Krystexxa

Hauptinformation

  • Handelsname:
  • Krystexxa
  • Verwenden für:
  • Menschen
  • Art der Medizin:
  • allopathic Droge

Dokumenten

Lokalisierung

  • Erhältlich in:
  • Krystexxa
    Europäische Union
  • Sprache:
  • Deutsch

Therapeutische Informationen

  • Therapiegruppe:
  • Antigout-Präparate
  • Therapiebereich:
  • Gicht
  • Anwendungsgebiete:
  • KRYSTEXXA wird angezeigt für die Behandlung von schweren schwächenden chronischen Tophaceous Gicht bei erwachsenen Patienten, die möglicherweise auch erosive gemeinsame Beteiligung und wer gelungen, Serum Harnsäure mit Xanthin-Oxidase-Hemmer bei maximaler medizinisch normalisieren geeignete Dosis oder für wen sind diese Arzneimittel kontraindiziert.

Weitere Informationen

Status

  • Quelle:
  • EMA - European Medicines Agency
  • Berechtigungsstatus:
  • Zurückgezogen
  • Zulassungsnummer:
  • EMEA/H/C/002208
  • Berechtigungsdatum:
  • 08-01-2013
  • EMEA-Code:
  • EMEA/H/C/002208
  • Letzte Änderung:
  • 01-03-2018

Öffentlichen Beurteilungsberichts

+44 (0)20 7418 8416

© European Medicines Agency, 2013. Reproduction is authorised provided the source is acknowledged.

EMA/684724/2012

EMEA/H/C/002208

Zusammenfassung des EPAR für die Öffentlichkeit

Krystexxa

Pegloticase

Dies ist eine Zusammenfassung des Europäischen Öffentlichen Beurteilungsberichts (EPAR) für

Krystexxa. Hierin wird erläutert, wie der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) das Arzneimittel

beurteilt hat, um zu seinem befürwortenden Gutachten zur Erteilung der Genehmigung für das

Inverkehrbringen und seinen Empfehlungen zu den Anwendungsbedingungen für Krystexxa zu

gelangen.

Was ist Krystexxa?

Krystexxa ist ein Arzneimittel, das den Wirkstoff Pegloticase enthält. Es ist als Konzentrat zur

Herstellung einer Infusionslösung (Tropfinfusion in eine Vene) erhältlich.

Wofür wird Krystexxa angewendet?

Krystexxa wird zur Behandlung von schwerer chronischer (langfristiger) Gicht mit Bildung von

Gichtknoten bei erwachsenen Patienten angewendet. Bei dieser Erkrankung kommt es zu erhöhten

Konzentrationen von Harnsäure im Blut, die in Gelenken und Geweben auskristallisiert und dabei

Gichtknoten (Steine) bildet, die Schmerzen und Gelenkschäden verursachen. Krystexxa wird

ausschließlich bei Patienten angewendet, deren Harnsäurespiegel sich auch mit Höchstdosen

konventioneller Arzneimittel, die als Xanthinoxidase-Inhibitoren bezeichnet werden, nicht einstellen

lassen oder bei denen diese Arzneimittel nicht angewendet werden können.

Das Arzneimittel ist nur auf ärztliche Verschreibung erhältlich.

Wie wird Krystexxa angewendet?

Die Behandlung mit Krystexxa sollte unter der Aufsicht eines in der Behandlung von schwerer

chronischer Gicht erfahrenen Arztes und in einer Einrichtung erfolgen, in der Geräte für eine

Wiederbelebung zur Verfügung stehen.

Krystexxa wird alle zwei Wochen in der empfohlenen Dosis von 8 mg als Infusion in eine Vene

verabreicht. Die Infusion erfolgt langsam über einen Zeitraum von mindestens zwei Stunden. Alle

Arzneimittel nicht länger zugelassen

Krystexxa

EMA/684724/2012

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Patienten werden während der Infusion und für mindestens eine Stunde nach Infusionsende auf

etwaige Reaktionen überwacht. Um das Risiko für solche Reaktionen zu senken, werden den Patienten

vor Beginn der Behandlung mit Krystexxa andere Arzneimittel verabreicht.

Reaktionen treten häufiger bei Patienten auf, die Antikörper (vom Immunsystem, der natürlichen

Körperabwehr, gebildete Proteine) entwickeln, die die Behandlungswirkung beeinträchtigen. Deshalb

werden die Harnsäurespiegel vor jeder Infusion gemessen. Der Arzt sollte die Behandlung mit

Krystexxa nur so lange fortsetzen, wie der Patient mit Harnsäurewerten im Blut, die sich unter einem

Schwellenwert von 6 mg/dl halten, einen Nutzen daraus zieht. Die Patienten sollten während der

Behandlung mit Krystexxa keine anderen Arzneimittel zur Senkung des Harnsäurespiegels einnehmen,

damit die Wirkung von Krystexxa eindeutig beurteilt werden kann.

Weitere Informationen über die Anwendung von Krystexxa sind der Packungsbeilage zu entnehmen.

Wie wirkt Krystexxa?

Der Wirkstoff in Krystexxa, Pegloticase, enthält ein Enzym namens Uricase. Uricase baut die Harnsäure

zu einer anderen, als Allantoin bezeichneten Substanz ab, die mit dem Urin aus dem Körper

ausgeschieden werden kann. Dadurch wird der Harnsäurespiegel im Blut gesenkt. Sobald der

Harnsäurespiegel unter den Wert von 6 mg/dl abfällt, können sich die Kristalle in den Gelenken

auflösen und die Gichtknoten bilden sich langsam zurück.

Das in Krystexxa enthaltene Protein Uricase wird nach einer Methode hergestellt, die als „rekombinante

DNA-Technologie“ bezeichnet wird: Es wird von einem Bakterium produziert, in das ein Gen (DNA)

eingebracht wurde, das es zur Bildung von Uricase befähigt. In Krystexxa wurde die Uricase an die

chemische Substanz Polyethylenglycol (PEG) gebunden. Diese Substanz sorgt für eine länger

anhaltende Wirkung, indem sie die Geschwindigkeit, in der die Uricase aus dem Körper ausgeschieden

wird, verlangsamt.

Wie wurde Krystexxa untersucht?

Die Wirkungen von Krystexxa wurden zunächst in Versuchsmodellen getestet, bevor sie an Menschen

untersucht wurden.

Krystexxa wurde in zwei Hauptstudien an 225 Patienten untersucht, die unter schwerer Gicht mit

Bildung von Gichtknoten litten und bei denen zuvor Allopurinol, ein Xanthinoxidase-Inhibitor, bei der

Einstellung der Harnsäurespiegel versagte oder bei denen dieses Arzneimittel aufgrund von

Nebenwirkungen nicht angewendet werden konnte. Krystexxa wurde in einer Dosis von 8 mg, die alle

zwei oder vier Wochen verabreicht wurde, über einen Zeitraum von sechs Monaten mit Placebo (einer

Scheinbehandlung) verglichen. Hauptindikator für die Wirksamkeit war die Anzahl der Patienten, die

auf die Behandlung ein anhaltendes Ansprechen zeigten, definiert als Harnsäurespiegel im Blut unter

6 mg/dl über mindestens 80 % der Zeit im dritten und sechsten Monat der Studie.

Welchen Nutzen hat Krystexxa in diesen Studien gezeigt?

Krystexxa erwies sich bei der Senkung der Harnsäurespiegel wirksamer als Placebo. Obwohl Krystexxa

die Harnsäurespiegel schnell senkte, wies es innerhalb weniger Wochen bei mehr als der Hälfte der

Patienten eine reduzierte Wirkung auf. Insgesamt zeigten 42 % der Patienten (36 von 85), denen das

Arzneimittel alle zwei Wochen verabreicht wurde, ein anhaltendes Ansprechen, während der Anteil

derer, denen Krystexxa alle vier Wochen verabreicht wurde, 35 % (29 von 84) betrug. Placebo war bei

keinem der Patienten wirksam. Im Vergleich zur Verabreichung in vierwöchigen Abständen führte die

Verabreichung von Krystexxa alle zwei Wochen zu weniger Infusionsreaktionen.

Arzneimittel nicht länger zugelassen

Krystexxa

EMA/684724/2012

Seite 3/3

Welches Risiko ist mit Krystexxa verbunden?

Sehr häufige schwerwiegende Nebenwirkungen von Krystexxa sind Anaphylaxie (eine schwere

allergische Reaktion), beobachtet bei etwa 7 von 100 Patienten, Infusionsreaktionen (einschließlich

Hitzewallungen, Hautausschlag, Juckreiz, Schweißausbruch, Schmerzen im Brustraum,

Atembeschwerden, Schüttelfrost und Bluthochdruck), beobachtet bei etwa 26 von 100 Patienten, und

akute Gichtanfälle (Verschlimmerung der Gicht-Symptome), die häufiger in den ersten drei

Behandlungsmonaten auftraten.

Die vollständige Auflistung der im Zusammenhang mit Krystexxa berichteten Nebenwirkungen ist der

Packungsbeilage zu entnehmen.

Krystexxa darf nicht bei Patienten angewendet werden, die überempfindlich (allergisch) gegen

Pegloticase oder einen der sonstigen Bestandteile sind oder die an der seltenen Blutstörung Glucose-6-

Phosphat-Dehydrogenase(G6PD)-Mangel (Favismus) oder ähnlichen Störungen leiden.

Warum wurde Krystexxa zugelassen?

Der CHMP gelangte zu dem Schluss, dass Krystexxa die Harnsäurespiegel äußerst wirksam senkte. Es

können schwerwiegende Nebenwirkungen (wie etwa Infusionsreaktionen und akute Gichtanfälle)

auftreten, die aber als handhabbar betrachtet wurden. Der Ausschuss war der Auffassung, dass

Krystexxa im Fall von schwer betroffenen Patienten, die mit konventionellen Methoden nicht wirksam

behandelt werden können, einen bislang ungedeckten Bedarf befriedigt, da keine alternativen

Behandlungen zur Verfügung stehen. Der CHMP gelangte daher zu dem Schluss, dass der Nutzen von

Krystexxa gegenüber den Risiken überwiegt, und empfahl, die Genehmigung für das Inverkehrbringen

zu erteilen.

Welche Maßnahmen werden zur Gewährleistung der sicheren Anwendung

von Krystexxa ergriffen?

Das Unternehmen, das Krystexxa herstellt, wird eine Studie zu der langfristigen Sicherheit des

Arzneimittels durchführen, die auch eine Untersuchung seiner Sicherheit und Wirksamkeit bei Patienten

umfassen wird, die die Behandlung unterbrechen und sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder

fortsetzen.

Weitere Informationen über Krystexxa

Am 8. Januar 2013 erteilte die Europäische Kommission eine Genehmigung für das Inverkehrbringen

von Krystexxa in der gesamten Europäischen Union.

Den vollständigen Wortlaut des EPAR für Krystexxa finden Sie auf der Website der Agentur:

ema.europa.eu/Find medicine/Human medicines/European public assessment reports

. Wenn Sie

weitere Informationen zur Behandlung mit Krystexxa benötigen, lesen Sie bitte die Packungsbeilage

(ebenfalls Teil des EPAR) oder wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Diese Zusammenfassung wurde zuletzt im 01-2013 aktualisiert.

Arzneimittel nicht länger zugelassen

Packungsbeilage

B. PACKUNGSBEILAGE

Arzneimittel nicht länger zugelassen

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

KRYSTEXXA 8 mg Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Pegloticase

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Packungsbeilage angegeben sind.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist KRYSTEXXA und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von KRYSTEXXA beachten?

Wie ist KRYSTEXXA anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist KRYSTEXXA aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist KRYSTEXXA und wofür wird es angewendet?

KRYSTEXXA enthält den Wirkstoff Pegloticase. Pegloticase gehört zu der Klasse der Gichtmittel.

Pegloticase wird angewendet zur Behandlung von schwer einschränkender Gicht bei erwachsenen

Patienten, die an einer oder mehreren schmerzhaften Ablagerungen von Harnsäurekristallen unter der

Haut leiden, die die Verrichtung der alltäglichen Aufgaben erschweren, und die auf andere

Arzneimittel gegen Gicht nicht ansprechen oder diese nicht anwenden dürfen.

Wie wirkt KRYSTEXXA?

Patienten mit Gicht haben zu viel Harnsäure in ihrem Körper. Harnsäure lagert sich in Form von

Kristallen in Gelenken, in der Niere und in anderen Organen ab, was zu starken Schmerzen, Rötungen

und Schwellungen (Entzündung) führen kann.

KRYSTEXXA enthält ein Enzym mit dem Namen Uricase, das die Harnsäure in die Substanz

Allantoin umwandelt, die problemlos mit dem Urin ausgeschieden werden kann.

2.

Was sollten Sie vor der Anwendung von KRYSTEXXA beachten?

KRYSTEXXA darf nicht angewendet werden,

wenn Sie allergisch gegen Pegloticase oder andere Uricasen oder einen der in Abschnitt 6

genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

Wenn Sie an der seltenen Blutstörung Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase(G6PD)-Mangel oder

Favismus leiden. Ihr Arzt kann Sie vor Beginn der Anwendung von KRYSTEXXA auf G6PD

untersuchen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder dem medizinischen Fachpersonal, bevor KRYSTEXXA

angewendet wird,

wenn Sie derzeit andere Arzneimittel zur Senkung Ihres Harnsäurespiegels einnehmen

wenn bei Ihnen Herzschwäche (Insuffizienz) diagnostiziert wurde

Arzneimittel nicht länger zugelassen

wenn bei Ihnen schon einmal ein Enzymmangel diagnostiziert wurde, der Anämie

(Blutarmut) verursacht

wenn Sie mehr als 100 kg wiegen

wenn Sie schon einmal mit KRYSTEXXA behandelt wurden

Überwachung während der Behandlung

Ihr Arzt wird vor jeder Dosis den Harnsäurespiegel in Ihrem Blut messen, um sicherzustellen, dass Sie

weiterhin KRYSTEXXA erhalten dürfen.

Kinder und Jugendliche

KRYSTEXXA wurde bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht untersucht. Dieses

Arzneimittel wird daher nicht zur Anwendung in dieser Altersgruppe empfohlen.

Anwendung von KRYSTEXXA zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, kürzlich andere Arzneimittel

eingenommen haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen. Es ist besonders wichtig,

dass Sie Ihren Arzt informieren, wenn Sie zurzeit andere Arzneimittel zur Senkung des

Harnsäurespiegels (beispielsweise Allopurinol oder Febuxostat) oder Polyethylenglycol (PEG)

enthaltende Arzneimittel (beispielsweise pegyliertes Interferon oder Doxorubicin) anwenden. Diese

Arzneimittel können bei Ihnen das Risiko von Infusionsreaktionen erhöhen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt um Rat.

dürfen KRYSTEXXA nicht erhalten, wenn Sie schwanger sind oder stillen, weil nicht bekannt ist,

welchen Einfluss das Arzneimittel auf Ihr Baby hat.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

KRYSTEXXA hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf Ihre Verkehrstüchtigkeit.

Wenn Sie sich nicht wohl fühlen, Symptome wie Schwindel oder Kopfschmerzen haben, oder sich

nach Anwendung von KRYSTEXXA müde fühlen, sollten Sie kein Fahrzeug führen und keine

Maschinen bedienen.

KRYSTEXXA enthält Natrium

KRYSTEXXA enthält 4,2 mg Natrium pro Dosis, d. h., es ist nahezu „natriumfrei“.

3.

Wie ist KRYSTEXXA anzuwenden?

KRYSTEXXA wird Ihnen von einem Arzt oder medizinischem Fachpersonal mit Erfahrung in der

Behandlung von schwerer chronischer Gicht in einer medizinischen Einrichtung verabreicht.

Welche Dosis von KRYSTEXXA wird verabreicht?

Die empfohlene Dosis von KRYSTEXXA beträgt 8 mg. Diese Dosis wird nicht nach Gewicht, Alter

oder Nierenerkrankung angepasst.

Vor Beginn Ihrer Behandlung mit KRYSTEXXA wird Ihnen Ihr Arzt möglicherweise die Einnahme

anderer Arzneimittel (beispielsweise ein Antihistaminikum, Paracetamol und ein Kortikosteroid)

empfehlen, um das Risiko von infusionsbedingten Reaktionen aufgrund dieser Behandlung zu senken.

Nehmen Sie diese Arzneimittel nach den Anweisungen Ihres Arztes ein.

Wie wird KRYSTEXXA verabreicht?

KRYSTEXXA wird langsam in eine Vene injiziert (intravenöse Infusion) und Ihre Behandlung dauert

ca. 2 Stunden oder manchmal auch länger. Wenn bei Ihnen während der Infusion eine

Infusionsreaktion (infusionsbedingte, allergische Reaktion) auftritt, wird Ihr Arzt die Behandlung

möglicherweise abbrechen oder anpassen. Es kann auch sein, dass Ihr Arzt Sie bittet, nach Ihrer

Behandlung zu warten, um sicherzustellen, dass keine Infusionsreaktion auftritt.

Arzneimittel nicht länger zugelassen

Sie erhalten KRYSTEXXA alle 2 Wochen.

Wenn die Anwendung von KRYSTEXXA abgebrochen wird und Sie später wieder behandelt werden,

kann Ihr Risiko für Infusionsreaktionen, einschließlich schwerer akuter allergischer Reaktionen

(Anaphylaxie), erhöht sein; deshalb wird Ihr Arzt Sie bei der Wiederaufnahme der Behandlung

sorgfältig überwachen.

Ihr Arzt wird vor Ihrer nächsten Dosis auch Ihren Harnsäurewert im Blut messen, um sicherzustellen,

dass Sie weiterhin KRYSTEXXA erhalten dürfen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt,

Apotheker oder das medizinische Fachpersonal.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen. Die am häufigsten berichteten schwerwiegenden Nebenwirkungen sind: schwere

akute allergische Reaktionen (

häufig

), Infusionsreaktionen (

sehr häufig

) und akute Gichtanfälle (

sehr

häufig

KRYSTEXXA wird von einem Arzt oder dem medizinischen Fachpersonal verabreicht und Sie

werden während der Verabreichung von KRYSTEXXA und für einige Zeit danach auf

Nebenwirkungen überwacht.

Schwere allergische Reaktionen (

häufig

) sind u. a. Ohnmacht, plötzlicher Blutdruckabfall und

Herzstillstand. Allergische Reaktionen treten üblicherweise innerhalb von 2 Stunden nach der Infusion

auf, sie können aber auch später auftreten.

Wenn Sie plötzlich folgende Symptome bemerken:

Schwellung von Hals, Zunge oder einem anderen Körperteil

Engegefühl im Hals, heisere Stimme oder Schluckstörungen

Kurzatmigkeit, pfeifende Atmung oder Atembeschwerden

Hautausschlag, Juckreiz oder Nesselsucht

müssen Sie SOFORT Ihren Arzt oder das medizinische Fachpersonal informieren, weil jedes

dieser Symptome ein Hinweis auf eine schwerwiegende allergische Reaktion sein kann.

Die häufigsten Zeichen und Symptome von lokalen Infusionsreaktionen waren: Rötung an der

Injektionsstelle, Juckreiz und Hautausschlag. Die häufigsten Zeichen und Symptome von

generalisierten Infusionsreaktionen waren: Nesselsucht, Kurzatmigkeit, Gesichtsrötung,

Schweißausbrüche, Beschwerden oder Schmerzen im Brustraum, Schüttelfrost und Bluthochdruck.

Die Wahrscheinlichkeit für allergische Reaktionen kann bei Patienten mit einem Gewicht über 100 kg

erhöht sein.

Zu Beginn der Behandlung mit KRYSTEXXA wird häufig eine Zunahme von akuten Gichtanfällen

beobachtet. Ihr Arzt kann Ihnen Arzneimittel zur Reduzierung der Wahrscheinlichkeit von akuten

Gichtanfällen nach Beginn der Behandlung mit KRYSTEXXA verschreiben.

KRYSTEXXA muss wegen eines Gichtschubs nicht abgesetzt werden.

Sehr häufige Nebenwirkungen

(kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen): Nesselsucht,

Hautausschlag, juckende, trockene oder gereizte Haut, Übelkeit

Häufige Nebenwirkungen

(kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen): hoher Blutzuckerspiegel,

Erbrechen, Gelenkschwellung, grippeartige Symptome

Arzneimittel nicht länger zugelassen

Gelegentliche Nebenwirkungen:

(kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen): Verschlimmerung

einer Herzerkrankung, der sogenannten dekompensierten Herzinsuffizienz, Hautinfektion, erhöhte

Kaliumspiegel im Blut

Häufigkeit nicht bekannt

(auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar): Zerstörung von

roten Blutkörperchen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind.

5.

Wie ist KRYSTEXXA aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Etikett und dem Umkarton nach „EXP“ bzw.

„Verwendbar bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich

auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Dieses Arzneimittel wird in einer medizinischen Einrichtung aufbewahrt, in der es auch verabreicht

wird.

Im Kühlschrank lagern (2°C - 8°C).

Durchstechflasche im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Aus mikrobiologischer Sicht sollte die gebrauchsfertige Zubereitung sofort verwendet werden. Wenn

die verdünnte Lösung nicht sofort verwendet wird, kann sie im Kühlschrank (2°C - 8°C) gelagert

werden. Die Lösung sollte innerhalb von 4 Stunden nach Verdünnung verwendet werden.

Dieses Arzneimittel darf nicht verwendet werden, wenn Sie in der verdünnten Lösung Teilchen oder

Verfärbungen bemerken.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was KRYSTEXXA enthält

Der Wirkstoff ist Pegloticase. Jede Durchstechflasche enthält 8 mg Pegloticase (8 mg/ml

Konzentrat).

Die sonstigen Bestandteile sind Natriummonohydrogenphosphat-Dihydrat (Ph.Eur.);

Natriumdihydrogenphosphat-Dihydrat, Natriumchlorid und Wasser für Injektionszwecke.

Wie KRYSTEXXA aussieht und Inhalt der Packung

KRYSTEXXA 8 mg Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung wird in 2 ml

Durchstechflaschen aus Glas mit 1 ml Konzentrat geliefert.

KRYSTEXXA ist eine klare bis leicht opaleszierende farblose Lösung.

Packungsgröße: 1 Durchstechflasche

Pharmazeutischer Unternehmer

Crealta Pharmaceuticals Ireland Limited

Commercial House, Millbank Business Park, Lower Lucan Road, Lucan, Co. Dublin

Irland

Arzneimittel nicht länger zugelassen

Hersteller

United Drug, plc

United Drug House

Magna Business Park

Magna Drive, Citywest Road

Dublin 24

Irland

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im {MM.JJJJ}

Weitere Informationsquellen

Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen

Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.

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Die folgenden Informationen sind für medizinisches Fachpersonal bestimmt:

KRYSTEXXA muss wie folgt verdünnt werden:

Hinweise zur Zubereitung

der Infusionslösung:

Die Durchstechflasche mit KRYSTEXXA ist vor Verdünnung und Anwendung visuell auf

Teilchen und Verfärbung zu untersuchen. Es dürfen nur Lösungen verwendet werden, die klar

bis leicht opaleszierend und farblos sind und keine sichtbaren Teilchen enthalten.

Bei der Herstellung der Infusionslösung ist auf eine angemessene aseptische Technik zu achten.

Die Durchstechflasche darf nicht geschüttelt werden.

1 ml KRYSTEXXA wird aus der Durchstechflasche in eine sterile Spritze gezogen.

1 ml KRYSTEXXA wird in einen einzelnen 250 ml-Beutel mit Natriumchlorid 4,5 mg/ml

(0,45 %) oder 9 mg/ml (0,9 %) Injektionslösung / Infusionslösung injiziert.

Der Infusionsbeutel mit der verdünnten KRYSTEXXA-Lösung ist mehrmals vorsichtig

umzudrehen, um gründliches Vermischen zu gewährleisten. Der Infusionsbeutel mit dem

verdünnten KRYSTEXXA darf nicht geschüttelt werden.

Vor der Anwendung sollte die verdünnte Lösung von KRYSTEXXA Raumtemperatur erreichen

dürfen. KRYSTEXXA in einer Durchstechflasche oder in einer intravenösen

Infusionsflüssigkeit darf niemals künstlich erwärmt werden (z. B. heißes Wasser, Mikrowelle).

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen

zu beseitigen.

Arzneimittel nicht länger zugelassen

Anhang IV

Wissenschaftliche Schlussfolgerungen und Begründung für die Empfehlung der Änderung der

Bedingungen der Genehmigung für das Inverkehrbringen

Arzneimittel nicht länger zugelassen

Wissenschaftliche Schlussfolgerungen

Der CHMP ist unter Berücksichtigung des PRAC-Beurteilungsberichts des PSURs für Pegloticase zu

den folgenden wissenschaftlichen Schlussfolgerungen gelangt:

Wissenschaftliche Schlussfolgerungen und Begründung für die Änderung der Bedingungen der

Genehmigungen für das Inverkehrbringen

In diesem periodischen Sicherheitsbericht finden sich Meldungen über infusionsbedingte Reaktionen

oder Anaphylaxie, die mit der gleichzeitigen Anwendung von oralen Urat-senkenden Arzneimitteln

zusammenfallen, darunter 28 Fälle von Infusionsreaktionen und 9 Fälle von anaphylaktischen

Reaktionen. Da das Auftreten dieser unerwünschten Ereignisse zumindest in manchen Fällen

möglicherweise hätte verhindert werden können, wenn die Patienten nicht gleichzeitig mit Urat-

senkenden Arzneimitteln behandelt worden wären, sollte die Zusammenfassung der Merkmale des

Arzneimittels dahingehend geändert werden, die Bedeutung des Absetzens der Behandlung mit

Harnsäure-senkenden Arzneimitteln im Hinblick auf die Maskierung der Ergebnisse der Serum-

Harnsäurewerte (und dadurch eine Erhöhung des Risikos für Infusions- und anaphylaktische

Reaktionen) hervorzuheben. Die überarbeitete Reihenfolge der beiden entsprechenden Absätze dient

zur Betonung der Korrelation zwischen einer begleitenden Anwendung von Urat-senkenden

Arzneimitteln und der Messung der Harnsäurewerte im Serum. Darüber hinaus wurde als weitere

Änderung die Verlängerung der Beobachtungszeit nach dem Ende der Infusion von 1 Stunde auf

2 Stunden als Vorsichtsmaßnahme und die Aussage, dass auch Überempfindlichkeitsreaktionen vom

verzögerten Typ berichtet wurden, aufgenommen.

Auf Grundlage der verfügbaren Daten zu Anaphylaxie und Infusionsreaktionen sah der

Pharmacovigilance Risk Assessment Committee (Ausschuss für Risikobewertung im Bereich der

Pharmakovigilanz) Änderungen in der Produktinformation daher als gerechtfertigt an.

Der CHMP stimmt den wissenschaftlichen Schlussfolgerungen des PRAC zu.

Gründe für die Empfehlung der Änderung der Bedingungen der Genehmigung für das

Inverkehrbringen

Der CHMP ist auf der Grundlage der wissenschaftlichen Schlussfolgerungen für Pegloticase der

Auffassung, dass das Nutzen-Risiko-Verhältnis des Arzneimittels, das den Wirkstoff Pegloticase

enthält, vorbehaltlich der vorgeschlagenen Änderungen der Produktinformation, positiv ist.

Der CHMP empfiehlt, die Bedingungen der Genehmigung(en) für das Inverkehrbringen zu ändern.

Arzneimittel nicht länger zugelassen