Bramitob 300 mg/4 ml Lösung für einen Vernebler

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Tobramycin
Verfügbar ab:
Chiesi GmbH
ATC-Code:
J01GB01
INN (Internationale Bezeichnung):
Tobramycin
Darreichungsform:
Lösung für einen Vernebler
Zusammensetzung:
Tobramycin 300.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
65777.00.00

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Gebrauchsinformation: Information für Anwender

BRAMITOB® 300 mg/4 ml Lösung für einen Vernebler

Wirkstoff: Tobramycin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit

der Anwendung dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige

Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später

nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder

Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es

nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese

die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder

Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht:

Was ist Bramitob und wofür wird es angewendet?

Was müssen Sie vor der Anwendung von Bramitob beachten?

Wie ist Bramitob anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Bramitob aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

WAS IST BRAMITOB

®

UND WOFÜR WIRD ES ANGEWENDET?

Bramitob enthält Tobramycin – ein Antibiotikum aus der Familie der

sogenannten Aminoglykoside. Es dient zur Bekämpfung von Infektionen, die

durch

Pseudomonas aeruginosa

hervorgerufen werden.

Bramitob wird zur Behandlung von Patienten mit chronischen

Lungeninfektionen bei Mukoviszidose angewendet, die durch

Pseudomonas-

Bakterien ausgelöst werden. Es tötet die Bakterien ab und trägt zur

Verbesserung Ihrer Atmung bei.

Pseudomonas

ist ein sehr häufig

vorkommendes Bakterium, mit dem sich nahezu alle Patienten mit

Mukoviszidose im Laufe ihres Lebens infizieren. Einige Menschen

bekommen diese Krankheit erst später in ihrem Leben, während andere schon

in sehr jungen Jahren betroffen sind. Wird die Infektion nicht richtig

bekämpft, so führt sie zu einer zunehmenden Schädigung der Lunge und

weiteren gesundheitlichen Problemen.

Wenn Sie Bramitob einatmen, kann das Antibiotikum Tobramycin direkt in

Ihre Lungen gelangen und dort gegen die Bakterien wirken, welche die

Infektion verursachen.

Bramitob ist nur für Patienten ab einem Alter von 6 Jahren angezeigt.

Damit Sie den bestmöglichen Behandlungserfolg erzielen, sollten Sie Ihr

Arzneimittel bitte unbedingt entsprechend ärztlicher Anweisung einnehmen.

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2.

WAS SOLLTEN SIE VOR DER ANWENDUNG VON BRAMITOB

®

BEACHTEN?

Bramitob

darf nicht angewendet werden

wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Tobramycin oder einen der in

Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile oder irgendein anderes

Aminoglykosid-Antibiotikum sind;

wenn Sie eines der Arzneimittel einnehmen, das im folgenden Abschnitt

aufgeführt ist: "Anwendung von Bramitob zusammen mit anderen

Arzneimitteln".

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie Bramitob anwenden.

Das in Bramitob enthaltene Tobramycin gehört zu einer Gruppe von

Wirkstoffen, die gelegentlich zu Hörverlust, Schwindel und Nierenschäden

führen können (siehe auch Abschnitt 4 auf der Rückseite der

Gebrauchsinformation "Welche Nebenwirkungen sind möglich?").

Es ist wichtig, dass Sie Ihren Arzt informieren, falls bei Ihnen einer der

folgenden Punkte zutrifft:

Wenn Sie nach der Anwendung von Bramitob ein Engegefühl im

Brustkorb verspüren. Ihr Arzt wird bei der ersten Anwendung von

Bramitob anwesend sein und vor und nach der Anwendung Ihre

Lungenfunktion überprüfen. Wenn Sie nicht schon ein

bronchienerweiterndes Mittel verwenden (z. B. Salbutamol), wird Ihr

Arzt Ihnen möglicherweise eines verordnen, damit sie dies vor der

Anwendung von Bramitob benutzen.

Wenn Sie irgendwann einmal an neuromuskulären Störungen gelitten

haben, wie beispielsweise der Parkinson-Krankheit oder anderen

Erkrankungen mit Muskelschwäche einschließlich Myasthenia gravis.

Wenn Sie in der Vergangenheit bereits einmal Nierenprobleme hatten. Bevor Sie

mit der Anwendung von Bramitob beginnen, prüft Ihr Arzt eventuell, ob Ihre

Nieren richtig arbeiten, indem er Ihnen eine Blut- oder eine Urinprobe entnimmt.

Möglicherweise wird Ihr Arzt dies während des Behandlungsverlaufs in

regelmäßigen Abständen wiederholen.

Wenn Sie in der Vergangenheit eines der folgenden Symptome

festgestellt haben:

– Ohrensausen

– andere Gehörprobleme

– Schwindelgefühl.

Ihr Arzt wird möglicherweise vor Aufnahme der Bramitob-Behandlung

oder im Laufe der Behandlung Ihr Gehör überprüfen.

Wenn Sie zurzeit Blut mit Ihrem Auswurf abhusten. Das Inhalieren von

Arzneimitteln könnte bei Ihnen zu Husten führen und Ihr Arzt wird Sie

dann möglicherweise auffordern, die Anwendung von Bramitob zu

unterbrechen, bis Ihr Auswurf nur noch wenig oder gar kein Blut mehr

enthält.

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Wenn Sie den Eindruck haben, dass Bramitob nicht so wirksam ist, wie

es sein sollte. Bakterien können manchmal gegen antibiotische

Behandlungen resistent werden.

Anwendung von Bramitob

®

zusammen mit anderen Arzneimitteln

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere

Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel

eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel

einzunehmen/anzuwenden, auch wenn es sich um nicht

verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Wenden Sie Bramitob nicht an, wenn Sie Diuretika

(Entwässerungstabletten) einnehmen, die Furosemid oder Etacrynsäure

enthalten, ohne vorher mit Ihrem Arzt darüber gesprochen zu haben.

Wenden Sie Bramitob nicht an, wenn Sie Harnstoff einnehmen oder

Ihnen Mannitol intravenös oder oral verabreicht wird (mit diesen

Arzneimitteln werden schwere Krankheiten bei Klinikpatienten

behandelt).

Manche andere Arzneimittel können eventuell die Nieren oder das Gehör

schädigen, was durch eine Bramitob-Behandlung verstärkt werden

könnte.

Es kann sein, dass Sie nicht nur Bramitob zur Inhalation erhalten, sondern

auch Injektionen mit Tobramycin oder anderen Aminoglykosiden. Solche

Injektionen können die sehr niedrigen Konzentrationen von Aminoglykosid,

die durch die Inhalation von Bramitob im Körper verursacht werden, erhöhen.

Sie sollten vermieden werden, wenn die folgenden Arzneimittel eingenommen

werden:

Amphotericin B, Cefalotin, Cyclosporin, Tacrolimus, Polymyxine

Platinverbindungen (z. B. Carboplatin und Cisplatin)

Anticholinesterasen (z. B. Neostigmin und Pyridostigmin),

Botulinumtoxin.

Wenn das für Sie zutrifft, müssen Sie mit Ihrem Arzt sprechen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu

sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor Anwendung

dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Bramitob hat einen geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die

Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. In seltenen Fällen kann es sein, dass

Ihnen von Bramitob schwindelig wird. Es ist daher möglich, dass Ihre

Fähigkeit, ein Fahrzeug zu steuern oder Maschinen zu bedienen, durch

Bramitob beeinträchtigt wird.

3.

WIE IST BRAMITOB

®

ANZUWENDEN?

Wenden Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt

an. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher

sind. Eine Anleitung, wie Bramitob anzuwenden ist, finden Sie im Anschluss

an den Abschnitt zur Dosierung.

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Sie dürfen Bramitob in Ihrem Vernebler

nicht

mit anderen Arzneimitteln

mischen oder verdünnen.

Wenn Sie verschiedene Behandlungen für die Mukoviszidose erhalten, sollten

Sie sie in der folgenden Reihenfolge anwenden:

Bronchodilatator (z. B. Salbutamol), dann

Brustkorbphysiotherapie, dann

andere zu inhalierende Arzneimittel, dann

Bramitob.

Überprüfen Sie diese Reihenfolge auch mit Ihrem Arzt.

Bramitob sollte mit einem sauberen, trockenen wiederverwendbaren PARI-

LC-PLUS oder PARI-LC-SPRINT Vernebler (nur zu Ihrer persönlichen

Verwendung) und einem geeigneten Kompressor angewendet werden. Fragen

Sie Ihren Arzt oder Apotheker um Rat, welchen Kompressor Sie verwenden

sollten.

Das Einzeldosisbehältnis Bramitob darf erst direkt vor der Anwendung

geöffnet werden. Restlösung, die nicht sofort verwendet wird, ist zu

verwerfen.

Dosierung

Die Dosis (ein 4-ml-Einzeldosisbehältnis) ist für alle Personen ab einem

Alter von 6 Jahren gleich.

Verwenden Sie zwei Einzeldosisbehältnisse pro Tag über einen Zeitraum

von 28 Tagen. Inhalieren Sie den Inhalt eines Einzeldosisbehältnisses am

Morgen und eines zweiten am Abend. Zwischen den beiden Dosierungen

sollte ein Abstand von 12 Stunden liegen.

In den darauf folgenden 28 Tagen wenden Sie Ihr Arzneimittel nicht an,

bevor Sie mit einem weiteren 28-tägigen Behandlungszyklus beginnen.

Es ist wichtig, dass Sie das Arzneimittel an jedem der 28 Behandlungstage

zweimal täglich anwenden und dass Sie den Zyklusablauf 28 Tage mit

Behandlung/28 Tage ohne Behandlung einhalten. Wenden Sie Bramitob auf

diese Weise an, bis Ihr Arzt Ihnen andere Anweisungen erteilt.

Wenn Sie eine größere Menge Bramitob

®

angewendet haben, als Sie

sollten

Wenn Sie zu viel Bramitob inhalieren, kann es sein, dass Sie sehr heiser

werden. Teilen Sie dies Ihrem Arzt unbedingt und so bald wie möglich mit.

Wenn Sie die Anwendung von Bramitob

®

vergessen haben

Wenn es noch mehr als 6 Stunden bis zum nächsten geplanten

Anwendungszeitpunkt sind, nehmen Sie Bramitob sofort.

Wenn es keine 6 Stunden mehr bis zum nächsten geplanten

Anwendungszeitpunkt sind, lassen Sie die vergessene Dosis aus.

Setzen Sie dann die Behandlung mit der normalen Dosierung fort.

Anleitung zur Anwendung

Bramitob ist zur Anwendung in einem Vernebler gedacht, wenden Sie es auf

keine andere Weise an.

Waschen Sie Ihre Hände gründlich mit Wasser und Seife, bevor Sie das

Einzeldosisbehältnis entsprechend der folgenden Anleitung öffnen.

Biegen Sie das Einzeldosisbehältnis nach hinten und vorne (Abb. A).

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Trennen Sie vorsichtig ein neues Behältnis vom Streifen ab, zuerst oben,

dann in der Mitte (Abb. B); der Rest bleibt in dem Schlauchbeutel.

Öffnen Sie das Einzeldosisbehältnis durch Drehen der Lasche in

Pfeilrichtung (Abb. C).

Drücken Sie den Inhalt des Einzeldosisbehältnisses vorsichtig in die

Verneblerkammer (Abb. D).

Stellen Sie den Kompressor an.

Überprüfen Sie, ob ein gleichmäßiger Nebel aus dem Mundstück austritt.

Stehen oder sitzen Sie in aufrechter Haltung, sodass Sie normal atmen

können.

Nehmen Sie das Mundstück zwischen die Zähne und auf den Rücken

Ihrer Zunge. Atmen Sie normal, jedoch nur durch den Mund (eine

Nasenklammer kann Ihnen dabei helfen). Achten Sie darauf, das Ende

des Mundstücks nicht mit Ihrer Zunge zu blockieren.

Setzen Sie die Inhalation fort, bis die gesamte Menge Bramitob

aufgebraucht ist; dies dauert etwa 15 Minuten.

Wenn Sie unterbrochen werden oder während der Behandlung husten

oder sich ausruhen müssen, stellen Sie den Kompressor ab, um Ihr

Arzneimittel zu behalten. Stellen Sie den Kompressor an, wenn Sie bereit

sind, mit der Behandlung fortzufahren.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie

Ihren Arzt oder Apotheker.

Pflege von Vernebler und Kompressor:

Bitte befolgen Sie die Anweisungen des Herstellers für die Reinigung und

Handhabung Ihres Verneblers und Kompressors.

4.

WELCHE NEBENWIRKUNGEN SIND MÖGLICH?

Wie alle Arzneimittel kann Bramitob Nebenwirkungen haben, die aber nicht

bei jedem auftreten müssen.

Wenn Sie nicht genau wissen, was die folgenden Nebenwirkungen sind, lassen

Sie sie sich von Ihrem Arzt erklären.

Häufige

Nebenwirkungen, die bei mehr als 1 von 100 Behandelten auftreten

können, sind: Husten, Heiserkeit.

Gelegentliche

Nebenwirkungen, die bei mehr als 1 von 1000 Behandelten

auftreten können, sind: Ausschlag im Mund (Candida-Infektion), Schwindel,

Hörverlust, erhöhter Speichelfluss, Entzündung der Zunge, Hautausschlag,

Halsschmerzen und erhöhte Leberwerte im Blut, laute Atemgeräusche,

Übelkeit, trockene Schleimhaut, Bluthusten, Brustschmerzen, Kopfschmerzen,

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Kurzatmigkeit, Schwäche, vermehrte Erzeugung von Sputum (die Substanz,

die Sie abhusten) als gewöhnlich, Magenschmerzen und Pilzinfektionen.

Seltene

Nebenwirkungen, die bei mehr als 1 von 10.000 Behandelten

auftreten können, sind: Appetitlosigkeit, Ohrgeräusche, Engegefühl in der

Brust oder Atemschwierigkeiten, Stimmausfall, Nasenbluten, laufende Nase,

Geschwürbildung im Mundbereich, Erbrechen, Geschmacksstörungen,

Asthma, Benommenheit, Kraftverlust, Fieber und Schmerzen, Laryngitis

(Veränderung der Stimme begleitet von Halsschmerzen und

Schluckbeschwerden).

Sehr seltene

Nebenwirkungen, die bei weniger als 1 von 10.000 Behandelten

auftreten können, sind: Lymphknotenschwellung, Schläfrigkeit,

Ohrerkrankungen, Ohrenschmerzen, Hyperventilation,

Nasennebenhöhlenentzündung, Durchfall, allergische Reaktionen

einschließlich Nesselsucht und Juckreiz, Sauerstoffmangel des Blutes und der

Gewebe (Hypoxie), Rückenschmerzen, Bauchschmerzen und allgemeines

Unwohlsein.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder

Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt über das

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: http://www.bfarm.de

anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen,

dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur

Verfügung gestellt werden.

5.

WIE IST BRAMITOB

®

AUFZUBEWAHREN?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Nur zum einmaligen Gebrauch bestimmt. Sie dürfen das Arzneimittel

nach dem auf dem Umkarton nach

"Verwendbar bis"

angegebenen

Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf

den letzten Tag des Monats. Sie können Bramitob auch verwenden, wenn

sich die Lösung verfärbt haben sollte.

Haltbarkeit nach Anbruch: Bramitob-Beutel (intakt oder geöffnet) können bis zu

3 Monate bei max. 25 °C gelagert werden.

Im Kühlschrank lagern (2 – 8°C). Wenn kein Kühlschrank zur Verfügung

steht oder für Transportzwecke können die Behältnisse 3 Monate lang bei

einer Temperatur bis 25°C aufbewahrt werden.

Behältnisse in der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor

Licht zu schützen.

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Nach dem ersten Öffnen des Einzeldosisbehältnisses ist der Inhalt sofort

zu verwenden.

Nach der ersten Anwendung ist das gebrauchte Einzeldosisbehältnis

sofort zu verwerfen.

Entsorgen Sie das Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen

Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht

mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6.

INHALT DER PACKUNG UND WEITERE INFORMATIONEN

Was Bramitob

®

enthält

Der Wirkstoff ist Tobramycin.

Jedes 4-ml-Einzeldosisbehältnis enthält 300 mg Tobramycin.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Natriumchlorid, Schwefelsäure und Natriumhydroxid (zur Einstellung

des pH-Wertes), Wasser für Injektionszwecke.

Wie Bramitob

®

aussieht und Inhalt der Packung

Bramitob ist eine klare, gelbliche Lösung.

Sie erhalten Ihre Bramitob-Lösung für einen Vernebler in 4-ml-

Einzeldosisbehältnissen. In jedem versiegelten Folienbeutel befinden sich vier

Einzeldosisbehältnisse; die Packungsgrößen sind 4, 16, 28 oder 56

Einzeldosisbehältnisse.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Pharmazeutischer Unternehmer

Chiesi GmbH

Gasstraße 6

22761 Hamburg

Telefon: 040 89724-0

Telefax: 040 89724-212

E-Mail: info.de@chiesi.com

Hersteller

Chiesi Farmaceutici S.p.A.

26/A Via Palermo

43122 Parma

Italien

oder

Genetic S.p.A.

Contrada Canfora

Seite 8 von 8

84084 Fisciano

Italien

Falls Sie weitere Informationen über das Arzneimittel wünschen, setzen Sie sich

bitte mit dem örtlichen Vertreter des pharmazeutischen Unternehmers in

Verbindung.

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen

Wirtschaftsraumes (EWR) unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Österreich:

Bramitob

Tschechische Republik:

Bramitob

Griechenland:

Bramitob

Ungarn:

Bramitob

Irland:

Bramitob

Italien:

Tobrineb

Niederlande:

Bramitob

Polen:

Bramitob

Portugal:

Bramitob

Slowakei:

Bramitob

Spanien:

Bramitob

Vereinigtes Königreich:

Bramitob

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im März 2019

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1

12

FACHINFORMATION

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

BRAMITOB

300 mg/4 ml Lösung für einen Vernebler

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jedes 4-ml-Einzeldosisbehältnis enthält 300 mg Tobramycin.

Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Lösung für einen Vernebler.

Klare, gelbliche Lösung.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Zur Behandlung chronischer Infektionen der Lunge mit

Pseudomonas aeruginosa

bei Patienten mit

Mukoviszidose ab einem Alter von 6 Jahren.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Bramitob ist für die inhalative Anwendung bestimmt und nicht für eine parenterale Anwendung

geeignet.

Die offiziellen Richtlinien zur sachgemäßen Anwendung von Antibiotika sind zu beachten.

Die Therapie sollte von einem Arzt mit Erfahrung in der Behandlung von Mukoviszidose

eingeleitet werden.

Die empfohlene Dosis für Erwachsene und Kinder ab 6 Jahren ist ein Einzeldosisbehältnis

(300 mg) zweimal täglich (morgens und abends) über einen Zeitraum von 28 Tagen. Der Abstand

zwischen den Dosen sollte möglichst bei 12 Stunden liegen. Nach 28 Behandlungstagen mit

Bramitob sollten die Patienten die Behandlung für die folgenden 28 Tage aussetzen. Es sollte ein

Therapieregime mit abwechselnden Zyklen von 28 Tagen aktiver Behandlung, gefolgt von 28

Tagen ohne Behandlung eingehalten werden (ein Zyklus besteht aus 28 Tagen mit Therapie und 28

Tagen ohne Therapie).

Kinder unter 6 Jahren

Wirksamkeit und Unbedenklichkeit von Bramitob wurden für Patienten unter 6 Jahren nicht

nachgewiesen.

Ältere Patienten

Tobramycin sollte bei älteren Patienten, die möglicherweise eine eingeschränkte Nierenfunktion

haben, mit Vorsicht eingesetzt werden (siehe Abschnitt 4.4).

Patienten mit Beeinträchtigung der Nierenfunktion

Tobramycin sollte bei Patienten mit bekannter oder bei vermuteter renaler Funktionsstörung mit

Vorsicht angewendet werden. Beim Auftreten von Nephrotoxizität ist Bramitob abzusetzen, bis der

Tobramycin-Spiegel im Serum unter 1 Mikroliter/ml gesunken ist (siehe Abschnitt 4.4).

Patienten mit Leberinsuffizienz

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2

12

Bei Leberinsuffizienz ist keine Änderung der Bramitob-Dosis erforderlich.

Die Dosis wird nicht an das Körpergewicht angepasst. Alle Patienten sollten ein

Einzeldosisbehältnis Bramitob (300 mg Tobramycin) zweimal täglich anwenden.

Die zyklische Behandlung mit Tobramycin sollte fortgeführt werden, solange der Patient nach

ärztlicher Einschätzung aus der Bramitob-Behandlung einen klinischen Vorteil gewinnt. Falls eine

klinische Verschlechterung der pulmonalen Situation erkennbar wird, sollte eine zusätzliche gegen

Pseudomonaden gerichtete Therapie in Betracht gezogen werden.

Art der Anwendung

Das Einzeldosisbehältnis darf erst unmittelbar vor Anwendung geöffnet werden. Unverbrauchte

Lösung, die nicht sofort verwendet wird, sollte verworfen und nicht für eine weitere Verwendung

aufbewahrt werden.

Die Anwendung von Bramitob sollte entsprechend den allgemeinen Hygienestandards erfolgen. Das

verwendete Gerät muss sauber sein und ordnungsgemäß funktionieren; der Vernebler, der nur für den

persönlichen Gebrauch gedacht ist, ist sauber zu halten und regelmäßig zu desinfizieren.

Für die Reinigung und Desinfektion des Verneblers: Beziehen Sie sich auf die dem Vernebler

beiliegende Bedienungsanleitung.

Maximal verträgliche tägliche Dosis:

Die maximal verträgliche tägliche Dosis von Bramitob wurde nicht ermittelt.

Anleitung zum Öffnen des Einzeldosisbehältnisses:

1. Biegen Sie das Einzeldosisbehältnis in beide Richtungen.

2. Trennen Sie das Einzeldosisbehältnis vom Streifen ab, zuerst oben, dann in

der Mitte.

3. Öffnen Sie das Einzeldosisbehältnis durch Drehen der Lasche in Pfeilrichtung.

4. Drücken Sie vorsichtig auf die Wände des Einzeldosisbehältnisses, um das

Arzneimittel in das dafür vorgesehene Behältnis des Verneblers fließen zu lassen.

Der Inhalt eines Einzeldosisbehältnisses (300 mg) sollte nach Entleerung in den Vernebler durch eine

Inhalation über ca. 15 Minuten verabreicht werden. Hierzu wird ein wiederverwendbarer Vernebler

PARI LC PLUS mit einem PARI TURBO

BOY-Kompressor (die Applikationsgeschwindigkeit beträgt 6,2 mg/Min., die Gesamtmenge

applizierter Medikation 92,8 mg, medianer Massen-aerodynamischer Durchmesser: D

0,65 µm, D

3,15 µm, D

8,99 µm) oder ein wiederverwendbarer Vernebler PARI LC SPRINT mit einem PARI

TURBO BOY Sx Kompressor benutzt (die Applikationsgeschwindigkeit beträgt 6,7 mg/Min., die

Gesamtmenge applizierter Medikation 99,8 mg, medianer Massen-aerodynamischer Durchmesser: D

0,70 µm, D

3,36 µm, D

9,41 µm).

Bramitob wird inhaliert, während der Patient sitzt oder aufrecht steht und normal durch das

Mundstück des Verneblers atmet. Nasenklemmen können dem Patienten das Atmen durch den Mund

erleichtern.

Die Patienten sollten ihre übliche Atemphysiotherapie fortsetzen. Je nach klinischer Notwendigkeit ist

die Anwendung mit geeigneten Bronchodilatatoren fortzusetzen.

Patienten, die mehrere verschiedene Atemwegstherapien erhalten, wird empfohlen, diese in folgender

Reihenfolge anzuwenden: Bronchodilatator, Atemphysiotherapie, andere inhalierte Arzneimittel und

zum Schluss Bramitob.

Bramitob darf nicht mit anderen Arzneimitteln zur Inhalation gemischt werden.

4.3

Gegenanzeigen

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3

12

Die Anwendung von Bramitob ist bei allen Patienten mit Überempfindlichkeit gegenüber

Tobramycin, anderen Aminoglykosiden oder einem der sonstigen Bestandteile des Arzneimittels

(in Abschnitt 6.1 gelistet) kontraindiziert.

Außerdem darf Bramitob nicht bei Patienten angewendet werden, die stark wirksame Diuretika wie

z. B. Furosemid oder Etacrynsäure einnehmen, die bekanntermaßen ototoxisch wirken.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Allgemeine Warnhinweise

Tobramycin sollte bei Patienten mit bekannter oder vermuteter renaler, auditorischer, vestibulärer

oder neuromuskulärer Dysfunktion oder mit aktiver, schwerer Hämoptysis mit Vorsicht eingesetzt

werden.

Nieren- und Hirnnervenfunktion sollten bei Patienten mit bekannter Nierenfunktionsstörung oder

Verdacht auf eine solche Störung engmaschig überwacht werden. Das gilt auch für Patienten, deren

Nierenfunktion anfangs unauffällig ist, die aber unter der Therapie Anzeichen einer

Nierenfunktionsstörung entwickeln. Das Vorliegen einer Beeinträchtigung der renalen, vestibulären

und/oder auditorischen Funktion erfordert das Absetzen des Arzneimittels oder eine

Dosisanpassung.

Die Tobramycin-Konzentration im Serum sollte nur aus Blutproben, die durch Venenpunktion und

nicht durch Einstechen der Fingerkuppe gewonnen wurden, überwacht werden, da Letzteres eine

nicht validierte Messmethode darstellt. Es wurde festgestellt, dass die Kontamination der Haut an

den Fingern durch die Handhabung und Verneblung von Tobramycin zu fälschlich erhöhten

Serumspiegeln des Wirkstoffs geführt hat. Diese Kontamination lässt sich auch durch

Händewaschen vor dem Test nicht völlig vermeiden.

Bronchospasmus

Nach der Inhalation von Arzneimitteln können Bronchospasmen auftreten, dies wurde auch für

vernebeltes Tobramycin berichtet. Die erste Dosis Bramitob sollte unter ärztlicher Aufsicht

gegeben werden, und zwar mit einem Bronchodilatator vor der Verneblung, wenn dies bereits Teil

des derzeitigen Behandlungsplans des Patienten ist. Vor und nach der Verneblung ist die FEV

(forcierte exspiratorische Einsekundenkapazität) zu messen. Stellt sich heraus, dass bei einem

Patienten, der keinen Bronchodilatator erhält, ein therapieinduzierter Bronchospasmus auftritt,

sollte der Test zu einem anderen Zeitpunkt wiederholt werden, diesmal unter Anwendung eines

Bronchodilatators. Tritt ein Bronchospasmus unter gleichzeitiger Bronchodilatator-Therapie auf,

kann dies ein Hinweis auf eine allergische Reaktion sein. Bei Verdacht auf eine allergische

Reaktion sollte Bramitob abgesetzt werden. Der Bronchospasmus ist klinisch angemessen zu

behandeln.

Neuromuskuläre Störungen

Tobramycin sollte bei Patienten mit neuromuskulären Störungen, wie z. B. der Parkinson-

Krankheit oder anderen Erkrankungen mit Muskelschwäche einschließlich Myasthenia gravis, mit

großer Vorsicht angewendet werden. Aufgrund ihrer curareähnlichen Wirkungen auf die

neuromuskuläre Funktion können Aminoglykoside eine Muskelschwäche verschlimmern.

Nephrotoxizität

Obwohl die parenterale Aminoglykosid-Therapie mit einer Nephrotoxizität assoziiert ist, wurden

im Rahmen klinischer Studien mit Tobramycin keine Hinweise auf Nephrotoxizität gefunden. Bei

Patienten mit bekannter Nierenfunktionsstörung oder Verdacht auf eine solche Störung ist das

Arzneimittel mit Vorsicht anzuwenden und die Tobramycin-Konzentrationen im Serum sollten

überwacht werden. Z. B. sollten Bestimmungen der Serumspiegel nach zwei oder drei Dosierungen

durchgeführt werden, sodass die Dosierung wenn notwendig angepasst werden kann, und

außerdem in 3- oder 4-Tages-Intervallen während der Therapie. Im Fall einer Veränderung der

Nierenfunktion sollten die Serumspiegel häufiger bestimmt werden und es sollte eine Anpassung

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der Dosis oder der Dosisintervalle erfolgen. Für Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung, d.

h. einem Serumkreatininwert >2 mg/dl (176,8 µmol/l) liegen keine Daten aus klinischen Studien

vor.

Die derzeitige klinische Praxis empfiehlt eine Beurteilung der Ausgangs-Nierenfunktion.

Außerdem sollte die Nierenfunktion in regelmäßigen Abständen erneut untersucht werden, indem

Harnstoff- und Kreatininspiegel regelmäßig, mindestens jedoch alle 6 komplette Zyklen der

Tobramycin-Therapie (180 Tage Behandlung mit vernebeltem Tobramycin), bestimmt werden.

Wird eine Nephrotoxizität festgestellt, so muss die Tobramycin-Behandlung abgesetzt werden, bis

die Wirkstoffkonzentration im Serum mindestens unter 2 µg/ml abgefallen ist. Patienten, die eine

parenterale Begleittherapie mit Aminoglykosiden erhalten, sind wegen der Gefahr einer

kumulierenden Toxizität engmaschig zu überwachen.

Eine Überwachung der Nierenfunktion ist vor allem bei älteren Patienten wichtig, bei denen sich

eine reduzierte Nierenfunktion möglicherweise nicht in den Ergebnissen der Routine-

Screeningtests, wie z. B. Harnstoff oder Serumkreatinin, zeigt. Eine Bestimmung der Kreatinin-

Clearance ist möglicherweise sinnvoller.

Der Urin sollte auf erhöhte Ausscheidung von Protein, Zellen und Zylindern untersucht werden. In

regelmäßigen Abständen ist das Serumkreatinin oder die Kreatinin-Clearance (geeigneter als

Serum-Harnstoff) zu bestimmen.

Ototoxizität

Im Rahmen der parenteralen Anwendung von Aminoglykosiden wurde über Ototoxizität berichtet,

die sich sowohl als auditorische als auch als vestibuläre Toxizität äußert. Vestibuläre Toxizität

kann sich in Form von Vertigo, Ataxie oder Schwindel äußern.

Während kontrollierter klinischer Studien mit Tobramycin wurden mittelschwere Hörminderung

und Vertigo beobachtet, während in kontrollierten klinischen Studien mit anderen, vernebelbaren

tobramycinhaltigen Produkten keine auditorische Toxizität, die in Form von Beschwerden über

Hörverlust oder über audiometrische Auswertung ermittelt wurde, auftrat.

In offenen Studien und in Anwendungsbeobachtungen wurde bei einigen Patienten mit

anamnestisch bekannter, länger vorangegangener oder gleichzeitiger intravenöser Anwendung von

Aminoglykosiden ein Hörverlust beobachtet.

Der Arzt sollte an die Möglichkeit denken, dass Aminoglykoside vestibuläre und cochleäre

Schäden verursachen können, und deshalb die Hörfunktion während der andauernden Bramitob-

Behandlung regelmäßig prüfen.

Bei Patienten mit bestehendem Risiko aufgrund vorheriger längerer systemischer Behandlung mit

Aminoglykosiden kann es erforderlich sein, vor Beginn der Tobramycin-Behandlung eine

Hörprüfung durchzuführen. Das Auftreten eines Tinnitus erfordert Vorsicht, da er ein ototoxisches

Symptom darstellen kann. Wenn der Patient während der Aminoglykosidtherapie über Tinnitus

oder Schwerhörigkeit berichtet, sollte der Arzt Hörprüfungen erwägen. Es wird empfohlen,

möglichst Audiogrammserien bei Patienten in Dauertherapie, die ein besonders hohes Risiko für

Ototoxizität haben, durchzuführen.

Patienten, die eine parenterale Begleittherapie mit Aminoglykosiden erhalten, sollten klinisch

angemessen überwacht werden, wobei das Risiko einer kumulativen Toxizität zu bedenken ist.

Hämoptoe

Die Inhalation von vernebelten Lösungen kann einen Hustenreflex auslösen. Vernebeltes Bramitob

sollte bei Patienten mit aktiver, schwerer Hämoptoe nur angewendet werden, wenn der Nutzen der

Behandlung die Risiken, weitere Blutungen auszulösen, überwiegt.

Bakterienresistenz

In klinischen Studien wurde bei einigen Patienten, die mit vernebeltem Tobramycin behandelt

wurden, eine Zunahme der minimalen Aminoglykosid-Hemmkonzentrationen für

P.-aeruginosa-

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12

Isolate festgestellt. Theoretisch besteht das Risiko, dass sich bei Patienten unter der Behandlung

mit vernebeltem Tobramycin

P.-aeruginosa-

Isolate entwickeln können, die resistent gegenüber

intravenösem Tobramycin sind (s. Abschnitt 5.1 "Pharmakodynamische Eigenschaften"). In

klinischen Studien wurden keine Daten bei Patienten mit

Burkholderia-cepacia

-Infektionen

erhoben.

Für Informationen zur Anwendung während der Schwangerschaft und Stillzeit siehe Abschnitt 4.6

"Schwangerschaft und Stillzeit".

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Gleichzeitiger oder sequentieller Gebrauch von Bramitob mit anderen Arzneimitteln mit

nephrotoxischem oder ototoxischem Potenzial sollte vermieden werden. Einige Diuretika können die

Aminoglykosid-Toxizität verstärken, indem sie die Antibiotika-Konzentrationen im Serum und in den

Geweben verändern.

Bramitob sollte nicht gleichzeitig mit Furosemid, Ethacrynsäure, Harnstoff oder intravenösem und

oralem Mannitol verabreicht werden.

Andere Arzneimittel, über die eine Erhöhung der potenziellen Toxizität von parenteral applizierten

Aminoglykosiden berichtet wurde, sind:

Amphotericin B, Cephalotin, Cyclosporin, Tacrolimus, Polymyxine (Gefahr erhöhter

Nephrotoxizität), Platinverbindungen (Gefahr erhöhter Nephro- und Ototoxizität).

Anticholinesterasen, Botulinumtoxin: Wegen ihrer neuromuskulären Wirkungen sollte die

Kombination mit Tobramycin vermieden werden.

Andere

In klinischen Studien wurden bei Patienten, die vernebeltes Tobramycin gleichzeitig mit

Mukolytika, Beta-Agonisten, inhalativen Kortikosteroiden und anderen oralen oder parenteralen

Antipseudomonas-Antibiotika erhielten, unerwünschte Ereignisse beobachtet, die denen in der

Kontrollgruppe vergleichbar waren.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Bramitob sollte während Schwangerschaft und Stillzeit nur dann verwendet werden, wenn der

Nutzen für die Mutter das Risiko für den Fötus oder das Neugeborene überwiegt.

Schwangerschaft

Es liegen keine ausreichenden Daten über die inhalative Anwendung von Tobramycin bei

Schwangeren vor. Aus tierexperimentellen Studien ergeben sich keine Hinweise auf eine

teratogene Wirkung von Tobramycin (siehe Abschnitt 5.3 "Präklinische Daten"). Aminoglykoside

können jedoch den Fötus schädigen (z. B. angeborene Taubheit), wenn bei einer Schwangeren hohe

systemische Konzentrationen erreicht werden. Wenn Bramitob während der Schwangerschaft

angewendet wird oder wenn eine Patientin unter der Behandlung mit Bramitob schwanger wird, ist

die Patientin über die mögliche Gefahr für den Fötus zu informieren.

Stillzeit

Systemisch verabreichtes Tobramycin geht in die Muttermilch über. Es ist nicht bekannt, ob

inhalatives Tobramycin zu Serumkonzentrationen führt, die hoch genug sind, um Tobramycin in

der Muttermilch nachzuweisen. Wegen des potenziellen Risikos von Ototoxizität und

Nephrotoxizität unter Tobramycin bei Säuglingen ist vorab zu entscheiden, ob die Stillzeit beendet

oder die Bramitob-Therapie abgesetzt werden sollte.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Seite

6

12

Maschinen

Es wurden keine Studien zur Auswirkung auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von

Maschinen durchgeführt.

Auf der Basis von berichteten unerwünschten Arzneimittelwirkungen ist davon auszugehen, dass

ein Einfluss von Tobramycin auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

unwahrscheinlich ist.

Dennoch sollten Patienten, die fahren oder Maschinen bedienen wollen, darauf aufmerksam

gemacht werden, dass Benommenheit und/oder Schwindel auftreten könnten.

4.8

Nebenwirkungen

In kontrollierten klinischen Studien (4) und in nicht-kontrollierten klinischen Studien (1) mit

Bramitob (565 behandelte Patienten) betrafen die häufigsten Nebenwirkungen die Atemwege

(Husten und Dysphonie).

Bei der Bewertung der Nebenwirkungen, die in klinischen Studien gemeldet wurden (s. u.), werden

folgende Häufigkeiten zugrunde gelegt:

Häufig (>1/100, <1/10)

Gelegentlich (≥1/1.000, <1/100)

Selten (≥1/10.000, <1/1.000)

Sehr selten (<1/10.000)

Systemorganklasse

Nebenwirkung

Häufigkeit

Infektionen

parasitäre

Erkrankungen

Pilzinfektionen, orale Candidose

Gelegentlich

Störungen

zentralen

Nervensystems

Kopfschmerzen

Gelegentlich

Erkrankungen des Ohrs und

des Labyrinths

Vertigo, Hörminderung, neurosensorische

Taubheit (siehe Abschnitt 4.4)

Gelegentlich

Erkrankungen der

Atemwege, des Brustraums

und Mediastinums

Husten, Dysphonie

Häufig

Abnahme der Einsekundenkapazität, Dyspnoe,

Rasselgeräusche, Hämoptyse,

oropharyngealer

Schmerz, produktiver Husten

Gelegentlich

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts

Speichelhypersekretion, Glossitis, obere

Abdominalschmerzen, Übelkeit

Gelegentlich

Erkrankungen der Haut und

des Unterhautzellgewebes

Ausschlag

Gelegentlich

Allgemeine Erkrankungen

und Beschwerden am

Verabreichungsort

Asthenie, Brustbeschwerden, trockene

Schleimhaut

Gelegentlich

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7

12

Untersuchungen

Erhöhte Transaminasen

Gelegentlich

In kontrollierten klinischen Studien mit anderen, vernebelbaren tobramycinhaltigen Produkten, waren

Dysphonie und Tinnitus die einzigen unerwünschten Nebenwirkungen, die signifikant mehr bei

Patienten mit einer Tobramycin-Behandlung berichtet wurden (13 % Tobramycin vs. 7 % Kontrolle

bzw. 3 % Tobramycin vs. 0 % Kontrolle). Diese Phasen mit Tinnitus traten vorübergehend auf,

bildeten sich ohne einen Abbruch der Tobramycin-Therapie wieder zurück und wurden, wie

Audiogramme zeigten, nicht mit einem dauerhaften Hörverlust in Verbindung gebracht. Das Risiko,

einen Tinnitus zu erleiden, erhöhte sich auch nicht durch wiederholte Therapiezyklen mit Tobramycin.

Zusätzliche unerwünschte Wirkungen, von denen einige bekannte Spätkomplikationen der

Grunderkrankung sind, ein kausaler Zusammenhang mit Tobramycin jedoch nicht ausgeschlossen

werden konnte, sind: verfärbtes Sputum, Atemwegsinfektionen, Muskelschmerzen, Nasenpolypen und

Otitis media.

Zusätzlich zeigten kumulative Daten nach der Markteinführung von Produkten, die vernebelbares

Tobramycin enthielten, folgende unerwünschte Wirkungen auf (gleiche Frequenzklassifizierung wie

oben):

Systemorganklasse

Nebenwirkung

Häufigkeit

Infektionen und parasitäre

Erkrankungen

Laryngitis

Selten

Pilzinfektionen, orale Candidose

Sehr selten

Erkrankungen des Blutes

und des Lymphsystems

Lymphadenopathie

Sehr selten

Erkrankungen des

Immunsystems

Hypersensitivität

Sehr selten

Stoffwechsel- und

Ernährungsstörungen

Anorexie

Selten

Erkrankungen des

Nervensystems

Schwindel, Kopfschmerzen, Aphonie

Selten

Benommenheit

Sehr selten

Erkrankungen des Ohrs und

des Labyrinths

Tinnitus, Schwerhörigkeit (siehe Abschnitt 4.4)

Selten

Ohrenkrankheiten, Ohrenschmerzen

Sehr selten

Erkrankungen der

Atemwege, des Brustraums

und Mediastinums

Husten, Pharyngitis, Dysphonie, Dyspnoe

Gelegentlich

Bronchospasmus, Brustenge, Lungenerkrankung,

Hämoptoe, Epistaxis, Rhinitis, Asthma,

produktiver Husten

Selten

Hyperventilation, Hypoxie, Sinusitis

Sehr selten

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts

Dysgeusie, Mundulzeration, Erbrechen, Übelkeit

Selten

Diarrhö, Abdominalschmerzen

Sehr selten

Erkrankungen der Haut und

des Unterhautzellgewebes

Ausschlag

Selten

Urtikaria, Pruritus

Sehr selten

Seite

8

12

Skelettmuskulatur,

Bindegewebs- und

Knochenerkrankungen

Rückenschmerzen

Sehr selten

Allgemeine Erkrankungen

und Beschwerden am

Verabreichungsort

Asthenie, Fieber, Brustschmerzen, Schmerzen,

Übelkeit

Selten

Malaise

Sehr selten

Untersuchungen

Leistungsabnahme im Lungenfunktionstest

Selten

In offenen Studien und in Anwendungsbeobachtungen wurde bei einigen Patienten mit

anamnestisch bekannter, länger vorangegangener oder gleichzeitiger intravenöser Anwendung von

Aminoglykosiden ein Hörverlust beobachtet (siehe Abschnitt 4.4).

Parenterale Aminoglykoside wurden mit Überempfindlichkeit, Ototoxizität und Nephrotoxizität in

Zusammenhang gebracht (siehe Abschnitte 4.3 "Gegenanzeigen" und 4.4 "Warnhinweise und

Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung").

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: http://www.bfarm.de

anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Symptome

Die inhalative Anwendung führt zu einer niedrigen systemischen Bioverfügbarkeit von

Tobramycin. Zu den Symptomen einer Aerosol-Überdosierung zählt schwere Heiserkeit.

Wird Bramitob versehentlich geschluckt, ist eine schädliche Wirkung unwahrscheinlich, da

Tobramycin von einem intakten Magen-Darm-Trakt nur schlecht resorbiert wird.

Bei versehentlicher intravenöser Anwendung von Bramitob können die Anzeichen und Symptome

einer parenteralen Tobramycin-Überdosierung auftreten, wie z. B. Schwindel, Tinnitus, Vertigo,

Schwerhörigkeit, Atemnot und/oder neuromuskuläre Blockaden und Nierenfunktionsstörungen.

Behandlung

Bei akuter Toxizität muss Bramitob sofort abgesetzt werden und es sollten Basisuntersuchungen

der Nierenfunktion durchgeführt werden. Die Bestimmung der Tobramycin-Serumspiegel kann zur

Überwachung einer Überdosierung hilfreich sein. Im Fall einer Überdosierung ist an die

Möglichkeit von Arzneimittelwechselwirkungen mit Veränderungen der Ausscheidung von

Bramitob oder anderen Arzneimitteln zu denken.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Aminoglykosid-Antibiotika, ATC-Code: J01GB01.

Seite

9

12

Tobramycin ist ein Aminoglykosid-Antibiotikum, das von

Streptomyces tenebrarius

produziert

wird. Es wirkt primär durch eine Unterbrechung der Proteinsynthese und führt damit zu einer

veränderten Permeabilität der Zellmembran, progressiver Zerstörung der Zellhülle und schließlich

zum Zelltod. Es wirkt bakterizid in gleichen oder leicht höheren Konzentrationen als die

Hemmkonzentration.

Grenzwerte

Die bekannten Empfindlichkeitsgrenzwerte für die parenterale Verabreichung von Tobramycin

gelten nicht für die Verabreichung des Arzneimittels als Aerosol. Sputum bei Mukoviszidose hat

eine Hemmwirkung auf die lokale biologische Aktivität von vernebelten Aminoglykosiden. Daher

liegen die Sputumkonzentrationen von vernebeltem Tobramycin etwa um das 10- bis 25-fache über

der minimalen Hemmkonzentration (MHK) für die Unterdrückung des Wachstums von

P.

aeruginosa

und die antibakterielle Wirkung. In kontrollierten klinischen Studien erreichten 90 %

der Patienten Tobramycin-Sputumkonzentrationen, die um das 10-fache höher waren als die

höchste

P.-aeruginosa

-MHK aus Patientenkulturen, und 84 % der Patienten unter Tobramycin

erreichten das 25-fache der höchsten MHK. Ein klinischer Nutzen wird selbst noch bei einer

Mehrheit der Patienten erreicht, in deren Kulturen Stämme mit MHK-Werten über dem

parenteralen Grenzwert gefunden werden.

Empfindlichkeit

Da herkömmliche Empfindlichkeitsgrenzwerte für die inhalative Applikation fehlen, sollte bei der

Beurteilung, ob Keime empfindlich oder nicht empfindlich gegenüber vernebeltem Tobramycin

sind, mit Vorsicht vorgegangen werden.

In klinischen Studien mit inhalativem Tobramycin zeigten die meisten Patienten

(88 %), die zu Beginn der Studie mit

P.-aeruginosa-

Isolaten eine Tobramycin-MHK von < 128

µg/ml aufwiesen, nach der Therapie mit Tobramycin eine verbesserte Lungenfunktion. Bei

Patienten mit einem MHK-Ausgangswert

128 µg/ml im

P.-aeruginosa-

Isolat war die Wahrscheinlichkeit eines klinischen Ansprechens geringer. Aufgrund

der In-vitro-Daten und/oder der Erfahrung aus klinischen Studien ist zu erwarten, dass die Keime,

die bei Mukoviszidose Lungeninfektionen auslösen, auf eine Tobramycin-Therapie wie folgt

ansprechen:

Empfindlich

Pseudomonas aeruginosa

Haemophilus influenzae

Staphylococcus aureus

Unempfindlich

Burkholderia cepacia

Stenotrophomonas maltophilia

Alcaligenes xylosoxidans

Die Behandlung mit Tobramycin in klinischen Studien ergab eine geringe, aber doch eindeutige

Erhöhung der MHK von Tobramycin, Amikacin und Gentamycin für die untersuchten

P.

aeruginosa

-Isolate. Jede weitere 6-Monats-Behandlung führte zur weiteren schrittweisen Zunahme,

die in ihrer Größenordnung vergleichbar war mit der, die in den 6 Monaten der kontrollierten

Studien beobachtet wurde. Der Aminoglykosid-Resistenzmechanismus, der am häufigsten bei

P.-

aeruginosa-

Isolaten von chronisch infizierten Mukoviszidose-Patienten auftritt, ist

Impermeabilität, definiert als generelles Fehlen der Empfindlichkeit gegenüber allen

Aminoglykosiden. Von Mukoviszidose-Patienten isolierte

P.-aeruginosa-Isolate

zeigten außerdem

eine adaptive Aminoglykosid-Resistenz, gekennzeichnet durch eine Reversion der Empfindlichkeit

nach Absetzen des Antibiotikums.

Andere Informationen

Seite

10

12

In kontrollierten klinischen Studien führte die Behandlung mit Bramitob in den oben beschriebenen

alternierenden Zyklen zu einer Verbesserung der Lungenfunktion; diese bleibt während der

Therapie und der 28-tägigen Therapiepause erhalten. In klinischen Untersuchungen mit

Tobramycin wurden keine Daten bei Patienten unter 6 Jahren erhoben.

Es gibt keinen Beweis dafür, dass Patienten, die bis zu 18 Monate lang mit Tobramycin behandelt

wurden, einem größeren Risiko einer Infektion mit

B. cepacia, S. maltophilia

oder

A. xylosoxidans

ausgesetzt waren als Patienten, die nicht mit Tobramycin behandelt werden. Aspergillus-Spezies

wurden häufiger im Sputum von Patienten wiedergefunden, die Tobramycin erhielten; klinische

Folgeerkrankungen, wie beispielsweise eine allergische bronchopulmonale Aspergillose (ABPA),

wurden seltener und in der gleichen Häufigkeit wie in der Kontrollgruppe gemeldet.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption und Verteilung

Nach oraler Applikation werden nur 0,3 – 0,5 % des Wirkstoffs im Urin nach systemischer

Resorption wiedergefunden. Nach Verneblung lag bei 6 Mukoviszidose-Patienten die mittlere

absolute Bioverfügbarkeit von Tobramycin bei etwa 9,1 % der Dosis. Die systemische Resorption

von Tobramycin ist bei Aerosolinhalation sehr niedrig. Die Aufnahme des inhalierten Arzneimittels

in den systemischen Kreislauf ist beschränkt, schätzungsweise lagert sich etwa 10 % der

ursprünglichen Arzneimittelmenge in der Lunge ab und die restlichen 90% verbleiben entweder im

Vernebler, schlagen sich im Mund-Rachen-Bereich nieder und werden geschluckt oder werden in

die Umgebungsluft ausgeatmet.

Sputumkonzentrationen:

Zehn Minuten nach Inhalation der ersten 300 mg-Dosis Bramitob liegt die

durchschnittliche Tobramycin-Konzentration im Sputum bei

695,6 µg/g (Bereich: 36 bis 2.638 µg/g). Tobramycin akkumuliert nicht im Sputum; nach 20

Wochen Behandlung mit Bramitob beträgt die durchschnittliche Tobramycin-Konzentration im

Sputum 10 Minuten nach Inhalation 716,9 µg/g (Bereich: 40 bis 2.530 µg/g). Es wurde eine hohe

Schwankungsbreite der Tobramycin-Konzentrationen im Sputum beobachtet. Zwei Stunden nach

Inhalation waren die Sputumkonzentrationen auf etwa 14 % der Tobramycin-Spiegel,

die 10 Minuten nach Inhalation gemessen worden waren, abgesunken.

Serumkonzentrationen

: Die mediane Serumkonzentration von Tobramycin 1 Stunde nach

Inhalation einer Einzeldosis von 300 mg Bramitob bei Mukoviszidose-Patienten betrug 0,68 µg/ml

(Bereich: 0,06 µg/ml bis 1,89 µg/ml). Nach 20 Wochen Behandlung mit dem Tobramycin-Regime

betrug die mediane Serumkonzentration 1 Stunde nach Verabreichung 1,05 µg/ml (Bereich: unter

der Nachweisgrenze bis 3,41 µg/ml).

Elimination

Die Ausscheidung von inhalativ appliziertem Tobramycin wurde nicht untersucht.

Nach intravenöser Verabreichung wird systemisch resorbiertes Tobramycin hauptsächlich über die

glomeruläre Filtration ausgeschieden. Die Eliminationshalbwertszeit von Tobramycin aus dem

Serum beträgt etwa 2 Stunden. Weniger als 10 % Tobramycin ist an Plasmaproteine gebunden.

Nach Tobramycin-Verabreichung wird nicht resorbiertes Tobramycin wahrscheinlich

hauptsächlich in ausgeworfenem Sputum ausgeschieden.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Die Zielorgane in Toxizitätsstudien mit wiederholter Verabreichung sind die Nieren und die

vestibulären/cochlearen Funktionen. Im Allgemeinen werden Anzeichen und Symptome für

Nephrotoxizität und Ototoxizität bei höheren systemischen Tobramycin-Spiegeln beobachtet, die

durch die Inhalation der empfohlenen klinischen Dosis nicht erreicht werden können.

In präklinischen Studien verursachte die Verabreichung von inhalativem Tobramycin über 28

aufeinanderfolgende Tage Anzeichen einer mäßigen, unspezifischen und vollständig reversiblen

Seite

11

12

(bei Aussetzen der Therapie) Reizung der Atemwege und Anzeichen von Nierentoxizität (bei

Höchstdosierungen).

Mit inhalativem Tobramycin wurden keine Reproduktionsstudien durchgeführt, aber die subkutane

Applikation von Dosierungen bis zu 100 mg/kg/Tag während der Organbildung bei Ratten war

nicht teratogen. Bei Kaninchen führte die subkutane Applikation von Dosierungen bis zu 20 – 40

mg/kg zu maternaler Toxizität und zu Fehlgeburten, jedoch ohne Hinweise auf teratogene

Wirkungen.

Aufgrund der bei Tieren gewonnenen Daten kann ein Toxizitätsrisiko (z. B. Ototoxizität) bei

Exposition im Mutterleib nicht ausgeschlossen werden.

Eine erbschädigende Wirkung wurde für Tobramycin nicht beobachtet.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Natriumchlorid

Schwefelsäure

Natriumhydroxid

Wasser für Injektionszwecke

6.2

Inkompatibilitäten

Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel im Vernebler nicht

mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

2 Jahre.

Nach dem ersten Öffnen des Einzeldosisbehältnisses: sofort verwenden.

Haltbarkeit nach Anbruch: Bramitob-Beutel (intakt oder geöffnet) können bis zu 3

Monate bei max. 25 °C gelagert werden.

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Im Kühlschrank lagern (2 – 8 °C).

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Die Bramitob-Lösung im Einzeldosisbehältnis ist normalerweise gelblich; Farbschwankungen

können auftreten, die aber keinen Wirkungsverlust bedeuten, wenn das Produkt wie vorgeschrieben

aufbewahrt wurde.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Das Arzneimittel ist in 4-ml-Einzeldosisbehältnissen aus Polyethylen in versiegelten Beuteln mit je

4 Einzeldosisbehältnissen erhältlich.

Packungsgrößen: 4, 16, 28 oder 56 Einzeldosisbehältnisse.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur

Handhabung

Nur zur einmaligen Anwendung bestimmt. Nach dem ersten Öffnen des Einzeldosisbehältnisses

sofort verwenden. Das Einzeldosisbehältnis ist nach Gebrauch sofort zu verwerfen.

Seite

12

12

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen

Anforderungen zu beseitigen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

Chiesi GmbH

Gasstraße 6

22761 Hamburg

E-Mail: info.de@chiesi.com

8.

ZULASSUNGSNUMMER

65777.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

18. Dezember 2006/ 19. August 2011

10.

STAND DER INFORMATION

März 2019

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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