Amiodaron-ratiopharm 100 mg Tabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Amiodaronhydrochlorid
Verfügbar ab:
ratiopharm GmbH
ATC-Code:
C01BD01
INN (Internationale Bezeichnung):
Amiodarone hydrochloride
Darreichungsform:
Tablette
Zusammensetzung:
Amiodaronhydrochlorid 100.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
38165.00.00

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg Tabletten

Amiodaronhydrochlorid

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte

weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden

haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies

gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe

Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

beachten?

Wie ist

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg und wofür wird es angewendet?

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

ist ein Arzneimittel zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen

(Antiarrhythmikum Klasse III).

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg wird eingenommen bei

symptomatischen und behandlungsbedürftigen Herzrhythmusstörungen mit schneller

Herzschlagfolge und Ursprung im Herzvorhof (tachykarde supraventrikuläre

Herzrhythmusstörungen), wie z. B.

Herzrhythmusstörungen mit schneller Herzschlagfolge, infolge einer Störung der

Reizüberleitung zwischen Herzvorhof (Atrium) und Herzkammer (Ventrikel), in einem

speziellen Reizleitungssystem (AV-Knoten) (AV-junktionale Tachykardien),

erhöhte Herzschlagfolge über 100 Schläge/min bei Herzfunktionsstörungen, die durch

elektrische Leitungsbahnen zwischen Herzvorhof und Herzkammer hervorgerufen werden, die

das spezielle Reizüberleitungssystem (AV-Knoten) umgehen und so die Herzerregung

kurzschließen (supraventrikuläre Tachykardien bei WPW-Syndrom) oder

anfallsartig auftretendes (paroxysmales) Vorhofflimmern.

Diese Indikation gilt für Patienten, die auf die Behandlung mit anderen Antiarrhythmika nicht

ansprechen oder bei denen andere Antiarrhythmika nicht angezeigt sind.

schwerwiegenden symptomatischen Herzrhythmusstörungen mit erhöhter Herzschlagfolge über

100 Schläge/min, die ihren Ursprung in der Herzkammer haben (tachykarde ventrikuläre

Herzrhythmusstörungen). Hierbei ist zu beachten, dass auf eine Therapie mit

Betarezeptorenblockern nicht zu Gunsten einer Therapie mit Amiodaron verzichtet werden sollte.

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg beachten?

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Amiodaronhydrochlorid oder einen der in Abschnitt 6. genannten

sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels

sind

bei verlangsamter Herzschlagfolge mit weniger als 55 Pulsschlägen pro Minute

(Sinusbradykardie)

bei allen Formen einer Leitungsverzögerung (sinuaurikuläre und nodale Leitungsverzögerung)

einschließlich Syndrom des kranken Sinusknotens, Erregungsleitungsstörungen zwischen

Herzvorhöfen und Herzkammern (AV-Block II. und III. Grades) sowie bi- und trifaszikuläre

Blöcke, sofern kein Herzschrittmacher eingesetzt ist

bei Schilddrüsenerkrankungen

bei vorbestehender QT-Verlängerung (spezielle EKG-Veränderung)

bei vermindertem Kaliumgehalt des Blutes (Hypokaliämie)

bei Jodallergien

wenn Sie schon einmal an einem angioneurotischen Ödem (bestimmte Form von Haut- und

Schleimhautschwellung) litten

bei gleichzeitiger Behandlung mit MAO-Hemmern (bestimmte Antidepressiva)

bei gleichzeitiger Behandlung mit Arzneimitteln, die eine Sonderform des Herzrasens (Torsade

de pointes) auslösen können (siehe „Einnahme von

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

zusammen

mit anderen Arzneimitteln“)

in der Schwangerschaft (es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich)

in der Stillzeit

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

einnehmen.

Herz:

Insbesondere im Zusammenhang mit der Langzeitanwendung antiarrhythmischer Substanzen sind

Fälle beschrieben worden, bei denen die Schwelle, bei der elektrische Verfahren zur Durchbrechung

lebensbedrohlicher Herzrhythmusstörungen (z. B. Herzschrittmacher) greifen, erhöht ist. Daher könnte

möglicherweise die Funktionsfähigkeit solcher Geräte beeinträchtigt werden. Deshalb wird eine

wiederholte Überprüfung der Funktionsfähigkeit dieser Geräte vor und während der Therapie mit

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

empfohlen.

Wenn Sie an ventrikulären, d. h. die Herzkammern betreffenden Herzrhythmusstörungen leiden,

bedarf die Einstellung auf

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

einer sorgfältigen kardiologischen

Überwachung und darf nur bei Vorhandensein einer kardiologischen Notfallausrüstung sowie der

Möglichkeit einer Monitorkontrolle erfolgen.

Während der Behandlung sollten in regelmäßigen Abständen Kontrolluntersuchungen vorgenommen

werden (z. B. in Abständen von einem Monat mit Standard-EKG bzw. drei Monaten mit Langzeit-

EKG und gegebenenfalls Belastungs-EKG). Bei Verschlechterung einzelner EKG-Parameter (z. B.

Verlängerung der QRS-Zeit bzw. QT-Zeit um mehr als 25 % oder der PQ-Zeit um mehr als 50 % bzw.

einer QT-Verlängerung auf mehr als 500 ms) oder einer Zunahme der Anzahl oder des Schweregrades

der Herzrhythmusstörungen sollte eine Therapieüberprüfung erfolgen.

Als Folge der pharmakologischen Wirkung von

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

zeigen sich im EKG

folgende Veränderungen: QT-Verlängerung (in Abhängigkeit von der Repolarisationsverlängerung),

Auftreten einer U-Welle, Verlängerung oder Deformierung der T-Welle.

Bei einer übermäßigen QT-Verlängerung (bestimmte EKG-Veränderung) besteht ein erhöhtes Risiko

für das Auftreten einer schweren Sonderform des Herzrasens (Torsade de pointes).

Unter

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

kann eine Verlangsamung der Herzschlagfolge

(Sinusbradykardie) auftreten, die bei älteren Patienten oder bei gestörter Sinusknotenfunktion stärker

ausgeprägt sein kann. In Ausnahmefällen kann ein Sinusknotenstillstand auftreten (Ausbleiben der

Herzaktion durch Stillstand des primären Erregungsbildungssystems im Herzvorhof).

Beim Auftreten einer ausgeprägten Verlangsamung der Herzschlagfolge (Bradykardie) oder eines

Sinusknotenstillstandes muss die Therapie abgebrochen werden.

Veränderungen oder Verstärkung der Herzrhythmusstörungen (proarrhythmische Wirkungen), die zu

starker Beeinträchtigung der Herztätigkeit mit der möglichen Folge des Herzstillstandes führen

können, wurden beschrieben.

Proarrhythmische Effekte unter

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

treten generell im Zusammenhang

mit Arzneimittelwechselwirkungen und/oder Elektrolytverschiebungen auf (siehe „Einnahme von

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

zusammen mit anderen Arzneimitteln“ und 4. „Welche

Nebenwirkungen sind möglich?“).

Schwere Verlangsamung der Herzschlagfolge (Bradykardie) (siehe „Einnahme von Amiodaron-

ratiopharm

®

100 mg zusammen mit anderen Arzneimitteln“)

Bei gleichzeitiger Anwendung von Amiodaron und Sofosbuvir in Kombination mit einem anderen

direkt wirkenden antiviralen Arzneimittel (DAA) zur Behandlung von Hepatitis C, wie Daclatasvir,

Simeprevir oder Ledipasvir, wurden Fälle von schwerer, möglicherweise lebensbedrohlicher

Verlangsamung der Herzschlagfolge (Bradykardie) und Herzblock beobachtet. Daher wird die

gleichzeitige Anwendung dieser Arzneimittel mit

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

nicht empfohlen.

Wenn die gleichzeitige Anwendung mit

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

nicht vermieden werden

kann, wird empfohlen, dass die Patienten bei der Einleitung der Behandlung mit Sofosbuvir in

Kombination mit anderen DAAs eng überwacht werden. Patienten, die ein hohes Risiko für

Bradyarrhythmien aufweisen, sollten nach der Einleitung der gleichzeitigen Behandlung mit

Sofosbuvir kontinuierlich für mindestens 48 Stunden unter entsprechenden klinischen Bedingungen

überwacht werden.

Aufgrund der langen Halbwertszeit von Amiodaron sollten auch Patienten, bei denen

Amiodaron-

ratiopharm

®

100 mg

in den letzten Monaten abgesetzt wurde, sorgfältig überwacht werden, wenn eine

Behandlung mit Sofosbuvir in Kombination mit anderen DAAs eingeleitet werden soll.

Patienten, die die oben aufgeführten Arzneimittel zur Behandlung von Hepatitis C zusammen mit

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

erhalten – allein oder in Kombination mit anderen

herzfrequenzsenkenden Arzneimitteln –, sollten von ihrem Arzt auf die Symptome von Bradykardie

und Herzblock aufmerksam gemacht werden. Holen Sie unverzüglich medizinischen Rat ein, wenn

diese Symptome auftreten.

Schilddrüse:

Aufgrund des Risikos, unter der Behandlung mit

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

eine Über- oder

Unterfunktion der Schilddrüse (Hyper- oder Hypothyreose) zu entwickeln, sollten vor

Behandlungsbeginn Schilddrüsenfunktionsuntersuchungen durchgeführt werden.

Während der Therapie und bis etwa ein Jahr nach Absetzen der Therapie sollten diese Untersuchungen

in regelmäßigen Abständen wiederholt und die Patienten auf klinische Anzeichen einer Über- oder

Unterfunktion der Schilddrüse untersucht werden.

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

hemmt die Umwandlung des Schilddrüsenhormons Thyroxin (T

) in

Trijodthyronin (T

) und kann so zu erhöhten T

-Werten sowie zu verminderten T

-Werten bei klinisch

unauffälligen (euthyreoten) Patienten führen. Diese Befundkonstellation allein sollte nicht zu einem

Therapieabbruch führen.

Die folgenden Symptome können Hinweise auf eine Schilddrüsenfunktionsstörung sein:

Bei Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose):

Gewichtszunahme, Abgeschlagenheit, eine über den unter

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

erwartenden Effekt hinausgehende extreme Verlangsamung des Herzschlags (Bradykardie).

Klinisch wird eine Unterfunktion der Schilddrüse durch den Nachweis eines deutlich erhöhten Gehalts

des ultrasensitiven Hormons TSH sowie eines verminderten Gehalts des Hormons T

bestätigt. Nach

Absetzen der Behandlung kommt es normalerweise innerhalb von 1-3 Monaten zur Normalisierung

der Schilddrüsenfunktion.

Bei Nachweis einer Unterfunktion der Schilddrüse sollte die Amiodaron-Dosis - sofern möglich - in

Absprache mit Ihrem Arzt reduziert werden und/oder eine Behandlung mit Levothyroxin begonnen

werden. In Einzelfällen kann ein Absetzen von

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

erforderlich werden.

Bei Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose):

Gewichtsverlust, Herzrasen (Tachykardie), Muskelzittern (Tremor), Nervosität, vermehrtes Schwitzen

und Wärmeintoleranz, Wiederauftreten von Arrhythmien oder Angina pectoris, Herzinsuffizienz

(Herzschwäche).

Klinisch wird eine Überfunktion der Schilddrüse durch den Nachweis eines deutlich verminderten

Gehalts des ultrasensitiven Hormons TSH sowie erhöhter Werte der Hormone T

und T

bestätigt.

Bei Nachweis einer Überfunktion der Schilddrüse sollte

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

Absprache mit Ihrem Arzt abgesetzt sowie in schweren Fällen eine Behandlung mit Thyreostatika,

Betarezeptorenblockern und/oder Kortikosteroiden begonnen werden.

Wegen seines Jodgehaltes verfälscht

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

klassische Schilddrüsentests

(Jodbindungstests).

Lunge:

Unter der Behandlung mit

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

besteht das Risiko, schwere entzündliche

Lungenerkrankungen (Hypersensitivitäts-Pneumonitis, alveoläre oder interstitielle Pneumonitis) zu

entwickeln. Daher sollten vor Behandlungsbeginn eine Röntgenuntersuchung der Lunge (Thorax)

sowie ein Lungenfunktionstest durchgeführt werden.

Im weiteren Behandlungsverlauf sollten diese Untersuchungen in Abständen von ca. 3-6 Monaten

wiederholt werden.

Ebenso sollten diese Untersuchungen bei Auftreten von Atembeschwerden (Symptom möglicher

lungentoxischer Wirkung) durchgeführt werden.

Wenn Sie an schweren Lungenerkrankungen leiden, ist die Lungenfunktion gegebenenfalls häufiger

zu kontrollieren, da Sie bei Auftreten lungentoxischer Wirkungen eine schlechtere Prognose haben.

Nicht produktiver Husten und Atemnot sind häufig erste Anzeichen der vorgenannten

Lungenveränderungen. Des Weiteren können Gewichtsverlust, Fieber und Schwächegefühl auftreten.

Bei frühzeitigem Absetzen von

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

bilden sich die oben beschriebenen

Lungenveränderungen in der Regel zurück.

Bei Nachweis einer Hypersensitivitäts-Pneumonitis ist

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

sofort

abzusetzen und eine Behandlung mit Kortikosteroiden zu beginnen.

Bei Nachweis einer alveolären/interstitiellen Pneumonie sollte eine Behandlung mit Kortikosteroiden

erfolgen und die Dosis vermindert werden oder

falls möglich

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

abgesetzt werden.

Leber:

Eine Kontrolle der Leberwerte (Transaminasen) anhand von Leberfunktionstests wird empfohlen,

sobald die Therapie mit

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

begonnen wird. Im weiteren Therapieverlauf

sollten regelmäßige Kontrollen der Leberwerte erfolgen.

Akute Lebererkrankungen (einschließlich Leberentzündung, Leberzirrhose, schwerer

Leberzellinsuffizienz oder Leberversagen, in Einzelfällen mit tödlichem Ausgang) und chronische

Lebererkrankungen können unter der oralen und intravenösen Darreichungsform von Amiodaron, dem

Wirkstoff von

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

, auftreten (bei der intravenösen Verabreichung bereits

innerhalb der ersten 24 Stunden).

Daher sollte die Dosis von

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

in Absprache mit Ihrem Arzt

reduziert

oder

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

abgesetzt werden, wenn die Transaminasen über das 3-fache der

Norm ansteigen.

Die Anzeichen einer chronischen Lebererkrankung infolge oraler Einnahme von Amiodaron können

minimal sein [Gelbsucht infolge einer Stauung des Gallenflusses (cholestatischer Ikterus),

Vergrößerung der Leber (Hepatomegalie), auf das bis zu 5-fache der Norm erhöhte Leberwerte]. Die

Leberfunktionsstörungen sind nach dem Absetzen von Amiodaron reversibel, jedoch sind Fälle mit

tödlichem Ausgang beschrieben worden.

Augen (siehe 4. „Welche Nebenwirkungen sind

möglich?“):

Während der Behandlung mit

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

sind regelmäßige augenärztliche

Untersuchungen, einschließlich Beobachtung des Augenhintergrundes (Funduskopie) und

Untersuchungen der vorderen Augenabschnitte mittels Spaltlampe, angezeigt.

Beim Auftreten einer Erkrankung des Sehnervs mit Verschlechterung des Sehvermögens

(Optikusneuropathie und/oder Optikusneuritis) ist das Absetzen von

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

notwendig, da die Gefahr eines Fortschreitens der Erkrankung bis hin zur Erblindung besteht.

Informieren Sie daher umgehend Ihren Arzt, damit dieser eine alternative Behandlung einleiten kann.

Haut:

Unter der Therapie mit

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

sollten Sie Sonnenbestrahlung vermeiden;

dies gilt auch für UV-Licht-Anwendungen und Solarien. Wenn dies nicht möglich sein sollte, sollten

Sie die unbedeckten Hautpartien, besonders das Gesicht, durch eine Lichtschutzsalbe mit hohem

Lichtschutzfaktor schützen. Auch nach Absetzen von

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

ist ein

Lichtschutz noch für einige Zeit erforderlich.

Neuromuskuläre Erkrankungen (siehe 4. „Welche Nebenwirkungen sind

möglich?“):

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

kann periphere Nerven- und/oder Muskelschäden (periphere

Neuropathien und/oder Myopathien) hervorrufen. Diese verschwinden gewöhnlich einige Monate

nach Absetzen, können sich in Einzelfällen aber auch nicht vollständig zurückbilden.

Arzneimittelwechselwirkungen (siehe „Einnahme von Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg zusammen mit

anderen Arzneimitteln“):

Die gleichzeitige Einnahme von

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

mit den folgenden Arzneimitteln

wird nicht empfohlen: Betarezeptorenblocker, Calciumkanalblocker mit antiarrhythmischen

Eigenschaften (Verapamil, Diltiazem), Laxanzien, die Hypokaliämien auslösen können.

Bei gleichzeitiger Einnahme von

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

und einigen Statinen (Arzneimittel

zur Senkung erhöhter Blutfette, z. B. Simvastatin, Atorvastatin, Lovastatin), die durch ein bestimmtes

Enzym (Cytochrom P450 3A4) abgebaut werden, kann es zu einer von den Statinen ausgehenden

Erkrankung der Skelettmuskulatur (Myopathie) oder zu einem Zerfall von Muskelzellen

(Rhabdomyolyse) kommen. Es wird empfohlen, unter der Therapie mit

Amiodaron-ratiopharm

®

100

mg

Statine zu verwenden, die nicht über Cytochrom P450 3A4 abgebaut werden.

Anästhesie (siehe „Einnahme von Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg zusammen mit anderen

Arzneimitteln“):

Zumeist nach chirurgischen Eingriffen traten einige Fälle von akutem Lungenversagen (ARDS) auf,

die in Einzelfällen tödlich verliefen.

Kinder

Die Sicherheit und Wirksamkeit bei der Anwendung von

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

bei Kindern

ist nicht belegt (siehe auch unter 3. „Wie ist

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

einzunehmen?“).

Ältere Menschen

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

bewirkt eine Verlangsamung der Herzfrequenz, die bei älteren

Patienten stärker ausgeprägt sein kann. Bei ausgeprägter Verlangsamung der Herzfrequenz muss die

Behandlung in Absprache mit Ihrem Arzt abgebrochen werden.

Einnahme von Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden,

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel

einzunehmen/anzuwenden.

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

bestimmte Enzymsysteme (Cytochrom P450-Enzyme) und

Transportproteine (P-Glykoprotein) beeinflusst, kann es bei gleichzeitiger Anwendung von

Arzneimitteln, die ebenfalls diese Enzymsysteme und Transportproteine beeinflussen, zu

Wechselwirkungen kommen. Ihr Arzt ändert möglicherweise die Dosis anderer Arzneimittel, die Sie

einnehmen.

Aufgrund der langen Halbwertszeit von Amiodaron können Wechselwirkungen mehrere Monate nach

dem Absetzen von

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

beobachtet werden.

Die nachfolgend genannten Arzneistoffe bzw. Präparategruppen dürfen nicht gleichzeitig mit

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg angewendet werden:

MAO-Hemmer (Gruppe von Antidepressiva)

Bestimmte Arzneimittel, die Herzrhythmusstörungen verursachen können

Bei gleichzeitiger Anwendung von Arzneimitteln zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen

(Antiarrhythmika) der Klasse I (insbesondere chinidinähnliche Substanzen) und anderen Klasse-

III-Antiarrhythmika (z. B. Sotalol) sowie anderen die QT-Zeit verlängernden Arzneimitteln [z. B.

Vincamin, einige Neuroleptika (z. B. Sulpirid), Pentamidin i.v., bestimmte Arzneimittel zur

Behandlung von Depressionen (trizyklische Antidepressiva) und Erythromycin i.v.] besteht die

Gefahr einer übermäßigen QT-Verlängerung, verbunden mit einem erhöhten Risiko für das

Auftreten von Kammerarrhythmien einschließlich Torsade de pointes (Sonderform des

Herzrasens).

Die gleichzeitige Behandlung mit Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg und den folgenden

Arzneimitteln wird nicht empfohlen:

Betarezeptorenblocker und Calciumkanalblocker

Bei gleichzeitiger Einnahme von

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

und Calciumkanalblockern vom

Verapamil- und Diltiazem-Typ oder Betarezeptorenblockern kann es zu einer extrem

verlangsamten Herzschlagfolge (exzessive Bradykardie), zu höhergradigen atrioventrikulären

Überleitungsstörungen und zu einer additiven kardiodepressiven Wirkung kommen.

Bestimmte Abführmittel (Laxanzien)

Abführmittel, die eine Verminderung des Kaliumgehalts des Blutes (Hypokaliämien) verursachen

können, erhöhen das Risiko, Torsade de pointes (Sonderform des Herzrasens) auszulösen. In

Kombination mit

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

sollten Sie deshalb andere Abführmittel

verwenden.

Arzneimittel zur Behandlung von Hepatitis C

Die gleichzeitige Anwendung von

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

mit Sofosbuvir in der

Kombination mit einem anderen direkt wirkenden antiviralen Wirkstoff zur Behandlung von

Hepatitis C (wie Daclatasvir, Simeprevir oder Ledipasvir) wird nicht empfohlen, da dies zu einer

schwerwiegenden symptomatischen Verlangsamung der Herzschlagfolge (Bradykardie) führen

kann. Der Mechanismus dieser Wirkung ist nicht bekannt.

Wenn eine gleichzeitige Anwendung nicht vermieden werden kann, wird eine kardiale

Überwachung empfohlen (siehe „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“).

Arzneimittel, die zu vermindertem Kaliumgehalt des Blutes (Hypokaliämie) führen können

Bei gleichzeitiger Gabe von

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

und kaliumausschwemmenden

Diuretika (Arzneimittel, die den Harnfluss fördern, z. B. Hydrochlorothiazid, Furosemid),

einzunehmenden Kortikosteroiden, Tetracosactid oder intravenösem Amphotericin B besteht ein

erhöhtes Risiko für das Auftreten von Herzrhythmusstörungen (einschließlich Torsade de pointes).

Um Hypokaliämien vorzubeugen, sollte das QT-Intervall im EKG beobachtet werden. Im Falle

von Torsade de pointes sollen keine Antiarrhythmika gegeben werden.

Fluorochinolone

Wenn Sie mit

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

behandelt werden, sollte die Verabreichung von

Fluorochinolonen vermieden werden.

Bei der gleichzeitigen Behandlung mit Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg und den folgenden

Arzneimitteln ist Vorsicht geboten:

Arzneimittel, die die Blutgerinnung hemmen (orale Antikoagulanzien)

Amiodaron-ratiopharm® 100 mg kann zu einer Verstärkung des gerinnungshemmenden

Effektes von Vitamin-K-Antagonisten (Dicumarol, Warfarin und Phenprocoumon) und

dadurch bedingt zu einem erhöhten Blutungsrisiko führen.

Während und nach der Behandlung mit Amiodaron-ratiopharm® 100 mg sollten daher

häufigere Kontrollen der Blutgerinnungszeit (INR) durchgeführt und gegebenenfalls die Dosis

der Vitamin-K-Antagonisten angepasst werden.

Dabigatran

Die gleichzeitige Anwendung von Amiodaron-ratiopharm® 100 mg und Dabigatran sollte

aufgrund eines erhöhten Blutungsrisikos mit Vorsicht erfolgen. Es kann erforderlich sein, die

Dosis von Dabigatran anzupassen.

Arzneimittel zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen (Antiarrhythmika)

Herzglykoside:

Bei gleichzeitiger Einnahme von

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

und herzwirksamen

Glykosiden (Arzneimittel zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen) kann es zu extrem

verlangsamter Herzschlagfolge (exzessive Bradykardie) kommen. Zu Grunde liegen können

Störungen der Erregungsbildung im Herzen (Automatie) oder der Erregungsleitung

(atrioventrikuläre Überleitung) aufgrund der sich gegenseitig verstärkenden Wirkung beider

Präparate.

Bei gleichzeitiger Einnahme von

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

und Digoxin kann es zu

einer Erhöhung des Digoxin-Serumspiegels (aufgrund einer erniedrigten Digoxin-

Ausscheidung) kommen.

Wenn Sie gleichzeitig

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

und Digoxin einnehmen, sollte Ihr

Arzt auf Symptome einer Digitalis-Überdosierung achten und vorsorglich die Digoxin-

Plasmaspiegel bestimmen. Falls notwendig, sollte eine Dosisanpassung erfolgen.

Andere Antiarrhythmika

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

kann die Plasmaspiegel anderer Antiarrhythmika (z. B.

Chinidin, Procainamid, Flecainid) erhöhen.

Bei gleichzeitiger Anwendung mit

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

sollte die Flecainid-Dosis

deshalb angepasst werden.

Bestimmte Antiepileptika

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

kann bei gleichzeitiger Gabe von Phenytoin (Antiepileptikum)

den Serumspiegel von Phenytoin erhöhen und Symptome einer Phenytoin-Überdosierung [z. B.

Sehstörungen, Muskelzittern (Tremor), Schwindel] auslösen. Daher sollte, sobald entsprechende

Symptome auftreten, die Phenytoin-Dosis in Absprache mit Ihrem Arzt reduziert werden.

Gegebenenfalls sollten die Phenytoin-Plasmaspiegel bestimmt werden.

Arzneimittel zur Unterdrückung des Immunsystems (Immunsuppressiva)

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

kann die Ciclosporin-Serumspiegel erhöhen und die

Ausscheidung von Ciclosporin um über 50 % vermindern. Daher sollte bei gleichzeitiger Gabe in

Absprache mit Ihrem Arzt eine Dosisanpassung von Ciclosporin erfolgen.

Auch die Menge von

Sirolimus

im Blut kann durch

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

erhöht

werden.

Arzneimittel, die unter Beteiligung eines bestimmten Enzymsystems (Cytochrom P450 3A4)

abgebaut werden.

Da Amiodaron das Enzymsystem Cytochrom P450 3A4 beeinflusst, kann es bei gleichzeitiger

Anwendung von Arzneimitteln, die über dieses Enzymsystem abgebaut werden, zu

Wechselwirkungen kommen.

Fentanyl:

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

kann die pharmakologischen Effekte von Fentanyl

verstärken und so das Risiko toxischer Wirkungen verstärken.

Statine (Arzneimittel zur Senkung erhöhter Blutfette):

Bei gleichzeitiger Einnahme von

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

und einigen Statinen

(z. B. Simvastatin, Atorvastatin, Lovastatin) ist das Risiko einer Erkrankung der Muskulatur

oder eines Zerfalls von Muskelzellen (Myopathie/Rhabdomyolyse) erhöht. Es wird

empfohlen, unter der Therapie mit

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

Statine zu verwenden,

die nicht über Cytochrom P450 3A4 abgebaut werden.

Andere Arzneimittel:

Lidocain, Tacrolimus, Sildenafil, Midazolam, Triazolam, Dihydroergotamin, Ergotamin,

Colchicin.

Bei gleichzeitiger Anwendung von

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

mit den so genannten

Proteaseinhibitoren (Gruppe von Arzneistoffen gegen das AIDS-Virus), wie z. B. Ritonavir, kann

es zu einer Erhöhung der Amiodaronmenge im Blut und damit zu einem vermehrten Auftreten von

Nebenwirkungen kommen (siehe 4. „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“).

Allgemeinnarkose

Bei Patienten unter Behandlung mit

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

, die sich einer

Allgemeinnarkose unterzogen, wurden selten Fälle von atropinresistenter Bradykardie

(verlangsamte Herzschlagfolge), Blutdruckabfall, Überleitungsstörungen und reduziertem

Herzminutenvolumen beobachtet.

Sehr selten treten schwere respiratorische Komplikationen (Schocklunge, ARDS), zumeist direkt

nach chirurgischen Eingriffen, auf.

Es wurde eine mögliche Verstärkung des toxischen Effektes der Sauerstoffkonzentration vermutet.

Vor chirurgischen Eingriffen sollten Sie daher den Anästhesisten über die

Amiodaron-

ratiopharm

®

100 mg

-Therapie informieren.

Einnahme von Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken

Während der Behandlung mit

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

sollten Sie möglichst keinen Alkohol

trinken.

Trinken Sie keinen Grapefruitsaft, während Sie

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

einnehmen. Er kann

die Wirksamkeit Ihres Arzneimittels beeinträchtigen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker

um Rat.

Schwangerschaft

Amiodaronhydrochlorid, der Wirkstoff von

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

, hat schädliche

Wirkungen auf die Schwangerschaft und/oder den Foetus/das Neugeborene.

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

darf aus diesen Gründen während einer Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei

denn, dieses ist eindeutig erforderlich. Als häufigste Komplikationen treten Wachstumsstörungen,

Frühgeburten und Funktionsstörungen der Schilddrüse beim Neugeborenen auf.

Schilddrüsenunterfunktion, erniedrigte Herzschlagfolge (Bradykardie) und EKG-Veränderungen

(verlängerte QT-Intervalle) wurden bei etwa 10 % der Neugeborenen festgestellt. Vereinzelt wurden

eine Vergrößerung der Schilddrüse oder Herzgeräusche gefunden. Die Fehlbildungsrate scheint nicht

erhöht zu sein; es sollte jedoch die Möglichkeit von Herzdefekten berücksichtigt werden.

Frauen mit Kinderwunsch sollten wegen der langen Halbwertszeit von Amiodaronhydrochlorid den

Beginn einer Schwangerschaft frühestens ein halbes Jahr nach dem Ende der Behandlung planen, um

eine Belastung des Kindes in der Frühschwangerschaft zu vermeiden.

Stillzeit

Ist eine Behandlung während der Stillzeit erforderlich oder ist Amiodaronhydrochlorid während der

Schwangerschaft eingenommen worden, darf nicht gestillt werden, da der Wirkstoff in die

Muttermilch übergeht und beim Säugling wirksame Konzentrationen erreichen kann.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Die Behandlung mit diesem Arzneimittel bedarf der regelmäßigen ärztlichen Kontrolle.

Dieses Arzneimittel kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit

verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr, zum Bedienen von

Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt wird.

Dies gilt in verstärktem Maße bei Behandlungsbeginn, Dosiserhöhung und Präparatewechsel sowie im

Zusammenwirken mit Alkohol.

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg enthält Lactose

Bitte nehmen Sie

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn

Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern leiden.

3. Wie ist Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel

immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei

Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Dosierung

Die Dosierung sollte individuell - vor allem nach dem Behandlungserfolg - festgelegt werden. Es

gelten folgende Richtdosen:

Erwachsene:

Sättigungsdosis

nehmen Sie 8-10 Tage lang 600 mg Amiodaronhydrochlorid (entspr. 6 Tabletten

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

) pro Tag; in einigen Fällen können Dosierungen bis zu 1200 mg

Amiodaronhydrochlorid (entspr. 12 Tabletten

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

) pro Tag erforderlich

werden.

Anschließend Reduzierung auf eine

Erhaltungsdosis

, die im Allgemeinen 200 mg

Amiodaronhydrochlorid (entspr. 2 Tabletten

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

) während 5 Tagen pro

Woche beträgt.

Bei einigen Fällen sind während der Dauertherapie höhere Dosierungen von 200 bis 600 mg

Amiodaronhydrochlorid (entspr. 2-6 Tabletten

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

) pro Tag erforderlich.

Besonderer Hinweis:

Da die meisten Nebenwirkungen dosisabhängig sind, sollte die niedrigste effektive Erhaltungsdosis

verabreicht werden.

Art der Anwendung

Tabletten zum Einnehmen.

Die Tabletten sollen während oder nach einer Mahlzeit unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit

eingenommen werden.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Es gibt nur begrenzte Erfahrungen zur Wirksamkeit und Unbedenklichkeit bei Kindern. Der Arzt wird

über eine geeignete Dosierung entscheiden.

Bei der Behandlung von Kindern sollte die Dosis entsprechend der Körperoberfläche bzw. dem

Körpergewicht angepasst werden.

Dauer der Anwendung

Die Anwendungsdauer bestimmt der behandelnde Arzt.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von

Amiodaron-

ratiopharm

®

100 mg

zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine größere Menge von Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg eingenommen haben, als Sie

sollten

Über akute Überdosierungen mit

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

ist bisher wenig bekannt. Im

Allgemeinen ist eine Überdosierung erst im Laufe der Langzeittherapie möglich.

Die Symptome beschränken sich gewöhnlich auf eine Verlangsamung der Herzschlagfolge unter 60

Schläge/min oder auf Herzjagen, das sich spontan wieder zurückbildet (Sinusbradykardie,

sinuaurikuläre und nodale Reizleitungsstörungen sowie spontan sistierende Tachykardien). Fälle von

Torsade de pointes (Sonderform des Herzrasens), Kreislaufversagen und Leberversagen wurden

berichtet. Die durch

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

verursachte Verlangsamung der Herzschlagfolge

(Bradykardie) ist atropinresistent. Deshalb ist bei Bedarf eine vorübergehende Schrittmacherkontrolle

erforderlich.

Bei Verdacht auf eine Überdosierung mit

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

benachrichtigen Sie

umgehend Ihren Arzt; er wird entsprechend den Symptomen über gegebenenfalls erforderliche

Maßnahmen entscheiden. Bei Vergiftungen und/oder im Falle schwerwiegender Symptome ist eine

sofortige ärztliche Behandlung erforderlich.

Besteht der Verdacht auf eine Überdosierung, sollten Sie ausreichend lange unter besonderer

Berücksichtigung der kardialen Situation ärztlich beobachtet werden.

Weder Amiodaronhydrochlorid noch seine Metaboliten sind dialysierbar.

Wenn Sie die Einnahme von Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte bzw. mehrfache Menge nach einer bzw. mehreren vergessenen

Einzeldosen ein, sondern setzen Sie die Behandlung mit der verordneten Dosis fort.

Wenn Sie die Einnahme von Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg abbrechen

Unterbrechen oder beenden Sie die Behandlung mit

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

nicht ohne

Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt!

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel

Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen):

Mikroablagerungen an der Vorderfläche der Hornhaut des Auges, die üblicherweise auf die Region

unterhalb der Pupille begrenzt sind und zu Sehstörungen (Schleiersehen, Farbhöfe um

Lichtquellen) führen können.

Sie bilden sich in der Regel 6-12 Monate nach Absetzen von

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

zurück.

Übelkeit, Erbrechen, Geschmacksveränderungen zu Behandlungsbeginn (während Einnahme der

Sättigungsdosis), die bei Verminderung der Dosis verschwinden.

Erhöhte Lichtempfindlichkeit (Photosensibilisierung) mit erhöhter Sonnenbrandneigung, die zu

Hautrötung und Hautausschlag führen kann.

Isolierte Erhöhungen der Leberwerte (Serumtransaminasen) zu Beginn der Therapie, die in der

Regel nicht sehr ausgeprägt sind (das 1,5- bis 3-fache des Normalwertes). Die Werte normalisieren

sich meist bei Verminderung der Dosis oder spontan.

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):

Verlangsamte Herzschlagfolge (normalerweise nicht stark ausgeprägt und dosisabhängig)

Muskelzittern (extrapyramidaler Tremor), Albträume, Schlafstörungen

Infolge der Lungentoxizität von

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

können Lungenentzündungen

(atypische Pneumonien) als Ausdruck einer Überempfindlichkeitsreaktion (Hypersensitivitäts-

Pneumonitis), alveoläre oder interstitielle Pneumonien) oder Vermehrung von Bindegewebe

(Fibrosen), Rippenfellentzündung (Pleuritis), Entzündung der Bronchiolen (Bronchiolitis obliterans

mit Pneumonie/BOOP) auftreten (siehe 2. unter „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“).

Einzelfälle mit tödlichem Verlauf wurden berichtet.

Nicht produktiver Husten und Atemnot sind häufig erste Anzeichen der vorgenannten

Lungenveränderungen. Des Weiteren können Gewichtsverlust, Fieber und Schwächegefühl

auftreten.

Verstopfung

Juckender, roter Ausschlag (Ekzem)

Unter längerer Behandlung kann es zu einer Hyperpigmentierung mit schwarzvioletter bis

schiefergrauer Hautverfärbung kommen, vor allem an den Körperpartien, die dem Sonnenlicht

ausgesetzt sind.

Die Verfärbung bildet sich langsam innerhalb von 1-4 Jahren nach Absetzen des Präparates zurück.

Muskelschwäche

Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse

Schwere Überfunktionen der Schilddrüse in Einzelfällen mit tödlichem Verlauf wurden

beschrieben.

(Zu Verlaufsuntersuchungen, diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen siehe 2. unter

„Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“)

Auftreten einer akuten Leberentzündung (Hepatitis) mit stark erhöhten Serumtransaminasen

und/oder eines cholestatischen Ikterus, einschließlich Leberversagen mit in Einzelfällen tödlichem

Verlauf

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen):

Überleitungsstörungen (SA-Block: ein Herzblock mit Überleitungsstörungen vom Sinusknoten

zum Herzvorhof; AV-Block: eine Erregungsleitungsstörung zwischen Herzvorhöfen und

Herzkammern); in Einzelfällen wurde das Auftreten eines Herzstillstandes (Asystolie) beobachtet

(siehe 2. unter „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“).

Proarrhythmische Wirkungen in Form von Veränderungen oder Verstärkung der

Herzrhythmusstörungen, die zu starker Beeinträchtigung der Herztätigkeit mit der möglichen Folge

des Herzstillstandes führen können (siehe 2. unter „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“ und

„Einnahme von

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

zusammen

mit anderen Arzneimitteln“).

Periphere Nerven- und/oder Muskelschäden (periphere sensorische Neuropathien und/oder

Myopathien), die sich nach Absetzen des Arzneimittels gewöhnlich zurückbilden (siehe 2. unter

„Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen”), Schwindel, Koordinationsstörungen,

Empfindungsstörungen (Parästhesien)

Bauchschmerzen, Völlegefühl, Mundtrockenheit und Appetitlosigkeit

Müdigkeit

Verminderte Libido

Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen):

Vorübergehend eingeschränkte Nierenfunktion

Sehr selten (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen):

Ausgeprägte Verlangsamung der Herzschlagfolge oder Sinusknotenstillstand vor allem bei älteren

Patienten oder bei gestörter Sinusknotenfunktion (siehe 2. unter „Warnhinweise und

Vorsichtsmaßnahmen“)

Verminderung der Blutplättchen

Blutarmut aufgrund eines gesteigerten Zerfalls roter Blutkörperchen bzw. infolge einer Störung der

Blutbildung

Gutartige Steigerung des Hirndrucks, gestörte Bewegungsabläufe, Kopfschmerzen

Erkrankung der Sehnerven mit Verschlechterung des Sehvermögens (Optikusneuropathie,

Optikusneuritis), die zu permanenter Blindheit führen kann (siehe 2. unter „Warnhinweise und

Vorsichtsmaßnahmen“)

Krämpfe der Bronchien (Bronchospasmus) bei atmungsinsuffizienten Patienten und besonders bei

Asthmapatienten

Zumeist nach chirurgischen Eingriffen traten einige Fälle von Schocklunge (ARDS) auf, die in

Einzelfällen tödlich verliefen (mögliche Wechselwirkung mit hoher Sauerstoffkonzentration).

Hautrötung unter Strahlentherapie, Knotenrose (Erythema nodosum)

und wenig spezifische

Hautausschläge, entzündliche Rötung und Schuppung der Haut (exfoliative Dermatitis),

vorübergehender Haarausfall

Syndrom, bei dem es zu einer inadäquaten Sekretion des antidiuretischen Hormons (SIADH)

kommt

Gefäßentzündung

Chronische Leberkrankheiten (in Einzelfällen mit tödlichem Verlauf), Leberzirrhose

(Zu Verlaufsuntersuchungen, diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen siehe 2. unter

„Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen”)

Nebenhodenentzündung, Impotenz

Erhöhter Kreatiningehalt des Blutes

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar):

Schwere allergische Reaktion (anaphylaktische Reaktion, anaphylaktischer Schock); akute

Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis [akut]); verminderter Appetit; ungewöhnliche

Muskelbewegungen, Steifheit, Zittern und Ruhelosigkeit (Parkinsonismus); gestörter Geruchssinn

(Parosmie); Verwirrtheit (Delirium); lebensbedrohliche Hautreaktionen gekennzeichnet durch

Ausschlag, Blasen, sich schälende Haut und Schmerz (toxische epidermale Nekrolyse [TEN] ,

Stevens-Johnson-Syndrom [SJS], bullöse Dermatitis, Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und

systemischen Symptomen [DRESS]).

Lungenblutung

(Zu Verlaufsuntersuchungen, diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen siehe 2. unter

„Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen”)

Nesselsucht

Schwellungen im Gesicht, der Lippen und/oder der Zunge (angioneurotisches Ödem, auch

Quincke-Ödem),

Torsade de pointes (siehe 2. „Was sollten Sie vor der Einnahme von

Amiodaron-ratiopharm

®

100

mg

beachten?“)

Einzelfälle von Kammerflimmern/-flattern wurden beschrieben.

(Zu Verlaufsuntersuchungen, diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen siehe 2. unter

„Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“)

Veränderungen im Knochenmark (Knochenmarksgranulome)

Gegenmaßnahmen

Sollten Sie eine der oben genannten Nebenwirkungen bei sich beobachten, benachrichtigen Sie bitte

Ihren behandelnden Arzt, damit dieser über den Schweregrad und gegebenenfalls erforderliche weitere

Maßnahmen entscheiden kann.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können

Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt.

Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5. Wie ist Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf der Faltschachtel und den Durchdrückpackungen

angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag

des angegebenen Monats.

Nicht über 25 °C lagern.

Im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg enthält

Der Wirkstoff ist Amiodaronhydrochlorid. Jede Tablette enthält 100 mg

Amiodaronhydrochlorid.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Lactose-Monohydrat, Mikrokristalline Cellulose, Povidon K30, Crospovidon, Hochdisperses

Siliciumdioxid, Talkum, Magnesiumstearat (Ph.Eur.).

Wie Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg aussieht und Inhalt der Packung

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

ist eine weiße, runde Tablette mit einer Bruchkerbe und den

Einprägungen „AM“ und „100“ auf der einen Seite.

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

ist in Packungen zu 20, 50 und 100 Tabletten erhältlich.

Es werden möglichweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer

ratiopharm GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm

Hersteller

Merckle GmbH

Ludwig-Merckle-Str. 3

89143 Blaubeuren

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im August 2019.

Versionscode: Z12

FACHINFORMATION

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg Tabletten

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jede Tablette enthält 100 mg Amiodaronhydrochlorid

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: Lactose

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Weiße runde Tabletten mit einer Bruchkerbe und den Einprägungen „AM“ und „100“ auf der einen

Seite.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Symptomatische und behandlungsbedürftige tachykarde supraventrikuläre Herzrhythmusstörungen

wie z. B.

AV-junktionale Tachykardien

supraventrikuläre Tachykardien bei WPW-Syndrom oder

paroxysmales Vorhofflimmern

Diese Indikation gilt für Patienten, die auf die Behandlung mit anderen Antiarrhythmika nicht

ansprechen oder bei denen andere Antiarrhythmika nicht angezeigt sind.

Schwerwiegende symptomatische tachykarde ventrikuläre Herzrhythmusstörungen. Hierbei ist zu

beachten, dass auf eine Therapie mit Betarezeptorenblockern nicht zu Gunsten einer Therapie mit

Amiodaron verzichtet werden sollte.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Bei ventrikulären Herzrhythmusstörungen bedarf die Einstellung auf das Antiarrhythmikum einer

sorgfältigen kardiologischen Überwachung und darf nur bei Vorhandensein einer kardiologischen

Notfallausrüstung sowie der Möglichkeit einer Monitorkontrolle erfolgen (siehe auch Abschnitt 4.4).

Dosierung mit Einzel- und Tagesangaben

Sättigungsdosis

8-10 Tage lang 600 mg Amiodaronhydrochlorid (entsprechend 6 Tabletten

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

) pro Tag; in einigen Fällen können Dosierungen bis zu 1200 mg

Amiodaronhydrochlorid (entsprechend 12 Tabletten

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

) pro Tag

erforderlich werden.

Anschließend Reduzierung auf eine

Erhaltungsdosis

, die im Allgemeinen 200 mg

Amiodaronhydrochlorid (entsprechend 2 Tabletten

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

) während 5 Tagen

pro Woche beträgt. Bei einigen Fällen sind während der Dauertherapie höhere Dosierungen von 200

bis 600 mg Amiodaronhydrochlorid (entsprechend 2-6 Tabletten

Amiodaron-ratiopharm

®

100 mg

) pro

Tag erforderlich.

Besonderer Hinweis:

Da die meisten Nebenwirkungen dosisabhängig sind, sollte die niedrigste effektive Erhaltungsdosis

verabreicht werden.

Kinder und Jugendliche

Die Unbedenklichkeit und Wirksamkeit von Amiodaron bei Kindern ist nicht nachgewiesen.

Zurzeit vorliegende Daten sind in Abschnitt 5.1 und 5.2 beschrieben.

Bei der Behandlung von Kindern (siehe Abschnitt 4.4) sollte die Dosis entsprechend der

Körperoberfläche bzw. dem Körpergewicht angepasst werden.

Art der Anwendung

Die Tabletten sollen während oder nach einer Mahlzeit unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit

eingenommen werden.

Die Anwendungsdauer bestimmt der behandelnde Arzt.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile

Sinusbradykardie (weniger als 55 Pulsschläge pro Minute)

alle Formen einer Leitungsverzögerung (sinuaurikuläre und nodale Leitungsverzögerung)

einschließlich Syndrom des kranken Sinusknotens, AV-Block II. und III. Grades sowie bi- und

trifaszikuläre Blöcke, sofern kein Herzschrittmacher eingesetzt ist (Gefahr eines

Sinusknotenstillstands)

Schilddrüsenerkrankungen

vorbestehende QT-Verlängerung

Hypokaliämie

Jodallergien

anamnestisch bekanntes angioneurotisches Ödem (hereditär oder idiopathisch, z. B. infolge

einer früheren Amiodaron-Therapie)

gleichzeitige Behandlung mit MAO-Hemmern

gleichzeitige Behandlung mit Arzneimitteln, die Torsade de pointes auslösen können (siehe

Abschnitt 4.5)

Schwangerschaft, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich (siehe Abschnitt 4.6),

Stillzeit (siehe Abschnitt 4.6).

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Warnhinweise

Herz/Kreislauf (siehe Abschnitt 4.8)

EKG-Veränderungen, die als QT-Verlängerung (in Abhängigkeit von der

Repolarisationsverlängerung), möglicherweise in Verbindung mit der Entwicklung einer U-Welle

sowie einer Verlängerung und Deformierung der T-Welle imponieren, sind Ausdruck der

pharmakologischen Aktivität von Amiodaron.

Bei einer übermäßigen QT-Verlängerung besteht ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Torsade de

pointes.

Als Folge der pharmakologischen Wirkung von Amiodaron kann eine Sinusbradykardie, die bei

älteren Patienten oder bei gestörter Sinusknotenfunktion stärker ausgeprägt sein kann, oder in

Ausnahmefällen ein Sinusknotenstillstand auftreten.

Beim Auftreten einer ausgeprägten Bradykardie oder eines Sinusknotenstillstandes muss die Therapie

abgebrochen werden.

Proarrhythmische Wirkungen in Form von neu oder verstärkt auftretenden Herzrhythmusstörungen,

die lebensbedrohlich sein können, wurden beschrieben.

Es ist bedeutsam aber schwierig, zwischen der mangelnden Wirksamkeit des Präparates und einem

proarrhythmischen Effekt zu unterscheiden. Proarrhythmische Effekte unter Amiodaron treten

hauptsächlich im Zusammenhang mit QT-verlängernden Faktoren, wie z. B.

Arzneimittelwechselwirkungen und/oder Elektrolytverschiebungen auf (siehe Abschnitte 4.5 und 4.8).

Amiodaron zeigt trotz einer QT-Zeit-Verlängerung eine geringe torsadogene Aktivität.

Schwere Bradykardie (siehe Abschnitt 4.5):

Bei gleichzeitiger Anwendung von Amiodaron und Sofosbuvir in Kombination mit einem anderen

direkt wirkenden antiviralen Arzneimittel (DAA) zur Behandlung von Hepatitis C, wie Daclatasvir,

Simeprevir oder Ledipasvir, wurden Fälle von schwerer, möglicherweise lebensbedrohlicher

Bradykardie und Herzblock beobachtet. Daher wird die gleichzeitige Anwendung dieser Arzneimittel

mit Amiodaron nicht empfohlen.

Wenn die gleichzeitige Anwendung mit Amiodaron nicht vermieden werden kann, wird empfohlen,

dass die Patienten bei der Einleitung der Behandlung mit Sofosbuvir in Kombination mit anderen

DAAs eng überwacht werden. Patienten, die ein hohes Risiko für Bradyarrhythmie aufweisen, sollten

nach der Einleitung der gleichzeitigen Behandlung mit Sofosbuvir kontinuierlich für mindestens 48

Stunden unter entsprechenden klinischen Bedingungen überwacht werden.

Aufgrund der langen Halbwertszeit von Amiodaron sollten auch Patienten, bei denen Amiodaron in

den letzten Monaten abgesetzt wurde, sorgfältig überwacht werden, wenn eine Behandlung mit

Sofosbuvir in Kombination mit anderen DAAs eingeleitet werden soll.

Patienten, die diese Arzneimittel zur Behandlung von Hepatitis C zusammen mit Amiodaron erhalten,

– allein oder in Kombination mit anderen herzfrequenzsenkenden Arzneimitteln –, sollten auf die

Symptome von Bradykardie und Herzblock aufmerksam gemacht werden. Die Patienten sollten

angewiesen werden, unverzüglich medizinischen Rat einzuholen, wenn diese Symptome auftreten.

Hyperthyreose (siehe Abschnitte “Vorsichtsmaßnahmen“ und 4.8)

Während der Therapie oder bis zu einigen Monaten nach Absetzen der Amiodaron-Therapie kann eine

Hyperthyreose auftreten. Die folgenden, normalerweise leichten Symptome sollten durch den Arzt

beachtet werden:

Gewichtsverlust, Tachykardie, Tremor, Nervosität, vermehrtes Schwitzen und Wärmeintoleranz,

Wiederauftreten von Arrhythmien oder Angina pectoris, Herzinsuffizienz.

Die klinische Diagnose einer Hyperthyreose wird durch Nachweis eines deutlich verminderten

ultrasensitiven TSH sowie erhöhter T

- und T

-Werte bestätigt.

Bei Nachweis einer Hyperthyreose sollte Amiodaron abgesetzt werden. Eine Besserung erfolgt

innerhalb einiger Monate nach Absetzen der Behandlung und wird von einer Normalisierung der

Schilddrüsenfunktionstests begleitet.

In schweren Fällen (einige tödlich verlaufend) muss eine individuelle Notfallbehandlung mit

Thyreostatika, Betarezeptorenblockern und/oder Kortikosteroiden begonnen werden (Siehe Abschnitt

4.5).

Lunge (siehe Abschnitt 4.8)

Unter der Behandlung mit Amiodaron besteht das Risiko, schwere entzündliche Lungenerkrankungen

(Hypersensitivitäts-Pneumonitis, alveoläre oder interstitielle Pneumonitis) zu entwickeln. Nicht

produktiver Husten und Atemnot sind häufig Anzeichen der vorgenannten Lungenveränderungen. Des

Weiteren können Gewichtsverlust, Fieber und Schwächegefühl auftreten.

Daher sollten vor Behandlungsbeginn eine Thorax-Röntgenuntersuchung sowie ein

Lungenfunktionstest durchgeführt werden.

Im weiteren Behandlungsverlauf sollten diese Untersuchungen in Abständen von ca. 3-6 Monaten

wiederholt werden.

Ebenso sollten diese Untersuchungen beim Auftreten von Atembeschwerden (Symptom möglicher

lungentoxischer Wirkung) durchgeführt werden.

Bei Patienten mit schweren Lungenerkrankungen ist die Lungenfunktion gegebenenfalls häufiger zu

kontrollieren, da diese Patienten beim Auftreten lungentoxischer Wirkungen eine schlechtere

Prognose haben.

Bei Nachweis einer Hypersensitivitäts-Pneumonitis ist Amiodaron sofort abzusetzen und eine

Behandlung mit Kortikosteroiden zu beginnen.

Bei Nachweis einer alveolären/interstitiellen Pneumonie sollte eine Behandlung mit Kortikosteroiden

erfolgen und die Dosis reduziert werden oder - falls möglich - Amiodaron abgesetzt werden.

Bei frühzeitigem Absetzen von Amiodaron bildet sich eine interstitielle Pneumonie in der Regel

zurück.

Sehr selten wurden Fälle mit schweren, in Einzelfällen tödlichen, respiratorischen Komplikationen

(Schocklunge, ARDS) berichtet, zumeist direkt nach chirurgischen Eingriffen (siehe auch Abschnitt

4.5).

Leber (siehe Abschnitt 4.8)

Eine Kontrolle der Leberwerte (Transaminasen) anhand von Leberfunktionstests wird empfohlen,

sobald die Therapie mit Amiodaron begonnen wird. Im weiteren Therapieverlauf sollten regelmäßige

Kontrollen der Leberwerte erfolgen.

Akute Lebererkrankungen (einschließlich Hepatitis, Leberzirrhose, schwerer hepatozellulärer

Insuffizienz oder Leberversagen, in Einzelfällen mit tödlichem Ausgang) und chronische

Lebererkrankungen können unter Anwendung der oralen und intravenösen Darreichungsform von

Amiodaron auftreten (bei intravenöser Verabreichung bereits innerhalb der ersten 24 Stunden).

Daher sollte die Amiodaron-Dosis reduziert oder Amiodaron abgesetzt werden, wenn die

Transaminasen auf Werte über das 3-fache der Norm ansteigen.

Die klinischen und laborchemischen Zeichen einer chronischen Lebererkrankung infolge oraler

Amiodarontherapie können minimal sein (cholestatischer Ikterus, Hepatomegalie, auf das bis zu 5-

fache der Norm erhöhte Transaminasenwerte). Die Leberfunktionsstörungen sind nach dem Absetzen

von Amiodaron reversibel, jedoch sind Fälle mit tödlichem Ausgang beschrieben worden.

Neuromuskuläre Erkrankungen (siehe Abschnitt 4.8)

Amiodaron kann periphere Neuropathien und/oder Myopathien hervorrufen. Diese verschwinden

gewöhnlich einige Monate nach Absetzen, können in Einzelfällen aber auch nicht vollständig

reversibel sein.

Augen (siehe Abschnitt 4.8)

Während der Behandlung mit Amiodaron sind regelmäßige augenärztliche Untersuchungen,

einschließlich Funduskopie und Untersuchungen mittels Spaltlampe, angezeigt.

Beim Auftreten einer Optikusneuropathie und/oder einer Optikusneuritis ist das Absetzen von

Amiodaron erforderlich, da die Gefahr einer Progression möglicherweise bis zur Erblindung besteht.

Arzneimittelwechselwirkungen (siehe Abschnitt 4.5)

Die gleichzeitige Anwendung von Amiodaron mit den folgenden Arzneimitteln wird nicht empfohlen:

Betarezeptorenblocker, Calciumkanalblocker mit antiarrhythmischer Wirkung (Verapamil, Diltiazem),

Laxanzien, die Hypokaliämien auslösen können.

Amiodaron ist ein Inhibitor des Cytochroms P450 3A4. Deshalb sollten Statine, welche über

Cytochrom P450 3A4 metabolisiert werden (z. B. Simvastatin, Atorvastatin, Lovastatin), nicht

gleichzeitig mit Amiodaron angewendet werden.

Vorsichtsmaßnahmen

Voruntersuchungen und Überwachung der Patienten (siehe auch Abschnitt „Warnhinweise“ und

Abschnitt 4.8)

Insbesondere im Zusammenhang mit der chronischen Anwendung antiarrhythmischer Substanzen sind

Fälle beschrieben worden, bei denen die Schwelle für die ventrikuläre Defibrillation und/oder die

Schrittmacherstimulation von Herzschrittmachern oder implantierbaren Cardioverter-Defibrillatoren

erhöht war. Somit könnte die Funktionsfähigkeit der Geräte potenziell beeinträchtigt werden. Deshalb

wird eine wiederholte Überprüfung der Funktionsfähigkeit der Geräte vor und während der

Amiodaron-Therapie empfohlen.

Es wird empfohlen, vor Behandlungsbeginn eine Bestimmung der kardiologischen Funktionen (EKG),

des Kalium-Serumwertes, der Leberwerte, der Schilddrüsenwerte und der Lungenfunktion sowie eine

Thorax-Röntgenuntersuchung durchzuführen (siehe Abschnitt „Warnhinweise“).

Während der Behandlung sollten in regelmäßigen Abständen die Leberwerte überprüft werden.

Kardiologische Kontrolluntersuchungen sollten während der Behandlung in regelmäßigen Abständen

vorgenommen werden (z. B. in Abständen von einem Monat mit Standard-EKG bzw. drei Monaten

mit Langzeit-EKG und gegebenenfalls Belastungs-EKG). Bei Verschlechterung einzelner Parameter,

z. B. Verlängerung der QRS-Zeit bzw. QT-Zeit um mehr als 25 % oder der PQ-Zeit um mehr als 50 %

bzw. einer QT-Verlängerung auf mehr als 500 ms oder einer Zunahme der Anzahl oder des

Schweregrades der Herzrhythmusstörungen, sollte eine Therapieüberprüfung erfolgen.

(Zu Vor- und Verlaufsuntersuchungen der Lunge siehe „Warnhinweise“ unter Abschnitt 4.4)

Schilddrüse (siehe Abschnitt „Warnhinweise“ und Abschnitt 4.8)

Aufgrund des Risikos, unter der Behandlung mit Amiodaron eine Schilddrüsenfunktionsstörung

(Hyper- oder Hypothyreose) zu entwickeln, sollten vor Behandlungsbeginn

Schilddrüsenfunktionsuntersuchungen durchgeführt werden.

Während der Therapie und bis etwa ein Jahr nach Absetzen der Therapie sollten diese Untersuchungen

in regelmäßigen Abständen wiederholt und die Patienten auf klinische Anzeichen einer Hyper- oder

Hypothyreose untersucht werden.

Amiodaron hemmt die Umwandlung von Thyroxin (T

) in Trijodthyronin (T

) und kann zu erhöhten

-Werten sowie zu verminderten T

-Werten bei klinisch unauffälligen (euthyreoten) Patienten führen.

Diese Befundkonstellation allein sollte nicht zu einem Therapieabbruch führen.

Die folgenden Symptome können Hinweis auf eine Hypothyreose sein:

Gewichtszunahme, Kälteempfindlichkeit, Abgeschlagenheit, eine über den unter Amiodaron zu

erwartenden Effekt hinausgehende extreme Bradykardie.

Die klinische Diagnose einer Hypothyreose wird durch Nachweis eines deutlich erhöhten

ultrasensitiven TSH sowie eines verminderten T

bestätigt. Nach Absetzen der Behandlung kommt es

normalerweise innerhalb von 1-3 Monaten zur Euthyreose.

Bei Nachweis einer Hypothyreose sollte die Amiodaron-Dosis - sofern möglich - reduziert werden

und/oder eine Substitution mit Levothyroxin begonnen werden. In Einzelfällen kann ein Absetzen von

Amiodaron erforderlich werden.

Wegen seines Jodgehaltes verfälscht Amiodaron klassische Schilddrüsentests (Jodbindungstests).

Haut

Unter der Therapie mit Amiodaron sollte Sonnenbestrahlung vermieden werden; dies gilt auch für

UV-Licht-Anwendungen und Solarien. Wenn dies nicht möglich sein sollte, sind die unbedeckten

Hautpartien, besonders das Gesicht, durch eine Lichtschutzsalbe mit hohem Lichtschutzfaktor zu

schützen. Auch nach Absetzen von Amiodaron ist ein Lichtschutz noch für einige Zeit erforderlich.

Anästhesie (siehe Abschnitte 4.5 und 4.8)

Vor chirurgischen Eingriffen sollte der Anästhesist über die Amiodaron-Therapie informiert werden.

Anwendung bei Kindern

Die Wirksamkeit und Sicherheit einer Anwendung von Amiodaron bei Kindern ist nicht belegt.

Deshalb wird die Anwendung bei Kindern nicht empfohlen.

Sonstiger Bestandteil Lactose

Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-

Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel

nicht einnehmen.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Arzneimittel, die Torsade de pointes auslösen oder die QT-Zeit verlängern

Arzneimittel, die Torsade de pointes auslösen

Die gleichzeitige Behandlung mit Arzneimitteln, die Torsade de pointes auslösen können, ist

kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3):

MAO-Hemmer

Antiarrhythmika der Klassen I und III und nicht-antiarrhythmische Substanzen

Bei gleichzeitiger Anwendung von Antiarrhythmika der Klasse I (insbesondere chinidinähnliche

Substanzen) und anderen Klasse-III-Antiarrhythmika (z. B. Sotalol) sowie anderen die QT-Zeit

verlängernden Arzneimitteln [z. B. Vincamin, einige Neuroleptika (z. B. Sulpirid), Pentamidin i.v.,

trizyklische Antidepressiva und Erythromycin i.v.] besteht die Gefahr einer übermäßigen QT-

Verlängerung verbunden mit einem erhöhten Risiko für das Auftreten von Kammerarrhythmien

einschließlich Torsade de pointes.

Arzneimittel, die die QT-Zeit verlängern

Die gleichzeitige Anwendung von Amiodaron und Arzneimitteln, für die bekannt ist, dass sie das QT-

Intervall verlängern, muss auf einer sorgfältigen Bewertung der möglichen Risiken und des Nutzens

für jeden Patienten beruhen, da das Risiko für Torsade de pointes ansteigen kann. Patienten sollten im

Hinblick auf eine QT-Zeit-Verlängerung überwacht werden.

Fluorochinolone

Bei Patienten, die mit Amiodaron behandelt werden, sollte die Verabreichung von Fluorochinolonen

vermieden werden.

Arzneimittel, die die Herzfrequenz vermindern oder Reizbildungs- oder

Leitungsstörungen verursachen

Die gleichzeitige Behandlung mit diesen Arzneimitteln wird nicht empfohlen:

Betarezeptorenblocker und Calciumkanalblocker

Bei gleichzeitiger Anwendung von Amiodaron und Calciumkanalblockern vom Verapamil- und

Diltiazem-Typ oder Betarezeptorenblockern kann es zu einer exzessiven Bradykardie, zu

höhergradigen atrioventrikulären Überleitungsstörungen und zu einer additiven kardiodepressiven

Wirkung kommen.

Arzneimittel, die Hypokaliämien auslösen können

Die gleichzeitige Behandlung mit den folgenden Arzneimitteln wird nicht empfohlen:

Laxanzien, die Hypokaliämien verursachen können, erhöhen das Risiko Torsade de pointes

auszulösen. In Kombination mit Amiodaron sollten deshalb andere Laxanzien verwendet werden.

Bei der gleichzeitigen Behandlung mit den folgenden Arzneimitteln ist Vorsicht geboten:

Bei gleichzeitiger Gabe kaliumausschwemmender Diuretika (z. B. Hydrochlorothiazid, Furosemid),

systemischer Kortikosteroide, Tetracosactid oder Amphotericin B i.v. und Amiodaron besteht ein

erhöhtes Risiko für das Auftreten hypokaliämisch induzierter Herzrhythmusstörungen (einschließlich

Torsade de pointes). Um Hypokaliämien vorzubeugen, sollte das QT-Intervall beobachtet werden. Im

Falle von Torsade de pointes sollen keine Antiarrhythmika gegeben werden.

Allgemeinnarkose

Bei Patienten unter Behandlung mit Amiodaron, die sich einer Allgemeinnarkose unterzogen, wurden

selten Fälle von atropinresistenter Bradykardie, Blutdruckabfall, Überleitungsstörungen und

reduziertem Herzminutenvolumen beobachtet.

Sehr selten treten schwere respiratorische Komplikationen (Schocklunge, ARDS), in Einzelfällen mit

tödlichem Ausgang, zumeist direkt nach chirurgischen Eingriffen, auf.

Es wurde eine mögliche Verstärkung des toxischen Effektes der Sauerstoffkonzentration vermutet.

Einfluss von Amiodaron auf andere Arzneimittel

Amiodaron und/oder sein Metabolit, Desethylamiodaron, inhibieren CYP1A1, CYP1A2, CYP3A4,

CYP2C9, CYP2D6 und P-Glykoprotein (P-gp) und können die Exposition gegenüber deren Substraten

erhöhen.

Aufgrund der langen Halbwertszeit von Amiodaron können Interaktionen mehrere Monate nach dem

Absetzen von Amiodaron beobachtet werden.

P-gp-Substrate

Amiodaron ist ein P-gp-Inhibitor. Die gleichzeitige Anwendung mit P-gp-Substraten kann zu einem

Anstieg ihrer Konzentration führen.

Digitalis

Bei gleichzeitiger Gabe von Amiodaron und herzwirksamen Glykosiden kann es zu Störungen der

Reizbildung (exzessive Bradykardie) und der atrioventrikulären Überleitung aufgrund der

synergistischen Wirkung beider Präparate kommen.

Bei gleichzeitiger Gabe von Amiodaron und Digoxin kann es zu einer Erhöhung des Digoxin-

Serumspiegels (aufgrund einer erniedrigten Digoxin-Clearance) kommen.

Daher sollte bei diesen Patienten auf Symptome einer Digitalis-Überdosierung geachtet werden und

vorsorglich sollten die Digoxin-Plasmaspiegel bestimmt werden. Falls notwendig, sollte eine

Dosisanpassung erfolgen.

Dabigatran

Die gleichzeitige Anwendung von Amiodaron und Dabigatran sollte aufgrund eines erhöhten

Blutungsrisikos mit Vorsicht erfolgen. Es kann erforderlich sein, die Dosis von Dabigatran gemäß

deren Angaben in der Fachinformation anzupassen.

CYP2C9-Substrate

Amiodaron erhöht die Konzentration von CYP2C9-Substraten, wie z.B. Warfarin oder Phenytoin

durch die Hemmung von Cytochrom P450 2C9.

Warfarin

Amiodaron kann zu einer Verstärkung des gerinnungshemmenden Effektes von Vitamin-K-

Antagonisten (Dicumarol, Warfarin und Phenprocoumon) und dadurch bedingt zu einem erhöhten

Blutungsrisiko führen. Die Verstärkung der gerinnungshemmenden Wirkung von Warfarin beruht auf

einer Hemmung von Cytochrom P450 2C9 durch Amiodaron.

Während und nach der Behandlung mit Amiodaron sollten daher häufigere INR-Kontrollen

durchgeführt und gegebenenfalls die Dosis der Vitamin-K-Antagonisten angepasst werden.

Phenytoin

Amiodaron kann bei gleichzeitiger Gabe von Phenytoin den Serumspiegel von Phenytoin erhöhen und

Symptome einer Phenytoin-Überdosierung (z. B. Sehstörungen, Tremor, Schwindel) auslösen. Daher

sollte, sobald entsprechende Symptome auftreten, die Phenytoin-Dosis reduziert werden.

Gegebenenfalls sollten die Phenytoin-Plasmaspiegel bestimmt werden.

CYP2D6-Substrate

Die Plasmakonzentration von Flecainid wird von Amiodaron durch Hemmung von Cytochrom P450

2D6 erhöht. Bei gleichzeitiger Anwendung mit Amiodaron sollte die Flecainid-Dosis deshalb

angepasst werden.

CYP3A4-Substrate

Die gleichzeitige Anwendung von Arzneimitteln, die durch Cytochrom P450 3A4 metabolisiert

werden und Amiodaron, einem Hemmstoff des Cytochrom P450 3A4, kann zu höheren

Plasmaspiegelkonzentrationen und damit verbunden zu einer erhöhten Toxizität dieser Arzneimittel

führen.

Ciclosporin

Amiodaron kann die Ciclosporin-Serumspiegel erhöhen und die Clearance von Ciclosporin um über

50 % vermindern. Daher sollte bei gleichzeitiger Gabe eine Dosisanpassung von Ciclosporin erfolgen.

Sirolimus

Der Plasmaspiegel von Sirolimus kann durch die Gabe von Amiodaron erhöht werden.

Fentanyl

Amiodaron kann die pharmakologischen Effekte von Fentanyl verstärken und so das Risiko toxischer

Wirkungen verstärken.

Statine

Das Risiko von Muskeltoxizität ist erhöht, wenn Amiodaron gleichzeitig mit Statinen verabreicht

wird, die durch CYP 3A4 metabolisiert werden, wie z. B. Simvastatin, Atorvastatin und Lovastatin.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Amiodaron wird empfohlen, ein Statin zu verwenden, das nicht

durch CYP 3A4 metabolisiert wird.

Andere von Cytochrom P450 3A4 metabolisierte Arzneimittel

Lidocain, Tacrolimus, Sildenafil, Midazolam, Triazolam, Dihydroergotamin, Ergotamin und

Colchicin.

Einfluss anderer Arzneimittel auf Amiodaron

CYP3A4- und CYP2C8-Inhibitoren haben das Potential, den Metabolismus von Amiodaron zu

hemmen und die Exposition gegenüber Amiodaron zu erhöhen.

Es wird empfohlen, während der Behandlung mit Amiodaron CYP3A4-Inhibitoren (wie z. B.

Grapefruitsaft oder Protease-Inhibitoren) zu vermeiden.

Sonstige Wechselwirkungen mit Amiodaron

Die gleichzeitige Anwendung von Amiodaron mit Sofosbuvir in der Kombination mit einem anderen

direkt wirkenden antiviralen Wirkstoff zur Behandlung von Hepatitis C (wie Daclatasvir, Simeprevir

oder Ledipasvir) wird nicht empfohlen, da dies zu einer schwerwiegenden symptomatischen

Bradykardie führen kann. Der Mechanismus der bradykarden Wirkung ist nicht bekannt.

Wenn eine gleichzeitige Anwendung nicht vermieden werden kann, wird eine kardiale Überwachung

empfohlen (siehe Abschnitt 4.4).

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Amiodaron hat schädliche pharmakologische Wirkungen auf die Schwangerschaft, den Foetus und das

Neugeborene

Amiodaronhydrochlorid und N-Desethylamiodaron passieren die Plazenta und

erreichen im Kind 10-25 % der maternalen Plasmakonzentration. Als häufigste Komplikationen treten

Wachstumsstörungen, Frühgeburten und Funktionsstörungen der Schilddrüse beim Neugeborenen auf.

Hypothyreoidismus, Bradykardie und verlängerte QT-Intervalle wurden bei etwa 10 % der

Neugeborenen festgestellt. Vereinzelt wurden eine Vergrößerung der Schilddrüse oder Herzgeräusche

gefunden. Die Fehlbildungsrate scheint nicht erhöht zu sein; es sollte jedoch die Möglichkeit von

Herzdefekten berücksichtigt werden. Amiodaron darf nicht während der Schwangerschaft angewendet

werden, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich. Frauen mit Kinderwunsch sollten wegen der

langen Halbwertszeit von Amiodaron den Beginn einer Schwangerschaft frühestens ein halbes Jahr

nach dem Ende der Therapie planen, um eine Exposition des Kindes in der Frühschwangerschaft zu

vermeiden.

Stillzeit

Ein Übergang in die Muttermilch ist für den Wirkstoff und für den aktiven Metaboliten nachgewiesen.

Bei gestillten Kindern werden messbare Plasmaspiegel erreicht. Ist eine Behandlung während der

Stillzeit erforderlich oder ist Amiodaron während der Schwangerschaft eingenommen worden, darf

nicht gestillt werden.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Die Behandlung mit diesem Arzneimittel bedarf der regelmäßigen ärztlichen Kontrolle.

Dieses Arzneimittel kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit

verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr, zum Bedienen von

Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt wird.

Dies gilt in verstärktem Maße bei Behandlungsbeginn, Dosiserhöhung und Präparatewechsel sowie im

Zusammenwirken mit Alkohol.

4.8

Nebenwirkungen

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr häufig

≥ 1/10

Häufig

≥ 1/100, < 1/10

Gelegentlich

≥ 1/1.000, < 1/100

Selten

≥ 1/10.000, < 1/1.000

Sehr selten

< 1/10.000

Nicht bekannt

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Sehr selten:

Thrombozytopenie, hämolytische oder aplastische Anämie.

Nicht bekannt:

Knochenmarksgranulome

Erkrankungen des Immunsystems

Nicht bekannt:

Angioneurotisches Ödem (Quincke-Ödem), anaphylaktische Reaktion, anaphylaktischer Schock.

Endokrine Erkrankungen

Häufig:

Hyper- oder Hypothyreose

Schwere Hyperthyreosen, in Einzelfällen mit tödlichem Verlauf, wurden beschrieben.

(Zu Verlaufsuntersuchungen, diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen siehe Abschnitt 4.4)

Sehr selten:

Syndrom der inadäquaten Sekretion des antidiuretischen Hormons (SIADH).

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Nicht bekannt:

Verminderter Appetit

Psychiatrische Erkrankungen

Gelegentlich:

Verminderte Libido

Nicht bekannt:

Delirium (einschließlich Verwirrtheit)

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig:

Extrapyramidaler Tremor, Albträume, Schlafstörungen.

Gelegentlich:

Periphere sensorische Neuropathien und/oder Myopathien, gewöhnlich reversibel nach Absetzen des

Arzneimittels (siehe Abschnitt 4.4), Schwindel, Koordinationsstörungen, Parästhesien.

Sehr selten:

Benigne intrakranielle Drucksteigerungen (Pseudotumor cerebri), zerebrale Ataxie, Kopfschmerzen.

Nicht bekannt:

Parkinsonismus, Parosmie

Augenerkrankungen

Sehr häufig:

Mikroablagerungen an der Vorderfläche der Hornhaut des Auges (können auch als Cornea verticillata

bezeichnet werden), die üblicherweise auf die Region unterhalb der Pupille begrenzt sind und zu

Sehstörungen (Schleiersehen, Farbhöfe um Lichtquellen) führen können. Die Mikroablagerungen

bestehen aus komplexen Lipidablagerungen und bilden sich in der Regel 6-12 Monate nach Absetzen

von Amiodaron zurück.

Sehr selten:

Optikusneuropathie und/oder Optikusneuritis, die zu permanenter Blindheit führen kann (siehe

Abschnitt 4.4).

Herzerkrankungen

Häufig:

Bradykardie (normalerweise moderat und dosisabhängig).

Gelegentlich:

Überleitungsstörungen (SA-Block, AV-Block); in Einzelfällen wurde das Auftreten einer Asystolie

beobachtet (siehe Abschnitt 4.4).

Proarrhythmische Wirkungen in Form von Veränderungen oder Verstärkung der

Herzrhythmusstörungen, die zu starker Beeinträchtigung der Herztätigkeit mit der möglichen Folge

des Herzstillstandes führen können (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5).

Sehr selten:

Ausgeprägte Bradykardie oder Sinusknotenstillstand vor allem bei älteren Patienten oder bei gestörter

Sinusknotenfunktion (siehe Abschnitt 4.4).

Nicht bekannt:

Torsade de pointes (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5)

Einzelfälle von Kammerflimmern/-flattern wurden beschrieben.

(Zu Verlaufsuntersuchungen, diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen siehe Abschnitt 4.4)

Gefäßerkrankungen

Sehr selten:

Vaskulitis

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Häufig:

Infolge der Lungentoxizität von Amiodaron können atypische Pneumonien als Ausdruck einer

Überempfindlichkeitsreaktion (Hypersensitivitäts-Pneumonitis), alveoläre oder interstitielle

Pneumonien oder Fibrosen, Pleuritis, Bronchiolitis obliterans mit Pneumonie/BOOP auftreten (siehe

Abschnitt 4.4).

Einzelfälle mit tödlichem Verlauf wurden berichtet.

Nicht produktiver Husten und Atemnot sind häufig erste Anzeichen der vorgenannten

Lungenveränderungen. Des Weiteren können Gewichtsverlust, Fieber und Schwächegefühl auftreten.

Sehr selten:

Bronchospasmus bei Patienten mit schwerer respiratorischer Insuffizienz und besonders bei

Asthmapatienten.

Zumeist nach chirurgischen Eingriffen traten Fälle von Schocklunge (ARDS) auf, die in Einzelfällen

tödlich verliefen (mögliche Interaktion mit hoher Sauerstoffkonzentration) (siehe Abschnitt 4.5).

Nicht bekannt:

Lungenblutung

(Zu Verlaufsuntersuchungen, diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen siehe Abschnitt 4.4)

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig:

Übelkeit, Erbrechen, Geschmacksveränderungen zu Behandlungsbeginn (während Einnahme der

Sättigungsdosis), die bei Dosisreduktion verschwinden.

Häufig:

Obstipation

Gelegentlich:

Bauchschmerzen, Völlegefühl, Mundtrockenheit und Anorexie.

Nicht bekannt:

Pankreatitis (akut)

Leber- und Gallenerkrankungen

Sehr häufig:

Isolierte Erhöhungen der Serumtransaminasen zu Beginn der Therapie, die in der Regel nicht sehr

ausgeprägt sind (1,5- bis 3-fache des Normalwertes). Die Werte normalisieren sich meist bei

Dosisreduktion oder spontan.

Häufig:

Akute Hepatitis mit stark erhöhten Serumtransaminasen und/oder ein cholestatischer Ikterus,

einschließlich Leberversagen mit in Einzelfällen tödlichem Verlauf.

Sehr selten:

Chronische Leberkrankheiten (in Einzelfällen mit tödlichem Verlauf), Leberzirrhose.

(Zu Verlaufsuntersuchungen, diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen siehe Abschnitt 4.4)

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Sehr häufig:

Photosensibilisierung mit erhöhter Sonnenbrandneigung, die zu Erythem und Hautausschlag führen

kann (siehe Abschnitt 4.4).

Häufig:

Ekzem

Unter längerer Behandlung kann es zu einer Hyperpigmentierung mit schwarzvioletter bis

schiefergrauer Hautverfärbung (Pseudozyanose) kommen, vor allem an den Körperpartien, die dem

Sonnenlicht ausgesetzt sind.

Die Verfärbung bildet sich langsam innerhalb von 1-4 Jahren nach Absetzen des Präparates zurück.

Sehr selten:

Erythembildung unter Strahlentherapie, Erythema nodosum und wenig spezifische Exantheme,

exfoliative Dermatitis, Alopezie.

Nicht bekannt:

Schwere Hautreaktionen wie toxische epidermale Nekrolyse (TEN), Stevens-Johnson-Syndrom (SJS),

bullöse Dermatitis, Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS-

Syndrom).

Urtikaria

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Häufig:

Muskelschwäche

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Selten:

Vorübergehend eingeschränkte Nierenfunktion.

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Sehr selten:

Epididymitis, Impotenz

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Gelegentlich:

Müdigkeit

Untersuchungen

Sehr selten:

Erhöhter Serumkreatiningehalt

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-

Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Über akute Überdosierungen mit Amiodaron ist bisher wenig bekannt. Im Allgemeinen ist wegen der

besonderen Pharmakokinetik eine Überdosierung erst im Laufe der Langzeittherapie möglich.

Die Symptome beschränken sich gewöhnlich auf eine Sinusbradykardie, sinuaurikuläre und nodale

Reizleitungsstörungen sowie spontan sistierende Tachykardien. Fälle von Torsade de pointes,

Kreislaufversagen und Leberversagen wurden berichtet. Die durch Amiodaron verursachte

Bradykardie ist atropinresistent. Deshalb ist bei Bedarf eine temporäre Schrittmacherkontrolle

erforderlich.

Eine Behandlung erfolgt symptomatisch. Besteht der Verdacht auf eine Überdosierung, sollte der

Patient aufgrund der Pharmakokinetik von Amiodaronhydrochlorid ausreichend lange unter

besonderer Berücksichtigung der kardialen Situation beobachtet werden.

Weder Amiodaron noch seine Metaboliten sind dialysierbar.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antiarrhythmika (Klasse III)

ATC-Code: C01BD01

Amiodaronhydrochlorid bewirkt eine Hemmung des Kaliumausstroms in der Phase III des

Aktionspotentials im Myokardgewebe und verlängert dadurch selektiv die Repolarisationsdauer und

Refraktärperiode des Aktionspotentials (Klasse-III-Wirkung nach Vaughan Williams). Dies führt zur

Unterdrückung von Ektopien und Reentry-Mechanismen ohne Beeinträchtigung der Kontraktionskraft

des Myokards.

Amiodaronhydrochlorid reduziert die Leitungsgeschwindigkeit und verlängert die Refraktärzeit in

akzessorischen atrioventrikulären Bahnen.

Die Verlängerung der langsamen diastolischen Depolarisation im Schrittmacherpotential führt zu einer

Unterdrückung der Automatie im Schrittmachergewebe mit Verlangsamung der Herzfrequenz, die

atropinresistent ist.

Amiodaronhydrochlorid zeigt eine dosisabhängige, nicht kompetitive Hemmung der alpha- und beta-

adrenergen Aktivitäten. Hämodynamisch äußert sich dies in einer koronar- und gefäßdilatatorischen

Wirkung und ebenso in einer Verbesserung der Sauerstoffbilanz.

Amiodaronhydrochlorid weist bei oraler Gabe keinen signifikant negativ inotropen Effekt auf.

Bei i.v.-Gabe kann es, hauptsächlich nach Injektion, zu einer Verminderung der Kontraktilität

kommen.

Kinder und Jugendliche

Es wurden keine kontrollierten Studien bei Kindern durchgeführt.

In den veröffentlichten Studien wurde die Unbedenklichkeit von Amiodaron bei 1.118 pädiatrischen

Patienten mit unterschiedlichen Arrhythmien untersucht.

Die folgenden Dosierungen wurden in den klinischen Studien bei Kindern angewendet:

Oral:

Aufsättigungsdosis: 10-20 mg/kg/Tag für 7-10 Tage (oder 500 mg/m

/Tag, wenn pro

Quadratmeter angegeben)

Erhaltungsdosis: Es sollte die minimale effektive Dosis angewendet werden. Entsprechend dem

individuellen Ansprechen kann diese zwischen 5-10 mg/kg/Tag betragen (oder 250 mg/m

/Tag,

wenn pro Quadratmeter angegeben).

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Amiodaron wird hauptsächlich über CYP3A4 und auch über CYP2C8 metabolisiert.

Amiodaron und sein Metabolit, Desethylamiodaron, zeigen

in vitro

das Potential CYP2C9, CYP2D6,

CYP3A4, CYP2A6, CYP2B6 und CYP2C8 zu hemmen. Amiodaron und Desethylamiodaron haben

auch das Potential einige Transporter, wie z. B. P-Glykoprotein und organische Kationen-Transporter

(OCT2) zu hemmen (eine Studie zeigt eine 1,1%ige Erhöhung der Konzentration von Kreatinin, einem

OCT2-Substrat).

In-vivo

-Daten beschreiben eine Interaktion von Amiodaron und CYP3A4, CYP2C9,

CYP2D6 und P-gp-Substraten.

Amiodaronhydrochlorid wird nach oraler Gabe zu 50 % im Magen-Darm-Trakt resorbiert.

Nach Applikation einer einzelnen Dosis werden Plasmaspiegelspitzen nach 3-7 Stunden erreicht. Die

Anreicherung der Substanz an ihrem Wirkort bzw. die Aufsättigung des Myokardgewebes ist

entscheidend für die therapeutische Wirksamkeit.

In Abhängigkeit von der Sättigungsdosierung sind therapeutische Wirkungen im Zeitraum von

wenigen Tagen bis zu 2 Wochen zu erwarten.

Nach Injektion wird das Wirkmaximum nach 15 min erreicht. Danach kommt es zu einer

Umverteilung ins Gewebe und zu einem schnellen Abfall des Plasmaspiegels innerhalb von 4 Stunden.

Zur Aufsättigung der Gewebespeicher muss die Therapie intravenös oder oral weitergeführt werden.

Amiodaronhydrochlorid hat eine lange Halbwertszeit, die interindividuell zwischen 20 und 100 Tagen

variiert.

Während der Aufsättigung kumuliert die Substanz insbesondere im Fettgewebe.

Der Steady state wird innerhalb eines Zeitraumes von einem bis zu mehreren Monaten erreicht.

Aufgrund dieser Charakteristika sollte die empfohlene Aufsättigungsdosis verabreicht werden, um

eine schnelle Gewebesättigung zu erreichen, die Voraussetzung für die therapeutische Wirksamkeit

ist.

Der Hauptausscheidungsweg geht über die Leber und die Galle. 10 % der Substanz werden renal

ausgeschieden.

Aufgrund der geringen renalen Ausscheidung kann niereninsuffizienten Patienten die übliche Dosis

verabreicht werden.

Nach Absetzen wird Amiodaronhydrochlorid noch über mehrere Monate ausgeschieden.

Kinder und Jugendliche

Es wurden keine kontrollierten Studien bei Kindern durchgeführt.

In den begrenzten, veröffentlichten Daten, die für pädiatrische Patienten verfügbar sind, wurde kein

Unterschied zu Erwachsenen festgestellt.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Akute Toxizität

Die akute Toxizität von Amiodaronhydrochlorid scheint relativ niedrig zu sein und die LD

-Werte

liegen über 3 g/kg KG. Klinische Symptome waren beim Hund Erbrechen, bei Nagern ZNS-Effekte

(Sedation, Tremor, Krämpfe, Atemstörungen).

Chronische Toxizität/subchronische Toxizität

Im Rahmen der Untersuchungen zur chronischen Toxizität rief Amiodaronhydrochlorid bei Tieren

ähnliche toxische Wirkungen wie beim Menschen hervor. Amiodaronhydrochlorid rief

Lungenschäden (Fibrosen, Phospholipidosen; bei Hamster, Ratte und Hund) sowie ZNS-Störungen

(bei Ratten) hervor. Für die Auslösung von Lungenschäden scheinen oxidativer Stress und freie

Radikale eine wichtige Rolle zu spielen. Ferner rief Amiodaronhydrochlorid bei Ratten Leberschäden

hervor. Wirkungen von Amiodaronhydrochlorid auf die Serum-Lipide können indirekt über

Veränderungen der Plasmakonzentrationen von Schilddrüsenhormonen hervorgerufen werden.

Mutagenes und tumorerzeugendes Potential

Amiodaronhydrochlorid ist eine stark phototoxische Substanz. Es gibt Hinweise, dass in Gegenwart

von Amiodaronhydrochlorid durch UV-Bestrahlung zytotoxisch wirkende freie Radikale gebildet

werden. Dies kann nicht nur zu akuten phototoxischen Reaktionen führen, sondern auch zu

Schädigungen von DNA (Photomutagenität) und nachfolgenden photokanzerogenen Wirkungen.

Bisher wurden diese potentiell schwerwiegenden Nebenwirkungen von Amiodaronhydrochlorid nicht

experimentell untersucht. Daher ist das photomutagene und photokarzinogene Potential von

Amiodaronhydrochlorid nicht bekannt.

In einer 2-Jahres-Karzinogenitätsstudie an Ratten verursachte Amiodaron einen Anstieg follikulärer

Schilddrüsentumoren (Adenome und/oder Karzinome) bei beiden Geschlechtern in klinisch

relevantem Ausmaß. Da die Befunde zur Mutagenität negativ waren, wird eher ein epigenetischer als

ein genotoxischer Mechanismus für diese Art der Tumorinduktion angenommen. Bei Mäusen wurden

keine Karzinome aber eine dosisabhängige follikuläre Schilddrüsenhyperplasie beobachtet. Diese

Effekte auf die Schilddrüse von Ratten und Mäusen beruhen höchstwahrscheinlich auf der Wirkung

von Amiodaron auf die Synthese und/oder Freisetzung von Schilddrüsenhormonen. Die Relevanz

dieser Befunde für den Menschen ist gering.

Reproduktionstoxizität

Bei männlichen Patienten sind nach längerer Behandlung erhöhte Serumspiegel für LH und FSH

gemessen worden, die auf testikuläre Dysfunktionen hindeuten.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Lactose-Monohydrat

Mikrokristalline Cellulose

Povidon K30

Crospovidon

Hochdisperses Siliciumdioxid

Talkum

Magnesiumstearat (Ph.Eur.)

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

2 Jahre.

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 25 °C lagern.

Im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Es stehen folgende Packungen zur Verfügung:

20 Tabletten

50 Tabletten

100 Tabletten

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

ratiopharm GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm

8.

ZULASSUNGSNUMMER

38165.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 29. Juli 1999

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 24. August 2007

10.

STAND DER INFORMATION

August 2019

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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