Therapeutisches Plasma PF

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Therapeutisches Plasma PF Infusionslösung
  • Darreichungsform:
  • Infusionslösung
  • Zusammensetzung:
  • Blutplasma vom Menschen 0.76-0.83ml
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • allopathic Droge

Dokumenten

Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Therapeutisches Plasma PF Infusionslösung
    Deutschland
  • Sprache:
  • Deutsch

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • BfArM - Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte
  • Zulassungsnummer:
  • PEI.H.11497.01.1
  • Letzte Änderung:
  • 15-11-2018

Packungsbeilage: zusammensetzung, kinische angaben, nebenwirkungen, wechselwirkungen, dosierung, schwangerschaft, stillzeit

Gebrauchs-u. Fachinformation - Therapeutisches Plasma PF

Helios Klinikum Pforzheim,

Institut für Labormedizin, Transfusionsmedizin und Mikrobiologie

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Stand 01.08.2014

Gebrauchsinformation und Fachinformation

Gefrorenes Frischplasma aus Vollblutentnahme

1.

Identifizierung des Arzneimittels

a) Bezeichnung

Therapeutisches Plasma PF

b) Stoffgruppe

Blutzubereitung, Plasma zur Transfusion

2.

Anwendungsgebiete

Notfallsubstitution einer klinisch relevanten Blutungsneigung oder einer manifesten

Blutung bei komplexen Störungen des Hämostasesystems, besonders bei schwe-

rem Leberparenchymschaden oder im Rahmen einer disseminierten intravasalen

Gerinnung (DIC). In jedem Fall hat die Behandlung der ursächlichen Krankheit Pri-

orität. Da eine DIC immer eine Komplikation einer schweren Grunderkrankung (z.B.

Sepsis, Schock, Polytrauma) darstellt, sollte GFP nicht ohne Behandlung der zu-

grunde liegenden Pathomechanismen verabreicht werden.

Verdünnungs- und/oder Verlustkoagulopathien

Substitution bei Faktor V – und / oder Faktor XI - Mangel

Thrombotisch-thrombozytopenische Purpura

Austauschtransfusion

Eine Gabe von GFP ist nicht angezeigt als Volumen-, Eiweiß- und Albuminersatz, zur

Immunglobulinsubstitution und zur parenteralen Ernährung

3.

Informationen zur Anwendung

a) Gegenanzeigen

Absolut:

Plasmaeiweiß-Unverträglichkeit

Relativ:

Kardiale Dekompensation, Hypervolämie, Hyperhydratation, Lungenödem

nachgewiesener IgA-Mangel

b) Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Plasma wird AB0-gleich über ein Transfusionsgerät mit Standardfilter der Porengröße

170 bis 230 µm transfundiert. In Ausnahmefällen können auch AB0-kompatible Plas-

men (s. Querschnitts-Leitlinien) transfundiert werden. Es sollte in der Regel schnell in-

fundiert werden, dem Zustand des Patienten entsprechend ist der Kreislauf zu kon-

trollieren. Werden mehr als 50 ml/min beim Erwachsenen appliziert, ist eine zusätzli-

che Gabe von Kalzium erforderlich.

Bei neonataler Transfusion sollte sorgfältig auf Anzeichen einer Zitratintoxikation ge-

achtet und die Transfusionsgeschwindigkeit dem klinischen Zustand angepasst wer-

den.

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c) Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln, soweit sie die Wirkungsweise

des Arzneimittels beeinflussen können und Hauptinkompatibilitäten

Wechselwirkungen mit anderen Mitteln sind nicht bekannt. Wegen der möglichen Ak-

tivierung der Gerinnungsfaktoren dürfen kalziumhaltige Lösungen nicht gleichzeitig in

demselben Schlauchsystem appliziert werden. Die Beimischung von Medikamenten

zum Plasma ist nicht zulässig.

d) Verwendung für besondere Personengruppen

Schwangerschaft und Stillzeit: Bei bestimmungsgemäßem Gebrauch bestehen keine

Einwände.

Auswirkung auf Kraftfahrer und die Bedienung von Maschinen: Nach der Transfusion

von Plasma sollte eine Ruhepause von mindestens 1/2 Stunde eingehalten werden.

e) Warnhinweise

sind nicht angeordnet.

4.

Hinweise zur ordnungsgemäßen Anwendung

a) Dosierung

Die Dosierung richtet sich nach dem klinischen Bild und dem Ergebnis von Blutgerin-

nungsuntersuchungen. Zur Orientierung hinsichtlich der initialen Dosis gilt die Faust-

regel: 1 ml Plasma/kg Körpergewicht erhöht den Faktorengehalt um bis zu 1 %. Um

eine hämostyptische Wirkung zu erreichen, sind beim Erwachsenen initial mindestens

3 bis 4 Einheiten Plasma erforderlich.

b) Art der Anwendung

zur i. v. Infusion nach Auftauen

c) Häufigkeit der Verabreichung

nach Indikationsstellung

d) Dauer der Behandlung

nach Indikationsstellung

e) Überdosierung

Bei hoher Dosis besteht die Gefahr einer Kreislaufüberlastung.

f) Notfallmaßnahmen

Treten Unverträglichkeiten auf, so ist die Transfusion unverzüglich abzubrechen, der

Venenzugang jedoch offen zuhalten und eine Behandlung, der Schwere der Sympto-

me gemäß, nach den aktuellen Regeln der Notfalltherapie einzuleiten. Bei Hyper-

volämie kann eine Volumenreduktion angezeigt sein.

5.

Nebenwirkungen

Insbesondere bei hohen Transfusionsgeschwindigkeiten und Transfusionsvolu-

mina kann es zur Volumenüberlastung des Kreislaufs (Hypervolämie, transfusi-

onsassoziierte zirkulatorische Überladung) kommen, sie kann insbesondere bei

Herzkreislauferkrankungen zu akutem Herzversagen mit Lungenödem führen.

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Zitratintoxikationen sind bei schneller Transfusion und bei größeren Volumina ins-

besondere bei Leberfunktionsstörung, Schock, Azidose, Hypothermie sowie bei

Neugeborenen möglich.

Transfusionsassoziierte akute Lungeninsuffizienz (TRALI)

In seltenen Fällen werden anaphylaktoide Reaktionen beobachtet.

Eine Bildung von Hemmkörpern gegen Gerinnungsfaktoren ist möglich.

Das Risiko einer bakteriellen Kontamination lässt sich nicht mit letzter Sicherheit

ausschließen.

Bei der Anwendung von aus menschlichem Blut hergestellten Arzneimitteln ist die

Übertragung von Infektionskrankheiten durch Übertragung von Erregern - auch bis-

lang unbekannter Natur - nicht völlig auszuschließen. Dies gilt z.B. für Hepatitiden,

seltener für das erworbene Immundefektsyndrom (AIDS).

Im Vereinigten Königreich Großbritannien und Nordirland wurde über Einzelfälle

berichtet, in denen bei Empfängern von Transfusionen, deren Spender später an

der varianten Creutzfeldt-Jakob Krankheit (vCJK) erkrankten, ebenfalls der „Erre-

ger“ (so genannte Prionen) nachgewiesen wurde. Bei der vCJK handelt es sich um

eine in Deutschland bislang nicht beobachtete Erkrankung, die durch den Verzehr

von bestimmten Nahrungsmitteln aus

BSE-kranken Rindern erworben werden

kann.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von gro-

ßer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-

Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind

aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Impf-

stoffe und biomedizinische Arzneimittel, Paul-Ehrlich-Institut, Paul-Ehrlich-Straße

51 – 59, 63225 Langen, Telefon +49 6 10 37 70, Telefax: +49 61 03 77 12 34,

Website: www.pei.de anzuzeigen.

Patienten sind darüber zu informieren, dass sie sich an Ihren Arzt oder das medizi-

nische Fachpersonal wenden sollen, wenn sie Nebenwirkungen bemerken. Dies

gilt

auch

für

Nebenwirkungen,

nicht

dieser

Gebrauchsinformation

Fachinformation angegeben sind. Patienten können Nebenwirkungen auch direkt

Paul-Ehrlich-Institut

anzeigen.

Indem

Patienten

Nebenwirkungen

melden,

können sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses

Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

6.

Pharmakologische Eigenschaften

Das Plasma einer Einzelblutspende in Stabilisatorlösung enthält neben den Gerin-

nungs- und Fibrinolyseproenzymen auch deren Inhibitoren. Die Proteinkonzentration

ist abhängig vom Eiweißspiegel des einzelnen Blutspenders. Die Aktivität der im auf-

getauten

Plasma

gemessenen

Enzyme

Inhibitoren

unterliegt

individuellen

Schwankungen und muss mindestens 70% ihrer ursprünglichen Aktivität betragen.

Gefrorenes Frischplasma enthält weder körpereigene Substanzen in unphysiologi-

scher Konzentration noch körperfremde Stoffe.

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7.

Weitere Hinweise

a) Angaben zur Aufbewahrung und Haltbarkeit

Gefrorenes Frischplasma „Therapeutisches Plasma PF“ ist 12 Monate bei – 30°C

bis zu dem auf dem Etikett angegebenen Verfalldatum haltbar. (Kühlkette beach-

ten).

Plasma darf nach Ablauf des Verfalldatums nicht mehr angewendet werden.

Gefrorenes Plasma muss unmittelbar vor der Infusion bei Temperaturen nicht über

37°C aufgetaut werden. Alle Proteinniederschläge (Kryoproteine) müssen gelöst

sein, deshalb ist während des Auftauvorgangs auf gute Durchmischung des Beutel-

inhaltes zu achten, Schütteln ist zu vermeiden.

Zum Auftauen der Plasmen dürfen nur für diesen Zweck geeignete Geräte einge-

setzt werden.

Das Risiko der bakteriellen Kontamination des GFP beim Auftauen muss vermie-

den werden. Der tiefgefrorene Beutel ist zerbrechlich.

Ein durch das Transfusionsbesteck geöffneter Plasmabeutel muss unverzüglich,

spätestens jedoch innerhalb von 6 Stunden transfundiert werden.

Aufgetautes Plasma darf nicht wieder für Transfusionszwecke eingefroren werden.

b) Optische Prüfung

Unmittelbar vor der Transfusion muss jeder Plasmabeutel einer optischen Qualitäts-

prüfung unterzogen werden. Der Inhalt beschädigter Beutel (z.B. Risse in der Folie)

darf auf keinen Fall zur Transfusion verwendet werden.

c) Zusammensetzung des Fertigarzneimittels

Wirkstoffe (nach Art und Menge):

0,76 bis 0,83 ml/ml gerinnungsaktives Humanplasma aus einer einzelnen Vollblut-

bzw. Apheresespende

Sonstige Bestandteile:

Stabilisatorlösung CPD

(1000 ml CPD enthalten 26,3 g Natriumcitrat, 3,27 g Citronensäure-Monohydrat,

25,5 g Glukose-Monohydrat oder 23,2 g wasserfreie Glukose, 2,51 g Natriumhydro-

genphosphat-Dihydrat in Wasser für Injektionszwecke ad 1000 ml)

< 1 x 10

/Einheit Restleukozyten

< 20 x 10

/l Restthrombozyten

< 6 x 10

/l Resterythrozyten

d) Darreichungsform und Inhalt, Behältnis

260 bis 340 ml Infusionslösung im Kunststoffbeutel mit CE-Zertifikat

e) Angaben zum pharmazeutischen Unternehmer/Inhaber der Zulassung

Helios Klinikum Pforzheim, Kanzler-Str. 2-6, 75175 Pforzheim

f) Angaben zum Hersteller, der das Fertigarzneimittel für das Inverkehrbringen

freigegeben hat

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Helios Klinikum Pforzheim, Kanzler Str. 2-6, 75175 Pforzheim

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g) Zulassungsnummer

PEI.H.11497.01.1

h) Datum der Erteilung der Zulassung

29.07.2011

i) Arzneimittelstatus

Verschreibungspflichtig

8.

Sonstige Hinweise

Maßnahmen

Reduktion

Übertragungsrisikos

Infektionserregern:

Da bei der Anwendung von aus menschlichem Blut hergestellten Arzneimitteln die

Übertragung von Infektionskrankheiten nicht völlig auszuschließen ist, werden Maß-

nahmen getroffen, um das Risiko einer Übertragung von infektiösem Material zu mi-

nimieren: Für die Herstellung von „Therapeutischen Plasma PF“ werden ausschließ-

lich Spenden gesunder Spender verwendet, die mit negativem Ergebnis getestet wur-

den auf Humanes Immundefizienz Virus (Anti-HIV-1/2-Ak, HIV-1 Genom), Hepatitis-B

Virus (HBsAg, Anti-HBc-Ak, HBV-Genom), Hepatitis-C Virus (Anti-HCV-Ak, HCV-

Genom) und Treponema pallidum (Anti-Treponema pallidum-Ak). „Therapeutisches

Plasma PF“ aus Spenden mit wiederholt reaktivem Ergebnis auf Anti-HBc-Antikörper

ist negativ getestet auf HBV-Genom und enthält mindestens 100 IU/l an schützenden

Anti-HBs-Antikörpern. Das Plasma wird einer Quarantänelagerung von 4 Monaten un-

terzogen. Das bedeutet, dass nach 4 Monaten der Plasmaspender erneut mit Aus-

nahme auf Anti-Treponema pallidum-Ak auf alle Infektionsmarker wie bei der Spende

getestet wird und dass das „Therapeutische Plasma PF“ erst nach erneut negativem

Ergebnis für den Arzneimittelverkehr freigegeben wird.

Qualitätssicherung: Für die Transfusion von GFP sind von den Einrichtungen der

Krankenversorgung Maßnahmen im Rahmen der Qualitätssicherung nach § 15 des

Transfusionsgesetzes zu ergreifen. Dazu gehören u.a. detaillierte Anweisungen so-

wohl für die Indikationsstellung und Dosierung abhängig von der Grunderkrankung

und dem klinischen Erscheinungsbild (z.B. bei Verlust- und/oder Verdünnungskoagu-

lopathie, Substitution bei Faktor V- und Faktor XI-Mangel, thrombotisch-thrombozyto-

penischer Purpura, Austauschtransfusionen), Vorsorgemaßnahmen zur Erhaltung der

Unversehrtheit der Blutzubereitung vor der Transfusion und Anweisungen zur Nach-

untersuchung der Patienten für die Feststellung des Transfusionserfolges, eventuell

gebildeter Antikörper und Hemmkörper gegen Gerinnungsfaktoren, für zu ergreifende

Prophylaxemaßnahmen etc.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung:

Die ordnungsgemäße Entsorgung von angebrochenen bzw. nicht mehr verwendbaren

Präparaten ist entsprechend den Vorgaben der Einrichtung der Krankenversorgung

sicherzustellen.

Die jeweils aktuellen “Richtlinien zur Gewinnung von Blut und Blutbestandteilen und

zur Anwendung von Blutprodukten (Hämotherapie)“ sowie gegebenenfalls ergänzen-

de Veröffentlichungen der Bundesärztekammer und des Paul-Ehrlich-Instituts sind zu

berücksichtigen.

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9.

Datum der letzten Überarbeitung

01.08.2014

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