Anastrozol Heumann 1 mg Filmtabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Anastrozol
Verfügbar ab:
Heumann Pharma GmbH & Co. Generica KG
ATC-Code:
L02BG03
INN (Internationale Bezeichnung):
anastrozole
Darreichungsform:
Filmtablette
Zusammensetzung:
Anastrozol 1.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
73765.00.00

GEBRAUCHSINFORMATION: INFORMATION FÜR ANWENDER

Anastrozol Heumann 1 mg Filmtabletten

Anastrozol

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es

kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

1. Was ist Anastrozol Heumann und wofür wird es angewendet?

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Anastrozol Heumann beachten?

3. Wie ist Anastrozol Heumann einzunehmen?

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

5. Wie ist Anastrozol Heumann aufzubewahren?

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

WAS IST ANASTROZOL HEUMANN UND WOFÜR WIRD ES ANGEWENDET?

Anastrozol Heumann enthält einen Wirkstoff, der Anastrozol genannt wird. Dieser gehört zu einer Gruppe

von Arzneimitteln, die „Aromatasehemmer“ heißt. Anastrozol Heumann wird zur Behandlung von Brustkrebs

bei Frauen nach den Wechseljahren angewendet.

Anastrozol Heumann wirkt, indem es die von Ihrem Körper produzierte Menge des Hormons Östrogen senkt.

Dies

geschieht

durch

Hemmung

einer

natürlichen

Substanz

(eines

Enzyms)

Ihrem

Körper,

„Aromatase“ heißt.

2.

WAS SOLLTEN SIE VOR DER EINNAHME VON ANASTROZOL HEUMANN BEACHTEN?

Anastrozol Heumann darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Anastrozol oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile

dieses Arzneimittels sind.

wenn Sie schwanger sind oder stillen (siehe Abschnitt „Schwangerschaft und Stillzeit“).

Nehmen Sie Anastrozol Heumann nicht ein, wenn einer der oben genannten Punkte auf Sie zutrifft. Wenn

Sie unsicher sind, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker, bevor Sie Anastrozol Heumann einnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bevor Sie Anastrozol Heumann einnehmen.

Klären Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker vor der Einnahme von Anastrozol Heumann

ob Sie noch Ihre Menstruation haben und Ihre Wechseljahre noch nicht vorbei sind.

ob Sie ein Arzneimittel einnehmen, das Tamoxifen enthält, oder Arzneimittel einnehmen, die Östrogen

enthalten (siehe Abschnitt „Bei Einnahme von Anastrozol Heumann mit anderen Arzneimitteln“).

ob Sie jemals eine Erkrankung hatten, durch die die Festigkeit Ihrer Knochen beeinflusst wurde

(Osteoporose).

ob Sie Leber- oder Nierenfunktionsstörungen haben.

Falls Sie ins Krankenhaus müssen, informieren Sie das medizinische Personal darüber, dass Sie Anastrozol

Heumann einnehmen.

Einnahme von Anastrozol Heumann zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel anwenden, kürzlich andere

Arzneimittel

angewendet

haben

oder

beabsichtigen

andere

Arzneimittel

anzuwenden.

Dies

schließt

Arzneimittel ein, die Sie ohne Rezept kaufen können, und pflanzliche Arzneimittel. Der Grund hierfür ist,

dass Anastrozol Heumann die Wirkung einiger Arzneimittel beeinflussen kann und dass einige Arzneimittel

Einfluss auf Anastrozol Heumann haben können.

Nehmen Sie Anastrozol Heumann nicht ein, wenn Sie bereits eines der folgenden Arzneimittel einnehmen:

Bestimmte

Arzneimittel,

Behandlung

Brustkrebs

eingesetzt

werden

(selektive

Östrogenrezeptor-Modulatoren), z. B. Arzneimittel, die Tamoxifen enthalten. Der Grund hierfür ist,

dass diese Arzneimittel dazu führen können, dass Anastrozol Heumann nicht mehr richtig wirkt.

Arzneimittel, die Östrogen enthalten, wie bei einer Hormonersatztherapie (HET).

Wenn dies auf Sie zutrifft, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie folgende Arzneimittel einnehmen:

Arzneimittel,

„LHRH

Analogon“

bekannt

sind.

Dazu

gehören

Gonadorelin,

Buserelin,

Goserelin, Leuprorelin und Triptorelin. Diese Arzneimittel werden zur Behandlung von Brustkrebs,

bestimmten weiblichen (gynäkologischen) Erkrankungen und Unfruchtbarkeit angewendet.

Auswirkungen bei Fehlgebrauch zu Dopingzwecken

Die Anwendung von Anastrozol Heumann kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen

Schwangerschaft und Stillzeit

Fragen Sie vor der Einnahme von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Sie dürfen Anastrozol Heumann nicht einnehmen, wenn Sie schwanger sind oder stillen. Brechen Sie die

Einnahme von Anastrozol Heumann ab, wenn Sie schwanger werden und sprechen Sie mit Ihrem Arzt.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es ist unwahrscheinlich, dass Anastrozol Heumann die Fähigkeit, ein Fahrzeug zu führen oder Werkzeuge

oder

Maschinen

bedienen,

beeinträchtigt.

Jedoch

fühlen

sich

einige

Patientinnen

während

Behandlung mit Anastrozol Heumann gelegentlich schwach oder schläfrig. Wenn dies bei Ihnen auftritt,

fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Anastrozol Heumann enthält Lactose

Dieses Arzneimittel enthält Lactose, eine bestimmte Zuckerart. Bitte nehmen Sie Anastrozol Heumann daher

erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit

gegenüber bestimmten Zuckern leiden.

3.

WIE IST ANASTROZOL HEUMANN EINZUNEHMEN?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker ein. Fragen

Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Die empfohlene Dosis beträgt 1 Tablette einmal täglich.

Versuchen Sie, Ihre Tablette jeden Tag zur selben Zeit einzunehmen.

Schlucken Sie die Tablette im Ganzen mit Wasser.

spielt

keine

Rolle,

Anastrozol

Heumann

vor,

während

oder

nach

einer

Mahlzeit

einnehmen.

Nehmen Sie Anastrozol Heumann so lange ein, wie es Ihnen Ihr Arzt empfiehlt. Die Behandlung ist eine

Langzeittherapie und es kann sein, dass Sie Anastrozol über mehrere Jahre einnehmen müssen.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Anastrozol Heumann sollte bei Kindern und Jugendlichen nicht angewendet werden.

Wenn Sie eine größere Menge von Anastrozol Heumann eingenommen haben, als Sie sollten

Wenn

eine

größere

Menge

Anastrozol

Heumann

eingenommen

haben,

sollten,

benachrichtigen Sie bitte sofort Ihren Arzt.

Wenn Sie die Einnahme von Anastrozol Heumann vergessen haben

Wenn Sie eine Einnahme vergessen haben, nehmen Sie die nächste Dosis wie normal ein. Nehmen Sie

nicht die doppelte Menge (2 Tabletten auf einmal) ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.

Wenn Sie die Einnahme von Anastrozol Heumann abbrechen

Brechen Sie die Einnahme Ihrer Tabletten nicht ab, es sei denn, Ihr Arzt empfiehlt es Ihnen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder

Apotheker.

4.

WELCHE NEBENWIRKUNGEN SIND MÖGLICH?

Wie alle Arzneimittel kann Anastrozol Heumann Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Sehr häufige Nebenwirkungen (betreffen mehr als 1 Behandelten von 10)

Kopfschmerzen.

Hitzewallungen.

Übelkeit.

Hautausschlag.

Gelenkschmerzen oder -steifheit.

Entzündung in den Gelenken (Arthritis).

Schwächegefühl.

Abnahme der Knochendichte (Osteoporose).

Häufige Nebenwirkungen (betreffen 1 bis 10 Behandelte von 100)

Appetitlosigkeit.

Erhöhte oder hohe Werte einer Fettsubstanz in Ihrem Blut, die als Cholesterin bezeichnet wird.

Dies kann durch einen Bluttest festgestellt werden.

Schläfrigkeit.

Karpaltunnelsyndrom (Kribbeln, Schmerzen, Kältegefühl, Schwäche in Teilen der Hand).

Durchfall.

Erbrechen.

Veränderungen in Bluttests, die zeigen, wie gut Ihre Leber arbeitet.

Dünner werdendes Haar (Haarausfall).

Allergische (Überempfindlichkeits-) Reaktionen, die auch Gesicht, Lippen oder Zunge betreffen

können.

Knochenschmerzen.

Trockene Scheide.

Blutungen aus der Scheide (gewöhnlich in den ersten Wochen der Behandlung - wenn die

Blutungen anhalten, sprechen Sie mit Ihrem Arzt).

Gelegentliche Nebenwirkungen (betreffen 1 bis 10 Behandelte von 1.000)

Veränderungen in speziellen Bluttests, die aufzeigen, wie Ihre Leber arbeitet (Gamma-GT und

Bilirubin).

Entzündung der Leber (Hepatitis).

Ausschlag oder Nesselsucht.

Schnellender Finger (ein Zustand, in dem Ihr Finger oder Daumen in einer gebeugten Stellung

stehen bleibt).

Seltene Nebenwirkungen (betreffen 1 bis 10 Behandelte von 10.000)

Seltene Hautentzündung, die rote Flecken oder Blasenbildung einschließen kann.

Hautausschlag, hervorgerufen durch Überempfindlichkeit (die Ursache kann eine allergische oder

allergieartige Reaktion sein).

Entzündung der kleinen Blutgefäße, die zu roter oder violetter Verfärbung der Haut führt. Sehr

selten

können

Gelenk-,

Magen-

Nierenschmerzen

Beschwerden

auftreten;

diese

Nebenwirkung wird „Purpura Schoenlein-Henoch“ genannt.

Sehr seltene Nebenwirkungen (betreffen weniger als 1 Behandeltenvon 10.000)

Eine sehr schwerwiegende Hautreaktion mit Geschwüren und Blasen auf der Haut. Diese wird als

‚Stevens-Johnson-Syndrom‘ bezeichnet.

Allergische (Überempfindlichkeits-) Reaktionen mit Schwellung des Rachens, die Schluck- oder

Atembeschwerden verursachen kann. Diese Reaktion wird „Angioödem“ genannt.

Wenn eines dieser Anzeichen bei Ihnen auftritt, müssen Sie sofort einen Krankenwagen rufen oder einen

Arzt aufsuchen, da Sie dringend medizinische Behandlung benötigen könnten.

Auswirkungen auf Ihre Knochen

Anastrozol

Heumann

senkt

Menge

Hormons

Östrogen

Ihrem

Körper.

Dies

kann

Mineralgehalt Ihrer Knochen senken. Ihre Knochen können dadurch an Stärke verlieren und dazu neigen,

schneller zu brechen. Ihr Arzt wird diese Risiken entsprechend den Therapierichtlinien zur Erhaltung der

Knochengesundheit bei Frauen nach den Wechseljahren behandeln. Sie sollten mit Ihrem Arzt über die

Risiken und Behandlungsmöglichkeiten sprechen.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für

Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt.

Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3, 53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzeigen. Indem Sie

Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses

Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

WIE IST ANASTROZOL HEUMANN AUFZUBEWAHREN?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf. Bewahren Sie Ihre Tabletten an einem

sicheren Ort auf, der für Kinder nicht sichtbar ist und den sie nicht erreichen können. Ihre Tabletten

können ihnen schaden.

dürfen

dieses

Arzneimittel

nach

Umkarton

Durchdrückpackung

nach

„Verwendbar bis“ angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden. Das Verfallsdatum bezieht sich auf

den letzten Tag des angegebenen Monats.

Bewahren Sie Ihre Tabletten in dem Behältnis auf, in dem Sie sie erhalten haben.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu

entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6.

INHALT DER PACKUNG UND WEITERE INFORMATIONEN

Was Anastrozol Heumann enthält

Der Wirkstoff ist: Anastrozol.

Eine Filmtablette enthält 1 mg Anastrozol.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Tablettenkern: Lactose-Monohydrat, Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A) (Ph. Eur.), Povidon (K

25), Magnesiumstearat (Ph. Eur.) [pflanzlich].

Tablettenfilm: Hypromellose, Macrogol 6.000, hydriertes Baumwollsamenöl, modifizierte Stärke

(Mais), Titandioxid (E 171).

Wie Anastrozol Heumann aussieht und Inhalt der Packung

Anastrozol Heumann 1 mg Filmtabletten sind rund, weiß und beidseitig gewölbt.

Packungsgrößen:

20, 30 (N1), 84, 100 (N3) Filmtabletten.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

HEUMANN PHARMA

GmbH & Co. Generica KG

Südwestpark 50 · 90449 Nürnberg

Telefon/Telefax: 0700 4386 2667

E-Mail: info@heumann.de

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt überarbeitet im 10.2013.

Verschreibungspflichtig

de-spc-anastf1Htrackb9.doc

Fachinformation

1.

Bezeichnung des Arzneimittels

Anastrozol Heumann 1 mg Filmtabletten

Anastrozol

2.

Qualitative und quantitative Zusammensetzung

Eine Filmtablette enthält 1 mg Anastrozol.

Sonstige

Bestandteile

bekannter

Wirkung:

Filmtablette

enthält

92,5

Lactose-

Monohydrat und 0,084 - 0,126 mg Natrium.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

Darreichungsform

Filmtablette

Weiße, runde, bikonvexe Tablette.

4.

Klinische Angaben

4.1

Anwendungsgebiete

Behandlung

hormonrezeptor-positiven

fortgeschrittenen

Brustkrebses

postmenopausalen Frauen.

Adjuvante Behandlung des hormonrezeptor-positiven frühen invasiven Brustkrebses bei

postmenopausalen Frauen.

Adjuvante Behandlung des hormonrezeptor-positiven frühen invasiven Brustkrebses bei

postmenopausalen Frauen, die bereits 2 bis 3 Jahre adjuvant Tamoxifen erhalten haben.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

empfohlene

Dosis

Anastrozol

Heumann

für

Erwachsene

einschließlich

älterer

Patientinnen beträgt einmal täglich 1 mg-Tablette.

Für postmenopausale Frauen mit hormonrezeptor-positivem frühem invasivem Brustkrebs

beträgt die empfohlene Dauer einer adjuvanten endokrinen Therapie 5 Jahre.

Spezielle Patientengruppen:

Kindern und Jugendliche

Anastrozol

Heumann

wird

für

Anwendung

Kindern

Jugendlichen

aufgrund

unzureichender

Daten

Unbedenklichkeit

Wirksamkeit

nicht

empfohlen

(siehe

Abschnitte 4.4 und 5.1).

de-spc-anastf1Htrackb9.doc

Eingeschränkte Nierenfunktion

Für Patientinnen mit leichter oder mäßiger Nierenfunktionsstörung wird keine Änderung der

Dosis empfohlen. Bei Patientinnen mit schwerer Nierenfunktionsstörung sollte Anastrozol

Heumann mit Vorsicht angewendet werden (siehe Abschnitt 4.4 und 5.2).

Eingeschränkte Leberfunktion

Für Patientinnen mit leichter Leberfunktionsstörung wird keine Änderung der Dosis empfohlen.

Bei Patientinnen mit mäßiger bis schwerer Leberfunktionsstörung wird zur Vorsicht geraten

(siehe Abschnitt 4.4).

Art der Anwendung

Anastrozol Heumann wird eingenommen.

4.3

Gegenanzeigen

Anastrozol Heumann ist kontraindiziert bei:

schwangeren oder stillenden Frauen.

Patientinnen mit bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in

Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Allgemein

Anastrozol Heumann sollte bei prämenopausalen Frauen nicht angewendet werden. Die

Menopause sollte bei allen Patientinnen, deren menopausaler Status nicht eindeutig ist,

biochemisch (Lutein-bildendes Hormon [LH], Follikel-stimulierendes Hormon [FSH] und/oder

Östradiol-Plasmaspiegel) nachgewiesen werden. Es gibt keine Daten, die eine Anwendung

von Anastrozol Heumann nicht LHRH-Analoga unterstützen.

gleichzeitige

Anwendung

Tamoxifen

oder

Östrogen-haltigen

Arzneimitteln

Anastrozol Heumann sollte vermieden werden, da dies die pharmakologische Wirkung von

Anastozol Heumann verringern kann (siehe Abschnitt 4.5 und 5.1).

Auswirkungen auf die Knochendichte

Da Anastrozol Heumann die endogenen Östrogen-Plasmaspiegel senkt, kann Anastrozol

Heumann eine Reduktion der Knochendichte und ein eventuell damit verbundenes erhöhtes

Frakturrisiko hervorrufen (siehe Abschnitt 4.8).

Frauen mit Osteoporose oder mit einem erhöhten Osteoporose-Risiko sollten zu Beginn der

Behandlung und in regelmäßigen Abständen während der Behandlung die Knochendichte

überprüfen lassen

Wenn angezeigt, sollte eine Osteoporose-Behandlung oder -Prophylaxe

begonnen und sorgfältig überwacht werden. Der Einsatz spezifischer Behandlungen, z. B.

Bisphosphonate, kann möglicherweise einen weiteren durch Anastrozol verursachten Verlust

der Knochendichte bei postmenopausalen Frauen verhindern und könnte in Betracht gezogen

werden (siehe Abschnitt 4.8).

Eingeschränkte Leberfunktion

Anastrozol

Heumann

wurde

Brustkrebs-Patientinnen

mäßiger

oder

schwerer

Leberfunktionsstörung nicht untersucht. Bei Patientinnen mit Leberfunktionsstörung kann die

Anastrozol-Exposition erhöht sein (siehe Abschnitt 5.2); die Anwendung von

Anastrozol

Heumann bei Patientinnen mit mäßiger bis schwerer Leberfunktionsstörung sollte mit Vorsicht

de-spc-anastf1Htrackb9.doc

erfolgen (siehe Abschnitt 4.2). Die Behandlung sollte auf einer Nutzen-Risiko-Abschätzung für

jede einzelne Patientin basieren.

Eingeschränkte Nierenfunktion

Anastrozol Heumann wurde bei Brustkrebs-Patientinnen mit schwerer Nierenfunktionsstörung

nicht

untersucht.

Anastrozol-Exposition

Probanden

einer

schweren

Nierenfunktionsstörung nicht erhöht (GFR < 30 ml/min, siehe Abschnitt 5.2); bei Patientinnen

schwerer

Nierenfunktionsstörung

sollte

Anwendung

Anastrozol

Vorsicht

erfolgen (siehe Abschnitt 4.2).

Kinder und Jugendliche

Anastrozol Heumann wird für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen nicht empfohlen,

da Unbedenklichkeit und Wirksamkeit bei dieser Patientengruppe nicht nachgewiesen wurden

(siehe Abschnitt 5.1).

Bei Jungen mit Wachstumshormonmangel sollte Anastrozol Heumann nicht zusätzlich zu

einer Wachstumshormonbehandlung angewendet werden. In der pivotalen klinischen Studie

wurde die Wirksamkeit nicht gezeigt und die Unbedenklichkeit nicht nachgewiesen (siehe

Abschnitt 5.1). Da Anastrozol die Östradiol-Plasmaspiegel senkt, darf Anastrozol Heumann

Mädchen

Wachstumshormonmangel

nicht

zusätzlich

einer

Wachstumshormonbehandlung

angewendet

werden.

sind

keine

Langzeitdaten

Unbedenklichkeit bei Kindern und bei Jugendlichen verfügbar.

Lactose-Überempfindlichkeit

Dieses Arzneimittel enthält Lactose. Patientinnen mit der seltenen hereditären Galactose-

Intoleranz, Lactasemangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel

nicht einnehmen.

Eine Filmtablette enthält zwischen 0,084 und 0,126 mg Natrium. Dies ist bei Patientinnen zu

berücksichtigen, die eine natriumarme Diät einhalten müssen.

Anwendung

Anastrozol

Heumann

kann

Dopingkontrollen

positiven

Ergebnissen führen.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Anastrozol inhibiert in vitro CYP1A2, 2C8/9 und 3A4. Klinische Studien mit Phenazon und

Warfarin haben gezeigt, dass Anastrozol in einer Dosierung von 1 mg den Metabolismus von

Phenazon und R-und S-Warfarin nicht signifikant inhibiert. Das deutet darauf hin, dass durch

CYP-Enzyme vermittelte, klinisch relevante Arzneimittelwechselwirkungen bei gleichzeitiger

Anwendung von Anastrozol Heumann mit anderen Arzneimitteln unwahrscheinlich sind.

Die Enzyme, die am Metabolismus von Anastrozol beteiligt sind, wurden nicht identifiziert.

Cimetidin,

schwacher,

unspezifischer

Inhibitor

CYP-Enzyme,

beeinflusste

Plasmakonzentrationen von Anastrozol nicht. Der Einfluss von potenten CYP-Inhibitoren ist

nicht bekannt.

Eine Durchsicht der Sicherheitsdatenbank für klinische Studien ergab keine Hinweise auf eine

klinisch signifikante Wechselwirkung bei mit Anastrozol behandelten Patienten, die auch

andere üblicherweise verordnete Arzneimittel erhielten. Es gab keine klinisch signifikanten

Wechselwirkungen mit Bisphosphonaten (siehe Abschnitt 5.1).

de-spc-anastf1Htrackb9.doc

gleichzeitige

Anwendung

Tamoxifen

oder

Östrogen-haltigen

Arzneimitteln

Anastrozol Heumann sollte vermieden werden, da dies die pharmakologische Wirkung von

Anastrozol Heumann verringern kann (siehe Abschnitt 4.4 und 5.1).

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Bisher liegen keine Erfahrungen mit der Anwendung von Anastrozol bei Schwangeren vor.

Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3).

Anastrozol ist während der Schwangerschaft kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Stillzeit

Bisher liegen keine Erfahrungen mit der Anwendung von Anastrozol während der Stillzeit vor.

Anastrozol ist während der Stillzeit kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Fertilität

Die Auswirkungen von Anastrozol auf die menschliche Fertilität wurden nicht untersucht.

Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3).

4.7

Auswirkungen

auf

die

Verkehrstüchtigkeit

und

die

Fähigkeit

zum

Bedienen

von

Maschinen

Anastrozol Heumann hat keinen oder vernachlässigbaren Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit

Fähigkeit

Bedienen

Maschinen.

Allerdings

wurde

über

Asthenie

Somnolenz bei Anwendung von Anastrozol Heumann berichtet, und solange diese Symptome

anhalten sollte das Führen eines Fahrzeugs oder das Bedienen von Maschinen mit Vorsicht

erfolgen.

4.8

Nebenwirkungen

Die nachfolgende Tabelle zeigt Nebenwirkungen auf, die in klinischen Studien, in Studien

nach

Markteinführung oder als Spontanberichte auftraten. Soweit nicht anders angegeben,

wurden die

Häufigkeiten berechnet anhand der berichteten Nebenwirkungen im Rahmen

einer

großen

Phase-III

Studie,

durchgeführt

9.366

postmenopausalen

Frauen

operablem

Brustkrebs,

über

Jahre

adjuvant

behandelt

wurden

(die

Arimidex,

Tamoxifen, Alone or in Combination [ATAC]-Studie).

nachstehend

aufgelisteten

Nebenwirkungen

wurden

nach

Häufigkeit

Systemorganklasse (SOC) angeordnet. Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen

werden folgende Kategorien zugrunde gelegt: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100 bis 1/10),

gelegentlich (≥ 1/1.000 bis 1/100), selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000), sehr selten (< 1/10.000).

Nebenwirkungen,

häufigsten

berichtet

wurden,

waren

Kopfschmerzen,

Hitzewallungen, Übelkeit, Hautausschlag, Gelenkschmerzen/-steifheit, Arthritis und Asthenie.

Tabelle 1: Nebenwirkungen nach Systemorganklasse und Häufigkeit

Nebenwirkungen nach SOC und Häufigkeit

Stoffwechsel- und

Ernährungsstörungen

Häufig

Anorexie

Hypercholesterinämie

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr häufig

Kopfschmerzen

Häufig

Somnolenz

Karpaltunnelsyndrom*

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Gefäßerkrankungen

Sehr häufig

Hitzewallungen

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig

Übelkeit

Häufig

Durchfall

Erbrechen

Leber- und Gallenerkrankungen

Häufig

Erhöhung der alkalischen

Phosphatase, Alaninaminotransferase

und Aspartataminotransferase

Gelegentlich

Erhöhte Werte von Gamma-GT und

Bilirubin

Hepatitis

Erkrankungen der Haut und des

Unterhautzellgewebes

Sehr häufig

Hautausschlag

Häufig

Haarausfall (Alopezie)

Allergische Reaktionen

Gelegentlich

Urtikaria

Selten

Erythema multiforme

Anaphylaktische Reaktion

Kutane Vaskulitis (einschließlich

einiger Berichte von Purpura

Schoenlein-Henoch)**

Sehr selten

Stevens-Johnson-Syndrom

Angioödem

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs

und Knochenerkrankungen

Sehr häufig

Gelenkschmerzen/-steifheit

Arthritis

Osteoporose

Häufig

Knochenschmerzen

Gelegentlich

Schnellender Finger

Erkrankungen der

Geschlechtsorgane und der

Brustdrüse

Häufig

Trockene Scheide

Vaginalblutungen ***

Allgemeine Erkrankungen und

Beschwerden am

Verabreichungsort

Sehr häufig

Asthenie

* In klinischen Studien wurde bei Patientinnen, die mit Anastrozol behandelt wurden, eine

größere Anzahl von Fällen eines Karpaltunnelsyndroms beobachtet als bei Patientinnen, die

mit Tamoxifen behandelt wurden. Die Mehrzahl dieser Fälle trat jedoch bei Patientinnen auf,

die identifizierbare Risikofaktoren für die Entstehung dieser Erkrankung aufwiesen.

** Da kutane Vaskulitis und Purpura Schoenlein-Henoch im Rahmen der ATAC-Studie nicht

beobachtet wurden, kann die Häufigkeitskategorie für diese Ereignisse als „selten“ betrachtet

werden (≥ 0,01 % und < 0,1 %), basierend auf dem schlechtesten Wert der Punktschätzung.

Häufig

wurde

Vaginalblutungen

berichtet,

allem

Patientinnen

fortgeschrittenem Brustkrebs in den ersten Wochen nach Umstellung von einer bestehenden

Hormontherapie auf Anastrozol. Wenn die Blutungen anhalten, sollte eine weitere Abklärung

erwogen werden.

Die folgende Tabelle zeigt die Häufigkeiten von vorher spezifizierten unerwünschten

Ereignissen, die nach einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 68 Monaten im Rahmen

der ATAC-Studie auftraten, unabhängig davon, ob ein Kausalzusammenhang bestand. Die

de-spc-anastf1Htrackb9.doc

unerwünschten Ereignisse wurden bei Patientinnen während und bis zu 14 Tagen nach

Beendigung der Studientherapie beobachtet.

Tabelle 2: Vorher spezifizierte unerwünschte Ereignisse im Rahmen der ATAC-Studie

Unerwünschte Ereignisse

Anastrozol (N=3.092)

Tamoxifen (N=3.094)

Hitzewallungen

1.104 (35,7 %)

1.264 (40,9 %)

Gelenkschmerzen/-steifheit

1.100 (35,6 %)

911 (29,4 %)

Stimmungsschwankungen

597 (19,3 %)

554 (17,9 %)

Müdigkeit/Asthenie

575 (18,6 %)

544 (17,6 %)

Übelkeit und Erbrechen

393 (12,7 %)

384 (12,4 %)

Knochenbrüche

315 (10,2 %)

209 (6,8 %)

Knochenbrüche der Wirbelsäule, Hüfte oder

Handgelenk-/Colles-Frakturen

133 (4,3 %)

91 (2,9 %)

Handgelenk-/Colles-Frakturen

67 (2,2 %)

50 (1,6 %)

Knochenbrüche der Wirbelsäule

43 (1,4 %)

22 (0,7 %)

Knochenbrüche der Hüfte

28 (0,9 %)

26 (0,8 %)

Katarakte

182 (5,9 %)

213 (6,9 %)

Vaginalblutungen

167 (5,4 %)

317 (10,2 %)

Ischämische kardiovaskuläre Erkrankungen

127 (4,1 %)

104 (3,4 %)

Angina pectoris

71 (2,3 %)

51 (1,6 %)

Myokardinfarkt

37 (1,2 %)

34 (1,1 %)

Koronare Herzkrankheit

25 (0,8 %)

23 (0,7 %)

Ischämie im Bereich des Myokards

22 (0,7 %)

14 (0,5 %)

Fluor vaginalis

109 (3,5 %)

408 (13,2 %)

Venöse Thromboembolien (gesamt)

87 (2,8 %)

140 (4,5 %)

Tiefe Venenthrombosen einschließlich PE

(pulmonale Embolie)

48 (1,6 %)

74 (2,4 %)

Ischämische zerebrovaskuläre Ereignisse

62 (2,0 %)

88 (2,8 %)

Endometriumkarzinome

4 (0,2 %)

13 (0,6 %)

Bei einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 68 Monaten wurde eine Frakturrate in der

Anastrozol-Gruppe von 22 pro 1.000 Patientenjahre bzw. in der Tamoxifen-Gruppe von 15

1.000

Patientenjahre

beobachtet.

für

Anastrozol

beobachtete

Frakturrate

ähnlich dem Referenzbereich, der bei der postmenopausalen Bevölkerung derselben

Altersgruppe beobachtet wurde. Die Inzidenz für das Auftreten einer Osteoporose betrug

10,5 % bei Patientinnen, die mit Anastrozol behandelt wurden und 7,3 % bei Patientinnen,

die mit Tamoxifen behandelt wurden.

Es wurde nicht festgestellt, ob die im Rahmen der ATAC-Studie bei den mit Anastrozol

behandelten

Patientinnen

beobachtete

Fraktur-

Osteoporoserate

eine

protektive

Wirkung

Tamoxifen,

eine

spezifische

Wirkung

Anastrozol

oder

beides

widerspiegelt.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer

Wichtigkeit.

ermöglicht

eine

kontinuierliche

Überwachung

Nutzen-Risiko-

Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert,

jeden

Verdachtsfall

einer

Nebenwirkung

Bundesinstitut

für

Arzneimittel

de-spc-anastf1Htrackb9.doc

Medizinprodukte,

Abt.

Pharmakovigilanz,

Kurt-Georg-Kiesinger

Allee

53175

Bonn,

Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Bisher liegen nur begrenzte klinische Erfahrungen mit versehentlicher Überdosierung vor. In

Tierversuchen erwies sich die akute Toxizität von Anastrozol als gering.

klinischen

Studien

Anastrozol

verschiedenen

Dosierungen

erhielten

gesunden

männlichen Probanden Einzeldosen von bis zu 60 mg, und postmenopausalen Frauen mit

fortgeschrittenem Brustkrebs von bis zu 10 mg täglich; diese Dosierungen wurden gut

vertragen. Eine Einzeldosis Anastrozol, die lebensbedrohliche Symptome zur Folge hat,

wurde nicht ermittelt. Es gibt kein spezifisches Antidot bei Überdosierung, und die Behandlung

muss symptomatisch erfolgen.

Bei der Behandlung einer Überdosierung muss die Möglichkeit in Betracht gezogen werden,

dass mehrere Arzneimittel eingenommen wurden. Wenn die Patientin bei Bewusstsein ist,

sollte Erbrechen ausgelöst werden. Da Anastrozol keine hohe Proteinbindung besitzt, kann

eine

Dialyse

Nutzen

sein.

Allgemein

unterstützende

Maßnahmen,

darunter

häufige

Kontrolle der Vitalfunktionen und eine enge Überwachung der Patientin sind angezeigt.

5.

Pharmakologische Eigenschaften

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe:

Enzyminhibitoren

ATC-Code: L02B G03

Wirkmechanismus und pharmakodynamische Wirkungen

Anastrozol Heumann ist ein potenter, hoch selektiver nicht steroidaler Aromatasehemmer. Bei

postmenopausalen Frauen wird Östradiol hauptsächlich im peripheren Gewebe durch einen

Aromatase-Enzymkomplex

Umwandlung

Androstendion

Östron

gebildet.

Anschließend wird Östron in Östradiol umgewandelt. Bei Frauen mit Brustkrebs ist der Nutzen

einer Verringerung von zirkulierendem Östradiol im Plasma erwiesen.

Mit Hilfe einer hoch empfindlichen Methode wurde nachgewiesen, dass die tägliche Gabe von

1 mg Anastrozol Heumann den Östradiol-Spiegel bei postmenopausalen Frauen um mehr als

80 % senkt.

Anastrozol Heumann besitzt keine gestagene, androgene oder östrogene Wirkung.

Messungen

nach

einem

Standardbelastungstest

Nachweis

Adrenokortikotropin (ACTH-Belastungstest) zeigen, dass Dosen von bis zu 10 mg Anastrozol

Heumann pro Tag keinerlei Einfluss auf die Sekretion von Cortisol und Aldosteron haben.

Eine Kortikoid-Substitution ist daher nicht erforderlich.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

Fortgeschrittener Brustkrebs

Erstlinientherapie bei postmenopausalen Frauen mit fortgeschrittenem Brustkrebs

Um die Wirksamkeit von Anastrozol verglichen mit Tamoxifen als Erstlinientherapie gegen

hormonrezeptor-positiven

oder

hormonrezeptor-unbekannten,

lokal

fortgeschrittenen

oder

metastasierten

Brustkrebs

postmenopausalen

Frauen

untersuchen,

wurden

zwei

doppelblinde, kontrollierte Studien mit gleichem Design (Studie 1033IL/0030 und Studie

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1033IL/0027) durchgeführt. Insgesamt wurden 1.021 Patientinnen randomisiert, die einmal

täglich

1 mg Anastrozol

oder

einmal täglich

mg Tamoxifen erhielten.

primären

Endpunkte für beide Studien waren Zeit bis zur Tumorprogression, objektive Ansprechrate des

Tumors und Unbedenklichkeit.

Hinsichtlich der primären Endpunkte zeigte Studie 1033IL/0030, dass Anastrozol in Bezug auf

Tumorprogression einen statistisch signifikanten Vorteil gegenüber Tamoxifen hatte (Hazard

Ratio (HR) 1,42, 95% Konfidenzintervall (KI) [1,11, 1,82], mittlere Zeit bis zur Progression 11,1

und 5,6 Monate für Anastrozol bzw. Tamoxifen, p=0,006); objektive Ansprechraten des

Tumors waren bei Anastrozol und Tamoxifen gleich. Die Studie 1033 IL/0027 zeigte, dass sich

Anastrozol

Tamoxifen

Bezug

Ansprechraten

Tumors

Zeit

Tumorprogression gleich verhielten. Die Ergebnisse der sekundären Endpunkte unterstützten

die Ergebnisse der primären Wirksamkeitsendpunkte. Innerhalb aller Behandlungsgruppen

beider Studien traten zu wenige Todesfälle auf, um Schlussfolgerungen zu Unterschieden

bezüglich des Gesamtüberlebens zu ziehen.

Zweitlinientherapie bei postmenopausalen Frauen mit fortgeschrittenem Brustkrebs

In zwei kontrollierten klinischen Studien (Studie 0004 und Studie 0005) wurde Anastrozol an

postmenopausalen

Frauen

fortgeschrittenem

Brustkrebs

untersucht,

denen

eine

Krankheitsprogression

nach

einer

Behandlung

Tamoxifen

gegen

entweder

fortgeschrittenen

oder

frühen

Brustkrebs

auftrat.

Insgesamt

wurden

Patientinnen

randomisiert, die entweder eine Tageseinzeldosis von 1 mg bzw. 10 mg Anastrozol oder 40

mg Megestrolacetat 4-mal täglich erhielten. Primäre Wirksamkeitsvariablen waren Zeit bis zur

Progression und objektive Ansprechraten. Die Rate der verlängerten (mehr als 24 Wochen)

Stabilität der Erkrankung, die Progressionsrate und die Überlebenszeit wurden ebenfalls

berechnet. Beide Studien ergaben hinsichtlich aller Wirksamkeitsparameter keine signifikanten

Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen.

Adjuvante Behandlung des frühen invasiven Brustkrebses bei Patientinnen mit positivem

Hormonrezeptorstatus

In einer großen klinischen Phase-III-Studie mit 9.366 postmenopausalen Patientinnen mit

operablem Brustkrebs, die über 5 Jahre behandelt worden waren (siehe unten), zeigte sich

Anastrozol gegenüber Tamoxifen in Bezug auf das krankheitsfreie Überleben statistisch

überlegen. Ein größerer Nutzen von Anastrozol im Vergleich zu Tamoxifen bezüglich des

krankheitsfreien Überlebens wurde für eine prospektiv definierte Population mit positivem

Hormonrezeptorstatus beobachtet.

Tabelle 3: Zusammenfassung der Endpunkte der ATAC-Studie: Abschlussanalyse nach

5 Behandlungsjahren

Studien-endpunkte bzgl. der

Wirksamkeit

Anzahl der Ereignisse (Häufigkeit)

Intention-to-Treat-Population

Hormonrezeptor-positiver

Tumorstatus

Anastrozol

(N=3125)

Tamoxifen

(N=3116)

Anastrozol

(N=2618)

Tamoxifen

(N=2598)

Krankheitsfreies

Überleben a)

575 (18,4)

651 (20,9)

424 (16,2)

497 (19,1)

Hazard Ratio

0,87

0,83

Zweiseitiges 95%-

KonfidenzintervalI

0,78 – 0,97

0,73 – 0,94

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p-Wert

0,0127

0,0049

Fernmetastasenfreies

Überleben b)

500 (16,0)

530 (17,0)

370 (14,1)

394 (15,2)

Hazard Ratio

0,94

0,93

Zweiseitiges 95%-

KonfidenzintervalI

0,83 – 1,06

0,80 – 1,07

p-Wert

0,2850

0,2838

Zeit bis zum

Wiederauftreten der

Erkrankung c)

402 (12,9)

498 (16,0)

282 (10,8)

370 (14,2)

Hazard Ratio

0,79

0,74

Zweiseitiges 95%-

KonfidenzintervalI

0,70 – 0,90

0,64 – 0,87

p-Wert

0,0005

0,0002

Zeit bis zum Auftreten von

Fernmetastasen d)

324 (10,4)

375 (12,0)

226 (8,6)

265 (10,2)

Hazard Ratio

0,86

0,84

Zweiseitiges 95%-

KonfidenzintervalI

0,74 – 0,99

0,70 – 1,00

p-Wert

0,0427

0,0559

Auftreten eines

Primärtumors in der

kontralateralen Brust

35 (1,1)

59 (1,9)

26 (1,0)

54 (2,1)

Odds Ratio

0,59

0,47

Zweiseitiges 95%-

KonfidenzintervalI

0,39 – 0,89

0,30 – 0,76

p-Wert

0,0131

0,0018

Gesamtüberlebenszeit e)

411 (13,2)

420 (13,5)

296 (11,3)

301 (11,6)

Hazard Ratio

0,97

0,97

Zweiseitiges 95%-

KonfidenzintervalI

0,85 –1,12

0,83 –1,14

p-Wert

0,7142

0,7339

Krankheitsfreies Überleben umfasst alle Rezidive und ist definiert als die Zeit bis zum ersten

Wiederauftreten

lokaler

Rezidive,

erstmaligen

Auftreten

eines

kontralateralen

Brustkrebses, bis zum Auftreten von Fernmetastasen oder bis zum Tod (unabhängig von der

Ursache).

Fernmetastasenfreies Überleben ist

definiert als die Zeit bis

zum ersten Auftreten von

Fernmetastasen oder bis zum Tod (unabhängig von der Ursache).

Die Zeit bis zum Wiederauftreten der Erkrankung ist definiert als die Zeit bis zum ersten

Wiederauftreten

lokaler

Rezidive,

erstmaligen

Auftreten

eines

kontralateralen

Brustkrebses, bis zum Auftreten von Fernmetastasen oder bis zum Tod durch Brustkrebs.

Die Zeit bis zum Auftreten von Fernmetastasen ist definiert als die Zeit bis zum ersten

Auftreten von Fernmetastasen oder bis zum Tod durch Brustkrebs.

Anzahl (%) der verstorbenen Patientinnen.

Die Kombinationsbehandlung mit Anastrozol und Tamoxifen verglichen mit Tamoxifen allein

zeigte

allen

Patientinnen,

ebenso

Population

positivem

Hormonrezeptorstatus, hinsichtlich Wirksamkeit keine Vorteile. Dieser Behandlungsarm der

Studie wurde geschlossen.

Ein Langzeitvergleich im Rahmen einer aktualisierten Nachbeobachtungszeit von im Mittel 10

Jahren zeigte, dass die Behandlungsergebnisse von Anastrozol verglichen mit Tamoxifen mit

vorhergehenden Analysen übereinstimmten.

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Adjuvante

Behandlung

frühen

invasiven

Brustkrebses

Patientinnen

hormonrezeptor-positivem Tumorstatus, die mit Tamoxifen adjuvant behandelt wurden

Eine Phase-III-Studie (Austrian Breast and Colorectal Cancer Study Group [ABCSG] 8) an

2.579 postmenopausalen Patientinnen mit hormonrezeptor-positivem, frühem Brustkrebs, die

einer Operation mit oder ohne Radiotherapie, aber keiner Chemotherapie unterzogen wurden

(siehe unten), ergab, dass nach einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 24 Monaten der

Wechsel

Anastrozol

nach

Jahren

adjuvanter

Behandlung

Tamoxifen

Weiterbehandlung mit Tamoxifen statistisch überlegen war.

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Tabelle 4: Zusammenfassung der Endpunkte und Ergebnisse der ABCSG8-Studie

Studienendpunkte

bzgl.

Wirksamkeit

Anzahl der Ereignisse (Häufigkeit)

Anastrozol

(N=1297)

Tamoxifen

(N=1282)

Krankheitsfreies Überleben

65 (5,0)

93 (7,3)

Hazard Ratio

0,67

Zweiseitiges 95%-

KonfidenzintervalI

0,49 - 0,92

p-Wert

0,014

Zeit bis zu jedem Rezidiv

36 (2,8)

66 (5,1)

Hazard Ratio

0,53

Zweiseitiges 95%-

KonfidenzintervalI

0,35 - 0,79

p-Wert

0,002

Zeit bis zum Auftreten von

Fernmetastasen

22 (1,7)

41(3,2)

Hazard Ratio

0,52

Zweiseitiges 95%-

KonfidenzintervalI

0,31 - 0,88

p-Wert

0,015

Primärtumor in der

kontralateralen Brust

7 (0,5)

15 (1,2)

Odds Ratio

0,46

Zweiseitiges 95%-

KonfidenzintervalI

0,19 - 1,13

p-Wert

0,090

Gesamtüberleben

43(3,3)

45 (3,5)

Hazard Ratio

0,96

Zweiseitiges 95%-

KonfidenzintervalI

0,63 - 1,46

p-Wert

0,840

Zwei weitere ähnliche Studien (GABG/ARNO 95 und ITA), von denenin einer dieser Studie die

Patientinnen

einer

Operation

einer

Chemotherapie

unterzogen

wurden,

sowie

eine

kombinierte

Analyse

Studien

ABCSG

GABG/ARNO

unterstützen

diese

Ergebnisse.

Das Sicherheitsprofil von Anastrozol in diesen 3 Studien war übereinstimmend mit dem

etablierten

Sicherheitsprofil

postmenopausalen

Patientinnen

hormonrezeptor-

positivem, frühen Brustkrebs.

Knochendichte (Bone mineral density, BMD)

In der Phase-III/IV-Studie (Study of Anastrozole with the Bisphosphonate Risedronate

[SABRE]) wurden 234 postmenopausale Frauen mit hormonrezeptor-positivem, frühem

Brustkrebs,

für

eine

Behandlung

Anastrozol/Tag

vorgesehen

waren,

entsprechend ihrem Frakturrisiko in drei Gruppen mit jeweils niedrigem, mittlerem und

hohem

Risiko

stratifiziert.

primäre

Wirksamkeitsparameter

Analyse

Knochendichte

Lendenwirbelsäule

Hilfe

DEXA-Scans.

Alle

Patientinnen

erhielten eine Therapie mit Vitamin D und Calcium. Die Patientinnen in der Gruppe mit

niedrigem

Risiko

erhielten

ausschließlich

Anastrozol

(N=42).

Patientinnen

Gruppe mit mittlerem Risiko wurden randomisiert und erhielten entweder Anastrozol plus

Risedronat 35 mg einmal wöchentlich (N=77) oder Anastrozol plus Placebo (N=77). Die

Patientinnen in der Gruppe mit hohem Risiko erhielten Anastrozol plus Risedronat 35 mg

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einmal wöchentlich (N=38). Der primäre Endpunkt war die Abweichung vom Ausgangswert

der Knochendichte in der Lendenwirbelsäule nach 12 Monaten.

Die Hauptanalyse nach 12 Monaten hat gezeigt, dass es bei den Patientinnen, bei denen

bereits ein mittleres bis hohes Frakturrisiko bestand, nicht zu einer Verringerung der

Knochendichte kam, wenn die Patientinnen mit Anastrozol 1 mg/Tag in Kombination mit

Risedronat

einmal

wöchentlich

behandelt

wurden

(ermittelt

anhand

Knochendichte der Lendenwirbelsäule mit Hilfe von DEXAScans). Darüber hinaus wurde in

Anastrozol

mg/Tag

allein

behandelten

Gruppe

geringem

Risiko

eine

statistisch nicht signifikante Abnahme der BMD beobachtet. Diese Befunde spiegelten sich

wider in der sekundären Wirksamkeitsvariablen, der Veränderung der gesamten BMD der

Hüfte nach 12 Monaten zum Ausgangswert.

Diese

Studie

belegt,

dass

postmenopausalen

Frauen

Brustkrebs

frühem

Stadium, die mit Anastrozol behandelt werden sollen, der Einsatz von Bisphosphonaten in

Erwägung

gezogen

werden

könnte,

einem

möglichen

Knochendichteverlust

entgegenzuwirken.

Kinder und Jugendliche

Anastrozol

nicht

für

Anwendung

Kindern

Jugendlichen

indiziert.

Wirksamkeit

wurde

untersuchten

pädiatrischen

Patientengruppen

nicht

nachgewiesen (siehe unten). Die Anzahl der behandelten Kinder war zu gering, um

zuverlässige

Rückschlüsse

Unbedenklichkeit

ziehen.

Über

potenzielle

Langzeiteffekte einer Anastrozol-Behandlung bei Kindern und Jugendlichen sind keine

Daten verfügbar (siehe auch Abschnitt 5.3).

Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat die Verpflichtung aufgehoben, die Ergebnisse

von Studien mit Anastrozol bei einer oder mehreren Untergruppen der pädiatrischen

Patientengruppe mit Kleinwuchs aufgrund von Mangel an Wachstumshormon (growth

hormone deficiency, GHD), Testotoxikose, Gynäkomastie und McCune-Albright-Syndrom

einzureichen (siehe Abschnitt 4.2).

Kleinwuchs aufgrund von Wachstumshormonmangel

Eine

randomisierte,

doppelblinde,

multizentrische

Studie

evaluierte

pubertierende

Jungen (im Alter von 11 bis einschließlich 16 Jahren) mit GHD, die über 12 bis 36 Monate

mit Anastrozol 1 mg/Tag oder Placebo in Kombination mit Wachstumshormon behandelt

wurden. Nur 14 Teilnehmer unter Anastrozol schlossen 36 Monate ab.

Es wurde kein statistisch signifikanter Unterschied zu Placebo bei den auf Wachstum

bezogenen Parametern voraussichtliche adulte Körpergröße, Körpergröße, SDS (standard

deviation score) der Körpergröße und Wachstumsgeschwindigkeit beobachtet. Daten zur

endgültig erreichten Größe waren nicht verfügbar. Für zuverlässige Rückschlüsse auf die

Unbedenklichkeit war die Anzahl der behandelten Kinder zu gering, jedoch traten im

Vergleich zu Placebo in der mit Anastrozol behandelten Gruppe eine erhöhte Frakturrate

und ein Trend zu verminderter Knochenmineraldichte auf.

Testotoxikose

Eine

offene,

nicht

vergleichende,

multizentrische

Studie

untersuchte

männliche

Patienten (im Alter von 2 bis 9 Jahren) mit familiärer männlich-limitierter Pubertas praecox,

auch als Testotoxikose bekannt, die mit einer Kombination von Anastrozol und Bicalutamid

behandelt

wurden.

primäre

Ziel

Bewertung

Wirksamkeit

de-spc-anastf1Htrackb9.doc

Unbedenklichkeit

dieser

Kombinationsbehandlung

über

Monate.

Dreizehn

teilnehmenden

Patienten

schlossen

Monate

Kombinationsbehandlung

(ein

Patient fiel aus der Nachbeobachtung heraus). Nach 12 Behandlungsmonaten gab es

keinen signifikanten Unterschied in der Wachstumsrate bezogen auf die Wachstumsrate

während der 6 Monate vor dem Eintritt in die Studie.

Gynäkomastie-Studien

Studie

0006

eine

randomisierte,

doppelblinde,

multizentrische

Studie

pubertierenden Jungen (im Alter von 11 bis einschließlich 18 Jahren) mit einer seit mehr

als 12 Monaten bestehenden Gynäkomastie, die bis zu 6 Monate lang mit Anastrozol 1

mg/Tag oder Placebo behandelt wurden.

Zwischen der mit Anastrozol 1 mg behandelten Gruppe und der Placebo-Gruppe zeigte

sich kein signifikanter Unterschied in der Anzahl an Patienten, bei denen es nach 6

Monaten Behandlung zu einer Reduktion des gesamten Brustvolumens um 50 % oder

mehr gekommen war.

Studie

0001

eine

offene

pharmakokinetische

Studie

Mehrfachdosierung

Anastrozol 1 mg/Tag bei 36 pubertierende Jungen mit Gynäkomastie, die seit weniger als

12 Monaten bestand. Die Sekundärziele waren die Ermittlung des Anteils der Patienten mit

einer

Verringerung

beiden

Brüsten

gemeinsam

berechneten

Gynäkomastievolumens um mindestens 50 % gegenüber dem Ausgangswert am Tag 1

nach

Monaten

unter

Studientherapie,

sowie

Verträglichkeit

Unbedenklichkeit. Nach 6 Monaten wurde eine Abnahme des gesamten Brustvolumens um

50 % oder mehr bei 56 % (20/36) dieser Jungen festgestellt.

McCune-Albright-Syndrom-Studie

Studie 0046 war eine internationale, multizentrische, offene exploratorische Studie mit

Anastrozol bei 28 Mädchen (im Alter von 2 bis ≤ 10 Jahren) mit McCune-Albright-Syndrom

(MAS). Das Primärziel war die Bewertung der Unbedenklichkeit und Wirksamkeit von

Anastrozol 1 mg/Tag bei Patienten mit MAS. Die Wirksamkeit der Studienmedikation

wurde gemessen an dem Anteil der Patientinnen, die die festgelegten Kriterien hinsichtlich

Vaginalblutungen, Knochenalter und Wachstumsgeschwindigkeit erfüllten. Es wurde keine

statistisch signifikante Veränderung der Anzahl der Tage mit Vaginalblutungen unter

Therapie

beobachtet.

keine

klinisch

signifikanten

Veränderungen

Tannerstadien, dem mittleren Ovarialvolumen oder

dem mittleren Uterusvolumen. Es

wurde

keine

statistisch

signifikante

Veränderung

hinsichtlich

Zunahme

Knochenalters unter Therapie im Vergleich zum Ausgangswert beobachtet. Bezogen auf

die Zeit vor der Therapie war die Wachstumsgeschwindigkeit (in cm/Jahr) signifikant

vermindert (p< 0,05), sowohl für den Zeitraum von Monat 0 bis Monat 12 als auch für den

Zeitraum der zweiten 6-Monats-Periode (von Monat 7 bis Monat 12).

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Anastrozol

geschieht

schnell

maximale

Plasmakonzentrationen

werden üblicherweise innerhalb von 2 Stunden (bei Nüchterneinnahme) erzielt. Nahrung führt

zu einer geringfügigen Verzögerung der Resorptionsrate, beeinflusst jedoch nicht

deren

Ausmaß. Diese geringfügige Verzögerung der Resorptionsrate lässt bei einmal täglicher

Einnahme von Anastrozol Heumann Tabletten keinen klinisch bedeutsamen Einfluss auf die

Anastrozol-Plasmakonzentration im Steady-state erwarten. Nach 7 Tagesdosen werden ca.

Anastrozol-Plasmakonzentration

Steady-state

erreicht

de-spc-anastf1Htrackb9.doc

Akkumulation ist 3- bis 4-fach. Es gibt keine Hinweise auf eine Zeit- oder Dosisabhängigkeit

der pharmakokinetischen Parameter von Anastrozol.

Die Pharmakokinetik von Anastrozol bei postmenopausalen Frauen ist unabhängig vom Alter.

Die Plasmaproteinbindung von Anastrozol beträgt nur 40 %.

Anastrozol wird langsam eliminiert, wobei die Plasmaeliminationshalbwertszeit 40 bis 50

Stunden beträgt. Anastrozol wird bei postmenopausalen Frauen extensiv metabolisiert, so

dass weniger als 10 % der Dosis innerhalb von 72 Stunden unverändert mit dem Urin

ausgeschieden werden. Die Metabolisierung von Anastrozol erfolgt durch N-Desalkylierung,

Hydroxylierung und Glukuronidierung. Die Metaboliten werden überwiegend mit dem Urin

ausgeschieden. Triazol, der Hauptmetabolit im Plasma, hemmt die Aromatase nicht.

Eingeschränkte Nieren- oder Leberfunktion

Bei Probanden mit stabiler Leberzirrhose war die apparente Clearance (CL/F) von Anastrozol

nach oraler Anwendung ungefähr 30 % niedriger als in einer entsprechenden Kontrollgruppe

(Studie

1033IL/0014).

Plasmakonzentrationen

Anastrozol

Probanden

Leberzirrhose lagen jedoch im Bereich von Konzentrationen, die bei gesunden Probanden in

anderen Studien beobachtet wurden. Die Plasmakonzentrationen von Anastrozol, die bei

Patientinnen mit Leberfunktionsstörung im Rahmen von Langzeitstudien zur Wirksamkeit

gemessen

wurden,

lagen

Bereich

Anastrozol-Plasmakonzentrationen,

Patientinnen ohne Leberfunktionsstörung beobachtet wurden.

Probanden

schwerer

Nierenfunktionsstörung

(GFR

<

ml/min)

Studie

1033IL/0018

apparente

Clearance

(CL/F)

Anastrozol

nach

oraler

Anwendung

unverändert. Dies stimmt mit der Tatsache überein, dass Anastrozol hauptsächlich durch

Metabolismus eliminiert wird. Die Plasmakonzentrationen von Anastrozol, die bei Patientinnen

Nierenfunktionsstörung

Rahmen

Langzeitstudien

Wirksamkeit

gemessen

wurden, lagen im Bereich der Anastrozol-Plasmakonzentrationen, die bei Patientinnen ohne

Nierenfunktionsstörung

beobachtet

wurden.

Patientinnen

schwerer

Nierenfunktionsstörung sollte Anastrozol Heumann mit Vorsicht angewendet werden (siehe

Abschnitt 4.2 und 4.4).

Kinder und Jugendliche

Jungen

pubertärer

Gynäkomastie

(10-17

Jahre)

wurde

Anastrozol

schnell

resorbiert, war in hohem Maße systemisch verfügbar und wurde langsam eliminiert, wobei

die Halbwertzeit ca. 2 Tage betrug. Die Clearance von Anastrozol war bei Mädchen (3-10

Jahre) geringer als bei den älteren Jungen und die Exposition war höher. Anastrozol war

Mädchen

ebenfalls

hohem

Maße

systemisch

verfügbar

wurde

langsam

eliminiert.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Nicht

klinische

Daten,

konventionellen

pharmakologischen

Studien

Unbedenklichkeit, zur Toxizität bei wiederholten Dosen, zur Genotoxizität, zu karzinogenem

Potenzial und zur Reproduktionstoxizität bei der angezeigten Population basieren, zeigen kein

besonderes Risiko für den Menschen.

Akute Toxizität

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In tierexperimentellen Studien wurde Toxizität nur in hohen Dosierungen beobachtet. In

Studien zur akuten Toxizität bei Nagetieren betrug die mittlere letale Anastrozol-Dosis bei

oraler Gabe mehr als 100 mg/kg/Tag und bei intraperitonealer Gabe mehr als 50 mg/kg/Tag.

In einer Studie zur akuten Toxizität bei Hunden betrug die mittlere letale Dosis bei oraler Gabe

mehr als 45 mg/kg/Tag.

Chronische Toxizität

In tierexperimentellen Studien wurde Toxizität nur in hohen Dosierungen beobachtet.

Toxizitätsstudien bei wiederholter Gabe wurden an Ratten und Hunden durchgeführt. Im

Rahmen der Toxizitätsstudien wurde kein No-effect level (Dosierung ohne Wirkung) für

Anastrozol ermittelt, jedoch waren die bei den niedrigen (1 mg/kg/Tag) und mittleren Dosen (3

mg/kg/Tag bei Hunden bzw. 5 mg/kg/Tag bei Ratten) beobachteten Wirkungen entweder auf

die pharmakologischen oder auf die enzyminduzierenden Eigenschaften

von Anastrozol

zurückzuführen

gingen

nicht

signifikanten

toxischen

oder

degenerativen

Veränderungen einher.

Mutagenität

Genotoxizitätsstudien zeigen, dass Anastrozol kein mutagenes oder klastogenes Potenzial

besitzt.

Reproduktionstoxizität

In einer Fertilitätsstudie erhielten frisch entwöhnte männliche Ratten oral über ihr Trinkwasser

Dosen

oder

mg/l

Anastrozol

über

Wochen.

ermittelten

mittleren

Plasmakonzentrationen

betrugen

44,4

14,7)

ng/ml

bzw.

ng/ml.

Paarungsverhalten war in beiden Dosierungsgruppen nachteilig beeinflusst, während eine

Reduktion der Fertilität nur auf der 400-mg/l-Dosierungsebene offensichtlich wurde. Die

Reduktion war vorübergehend, da alle Paarungs- und Fertilitäts-Parameter nach einer 9-

wöchigen behandlungsfreien Erholungsperiode ähnlich den Werten in der Kontrollgruppe

waren.

Die orale Gabe von Anastrozol an weiblichen Ratten führte bei einer Dosierung von 1

mg/kg/Tag

einem

hohen

Auftreten

Infertilität

einer

Dosierung

0,02

mg/kg/Tag

einem

erhöhten

Präimplantationsverlust.

Diese

Effekte

traten

klinisch

relevanten Dosen auf. Ein Effekt auf den Menschen kann nicht ausgeschlossen werden. Diese

Effekte stehen in Bezug zur Pharmakologie des Wirkstoffes und waren nach einer 5-wöchigen

Wirkstoff-Entzugsphase vollständig reversibel.

Die orale Gabe von Anastrozol in Dosierungen bis zu 1,0 mg/kg/Tag an trächtigen Ratten und

mg/kg/Tag

trächtigen

Kaninchen

hatte

keine

teratogene

Wirkung.

beobachteten Wirkungen (Vergrößerung der Plazenta bei Ratten und Abbruch der Trächtigkeit

Kaninchen)

standen

Zusammenhang

pharmakologischen

Wirkung

Substanz.

Die Überlebensrate der Jungtiere von Ratten, denen Anastrozol in einer Dosen von 0,02

mg/kg/Tag und mehr verabreicht worden war (vom 17. Tag der Schwangerschaft bis zum 22.

Tag post partum), war reduziert. Diese Wirkung steht mit dem pharmakologischen Einfluss der

Substanz

Geburtsvorgang

Zusammenhang.

wurden

keine

negativen

Auswirkungen

Verhalten

oder

Reproduktionsfähigkeit

ersten

Nachwuchsgeneration beobachtet, die auf die Behandlung des Muttertieres mit Anastrozol

zurückgeführt werden könnte.

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Kanzerogenität

einer

2-Jahres-Onkogenitätsstudie

Ratten

führte

Gabe

hoher

Dosen

mg/kg/Tag) zu einem vermehrten Auftreten von Lebertumoren und Stomapolypen des Uterus

weiblichen

Tieren

sowie

Schilddrüsenadenomen

männlichen

Tieren.

Diese

Veränderungen traten bei einer Dosis auf, die dem 100-fachen der therapeutischen Dosen

beim Menschen entspricht und werden für die Behandlung von Patienten mit Anastrozol nicht

als klinisch nicht relevant angesehen.

Eine 2-Jahres-Onkogenitätsstudie an Mäusen führte zur Bildung benigner Ovarialtumoren und

einer Störung der Inzidenz lymphoretikulärer Neoplasmen (weniger histiozytäre Sarkome bei

weiblichen Tieren und mehr Todesfälle infolge von Lymphomen). Diese Veränderungen

werden bei der Maus als artspezifische Wirkungen der Aromatasehemmung, und als nicht

klinisch relevant für die Behandlung von Patientinnen mit Anastrozol angesehen.

6.

Pharmazeutische Angaben

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Tablettenkern:

Lactose-Monohydrat

Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A) (Ph. Eur.)

Povidon (K 25)

Magnesiumstearat (Ph. Eur.) [pflanzlich]

Tablettenfilm:

Hypromellose

Macrogol 6.000

Hydriertes Baumwollsamenöl

Modifizierte Stärke (Mais)

Titandioxid (E 171)

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

5 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerbedingungen erforderlich.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

PVC/Alu-Blisterpackungen in Umkartons

Packungsgrößen: 20, 30 (N1), 84, 100 (N3) Filmtabletten

Klinikpackungen mit 84 Filmtabletten

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

de-spc-anastf1Htrackb9.doc

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Nicht

verwendetes

Arzneimittel

oder

Abfallmaterial

entsprechend

nationalen

Anforderungen zu entsorgen.

7.

Inhaber der Zulassung

HEUMANN PHARMA

GmbH & Co. Generica KG

Südwestpark 50

90449 Nürnberg

Telefon/Telefax: 0700 4386 2667

E-Mail: info@heumann.de

8.

Zulassungsnummer

73765.00.00

9.

Datum der Erteilung der Zulassung

05.01.2009

10.

Stand der Information

10.2013

11.

Verkaufsabgrenzung

Verschreibungspflichtig

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