit β-blockierenden Eigenschaften können den

Blutglukose

senkenden

Effekt

Insulin

oralen

Hypoglykämika

verstärken.

Symptome

einer

Hypoglykämie

(insbesondere

Tachykardie)

können

maskiert

oder

abgeschwächt sein. Bei Patienten unter Insulin oder oralen Hypoglykämika wird daher eine

regelmäßige Überwachung der Blutglukosewerte empfohlen.

Katecholamin abbauende Mittel: Patienten, die sowohl Arzneimittel mit β-blockierenden

Eigenschaften als auch ein Arzneimittel anwenden, das Katecholamine abbaut (z. B. Reserpin

und Monoaminoxidasehemmer), sind engmaschig auf Anzeichen von Hypotonie und/oder

schwere Bradykardie zu überwachen.

Digoxin: Die kombinierte Anwendung von Betablockern und Digoxin kann zur additiven

Verlängerung der atrioventrikulären (AV) Überleitungszeit führen.

Calciumkanalblocker

Verapamil-

oder

Diltiazemtyp,

Amiodaron

oder

andere

Antiarrhythmika: In Kombination mit Carvedilol können diese Wirkstoffe das Risiko von AV-

Überleitungsstörungen erhöhen (siehe Abschnitt 4.4).

Einzelfälle

Überleitungsstörungen

(selten

hämodynamischer

Beeinträchtigung)

wurden

gleichzeitiger

Anwendung

Carvedilol

Diltiazem

beobachtet.

Wenn

Carvedilol zusammen mit Calciumantagonisten vom Verapamil-oder Diltiazemtyp, Amiodaron

oder anderen Antiarrhythmika eingenommen werden muss, wird, wie bei anderen Wirkstoffen

mit β-blockierenden Eigenschaften, eine Überwachung von Blutdruck, Herzfrequenz und

Herzrhythmus (EKG) empfohlen (siehe auch Abschnitt 4.4).

Clonidin: Die gleichzeitige Anwendung von Clonidin, Reserpin, Guanethidin, Methyldopa oder

Guanfacin

-Rezeptorenblockern

kann

eine

zusätzliche

blutdruck-

herzfrequenzsenkende

Wirkung

haben.

Wenn

gleichzeitige

Anwendung

Rezeptorenblockern

Clonidin

beendet

werden

muss,

sollte

zuerst

Rezeptorenblocker abgesetzt werden. Die Clonidin-Therapie kann dann einige Tage später

durch schrittweise Dosisreduzierung beendet werden.

Antihypertensiva: Wie auch andere Wirkstoffe mit β-blockierender Wirkung kann Carvedilol die

Wirkung anderer blutdrucksenkender Arzneimittel (wie z.B. α1-Rezeptorenblocker) und von

Arzneimitteln, die möglicherweise hypotone Nebenwirkungen haben (wie z.B. Barbiturate,

Phenothiazine,

trizyklische

Antidepressiva

sowie

gefäßerweiternde

Mittel

Alkohol)

verstärken.

Anästhetika: Während der Gabe von Anästhetika wird aufgrund der synergistischen negativ

inotropen

hypotonischen

Effekte

Carvedilol,

Anästhetika

Narkotika

eine

sorgfältige Überwachung der Vitalzeichen empfohlen (siehe Abschnitt 4.4).

NSAR:

gleichzeitige

Gabe

nicht

steroidaler

Antiphlogistika

(NSAR)

beta-

adrenerger Blocker kann zu Blutdruckanstieg und zu einer schlechteren Blutdruckkontrolle

führen.

Beta-agonistische

Bronchodilatatoren:

Nicht

kardioselektive

Betablocker

wirken

bronchodilatatorischen

Effekt

beta-agonistischen

Bronchodilatatoren

entgegen.

Eine

sorgfältige Überwachung der Patienten wird empfohlen.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Es liegen keine ausreichenden klinischen Erfahrungen mit einer Anwendung von Carvedilol in

der Schwangerschaft vor.

Tierversuche haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3).

Betablocker vermindern die Plazentaperfusion. In der Folge kann es zum intrauterinen

Fruchttod des Feten, zu Fehl- und Frühgeburten kommen. Außerdem können sowohl beim

Fetus als auch beim Neugeborenen schädigende Nebenwirkungen auftreten (insbesondere

Hypoglykämie und Bradykardie, Atemdepression und Hypothermie). Für das Neugeborene

kann in der postnatalen Phase ein erhöhtes Risiko hinsichtlich kardialer und pulmonaler

Komplikationen bestehen.

Daher sollte Carvedilol in der Schwangerschaft nur dann eingesetzt werden, wenn der Nutzen

für die Mutter das potenzielle Risiko für das ungeborene Kind bzw. das Neugeborene

rechtfertigt.

Die Behandlung mit β-Rezeptorenblockern sollte 72 - 48 Stunden vor dem erwarteten

Geburtstermin beendet werden. Ist dies nicht möglich, so muss das Neugeborene für die

ersten 48 - 72 Lebensstunden überwacht werden.

Stillzeit

In tierexperimentellen Studien wurde nachgewiesen, dass Carvedilol bzw. seine Metaboliten

in die Muttermilch von Ratten ausgeschieden werden und dort akkumulieren. Für den

Menschen wurde die Ausscheidung von Carvedilol in die Muttermilch nicht untersucht.

Carvedilol ist in der Stillzeit kontraindiziert.

Fertilität

In Tierstudien kam es nach einer Behandlung mit Carvedilol zu Störungen der weiblichen

Fertilität (siehe Abschnitt 5.3).

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen von Carvedilol auf die Verkehrstüchtigkeit oder

Fähigkeit

Bedienen

Maschinen

durchgeführt.

Wegen

individuell

unterschiedlichen Reaktionen (z. B. Schwindelgefühl, Müdigkeit) kann die Verkehrstüchtigkeit,

die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne festen Halt beeinträchtigt

sein. Dies gilt insbesondere zu Beginn der Behandlung, nach Dosiserhöhungen, beim

Wechsel auf ein anderes Präparat und in Kombination mit Alkohol.

4.8

Nebenwirkungen

(a) Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Die Häufigkeit von Nebenwirkungen ist nicht dosisabhängig. Ausnahmen sind Schwindel,

Sehstörungen und Bradykardie.

(b) Tabellarische Liste der Nebenwirkungen

Das Risiko für die meisten Nebenwirkungen von Carvedilol ist bei allen Anwendungsgebieten

ähnlich. Ausnahmen werden in Unterabschnitt (c) beschrieben.

Folgende Häufigkeitskategorien werden zugrunde gelegt:

Sehr häufig

(≥ 1/10)

Häufig

(≥ 1/100 bis < 1/10)

Gelegentlich

(≥ 1/1.000 bis < 1/100)

Selten

(≥ 1/10.000 bis < 1/1.000)

Sehr selten

(< 1/10.000)

Nicht bekannt:

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

In Tabelle 1 sind die Nebenwirkungen zusammengefasst, über die im Zusammenhang mit der

Anwendung von Carvedilol in zulassungsrelevanten Studien der folgenden Indikationen

berichtet wurde: chronische Herzinsuffizienz, linksventrikuläre Dysfunktion nach akutem

Myokardinfarkt, Bluthochdruck und Langzeitbehandlung von chronischer Angina pectoris.

Organsystem

Nebenwirkung

Häufigkeit

Bronchitis

Häufig

Pneumonie

Häufig

Infektionen der oberen Luftwege

Häufig

Infektionen und parasitäre

Erkrankungen

Harnwegsinfekte

Häufig

Anämie

Häufig

Thrombozytopenie

Selten

Erkrankungen des Blutes

und des Lymphsystems

Leukopenie

Sehr selten

Erkrankungen des

Immunsystems

Überempfindlichkeit (allergische

Reaktionen)

Sehr selten

Gewichtszunahme

Häufig

Hypercholesterinämie

Häufig

Stoffwechsel- und

Ernährungsstörungen

Verschlechterung der

Blutglucoseregulationsmechanismen

(Hyperglykämie, Hypoglykämie)

bei Patienten mit Diabetes mellitus

Häufig

Depression, depressive

Stimmungen

Häufig

Schlafstörungen

Gelegentlich

Albträume

Gelegentlich

Halluzinationen

Gelegentlich

Verwirrtheit

Gelegentlich

Psychiatrische

Erkrankungen

Psychosen

Sehr selten

Schwindel

Sehr häufig

Kopfschmerzen

Sehr häufig

Präsynkopen, Synkopen

Häufig

Erkrankungen des

Nervensystems

Parästhesien

Gelegentlich

Sehstörungen

Häufig

verminderter Tränenfluss

(trockenes Auge)

Häufig

Augenerkrankungen

Augenreizungen

Häufig

Herzinsuffizienz

Sehr häufig

Herzerkrankungen

Bradykardie

Häufig

Hypervolämie

Häufig

Flüssigkeitsretention

Häufig

AV-Block

Gelegentlich

Angina pectoris

Gelegentlich

Hypotonie

Sehr häufig

Gefäßerkrankungen

Orthostatische Hypotonie

Häufig

Störungen der peripheren

Zirkulation (kalte Extremitäten,

periphäre Verschlusskrankheit,

Verschlechterung einer

intermittierenden Claudicatio

und von Raynaud Synrom)

Häufig

Hypertonie

Häufig

Dyspnoe

Häufig

Lungenödem

Häufig

Asthma bei prädisponierten

Patienten

Häufig

Erkrankungen der

Atemwege, des Brustraums

und Mediastinums

Verstopfte Nase

Selten

Übelkeit

Häufig

Durchfall

Häufig

Erbrechen

Häufig

Dyspepsie

Häufig

Bauchschmerzen

Häufig

Verstopfung

Gelegentlich

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts

Mundtrockenheit

Selten

Leber- und

Gallenerkrankungen

Erhöhung von

Alaninaminotransferase (ALAT),

Aspertataminotransferase

(ASAT) und

Gammaglutamyltransferase

(GGT)

Sehr selten

Hautreaktionen (z.B.

allergisches Exanthem,

Dermatitis, Urtikaria, Pruritus,

psoriatische und

knötchenflechtenartige

Hautläsionen)

Gelegentlich

Schwere Hautreaktionen

(z.B. Erythema multiforme,

Steven- Johnson-Syndrom,

Toxische epidermale

Nekrolyse)

Nicht bekannt

Erkrankungen der Haut und

des Unterhautzellgewebes

Alopezie

Nicht bekannt

Skelettmuskulatur-,

Bindegewebs- und

Knochenerkrankungen

Gliederschmerzen

Häufig

Nierenversagen und abnormale

Nierenfunktion bei Patienten mit

generalisierten

Gefäßerkrankungen und/oder

Niereninsuffizienz

Häufig

Miktionsstörungen

Häufig

Erkrankungen der Nieren

und Harnwege

Harninkontinenz bei Frauen

Sehr selten

Erkrankungen der

Geschlechtsorgane und der

Brustdrüse

Erektile Dysfunktion

Gelegentlich

Asthenie (Erschöpfung)

Sehr häufig

Schmerzen

Häufig

Allgemeine Erkrankungen

und Beschwerden am

Verabreichungsort

Ödeme

Häufig

(c) Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen

Schwindel, Synkope, Kopfschmerzen und Asthenie sind in der Regel leicht und treten meist

zu Beginn der Behandlung auf.

Patienten

Stauungsherzinsuffizienz

können

während

Dosiseinstellung

Carvedilol eine Verschlechterung der Herzinsuffizienz und eine Flüssigkeitsretention auftreten

(siehe Abschnitt 4.4).

Eine Herzinsuffizienz als unerwünschtes Ereignis wurde sowohl bei mit Placebo als auch bei

mit Carvedilol behandelten Patienten häufig angegeben (14,5 % bzw. 15,4 % bei Patienten

mit linksventrikulärer Dysfunktion nach akutem Myokardinfarkt).

Patienten

chronischer

Herzinsuffizienz

niedrigem

Blutdruck,

ischämischer

Herzkrankheit

generalisierter

Gefäßkrankheit

und/oder

zugrundeliegender

Niereninsuffizienz wurde unter der Therapie mit Carvedilol eine reversible Verschlechterung

der Nierenfunktion beobachtet (siehe Abschnitt 4.4).

Als Klasse können Beta-Adrenorezeptorenblocker dazu führen, dass ein latenter Diabetes

manifest wird, sich ein manifester Diabetes verschlechtert und die Blutzuckergegenregulation

gehemmt wird.

Carvedilol kann bei Frauen zu Harninkontinenz führen, die bei Absetzen des Arzneimittels

reversibel ist.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Meldung

Verdachts

Nebenwirkungen

nach

Zulassung

großer

Wichtigkeit.

ermöglicht

eine

kontinuierliche

Überwachung

Nutzen-Risiko-

Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden

Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das nationale Meldesystem anzuzeigen.

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 WIEN

Österreich

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

4.9

Überdosierung

Symptome und Anzeichen

Überdosierung

kann

schwerer

Hypotonie,

Bradykardie,

Herzinsuffizienz,

kardiogenem Schock und Herzstillstand kommen. Zusätzlich können Atembeschwerden,

Bronchospasmen,

Erbrechen,

Bewusstseinsstörungen

generalisierte

Krampfanfälle

auftreten.

Behandlung

Neben

allgemeinen

unterstützenden

Maßnahmen

muss

unter

intensivmedizinischen

Bedingungen die Überwachung und gegebenenfalls Korrektur der Vitalparameter erfolgen,

unter Umständen kann eine maschinelle Beatmung erforderlich werden.

Resorption

Carvedilol

Magen-Darm-Trakt

kann

durch

Magenspülung,

Verabreichung von Aktivkohle und Gabe eines Abführmittels verringert werden. Der Patient

soll in Rückenlage gebracht werden.

Atropin 0,5 mg bis 2 mg i.v.,kann bei exzessiver Bradykardie eingesetzt werden, bei Patienten

mit therapierefraktärer Bradykardie sollte eine Schrittmacher-Therapie erfolgen.

β-blockierende

Effekt

Carvedilol

kann

durch

langsame

i.v.

Gabe

nach

Körpergewicht dosierten Sympathomimetika, z.B. Isoprenalin, Dobutamin, Orciprenalin oder

Adrenalin dosisabhängig vermindert und gegebenenfalls antagonisiert werden. Falls ein

positiv inotroper Effekt nötig ist, kann die Gabe eines Phosphodiesterasehemmers, z.B.

Milrinon, in Erwägung gezogen werden. Gegebenenfalls kann Glucagon (1 mg bis 10 mg i.v.)

gegeben werden, falls erforderlich gefolgt von einer Dauerinfusion von 2 mg/Stunde bis 5

mg/Stunde.

Ist eine periphere Vasodilatation das beherrschende Symptom des Intoxikationsprofils, sind

unter kontinuierlicher Kreislaufüberwachung Norfenefrin oder Noradrenalin zu verabreichen.

Bei Bronchospasmus sollten β-Sympathomimetika (als Aerosol oder intravenös) oder aber

Aminophyllin

intravenös

langsame

Injektion

oder

Infusion

gegeben

werden.

Krampfanfällen wird die langsame intravenöse Injektion von Diazepam oder Clonazepam

empfohlen.

Bei schwerer Überdosierung mit Schocksymptomatik muss die unterstützende Behandlung

ausreichend lange fortgesetzt werden, bis sich der Zustand des Patienten stabilisiert hat, da

mit einer Verlängerung der Eliminationshalbwertzeit und Rückverteilung von Carvedilol aus

tieferen Kompartimenten zu rechnen ist. Die Dauer der Behandlung mit den Gegenmitteln

hängt von der Schwere der Überdosis ab. Die Gegenmaßnahmen sollten deshalb bis zur

Stabilisierung des Patienten durchgeführt werden.

Carvedilol wird während der Dialyse nicht eliminiert, da der Wirkstoff, vermutlich aufgrund

seiner hohen Plasmaproteinbindung, nicht dialysiert wird.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische

Gruppe:

Beta-Adrenozeptor-Antagonisten,

Alpha-

Beta-

Adrenozeptor-Antagonisten, ATC-Code: C07AG02

Wirkmechanismus

Carvedilol

vasodilatierender

nicht-selektiver

Betablocker,

peripheren

Gefäßwiderstand aufgrund einer selektiven alpha1-Rezeptorenblockade reduziert und das

Renin-Angiotensin-System

aufgrund

nicht-selektiven

Betablockade

unterdrückt.

Plasma-Renin-Aktivität ist vermindert und eine Flüssigkeitsretention tritt selten auf.

Carvedilol besitzt keine intrinsische sympathomimetische Aktivität (ISA). Wie Propanolol hat

es membranstabilisierende Eigenschaften.

Carvedilol ist ein Razemat aus zwei Stereoisomeren. Im Tiermodell zeigten beide Enantiomere

alpha-blockierende Aktivität. Die nicht-selektive beta1- und beta2-Adrenozeptorblockade ist

hauptsächlich dem S(-) Enantiomer zuzuschreiben.

Die antioxidativen Eigenschaften von Carvedilol und seiner Metaboliten wurden in In-vitro- und

In-vivo-Experimenten im Tiermodell und in vitro in einer Reihe von menschlichen Zelltypen

demonstriert.

Unter Carvedilol wird der HDL/LDL-Quotient aus High-Density-Lipoprotein (HDL) und Low-

Density-Lipoprotein (LDL) nicht beeinflusst.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

Klinische Studien zeigten folgende Ergebnisse für Carvedilol:

Bluthochdruck:

Carvedilol senkt bei hypertonen Patienten den Blutdruck aufgrund einer Kombination aus -

Blockade und α1-modulierter Vasodilatation.

Bei hypertonen Patienten wird die Blutdrucksenkung nicht von einer gleichzeitigen Erhöhung

des peripheren Widerstandes begleitet, wie dies bei reinen Betablockern beobachtet wurde.

Die Herzfrequenz wird geringfügig gesenkt. Das Herzschlagvolumen bleibt unverändert. Der

renale Blutfluss und die Nierenfunktion bleiben ebenso wie der periphere Blutfluss im normalen

Bereich; daher tritt ein bei Betablockern oft beobachtetes Kältegefühl an den Gliedmaßen nur

selten auf. Bei Hypertonikern erhöht Carvedilol die Plasmakonzentration von Norepinephrin.

Koronare Herzkrankheit

Langzeitbehandlung

Patienten

Angina

pectoris

zeigte

Carvedilol

antiischämische

antianginöse

Effekte.

Hämodynamische

Studien

zeigten

eine

Verringerung der ventrikulären Vor- und Nachlast.

Chronische Herzinsuffizienz

Patienten

linksventrikulärer

Dysfunktion

oder

Stauungsherzinsuffizienz

bewirkt

Carvedilol günstige Effekte auf hämodynamische Parameter sowie eine Verbesserung der

linksventrikulären Ejektionsfraktion und eine Verringerung der Herzgröße. Bei Patienten mit

Herzinsuffizienz

wird

durch

Carvedilol

Sterblichkeit

sowie

Notwendigkeit

Hospitalisierungen aus kardiovaskulären Gründen reduziert. Die Wirkung von Carvedilol ist

dosisabhängig.

einer

großen

internationalen

doppelblinden

Placebo-kontrollierten

multizentrischen

Mortalitätsstudie (COPERNICUS), wurde 2289 Patienten mit schwerer stabiler chronischer

Herzinsuffizienz ischämischen oder nicht ischämischen Ursprungs, welche bereits eine

optimierte Standardtherapie (z.B. mit Diuretika, ACE-Hemmern, gegebenenfalls Digitalis

und/oder Vasodilatatoren) erhielten, randomisiert entweder Carvedilol (1156 Patienten) oder

Placebo

(1133

Patienten)

verabreicht.

Patienten

litten

einer

linksventrikulären

systolischen

Dysfunktion

einer

mittleren

Ejektionsfraktion

<

Gesamtmortalität bezogen auf 1 Jahr, lag in der Carvedilol-Gruppe mit 12,8 % um 35 %

niedriger als in der Placebo-Gruppe mit 19,7 %

(p = 0,00013). Der Vorteil in Bezug auf das Überleben von Patienten war unter Carvedilol-

Therapie innerhalb aller untersuchter Subpopulationen, wie z.B. Hochrisikopatienten (EF < 20

%, häufige Rehospitalisierung), konsistent. Am plötzlichen Herztod sind in der Carvedilol-

Gruppe 41 % Patienten weniger (5,3 % versus 8,9 %) verstorben als in der Placebo-Gruppe.

kombinierten

sekundären

Endpunkte

Mortalität

oder

Hospitalisierung

aufgrund

Herzinsuffizienz (Reduktion um 31 %), Mortalität oder kardiovaskuläre Hospitalisierung

(Reduktion um 27 %) und Mortalität oder Hospitalisierung gleich welcher Ursache (Reduktion

um 24 %), lagen in der Carvedilol-Gruppe alle signifikant niedriger als in der Placebo-Gruppe

(alle p ≤ 0,00004).

Die Inzidenz schwerer Nebenwirkungen während der Studie war in der Carvedilol-Gruppe

geringer als in der Placebo-Gruppe (39,0 % versus 45,4 %). Auch in der Titrationsphase fand

sich

Carvedilol-Gruppe

keine

häufigere

Inzidenz

Verschlechterung

Herzinsuffizienz im Vergleich zur Placebo-Gruppe.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Nach Einnahme einer 25-mg-Kapsel wird Carvedilol bei gesunden Probanden nach etwa 1 ½

Stunden (t

) mit einer maximalen Plasmakonzentration (C

) von 21 mg/l rasch resorbiert.

Nach der Einnahme unterliegt Carvedilol einem ausgeprägten First-Pass-Metabolismus, der

eine absolute Bioverfügbarkeit von ca. 25 % bei männlichen Probanden ergibt. Carvedilol ist

ein Racemat und das (S)-(-) Enantiomer scheint mit einer absoluten oralen Bioverfügbarkeit

von 15 % schneller abgebaut zu werden, als das (R)-(+) Enantiomer, das eine absolute orale

Bioverfügbarkeit von 31 % hat. Die maximale Plasmakonzentration von (R)-Carvedilol ist etwa

doppelt so hoch wie diejenige von (S)-Carvedilol.

In-vitro-Studien haben gezeigt, dass Carvedilol ein Substrat des intestinalen P-Glykoprotein-

Transporters ist. Die Rolle von P-Glykoprotein bei der Verteilung von Carvedilol wurde auch in

vivo bei Probanden bestätigt.

Verteilung

Carvedilol ist sehr lipophil, es wird zu etwa 95 % an Plasmaproteine gebunden. Das

Verteilungsvolumen liegt zwischen 1,5 und 2 l/kg. Bei Patienten mit Leberzirrhose ist das

Verteilungsvolumen erhöht.

Biotransformation

Beim Menschen wird Carvedilol in der Leber durch Oxidation und Konjugation fast vollständig

zu einer Vielzahl an Metaboliten umgewandelt, die vor allem biliär ausgeschieden werden. Ein

enterohepatischer Kreislauf wurde bei Tieren nachgewiesen.

Durch Demethylierung und Hydroxylierung am Phenolring entstehen 3 aktive Metaboliten mit

β-blockierenden Wirkungen. In präklinischen Studien zeigte sich, dass diese beim 4´-

Hydroxyphenol-Metaboliten ca. 13-mal stärker sind als bei Carvedilol. Im Vergleich zu

Carvedilol haben die 3 aktiven Metaboliten nur eine schwache vasodilatierende Wirkung. Die

Konzentrationen der 3 aktiven Metaboliten sind beim Menschen ca. 10-mal geringer als die

der Ausgangssubstanz. Zwei der Hydroxycarbazol-Metaboliten von Carvedilol sind extrem

starke Antioxidantien, welche eine 30- bis 80-mal stärkere Wirkung als Carvedilol gezeigt

haben.

Bei Langsam-Metabolisierern kann die vasodilatierende Wirkkomponente verstärkt werden.

Pharmakokinetische Studien am Menschen zeigten, dass der oxidative Metabolismus von

Carvedilol stereoselektiv ist. Die Ergebnisse einer In-vitro-Studie ließen darauf schließen, dass

verschiedene

Cytochrom-P450-Isoenzyme,

einschließlich

CYP2D6,

CYP3A4,

CYP2E1,

CYP2C9 sowie CYP1A2, an den Oxidations- und Hydroxylierungsprozessen beteiligt sein

können.

Studien mit Probanden und Patienten zeigten, dass das (R)-Enantiomer überwiegend durch

CYP2D6 und das (S)-Enantiomer vorwiegend durch CYP2D6 und CYP2C9 metabolisiert wird.

Genetischer Polymorphismus

Die Ergebnisse von Pharmakokinetikstudien beim Menschen zeigten, dass CYP2D6 eine

wichtige Rolle im Stoffwechsel von (R)- und (S)-Carvedilol spielt. Infolgedessen sind die

Plasmakonzentrationen von (R)- und (S)-Carvedilol bei Langsam-Metabolisierern erhöht.

Bezüglich der klinischen Bedeutung liegen uneinheitliche Ergebnisse vor.

Elimination

Nach einmaliger Einnahme von 50 mg Carvedilol werden ca. 60 % der Dosis in die Galle

sezerniert und innerhalb von 11 Tagen als Metaboliten mit den Fäzes ausgeschieden. Nach

einmaliger Einnahme werden nur ca. 16 % in Form von Carvedilol oder seiner Metaboliten in

den Urin ausgeschieden. Die renale Ausscheidung von unverändertem Wirkstoff betrug

weniger als 2 %. Nach intravenöser Infusion von 12,5 mg Carvedilol erreichte die Plasma-

Clearance bei Probanden rund 600 ml/min, und die Eliminationshalbwertszeit betrug ca. 2,5

Stunden.

Die Eliminationshalbwertszeit einer 50-mg-Kapsel betrug bei den gleichen Probanden 6,5

Stunden, was auch der Absorptionshalbwertszeit aus der Kapsel entspricht. Nach der

Einnahme ist die Clearance von (S)-Carvedilol aus dem gesamten Körper ca. doppelt so groß

wie diejenige von (R)-Carvedilol.

Linearität/Nicht-Linearität

besteht

eine

lineare

Korrelation

zwischen

Dosis

maximalen

Plasmakonzentration C

Pharmakokinetische/pharmakodynamische Zusammenhänge

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Eine pharmakokinetische Studie bei Patienten mit Leberzirrhose zeigte, dass die systemische

Verfügbarkeit (AUC) von Carvedilol bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen im Vergleich

zu Lebergesunden um das 6,8-Fache erhöht war. Carvedilol ist deshalb bei Patienten mit

klinisch manifestierter Leberfunktionsstörung kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Patienten mit Niereninsuffizienz

Bei Patienten mit Hypertonie und Niereninsuffizienz verändern sich die AUC-Werte, die

Eliminationshalbwertszeit und die maximale Plasmakonzentration nicht signifikant. Die renale

Ausscheidung

unveränderten

Wirkstoffs

vermindert

sich

Patienten

Niereninsuffizienz; die Änderungen der pharmakokinetischen Parameter sind jedoch gering.

Die Autoregulation der Nierendurchblutung und die glomeruläre Filtration bleiben während der

Langzeit-Behandlung mit Carvedilol unverändert. Bei Patienten mit mäßiger bis schwerer

Niereninsuffizienz ist keine Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitt 4.2).

Carvedilol wird bei der Dialyse nicht eliminiert, da es die Dialyse-Membran, wahrscheinlich

aufgrund der hohen Plasma-Proteinbindung, nicht passieren kann.

Patienten mit Herzinsuffizienz

In einer Studie mit 24 japanischen Herzinsuffizienzpatienten war die Clearance von (R)- und

(S)-Carvedilol signifikant geringer als zunächst auf der Basis von Daten gesunder Probanden

vermutet. Diese Ergebnisse lassen vermuten, dass die Pharmakokinetik von (R)- und (S)-

Carvedilol durch die Herzinsuffizienz signifikant verändert wird.

Kinder und Jugendliche

Untersuchungen bei Kindern und Jugendlichen haben gezeigt, dass die gewichtsbezogene

Clearance im Vergleich zu Erwachsenen signifikant größer ist.

Ältere Patienten

Die Pharmakokinetik von Carvedilol bei Hypertoniepatienten wurde durch das Alter nicht

signifikant beeinflusst. In einer Studie mit älteren Hypertoniepatienten zeigte sich kein

abweichendes Nebenwirkungsprofil im Vergleich mit jüngeren Patienten. In einer anderen

Studie, in die ältere Patienten mit koronarer Herzkrankheit eingeschlossen wurden, ergaben

sich keine Unterschiede in Hinblick auf die gemeldeten Nebenwirkungen im Vergleich zu

denen, die für jüngere Patienten gemeldet wurden. Deshalb ist bei älteren Patienten keine

Dosisanpassung der Initialdosis erforderlich (siehe Abschnitt 4.2).

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei

wiederholter

Gabe,

Reproduktions-

Entwicklungstoxizität,

Genotoxizität

kanzerogenen Potenzial lassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den

Menschen erkennen.

Standardtests ergaben keine Hinweise auf ein mutagenes oder tumorerzeugendes Potenzial

von Carvedilol.

Die Verabreichung von Carvedilol in toxischen Dosen (≥ 200 mg/kg, ≥ 100 x MRHD) an

ausgewachsene weibliche Ratten führte zu einer Abnahme der Fertilität (Abnahme der

Paarungshäufigkeit, reduzierte Anzahl von Gelbkörpern und intrauteriner Implantationen).

Carvedilol zeigte in Embryotoxizitätsstudien an Ratte und Kaninchen keine teratogenen

Wirkungen. Es traten jedoch beim Kaninchen unterhalb maternal toxischer Dosierungen

embryo-/fetotoxische Effekte und Fertilitätsstörungen auf.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Lactose-Monohydrat

Mikrokristalline Cellulose

Crospovidon

Povidon K30

Hochdisperses Siliciumdioxid

Magnesiumstearat

Farbstoffe:

Die 3,125 mg Tabletten enthalten zusätzlich Eisenoxid, rot (E172)

Die 6,25 mg Tabletten enthalten zusätzlich Eisenoxid, gelb (E172)

Die 12,5 mg Tabletten enthalten zusätzlich Eisenoxid, rot (E172) und Eisenoxid, gelb (E172)

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

4 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Polyethylen-(PE-HD-)Behältnisse

Verschlüsse:

Originalbehältnis

aufbewahren.

Blisterpackung (Al/PVC): Im Originalbehältnis aufbewahren.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Polyethylen-(PE-HD-)Behältnisse und Verschlüsse: 28, 30, 60, 100, 250 und 500 Tabletten.

Blisterpackung (Al/PVC): 14, 20, 28, 30, 50, 50 x 1, 56, 60, 98, 98 x 1 und 100 Tabletten.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Nicht

verwendetes

Arzneimittel

oder

Abfallmaterial

entsprechend

nationalen

Anforderungen zu beseitigen

7.

INHABER DER ZULASSUNG

Hexal Pharma GmbH, 1020 Wien, Österreich

8.

ZULASSUNGSNUMMER(N)

Carvedilol Hexal 3,125 mg – Tabletten: 1-24916

Carvedilol Hexal 6,25 mg – Tabletten: 1-24917

Carvedilol Hexal 12,5 mg – Tabletten: 1-24918

Carvedilol Hexal 25 mg – Tabletten: 1-24919

Carvedilol Hexal 50 mg – Tabletten: 1-24920

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 18.11.2002

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung 04.03.2008

10.

STAND DER INFORMATION

Januar 2019

REZEPTPFLICHT/APOTHEKENPFLICHT

Rezept- und apothekenpflichtig

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