Beriate 2000

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

01-04-2020

Fachinformation Fachinformation (SPC)

01-02-2020

Wirkstoff:
Blutgerinnungsfaktor VIII
Verfügbar ab:
EMRA-MED Arzneimittel GmbH (3263935)
Darreichungsform:
Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektions-/Infusionslösung
Zusammensetzung:
Blutgerinnungsfaktor VIII (8625) 2000 Internationale Einheit
Verabreichungsweg:
Infusion intravenös; Injektion intravenös
Berechtigungsstatus:
Verkehrsfähigkeit: Ja
Zulassungsnummer:
PEI.H.12084.02.1
Berechtigungsdatum:
2021-04-21

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GEBRAUCHSINFORMATION: INFORMATION FÜR ANWENDER

Beriate 2000 I.E.

Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektions- oder Infusionslösung

Humaner Blutgerinnungsfaktor VIII

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es

kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, das medizinische

Fachpersonal oder Ihren Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Beriate 2000 und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von Beriate 2000 beachten?

Wie ist Beriate 2000 anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Beriate 2000 aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Beriate 2000 und wofür wird es angewendet?

Was ist Beriate 2000?

Beriate 2000 ist ein Pulver und Lösungsmittel. Die fertige Lösung soll als Injektion oder Infusion in eine

Vene gegeben werden.

Beriate 2000 wird aus menschlichem Blutplasma (der flüssige Teil des Blutes) gewonnen und enthält

den Blutgerinnungsfaktor VIII vom Menschen. Es wird angewendet zur Vorbeugung und Therapie von

Blutungen, die durch den angeborenen Mangel des Gerinnungsfaktor VIII (Hämophilie A) entstehen.

Es kann auch zur Behandlung des erworbenen Faktor-VIII-Mangels eingesetzt werden.

Wofür wird Beriate 2000 angewendet?

Faktor VIII ist beteiligt an der Blutgerinnung. Ein Mangel an Faktor VIII bedeutet, dass das Blut nicht

so schnell wie üblich gerinnt und es deshalb zu einer erhöhten Blutungsneigung kommt. Ein Ersatz

des Faktor VIII mit Beriate 2000 korrigiert vorrübergehend den Mechanismus der Blutgerinnung.

2. Was sollten Sie vor der Anwendung von Beriate 2000 beachten?

Die folgenden Abschnitte enthalten Informationen, die Sie oder Ihr Arzt vor der Anwendung von

Beriate 2000 berücksichtigen sollten.

Beriate 2000 darf NICHT angewendet werden,

wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Blutgerinnungsfaktor VIII vom Menschen oder

einzelne Bestandteile dieses Arzneimittels sind (siehe Abschnitt 6.).

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen:

Rückverfolgbarkeit

Jedes Mal wenn Sie Beriate 2000 anwenden, sollten Sie Namen und Chargennummer des Produktes

sowie die verabreichte Menge in Ihr persönliches Behandlungstagebuch eintragen.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Beriate 2000 anwenden.

Allergische Überempfindlichkeitsreaktionen sind möglich. Ihr Arzt sollte Sie über erste Anzeichen

von Überempfindlichkeitsreaktionen informieren. Diese können z.B. quaddelartiger

Hautausschlag, generalisierte Nesselsucht, Engegefühl in der Brust, pfeifendes Atemgeräusch,

niedriger Blutdruck und Anaphylaxie (schwerwiegende allergische Reaktion, die

Atembeschwerden oder Schwindel bis hin zum Kollaps verursacht) sein. Wenn eines dieser

Symptome auftritt, beenden Sie unverzüglich die Anwendung und wenden Sie sich an Ihren Arzt.

Die Bildung von Inhibitoren (Antikörpern) ist eine bekannte Komplikation, die während der

Behandlung mit allen Arzneimitteln mit Faktor VIII auftreten kann. Diese Inhibitoren, insbesondere

in hohen Konzentrationen, verhindern eine ordnungsgemäße Wirkung des Arzneimittels. Sie oder

Ihr Kind werden sorgfältig auf das Entstehen dieser Inhibitoren überwacht. Falls Ihre Blutungen

bzw. die Ihres Kindes mit Beriate 2000 nicht kontrolliert werden können, wenden Sie sich

umgehend an Ihren Arzt.

Wenn Sie an einer Herzerkrankung leiden oder bei Ihnen das Risiko einer Herzerkrankung

vorliegt, informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.

Falls Sie für die Verabreichung von Beriate 2000 einen zentralvenösen Katheter (ZVK) benötigen,

sollte das Risiko von Katheter-bedingten Komplikationen beachtet werden. Hierzu zählen

Infektionen im Bereich des Katheters, Bakterien im Blut (Bakteriämie) sowie die Bildung eines

Katheter-bedingten Blutgerinnsels (Thrombose) in einem Blutgefäß.

Ihr Arzt wird den Nutzen einer Therapie mit Beriate 2000 gegen das Risiko dieser Komplikationen

gegeneinander abwägen.

Virussicherheit

Bei der Herstellung von Arzneimitteln aus menschlichem Blut oder Plasma werden bestimmte

Maßnahmen ergriffen, um eine Übertragung von Infektionen auf den Patienten zu verhindern. Diese

Maßnahmen umfassen die sorgfältige Auswahl von Blut- und Plasmaspendern um sicherzustellen,

dass diejenigen ausgeschlossen werden, die ein infektiöses Risiko tragen, sowie die Testung jeder

Spende und der Plasmapools auf Anzeichen für Viren/Infektionen. Des weiteren werden in den

Verarbeitungsprozess von Blut und Plasma Abläufe zur Inaktivierung und Entfernung von Viren

eingebunden. Trotz dieser Maßnahmen kann die Übertragung von Erregern bei der Anwendung von

aus menschlichem Blut oder Plasma hergestellten Arzneimitteln nicht vollständig ausgeschlossen

werden. Dies gilt auch für bisher unbekannte oder neu auftretende Viren und für andere Arten von

Krankheitserregern.

Die getroffenen Maßnahmen werden als wirksam angesehen für umhüllte Viren, wie z.B. das humane

Immunschwächevirus HIV (AIDS-Virus), das Hepatitis B- und das Hepatitis C-Virus

(Leberentzündung), und für die nicht-umhüllten Viren Hepatitis A-Virus (Leberentzündung) und

Parvovirus B19 (Ringelröteln).

Ihr Arzt wird Ihnen empfehlen eine Impfung gegen Hepatitis A und B in Betracht zu ziehen, falls Sie

regelmäßig Präparate aus menschlichem Blut oder Plasma erhalten (z.B. Faktor VIII).

Anwendung von Beriate 2000 zusammen mit anderen Arzneimitteln

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen /

anwenden bzw. vor kurzem eingenommen / angewendet haben, auch wenn es sich um nicht

verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Beriate 2000 darf nicht mit anderen Arzneimitteln, Lösungs- oder Verdünnungsmitteln, als den

vom Hersteller vorgegebenen, vermischt werden (siehe Abschnitt 6.).

Schwangerschaft, Stillzeit und Zeugungs-/Gebärfähigkeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren

Arzt oder Apotheker um Rat.

Beriate 2000 sollte in der Schwangerschaft und Stillzeit nur angewendet werden, wenn es

eindeutig benötigt wird.

Es liegen keine Daten über die Beeinflussung der Zeugungs-/Gebärfähigkeit vor.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Beriate 2000 beeinträchtigt nicht Ihre Teilnahme am Straßenverkehr oder das Bedienen von

Maschinen.

Beriate 2000 enthält Natrium

Beriate 2000 enthält 27,55 mg Natrium (Hauptbestandteil von Kochsalz/Speisesalz) pro Flasche. Dies

entspricht 1,4 % der für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit

der Nahrung.

3. Wie ist Beriate 2000 anzuwenden?

Nehmen Sie Beriate 2000 immer genau nach den Anweisungen des Arztes ein. Bitte fragen Sie bei

Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.

Die Therapie der Hämophilie A soll von einem in der Behandlung von Gerinnungsstörungen

erfahrenen Arzt eingeleitet und überwacht werden.

Dosierung

Die benötigte Menge an Faktor VIII sowie die Behandlungsdauer hängen von verschiedenen Faktoren

ab, wie z.B. Körpergewicht, Schweregrad Ihrer Erkrankung, Ort und Ausmaß der Blutung oder der

Notwendigkeit, Blutungen bei Operationen oder Untersuchungen vorzubeugen. Im Falle von

Heimtherapie wird Ihr Arzt Sie entsprechend anleiten, wie Sie Beriate 2000 anwenden und wieviel Sie

sich verabreichen müssen.

Folgen Sie den Anweisungen Ihres Arztes oder Ihrer Krankenschwester des Hämophilie-

Zentrums.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Die Dosierung basiert auf dem Körpergewicht und wird genauso wie für Erwachsene berechnet.

Wenn Sie eine größere Menge von Beriate 2000 angewendet haben, als Sie sollten

Es wurden keine Symptome von Überdosierung mit Faktor VIII beobachtet.

Wenn Sie die Anwendung von Beriate 2000 vergessen haben

Machen Sie sofort mit der nächsten Dosis weiter und setzen Sie die Behandlung in dem von Ihrem

Arzt genannten regelmäßigen Rhythmus fort. Wenden Sie nicht die doppelte Menge an, wenn Sie die

vorherige Anwendung vergessen haben.

Zubereitung und Anwendung

Allgemeine Hinweise

Das Pulver muss mit dem Lösungsmittel unter keimarmen (aseptischen) Bedingungen gelöst und

aufgezogen werden.

Die Lösung sollte klar oder leicht opaleszent sein, d.h. sie kann leicht schillern wenn Sie sie gegen

das Licht halten. Gelegentlich können sich in der Durchstechflasche einige Flocken oder Partikel

befinden. Der im Mix2Vial enthaltene Filter hält diese Partikel vollständig zurück. Die errechnete

Dosierung wird durch das Filtrieren nicht beeinflusst. Das gelöste Produkt sollte nach der Filtration

und dem Aufziehen der Lösung in die Spritze (siehe unten) und vor der Anwendung auf sichtbare

Partikel und Verfärbungen überprüft werden. Trübe Lösungen oder Lösungen mit Rückständen

(Flocken/Partikeln) in der Spritze sind nicht zu verwenden.

Sobald das Produkt in die Spritze überführt wurde, sollte es sofort verwendet werden. Lagern Sie

das Produkt nicht in der Spritze.

Nach der Anwendung sollen ungebrauchtes Produkt oder verbrauchtes Material fachgerecht,

gemäß den nationalen Anforderungen und den Anweisungen Ihres Arztes, entsorgt werden.

Zubereitung

Erwärmen Sie das Beriate 2000 Pulver und das Lösungsmittel auf Raum- oder Körpertemperatur ohne

die Flaschen zu öffnen. Lassen Sie dazu die beiden Flaschen entweder ca. 1 Stunde bei

Raumtemperatur stehen, oder halten Sie sie ein paar Minuten in Ihren Händen. Setzen Sie die

Flaschen nicht direkter Hitze aus. Die Flaschen sollen nicht über Körpertemperatur (37 °C) erwärmt

werden.

Entfernen Sie vorsichtig die Flip-Off-Kappen der Lösungsmittel- und Produktflaschen und wischen Sie

die Stopfen mit einem Alkoholtupfer ab. Lassen Sie diese anschließend trocknen bevor Sie die

Mix2Vial Packung öffnen. Befolgen Sie dann die nachstehenden Anweisungen.

1. Entfernen Sie das Deckpapier von der Mix2Vial

Packung. Das Mix2Vial nicht aus dem Blister

entnehmen!

2. Die Lösungsmittelflasche auf eine ebene,

saubere Fläche stellen und festhalten. Das

Mix2Vial Set mit dem Blister greifen und den Dorn

des blauen Adapters senkrecht in den Stopfen

der Lösungsmittelflasche einstechen.

3. Vorsichtig die Verpackung vom Mix2Vial Set

entfernen, indem man den Blister am Siegelrand

fasst und ihn senkrecht nach oben abzieht. Dabei

ist darauf zu achten, dass nur der Blister und nicht

das Mix2Vial entfernt wird.

4. Die Produktflasche auf eine feste Unterlage

stellen. Die Lösungsmittelflasche mit dem

aufgesetzten Mix2Vial Set herumdrehen und den

Dorn des transparenten Adapters senkrecht in

den Stopfen der Produktflasche einstechen. Das

Lösungsmittel läuft automatisch in die

Produktflasche über.

5. Mit der einen Hand die Produktseite und mit der

anderen Hand die Lösungsmittelseite des Mix2Vial

greifen und das Set vorsichtig gegen den

Uhrzeigersinn auseinander schrauben. Entsorgen

Sie die Lösungsmittelflasche mit dem blauen

Mix2Vial Adapter.

6. Die Produktflasche mit dem transparenten

Adapter vorsichtig schwenken, bis das Produkt

vollständig gelöst ist. Nicht schütteln.

7. Luft in eine leere, sterile Spritze aufziehen. Die

Produktflasche aufrecht halten, die Spritze mit dem

Luer Lock Anschluss des Mix2Vial Set verbinden

indem man sie im Uhrzeigersinn aufschraubt, und

die Luft in die Produktflasche injiziert.

Aufziehen der Lösung in die Spritze und Anwendung

8. Den Stempel der Spritze gedrückt halten, das

gesamte System herumdrehen und die Lösung

durch langsames Zurückziehen der Kolbenstange

in die Spritze aufziehen.

9. Nachdem die Lösung vollständig in die Spritze

überführt ist, den Spritzenzylinder fassen (dabei

die Kolbenstange in ihrer Position halten) und die

Spritze vom transparenten Mix2Vial Adapter Set

gegen den Uhrzeigersinn abdrehen.

Verwenden Sie hierzu das beiliegende Venenpunktionsbesteck, führen Sie die Nadel in eine Vene.

Lassen Sie das Blut bis zum Ende des Schlauchs fließen. Befestigen Sie die Spritze an dem Luer-

Ende des Venenpunktionsbestecks. Injizieren Sie langsam intravenös entsprechend den

Anweisungen Ihres Arztes. Die Injektions- / Infusionsgeschwindigkeit sollte nicht mehr als 2 ml pro

Minute betragen. Achten Sie sorgfältig darauf, dass kein Blut in die mit Produkt gefüllte Spritze

gelangt.

Falls eine größere Menge benötigt wird, kann die Gabe auch als Infusion erfolgen. Überführen Sie

dazu das gelöste Produkt in ein zugelassenes Infusionssystem. Die Infusion sollte entsprechend den

Anweisungen Ihres Arztes durchgeführt werden.

Beobachten Sie sich auf jegliche sofort eintretende Überempfindlichkeitsreaktion. Wenn eine

Nebenwirkung erfolgt, die mit der Verabreichung von Beriate 2000 in Zusammenhang gebracht

werden könnte, müssen Sie die Injektion/Infusion abbrechen (siehe auch Abschnitt 2.).

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder

Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Wenden Sie sich sofort an Ihren Arzt, die Notaufnahme oder das Hämophilie-Zentrum in Ihrem

nächstgelegenen Krankenhaus, wenn eine der folgenden Reaktionen auftritt:

Symptome eines Angioödems wie

− Schwellungen im Gesicht, der Zunge oder des Rachen

− Schluckbeschwerden

− pfeifendes Atemgeräusch oder Atemprobleme

Diese Nebenwirkungen wurden sehr selten beobachtet (kann bis zu 1 von 10.000 Personen

betreffen) und können sich in manchen Fällen zu schwerer Anaphylaxie (einschließlich Schock)

entwickeln.

Mangelnde Wirksamkeit (anhaltende Blutung). Bei Kindern, die zuvor noch nicht mit Faktor VIII

behandelt wurden, kommt es sehr häufig (bei mehr als 1 von 10 Patienten) zur Bildung von

Inhibitor-Antikörpern (siehe Abschnitt 2.). Bei Patienten, die bereits mit Faktor VIII behandelt

wurden (mehr als 150 Behandlungstage) tritt dies nur gelegentlich auf (bei weniger als 1 von 100

Patienten). Wenn dies passiert, können Ihre Arzneimittel bzw. die Ihres Kindes möglicherweise

nicht mehr richtig wirken und es kommt zu unstillbaren Blutungen.

Andere Nebenwirkungen sind:

Allergische (Überempfindlichkeits-) Reaktionen wie z. B.:

Brennen und Stechen an der Injektions-/ Infusionsstelle

Schüttelfrost, Nesselsucht (Hautrötung mit Hitzegefühl, generalisierte am ganzen Körper),

quaddelartiger Hautausschlag

Kopfschmerzen

Blutdruckabfall, Unruhe, Herzrasen, Engegefühl in der Brust, pfeifendes Atemgeräusch

Müdigkeit (Lethargie)

Übelkeit, Erbrechen

Prickeln

Diese Nebenwirkungen wurden sehr selten beobachtet und können sich in manchen Fällen zu

schwerer Anaphylaxie (einschließlich Schock) entwickeln.

In sehr seltenen Fällen wurde Fieber beobachtet.

Nebenwirkungen bei Kindern und Jugendlichen

Es wird erwartet, dass die Häufigkeit, Art und Schwere der Nebenwirkungen bei Kindern denen bei

Erwachsenen entspricht.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können

Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische

Arzneimittel, Paul-Ehrlich-Institut, Paul-Ehrlich-Str. 51 - 59, 63225 Langen, Telefon: +49 6103 770,

Telefax: +49 6103 77 1234, Webseite: www.pei.de

anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden,

können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur

Verfügung gestellt werden.

5. Wie ist Beriate 2000 aufzubewahren?

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Etikett und dem Umkarton angegebenen

Verfallsdatum nicht mehr anwenden. Das Verfallsdatum bezieht sich auf den letzten Tag dieses

Monats.

Im Kühlschrank bei +2 bis +8 °C aufbewahren.

Beriate 2000 kann innerhalb der Haltbarkeitsdauer für einen Zeitraum von insgesamt 1 Monat bei

bis zu 25 °C gelagert werden. Die einzelnen Zeitabschnitte der Raumtemperaturlagerung sollten

in Ihrem Patiententagebuch dokumentiert werden, um den Gesamtzeitraum von 1 Monat nicht zu

überschreiten.

Beriate 2000 enthält kein Konservierungsmittel. Das gelöste Produkt soll deshalb möglichst sofort

verbraucht werden.

Falls das gelöste Produkt nicht sofort angewendet wird, soll eine Aufbewahrung in der

Durchstechflasche 8 Stunden bei Raumtemperatur nicht überschreiten. Das Produkt sollte nach

dem Überführen in die Spritze unverzüglich appliziert werden.

Nicht einfrieren.

Flasche in der geschlossenen Faltschachtel aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Beriate 2000 enthält

Der Wirkstoff ist:

Eine Packung Beriate 2000 enthält das Pulver (mit nominal 2000 I.E. Gerinnungsfaktor VIII vom

Menschen pro Injektionsflasche) und Lösungsmittel. Die fertige Lösung wird injiziert oder infundiert.

Das mit 10 ml Wasser für Injektionszwecke rekonstituierte Produkt enthält ca. 200 I.E./ml

Gerinnungsfaktor VIII vom Menschen.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Glycin, Calciumchlorid, Natriumchlorid, Natriumhydroxid (in geringen Mengen) zur Einstellung des pH-

Wertes, Sucrose. Lösungsmittel: Wasser für Injektionszwecke 10 ml.

Wie Beriate 2000 aussieht und Inhalt der Packung

Beriate 2000 ist ein weißes Pulver und wird mit Wasser für Injektionszwecke geliefert. Die Lösung

sollte klar bis leicht opaleszent sein, d.h. sie kann leicht schillern wenn Sie sie gegen das Licht halten,

darf aber keine deutlich sichtbaren Partikel enthalten.

Packungsgrößen

Packung mit 2000 I.E. enthält:

1 Flasche mit Trockensubstanz

1 Flasche mit 10 ml Wasser für Injektionszwecke

1 Filter Transfer Set 20/20

Set zur Anwendung (innere Packung):

1 Einmalspritze (10 ml)

1 Venenpunktionsbesteck

2 Alkoholtupfer

1 nicht steriles Pflaster

Pharmazeutischer Unternehmer

EMRAmed Arzneimittel GmbH

Otto-Hahn-Straße 11

22946 Trittau

Telefon: (04154) 806-0

Telefax: (04154) 806-354

Für das Inverkehrbringen in der Bundesrepublik Deutschland freigegeben durch MPA Pharma GmbH,

22946 Trittau.

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR)

unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Bulgarien:

Beriate 2000 IU Powder and solvent for solution for injection or infusion

Deutschland:

Beriate 2000

Estland:

Beriate

Italien:

Beriate

Kroatien:

Beriate 2000 IU prašak i otapalo za otopinu za injekciju ili infuziju

Lettland:

Beriate 250 SV pulveris un šķīdinātājs injekciju vai infūziju šķīduma pagatavošanai

Beriate 500 SV pulveris un šķīdinātājs injekciju vai infūziju šķīduma pagatavošanai

Beriate 1000 SV pulveris un šķīdinātājs injekciju vai infūziju šķīduma pagatavošanai

Beriate 2000 SV pulveris un šķīdinātājs injekciju vai infūziju šķīduma pagatavošanai

Litauen:

Beriate® 250 TV milteliai ir tirpiklis injekciniam ar infuziniam tirpalui

Beriate® 500 TV milteliai ir tirpiklis injekciniam ar infuziniam tirpalui

Beriate® 1000 TV milteliai ir tirpiklis injekciniam ar infuziniam tirpalui

Beriate® 2000 TV milteliai ir tirpiklis injekciniam ar infuziniam tirpalui

Österreich:

Beriate 200 I.E./ml Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektions- oder Infusionslösung

Polen:

Beriate 250

Beriate 500

Beriate 1000

Beriate 2000

Portugal:

Beriate

Rumänien:

Beriate 2000 pulbere şi solvent pentru soluţie injectabilă/perfuzabilă

Slowakei:

Beriate 2000 IU

Slovenien:

Beriate 2000 i.e. prašek in vehikel za raztopino za injiciranje/infundiranje

Spanien:

Beriate 2000 UI polvo y disolvente para solución inyectable o perfusión

Tschechische Republik:

Beriate 2000 IU

Ungarn:

BERIATE 200 NE/ml por és oldószer oldatos injekcióhoz vagy infúzióhoz

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im April 2020.

Beriate 2000: Zul.-Nr.: PEI.H.12084.02.1

Herkunftsländer des Blutplasmas: Belgien, Dänemark, Deutschland, Polen, Ungarn, USA

Die folgenden Informationen sind nur für medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Dosierung

Therapieüberwachung:

Zur Festlegung der benötigten Dosis und Infusionshäufigkeiten werden geeignete Bestimmungen der

Faktor-VIII-Spiegel im Verlauf der Behandlung empfohlen. Das Ansprechen der jeweiligen Patienten

auf Faktor VIII kann variieren, was sich an unterschiedlichen Halbwertszeiten und Recoveries zeigt.

Die Dosierung auf Basis des Körpergewichts muss bei unter- oder übergewichtigen Patienten

eventuell angepasst werden. Vor allem bei größeren chirurgischen Eingriffen ist eine genaue

gerinnungsanalytische Überwachung (Faktor-VIII-Aktivität im Plasma) der Substitutionstherapie

unerlässlich.

Die Patienten sollten bezüglich einer Entwicklung von Hemmkörpern gegen Faktor VIII überwacht

werden. Siehe auch Fachinformation, Abschnitt 4.4 und 4.8.

Die Menge des verabreichten Blutgerinnungsfaktors VIII wird in Internationalen Einheiten (I.E.)

angegeben, die dem gegenwärtigen WHO-Konzentrat Standard für Faktor-VIII-Produkte entsprechen.

Die Faktor-VIII-Aktivität im Plasma wird entweder als Prozentsatz (in Bezug zu normalem

Humanplasma) oder bevorzugt in Internationalen Einheiten (in Bezug zu einem internationalen

Standard für Faktor VIII im Plasma) angegeben.

Eine Internationale Einheit (I.E.) Faktor-VIII-Aktivität entspricht dem Faktor-VIII-Gehalt von 1 ml

normalem Humanplasma.

Bedarfsbehandlung:

Die Berechnung der benötigten Dosierung von Faktor VIII basiert auf dem empirischen Ergebnis, dass

1 I.E. Faktor VIII pro kg Körpergewicht (KG) die Faktor-VIII-Aktivität im Plasma um 2 % (2 I.E./dl) der

normalen Aktivität anhebt. Die benötigte Dosis wird nach folgender Formel berechnet:

Erforderliche Einheiten = Körpergewicht [kg] x gewünschter Faktor-VIII-Anstieg [% oder I.E./dl] x 0,5.

Dosierung, Art und Dauer der Anwendung sollen sich stets an der klinischen Wirksamkeit im Einzelfall

orientieren.

Bei den folgenden Blutungsereignissen soll die Faktor-VIII-Aktivität im Plasma (in % der Norm oder

I.E./dl) im entsprechenden Zeitraum nicht unterschritten werden. Die folgende Tabelle dient als

Empfehlung für die Dosierung bei Blutungsereignissen und chirurgischen Eingriffen:

Schweregrad der Blutung/Art

des chirurgischen Eingriffs

Benötigter Faktor-VIII-

Spiegel (% oder I.E./dl)

Häufigkeit der Dosierung

(Stunden)/Dauer der

Behandlung (Tage)

Blutung

Beginnende Hämarthrosen,

Muskelblutungen oder

Blutungen in der Mundhöhle.

20–40

Wiederholung alle 12 bis 24

Stunden. Mind. 1 Tag, bis

Beendigung des

Blutungsereignisses (durch

Schmerz angezeigt) oder bis

Abschluss der Wundheilung.

Ausgedehntere Hämarthrosen,

Muskelblutungen oder

Hämatome

30–60

Wiederholung der Infusion alle

12 bis 24 Stunden für 3 bis 4

Tage, oder länger, bis zur

Beseitigung des Schmerz-

zustandes und der akuten

Bewegungseinschränkung.

Lebensbedrohliche Blutungen

60–100

Wiederholung der Infusion alle 8

bis 24 Stunden bis zur

Aufhebung des

lebensbedrohlichen Zustandes.

Chirurgische Eingriffe

Kleinere Eingriffe

einschließlich Zahnextraktion

30–60

Alle 24 Stunden, mind. 1 Tag,

bis Abschluss der Wundheilung.

Größere Eingriffe

80–100 (prä-

postoperativ)

Wiederholung der Infusion alle 8

bis 24 Stunden bis zum

adäquaten Abschluss der

Wundheilung, dann Behandlung

für mind. weitere 7 Tage zur

Erhaltung einer Faktor-VIII-

Aktivität von 30 % bis 60 % (30-

60 I.E./dl entsprechend 0,30-

0,60 I.E./ml).

Prophylaxe:

Bei der Langzeitprophylaxe von Blutungen bei Patienten mit schwerer Hämophilie A betragen die

üblichen Dosen 20 bis 40 I.E. Faktor VIII pro kg Körpergewicht in Intervallen von 2 bis 3 Tagen. In

manchen Fällen, besonders bei jüngeren Patienten, können kürzere Dosierungsintervalle oder höhere

Dosen notwendig sein.

Kinder und Jugendliche:

Die Dosierung bei Kindern richtet sich nach dem Körpergewicht und deshalb generell nach den

gleichen Richtlinien wie für Erwachsene. Die Häufigkeit der Anwendung soll sich stets an der

klinischen Wirksamkeit im Einzelfall orientieren. Erfahrungen in der Behandlung von Kindern < 6

Jahre liegen vor.

Information zu den pharmakologischen Eigenschaften des von Willebrand Faktor

Zusätzlich zu seiner Funktion als Faktor VIII stabilisierendes Protein vermittelt von Willebrand Faktor

die Anlagerung der Thrombozyten an den verletzten Gefäßendothelien und spielt die Hauptrolle bei

der Thrombozytenaggregation.

Fachinformation

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Beriate 1000 I.E., Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektions-/Infusionslösung

Beriate 2000 I.E., Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektions-/Infusionslösung

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Eine Flasche enthält nominal:

1000/2000 I.E. humanen Blutgerinnungsfaktor VIII (FVIII).

Nach Rekonstitution mit 10 ml enthält Beriate 1000 100 I.E./ml Gerinnungsfaktor Vlll vom Menschen.

Beriate 2000 wird in 10 ml Wasser für Injektionszwecke rekonstituiert und enthält ca 200 I.E./ml

Gerinnungsfaktor Vlll vom Menschen.

Die Aktivität (I.E.) wird mittels chromogenem Test gemäß Europäischem Arzneibuch bestimmt. Die

mittlere spezifische Aktivität von Beriate beträgt ca. 400 I.E./mg Protein.

Hergestellt aus Plasma humaner Spender.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung:

Natrium etwa 100 mmol/l (2,3 mg/ml).

Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektions- / Infusionslösung.

Weißes Pulver und klares, farbloses Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektions- oder

Infusionslösung.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Therapie und Prophylaxe von Blutungen bei Patienten mit Hämophilie A (kongenitaler Faktor-VIII-

Mangel).

Dieses Produkt kann in der Behandlung des erworbenen Faktor-VIII-Mangels eingesetzt werden.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Die Therapie soll unter der Aufsicht eines in der Hämophilie-Behandlung erfahrenen Arztes erfolgen.

Therapieüberwachung

Zur Festlegung der benötigten Dosis und Infusionshäufigkeiten werden geeignete Bestimmungen der

Faktor-VIII-Spiegel im Verlauf der Behandlung empfohlen. Das Ansprechen der jeweiligen Patienten

auf Faktor VIII kann variieren, was sich an unterschiedlichen Halbwertszeiten und Recoveries zeigt.

Die Dosierung auf Basis des Körpergewichts muss bei unter- oder übergewichtigen Patienten

eventuell angepasst werden. Vor allem bei größeren chirurgischen Eingriffen ist eine genaue

gerinnungsanalytische Überwachung (Faktor-VIII-Aktivität im Plasma) der Substitutionstherapie

unerlässlich.

Die Patienten sollten bezüglich einer Entwicklung von Inhibitoren gegen Faktor VIII überwacht werden.

Siehe auch Abschnitt 4.4.

Dosierung

Dosierung und Dauer der Substitutionstherapie richten sich nach dem Schweregrad des Faktor-VIII-

Mangels, nach Ort und Ausmaß der Blutung und nach dem klinischen Zustand des Patienten.

Die Menge des verabreichten Faktor VIII wird in Internationalen Einheiten (I.E.) angegeben, die dem

gegenwärtigen WHO-Konzentrat Standard für Faktor-VIII-Produkte entsprechen. Die Faktor-VIII-

Aktivität im Plasma wird entweder als Prozentsatz (bezogen auf das normale Humanplasma) oder

bevorzugt in I.E. (bezogen auf den Internationalen Standard für Faktor VIII im Plasma) angegeben.

Eine I.E. Faktor-VIII-Aktivität entspricht dem Faktor-VIII-Gehalt von 1 ml normalem Humanplasma.

Bedarfsbehandlung:

Die Berechnung der benötigten Dosis an Faktor VIII basiert auf dem empirischen Ergebnis, dass 1 I.E.

Faktor VIII pro kg Körpergewicht die Faktor-VIII-Aktivität im Plasma um ca. 2 % (2 I.E./dl) der

normalen Aktivität anhebt. Die benötigte Dosis wird nach folgender Formel berechnet:

Erforderliche Einheiten = Körpergewicht [kg] x gewünschter Faktor-VIII-Anstieg [% oder I.E./dl] x 0,5.

Dosierung und die Häufigkeit der Anwendung sollen sich stets an der klinischen Wirksamkeit im

Einzelfall orientieren.

Bei den folgenden Blutungsereignissen soll die Faktor-VIII-Aktivität im Plasma (in % der Norm oder

I.E./dl) im entsprechenden Zeitraum nicht unterschritten werden. Die folgende Tabelle dient als

Empfehlung für die Dosierung bei Blutungsereignissen und chirurgischen Eingriffen:

Schweregrad der Blutung/Art des

chirurgischen Eingriffs

Benötigter Faktor-VIII-

Spiegel (% oder I.E./dl)

Häufigkeit der Dosierung

(Stunden)/Dauer der Behandlung

(Tage)

Blutung

Beginnende Hämarthrosen,

Muskelblutungen oder Blutungen

in der Mundhöhle

20–40

Wiederholung alle 12 bis 24

Stunden. Mind. 1 Tag, bis

Beendigung des

Blutungsereignisses (durch

Schmerz angezeigt) oder bis

Abschluss der Wundheilung.

Ausgedehntere Hämarthrosen,

Muskelblutungen oder Hämatome

30–60

Wiederholung der Infusion alle 12

bis 24 Stunden für 3 bis 4 Tage,

oder länger, bis zur Beseitigung des

Schmerzzustandes und der akuten

Bewegungseinschränkung.

Lebensbedrohliche Blutungen

60–100

Wiederholung der Infusion alle 8 bis

24 Stunden bis zur Aufhebung des

lebensbedrohlichen Zustandes.

Chirurgische Eingriffe

Kleinere Eingriffe einschließlich

Zahnextraktion

30–60

Alle 24 Stunden, mind. 1 Tag, bis

Abschluss der Wundheilung.

Größere Eingriffe

80–100

(prä- und postoperativ)

Wiederholung der Infusion alle 8 bis

24 Stunden bis zum adäquaten

Abschluss der Wundheilung, dann

Behandlung für mind. weitere 7

Tage zur Erhaltung einer Faktor-

VIII-Aktivität von 30 % bis 60 %

(I.E./dl).

Prophylaxe:

Bei der Langzeitprophylaxe von Blutungen bei Patienten mit schwerer Hämophilie A betragen die

üblichen Dosen 20 bis 40 I.E. Faktor VIII pro kg Körpergewicht in Intervallen von 2 bis 3 Tagen. In

manchen Fällen, besonders bei jüngeren Patienten, können kürzere Dosierungsintervalle oder höhere

Dosen notwendig sein.

Kinder und Jugendliche:

Die Dosierung bei Kindern richtet sich nach dem Körpergewicht und deshalb generell nach den

gleichen Richtlinien wie für Erwachsene. Die Häufigkeit der Anwendung soll sich stets an der

klinischen Wirksamkeit im Einzelfall orientieren. Erfahrungen in der Behandlung von Kindern < 6 Jahre

liegen vor (siehe auch Abschnitt 5.1).

Art der Anwendung

Zur intravenösen Anwendung.

Für Informationen zur Rekonstitution des Produktes vor der Anwendung, siehe Abschnitt 6.6.

Die rekonstituierte Lösung soll vor der Anwendung auf Raum- oder Körpertemperatur angewärmt und

langsam intravenös mit einer vom Patienten als angenehm empfundenen Geschwindigkeit injiziert

oder infundiert werden. Die Injektions- / Infusionsgeschwindigkeit sollte nicht mehr als 2 ml pro Minute

betragen.

Der Patient ist auf jegliche Sofortreaktionen zu beobachten. Wenn eine Reaktion erfolgt, die mit der

Verabreichung von Beriate in Zusammenhang gebracht werden könnte, soll – in Abhängigkeit vom

klinischen Zustand des Patienten – die Infusionsgeschwindigkeit gesenkt bzw. die Infusion

abgebrochen werden (siehe auch Abschnitt 4.4).

4.3 Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Rückverfolgbarkeit

Um die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, sollten der Name und die

Chargennummer des verabreichten Produktes klar dokumentiert werden.

Überempfindlichkeit

Allergieartige Überempfindlichkeitsreaktionen sind möglich. Falls Symptome einer Überempfindlichkeit

auftreten, sollte den Patienten geraten werden, die Anwendung des Produkts sofort zu unterbrechen

und ihren Arzt aufzusuchen. Patienten sollen über Frühzeichen von Überempfindlichkeitsreaktionen

informiert werden, einschließlich quaddelartiger Hautausschlag, generalisierte Nesselsucht,

Engegefühl in der Brust, Stridor, Hypotonie und Anaphylaxie. Bei einem Schock sollen die aktuellen

medizinischen Richtlinien zur Schockbehandlung beachtet werden.

Inhibitoren

Die Bildung neutralisierender Antikörper (Inhibitoren) gegen Faktor VIII ist eine bekannte Komplikation

bei der Behandlung von Patienten mit Hämophilie A. Diese Inhibitoren sind stets gegen die

prokoagulatorische Aktivität von Faktor VIII gerichtete IgG-Immunglobuline, die in Bethesda-Einheiten

(B.E.) pro ml Plasma mittels eines modifizierten Assays quantifiziert werden. Das Risiko, Inhibitoren zu

entwickeln, korreliert mit dem Schweregrad der Erkrankung sowie der Exposition gegenüber dem

Faktor VIII. Dieses Risiko ist innerhalb der ersten 50 Expositionstage am größten, bleibt aber

während des gesamten Lebens weiterhin bestehen, obwohl es nur gelegentlich auftritt.

Die klinische Relevanz der Inhibitorentwicklung ist abhängig vom Titer des Inhibitors, wobei

niedrigtitrige Inhibitoren ein geringeres Risiko eines ungenügenden klinischen Ansprechens aufweisen

als solche mit hohem Titer.

Ganz allgemein sollten alle Patienten, die mit Blutgerinnungsfaktor VIII behandelt wurden, sorgfältig

mittels klinischer Befunde und mit geeigneten Labortests hinsichtlich der Entwicklung von Inhibitoren

überwacht werden. Wenn der erwartete Faktor-VIII-Spiegel nicht erreicht wird oder die Blutung nicht

durch die Verabreichung einer geeigneten Dosis gestillt werden kann, sollte der Patient auf Faktor-

VIII-Hemmkörper hin untersucht werden. Bei Patienten mit hohen Inhibitorspiegeln kann die Faktor-

VIII-Therapie unwirksam sein und es müssen andere Therapiemöglichkeiten in Betracht gezogen

werden. Die Behandlung solcher Patienten sollte durch Ärzte erfolgen, die Erfahrung mit Hämophilie

und mit Inhibitoren gegen Faktor VIII haben.

Kardiovaskuläre Ereignisse

Bei Patienten mit bestehenden kardiovaskulären Risikofaktoren, kann eine Substitutionstherapie mit

FVIII das kardiovaskuläre Risiko erhöhen.

Katheter-assoziierte Komplikationen

Wenn ein zentralvenöser Katheter (ZVK) erforderlich ist, sollte an das Risiko von Katheter-assoziierten

Komplikationen einschließlich lokaler Infektionen, Bakteriämie und Katheter-assoziierten Thrombosen

gedacht werden.

Virussicherheit

Standardmethoden zur Vermeidung von Infektionskrankheiten, die im Rahmen der Anwendung von

aus menschlichem Blut oder Plasma hergestellten Arzneimitteln auftreten können, umfassen die

Auswahl der Spender, die Prüfung individueller Spenden und der Plasmapools auf spezifische Marker

für Infektionen sowie die Einbeziehung effektiver Herstellungsschritte zur Inaktivierung/Eliminierung

von Viren. Trotz dieser Maßnahmen kann die Möglichkeit der Übertragung von Erregern bei der

Anwendung von aus menschlichem Blut oder Plasma hergestellten Arzneimitteln nicht vollständig

ausgeschlossen werden. Dies gilt auch für bisher unbekannte Viren und andere Pathogene.

Die getroffenen Maßnahmen werden als wirksam angesehen für umhüllte Viren, wie z.B. das humane

Immundefizienzvirus (HIV), das Hepatitis B-Virus (HBV) und das Hepatitis C-Virus (HCV) sowie für die

nicht-umhüllten Viren Hepatitis A (HAV) und Parvovirus B19.

Für Patienten, die regelmäßig Präparate aus menschlichem Blut oder Plasma einschließlich Faktor

VIII Präparate erhalten, wird grundsätzlich eine Impfung gegen Hepatitis A und Hepatitis B empfohlen.

Kinder und Jugendliche

Die aufgeführten Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen gelten für Erwachsene und für Kinder.

Natriumgehalt

Beriate 1000 I.E. und 2000 I.E. enthalten 27,55 mg Natrium pro Flasche, entsprechend 1,4 % der für

einen Erwachsenen von der WHO empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme von 2 g mit

der Nahrung.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Es sind bisher keine Wechselwirkungen von FVIII mit anderen Arzneimitteln untersucht worden.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Reproduktionsstudien am Tier wurden mit Faktor VIII nicht durchgeführt.

Schwangerschaft und Stillzeit

Aufgrund des seltenen Vorkommens der Hämophilie A bei Frauen liegen keine Erfahrungen über die

Anwendung von Faktor VIII während der Schwangerschaft und Stillzeit vor.

Daher soll Faktor VIII in der Schwangerschaft und Stillzeit nur bei klarer Indikationsstellung

angewendet werden.

Fertilität

Es liegen keine Daten zur Fertilität vor.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Beriate hat keinen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.

4.8 Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofiles

Überempfindlichkeitsreaktionen oder allergische Reaktionen (die auch Angioödem, Brennen und

Stechen an der Infusionsstelle, Schüttelfrost, Hautrötung mit Hitzegefühl, generalisierte Urtikaria,

Kopfschmerzen, Nesselausschlag, Hypotonie, Lethargie, Übelkeit, Unruhe, Tachykardie, Engegefühl

in der Brust, Zittern, Erbrechen und Stridor mit einschließen können) wurden sehr selten beobachtet

und können sich in manchen Fällen zu schwerer Anaphylaxie (einschließlich Schock) entwickeln.

Bei Patienten mit Hämophilie A, die mit Faktor VIII, einschließlich Beriate, behandelt werden, können

sich neutralisierende Antikörper (Inhibitoren) entwickeln. Bei Auftreten solcher Inhibitoren kann sich

dieser Zustand in einer unzureichenden klinischen Wirksamkeit manifestieren. In diesem Fall wird

empfohlen, Kontakt mit einem auf Hämophilie spezialisierten Zentrum aufzunehmen.

Tabellarische Aufstellung der Nebenwirkungen

Die im folgenden genannten Nebenwirkungen beruhen auf Analysen von postmarketing Daten sowie

der wissenschaftlichen Literatur.

Die unten aufgeführte Tabelle entspricht der MedDRA Systemorganklassifikation.

Die Häufigkeiten wurden entsprechend der nachfolgenden Konventionen berechnet: sehr häufig

(≥1/10); häufig (≥ 1/100 und < 1/10); gelegentlich (≥ 1/1000 und < 1/100); selten (≥ 1/10.000 und <

1/1000); sehr selten (< 1/10.000); nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten

nicht abschätzbar).

MedDRA

Systemorganklasse

Nebenwirkung

Häufigkeit

Erkrankungen des Blutes und des

Lymphsystems

FVIII Inhibition

Gelegentlich (PTPs)*

Sehr häufig (PUPs)*

Allgemeine Erkrankungen und

Beschwerden am

Verabreichungsort

Fieber

Sehr selten

Erkrankungen des

Immunsystems

Überempfindlichkeitsreaktionen

(allergische Reaktionen)

Sehr selten

Die Häufigkeit basiert auf Studien mit allen FVIII-Produkten, wozu auch Patienten mit schwerer Hämophilie A

gehörten.

PTPs = vorbehandelte Patienten,

PUPs = zuvor unbehandelte Patienten

Informationen zum Infektionsrisiko siehe Abschnitt 4.4 .

Kinder und Jugendliche

Es wird erwartet, dass die Häufigkeit, Art und Schwere der Nebenwirkungen bei Kindern denen bei

Erwachsenen entspricht.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer

Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des

Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer

Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, Paul-Ehrlich-

Institut, Paul-Ehrlich-Str. 51-59, 63225 Langen, Tel: +49 6103 77 0, Fax: +49 6103 77 1234,

Webseite: www.pei.de anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Bisher wurden keine Symptome von Überdosierung mit Gerinnungsfaktor VIII vom Menschen

beobachtet.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe

Antihämorrhagika: Blutgerinnungsfaktoren.

ATC-Code: B02BD02

Der Faktor-VIII-/von-Willebrand-Faktor-Komplex besteht aus 2 Untereinheiten (Faktor VIII und von-

Willebrand-Faktor), die unterschiedliche physiologische Wirkungen besitzen.

Bei der Behandlung hämophiler Patienten, bindet Faktor VIII an von-Willebrand-Faktor im Blutkreislauf

des Patienten.

Aktivierter Faktor VIII agiert als Kofaktor für den aktivierten Faktor IX und beschleunigt so die

Umwandlung von Faktor X in aktivierten Faktor X. Aktivierter Faktor X wandelt Prothrombin in

Thrombin um. Thrombin wandelt dann Fibrinogen in Fibrin um, und ein Gerinnsel kann gebildet

werden. Hämophilie A ist eine geschlechtsgebunden vererbte Störung der Blutgerinnung, die auf

einem Mangel an Faktor VIII:C beruht. Als Folge davon treten spontane oder verletzungsbedingte

oder bei chirurgischen Eingriffen hervorgerufene Blutungen in Gelenken, Muskeln oder inneren

Organen auf. Durch Substitutionstherapie werden die Faktor-VIII-Plasmaspiegel angehoben und

dadurch eine vorübergehende

Korrektur des Faktor-Mangels sowie eine Behebung der Blutungsneigungen herbeigeführt.

Zusätzlich zu seiner Funktion als Faktor VIII stabilisierendes Protein vermittelt von Willebrand Faktor

die Anlagerung der Thrombozyten an den verletzten Gefäßendothelien und spielt die Hauptrolle bei

der Thrombozytenaggregation.

Daten zur Behandlung von 16 Kindern jünger als 6 Jahren liegen vor. Die vorliegenden Ergebnisse zur

klinischen Wirksamkeit und Sicherheit waren in Übereinstimmung mit den Daten bei älteren Patienten.

Zu beachten ist, dass die annualisierte Blutungsrate (ABR) zwischen verschiedenen

Faktorkonzentraten und verschiedenen klinischen Studien nicht vergleichbar ist.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Nach intravenöser Anwendung nimmt die Faktor-VIII-Aktivität mono- oder biexponentiell ab. Die

terminale Halbwertszeit variiert zwischen 5 und 22 Stunden, mit einem Mittelwert von ca. 12 Stunden.

Der Anstieg der Faktor-VIII-Aktivität nach Gabe von 1 I.E. Faktor VIII pro kg Körpergewicht

(inkrementelle Wiederfindungsrate) betrug ungefähr 2%; die intraindividuelle Variabilität lag zwischen

1,5 bis 3%. Die mittlere Verweildauer war 17 Stunden (Standardabweichung 5,5 Stunden). Die mittlere

Fläche unter der Konzentrations-Zeitkurve (bis zum letzten Messpunkt) war 0,4 h x kg/ml

(Standardabweichung 0,2), die mittlere Clearance 3 ml/h/kg (Standardabweichung 1,5 ml/h/kg).

Kinder und Jugendliche

Es liegen begrenzte pharmakokinetische Daten für Kinder vor.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Allgemeine Toxizität

Toxizitätsstudien mit wiederholten Dosen wurden wegen der Antikörperbildung gegen heterologes

Protein nicht durchgeführt.

Sogar das Mehrfache der empfohlenen menschlichen Dosis pro kg Körpergewicht zeigte keine

toxischen Wirkungen bei Labortieren.

Die Prüfungen des hitzebehandelten Faktor-VIII-Präparates mit polyklonalen präzipitierenden

Antikörpern (Kaninchen) im Ouchterlony-Test und in dem passiven kutanen Anaphylaxie-Test am

Meerschweinchen zeigten im Vergleich zu unbehandeltem Protein keine veränderten

immunologischen Reaktionen.

Mutagenität

Da die klinische Erfahrung keinen Hinweis auf onkogene und mutagene Wirkungen des

Gerinnungsfaktors VIII vom Menschen gibt, werden Tierversuche, besonders bei heterologen Spezies,

als nicht sinnvoll erachtet.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Glycin, Calciumchlorid, Natriumhydroxid (in geringen Mengen) zur Einstellung des pH-Wertes,

Saccharose, Natriumchlorid

Beigefügtes Lösungsmittel: Wasser für Injektionszwecke 10 ml

6.2 Inkompatibilitäten

Dieses Arzneimittel darf, außer mit den unter Abschnitt 6.1 aufgeführten Lösungsmitteln, nicht mit

anderen Arzneimitteln, Lösungs- oder Verdünnungsmitteln vermischt werden.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre.

Die physiko-chemische Stabilität des rekonstituierten Präparates wurde für 8 Stunden bei 25 °C

belegt. Aus mikrobiologischer Sicht sollte das Präparat sofort verbraucht werden. Falls es nicht sofort

angewendet wird, soll eine Aufbewahrung in der Durchstechflasche 8 Stunden bei Raumtemperatur

nicht überschreiten. Das Produkt sollte nach dem Überführen in die Spritze unverzüglich appliziert

werden (siehe Abschnitt 6.6).

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Im Kühlschrank lagern (2°C – 8°C). Nicht einfrieren. Behältnis in der geschlossenen Faltschachtel

aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Beriate kann innerhalb der Haltbarkeitsdauer für einen Zeitraum von insgesamt 1 Monat bei bis zu 25

°C gelagert werden. Die einzelnen Zeitabschnitte der Raumtemperaturlagerung sollten dokumentiert

werden, um den Gesamtzeitraum von 1 Monat nicht zu überschreiten. Die Flaschen nicht direkter

Hitze aussetzen. Die Flaschen dürfen nicht über Körpertemperatur (37°C) erhitzt werden.

Aufbewahrungsbedingungen nach Rekonstitution des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.

6.5 Art und Inhalt der Behältnisse

Packung mit 1000 I.E. enthält:

1 Flasche mit Trockensubstanz

1 Flasche mit 10 ml Wasser für Injektionszwecke

1 Filter Transfer Set 20/20

Set zur Anwendung (innere Packung):

1 Einmalspritze (10 ml)

1 Venenpunktionsbesteck

2 Alkoholtupfer

1 nicht steriles Pflaster

Packung mit 2000 I.E. enthält:

1 Flasche mit Trockensubstanz

1 Flasche mit 10 ml Wasser für Injektionszwecke

1 Filter Transfer Set 20/20

Set zur Anwendung (innere Packung):

1 Einmalspritze (10 ml)

1 Venenpunktionsbesteck

2 Alkoholtupfer

1 nicht steriles Pflaster

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur

Handhabung

Art der Anwendung

Allgemeine Hinweise

Die Lösung sollte klar oder leicht opaleszent sein. Gelegentlich können sich in der

Durchstechflasche einige Flocken oder Partikel befinden. Der im Mix2Vial enthaltene Filter hält

diese Partikel vollständig zurück. Die errechnete Dosierung wird durch das Filtrieren nicht

beeinflusst. Rekonstituiertes Produkt sollte nach der Filtration und dem Aufziehen der Lösung in

die Spritze (siehe unten) und vor der Anwendung auf Partikel und Verfärbungen visuell überprüft

werden. Trübe Lösungen oder Lösungen mit Rückständen (Niederschlägen/Partikeln) in der

Spritze sind nicht zu verwenden.

Sobald das Produkt in die Spritze überführt wurde, sollte es sofort verwendet werden. Lagern Sie

das Produkt nicht in der Spritze,

Zubereitung und Entnahme müssen unter aseptischen Bedingungen erfolgen.

Zubereitung

Erwärmen Sie das Lösungsmittel auf Raumtemperatur. Vor dem Öffnen der Mix2Vial

Packung die Flip-Off-Kappen der Lösungsmittel- und Produktflaschen entfernen und die Stopfen mit

einer antiseptischen Lösung behandeln und anschließend trocknen lassen.

1. Entfernen Sie das Deckpapier von der Mix2Vial

Packung. Das Mix2Vial nicht aus dem Blister entnehmen!

2. Die Lösungsmittelflasche auf eine ebene, saubere

Fläche stellen und festhalten. Das Mix2Vial Set mit dem

Blister greifen und den Dorn des blauen Adapters

senkrecht in den Stopfen der Lösungsmittelflasche

einstechen.

3. Vorsichtig die Verpackung vom Mix2Vial Set entfernen,

indem man den Blister am Siegelrand fasst und ihn

senkrecht nach oben abzieht. Dabei ist darauf zu achten,

dass nur der Blister und nicht das Mix2Vial entfernt wird.

4. Die Produktflasche auf eine feste Unterlage stellen. Die

Lösungsmittelflasche mit dem aufgesetzten Mix2Vial Set

herumdrehen und den Dorn des transparenten Adapters

senkrecht in den Stopfen der Produktflasche einstechen.

Das Lösungsmittel läuft automatisch in die Produktflasche

über.

5. Mit der einen Hand die Produktseite und mit der anderen

Hand die Lösungsmittelseite des Mix2Vial greifen und das

Set vorsichtig gegen den Uhrzeigersinn auseinander

schrauben. Entsorgen Sie die Lösungsmittelflasche mit

dem blauen Mix2Vial Adapter.

6. Die Produktflasche mit dem transparenten Adapter

vorsichtig schwenken, bis das Produkt vollständig gelöst

ist. Nicht schütteln.

7. Luft in eine leere, sterile Spritze aufziehen. Die

Produktflasche aufrecht halten, die Spritze mit dem Luer

Lock Anschluss des Mix2Vial Set verbinden indem man sie

im Uhrzeigersinn aufschraubt, und die Luft in die

Produktflasche injiziert.

Aufziehen der Lösung in die Spritze und Anwendung

8. Den Stempel der Spritze gedrückt halten, das gesamte

System herumdrehen und die Lösung durch langsames

Zurückziehen der Kolbenstange in die Spritze aufziehen.

9. Nachdem die Lösung vollständig in die Spritze

überführt ist, den Spritzenzylinder fassen (dabei die

Kolbenstange in ihrer Position halten) und die Spritze vom

transparenten Mix2Vial Adapter gegen den Uhrzeigersinn

abdrehen.

Zur Injektion von Beriate werden Kunststoff-Einmalspritzen empfohlen, da geschliffene Oberflächen

von Glasspritzen zur Verklebung bei derartigen Lösungen neigen.

Die Lösung langsam intravenös verabreichen (siehe Abschnitt 4.2). Sorgfältig darauf achten, dass

kein Blut in die mit Produkt gefüllte Spritze gelangt. Verwenden Sie hierzu das beiliegende

Venenpunktionsbesteck, führen Sie die Nadel in eine Vene. Lassen Sie das Blut bis zum Ende des

Schlauchs fließen. Befestigen Sie die Spritze an dem Luer-Ende des Venenpunktionsbestecks.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu

beseitigen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

EMRAmed Arzneimittel GmbH

Otto-Hahn-Straße 11

22946 Trittau

Telefon: (04154) 806-0

Telefax: (04154) 806-354

8.

ZULASSUNGSNUMMERN

Beriate 1000: PEI.H.12084.01.1

Beriate 2000: PEI.H.12084.02.1

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

10.

STAND DER INFORMATION

Februar 2020

11.

HERKUNFTSLÄNDER DES BLUTPLASMAS

Belgien, Dänemark, Deutschland, Polen, Ungarn, USA

12. VERSCHREIBUNGSSTATUS

Verschreibungspflichtig

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