amiodura 200mg Tabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Amiodaronhydrochlorid
Verfügbar ab:
Mylan Germany GmbH
ATC-Code:
C01BD01
INN (Internationale Bezeichnung):
Amiodarone hydrochloride
Darreichungsform:
Tablette
Zusammensetzung:
Amiodaronhydrochlorid 200.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
41000.00.00

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Wortlaut der für die Packungsbeilage vorgesehenen Angaben

Gebrauchsinformation: Information für Patienten

amiodura 200 mg Tabletten

Amiodaronhydrochlorid

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme

dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte

weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden

haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist amiodura und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von amiodura beachten?

Wie ist amiodura einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist amiodura aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist amiodura und wofür wird es angewendet?

amiodura ist ein Arzneimittel zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen

(Antiarrhythmikum Klasse III).

amiodura wird angewendet bei

Symptomatischen und behandlungsbedürftigen tachykarden supraventrikulären

Herzrhythmusstörungen wie z. B.

AV-junktionale Tachykardien,

supraventrikuläre Tachykardien bei WPW-Syndrom oder

paroxysmales Vorhofflimmern.

Schwerwiegend symptomatischen tachykarden ventrikulären Herzrhythmusstörungen.

Diese Indikationen gelten für Patienten, die auf die Behandlung mit anderen Antiarrhythmika

nicht ansprechen oder bei denen andere Antiarrhythmika nicht angezeigt sind.

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von amiodura beachten?

amiodura darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Amiodaronhydrochlorid oder einen der in Abschnitt 6.

genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind,

bei verlangsamter Herzschlagfolge mit weniger als 55 Pulsschlägen pro Minute

(Sinusbradykardie),

bei allen Formen einer Leitungsverzögerung (sinuaurikuläre und nodale

Leitungsverzögerung) einschließlich Syndrom des kranken Sinusknotens,

Erregungsleitungsstörungen zwischen Herzvorhöfen und Herzkammern (AV-Block II.

und III. Grades) sowie bi- und trifaszikulärer Blöcke, sofern kein Herzschrittmacher

eingesetzt ist,

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bei Schilddrüsenerkrankungen,

bei vorbestehender QT-Verlängerung (spezielle EKG-Veränderung),

bei vermindertem Kaliumgehalt des Blutes (Hypokaliämie),

bei Iodallergien,

wenn Sie schon einmal an einem angioneurotischen Ödem (bestimmte Form von Haut-

und Schleimhautschwellung) litten,

bei gleichzeitiger Behandlung mit MAO-Hemmern (bestimmte Antidepressiva),

bei gleichzeitiger Behandlung mit Arzneimitteln, die eine Sonderform des Herzrasens

(Torsade de pointes) auslösen können (siehe auch unter „Einnahme von amiodura

zusammen mit anderen Arzneimitteln“),

in der Schwangerschaft (es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich),

in der Stillzeit.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Es wird empfohlen, vor Behandlungsbeginn eine Bestimmung der kardiologischen

Funktionen (EKG), des Kalium-Serumwertes, der Leberwerte, der Schilddrüsenwerte und der

Lungenfunktion sowie eine Röntgenuntersuchung des Brustkorbs durchzuführen.

Herz

Insbesondere im Zusammenhang mit der Langzeitanwendung antiarrhythmischer Substanzen

sind Fälle beschrieben worden, bei denen die Schwelle, bei der elektrische Verfahren zur

Durchbrechung lebensbedrohlicher Herzrhythmusstörungen (z. B. Herzschrittmacher) greifen,

erhöht ist. Daher könnte möglicherweise die Funktionsfähigkeit solcher Geräte beeinträchtigt

werden. Deshalb wird eine wiederholte Überprüfung der Funktionsfähigkeit dieser Geräte vor

und während der Therapie mit amiodura empfohlen.

Wenn Sie an ventrikulären, d. h. die Herzkammern betreffenden Herzrhythmusstörungen

leiden, bedarf die Einstellung auf amiodura einer sorgfältigen kardiologischen Überwachung

und darf nur bei Vorhandensein einer kardiologischen Notfallausrüstung sowie der

Möglichkeit einer Monitorkontrolle erfolgen.

Während der Behandlung sollten in regelmäßigen Abständen Kontrolluntersuchungen

vorgenommen werden (z.B. in Abständen von einem Monat mit Standard-EKG bzw. drei

Monaten mit Langzeit-EKG und gegebenenfalls Belastungs-EKG). Bei Verschlechterung

einzelner EKG-Parameter (z. B. Verlängerung der QRS-Zeit bzw. QT-Zeit um mehr als 25 %

oder der PQ-Zeit um mehr als 50 % bzw. einer QT-Verlängerung auf mehr als 500 ms) oder

einer Zunahme der Anzahl oder des Schweregrades der Herzrhythmusstörungen, sollte eine

Therapieüberprüfung erfolgen.

Als Folge der pharmakologischen Wirkung von amiodura zeigen sich im EKG folgende

Veränderungen: QT-Verlängerung (in Abhängigkeit von der Repolarisationsverlängerung),

Auftreten einer U-Welle, Verlängerung oder Deformierung der T-Welle.

Bei einer übermäßigen QT-Verlängerung (bestimmte EKG-Veränderung) besteht ein erhöhtes

Risiko für das Auftreten einer schweren Sonderform des Herzrasens (Torsade de pointes).

Unter amiodura kann eine Verlangsamung der Herzschlagfolge (Sinusbradykardie) auftreten,

die bei älteren Patienten oder bei gestörter Sinusknotenfunktion stärker ausgeprägt sein kann.

In Ausnahmefällen kann ein Sinusknotenstillstand auftreten (Ausbleiben der Herzaktion durch

Stillstand des primären Erregungsbildungssystems im Herzvorhof).

Beim Auftreten einer ausgeprägten Verlangsamung der Herzschlagfolge (Bradykardie) oder

eines Sinusknotenstillstandes muss die Therapie abgebrochen werden.

Veränderungen oder Verstärkung der Herzrhythmusstörungen (proarrhythmische Wirkungen),

die zu starker Beeinträchtigung der Herztätigkeit mit der möglichen Folge des Herzstillstandes

führen können, wurden beschrieben.

Proarrhythmische Effekte unter amiodura treten generell im Zusammenhang mit

Arzneimittelwechselwirkungen und/oder Elektrolytverschiebungen auf (siehe „Einnahme von

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amiodura zusammen mit anderen Arzneimitteln“ und 4. „Welche Nebenwirkungen sind

möglich?“).

Schwere Verlangsamung der Herzschlagfolge (Bradykardie) (siehe „Einnahme von amiodura

zusammen mit anderen Arzneimitteln“)

Bei gleichzeitiger Anwendung von Amiodaron und Sofosbuvir in Kombination mit einem

anderen direkt wirkenden antiviralen Arzneimittel (DAA) zur Behandlung von Hepatitis C,

wie Daclatasvir, Simeprevir oder Ledipasvir, wurden Fälle von schwerer, möglicherweise

lebensbedrohlicher Verlangsamung der Herzschlagfolge (Bradykardie) und Herzblock

beobachtet. Daher wird die gleichzeitige Anwendung dieser Arzneimittel mit amiodura nicht

empfohlen.

Wenn die gleichzeitige Anwendung mit amiodura nicht vermieden werden kann, wird

empfohlen, dass die Patienten bei der Einleitung der Behandlung mit Sofosbuvir in

Kombination mit anderen DAAs eng überwacht werden. Patienten, die ein hohes Risiko für

Bradyarrhythmien aufweisen, sollten nach der Einleitung der gleichzeitigen Behandlung mit

Sofosbuvir kontinuierlich für mindestens 48 Stunden unter entsprechenden klinischen

Bedingungen überwacht werden.

Aufgrund der langen Halbwertszeit von Amiodaron sollten auch Patienten, bei denen

amiodura in den letzten Monaten abgesetzt wurde, sorgfältig überwacht werden, wenn eine

Behandlung mit Sofosbuvir in Kombination mit anderen DAAs eingeleitet werden soll.

Patienten, die die oben aufgeführten Arzneimittel zur Behandlung von Hepatitis C zusammen

mit amiodura erhalten – allein oder in Kombination mit anderen herzfrequenzsenkenden

Arzneimitteln –, sollten von ihrem Arzt auf die Symptome von Bradykardie und Herzblock

aufmerksam gemacht werden. Holen Sie unverzüglich medizinischen Rat ein, wenn diese

Symptome auftreten.

Schilddrüse

Aufgrund des Risikos, unter der Behandlung mit amiodura eine Über- oder Unterfunktion der

Schilddrüse (Hyper- oder Hypothyreose) zu entwickeln, sollten vor Behandlungsbeginn

Schilddrüsenfunktionsuntersuchungen durchgeführt werden.

Während der Therapie und bis etwa ein Jahr nach Absetzen der Therapie sollten diese

Untersuchungen in regelmäßigen Abständen wiederholt und die Patienten auf klinische

Anzeichen einer Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse untersucht werden.

amiodura hemmt die Umwandlung des Schilddrüsenhormons Thyroxin (T

) in Triiodthyronin

) und kann so zu erhöhten T

-Werten sowie zu verminderten T

-Werten bei klinisch

unauffälligen (euthyreoten) Patienten führen. Diese Befundkonstellation allein sollte nicht zu

einem Therapieabbruch führen.

Die folgenden Symptome können Hinweise auf eine Schilddrüsenfunktionsstörung sein:

Bei Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose)

Gewichtszunahme, Kälteempfindlichkeit, Abgeschlagenheit, eine über den unter amiodura zu

erwartenden Effekt hinausgehende extreme Verlangsamung des Herzschlags (Bradykardie).

Klinisch wird eine Unterfunktion der Schilddrüse durch den Nachweis eines deutlich erhöhten

Gehalts des ultrasensitiven Hormons TSH sowie eines verminderten Gehalts des Hormons T

bestätigt. Nach Absetzen der Behandlung kommt es normalerweise innerhalb von 1–3

Monaten zur Normalisierung der Schilddrüsenfunktion.

Bei Nachweis einer Unterfunktion der Schilddrüse sollte die Amiodaron-Dosis - sofern

möglich - in Absprache mit Ihrem Arzt reduziert werden und/oder eine Behandlung mit

Levothyroxin begonnen werden. In Einzelfällen kann ein Absetzen von amiodura erforderlich

werden.

Bei Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose)

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Gewichtsverlust, Herzrasen (Tachykardie), Muskelzittern (Tremor), Nervosität, vermehrtes

Schwitzen und Wärmeintoleranz, Wiederauftreten von Arrhythmien oder Angina Pectoris,

Herzinsuffizienz (Herzschwäche).

Klinisch wird eine Überfunktion der Schilddrüse durch den Nachweis eines deutlich

verminderten Gehalts des ultrasensitiven Hormons TSH sowie erhöhter Werte der Hormone

und T

bestätigt.

Bei Nachweis einer Überfunktion der Schilddrüse sollte amiodura in Absprache mit Ihrem

Arzt abgesetzt sowie in schweren Fällen eine Behandlung mit Thyreostatika,

Betarezeptorenblockern und/oder Kortikosteroiden begonnen werden.

Wegen seines Iodgehaltes verfälscht amiodura klassische Schilddrüsentests

(Iodbindungstests).

Lunge

Unter der Behandlung mit amiodura besteht das Risiko, schwere entzündliche

Lungenerkrankungen (Hypersensitivitäts-Pneumonitis, alveoläre oder interstitielle

Pneumonitis) zu entwickeln. Daher sollten vor Behandlungsbeginn eine Röntgenuntersuchung

der Lunge (Thorax) sowie ein Lungenfunktionstest durchgeführt werden.

Im weiteren Behandlungsverlauf sollten diese Untersuchungen in Abständen von ca. 3 - 6

Monaten wiederholt werden.

Ebenso sollten diese Untersuchungen bei Auftreten von Atembeschwerden (Symptom

möglicher lungentoxischer Wirkung) durchgeführt werden.

Wenn Sie an schweren Lungenerkrankungen leiden, ist die Lungenfunktion gegebenenfalls

häufiger zu kontrollieren, da Sie bei Auftreten lungentoxischer Wirkungen eine schlechtere

Prognose haben.

Nicht produktiver Husten und Atemnot sind häufig erste Anzeichen der vorgenannten

Lungenveränderungen. Des Weiteren können Gewichtsverlust, Fieber und Schwächegefühl

auftreten.

Bei frühzeitigem Absetzen von amiodura bilden sich die oben beschriebenen

Lungenveränderungen in der Regel zurück.

Bei Nachweis einer Hypersensitivitäts-Pneumonitis ist amiodura sofort abzusetzen und eine

Behandlung mit Kortikosteroiden ist zu beginnen.

Bei Nachweis einer alveolären/interstitiellen Pneumonie sollte eine Behandlung mit

Kortikosteroiden erfolgen und die Dosis vermindert werden oder - falls möglich - amiodura

abgesetzt werden.

Leber

Eine Kontrolle der Leberwerte (Transaminasen) anhand von Leberfunktionstests wird

empfohlen, sobald die Therapie mit amiodura begonnen wird. Im weiteren Therapieverlauf

sollten regelmäßige Kontrollen der Leberwerte erfolgen.

Akute Lebererkrankungen (einschließlich schwerer Leberzellinsuffizienz oder Leberversagen,

in Einzelfällen mit tödlichem Ausgang) und chronische Lebererkrankungen können unter der

oralen und intravenösen Darreichungsform von Amiodaron, dem Wirkstoff von amiodura,

auftreten (bei der intravenösen Verabreichung bereits innerhalb der ersten 24 Stunden).

Daher sollte die Dosis von amiodura in Absprache mit Ihrem Arzt reduziert oder amiodura

abgesetzt werden, wenn die Transaminasen über das 3-Fache der Norm ansteigen.

Die Anzeichen einer chronischen Lebererkrankung infolge oraler Einnahme von Amiodaron

können minimal sein (Gelbsucht infolge einer Stauung des Gallenflusses [cholestatischer

Ikterus], Vergrößerung der Leber [Hepatomegalie], auf das bis zu 5-Fache der Norm erhöhte

Leberwerte). Die Leberfunktionsstörungen sind nach dem Absetzen von Amiodaron

reversibel, jedoch sind Fälle mit tödlichem Ausgang beschrieben worden.

Augen

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Während der Behandlung mit amiodura sind regelmäßige augenärztliche Untersuchungen,

einschließlich Beobachtung des Augenhintergrundes (Funduskopie) und Untersuchungen der

vorderen Augenabschnitte mittels Spaltlampe, angezeigt.

Bei verschwommenem Sehen oder vermindertem Sehvermögen sollte umgehend eine

komplette augenärztliche Untersuchung einschließlich Beobachtung des Augenhintergrundes

durchgeführt werden.

Beim Auftreten einer Erkrankung des Sehnervs mit Verschlechterung des Sehvermögens

(Optikusneuropathie und/oder Optikusneuritis) ist das Absetzen von amiodura notwendig, da

die Gefahr eines Fortschreitens der Erkrankung bis hin zur Erblindung besteht. Informieren

Sie daher umgehend Ihren Arzt, damit dieser eine alternative Behandlung einleiten kann.

Haut

Bei Auftreten von Anzeichen schwerer allergischer Hautreaktionen (wie z. B. Blasenbildung,

Hautablösung) muss die Therapie mit Amiodaron beendet werden.

Unter der Therapie mit amiodura sollten Sie Sonnenbestrahlung vermeiden; dies gilt auch für

UV-Licht-Anwendungen und Solarien. Wenn dies nicht möglich sein sollte, sollten Sie die

unbedeckten Hautpartien, besonders das Gesicht, durch eine Lichtschutzsalbe mit hohem

Lichtschutzfaktor schützen. Auch nach Absetzen von amiodura ist ein Lichtschutz noch für

einige Zeit erforderlich.

Neuromuskuläre Erkrankungen (siehe 4. „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“)

amiodura kann periphere Nerven- und/oder Muskelschäden (periphere Neuropathien und/oder

Myopathien) hervorrufen. Diese verschwinden gewöhnlich einige Monate nach Absetzen,

können sich in Einzelfällen aber auch nicht vollständig zurückbilden.

Arzneimittelwechselwirkungen (siehe „Einnahme von amiodura zusammen mit anderen

Arzneimitteln“)

Die gleichzeitige Einnahme von amiodura mit den folgenden Arzneimitteln wird nicht

empfohlen: Betarezeptorenblocker, Calciumkanalblocker mit antiarrhythmischen

Eigenschaften (Verapamil, Diltiazem), Laxanzien, die Hypokaliämien auslösen können.

Bei gleichzeitiger Einnahme von Amiodaron und einigen Statinen (Arzneimittel zur Senkung

erhöhter Blutfette, z. B. Simvastatin, Atorvastatin, Lovastatin), die durch ein bestimmtes

Enzym (CYP3A4) abgebaut werden, kann es zu einer von den Statinen ausgehenden

Erkrankung der Skelettmuskulatur (Myopathie) oder zu einem Zerfall von Muskelzellen

(Rhabdomyolyse) kommen. Es wird empfohlen, unter der Therapie mit Amiodaron Statine zu

verwenden, die nicht über CYP3A4 abgebaut werden.

Anästhesie (siehe „Einnahme von amiodura zusammen mit anderen Arzneimitteln“)

Zumeist nach chirurgischen Eingriffen traten einige Fälle von akutem Lungenversagen

(ARDS) auf, die in Einzelfällen tödlich verliefen.

Kinder

Die Sicherheit und Wirksamkeit bei der Anwendung von amiodura bei Kindern sind nicht

belegt (siehe auch 3. „Wie ist amiodura einzunehmen?“).

Ältere Menschen

amiodura bewirkt eine Verlangsamung der Herzfrequenz, die bei älteren Patienten stärker

ausgeprägt sein kann. Bei ausgeprägter Verlangsamung der Herzfrequenz muss die

Behandlung in Absprache mit Ihrem Arzt abgebrochen werden.

Einnahme von amiodura zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel

einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder

beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

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Die nachfolgend genannten Arzneistoffe bzw. Präparategruppen dürfen nicht

gleichzeitig mit amiodura angewendet werden

Da Amiodaron bestimmte Enzymsysteme (Cytochrom-P450-Enzyme) und Transportproteine

(P-Glykoprotein) beeinflusst, kann es bei gleichzeitiger Anwendung von Arzneimitteln, die

ebenfalls diese Enzymsysteme und Transportproteine beeinflussen, zu Wechselwirkungen

kommen. Ihr Arzt ändert möglicherweise die Dosis anderer Arzneimittel, die Sie einnehmen.

Aufgrund der langen Halbwertszeit von Amiodaron können Wechselwirkungen mehrere

Monate nach dem Absetzen von Amiodaron beobachtet werden.

– MAO-Hemmer (Gruppe von Antidepressiva).

– Bestimmte Arzneimittel, die Herzrhythmusstörungen verursachen können

Bei gleichzeitiger Anwendung von Arzneimitteln zur Behandlung von

Herzrhythmusstörungen (Antiarrhythmika) der Klasse I (insbesondere chinidinähnliche

Substanzen) und anderen Klasse-III-Antiarrhythmika (z. B. Sotalol) sowie anderen die QT-

Zeit verlängernden Arzneimitteln (z. B. Vincamin, einige Neuroleptika [z. B. Sulpirid],

Pentamidin i. v. und Erythromycin i. v.) besteht die Gefahr einer übermäßigen QT-

Verlängerung, verbunden mit einem erhöhten Risiko für das Auftreten von

Kammerarrhythmien einschließlich Torsade de pointes (Sonderform des Herzrasens).

Die gleichzeitige Behandlung mit amiodura und den folgenden Arzneimitteln wird nicht

empfohlen

– Betarezeptorenblocker und Calciumkanalblocker

Bei gleichzeitiger Einnahme von amiodura und Calciumkanalblockern vom Verapamil-

und Diltiazem-Typ oder Betarezeptorenblockern kann es zu einer extrem verlangsamten

Herzschlagfolge (exzessive Bradykardie), zu höhergradigen atrioventrikulären

Überleitungsstörungen und zu einer additiven kardiodepressiven Wirkung kommen.

– Bestimmte Abführmittel (Laxanzien)

Abführmittel, die eine Verminderung des Kaliumgehalts des Blutes (Hypokaliämien)

verursachen können, erhöhen das Risiko, Torsade de pointes (Sonderform des Herzrasens)

auszulösen. In Kombination mit amiodura sollten Sie deshalb andere Abführmittel

verwenden.

– Fluorochinolone

Wenn Sie mit amiodura behandelt werden, sollte die Verabreichung von Fluorochinolonen

vermieden werden.

Arzneimittel zur Behandlung von Hepatitis C

Die gleichzeitige Anwendung von amiodura mit Sofosbuvir in der Kombination mit einem

anderen direkt wirkenden antiviralen Wirkstoff zur Behandlung von Hepatitis C (wie

Daclatasvir, Simeprevir oder Ledipasvir) wird nicht empfohlen, da dies zu einer

schwerwiegenden symptomatischen Verlangsamung der Herzschlagfolge (Bradykardie)

führen kann. Der Mechanismus dieser Wirkung ist nicht bekannt.

Wenn eine gleichzeitige Anwendung nicht vermieden werden kann, wird eine kardiale

Überwachung empfohlen (siehe „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“).

Bei der gleichzeitigen Behandlung mit amiodura und den folgenden Arzneimitteln ist

Vorsicht geboten

– Arzneimittel, die die Blutgerinnung hemmen (orale Antikoagulanzien)

amiodura kann zu einer Verstärkung des gerinnungshemmenden Effektes von Vitamin-K-

Antagonisten (Dicumarol, Warfarin und Phenprocoumon) und dadurch bedingt zu einem

erhöhten Blutungsrisiko führen.

Während und nach der Behandlung mit amiodura sollten daher häufigere Kontrollen der

Blutgerinnungszeit (INR) durchgeführt und gegebenenfalls sollte die Dosis der Vitamin-K-

Antagonisten angepasst werden.

Dabigatran

Die gleichzeitige Anwendung von Amiodaron und Dabigatran sollte aufgrund eines

erhöhten Blutungsrisikos mit Vorsicht erfolgen. Es kann erforderlich sein, die Dosis von

Dabigatran anzupassen.

– Arzneimittel zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen (Antiarrhythmika)

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– Herzglykoside

Bei gleichzeitiger Einnahme von amiodura und herzwirksamen Glykosiden

(Arzneimittel zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen) kann es zu extrem

verlangsamter Herzschlagfolge (exzessive Bradykardie) kommen. Zugrunde liegen

können Störungen der Erregungsbildung im Herzen (Automatie) oder der

Erregungsleitung (atrioventrikuläre Überleitung) aufgrund der sich gegenseitig

verstärkenden Wirkung beider Präparate.

Bei gleichzeitiger Einnahme von amiodura und Digoxin kann es zu einer Erhöhung

des Digoxin-Serumspiegels (aufgrund einer erniedrigten Digoxin-Ausscheidung)

kommen.

Wenn Sie gleichzeitig amiodura und Digoxin einnehmen, sollte Ihr Arzt auf

Symptome einer Digitalis-Überdosierung achten und vorsorglich die Digoxin-

Plasmaspiegel bestimmen. Falls notwendig, sollte eine Dosisanpassung erfolgen.

– Andere Antiarrhythmika

amiodura kann die Plasmaspiegel anderer Antiarrhythmika (z. B. Chinidin,

Procainamid, Flecainid) erhöhen.

Bei gleichzeitiger Anwendung mit amiodura sollte die Flecainid-Dosis deshalb

angepasst werden.

– Arzneimittel, die zu vermindertem Kaliumgehalt des Blutes (Hypokaliämie) führen können

Bei gleichzeitiger Gabe von amiodura und kaliumausschwemmenden Diuretika

(Arzneimittel, die den Harnfluss fördern, z. B. Hydrochlorothiazid, Furosemid),

einzunehmenden Kortikosteroiden, Tetracosactid oder intravenösem Amphotericin B

besteht ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Herzrhythmusstörungen (einschließlich

Torsade de pointes). Eine Hypokaliämie muss vermieden (und korrigiert) werden. Das QT-

Intervall sollte im EKG beobachtet werden. Im Falle von Torsade de pointes sollen keine

Antiarrhythmika gegeben werden.

– Bestimmte Antiepileptika

amiodura kann bei gleichzeitiger Gabe von Phenytoin (Antiepileptikum) den Serumspiegel

von Phenytoin erhöhen und Symptome einer Phenytoin-Überdosierung (z. B.

Sehstörungen, Muskelzittern [Tremor], Schwindel) auslösen. Daher sollte, sobald

entsprechende Symptome auftreten, die Phenytoin-Dosis in Absprache mit Ihrem Arzt

reduziert werden. Gegebenenfalls sollten die Phenytoin-Plasmaspiegel bestimmt werden.

– Arzneimittel zur Unterdrückung des Immunsystems (Immunsuppressiva):

amiodura kann die Ciclosporin-Serumspiegel erhöhen und die Ausscheidung von

Ciclosporin um über 50 % vermindern. Daher sollte bei gleichzeitiger Gabe in Absprache

mit Ihrem Arzt eine Dosisanpassung von Ciclosporin erfolgen.

– Arzneimittel, die unter Beteiligung eines bestimmten Enzymsystems (Cytochrom P450

3A4) abgebaut werden

Da Amiodaron das Enzymsystem Cytochrom P450 3A4 beeinflusst, kann es bei

gleichzeitiger Anwendung von Arzneimitteln, die über dieses Enzymsystem abgebaut

werden, zu Wechselwirkungen kommen.

– Fentanyl

amiodura kann die pharmakologischen Effekte von Fentanyl und so das Risiko

toxischer Wirkungen verstärken.

– Statine (Arzneimittel zur Senkung erhöhter Blutfette)

Bei gleichzeitiger Einnahme von Amiodaron und einigen Statinen (z. B. Simvastatin,

Atorvastatin, Lovastatin) ist das Risiko einer Erkrankung der Muskulatur oder eines

Zerfalls der Muskelzellen (Myopathie/Rhabdomyolyse) erhöht. Es wird empfohlen,

unter der Therapie mit Amiodaron Statine zu verwenden, die nicht über CYP3A4

abgebaut werden.

– Andere Arzneimittel

Lidocain, Tacrolimus, Sildenafil, Midazolam, Triazolam, Dihydroergotamin,

Ergotamin und Colchicin.

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– Allgemeinnarkose

Bei Patienten unter Behandlung mit amiodura, die sich einer Allgemeinnarkose

unterzogen, wurden selten Fälle von atropinresistenter Bradykardie (verlangsamter

Herzschlagfolge), Blutdruckabfall, Überleitungsstörungen und reduziertem

Herzminutenvolumen beobachtet.

Sehr selten treten schwere respiratorische Komplikationen (Schocklunge, ARDS), zumeist

direkt nach chirurgischen Eingriffen, auf. Es wurde eine mögliche Verstärkung des

toxischen Effektes der Sauerstoffkonzentration vermutet.

Vor chirurgischen Eingriffen sollten Sie daher den Anästhesisten über die amiodura-

Therapie informieren.

Beachten Sie bitte, dass diese Angaben auch für vor kurzem angewandte Arzneimittel gelten

können.

Einnahme von amiodura zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken und Alkohol

Während der Behandlung mit amiodura sollten Sie möglichst keinen Alkohol trinken.

Trinken Sie keinen Grapefruitsaft, während Sie amiodura einnehmen. Er kann die

Wirksamkeit Ihres Arzneimittels beeinträchtigen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren

Arzt oder Apotheker um Rat.

Schwangerschaft

Amiodaronhydrochlorid, der Wirkstoff von amiodura, hat schädliche Wirkungen auf die

Schwangerschaft und/oder den Fetus/das Neugeborene. amiodura darf aus diesen Gründen

während einer Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, dieses ist eindeutig

erforderlich. Als häufigste Komplikationen treten Wachstumsstörungen, Frühgeburten und

Funktionsstörungen der Schilddrüse beim Neugeborenen auf. Schilddrüsenunterfunktion,

erniedrigte Herzschlagfolge (Bradykardie) und EKG-Veränderungen (verlängerte QT-

Intervalle) wurden bei etwa 10 % der Neugeborenen festgestellt. Vereinzelt wurden eine

Vergrößerung der Schilddrüse oder Herzgeräusche gefunden. Die Fehlbildungsrate scheint

nicht erhöht zu sein; es sollte jedoch die Möglichkeit von Herzdefekten berücksichtigt

werden. Frauen mit Kinderwunsch sollten wegen der langen Halbwertszeit von

Amiodaronhydrochlorid den Beginn einer Schwangerschaft frühestens ein halbes Jahr nach

dem Ende der Behandlung planen, um eine Belastung des Kindes in der Frühschwangerschaft

zu vermeiden.

Stillzeit

Ist eine Behandlung während der Stillzeit erforderlich oder ist Amiodaronhydrochlorid

während der Schwangerschaft eingenommen worden, darf nicht gestillt werden, da der

Wirkstoff in die Muttermilch übergeht und beim Säugling wirksame Konzentrationen

erreichen kann.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Die Behandlung mit diesem Arzneimittel bedarf der regelmäßigen ärztlichen Kontrolle.

Dieses Arzneimittel kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen

so weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr, zum

Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt wird. Dies gilt

in verstärktem Maße bei Behandlungsbeginn, Dosiserhöhung und Präparate-Wechsel sowie

im Zusammenwirken mit Alkohol.

amiodura enthält Lactose

Bitte nehmen Sie amiodura erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt

ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern leiden.

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3.

Wie ist amiodura einzunehmen?

Nehmen Sie amiodura immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker ein.

Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Dosierung

Die Dosierung sollte individuell - vor allem nach dem Behandlungserfolg - festgelegt werden.

Es gelten folgende Richtdosen:

Erwachsene

Sättigungsdosis

nehmen Sie 8 - 10 Tage lang 600 mg Amiodaronhydrochlorid

(entsprechend 3 Tabletten amiodura) pro Tag; in einigen Fällen können Dosierungen bis zu

1200 mg Amiodaronhydrochlorid (entsprechend 6 Tabletten amiodura) pro Tag

erforderlich werden.

Anschließend Reduzierung auf eine

Erhaltungsdosis

, die im Allgemeinen 200 mg

Amiodaronhydrochlorid (entsprechend 1 Tablette amiodura) während 5 Tagen pro Woche

beträgt. Bei einigen Fällen sind während der Dauertherapie höhere Dosierungen von 200

bis 600 mg Amiodaronhydrochlorid (entsprechend 1 - 3 Tabletten amiodura) pro Tag

erforderlich.

Besonderer Hinweis

Da die meisten Nebenwirkungen dosisabhängig sind, sollte die niedrigste effektive

Erhaltungsdosis verabreicht werden.

Art der Anwendung

Tabletten zum Einnehmen.

Die Tabletten sollen während oder nach einer Mahlzeit unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit

eingenommen werden.

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Es gibt nur begrenzte Erfahrungen zur Wirksamkeit und Unbedenklichkeit bei Kindern. Der

Arzt wird über eine geeignete Dosierung entscheiden.

Bei der Behandlung von Kindern sollte die Dosis entsprechend der Körperoberfläche bzw.

dem Körpergewicht angepasst werden.

Dauer der Anwendung

Die Anwendungsdauer bestimmt der behandelnde Arzt.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von

amiodura zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine größere Menge amiodura eingenommen haben als Sie sollten

Über akute Überdosierungen mit amiodura ist bisher wenig bekannt. Im Allgemeinen ist eine

Überdosierung erst im Laufe der Langzeittherapie möglich.

Die Symptome beschränken sich gewöhnlich auf eine Verlangsamung der Herzschlagfolge

unter 60 Schläge/min oder auf Herzjagen das sich spontan wieder zurückbildet

(Sinusbradykardie, sinuaurikuläre und nodale Reizleitungsstörungen sowie spontan sistierende

Tachykardien). Fälle von Torsade de pointes (Sonderform des Herzrasens), Kreislaufversagen

und Leberversagen wurden berichtet. Die durch amiodura verursachte Verlangsamung der

Herzschlagfolge (Bradykardie) ist atropinresistent. Deshalb ist bei Bedarf eine

vorübergehende Schrittmacherkontrolle erforderlich.

Bei Verdacht auf eine Überdosierung mit amiodura benachrichtigen Sie umgehend Ihren Arzt;

er wird entsprechend den Symptomen über gegebenenfalls erforderliche Maßnahmen

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entscheiden. Bei Vergiftungen und/oder im Falle schwerwiegender Symptome ist sofortige

ärztliche Behandlung erforderlich.

Besteht der Verdacht auf eine Überdosierung, sollten Sie ausreichend lang unter besonderer

Berücksichtigung der kardialen Situation ärztlich beobachtet werden.

Weder Amiodaronhydrochlorid noch seine Metaboliten sind dialysierbar.

Wenn Sie die Einnahme von amiodura vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte bzw. mehrfache Menge nach einer bzw. mehreren vergessenen

Einzeldosen ein, sondern setzen Sie die Behandlung mit der verordneten Dosis fort.

Wenn Sie die Einnahme von amiodura abbrechen

Unterbrechen oder beenden Sie die Behandlung mit amiodura nicht ohne Rücksprache mit

Ihrem behandelnden Arzt!

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an

Ihren Arzt oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht

bei jedem auftreten müssen.

Mögliche Nebenwirkungen

Sehr häufig

(kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen)

Mikroablagerungen an der Vorderfläche der Hornhaut des Auges, die üblicherweise auf

die Region unterhalb der Pupille begrenzt sind und zu Sehstörungen (Schleiersehen,

Farbhöfe um Lichtquellen) führen können.

Sie bilden sich in der Regel 6-12 Monate nach Absetzen von amiodura zurück.

Übelkeit, Erbrechen, Geschmacksveränderungen zu Behandlungsbeginn (während

Einnahme der Sättigungsdosis), die bei Verminderung der Dosis verschwinden.

Isolierte Erhöhungen der Leberwerte (Serumtransaminasen) zu Beginn der Therapie, die

in der Regel nicht sehr ausgeprägt sind (das 1,5- bis 3-Fache des Normalwertes). Die

Werte normalisieren sich meist bei Verminderung der Dosis oder spontan.

Erhöhte Lichtempfindlichkeit (Photosensibilisierung) mit erhöhter Sonnenbrandneigung,

die zu Hautrötung und Hautausschlag führen kann.

Häufig

(kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse

Schwere Überfunktionen der Schilddrüse, in Einzelfällen mit tödlichem Verlauf, wurden

beschrieben.

Muskelzittern (extrapyramidaler Tremor), Albträume, Schlafstörungen

Verlangsamte Herzschlagfolge (normalerweise nicht stark ausgeprägt und dosisabhängig)

Infolge der Lungentoxizität von amiodura können Lungenentzündungen (atypische

Pneumonien als Ausdruck einer Überempfindlichkeitsreaktion [Hypersensitivitäts-

Pneumonitis], alveoläre oder interstitielle Pneumonien) oder Vermehrung von Bindege-

webe (Fibrosen), Rippenfellentzündung (Pleuritis), Entzündung der Bronchiolen (Bron-

chiolitis obliterans mit Pneumonie/BOOP) auftreten (siehe „Warnhinweise und Vor-

sichtsmaßnahmen“).

Einzelfälle mit tödlichem Verlauf wurden berichtet.

Nicht produktiver Husten und Atemnot sind häufig erste Anzeichen der vorgenannten

Lungenveränderungen. Des Weiteren können Gewichtsverlust, Fieber und Schwächege-

fühl auftreten.

Verstopfung

Seite 11 von 13

Auftreten einer akuten Leberentzündung (Hepatitis) mit stark erhöhten Serumtransamina-

sen und/oder eines cholestatischen Ikterus, einschließlich Leberversagen mit in Einzelfäl-

len tödlichem Verlauf.

Juckender, roter Ausschlag (Ekzem).

Unter längerer Behandlung kann es zu einer Hyperpigmentierung mit schwarzvioletter bis

schiefergrauer Hautverfärbung kommen, vor allem an den Körperpartien, die dem Son-

nenlicht ausgesetzt sind.

Die Verfärbung bildet sich langsam innerhalb von 1–4 Jahren nach Absetzen des Präpara-

tes zurück.

Muskelschwäche

Gelegentlich

(kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

Verminderte Libido

Periphere Nerven- und/oder Muskelschäden (periphere sensorische Neuropathien

und/oder Myopathien), die sich nach Absetzen des Arzneimittels gewöhnlich zurückbil-

den (siehe „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“), Schwindel, Koordinationsstörun-

gen, Empfindungsstörungen (Parästhesien)

Überleitungsstörungen (SA-Block: ein Herzblock mit Überleitungsstörungen vom Sinus-

knoten zum Herzvorhof; AV-Block: eine Erregungsleitungsstörung zwischen Herzvorhö-

fen und Herzkammern); in Einzelfällen wurde das Auftreten eines Herzstillstandes (Asys-

tolie) beobachtet (siehe „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“).

Proarrhythmische Wirkungen in Form von Veränderungen oder Verstärkung der Herz-

rhythmusstörungen, die zu starker Beeinträchtigung der Herztätigkeit mit der möglichen

Folge des Herzstillstandes führen können (siehe „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnah-

men“ und „Einnahme von amiodura zusammen mit anderen Arzneimitteln“)

Bauchschmerzen, Völlegefühl und Mundtrockenheit

Müdigkeit

Selten

(kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen)

Vorübergehend eingeschränkte Nierenfunktion

Sehr selten

(kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen)

Verminderung der Blutplättchen. Blutarmut aufgrund eines gesteigerten Zerfalls roter

Blutkörperchen bzw. infolge einer Störung der Blutbildung

Unwohlsein, Verwirrung oder Schwäche, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Reizbarkeit. Hierbei

könnte es sich um eine Erkrankung mit dem Namen „Syndrom der inadäquaten Sekretion

des antidiuretischen Hormons“ (SIADH) handeln

Gutartige Steigerung des Hirndrucks, gestörte Bewegungsabläufe, Kopfschmerzen

Erkrankung der Sehnerven mit Verschlechterung des Sehvermögens (Optikusneuropathie,

Optikusneuritis), die zu permanenter Blindheit führen kann (siehe „Warnhinweise und

Vorsichtsmaßnahmen“)

Ausgeprägte Verlangsamung der Herzschlagfolge oder Sinusknotenstillstand vor allem

bei älteren Patienten oder bei gestörter Sinusknotenfunktion (siehe „Warnhinweise und

Vorsichtsmaßnahmen“)

Hitzewallungen

Gefäßentzündung

Krämpfe der Bronchien (Bronchospasmen) bei atmungsinsuffizienten Patienten und be-

sonders bei Asthmapatienten

Zumeist nach chirurgischen Eingriffen traten einige Fälle von Schocklunge (ARDS) auf,

die in Einzelfällen tödlich verliefen (mögliche Wechselwirkung mit hoher Sauerstoffkon-

zentration)

Chronische Leberkrankheiten (in Einzelfällen mit tödlichem Verlauf), Leberzirrhose

Hautrötung unter Strahlentherapie, Knotenrose (Erythema nodosum) und wenig spezifi-

sche Hautausschläge, entzündliche Rötung und Schuppung der Haut (exfoliative Dermati-

tis), vorübergehender Haarausfall

Seite 12 von 13

Nebenhodenentzündung, Impotenz

Erhöhter Kreatiningehalt des Blutes

Nicht bekannt

(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Verminderung bestimmter Blutkörperchen (Neutropenie, Agranulozytose)

Schwellungen im Gesicht, der Lippen und/oder der Zunge (angioneurotisches Ödem, auch

Quincke-Ödem), schwere allergische Reaktion (anaphylaktoide Reaktion, anaphylaktische

Reaktion, anaphylaktischer Schock)

Verwirrtheit (Delirium), Halluzination

Ungewöhnliche Muskelbewegungen, Steifheit, Zittern und Ruhelosigkeit (Parkinsonis-

mus)

Gestörter Geruchssinn (Parosmie)

Torsade de pointes (siehe Abschnitt 2.)

Einzelfälle von Kammerflimmern/-flattern wurden beschrieben

Lungenblutung

Verminderter Appetit

Akute Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis [akut])

Nesselsucht, lebensbedrohliche (oder sogar tödlich verlaufende) Hautreaktionen, gekenn-

zeichnet durch Ausschlag, Blasen, sich schälende Haut und Schmerz (toxische epidermale

Nekrolyse [TEN], Stevens-Johnson-Syndrom [SJS], bullöse Dermatitis, Arzneimitte-

lexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen [DRESS])

Lupus-ähnliches Syndrom (eine Erkrankung, bei der das Immunsystem verschiedene Be-

reiche des Körpers angreift, mit Symptomen wie Schmerzen, Steifheit und Schwellungen

der Gelenke sowie gerötete Haut, manchmal als schmetterlingsförmiger Ausschlag im Ge-

sicht)

Granulome, einschließlich Knochenmarksgranulome

Hinweis

Zu Verlaufsuntersuchungen, diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen siehe Abschnitt

2. „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“.

Gegenmaßnahmen

Sollten Sie eine der oben genannten Nebenwirkungen bei sich beobachten, benachrichtigen

Sie bitte Ihren behandelnden Arzt, damit dieser über den Schweregrad und gegebenenfalls

erforderliche weitere Maßnahmen entscheiden kann.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies

gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie

können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und

Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3, D-53175 Bonn,

Website: www.bfarm.de, anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu

beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung

gestellt werden.

5.

Wie ist amiodura aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und dem Blisterstreifen nach

„verwendbar bis“ angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden. Das Verfallsdatum

bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Aufbewahrungsbedingungen

Nicht über 25 ºC lagern.

Seite 13 von 13

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht und Feuchtigkeit zu

schützen.

Entsorgen Sie Arzneimittel niemals über das Abwasser (z.B. nicht über die Toilette oder das

Waschbecken). Fragen Sie in Ihrer Apotheke, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie

es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei. Weitere

Informationen finden

ie unter www.bfarm.de/arzneimittelentsorgung.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was amiodura enthält

Der Wirkstoff ist Amiodaronhydrochlorid.

Eine Tablette enthält 200 mg Amiodaronhydrochlorid.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Lactose-Monohydrat; Talkum; mikrokristalline Cellulose; Crospovidon (Ph. Eur.); Povidon

K29-32; Magnesiumstearat (Ph. Eur.); hochdisperses Siliciumdioxid.

Wie amiodura aussieht und Inhalt der Packung

Weiße, runde, konvexe Tablette mit einseitiger Bruchkerbe, Prägung "AM" und "200" ober u.

unterhalb der Bruchkerbe, "G" auf der Rückseite.

amiodura ist in Packungen mit 20, 50 und 100 Tabletten erhältlich.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer

Mylan Germany GmbH

Lütticher Straße 5

53842 Troisdorf

Mitvertrieb:

Mylan Healthcare GmbH

Lütticher Straße 5

53842 Troisdorf

Hersteller:

McDermott Laboratories Limited (T/A Gerard Laboratories) · 35/36 Baldoyle Industrial Esta-

te · Grange Road · Dublin13 · Irland

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Juli 2019.

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Fachinformation

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

amiodura 200 mg Tabletten

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jede Tablette enthält 200 mg Amiodaronhydrochlorid.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: Lactose (siehe Abschnitt 4.4).

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Tablette

Weiße, runde, konvexe Tablette mit einseitiger Bruchkerbe, Prägung "AM" und "200" oberhalb u.

unterhalb der Bruchkerbe, "G" auf der Rückseite.

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Symptomatische und behandlungsbedürftige tachykarde supraventrikuläre Herzrhythmusstörun-

gen wie z. B.

AV-junktionale Tachykardien,

supraventrikuläre Tachykardien bei WPW-Syndrom oder

paroxysmales Vorhofflimmern.

Diese Indikation gilt für Patienten, die auf die Behandlung mit anderen Antiarrhythmika nicht

ansprechen oder bei denen andere Antiarrhythmika nicht angezeigt sind.

Schwerwiegende, symptomatische, tachykarde ventrikuläre Herzrhythmusstörungen. Hierbei ist

zu beachten, dass auf eine Therapie mit Betarezeptorenblockern nicht zugunsten einer Therapie

mit Amiodaron verzichtet werden sollte.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Bei ventrikulären Herzrhythmusstörungen bedarf die Einstellung auf das Antiarrhythmikum ei-

ner sorgfältigen kardiologischen Überwachung und darf nur bei Vorhandensein einer kardiologi-

schen Notfallausrüstung sowie der Möglichkeit einer Monitorkontrolle erfolgen (siehe auch Ab-

schnitt 4.4).

Dosierung mit Einzel- und Tagesangaben

Sättigungsdosis

8 - 10 Tage lang 600 mg Amiodaronhydrochlorid (entsprechend 3 Tabletten

amiodura) pro Tag; in einigen Fällen können Dosierungen bis zu 1200 mg Amiodaronhydrochlo-

rid (entsprechend 6 Tabletten amiodura) pro Tag erforderlich werden.

Anschließend Reduzierung auf eine

Erhaltungsdosis

, die im Allgemeinen 200 mg Amio-

daronhydrochlorid (entsprechend 1 Tablette amiodura) während 5 Tagen pro Woche beträgt.

Bei einigen Fällen sind während der Dauertherapie höhere Dosierungen von 200 bis 600 mg A-

miodaronhydrochlorid (entsprechend 1 - 3 Tabletten amiodura) pro Tag erforderlich.

Seite: 2 von 15

Besonderer Hinweis

Da die meisten Nebenwirkungen dosisabhängig sind, sollte die niedrigste effektive Erhaltungsdosis

verabreicht werden.

Kinder und Jugendliche

Die Unbedenklichkeit und Wirksamkeit von Amiodaron bei Kindern ist nicht nachgewiesen.

Zurzeit vorliegende Daten sind in Abschnitt 5.1 und 5.2 beschrieben.

Bei der Behandlung von Kindern (siehe Abschnitt 4.4) sollte die Dosis entsprechend der Kör-

peroberfläche bzw. dem Körpergewicht angepasst werden.

Art und Dauer der Anwendung

Die Tabletten sollen während oder nach einer Mahlzeit unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit einge-

nommen werden.

Die Anwendungsdauer bestimmt der behandelnde Arzt.

4.3

Gegenanzeigen

amiodura darf nicht angewendet werden bei

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile

Sinusbradykardie (weniger als 55 Pulsschläge pro Minute)

allen Formen einer Leitungsverzögerung (sinuaurikuläre und nodale Leitungsverzögerung) ein-

schließlich Syndrom des kranken Sinusknotens, AV-Block II. und III. Grades sowie bi- und

trifaszikulärer Blöcke, sofern kein Herzschrittmacher eingesetzt ist (Gefahr eines Sinusknoten-

stillstands)

Schilddrüsenerkrankungen

vorbestehender QT-Verlängerung

Hypokaliämie

Jodallergien

anamnestisch bekanntem angioneurotischem Ödem (hereditär oder idiopathisch, z. B. infolge

einer früheren Amiodaron-Therapie)

gleichzeitiger Behandlung mit MAO-Hemmern

gleichzeitiger Behandlung mit Arzneimitteln, die Torsade de pointes auslösen können (siehe

Abschnitt 4.5.)

Schwangerschaft, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich (siehe Abschnitt 4.6)

Stillzeit (siehe Abschnitt 4.6).

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Warnhinweise

Herz/Kreislauf (siehe Abschnitt 4.8)

EKG-Veränderungen, die als QT-Verlängerung (in Abhängigkeit von der Repolarisationsverlänge-

rung), möglicherweise in Verbindung mit der Entwicklung einer U-Welle sowie einer Verlängerung

und Deformierung der T-Welle, imponieren, sind Ausdruck der pharmakologischen Aktivität von

amiodura.

Bei einer übermäßigen QT-Verlängerung besteht ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Torsade

de pointes.

Als Folge der pharmakologischen Wirkung von amiodura kann eine Sinusbradykardie, die bei älte-

ren Patienten oder bei gestörter Sinusknotenfunktion stärker ausgeprägt sein kann, oder in Ausnah-

mefällen ein Sinusknotenstillstand auftreten.

Beim Auftreten einer ausgeprägten Bradykardie oder eines Sinusknotenstillstandes muss die Thera-

pie abgebrochen werden.

Seite: 3 von 15

Proarrhythmische Wirkungen in Form von neu oder verstärkt auftretenden Herzrhythmusstörungen,

die lebensbedrohlich sein können, wurden beschrieben.

Es ist bedeutsam, aber schwierig, zwischen der mangelnden Wirksamkeit des Präparates und einem

proarrhythmischen Effekt zu unterscheiden. Proarrhythmische Effekte unter Amiodaron treten

hauptsächlich im Zusammenhang mit QT-verlängernden Faktoren, wie z. B. Arzneimittelwechsel-

wirkungen und/oder Elektrolytverschiebungen, auf (siehe Abschnitte 4.5 und 4.8). Amiodaron zeigt

trotz einer QT-Zeit-Verlängerung eine geringe torsadogene Aktivität.

Schwere Bradykardie (siehe Abschnitt 4.5)

Bei gleichzeitiger Anwendung von Amiodaron und Sofosbuvir in Kombination mit einem anderen

direkt wirkenden antiviralen Arzneimittel (DAA) zur Behandlung von Hepatitis C, wie Daclatasvir,

Simeprevir oder Ledipasvir, wurden Fälle von schwerer, möglicherweise lebensbedrohlicher

Bradykardie und Herzblock beobachtet. Daher wird die gleichzeitige Anwendung dieser Arzneimit-

tel mit Cordarex nicht empfohlen.

Wenn die gleichzeitige Anwendung mit amiodura nicht vermieden werden kann, wird empfoh-

len, dass die Patienten bei der Einleitung der Behandlung mit Sofosbuvir in Kombination mit an-

deren DAAs eng überwacht werden. Patienten, die ein hohes Risiko für Bradyarrhythmie auf-

weisen, sollten nach der Einleitung der gleichzeitigen Behandlung mit Sofosbuvir kontinuierlich

für mindestens 48 Stunden unter entsprechenden klinischen Bedingungen überwacht werden.

Aufgrund der langen Halbwertszeit von Amiodaron sollten auch Patienten, bei denen amiodura

in den letzten Monaten abgesetzt wurde, sorgfältig überwacht werden, wenn eine Behandlung

mit Sofosbuvir in Kombination mit anderen DAAs eingeleitet werden soll.

Patienten, die diese Arzneimittel zur Behandlung von Hepatitis C zusammen mit amiodura erhalten,

– allein oder in Kombination mit anderen herzfrequenzsenkenden Arzneimitteln –, sollten auf die

Symptome von Bradykardie und Herzblock aufmerksam gemacht werden. Die Patienten sollten an-

gewiesen werden, unverzüglich medizinischen Rat einzuholen, wenn diese Symptome auftreten.

Hyperthyreose (siehe Abschnitte „Vorsichtsmaßnahmen“ und 4.8)

Während der Therapie oder bis zu einigen Monaten nach Absetzen der Amiodaron-Therapie kann

eine Hyperthyreose auftreten. Die folgenden, normalerweise leichten Symptome sollten durch den

Arzt beachtet werden:

Gewichtsverlust, Tachykardie, Tremor, Nervosität, vermehrtes Schwitzen und Wärmeintoleranz,

Wiederauftreten von Arrhythmien oder Angina Pectoris, Herzinsuffizienz.

Die klinische Diagnose einer Hyperthyreose wird durch Nachweis eines deutlich verminderten ult-

rasensitiven TSH sowie erhöhter T3- und T4-Werte bestätigt.

Bei Nachweis einer Hyperthyreose sollte amiodura abgesetzt werden. Eine Besserung erfolgt inner-

halb einiger Monate nach Absetzen der Behandlung und wird von einer Normalisierung der Schild-

drüsenfunktionstests begleitet.

In schweren Fällen (einige tödlich verlaufend) muss eine individuelle Notfallbehandlung mit Thyre-

ostatika, Betarezeptorenblockern und/oder Kortikosteroiden begonnen werden.

Lunge (siehe Abschnitt 4.8)

Unter der Behandlung mit amiodura besteht das Risiko, schwere entzündliche Lungenerkrankungen

(Hypersensitivitäts-Pneumonitis, alveoläre oder interstitielle Pneumonitis) zu entwickeln. Nicht

produktiver Husten und Atemnot sind häufig Anzeichen der vorgenannten Lungenveränderungen.

Des Weiteren können Gewichtsverlust, Fieber, Schwächegefühl auftreten.

Daher sollten vor Behandlungsbeginn eine Thorax-Röntgenuntersuchung sowie ein Lungenfunkti-

onstest durchgeführt werden.

Im weiteren Behandlungsverlauf sollten diese Untersuchungen in Abständen von ca. 3 - 6 Monaten

wiederholt werden.

Seite: 4 von 15

Ebenso sollten diese Untersuchungen bei Auftreten von Atembeschwerden (Symptom möglicher

lungentoxischer Wirkung) durchgeführt werden.

Bei Patienten mit schweren Lungenerkrankungen ist die Lungenfunktion gegebenenfalls häufiger zu

kontrollieren, da diese Patienten bei Auftreten lungentoxischer Wirkungen eine schlechtere Progno-

se haben.

Bei Nachweis einer Hypersensitivitäts-Pneumonitis ist amiodura sofort abzusetzen und eine Be-

handlung mit Kortikosteroiden zu beginnen.

Bei Nachweis einer alveolären/interstitiellen Pneumonie sollte eine Behandlung mit Kortikosteroi-

den erfolgen und die Dosis reduziert werden oder - falls möglich - amiodura abgesetzt werden.

Bei frühzeitigem Absetzen von amiodura bildet sich eine interstitielle Pneumonie in der Regel zu-

rück.

Sehr selten wurden Fälle mit schweren, in Einzelfällen tödlichen, respiratorischen Komplikationen

(Schocklunge, ARDS) berichtet, zumeist direkt nach chirurgischen Eingriffen (siehe auch Abschnitt

4.5).

Leber (siehe Abschnitt 4.8)

Eine Kontrolle der Leberwerte (Transaminasen) anhand von Leberfunktionstests wird empfohlen,

sobald die Therapie mit amiodura begonnen wird. Im weiteren Therapieverlauf sollten regelmäßige

Kontrollen der Leberwerte erfolgen.

Akute Lebererkrankungen (einschließlich schwerer hepatozellulärer Insuffizienz oder Leberver-

sagen, in Einzelfällen mit tödlichem Ausgang) und chronische Lebererkrankungen können unter

Anwendung der oralen und intravenösen Darreichungsform von amiodura auftreten (bei der intra-

venösen Verabreichung bereits innerhalb der ersten 24 Stunden).

Daher sollte die amiodura-Dosis reduziert oder amiodura abgesetzt werden, wenn die Transamina-

sen auf Werte über das 3-Fache der Norm ansteigen.

Die klinischen und laborchemischen Zeichen einer chronischen Lebererkrankung infolge oraler A-

miodaron-Therapie können minimal sein (cholestatischer Ikterus, Hepatomegalie, auf das bis zu 5-

Fache der Norm erhöhte Transaminasenwerte). Die Leberfunktionsstörungen sind nach dem Abset-

zen von Amiodaron reversibel, jedoch sind Fälle mit tödlichem Ausgang beschrieben worden.

Schwere bullöse Hautreaktionen (siehe Abschnitt 4.8)

Lebensbedrohliche oder sogar tödlich verlaufende Hautreaktionen: Stevens-Johnson-Syndrom

(SJS), toxische epidermale Nekrolyse (TEN). Wenn Symptome oder Anzeichen eines SJS, TEN

vorhanden sind (wie z. B. fortschreitender Hautausschlag, oft mit Blasen oder Schleimhautläsi-

onen), muss Amiodaron sofort abgesetzt werden.

Neuromuskuläre Erkrankungen (siehe Abschnitt 4.8)

Amiodaron kann periphere Neuropathien und/oder Myopathien hervorrufen. Diese verschwinden

gewöhnlich einige Monate nach Absetzen, können in Einzelfällen aber auch nicht vollständig rever-

sibel sein.

Augen (siehe Abschnitt 4.8):

Während der Behandlung mit amiodura sind regelmäßige augenärztliche Untersuchungen, ein-

schließlich Funduskopie und Untersuchungen mittels Spaltlampe, angezeigt.

Bei verschwommenem Sehen oder vermindertem Sehvermögen sollte umgehend eine komplette au-

genärztliche Untersuchung einschließlich Funduskopie durchgeführt werden.

Beim Auftreten einer Optikusneuropathie und/oder einer Optikusneuritis ist das Absetzen von ami-

odura erforderlich, da die Gefahr einer Progression, möglicherweise bis zur Erblindung, be-steht.

Arzneimittelwechselwirkungen (siehe Abschnitt 4.5)

Seite: 5 von 15

Die gleichzeitige Anwendung von amiodura mit den folgenden Arzneimitteln wird nicht empfohlen:

Betarezeptorenblocker, Calciumkanalblocker mit antiarrhythmischer Wirkung (Vera-pamil, Diltia-

zem), Laxanzien, die Hypokaliämien auslösen können.

Amiodaron ist ein Inhibitor des Cytochroms P450 (CYP) 3A4. Deshalb sollten Statine, welche über

CYP3A4 metabolisiert werden (z. B. Simvastatin, Atorvastatin, Lovastatin), nicht gleich-zeitig mit

Amiodaron angewendet werden.

Vorsichtsmaßnahmen

Voruntersuchungen und Überwachung der Patienten (siehe auch Unterabschnitt „Warnhinweise“

und Abschnitt 4.8).

Insbesondere im Zusammenhang mit der chronischen Anwendung antiarrhythmischer Substanzen

sind Fälle beschrieben worden, bei denen die Schwelle für die ventrikuläre Defibrillation und/oder

die Schrittmacherstimulation von Herzschrittmachern oder implantierbaren Cardioverter-

Defibrillatoren erhöht war. Somit könnte die Funktionsfähigkeit der Geräte potenziell beeinträchtigt

werden. Deshalb wird eine wiederholte Überprüfung der Funktionsfähigkeit der Geräte vor und

während der Amiodaron-Therapie empfohlen.

Es wird empfohlen, vor Behandlungsbeginn eine Bestimmung der kardiologischen Funktionen

(EKG), des Kalium-Serumwertes, der Leberwerte, der Schilddrüsenwerte und der Lungenfunktion

sowie eine Thorax-Röntgenuntersuchung durchzuführen (siehe Unterabschnitt „Warnhinweise“).

Während der Behandlung sollten in regelmäßigen Abständen die Leberwerte überprüft werden.

Kardiologische Kontrolluntersuchungen sollten während der Behandlung in regelmäßigen Ab-

ständen vorgenommen werden (z. B. in Abständen von einem Monat mit Standard-EKG bzw. drei

Monaten mit Langzeit-EKG und gegebenenfalls Belastungs-EKG). Bei Verschlechterung einzelner

Parameter, z. B. Verlängerung der QRS-Zeit bzw. QT-Zeit um mehr als 25 % oder der PQ-Zeit um

mehr als 50 % bzw. einer QT-Verlängerung auf mehr als 500 ms oder einer Zunahme der Anzahl

oder des Schweregrades der Herzrhythmusstörungen, sollte eine Therapie-überprüfung erfolgen.

Zu Vor- und Verlaufsuntersuchungen der Lunge siehe „Warnhinweise“ unter Abschnitt 4.4.

Schilddrüse (siehe Unterabschnitt „Warnhinweise“ und Abschnitt 4.8)

Aufgrund des Risikos, unter der Behandlung mit amiodura eine Schilddrüsenfunktionsstörung (Hy-

per- oder Hypothyreose) zu entwickeln, sollten vor Behandlungsbeginn Schilddrüsenfunktionsun-

tersuchungen durchgeführt werden.

Während der Therapie und bis etwa ein Jahr nach Absetzen der Therapie sollten diese Untersu-

chungen in regelmäßigen Abständen wiederholt und die Patienten auf klinische Anzeichen einer

Hyper- oder Hypothyreose untersucht werden.

amiodura hemmt die Umwandlung von Thyroxin (T4) in Triiodthyronin (T3) und kann zu erhöhten

T4-Werten sowie zu verminderten T3-Werten bei klinisch unauffälligen (euthyreoten) Patienten

führen. Diese Befundkonstellation allein sollte nicht zu einem Therapieabbruch führen.

Die folgenden Symptome können Hinweise auf eine Hypothyreose sein:

Gewichtszunahme, Kälteempfindlichkeit, Abgeschlagenheit, eine über den unter amiodura zu er-

wartenden Effekt hinausgehende extreme Bradykardie.

Die klinische Diagnose einer Hypothyreose wird durch Nachweis eines deutlich erhöhten ultra-

sensitiven TSH sowie eines verminderten T4 bestätigt. Nach Absetzen der Behandlung kommt es

normalerweise innerhalb von 1–3 Monaten zur Euthyreose.

Bei Nachweis einer Hypothyreose sollte die Amiodaron-Dosis – sofern möglich – reduziert werden

und/oder eine Substitution mit Levothyroxin begonnen werden. In Einzelfällen kann ein Absetzen

von amiodura erforderlich werden.

Wegen seines Iodgehaltes verfälscht amiodura klassische Schilddrüsentests (Iodbindungstests).

Seite: 6 von 15

Haut

Unter der Therapie mit amiodura sollte Sonnenbestrahlung vermieden werden; dies gilt auch für

UV-Licht-Anwendungen und Solarien. Wenn dies nicht möglich sein sollte, sind die unbedeckten

Hautpartien, besonders das Gesicht, durch eine Lichtschutzsalbe mit hohem Lichtschutzfaktor zu

schützen. Auch nach Absetzen von amiodura ist ein Lichtschutz noch für einige Zeit erforderlich.

Anästhesie (siehe Abschnitte 4.5 und 4.8)

Vor chirurgischen Eingriffen sollte der Anästhesist über die amiodura-Therapie informiert werden.

Anwendung bei Kindern (siehe auch Abschnitte 4.2, 5.1, 5.2)

Die Wirksamkeit und Sicherheit einer Anwendung von Amiodaron bei Kindern ist nicht belegt.

Deshalb wird die Anwendung bei Kindern nicht empfohlen.

Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Gluco-

se-Galactase-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht einnehmen.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Arzneimittel, die Torsade de pointes auslösen, oder die die QT-Zeit verlängern

Arzneimittel, die Torsade de pointes auslösen

Die gleichzeitige Behandlung mit Arzneimitteln, die Torsade de pointes auslösen kön-

nen, ist kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3)

MAO-Hemmer

Antiarrhythmika der Klassen I und III und nicht antiarrhythmische Substanzen:

Bei gleichzeitiger Anwendung von Antiarrhythmika der Klasse I (insbesondere chinidin-

ähnliche Substanzen) und anderen Klasse-III-Antiarrhythmika (z. B. Sotalol) sowie anderen

die QT-Zeit verlängernden Arzneimitteln (z. B. Vincamin, einige Neuroleptika [z. B. Sulpi-

rid], Pentamidin i.v. und Erythromycin i.v.) besteht die Gefahr einer übermäßigen QT-

Verlängerung verbunden mit einem erhöhten Risiko für das Auftreten von Kammerarrhyth-

mien einschließlich Torsade de pointes.

Arzneimittel, die die QT-Zeit verlängern

Die gleichzeitige Anwendung von Amiodaron und Arzneimitteln, für die bekannt ist, dass sie

das QT-Intervall verlängern, muss auf einer sorgfältigen Bewertung der möglichen Risiken

und des Nutzens für jeden Patienten beruhen, da das Risiko für Torsade de pointes ansteigen

kann. Patienten sollten im Hinblick auf eine QT-Zeit-Verlängerung überwacht werden.

Fluorochinolone

Bei Patienten, die mit Amiodaron behandelt werden, sollte die Verabreichung von Fluorochi-

nolonen vermieden werden.

Arzneimittel, die die Herzfrequenz vermindern oder Reizbildungs- oder Leitungsstörungen

verursachen

Die gleichzeitige Behandlung mit diesen Arzneimitteln wird nicht empfohlen.

Betarezeptorenblocker und Calciumkanalblocker:

Bei gleichzeitiger Anwendung von amiodura und Calciumkanalblockern vom Verapamil- und Dilti-

azem-Typ oder Betarezeptorenblockern kann es zu einer exzessiven Bradykardie, zu höhergradigen

atrioventrikulären Überleitungsstörungen und zu einer additiven kardiodepressiven Wirkung kom-

men.

Arzneimittel, die Hypokaliämien auslösen können

Seite: 7 von 15

Die gleichzeitige Behandlung mit den folgenden Arzneimitteln wird nicht empfohlen:

Laxanzien, die Hypokaliämien verursachen können, erhöhen das Risiko, Torsade de pointes auszu-

lösen. In Kombination mit amiodura sollten deshalb andere Laxanzien verwendet werden.

Bei der gleichzeitigen Behandlung mit den folgenden Arzneimitteln ist Vorsicht geboten:

Bei gleichzeitiger Gabe kaliumausschwemmender Diuretika (z. B. Hydrochlorothiazid, Furosemid),

systemischer Kortikosteroide, Tetracosactid oder Amphotericin B i. v. und amiodura besteht ein er-

höhtes Risiko für das Auftreten hypokaliämisch induzierter Herzrhythmusstörungen (einschließlich

Torsade de pointes). Eine Hypokaliämie muss vermieden (und korrigiert) werden. Das QT-Intervall

sollte beobachtet werden. Im Falle von Torsade de pointes sollen keine Antiarrhythmika gegeben

werden.

Allgemeinnarkose

Bei Patienten unter Behandlung mit amiodura, die sich einer Allgemeinnarkose unterzogen, wurden

selten Fälle von atropinresistenter Bradykardie, Blutdruckabfall, Überleitungsstörungen und redu-

ziertem Herzminutenvolumen beobachtet.

Sehr selten treten schwere respiratorische Komplikationen (Schocklunge, ARDS), in Einzelfällen

mit tödlichem Ausgang, zumeist direkt nach chirurgischen Eingriffen, auf.

Es wurde eine mögliche Verstärkung des toxischen Effektes der Sauerstoffkonzentration vermutet.

Einfluss von amiodura auf andere Arzneimittel

Amiodaron und/oder sein Metabolit, Desethylamiodaron, inhibieren CYP1A1, CYP1A2,

CYP3A4, CYP2C9, CYP2D6 und P-Glykoprotein (P-gp) und können die Exposition gegenüber

deren Substraten erhöhen.

Aufgrund der langen Halbwertszeit von Amiodaron können Interaktionen mehrere Monate nach

dem Absetzen von Amiodaron beobachtet werden.

P-gp-Substrate

Amiodaron ist ein P-gp-Inhibitor. Die gleichzeitige Anwendung mit P-gp-Substraten kann zu

einem Anstieg ihrer Konzentration führen.

Digitalis

Bei gleichzeitiger Gabe von amiodura und herzwirksamen Glykosiden kann es zu Störungen

der Reizbildung (exzessive Bradykardie) und der atrioventrikulären Überleitung aufgrund der

synergistischen Wirkung beider Präparate kommen.

Bei gleichzeitiger Gabe von amiodura und Digoxin kann es zu einer Erhöhung des Digoxin-

Serumspiegels (aufgrund einer erniedrigten Digoxin-Clearance) kommen.

Daher sollte bei diesen Patienten auf Symptome einer Digitalis-Überdosierung geachtet wer-

den und vorsorglich sollten die Digoxin-Plasmaspiegel bestimmt werden. Falls notwendig

sollte eine Dosisanpassung erfolgen.

Dabigatran

Die gleichzeitige Anwendung von Amiodaron und Dabigatran sollte aufgrund eines erhöhten

Blutungsrisikos mit Vorsicht erfolgen. Es kann erforderlich sein, die Dosis von Dabigatran

gemäß deren Angaben in der Fachinformation anzupassen.

CYP2C9-Substrate

Amiodaron erhöht die Konzentration von CYP2C9-Substraten, wie z. B. Warfarin oder Phe-

nytoin, durch die Hemmung von CYP2C9.

Warfarin

amiodura kann zu einer Verstärkung des gerinnungshemmenden Effektes von Vitamin-K-

Antagonisten (Dicumarol, Warfarin und Phenprocoumon) und dadurch bedingt zu einem er-

höhten Blutungsrisiko führen. Die Verstärkung der gerinnungshemmenden Wirkung von

Warfarin beruht auf einer Hemmung von CYP2C9 durch Amiodaron.

Seite: 8 von 15

Während und nach der Behandlung mit amiodura sollten daher häufigere INR-Kontrollen

durchgeführt und gegebenenfalls die Dosis der Vitamin-K-Antagonisten angepasst werden.

Phenytoin

amiodura kann bei gleichzeitiger Gabe von Phenytoin den Serumspiegel von Phenytoin erhö-

hen und Symptome einer Phenytoin-Überdosierung (z. B. Sehstörungen, Tremor, Schwindel)

auslösen. Daher sollte, sobald entsprechende Symptome auftreten, die Phenytoin-Dosis redu-

ziert werden. Gegebenenfalls sollten die Phenytoin-Plasmaspiegel bestimmt werden.

Antiarrhythmika

amiodura kann die Plasmaspiegel anderer Antiarrhythmika (z. B. Chinidin, Procainamid, Fle-

cainid) erhöhen.

CYP2D6-Substrate

Flecainid

Die Plasmakonzentration von Flecainid wird von Cordarex durch Hemmung von CYP2D6 er-

höht. Bei gleichzeitiger Anwendung mit Cordarex sollte die Flecainid-Dosis deshalb ange-

passt werden.

CYP3A4-Substrate

Die gleichzeitige Anwendung von Arzneimitteln, die durch CYP3A4 metabolisiert werden

und Amiodaron, einem Hemmstoff des CYP3A4, kann zu höheren Plasmaspiegelkonzentrati-

onen und damit verbunden zu einer erhöhten Toxizität dieser Arzneimittel führen.

Ciclosporin

amiodura kann die Ciclosporin-Serumspiegel erhöhen und die Clearance von Ciclosporin um

über 50 % vermindern. Daher sollte bei gleichzeitiger Gabe eine Dosisanpassung von Ciclos-

porin erfolgen.

Fentanyl

amiodura kann die pharmakologischen Effekte von Fentanyl verstärken und so das Risiko to-

xischer Wirkungen verstärken.

Statine

Das Risiko von Muskeltoxizität (z.B. Rhabdomyolyse) ist erhöht, wenn Amiodaron gleichzei-

tig mit Statinen verabreicht wird, die durch CYP3A4 metabolisiert werden, wie z.B. Simvas-

tatin, Atorvastatin und Lovastatin. Bei gleichzeitiger Anwendung von Amiodaron wird emp-

fohlen, ein Statin zu verwenden, das nicht durch CYP3A4 metabolisiert wird.

Andere von CYP3A4 metabolisierte Arzneimittel

Lidocain, Tacrolimus, Sildenafil, Midazolam, Triazolam, Dihydroergotamin, Ergotamin und

Colchicin.

Einfluss anderer Arzneimittel auf amiodura

CYP3A4- und CYP2C8-Inhibitoren haben das Potenzial, den Metabolismus von Amiodaron zu

hemmen und die Exposition gegenüber Amiodaron zu erhöhen.

Es wird empfohlen, während der Behandlung mit Amiodaron CYP3A4-Inhibitoren (wie z. B.

Grapefruitsaft oder bestimmte Arzneimittel) zu vermeiden.

Sonstige Wechselwirkungen mit amiodura

Die gleichzeitige Anwendung von Amiodaron mit Sofosbuvir in der Kombination mit einem ande-

ren direkt wirkenden antiviralen Wirkstoff zur Behandlung von Hepatitis C (wie Daclatasvir, Sime-

previr oder Ledipasvir) wird nicht empfohlen, da dies zu einer schwerwiegenden symptomatischen

Bradykardie führen kann. Der Mechanismus der bradykarden Wirkung ist nicht bekannt.

Seite: 9 von 15

Wenn eine gleichzeitige Anwendung nicht vermieden werden kann, wird eine kardiale Überwa-

chung empfohlen (siehe Abschnitt 4.4).

4.6

Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Amiodaron hat schädliche pharmakologische Wirkungen auf die Schwangerschaft, den Fötus und

das Neugeborene. Amiodaronhydrochlorid und N-Desethylamiodaron passieren die Plazenta und er-

reichen im Kind 10 - 25 % der maternalen Plasmakonzentration. Als häufigste Komplikationen tre-

ten Wachstumsstörungen, Frühgeburten und Funktionsstörungen der Schilddrüse beim Neugebore-

nen auf. Hypothyreoidismus, Bradykardie und verlängerte QT-Intervalle wurden bei etwa 10 % der

Neugeborenen festgestellt. Vereinzelt wurden eine Vergrößerung der Schilddrüse oder Herzgeräu-

sche gefunden. Die Fehlbildungsrate scheint nicht erhöht zu sein; es sollte jedoch die Möglichkeit

von Herzdefekten berücksichtigt werden. Amiodaron darf nicht während der Schwangerschaft an-

gewendet werden, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich. Frauen mit Kinderwunsch sollten we-

gen der langen Halbwertszeit von Amiodaronhydrochlorid den Beginn einer Schwangerschaft frü-

hestens ein halbes Jahr nach dem Ende der Therapie planen, um eine Exposition des Kindes in der

Frühschwangerschaft zu vermeiden.

Stillzeit

Ein Übergang in die Muttermilch ist für den Wirkstoff und für den aktiven Metaboliten nachgewie-

sen. Bei gestillten Kindern werden messbare Plasmaspiegel erreicht. Ist eine Behandlung während

der Stillzeit erforderlich, oder ist Amiodaronhydrochlorid während der Schwangerschaft einge-

nommen worden, darf nicht gestillt werden.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Die Behandlung mit diesem Arzneimittel bedarf der regelmäßigen ärztlichen Kontrolle. Dieses Arz-

neimittel kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit verän-

dern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr, zum Bedienen von Maschinen

oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt wird.

Dies gilt in verstärktem Maße bei Behandlungsbeginn, Dosiserhöhung und Präparatewechsel sowie

im Zusammenwirken mit Alkohol.

4.8

Nebenwirkungen

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr häufig (≥ 1/10)

Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10)

Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100)

Selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000)

Sehr selten (< 1/10.000)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Sehr selten: Thrombozytopenie, hämolytische oder aplastische Anämie.

Nicht bekannt: Neutropenie, Agranulozytose

Erkrankungen des Immunsystems

Nicht bekannt: Angioneurotisches Ödem (Quincke-Ödem), anaphylaktoide Reaktion, anaphylakti-

sche Reaktion, anaphylaktischer Schock.

Endokrine Erkrankungen

Häufig: Hyper- oder Hypothyreose.

Schwere Hyperthyreosen, in Einzelfällen mit tödlichem Verlauf, wurden beschrieben.

(Zu Verlaufsuntersuchungen, diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen siehe Abschnitt Ab-

schnitt 4.4.)

Seite: 10 von 15

Sehr selten: Syndrom der inadäquaten Sekretion des antidiuretischen Hormons (SIADH).

Psychiatrische Erkrankungen

Gelegentlich: Verminderte Libido.

Nicht bekannt: Delirium (einschließlich Verwirrtheit), Halluzination.

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig: Extrapyramidaler Tremor, Albträume, Schlafstörungen.

Gelegentlich: Periphere sensorische Neuropathien und/ oder Myopathien, gewöhnlich reversibel

nach Absetzen des Arzneimittels (siehe Abschnitt 4.4), Schwindel, Koordinationsstörungen, Paräs-

thesien.

Sehr selten: Benigne intrakraniale Drucksteigerungen (Pseudotumor cerebri), zerebrale Ataxie,

Kopfschmerzen.

Nicht bekannt: Parkinsonismus, Parosmie

Augenerkrankungen

Sehr häufig: Mikroablagerungen an der Vorderfläche der Hornhaut des Auges (können auch als

Cornea verticillata bezeichnet werden), die üblicherweise auf die Region unterhalb der Pupille be-

grenzt sind und zu Sehstörungen (Schleiersehen, Farbhöfe um Lichtquellen) führen können. Die

Mikroablagerungen bestehen aus komplexen Lipidablagerungen und bilden sich in der Regel 6 - 12

Monate nach Absetzen von amiodura zurück.

Sehr selten: Optikusneuropathie und/oder Optikusneuritis, die zu permanenter Blindheit führen

kann (siehe Abschnitt 4.4).

Herzerkrankungen

Häufig: Bradykardie (normalerweise moderat und dosisabhängig).

Gelegentlich: Überleitungsstörungen (SA-Block, AV-Block); in Einzelfällen wurde das Auftreten

einer Asystolie beobachtet (siehe Abschnitt 4.4).

Proarrhythmische Wirkungen in Form von Veränderungen oder Verstärkung der Herzrhythmusstö-

rungen, die zu starker Beeinträchtigung der Herztätigkeit mit der möglichen Folge des Herzstillstan-

des führen können (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5).

Sehr selten: Ausgeprägte Bradykardie oder Sinusknotenstillstand vor allem bei älteren Patienten o-

der bei gestörter Sinusknotenfunktion (siehe Abschnitt 4.4)

Nicht bekannt: Torsade de pointes (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5).

Einzelfälle von Kammerflimmern/-flattern wurden beschrieben.

(Zu Verlaufsuntersuchungen, diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen siehe Abschnitt 4.4.)

Gefäßerkrankungen

Sehr selten: Vaskulitis.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Häufig: Infolge der Lungentoxizität von amiodura können atypische Pneumonien als Ausdruck einer

Überempfindlichkeitsreaktion (Hypersensitivitäts-Pneumonitis), alveoläre oder interstitielle Pneu-

monien oder Fibrosen, Pleuritis, Bronchiolitis obliterans mit Pneumonie/BOOP auftreten (siehe Ab-

schnitt 4.4.).

Einzelfälle mit tödlichem Verlauf wurden berichtet.

Nicht produktiver Husten und Atemnot sind häufig erste Anzeichen der vorgenannten Lungenver-

änderungen. Des Weiteren können Gewichtsverlust, Fieber und Schwächegefühl auftreten.

Sehr selten: Bronchospasmus bei Patienten mit schwerer respiratorischer Insuffizienz und besonders

bei Asthmapatienten.

Zumeist nach chirurgischen Eingriffen traten Fälle von Schocklunge (ARDS) auf, die in Einzelfäl-

len tödlich verliefen (mögliche Interaktion mit hoher Sauerstoffkonzentration, siehe Abschnitt 4.5).

Nicht bekannt: Lungenblutung.

(Zu Verlaufsuntersuchungen, diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen siehe Abschnitt 4.4.)

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Seite: 11 von 15

Sehr häufig: Übelkeit, Erbrechen, Geschmacksveränderungen zu Behandlungsbeginn (während Ein-

nahme der Sättigungsdosis), die bei Dosisreduktion verschwinden.

Häufig: Obstipation

Gelegentlich: Bauchschmerzen, Völlegefühl, Anorexie, Mundtrockenheit.

Nicht bekannt: Pankreatitis (akut)

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Nicht bekannt: Verminderter Appetit

Leber- und Gallenerkrankungen

Sehr häufig: Isolierte Erhöhungen der Serumtransaminasen zu Beginn der Therapie, die in der Regel

nicht sehr ausgeprägt sind (1,5 – 3fache des Normalwertes). Die Werte normalisieren sich meist bei

Dosisreduktion oder spontan.

Häufig: Akute Hepatitis mit stark erhöhten Serumtransaminasen und/ oder ein cholestatischer Ikte-

rus, einschließlich Leberversagen mit in Einzelfällen tödlichem Verlauf.

Sehr selten: Chronische Leberkrankheiten (in Einzelfällen mit tödlichem Verlauf), Leberzirrhose.

(Zu Verlaufsuntersuchungen, diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen siehe Abschnitt 4.4.)

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Sehr häufig: Photosensibilisierung mit erhöhter Sonnenbrandneigung, die zu Erythem und Hautaus-

schlag führen kann (siehe Abschnitt 4.4).

Häufig: Ekzem. Unter längerer Behandlung kann es zu einer Hyperpigmentierung mit schwarzvio-

letter bis schiefergrauer Hautverfärbung (Pseudozyanose) kommen, vor allem an den Körperpartien,

die dem Sonnenlicht ausgesetzt sind.

Die Verfärbung bildet sich langsam innerhalb 1 - 4 Jahren nach Absetzen des Präparates zurück.

Sehr selten: Erythembildung unter Strahlentherapie, Erythema nodosum und wenig spezifische

Exantheme, exfoliative Dermatitis, Alopezie. (Zu vorbeugenden Maßnahmen siehe Abschnitt 4.4).

Nicht bekannt: Urtikaria, schwere Hautreaktionen, teilweise mit tödlichem Verlauf, wie toxische

epidermale Nekrolyse (TEN), Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), bullöse Dermatitis, Arzneimitte-

lexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS).

(Zu vorbeugenden Maßnah-

men siehe Abschnitt 4.4.)

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Häufig: Muskelschwäche.

Nicht bekannt: Lupus-ähnliches Syndrom.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Selten: Vorübergehend eingeschränkte Nierenfunktion.

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Sehr selten: Epididymitis, Impotenz.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Gelegentlich: Müdigkeit

Nicht bekannt

:

Granulome, einschließlich Knochenmarksgranulome

Untersuchungen

Sehr selten: Erhöhter Serumkreatiningehalt.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit.

Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimit-

tels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwir-

kung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-

Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de, anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Seite: 12 von 15

Über akute Überdosierungen mit amiodura ist bisher wenig bekannt. Im Allgemeinen ist wegen der

besonderen Pharmakokinetik eine Überdosierung erst im Laufe der Langzeittherapie möglich.

Die Symptome beschränken sich gewöhnlich auf eine Sinusbradykardie, sinuaurikuläre und nodale

Reizleitungsstörungen sowie spontan sistierende Tachykardien. Fälle von Torsade de pointes,

Kreislaufversagen und Leberversagen wurden berichtet. Die durch amiodura verursachte

Bradykardie ist atropinresistent. Deshalb ist bei Bedarf eine temporäre Schrittmacherkontrolle er-

forderlich.

Eine Behandlung erfolgt symptomatisch. Besteht der Verdacht auf eine Überdosierung, sollte der

Patient aufgrund der Pharmakokinetik von Amiodaronhydrochlorid ausreichend lang unter besonde-

rer Berücksichtigung der kardialen Situation beobachtet werden.

Weder Amiodaron noch seine Metaboliten sind dialysierbar.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antiarrhythmika Klasse III

ATC-Code: C01BD01

Amiodaronhydrochlorid bewirkt eine Hemmung des Kaliumausstroms in der Phase III des Aktions-

potentials im Myokardgewebe und verlängert dadurch selektiv die Repolarisationsdauer und Refrak-

tärperiode des Aktionspotentials (Klasse III-Wirkung nach Vaughan Williams). Dies führt zur Un-

terdrückung von Ektopien und Reentry-Mechanismen ohne Beeinträchtigung der Kontraktionskraft

des Myokards.

Amiodaronhydrochlorid reduziert die Leitungsgeschwindigkeit und verlängert die Refraktärzeit in

akzessorischen atrioventrikulären Bahnen.

Die Verlängerung der langsamen diastolischen Depolarisation im Schrittmacherpotential führt zu

einer Unterdrückung der Automatie im Schrittmachergewebe mit Verlangsamung der Herzfrequenz,

die atropin-resistent ist.

Amiodaronhydrochlorid zeigt eine dosisabhängige, nicht kompetitive Hemmung der alpha- und be-

ta-adrenergen Aktivitäten. Hämodynamisch äußert sich dies in einer koronar- und gefäßdilatatori-

schen Wirkung und ebenso in einer Verbesserung der Sauerstoffbilanz.

Amiodaronhydrochlorid weist bei oraler Gabe keinen signifikant negativ inotropen Effekt auf.

Bei i.v. Gabe kann es hauptsächlich nach Injektion zu einer Verminderung der Kontraktilität kom-

men.

Kinder und Jugendliche

Es wurden keine kontrollierten Studien bei Kindern durchgeführt.

In den veröffentlichten Studien wurde die Unbedenklichkeit von Amiodaron bei 1118 pädiatrischen

Patienten mit unterschiedlichen Arrhythmien untersucht.

Die folgenden Dosierungen wurden in den klinischen Studien bei Kindern angewendet:

Oral:

– Aufsättigungsdosis: 10 bis 20 mg/kg/Tag für 7 bis 10 Tage (oder 500 mg/m2/Tag, wenn pro

Quadratmeter angegeben)

– Erhaltungsdosis: Es sollte die minimale effektive Dosis angewendet werden. Ent-sprechend des

individuellen Ansprechens kann diese zwischen 5 bis 10 mg/kg/Tag betragen (oder 250 mg/m2/Tag,

wenn pro Quadratmeter angegeben).

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Seite: 13 von 15

Amiodaron wird hauptsächlich über CYP3A4 und auch über CYP2C8 metabolisiert.

Amiodaron und sein Metabolit, Desethylamiodaron, zeigen in vitro das Potenzial, CYP1A1,

CYP1A2, CYP2C9, CYP2D6, CYP3A4, CYP2A6, CYP2B6 und CYP2C8 zu hemmen. Amiodaron

und Desethylamiodaron haben auch das Potenzial, einige Transporter, wie z. B. P-Glykoprotein und

organische Kationen-Transporter (OCT2), zu hemmen (eine Studie zeigt eine 1,1%ige Erhöhung der

Konzentration von Kreatinin, einem OCT2-Substrat). In-vivo-Daten beschreiben eine Interaktion

von Amiodaron und CYP3A4, CYP2C9, CYP2D6 und P-gp-Substraten.

Amiodaronhydrochlorid wird nach oraler Gabe zu 50 % im Magen-Darm-Trakt resorbiert.

Nach Applikation einer einzelnen Dosis werden Plasmaspiegel nach 3 - 7 Stunden erreicht.

Die Anreicherung der Substanz an ihrem Wirkort bzw. die Aufsättigung des Myokardgewebes ist

entscheidend für die therapeutische Wirksamkeit.

In Abhängigkeit von der Sättigungsdosierung sind therapeutische Wirkungen im Zeitraum von we-

nigen Tagen bis zu zwei Wochen zu erwarten.

Nach Injektion wird das Wirkmaximum nach 15 Minuten erreicht. Danach kommt es zu einer Um-

verteilung ins Gewebe und zu einem schnellen Abfall des Plasmaspiegels innerhalb von 4 Stunden.

Zur Aufsättigung der Gewebespeicher muss die Therapie intravenös oder oral weitergeführt werden.

Amiodaronhydrochlorid hat eine lange Halbwertszeit, die interindividuell zwischen 20 und 100 Ta-

gen variiert.

Während der Aufsättigung kumuliert die Substanz insbesondere im Fettgewebe.

Der Steady state wird innerhalb eines Zeitraumes von einem bis zu mehreren Monaten erreicht.

Aufgrund dieser Charakteristika sollte die empfohlene Aufsättigungsdosis verabreicht werden, um

eine schnelle Gewebesättigung zu erreichen, die Voraussetzung für die therapeutische Wirksamkeit

ist.

Der Hauptausscheidungsweg geht über die Leber und die Galle. 10 % der Substanz werden renal

ausgeschieden.

Aufgrund der geringen renalen Ausscheidung kann niereninsuffizienten Patienten die übliche Dosis

verabreicht werden.

Nach Absetzen wird Amiodaronhydrochlorid noch über mehrere Monate ausgeschieden.

Kinder und Jugendliche

Es wurden keine kontrollierten Studien bei Kindern durchgeführt.

In den begrenzten, veröffentlichten Daten, die für pädiatrische Patienten verfügbar sind, wurde kein

Unterschied zu Erwachsenen festgestellt.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Akute Toxizität

Die akute Toxizität von Amiodaronhydrochlorid scheint relativ niedrig zu sein, und die LD

Werte liegen über 3 g/kg KG. Klinische Symptome waren beim Hund Erbrechen, bei Nagern ZNS-

Effekte (Sedation, Tremor, Krämpfe, Atemstörungen).

Chronische Toxizität / subchronische Toxizität

Im Rahmen der Untersuchungen zur chronischen Toxizität rief Amiodaronhydrochlorid bei Tieren

ähnliche toxische Wirkungen wie beim Menschen hervor. Amiodaronhydrochlorid rief Lungen-

schäden (Fibrosen, Phospholipidosen; bei Hamster, Ratte und Hund) sowie ZNS-Störungen (bei

Ratten) hervor. Für die Auslösung von Lungenschäden scheinen oxidativer Stress und freie Radika-

le eine wichtige Rolle zu spielen. Ferner rief Amiodaronhydrochlorid bei Ratten Leberschäden her-

vor. Wirkungen von Amiodaron auf die Serum-Lipide können indirekt über Veränderungen der

Plasmakonzentrationen von Schilddrüsenhormonen hervorgerufen werden.

Seite: 14 von 15

Mutagenes und tumorerzeugendes Potential

Amiodaronhydrochlorid ist eine stark phototoxische Substanz. Es gibt Hinweise, dass in Gegenwart

von Amiodaronhydrochlorid durch UV-Bestrahlung zytotoxisch wirkende freie Radikale gebildet

werden. Dies kann nicht nur zu akuten phototoxischen Reaktionen führen, sondern auch zu Schädi-

gungen von DNS (Photomutagenität) und nachfolgenden photokanzerogenen Wirkungen. Bisher

wurden diese potentiell schwerwiegenden Nebenwirkungen von Amiodaronhydrochlorid nicht ex-

perimentell untersucht. Daher ist das photomutagene und photokarzinogene Potential von Amio-

daron nicht bekannt.

In einer 2-Jahres- Karzinogenitätsstudie an Ratten verursachte Amiodaron einen Anstieg follikulärer

Schilddrüsentumoren (Adenome und/oder Karzinome) bei beiden Geschlechtern in klinisch relevan-

tem Exposition. Da die Befunde zur Mutagenität negativ waren, wird eher ein epigenetischer als ein

genotoxischer Mechanismus für diese Art der Tumorinduktion angenommen. Bei Mäusen wurden

keine Karzinome aber eine dosisabhängige follikuläre Schilddrüsenhyperplasie beobachtet. Diese

Effekte auf die Schilddrüse von Ratten und Mäusen beruhen höchstwahrscheinlich auf der Wirkung

von Amiodaron auf die Synthese und/oder Freisetzung von Schilddrüsenhormonen. Die Relevanz

dieser Befunde für den Menschen ist gering.

Reproduktionstoxizität

Bei männlichen Patienten sind nach längerer Behandlung erhöhte Serumspiegel für LH und FSH

gemessen worden, die auf testikuläre Dysfunktionen hindeuten.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Lactose-Monohydrat; Talkum; mikrokristalline Cellulose; Crospovidon (Ph. Eur.); Povidon K29-32;

Magnesiumstearat (Ph. Eur.); hochdisperses Siliciumdioxid.

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

5 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 25ºC lagern

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht und Feuchtigkeit zu schützen.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

PVC-Aluminium-Blister.

Originalpackungen mit 20, 50 und 100 Tabletten.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

Seite: 15 von 15

7.

INHABER DER ZULASSUNG

Mylan Germany GmbH

Lütticher Straße 5

53842 Troisdorf

Mitvertrieb:

Mylan Healthcare GmbH

Lütticher Straße 5

53842 Troisdorf

8.

ZULASSUNGSNUMMER

41000.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

27.04.1998 / 08.12.2009

10.

STAND DER INFORMATION

Juli 2019

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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