Anastrozol Aristo 1 mg Filmtabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Anastrozol
Verfügbar ab:
Aristo Pharma GmbH
ATC-Code:
L02BG03
INN (Internationale Bezeichnung):
anastrozole
Darreichungsform:
Filmtablette
Zusammensetzung:
Anastrozol 1.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
73764.00.00

Gebrauchsinformation: Information für Patientinnen

Anastrozol Aristo® 1 mg Filmtabletten

Wirkstoff: Anastrozol

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das medizinische

Fachpersonal.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es

kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Anastrozol Aristo® und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Anastrozol Aristo® beachten?

Wie ist Anastrozol Aristo® einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Anastrozol Aristo® aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Anastrozol Aristo® und wofür wird es angewendet?

Anastrozol Aristo® ist ein Arzneimittel zur Behandlung von Brustkrebs und gehört zu der Stoffgruppe

der Aromatasehemmer. Anastrozol Aristo® hemmt bestimmte im Körper vorkommende und als

Aromatasen bezeichnete Enzyme. Diese Enzyme sind an der Bildung bestimmter weiblicher

Sexualhormone im Organismus, darunter beispielsweise Östrogen, maßgeblich beteiligt. Durch

Hemmung dieser Enzyme bewirkt Anastrozol Aristo® eine Abnahme der Östrogenmenge im Körper.

Anastrozol Aristo® wird in der Behandlung des Brustkrebses folgendermaßen angewendet:

Zur Behandlung von Brustkrebs im fortgeschrittenen Stadium bei Frauen nach dem Ausbleiben

der Monatsblutungen (Menopause). Bei Patientinnen, bei denen das Tumorwachstum nicht von

bestimmten weiblichen Sexualhormonen (Östrogenen) abhängt (und deren Tumor daher als

Östrogenrezeptor-negativ bezeichnet wird), ist die Wirksamkeit von Anastrozol Aristo® nicht

belegt.

Zur begleitenden (adjuvanten) Behandlung von Brustkrebs im nicht fortgeschrittenen Stadium bei

Frauen nach dem Ausbleiben der Monatsblutungen (Menopause), bei denen das Tumorwachstum

von bestimmten weiblichen Sexualhormonen (Östrogenen) abhängt (und deren Tumor daher als

Östrogenrezeptor-positiv bezeichnet wird).

Zur begleitenden (adjuvanten) Behandlung von Brustkrebs im nicht fortgeschrittenen Stadium bei

Frauen nach dem Ausbleiben der Monatsblutungen (Menopause), bei denen das Tumorwachstum

von bestimmten weiblichen Sexualhormonen (Östrogenen) abhängt (und deren Tumor daher als

Östrogenrezeptor-positiv bezeichnet wird) und die bereits zwei bis drei Jahre lang eine begleitende

(adjuvante) Behandlung mit Tamoxifen (einem anderen Mittel gegen Brustkrebs) erhalten haben.

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Anastrozol Aristo® beachten?

Anastrozol Aristo® darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Anastrozol oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen

Bestandteile dieses Arzneimittels sind;

wenn Sie schwanger sind oder stillen (siehe Abschnitt „Schwangerschaft und Stillzeit“).

Nehmen Sie Anastrozol Aristo® nicht ein, wenn einer der oben genannten Punkte auf Sie zutrifft.

Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker, bevor Sie Anastrozol Aristo®

einnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, Apotheker oder dem medizinischen Fachpersonal, bevor Sie

Anastrozol Aristo® einnehmen,

wenn Sie noch Ihre Menstruation haben und Ihre Wechseljahre noch nicht vorbei sind;

wenn Sie ein Arzneimittel einnehmen, das Tamoxifen enthält, oder Arzneimittel einnehmen, die

Östrogen enthalten (siehe Abschnitt „ Einnahme von Anastrozol Aristo® zusammen mit anderen

Arzneimitteln“ );

wenn Sie jemals eine Erkrankung hatten, durch die die Festigkeit Ihrer Knochen beeinflusst wurde

(Osteoporose);

wenn Sie Leber- oder Nierenfunktionsstörungen haben.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob einer der oben genannten Punkte auf Sie zutrifft, sprechen Sie vor

der Einnahme von Anastrozol Aristo® mit Ihrem Arzt oder Apotheker.

Falls Sie ins Krankenhaus müssen, informieren Sie das medizinische Personal darüber, dass Sie

Anastrozol Aristo® einnehmen.

Einnahme von Anastrozol Aristo® zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen oder kürzlich

andere Arzneimittel eingenommen haben. Dies schließt Arzneimittel ein, die Sie ohne Rezept kaufen

können, und pflanzliche Arzneimittel. Der Grund hierfür ist, dass Anastrozol Aristo® die Wirkung

einiger Arzneimittel beeinflussen kann und dass einige Arzneimittel Einfluss auf Anastrozol Aristo®

haben können.

Nehmen Sie Anastrozol Aristo® nicht ein, wenn Sie bereits eines der folgenden Arzneimittel einnehmen:

- Bestimmte Arzneimittel, die zur Behandlung von Brustkrebs eingesetzt werden (selektive

Östrogenrezeptor-Modulatoren), z. B. Arzneimittel, die Tamoxifen enthalten. Der Grund hierfür ist,

dass diese Arzneimittel dazu führen können, dass Anastrozol Aristo® nicht mehr richtig wirkt.

- Arzneimittel, die Östrogen enthalten, wie bei einer Hormonersatztherapie (HET).

Wenn dies auf Sie zutrifft, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie folgende Arzneimittel einnehmen:

- Arzneimittel, die als „LHRH Analogon“ bekannt sind. Dazu gehören Gonadorelin, Buserelin,

Goserelin, Leuprorelin und Triptorelin. Diese Arzneimittel werden zur Behandlung von Brustkrebs,

bestimmten weiblichen (gynäkologischen) Erkrankungen und Unfruchtbarkeit angewendet.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker

um Rat.

Sie dürfen Anastrozol Aristo® nicht einnehmen, wenn Sie schwanger sind oder stillen. Brechen Sie

die Einahme von Anastrozol Aristo® ab, wenn Sie schwanger werden, und sprechen Sie mit Ihrem

Arzt.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es ist unwahrscheinlich, dass Anastrozol Aristo

®

die Fähigkeit, ein Fahrzeug zu führen oder

Werkzeuge oder Maschinen zu bedienen, beeinträchtigt. Jedoch fühlen sich einige Patienten während

der Behandlung mit Anastrozol Aristo

®

gelegentlich schwach oder schläfrig. Wenn dies bei Ihnen

auftritt, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Anastrozol Aristo enthält Lactose

Eine Filmtablette enthält 87,9 mg Lactose (als Lactose-Monohydrat).

Bitte nehmen Sie Anastrozol

Aristo® daher erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer

Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern leiden.

Auswirkungen bei Fehlgebrauch zu Dopingzwecken

Die Anwendung von Anastrozol Aristo® kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen.

3. Wie ist Anastrozol Aristo einzunehmen?

Nehmen Sie Anastrozol Aristo® immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei

Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

- Die empfohlene Dosis beträgt 1 Filmtablette einmal täglich.

- Versuchen Sie, Ihre Tablette jeden Tag zur selben Zeit einzunehmen.

- Schlucken Sie die Tablette im Ganzen mit Wasser.

- Es spielt keine Rolle, ob Sie Anastrozol Aristo® vor, während oder nach einer Mahlzeit einnehmen.

Nehmen Sie Anastrozol Aristo® so lange ein, wie es Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker empfiehlt. Die

Behandlung ist eine Langzeittherapie und es kann sein, dass Sie Anastrozol Aristo® über mehrere

Jahre einnehmen müssen. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher

sind.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Anastrozol Aristo® sollte bei Kindern und Jugendlichen nicht angewendet werden.

Wenn Sie eine größere Menge von Anastrozol Aristo® eingenommen haben, als Sie sollten

Wenn Sie eine größere Menge von Anastrozol Aristo® eingenommen haben, als Sie sollten,

benachrichtigen Sie bitte sofort Ihren Arzt.

Wenn Sie die Einnahme von Anastrozol Aristo® vergessen haben

Wenn Sie eine Einnahme vergessen haben, nehmen Sie die nächste Dosis wie normal ein. Nehmen Sie

nicht die doppelte Menge (2 Tabletten auf einmal) ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen

haben.

Wenn Sie die Einnahme von Anastrozol Aristo® abbrechen

Brechen Sie die Einnahme Ihrer Tabletten nicht ab, es sei denn, Ihr Arzt empfiehlt es Ihnen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt,

Apotheker oder das medizinische Fachpersonal.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Sehr häufige Nebenwirkungen (betreffen mehr als 1 Behandelten von 10)

- Kopfschmerzen

- Hitzewallungen

- Übelkeit

- Hautausschlag

- Gelenkschmerzen oder -steifheit

- Entzündung in den Gelenken (Arthritis)

- Schwächegefühl

- Abnahme der Knochendichte (Osteoporose)

Häufige Nebenwirkungen (betreffen 1 bis 10 Behandelte von 100)

- Appetitlosigkeit

- Erhöhte oder hohe Werte einer Fettsubstanz in Ihrem Blut, die als

Cholesterin bezeichnet wird. Dies kann durch einen Bluttest festgestellt werden.

- Schläfrigkeit

- Karpaltunnelsyndrom (Kribbeln, Schmerzen, Kältegefühl, Schwäche in Teilen der Hand)

- Kribbeln, Prickeln oder Taubheitsgefühl der Haut, Geschmacksverlust bzw. beeinträchtigter

Geschmackssinn

- Durchfall

- Erbrechen

- Veränderungen in Bluttests, die zeigen, wie gut Ihre Leber arbeitet

- Dünner werdendes Haar (Haarausfall)

- Allergische (Überempfindlichkeits-) Reaktionen, die auch Gesicht, Lippen oder Zunge betreffen können

- Knochenschmerzen

- Trockene Scheide

- Blutungen aus der Scheide (gewöhnlich in den ersten Wochen der Behandlung – wenn die Blutungen

anhalten, sprechen Sie mit Ihrem Arzt)

- Muskelschmerzen

Gelegentliche Nebenwirkungen (betreffen 1 bis 10 Behandelte von 1.000)

- Veränderungen in speziellen Bluttests, die aufzeigen, wie Ihre Leber arbeitet (Gamma-GT und

Bilirubin)

- Entzündung der Leber (Hepatitis)

- Ausschlag oder Nesselsucht

- Schnellender Finger (ein Zustand, in dem Ihr Finger oder Daumen in einer gebeugten Stellung stehen

bleibt)

- Erhöhung des Kalziumspiegels in Ihrem Blut. Wenn bei Ihnen Übelkeit, Erbrechen oder Durst

auftreten, sollten Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das medizinische Fachpersonal wenden, da

eventuell Ihre Blutwerte überprüft werden müssen.

Seltene Nebenwirkungen (betreffen 1 bis 10 Behandelte von 10.000)

- Seltene Hautentzündung, die rote Flecken oder Blasenbildung einschließen kann

- Hautausschlag, hervorgerufen durch Überempfindlichkeit (die Ursache kann eine allergische oder

allergieartige Reaktion sein)

- Entzündung der kleinen Blutgefäße, die zu roter oder violetter Verfärbung der Haut führt. Sehr selten

können Gelenk-, Magen- und Nierenschmerzen als Beschwerden auftreten; diese Nebenwirkung wird

„Purpura Schoenlein-Henoch“ genannt.

Sehr seltene Nebenwirkungen (betreffen weniger als 1 Behandelten von 10.000)

- Eine sehr schwerwiegende Hautreaktion mit Geschwüren und Blasen auf der Haut. Diese wird als

„Stevens-Johnson-Syndrom“ bezeichnet.

- Allergische (Überempfindlichkeits-) Reaktionen mit Schwellung des Rachens, die Schluck- oder

Atembeschwerden verursachen kann. Diese Reaktion wird „Angioödem“ genannt.

Wenn eines dieser Anzeichen bei Ihnen auftritt, müssen Sie sofort einen Krankenwagen rufen oder einen

Arzt aufsuchen, da Sie dringend medizinische Behandlung benötigen könnten.

Auswirkungen auf Ihre Knochen

Anastrozol Aristo® senkt die Menge des Hormons Östrogen in Ihrem Körper. Dies kann den

Mineralgehalt Ihrer Knochen senken. Ihre Knochen können dadurch an Stärke verlieren und dazu

neigen, schneller zu brechen. Ihr Arzt wird diese Risiken entsprechend den Therapierichtlinien zur

Erhaltung der Knochengesundheit bei Frauen nach den Wechseljahren behandeln. Sie sollten mit

Ihrem Arzt über die Risiken und Behandlungsmöglichkeiten sprechen.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Packungsbeilage angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-

Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzeigen. Indem Sie

Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5. Wie ist Anastrozol Aristo® aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Bewahren Sie Ihre Tabletten an einem sicheren Ort auf, der für Kinder nicht sichtbar ist und den sie

nicht erreichen können. Ihre Tabletten können ihnen schaden.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf der Faltschachtel und dem Blister nach „Verwendbar bis“

angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag

des angegebenen Monats.

Aufbewahrungsbedingungen

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Bewahren Sie Ihre Tabletten in dem Behältnis auf, in dem Sie sie erhalten haben.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu

entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Anastrozol Aristo® 1 mg Filmtabletten enthält

Der Wirkstoff ist Anastrozol.

Eine Filmtablette enthält 1 mg Anastrozol.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Tablettenkern:

Lactose-Monohydrat,

Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A) (Ph. Eur.), Povidon (K

25), Magnesiumstearat (Ph. Eur.) [pflanzlich]

Tablettenfilm: Hypromellose, Macrogol 6.000, Hydriertes Baumwollsamenöl, Stärke, modifiziert

(Mais), Titandioxid (E171)

Wie Anastrozol Aristo® 1 mg Filmtabletten aussieht und Inhalt der Packung

Anastrozol Aristo 1 mg Filmtabletten sind rund, weiß und beidseitig gewölbt.

Packungsgrößen: 28, 30, 98 und 100 Filmtabletten

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Aristo Pharma GmbH

Wallenroder Straße 8-10

13435 Berlin

Tel.: +49 30 71094-4200

Fax: +49 30 71094-4250

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im April 2015.

Ihre Ärztin/Ihr Arzt, Ihre Apotheke und Aristo Pharma GmbH wünschen Ihnen gute Besserung!

Fachinformation

1.

Bezeichnung des Arzneimittels

Anastrozol Aristo® 1 mg Filmtabletten

2.

Qualitative und quantitative Zusammensetzung

Eine Filmtablette enthält 1 mg Anastrozol.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: 1 Filmtablette enthält 87,9 mg Lactose (als Lactose-

Monohydrat).

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

Darreichungsform

Filmtablette

Weiße, runde, bikonvexe Filmtablette

4.

Klinische Angaben

4.1

Anwendungsgebiete

Anastrozol Aristo® wird angewendet bei postmenopausalen Frauen mit fortgeschrittenem

Mammakarzinom. Bei Patientinnen mit östrogenrezeptornegativen Tumoren ist die Wirksamkeit von

Anastrozol Aristo® bisher nicht belegt, es sei denn, die Patientinnen haben zuvor bereits auf

Tamoxifen angesprochen.

Adjuvante Behandlung postmenopausaler Frauen mit hormonrezeptorpositivem, nicht

fortgeschrittenem, invasivem Mammakarzinom.

Adjuvante Behandlung postmenopausaler Frauen mit hormonrezeptorpositivem, nicht

fortgeschrittenem Mammakarzinom, die bereits 2 bis 3 Jahre eine adjuvante Behandlung mit

Tamoxifen erhalten haben.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Die empfohlene Dosis von Anastrozol Aristo® für Erwachsene einschließlich älterer Patientinnen

beträgt einmal täglich eine 1-mg-Tablette.

Für postmenopausale Frauen mit hormonrezeptor-positivem frühem invasivem Brustkrebs beträgt

die empfohlene Dauer einer adjuvanten endokrinen Therapie 5 Jahre.

Spezielle Patientengruppen

Kinder und Jugendliche

Anastrozol Aristo® wird für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen aufgrund unzureichender

Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit nicht empfohlen (siehe Abschnitte 4.4 und 5.1).

Eingeschränkte Nierenfunktion

Für Patientinnen mit leichter oder mäßiger Nierenfunktionsstörung wird keine Änderung der Dosis

empfohlen. Bei Patientinnen mit schwerer Nierenfunktionsstörung sollte Anastrozol Aristo® mit

Vorsicht angewendet werden (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2)

Eingeschränkte Leberfunktion

Für Patientinnen mit leichter Leberfunktionsstörung wird keine Änderung der Dosis empfohlen. Bei

Patientinnen mit mäßiger bis schwerer Leberfunktionsstörung wird zur Vorsicht geraten (siehe

Abschnitt 4.4)

Art der Anwendung

Anastrozol Aristo® wird eingenommen.

4.3

Gegenanzeigen

Anastrozol Aristo® ist kontraindiziert bei:

- schwangeren oder stillenden Frauen,

- Patientinnen mit bekannter Überempfindlichkeit gegen Anastrozol oder einen der in

Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Allgemein

Anastrozol Aristo® sollte bei prämenopausalen Frauen nicht angewendet werden. Die Menopause

sollte bei allen Patientinnen, deren menopausaler Status nicht eindeutig ist, biochemisch (Lutein-

bildendes Hormon [LH], Follikel-stimulierendes Hormon [FSH] und/oder Östradiol-Plasmaspiegel)

nachgewiesen werden. Es gibt keine Daten, die eine Anwendung von Anastrozol Aristo® mit LHRH-

Analoga unterstützen.

Die gleichzeitige Anwendung von Tamoxifen und Östrogen-haltigen Arzneimitteln und Anastrozol

Aristo® sollte vermieden werden, da dies die pharmakologische Wirkung von Anastrozol Aristo

verringern kann (siehe Abschnitte 4.5 und 5.1).

Auswirkungen auf die Knochendichte

Da Anastrozol Aristo® die endogenen Östrogen-Plasmaspiegel senkt, kann Anastrozol Aristo® eine

Reduktion der Knochendichte und ein eventuell damit verbundenes erhöhtes Frakturrisiko hervorrufen

(siehe Abschnitt 4.8).

Frauen mit Osteoporose oder mit einem erhöhten Osteoporose-Risiko sollten zu Beginn der

Behandlung und in regelmäßigen Abständen während der Behandlung die Knochendichte überprüfen

lassen. Wenn angezeigt, sollte eine Osteoporose-Behandlung oder –Prophylaxe begonnen und

sorgfältig überwacht werden. Der Einsatz spezifischer Behandlungen, z.B. Bisphosphonate, kann

möglicherweise einen weiteren durch Anastrozol verursachten Verlust der Knochendichte bei

postmenopausalen Frauen verhindern und könnte in Betracht gezogen werden (siehe Abschnitt 4.8).

Einschränkte Leberfunktion

Anastrozol Aristo® wurde bei Brustkrebs-Patientinnen mit mäßiger oder schwerer

Leberfunktionsstörung nicht untersucht. Bei Patientinnen mit Leberfunktionsstörungen kann die

Anastrozol-Exposition erhöht sein (siehe Abschnitt 5.2); die Anwendung von Anastrozol Aristo® bei

Patientinnen mit mäßiger bis schwerer Leberfunktionsstörung sollte mit Vorsicht erfolgen (siehe

Abschnitt 4.2). Die Behandlung sollte auf einer Nutzen-Risiko-Abschätzung für jede einzelne

Patientin basieren.

Einschränkte Nierenfunktion

Anastrozol Aristo® wurde bei Brustkrebs-Patientinnen mit schwerer Nierenfunktionsstörung nicht

untersucht. Die Anastrozol-Exposition ist bei Probanden mit einer schweren Nierenfunktionsstörung

nicht erhöht (GFR < 30 ml/min, siehe Abschnitt 5.2); bei Patientinnen mit schwerer

Nierenfunktionsstörung sollte die Anwendung von Anastrozol Aristo® mit Vorsicht erfolgen (siehe

Abschnitt 4.2).

Kinder und Jugendliche

Anastrozol Aristo® wird für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen nicht empfohlen, da

Sicherheit und Wirksamkeit bei dieser Patientengruppe nicht nachgewiesen wurden (siehe Abschnitt

5.1).

Bei Jungen mit Wachstumshormonmangel sollte Anastrozol Aristo® nicht zusätzlich zu einer

Wachstumshormonbehandlung angewendet werden. In der pivotalen klinischen Studie wurde die

Wirksamkeit nicht gezeigt und die Sicherheit nicht nachgewiesen (siehe Abschnitt 5.1). Da Anastrozol

die Östradiol-Plasmaspiegel senkt, darf Anastrozol Aristo® bei Mädchen mit

Wachstumshormonmangel nicht zusätzlich zu einer Wachstumshormonbehandlung angewendet

werden. Es sind keine Langzeitdaten zur Sicherheit bei Kindern und bei Jugendlichen verfügbar.

Auswirkungen bei Fehlgebrauch zu Dopingzwecken

Die Anwendung von Anastrozol Aristo® kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen.

Lactose-Überempfindlichkeit

Dieses Arzneimittel enthält Lactose. Patientinnen mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz,

Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht einnehmen.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Anastrozol inhibiert in vitro CYP1A2, 2C8/9 und 3A4. Klinische Studien mit Phenazon und Warfarin

haben gezeigt, dass Anastrozol in einer Dosierung von 1 mg den Metabolismus von Phenazon und

R- und S-Warfarin nicht signifikant inhibiert. Das deutet darauf hin, dass durch CYP-Enzyme

vermittelte, klinisch relevante Arzneimittelwechselwirkungen bei gleichzeitiger Anwendung von

Anastrozol Aristo® mit anderen Arzneimitteln unwahrscheinlich sind.

Die Enzyme, die am Metabolismus von Anastrozol beteiligt sind, wurden nicht identifiziert.

Cimetidin, ein schwacher, unspezifischer Inhibitor der CYP-Enzyme, beeinflusste die

Plasmakonzentrationen von Anastrozol nicht. Der Einfluss von potenten CYP-Inhibitoren ist nicht

bekannt.

Eine Durchsicht der Sicherheitsdatenbank für klinische Studien ergab keine Hinweise auf eine

klinisch signifikante Wechselwirkung bei mit Anastrozol behandelten Patienten, die auch andere

üblicherweise verordnete Arzneimittel erhielten. Es gab keine klinisch signifikanten

Wechselwirkungen mit Bisphosphonaten (siehe Abschnitt 5.1).

Die gleichzeitige Anwendung von Tamoxifen oder Östrogen-haltigen Arzneimitteln und Anastrozol

Aristo® sollte vermieden werden, da dies die pharmakologische Wirkung von Anastrozol Aristo®

verringern kann (siehe Abschnitte 4.4 und 5.1).

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Bisher liegen keine Erfahrungen mit der Anwendung von Anastrozol bei Schwangeren vor.

Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3).

Anastrozol ist während der Schwangerschaft kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Stillzeit

Bisher liegen keine Erfahrungen mit der Anwendung von Anastrozol während der Stillzeit vor.

Anastrozol ist während der Stillzeit kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Fertilität

Die Auswirkungen von Anastrozol auf die menschliche Fertilität wurden nicht untersucht.

Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3).

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Anastrozol Aristo® hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit

und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Allerdings wurde über Asthenie und Somnolenz bei

Anwendung von Anastrozol Aristo® berichtet, und solange diese Symptome anhalten, sollte das

Führen eines Fahrzeugs oder das Bedienen von Maschinen mit Vorsicht erfolgen.

4.8

Nebenwirkungen

Die nachfolgende Tabelle zeigt Nebenwirkungen auf, die in klinischen Studien, in Studien nach

Markteinführung oder als Spontanberichte auftraten. Soweit nicht anders angegeben, wurden die

Häufigkeiten berechnet anhand der berichteten Nebenwirkungen im Rahmen einer großen Phase-

III-Studie, durchgeführt an 9.366 postmenopausalen Frauen mit operablem Brustkrebs, die über

5 Jahre adjuvant behandelt wurden (die Arimidex, Tamoxifen, Alone or in Combination [ATAC]-

Studie).

Die nachstehend aufgelisteten Nebenwirkungen wurden nach Häufigkeit und Systemorganklasse

(SOC) angeordnet. Die Häufigkeitsgruppierungen sind nach folgender Vereinbarung festgelegt: sehr

häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100 bis 1/10), gelegentlich (≥ 1/1.000 bis 1/100), selten (≥ 1/10.000

bis < 1/1.000), sehr selten (< 1/10.000). Die Nebenwirkungen, die am häufigsten berichtet wurden,

waren Kopfschmerzen, Hitzewallungen, Übelkeit, Hautausschlag, Gelenkschmerzen/-steifheit,

Arthritis und Asthenie.

Tabelle 1 Nebenwirkungen nach Systemorganklasse und Häufigkeit

Nebenwirkungen nach SOC und Häufigkeit

Stoffwechsel- und

Ernährungsstörungen

Häufig

Anorexie

Hypercholesterinämie

Gelegentlich

Hyperkalzämie (mit oder ohne Erhöhung des

Parathormons)

Erkrankungen des

Nervensystems

Sehr häufig

Kopfschmerzen

Häufig

Somnolenz

Karpaltunnelsyndrom*

Sensorische Störungen (einschließlich

Parästhesien, Geschmacksverlust und

Geschmacksstörung)

Gefäßerkrankungen

Sehr häufig

Hitzewallungen

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig

Übelkeit

Häufig

Durchfall

Erbrechen

Leber- und Gallenerkrankungen

Häufig

Erhöhung der alkalischen Phosphatase,

Alaninaminotransferase und

Aspartataminotransferase

Gelegentlich

Erhöhte Werte von Gamma-GT und Bilirubin

Hepatitis

Erkrankungen des Haut- und

Sehr häufig

Hautausschlag

des Unterhautzellgewebes

Häufig

Haarausfall (Alopezie)

Allergische Reaktionen

Gelegentlich

Urtikaria

Selten

Erythema multiforme

Anaphylaktische Reaktion

Kutane Vaskulitis (einschließlich einiger

Berichte von Purpura Schoenlein-Henoch)**

Sehr selten

Stevens-Johnson-Syndrom

Angioödem

Skelettmuskulatur-,

Bindegewebs- und

Knochenerkrankungen

Sehr häufig

Gelenkschmerzen/-steifheit

Arthritis

Osteoporose

Häufig

Knochenschmerzen

Myalgie

Gelegentlich

Schnellender Finger

Erkrankungen der

Geschlechtsorgane und der

Brustdrüse

Häufig

Trockene Scheide

Vaginalblutungen***

Allgemeine Erkrankungen und

Beschwerden am

Verabreichungsort

Sehr häufig

Asthenie

*In klinischen Studien wurde bei Patientinnen, die mit Anastrozol behandelt wurden, eine größere

Anzahl von Fällen eines Karpaltunnelsyndroms beobachtet als bei Patientinnen, die mit Tamoxifen

behandelt wurden. Die Mehrzahl dieser Fälle trat jedoch bei Patientinnen auf, die identifizierbare

Risikofaktoren für die Entstehung dieser Erkrankung aufwiesen.

**Da kutane Vaskulitis und Purpura Schoenlein-Henoch im Rahmen der ATAC-Studie nicht

beobachtet wurden, kann die Häufigkeitskategorie für diese Ereignisse als „selten“ betrachtet werden

(≥ 0,01 % und < 0,1 %), basierend auf dem schlechtesten Wert der Punktschätzung.

***Häufig wurde von Vaginalblutungen berichtet, vor allem bei Patientinnen mit fortgeschrittenem

Brustkrebs in den ersten Wochen nach Umstellung von einer bestehenden Hormontherapie auf

Anastrozol. Wenn die Blutungen anhalten, sollte eine weitere Abklärung erwogen werden.

Die folgende Tabelle zeigt die Häufigkeiten von vorher spezifizierten unerwünschten Ereignissen, die

nach einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 68 Monaten im Rahmen der ATAC-Studie auftraten,

unabhängig davon, ob ein Kausalzusammenhang bestand. Die unerwünschten Ereignisse wurden bei

Patientinnen während und bis zu 14 Tage nach Beendigung der Studientherapie beobachtet.

Tabelle 2 Vorher spezifizierte unerwünschte Ereignisse im Rahmen der ATAC-Studie

Unerwünschte Ereignisse

Anastrozol

(N = 3.092)

Tamoxifen

(N = 3.094)

Hitzewallungen

1.104

(35,7 %)

1.264

(40,9 %)

Gelenkschmerzen/-steifheit

1.100

(35,6 %)

(29,4 %)

Stimmungsschwankungen

597 (19,3 %)

554 (17,9 %)

Müdigkeit/Asthenie

575 (18,6 %)

544 (17,6 %)

Übelkeit und Erbrechen

393 (12,7 %)

384 (12,4 %)

Knochenbrüche

(10,2 %)

(6,8 %)

Knochenbrüche der Wirbelsäule, Hüfte oder

Handgelenk-/Colles-Frakturen

133 (4,3 %)

91 (2,9 %)

Handgelenk-/Colles-Frakturen

67 (2,2 %)

50 (1,6 %)

Knochenbrüche der Wirbelsäule

43 (1,4 %)

22 (0,7 %)

Knochenbrüche der Hüfte

28 (0,9 %)

26 (0,8 %)

Katarakte

182 (5,9 %)

213 (6,9 %)

Vaginalblutung

(5,4 %)

(10,2 %)

Ischämische kardiovaskuläre Erkrankungen

127 (4,1 %)

104 (3,4 %)

Angina pectoris

71 (2,3 %)

51 (1,6 %)

Myokardinfarkt

37 (1,2 %)

34 (1,1 %)

Koronare Herzkrankheit

25 (0,8 %)

23 (0,7 %)

Ischämie im Bereich des Myokards

22 (0,7 %)

14 (0,5 %)

Fluor vaginalis

(3,5 %)

(13,2 %)

Venöse Thromboembolien (gesamt)

(2,8 %)

(4,5 %)

Tiefe Venenthrombosen einschließlich PE

(pulmonale Embolie)

(1,6 %)

(2,4 %)

Ischämische zerebrovaskuläre Ereignisse

(2,0 %)

(2,8 %)

Endometriumkrebs

(0,2 %)

(0,6 %)

Bei einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 68 Monaten wurde eine Frakturrate in der

Anastrozol-Gruppe von 22 pro 1.000 Patientenjahre bzw. in der Tamoxifen-Gruppe von 15 pro

1.000 Patientenjahre beobachtet. Die für Anastrozol beobachtete Frakturrate ist ähnlich dem

Referenzbereich, der bei der postmenopausalen Bevölkerung derselben Altersgruppe beobachtet

wurde. Die Inzidenz für das Auftreten einer Osteoporose betrug 10,5 % bei Patientinnen, die mit

Anastrozol behandelt wurden und 7,3 % bei Patientinnen, die mit Tamoxifen behandelt wurden.

Es wurde nicht festgestellt, ob die im Rahmen der ATAC-Studie bei den mit Anastrozol behandelten

Patientinnen beobachtete Fraktur- und Osteoporoserate eine protektive Wirkung von Tamoxifen,

eine spezifische Wirkung von Anastrozol oder beides widerspiegelt.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-

Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de, anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Es liegen nur begrenzte klinische Erfahrungen mit versehentlicher Überdosierung vor. In

Tierversuchen erwies sich die akute Toxizität von Anastrozol als gering.

In klinischen Studien mit Anastrozol in verschiedenen Dosierungen erhielten gesunde männliche

Probanden Einzeldosen von bis zu 60 mg und postmenopausale Frauen mit fortgeschrittenem

Brustkrebs bis zu 10 mg täglich; diese Dosierungen wurden gut vertragen. Eine Einzeldosis

Anastrozol, die lebensbedrohliche Symptome zur Folge hat, wurde nicht ermittelt.

Es gibt kein spezifisches Antidot bei Überdosierung und die Behandlung muss symptomatisch

erfolgen.

Bei der Behandlung einer Überdosierung muss die Möglichkeit in Betracht gezogen werden, dass

mehrere Arzneimittel eingenommen wurden. Wenn die Patientin bei Bewusstsein ist, sollte Erbrechen

ausgelöst werden. Da Anastrozol keine hohe Proteinbindung besitzt, kann eine Dialyse von Nutzen

sein. Allgemein unterstützende Maßnahmen, darunter häufige Kontrolle der Vitalfunktionen, und eine

enge Überwachung der Patientin sind angezeigt.

5.

Pharmakologische Eigenschaften

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Enzyminhibitoren,

ATC-Code: L02BG03

Wirkmechanismus und pharmakodynamische Wirkungen

Anastrozol ist ein potenter, hoch selektiver nichtsteroidaler Aromatase-Inhibitor. Bei postmeno-

pausalen Frauen wird Östradiol hauptsächlich im peripheren Gewebe durch einen Aromatase-

Enzymkomplex mit der Umwandlung von Androstendion zu Östron gebildet. Anschließend wird

Östron in Östradiol umgewandelt. Bei Frauen mit Brustkrebs ist der Nutzen einer Verringerung von

zirkulierendem Östradiol im Plasma erwiesen.

Mit Hilfe einer hoch empfindlichen Methode wurde nachgewiesen, dass die tägliche Gabe von 1 mg

Anastrozol den Östradiol-Spiegel bei postmenopausalen Frauen um mehr als 80 % senkt.

Anastrozol besitzt keine gestagene, androgene oder östrogene Wirkung.

Messungen vor und nach einem Standardbelastungstest zum Nachweis von Adrenokortikotropin

(ACTH-Belastungstest) zeigen, dass Dosen von bis zu 10 mg Anastrozol pro Tag keinerlei Einfluss

auf die Sekretion von Cortisol und Aldosteron haben. Eine Kortikoid-Substitution ist daher nicht

erforderlich.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

Fortgeschrittener Brustkrebs

Erstlinientherapie bei postmenopausalen Frauen mit fortgeschrittenem Brustkrebs

Um die Wirksamkeit von Anastrozol verglichen mit Tamoxifen als Erstlinientherapie gegen

hormonrezeptor-positiven oder hormonrezeptor-unbekannten, lokal fortgeschrittenen oder

metastasierten Brustkrebs bei postmenopausalen Frauen zu untersuchen, wurden zwei

doppelblinde, kontrollierte Studien mit gleichem Design (Studie 1033IL/0030 und Studie

1033IL/0027) durchgeführt. Insgesamt wurden 1.021 Patientinnen randomisiert, die einmal täglich

1 mg Anastrozol oder einmal täglich 20 mg Tamoxifen erhielten. Die primären Endpunkte für beide

Studien waren Zeit bis zur Tumorprogression, objektive Ansprechrate des Tumors und Sicherheit.

Hinsichtlich der primären Endpunkte zeigte Studie 1033IL/0030, dass Anastrozol in Bezug auf

Tumorprogression einen statistisch signifikanten Vorteil gegenüber Tamoxifen hatte (Hazard Ratio

(HR) 1,42, 95% Konfidenzintervall (KI) [1,11, 1,82], mittlere Zeit bis zur Progression 11,1 und

5,6 Monate für Anastrozol bzw. Tamoxifen, p=0,006); objektive Ansprechraten des Tumors waren bei

Anastrozol und Tamoxifen gleich. Die Studie 1033 IL/0027 zeigte, dass sich Anastrozol und

Tamoxifen in Bezug auf Ansprechraten des Tumors und Zeit bis zur Tumorprogression gleich

verhielten. Die Ergebnisse der sekundären Endpunkte unterstützten die Ergebnisse der primären

Wirksamkeitsendpunkte. Innerhalb aller Behandlungsgruppen beider Studien traten zu wenige

Todesfälle auf, um Schlussfolgerungen zu Unterschieden bezüglich des Gesamtüberlebens zu

ziehen.

Zweitlinientherapie bei postmenopausalen Frauen mit fortgeschrittenem Brustkrebs

In zwei kontrollierten klinischen Studien (Studie 0004 und Studie 0005) wurde Anastrozol an

postmenopausalen Frauen mit fortgeschrittenem Brustkrebs untersucht, bei denen eine

Krankheitsprogression nach einer Behandlung mit Tamoxifen gegen entweder fortgeschrittenen

oder frühen Brustkrebs auftrat. Insgesamt wurden 764 Patientinnen randomisiert, die entweder eine

Tageseinzeldosis von 1 mg bzw. 10 mg Anastrozol oder 40 mg Megestrolacetat 4-mal täglich

erhielten. Primäre Wirksamkeitsvariablen waren Zeit bis zur Progression und objektive

Ansprechraten. Die Rate der verlängerten (mehr als 24 Wochen) Stabilität der Erkrankung, die

Progressionsrate und die Überlebenszeit wurden ebenfalls berechnet. Beide Studien ergaben

hinsichtlich aller Wirksamkeitsparameter keine signifikanten Unterschiede zwischen den

Behandlungsgruppen.

Adjuvante Behandlung des frühen invasiven Brustkrebses bei Patientinnen mit positivem

Hormonrezeptorstatus

In einer großen Phase-III-Studie mit 9.366 postmenopausalen Patientinnen mit operablem Brustkrebs,

die über 5 Jahre behandelt worden waren (siehe unten), zeigte sich Anastrozol gegenüber Tamoxifen

in Bezug auf das krankheitsfreie Überleben statistisch überlegen. Ein größerer Nutzen von Anastrozol

im Vergleich zu Tamoxifen bezüglich des krankheitsfreien Überlebens wurde für eine prospektiv

definierte Population mit positivem Hormonrezeptorstatus beobachtet.

Tabelle 3 Zusammenfassung der Endpunkte der ATAC-Studie: Abschlussanalyse nach

5 Behandlungsjahren

Studienendpunkte

bzgl. der Wirksamkeit

Anzahl der Ereignisse (Häufigkeit)

Intention-to-Treat-Population

Hormonrezeptor-positiver

Tumorstatus

Anastrozol

(N = 3.125)

Tamoxifen

(N = 3.116)

Anastrozol

(N = 2.618

Tamoxifen

(N =2.598)

Krankheitsfreies

Überleben

a

575 (18,4)

651 (20,9)

424 (16,2)

497 (19,1)

Hazard Ratio

0,87

0,83

Zweiseitiges 95%-KI

0,78 bis 0,97

0,73 bis 0,94

p-Wert

0,0127

0,0049

Fernmetastasenfreies

Überleben

b

500 (16,0)

530 (17,0)

370 (14,1)

394 (15,2)

Hazard Ratio

0,94

0,93

Zweiseitiges 95%-KI

0,83 bis 1,06

0,80 bis 1,07

p-Wert

0,2850

0,2838

Zeit bis zum

Wiederauftreten der

Erkrankung

c

402 (12,9)

498 (16,0)

282 (10,8)

370 (14,2)

Hazard Ratio

0,79

0,74

Zweiseitiges 95%-KI

0,70 – 0,90

0,64 – 0,87

p-Wert

0,0005

0,0002

Zeit bis zum Auftreten

von Fernmetastasen

d

324 (10,4)

375 (12,0)

226 (8,6)

265 (10,2)

Hazard Ratio

0,86

0,84

Zweiseitiges 95%-KI

0,74 – 0,99

0,70 – 1,00

p-Wert

0,0427

0,0559

Auftreten eines

Primärtumors in der

kontralateralen Brust

35 (1,1)

59 (1,9)

26 (1,0)

54 (2,1)

Odds Ratio

0,59

0,47

Zweiseitiges 95%-KI

0,39 – 0,89

0,30 – 0,76

p-Wert

0,0131

0,0018

Gesamtüberlebenszeit

e

411 (13,2)

420 (13,5)

296 (11,3)

301 (11,6)

Hazard Ratio

0,97

0,97

Zweiseitiges 95%-KI

0,85 – 1,12

0,83 – 1,14

p-Wert

0,7142

0,7339

Krankheitsfreies Überleben umfasst alle Rezidive und ist definiert als die Zeit bis zum ersten

Auftreten lokaler Rezidive, bis zum erstmaligen Auftreten eines kontralateralen Brustkrebses, bis

zum Auftreten von Fernmetastasen oder bis zum Tod (unabhängig von der Ursache).

Fernmetastasenfreies Überleben ist definiert als die Zeit bis zum ersten Auftreten von

Fernmetastasen oder bis zum Tod (unabhängig von der Ursache).

Die Zeit bis zum Wiederauftreten der Erkrankung ist definiert als die Zeit bis zum ersten

Auftreten lokoregionärer Rezidive, bis zum erstmaligen Auftreten eines kontralateralen

Brustkrebses, bis zum Auftreten von Fernmetastasen oder bis zum Tod durch Brustkrebs.

Die Zeit bis zum Auftreten von Fernmetastasen ist definiert als die Zeit bis zum ersten Auftreten

von Fernmetastasen oder bis zum Tod durch Brustkrebs.

Anzahl (%) der verstorbenen Patientinnen.

Die Kombinationsbehandlung mit Anastrozol und Tamoxifen verglichen mit Tamoxifen allein zeigte

bei allen Patientinnen, ebenso wie bei der Population mit positivem Hormonrezeptorstatus,

hinsichtlich Wirksamkeit keine Vorteile. Dieser Behandlungsarm der Studie wurde geschlossen.

Ein Langzeitvergleich im Rahmen einer aktualisierten Nachbeobachtungszeit von im Mittel

10 Jahren zeigte, dass die Behandlungsergebnisse von Anastrozol verglichen mit Tamoxifen mit

vorhergehenden Analysen übereinstimmten.

Adjuvante Behandlung des frühen invasiven Brustkrebses bei Patientinnen mit hormonrezeptor-

positivem Turmorstatus, die mit Tamoxifen adjuvant behandelt wurden

Eine Phase-III-Studie (Austrian Breast and Colorectal Cancer Study Group [ABCSG] 8) an 2.579

postmenopausalen Patientinnen mit hormonrezeptor-positivem, frühem Brustkrebs, die einer

Operation mit oder ohne Radiotherapie, aber keiner Chemotherapie unterzogen wurden (siehe unten),

ergab, dass nach einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 24 Monaten der Wechsel zu Anastrozol

nach 2 Jahren adjuvanter Behandlung mit Tamoxifen der Weiterbehandlung mit Tamoxifen statistisch

überlegen war.

Tabelle 4 Zusammenfassung der Endpunkte und Ergebnisse der ABCSG8-Studie

Studienendpunkte bzgl. der

Wirksamkeit

Anzahl der Ereignisse (Häufigkeit)

Anastrozol

(N=1.297)

Tamoxifen

(N=1.282)

Krankheitsfreies Überleben

65 (5,0)

93 (7,3)

Hazard Ratio

0,67

zweiseitiges 95%-KI

0,49 - 0,92

p-Wert

0,014

Zeit bis zu jedem Rezidiv

36 (2,8)

66 (5,1)

Hazard Ratio

0,53

zweiseitiges 95%-KI

0,35 - 0,79

p-Wert

0,002

Zeit bis Auftreten von

Fernmetastasen

22 (1,7)

41(3,2)

Hazard Ratio

0,52

zweiseitiges 95%-KI

0,31 - 0,88

p-Wert

0,015

Primärtumor in der

kontralateralen Brust

7 (0,5)

15 (1,2)

Odds Ratio

0,46

zweiseitiges 95%-KI

0,19 - 1,13

p-Wert

0,090

Gesamtüberleben

43 (3,3)

45 (3,5)

Hazard Ratio

0,96

zweiseitiges 95%-KI

0,63 - 1,46

p-Wert

0,840

Zwei weitere ähnliche Studien (GABG/ARNO 95 und ITA), von denen in einer Studie die

Patientinnen einer Operation und einer Chemotherapie unterzogen wurden, sowie eine kombinierte

Analyse der Studien ABCSG 8 und GABG/ARNO 95 unterstützten diese Ergebnisse.

Das Sicherheitsprofil von Anastrozol in diesen 3 Studien war übereinstimmend mit dem etablierten

Sicherheitsprofil bei postmenopausalen Patientinnen mit hormonrezeptor-positivem, frühem

Brustkrebs.

Knochendichte (Bone mineral density, BMD)

In der Phase-III/IV-Studie (Study of Anastrozole with the Bisphosphonate Risedronate [SABRE])

wurden 234 postmenopausale Frauen mit hormonrezeptor-positivem, frühem Brustkrebs, die für eine

Behandlung mit 1 mg Anastrozol/Tag vorgesehen waren, entsprechend ihrem Frakturrisiko in drei

Gruppen mit jeweils niedrigem, mittlerem und hohem Risiko stratifiziert. Der primäre

Wirksamkeitsparameter war die Analyse der Knochendichte der Lendenwirbelsäule mit Hilfe von

DEXA-Scans. Alle Patientinnen erhielten eine Therapie mit Vitamin D und Calcium. Die Patientinnen

in der Gruppe mit niedrigem Risiko erhielten ausschließlich Anastrozol (N=42). Die Patientinnen in

der Gruppe mit mittlerem Risiko wurden randomisiert und erhielten entweder Anastrozol plus

Risedronat 35 mg einmal wöchentlich (N=77) oder Anastrozol plus Placebo (N=77). Die Patientinnen

in der Gruppe mit hohem Risiko erhielten Anastrozol plus Risedronat 35 mg einmal wöchentlich

(N=38). Der primäre Endpunkt war die Abweichung vom Ausgangswert der Knochendichte in der

Lendenwirbelsäule nach 12 Monaten.

Die Hauptanalyse nach 12 Monaten hat gezeigt, dass es bei den Patientinnen, bei denen bereits ein

mittleres bis hohes Frakturrisiko bestand, nicht zu einer Verringerung der Knochendichte kam, wenn

die Patientinnen mit Anastrozol 1 mg/Tag in Kombination mit Risedronat 35 mg einmal wöchentlich

behandelt wurden (ermittelt anhand der Knochendichte der Lendenwirbelsäule mit Hilfe von DEXA-

Scans). Darüber hinaus wurde in der mit Anastrozol 1 mg/Tag allein behandelten Gruppe mit

geringem Risiko eine statistisch nicht signifikante Abnahme der BMD beobachtet. Diese Befunde

spiegelten sich wider in der sekundären Wirksamkeitsvariablen, der Veränderung der gesamten BMD

der Hüfte nach 12 Monaten zum Ausgangswert.

Diese Studie belegt, dass bei postmenopausalen Frauen mit Brustkrebs im frühem Stadium, die mit

Anastrozol behandelt werden sollen, der Einsatz von Bisphosphonaten in Erwägung gezogen werden

könnte, um einem möglichen Knochendichteverlust entgegenzuwirken.

Kinder und Jugendliche

Anastrozol ist nicht für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen indiziert. Die Wirksamkeit

wurde in den untersuchten pädiatrischen Patientengruppen nicht nachgewiesen (siehe unten). Die

Anzahl der behandelten Kinder war zu gering, um zuverlässige Rückschlüsse auf die Sicherheit zu

ziehen. Über potenzielle Langzeiteffekte einer Anastrozol-Behandlung bei Kindern und Jugendlichen

sind keine Daten verfügbar (siehe auch Abschnitt 5.3).

Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat die Verpflichtung aufgehoben, die Ergebnisse von Studien

mit Anastrozol bei einer oder mehreren Untergruppen der pädiatrischen Patientengruppe mit

Kleinwuchs aufgrund von Mangel an Wachstumshormon (growth hormone deficiency, GHD),

Testotoxikose, Gynäkomastie und McCune-Albright-Syndrom einzureichen (siehe Abschnitt 4.2).

Kleinwuchs aufgrund von Wachstumshormonmangel

Eine randomisierte, doppelblinde, multizentrische Studie evaluierte 52 pubertierende Jungen (im Alter

von 11 bis einschließlich 16 Jahren) mit GHD, die über 12 bis 36 Monate mit Anastrozol 1 mg/Tag

oder Placebo in Kombination mit Wachstumshormon behandelt wurden. Nur 14 Teilnehmer unter

Anastrozol schlossen 36 Monate ab.

Es wurde kein statistisch signifikanter Unterschied zu Placebo bei den auf Wachstum bezogenen

Parametern voraussichtliche adulte Körpergröße, Körpergröße, SDS (standard deviation score) der

Körpergröße und Wachstumsgeschwindigkeit beobachtet. Daten zur endgültig erreichten Größe waren

nicht verfügbar. Für zuverlässige Rückschlüsse auf die Sicherheit war die Anzahl der behandelten

Kinder zu gering, jedoch traten im Vergleich zu Placebo in der mit Anastrozol behandelten Gruppe

eine erhöhte Frakturrate und ein Trend zu verminderter Knochenmineraldichte auf.

Testotoxikose

Eine offene, nicht vergleichende, multizentrische Studie untersuchte 14 männliche Patienten (im Alter

von 2 bis 9 Jahren) mit familiärer männlich-limitierter Pubertas praecox, auch als Testotoxikose

bekannt, die mit einer Kombination von Anastrozol und Bicalutamid behandelt wurden. Das primäre

Ziel war die Bewertung der Wirksamkeit und Sicherheit dieser Kombinationsbehandlung über

12 Monate. Dreizehn der 14 teilnehmenden Patienten schlossen 12 Monate der

Kombinationsbehandlung ab (ein Patient fiel aus der Nachbeobachtung heraus). Nach

12 Behandlungsmonaten gab es keinen signifikanten Unterschied in der Wachstumsrate bezogen auf

die Wachstumsrate während der 6 Monate vor dem Eintritt in die Studie.

Gynäkomastie-Studien

Studie 0006 war eine randomisierte, doppelblinde, multizentrische Studie mit 82 pubertierenden

Jungen (im Alter von 11 bis einschließlich 18 Jahren) mit einer seit mehr als 12 Monaten bestehenden

Gynäkomastie, die bis zu 6 Monate lang mit Anastrozol 1 mg/Tag oder Placebo behandelt wurden.

Zwischen der mit Anastrozol 1 mg behandelten Gruppe und der Placebo-Gruppe zeigte sich kein

signifikanter Unterschied in der Anzahl an Patienten, bei denen es nach 6 Monaten Behandlung zu

einer Reduktion des gesamten Brustvolumens um 50 % oder mehr gekommen war.

Studie 0001 war eine offene pharmakokinetische Studie mit Mehrfachdosierung von Anastrozol

1 mg/Tag bei 36 pubertierenden Jungen mit Gynäkomastie, die seit weniger als 12 Monaten bestand.

Die Sekundärziele waren die Ermittlung des Anteils der Patienten mit einer Verringerung des aus

beiden Brüsten gemeinsam berechneten Gynäkomastievolumens um mindestens 50 % gegenüber dem

Ausgangswert am Tag 1 und nach 6 Monaten unter Studientherapie, sowie die Verträglichkeit und

Sicherheit. Nach 6 Monaten wurde eine Abnahme des gesamten Brustvolumens um 50 % oder mehr

bei 56 % (20/36) dieser Jungen festgestellt.

McCune-Albright-Syndrom-Studie

Studie 0046 war eine internationale, multizentrische, offene exploratorische Studie mit Anastrozol bei

28 Mädchen (im Alter von 2 bis ≤ 10 Jahren) mit McCune-Albright-Syndrom (MAS). Das Primärziel

war die Bewertung der Sicherheit und Wirksamkeit von Anastrozol 1 mg/Tag bei Patienten mit MAS.

Die Wirksamkeit der Studienmedikation wurde gemessen an dem Anteil der Patientinnen, die die

festgelegten Kriterien hinsichtlich Vaginalblutungen, Knochenalter und Wachstumsgeschwindigkeit

erfüllten. Es wurde keine statistisch signifikante Veränderung der Anzahl der Tage mit

Vaginalblutungen unter Therapie beobachtet. Es gab keine klinisch signifikanten Veränderungen bei

den Tannerstadien, dem mittleren Ovarialvolumen oder dem mittleren Uterusvolumen. Es wurde keine

statistisch signifikante Veränderung hinsichtlich der Zunahme des Knochenalters unter Therapie im

Vergleich zum Ausgangswert beobachtet. Bezogen auf die Zeit vor der Therapie war die

Wachstumsgeschwindigkeit (in cm/Jahr) signifikant vermindert (p< 0,05), sowohl für den Zeitraum

von Monat 0 bis Monat 12 als auch für den Zeitraum der zweiten 6-Monats-Periode (von Monat 7 bis

Monat 12).

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Die Resorption von Anastrozol geschieht schnell und maximale Plasmakonzentrationen werden

üblicherweise innerhalb von 2 Stunden (bei Nüchterneinnahme) erzielt. Nahrung führt zu einer

geringfügigen Verzögerung der Resorptionsrate, beeinflusst jedoch nicht deren Ausmaß. Diese

geringfügige Verzögerung der Resorptionsrate lässt bei einmal täglicher Einnahme von Anastrozol

Aristo® keinen klinisch bedeutsamen Einfluss auf die Anastrozol-Plasmakonzentration im Steady-

state erwarten. Nach 7 Tagesdosen werden ca. 90 bis 95 % der Anastrozol-Plasmakonzentration im

Steady-state erreicht und die Akkumulation ist 3- bis 4-fach. Es gibt keine Hinweise auf eine Zeit-

oder Dosisabhängigkeit der pharmakokinetischen Parameter von Anastrozol.

Die Pharmakokinetik von Anastrozol bei postmenopausalen Frauen ist unabhängig vom Alter.

Verteilung

Die Plasmaproteinbindung von Anastrozol beträgt nur 40 %.

Elimination

Anastrozol wird langsam eliminiert, wobei die Plasmaeliminationshalbwertszeit 40 bis 50 Stunden

beträgt. Anastrozol wird bei postmenopausalen Frauen extensiv metabolisiert, so dass weniger als

10 % der Dosis innerhalb von 72 Stunden unverändert mit dem Urin ausgeschieden werden. Die

Metabolisierung von Anastrozol erfolgt durch N-Desalkylierung, Hydroxylierung und

Glukuronidierung. Die Metaboliten werden überwiegend mit dem Urin ausgeschieden. Triazol, der

Hauptmetabolit im Plasma, hemmt die Aromatase nicht.

Eingeschränkte Nieren- oder Leberfunktion

Bei Probanden mit stabiler Leberzirrhose war die apparente Clearance (CL/F) von Anastrozol nach

oraler Anwendung ungefähr 30 % niedriger als in einer entsprechenden Kontrollgruppe (Studie

1033IL/0014). Die Plasmakonzentrationen von Anastrozol bei Probanden mit Leberzirrhose lagen

jedoch im Bereich von Konzentrationen, die bei gesunden Probanden in anderen Studien beobachtet

wurden. Die Plasmakonzentrationen von Anastrozol, die bei Patientinnen mit Leberfunktionsstörung

im Rahmen von Langzeitstudien zur Wirksamkeit gemessen wurden, lagen im Bereich der Anastrozol-

Plasmakonzentrationen, die bei Patientinnen ohne Leberfunktionsstörung beobachtet wurden.

Bei Probanden mit schwerer Nierenfunktionsstörung (GFR < 30 ml/min) war in Studie 1033IL/0018

die apparente Clearance (CL/F) von Anastrozol nach oraler Anwendung unverändert. Dies stimmt mit

der Tatsache überein, dass Anastrozol hauptsächlich durch Metabolismus eliminiert wird. Die

Plasmakonzentrationen von Anastrozol, die bei Patientinnen mit Nierenfunktionsstörung im Rahmen

von Langzeitstudien zur Wirksamkeit gemessen wurden, lagen im Bereich der Anastrozol-

Plasmakonzentrationen, die bei Patientinnen ohne Nierenfunktionsstörung beobachtet wurden. Bei

Patientinnen mit schwerer Nierenfunktionsstörung sollte Anastrozol Aristo® mit Vorsicht angewendet

werden (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).

Kinder und Jugendliche

Bei Jungen mit pubertärer Gynäkomastie (10-17 Jahre) wurde Anastrozol schnell resorbiert, war in

hohem Maße systemisch verfügbar und wurde langsam eliminiert, wobei die Halbwertszeit ca. 2 Tage

betrug. Die Clearance von Anastrozol war bei Mädchen (3-10 Jahre) geringer als bei den älteren

Jungen und die Exposition war höher. Anastrozol war bei Mädchen ebenfalls in hohem Maße

systemisch verfügbar und wurde langsam eliminiert.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Nicht klinische Daten, die auf konventionellen pharmakologischen Studien zur Sicherheit, zur

Toxizität bei wiederholten Dosen, zur Genotoxizität, zu karzinogenem Potenzial und zur

Reproduktionstoxizität bei der angezeigten Population basieren, zeigen kein besonderes Risiko für den

Menschen.

Akute Toxizität

In tierexperimentellen Studien wurde Toxizität nur in hohen Dosierungen beobachtet.

In Studien zur akuten Toxizität bei Nagetieren betrug die mittlere letale Anastrozol-Dosis bei oraler

Gabe mehr als 100 mg/kg/Tag und bei intraperitonealer Gabe mehr als 50 mg/kg/Tag. In einer Studie

zur akuten Toxizität bei Hunden betrug die mittlere letale Dosis bei oraler Gabe mehr als 45

mg/kg/Tag.

Chronische Toxizität

In tierexperimentellen Studien wurde Toxizität nur in hohen Dosierungen beobachtet.

Toxizitätsstudien bei wiederholter Gabe wurden an Ratten und Hunden durchgeführt. Im Rahmen

der Toxizitätsstudien wurde kein No-effect level (Dosierung ohne Wirkung) für Anastrozol ermittelt,

jedoch waren die bei den niedrigen (1 mg/kg/Tag) und mittleren Dosen (3 mg/kg/Tag bei Hunden

bzw. 5 mg/kg/Tag bei Ratten) beobachteten Wirkungen entweder auf die pharmakologischen oder

auf die enzyminduzierenden Eigenschaften von Anastrozol zurückzuführen und gingen nicht mit

signifikanten toxischen oder degenerativen Veränderungen einher.

Mutagenität

Genotoxizitätsstudien zeigen, dass Anastrozol kein mutagenes oder klastogenes Potenzial besitzt.

Reproduktionstoxizität

In einer Fertilitätsstudie erhielten frisch entwöhnte männliche Ratten oral über ihr Trinkwasser Dosen

von 50 oder 400 mg/l Anastrozol über 10 Wochen. Die ermittelten mittleren Plasmakonzentrationen

betrugen 44,4 (± 14,7) ng/ml bzw. 165 (± 90) ng/ml. Das Paarungsverhalten war in beiden

Dosierungsgruppen nachteilig beeinflusst, während eine Reduktion der Fertilität nur auf der 400-mg/l-

Dosierungsebene offensichtlich wurde. Die Reduktion war vorübergehend, da alle Paarungs- und

Fertilitäts-Parameter nach einer 9-wöchigen behandlungsfreien Erholungsperiode ähnlich den Werten

in der Kontrollgruppe waren.

Die orale Gabe von Anastrozol an weibliche Ratten führte bei einer Dosierung von 1 mg/kg/Tag zu

einem hohen Auftreten von Infertilität und bei einer Dosierung von 0,02 mg/kg/Tag zu einem

erhöhten Präimplantationsverlust. Diese Effekte traten in klinisch relevanten Dosen auf. Ein Effekt

auf den Menschen kann nicht ausgeschlossen werden. Diese Effekte stehen in Bezug zur

Pharmakologie des Wirkstoffes und waren nach einer 5-wöchigen Wirkstoff-Entzugsphase

vollständig reversibel.

Die orale Gabe von Anastrozol in Dosierungen bis zu 1,0 mg/kg/Tag an trächtige Ratten und bis zu

0,2 mg/kg/Tag an trächtige Kaninchen hatte keine teratogene Wirkung. Die beobachteten Wirkungen

(Vergrößerung der Plazenta bei Ratten und Abbruch der Trächtigkeit bei Kaninchen) standen im

Zusammenhang mit der pharmakologischen Wirkung der Substanz.

Die Überlebensrate der Jungtiere von Ratten, denen Anastrozol in Dosen von 0,02 mg/kg/Tag und

mehr verabreicht worden war (vom 17. Tag der Schwangerschaft bis zum 22. Tag post partum), war

reduziert. Diese Wirkung steht mit dem pharmakologischen Einfluss der Substanz auf den

Geburtsvorgang im Zusammenhang. Es wurden keine negativen Auswirkungen auf das Verhalten

oder die Reproduktionsfähigkeit der ersten Nachwuchsgeneration beobachtet, die auf die

Behandlung des Muttertieres mit Anastrozol zurückgeführt werden könnten.

Kanzerogenität

In einer 2-Jahres-Onkogenitätsstudie an Ratten führte nur die Gabe hoher Dosen (25 mg/kg/Tag) zu

einem vermehrten Auftreten von Lebertumoren und Stromapolypen des Uterus bei weiblichen

Tieren sowie Schilddrüsenadenomen bei männlichen Tieren. Diese Veränderungen traten bei einer

Dosis auf, die dem 100fachen der therapeutischen Dosen beim Menschen entspricht, und werden

für die Behandlung von Patienten mit Anastrozol nicht als klinisch relevant angesehen.

Eine 2-Jahres-Onkogenitätsstudie an Mäusen führte zur Bildung benigner Ovarialtumoren und einer

Störung in der Inzidenz lymphoretikulärer Neoplasmen (weniger histiozytäre Sarkome bei weiblichen

Tieren und mehr Todesfälle infolge von Lymphomen). Diese Veränderungen werden bei der Maus als

artspezifische Wirkungen der Aromatasehemmung und als nicht klinisch relevant für die Behandlung

von Patienten mit Anastrozol angesehen.

6.

Pharmazeutische Angaben

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Tablettenkern:

Lactose-Monohydrat, Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A) (Ph. Eur.), Povidon (K 25),

Magnesiumstearat (Ph. Eur.) [pflanzlich]

Tablettenfilm:

Hypromellose, Macrogol 6.000, Hydriertes Baumwollsamenöl, Stärke, modifiziert (Mais), Titandioxid

(E171)

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

60 Monate

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

PVC-/Aluminiumfolien-Blisterpackungen mit 10* Tabletten, 28 Tabletten (N1), 30 Tabletten (N1),

98 Tabletten (N3), 100 Tabletten (N3) in einer Faltschachtel.

* Musterpackung

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen

Anforderungen zu beseitigen.

7.

Inhaber der Zulassung

Aristo Pharma GmbH

Wallenroder Straße 8-10

13435 Berlin

Tel.: +49 30 71094-4200

Fax: +49 30 71094-4250

8.

Zulassungsnummer

73764.00.00

9.

Datum der Erteilung der Zulassung/Verlängerung der Zulassung

05.01.2009/13.01.2014

10.

Stand der Information

04/2015

11.

Verkaufsabgrenzung

Verschreibungspflichtig

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