Buprenorphin Sanofi 2 mg Sublingualtabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Buprenorphinhydrochlorid
Verfügbar ab:
Sanofi-Aventis Deutschland GmbH
ATC-Code:
N07BC01
INN (Internationale Bezeichnung):
Buprenorphine hydrochloride
Darreichungsform:
Sublingualtablette
Zusammensetzung:
Buprenorphinhydrochlorid 2.16mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
79243.00.00

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Buprenorphin Sanofi 2 mg Sublingualtabletten

Zur Anwendung bei Erwachsenen

Buprenorphin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es

kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Buprenorphin Sanofi

und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von Buprenorphin Sanofi beachten?

Wie ist Buprenorphin Sanofi

anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Buprenorphin Sanofi

aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Buprenorphin Sanofi

und wofür wird es angewendet?

Buprenorphin Sanofi ist ein Mittel zur Behandlung der Opioidabhängigkeit und ist für die

Anwendung bei Patienten mit Opioid-(Narkotika-)Abhängigkeit im Rahmen medizinischer, sozialer

und psychotherapeutischer Maßnahmen bestimmt.

Buprenorphin Sanofi ist zur Behandlung von Erwachsenen über 18 Jahre bestimmt, die einer

Suchtbehandlung zugestimmt haben.

2.

Was sollten Sie vor der Anwendung von Buprenorphin Sanofi beachten?

Buprenorphin Sanofi darf nicht angewendet werden,

wenn Sie allergisch gegen Buprenorphin oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen

Bestandteile dieses Arzneimittels sind,

bei schweren Atemproblemen, Störungen der Atmung (Atemdepression),

bei Erkrankungen mit Verengung der Atemwege,

bei Verlegung der Atemwege (z. B. durch Schleim),

bei Bauchschmerzen ungeklärter Ursache,

bei Darmverschluss beziehungsweise Darmlähmung,

bei verzögerter Magenentleerung,

bei schweren Leberproblemen,

bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren,

bei Alkoholabhängigkeit,

wenn Sie stark alkoholisiert sind oder alkoholbedingt an Zittern, starkem Schwitzen,

Angstzuständen, Verwirrtheit oder Halluzinationen leiden (Delirium tremens),

„Buprenorphin Sanofi“ steht für „Buprenorphin Sanofi 2 mg Sublingualtabletten“.

wenn Sie derzeit mit Arzneimitteln zur Behandlung von Alkohol- oder Opioidabhängigkeit

(z. B. Naltrexon, Nalmefen) behandelt werden,

bei schweren Kopfverletzungen und erhöhtem Hirndruck,

bei gleichzeitiger Anwendung/Einnahme von bestimmten Arzneimitteln gegen Depressionen

(Monoaminoxidasehemmern, z. B. Moclobemid) oder innerhalb von zwei Wochen nach deren

Absetzen,

vor einer Operation oder innerhalb der ersten 24 Stunden nach einer Operation.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Buprenorphin Sanofi anwenden, wenn

bei Ihnen Asthma bronchiale oder sonstige Atemprobleme bestehen,

Lebererkrankungen wie Hepatitis vorliegen,

Sie niedrigen Blutdruck haben,

Sie vor Kurzem an einer Kopfverletzung oder Erkrankungen des Gehirns litten,

Sie an Erkrankungen der Harnwege (bei Männern insbesondere in Zusammenhang mit

einer Prostatavergrößerung) leiden,

eine Nierenerkrankung vorliegt,

Sie Schilddrüsenprobleme haben,

bei Ihnen ein Myxödem (bestimmte ödemartige Schwellungen der Unterhaut, z. B. infolge einer

Schilddrüsenerkrankung) besteht,

eine Erkrankung der Nebennierenrinde vorliegt (z. B. Morbus Addison),

Sie unter Bewusstseinsstörungen leiden,

ein Anfallsleiden (Epilepsie) oder erhöhte Neigung zu Krampfanfällen vorliegt,

bei Ihnen eine Alkoholabhängigkeit in der Vorgeschichte bestand,

ein Flüssigkeitsmangel vorliegt,

Sie unter einer Herzschwäche, bedingt durch eine schwere Lungenerkrankung, leiden (Cor

pulmonale),

Sie Darmerkrankungen, die mit Verengungen und/oder Entzündungen einhergehen, haben,

bei Ihnen der Verdacht auf eine Darmlähmung besteht (siehe weiter unten),

Gallenwegserkrankungen vorliegen,

Sie an einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse leiden,

bei Ihnen ein Tumor der Nebenniere (Phäochromozytom) vorliegt.

Darmverschluss

Bei einem Darmverschluss beziehungsweise einer Darmlähmung (Anzeichen: Bauchschmerzen, kein

Stuhl, eventuell harte Bauchdecke) darf Buprenorphin Sanofi nicht angewendet werden. Bei Auftreten

oder Verdacht auf einen Darmverschluss muss Buprenorphin Sanofi unverzüglich abgesetzt werden.

Verständigen Sie schnellstens einen Arzt.

Nicht bestimmungsgemäßer Gebrauch und Missbrauch

Dieses Arzneimittel kann für Personen von Interesse sein, die mit verschreibungspflichtigen

Arzneimitteln Missbrauch betreiben. Daher sollte es diebstahlsicher aufbewahrt werden.

Geben Sie

dieses Arzneimittel nicht an Dritte weiter.

Es kann bei anderen Menschen zum Tode führen oder

diesen anderweitig schaden.

Atemprobleme

Einige Menschen starben infolge respiratorischer Insuffizienz (Atemstillstand), weil sie dieses

Arzneimittel missbräuchlich oder zusammen mit anderen, das zentrale Nervensystem dämpfenden

Substanzen, wie z. B. Alkohol, Benzodiazepinen (Tranquilizern), Schlafmitteln, Drogen oder anderen

Opioiden, angewendet haben.

Benommenheit

Buprenorphin kann Benommenheit hervorrufen, insbesondere wenn es zusammen mit Alkohol oder

zentral wirkenden Arzneimitteln wie Benzodiazepinen, Beruhigungsmitteln (Tranquilizer, Sedativa)

oder Schlafmitteln eingenommen wird (siehe Abschnitt 2. „Anwendung von Buprenorphin Sanofi

zusammen mit anderen Arzneimitteln“ und „Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen“).

Bei gleichzeitiger Anwendung von Beruhigungs- und Schlafmitteln (wie Benzodiazepinen und

verwandten Arzneimitteln) mit Buprenorphin Sanofi kann es zum Auftreten von Schläfrigkeit,

beeinträchtigter Atmung und Koma, auch mit tödlichem Ausgang, kommen. Buprenorphin Sanofi und

diese Arzneimittel sollten nur dann gemeinsam angewendet werden, wenn keine andere geeignete

Behandlungsmöglichkeit besteht. Wenn Ihr Arzt jedoch Buprenorphin Sanofi zusammen mit

sedierenden Arzneimitteln verschreibt, wird er die Dosen und die Dauer der begleitenden Behandlung

begrenzen. Bitte informieren Sie Ihren Arzt über alle starken Schmerzmittel, Beruhigungs- und

Schlafmittel, die Sie anwenden, und halten Sie sich bitte genau an die Dosierungsempfehlungen Ihres

Arztes (siehe Abschnitt 2. „Anwendung von Buprenorphin Sanofi zusammen mit anderen

Arzneimitteln“).

Es könnte hilfreich sein, Freunde oder Verwandte darüber zu informieren, bei Ihnen auf die oben

genannten Anzeichen und Symptome zu achten. Kontaktieren Sie Ihren Arzt, wenn solche Symptome

bei Ihnen auftreten.

Abhängigkeit

Dieses Arzneimittel kann zur Abhängigkeit führen.

Entzugssymptome

Dieses Arzneimittel kann Entzugssymptome hervorrufen, wenn Sie es früher als sechs Stunden nach

Anwendung eines kurzwirksamen Opioids (z. B. Morphin, Heroin) oder früher als 24 Stunden nach

Anwendung eines langwirksamen Opioids, z. B. Methadon, anwenden.

Buprenorphin Sanofi kann auch dann Entzugssymptome hervorrufen, wenn Sie es plötzlich absetzen.

Wird während der Behandlung mit Buprenorphin Sanofi ein Opioid-Antagonist (z. B. Naloxon)

angewendet, können ebenfalls Entzugserscheinungen auftreten (siehe Abschnitt 2. „Anwendung von

Buprenorphin Sanofi zusammen mit anderen Arzneimitteln“).

Leberschäden

Fälle von Leberschäden wurden berichtet, insbesondere in Zusammenhang mit einer missbräuchlichen

Anwendung von Buprenorphin Sanofi. Diese Schädigungen könnten auf Virusinfektionen (chronische

Hepatitis C), Alkoholmissbrauch, Anorexie oder Arzneimittel (z. B. Acetylsalicylsäure, Isoniazid,

Valproat, Amiodaron, antiretrovirale Nukleosidanaloga) zurückzuführen sein (siehe Abschnitt 4.

„Welche Nebenwirkungen sind möglich?“).

Ihr Arzt kann regelmäßige Blutuntersuchungen

durchführen, um den Zustand Ihrer Leber zu überwachen. Informieren Sie Ihren Arzt

vor

Behandlungsbeginn mit Buprenorphin Sanofi, falls Sie Leberprobleme haben.

Blutdruck

Bei Anwendung dieses Arzneimittels kann es zu einem plötzlichen Blutdruckabfall kommen, der

Schwindel hervorruft, wenn Sie plötzlich aus dem Sitzen oder Liegen aufstehen.

Diagnose nicht suchtassoziierter Erkrankungen

Bei Verdacht auf eine üblicherweise schmerzhafte andere Erkrankung soll ärztlicher Rat auch dann

eingeholt werden, wenn keine oder unerwartet geringfügige Schmerzen aufgetreten sind. Dieses

Arzneimittel kann Schmerzsymptome verschleiern, die für die Diagnose bestimmter Erkrankungen

von Bedeutung sein könnten. Vergessen Sie nicht, Ihren Arzt zu informieren, wenn Sie dieses

Arzneimittel anwenden.

Eine besonders sorgfältige ärztliche Überwachung ist erforderlich bei:

bekannter oder vermuteter EKG-Veränderung (Verlängerung des QT-Intervalls) oder

Elektrolyt-Ungleichgewicht, insbesondere Kaliummangel (Hypokaliämie),

klinisch signifikanter Verlangsamung der Herzfrequenz (Bradykardie),

Behandlung mit bestimmten Arzneimitteln gegen Herzrhythmusstörungen (Antiarrhythmika der

Klasse I und III),

bestehendem Risiko für die Entstehung einer Tachykardie (Erhöhung der Herzfrequenz).

Ihr Arzt wird in solchen Fällen regelmäßig ein EKG erstellen, um Ihre Herzfunktion zu überprüfen.

Dies ist insbesondere vor und nach einer Erhöhung der Dosis wichtig.

Herzrhythmusstörungen: Klinische Studien haben Belege dafür erbracht, dass unter reinen μ-

Opioidrezeptoragonisten sehr oft eine Verlängerung des QT-Intervalls auftritt und folglich ein Risiko

des Auftretens von polymorpher ventrikulärer Tachykardie (Torsade de pointes) besteht. Bei der

Behandlung mit Buprenorphin, einem partiellen μ-Opioidrezeptoragonisten, trat in klinischen Studien

häufig eine Verlängerung des QT-Intervalls auf, deren Kausalität nicht eindeutig geklärt werden

konnte.

Bei Patienten, bei denen die denkbaren Vorteile einer Substitutionsbehandlung mit Buprenorphin das

Risiko der Entstehung einer Tachykardie (Erhöhung der Herzfrequenz) übersteigen, sollte vor

Therapieeinleitung und nach zwei Behandlungswochen ein EKG abgeleitet werden, um die Wirkung

von Buprenorphin auf das QT-Intervall zu bestimmen. Entsprechend ist auch vor und nach einer

Erhöhung der Dosis die Anfertigung eines EKGs angeraten.

Bei Anwendung hoher Buprenorphin-Dosen wird Ihr Arzt Sie regelmäßig in Hinblick auf psychische

und körperliche Beschwerden untersuchen.

Ihr Arzt wird zum Drogen-Screening in regelmäßigen Zeitabständen Urintests durchführen.

Die aufgelöste Sublingualtablette darf keinesfalls gespritzt werden,

da es durch rasche

Gewebeanflutung mit hohen Wirkstoffkonzentrationen zu schweren Nebenwirkungen mit tödlichem

Verlauf kommen kann.

Mögliche Folgen missbräuchlicher Injektion aufgelöster Sublingualtabletten:

Tod durch Atemstillstand nach zu rascher Aufnahme des Wirkstoffes,

Überempfindlichkeitsreaktion (periphere Blutdrucksenkung bis hin zum Kreislaufschock),

lokale Reaktion wie Blutgerinnselbildung mit einhergehender Entzündung der Blutgefäße

(Thrombophlebitis), Abszess an der Einstichstelle,

systemische Reaktionen wie Gefäßverschluss (Thromboembolien) bis hin zum Verschluss der

Lungengefäße (Lungenembolien),

schwerwiegende Fälle von Infektionen mit möglicherweise tödlichem Ausgang; Auftreten von

Bakterien im Blut (Bakteriämie) inklusive Blutvergiftung und Entzündung der Herzinnenhaut,

Leberentzündung, akute Leberschäden.

Auswirkungen bei Fehlgebrauch zu Dopingzwecken

Die Anwendung von Buprenorphin Sanofi kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen

führen. Zudem kann es bei Missbrauch von Buprenorphin Sanofi als Dopingmittel zu einer

Gefährdung der Gesundheit kommen.

Ältere und geschwächte Patienten

Dieses Arzneimittel sollte bei älteren und geschwächten Patienten nur mit Vorsicht angewendet

werden.

Kinder und Jugendliche

Dieses Arzneimittel darf bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht angewendet werden. Für

die Behandlung von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren mit Buprenorphin liegen keine

Erkenntnisse zu Wirksamkeit und Sicherheit vor.

Anwendung von Buprenorphin Sanofi zusammen

mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden,

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen, andere

Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Sie dürfen Schlaf- und Beruhigungsmittel (z. B. Benzodiazepine), Schmerzmittel, Arzneimittel gegen

Angst und Depressionen und andere auf das Zentralnervensystem wirkende Arzneimittel keinesfalls

ohne Kontrolle durch Ihren Arzt anwenden. Die Kombination mit Buprenorphin Sanofi kann

lebensbedrohende Wirkungen haben. Wenn Sie mit der gleichzeitigen Anwendung/Einnahme solcher

Mittel nicht selbstständig aufhören können, so sprechen Sie unbedingt mit Ihrem Arzt oder suchen Sie

eine spezialisierte Beratungsstelle auf! Beschwerden, wie z. B. Schlafstörungen, Depressionen oder

Unruhezustände, können gezielt behandelt werden.

Besondere Vorsicht ist geboten, wenn Sie Buprenorphin Sanofi zusammen mit den folgenden

Arzneimitteln anwenden:

andere Arzneimittel, die Sie möglicherweise schläfrig machen

und die zur Behandlung von

Krankheiten wie Angstzuständen, Schlaflosigkeit, Konvulsionen/Krampfanfällen, Schmerzen

eingesetzt werden. Diese Art von Medikamenten setzt Ihre Aufmerksamkeit herab und

erschwert das Führen von Fahrzeugen sowie das Bedienen von Maschinen. Sie können auch zu

einer Depression des Zentralnervensystems führen, was sehr schwerwiegend ist. Bei

gleichzeitiger Anwendung von Buprenorphin Sanofi mit diesen Arzneimitteln kann es zu einer

gegenseitigen Verstärkung der dämpfenden Wirkung auf das Zentralnervensystem kommen und

somit zu Bewusstseinseinschränkungen und beeinträchtigter Atmung, die lebensbedrohlich sein

kann, führen. Unten finden Sie eine Auflistung dieser Art von Arzneimitteln:

andere opioidhaltige Arzneimittel wie Methadon, bestimmte Schmerzmittel und

Hustenblocker,

Antidepressiva (zur Behandlung von Depressionen) und Valproat können die Wirkungen

dieses Arzneimittels verstärken.

sedative H

-Rezeptorantagonisten (zur Behandlung allergischer Reaktionen), z. B.

Diphenhydramin und Chlorphenamin,

Barbiturate (die als Schlaf- oder Beruhigungsmittel eingesetzt werden), z. B. Phenobarbital,

Secobarbital,

Tranquilizer (die als Schlaf- oder Beruhigungsmittel eingesetzt werden), z. B. Chloralhydrat,

Neuroleptika (Arzneimittel bei bestimmten geistig-seelischen Störungen).

Clonidin und verwandte Substanzen (zur Behandlung von Bluthochdruck) können die

Wirkungen dieses Arzneimittels verstärken.

Schlaf- und Beruhigungsmittel wie

Benzodiazepine und verwandte Arzneimittel

(z. B.

Diazepam, Temazepam, Alprazolam, Zolpidem). Bei gleichzeitiger Anwendung mit diesen

Arzneimitteln ist das Risiko für das Auftreten von Schläfrigkeit, beeinträchtigter Atmung und

Koma, auch mit tödlichem Ausgang, erhöht. Halten Sie sich bitte genau an die

Dosierungsempfehlungen Ihres Arztes.

Die Einnahme der falschen Dosis kann zum Tod

durch respiratorische Insuffizienz (Atemstillstand) führen.

Monoaminoxidasehemmer (MAO-Hemmer, zur Behandlung von Depressionen). Bei

gleichzeitiger Anwendung von Buprenorphin Sanofi und einem MAO-Hemmer kann die

Wirkung von Buprenorphin Sanofi verstärkt werden.

Aufgrund von berichteten Wechselwirkungen von Monoaminoxidasehemmern (z. B.

Isocarboxazid, Phenelzin, Selegelin, Tranylcypromin) mit anderen Opioiden besteht durch eine

evtl. Wirkungssteigerung die Möglichkeit des Auftretens von schweren Nebenwirkungen wie

z. B. Krampfanfällen und Koma (siehe Abschnitt 2. „Buprenorphin Sanofi darf nicht

angewendet werden“).

Antiretrovirale Arzneimittel (zur Behandlung von Aids), z. B. Ritonavir, Nelfinavir, Saquinavir

und Indinavir, können die Wirkungen dieses Arzneimittels verstärken oder verlängern.

Bestimmte Antimykotika (zur Behandlung von Pilzinfektionen), z. B. Ketoconazol, Itraconazol,

bestimmte Antibiotika (z. B. Makrolidantibiotika), können die Wirkungen dieses Arzneimittels

verstärken oder verlängern.

Gestoden (z. B. zur Empfängnisverhütung) kann die Wirkung dieses Arzneimittels verstärken.

Bestimmte Arzneimittel können die Wirkung von Buprenorphin Sanofi abschwächen. Dies

betrifft u. a. Arzneimittel zur Behandlung von Epilepsie (z. B. Carbamazepin oder Phenytoin)

und Arzneimittel zur Behandlung von Tuberkulose (Rifampicin).

Naltrexon und Nalmefen können die therapeutische Wirkung von Buprenorphin Sanofi

blockieren. Bei gleichzeitiger Einnahme dieses Arzneimittels mit Naltrexon oder Nalmefen

kann es zum plötzlichen Auftreten lang anhaltender und starker Entzugserscheinungen

kommen.

Eine vermutete Wechselwirkung zwischen Buprenorphin Sanofi und Phenprocoumon, welche

eine Purpura zur Folge hatte, ist berichtet worden.

Um den größtmöglichen Nutzen aus der Behandlung mit Buprenorphin zu ziehen, müssen Sie Ihren

Arzt über alle Arzneimittel informieren, die Sie anwenden, einschließlich Alkohol, alkoholhaltiger

Arzneimittel, Straßendrogen sowie aller verschreibungspflichtigen Arzneimittel, die Sie anwenden,

jedoch nicht von Ihrem Arzt verordnet wurden.

Beachten Sie bitte, dass diese Angaben auch für bis vor Kurzem angewandte Arzneimittel gelten

können.

Anwendung von Buprenorphin Sanofi

zusammen mit Nahrungsmitteln, Getränken und Alkohol

Bei Einnahme von Alkohol während der Behandlung mit Buprenorphin Sanofi ist das Risiko für das

Auftreten von Schläfrigkeit, beeinträchtigter Atmung und Koma, auch mit tödlichem Ausgang, erhöht.

Wenden Sie Buprenorphin Sanofi nicht zusammen mit Alkohol an.

Nehmen Sie erst dann Speisen

und Getränke zu sich, wenn sich die Sublingualtablette vollständig aufgelöst hat.

Wenn Sie ein Problem damit haben, auf Alkohol zu verzichten, sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt

darüber!

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein, oder

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt

oder Apotheker um Rat.

Sie sollten Buprenorphin Sanofi nicht während der Schwangerschaft anwenden. Die Risiken der

Einnahme dieses Arzneimittels durch schwangere Frauen sind nicht bekannt. Informieren Sie Ihren

Arzt, wenn Sie schwanger sind oder beabsichtigen, schwanger zu werden. Ihr Arzt wird entscheiden,

ob Ihre Behandlung mit einem anderen Arzneimittel/einer alternativen Medikation fortgeführt werden

sollte.

Die Anwendung von Arzneimitteln wie Buprenorphin Sanofi während der Schwangerschaft,

insbesondere gegen Ende der Schwangerschaft, kann zu Entzugssymptomen und Atemproblemen

beim Neugeborenen führen. Dies ist auch noch einige Tage nach der Geburt möglich.

Stillen Sie nicht während der Behandlung mit diesem Arzneimittel, da Buprenorphin in die

Muttermilch übergeht.

Fragen Sie vor der Einnahme von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Buprenorphin Sanofi kann die Reaktionsfähigkeit und Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen.

Buprenorphin Sanofi kann Benommenheit hervorrufen. Dies kann in den ersten Wochen der

Behandlung, wenn Ihre Dosis eingestellt wird, öfter auftreten, ist jedoch auch dann möglich, wenn Sie

unter der Behandlung mit Buprenorphin Sanofi Alkohol trinken oder andere Arzneimittel anwenden,

die schläfrig machen. Sie sollten kein Fahrzeug führen oder Maschinen bedienen, solange Sie nicht

auf eine konstante Dosis stabilisiert wurden. Nach Erreichen einer stabilen Dosis sollte Ihr Arzt

darüber befinden, ob Sie ein Fahrzeug führen oder eine Maschine bedienen dürfen.

Buprenorphin Sanofi enthält Lactose und Natrium.

Bitte wenden Sie Buprenorphin Sanofi daher erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt an, wenn Ihnen

bekannt ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern leiden.

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Sublingualtablette, d. h., es ist

nahezu „natriumfrei“.

3.

Wie ist Buprenorphin Sanofi anzuwenden?

Buprenorphin Sanofi sollte unter Aufsicht eines Arztes angewendet werden, der Erfahrung in der

Behandlung Drogenabhängiger besitzt und, wann immer möglich, in Zentren erfolgen, die sich auf die

Behandlung der Drogenabhängigkeit spezialisiert haben.

Wenden Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker an.

Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Die Dosierung von Buprenorphin Sanofi orientiert sich am Auftreten von Entzugssymptomen und

muss für jeden Patienten entsprechend der jeweiligen individuellen Situation und dem subjektiven

Empfinden eingestellt werden. Generell gilt, dass nach Einstellung der Dosis die niedrigstmögliche

Erhaltungsdosis anzustreben ist.

Buprenorphin Sanofi gewährleistet eine Wirkdauer von 24 Stunden. Buprenorphin Sanofi soll deshalb

nur 1-mal täglich eingenommen werden, das heißt möglichst im Abstand von 24 Stunden.

In welcher Dosierung wird Buprenorphin Sanofi angewendet?

Zur Substitutionsbehandlung stehen zwei Dosierungsstärken von Buprenorphin Sanofi zur Verfügung

(Buprenorphin Sanofi 2 mg Sublingualtabletten und Buprenorphin Sanofi 8 mg Sublingualtabletten):

Buprenorphin Sanofi 2 mg Sublingualtabletten sind für die Dosierung zu Behandlungsbeginn sowie

zur Anpassung der Erhaltungsdosis vorgesehen.

Buprenorphin Sanofi 8 mg Sublingualtabletten sind für die höher dosierte Erhaltungsphase

vorgesehen.

Die erste Dosis wird frühestens sechs Stunden nach der letzten Anwendung eines kurzwirksamen

Opioids (z. B. Morphin, Heroin) oder frühestens 24 Stunden nach Anwendung eines langwirksamen

Opioids (z. B. Methadon) oder bei ersten Entzugserscheinungen sublingual angewendet.

Zu Beginn der Behandlung wird nach Anweisung des Arztes eine Anfangsdosis von täglich 0,8 mg bis

4 mg Buprenorphin angewendet. Falls eine Dosis unter 2 mg erforderlich ist, muss ein anderes

Arzneimittel mit Buprenorphin für diese Dosierung angewendet werden, da Buprenorphin Sanofi nur

in der 2-mg- oder 8-mg-Darreichungsform zur Verfügung steht.

Entsprechend der klinischen Wirkung beim einzelnen Patienten ist die Dosis nach ärztlicher

Anweisung dann zunehmend zu erhöhen. Die maximale tägliche Dosis beträgt 24 mg Buprenorphin.

Alternierende Gabe

Die klinische Wirksamkeit von Buprenorphin Sanofi kann abhängig von der Dosierung 48–

72 Stunden anhalten. Daher besteht die Möglichkeit, dass Ihnen Ihr Arzt nach Erreichen einer stabilen

Dosis von Buprenorphin alternierend die doppelte Dosis für ein 2-Tagesintervall oder die dreifache

Dosis für ein 3-Tagesintervall gibt.

Die Dosiseinstellung muss unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden. Während der Einstellung

auf die doppelte bzw. dreifache Dosis werden Sie 3–4 Stunden auf mögliche

Überdosierungssymptome hin überwacht.

Vor der Erhöhung der Buprenorphin-Dosis muss der Beigebrauch von anderen zentral dämpfenden

Stoffen (z. B. Benzodiazepinen) sicher ausgeschlossen werden.

Individuell sind optimierte Dosierungen anzuwenden. In Einzelfällen können geringere Dosierungen

ausreichend sein.

Zeichen und Symptome einer übermäßigen Buprenorphin-Anwendung

Zeichen und Symptome einer übermäßigen Buprenorphin-Wirkung sind Beschwerden wie „sich

komisch fühlen“, schlechte Konzentrationsfähigkeit, Schläfrigkeit und möglicherweise

Schwindelgefühl im Stehen. In diesen Fällen wird Ihr Arzt die Dosis von Buprenorphin Sanofi in der

Regel herabsetzen.

Buprenorphin-Entzug

Falls die verordnete Buprenorphin-Dosis zu niedrig ist, kann es während des 24-Stunden-

Dosierungsintervalls zu Entzugssymptomen wie Blutandrang in der Nase, Bauchbeschwerden,

Durchfall, Muskelschmerzen, Angstgefühle kommen.

In diesen Fällen wird Ihr Arzt die Dosis von Buprenorphin Sanofi

möglicherweise abändern.

Sollte das Verlangen nach Drogen nicht ausreichend unterdrückt werden beziehungsweise sollten

Entzugserscheinungen auftreten, informieren Sie Ihren Arzt.

Die geeignete Dosis ist diejenige, bei der keine Entzugserscheinungen auftreten. Geben Sie Ihrem

Arzt ehrlich an, welche Dosis von Buprenorphin Sanofi Ihre Entzugserscheinungen unterdrückt.

Benommenheit bzw. Dämpfung durch eine zu hohe Dosis ist nicht das Ziel der Behandlung!

Buprenorphin Sanofi wurde Ihnen persönlich verordnet. Sie dürfen dieses Arzneimittel unter keinen

Umständen an andere Personen weitergeben. Die Weitergabe von Buprenorphin Sanofi an Dritte ist

gesetzlich verboten, darüber hinaus gefährden Sie dadurch das Leben anderer.

Bei allen Opioiden nimmt bei regelmäßiger Einnahme oder Substitutionstherapie die Empfindlichkeit

gegenüber Buprenorphin Sanofi ab. Um die gleiche Wirkung zu erzielen, wird eine höhere Dosis als

zu Beginn benötigt. Eine solche Dosis ist für Nichtgewöhnte häufig beim ersten Gebrauch bereits

tödlich!

Durch die Weitergabe an andere oder missbräuchliche Verwendung von Buprenorphin Sanofi

gefährden Sie außerdem die Weiterführung Ihrer Substitutionsbehandlung, da Sie wesentliche Punkte

des mit Ihrem Arzt abgeschlossenen Behandlungsvertrages brechen.

Die Wirksamkeit der Substitutionsbehandlung mit Buprenorphin Sanofi hängt neben der korrekten

Dosierung auch von den begleitenden medizinischen, psychotherapeutischen und sozialen

Maßnahmen ab.

Patienten mit Einschränkung der Leber- oder Nierenfunktion

Sollte bei Ihnen eine Einschränkung der Leber- oder Nierenfunktion vorliegen, wird Ihr Arzt Sie

möglicherweise auf eine geringere Buprenorphin-Dosis einstellen. Wenn Sie unter schweren

Leberproblemen leiden, dürfen Sie Buprenorphin Sanofi nicht anwenden (siehe Abschnitt 2.

„Buprenorphin Sanofi darf nicht angewendet werden“).

Kinder und Jugendliche

Buprenorphin Sanofi darf bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht angewendet werden.

Für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren mit Buprenorphin liegen keine

Erkenntnisse zu Wirksamkeit und Sicherheit vor.

Wie und wann ist Buprenorphin Sanofi anzuwenden?

Buprenorphin Sanofi ist sublingual anzuwenden. Legen Sie die Buprenorphin Sanofi

Sublingualtablette unter die Zunge und lassen Sie sie innerhalb von 5–10 Minuten komplett zergehen.

Um die Auflösung der Sublingualtablette zu erleichtern, können Sie die Mundschleimhaut z. B. mit

einem Schluck Wasser anfeuchten.

Die Sublingualtablette darf nur auf diese Weise angewendet werden. Die Sublingualtabletten dürfen

keinesfalls aufgelöst und gespritzt werden (missbräuchliche Injektion), da dieses lebensbedrohend

sein kann (siehe Abschnitt 2.).

Es ist die Anwendung einer Dosis 1-mal täglich vorgesehen.

Wie lange sollten Sie Buprenorphin Sanofi anwenden?

Die Dauer der Behandlung wird von Ihrem Arzt bestimmt.

Nach einer erfolgreichen Behandlung über einen gewissen Zeitraum kann Ihr Arzt die Dosis

allmählich auf eine niedrigere Erhaltungsdosis reduzieren. Abhängig von Ihrem Gesundheitszustand

kann Buprenorphin Sanofi unter sorgfältiger ärztlicher Überwachung weiter reduziert und schließlich

abgesetzt werden.

Falls es für ein langsames Ausschleichen erforderlich erscheint, stehen andere Arzneimittel mit

Buprenorphin zur Substitution mit Darreichungsformen geringeren Wirkstoffgehaltes zur Verfügung.

Wenn Sie eine größere Menge von Buprenorphin Sanofi angewendet haben, als Sie sollten

Besonders bei Personen mit niedriger Verträglichkeitsschwelle (v. a. Kindern) können bereits

bedrohliche Vergiftungen (Intoxikationen) durch niedrigere als in der Substitutionstherapie übliche

Dosen hervorgerufen werden.

Was ist zu tun, wenn Buprenorphin Sanofi in zu großer Menge angewendet wurde (beabsichtigte oder

versehentliche Überdosierung)?

Wenn Sie oder eine andere Person eine zu hohe Dosis dieses Arzneimittels eingenommen haben,

müssen Sie sich sofort zur Behandlung in eine Notaufnahme oder Klinik begeben bzw. dorthin

gebracht werden, da eine Überdosierung mit Buprenorphin Sanofi schwerwiegende und

lebensbedrohliche Atemprobleme verursachen kann.

Symptome einer Überdosierung können z. B. sein: Übelkeit, Erbrechen, Gefühl von Schläfrigkeit und

Koordinationsprobleme mit verlangsamten Reflexen, verschwommenem Sehen, niedriger Blutdruck

und/oder undeutliche Sprache. Sie können möglicherweise nicht klar denken und Ihre Atmung kann

deutlich langsamer sein, als das sonst bei Ihnen der Fall ist.

Rufen Sie bereits bei einem Verdacht auf eine Überdosierung sofort den nächsten erreichbaren

Arzt zu Hilfe!

Wenn Sie die Anwendung von Buprenorphin Sanofi vergessen haben

Informieren Sie Ihren Arzt so bald wie möglich, wenn Sie die Anwendung einer Dosis vergessen

haben.

Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Anwendung vergessen haben.

Wenn Sie die Anwendung von Buprenorphin Sanofi abbrechen

Ohne die Zustimmung Ihres behandelnden Arztes dürfen Sie die Behandlung auf keine Weise ändern

oder abbrechen.

Ein plötzlicher Abbruch der Behandlung kann zu Entzugssymptomen führen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Informieren Sie umgehend Ihren Arzt bzw. lassen Sie sich sofort notfallmäßig versorgen,

wenn

folgende seltene (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen) Nebenwirkungen bei Ihnen

auftreten:

Schwellung von Gesicht, Lippen, Zunge oder Hals, wodurch Schluck- oder Atembeschwerden

auftreten können, schwerer Hautausschlag/Nesselsucht. Dies könnten Anzeichen einer

lebensbedrohlichen allergischen Reaktion sein.

Gefühl von Schläfrigkeit und Koordinationsstörungen, verschwommenes Sehen, undeutliche

Sprache, beeinträchtigtes, unklares Denken oder Ihre Atmung ist deutlich langsamer, als das

sonst bei Ihnen der Fall ist.

Informieren Sie Ihren Arzt auch unverzüglich,

wenn Sie an folgenden gelegentlichen (kann bis zu

1 von 100 Behandelten betreffen) Nebenwirkungen leiden:

starke Müdigkeit, Appetitlosigkeit oder Gelbfärbung der Haut oder der Augen. Dies könnten

Anzeichen einer Leberschädigung sein.

wenn Sie Dinge sehen oder hören, die in Wirklichkeit nicht da sind (Halluzinationen).

Sehr häufige Nebenwirkungen (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen)

Arzneimittelentzugssyndrom,

Kopfschmerzen,

Hyperhidrosis (übermäßiges Schwitzen),

Insomnie (Schlaflosigkeit),

Übelkeit,

Schmerzen,

Asthenie (Schwäche).

Häufige Nebenwirkungen

(kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

Unruhe,

Angstgefühl,

Gelenkschmerzen,

Bronchitis,

Brustschmerzen,

Husten,

Appetitlosigkeit,

Depression,

Schwindel,

Mundtrockenheit,

Menstruationsschmerzen,

Dyspepsie (Oberbauchbeschwerden),

Atemnot,

Flatulenz,

Magen-Darm-Störungen,

Feindseligkeit,

erhöhter Blutdruck,

Infektionen,

Grippe,

Nervosität,

Erkrankung der Lymphknoten,

Unwohlsein,

Migräne,

Muskelkrämpfe,

Muskelschmerzen,

Pupillenerweiterung,

Nackenschmerzen,

Palpitationen (Herzklopfen),

Paranoia,

Missempfindung (Kribbeln oder Taubheitsgefühl, Parästhesie),

peripheres Ödem,

Rachenentzündung,

Fieber,

Hautausschlag,

Schläfrigkeit,

anomales Denken,

Zahnerkrankungen,

Zittern,

Gefäßerweiterung,

Benommenheit,

Schwindelgefühl,

Tränenflussstörung,

Nasenfluss,

Schnupfen, Entzündung der Nasenschleimhaut,

EKG-Veränderungen,

Ohnmacht,

Blutdruckabfall,

Verstopfung,

Durchfall,

Erbrechen,

Bauchschmerzen,

Rücken- und Knochenschmerzen,

Schüttelfrost

und Gähnen.

Gelegentliche Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

Halluzinationen,

Atemdepression,

Lebernekrose

und Leberentzündung*.

Sehr seltene Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen)

Krämpfe der Bronchialmuskulatur,

anaphylaktischer Schock

und Haut- und Schleimhautschwellungen (angioneurotisches Ödem, Quincke-Ödem).

*Bei einer missbräuchlichen Anwendung dieses Arzneimittels mittels Injektion kann es zu

Entzugssymptomen, Infektionen wie einer Pneumonie (Lungenentzündung) oder Endokarditis

(Entzündung der inneren Herzwandschicht), anderen Hautreaktionen, wie Abszess und Cellulitis, oder

potenziell schweren Leberproblemen kommen (siehe Abschnitt 2. „Warnhinweise und

Vorsichtsmaßnahmen“).

Bei Patienten mit ausgeprägter Arzneimittel-/Drogenabhängigkeit kann die erste Anwendung von

Buprenorphin zu Entzugserscheinungen führen, die den nach der Injektion von Naloxon auftretenden

Entzugserscheinungen entsprechen.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können

Nebenwirkungen auch direkt dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen

über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Buprenorphin Sanofi

aufzubewahren?

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich. Buprenorphin

Sanofi kann für Personen von Interesse sein, die mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln

Missbrauch betreiben. Daher sollte es diebstahlsicher aufbewahrt werden.

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder und andere Personen in Ihrem Haushalt unzugänglich

auf.

Buprenorphin kann bei Kindern und nicht abhängigen Personen bei versehentlicher oder absichtlicher

Einnahme zu einer schweren, möglicherweise tödlichen Atemdepression führen. Bewahren Sie die

Blisterpackung an einem sicheren Ort auf. Öffnen Sie die Blisterpackung nie im Voraus.

Nehmen Sie dieses Arzneimittel nie vor Kindern ein.

Bei versehentlicher Einnahme oder Verdacht auf Einnahme ist umgehend ein Notdienst zu

verständigen.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und der Blisterpackung nach

„Verwendbar bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich

auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Aufbewahrungsbedingungen

Nicht über 30 °C lagern.

Entsorgen Sie Arzneimittel niemals über das Abwasser (z. B. nicht über die Toilette oder das

Waschbecken). Fragen Sie in Ihrer Apotheke, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht

mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei. Weitere Informationen finden Sie

unter www.bfarm.de/arzneimittelentsorgung.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Buprenorphin Sanofi

enthält

Der Wirkstoff ist Buprenorphin.

1 Sublingualtablette enthält 2,16 mg Buprenorphinhydrochlorid, entsprechend 2 mg Buprenorphin.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Lactose-Monohydrat (siehe Abschnitt 2. „Buprenorphin Sanofi enthält Lactose.“), Mannitol

(Ph. Eur.), Maisstärke, Povidon K 29/32, Citronensäure, Natriumcitrat (Ph. Eur.), Magnesiumstearat

(Ph. Eur.) [pflanzlich], Edetinsäure, Ascorbinsäure.

Wie Buprenorphin Sanofi aussieht und Inhalt der Packung

Buprenorphin Sanofi Sublingualtabletten sind cremefarbene bis bräunliche, ovale, biplanare

Sublingualtabletten.

Buprenorphin Sanofi Sublingualtabletten sind in opaken Blisterpackungen (bestehend aus

PVC/PVDC/Aluminiumfolie) in Faltschachteln mit 7 oder 28 Sublingualtabletten abgepackt.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer

Sanofi-Aventis Deutschland GmbH

65926 Frankfurt am Main

Postanschrift:

Postfach 80 08 60

65908 Frankfurt am Main

Telefon: 0800 52 52 010

Hersteller

Sanofi-Aventis Deutschland GmbH

65926 Frankfurt am Main

SMB Technology S.A.

Rue du Parc Industriel 39

B - 6900 Marche-en-Famenne

Belgien

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im November 2019.

FACHINFORMATION

1.

BEZEICHNUNG DER ARZNEIMITTEL

Buprenorphin Sanofi 2 mg Sublingualtabletten

Buprenorphin Sanofi 8 mg Sublingualtabletten

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Buprenorphin Sanofi 2 mg

Sublingualtabletten

1 Sublingualtablette enthält 2,16

mg Buprenorphinhydrochlorid

(entsprechend 2

mg Buprenorphin).

Buprenorphin Sanofi 8 mg Sublingualtabletten

1 Sublingualtablette enthält 8,64

mg Buprenorphinhydrochlorid

(entsprechend 8

mg Buprenorphin).

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung:

Enthält Lactose (siehe Abschnitt 4.4).

Enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Sublingualtablette.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Sublingualtablette

Cremefarbene bis bräunliche, ovale, biplanare Sublingualtabletten

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Buprenorphin Sanofi ist zur Substitutionstherapie bei Opioidabhängigkeit im Rahmen medizinischer,

sozialer und psychotherapeutischer Maßnahmen von Erwachsenen über 18 Jahre bestimmt, die einer

Suchtbehandlung zugestimmt haben.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Als partieller Opioidagonist/-antagonist ist Buprenorphin weniger stark wirksam als ein voller

µ-Rezeptoragonist wie z. B. Methadon. Buprenorphin sollte daher insbesondere für die erste

Substitutionstherapie von Opioidabhängigen mit kürzerer Dauer der Suchterkrankung und weniger

verfestigten Suchterkrankungen eingesetzt werden.

Buprenorphin Sanofi sollte unter Aufsicht eines Arztes angewendet werden, der Erfahrung in der

Behandlung Drogenabhängiger besitzt und, wann immer möglich, in Zentren erfolgen, die sich auf die

Behandlung der Drogenabhängigkeit spezialisiert haben.

Dosierung

Die Dosierung von Buprenorphin Sanofi orientiert sich am Auftreten von Entzugssymptomen und

muss für jeden Patienten entsprechend der jeweiligen individuellen Situation und dem subjektiven

Empfinden eingestellt werden.

Generell gilt, dass nach Einstellung der Dosis die niedrigst mögliche Erhaltungsdosis anzustreben ist.

Zur Substitutionsbehandlung mit Buprenorphin Sanofi stehen zwei Dosierungsstärken zur Verfügung

(Buprenorphin Sanofi 2 mg und 8 mg Sublingualtabletten):

Buprenorphin Sanofi 2 mg Sublingualtabletten sind für die Dosierung zu Behandlungsbeginn sowie

zur Anpassung der Erhaltungsdosis vorgesehen.

Buprenorphin Sanofi 8 mg Sublingualtabletten sind für die höher dosierte Erhaltungsphase

vorgesehen.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen vor Einleitung der Therapie

Vor Einleitung der Therapie sollten die Leberfunktionswerte und der Virushepatitis-Status bestimmt

werden. Bei Patienten mit positivem Virushepatitisbefund, bei Patienten, die Begleitmedikationen

erhalten (siehe Abschnitt 4.5), und/oder bei Patienten, bei denen eine Leberfunktionsstörung vorliegt,

besteht das Risiko einer schnelleren Leberschädigung. Eine regelmäßige Kontrolle der Leberfunktion

wird empfohlen (siehe Abschnitt 4.4).

Vor der Einleitung der Therapie sollten die Art der Opioidabhängigkeit (d. h. lang- oder

kurzwirksames Opioid), der Zeitraum seit der letzten Opioidanwendung und der Grad der

Opioidabhängigkeit berücksichtigt werden. Zur Verhinderung eines beschleunigten Entzugs sollte

eine Einleitung mit Buprenorphin Sanofi erst dann erfolgen, wenn objektive und eindeutige

Anzeichen eines Entzugs vorliegen (z. B. kann eine Punktzahl, die eine leichte bis mäßige

Entzugssymptomatik auf der validierten Clinical Opioid Withdrawal Scale [COWS] anzeigt, als

Richtwert verwendet werden):

Bei heroinabhängigen oder von kurzwirksamen Opioiden abhängigen Patienten sollte die erste

Dosis Buprenorphin Sanofi bei den ersten Anzeichen von Entzug, frühestens jedoch 6 Stunden

nach der letzten Opioidanwendung verabreicht werden.

Bei Patienten unter Methadon muss die Methadon-Dosis vor Beginn der Therapie mit

Buprenorphin Sanofi auf maximal 30 mg/Tag reduziert werden. Bei Einleitung einer Therapie

mit Buprenorphin Sanofi ist die lange Halbwertszeit von Methadon zu berücksichtigen. Die

erste Dosis Buprenorphin Sanofi sollte erst beim Auftreten von Entzugserscheinungen,

frühestens jedoch 24 Stunden nachdem der Patient zuletzt Methadon eingenommen hat,

verabreicht werden. Buprenorphin Sanofi kann bei methadonabhängigen Patienten das

Auftreten von Entzugssymptomen beschleunigen.

Anfangsdosierung

Die Initialdosis beträgt 0,8 mg bis 4 mg Buprenorphin als tägliche Einzeldosis.

Falls eine Initialdosis unter 2 mg erforderlich ist, sollte ein anderes Buprenorphin-Präparat für diese

Dosierung angewendet werden, da Buprenorphin Sanofi nur in der 2-mg- oder 8-mg-

Darreichungsform zur Verfügung steht.

Opioidabhängige Patienten ohne vorherige Entzugsbehandlung

Buprenorphin Sanofi wird frühestens 6 Stunden nach der letzten Anwendung des Opioids oder bei

den ersten Entzugserscheinungen sublingual angewendet.

Dosisanpassung und Erhaltungsdosis

Die Dosis von Buprenorphin Sanofi ist entsprechend der klinischen Wirkung beim einzelnen

Patienten zunehmend zu erhöhen und darf eine maximale tägliche Einzeldosis von 24 mg

Buprenorphin nicht übersteigen. Eine Dosiseinstellung erfolgt auf Grundlage einer Neubewertung des

klinischen und psychologischen Status des Patienten.

Alternierende Gabe

Aufgrund der pharmakokinetischen Eigenschaften von Buprenorphin kann die klinische Wirksamkeit

von Buprenorphin Sanofi abhängig von der Dosierung 48 bis 72 Stunden anhalten. Nach Erreichen

einer stabilen Erhaltungsdosis kann dem Patienten alternierend die doppelte (für ein 2-Tagesintervall)

oder dreifache (für ein 3-Tagesintervall) Tagesdosis von Buprenorphin unter Aufsicht verabreicht

werden. Die Dosiseinstellung ist unter ärztlicher Aufsicht durchzuführen. Während der Einstellung

auf die doppelte bzw. dreifache Dosis sollte der Patient 3–4 Stunden auf mögliche

Überdosierungssymptome hin überwacht werden. Vor der Erhöhung der Buprenorphin-Dosis muss

die gleichzeitige Anwendung von anderen zentral dämpfenden Stoffen (z. B. Benzodiazepinen) sicher

ausgeschlossen werden.

Individuell sind optimierte Dosierungen anzuwenden. In Einzelfällen können geringere Dosierungen

ausreichend sein.

In klinischen Studien wurde die Wirksamkeit und Unbedenklichkeit von Buprenorphin für die

alternierende Gabe jeden 2. Tag in Dosen von 8 bis 34 mg/70 kg Körpergewicht Buprenorphin-

Lösung sublingual bzw. bei alternierender Gabe für ein 3-Tagesintervall in Dosen von 12 bis

44 mg/70 kg Körpergewicht Buprenorphin-Lösung sublingual gezeigt.

Take-Home-Verschreibung

Im Falle einer Take-Home-Verschreibung hat der Arzt dafür Sorge zu tragen, dass die aus der

Mitgabe des Substitutionsmittels resultierenden Risiken einer Selbst- oder Fremdgefährdung so weit

wie möglich ausgeschlossen werden und der Patient das ihm verschriebene Substitutionsmittel

bestimmungsgemäß verwendet. Bei missbräuchlicher, nicht bestimmungsgemäßer Anwendung durch

den Patienten ist die Take-Home-Verschreibung sofort einzustellen. Eine missbräuchliche

Anwendung liegt vor, wenn der Patient ihn gefährdende Stoffe wie z. B. Benzodiazepine (siehe

Abschnitt 4.4) verwendet oder Buprenorphin i. v. injiziert.

Zeichen und Symptome einer übermäßigen Buprenorphin-Anwendung

Die Interaktionen zwischen der Ausbildung und dem Weiterbestehen der Opioidtoleranz und der

Buprenorphin-Dosis können komplex sein. Eine Reduktion der Dosis von Buprenorphin Sanofi wird

in den Fällen empfohlen, in denen Patienten Zeichen und Symptome einer übermäßigen

Buprenorphin-Wirkung zeigen, die durch Beschwerden wie „sich komisch fühlen“, schlechte

Konzentrationsfähigkeit, Schläfrigkeit und möglicherweise Schwindelgefühl im Stehen

gekennzeichnet ist.

Buprenorphin-Entzug

Falls die verordnete Buprenorphin-Dosis zu niedrig ist, kann es während des 24-Stunden-

Dosierungsintervalls zu Entzugssymptomen kommen (Kongestion der Nase, abdominale Symptome,

Diarrhö, Muskelschmerzen, Angstgefühle).

Behandelnde Ärzte sollten sich des potenziellen Erfordernisses bewusst sein, die Dosis von

Buprenorphin Sanofi abzuändern, wenn Patienten über Entzugssymptome berichten.

Dosisreduktion und Beenden der Therapie

Nach Erreichen einer zufriedenstellenden Stabilisationsphase kann die Dosis von Buprenorphin

Sanofi allmählich auf eine niedrigere Erhaltungsdosis reduziert werden. Wenn es angemessen

erscheint, kann die Therapie mit Buprenorphin Sanofi bei einigen Patienten beendet werden. Die zur

Verfügung stehenden Dosierungsstärken ermöglichen eine schrittweise Reduzierung der Dosis. Falls

ein langsames Ausschleichen in kleineren Schritten erforderlich erscheint, stehen andere

Buprenorphin-Präparate zur Substitution mit Darreichungsformen geringeren Wirkstoffgehaltes zur

Verfügung. Nach Beendigung der Buprenorphin-Therapie sind die Patienten zu überwachen, da die

Möglichkeit eines Rückfalls besteht.

Bestimmte Patientengruppen

Ältere Patienten

Zur Sicherheit und Wirksamkeit von Buprenorphin bei älteren Patienten über 65 Jahre liegen keine

Daten vor. Gegebenenfalls ist zu berücksichtigen, dass Patienten im höheren Lebensalter und

Patienten mit schlechtem körperlichem Allgemeinzustand empfindlicher auf Opioide reagieren

können. Die Dosiseinstellung soll dementsprechend mit besonderer Vorsicht erfolgen.

Leberfunktionsstörung

Vor Einleitung der Therapie sollten die Leberfunktionswerte und der Virushepatitis-Status bestimmt

werden. Bei Patienten mit positivem Virushepatitisbefund, bei Patienten, die Begleitmedikationen

erhalten (siehe Abschnitt 4.5), und/oder bei Patienten, bei denen eine Leberfunktionsstörung vorliegt,

besteht das Risiko einer schnelleren Leberschädigung. Eine regelmäßige Kontrolle der Leberfunktion

wird empfohlen (siehe Abschnitt 4.4).

Buprenorphin wird vorwiegend in der Leber metabolisiert; bei Patienten mit mittelschwerer und

schwerer Leberfunktionsstörung wurde ein erhöhter Plasmaspiegel von Buprenorphin festgestellt. Die

Patienten sollten auf Anzeichen und Symptome einer durch eine erhöhte Buprenorphinkonzentration

verursachten Toxizität oder Überdosierung überwacht werden.

Die Pharmakokinetik von Buprenorphin kann bei Patienten mit Leberfunktionsstörung verändert sein.

Daher wird bei Patienten mit einer leichten bis mittelschweren Leberfunktionsstörung eine niedrigere

Anfangsdosis, eine vorsichtige Dosistitration und eine geringere Dosis empfohlen (siehe

Abschnitt 5.2). Buprenorphin ist bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung kontraindiziert

(siehe Abschnitt 4.3).

Nierenfunktionsstörung

Bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung ist in der Regel keine Änderung der Dosis von

Buprenorphin Sanofi erforderlich. Bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-

Clearance < 30 ml/min) ist Vorsicht geboten (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2).

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Buprenorphin Sanofi bei Kindern unter 18 Jahren ist bisher noch

nicht erwiesen. Buprenorphin Sanofi darf bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht

angewendet werden.

Art der Anwendung

Sublinguale Anwendung.

Die Anwendung von Buprenorphin Sanofi erfolgt sublingual. Die Sublingualtablette wird bis zur

Auflösung unter der Zunge gehalten. Dies geschieht üblicherweise innerhalb von 5 bis 10 Minuten.

Gegebenenfalls sollte zuvor die Mundschleimhaut angefeuchtet werden, um die Auflösung der

Sublingualtablette zu erleichtern. Die Patienten dürfen nicht schlucken und keine Speisen oder

Getränke zu sich nehmen, bis sich die Sublingualtablette vollständig aufgelöst hat.

Die Sublingualtabletten dürfen nicht aufgelöst und injiziert werden, da dies zu schweren

Nebenwirkungen mit tödlichem Verlauf (Atemdepression, schwere Leberschäden) und zu

schweren lokalen Reaktionen, manchmal septischer Art, führen kann.

Der Arzt muss den Patienten darauf hinweisen, dass die sublinguale Anwendung die einzig

zulässige und sichere Anwendungsart für dieses Arzneimittel ist, und ihn mit entsprechender

Deutlichkeit über mögliche Folgen eines Missbrauches informieren (siehe Abschnitt 4.4).

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile,

schwere respiratorische Insuffizienz, Atemdepression, Obstruktion der Atemwege,

akute abdominelle Krankheitszustände, Ileus, gastrointestinale Motilitätsstörungen,

schwere Leberinsuffizienz,

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren,

akuter Alkoholismus oder Delirium tremens,

schwere Kopfverletzungen und erhöhter Hirndruck wegen der atemdepressiven Wirkung von

Opioiden und der Gefahr einer weiteren Erhöhung des cerebrospinalen Drucks,

Behandlung mit Monoaminoxidasehemmern (MAO-Hemmern, auch innerhalb von 2 Wochen

nach deren Absetzen),

vor einer Operation oder innerhalb der ersten 24 Stunden nach einer Operation,

gleichzeitige Anwendung von Opioidantagonisten (Naltrexon, Nalmefen) für die Behandlung

von Alkohol- oder Opioidabhängigkeit.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Buprenorphin Sanofi ist nur für die Behandlung einer Opioidabhängigkeit bestimmt.

Besondere Risiken bei Patienten unter Substitutionsbehandlung

Buprenorphin hat ein Missbrauchs- und Abhängigkeitspotenzial, das dem anderer starker Opioide

entspricht.

Während der Substitutionsbehandlung sind regelmäßig Harnkontrollen (Harnabgabe unter Sicht), u. a.

auf Opioide (auch quantitativ), Barbiturate, Methaqualon und Benzodiazepine, falls ratsam auf

Kokain und Amphetamine und deren Metaboliten zu veranlassen.

Bei hohen Tagesdosen ist eine besonders engmaschige Überwachung hinsichtlich somatischer und

psychischer Beschwerden erforderlich.

Bei Anwendung eines Opioidantagonisten kommt es zu Entzugserscheinungen.

Eine Beendigung der Einnahme soll zur Vermeidung von Entzugserscheinungen nur ausschleichend

erfolgen (siehe Abschnitt 4.2).

Ein Absetzen der Behandlung kann zu Entzugserscheinungen, die verzögert auftreten können (bis zu

2 Wochen), führen.

Risiken der gleichzeitigen Anwendung mit sedierenden Arzneimitteln wie Benzodiazepinen oder

verwandten Arzneimitteln

Die gleichzeitige Anwendung von Opioiden, einschließlich Buprenorphin, und sedierenden

Arzneimitteln wie Benzodiazepinen oder verwandten Arzneimitteln kann zu Sedierung,

Atemdepression, Koma und zum Tod führen. Aufgrund dieser Risiken ist die gemeinsame

Verordnung von Opioiden und diesen sedierenden Arzneimitteln nur bei den Patienten angebracht, für

die keine geeigneten alternativen Behandlungsoptionen zur Verfügung stehen.

Wird die Entscheidung für eine gemeinsame Verordnung von Buprenorphin und Sedativa getroffen,

sind die niedrigsten wirksamen Dosen und die kürzestmögliche Dauer der gleichzeitigen Anwendung

zu wählen. Die Patienten sind engmaschig in Hinblick auf Anzeichen und Symptome einer

Atemdepression und Sedierung zu überwachen. In diesem Zusammenhang wird dringend empfohlen,

Patienten und ihre Bezugspersonen über diese Symptome zu informieren (siehe Abschnitt 4.5).

Risiken der gleichzeitigen Anwendung mit Alkohol

Die gleichzeitige Anwendung von Opioiden, einschließlich Buprenorphin, und Alkohol kann zu

Sedierung, Atemdepression, Koma und zum Tod führen. Während der Behandlung mit Buprenorphin

ist auf Einnahme von Alkohol zu verzichten.

Der/die Patient/in ist entsprechend darüber aufzuklären, dass der Konsum von

Alkohol,

illegalen

Opioiden

, anderen

zentral dämpfenden Substanzen oder Arzneimitteln

(wie z. B.

Benzodiazepinen

oder

Hypnotika

) bzw. anderen Substitutionsmitteln in Anbetracht der

Potenzierung der Atemdepression zum

Tod durch Atemstillstand

führen kann.

Nicht bestimmungsgemäßer Gebrauch und Missbrauch

Die aufgelöste Sublingualtablette darf keinesfalls parenteral angewendet werden,

da es durch

rasche Gewebeanflutung mit hohen Wirkstoffkonzentrationen zu schweren Nebenwirkungen mit

tödlichem Verlauf kommen kann.

Mögliche Folgen missbräuchlicher Injektion aufgelöster Sublingualtabletten:

Tod durch Atemstillstand nach zu rascher Aufnahme des Wirkstoffes,

Überempfindlichkeitsreaktion (periphere Blutdrucksenkung bis hin zum Kreislaufschock),

lokale Reaktion wie Thrombophlebitis, Abszess an der Einstichstelle,

systemische Reaktionen wie Thromboembolien bis hin zu Lungenembolien,

Bakteriämie inklusive Sepsis und Endokarditis,

Hepatitis, akute Leberschäden.

Buprenorphin kann, wie andere legale oder illegale Opioide auch, missbräuchlich oder nicht

bestimmungsgemäß angewandt werden. Risiken einer missbräuchlichen oder nicht

bestimmungsgemäßen Anwendung sind z. B. Überdosierung, Verbreitung von hämatogen

übertragenen viralen oder lokalen und systemischen Infektionen, Atemdepression und

Leberschädigung. Eine missbräuchliche Verwendung von Buprenorphin durch Personen, denen das

Arzneimittel nicht verordnet wurde, beinhaltet außerdem das Risiko neuer Drogenabhängiger, die

Buprenorphin als Hauptdroge missbrauchen, wenn das Arzneimittel direkt vom betreffenden

Patienten zum illegalen Gebrauch in Umlauf gebracht oder wenn es nicht genügend gegen Diebstahl

gesichert wird.

Eine suboptimale Behandlung mit Buprenorphin kann einen Arzneimittelmissbrauch durch den

Patienten zur Folge haben, was zu Überdosierung oder Behandlungsabbruch führen kann. Ein Patient,

der eine zu niedrige Dosis Buprenorphin erhält, könnte auf unkontrollierte Entzugssymptome

weiterhin mit der Selbstbehandlung mit Opioiden, Alkohol oder sonstigen Sedativa/Hypnotika,

insbesondere Benzodiazepinen, reagieren.

Um das Risiko eines nicht bestimmungsgemäßen Gebrauchs und Missbrauchs zu minimieren, sollten

die Ärzte bei der Verordnung und Ausgabe von Buprenorphin geeignete Vorsichtsmaßnahmen

ergreifen. Daher sollten in der frühen Therapiephase nicht mehrere Dosen gleichzeitig verschrieben

und dem Bedarf des Patienten angemessene Nachbeobachtungstermine zur klinischen Überwachung

angesetzt werden.

Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Bei Auftreten folgender Erkrankungen während der Anwendung von Buprenorphin Sanofi ist

Vorsicht geboten und die Arzneimitteldosis gegebenenfalls herabzusetzen:

Asthma bronchiale oder respiratorische Insuffizienz (z. B. Cor pulmonale, eingeschränkte

Atemreserve, Hypoxie, Hyperkapnie oder Kyphoskoliose, eine Verkrümmung der Wirbelsäule

mit potenziell resultierender Atemnot),

Bewusstseinsstörungen,

Hypovolämie,

obstruktive oder entzündliche Darmerkrankungen,

Verdacht auf Ileus (siehe Abschnitt 4.3),

Pankreatitis,

Harnleiterkoliken,

Phäochromozytom.

Eine besonders sorgfältige ärztliche Überwachung ist erforderlich bei Alkoholismus in der

Vorgeschichte.

Atemdepression

Es wurden einige Todesfälle infolge von Atemdepression beschrieben, insbesondere bei kombinierter

Anwendung von Buprenorphin mit Benzodiazepinen (siehe Abschnitt 4.5) oder wenn Buprenorphin

nicht gemäß der Fachinformation angewandt wurde. Auch bei gleichzeitiger Anwendung von

Buprenorphin zusammen mit anderen zentral dämpfenden Arzneimitteln (siehe Abschnitt 4.5) besteht

ein erhöhtes Risiko von Atemdepression, die möglicherweise tödlich verlaufen kann. Todesfälle

wurden in Zusammenhang mit der gleichzeitigen Anwendung von Buprenorphin und zentral

dämpfenden Mitteln wie Alkohol und anderen Opioiden, berichtet. Bei Verabreichung von

Buprenorphin an nicht opioidabhängige Personen, die keine Toleranz gegenüber den Wirkungen von

Opioiden haben, kann eine möglicherweise tödliche Atemdepression auftreten.

Buprenorphin kann bei Kindern und nicht abhängigen Personen bei versehentlicher oder absichtlicher

Einnahme zu einer schweren, möglicherweise tödlichen Atemdepression führen. Patienten müssen

ermahnt werden, die Blisterpackung an einem sicheren Ort aufzubewahren, die Blisterpackung nie im

Voraus zu öffnen, die Blisterpackung für Kinder und andere Haushaltsmitglieder unerreichbar

aufzubewahren und dieses Arzneimittel nie vor Kindern einzunehmen. Bei versehentlicher Einnahme

oder Verdacht auf Einnahme ist umgehend ein Notdienst zu verständigen.

ZNS-Depression

Buprenorphin kann Benommenheit hervorrufen, insbesondere wenn es zusammen mit Alkohol oder

zentral dämpfenden Arzneimitteln wie Benzodiazepinen, Tranquilizern, Sedativa oder Hypnotika

eingenommen wird (siehe Abschnitt 4.5). Während der Behandlung mit Buprenorphin Sanofi dürfen

keine alkoholischen Getränke oder alkoholhaltigen Arzneimittel eingenommen werden. Die

gleichzeitige Anwendung von zentral dämpfenden Arzneimitteln, anderen Opioidderivaten

(Analgetika und Antitussiva), bestimmten Antidepressiva, sedativen H

-Rezeptorantagonisten,

Barbituraten, Anxiolytika, Neuroleptika, Clonidin und verwandten Substanzen erfordert ärztliche

Überwachung.

Hepatitis und hepatische Ereignisse

In klinischen Studien und Nebenwirkungsberichten nach Markteinführung wurden bei

Opioidabhängigen Fälle von akuter Leberschädigung beschrieben. Das Spektrum der abnormen

Veränderungen reicht von passageren asymptomatischen Erhöhungen der Lebertransaminasen bis hin

zu dokumentierten Fällen von zytolytischer Hepatitis, Leberversagen, Lebernekrose, hepatorenalem

Syndrom sowie hepatischer Enzephalopathie und Tod. In vielen Fällen könnten vorbestehende

mitochondriale Störungen (genetische Erkrankung), Abweichungen der Leberenzymwerte,

Infektionen mit dem Hepatitis-B- oder Hepatitis-C-Virus, Alkoholmissbrauch, Anorexie, gleichzeitige

Anwendung von anderen potenziell hepatotoxischen Arzneimitteln oder Mitochondrientoxinen (wie

z. B. Acetylsalicylsäure, Isoniazid, Valproat, Amiodaron, antiretrovirale Nukleosidanaloga) oder ein

fortbestehender intravenöser Drogenmissbrauch ursächlich sein oder dazu beitragen. Vor der

Verordnung von Buprenorphin Sanofi und während der Therapie müssen diese zugrunde liegenden

Faktoren berücksichtigt werden. Bei Verdacht auf ein hepatisches Ereignis ist eine weitergehende

biologische und ätiologische Evaluierung erforderlich. Ausgehend von den Befunden kann das

Arzneimittel vorsichtig abgesetzt werden, um Entzugssymptome und einen erneuten illegalen

Drogenabusus zu verhindern. Bei Fortführung der Therapie ist die Leberfunktion engmaschig zu

überwachen.

Bei allen Patienten sollten in regelmäßigen Abständen Leberfunktionstests vorgenommen werden.

Leberfunktionsstörung

Der Einfluss einer beeinträchtigten Leberfunktion auf die Pharmakokinetik von Buprenorphin wurde

in einer Anwendungsbeobachtung untersucht. Da Buprenorphin überwiegend in der Leber

metabolisiert wird, wurden bei Patienten mit mittelschwerer und schwerer Leberfunktionsstörung

erhöhte Plasmaspiegel von Buprenorphin nach Einzeldosisgabe festgestellt. Die Patienten sollten auf

Anzeichen und Symptome einer durch eine erhöhte Buprenorphinkonzentration verursachten

Toxizität oder Überdosierung überwacht werden. Buprenorphin Sanofi sollte bei Patienten mit

mäßiger Beeinträchtigung der Leberfunktion mit Vorsicht angewendet werden (siehe Abschnitte 4.2

und 5.2). Buprenorphin ist bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung kontraindiziert (siehe

Abschnitt 4.3).

Nierenfunktionsstörung

Die Ausscheidung über die Niere kann verzögert sein, da 30 % der applizierten Dosis renal eliminiert

werden. Die Metaboliten von Buprenorphin akkumulieren bei Patienten mit Niereninsuffizienz. Bei

der Verabreichung an Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-

Clearance < 30 ml/min) ist Vorsicht geboten (siehe Abschnitte 4.2 und 5.2).

Kardiovaskuläres System und Arrhythmien

Eine besonders sorgfältige medizinische Überwachung ist in folgenden Fällen erforderlich:

Patienten mit nachweislichen oder vermuteten EKG-Veränderungen (Verlängerung des QT-

Intervalls im EKG) oder einem Ungleichgewicht des Elektrolythaushalts, vor allem

Kaliummangel (Hypokaliämie),

eine klinisch signifikante Verringerung der Herzfrequenz (Bradykardie) sowie

eine Behandlung mit bestimmten Arzneimitteln gegen Arrhythmie (Antiarrhythmika der

Klassen I und III).

Arrhythmien: Klinische Studien haben Belege dafür erbracht, dass eine Verlängerung des QT-

Intervalls sehr oft während einer Behandlung mit reinen μ-Opioidrezeptoragonisten auftritt, was

bedeutet, dass das Risiko des Auftretens einer polymorphen ventrikulären Tachykardie (Torsade de

pointes) besteht. Während einer Behandlung mit Buprenorphin, einem partiellen μ-

Opioidrezeptoragonisten, kam es in klinischen Studien häufig zu einer Verlängerung des QT-

Intervalls, deren Ursache noch nicht mit hundertprozentiger Sicherheit geklärt werden konnte.

Bei Patienten, bei denen die potenziellen Vorteile einer Buprenorphin-Therapie das Risiko des

Auftretens einer Tachykardie überwiegen, sollte vor Behandlungsbeginn und nach zweiwöchiger

Behandlung ein EKG durchgeführt werden, um die Auswirkungen von Buprenorphin auf das QT-

Intervall festzustellen und zu beziffern. Dementsprechend ist es auch ratsam, vor und nach einer

Dosiserhöhung ein EKG durchzuführen.

Beschleunigt einsetzendes Opioidentzugssyndrom

Zu Beginn der Behandlung mit Buprenorphin Sanofi muss sich der Arzt über das partiell agonistische

Wirkungsprofil von Buprenorphin im Klaren sein. Sublingual verabreichtes Buprenorphin kann bei

opioidabhängigen Patienten zum beschleunigten Eintreten von Entzugssymptomen führen,

insbesondere wenn es dem Patienten früher als 6 Stunden nach der letzten Anwendung von Heroin

oder eines anderen kurzwirksamen Opioids oder früher als 24 Stunden nach der letzten Methadon-

Dosis verabreicht wird. Patienten sollten in der Umstellungsphase von Methadon auf Buprenorphin

genau beobachtet werden, da von Entzugssymptomen berichtet wurde. Zur Verhinderung eines

beschleunigten Entzugs von kurz- oder langwirksamen Opioiden nach Einleitung der Behandlung

sollte der Patient vor der Dosierungseinleitung objektive Anzeichen und Symptome eines leichten

Entzugs haben (siehe Abschnitt 4.2).

Entzugssymptome können auch mit einer suboptimalen Dosierung assoziiert sein.

Allgemeine Warnhinweise für die Verabreichung von Opioiden

Buprenorphin kann eine orthostatische Hypotonie verursachen.

Opioide können zu einem erhöhten Liquordruck führen, der Krampfanfälle verursachen kann, so dass

Opioide bei Patienten mit Kopfverletzungen, intrakraniellen Läsionen, anderen Zuständen mit

möglicher Erhöhung des Liquordrucks oder Krampfanfällen in der Krankengeschichte mit Vorsicht

anzuwenden sind (siehe Abschnitt 4.3).

Vorsicht ist geboten, wenn Opioide bei Patienten mit Hypotonie, Prostatahypertrophie oder

Urethralstenose angewendet werden.

Eine durch Opioide verursachte Miosis, Veränderungen des Bewusstseinszustands und

Veränderungen der Schmerzwahrnehmung als Symptom einer Krankheit können die

Patientenbeurteilung beeinträchtigen und die Diagnose oder den klinischen Verlauf einer

Begleiterkrankung verschleiern. Bei Schmerzen unter einer Substitutionsbehandlung ist nach

Verifizierung des somatischen Korrelats eine zusätzlich analgetische Medikation erforderlich

(gegebenenfalls Betreuung über Spezialeinrichtung).

Opioide sollten bei Patienten mit Myxödem, Hypothyreose oder Nebenniereninsuffizienz (z. B.

Morbus Addison) mit Vorsicht angewendet werden.

Es hat sich gezeigt, dass Opioide den Druck im Gallengang erhöhen und bei Patienten mit

Dysfunktion der Gallenwege mit Vorsicht angewendet werden sollten.

Bei der Verabreichung von Opioiden an ältere oder geschwächte Patienten ist Vorsicht geboten.

Suizidversuche mit Opioiden, vor allem in Kombination mit trizyklischen Antidepressiva, Alkohol

und weiteren auf das ZNS einwirkenden Stoffen, sind Bestandteil des klinischen Zustandsbildes der

Substanzabhängigkeit. Individuelle Evaluation und Behandlungsplanung, die eine stationäre

Versorgung einschließen kann, sollten bei Patienten in Betracht gezogen werden, die trotz

angemessener pharmakotherapeutischer Intervention unkontrollierten Drogenkonsum und

persistierendes, stark gefährdetes Verhalten zeigen.

Die Anwendung von Buprenorphin Sanofi kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen

führen. Zudem kann es bei Missbrauch von Buprenorphin Sanofi als Dopingmittel zu einer

Gefährdung der Gesundheit kommen.

Buprenorphin Sanofi enthält Lactose. Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz,

völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Buprenorphin Sanofi nicht

anwenden.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Möglicher Einfluss von anderen Arzneimitteln auf Buprenorphin

Es ist Vorsicht geboten bei der Anwendung von Buprenorphin Sanofi zusammen mit:

alkoholischen Getränken oder alkoholhaltigen Arzneimitteln:

Bei Anwendung von Alkohol zusammen mit Opioiden ist das Risiko von Sedierung,

Atemdepression, Koma und Tod aufgrund der gegenseitigen Verstärkung der zentral

dämpfenden Wirkung erhöht. Während der Behandlung mit Buprenorphin ist auf Einnahme von

Alkohol zu verzichten (siehe Abschnitte 4.4 und 4.7).

Sedativa wie Benzodiazepinen oder verwandten Arzneimitteln

:

Bei Anwendung von sedierenden Arzneimitteln wie Benzodiazepinen oder verwandten

Arzneimitteln zusammen mit Opioiden ist das Risiko von Sedierung, Atemdepression, Koma

und Tod aufgrund der gegenseitigen Verstärkung der zentral dämpfenden Wirkung erhöht.

Sowohl die Dosen als auch die Dauer der gleichzeitigen Anwendung sind zu beschränken.

Zudem ist diese Kombination in Fällen, in denen ein Missbrauchsrisiko besteht, zu vermeiden.

Die Patienten sollten gewarnt werden, dass es extrem gefährlich ist, nicht verordnete Sedativa

wie Benzodiazepine oder verwandte Arzneimittel gleichzeitig mit diesem Arzneimittel

einzunehmen. Die Patienten sind außerdem darauf hinzuweisen, dass Sedativa wie

Benzodiazepine und verwandte Arzneimittel zusammen mit diesem Arzneimittel nur auf

Anweisung ihres Arztes eingenommen werden dürfen (siehe Abschnitt 4.4).

anderen zentral dämpfenden Arzneimitteln, anderen Opioidderivaten (z. B. Methadon,

Analgetika und Antitussiva), bestimmten Antidepressiva, sedativen H

-Rezeptorantagonisten,

Barbituraten, anderen Anxiolytika als Benzodiazepinen und verwandten Arzneimitteln,

Antiepileptika (z. B. Valproat), Neuroleptika, Clonidin und verwandten Substanzen:

Diese Kombinationen verstärken die dämpfende Wirkung auf das zentrale Nervensystem. Es

kann dadurch zu Bewusstseinseinschränkungen oder zu Atemdepression kommen. Aufgrund

der herabgesetzten Aufmerksamkeit kann es gefährlich sein, Fahrzeuge zu führen und

Maschinen zu bedienen. Zudem kann es schwierig sein, eine ausreichende Analgesie zu

erreichen, wenn Patienten, die Buprenorphin erhalten, ein Opioid-Vollagonist verabreicht wird.

Daher besteht die Möglichkeit der Überdosierung mit einem Vollagonisten, insbesondere wenn

versucht wird, die partiell agonistische Wirkung von Buprenorphin zu überwinden, oder wenn

die Buprenorphin-Plasmaspiegel sinken.

Naltrexon und Nalmefen:

Naltrexon und Nalmefen sind Opioidantagonisten, die die pharmakologischen Wirkungen von

Buprenorphin blockieren können. Bei opioidabhängigen Patienten, die derzeit mit

Buprenorphin behandelt werden, können die Antagonisten Naltrexon und Nalmefen zum

plötzlichen Einsetzen anhaltender und starker Opioidentzugssymptome führen. Bei Patienten,

die derzeit mit Naltrexon oder Nalmefen behandelt werden, können die beabsichtigten

therapeutischen Wirkungen der Buprenorphingabe durch die Antagonisten Naltrexon und

Nalmefen blockiert werden.

CYP3A4-Hemmern:

In einer Studie zur Wechselwirkung von Buprenorphin mit Ketoconazol (einem starken

CYP3A4-Hemmer) wurden erhöhte C

- und AUC-Werte (Fläche unter der Kurve) für

Buprenorphin (ca. 50 % bzw. 70 %) und zu einem geringeren Grad für Norbuprenorphin

gemessen. Patienten, die Buprenorphin erhalten, sind engmaschig zu überwachen und bedürfen

bei kombinierter Anwendung mit starken CYP3A4-Hemmern (z. B. Gestoden, den Protease-

Hemmern Ritonavir, Nelfinavir, Saquinavir oder Indinavir oder Antimykotika vom Azol-Typ,

z. B. Ketoconazol, Makrolidantibiotika oder Itraconazol) möglicherweise einer

Dosisreduzierung.

CYP3A4-Induktoren:

Die gleichzeitige Anwendung von CYP3A4-Induktoren mit Buprenorphin kann die

Buprenorphin-Plasmakonzentrationen senken und somit möglicherweise zu einer suboptimalen

Behandlung der Opioidabhängigkeit mit Buprenorphin führen. Es wird empfohlen, Patienten,

die Buprenorphin zusammen mit CYP3A4-Induktoren (z. B. Phenobarbital, Carbamazepin,

Phenytoin, Rifampicin) erhalten, engmaschig zu überwachen. Die Buprenorphin- oder

CYP3A4-Induktor-Dosis muss gegebenenfalls entsprechend angepasst werden.

Monoaminoxidasehemmern (MAO-Hemmern):

Die gleichzeitige Einnahme von Monoaminoxidasehemmern

(MAO-Hemmern) kann, ausgehend

von der Erfahrung mit Morphin, zu einer Verstärkung der Wirkung von Opioiden führen. Bei

der Vorbehandlung von Patienten mit bestimmten Antidepressiva (MAO-Hemmstoffen)

innerhalb der letzten 14 Tage vor der Opioidanwendung besteht theoretisch die Möglichkeit für

lebensbedrohliche Wechselwirkungen mit Einfluss auf die Hirn-, Atem- und Kreislauffunktion.

Die Anwendung von Buprenorphin Sanofi während einer Behandlung mit MAO-Hemmern ist

kontraindiziert (auch innerhalb von 2 Wochen nach deren Absetzen).

Kokain

Bisher wurde keine erkennbare Wechselwirkung mit Kokain beschrieben, der Substanz, die von

Konsumenten verschiedener Drogen am häufigsten zusammen mit Opioiden angewendet wird.

Phenprocoumon

Eine vermutete Wechselwirkung zwischen Buprenorphin Sanofi und Phenprocoumon, welche eine

Purpura zur Folge hatte, ist berichtet worden.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Bisher liegen keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen (weniger als

300 Schwangerschaftsausgänge) mit der Anwendung von Buprenorphin bei Schwangeren vor.

Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3).

Buprenorphin Sanofi darf während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, dass

eine Behandlung mit Buprenorphin aufgrund des klinischen Zustandes der Frau erforderlich ist.

Buprenorphin sollte während der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn der potenzielle

Nutzen das potenzielle Risiko für den Fötus überwiegt.

Gegen Ende der Schwangerschaft kann Buprenorphin auch nach kurzer Anwendungsdauer eine

Atemdepression beim Neugeborenen hervorrufen. Eine Langzeitanwendung von Buprenorphin

während der letzten drei Schwangerschaftsmonate kann zum Entzugssyndrom beim Neugeborenen

führen (z. B. Hypertonie, neonataler Tremor, neonatale Agitation, Myoklonus oder Krämpfe). Das

Syndrom tritt im Allgemeinen mit einer Verzögerung von einigen Stunden bis einigen Tagen nach der

Geburt auf.

Wegen der langen Halbwertszeit von Buprenophin sollte das ungeborene Kind gegen Ende der

Schwangerschaft mehrere Tage lang überwacht werden, um dem Risiko einer Atemdepression oder

eines Entzugssyndroms bei Neugeborenen vorzubeugen.

Stillzeit

Buprenorphin und dessen Metaboliten werden in die Muttermilch ausgeschieden. Untersuchungen an

Ratten haben gezeigt, dass Buprenorphin die Laktation hemmt. Das Stillen soll während der

Behandlung mit Buprenorphin Sanofi unterbrochen werden.

Fertilität

Tierexperimentelle Studien haben eine Verringerung der weiblichen Fertilität unter hohen Dosen

gezeigt, siehe Abschnitt 5.3.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Buprenorphin Sanofi hat geringen bis mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit

zum Bedienen von Maschinen, wenn es opioidabhängigen Patienten verabreicht wird. Das

Arzneimittel kann Benommenheit, Schwindel oder eine Beeinträchtigung des Denkens verursachen,

insbesondere bei Therapieeinleitung und Dosisanpassung. Diese Wirkung kann sich verstärken, wenn

es gleichzeitig mit Alkohol oder Mitteln angewandt wird, die eine dämpfende Wirkung auf das

zentrale Nervensystem ausüben (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5). Patienten sollten davor gewarnt

werden, gefährliche Maschinen zu bedienen. Nach Erreichen einer stabilen Dosis kann der Arzt

darüber befinden, ob der Patient ein Fahrzeug führen oder eine Maschine bedienen kann.

4.8

Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Die häufigsten therapiebedingten Nebenwirkungen, die im Rahmen zulassungsrelevanter klinischer

Studien beschrieben wurden, waren Obstipation und Symptome, die im Allgemeinen mit

Entzugssymptomen assoziiert sind (d. h. Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Übelkeit, Hyperhidrosis

und Schmerzen). Bestimmte berichtete Fälle von Krampfanfällen, Erbrechen, Diarrhö und erhöhten

Leberfunktionswerten wurden als schwerwiegend beurteilt.

Liste der Nebenwirkungen in Tabellenform

Die Häufigkeiten der unerwünschten Arzneimittelwirkungen (UAW) aufgrund einer

Buprenorphin-Therapie sind im Folgenden tabellarisch dargestellt. Die Tabelle basiert auf

Nebenwirkungen, die während klinischer Studien und/oder nach Markteinführung berichtet

wurden.

Alle Nebenwirkungen werden nach Systemorganklassen und Häufigkeit aufgeführt: sehr häufig

(≥ 1/10), häufig (≥ 1/100 bis < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100), selten (≥ 1/10.000 bis

< 1/1.000), sehr selten (< 1/10.000) und nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren

Daten nicht abschätzbar). Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach

abnehmendem Schweregrad angegeben. Häufigkeiten von berichteten Nebenwirkungen bei der

Anwendung nach Markteinführung können nicht bestimmt werden, da sie aus Spontanmeldungen

stammen. Folglich wird die Häufigkeit dieser Nebe

nwirkungen als „nicht bekannt“ bezeichnet.

Systemorganklasse

Sehr häufig

Häufig

Gelegentlich

Sehr selten

Infektionen und

parasitäre

Erkrankungen

Bronchitis, Infektion,

Influenza,

Pharyngitis, Rhinitis

Erkrankungen des

Blutes und des

Lymphsystems

Lymphadenopathie

Erkrankungen des

Immunsystems

anaphylaktis

cher Schock,

angioneuroti

sches Ödem

(Quincke-

Ödem)

Stoffwechsel- und

Ernährungsstörungen

Appetitlosigkeit

Psychiatrische

Erkrankungen

Schlaflosigkeit

Unruhe, Angst,

Depression,

Feindseligkeit,

Nervosität,

Benommenheit,

Paranoia, anomales

Denken

Halluzinationen

Erkrankungen des

Nervensystems

Kopfschmerzen

Vertigo, Schwindel,

Hypertonie, Migräne,

Parästhesie,

Schläfrigkeit,

Synkope, Tremor

Augenerkrankungen

Lakrimationsstörung,

Mydriasis

Herzerkrankungen

Verlängerung des

QT-Intervalls im

EKG, Palpitationen

Gefäßerkrankungen

orthostatischer

Blutdruckabfall,

Vasodilatation

Erkrankungen der

Atemwege, des

Brustraums und

Mediastinums

Nasenfluss, Husten,

Dyspnoe, Gähnen

Atemdepression

Bronchospas

Systemorganklasse

Sehr häufig

Häufig

Gelegentlich

Sehr selten

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts

Übelkeit

Obstipation, Diarrhö,

Mundtrockenheit,

Dyspepsie,

gastrointestinale

Störungen, Flatulenz,

Zahnerkrankungen,

Erbrechen,

Bauchschmerzen

Leber- und

Gallenerkrankungen

Lebernekrose,

Hepatitis

Erkrankungen der

Haut und des

Unterhautzellgewebes

Hyperhidrosis

Hautausschlag

Skelettmuskulatur-,

Bindegewebs- und

Knochenerkrankungen

Arthralgie,

Rückenschmerzen,

Knochenschmerzen,

Muskelspasmen,

Myalgie,

Nackenschmerzen

Erkrankungen der

Geschlechtsorgane

und der Brustdrüse

Dysmenorrhö

Allgemeine

Erkrankungen und

Beschwerden am

Verabreichungsort

Asthenie,

Arzneimittelent

zugssyndrom,

Schmerzen

Brustschmerzen,

Schüttelfrost,

Unwohlsein,

periphere Ödeme,

Pyrexie

Beschreibung weiterer ausgewählter Nebenwirkungen, die nach Markteinführung beobachtet wurden

Nachfolgend eine Zusammenfassung von weiteren nach Markteinführung berichteten

Nebenwirkungsmeldungen, die als schwerwiegend oder aus anderem Grund als nennenswert

betrachtet werden:

In Fällen intravenösen Missbrauchs von Medikamenten wurden lokale, in manchen Fällen

septische Reaktionen (Abszess, Cellulitis) und eine potenziell schwerwiegende akute Hepatitis

sowie andere akute Infektionen, wie Pneumonie und Endokarditis, beschrieben (siehe

Abschnitt 4.4).

Bei Patienten mit ausgeprägter Drogenabhängigkeit kann die initiale Gabe von Buprenorphin zu

einem Arzneimittelentzugssyndrom führen, das dem für Naloxon beschriebenen

Entzugssyndrom ähnlich ist, wenn es angewendet wird, bevor die agonistischen Wirkungen, die

ein vor Kurzem stattgefundener Opioidgebrauch oder -missbrauch ausgelöst hat, abgeklungen

sind (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).

Zu den häufigsten Anzeichen und Symptomen einer Überempfindlichkeit zählen

Hautausschläge, Urtikaria und Pruritus. Fälle von Bronchospasmus, Atemdepression,

Angioödem und anaphylaktischem Schock sind ebenfalls berichtet worden (siehe

Abschnitt 4.3).

Transaminasenerhöhung, Hepatitis, akute Hepatitis, zytolytische Hepatitis, Ikterus,

hepatorenales Syndrom, hepatische Enzephalopathie und hepatische Nekrose sind aufgetreten

(siehe Abschnitt 4.4).

Ein neonatales Arzneimittelentzugssyndrom ist bei Neugeborenen berichtet worden, deren

Mütter während der Schwangerschaft Buprenorphin erhalten hatten. Dieses Syndrom kann

leichter und langwieriger sein als ein durch μ-Opioid-Vollagonisten bedingtes Entzugssyndrom.

Die Art des Syndroms kann in Abhängigkeit von der Vorgeschichte des Drogenkonsums der

Mutter variieren (siehe Abschnitt 4.6).

Halluzinationen, orthostatische Hypotonie, Synkope, Schwindelgefühl und

Arzneimittelabhängigkeit wurden berichtet.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Symptome

Besonders bei nichttoleranten Personen (v. a. Kindern) können bereits bedrohliche Vergiftungen

(Intoxikationen) durch niedrigere als in der Substitutionstherapie übliche Dosen hervorgerufen

werden.

Zeichen und Symptome einer übermäßigen Buprenorphin-Wirkung sind durch Beschwerden wie „sich

komisch fühlen“, schlechte Konzentrationsfähigkeit, Schläfrigkeit und möglicherweise

Schwindelgefühl im Stehen gekennzeichnet. Das primäre Symptom bei Überdosierung, das eine

Intervention erforderlich macht, ist eine Atemdepression infolge einer Depression des

Zentralnervensystems, da diese zum Atemstillstand und zum Tod führen könnte. Zu den ersten

Zeichen einer Überdosierung können auch Somnolenz, Amblyopie, Miosis, Hypotension, Übelkeit,

Erbrechen und/oder Sprachstörungen zählen.

Behandlung

Es sind allgemeine supportive Maßnahmen einzuleiten, u. a. eine engmaschige Kontrolle der Atem-

und Herzfunktionen des Patienten. Eine symptomatische Behandlung der Atemdepression und

intensivmedizinische Standardmaßnahmen sind einzuleiten. Freie Atemwege und eine unterstützende

oder kontrollierte Beatmung müssen sichergestellt werden. Der Patient ist in eine Einrichtung mit

kompletter Reanimationsausrüstung zu überweisen.

Bei Erbrechen ist darauf zu achten, dass es nicht zu einer Aspiration des Erbrochenen kommt.

Die Anwendung eines Opioidantagonisten (d. h. Naloxon) wird trotz des im Vergleich zur Wirkung

bei Opioid-Vollagonisten möglicherweise mäßigen Effekts bei der Behebung der Atemsymptome

durch Buprenorphin empfohlen.

Wird Naloxon verwendet, ist bei der Festlegung der Behandlungsdauer und der medizinischen

Überwachung, die zur Behebung der Auswirkungen einer Überdosis erforderlich sind, die lange

Wirkdauer von Buprenorphin zu berücksichtigen. Naloxon kann schneller als Buprenorphin

ausgeschieden werden, was zu einem erneuten Auftreten der zuvor kontrollierten Symptome der

Buprenorphin-Überdosis führen kann, weshalb eine Dauerinfusion erforderlich sein kann. Wenn keine

Infusion möglich ist, kann eine wiederholte Naloxon-Verabreichung erforderlich sein. Die Naloxon-

Initialdosen können bis zu 2 mg betragen und alle 2–3 Minuten wiederholt werden, bis ein

ausreichendes Ansprechen erreicht wird, wobei eine Anfangsdosis von 10 mg nicht überschritten

werden sollte. Infusionsraten sind dem Ansprechverhalten des Patienten gemäß anzupassen.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere Mittel für das Nervensystem, Mittel zur Behandlung von

Suchterkrankungen, Mittel zur Behandlung der Opiatabhängigkeit,

ATC-Code: N07BC01.

Wirkmechanismus

Buprenorphin ist ein partieller Opioidagonist/-antagonist, der an die µ- und

-Rezeptoren des ZNS

bindet. Seine Wirksamkeit bei der Opioid-Erhaltungstherapie beruht auf seiner langsam reversiblen

Bindung an die µ-Rezeptoren, die über einen längeren Zeitraum das Bedürfnis des abhängigen

Patienten nach Drogen weitgehend reduziert.

Buprenorphin weist ein relativ breites therapeutisches Fenster auf, das auf seine Wirksamkeit als

primärer Agonist/Antagonist zurückgeführt wird.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Bei oraler Anwendung unterliegt Buprenorphin einem First-Pass-Metabolismus, wobei es zu einer

N-Dealkylierung und Glukuronidierung kommt. Die orale Anwendung ist für dieses Arzneimittel

daher ungeeignet.

Die Plasmaspitzenkonzentration wird 90 Minuten nach der sublingualen Anwendung erreicht. Das

Verhältnis von Dosis zu maximaler Plasmakonzentration ist im Dosisbereich zwischen 2 mg und

24 mg Buprenorphin (Sublingualtabletten) dosisabhängig, aber nicht dosisproportional.

Das Verhältnis von Dosis zum Ausmaß der Bioverfügbarkeit (AUC) ist im Dosisbereich zwischen

2 mg und 16 mg Buprenorphin (Sublingualtabletten) dosisproportional, im Dosisbereich zwischen

16 und 24 mg dosisabhängig, aber nicht dosisproportional.

Die relative Bioverfügbarkeit von Buprenorphin-Sublingualtabletten im Vergleich zu Buprenorphin-

Lösung beträgt nach einer an 24 Probanden durchgeführten Bioverfügbarkeitsstudie etwa 70 %.

Verteilung

Auf die Resorption von Buprenorphin folgt eine rasche Verteilungsphase. Die Halbwertszeit beträgt

2 bis 5 Stunden.

Biotransformation

Buprenorphin wird durch 14-N-Dealkylierung und Glukuronidierung des Stammmoleküls und des

dealkylierten Metaboliten metabolisiert. N-Dealkylbuprenorphin ist ein µ-Agonist mit schwacher

intrinsischer Aktivität.

Elimination

Die Eliminierung von Buprenorphin verläuft mit einer langen terminalen Eliminationsphase von

20 bis 25 Stunden bi- oder tri-exponentiell. Dies ist zum einen auf die Rückresorption von

Buprenorphin nach der Hydrolyse des konjugierten Derivats im Darm und zum anderen auf den

ausgeprägten lipophilen Charakter des Moleküls zurückzuführen.

Exkretion

Buprenorphin wird nach biliärer Exkretion der glukuronidierten Metaboliten hauptsächlich (zu 70 %)

über die Faeces ausgeschieden. Der Rest wird über den Urin ausgeschieden.

Pharmakokinetik bei besonderen Patientengruppen

Leberfunktionsstörung

In Tabelle 2 sind die Ergebnisse einer klinischen Studie zusammengefasst, in welcher die Exposition

von Buprenorphin nach Einzeldosisverabreichung einer Buprenorphin/Naloxon 2,0/0,5 mg-

Sublingualtablette an gesunden Probanden sowie an Patienten mit Leberfunktionsstörungen

unterschiedlichen Schweregrads untersucht wurde.

Tabelle 2: Auswirkungen einer Leberfunktionsstörung auf die pharmakokinetischen (PK) Parameter

von Buprenorphin nach Verabreichung von Buprenorphin/Naloxon (im Unterschied zu gesunden

Probanden)

PK-Parameter

Leichte

Leberfunktionsstörung

(Child-Pugh Stadium A)

(n = 9)

Mittelschwere

Leberfunktionsstörung

(Child-Pugh Stadium B)

(n = 8)

Schwere

Leberfunktionsstörung

(Child-Pugh Stadium C)

(n = 8)

(Buprenorphin)

1,2-fache Erhöhung

1,1-fache Erhöhung

1,7-fache Erhöhung

last

(Buprenorphin)

ähnlich Kontrolle

1,6-fache Erhöhung

2,8-fache Erhöhung

Insgesamt erhöhte sich der Buprenorphin-Plasmaspiegel ungefähr um das 3-Fache bei Patienten mit

schwerer Leberfunktionsstörung.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Tierexperimentelle Studien haben eine Verringerung der weiblichen Fertilität unter hohen Dosen

gezeigt (systemische Exposition > 2,4-Fache der Exposition des Menschen bei der empfohlenen

Höchstdosis von 24 mg Buprenorphin, basierend auf den AUC-Werten). Untersuchungen an Ratten

und Kaninchen haben Hinweise auf Fetotoxizität und Postimplantationsverluste ergeben.

Studien an Ratten haben ein vermindertes intrauterines Wachstum, Entwicklungsverzögerungen

einiger neurologischer Funktionen und eine hohe peri- und postnatale Sterblichkeit der Neugeborenen

nach Behandlung der Muttertiere während der Trächtigkeit bzw. der Laktation ergeben. Es liegen

Hinweise darauf vor, dass Geburtsschwierigkeiten und eine reduzierte Milchproduktion zu diesen

Effekten beigetragen haben. Anzeichen für Embryotoxizität einschließlich Teratogenität gab es weder

bei Ratten noch bei Kaninchen.

In-vitro

- und

In-vivo

-Untersuchungen zum mutagenen Potenzial von Buprenorphin zeigten keine

klinisch relevanten Effekte.

Langzeituntersuchungen an Ratte und Maus ergaben keine für den Menschen relevanten Hinweise auf

ein kanzerogenes Potenzial.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Lactose-Monohydrat

Mannitol (Ph. Eur.)

Maisstärke

Povidon K 29/32

Citronensäure

Natriumcitrat (Ph. Eur.)

Magnesiumstearat (Ph. Eur.) [pflanzlich]

Edetinsäure

Ascorbinsäure

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 30 °C lagern.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Blisterpackungen aus opakem PVC/PVDC, versiegelt mit Aluminiumfolie.

Packungen zu 7 Sublingualtabletten

Packungen zu 28 Sublingualtabletten

Klinikpackungen zu 70 (7 x 10) Sublingualtabletten

Klinikpackungen zu 280 (10 x 28) Sublingualtabletten

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen

zu entsorgen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

Sanofi-Aventis Deutschland GmbH

65926 Frankfurt am Main

Postanschrift:

Postfach 80 08 60

65908 Frankfurt am Main

Telefon: 0800 52 52 010

E-Mail: medinfo.de@sanofi.com

8.

ZULASSUNGSNUMMERN

Buprenorphin Sanofi 2 mg Sublingualtabletten: 79243.00.00

Buprenorphin Sanofi 8 mg Sublingualtabletten: 79244.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 28. Juli 2010

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 16. September 2015

10.

STAND DER INFORMATION

November 2019

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig, Betäubungsmittel

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