Atorvalan 20 mg - Filmtabletten

Österreich - Deutsch - AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

29-06-2021

Fachinformation Fachinformation (SPC)

29-06-2021

Wirkstoff:
ATORVASTATIN CALCIUM TRIHYDRAT
Verfügbar ab:
G.L. Pharma GmbH
ATC-Code:
C10AA05
INN (Internationale Bezeichnung):
ATORVASTATIN CALCIUM TRIHYDRATE
Verschreibungstyp:
Arzneimittel zur wiederholten Abgabe gegen aerztliche Verschreibung
Produktbesonderheiten:
Abgabe durch eine (öffentliche) Apotheke
Zulassungsnummer:
1-30822
Berechtigungsdatum:
2011-11-23

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Gebrauchsinformation: Information für Patienten

Atorvalan 20 mg-Filmtabletten

Wirkstoff: Atorvastatin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme

dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte

weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden

haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies

gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe

Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Atorvalan und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Atorvalan beachten?

Wie ist Atorvalan einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Atorvalan aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was ist Atorvalan und wofür wird es angewendet?

Atorvalan gehört zu einer Gruppe von Arzneimitteln, die als Statine bekannt sind und die

Blutfette (Lipide) regulieren.

Atorvalan

wird

angewendet,

Blutfette

verringern,

Cholesterin

oder

Triglyceride bezeichnet werden, falls eine fettarme Ernährung und eine Umstellung des

Lebensstils alleine nicht ausreichen. Falls bei Ihnen ein erhöhtes Risiko für eine Herzkrankheit

besteht,

kann

Atorvalan

auch

Verringerung

eines

solchen

Risikos

normalen

Cholesterinwerten

angewendet

werden.

Während

Behandlung

muss

übliche

cholesterinsenkende Ernährung fortgeführt werden.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Atorvalan beachten?

Atorvalan darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Atorvastatin, ähnliche Arzneimittel, die die Blutfettwerte

verringern, oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses

Arzneimittels sind.

wenn Sie eine Lebererkrankung haben oder hatten.

wenn bei Ihnen bei Leberfunktionstests unerklärbare Veränderungen der Leberwerte

aufgetreten sind.

wenn

eine

Frau

gebärfähigen

Alter

sind

keine

ausreichende

Schwangerschaftsverhütung betreiben.

wenn Sie schwanger sind oder versuchen, schwanger zu werden.

wenn Sie derzeit stillen.

wenn Sie eine Kombination aus Glecaprevir/Pibrentasvir zur Behandlung einer Hepatitis C

erhalten.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Atorvalan einnehmen.

Im Folgenden werden Gründe genannt, aus denen Atorvalan für Sie nicht geeignet sein

könnte:

wenn Sie bereits einmal einen Schlaganfall mit einer Blutung im Gehirn hatten oder von

vorhergehenden Schlaganfällen noch Flüssigkeitseinschlüsse im Gehirn haben.

wenn Sie Probleme mit den Nieren haben.

wenn Sie an einer Unterfunktion der Schilddrüse leiden (Hypothyreose).

wenn sie wiederholte oder unklare Muskelbeschwerden oder -schmerzen haben oder

hatten, oder bei Ihnen oder in Ihrer Familie Muskelerkrankungen aufgetreten sind.

wenn bei Ihnen Muskelerkrankungen im Zusammenhang mit der Anwendung von anderen

lipidsenkenden Arzneimitteln (z.B. anderen Statinen oder Arzneimitteln, die man als

Fibrate bezeichnet) aufgetreten sind.

wenn Sie regelmäßig größere Mengen Alkohol trinken.

wenn Sie Lebererkrankungen in der eigenen Vorgeschichte haben.

wenn Sie älter als 70 Jahre sind.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Atorvalan einnehmen,

wenn Sie schwere Atemprobleme (respiratorische Insuffizienz) haben.

wenn

letzten

Tagen

Fusidinsäure

(zur

Behandlung

bakteriellen

Infektionen) eingenommen haben oder noch einnehmen, oder wenn Ihnen ein solches

Arzneimittel verabreicht wurde. Die Kombination von Fusidinsäure und Atorvastatin kann

zu schwerwiegenden Muskelproblemen führen (Rhabdomyolyse - Muskelzerfall oder

Muskelabbau).

Wenn einer dieser Gründe auf Sie zutrifft, wird Ihr Arzt vor und möglicherweise auch während

Ihrer

Behandlung

Atorvalan

Blutuntersuchungen

durchführen,

Risiko

für

Nebenwirkungen an der Muskulatur abschätzen zu können. Das Risiko für Nebenwirkungen,

die die Muskeln betreffen, wie z.B. Rhabdomyolyse, erhöht sich, wenn gleichzeitig bestimmte

andere Arzneimittel eingenommen werden (siehe Abschnitt 2. „Einnahme von Atorvalan

zusammen mit anderen Arzneimitteln").

Informieren

ebenfalls

Ihren

Arzt

oder

Apotheker,

wenn

Ihnen

anhaltende

Muskelschwäche auftritt. Zur Diagnose und Behandlung dieses Zustands sind möglicherweise

weitere Untersuchungen und Arzneimittel notwendig.

Während der Einnahme dieses Arzneimittels wird Ihr Arzt sorgfältig kontrollieren, ob Sie

zuckerkrank sind (Diabetes mellitus) oder ob bei Ihnen die Gefahr besteht, dass Sie

zuckerkrank werden. Möglicherweise besteht ein Risiko für Diabetes mellitus, wenn Sie hohe

Zucker- oder Fettwerte im Blut haben, übergewichtig sind und an Bluthochdruck leiden.

Einnahme von Atorvalan zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren

Ihren Arzt

oder

Apotheker, wenn

andere

Arzneimittel

einnehmen/

anwenden,

kürzlich

andere

Arzneimittel

eingenommen/angewendet

haben

oder

beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Es gibt einige andere Arzneimittel, die die Wirkung von Atorvalan verändern können oder

deren Wirkung durch Atorvalan verändert werden kann. Diese Form der Wechselwirkung

könnte die Wirkungen eines oder beider dieser Arzneimittel vermindern. Es könnten aber auch

das Risiko für Nebenwirkungen oder der Schweregrad von Nebenwirkungen erhöht werden,

etwa

Rhabdomyolyse,

einem

Abbau

Muskelgewebe

(Beschreibung

siehe

Abschnitt 4. „

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

“):

Arzneimittel, die Ihr Immunsystem beeinflussen (z.B. Ciclosporin)

Einige

Antibiotika

oder

Arzneimittel

gegen

Pilzinfektionen

(z.B.

Erythromycin,

Clarithromycin,

Telithromycin,

Ketoconazol,

Itraconazol,

Voriconazol,

Fluconazol,

Posaconazol, Rifampicin, Fusidinsäure)

Wenn Sie Fusidinsäure zur Behandlung bakterieller Infektionen einnehmen müssen,

müssen Sie Atorvalan vorübergehend aussetzen. Ihr Arzt wird Ihnen mitteilen, wenn Sie

mit der Einnahme von Atorvastatin wieder beginnen können. Die gleichzeitige Einnahme

mit Fusidinsäure kann selten zu Muskelschwäche, Muskelempfindlichkeit oder Muskel-

schmerzen

führen

(Rhabdomyolyse).

Mehr

Information

Rhabdomyolyse,

siehe

Abschnitt 4.

Andere Arzneimittel zur Regulierung der Blutfettwerte (z.B. Gemfibrozil, andere Fibrate,

Colestipol)

Einige Calciumblocker gegen Angina pectoris oder hohen Blutdruck (z.B. Amlodipin,

Diltiazem) oder Arzneimittel zur Regulierung des Herzrhythmus (z.B. Digoxin, Verapamil,

Amiodaron)

Letermovir,

Arzneimittel,

verhindern

soll,

dass

einer

(Cytomegalievirus)- Infektion erkranken

Arzneimittel, die bei der Behandlung von HIV-Infektionen angewendet werden (z.B.

Ritonavir,

Lopinavir,

Atazanavir,

Indinavir,

Darunavir,

Kombination

Tipranavir/

Ritonavir, etc.)

Einige Arzneimittel, die bei der Behandlung von Hepatitis C angewendet werden (z.B.

Telaprevir,

Boceprevir

Kombination

Elbasvir/Grazoprevir,

Ledipasvir/Sofosbuvir)

Zu den weiteren Arzneimitteln mit bekannten Wechselwirkungen mit Atorvalan zählen

Ezetimib (zur Cholesterinsenkung), Warfarin (zur Verminderung von Blutgerinnseln), orale

Kontrazeptiva, Stiripentol (zur Krampfhemmung bei Epilepsie), Cimetidin (Anwendung bei

Sodbrennen und Magengeschwüren), Phenazon (ein Schmerzmittel), Colchicin (zur

Behandlung von Gicht) und Antazida (aluminium- oder magnesiumhaltige Arzneimittel bei

Magenverstimmung)

Arzneimittel, die ohne Verschreibung erhältlich sind: Johanniskraut

Einnahme von Atorvalan zusammen mit Getränken und Alkohol

Anleitungen zur Einnahme von Atorvalan entnehmen Sie bitte Abschnitt 3. „Wie ist Atorvalan

einzunehmen?“. Bitte beachten Sie folgendes:

Grapefruitsaft

Trinken Sie nie mehr als ein oder zwei kleine Gläser Grapefruitsaft am Tag, da große Mengen

an Grapefruitsaft die Wirkungen von Atorvalan verändern können.

Alkohol

Vermeiden Sie übermäßigen Alkoholkonsum während Sie dieses Arzneimittel einnehmen.

Genauere Angaben siehe Abschnitt 2. „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren

Arzt oder Apotheker um Rat.

Nehmen Sie Atorvalan nicht ein, wenn Sie schwanger sind oder wenn Sie schwanger werden

wollen. Frauen, die schwanger werden können, dürfen Atorvalan nur dann einnehmen, wenn

sie zuverlässige Verhütungsmethoden anwenden.

Wenn Sie stillen, dürfen Sie Atorvalan nicht einnehmen.

Die Sicherheit von Atorvalan während der Schwangerschaft und der Stillzeit wurde bisher noch

nicht nachgewiesen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Unter normalen Umständen wird dieses Arzneimittel Ihre Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit

zum Bedienen von Maschinen nicht beeinträchtigen. Sie dürfen aber kein Fahrzeug lenken,

falls dieses Arzneimittel Ihre Verkehrstüchtigkeit beeinflusst. Sie dürfen keine Werkzeuge oder

Maschinen bedienen, falls Ihre Fähigkeit diese zu bedienen durch dieses Arzneimittel

beeinträchtigt ist.

Atorvalan enthält Natrium

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Tablette, d.h. es ist nahezu

„natriumfrei“.

Wie ist Atorvalan einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie

bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Ihr Arzt wird Sie vor Behandlungsbeginn auf eine cholesterinarme Ernährung umstellen, die

Sie auch während der Behandlung mit Atorvalan beibehalten sollen.

Die empfohlene Anfangsdosierung von Atorvalan bei Erwachsenen und Kindern ab 10 Jahren

beträgt 10 mg einmal täglich. Diese kann bei Bedarf von Ihrem Arzt erhöht werden, bis Sie die

Dosis erhalten, die Sie benötigen.

Ihr Arzt wird die Dosierung in Zeitabständen von 4 Wochen oder mehr anpassen. Die

Höchstdosis von Atorvalan beträgt 80 mg einmal täglich bei Erwachsenen und 20 mg einmal

täglich bei Kindern.

Die Atorvalan-Filmtabletten müssen unzerkaut mit reichlich Wasser geschluckt werden. Die

Einnahme kann zu jeder Tageszeit unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen. Versuchen Sie

aber, Ihre Filmtablette jeden Tag zur gleichen Zeit einzunehmen.

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

Die Dauer der Behandlung mit Atorvalan wird von Ihrem Arzt bestimmt.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von

Atorvalan zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine größere Menge von Atorvalan eingenommen haben als Sie sollten

Wenn Sie versehentlich zu viele Atorvalan-Filmtabletten (mehr als Ihre übliche Tagesdosis)

eingenommen haben, fragen Sie bei einem Arzt oder dem nächstgelegenen Krankenhaus um

Rat.

Wenn Sie die Einnahme von Atorvalan vergessen haben

Wenn Sie eine Einnahme vergessen haben, nehmen Sie einfach zum üblichen Zeitpunkt die

nächste Dosis ein. Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige

Einnahme vergessen haben.

Wenn Sie die Einnahme von Atorvalan abbrechen

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie die Einnahme von Atorvalan abbrechen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren

Arzt oder Apotheker.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei

jedem auftreten müssen.

Falls Sie eine der folgenden schwerwiegenden Nebenwirkungen oder Beschwerden bei

sich feststellen, nehmen Sie die Filmtabletten nicht mehr ein und verständigen Sie

sofort

Ihren

Arzt

oder

suchen

Notaufnahme

nächstgelegenen

Krankenhauses auf.

Selten (kann 1 bis 10 Behandelte von 10.000 betreffen)

Schwerwiegende allergische Reaktion mit Schwellungen im Gesicht, an der Zunge und

im Rachen, die zu schweren Atemproblemen führen können

Schwerwiegende Erkrankung mit starker Hautabschälung und Schwellung der Haut,

Blasenbildung

Haut,

Mund,

Augen

Genitalien

sowie

Fieber;

Hautausschlag mit rosa bis roten Flecken, besonders an den Handflächen und Fußsohlen,

mit möglicher Blasenbildung

Muskelschwäche, Muskelempfindlichkeit, Muskelschmerzen, Muskelriss oder rotbraune

Verfärbung des Urins; vor allem wenn Sie sich gleichzeitig unwohl fühlen oder erhöhte

Temperatur haben, kann dies durch einen anormalen Muskelschwund oder -abbau

bedingt sein. Der anormale Muskelschwund kann unter Umständen auch nach dem

Absetzen von Atorvastatin weiter bestehen, und er kann lebensbedrohlich sein oder zu

schweren Nierenproblemen führen.

Sehr selten (kann weniger als 1 Behandelten von 10.000 betreffen)

Wenn Sie Probleme mit unerwarteten oder ungewöhnlichen Blutungen oder Blutergüssen

haben, kann dies auf Leberschäden hinweisen. Sie müssen daher so schnell wie möglich

Ihren Arzt um Rat fragen.

Lupus-ähnliches

Krankheitsbild

(einschließlich

Ausschlag,

Gelenkerkrankungen

Auswirkungen auf die Blutkörperchen)

Andere mögliche Nebenwirkungen mit Atorvalan:

Häufig (kann 1 bis 10 Behandelte von 100 betreffen)

Entzündung der Nasennebenhöhlen, Schmerzen im Rachen, Nasenbluten

Allergische Reaktionen

Erhöhungen

Blutzuckerwerte

(wenn

Diabetes

haben,

müssen

Ihre

Blutzuckerwerte weiterhin sorgfältig überwacht werden), Erhöhung von Creatininkinase

im Blut

Kopfschmerzen

Übelkeit, Verstopfung, Blähungen, Verdauungsstörungen, Durchfall

Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen und Rückenschmerzen

Ergebnisse bei Blutuntersuchungen, die zeigen, dass Ihre Leberfunktion anormal werden

könnte

Gelegentlich (kann 1 bis 10 Behandelte von 1.000 betreffen)

Anorexie (Appetitlosigkeit), Gewichtszunahme, Verminderung der Blutzuckerwerte (wenn

Sie Diabetes haben, müssen Ihre Blutzuckerwerte weiterhin sorgfältig überwacht werden)

Albträume, Schlaflosigkeit

Schwindel, Taubheitsgefühl oder Kribbeln in den Fingern und Zehen, herabgesetztes

Berührungs-

Schmerzempfinden,

Veränderung

Geschmacksinns,

Gedächtnisverlust

Verschwommenes Sehen

Ohrensausen

Erbrechen, Aufstoßen, Ober- und Unterbauchschmerzen, Pankreatitis (Entzündung der

Bauchspeicheldrüse, die zu Magenschmerzen führen kann)

Hepatitis (Leberentzündung)

Ausschlag, Hautausschlag und Juckreiz, Nesselsucht, Haarausfall

Nackenschmerzen, Muskelermüdung

Müdigkeit, Unwohlsein, Schwächegefühl, Brustschmerzen, Schwellungen, vor allem an

den Knöcheln (Ödeme), erhöhte Temperatur

Positive Testergebnisse auf weiße Blutzellen im Urin

Selten (kann 1 bis 10 Behandelte von 10.000 betreffen)

Sehstörung

Unerwartete Blutung oder Bluterguss

Gelbsucht (Gelbfärbung der Haut und des Weißen im Auge)

Sehnenverletzung

Sehr selten (kann weniger als 1 Behandelten von 10.000 betreffen)

Allergische Reaktion – Anzeichen können sein: plötzliches pfeifendes Atmen oder

Brustschmerzen oder Engegefühl in der Brust, Schwellung von Augenlidern, Gesicht,

Lippen, Mund, Zunge oder Rachen, Atemschwierigkeiten, Kollaps

Hörverlust

Gynäkomastie (Brustvergrößerung bei Männern)

Häufigkeit

nicht

bekannt

(Häufigkeit

Grundlage

verfügbaren

Daten

nicht

abschätzbar)

Anhaltende Muskelschwäche

Mögliche Nebenwirkungen, die bei einigen Statinen (Arzneimitteln der gleichen Art)

berichtet wurden:

Sexualbeschwerden

Depression

Atembeschwerden,

einschließlich

anhaltender

Husten

und/oder

Kurzatmigkeit

oder

Fieber

Diabetes mellitus: Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie Diabetes entwickeln, ist größer, wenn

Sie hohe Zucker- oder Fettwerte im Blut haben, übergewichtig sind und an Bluthochdruck

leiden.

Arzt

wird

sorgfältig

kontrollieren,

während

dieses

Arzneimittel

einnehmen.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies

gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt anzeigen (siehe Angaben weiter unten). Indem Sie

Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 WIEN

ÖSTERREICH

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

Wie ist Atorvalan aufzubewahren?

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf der Blisterpackung und dem Umkarton nach

„verw. bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich

auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Entsorgen

Arzneimittel

nicht

Abwasser

oder

Haushaltsabfall.

Fragen

Ihren

Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie

tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Atorvalan enthält

Der Wirkstoff ist: Atorvastatin.

1 Filmtablette enthält 20 mg Atorvastatin (als Atorvastatin-Calcium-Trihydrat).

Die sonstigen Bestandteile sind:

Tablettenkern: Mikrokristalline

Cellulose,

Natriumcarbonat, Maltose,

Croscarmellose-

Natrium, Magnesiumstearat

Tablettenüberzug: Hypromellose, Hydroxypropylcellulose, Triethylcitrat, Polysorbat 80,

Titandioxid (E 171)

Wie Atorvalan aussieht und Inhalt der Packung

Atorvalan 20 mg-Filmtabletten sind weiße bis gebrochen weiße, ovale, beidseitig nach

außen gewölbte Filmtabletten mit der Prägung „20“ auf einer Seite und einer Bruchkerbe

auf der anderen Seite.

Atorvalan ist in Blisterpackungen mit 4, 7, 10, 14, 20, 28, 30, 50, 56, 60, 84, 90, 98 und

100 Filmtabletten erhältlich.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

G.L. Pharma GmbH, 8502 Lannach

Z.Nr.: 1-30822

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Mai 2021.

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Atorvalan 10 mg-Filmtabletten

Atorvalan 20 mg-Filmtabletten

Atorvalan 40 mg-Filmtabletten

Atorvalan 80 mg-Filmtabletten

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Atorvalan 10 mg-Filmtabletten

1 Filmtablette enthält 10 mg Atorvastatin (als Atorvastatin-Calcium-Trihydrat).

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung:

1 Filmtablette enthält 2,15 mg Natrium.

Atorvalan 20 mg-Filmtabletten

1 Filmtablette enthält 20 mg Atorvastatin (als Atorvastatin-Calcium-Trihydrat).

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung:

1 Filmtablette enthält 4,29 mg Natrium.

Atorvalan 40 mg-Filmtabletten

1 Filmtablette enthält 40 mg Atorvastatin (als Atorvastatin-Calcium-Trihydrat).

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung:

1 Filmtablette enthält 8,58 mg Natrium.

Atorvalan 80 mg-Filmtabletten

1 Filmtablette enthält 80 mg Atorvastatin (als Atorvastatin-Calcium-Trihydrat).

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung:

1 Filmtablette enthält 17,17 mg Natrium.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Filmtablette

Atorvalan 10 mg-Filmtabletten

Weiße bis gebrochen weiße, ovale, bikonvexe Filmtabletten mit der Prägung „10“ auf einer

Seite.

Atorvalan 20 mg-Filmtabletten

Weiße bis gebrochen weiße, ovale, bikonvexe Filmtabletten mit der Prägung „20“ auf einer

Seite und einer Bruchkerbe auf der anderen Seite.

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

Atorvalan 40 mg-Filmtabletten

Weiße bis gebrochen weiße, ovale, bikonvexe Filmtabletten mit der Prägung „40“ auf einer

Seite und einer Bruchkerbe auf der anderen Seite.

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

Atorvalan 80 mg-Filmtabletten

Weiße bis gebrochen weiße, ovale, bikonvexe Filmtabletten mit der Prägung „80“ auf einer

Seite und einer Bruchkerbe auf der anderen Seite.

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Hypercholesterinämie

Die Anwendung von Atorvalan ist zusätzlich zu einer Diät angezeigt zur Senkung erhöhter

Gesamtcholesterin-,

LDL-Cholesterin-,

Apolipoprotein

Triglyzeridspiegel

Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab zehn Jahren mit primärer Hypercholesterinämie,

einschließlich familiärer Hypercholesterinämie (heterozygote Variante) oder kombinierter

(gemischter) Hyperlipidämie (entsprechend Typ II a und II b nach Fredrickson), wenn Diät und

andere nicht pharmakologische Maßnahmen keine ausreichende Wirkung erbringen.

Atorvalan ist auch zur Senkung von Gesamt- und LDL-Cholesterin bei Erwachsenen mit

homozygoter familiärer Hypercholesterinämie angezeigt – entweder zusätzlich zu anderen

lipidsenkenden Maßnahmen (z.B. LDL-Apherese) oder falls solche Behandlungsmöglichkeiten

nicht verfügbar sind.

Vorbeugung kardiovaskulärer Erkrankungen

Zur Vorbeugung kardiovaskulärer Ereignisse bei erwachsenen Patienten, deren Risiko für ein

erstes kardiovaskuläres Ereignis als hoch eingestuft wird, zusätzlich zur Behandlung weiterer

Risikofaktoren (siehe Abschnitt 5.1).

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Der Patient ist vor der Anwendung von Atorvalan auf eine übliche Diät zur Senkung von

Cholesterin

einzustellen

diese

Diät

während

Behandlung

Atorvalan

fortzusetzen.

Die Dosierung erfolgt individuell entsprechend des Ausgangs-LDL-Cholesterinwertes, des

Zieles der Therapie sowie des Ansprechens des Patienten.

Die übliche Anfangsdosierung beträgt 10 mg Atorvastatin einmal täglich. Die Dosierung ist in

Intervallen von 4 Wochen oder mehr anzupassen. Die maximale Dosierung beträgt einmal

täglich 80 mg.

Primäre Hypercholesterinämie und kombinierte (gemischte) Hyperlipidämie

In der überwiegenden Anzahl der Fälle sprechen die Patienten auf einmal täglich 10 mg

Atorvastatin ausreichend gut an. Der therapeutische Erfolg zeigt sich innerhalb von 2 Wochen,

und der maximale therapeutische Effekt wird in der Regel nach 4 Wochen erreicht. Die

Wirkung bleibt unter Dauertherapie erhalten.

Heterozygote familiäre Hypercholesterinämie

Die Anfangsdosis beträgt 10 mg Atorvastatin täglich. Anpassungen der Dosierung sind

individuell

Abständen

Wochen

einer

Dosierung

täglich

durchzuführen. Danach kann entweder die Dosierung bis auf maximal 80 mg täglich erhöht

werden,

oder

einmal

täglich

Atorvastatin

einem

gallensäurebindenden

Ionenaustauscherharz kombiniert werden.

Homozygote familiäre Hypercholesterinämie

Hierzu liegen nur beschränkte Daten vor (siehe Abschnitt 5.1).

Für Patienten mit homozygoter familiärer Hypercholesterinämie beträgt die Dosierung 10 bis

80 mg pro Tag (siehe Abschnitt 5.1). Atorvastatin ist bei diesen Patienten als Ergänzung zu

anderen lipidsenkenden Behandlungsmöglichkeiten (z.B. LDL-Apherese) anzuwenden oder

falls diese Behandlungsmöglichkeiten nicht verfügbar sind.

Vorbeugung kardiovaskulärer Erkrankungen

In den Studien zur Primärprävention betrug die Dosierung 10 mg pro Tag. Um einen LDL-

Cholesterinspiegel entsprechend den aktuellen Leitlinien zu erreichen, kann eine höhere

Dosierung notwendig sein.

Eingeschränkte Nierenfunktion

Es ist keine Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitt 4.4).

Eingeschränkte Leberfunktion

Atorvalan ist bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion mit Vorsicht anzuwenden (siehe

Abschnitte 4.4 und 5.2). Atorvalan ist bei Patienten mit aktiver Lebererkrankung kontraindiziert

(siehe Abschnitt 4.3).

Ältere Patienten

Wirksamkeit und Verträglichkeit für die empfohlenen Dosierungen sind bei Patienten über 70

Jahre vergleichbar mit der Gesamtpopulation.

Kinder und Jugendliche

Hypercholesterinämie

Anwendung

pädiatrischen

Patienten

Ärzten

Erfahrung

Behandlung einer Hyperlipidämie bei Kindern durchzuführen, und die Patienten sind zur

Kontrolle des Therapiefortschritts regelmäßig nachzuuntersuchen.

Bei Patienten ab 10 Jahren mit heterozygoter familiärer Hypercholesterinämie beträgt die

empfohlene Initialdosis 10 mg Atorvastatin pro Tag (siehe Abschnitt 5.1). Die Dosis kann je

nach Ansprechen und Verträglichkeit auf bis zu 80 mg täglich erhöht werden. Die Dosen sind

individuell anhand des empfohlenen Therapieziels einzustellen. Dosisanpassungen haben in

Zeitabständen von 4 Wochen oder mehr zu erfolgen. Die Dosistitration auf 80 mg wird durch

Studiendaten bei Erwachsenen und beschränkten klinischen Daten aus Studien an Kindern

mit heterozygoter familiärer Hypercholesterinämie unterstützt (siehe Abschnitte 4.8 und 5.1).

Es liegen nur beschränkte Sicherheits- und Wirksamkeitsdaten bei Kindern im Alter von 6 bis

10 Jahren mit heterozygoter familiärer Hypercholesterinämie aus offenen klinischen Studien

vor. Atorvastatin ist nicht zur Behandlung von Patienten unter 10 Jahren indiziert. Die aktuell

verfügbaren Daten werden in den Abschnitten 4.8, 5.1 und 5.2 beschrieben, es können aber

keine Empfehlungen zur Dosierung gegeben werden.

Andere pharmazeutische Formen/Stärken können bei dieser Patientenpopulation besser

geeignet sein.

Gleichzeitige Therapie mit anderen Arzneimitteln

Bei Patienten, welche die Virostatika Elbasvir/Grazoprevir zur Behandlung einer Hepatitis-

C-Infektion oder Letermovir zur Prophylaxe einer CMV-Infektion gemeinsam mit Atorvastatin

einnehmen,

eine

Atorvastatin-Tagesdosis

20 mg

nicht

überschreiten

(siehe

Abschnitte 4.4 und 4.5).

Die Anwendung von Atorvastatin wird bei Patienten, die Letermovir gemeinsam mit Ciclosporin

einnehmen, nicht empfohlen (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5).

Art der Anwendung

Zum Einnehmen.

Die jeweilige Tagesdosis an Atorvastatin wird auf einmal verabreicht. Die Einnahme kann zu

jeder Tageszeit unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen.

4.3 Gegenanzeigen

Atorvalan ist kontraindiziert bei Patienten

mit Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten

sonstigen Bestandteile,

aktiver

Lebererkrankung

oder

unklarer,

dauerhafter

Erhöhung

Serumtransaminasen auf mehr als das 3-Fache des oberen Normwertes,

in der Schwangerschaft, während der Stillzeit und bei Frauen im gebärfähigen Alter, die

keine geeignete Verhütungsmethode anwenden (siehe Abschnitt 4.6).

die mit den Virostatika Glecaprevir/Pibrentasvir zur Behandlung einer Hepatitis-C-Infektion

behandelt werden.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Einfluss auf die Leber

Leberfunktionstests sind vor Behandlungsbeginn und danach in regelmäßigen Abständen

durchzuführen. Bei Patienten, bei denen Anzeichen oder Symptome einer Leberschädigung

auftreten,

sind

Leberfunktionstests

durchzuführen.

Patienten,

denen

sich

Transaminasenanstieg entwickelt, sind bis zum Abklingen des Befundes zu beobachten. Falls

die Erhöhung der Transaminasen auf mehr als das 3-Fache des oberen Normwertes

fortdauert, empfiehlt sich eine Dosisreduktion oder ein Abbruch der Therapie mit Atorvastatin

(siehe Abschnitt 4.8).

Bei Patienten, die beträchtliche Mengen Alkohol konsumieren und/oder bei denen bereits eine

Lebererkrankung in der Vorgeschichte bekannt ist, ist Atorvastatin mit Vorsicht anzuwenden.

Prävention von Schlaganfällen durch aggressive Cholesterinsenkung (SPARCL)

In einer Post-hoc-Analyse für verschiedene Formen von Schlaganfall bei Patienten ohne

koronare

Herzkrankheit,

kurzem

einen

Schlaganfall

oder

eine

transitorische

ischämische Attacke (TIA) gehabt hatten, zeigte sich bei Patienten mit einer Therapie mit

Atorvastatin 80 mg eine höhere Inzidenz von hämorrhagischem Schlaganfall als mit Placebo.

Dieses erhöhte Risiko wurde vor allem bei Patienten mit vorhergehendem hämorrhagischem

Schlaganfall oder Lakunarinfarkt vor Eintritt in die Studie beobachtet. Bei Patienten mit

vorhergehendem

hämorrhagischem

Schlaganfall

Nutzen-Risiko-Verhältnis

Atorvastatin

unsicher,

potenzielle

Risiko

für

einen

hämorrhagischen

Schlaganfall ist vor Einleitung der Therapie sorgfältig zu berücksichtigen (siehe Abschnitt 5.1).

Einfluss auf die Skelettmuskulatur

Wie andere HMG-CoA-Reduktasehemmer kann auch Atorvastatin in seltenen Fällen die

Skelettmuskulatur beeinflussen und eine Myalgie, Myositis sowie eine Myopathie verursachen,

die sich zu einer Rhabdomyolyse entwickeln kann, einem möglicherweise lebensbedrohlichen

Zustand, der durch deutlich erhöhte Creatinkinase (CK)-Spiegel (> 10-Fache des oberen

Normwertes),

Myoglobinämie

Myoglobinurie

möglichem

Nierenversagen

charakterisiert ist.

Immunvermittelte nekrotisierende Myopathie

In sehr seltenen Fällen wurde während oder nach der Behandlung mit einigen Statinen über

eine immunvermittelte nekrotisierende Myopathie (immune-mediated necrotizing myopathy,

IMNM) berichtet. Die klinischen Charakteristika einer IMNM sind persistierende proximale

Muskelschwäche

erhöhte

Serum-Creatinkinase-Werte,

trotz

Absetzen

Behandlung mit Statinen fortbestehen.

Vor Behandlungsbeginn

Atorvastatin ist mit Vorsicht bei Patienten zu verschreiben, bei denen prädisponierende

Faktoren für das Auftreten von Rhabdomyolysen vorliegen.

Messungen der Creatinkinase-Aktivität sind vor Beginn einer Statin-Therapie bei Vorliegen der

folgenden Risikofaktoren bzw. Erkrankungen vorzunehmen:

Beeinträchtigung der Nierenfunktion

Hypothyreose

erbliche Myopathien in der Eigen- oder Familienanamnese

Muskulär-toxische Komplikationen im Zusammenhang mit der Gabe eines Statins oder

Fibrates in der Anamnese

Lebererkrankungen in der Vorgeschichte und/oder erheblicher Alkoholkonsum

ältere Patienten (> 70 Jahre)

Bei diesen ist die Notwendigkeit einer solchen Messung in Erwägung zu ziehen, wenn

weitere prädisponierende Faktoren für das Auftreten einer Rhabdomyolyse vorliegen.

Umständen,

denen

eine

Erhöhung

Plasmaspiegel

eintreten

kann,

beispielsweise

Wechselwirkungen

(siehe

Abschnitt

4.5),

spezielle

Populationen,

einschließlich genetischer Subpopulationen (siehe Abschnitt 5.2).

In solchen Situationen ist eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung erforderlich, und es hat

eine klinische Überwachung zu erfolgen.

Wenn die Creatinkinase-Werte vor Beginn der Behandlung wesentlich (um mehr als das 5-

Fache des oberen Normwertes) erhöht sind, hat eine Therapie nicht zu beginnen.

Creatinkinase-Bestimmung

Creatinkinase (CK) sind nicht nach schweren körperlichen Anstrengungen oder bei Vorliegen

von anderen möglichen Ursachen eines CK-Anstieges zu messen, da dies die Interpretation

der Messwerte erschwert. Falls die CK-Werte vor Beginn der Behandlung wesentlich erhöht

sind (um mehr als das 5-Fache des oberen Normwertes), sind zur Überprüfung innerhalb von

5 bis 7 Tagen erneute Bestimmungen durchzuführen.

Während der Behandlung

Die Patienten müssen aufgefordert werden, Schmerzen, Krämpfe oder Schwäche der

Skelettmuskeln umgehend zu berichten, speziell, wenn diese mit allgemeinem Unwohlsein

oder Fieber einhergehen.

Wenn solche Symptome während der Behandlung mit Atorvastatin auftreten, ist die CK-

Aktivität zu messen. Wenn diese wesentlich (> 5-Fache des oberen Normwertes) erhöht

ist, ist die Therapie abzubrechen.

Bei anhaltenden und starken Muskelbeschwerden ist auch dann ein Abbruch der Therapie

in Erwägung zu ziehen, wenn die CK-Werte nicht wesentlich erhöht sind (

5-Fache des

oberen Normwertes).

Wenn die Symptome abgeklungen sind und die CK-Werte auf ein normales Niveau

gesunken sind, kann eine Wiederaufnahme der Therapie mit Atorvastatin oder einem

anderen Statin in der niedrigsten Dosierung und mit engmaschiger Überwachung erwogen

werden.

Die Therapie mit Atorvastatin muss abgebrochen werden, falls klinisch signifikante CK-

Konzentrationen im Serum auftreten (> 10-Fache des oberen Normwertes) oder falls eine

Rhabdomyolyse diagnostiziert oder vermutet wird.

Begleittherapie mit anderen Arzneimitteln

Die Gefahr einer Rhabdomyolyse ist erhöht, wenn Atorvastatin zusammen mit bestimmten

anderen Arzneimitteln verabreicht wird, die den Plasmaspiegel von Atorvastatin erhöhen

könnten, wie etwa starken Hemmern von CYP3A4 oder Transportproteinen (z.B. Ciclosporin,

Telithromycin, Clarithromycin, Delavirdin, Stiripentol, Ketoconazol, Voriconazol, Itraconazol,

Posaconazol, Letermovir und HIV-Proteasehemmer wie Ritonavir, Lopinavir, Atazanavir,

Indinavir,

Darunavir,

Tipranavir/Ritonavir

usw.).

Darüber

hinaus

kann

Gefahr

einer

Myopathie erhöht sein bei gleichzeitiger Anwendung von Gemfibrozil und anderen Fibraten,

Virostatika

Behandlung

Hepatitis

(HCV)

(Boceprevir,

Telaprevir,

Elbasvit/Grazoprevir,

Ledipasvir/Sofosbuvir),

Erythromycin,

Niacin

oder

Ezetimib.

Wenn

möglich, sind alternative (nicht interagierende) Therapiemaßnahmen statt dieser Arzneimittel

in Erwägung zu ziehen.

In Fällen, in denen eine gemeinsame Anwendung dieser Arzneimittel mit Atorvastatin

erforderlich ist, sind die Nutzen und Risiken einer solchen gemeinsamen Behandlung sorgfältig

zu berücksichtigen.

Wenn Patienten Arzneimittel erhalten, die die Plasmakonzentration von Atorvastatin erhöhen,

wird eine niedrigere Maximaldosis von Atorvastatin empfohlen. Zusätzlich ist im Falle einer

gemeinsamen Anwendung mit starken CYP3A4-Hemmern eine niedrigere Initialdosis in

Erwägung zu ziehen, und es wird eine entsprechende klinische Überwachung dieser Patienten

empfohlen (siehe Abschnitt 4.5).

Atorvastatin darf nicht zusammen mit systemisch verabreichter Fusidinsäure oder innerhalb

7 Tage nach der letzten Dosis Fusidinsäure gegeben werden. Bei Patienten, bei denen die

systemische Gabe von Fusidinsäure als essenziell erachtet wird, ist die Statintherapie

während der gesamten Behandlungsdauer mit Fusidinsäure abzusetzen. Es wurde über das

Auftreten von Rhabdomyolyse (einschließlich einiger Todesfälle) bei Patienten berichtet,

welche diese Kombination erhielten (siehe Abschnitt 4.5). Die Patienten sind darüber zu

informieren,

sich

umgehend

einen

Arzt

wenden,

wenn

Anzeichen

Muskelschwäche, -schmerzen oder -empfindlichkeit bemerken.

Die Statintherapie kann 7 Tage nach der letzten Dosis Fusidinsäure fortgesetzt werden.

Sollte in Ausnahmefällen eine längere systemische Gabe von Fusidinsäure notwendig sein,

wie z.B. zur Behandlung von schweren Infektionen, darf eine gemeinsame Gabe von

Atorvastatin

Fusidinsäure

Einzelfall

unter

engmaschiger

medizinischer

Überwachung in Betracht gezogen werden.

Kinder und Jugendliche

In einer 3-jährigen Studie wurde anhand von Bewertungen der Gesamtreife und -entwicklung,

einer Bewertung des Tanner-Stadiums und der Messung von Größe und Körpergewicht kein

klinisch relevanter Effekt auf das Wachstum und die Geschlechtsreifung beobachtet (siehe

Abschnitt 4.8).

Interstitielle Lungenerkrankung

Mit einigen Statinen wurden vereinzelte Fälle von interstitieller Lungenerkrankung berichtet,

vor allem bei Langzeittherapie (siehe Abschnitt 4.8). Zu den Manifestationen können Dyspnoe,

nichtproduktiver

Husten

allgemeine

Verschlechterung

Gesundheitszustands

(Müdigkeit, Gewichtsverlust und Fieber) zählen. Falls bei einem Patienten eine interstitielle

Lungenerkrankung vermutet wird, ist die Statintherapie abzusetzen.

Diabetes mellitus

Es gibt Hinweise, dass die Arzneimittel aus der Klasse der Statine den Blutzuckerspiegel

erhöhen und bei einigen Patienten mit hohem Risiko für die Entwicklung eines Diabetes

Hyperglykämien

verursachen

können,

eine

Diabetesbehandlung

erfordern.

Verminderung des vaskulären Risikos durch Statine überwiegt jedoch dieses Risiko und dies

sollte daher kein Grund für den Abbruch einer Statin-Behandlung sein.

Risiko-Patienten (Nüchtern-Glukose von 5,6 bis 6,9 mmol/l, BMI > 30 (kg/m²), erhöhte

Triglyzeridwerte, Hypertonie) sind entsprechend den nationalen Richtlinien sowohl klinisch als

auch biochemisch zu überwachen.

Kinder und Jugendliche

Sicherheitsdaten hinsichtlich der kindlichen Entwicklung liegen nicht vor (siehe Abschnitt 4.8).

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Tablette, d.h. es ist nahezu

„natriumfrei“.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Wirkung von Begleitmedikationen auf Atorvastatin

Atorvastatin wird durch das Cytochrom P450 Isoenzym 3A4 (CYP3A4) metabolisiert und ist

ein Substrat der hepatischen Transporter OATP1B1 (organic anion-transporting polypeptide

1B1)

OATP1B3

(organic

anion-transporting

polypeptide

1B3).

Metaboliten

Atorvastatin sind Substrate von OATP1B1. Atorvastatin wird außerdem als Substrat von MDR1

(multi-drug resistance protein 1) und BCRP (breast cancer resistance protein) identifiziert,

wodurch die intestinale Resorption und biliäre Ausscheidung von Atorvastatin begrenzt sein

könnten (siehe Abschnitt 5.2). Eine gleichzeitige Anwendung von Arzneimitteln, die Inhibitoren

von CYP3A4 oder Transportproteinen sind, kann zu erhöhten Plasmakonzentrationen von

Atorvastatin und zu einem erhöhten Risiko einer Myopathie führen. Dieses Risiko könnte auch

bei gleichzeitiger Anwendung von Atorvastatin mit anderen Arzneimitteln, die eine Myopathie

induzieren können, wie etwa Fibrate und Ezetimib, erhöht sein (siehe Abschnitte 4.3 und 4.4).

Hemmstoffe des Cytochrom P450 Isoenzyms 3A4

Für

starke

CYP3A4-Hemmer

konnte

gezeigt

werden,

dass

deutlich

erhöhten

Konzentrationen von Atorvastatin führen (siehe Tabelle 1 und nachstehende ausführlichere

Angaben). Eine gemeinsame Anwendung von starken CYP3A4-Hemmern (z.B. Ciclosporin,

Telithromycin, Clarithromycin, Delavirdin, Stiripentol, Ketoconazol, Voriconazol, Itraconazol,

Posaconazol, einigen Virostatika zur Behandlung von HCV [z.B. Elbasvir/Grazoprevir] und

HIV-Proteasehemmer wie Ritonavir, Lopinavir, Atazanavir, Indinavir, Darunavir, etc.) ist daher

nach Möglichkeit zu vermeiden. In Fällen, in denen eine gemeinsame Anwendung dieser

Arzneimittel mit Atorvastatin nicht vermieden werden kann, sind niedrigere Initialdosen und

Maximaldosen von Atorvastatin in Erwägung zu ziehen und es wird eine entsprechende

klinische Überwachung dieser Patienten empfohlen (siehe Tabelle 1).

Mäßige CYP3A4-Hemmer (z.B. Erythromycin, Diltiazem, Verapamil und Fluconazol) können

die Plasmakonzentrationen von Atorvastatin ebenfalls erhöhen (siehe Tabelle 1). Für die

Anwendung von Erythromycin in Kombination mit Statinen wurde ein erhöhtes Risiko für

Myopathie

beobachtet.

Wechselwirkungsstudien

Untersuchung

Wirkungen

Amiodaron oder Verapamil auf Atorvastatin wurden nicht durchgeführt. Sowohl Amiodaron als

auch Verapamil hemmen bekanntermaßen die Aktivität von CYP3A4 und eine gemeinsame

Anwendung mit Atorvastatin könnte zu einer erhöhten Exposition mit Atorvastatin führen.

Daher ist eine niedrigere Maximaldosis von Atorvastatin in Erwägung zu ziehen, und es wird

bei gleichzeitiger Anwendung von mäßigen CYP3A4-Inhibitoren eine entsprechende klinische

Überwachung des Patienten empfohlen. Eine entsprechende klinische Kontrolle wird nach

Einleitung der Therapie oder nach Dosisanpassungen eines solchen Hemmers empfohlen.

CYP3A4-Induktoren

Die gemeinsame Anwendung von Atorvastatin mit Induktoren von Cytochrom P450 3A4 (z.B.

Efavirenz,

Rifampicin,

Johanniskraut)

kann

verschieden

stark

ausgeprägten

Verminderungen der Plasmakonzentrationen von Atorvastatin führen. Aufgrund des dualen

Wechselwirkungsmechanismus

Rifampicin

(Cytochrom

P450

Induktion

Hemmung des hepatozytären Aufnahmetransportproteins OATP1B1) wird eine zeitgleiche

gemeinsame

Anwendung

Atorvastatin

Rifampicin

empfohlen,

eine

spätere

Anwendung von Atorvastatin nach der Verabreichung von Rifampicin mit einer signifikanten

Reduktion der Plasmakonzentrationen von Atorvastatin in Verbindung gebracht wurde. Die

Wirkung von Rifampicin auf die Konzentration von Atorvastatin in Hepatozyten ist jedoch nicht

bekannt, und falls eine gemeinsame Anwendung nicht vermieden werden kann, sind die

Patienten sorgfältig auf die Wirksamkeit der Behandlung zu überwachen.

Hemmstoffe von Transportern

Hemmstoffe von Transportproteinen (z.B. Ciclosporin) können die systemische Exposition mit

Atorvastatin erhöhen. Ciclosporin und Letermovir sind beide Inhibitoren von Transportern, die

an der Verfügbarkeit von Atorvastatin beteiligt sind, z.B. OATP1B1/1B3, P-gp und BCRP,

welche zu einer systemischen Exposition von Atorvastatin führen (siehe Tabelle 1). Die

Wirkung einer Hemmung von hepatischen Aufnahmetransportproteinen auf die Konzentration

von Atorvastatin in den Hepatozyten ist nicht bekannt. Falls eine gemeinsame Anwendung

nicht vermieden werden kann, werden eine Dosisreduktion und eine klinische Überwachung

auf die Wirksamkeit empfohlen (siehe Tabelle 1).

Die Anwendung von Atorvastatin wird bei Patienten, die Letermovir gemeinsam mit Ciclosporin

einnehmen, nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.4).

Gemfibrozil/Fibrate

Die Anwendung von Fibraten ist gelegentlich mit muskelbezogenen Ereignissen einschließlich

Rhabdomyolyse verbunden. Bei gleichzeitiger Gabe von Fibraten und Atorvastatin kann das

Risiko für das Auftreten solcher Ereignisse erhöht sein. Falls eine gemeinsame Anwendung

nicht

vermieden

werden

kann,

niedrigste

Dosis

Atorvastatin,

Behandlungsziel

erreicht

wird,

einzusetzen

Patienten

sind

entsprechend

überwachen (siehe Abschnitt 4.4).

Ezetimib

Die Anwendung von Ezetimib alleine kann mit muskelbezogenen Ereignissen einschließlich

Rhabdomyolyse

verbunden

sein.

Daher

kann

Risiko

für

solche

Ereignisse

gemeinsamer Anwendung von Ezetimib und Atorvastatin erhöht sein. Eine entsprechende

klinische Überwachung dieser Patienten wird empfohlen.

Colestipol

Die Plasmakenzentrationen von Atorvastatin und seinen aktiven Metaboliten waren bei

gleichzeitiger Einnahme von Colestipol zusammen mit Atorvastatin erniedrigt (Verhältnis der

Atorvastatin-Konzentration: 0,74). Die lipidsenkende Wirkung war jedoch bei gleichzeitiger

Einnahme von Atorvastatin und Colestipol größer als bei alleiniger Gabe der jeweiligen

Arzneimittel.

Fusidinsäure

Risiko

einer

Myopathie

einschließlich

Rhabdomyolyse

kann

gleichzeitiger

systemischer Gabe von Fusidinsäure und Statinen erhöht sein. Der dieser Wechselwirkung

zugrundeliegende

Mechanismus

pharmakodynamisch

oder

pharmakokinetisch

oder

beiderseits begründet) ist derzeit noch nicht bekannt. Es wurde über das Auftreten von

Rhabdomyolyse

(einschließlich

einiger

Todesfälle)

Patienten

berichtet,

diese

Kombination erhielten.

Sofern die Behandlung mit Fusidinsäure notwendig ist, ist die Therapie mit Atorvastatin

während der gesamten Behandlungsdauer mit Fusidinsäure abzusetzen (siehe auch Abschnitt

4.4).

Colchicin

Es wurden zwar keine Interaktionsstudien mit Atorvastatin und Colchicin durchgeführt, es gibt

aber Meldungen zu Fällen von Myopathie bei gleichzeitiger Verabreichung von Atorvastatin

und Colchicin. Atorvastatin ist nur mit Vorsicht zusammen mit Colchicin zu verschreiben.

Wirkung von Atorvastatin auf gleichzeitig angewendete Arzneimittel

Digoxin

Bei gleichzeitiger, mehrmaliger Einnahme von 10 mg Atorvastatin und Digoxin erhöhten sich

die Steady-State-Plasmakonzentrationen von Digoxin geringfügig. Patienten, die gleichzeitig

Digoxin einnehmen, sind deshalb entsprechend zu überwachen.

Orale Kontrazeptiva

Die gleichzeitige Einnahme von Atorvastatin zusammen mit oralen Kontrazeptiva führte zu

einem Anstieg der Plasmakonzentrationen von Norethisteron und Ethinylestradiol.

Warfarin

In einer klinischen Studie an Patienten, die eine Dauertherapie mit Warfarin erhielten, führte

die gleichzeitige Anwendung von Atorvastatin 80 mg täglich zu einer geringen Senkung der

Prothrombinzeit (um etwa 1,7 Sekunden) in den ersten 4 Tagen der Anwendung, und die

Prothrombinzeit ging innerhalb von 15 Tagen der Behandlung mit Atorvastatin wieder auf

Normalwerte

zurück.

Obwohl

einige

sehr

seltene

Fälle

einer

klinisch

signifikanten

Antikoagulations-Interaktion

beschrieben

wurden,

Patienten,

Cumarin-

Antikoagulanzien erhalten, die Prothrombinzeit vor Beginn von Atorvastatin und in den ersten

Phasen der Therapie häufig genug zu bestimmen, um sicherzustellen, dass keine signifikanten

Veränderungen

Prothrombinzeit

auftreten.

Sobald

eine

stabile

Prothrombinzeit

dokumentiert werden konnte, kann die Prothrombinzeit in Zeitintervallen überwacht werden,

die normalerweise für Patienten mit Cumarin-Antikoagulanzien empfohlen werden. Falls die

Dosis

Atorvastatin

geändert

oder

Atorvastatin

abgesetzt

wird,

gleiche

Vorgangsweise zu wiederholen. Die Therapie mit Atorvastatin war bei Patienten, die keine

Antikoagulanzien erhielten, nicht mit Blutungen oder mit Veränderungen der Prothrombinzeit

verbunden.

Kinder und Jugendliche

Wechselwirkungsstudien

wurden

Erwachsenen

durchgeführt.

Ausmaß

Interaktionen bei Kindern ist nicht bekannt. Die oben genannten Wechselwirkungen bei

Erwachsenen und die Warnhinweise im Abschnitt 4.4 sind auch bei Kindern zu beachten.

Tabelle 1:

Wirkung von gleichzeitig verabreichten Arzneimitteln auf die Pharmakokinetik von

Atorvastatin

Atorvastatin

Begleitmedikation und

Dosisschema

Dosis (mg)

AUC-

Verhältnis

&

Klinische Empfehlung

#

Tiapranavir 500 mg b.i.d./

Ritonavir 200 mg b.i.d.,

8 Tage (Tag 14 bis 21)

40 mg an Tag 1,

10 mg an Tag 20

Telaprevir 750 mg q 8h, 10

Tage

20 mg Einzeldosis

Ciclosporin 5,2 mg/kg/Tag,

stabile Dosis

10 mg einmal

täglich für 28 Tage

In Fällen, in denen eine

gemeinsame Anwendung

mit Atorvastatin erforderlich

ist: 10 mg Atorvastatin nicht

überschreiten. Klinische

Überwachung der Patienten

empfohlen.

Glecaprevir 400 mg einmal

täglich/ Pibrentasvir 120 mg

einmal täglich, 7 Tage

10 mg einmal

täglich für 7 Tage

Eine gemeinsame

Anwendung mit Präparaten,

die Glecaprevir oder

Pibrentasvir enthalten, ist

kontraindiziert (siehe

Abschnitt 4.3).

Lopinavir 400 mg b.i.d./

Ritonavir 100 mg b.i.d.,

14 Tage

20 mg einmal

täglich für 4 Tage

Clarithromycin 500 mg b.i.d.,

9 Tage

80 mg einmal

täglich für 8 Tage

In Fällen, in denen eine

gemeinsame Anwendung

mit Atorvastatin erforderlich

ist, werden niedrigere

Erhaltungsdosen von

Atorvastatin empfohlen. Bei

Atorvastatin-Dosen über

20 mg ist eine klinische

Überwachung der Patienten

Begleitmedikation und

Dosisschema

Atorvastatin

Dosis (mg)

AUC-

Verhältnis

&

Klinische Empfehlung

#

empfohlen.

Saquinavir 400 mg b.i.d./

Ritonavir (300 mg b.i.d. von

Tag 5 bis 7, Erhöhung auf

400 mg b.i.d. am Tag 8),

Tage 4 bis 18, 30 Minuten

nach Atorvastatin

40 mg einmal

täglich für 4 Tage

Darunavir 300 mg b.i.d./

Ritonavir 100 mg b.i.d.,

9 Tage

10 mg einmal

täglich für 4 Tage

Itraconazol 200 mg einmal

täglich, 4 Tage

40 mg Einzeldosis

Fosamprenavir 700 mg

b.i.d./

Ritonavir 100 mg b.i.d.,

14 Tage

10 mg einmal

täglich für 4 Tage

Fosamprenavir 1400 mg

b.i.d., 14 Tage

10 mg einmal

täglich für 4 Tage

In Fällen, in denen eine

gemeinsame Anwendung

mit Atorvastatin erforderlich

ist, werden niedrigere

Erhaltungsdosen von

Atorvastatin empfohlen. Bei

Atorvastatin-Dosen über

40 mg ist eine klinische

Überwachung der Patienten

empfohlen.

Elbasvir 50 mg einmal

täglich/ Grazoprevir 200 mg

einmal täglich, 13 Tage

10 mg Einzeldosis

1,95

Bei gemeinsamer

Anwendung mit Präparaten,

die Elbasvir oder

Grazoprevir enthalten, ist

eine Atorvastatin-

Tagesdosis von 20 mg nicht

zu überschreiten.

Letermovir 480 mg einmal

täglich, 10 Tage

20 mg Einzeldosis

3,29

Bei gemeinsamer

Anwendung mit Präparaten,

die Letermovir enthalten,

sollte die Atorvastatin-Dosis

eine Tagesdosis von 20 mg

nicht überschreiten.

Nelfinavir 1250 mg b.i.d.,

14 Tage

10 mg einmal

täglich für 28 Tage

1,74

Keine spezifische

Empfehlung

Grapefruitsaft 240 ml einmal

täglich*

40 mg Einzeldosis

1,37

Die gleichzeitige Einnahme

von großen Mengen

Grapefruitsaft und

Atorvastatin wird nicht

empfohlen.

Diltiazem 240 mg einmal

täglich, 28 Tage

40 mg Einzeldosis

1,51

Nach Einleitung der

Therapie oder nach

Dosisanpassungen für

Diltiazem wird eine

entsprechende klinische

Überwachung der Patienten

empfohlen.

Erythromycin 500 mg q.i.d.,

7 Tage

10 mg Einzeldosis

1,33

Niedrigere Maximaldosis

und klinische Überwachung

der Patienten empfohlen

Amlodipin 10 mg Einzeldosis

80 mg Einzeldosis

1,18

Keine spezifische

Empfehlung

Cimetidin 300 mg q.i.d.,

2 Wochen

10 mg einmal

täglich für 2

Wochen

1,00

Keine spezifische

Empfehlung

Colestipol 10 g zweimal

täglich, 24 Wochen

40 mg einmal

täglich für 8

Wochen

0,74**

Keine spezifische

Empfehlung

Antazida-Suspension mit

Magnesium- und

10 mg einmal

täglich für 15 Tage

0,66

Keine spezifische

Empfehlung

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National Public Assessment Report

Öffentlicher Beurteilungsbericht

Bezeichnung der Arzneispezialität:

Atorvalan 20 mg - Filmtabletten

Teil I:

Informationen über das Verfahren________________________________2

Teil II:

Fachinformation (SPC), Gebrauchsinformation ______________________3

Teil III:

Wissenschaftliche Diskussion während des Verfahrens ________________4

Teil IV:

Relevante Änderungen nach Zulassung ____________________________7

Dieser

öffentliche Beurteilungsbericht wurde am

23.11.2011

erstellt.

Teil IV dieses Berichts sowie die Bezeichnung der Arzneispezialität auf

Seite 1 werden im Bedarfsfall aktualisiert. Teil I, II und III werden nach

Erstellung nicht mehr geändert.

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Teil I:

Informationen über das Verfahren

1. Bezeichnung der Arzneispezialität bei Zulassung

Atorvalan 20 mg - Filmtabletten

2. Antragstyp

Arzneispezialität – human (bezugnehmende Zulassung gemäß § 10 Absatz 1 und

14 AMG)

3. Wirkstoff

Atorvastatin als Atorvastatin - Calcium

4. Darreichungsform

Filmtablette

5. Stärke

20 mg

6. Antragsteller

G.L. Pharma GmbH, 8502 Lannach

7. Verfahrensnummer

957.292

8. Zulassungsnummer

1-30822

9. Zulassungsdatum

23.11.2011

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Teil II:

Fachinformation (SPC), Gebrauchsinformation

Die aktuelle Fachinformation (SPC) finden Sie unter folgendem Link:

http://pharmaweb.ages.at/pharma_web/downloadDoc.jsf?docId=FIP95729243456

Die aktuelle Gebrauchsinformation finden Sie unter folgendem Link:

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Teil III:

Wissenschaftliche Diskussion während des Verfahrens

1.

Einleitung

Es handelt sich um eine bezugnehmende Zulassung gemäß § 10 Absatz 1 und 14

AMG.

2.

Qualitätsaspekte

2.1.

Einleitung

Bei Atorvalan 20 mg - Filmtabletten handelt es sich um weiße, ovale, bikonvexe

Filmtabletten mit der Prägung „20“ auf einer Seite und einer Bruchkerbe auf der

anderen Seite, welche in Blisterpackungen verpackt sind.

2.2.

Wirkstoff

2.2.a.

Beschreibung

Der Wirkstoff im vorliegenden Arzneimittel ist Atorvastatin als Atorvastatin – Calcium.

Der Wirkstoff ist ein weißes bis schwach weißes Pulver.

2.2.b.

Spezifikation und Kontrolle

Spezifikation

Wirkstoffes

entspricht

Anforderungen

aktuellen

wissenschaftlichen

Standes.

Durch

Vorlage

entsprechender

Daten

Wirkstoffkontrolle wurde die ausreichende Qualität des Wirkstoffes belegt.

2.2.c. Stabilität

Stabilität

Wirkstoffes

wurde

unter

Bedingungen

getestet.

übermittelten

Ergebnisse

Stabilitätsuntersuchungen

belegen

festgesetzte

Retest-Periode.

Fertigprodukt

2.3.a.

Zusammensetzung

Wirkstoff:

20 mg Atorvastatin als Atorvastatin - Calcium

Hilfsstoffe:

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2.3.b.

Hersteller

Der für die Chargenfreigabe verantwortliche Hersteller ist G.L. Pharma GmbH, 8502

Lannach.

2.3.c.

Pharmazeutische Entwicklung

Die Entwicklung des Produktes wurde hinreichend durchgeführt und für ausreichend

befunden. Der Einsatz aller vorhandenen Hilfsstoffe wurde beschrieben.

2.3.d.

Freigabespezifikation und Kontrolle

Die Freigabespezifikation beinhaltet die Kontrolle aller für diese Darreichungsform

relevanten Parameter.

Es liegen ausreichend Daten von der Fertigproduktkontrolle des Arzneimittels vor,

welche die Einhaltung der Vorgaben der Freigabespezifikation belegen.

2.3.e.

Abpackung

Verpackung

Arzneimittels

Blisterpackung

entspricht

aktuellen,

gesetzlichen Anforderungen.

2.3.f

Stabilität

Die Stabilität des Arzneimittels wurde unter ICH Bedingungen getestet.

Aufgrund dieser Datenlage wurde eine Laufzeit für das Arzneimittel von 2 Jahren

festgelegt. Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen

erforderlich.

2.4.

Zusammenfassung

Die pharmazeutische Qualität von Atorvalan 20 mg - Filmtabletten wurde adäquat

belegt.

3.

Nichtklinische Aspekte

Da es sich um eine bezugnehmende Zulassung handelt und der Wirkstoff international seit

vielen Jahren hinlänglich bekannt ist, sind präklinische Studien nicht erforderlich.

Hinsichtlich des Wirkstoffes ist bekannt:

Präklinische Daten zur Sicherheit

Tablettenkern

Mikrokristalline Cellulose

Wasserfreies Natriumcarbonat

Maltose

Croscarmellose – Natrium

Magnesiumstearat

Tablettenüberzug

Hypromellose

Hydroxypropylcellulose

Triethylcitrat

Polysorbat 80

Titandioxid (E 171)

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Atorvastatin war bei Ratten nicht kanzerogen. Die getestete maximale Dosis war um das

63fache höher als die Höchstdosis beim Menschen (80 mg/Tag), bezogen auf mg/kg

Körpergewicht und um das 8 – 16fache höher, bezogen auf den AUC (0-24)-Wert, dem die

Bestimmung der gesamten Hemmaktivität zugrunde lag. In einer 2-Jahresstudie an Mäusen

stieg die Inzidenz von hepatozellulären Adenomen bei männlichen Versuchstieren und von

hepatozellulärem Karzinom bei weiblichen Versuchstieren in der Gruppe, die mit maximaler

Dosis behandelt wurde, an, und die maximale Dosis war um das 250fache höher als die

Höchstdosis beim Menschen, bezogen auf mg/kg Körpergewicht. Die systemische Exposition

war um das 6 – 11fache höher, bezogen auf AUC (0-24). Atorvastatin wies kein mutagenes

oder clastogenes Potential in vier in vitro-Tests mit oder ohne metabolischer Aktivierung

sowie in einem in vivo

-Testsystem auf. In Tierversuchen hatte Atorvastatin in Dosen bis zu

175 bzw. 225 mg/kg/Tag keinen Einfluss auf die Fertilität männlicher und weiblicher Tiere

und war nicht teratogen.

4.

Klinische Aspekte

Basierend

vorgelegten

bekannten

klinischen

Daten

wurden

klinisch-

pharmakologischen Abschnitte der Fach- und Gebrauchsinformation unter Einhaltung der

aktuellen gesetzlichen Anforderungen und der Empfehlungen der entsprechenden Leitlinien

genehmigt.

Da es sich um eine bezugnehmende Zulassung handelt, sind keine weiteren klinischen

Studien erforderlich.

Hinsichtlich des Wirkstoffes ist bekannt:

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: HMG-CoA-Reduktasehemmer.

ATC-Code: C10AA05

Atorvastatin ist ein selektiver kompetitiver Hemmer der HMG-CoA-Reduktase. Dieses Enzym

katalysiert geschwindigkeitsbestimmend die Umwandlung von 3-Hydroxy-3-Methyl-Glutaryl-

Coenzym-A zu Mevalonat, dem Vorläufer von Sterolen einschließlich des Cholesterins. In der

Leber

werden

Triglyzeride

Cholesterin

Very-Low-Density-Lipoproteine

(VLDL)

eingebaut und zum weiteren Transport in periphere Gewebe an das Plasma abgegeben.

Low-Density-Lipoproteine (LDL) entstehen aus VLDL und werden vorwiegend durch den

Rezeptor mit hoher Affinität für LDL (LDL-Rezeptor) abgebaut.

Atorvastatin senkt die Konzentrationen von Plasmacholesterin und Lipoproteinen im Serum

durch Hemmung der HMG-CoA-Reduktase und demzufolge der Cholesterinbiosynthese in der

Leber und erhöht die Anzahl der hepatischen LDL-Rezeptoren auf der Zelloberfläche,

wodurch die Aufnahme und der Abbau von LDL beschleunigt wird.

Atorvastatin senkt die LDL-Produktion und die Anzahl von LDL-Teilchen. Atorvastatin bewirkt

einen tiefgreifenden und anhaltenden Anstieg der LDL-Rezeptor-Aktivität, verbunden mit

einer günstigen Veränderung in der Qualität der zirkulierenden LDL-Partikel. Atorvastatin

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bewirkt

eine

Reduktion

von LDL-Cholesterin bei Patienten

familiärer

homozygoter

Hypercholesterinämie, einer Patientenpopulation, die üblicherweise nicht auf lipidsenkende

Arzneimittel anspricht.

einer

Dosis-Wirkungsstudie

konnte

gezeigt

werden,

dass

Atorvastatin

einer

Erniedrigung der Konzentrationen von Gesamtcholesterin (um 30 – 46%), LDL-Cholesterin

(um 41 bis 61%), Apolipoprotein B (um 34 – 50%) und Triglyzeriden (um 14 – 33%) führt,

gleichzeitig

variablem

Ausmaß

Konzentrationen

HDL-Cholesterin

Apolipoprotein A1 erhöht. Diese Ergebnisse treffen in gleichem Maß auf Patienten mit

heterozygoter

familiärer

Hypercholesterinämie,

nicht

familiären

Formen

Hypercholesterinämie sowie gemischter Hyperlipidämie einschließlich Patienten mit nicht

insulinabhängigem Diabetes mellitus zu.

Senkung

Gesamtcholesterins,

LDL-Cholesterins

Apolipoproteins

zeigte

nachweislich eine Reduktion des Risikos kardiovaskulärer Ereignisse und kardiovaskulärer

Todesfälle.

Atherosklerose

In der REVERSAL-Studie („Reversing Atherosclerosis with Aggressive Lipid-Lowering Study)

wurde die Wirkung einer intensiven Lipidsenkung mit 80 mg Atorvastatin mit der Wirkung

einer moderaten Lipidsenkung durch 40 mg Pravastatin auf die koronare Atherosklerose

mittels intravaskulärem Ultraschall (IVUS) während einer Koronarangiographie bei Patienten

koronarer

Herzkrankheit

verglichen.

Ultraschalluntersuchung

wurde

dieser

randomisierten, doppelblinden, kontrollierten, Multicenterstudie bei insgesamt 502 Patienten

vor Behandlungsbeginn und nach 18 Monaten durchgeführt. In der Atorvastatin-Gruppe (n =

253) war keine Progression der Atherosklerose festzustellen.

Die mediane, prozentuale Veränderung des gesamten atherosklerotischen Plaquevolumens

(primärer Endpunkt) gegenüber dem Ausgangswert betrug in der Atorvastatin-Gruppe -0,4%

(p = 0,98) und +2,7% (p = 0,001) in der Pravastatin-Gruppe (n = 249). Die Unterschiede

zwischen Atorvastatin und Pravastatin waren statistisch signifikant (p = 0,02). Der Einfluss

einer

starken

Lipidsenkung

kardiovaskuläre

Endpunkte

(z.B.

Notwendigkeit

Revaskularisierung, nicht tödlicher Myokardinfarkt, Tod aufgrund KHK) wurde in dieser

Studie nicht untersucht.

In der Atorvastatin-Gruppe verringerte sich das LDL-C von einem Ausgangswert von 150

mg/dl ± 28 (3,89 mmol/l ± 0,7) auf durchschnittlich 78,9 mg/dl ± 30 (2,04 mmol/l ± 0,8) in

der Pravastatin-Gruppe von 150 mg/dl ± 26 (3,89 mmol/l ± 0,7) auf 110 mg/dl ± 26 (2,85

mmol/l ± 0,7) (p <0,0001). Atorvastatin führte darüber hinaus auch zu einer signifikanten

Abnahme des durchschnittlichen Gesamtcholesterins um 34,1% (Pravastatin: -18,4%, p

<0,0001), der durchschnittlichen Triglyzeridspiegel um 20% (Pravastatin: -6,8%, p <0,0009)

sowie

mittleren

Apolipoproteins

39,1%

(Pravastatin:

-22,0%,

<0,0001).

Atorvastatin erhöhte das mittlere HDL-C um 2,9% (Pravastatin: + 5,6%, p = NS). Das CRP

wurde in der Atorvastatin-Gruppe um durchschnittlich 36,4% verringert, verglichen mit einer

5,2%igen Verringerung in der Pravastatin-Gruppe (p <0,0001).

Diese Studienergebnisse wurden mit einer 80-mg-Dosierung erreicht. Sie können daher nicht

auf niedrigere Dosierungen extrapoliert werden. Die Sicherheits- und Verträglichkeitsprofile

der beiden Behandlungsgruppen waren vergleichbar.

Akutes Koronarsyndrom

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In der MIRACL-Studie wurde 80 mg Atorvastatin bei 3.086 Patienten (Atorvastatin n = 1.538,

Placebo n = 1.548) mit akutem Koronarsyndrom (Non-Q-wave-Myokardinfarkt oder instabile

Angina

pectoris)

untersucht.

Behandlung

wurde

währen

akuten

Phase

nach

Klinikeinweisung begonnen und über 16 Wochen durchgeführt. Durch die Therapie mit 80

mg Atorvastatin täglich verlängerte sich die Zeit bis zum Auftreten des kombinierten

primären Endpunktes (Tod jeglicher Ursache, nicht tödlicher Myokardinfarkt, Herzstillstand

Reanimation

oder

Angina

pectoris

Hinweis

eine

zugrunde

liegende

Myokardischämie und erforderlicher Hospitalisierung), was eine Risikoreduktion um 16% (p

0,048)

bedeutet.

Dies

beruhte

hauptsächlich

einer

Verringerung

Wiedereinweisungen ins Krankenhaus bei Angina pectoris mit Hinweis auf eine zugrunde

liegende Myokardischämie um 26% (p = 0,018). Die anderen sekundären Endpunkte

erreichten

für

sich

alleine

keine

statistische

Signifikanz

(Insgesamt:

Placebo:

22,2%,

Atorvastatin: 22,4%).

Das Sicherheitsprofil von Atorvastatin in der MIRACL-Studie entsprach den unter Abschnitt

4.8 gemachten Angaben.

Vorbeugung kardiovaskulärer Erkrankungen

In der ASCOT-LLA-Studie („Anglo-Scandinavian

Cardiac Outcomes Trial Lipid Lowering

Arm“), einer randomisierten, doppelblinden, Placebokontrollierten Studie, wurde der Effekt

von Atorvastatin auf eine koronare Herzkrankheit mit tödlichem und nicht tödlichem Ausgang

untersucht. Bei den Patienten handelte es sich um Hypertoniker im Alter von 40 bis 79

Jahren, ohne vorangegangenem Herzinfarkt oder ohne vorangegangene Behandlung wegen

Angina pectoris und mit einer Gesamtcholesterinkonzentration ≤251 mg / dl (6,5 mmol/l).

Alle Patienten hatten mindestens drei der vorab definierten, kardiovaskulären Risikofaktoren:

männliches Geschlecht, Alter ≥55 Jahre, Rauchen, Diabetes mellitus, koronare Herzkrankheit

bei einem Verwandten ersten Grades, Quotient Gesamtcholesterinkonzentration: HDL-C >6,

periphere

Gefäßkrankheit,

Linksherzhypertrophie,

zerebrovaskuläre

Ereignisse

Anamnese,

spezifische

EKG-Veränderungen,

Proteinurie/Albuminurie.

Nicht

allen

eingeschlossenen Patienten konnte von einem hohen Risiko für ein erstes kardiovaskuläres

Ereignis ausgegangen werden.

Patienten

erhielten

eine

antihypertensive

Therapie

(entweder

Basis

Amlodipin oder Atenolol) und entweder 10 mg Atorvastatin täglich (n = 5.168) oder Placebo

(n = 5.137).

Die absolute und relative Risikoreduktion durch Atorvastatin ist in der folgenden Tabelle

aufgeführt.

Ereignis

Relative

Risikoredukti

on (%)

Anzahl

Ereignisse

(Atorvastatin

Placebo)

Absolute

Risikoreduktion

p-Wert

Koronare

Herzkrankheit

tödlichem Ausgang und nicht

tödlicher Herzinfarkt

100 vs. 154

1,1%

0,0005

Alle kardiovaskulären

Ereignisse und

Revaskularisierungsmaßnah

389 vs. 483

1,9%

0,0008

Alle Koronarereignisse

178 vs. 247

1,4%

0,0006

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Berechnet auf Basis der Rohdaten (medianer Beobachtungszeitraum: 3,3 Jahre)

Gesamtsterblichkeit

kardiovaskuläre

Sterblichkeit

wurden

nicht

signifikant

verringert (185 vs. 212 Ereignisse, p = 0,17 und 74 vs. 82 Ereignisse, p = 0,51). In einer

geschlechtsbezogenen Subgruppenanalyse (81% Männer, 19% Frauen) konnte die positive

Wirkung von Atorvastatin bei Männern, jedoch nicht bei den Frauen nachgewiesen werden,

jedoch

möglicherweise

niedrige

Fallzahl

Subgruppe

Frauen

zurückzuführen war. Gesamtsterblichkeit und kardiovaskuläre Sterblichkeit waren bei den

weiblichen Patienten numerisch höher (38 vs. 30 und 17 vs. 12), erreichten jedoch keine

statistische Signifikanz. Abhängig von der antihypertensiven Basistherapie ergaben sich

jedoch

signifikate

Auswirkungen:

primäre

Endpunkt

(koronare

Herzkrankheit

tödlichem Ausgang und nicht tödlicher Herzinfarkt) wurde durch Atorvastatin bei den mit

Amlodipin behandelten Patienten signifikant verringert (HR 0,47 (0,32 – 0,69), p = 0,00008),

jedoch nicht bei den mit Atenolol behandelten Patienten (HR 0,83 (0,59 – 1,17), p = 0,287).

Weiters wurde die Wirkung von Atorvastatin auf kardiovaskuläre Erkrankungen mit tödlichem

und nicht tödlichem Ausgang in einer randomisierten, doppelblinden, Placebokontrollierten

Multicenterstudie,

CARDS-Studie

(„Collaborative

Atorvastatin

Diabetes

Study“),

untersucht. Bei den Patienten handelte es sich um Typ-2-Diabetiker im Alter zwischen 40

und 75 Jahren, ohne kardiovaskuläre Erkrankungen in der Vorgeschichte und mit einem LDL-

C ≤160 mg/dl (4,14 mmol /l) und TG ≤600 mg / dl (6,78 mmol/l). Alle Patienten hatten

mindestens

einen

folgenden

Risikofaktoren:

Hypertonie,

Rauchen,

Retinopathie,

Mikroalbuminurie oder Makroalbuminurie.

Über einen medianen Zeitraum von 3,9 Jahren erhielten diese Patienten entweder 10 mg

Atorvastatin pro Tag (n = 1.428) oder Placebo (n = 1.410).

Die absolute und relative Risikoreduktion durch Atorvastatin ist in der folgenden Tabelle

aufgeführt.

Ereignis

Relative

Risikoredukti

on (%)

Anzahl

Ereignisse

(Atorvastatin

Placebo)

Absolute

Risikoreduktion

p-Wert

Schwerwiegende

kardiovaskuläre

Ereignisse

(akuter

Herzinfarkt

tödlichem

nicht

tödlichem Ausgang, stummer

Herzinfarkt,

durch

koronare

Herzkrankheit,

instabile

Angina

pectoris,

koronare

Bypassoperation,

perkutane

transluminale

Koronarangioplastie,

Revaskularisierungsmaßnah

men, Schlaganfall)

83 vs. 127

3,2%

0,0010

Herzinfarkt (akuter

Herzinfarkt mit tödlichem

und nicht tödlichem

Ausgang, stummer

38 vs. 64

1,9%

0,0070

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Herzinfarkt)

Schlaganfall

tödlichem

und nicht tödlichem Ausgang

21 vs. 39

1,3%

0,0163

Berechnet auf Basis der Rohdaten (medianer Beobachtungszeitraum: 3,9 Jahre)

Es gab keine Hinweise auf Wirksamkeitsunterschiede im Hinblick auf das Geschlecht, Alter

oder den LDL-C-Spiegel der Patienten. Bezüglich der Todesfälle gab es einen positiven Trend

(82 Todesfälle in der Placebogruppe vs. 61 Todesfälle in der Atorvastatin-Gruppe, p =

0,0592).

Rezidivierender Schlaganfall

In der SPARCL-Studie (Stroke Prevention by Aggressive Reduction in Cholesterol Levels)

wurde die Wirkung von Atorvastatin 80 mg täglich oder Placebo auf das Auftreten eines

Schlaganfalls bei 4731 Patienten untersucht, die innerhalb der vorhergehenden 6 Monate

einen Schlaganfall oder eine transitorische ischämische Attacke (TIA) gehabt hatten und

keine Anamnese mit koronarer Herzkrankheit (KHK) hatten. Die Patienten waren zu 60%

männlich, hatten ein Alter von 21 – 92 Jahren (Durchschnittsalter 63 Jahre) und wiesen

einen durchschnittlichen LDL-Ausgangswert von 133 mg/dl (3,4 mmol/l) auf. Der mittlere

LDL-C-Spiegel war 73 mg/dl (1,9 mmol/l) unter Behandlung mit Atorvastatin und 129 mg/ dl

(3,3 mmol/l) unter Behandlung mit Placebo. Die mediane Beobachtungsdauer war 4,9 Jahre.

Atorvastatin 80 mg reduzierte das Risiko für den primären Endpunkt mit Schlaganfall mit

tödlichem oder nicht-tödlichem Ausgang um 15% (HR [Hazard Ratio] 0,85; 95% KI, 0,72 bis

1,00; p = 0,05 oder 0,84; 95% KI, 0,71 - 0,99; p = 0,03 nach Angleichung für Baseline-

Faktoren)

Vergleich

Placebo.

Mortalität

allen

Ursachen

betrug

9,1%

(216/2365) für Atorvastatin gegenüber 8,9% (211/2366) für Placebo.

In einer Post-hoc-Analyse reduzierte Atorvastatin 80 mg die Inzidenz von ischämischem

Schlaganfall (218/2365, 9,2% vs. 274/2366, 11,6%, p = 0,01) und erhöhte die Inzidenz von

hämorrhagischem Schlaganfall (55/2365, 2,3% vs. 33/2366, 1,4%, p = 0,02) im Vergleich zu

Placebo.

Das Risiko für einen hämorrhagischen Schlaganfall war bei Patienten erhöht, die mit

einem

vorhergehenden

hämorrhagischen

Schlaganfall

Studie

aufgenommen

wurden (7/45 für Atorvastatin vs. 2/48 für Placebo; HR 4,06; 95% KI, 0,84 – 19,57) und

das Risiko für einen ischämischen Schlaganfall war für die beiden Gruppen ähnlich (3/45

für Atorvastatin vs. 2/48 für Placebo; HR 1,64; 95% KI, 0,27 – 9,82).

Das Risiko für einen hämorrhagischen Schlaganfall war bei Patienten erhöht, die mit

einem vorhergehenden Lakunarinfarkt in die Studie aufgenommen wurden (20/708 für

Atorvastatin vs. 4/701 für Placebo; HR 4,99; 95% KI, 1,71 bis 14,61), aber das Risiko für

einen

ischämischen

Schlaganfall

diesen

Paienten

vermindert

(79/708

für

Atorvastatin vs. 102/701 für Placebo; HR 0,76; 95% KI, 0,57 – 1,02). Es ist möglich, dass

das Nettorisiko für einen Schlaganfall bei Patienten mit vorhergehendem Lakunarinfarkt,

die Atorvastatin 80 mg pro Tag erhalten, erhöht ist.

Die Mortalität aus allen Ursachen betrug 15,6% (7/45) für Atorvastatin versus 10,4% (5/48)

in der Subgruppe von Patienten mit vorhergehendem hämorrhagischen Schlaganfall. In der

Subgruppe mit vorhergehendem Lakunarinfarkt betrug die Mortalität aus allen Ursachen für

Atorvastatin 10,9% (77/ 708) versus 9,1% (64/701) für Placebo.

Kinder und Jugendliche

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Heterozygote familiäre Hypercholesterinämie bei pädiatrischen Patienten im Alter

von 6 bis 17 Jahren

Bei Kindern und Jugendlichen mit einer genetisch bestätigten heterozygoten familiären

Hypercholesterinämie und einem Ausgangs-LDL-C ≥ 4 mmol/l wurde eine achtwöchige

offene Studie zur Untersuchung der Pharmakokinetik, Pharmakodynamik, Sicherheit und

Verträglichkeit von Atorvastatin durchgeführt. Insgesamt wurden 39 Kinder und Jugendliche

im Alter von 6 bis 17 Jahren eingeschlossen. In der Kohorte A waren 15 Kinder im Alter von

6 bis 12 Jahre und dem Tanner-Stadium 1, und in der Kohorte B waren 24 Kinder im Alter

von 10 bis 17 Jahre und dem Tanner-Stadium ≥ 2.

In der Kohorte A betrug die Initialdosis von Atorvastatin 5 mg täglich als Kautablette und in

der Kohorte B 10 mg täglich als Filmtablette. Wenn ein Teilnehmer nach vier Wochen den

LDL-C-Zielwert von < 3,35 mmol/l nicht erreicht hatte und Atorvastatin gut vertragen wurde,

konnte die Atorvastatindosis verdoppelt werden.

Ab der zweiten Woche gingen die Mittelwerte für LDL-C, TC, VLDL-C und Apo B bei allen

Studienteilnehmern zurück. Bei den Personen, bei denen die Dosis verdoppelt wurde, wurde

bereits zwei Wochen nach der Dosiserhöhung, bei der ersten Kontrolle, ein weiterer

Rückgang beobachtet. Der durchschnittliche prozentuale Rückgang der Lipidparameter war

beiden

Kohorten

ähnlich,

unabhängig

davon,

Initialdosis

beibehalten

oder

verdoppelt wurde. In der achten Woche betrug der durchschnittliche Rückgang gegenüber

dem Ausgangswert für LDL-C und TC ca. 40 % bzw. 30 % bei allen Dosierungen.

Heterozygote familiäre Hypercholesterinämie bei pädiatrischen Patienten im Alter

von 10 bis 17 Jahren

In einer doppelblinden, Placebokontrollierten Studie, die in eine offene Phase überging,

wurden 187 Jungen und Mädchen nach der Menarche im Alter von 10 bis 17 Jahren (14,1

Jahre im Durchschnitt), die an heterozygoter familiärer Hypercholesterinämie oder einer

schweren Hypercholesterinämie litten, für 26 Wochen auf Atorvastatin (n = 140) oder

Placebo (n = 47) randomisiert und erhielten anschließend alle Atorvastatin für weitere 26

Wochen. Die Dosis betrug 10 mg Atorvastatin einmal täglich für die ersten vier Wochen und

wurde auf 20 mg erhöht, wenn das LDL-C > 3,36 mmol/l war. In der 26-wöchigen

Doppelblindphase führte Atorvastatin zu einem signifikanten Abfall der Plasmaspiegel von

Gesamtcholesterin, LDL-C, Triglyceriden und Apolipoprotein B. Die durchschnittlichen LDL-C-

Werte in der 26wöchigen Doppelblindphase lagen bei 3,38 mmol/l (Bereich: 1,81 bis 6,26

mmol/l) in der Atorvastatingruppe und 5,91 mmol/l (Bereich: 3,93 bis 9,96 mmol/l) unter

Placebo.

Eine weitere Kinderstudie mit Atorvastatin im Vergleich zu Colestipol bei Patienten mit

Hypercholesterinämie

Alter

Jahren

zeigte,

dass

Woche

Atorvastatin (n = 25) im Vergleich zu Colestipol (n = 31) zu einem signifikanten (p < 0,05)

Abfall des LDL-C führte.

In einer Compassionate-Use-Studie wurden Patienten mit schwerer Hypercholesterinämie

(einschließlich homozygoter Hypercholesterinämie) behandelt.

Darunter

waren

auch

pädiatrische

Patienten,

Atorvastatin

behandelt

entsprechend dem therapeutischen Ansprechen titriert wurden (einige Patienten erhielten 80

mg pro Tag). Die Studie ging über drei Jahre und das LDL-Cholesterin wurde um 36 %

gesenkt.

Langzeiterfahrungen zu den Auswirkungen einer Atorvastatintherapie in der Kindheit auf eine

verringerte Morbidität und Mortalität im Erwachsenenalter liegen nicht vor.

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Die Europäischen Arzneimittelagentur hat auf die Auflage verzichtet, Studienergebnisse zu

Atorvastatin in der Behandlung von Kindern im Alter von 0 bis unter sechs Jahren mit

heterozygoter

Hypercholesterinämie

Kindern

unter

Jahren

homozygoter

familiärer

Hypercholesterinämie,

kombinierter

(gemischter)

Hypercholesterinämie, primärer Hypercholesterinämie und zur Vorbeugung kardiovaskulärer

Ereignisse vorzulegen.

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Atorvastatin wird nach oraler Einnahme rasch resorbiert; maximale Plasmaspiegel (Cmax)

werden nach 1 – 2 Stunden erreicht. Das Ausmaß der Resorption steigt proportional mit der

Wirkstoffdosis an. Atorvastatin-Filmtabletten sind im Vergleich zu einer oralen Lösung zu 95

– 99%

biologisch

verfügbar.

absolute

Bioverfügbarkeit

Atorvastatin

beträgt

annähernd 12%, und die systemisch verfügbare Hemmaktivität der HMG-CoA-Reduktase

beträgt ca. 30%. Die geringe systemische Verfügbarkeit wird der präsystemischen Clearance

in der gastrointestinalen Mukosa und/oder einem First-Pass-Metabolismus in der Leber

zugeschrieben.

Verteilung

Das mittlere Verteilungsvolumen von Atorvastatin beträgt ca. 381 l. Atorvastatin wird zu

mindestens 98% an Plasmaproteine gebunden.

Metabolismus

Atorvastatin wird von Cytochrom P450 Isoenzym 3A4 zu ortho- und parahydroxylierten

Derivaten

verschiedenen

Beta-Oxidationsprodukten

metabolisiert.

Diese

Produkte

werden zum Teil durch Glukuronidierung weiter metabolisiert. In vitro ist die Hemmung der

HMG-CoA-Reduktase durch ortho- und parahydroxylierte Metaboliten und durch Atorvastatin

äquivalent. Annähernd 70% der zirkulierenden Hemmaktivität für die HMG-CoA-Reduktase

wird den aktiven Metaboliten zugeschrieben.

Ausscheidung

Atorvastatin wird nach hepatischer und/oder extrahepatischer Umwandlung hauptsächlich

über

Galle

eliminiert.

Jedoch

scheint

Wirkstoff

keinem

signifikanten

enterohepatischen

Kreislauf

unterliegen.

mittlere

Eliminationshalbwertszeit

Atorvastatin

Plasma

beträgt

beim

Menschen

annähernd

Stunden.

Halbwertszeit

für

HMG-CoA-Reduktasehemmaktivität

beträgt

annähernd

Stunden. Dies wird auf den Beitrag der biologisch aktiven Metaboliten zur Hemmaktivität

zurückgeführt.

Spezielle Patientengruppen

Alte Menschen:

Der Plasmaspiegel von Atorvastatin und seinen aktiven Metaboliten ist bei

gesunden älteren Menschen höher als bei jungen Erwachsenen, während die Wirkung auf die

Lipide bei älteren Patienten vergleichbar zu der bei jungen Patienten ist.

Kinder und Jugendliche:

In einer offenen Studie über acht Wochen wurden pädiatrische

Patienten (Alter: sechs bis 17 Jahre) im Tanner Stadium 1 (n = 15) und Tanner Stadium ≥ 2

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Konto Nr.: 50670871619, BLZ: 12.000, IBAN: AT971200050670871619, BIC/SWIFT: BKAUATWW, UID: ATU 54088605

13 von 14

(n = 24) mit heterozygoter familiärer Hypercholesterinämie und einem Ausgangs- LDL-C ≥ 4

mmol/l entweder mit 5 oder 10 mg Atorvastatin täglich als Kautablette oder mit 10 bis 20 mg

Atorvastatin täglich in Form der Filmtablette behandelt. Das Körpergewicht war die einzige

signifikante Kovariate im populationspharmakokinetischen Modell von Atorvastatin. Nach

allometrischer Skalierung nach dem Körpergewicht schien die offensichtliche orale Clearance

von Atorvastatin bei pädiatrischen Patienten ähnlich zu sein, wie die bei Erwachsenen. Über

den gesamten Konzentrationsbereich von Atorvastatin und OHydroxyatorvastatin wurde eine

übereinstimmende Abnahme von LDL-C und TC beobachtet

Geschlecht:

Konzentrationen

Atorvastatin

seinen

aktiven

Metaboliten

unterscheiden sich bei Frauen (ungefähr 20% höherer Cmax und ca. 10% geringerer AUC-

Wert) von denen bei Männern. Diese Unterschiede hatten keine klinische Bedeutung; es

resultierten daraus keine klinisch signifikanten Unterschiede in der Wirkung auf die Lipide

zwischen Männern und Frauen.

Niereninsuffizienz:

Eine Erkrankung der Nieren hat keinen Einfluss auf die Plasmaspiegel

von Atorvastatin und seine aktiven Metaboliten oder ihre Wirkungen auf die Lipide.

Leberinsuffizienz:

Plasmakonzentrationen

Atorvastatin

seinen

aktiven

Metaboliten sind deutlich erhöht (Cmax annähernd 16fach und AUC annähernd 11fach) bei

Patienten mit einer chronischen, durch Alkohol bedingten Lebererkrankung (Child-Pugh B).

5.

Pharmakovigilanz

Der Antragsteller erbrachte den Nachweis, dass ihm eine adäquat qualifizierte für die

Pharmakovigilanz verantwortliche Person sowie ein System zur Erfassung und Meldung

sowohl von innerhalb als auch außerhalb der Europäischen Gemeinschaft aufgetretenen

Nebenwirkungen

Verfügung

steht.

Antragsteller

vorgelegte

detaillierte

Beschreibung seines Pharmakovigilanz-Systems entspricht den Anforderungen des von der

Europäischen Kommission erstellten und veröffentlichten Leitfadens über die Erfassung,

Überprüfung

Vorlage

Berichten

über

Nebenwirkungen,

einschließlich

technischen Anforderungen an den elektronischen Austausch von Pharmakovigilanzdaten

gemäß

international

vereinbarten

Formaten.

Eine

Beschreibung

Risikomanagementsystems, das der Antragsteller einführen wird, wurde vorgelegt.

6.

Overall conclusion, Nutzen-Risiko-Beurteilung und Empfehlung

Lesbarkeitstest

Die Gebrauchsinformation wurde gemäß den Anforderungen des Artikels 59 (3) und 61 (1)

der Direktive 2001/83/EC durch die Ergebnisse eines Lesbarkeitstests (Readabilitytest)

bewertet und erstellt.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Gebrauchsinformation die Kriterien der Lesbarkeit gemäß der

Guideline in the readability of the label and package leaflet of medicinal products for human

“ erfüllt.

AGES PharmMed

Schnirchgasse 9

A-1030 Wien

Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH, www.ages.at,

Schnirchgasse 9, A-1030 Wien, DVR: 0014541, Firmenbuch: FN 223056z, Registergericht: Handelsgericht Wien,

Konto Nr.: 50670871619, BLZ: 12.000, IBAN: AT971200050670871619, BIC/SWIFT: BKAUATWW, UID: ATU 54088605

14 von 14

vorliegenden

Gutachten

haben

eine

positive

Nutzen-Risiko-Bewertung

für

gegenständliche Arzneispezialität ergeben.

Dem Antrag der Firma G.L. Pharma GmbH auf Zulassung gemäß § 10 AMG idF BGBl. I

Nr.146/2009, Absatz 1 und 14 wurde mit Bescheid des Bundesamtes für Sicherheit im

Gesundheitswesen vom 23.11.2011 stattgegeben.

Teil IV:

Relevante Änderungen nach Zulassung

Art der

Änderung

Genehmigungs-

Datum

Fachinformation

Gebrauchsinformation

Kennzeichnung

betroffen

Zusammenfassung der

Änderung bzw.

wissenschaftliche

Information

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